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The Relationship of Man to the Starry World
The Spiritual Communion of Mankind
GA 219

26 November 1922, Dornach

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Erster Vortrag

1. The Spirit-Seed of Man's Physical Organism. Walking, Speaking and Thinking, and Their Correspondences in the Spiritual World

[ 1 ] Wir haben als anthroposophische Bewegung - das möchte ich heute einleitend bemerken — wiederum eine Reihe von Veranstaltungen über Anthroposophie und Eurythmie, und zwar in Holland und in London, hinter uns. Ich möchte darüber nur einige Bemerkungen machen. Vor allen Dingen möchte ich auf die außerordentlich erfreuliche Tatsache hinweisen, daß in bezug auf die Aufnahme der anthroposophischen Vorträge in der Öffentlichkeit wie auch der eurythmischen Darstellungen gegenüber dem letzten Mal ein außerordentlicher Fortschritt zu verzeichnen ist. In Holland konnte ich in Den Haag drei öffentliche Vorträge halten, zwei im engeren Sinne über anthroposophische Themata und einen über ein ausgesprochen pädagogisches Thema: über die moralische und religiöse Erziehung vom anthroposophischen Gesichtspunkte. In Rotterdam hatte ich einen allgemeinen anthroposophischen Vortrag zu halten. In der Stadt der holländischen technischen Hochschule, in Delft, hatte ich zu sprechen über die Beziehungen der Anthroposophie zur Wissenschaft. Und es werden gewiß die Teilnehmer, die ja auch von hier anwesend waren, bestätigen können, daß ein Interesse für dasjenige vorhanden war, was sowohl über das engere anthroposophische Gebiet wie über das Erziehungsgebiet gesagt werden konnte.

[ 1 ] Not translated

[ 2 ] Es ist ja allerdings bei allen diesen Dingen zu bemerken, daß der allgemeine Rückgang in der Zivilisation der Gegenwart sich außerordentlich stark bemerkbar macht, so daß die Besucherzahl natürlich längst nicht die Höhe erreicht, die sie erreichen würde, wenn wir nicht in einer im allgemeinen so außerordentlich schwierigen Zeit lebten. Das ist ja überall zu bemerken, und das ist etwas, was um so mehr dazu auffordert, das, was Anthroposophie dieser Zivilisation der Gegenwart geben kann, in einer intensiven Weise zur Geltung zu bringen. Ich möchte sagen: jeder Schritt nach vorwärts beweist einem gerade dieses. Zu meiner ganz besonderen Befriedigung habe ich zu bemerken, daß gerade in Den Haag in dieser Zeit die eurythmischen Vorstellungen, die dort in dem Hause der Königlichen Schauburg stattfinden konnten, in einer außerordentlich günstigen Weise aufgenommen worden sind. Es ist nach den Vorstellungen die Ansicht von den verschiedensten Seiten geäußert worden, daß man, je öfter man solche eurythmischen Vorstellungen sieht, desto mehr in den eigentlichen Geist dieses Versuches einer künstlerischen Neuschöpfung eindringen kann.

[ 2 ] Not translated

[ 3 ] In London konnte ich drei halböffentliche Vorträge und drei Zweigvorträge halten. In Den Haag habe ich auch einen Zweigvortrag zum Schluß noch gehalten. Es war mir besonders auch noch befriedigend, daß einer der öffentlichen Vorträge in London auch das Erziehungsthema behandeln konnte. Sie wissen ja vielleicht schon, daß ich in England zum Teil unter dem Eindruck derjenigen Vorträge sprechen konnte, die ich hier vorige Weihnachten hielt, und bei denen ja zahlreiche englische Bekenner der anthroposophischen Bewegung und sonstige für die Pädagogik interessierte Persönlichkeiten anwesend waren. Teils unter dem Eindrucke dieser Weihnachtsvorträge, teils unter dem Eindrucke meiner im Sommer dieses Jahres gehaltenen Oxforder Vorträge über anthroposophische Pädagogik, hat sich in England nach dem Muster des Waldorfschulvereins eine Erziehungsunion begründet, welche bestrebt ist, dasjenige, was anthroposophische Pädagogik geben kann, durch die Begründung von Schulen auch in England geltend zu machen. Diese Erziehungsunion hat dann den einen der öffentlichen Vorträge namentlich für Lehrer veranstaltet, und man kann eben daran sehen, daß auch das pädagogische Thema durchaus in England Interesse findet.

[ 3 ] Not translated

[ 4 ] Wir waren ja diesmal in einer verhältnismäßig recht ungünstigen Zeit nach London gekommen, mitten in die Wahlzeit hinein. Namentlich die eurythmischen Vorstellungen fanden während der Wahltage statt. Aber dennoch darf gesagt werden, daß gerade gegenüber den eurythmischen Vorstellungen in London von Vorstellung zu Vorstellung das Interesse und die Freudigkeit, mit der die Sache aufgenommen wurde, gewachsen ist, so daß man wirklich sagen kann, von dieser Seite her kann man schon finden, daß Anthroposophie und das, was zu ihr gehört, einen guten Fortschritt macht.

[ 4 ] Not translated



[ 5 ] Von dem Durchgang des Menschen durch die beiden Seiten seines Lebens, durch die geistige Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und dutch die physisch-irdische Welt zwischen der Geburt und dem Tode, sollen diese Vorträge handeln.

[ 5 ] These lectures will deal with the two states of life through which man passes: in the spiritual world between death and a new birth, and in the physical world between birth and death.

[ 6 ] Ich möchte heute an einiges erinnern, was uns innerhalb der letzten Vorträge hier vor die Seele getreten sein kann. Ich sagte Ihnen: In der wichtigsten Zeit, welche verfließt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, findet sich der Mensch innerhalb der geistigen Welt mit einem wesentlich höheren Bewußtsein, als er es hier innerhalb des physischen Leibes auf der Erde hat. - Wenn wir hier auf der Erde in unserem physischen Leib stehen, so hängt ja dieses irdische Sinnen- und Nervenbewußtsein ab von der Gesamtorganisation des Menschen. Wir fühlen uns als Menschen hier, indem wir innerhalb unserer Haut tragen: unsere Gehirnorganisation, unsere Lungen-, Herzorganisation und so weiter. Das ist dasjenige, wovon wir sagen können, es ist in unserem Innern. Das aber, was um uns herum ist, mit dem fühlen wir uns verbunden, sei es durch unsere Sinne, sei es durch unsere Atmung, sei es durch unsere Nahrungsaufnahme.

[ 6 ] I want to remind you today of certain matters to which your attention was directed in recent lectures here. I said that during the very important period stretching between death and a new birth, man finds himself in the spiritual world with an essentially higher kind of consciousness than he has during his physical life on Earth. When we are living here on Earth in our physical body, the earthly consciousness that is connected with the senses and nerves depends upon the whole organism. We feel ourselves as human beings in as much as within the boundary of our skin we have brain, lungs, heart, and the systems connected, with these organs. Of all this we say that it is within our being. On the other hand we feel ourselves connected with what is around us through our senses or through our breathing, or again through the taking of food.

[ 7 ] Wenn wir nun in jenem Zustande leben, der da verfließt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so können wir nicht in dem gleichen Sinne von unserem Innern sprechen. Denn in dem Augenblick, wo wit durch die Pforte des Todes gehen, ja schon in dem Augenblick, wo wir in den Schlaf hinübergehen, wenn da auch das Bewußtsein herabgelähmt ist — die bewußtlosen Lebenszustände laufen doch so ab, wie ich sie dargestellt habe -, befinden wir uns in einem solchen Zustande, daß wir eigentlich da die ganze Welt, das Weltenall als unser Inneres bezeichnen können.

[ 7 ] When we are living between death and rebirth we cannot, however, speak in the same sense of what is ‘within’ us. For directly we pass through the gate of death, even directly we go to sleep, the conditions of our existence are such that the whole universe may be designated as our inner being.

[ 8 ] Während wir also hier auf der Erde eine Organisation haben, die sich in unseren Organen und deren Wechselwirkung innerhalb der Haut offenbart, offenbart sich uns - im Schlafe bloß bewußtlos, lebensvoll, zwischen dem Tod und einer neuen Geburt aber vollbewußt unser Inneres als ein Sterneninneres. Wir fühlen uns der Sternenwelt gegenüber so, daß wir zu den Wesenheiten der Sterne ebenso sagen, sie seien unser Inneres, wie wir hier zu Lunge und Herz sagen, sie gehören zu unserem physischen Inneren. Wir haben vom Einschlafen bis zum Aufwachen ein kosmisches Leben. Wir haben von dem Tode bis zu einer neuen Geburt ein kosmisches Bewußtsein. Dasjenige, was hier auf der Erde Außenwelt ist, insbesondere wenn wir den Blick hinausrichten in die Weiten des Weltenraumes, das wird zu unserem Inneren.

[ 8 ] Thus whereas here on Earth our constitution as human beings is revealed by our organs and their interaction inside our skin, during sleep unconsciously but between death and a new birth in full consciousness, our inner nature is revealed to us as if it were a world of stars. We feel ourselves related to the world of stars in such a way that of the Beings of the stars we say that they are our inner nature, just as here on Earth we say that the lung or heart belong to our inner physical nature. From the time of going to sleep until that of waking, we have a cosmic life; from death until a new birth we have a cosmic consciousness. That which here on Earth is our outer world, particularly when we gaze out into the cosmic expanse, becomes our inner being after death.

