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The Rudolf Steiner Archive

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Spiritual Connections
in the Structure of the Human Organism
GA 218

12 November 1922, London

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7. Erlebnisse der Menschenseele im Schlafe und nach dem Tode in der geistigen Welt I

7. Experiences of the Human Soul During Sleep and After Death in the Spiritual World I

[ 1 ] Sie werden sich erinnern, daß ich das letzte Mal, als ich hier vor Ihnen sprechen durfte, Ihnen die Erlebnisse der Menschenseele während des Schlafes geschildert habe, und ich möchte heute in einer gewissen Weise Ihnen eine Fortsetzung der Betrachtungen geben, die ich damals vor Ihnen dargestellt habe.

[ 1 ] You will recall that the last time I had the privilege of speaking to you here, I described the experiences of the human soul during sleep, and today I would like, in a sense, to continue the reflections I presented to you on that occasion.

[ 2 ] Es ist wirklich so, daß derjenige Mensch, welcher das Menschenleben nur von der Tagesseite her kennt, eben auch nur die Hälfte dieses Menschenlebens kennt, denn Allerwichtigstes geht während des Schlafes vor sich. Ich brauche in Ihrer Gegenwart nicht auseinanderzusetzen, wie die Erkenntnisse, von denen ich Ihnen auch heute wiederum sprechen will, gewonnen sind durch jene exakte Clairvoyance, die ich auch hier in London schon geschildert habe. Ich werde also voraussetzen, daß Sie annehmen, dasjenige, was ich sagen werde, ist aus dieser exakten clairvoyanten Wissenschaft heraus gesprochen.

[ 2 ] It is truly the case that anyone who knows human life only from the waking side knows only half of that human life, for the most important things take place during sleep. I need not explain to you how the insights I wish to discuss with you again today were gained through that precise clairvoyance which I have already described here in London. I will therefore assume that you accept that what I am about to say is based on this precise clairvoyant science.

[ 3 ] Wenn der Mensch aus dem Tagesbewußtsein in das Schlafbewußtsein übergeht, das ja für die Menschen der Gegenwart im Grunde ein unbewußter Zustand ist, dann ist er nicht in seinem physischen Leibe und nicht in seinem ätherischen Leibe. Er ist während des Schlafens ein rein geistiges Wesen. Und was er als dieses geistig-seelische Wesen zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen erlebt, das habe ich Ihnen von der einen Seite das vorige Mal geschildert. Ich will es heute von einer anderen Seite betrachten.

[ 3 ] When a person transitions from waking consciousness to sleep consciousness—which, for people today, is essentially an unconscious state—they are neither in their physical body nor in their etheric body. While sleeping, they are a purely spiritual being. And what they experience as this spiritual-soul being between falling asleep and waking up—I described that to you from one perspective last time. Today I want to look at it from another perspective.

[ 4 ] Sie erinnern sich, daß der Mensch im Schlafe durchlebt erstens das Eindringen seiner Wesenheit in den Weltenäther, wodurch ihn eine gewisse Angst überkommt vor dem Unbekannten, Unbestimmten, Undifferenzierten. Sie erinnern sich ferner, daß in diesem Augenblicke in der Seele etwas aufwacht, was man mit einem Ausdrucke, der aus dem Bewußtsein genommen ist, nennen kann: die Sehnsucht nach dem Göttlichen. — Sie erinnern sich ferner, daß der Mensch dann im zweiten Stadium des Schlafes durchmacht Nachbildungen der Planetenbewegungen, und daß für denjenigen, der eine Beziehung zu dem Mysterium von Golgatha hat, Christus .als Führer auftritt für die sonst chaotischen Erlebnisse, die man hat, während man Nachbildungen des Sternen-Planetenlebens im Schlafe durchlebt. Dann kommt das Fixsternerlebnis. Man ist aus der Planetensphäre — nur in der Nachbildung — heraus und erlebt die Konstellationen der Fixsterne. Man erlebt also tatsächlich vom Einschlafen bis zum Aufwachen das ganze kosmische außerirdische Dasein. Und ich habe Ihnen auch gesagt, daß die Mondenkräfte, das, was geistig der Offenbarung der Mondenerscheinungen entspricht, den Menschen immer wiederum am Morgen oder überhaupt beim Aufwachen in seinen physischen und in seinen Ätherleib zurückbringen.

[ 4 ] You recall that, during sleep, a person first experiences the penetration of their being into the world ether, which causes them to be overcome by a certain fear of the unknown, the indeterminate, and the undifferentiated. You will also recall that at this moment something awakens in the soul that can be described—using an expression drawn from consciousness—as the longing for the Divine. — You will also recall that, in the second stage of sleep, a person experiences simulations of planetary movements, and that for those who have a connection to the Mystery of Golgotha, Christ appears as a guide through the otherwise chaotic experiences one has while living through these simulations of stellar and planetary life in sleep. Then comes the experience of the fixed stars. One has left the planetary sphere—only in the simulation—and experiences the constellations of the fixed stars. Thus, from the moment one falls asleep until waking, one actually experiences the entire cosmic, extraterrestrial existence. And I have also told you that the lunar forces—that which spiritually corresponds to the manifestation of lunar phenomena—always bring the human being back into his physical and etheric bodies in the morning or, in general, upon waking.

[ 5 ] Nun möchte ich Ihnen heute zunächst noch von einer anderen Seite schildern, wie dieses Erleben zwischen dem Einschlafen und Aufwachen ist. Wenn wir während des Tages unser Bewußtsein haben, so haben wir ja, wenn wir nicht in die materialistischen Vorstellungen der modernen Menschheit uns einspinnen, eine moralische und eine religiöse Grundlage unseres Lebens. Der Mensch muß fühlen außer dem, daß er Naturerkenntnis hat, daß er moralische Verpflichtungen, Verantwortungen hat, und ferner, daß er mit seinem ganzen Wesen in einer geistigen Welt darinnen ruht. Das letztere können wir nennen das religiöse Bewußtsein. Dieses moralische und religiöse Bewußtsein hat der Mensch während des Wachzustandes. Aber das religiöse Bewußtsein hat der Mensch im Wachen nur dadurch, daß er in seinem physischen Leibe ist. In diesem physischen Leibe ist ja der Mensch nicht allein, sondern es sind mit ihm zusammen Geister höherer Weltordnungen, und er lebt in seinem physischen Leibe zusammen mit Geistern höherer Weltordnungen. Und er lebt in seinem ätherischen Leibe zusammen mit demjenigen, was diese Geister höherer Weltordnungen mit dem Moralischen meinen.

