Living Knowledge of Nature,
Intellectual Fall from Grace
and Spiritual Elevation from Sin
GA 220
13 January 1923, Dornach
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Lebendiges Naturerkennen Intellektueller Sündenfall und spirituelle Sündenerhebung
Fünfter Vortrag
Fünfter Vortrag
[ 1 ] Indem ich die gestrigen Betrachtungen fortsetzen will, möchte ich nur daran erinnern, daß die drei Gestalten, deren Bedeutung zu uns herüberragt aus der Wende des 16. zum 17. Jahrhundert, und die ich zu charakterisieren versuchte, Giordano Bruno, Baco von Verulam und Jakob Böhme, uns alle darauf hinweisen, wie in ihnen ein Ringen lebte, den Menschen zu verstehen, etwas zu wissen über das Wesen des Menschen selbst, und wie zu gleicher Zeit in diesen drei Gestalten eine gewisse Unfähigkeit lebte, zu einem solchen Erkennen des Menschen zu kommen. Das ist das Charakteristische, daß man deutlich sieht in dieser Zeitepoche, auf die ich hinwies, wie eine alte Menschenerkenntnis verlorengegangen ist und wie das ehrlichste, aufrichtigste Ringen der hervorragendsten Geister zu einer neuen Menschenerkenntnis nicht führt.
[ 1 ] Indem ich die gestrigen Betrachtungen fortsetzen will, möchte ich nur daran erinnern, daß die drei Gestalten, deren Bedeutung zu uns herüberragt aus der Wende des 16. zum 17. Jahrhundert, und die ich zu charakterisieren versuchte, Giordano Bruno, Baco von Verulam und Jakob Böhme, uns alle darauf hinweisen, wie in ihnen ein Ringen lebte, den Menschen zu verstehen, etwas zu wissen über das Wesen des Menschen selbst, und wie zu gleicher Zeit in diesen drei Gestalten eine gewisse Unfähigkeit lebte, zu einem solchen Erkennen des Menschen zu kommen. Das ist das Charakteristische, daß man deutlich sieht in dieser Zeitepoche, auf die ich hinwies, wie eine alte Menschenerkenntnis verlorengegangen ist und wie das ehrlichste, aufrichtigste Ringen der hervorragendsten Geister zu einer neuen Menschenerkenntnis nicht führt.
[ 2 ] Wir mußten ja darauf hinweisen, daß aus der eigentümlich stammelnden Sprache des Jakob Böhme heraus etwas tönt wie die Sehnsucht, die Welt im Menschen, den Menschen in der Welt zu erkennen, wie aber aus allem, was Jakob Böhme zu einer solchen Welt- und Menschenerkenntnis zusammenbringt, etwas herausleuchtet, was sich vor der gegenwärtigen anthroposophischen Anschauung wie ein Hinweis auf das Wesen des vorirdischen Menschen darstellt, des Menschen, bevor er zum irdischen Dasein heruntergestiegen ist, und daß doch wiederum bei Jakob Böhme eine klare Darstellung dieses Wesens nicht zu finden ist. Ich sprach das etwa mit diesen Worten aus: Jakob Böhme schildert in stammelnden Worten das Wesen des vorirdischen Menschen, aber so, daß der Mensch, den er da schildert, eigentlich als geistig-seelisches Wesen in der geistigen Welt sterben mußte, bevor er auf die Erde heruntersteigen konnte. Ein Rudiment gewissermaßen des vorirdischen Menschen schildert Jakob Böhme. Also es ist bei ihm das Unvermögen vorhanden, die Welt im Menschen, den Menschen in der Welt wirklich zu verstehen.
[ 2 ] Wir mußten ja darauf hinweisen, daß aus der eigentümlich stammelnden Sprache des Jakob Böhme heraus etwas tönt wie die Sehnsucht, die Welt im Menschen, den Menschen in der Welt zu erkennen, wie aber aus allem, was Jakob Böhme zu einer solchen Welt- und Menschenerkenntnis zusammenbringt, etwas herausleuchtet, was sich vor der gegenwärtigen anthroposophischen Anschauung wie ein Hinweis auf das Wesen des vorirdischen Menschen darstellt, des Menschen, bevor er zum irdischen Dasein heruntergestiegen ist, und daß doch wiederum bei Jakob Böhme eine klare Darstellung dieses Wesens nicht zu finden ist. Ich sprach das etwa mit diesen Worten aus: Jakob Böhme schildert in stammelnden Worten das Wesen des vorirdischen Menschen, aber so, daß der Mensch, den er da schildert, eigentlich als geistig-seelisches Wesen in der geistigen Welt sterben mußte, bevor er auf die Erde heruntersteigen konnte. Ein Rudiment gewissermaßen des vorirdischen Menschen schildert Jakob Böhme. Also es ist bei ihm das Unvermögen vorhanden, die Welt im Menschen, den Menschen in der Welt wirklich zu verstehen.