[ 9 ] Und was stellt sich uns in der geistigen Welt als das Äußere dar? Unser Äußeres wird gerade das, was jetzt unser Inneres ist. Unser Äußeres wird der Mensch selbst, aber der Mensch in einer ganz besonderen Weise, der Mensch so, daß wir dasjenige, was dann Äußeres ist, wie eine Art geistigen Keim aufbauen, aus dem hervorgehen soll unser künftiger physischer Erdenkörper. Im Zusammenhang mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien arbeiten wir diesen Geistkeim aus. Der ist vorhanden in einem bestimmten Zeitpunkte des Durchlaufens des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Er ist als Geistwesenheit da, aber er trägt als Geistwesenheit in sich die Kräfte, welche dann den physischen Leib des Menschen organisieren, so wie, sagen wir, der Pflanzenkeim in sich trägt die Kräfte, welche die spätere Pflanze organisierten. Nur müssen wir uns den Pflanzenkeim klein, die Pflanze groß vorstellen; der Geistkeim des menschlichen physischen Organismus aber ist sozusagen ein Universum von unermeßlicher Größe, obwohl im eigentlichen Sinne von «groß» zu sprechen ja für diese Zustände nicht mehr ganz richtig ist.

[ 9 ] What, then, is our outer world in that spiritual existence? It is what is now our inner nature. We fashion what is then our outer world into a kind of spirit-seed from which our future physical body on Earth is to spring into existence. Together with the Beings of the Higher Hierarchies we elaborate this spirit-seed, and at a certain point of time in our life between death and a new birth, it is there as a spirit-entity, bearing within it the forces which then build up the physical body, just as the seed of the plant bears within it the forces which will eventually produce the plant. But whereas we picture the seed of the plant to be minute and the plant itself large in comparison, the spirit-seed of the human physical body is, so to speak, a universe of vast magnitude—although in the strict sense it is not quite accurate to speak of ‘magnitude’ in this connection.

[ 10 ] Ich habe aber auch darauf hingedeutet, daß dieser Geistkeim uns gewissermaßen in einer gewissen Zeit entfällt. Wir fühlen von einer gewissen Zeit an: wir haben den Geistkeim unseres physischen Organismus im Zusammenhange mit andern Wesen des Weltenalls, mit Wesen der höheren Hierarchien ausgearbeitet; wir haben ihn bis zu einem gewissen Punkte gebracht. Dann entfällt er uns, und er senkt sich ein in die physischen Erdenkräfte, mit denen er verwandt ist und die vom Vater und von der Mutter kommen. Er verbindet sich mit dem Menschlichen der Vererbungsströmung. Er geht früher auf die Erde herunter als wir selbst als geistig-seelische Menschen, so daß wir noch eine wenn auch kurze Zeit in der geistigen Welt zubringen, wenn schon der Kräftezusammenhang unseres physischen Organismus auf die Erde heruntergegangen ist und als solcher in dem Menschenkeim im Leibe der Mutter lebt.

[ 10 ] I have also said that at a certain point this spirit-seed falls away from us. From a certain point of time onwards we feel: in association with other Beings of the Universe, with Beings of the Higher Hierarchies, we have brought the spirit-seed of our physical organism to a definite stage of development; now it falls away from us and descends into the physical forces of the Earth with which it is related and which come from the father and the mother. It unites with the human element in the stream of heredity and goes down to the Earth before we, as beings of spirit-and-soul, ourselves descend. Thus we still spend a certain period—although a short one—in the spiritual world when the nexus of forces of our physical organism has already gone down to the Earth and is shaping the embryo in the body of the mother.

[ 11 ] In dieser Zeit, da ziehen wir zusammen aus dem Weltenäther die Kräfte und Substanzen des Weltenäthers selber und bilden unseren Ätherleib zu unserem astralischen Leib und dem Ich hinzu. Und als solches Wesen im Ich und im astralischen Leib und Ätherleib kommen wir selber zur Erde herunter und verbinden uns mit dem, was aus dem schon früher heruntergeschickten Geistkeim geworden ist. Wer diesen Vorgang genauer betrachtet, dem wird ganz besonders klar, wie der Mensch eigentlich in seinem Verhältnisse zum Weltenall steht. Und es wird einem das klar, wenn man vor allen Dingen auf drei Äußerungen der Menschenwesenheit hinschaut, auf die hier und an andern Orten im anthroposophischen Zusammenhange auch schon aufmerksam gemacht worden ist, wenn man hinschaut auf jene drei Äußerungen der Menschennatur, durch welche der Mensch eigentlich das Wesen wird, das er auf der Erde ist.

[ 11 ] It is during this period that we gather together from the cosmic ether its own forces and substances and so build up our etheric body to be added to our astral body and ego. Then, as a being of ego, astral body and etheric body, we ourselves come down to the Earth and unite with what the physical body—the seed of which was sent down earlier—has now become. To anyone who observes this process closely, the relation of man to the Universe becomes very clear, above all if attention is directed to three manifestations of human nature to which reference has often been made here and at other places—I mean the three manifestations of human nature by virtue of which man becomes the being that he is on Earth.

[ 12 ] Wir werden eigentlich ganz anders als Kind geboren, als wir dann später sind. Wir lernen erst auf der Erde gehen, sprechen, denken. Dasjenige, was, ich möchte sagen, dumpf bleibt beim Menschen zwischen der Geburt und dem Tode, der Wille, und was halb dumpf bleibt, das Gefühl, sie sind, wenn auch in einer primitiven Weise, schon beim ganz kleinen Kinde vorhanden. Das Gefühlsleben, wenn es auch ganz nur den inneren Funktionen zugewendet ist, es ist beim kleinen Kinde vorhanden. Das Willensleben ist vorhanden. Dafür sind ein Beweis die, wenn auch chaotischen Bewegungen, die das Kind ausführt.

[ 12 ] When we are born we are quite different from the beings we afterwards become. It is on the Earth that we first learn to walk, to speak, and to think. The will that remains dim between birth and death, and feeling that remains half dim, are already present in a primitive form in the very tiny child. The life of feeling, although it is concerned entirely with the inner functions, is present in the very earliest years of childhood.

[ 13 ] Daß aus dem Gefühlsleben und aus dem Willensleben im späteren Daseinsalter etwas anderes wird, als es beim Kinde ist, davon ist die Ursache, daß sich allmählich das Denken ausbildet und dieses Denken das Gefühl durchdringt, den Willen durchdringt, und so Gefühl und Wille etwas Vollkommeneres werden. Aber sie sind eben beim Kinde schon vorhanden. Dagegen ist das Denken etwas, was das Kind erst hier auf der Erde ausbildet, im Zusammenhange mit andern Menschen, was es gewissermaßen unter der Lehre der andern Menschen ausbildet. Ebenso ist es mit dem Gehen und Sprechen, die vor dem Denken von dem Kinde angeeignet werden.

[ 13 ] The life of will is also present, as is proved by the movements, however chaotic, made by the little child. The reason why the life of feeling and the life of will become different at a later stage of existence is that thinking gradually begins to permeate feeling and will, making them more mature. Nevertheless they are already present in the tiny child. Thinking, on the other hand, is developed by the child only on Earth, in association with other human beings and in a certain sense under their instruction. And it is the same with the faculties of walking and speaking, which in reality are acquired before the faculty of thinking.

[ 14 ] Wer für das wahrhaft Menschliche ein genügend tiefes Gefühl hat, dem wird schon aus der Betrachtung, wie das Kind sich durch Gehen, Sprechen und Denken entwickelt, aufgehen, welche bedeutungsvolle Rolle dieses Gehen, Sprechen und Denken in der menschlichen Erdenentwickelung spielt. Aber der Mensch ist eben nicht nur ein Erdenwesen. Der Mensch ist ein Wesen, welches ebenso, wie es der Erde und ihren Kräften, ihren Substanzen angehört, auch angehört der geistigen Welt, den Wesenheiten der höheren Hierarchien, den Tätigkeiten, die sich abspielen zwischen den einzelnen Wesen dieser höheren Hierarchien. Der Mensch gehört sozusagen nur mit dem einen Teile seines Wesens dem irdischen Dasein an, mit dem andern Teil seines Wesens gehört er einer Welt an, die nicht die sinnliche ist.

[ 14 ] Anyone who has a sufficiently deep feeling for what is truly human will realize, simply by observing how the child develops through walking, speaking, and thinking, what a tremendously important part is played by these three faculties in the earthly evolution of man. But man is not only an earthly being; he is a being who belongs not only to the Earth with its forces and substances, but equally to the spiritual world; he is involved in the activities proceeding between the several Beings of the Higher Hierarchies. It is, so to speak, only with a part of his being that man belongs to earthly existence; with the other part he belongs to a world that is not the material world perceptible to the senses.