[ 5 ] Today, I would first like to describe to you from another perspective what this experience is like between falling asleep and waking up. When we are conscious during the day—provided we do not get caught up in the materialistic notions of modern humanity—we have a moral and religious foundation for our lives. In addition to having an understanding of nature, a person must feel that they have moral obligations and responsibilities, and furthermore, that their entire being rests within a spiritual world. We can call the latter “religious consciousness.” A person possesses this moral and religious consciousness while awake. But human beings possess religious consciousness while awake only because they are in their physical body. In this physical body, human beings are not alone; rather, spirits of higher world orders are with them, and they live in their physical body together with spirits of higher world orders. And in their etheric body, they live together with that which these spirits of higher world orders mean by the moral.

[ 6 ] Also das religiöse Bewußtsein des Menschen ist abhängig von seinem Leben im physischen Leibe, im physischen Körper; das moralische Leben ist abhängig von dem Leben im ätherischen Leibe. Und das führt uns dazu, darauf aufmerksam zu werden, daß der Weltenäther, aus dem unser Ätherkörper genommen ist, zwei Glieder hat. Das eine Glied dieses Weltenäthers ist Wärme, Licht, chemischer Äther, Lebensäther. Aber all diesem Ätherischen, das in der Wärme, im Lichte, in den chemischen Vorgängen und im Leben existiert, alldem liegt zugrunde ein moralisches Wesen des Weltenäthers. Dieses moralische Wesen des Weltenäthers ist aber nur vorhanden in der Nähe der Gestirne und Planeten. Also wenn Sie auf Erden leben, dann sind Sie, obwohl Sie es bei Tage nicht wissen, auch in dem Weltenäther als moralische Essenz drinnen. Und wenn Sie wandern durch die Welt der Gestirne, sind Sie in dem Weltenäther auch in der moralischen Essenz, wenn Sie in der Umgebung eines Gestirnes sind. Zwischen den Gestirnen wird das Moralische aus dem Äther durch das Sonnenlicht herausgetrieben; das Sonnenlicht — nicht die Sonne selber, die Sonne ist ein Weltenkörper, sie hat in sich geradezu für uns Menschen den Urquell des moralischen Äthers —, aber indem die Sonne scheint, vertreibt sie durch ihr Licht die moralische Essenz des Äthers. Und so, wenn wir durch unser Auge in die Welt hinausschauen, sehen wir Blumen, sehen wir Quellen, sehen wir das alles, ohne daß wir es mit Moralischem durchziehen, durchschauen, weil uns das Sonnenlicht das Moralische heraustötet.

[ 6 ] So human religious consciousness depends on life in the physical body; moral life depends on life in the etheric body. And this leads us to realize that the world ether, from which our etheric body is formed, has two components. One component of this world ether is heat, light, chemical ether, and life ether. But underlying all this etheric substance—which exists in heat, light, chemical processes, and life—is a moral essence of the world ether. This moral essence of the world ether, however, exists only in the vicinity of the stars and planets. So when you live on Earth, even though you are not aware of it during the day, you are also present within the world ether as a moral essence. And when you journey through the world of the celestial bodies, you are also present in the world ether as a moral essence whenever you are in the vicinity of a celestial body. Between the celestial bodies, the moral essence is driven out of the ether by sunlight; sunlight—not the Sun itself, for the Sun is a celestial body that contains, for us humans, the very source of the moral ether—but as the Sun shines, its light drives out the moral essence of the ether. And so, when we look out into the world through our eyes, we see flowers, we see springs, we see all of this without imbuing it with the moral, without seeing through it, because the sunlight drives the moral out of it.

[ 7 ] Und wenn wir nun beim Einschlafen aus unserem physischen und Ätherleib herausgehen, dann haben wir als geistig-seelische Menschenwesen nichts anderes, als was wir uns zunächst während des irdischen Lebens durch das Anschauen der Natur erworben haben. Wir lassen in unserem Bette — so paradox das klingt — auch die religiöse Empfindung und die moralische Empfindung zurück mit dem physischen und mit dem Ätherleibe, und wir leben als ein amoralisches Wesen zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Aber in dieser Zeit leben wir in einer Welt, die sonst von dem Sonnenlichte durchschienen ist. Und dadurch, daß die moralische Weltordnung aus dem Äther heraußen ist, dadurch hat Zugang zu diesem Äther, in den wir uns mit dem Einschlafen hineinbegeben, die ahrimanische Wesenheit. Diese 'ahrimanische Wesenheit spricht zu den Menschen während des Schlafes. Und was diese ahrimanische Wesenheit spricht, das ist im Grunde genommen eine fatale Sache, denn diese ahrimanische Wesenheit wird mit Recht der Lügengeist genannt, aus dem Grunde, weil er dem schlafenden Menschen die Dinge so darstellt, als wenn das Gute böse und das Böse gut wäre.

[ 7 ] And when we step out of our physical and etheric bodies as we fall asleep, we, as spiritual-soul human beings, have nothing other than what we have initially acquired during our earthly life through contemplating nature. As paradoxical as it may sound, we leave behind in our bed—along with our physical and etheric bodies—our religious and moral sensibilities, and we live as amoral beings between falling asleep and waking up. But during this time we live in a world that is otherwise permeated by sunlight. And because the moral world order emanates from the ether, the Ahrimanic entity gains access to this ether into which we enter when we fall asleep. This “Ahrimanic entity” speaks to human beings during sleep. And what this Ahrimanic entity says is, in essence, a fatal thing, for this Ahrimanic entity is rightly called the spirit of lies, because it presents things to the sleeping person as if good were evil and evil were good.