[ 3 ] Sehen wir dann auf den poetisierenden Giordano Bruno, so finden wir eine in Bildern dargestellte Welterkenntnis grandioser Art. Wir finden auch den Versuch, den Menschen hineinzustellen in dieses grandiose Weltenbild, also wiederum den Versuch, die Welt im Menschen, den Menschen in der Welt zu erkennen. Aber es kommt nicht zu einer solchen Erkenntnis. Giordano Brunos mächtige Bilder sind schön und grandios, sie schweifen in Unendlichkeiten auf der einen Seite, und in Tiefen der menschlichen Seele auf der andern Seite. Aber sie bleiben unbestimmt, sie bleiben sogar verschwommen. Nach allem, was Giordano Bruno spricht, finden wir bei ihm ein Streben, den gegenwärtigen Menschen im räumlichen Weltenall und das räumliche Weltenall selbst darzustellen.
[ 3 ] Sehen wir dann auf den poetisierenden Giordano Bruno, so finden wir eine in Bildern dargestellte Welterkenntnis grandioser Art. Wir finden auch den Versuch, den Menschen hineinzustellen in dieses grandiose Weltenbild, also wiederum den Versuch, die Welt im Menschen, den Menschen in der Welt zu erkennen. Aber es kommt nicht zu einer solchen Erkenntnis. Giordano Brunos mächtige Bilder sind schön und grandios, sie schweifen in Unendlichkeiten auf der einen Seite, und in Tiefen der menschlichen Seele auf der andern Seite. Aber sie bleiben unbestimmt, sie bleiben sogar verschwommen. Nach allem, was Giordano Bruno spricht, finden wir bei ihm ein Streben, den gegenwärtigen Menschen im räumlichen Weltenall und das räumliche Weltenall selbst darzustellen.
[ 4 ] Während also Jakob Böhme auf den vorirdischen Menschen in ungenügender Art hinweist, sehen wir bei Giordano Bruno eine verschwommene Darstellung des Menschen, wie er auf Erden lebt, im Zusammenhange mit dem räumlichen, also auch für den irdischen Menschen bestehenden Kosmos, aber eben ungenügend. Denn eine wirklich genügend durchgreifende Anschauung des Verhältnisses des Menschen zum Kosmos für die Gegenwart gibt einen Ausblick auf den vorirdischen Menschen und einen Ausblick auf den nachirdischen Menschen, wie ich das vor einer kurzen Zeit hier am Goetheanum in dem sogenannten Französischen Kurs dargestellt habe.
[ 4 ] Während also Jakob Böhme auf den vorirdischen Menschen in ungenügender Art hinweist, sehen wir bei Giordano Bruno eine verschwommene Darstellung des Menschen, wie er auf Erden lebt, im Zusammenhange mit dem räumlichen, also auch für den irdischen Menschen bestehenden Kosmos, aber eben ungenügend. Denn eine wirklich genügend durchgreifende Anschauung des Verhältnisses des Menschen zum Kosmos für die Gegenwart gibt einen Ausblick auf den vorirdischen Menschen und einen Ausblick auf den nachirdischen Menschen, wie ich das vor einer kurzen Zeit hier am Goetheanum in dem sogenannten Französischen Kurs dargestellt habe.