[ 15 ] In dieser Welt, die nicht die sinnliche ist, bereitet er, wie ich schon erwähnt habe, seinen Geistkeim. Ich habe Ihnen gesagt, man soll ja nicht glauben, daß alle Kultur- und Zivilisationstaten der Menschen auf der Erde, so kompliziert und so großartig sie sein mögen, an Großartigkeit das erreichen, was getan wird zwischen den Menschen und den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um dieses ganze Wunder des menschlichen physischen Organismus zunächst in der geistigen Welt aufzubauen. Aber das, was da aufgebaut wird, und was, wie ich dargestellt habe, eigentlich vor uns auf die Erde heruntergeschickt wird, das ist doch etwas anders organisiert als dasjenige, was dann hier auf Erden als Mensch vorhanden ist zwischen der Geburt und dem Tode.

[ 15 ] It is in that other world that he prepares his spirit-seed. Let it never be imagined that man's achievements in culture and civilization on the Earth, however complex and splendid they may be, are at all comparable with the greatness of what is achieved by him together with the Beings of the Higher Hierarchies in order to build this wonder-structure of the human physical organism. Nevertheless, what is thus fashioned—first of all in the spiritual world and, as I explained, sent down to the Earth before the man himself descends—is differently constituted from the being who is afterwards present here on Earth between birth and death.

[ 16 ] Dasjenige, was da der Mensch aufbaut am Geistkeim seines physischen Organismus, hat auch Kräfte in sich. Der ganze Aufbau, der sich dann zusammenschließt mit dem physischen Menschenkeim, der eigentlich zum physischen Menschenkeim wird, indem er die Substanzen von den Eltern nimmt, der ist mit allen möglichen Eigenschaften und Kräften ausgerüstet; nur zu drei Dingen bekommt er innerhalb der geistigen Welt selbst keine Kräfte, und das sind gerade das Denken, das Sprechen, das Gehen. Denken, Sprechen und Gehen sind durchaus menschliche Tätigkeiten auf der Erde.

[ 16 ] The spirit-seed of his physical body built up by man in the spiritual world is imbued with forces. Its whole structure which afterwards unites with the physical seed—or rather, which becomes the physical seed of the human being by taking substances from the parents—is endowed with all kinds of qualities and faculties. But there are three faculties for which the spirit-seed receives no forces at all in the spiritual world. These three faculties are: thinking, speaking, and walking—which are essentially activities of man on the Earth.

[ 17 ] Nehmen wir einmal das Gehen, nehmen wir überhaupt alles, was mit dem Gehen verwandt ist, ich könnte sagen, das Orientieren des Menschen innerhalb seines physischen Erdendaseins überhaupt. Denn schließlich, wenn ich den Arm bewege, wenn ich den Kopf bewege, so ist das ja auch etwas, was verwandt ist mit dem Mechanismus des Gehens. Das Aufrichten des Menschen im kindlichen Alter ist ein Orientieren. All das hängt zusammen mit dem, was man die Schwerkraft der Erde nennt, hängt zusammen mit der Tatsache, daß alles, was physisch auf der Erde lebt, ein Gewicht hat. Bei dem aber, was als Geistkeim ausgebildet wird zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, kann man nicht von einem Gewicht, nicht von einer Schwere reden.

[ 17 ] Let us take walking, and everything that is related to it. I might describe it as the process whereby man orientates himself within the sphere of his physical existence on Earth. When I move my arm or my hand, that too is related to the mechanism of walking, and when a tiny child begins to raise itself upright, that is an act of orientation. All this is connected with what we call the Earth's force of gravity, with the fact that everything physical on the Earth has weight. But we cannot say of the spirit-seed that is built up between death and a new birth that it has weight or heaviness.

[ 18 ] Es hat also alles das, was mit dem Gehen zusammenhängt, mit der Schwerkraft zu tun. Es ist ein Überwinden der Schwerkraft. Es ist ein Sich-Hineinstellen in die Schwerkraft. Indem wir ein Bein heben zu einem Schritt, fügen wir uns in die Schwerkraft hinein. Das eignen wir uns erst auf der Erde an, dieses Sich-Hineinstellen in die Schwerkraft, das ist nicht vorhanden zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, aber es hat sein Analogon dort. Auch dort haben wir eine Orientierung, nur ist es nicht die in der Schwerkraft, denn in der geistigen Welt gibt es keine Schwerkraft, gibt es kein Gewicht. Dort ist die Orientierung lediglich eine geistige, und zwar so, daß dem, was hier auf der Erde entspricht dem Aufheben einesBeines, dem SichHineinstellen in die Schwerkraft, daß dem in der geistigen Welt entspricht das Verwandtwerden, sagen wir mit einem Wesen der höheren Hierarchien, das der Form der Angeloi oder Archangeloi angehört. Fühle ich mich innerlich seelisch nahe unter dem Einflusse eines Wesens aus der Hierarchie der Angeloi, oder sagen wir der Exusiai, mit denen der Mensch zusammenarbeitet, so orientiert sich der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wie wir es hier auf-der Erde mit unserem Gewicht zu tun haben, haben wir es dort zu tun mit dem, was an Sympathiekräften mit unserem eigenen menschlichen Wesen von den einzelnen Wesen der höheren Hierarchien ausgeht.

[ 18 ] Walking, then, is connected with the force of gravity. It is, in fact, an overcoming of gravity, an act through which we place ourselves into the field of gravity. That is what happens every time we lift a leg to take a step forward. But we do not acquire this faculty until we are already here on Earth; it is not present between death and a new birth although there is something that corresponds to it in that world. There too we have orientation but it is not orientation within the field of gravity, for in the spiritual world there is no force of gravity, no weight. Orientation in that world is of a purely spiritual character. Here on the Earth we lift our legs to walk, we place ourselves in the field of gravity. The corresponding process in the spiritual world is that of becoming related to some Being of the Higher Hierarchies, belonging, let us say, to the rank of Angel or Archangel. A man feels himself inwardly near in soul to the influence of a Being, say, of the Hierarchy of the Angels, or of the Exusiai, with whom he is then working. This is how he finds his orientation in the life between death and a new birth. Just as here on the Earth we have to deal with our weight, in yonder world we have to deal with what proceeds from the several Beings of the higher Hierarchies by way of forces of sympathy with our own human individuality.

[ 19 ] Es ist nicht so wie bei derSchwerkraft, die eine Richtung hat: hin zur Erde. Das, was dort in der geistigen Welt der Schwerkraft entspricht, hat alle Richtungen, denn die geistigen Wesen der höheren Hierarchien sind nicht zentral geordnet, sie sind überall, und die Orientierung ist nicht eine solch geometrische, möchte man sagen, wie die SchwereOrientierung nach dem Mittelpunkte der Erde, sie ist eine Orientierung nach allen Richtungen hin. Je nachdem der Mensch seine Lunge aufzubauen hat, oder irgend etwas anderes zu arbeiten hat in Verbindung mit den Wesen der höheren Hierarchien, kann er sagen: Es zieht mich an die dritte Hierarchie, es zieht mich an die erste Hierarchie. — Er fühlt sich hineingestellt in die ganze Welt der Hierarchien. Er fühlt sich gewissermaßen nach allen Seiten — nicht physisch wie durch die Schwerkraft, sondern geistig — gezogen oder wohl auch abgestoßen. Das entspricht in der geistigen Welt der physischen Orientierung innerhalb der Schwere auf Erden.

[ 19 ] The force of gravity has a single direction—towards the Earth; but what corresponds to the force of gravity in the spiritual world has all directions, for the spiritual Beings of the Hierarchies are not centralized, they are everywhere. The orientation is not geometrical like the orientation of gravity, towards the center of the Earth, but it goes in all directions. According to whether man has to build up his lung or perform some other work together with the Beings of the Hierarchies, he can say to himself: The Third Hierarchy is attracting me, or the First Hierarchy is attracting me. He feels himself placed into the whole world of the Hierarchies. He feels himself, as it were, drawn to all sides, not physically, as through the pull of gravity, but spiritually, or also, in some cases, repelled. This is what corresponds in the spiritual world to physical orientation within the sphere of gravity on the Earth.

[ 20 ] Hier auf der Erde lernt der Mensch sprechen, und das gehört wiederum zu seinem Erdenwesen. Sprechen können wir nicht innerhalb der geistigen Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Zum Sprechen gehören die physischen Sprachorgane. Die sind nicht da, aber wir haben innerhalb der geistigen Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt folgende Erlebensform: wir fühlen uns abwechselnd rhythmisch gewissermaßen zusammengezogen in unser eigenes Menschenwesen. Da zieht sich unser viel höheres Bewußtsein zusammen. Wie wir hier auf der Erde den Schlaf haben, wo wir uns in uns _ selbst abschließen, so schließen wir uns auch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in uns selbst ab. Dann aber schließen wir uns wieder auf. Wie wir hier auf der physischen Erde unser Auge, unsere andern Sinne hinausrichten in das Universum, so ist es auch dort: wir richten unsere geistigen Wahrnehmungsorgane hinaus zu den Wesenheiten der höheren Hierarchien, wir lassen gewissermaßen unser Wesen in die Weiten ausströmen, wir ziehen es wieder zusammen.