[ 8 ] Es ist neulich durch die Zeitungen eine Notiz gegangen über etwas, das heute auch schon die Naturwissenschaft erforscht hat, die Frage, warum Verbrecher einen so guten Schlaf haben, während gerade moralische Menschen mit einem guten Gewissen oftmals einen schlechten Schlaf haben. Das erklärt sich aus dem, was ich Ihnen jetzt sage. Derjenige, der ein starkes Gewissen entwickelt, der also ein inniger Mensch ist, ein moralisch empfindender Mensch, bei dem geht in die Seele so tief das moralische Empfinden hinein, daß er es in den Schlaf hinübernimmt, und dann schläft er schlecht, wenn er glaubt, viel Böses getan zu haben. Wer aber ein schlechter Mensch ist, wer kein stark entwickeltes moralisches Gewissen hat, der nimmt nichts in den Schlaf hinüber von Gewissensbissen. Und dann hat er ein reines geistiges Ohr für die Einflüsterungen des Ahriman, der ihm das Böse gerade als gut darstellt. Daher ist der Verbrecher im Schlafe so zufrieden.

[ 8 ] A short article recently appeared in the newspapers about something that science has already been investigating: the question of why criminals sleep so well, while moral people with a clear conscience often have trouble sleeping. This can be explained by what I am about to tell you. For those who have developed a strong conscience—that is, those who are deeply sensitive, morally conscious individuals—their moral sensibility penetrates so deeply into their soul that it carries over into their sleep; and so they sleep poorly when they believe they have done much wrong. But those who are bad people—those who lack a highly developed moral conscience—carry no pangs of conscience into their sleep. And so they have a mind completely open to the whisperings of Ahriman, who presents evil to them as good. That is why the criminal is so content in his sleep.

[ 9 ] Die Menschen sagen: Das ist doch ungerecht, daß die Verbrecher gut schlafen und die guten Menschen schlechten Schlaf haben! —, was heute, wie gesagt, schon eine naturwissenschaftliche Entdeckung ist. Aber es ist so aus dem Grunde, den ich Ihnen angeführt habe. In der Tat ist die Verführung zum Bösen während des Schlafzustandes eine ungeheuer große, und der Mensch bringt sich aus dem Schlaf am Morgen leicht die dämonischsten Versucherkräfte mit. Wenn man dann wiederum in seinen physischen und ätherischen Leib hineinkommt, dann wachen erst wiederum die Gewissensbisse auf bei demjenigen, der kein sehr guter Mensch ist. Also es ist so, daß dem Menschen in der Tat als Erdenmensch während der Zeit seines Schlafes alle Möglichkeit gegeben ist, dem versuchenden Ahriman zum Opfer zu fallen.

[ 9 ] People say: “It’s only unfair that criminals sleep well while good people have trouble sleeping!” — which, as I’ve said, is now a scientific discovery. But the reason for this is the one I’ve explained to you. In fact, the temptation to do evil during sleep is immense, and in the morning, people easily carry the most demonic temptations with them as they wake up. When one then returns to one’s physical and etheric bodies, the pangs of conscience awaken once more in those who are not very good people. So it is indeed the case that, as an earthly human being, one is given every opportunity during sleep to fall prey to the tempting Ahriman.

[ 10 ] Das aber ist erst im Laufe der Zeit so stark geworden, wie es jetzt ist. Erst in unserem Zeitalter sind die Menschen im höchsten Grade während des Schlafes den dämonischen Mächten ausgeliefert, die ihnen das Böse, während sie schlafen, als gut vorstellen. Das war in älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung nicht der Fall. In älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung hatte der Mensch, wie ich Ihnen oftmals gesagt habe, kein so starkes Ich-Bewußtsein wie jetzt. Er hatte während des Tagwachens ein schwächeres Ich-Bewußtsein; das bewirkte, daß er während des Schlafes auch nicht so rein in das Böse hineinsegelte, wie er es jetzt tut. Jetzt haben wir in der Tat für die Menschheitsentwickelung ein entscheidendes Zeitalter, eine Krisis. Die Menschen müssen sich wappnen gegen die Mächte des Bösen, die an sie herantreten. Davor waren die Menschen der älteren Zeiten geschützt, denn indem sie einschliefen, gingen sie mehr in die Gruppenseele hinein. Da lebte der Mensch während des Schlafes mehr in der Gruppenseele. Dieses Leben in der Gruppenseele ist etwas, das wir ja noch während des Wachens bis zu einem gewissen Grade entwickeln, wir fühlen uns als Volk, wir fühlen uns sogar oftmals als Stamm, wir fühlen uns, wenn wir etwas aristokratische Allüren haben, als Glieder einer Familie; aber der Schlaf nimmt wirklich dem Menschen heute dieses Gruppenseelengefühl schon ganz weg. Im Schlaf kann der Mensch heute nicht mehr gut Aristokrat sein. Ja, der Schlaf erzieht viel mehr, als Sie meinen, allerdings auf der einen Seite zum Bösen, auf der anderen Seite aber zur Demokratie. Er ist schon ein großer Lehrmeister, der Schlaf. Die älteren Menschen, sie gingen, wenn sie schliefen, in die Gruppenseele über. Sie brachten sich dann mit dem Aufwachen, indem sie wiederum in ihren physischen und in ihren Ätherleib zurückkehrten, ein starkes Bewußtsein von der Zusammengehörigkeit mit ihrer Gruppe mit. Das ist die eine Seite des Menschen, das, was er ist während des Schlafes.