[ 5 ] Und sehen wir wiederum auf Baco von Verulam, Lord Bacon, dann finden wir, daß er eigentlich keine traditionellen Vorstellungen vom Menschen mehr hat. Von den alten Einblicken in die menschliche Natur, welche herübergekommen waren aus alten hellseherischen Anschauungen, und von den alten Mysterienwahrheiten, findet sich ja nichts bei Baco von Verulam. Aber Baco von Verulam wendet den Blick hinaus in die Welt, die für die Sinne wahrnehmbar ist, und teilt dem menschlichen Verstande die Mission zu, die Erscheinungen und die Dinge dieser Welt des Sinnendaseins zu kombinieren, Gesetze zu finden und so weiter. Er versetzt also die Anschauung der menschlichen Seele in diejenige Welt, in welcher der Mensch als Seele ist vom Einschlafen bis zum Aufwachen, aber er gelangt da nur zu Bildern von der nichtmenschlichen Natur. Diese Bilder, wenn sie bloß, wie sie Lord Bacon nimmt, logisch und abstrakt genommen werden, stellen nur die äußere menschliche Natur dar. Wenn sie erlebt werden, dann werden sie allmählich zu etwas, was den Ausblick gibt auf des Menschen Dasein nach dem Tode. Denn gerade aus einer wirklichen Naturerkenntnis heraus kann eine exakt clairvoyante Anschauung über das Wesen des Menschen nach dem Tode gewonnen werden. So ist auch Bacon einer, der ringt nach jener Erkenntnis des Menschen in der Welt, der Welt im Menschen, um die Wende des 16. zum 17. Jahrhundert. Aber auch seine Kräfte bleiben ungenügend, denn dasjenige, was im bloßen Bilde auftritt, weil eine alte Realität im seelischen Erleben nicht mehr vorhanden ist, das intensivierte er nicht zu einem neuen Erleben. Er steht gewissermaßen vor der Pforte zur Erkenntnis des Lebens nach dem Tode, gelangt aber nicht an diese Erkenntnis heran.
[ 5 ] Und sehen wir wiederum auf Baco von Verulam, Lord Bacon, dann finden wir, daß er eigentlich keine traditionellen Vorstellungen vom Menschen mehr hat. Von den alten Einblicken in die menschliche Natur, welche herübergekommen waren aus alten hellseherischen Anschauungen, und von den alten Mysterienwahrheiten, findet sich ja nichts bei Baco von Verulam. Aber Baco von Verulam wendet den Blick hinaus in die Welt, die für die Sinne wahrnehmbar ist, und teilt dem menschlichen Verstande die Mission zu, die Erscheinungen und die Dinge dieser Welt des Sinnendaseins zu kombinieren, Gesetze zu finden und so weiter. Er versetzt also die Anschauung der menschlichen Seele in diejenige Welt, in welcher der Mensch als Seele ist vom Einschlafen bis zum Aufwachen, aber er gelangt da nur zu Bildern von der nichtmenschlichen Natur. Diese Bilder, wenn sie bloß, wie sie Lord Bacon nimmt, logisch und abstrakt genommen werden, stellen nur die äußere menschliche Natur dar. Wenn sie erlebt werden, dann werden sie allmählich zu etwas, was den Ausblick gibt auf des Menschen Dasein nach dem Tode. Denn gerade aus einer wirklichen Naturerkenntnis heraus kann eine exakt clairvoyante Anschauung über das Wesen des Menschen nach dem Tode gewonnen werden. So ist auch Bacon einer, der ringt nach jener Erkenntnis des Menschen in der Welt, der Welt im Menschen, um die Wende des 16. zum 17. Jahrhundert. Aber auch seine Kräfte bleiben ungenügend, denn dasjenige, was im bloßen Bilde auftritt, weil eine alte Realität im seelischen Erleben nicht mehr vorhanden ist, das intensivierte er nicht zu einem neuen Erleben. Er steht gewissermaßen vor der Pforte zur Erkenntnis des Lebens nach dem Tode, gelangt aber nicht an diese Erkenntnis heran.
[ 6 ] So daß wir sagen können: Jakob Böhme gibt noch eine Erkenntnis in alten Traditionen über den vorirdischen Menschen, die aber ungenügend ist. Giordano Bruno steht vor einer Weltenschilderung, die ihm den gegenwärtigen Menschen geben könnte, den irdischen Menschen mit seinem Seelischen auf der einen Seite, mit seinem Hintergrunde des Kosmos auf der andern Seite. Allein, Giordano Bruno bleibt bei einer ungenügenden Schilderung des Kosmos und bei einer ebenso ungenügenden Schilderung des seelischen Lebens, das bei ihm zu einer bloßen belebten Monade zusammenschrumpft.
[ 6 ] So daß wir sagen können: Jakob Böhme gibt noch eine Erkenntnis in alten Traditionen über den vorirdischen Menschen, die aber ungenügend ist. Giordano Bruno steht vor einer Weltenschilderung, die ihm den gegenwärtigen Menschen geben könnte, den irdischen Menschen mit seinem Seelischen auf der einen Seite, mit seinem Hintergrunde des Kosmos auf der andern Seite. Allein, Giordano Bruno bleibt bei einer ungenügenden Schilderung des Kosmos und bei einer ebenso ungenügenden Schilderung des seelischen Lebens, das bei ihm zu einer bloßen belebten Monade zusammenschrumpft.