[ 20 ] Here, on the Earth, we learn to speak. This again belongs to our inherent nature, but within the spiritual world between death and a new birth we cannot speak; the physical organs needed for speech are not there. In the spiritual world between death and a new birth, we have, however, the following experience.—We feel ourselves in rhythmically alternating conditions; at one moment we have contracted, as it were, into our own being; our higher consciousness also contracts. Between death and a new birth there are times when we shut ourselves within ourselves, just as we do while we are asleep on Earth. But then we open ourselves again. Just as on the physical Earth we direct our eyes and other senses out towards the Universe, so in that other world we direct our spiritual organs of perception outwards to the Beings of the Hierarchies. We let our being stream out, as it were, into the far spaces, and then draw it together again.

[ 21 ] Das ist ein geistiger Atmungsprozeß, aber er verläuft so, daß man es etwa so darstellen könnte. Wenn man das, was der Mensch sich da sagt in der geistigen Welt, mit irdischen Worten, mit Vorstellungen, die dem irdischen Leben entnommen sind, darstellen wollte,so müßte man etwa das Folgende sagen: Ich habe als Mensch in der geistigen Welt dies oder jenes zu tun. Ich weiß das durch diejenigen Wahrnehmungsmöglichkeiten, die mir innerhalb der geistigen Welt eigen sind zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Ich fühle mich als dieses Menschenwesen, als diese Individualität. Aber so, wie ich auf der Erde ausatme, so lasse ich mich seelisch in das Universum hinausströmen ich werde eins mit dem Kosmos. Und wie ich auf der Erde einatme, so nehme ich dasjenige, was ich erlebt habe in meinem ausgeströmten Wesen, wiederum in mich als Mensch zurück. — Das findet fortwährend statt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Schematisch könnte ich es so darstellen:

[ 21 ] It is a spiritual breathing process, but its course is such that if we were to describe in earthly words, in pictures derived from earthly life, what man says to himself there in the spiritual world, we should have to speak somewhat as follows: I, as a human being in the spiritual world, have this or that to do. I know this through the powers of perception I have in the spiritual world between death and a new birth. I feel myself to be this human being, this individuality. As I breathe out on Earth, so do I pour myself out in soul into the Universe and become one with the Cosmos. As I breathe in on Earth, so do I receive back into myself what I experienced while my being was poured out into the Cosmos.—This is constantly taking place between death and a new birth.

[ 22 ] Nehmen Sie an, der Mensch fühlt sich in seinem eigenen Wesen (rot). Dann fühlt sich der Mensch ausgedehnt in die Weltenweiten. Er breitet sein eigenes Wesen aus in das, was da draußen ist (gelb). Bald ist der Mensch also zusammengezogen in sein eigenes Wesen (rot), bald ist er ausgebreitet mit seinem eigenen Wesen in die Weiten des Weltenalls. Ich will diese Zusammenziehung, nachdem die Ausbreitung geschehen ist, noch einmal besonders zeichnen: Da ist also das Menschenwesen (rot), und jetzt zieht es dasjenige, was draußen ist (gelb), wiederum in sich herein, so daß es verdichtet in dem eigenen Wesen ist, wie der Mensch aus den physischen Weiten des Weltenalls die Luft in sich hereinzieht beim Einatmen.

[ 22 ] Let us think of a man feeling himself enclosed within his own being and then as though expanded into the cosmos. At one moment he is concentrated in himself and then has expanded into the Universe. When he draws into himself again it is just as when we breathe in the air from the physical spaces of the Universe. Now when we have poured our being over the Cosmos and draw it in again, it begins—I cannot express it otherwise—it begins to tell us what it was that we embraced when our being was outspread as it were, in the cosmic expanse.

[ 23 ] Ja, aber wenn wir erst unser Wesen über den Kosmos ausgebreitet haben, dann es wiederum in uns hereinziehen, dann beginnt in uns, ich kann es nicht anders ausdrücken, dasjenige, was wir umfaßt haben, indem wit unser Wesen ausgebreitet haben in die Weltenweiten, und was wir wiederum in uns zusammenziehen, es beginnt in uns zu sagen, was es ist. Und wir sagen dann zwischen dem Tode und einer neuen Geburt: der Logos, in den wit uns zunächst hinausversenkt haben, der Logos spricht in uns.

[ 23 ] When we draw our being together again it begins to tell us what it is in reality, and we then say, between death and a new birth: The Logos in whom we first immersed ourselves—the Logos is speaking within us.

[ 24 ] Wir haben hier auf der Erde in bezug auf die physische Sprache vorzugsweise das Gefühl, daß wir die Worte entwickeln, indem wir ausatmen. Wir haben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt die Wahrnehmung, daß die Worte, die im Weltenall ausgebreitet sind und die das Wesen des Weltenalls bedeuten, beim Einatmen unseres Wesens in uns hereinkommen und sich selber als Weltenwort in uns offenbaren. Wir sprechen hier auf der Erde ausatmend, wir sprechen in der geistigen Welt einatmend. Und indem wir mit uns vereinen, was uns der Logos, was uns das Weltenwort sagt, leuchten auf in unserem Wesen die Weltgedanken. Hier mühen wir uns durch unscr Nervensystem ab, die Erdgedanken zu hegen, dort saugen wir in uns selbst die Weltgedanken aus der Sprache des Logos, die auftritt, nachdem wir zuerst unser Wesen ausgebreitet haben über das Weltenall.

[ 24 ] Here on the Earth we have the feeling that in our physical speech we shape the words when we exhale. Between death and a new birth we become aware that the words which are outspread in the Universe and reveal its essential nature, enter into us when our being is inbreathed and manifest themselves within us as the Cosmic Word. Here on Earth we speak as we breathe out; in the spiritual world we speak as we breathe in. And as we unite with our own being what the Logos—the Cosmic Word—says to us, the Cosmic Thoughts light up within our being. Here on Earth we make efforts through our nervous system to harbor earthly thoughts. In the spiritual world we draw into ourselves the Cosmic Thoughts out of the Cosmic Speech of the Logos when our being has been spread over the Universe.

[ 25 ] Und nun fassen Sie in aller Lebendigkeit diesen Zusammenhang! Sie sagen sich zwischen dem Tode und einer neuen Geburt: Ich habe dieses zu tun — das nehmen Sie als innere Erfahrung aus dem, was Sie bisher erlebt haben, daß Sie dies oder jenes tun sollen. Mit dieser Absicht, dies oder jenes zu tun, breiten Sie Ihr Wesen in die Weiten der Welt hinaus, aber so, daß dieses Ausbreiten in Orientierung geschieht. Wenn Sie hier sich sagen: Ich muß mir Butter kaufen -, so ist das eine Absicht. Sie setzen sich in Bewegung nach Basel hinein zum Beispiel, um dort sich Ihre Butter zu kaufen und bringen sie hierher zurück. Zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hegen Sie auch eine Absicht in bezug auf diejenigen Dinge, die eben drüben in der andern Welt getan werden müssen, und Sie breiten Ihr Wesen aus. In Ihrer Absicht liegt es, daß Sie alles das in sich tun, was nun auch Sie orientiert, aber, wenn dieses getan wird, zieht es Sie zu einem Engelwesen hin, wenn jenes getan wird, vielleicht zu einem Willenswesen hin und so weiter. Die vereinen sich mit Ihrem ausgebreiteten Wesen. Sie atmen ein: dieses Wesen spricht dasjenige aus, was sein Anteil an dem Logos ist, und die Weltgedanken von diesem Wesen gehen Ihnen auf.

[ 25 ] Now try to form a vivid conception of the following. Suppose that you say to yourself between death and a new birth: I have this or that to do ... all that you have experienced hitherto makes you aware that you have this or that task to perform. Then, with the intention of performing it, you spread your being into the Universe; but the process of expansion is actually one of orientation. When you say to yourself here on Earth that you must buy some butter ... that too signifies an intention. You set out for Basle to buy your butter there, and bring it home with you. Between death and a new birth you also have intentions—in connection, of course, with what has to be achieved in that other world. Then you expand your being; this is done with the intention of acquiring orientation—it may be that you are drawn to an Angel or perhaps to a Being of Will, or to some other Being. Such a Being unites with your own expanded being. You breathe in; this Being communicates to you its participation in the Logos and the Cosmic Thoughts connected with this Being light up within you.

[ 26 ] Eigentlich, wenn der Mensch hier auf die Erde in bezug auf seinen Geistkeim herunterströmt — wir selbst bleiben dann noch etwas, wie ich dargestellt habe, in der geistigen Welt oben -, da ist er aus der geistigen Welt her nicht zum Denken im irdischen Sinne, nicht zum Sprechen im irdischen Sinne, auch nicht zum Gehen im irdischen Sinne der Schwerkraft veranlagt, sondern er ist veranlagt, zwischen den Wesen der höheren Hierarchien sich zu bewegen, sich zu orientieren. Er ist nicht zum Sprechen veranlagt, er ist veranlagt dazu, den Logos in sich ertönen zu lassen. Er ist nicht zu den finsteren Gedanken des Erdenlebens veranlagt, er ist veranlagt zu den Gedanken, die in ihm leuchtend werden innerhalb des Kosmos.

[ 26 ] When the spirit-seed of man comes down to the Earth (as I have said, he himself remains a little while longer in the spiritual world), he is not organized for thinking or speaking in the earthly sense, nor for walking in the earthly sense, when gravity is involved; but he is organized for movement and for orientation among the Beings of the Higher Hierarchies. He is not organized for speaking but for enabling the Logos to resound within him. He is not organized for the shadowy thoughts of earthly life, but for the thoughts that become radiant in him, within the Cosmos.