[ 10 ] But this has only become as strong as it is now over the course of time. It is only in our age that people are, to the highest degree, at the mercy of demonic forces during sleep—forces that, while they sleep, make evil appear to them as good. This was not the case in earlier periods of human development. In earlier stages of human development, as I have often told you, people did not have as strong a sense of self as they do now. They had a weaker sense of self while awake; this meant that during sleep they did not plunge into evil as completely as they do now. We are now, in fact, in a decisive era for human development—a crisis. People must arm themselves against the forces of evil that approach them. People of earlier times were protected from this, for when they fell asleep, they entered more deeply into the group soul. Back then, people lived more within the group soul while they slept. This life within the group soul is something we still develop to a certain extent even while awake; we feel ourselves to be a people, we often even feel ourselves to be a tribe, and when we have somewhat aristocratic airs, we feel ourselves to be members of a family; but sleep today truly strips people of this sense of the group soul entirely. In sleep, people today can no longer be true aristocrats. Indeed, sleep educates far more than you might think—on the one hand toward evil, but on the other hand toward democracy. Sleep is truly a great teacher. In the past, when older people slept, they merged into the group soul. Upon waking—as they returned to their physical and etheric bodies—they brought with them a strong awareness of their belonging to their group. That is one aspect of the human being—what they are during sleep.

[ 11 ] Aber der Mensch hat ja dasselbe, was er im Schlaf drinnen hat, was nur dem Bösen so stark ausgesetzt ist, wie ich es jetzt beschrieben habe, in der gegenwärtigen Zeit, das hat er ja auch in sich. Nur muß er es während des Tagwachens in das moralische und in das religiöse Bewußtsein eintauchen, einströmen lassen. Das Religiöse wird ihm gegeben von den Mächten, die mit dem physischen Leib leben, und das Moralische von den Mächten, die mit dem Ätherleib leben.

[ 11 ] But human beings possess within themselves the very same thing they have inside them during sleep—that which is so strongly exposed to evil, as I have just described—and they possess it within themselves even in the present time. They must simply allow it to be immersed in and flow into their moral and religious consciousness while they are awake. The religious aspect is given to them by the forces that live with the physical body, and the moral aspect by the forces that live with the etheric body.

[ 12 ] Es ist das alles mit dem Mysterium von Golgatha eben anders geworden für die Entwickelung der Menschheit. Wie aber der alte Mensch während des Schlafes stark im Gruppenbewußtsein drinnen lebte, so lebte er, wenn er wiederum untertauchte beim Wachen in seinen physischen und in seinen Ätherleib, mehr in sich. Aber da ist wiederum ein Unterschied zwischen dem alten Menschen und dem modernen Menschen. Der alte Mensch, wenn er aufwachte und untertauchte in seinen physischen Leib und Ätherleib, hatte, bevor er ganz wach wurde, ein deutliches Bewußtsein von seinem Leben, bevor er auf die Erde heruntergestiegen war, und ebenso wiederum vor dem Einschlafen. So daß also dieser ältere Mensch, während er auf der einen Seite ein starkes Gruppenbewußtsein entwickelte, auch ein starkes Bewußtsein von seiner Zusammengehörigkeit mit dem Leben außer der Erde hatte. Er wußte, wie er heruntergekommen ist aus der geistigen Welt, dann durch die Sternenwelt gegangen ist und sich einen physischen Leib eigentlich ausgewählt hat hier auf Erden. Dieses Bewußtsein wurde später verdunkelt. Dafür wurden die Menschen gescheit, was wir heute gescheit nennen. Sie wurden durchdrungen von Urteilskraft, Diskrimination und solchen Dingen. Das kam erst im Laufe der Entwickelung, und deshalb können wir gerade am Morgen so gut urteilen, weil uns unser physischer Leib die Kraft des Urteils gibt. Wir dringen mehr in unseren physischen und Ätherleib ein als der alte Mensch. Der alte Mensch hatte daher ein Bewußtsein von dem vorigen Dasein; wir haben mehr ein Bewußtsein von dem irdischen Dasein. Wir setzen uns fest in unseren physischen und Ätherleib hinein. Das tat der alte Mensch nicht. Der alte Mensch trug den physischen und Ätherleib mehr an sich, er hat ihn mehr als etwas Äußerliches gefühlt, so wie wir heute unsere Kleider fühlen. Dieses Gefühl haben wir nicht mehr. Wir sagen nicht mehr, wie es der alte Mensch getan hat, wenn er zur Türe hereinging: Ich trage meinen Menschen zur Türe herein —; er meinte den physischen Menschen. Das war durchaus in alten Sprachen eine natürliche Redensart. Wir werden ganz gewiß sagen: Ich — indem wir unser Ich ganz fest in den physischen Leib hinunterdrängen — gehe zur Türe herein. — Wir finden es ganz selbstverständlich, daß wir das sagen.

[ 12 ] All of this—the mystery of Golgotha—has fundamentally changed the course of human evolution. Just as the ancient human lived deeply within the group consciousness while asleep, so too, when he re-immersed himself in his physical and etheric bodies upon waking, he lived more within himself. But there is, in turn, a difference between the ancient human being and the modern human being. The ancient human being, when he awoke and immersed himself in his physical and etheric bodies, had—before he was fully awake—a clear awareness of his life before he had descended to Earth, and likewise again before falling asleep. Thus, while this ancient human being developed a strong group consciousness on the one hand, he also had a strong awareness of his connection to life beyond the Earth. He knew how he had come down from the spiritual world, then passed through the world of the stars, and had actually chosen a physical body here on Earth. This awareness was later obscured. In exchange, people became intelligent—what we today call intelligent. They became imbued with the power of judgment, discernment, and such qualities. This came about only in the course of evolution, and that is why we are able to judge so well in the morning—because our physical body gives us the power of judgment. We penetrate more deeply into our physical and etheric bodies than the ancient human did. The ancient human therefore had an awareness of the previous existence; we have more of an awareness of earthly existence. We settle firmly into our physical and etheric bodies. The ancient human did not do this. The old human being carried the physical and etheric bodies more as part of himself; he felt them more as something external, just as we feel our clothes today. We no longer have that feeling. We no longer say, as the old human being did when he entered through the door: “I am carrying my human being through the door”—he meant the physical human being. That was certainly a natural way of speaking in ancient languages. We will most certainly say: “I”—as we push our ‘I’ firmly down into the physical body—“am walking through the door.” We find it perfectly natural to say this.