[ 7 ] Lord Bacon zeigt bereits, wie Naturwissenschaft sich entwickeln muß, wie Naturwissenschaft aus der bloßen Materie heraus den Funken des Geistigen in freier menschlicher Erkenntnis suchen muß. Er deutet hin auf diese freie menschliche Erkenntnis, aber sie bekommt keinen Inhalt. Würde sie Inhalt bekommen, so müßte er hindeuten auf den nachirdischen Menschen. Das kann er nicht. Auch seine Erkenntnisfähigkeit bleibt unvermögend.
[ 7 ] Lord Bacon zeigt bereits, wie Naturwissenschaft sich entwickeln muß, wie Naturwissenschaft aus der bloßen Materie heraus den Funken des Geistigen in freier menschlicher Erkenntnis suchen muß. Er deutet hin auf diese freie menschliche Erkenntnis, aber sie bekommt keinen Inhalt. Würde sie Inhalt bekommen, so müßte er hindeuten auf den nachirdischen Menschen. Das kann er nicht. Auch seine Erkenntnisfähigkeit bleibt unvermögend.
[ 8 ] All das, was in früheren Epochen der irdischen Menschheitsentwickelung an lebendiger Erkenntnis aus dem Innern hat geschöpft werden können, das war in jener Zeit vergangen. Der Mensch war gewissermaßen dazu gelangt, leer zu bleiben, wenn er in sein Inneres blickte und aus seinem Inneren Erkenntnis über die Welt gewinnen wollte. Der Mensch hatte, man darf schon sagen, in einer gewissen Weise sich selbst verloren, sich verloren mit dem inneren Erkenntnisleben. Und geblieben war ihm der Ausblick auf die äußere Welt, auf die äußere Natur, auf das, was nicht Mensch ist.
[ 8 ] All das, was in früheren Epochen der irdischen Menschheitsentwickelung an lebendiger Erkenntnis aus dem Innern hat geschöpft werden können, das war in jener Zeit vergangen. Der Mensch war gewissermaßen dazu gelangt, leer zu bleiben, wenn er in sein Inneres blickte und aus seinem Inneren Erkenntnis über die Welt gewinnen wollte. Der Mensch hatte, man darf schon sagen, in einer gewissen Weise sich selbst verloren, sich verloren mit dem inneren Erkenntnisleben. Und geblieben war ihm der Ausblick auf die äußere Welt, auf die äußere Natur, auf das, was nicht Mensch ist.
[ 9 ] Jakob Böhme hatte, wie ich gestern schon andeutete, aus der Volksweisheit heraus noch so etwas genommen wie dieses: In der menschlichen Wesenheit leben drei Prinzipien, die er Salz, Merkur, Sulfur nannte. Diese Worte bedeuten noch in seiner Sprache etwas ganz anderes als in unserer heutigen chemischen Sprache. Denn verbindet man die Begriffe, die heute in der Chemie üblich sind, mit dem, was Jakob Böhme in großartiger Weise stammelt, so hat dieses Jakob Böhmesche Stammeln überhaupt keinen Sinn mehr. Die Worte wurden für anderes gebraucht. Und wofür wurden sie gebraucht? Worauf deutete selbst noch ihr Gebrauch in der Volksweisheit hin, aus der Jakob Böhme geschöpft hat? Ja, indem Jakob Böhme von einem Wirken des Salzigen, des Merkurischen, des Sulfurigen im Menschen sprach, sprach er von etwas Konkretem, von Realem.
[ 9 ] Jakob Böhme hatte, wie ich gestern schon andeutete, aus der Volksweisheit heraus noch so etwas genommen wie dieses: In der menschlichen Wesenheit leben drei Prinzipien, die er Salz, Merkur, Sulfur nannte. Diese Worte bedeuten noch in seiner Sprache etwas ganz anderes als in unserer heutigen chemischen Sprache. Denn verbindet man die Begriffe, die heute in der Chemie üblich sind, mit dem, was Jakob Böhme in großartiger Weise stammelt, so hat dieses Jakob Böhmesche Stammeln überhaupt keinen Sinn mehr. Die Worte wurden für anderes gebraucht. Und wofür wurden sie gebraucht? Worauf deutete selbst noch ihr Gebrauch in der Volksweisheit hin, aus der Jakob Böhme geschöpft hat? Ja, indem Jakob Böhme von einem Wirken des Salzigen, des Merkurischen, des Sulfurigen im Menschen sprach, sprach er von etwas Konkretem, von Realem.