[ 27 ] Dasjenige, was hier auf der Erde Gehen, Sprechen, Denken ist, das hat seine Analogien drüben in der geistigen Welt: Erstens in der Orientierung innerhalb der Hierarchien, zweitens in dem In-sich-lebendigTönendwerden des Weltenwortes und drittens in dem geistigen innerlichen Aufleuchten der Weltgedanken.

[ 27 ] Walking, speaking, and thinking here on the Earth have their correspondences in the spiritual world: in the orientation among the Hierarchies, in the resounding of the Cosmic Word, and in the inner lighting up of the Cosmic Thoughts.

[ 28 ] Stellen Sie sich jetzt lebhaft das Hinausgehen des Menschen nach dem Tode in die Weiten des Universums vor. Er passiert dabei die Planetensphären im Umkreise der Erde. Über solche Dinge habe ich in den letzten Vorträgen hier gesprochen. Er passiert die Mondensphäre, die Venussphäre, die Merkursphäre, die Jupitersphäre, die Saturnsphäre. Denken Sie sich, er ist da hinausgekommen in die Weltenweiten. Er sieht die Sterne dann immer von der andern Seite. Von der Erde aus sehen wir zu den Sternen hinauf (Pfeil aufwärts); wenn wir aber draußen sind, sehen wir von außen herein (Pfeil abwärts). Die Kräfte, die uns hier befähigen, die Sterne zu sehen, geben uns das physische Abbild der Sterne. Die Kräfte, welche uns befähigen, die Sterne von der andern Seite zu sehen, lassen uns die Sterne nicht so erscheinen, wie sie uns hier erscheinen, sondern von der andern Seite sehen wir die Sterne durchaus als geistige Wesenheiten. Und wenn wir dann, ich muß mich natürlich irdischer Ausdrücke bedienen, aus dem Gebiete unserer Planetensphäre hinauskommen, so wie die Weltenentwickelung jetzt eben ist — dieses «jetzt» ist allerdings ein kosmisches Jetzt, das dauert lange -, dann sagen wir uns aus dem Verständnis, das wir uns aneignen durch das höhere Bewußtsein, das wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt haben: Die größte Wohlrat ist es für uns, daß die Kräfte des Saturns nicht nur hereinscheinen in die Planetenwelt der Erde, sondern auch in die Weiten des Weltenraumes. — Da sind sie allerdings etwas ganz anderes als die kleinen unbedeutenden bläulichen Strahlen des Saturns, die hier auf der Erde sichtbar sein können. Da erscheinen uns die Geiststrahlen, die ins Weltenall hinausstrahlen und die sogar aufhören, räumlich zu sein, die in ein Unräumliches hineinscheinen, so, daß wir uns zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sagen: Wir schauen in Dankbarkeit hierher zurück zu dem äußersten Planeten unseres Erden-Planetensystems, zu dem Saturn — denn Uranos und Neptun sind ja nicht eigentliche Planeten der Erde, sie sind später hinzugekommen -, wir sind uns bewußt, er scheint nicht nur auf die Erde nieder, er scheint auch in die Weiten des Weltenraumes hinaus. Dem, was et da hinausstrahlt an Geiststrahlen, verdanken wir es, daß wir entkleidet werden der irdischen Schwere, entkleidet werden dessen, was die physischen Sprachkräfte sind, dessen, was die physischen Denkkräfte sind. Saturn ist in der Tat unser größter Wohltäter zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in seinem Hinausstrahlen in die Weltenweiten, er ist in dieser Beziehung vom geistigen Gesichtspunkte aus das Entgegengesetzte der Mondenkräfte.

[ 28 ] Picture vividly to yourselves how man goes out after death into the wide space of the Cosmos. He passes through the planetary spheres around the Earth. I have spoken of these things in recent lectures here. He passes the Moon-sphere, the Venus-sphere, the Mercury-sphere, the Jupiter-sphere, the Saturn-sphere. Having passed right out into the Cosmos he will see the stars always from the other side. You must picture the Earth and the stars around it. From the Earth we look up to the stars; but when we are in the Cosmos we look from outside inwards. The forces that enable us here on Earth to see the stars, give us the physical image of the stars. The forces that enable us to see the stars from the other side, do not allow them to appear to us as they do here, but from that other world the stars appear to us as spiritual Beings. And then, when we leave the planetary spheres—I am obliged to use earthly expressions—then, as conditions now are in world-evolution (the ‘now’ is, of course, a cosmic ‘now’ of lengthy duration), we realize with the understanding acquired through the higher consciousness belonging to our life between death and a new birth, what an infinite blessing it is for us that the forces of Saturn not only shine inwards into the planetary world of the Earth, but also outwards into the cosmic expanse. There, of course, they are something altogether different from the tiny, insignificant, bluish rays of Saturn that can be visible to us here on Earth. There they are spiritual rays, radiating out into the Universe—even ceasing to be spatial; they radiate into a sphere beyond space. They appear to us in such a way that between death and rebirth we look back in gratitude to the outermost planet of our earthly planetary system (for Uranus and Neptune are not actual Earth planets; they were added at a later stage). We are aware that this outermost planet not only shines down upon the Earth but out into the far spaces of the Cosmos. And to the spiritual rays which it radiates out into the Cosmos we owe the fact that we are now divested of earthly gravity, divested of the physical forces of speech, divested of the physical forces of thought. Saturn, as it radiates out into cosmic space is in very truth our greatest benefactor between death and a new birth. Regarded from a spiritual standpoint it constitutes, in this respect, the very antithesis of the Moon-forces.

[ 29 ] Die geistigen Mondenkräfte bannen uns auf die Erde herein, die geistigen Saturnkräfte befähigen uns, in den Weiten des Weltenalls zu leben. Hier auf Erden sind uns als Menschen die Mondenkräfte von ganz besonderer Bedeutung; ich habe dargestellt, wie sie sogar bei unserem alltäglichen Aufwachen ihre Rolle spielen. Dasjenige, was uns die Mondenkräfte hier auf Erden sind, das sind uns die Kräfte, die von der äußersten Sphäre unseres Planetensystems als Saturnkräfte in das Weltenall hinausstrahlen. Denn in der Tat, dieses Hinausstrahlen ist nicht so, daß Sie sich vorstellen sollen: Nun ja, der Saturn hat eben eine Vorderseite, strahlt auf die Erde herunter, hat eine Rückseite, strahlt in das Weltenall hinaus. So ist es nicht, sondern der Saturn, wenn er das wäre (siehe Zeichnung), bewegt sich in dieser Bahn. Nun strahlt er von überall geistig aus (rot), so daß das Hinausstrahlen so geschieht. — Im Gegenteil: der physische Saturn erscheint, ich möchte sagen, wie ein Loch in dieser Sphäre des Weltensaturns, die hinausleuchtet geistig in den Weltenraum. Es ist durchaus so, daß dasjenige, was da hinausstrahlt, alles Irdische uns von einem bestimmten Zeitpunkte an nach dem Tode zudeckt, aber mit Licht zudeckt.

[ 29 ] The spiritual Moon-forces keep us on the Earth. The spiritual Saturn-forces enable us to live in the wide expanse of the Universe. Here, on Earth, the Moon-forces are of very special significance for us as human beings. I have explained that they play their part even in the everyday happening of waking from sleep. What the Moon-forces are for us here on Earth, the Saturn-forces that radiate into the Universe from the outermost sphere of our planetary system are for us between death and a new birth. You must not picture that from one side Saturn radiates towards the Earth and from another out into the Universe. It is not so. The physical Saturn appears like a hollow in this sphere of the cosmic Saturn which radiates, spiritually, into cosmic space. And from a certain point of time onwards after death, what thus radiates outwards hides everything earthly from us—hides it all with light.

[ 30 ] Nun, kosmisch angeschaut ist das so: hier auf der Erde steht der Mensch unter dem Einfluß der geistigen Mondenkräfte, zwischen dem Tod und einer neuen Geburt steht er unter dem Einfluß der Saturnkräfte. Und indem er wiederum auf die Erde heruntergeht, entzieht er sich den Saturnkräften und kommt allmählich in die Sphäre der Mondenkräfte. Was geschieht da? Solange der Mensch mit der Sphäre der Saturnkräfte verwandt ist - und dem Saturn, wenn ich so sagen darf, helfen Jupiter und Mars dabei, die eine besondere Aufgabe haben, von der ich in der nächsten Zeit hier sprechen werde -, solange der Mensch also unter dem Einflusse von Saturn, Jupiter und Mars steht, will er eigentlich ein Wesen werden, das nicht geht und spricht und denkt im irdischen Sinne, sondern das sich unter Geistwesen orientieren will, das den Logos in sich tönend erleben will, das die Weltgedanken in sich aufleuchtend haben will. Und mit diesen inneren Absichten wird nun in der Tat der Geistkeim des physischen Organismus auf die Erde herunter entlassen.