[ 13 ] Nun, dadurch aber auch ist den Menschen verlorengegangen das Bewußtsein ihres Zusammenhanges mit der geistigen und mit der Sternenwelt. Der Mensch früherer Zeiten wuißte eben, er hängt mir der Sternenwelt und hinter der Sternenwelt noch mit der geistigen Welt zusammen und ist aus diesen Welten zum irdischen Dasein heruntergestiegen. Der moderne Mensch sagt: Ich brauche zum Leben Fleisch und Gemüse und Eier. — Das sind alles Produkte der physischen Welt, mit denen wir es zu tun haben von der Geburt bis zum Tode. Glauben Sie nicht, daß ich Verachtung aussprechen will über diese Dinge; diese Dinge sind ja alle sehr gut und gehören zum Leben, das soll absolut anerkannt werden in seiner vollen Bedeutung. Aber ich will nur sagen, daß der alte Mensch wußte, er braucht zu diesem Leben nicht nur die Kraft der Erde, die im Rindvieh und im Kohl und im Ei liegt, sondern er braucht zu der Kraft zum Leben auch Jupiter und Venus und Saturn. Er hat gewußt: Wie ich hier auf der Erde Eier essen muß, so muß ich, wenn ich herabsteige aus der geistigen Welt, die Kraft des Jupiter und der Venus in mich aufgenommen haben, sonst könnte ich gar kein Erdenmensch sein. — Wie sich der moderne Mensch verbunden fühlt mit der Erde und wie er die große Besorgnis hat: Was soll ich nur essen, damit ich einen gesunden Körper habe? —, so fühlte sich der alte Mensch gedrungen, ein Verhältnis zu den Sternen zu haben. Und er sagte sich: Wenn ich hier auf der Erde dieses oder jenes nicht kann, dann habe ich eben beim Herabsteigen zu den Sternen mich nicht richtig benommen und muß das beim nächsten Durchgang durch die Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt korrigieren. — Also der Mensch entwickelte in alten Zeiten etwas für das Leben, was man nennen kann: eine spirituelle Diät. Es gab in den alten Mysterien Führer und Leiter, die waren so etwas Ähnliches, wie der moderne Arzt ist. Aber der moderne Arzt gibt nur Anweisungen über den Körper. Das ist ja ganz selbstverständlich und soll auch nicht gescholten werden. Aber die alten Führer in den Mysterien, die in dieser Beziehung auch Ärzte waren, gaben Anweisungen darüber, wie man, wenn man unter diesen oder jenen Gebrechen litt, sein Verhältnis zur Venus oder zum Saturn zu verbessern hatte. Das bestand dann darin, daß sie den Leuten gewisse seelische Anweisungen gaben. Sagen wir zum Beispiel, solch ein alter Arzt in den Mysterien fand: Der Mensch, der Heilung bei ihm suchte, hat eine zu starke Anziehung zu seinem physischen Leib; dieser ist ihm nicht genug Kleid bloß, sondern er lebt zu stark mit seinem physischen Leib. — So ungefähr, wie wenn ein Mensch der heutigen Zeit immer in seinen Kleidern schliefe, so kam einem solchen Arzt ein Mensch vor, der ein gewisses Gebrechen hatte, wodurch er stark an seinen physischen Leib gebunden war. Dann sagte ein solcher Arzt zu einem solchen Kranken: Versuche, wenn des Abends der Vollmond aufgeht, dich ein wenig zu ergehen im Vollmonde, und während du dich ergehst, dies oder jenes Mantram zu sagen.

[ 13 ] Well, but this is also why people have lost awareness of their connection to the spiritual world and the world of the stars. People of earlier times knew that they were connected to the world of the stars, and beyond that, to the spiritual world, and that they had descended from these worlds into earthly existence. Modern people say: “I need meat, vegetables, and eggs to live.”—These are all products of the physical world, with which we are concerned from birth to death. Do not think that I wish to express contempt for these things; they are all very good and are part of life, and this should be fully acknowledged in all its significance. But I simply want to say that the ancient human knew that for this life, he needed not only the power of the earth—which lies in cattle, cabbage, and eggs—but also the power of Jupiter, Venus, and Saturn to sustain life. He knew: Just as I must eat eggs here on Earth, so too, when I descend from the spiritual world, I must have absorbed the power of Jupiter and Venus into myself; otherwise, I could not be an earthly human being at all. — Just as modern humans feel connected to the Earth and are deeply concerned: What on earth should I eat to have a healthy body? — so, too, did ancient humanity feel compelled to maintain a relationship with the stars. And they told themselves: If I am unable to do this or that here on Earth, then I simply did not behave properly when descending to the stars and must correct this during my next passage through the time between death and a new birth. — So in ancient times, human beings developed something for life that one might call a “spiritual diet.” In the ancient mysteries, there were guides and leaders who were something like what a modern doctor is. But the modern doctor gives instructions only regarding the body. That is, of course, quite natural and should not be criticized. But the ancient guides in the mysteries—who were also doctors in this regard—gave instructions on how, if one suffered from this or that ailment, one should improve one’s relationship to Venus or Saturn. This involved giving people certain spiritual instructions. Let’s say, for example, that such an ancient doctor in the mysteries observed: “The person seeking healing from him has an excessive attachment to his physical body; the body is not merely a garment to him, but he lives too intensely through his physical body.” — Much like a person today who always slept in his clothes, such a physician would view a person with a certain ailment as someone who was strongly bound to his physical body. Then such a doctor said to such a patient: “When the full moon rises in the evening, try to take a short walk in the moonlight, and while you walk, recite this or that mantra.”

[ 14 ] Warum tat das der Arzt der alten Mysterien? — Er tat es aus dem Grunde, weil er wußte: Wenn der Mensch nun im Mondenlichte spazierengeht und Mantrams aufsagt, so wirkt das der Saturnkraft entgegen; der Saturn gewinnt weniger Macht über diesen Menschen. Und es wußte dieser alte Arzt in den Mysterien, daß dieses Haften am physischen Leibe, dieses volle Drinnenstecken im physischen Leibe die Ursache davon ist, daß der Mensch sich zu stark an den Saturn gehalten hat, als er von der geistigen Welt durch die Sternen welt ins irdische Dasein hereingegangen ist. Von dieser zu starken Sympathie mit dem Saturnleben hat der Mensch dieses Gebrechen erhalten. Mond und Saturn sind einander entgegenwirkende Himmelskörper. Also kurierte ein alter Arzt durch die Mondenkräfte die Schäden der Saturnkräfte. Er gab also eine spirituelle Diät. Das gab es in alten Zeiten.

[ 14 ] Why did the physician of the ancient mysteries do this? — He did it because he knew: When a person walks in the moonlight and recites mantras, this counteracts the power of Saturn; Saturn gains less power over that person. And this ancient physician of the Mysteries knew that this clinging to the physical body—this being completely trapped within the physical body—is the cause of a person having clung too strongly to Saturn when they entered earthly existence from the spiritual world through the world of the stars. It is from this excessive affinity with the life of Saturn that the person has acquired this infirmity. The Moon and Saturn are celestial bodies that counteract one another. Thus, an ancient physician used the powers of the Moon to heal the damage caused by the forces of Saturn. In other words, he prescribed a spiritual regimen. Such practices existed in ancient times.

[ 15 ] Wir haben eine physische Diät, die ja für uns ganz angemessen ist. Aber in den alten Zeiten brauchte man eine spirituelle Diät. Diese spirituelle Diät müssen wir nun zu unserer physischen noch hinzuzufügen lernen. Das ist die Aufgabe der Gegenwart, daß wir Menschen uns wiederum zu der physischen Diät aneignen einen Sinn für die spirituelle Diät. Und dann werden wir unsere Aufgaben gerade gegenüber der jetzigen Zeit im Erdenleben lösen können. Das ist dasjenige, was ich Ihnen im ersten Teil sagen wollte.

[ 15 ] We have a physical diet, which is, of course, quite appropriate for us. But in ancient times, a spiritual diet was necessary. We must now learn to supplement our physical diet with this spiritual one. That is the task of the present: for us humans to once again acquire, alongside our physical diet, a sense of the spiritual diet. And then we will be able to fulfill our tasks, especially in light of the current times in our earthly lives. That is what I wanted to tell you in the first part.

[ 16 ] Da ich zu meiner Befriedigung noch zwei Vorträge an diesem Orte vor Ihnen halten darf, so brauche ich heute nicht so zu eilen, wie das sonst geboten ist, und werde Ihnen daher mit aller Langsamkeit einiges von dem sagen können, was ich Ihnen während dieser meiner Anwesenheit gerne sagen möchte.

[ 16 ] Since I am fortunate enough to be able to give two more lectures here before you, I do not need to rush today as I usually must, and will therefore be able to take my time in sharing with you some of the things I would like to tell you during my time here.

[ 17 ] Hinschauen nach dem vorirdischen Leben, nach dem Leben, das der Mensch in der geistigen Welt zugebracht hat, bevor er sich mit seinem physischen und ätherischen Leib hier auf Erden vereinigt hat, das haben die alten Menschen durch ein elementarisches Hellsehen, durch eine elementare Clairvoyance gekonnt; das kann heute nur erreicht werden durch wirkliche spirituelle Wissenschaft, wie sie angestrebt wird in der Anthroposophie.

[ 17 ] The ancient people were able to look into pre-earthly life—the life that human beings spent in the spiritual world before uniting with their physical and etheric bodies here on Earth—through elemental clairvoyance; today, this can only be achieved through true spiritual science, as pursued in anthroposophy.

[ 18 ] Dann aber wird durch das Hinschauen des inspirierten Bewußtseins auf die Zeit, die wir zugebracht haben, bevor wir zu der Erde als Menschen heruntergekommen sind, dann wird durch dieses Hinschauen klar, wie wir eine Zeitlang leben in einer rein geistigen Welt, in einer Welt, in der nicht Reiche sind, nicht Mineralreich, nicht Pflanzenreich, nicht Tierreich, in der auch zunächst die Sterne, die wir in dem Umkreis des Irdischen erblicken, nicht sind, in der aber um uns herum die Wesenheiten der höheren Hierarchien sind. Wir leben also eine Zeitlang zwischen dem Tode und einer neuen Geburt unter geistigen Wesenheiten. Dann erst dringen wir durch den Sternenhimmel auf die Erde herunter, und wir gehen mit einer größeren oder geringeren Sympathie durch die eine oder die andere Sternensphäre durch. Und da ist es so, daß wir uns wirklich unser irdisches Dasein vorbereiten. Nach der Artund Weise, wie wir uns verhalten zu den Sternensphären, durch die wir durchgehen, wird unser irdisches Dasein. Und ich möchte Ihnen das durch ein Beispiel zunächst veranschaulichen.

[ 18 ] But then, as the inspired consciousness looks back on the time we spent before we descended to Earth as human beings, then, through this contemplation, it becomes clear that we live for a time in a purely spiritual world—a world in which there are no kingdoms: no mineral kingdom, no plant kingdom, no animal kingdom; a world in which, at first, even the stars we see within the sphere of the earthly realm are absent; but a world in which the beings of the higher hierarchies surround us. So for a time, between death and a new birth, we live among spiritual beings. Only then do we descend through the starry heavens to Earth, passing through one star sphere or another with greater or lesser affinity. And it is in this way that we truly prepare ourselves for our earthly existence. Our earthly existence will be shaped by the way we relate to the stellar spheres through which we pass. And I would like to illustrate this to you first with an example.