[ 30 ] Here on Earth, man is under the influence of the spiritual Moon-forces; between death and a new birth, he is under the influence of the Saturn-forces. And when he descends again to the Earth he draws himself away from the Saturn-forces and enters gradually into the sphere of the Moon-forces. What happens then? As long as man is related to the sphere of the Saturn-forces—and Saturn is helped by Jupiter and Mars which have special functions to perform of which I shall speak on some future occasion—as long, therefore, as man is under the influence of Saturn, Jupiter and Mars, he is a being who does not strive to walk or speak or think in the earthly sense, but to find his orientation among spiritual Beings, to experience the Logos resounding within him, to have the Cosmic Thoughts lighting up within him. And with these inner aims and intentions the spirit-seed of the physical organism is, in very truth, dispatched to the Earth.

[ 31 ] Der Mensch, der von den geistigen Welten auf die Erde steigt, hat nämlich nicht die geringste Neigung, sich der Erdenschwere zu fügen, et hat keine Neigung zu gehen, die Sprachorgane in Vibration zu bringen so, daß seine physische Sprache ertönt, und mit einem physischen Gehirn über die physischen Dinge nachzudenken. Das hat er alles nicht. Das bekommt er dadurch, daß er, indem er aus der Sphäre der Saturnkräfte, also als physischer Geistkeim, auf die Erde hinunter entlassen wird, durch die Sonne durchgeht und dann in die andere Planetensphäre hineinkommt, in die Merkur-, Venus-, Mondensphäre. Merkur-, Venus- und Mondensphäre verwandeln die kosmischen Anlagen zur Geistorientierung, zum Logoserleben, zum Aufleuchten der Weltgedanken im Innern, in die Anlagen zum Sprechen, zum Denken, zum Gehen. Und die Umkehrung bewirkt die Sonne, das heißt, die geistige Sonne.

[ 31 ] In effect, the human being who is descending from the spiritual worlds to the Earth has not the least inclination to be exposed to earthly gravity, to walk, or to bring the organs of speech into movement so that physical speech may resound, neither has he any inclination to think with a physical brain about physical things. He has none of these faculties. He only acquires them when, as a physical spirit-seed, he is sent down from the sphere of the Saturn-forces to the Earth, passes through the Sun-sphere and then enters the other planetary spheres—the spheres of Mercury, Venus and Moon. The Mercury, Venus, and Moon-spheres transform the cosmic predisposition for spiritual orientation, experience of the Logos and lighting up of Cosmic Thoughts inwardly, into the rudimental faculties of walking, speaking, and thinking. And the actual change is effected by the Sun, that is to say, the spiritual Sun.

[ 32 ] Dadurch, daß der Mensch in die Mondensphäre kommt - und den Mondenkräften helfen eben die Venus- und Merkurkräfte -, werden die, wenn ich mich so ausdrücken darf, himmlischen Orientierungs- und Logos- und Gedankenanlagen in die irdischen verwandelt. Eigentlich müßten wir das Menschenkind hier auf der Erde, indem es beginnt, sich aus der kriechenden Stellung aufzurichten, so ansprechen, daß wir sagen: Du warst, ehe du aufgenommen worden bist von Merkur-, Venus-, Mondenkraft, veranlagt drüben in den himmlischen Sphären für Geistorientierung innerhalb der Hierarchien, für das innerliche Erleben des tönenden Logos, für das innere Erleuchtetsein mit den Weltgedanken. Die Metamorphose von jenen himmlischen Fähigkeiten in irdische Fähigkeiten hast du vollzogen, und gearbeitet hast du an diesem Vollzug, indem du durch die ganze Planetensphäre gegangen bist, und die Sonne gerade die Umkehrung des Himmlischen in das Irdische bewirkt hat.

[ 32 ] Through the fact that man enters the sphere of the Moon—and the Moon-forces are helped by those of Venus and Mercury—through this, the heavenly predispositions for orientation, for experience of the Logos, and for Cosmic Thought, are transformed into the earthly faculties. Thus to a child here on Earth, as he begins to raise himself upright from the crawling position, we ought in truth to say: Before you were received into the spheres of Mercury, Venus and Moon, yonder in the heavenly spheres you were organized for spiritual orientation among the Hierarchies, for inner experience of the resounding Logos, and for inner illumination with Cosmic Thoughts. You have accomplished the metamorphosis from yonder heavenly faculties into earthly faculties in that you passed through the whole planetary sphere, and transformation of the Heavenly into the Earthly was wrought by the Sun.

[ 33 ] Dabei aber vollzieht sich noch etwas ganz Gewaltiges: dabei vollzieht sich dieses, daß der Mensch, indem er aus dem Himmlischen in das Irdische tritt, nur die eine Seite des Ätherischen erlebt. Das Ätherische ist ausgebreitet innerhalb der ganzen Planeten- und Sternensphäre. Aber in dem Moment, wo sich die himmlischen Fähigkeiten in die irdischen Fähigkeiten verwandeln, verliert der Mensch das Erlebnis der kosmischen Moralität. Wenn man die Orientierung unter den Wesen der höheren Hierarchien erlebt, dann erlebt man sie nicht bloß mit Naturgesetzen durchsetzt, sondern man erlebt sie als moralische Orientierung. Da ist alles zugleich moralisch. Ebenso spricht der Logos in dem Menschen, nicht wie die Naturerscheinungen amoralisch - wenn auch nicht antimoralisch, aber amoralisch sprechen die Naturerscheinungen -, der Logos spricht mit Moralität. Und ebenso leuchten die Weltgedanken im Sinne der Moralität.

[ 33 ] But while this is happening, something else of tremendous significance takes place. Passing from the heavenly into the earthly realm, the human being experiences one side only of the etheric world. The etheric world extends through all the spheres of the planets and the stars. But the moment the heavenly faculties are transformed into the earthly, the human being loses the experience of the Cosmic Morality. Orientation among the Beings of the Higher Hierarchies is experienced not merely as a manifestation of natural laws but as moral orientation. Likewise the Logos speaks in the human being not in an a-moral way as do the phenomena of Nature—for although they do not speak in an anti-moral way, they speak ‘a-morally.’ The Logos speaks morality; so too the Cosmic Thoughts light up as bearers of morality.

[ 34 ] Saturn, Jupiter, Mars enthalten, wenn das auch zum Horror der Physiker ausgesprochen werden muß, neben ihren sonstigen Kräften durchaus Kräfte, die moralisch orientierend sind. Erst indem der Mensch diese charakterisierten Fähigkeiten umwandelt in das Gehen, Sprechen, Denken, verliert er die moralischen Ingredienzien.

[ 34 ] Saturn, Jupiter and Mars—this must be said despite the horror it will cause to physicists—Saturn, Jupiter and Mars contain, as well as their other forces, forces of moral orientation. It is only when man transforms the heavenly faculties that have been characterized into walking, speaking, and thinking that he loses the moral elements.

[ 35 ] Das ist außerordentlich wichtig. Wenn wir hier auf der Erde vom Äther sprechen, in dem wir zunächst leben, wenn wir uns der Erde nähern, um dann geboren zu werden, da sprechen wir vom Äther so, daß wir ihm allerlei Eigenschaften zuschreiben. Aber das ist nur die eine Seite des Äthers. Die andere Seite ist die, daß er eine moralisch wirkende Substanz ist, daß er von Moralimpulsen überall durchsetzt ist. Wie er vom Licht durchsetzt ist, so ist er von Moralimpulsen durchsetzt. Die sind im irdischen Äther nicht vorhanden.

[ 35 ] This is of immense importance. When here on Earth we speak of the ether—in which we live when we are approaching the Earth in order to be born—we ascribe to the ether all kinds of qualities. But that is only one side, one aspect, of the ether. The other aspect is that it is a substance working with a moral effect. It is permeated through and through with moral impulses. Just as it is permeated with light, so it is permeated with moral impulses. In the earthly ether these impulses are not present.

[ 36 ] Nun ist es aber doch so, daß der Mensch als irdisches Wesen sozusagen nicht ganz verlassen ist von den Kräften, innerhalb derer er zwischen dem Tode und einer neuen Geburt lebt. Es könnte ja auch so sein -— wenn es in der Weltenordnung durch irgendeine göttliche Fügung so gekommen wäre, daß der Mensch hier auf der Erde gar keine Ahnung davon hätte, daß er neben einem physischen auch ein moralisches Wesen sein soll -, daß sein Gehen, Sprechen, Denken hier auf der Erde einer himmlischen Orientierung, einem himmlischen Logos, einem himmlischen Erleuchtetwerden mit den Weltgedanken entspricht. Der Mensch weiß, wenn es nicht in ihm angeregt wird, auf der Erde nicht viel von diesen himmlischen Gegenbildern seines Irdischen, aber Ahnungen davon sind in ihm doch vorhanden. Alles, was den Menschen mit der geistigen Welt verbinden würde, würde auf der Erde spurlos vergessen sein, nicht einmal das Gewissen würde sich regen, wenn nicht auf der Erde dennoch Nachwirkungen des Himmlischen vorhanden wären.

[ 36 ] Yet man as an earthly being is not altogether bereft of the forces within which he lives between death and a new birth. Even if by some decree in the divine World-Order, man on the Earth had no inkling whatever that as well as having a physical nature he ought also to be a moral being, it might conceivably be that his earthly faculties of walking, speaking, and thinking would be dimly felt to correspond to a heavenly Orientation, a heavenly Logos, a heavenly illumination with Cosmic Thoughts. True, without some inner stimulus man knows very little on Earth of these heavenly correspondences of his earthly faculties; but for all that he has faint inklings of them. If there were no after-effects of the Heavenly here on Earth, every link binding man with the spiritual world would have been forgotten, leaving not a single trace. Even conscience would not stir.