[ 19 ] Wir gehen, wenn wir aus der rein geistigen Welt herauskommen, zunächst durch die Fixsternsphäre, von der will ich heute noch nicht sprechen; das nächste Mal dann. Wir gehen dann durch die Saturnsphäre, durch die Jupitersphäre, Marssphäre, durch die Sonnensphäre, durch die Merkursphäre, Venussphäre, durch die Mondensphäre und kommen allmählich auf die Erde herunter. Sie sehen daraus, daß, indem wir aus der rein geistigen Welt eintreten in die Sternensphäre, wir gewissermaßen von der anderen Seite an die Sterne herankommen. Wir sehen hier zum Beispiel auf der Erde den Jupiter von einer gewissen Seite, wenn wir auf der Erde stehen. Wenn ein Menschenwesen, das aus der geistigen Welt durch die Sternensphäre herunterkommt, sich der Erde nähert, so sieht es den Saturn von der anderen Seite, und so alle Sterne. Das Wesen kommt also gewissermaßen von hinten an den Stern heran, sieht immer das Entgegengesetzte von dem, was physisch die Menschen auf der Erde sehen. Aber das Menschenwesen, das aus der geistigen Welt an die Erde herankommt, das sieht nicht so, wie wir sehen. Es hat ja noch keine Augen, die bekommt es erst durch den physischen Leib. Es sieht also das Geistige des Saturn, des Jupiter, des Mars, der Sonne, das Geistige von Venus, Merkur, Mond. Sie sehen, darnach muß das Wesen, je nachdem es mit Sympathie oder Antipathie durchgeht durch die eine oder durch die andere Sphäre, die Kräfte dieser Sphäre, also die Saturn-, Jupiter- und so weiter -kräfte aufnehmen beim Heruntersteigen.

[ 19 ] When we emerge from the purely spiritual world, we first pass through the sphere of the fixed stars, which I do not wish to discuss today; I will save that for next time. We then pass through the sphere of Saturn, the sphere of Jupiter, the sphere of Mars, the sphere of the Sun, the sphere of Mercury, the sphere of Venus, and the sphere of the Moon, and gradually descend to Earth. You can see from this that, as we enter the sphere of the stars from the purely spiritual world, we approach the stars, so to speak, from the other side. For example, here on Earth we see Jupiter from a certain angle when we are standing on Earth. When a human being descending from the spiritual world through the sphere of the stars approaches the Earth, they see Saturn from the other side, and all the stars in the same way. So the being approaches the star, as it were, from behind, always seeing the opposite of what people on Earth see physically. But the human being who approaches Earth from the spiritual world does not see as we do. After all, it does not yet have eyes; it only acquires them through the physical body. It therefore perceives the spiritual aspect of Saturn, Jupiter, Mars, and the Sun, as well as the spiritual aspect of Venus, Mercury, and the Moon. You see, depending on whether it passes through one sphere or another with sympathy or antipathy, the being must, as it descends, absorb the forces of that sphere—that is, the forces of Saturn, Jupiter, and so on.

[ 20 ] Nun kann es so sein. Ein Menschenwesen, das im früheren Erdenleben in einer bestimmten Weise gelebt hat, das bekommt beim Heruntersteigen zu einem neuen Leben die Impression: Es ist gut für mich, wenn ich das nächste Mal als Frau auf die Erde heruntersteige, wenn ich mich also in einem weiblichen Körper verkörpere. — Das ist durchaus ein Gegenstand der Erwägungen für die heruntersteigende Menschenseele, ob sie Mann oder Frau werden will. Denn davon hängt natürlich das ganze Schicksal im wesentlichen auf der Erde ab. Es ist nicht einerlei, ob man als Mann oder Frau in einem Erdenleben sein Dasein zubringt. Aber für die Menschenseele ist es nicht genügend, einfach sich zu überlegen: Ich werde Mann oder Frau! — Das muß vorbereitet werden. Und das wird so vorbereitet, daß die Menschenseele, wenn sie Frau werden will, sich der Erde dann nähert, wenn wir von der Erde den Mond als Vollmond sehen. Wenn wir von der Erde aus den Mond als Vollmond sehen, dann sieht die Menschenseele das Geistige des Mondes, wenn sie hereinkommt aus der geistigen Sphäre, dann sieht sie ihn dunkel, das heißt, mit bestimmten Wesen ausgerüstet; sie sieht ihn ja geistig. Und diese Wesen, die bereiten die Seele so vor, daß sie auf der Erde die Anziehungskraft zum weiblichen Leibe erhält.

[ 20 ] Now, it may be the case that a human being who lived in a certain way in a previous earthly life receives the impression, upon descending into a new life, that it would be good for them to come down to Earth as a woman the next time—that is, to incarnate in a female body. — Whether to become a man or a woman is certainly a matter of consideration for the descending human soul. For, of course, one’s entire destiny on Earth essentially depends on this. It is not a matter of indifference whether one spends one’s existence on Earth as a man or a woman. But for the human soul, it is not enough simply to decide: “I will become a man or a woman!” — This must be prepared for. And it is prepared in such a way that, if the human soul wishes to become a woman, it approaches the Earth at the moment when we on Earth see the Moon as a full moon. When we see the Moon as a full moon from Earth, the human soul perceives the spiritual essence of the Moon; when it enters from the spiritual sphere, it sees the Moon as dark—that is, endowed with certain beings—for it perceives it spiritually. And these beings prepare the soul in such a way that it develops an attraction to the female body on Earth.

[ 21 ] Wenn aber von der Erde aus gesehen werden kann Neumond, dann sieht die Seele, die heruntersteigt, von der anderen Seite den beleuchteten Mond, also das in den Weltenraum hinausstrahlende Licht, das heißt, das Geistige davon. Und dann kann sie Mann werden.

[ 21 ] But if the new moon can be seen from Earth, then the soul that descends sees, from the other side, the illuminated moon—that is, the light radiating out into the cosmos, or rather, its spiritual aspect. And then it can become a man.