[ 37 ] Ich will von etwas ganz Bestimmtem ausgehen. Es wird zunächst etwas paradox erscheinen, was ich Ihnen jetzt sagen werde, aber es entspricht durchaus den geistig festzustellenden Tatsachen. Nehmen wir an, wir haben hier die Erde selbst (rot), wir haben hier ihre Luftumgebung (hell). Es ist natürlich nicht in dem richtigen Verhältnis gezeichnet, das macht aber nichts. Und wir haben dann weiter draußen dasjenige, was allmählich übergeht in die geistige Welt: wir haben den kosmischen Äther, der allmählich übergeht in die geistige Welt. Da hört es dann auf. Wenn ich zeichne, so muß ich noch räumlich zeichnen, aber eigentlich wird es unräumlich da hinaus (siehe Zeichnung, gelb).

[ 37 ] I will take my start from something quite concrete, and although what I shall now say will seem strange to begin with, it is in exact accordance with facts established by spiritual research. Think of the Earth with the air around it; farther outward is the cosmic ether, gradually passing over into the spiritual sphere. Here on the Earth we inhale and exhale the air. This is the rhythm of breathing. But out yonder we pour our being into the Cosmos, receiving into ourselves the Logos and the Cosmic Thoughts. There we let the World, the Universe, speak in us. This too takes place in rhythm—in a rhythm determined by the world of the stars. Out in the Cosmos there is also rhythm.

[ 38 ] Nun, hier auf der Erde atmen wir, atmen die Luft ein und aus, und das ist der Atmungsrhythmus. Aber draußen breiten wir unser Wesen in den Kosmos aus, so daß wir den Logos, die Weltgedanken in uns hereinnehmen. Da lassen wir die Welt in uns sprechen. Das geschieht auch im Rhythmus, in einem Rhythmus, der sich nach den Sternenwesen richtet. Da draußen ist auch Rhythmus. Hier auf der Erde ist bei uns Menschen also der Atmungsrhythmus, der in einem gewissen Verhältnis steht zum Zirkulationsrhythmus, wie eins zu vier, während eines Atemzuges vier Pulsschläge. Da draußen ist das, was wir da geistig ausatmen und wieder einatmen, Weltenrhythmus. Hier leben wir dadurch, daß wir eine bestimmte Anzahl von Atemzügen, eine bestimmte Anzahl von Zirkulationsschlägen in der Minute haben. Wir leben als Menschen auf der Erde von unserem Atmungsrhythmus, von unserem Zirkulationsrhythmus. Wir dringen hinaus in die Welt, wir leben da draußen in einem Weltenrhythmus, indem wir gewissermaßen die moralisch-ätherische Welt einatmen — da sind wir in uns; und indem wir sie wieder ausatmen -, da sind wir mit den Wesen der höheren Hierarchien zusammen. So wie wir hier in unserem physischen Leib innerhalb der Haut regelmäßige Bewegungen rhythmisch angeregt haben, so haben wir draußen in dem Gang und in der Stellung der Sterne diese Anreger in dem Weltenrhythmus, in den wir uns einleben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

[ 38 ] As human beings on the Earth we have the rhythm of breathing, which is related in a definite way to the rhythm of blood-circulation: four pulse-beats to one breath. In yonder world, we breathe out and breathe in again spiritually; this is cosmic rhythm. As men on Earth our life depends upon the fact that we take a definite number of breaths a minute and have a definite number of pulse-beats a minute. Out in the Universe we live in a cosmic rhythm, in that we breathe in, as it were, the moral-ethereal world; we are then within ourselves. And when we breathe it out again we are united with the Beings of the Higher Hierarchies. Just as here in our physical body inside our skin, regular movements are set going rhythmically, so out in the universe the course and the positions of the stars set the cosmic rhythm into which we pass between death and a new birth. We live in the air, and in the air unfold our breathing rhythm with its extraordinarily true regularity. If the rhythm is irregular, this betokens illness for man. Out in the Universe—although we have first to pass through intermediate cosmic space—we experience the cosmic rhythm inasmuch as we are then living in the cosmic ether, permeated as it is with the moral element. Thus there are two different rhythms: human and cosmic. In truth they are both human rhythms, for the cosmic rhythm is the human rhythm between death and a new birth.

[ 39 ] Es ist also wirklich so, da (siehe Zeichnung) ist die Erde mit ihrer nächsten Umgebung. Wir leben in der Luft, entfalten in der Luft unseren Atmungsrhythmus. Der ist außerordentlich regelmäßig. Seine Unregelmäßigkeit bedeutet Krankheit für den Menschen. Draußen da müßten wir aber, ich möchte sagen, einen Weltenzwischenraum durchgehen - erleben wir den Weltenrhythmus, indem wir in dem moraldurchdrungenen Weltenäther draußen leben. Das sind zwei verschiedene Rhythmen: der Menschenrhythmus, der Weltenrhythmus; beides sind Menschenrhythmen, denn der Weltenrhythmus ist der Menschenrhythmus zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

[ 39 ] On the Earth, the Universe has, so to speak, the rhythm proper to mankind; in yonder world it has the rhythm in which we ourselves participate between death and rebirth. What, then, lies between the two? The rhythm proper to mankind gives us the faculty between birth and death to speak human words, to master human language. Cosmic rhythm enables us between death and a new birth to let the Cosmic Word resound within us. The Earth endows us with the gift of speech. The Universe, the spiritual Universe, gives us the Logos.

[ 40 ] Die Welt hat sozusagen hier auf der Erde den regelmäßigen Menschheitsrhythmus, draußen den Rhythmus, an dem wir selber teilnehmen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Was ist da zwischen beiden? Der Menschheitsrhythmus befähigt uns zwischen der Geburt und dem Tode, menschliche Worte zu sprechen, die Menschenworte, die Menschensprache uns anzueignen. Der Weltenrhythmus befähigt uns zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, das Weltenwort in uns ertönen zu lassen. Die Erde gibt uns die Sprache; das Universum, das Geistuniversum gibt uns den Logos. Sie werden ahnen, daß es da ganz anders ausschaut, wo jener Rhythmus webt, der uns den Logos gibt, als hier auf der Erde in der Luft, wo wir das Menschenwort entfalten.

[ 40 ] You will realize that conditions are utterly different in the sphere where cosmic rhythm gives us the Logos, from conditions here on the Earth, where we articulate the human word in the air. What, then, constitutes the boundary between the one realm and the other? Looking out into the physical world we have no perception of the cosmic rhythm. There is inner law and order in each realm, so what is it that lies between them?

[ 41 ] Wodurch sind denn die beiden Gebiete abgegrenzt? Wir schauen hinaus in die physische Welt. Wir schauen da draußen nicht den Weltenrhythmus. Beides sind harmonisch innerlich durch und durch gesetzmäßige Zusammenhänge. Was ist zwischen beiden? Zwischen beiden ist dasjenige, an dem der Weltenrhythmus, indem er, ich möchte sagen, der Erde zu nahe kommt, zerstiebt, und das unter Umständen auch den menschlichen Atmungsrhythmus in Unordnung bringt; zwischen beiden sind all diejenigen Erscheinungen, die sich ausdrücken in den Lufterscheinungen, in alldem, was zur Meteorologie gehört. Würden auf unserer Erde nicht Schneegestöber, Gewitter, Wolkenbildung, Wind stattfinden, würde nicht die Luft zunächst neben dem, was sie regelmäßig an Sauerstoff und Stickstoff für unsere Atmung bedeutet, dieses Wesen der Meteorologie in sich haben denn es ist immer da, auch wenn sie scheinbar rein ist —, wir würden hinausblicken in das Weltenall und draußen einen andersgearteten Rhythmus, aber das volle Gegenbild, nur ins Grandiose übersetzt, unseres Atmungsrhythmus überblicken. Die chaotischen Wettererscheinungen liegen zwischen den beiden Regelmäßigkeiten der Welt. Die chaotischen Wettererscheinungen trennen voneinander den Weltenrhythmus und den Menschen-Atmungsrhythmus.

[ 41 ] Between them—if I may put it so—is the boundary at which the cosmic rhythm breaks in that it is coming too near the Earth; between them is that which, in certain circumstances, may also bring the human breathing-rhythm into disorder. Between them, in effect, are all the phenomena pertaining to meteorology. If on the Earth there were no blizzards, storms, wind, cloud formations, if the air did not contain, in addition to oxygen and nitrogen for our breathing, these meteorological phenomena which are always there, however clear the air may appear to be—then we should look out into the Universe and be aware of a different rhythm—actually the counterpart of our breathing rhythm, only transformed into infinite grandeur. Between the two spheres of the World-Order lie the chaotic phenomena of wind and weather, separating the cosmic rhythm and the human breathing rhythm from each other.