[ 22 ] So hängt es davon ab, wie die Seele durch die Sternensphäre hindurchgeht, ob sie Kräfte zum Männlichen oder zum Weiblichen aufnimmt. Ebenso aber, wie die Seele durch die Mondensphäre durchgeht, geht sie ja zum Beispiel durch die Merkur- und Venussphäre hindurch. Wenn die Seele Mann oder Frau wird durch die Mondensphäre, so wird sie andererseits mit Sympathie ausgestalter — denn sie könnte ja in der oder jener Familie Mann oder Frau werden —, für die Familie wird sie ausgestaltet durch die Sphäre der Venus.

[ 22 ] Thus, whether the soul absorbs forces associated with the masculine or the feminine depends on how it passes through the sphere of the stars. Similarly, just as the soul passes through the sphere of the Moon, it also passes through, for example, the spheres of Mercury and Venus. If the soul becomes a man or a woman through the lunar sphere, it is, on the other hand, shaped by sympathy—for it could, after all, become a man or a woman in this or that family—and for the family, it is shaped by the sphere of Venus.

[ 23 ] Also derjenige Mensch, der als Seele heruntersteigt auf die Erde, kann entweder zu einer Zeit heruntersteigen, zu der die Venus auf der ganz anderen Seite der Erde ist, zu der er die Venussphäre gar nicht zu durchschreiten braucht. Dann wird er ein Mensch sein, dem an seiner Familie nicht viel liegt. Oder aber er wird durch die Venussphäre gehen und gerade denjenigen Weg wählen beim Durchgange durch die Venussphäre, der ihn zu einer bestimmten Familie hinleitet. Das ist also die Möglichkeit für die Seele, sich für eine bestimmte Familie vorzubereiten, wenn der Mensch sozusagen den Strahl wählt, der von der Venus nach dieser Familie hingeht. Er nähert sich dann von der anderen Seite, der dunklen Seite der Venus, der Erde und gelangt auf diese Weise in eine bestimmte Familie hinein. Ebenso geht er durch die Merkursphäre, durch die er in ein bestimmtes Volk hineinkommt. Also wiederum: wenn die Gegend dieses Volkes bestrahlt wird von den Merkurstrahlen und er von der anderen Seite kommt nach der dunklen Seite des Merkur, so ist das für ihn der Weg, zu diesem Volke hinzugehen.

[ 23 ] So the person who descends to Earth as a soul can either descend at a time when Venus is on the very opposite side of the Earth, in which case he does not need to pass through the Venus sphere at all. In that case, they will be a person who does not care much about their family. Or they will pass through the Venus sphere and, while doing so, choose the specific path that leads them to a particular family. This, then, is the opportunity for the soul to prepare itself for a specific family when the human being, so to speak, chooses the ray that extends from Venus to that family. He then approaches Earth from the other side—the dark side of Venus—and in this way enters a specific family. Similarly, he passes through the sphere of Mercury, through which he enters a specific people. So again: if the region of this people is illuminated by the rays of Mercury and the person comes from the other side—the dark side of Mercury—this is the path for him to reach this people.

[ 24 ] So also sind die Menschenseelen präpariert durch den Mond, wobei wir immer das Geistige berücksichtigen, ob man Mann oder Frau wird, durch die Venus, ob man der oder jener Familie angehört, durch den Merkur, ob man diesem oder jenem Volke angehört.

[ 24 ] Thus, human souls are shaped by the Moon—always taking the spiritual into account—as to whether one becomes a man or a woman; by Venus, as to whether one belongs to this or that family; and by Mercury, as to whether one belongs to this or that people.

[ 25 ] Das sind Dinge, die Ihnen zeigen, wie das ganze Leben des Menschen auf der Erde durchaus davon abhängt, wie er sich sein Verhältnis gestaltet beim Heruntersteigen. Das ist etwas, was wir wiederum wissen, lernen müssen. Wir müssen einfach wiederum dazu kommen, uns ebenso als Geschöpfe der Sternenwelt zu fühlen, wie wir uns auf der Erde als Geschöpfe von Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff, Schwefel und so weiter fühlen. Wir sind nicht bloß aus Eiweiß und einigen anderen Stoffen zusammengesetzte physische Menschen, sondern wir sind Menschen, die zusammengesetzt sind aus allen Kräften des Weltenalls, nur daß diese Kräfte des Weltenalls auf uns wirken im Heruntersteigen. Dann haben wir sie in uns. Und wir haben gewissermaßen eine Erinnerung daran im Schlafe.

[ 25 ] These are things that show you how a person’s entire life on Earth depends entirely on how they shape their relationship as they descend. This is something we, in turn, must learn. We simply have to come to see ourselves as creatures of the starry world, just as we see ourselves on Earth as creatures composed of hydrogen, oxygen, nitrogen, carbon, sulfur, and so on. We are not merely physical human beings composed of protein and a few other substances; rather, we are human beings composed of all the forces of the universe—only that these forces of the universe act upon us during our descent. Then we have them within us. And, in a sense, we have a memory of this in our sleep.

[ 26 ] Aber die Erinnerung, die ist ja immer, wie Sie wissen, schwächer als das Erlebnis. Denken Sie nur, wenn Sie ein Todeserlebnis eines lieben Menschen haben, wie sich das abschwächt nach einiger Zeit. So schwächt sich im Schlafe dieses lebhafte Drinnenstehen in der geistigen und Sternenwelt ab. Und daher ist der Mensch eben im Schlafe ausgesetzt alledem, wovon ich Ihnen im Anfang der heutigen Auseinandersetzungen erzählt habe. Im Schlafe haben wir eben nur ein schwaches Nachbild, gewissermaßen eine kosmische Erinnerung an die geistigen und Sternenerlebnisse, die wir zwischen Tod und dieser Geburt haben.

[ 26 ] But memory, as you know, is always weaker than the experience itself. Just think about it: when you experience the death of a loved one, how that feeling fades after some time. In the same way, this vivid sense of being present in the spiritual and stellar worlds fades during sleep. And that is why, during sleep, a person is exposed to everything I told you about at the beginning of today’s discussion. In sleep, we have only a faint afterimage—a cosmic memory, so to speak—of the spiritual and stellar experiences we have between death and this birth.