[ 42 ] Und in einer ähnlichen Weise ist der Mensch hier auf Erden der Schwere unterworfen. Er ordnet seinen Gang, er ordnet jede Handbewegung in diese Schwere, in diese Kräfte der Schwere ein. Draußen sind sie ganz anders, da sind sie nach allen Seiten orientiert. Da laufen die Linien von Wesenheit zu Wesenheit der höheren Hierarchien. Was ist zwischen beiden? So wie das Wetter zwischen Himmelsrhythmus und Menschen-Erdenrhythmus ist — was ist zwischen dem Gegensatz der Schwere des Kosmos und der Schwere der Erde?

[ 42 ] Man on the Earth is subject to gravity. He co-ordinates his gait, every movement of his hands with this force of gravity. Out in the Universe the forces are altogether different. Orientation there is in all directions; the lines of force run from Being to Being of the Hierarchies. What is between the two? As meteorological phenomena are between heavenly rhythm and human rhythm on Earth, what is between the cosmic force that is the opposite of gravity and earthly gravity?

[ 43 ] Nun, geradeso wie das Wetter zwischen den Rhythmen ist, so ist zwischen den einander entgegengesetzten Kräften, der Schwerkraft und der geistigen Himmelsorientierungskraft, dasjenige, was sich auf der Erde als die vulkanischen Kräfte, als die Erdbebenkräfte auslebt. Die sind unregelmäßig.

[ 43 ] Now just as meteorological phenomena lie between the two rhythms, so between the force of gravity and the opposite heavenly force of orientation there lie the volcanic forces, the forces which manifest in earthquakes. These are irregular forces.

[ 44 ] Mit welchem Interesse sind zum Beispiel die wunderbaren Bildungen der im Stillen Ozean draußen liegenden Osterinsel beschrieben worden, die ganz besonders wunderbare Reste aus alten Bildungen enthält. Sie werden sich erinnern, wie gerade diese Bildungen beschrieben worden sind. Seit Anfang November alles fort! Ein furchtbares Erd- und Seebeben hat die Osterinsel von dem Erdboden verschwinden lassen; sie ist hineingesunken in das Meer.

[ 44 ] (Note by translator. At this point in the lecture, Dr. Steiner referred to the report alleging that Easter Island, far out in the Pacific Ocean with its marvellous relics of ancient civilizations had been destroyed by a terrible earthquake. It will be remembered that the report was afterwards found to have been incorrect.)

[ 45 ] Dasjenige, was sich in Wind und Wetter abspielt, steht im innigen Zusammenhange mit unseren Atmungsvorgängen auf die Weise, wie ich es geschildert habe vom Kosmos aus gesehen. Was sich in den vulkanischen Kräften abspielt, das steht so im Zusammenhange mit der Schwerkraft, daß es uns tatsächlich erscheint, wenn wir es nur in diesem Zusammenhang erblicken wollen, wie wenn sich von Zeit zu Zeit die übersinnlichen Mächte Stücke von der Erde heimholten, indem sie in die Gesetzmäßigkeit der Schwerkräfte eingreifen, indem sie von der andern Seite her das, was die Schwerkräfte nach und nach aufgebaut haben, ins Chaotische hineinprägen, um es heimzuholen.

[ 45 ] When viewed from the standpoint of the Cosmos in the way I have described, the forces working in meteorological phenomena are intimately connected with our breathing processes. What takes place in the operations of volcanic forces is connected with the forces of gravity in such a way that it would really seem as though from time to time the supersensible Powers were taking back fragments of the Earth by interfering with the laws of gravity and casting into chaos what the forces of gravity have gradually built up, in order to take it back again.

[ 46 ] So wirkt in der Tat alle irdische Bildung, wie sie durch die Schwerkraft entstanden ist, durch solche, ich möchte sagen terrestrischen Erscheinungen. Aber während sich beim Wetter das Luftförmige, das Warme bewegt und das Wäßrige, haben wir es hier mit dem IrdischFesten zu tun und mit dem Wäßrigen, durch das die Erde revoltiert. Wir haben es da zu tun mit demjenigen, was über die Regelmäßigkeit der Gewichtsverhältnisse hinausführt und was nach und nach die Erde ebenso wieder hinwegnehmen wird, wie sie entstanden ist durch die Schwerkr aft. Daß dazu noch ein Drittes kommt zur Meteorologie und zum Vulkanismus, davon werde ich dann das nächste Mal sprechen.

[ 46 ] All earthly formations built up by the force of gravity are subject to these terrestrial phenomena. But whereas in the manifestations of weather the elements of air, warmth, and water are astir, in this case it is the solid and the watery elements that are involved. Here we have to do with forces that lead beyond the sphere of the regular laws of weight and gravity and which in course of time will do away with the Earth.

[ 47 ] Eine gewöhnliche Wissenschaft weiß eigentlich nicht viel mit den vulkanischen Erscheinungen anzufangen und erklärt sie oftmals so, wie ich zum Beispiel neulich gerade in Anknüpfung an dieses furchtbare Erdbeben gelesen habe. Da schrieb jemand einen Artikel darüber. Ein Geologe, das heißt ein Weiser auf diesem Gebiete, beschrieb die Sache und sagte dann: Ja, aber wenn wir über die Ursache dieser Erscheinungen, die von Zeit zu Zeit immer wiederkommen und so vieles auf der Erde zerstören, nachdenken, so müssen wir dieses letzte Erdbeben in die Kategorie der tektonischen Erderschütterungen rechnen. -— Was heißt das: Wenn wir über die Ursache nachdenken, müssen wir das in die Reihe der tektonischen Erderschütterungen rechnen? -— Wenn man sagt tektonische Erderschütterungen, so sind das Erschütterungen, wo sich die verschiedenen Partien der Erde so umeinander umwälzen. Also wenn wir über die Ursache dieses Umwälzens sprechen wollen, da müssen wir über das Umwälzen sprechen! Die Armut kommt von der pauvreté!

[ 47 ] Now as well as the meteorological and volcanic manifestations there is a third kind of which I shall speak on another occasion. Ordinary science does not really know what to make of volcanic phenomena and often gives an explanation similar to the one I read just now in connection with the appalling earthquake which affected Easter Island. The author of an article on what was said to have happened was a geologist—therefore one possessed of expert knowledge in that particular domain. Having referred to what had happened, he added: When we reflect about the cause of these phenomena which recur from time to time and cause such destruction, we must include this recent earthquake in the category of tectonic tremors of the Earth.—What does this tell us? ‘Tectonic tremors of the Earth’ are tremors which cause an upheaval among portions of the Earth. So if we are to speak of the cause of such an upheaval, we must speak of the upheaval! Poverty comes from pauvreté!

[ 48 ] Es ist eben schon durchaus so: wenn wir Zusammenhänge in diesen Dingen sehen wollen, dann müssen wir herantreten an das Geistige. Denn in dem Augenblicke, wo wir das, was uns die gewöhnliche Naturgesetzlichkeit auf irgendeinem Gebiete, sagen wir auf dem Gebiete der Schwerkraft oder auf dem der rhythmischen Erscheinungen im Äther, gibt, wenn wir von dem übergehen zu dem, was aus dem Kosmos in ein scheinbares Chaos führt - um aber durch dieses Chaos hinauf in das Höhere des Kosmos zu führen -, wenn wir mit andern Worten durch Vulkanismus und Meteorologie dringen wollen, so müssen wir an das Geistige heran.

[ 48 ] It is indeed a fact that in order to see the connections between these things, we must approach the Spiritual. The moment we pass from the realm of ordinary natural law in some sphere—that of gravity, for example, or of rhythmic phenomena in the ether—the moment we pass from this into what is an apparent chaos (although through this chaos we are led into higher realms of the Cosmos) ... in other words, if we are to understand volcanic and meteorological phenomena, we must turn towards the Spiritual.

[ 49 ] Was sich wie ein Zufälliges - so nennt man es ja dann - hineinstellt in das Weltenganze, das enthüllt sich innerhalb des Geistigen in seinem vollgültigen gesetzmäßigen Zusammenhange. Man kann wissen, daß man durch das Meteorologische als Mensch zwischen der Geburt und dem Tode herausgenommen wird aus dem, worinnen man zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ist. Wenn man konkret spricht gegenüber den vielen Abstraktionen, die es heute gibt, so kann man sagen: In den himmlischen Regionen ist der Mensch in einer Gesetzmäßigkeit darinnen, die ihm hier auf Erden dadurch verdeckt ist, daß er in die meteorologischen Erscheinungen des Luftkreislaufes eingespannt ist. Das Meteorologische ist die Scheidewand zwischen dem, was der Mensch auf Erden erlebt, und dem, was er erlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

[ 49 ] Happenings in world-existence that seem to be purely fortuitous—for so we call them—are revealed in the spiritual realm in their lawful setting. It is through the working of the meteorological domain that we, as human beings between birth and death, are taken out of the sphere in which we live between death and a new birth. If instead of the many abstractions current at the present time we are to speak concretely, we may say: In the Heavens man lives in a World-Order that is hidden from him here on Earth through the fact that he is involved in the meteorological phenomena of the surrounding atmosphere. The meteorological domain is the dividing-wall between what man experiences on the Earth and what he experiences between death and a new birth.

[ 50 ] Auf diese Weise möchte ich mich bemühen, Ihnen immer mehr und mehr Zusammenhänge zu zeigen, die wirklich ins Konkrete gehen und nicht bloße Umschreibungen sind.

[ 50 ] In this way I want, if I can, to show you the realities of these things, not merely to talk round them.