[ 10 ] Wenn der Mensch heute von sich selber spricht, spricht er von dem Seelischen ganz in Abstraktionen, für die er keinen Inhalt mehr bekommt; die Realität, die Wirklichkeit war aus dem menschlichen Begriff hinweggegangen. Die letzten Brocken sozusagen sammelt Jakob Böhme noch auf. Die äußere Natur lag, für die Sinne wahrnehmbar, für den Verstand zu kombinieren, vor dem Menschen ausgebreitet. Aber in dieser äußeren Natur lernte man Vorgänge, lernte man Dinge kennen, und dann baute man in den folgenden Jahrhunderten bis heute auch den Menschen auf aus demjenigen, was man in der Natur hat erkennen können. Man mußte sozusagen den Menschen durch das Aufßermenschliche begreifen. Und indem man den Menschen durch dieses Außermenschliche zu begreifen suchte, baute man, ohne daß) man es wußte, ob das auch mit der menschlichen Wesenheit wirklich stimmt, seinen Körper auf.
[ 10 ] Wenn der Mensch heute von sich selber spricht, spricht er von dem Seelischen ganz in Abstraktionen, für die er keinen Inhalt mehr bekommt; die Realität, die Wirklichkeit war aus dem menschlichen Begriff hinweggegangen. Die letzten Brocken sozusagen sammelt Jakob Böhme noch auf. Die äußere Natur lag, für die Sinne wahrnehmbar, für den Verstand zu kombinieren, vor dem Menschen ausgebreitet. Aber in dieser äußeren Natur lernte man Vorgänge, lernte man Dinge kennen, und dann baute man in den folgenden Jahrhunderten bis heute auch den Menschen auf aus demjenigen, was man in der Natur hat erkennen können. Man mußte sozusagen den Menschen durch das Aufßermenschliche begreifen. Und indem man den Menschen durch dieses Außermenschliche zu begreifen suchte, baute man, ohne daß) man es wußte, ob das auch mit der menschlichen Wesenheit wirklich stimmt, seinen Körper auf.
[ 11 ] Man bekommt in einer gewissen Weise eine Art Aufbau eines Menschengespenstes dadurch, daß man für die Vorgänge innerhalb der menschlichen Haut jene Vorgänge kombiniert, die man draußen in der sinnlichen Natur beobachtet. Aber auf diese Weise kommt man nicht mehr an den Menschen heran. Spricht man dann über den Menschen, so redet man wohl von Denken, Fühlen, Wollen, aber das bleiben Abstraktionen, das bleiben schattenhafte Gedankenbilder, von sogenannten inneren Erlebnissen ausgefüllt. Denn diese inneren Erlebnisse sind ja nur die Spiegelungen der äußeren Natur. Wie das Geistig-Seelische eingreift in die menschliche körperliche Wesenheit, davon hatte man eigentlich keine Ahnung mehr. Und was traditionell überliefert war aus alter hellseherischer Erkenntnis, das verstand man nicht mehr.
[ 11 ] Man bekommt in einer gewissen Weise eine Art Aufbau eines Menschengespenstes dadurch, daß man für die Vorgänge innerhalb der menschlichen Haut jene Vorgänge kombiniert, die man draußen in der sinnlichen Natur beobachtet. Aber auf diese Weise kommt man nicht mehr an den Menschen heran. Spricht man dann über den Menschen, so redet man wohl von Denken, Fühlen, Wollen, aber das bleiben Abstraktionen, das bleiben schattenhafte Gedankenbilder, von sogenannten inneren Erlebnissen ausgefüllt. Denn diese inneren Erlebnisse sind ja nur die Spiegelungen der äußeren Natur. Wie das Geistig-Seelische eingreift in die menschliche körperliche Wesenheit, davon hatte man eigentlich keine Ahnung mehr. Und was traditionell überliefert war aus alter hellseherischer Erkenntnis, das verstand man nicht mehr.
[ 12 ] Was hat dazu unsere heutige anthroposophische Geisteswissenschaft zu sagen? Erinnern Sie sich an manches, was darüber gesagt worden ist. Wir haben es zu tun im Menschen, wenn wir zunächst auf sein Körperliches hinschauen, mit solchen Vorgängen, die sich abspielen in Anlehnung an die Sinne. Wir haben es zu tun mit Vorgängen, die sich abspielen in Anlehnung an die Ernährung des Menschen. Und wir sehen auch solche Vorgänge, wo gewissermaßen die Ernährung mit der Sinneswahrnehmung zusammenfällt. Wenn der Mensch ißt, so nimmt er die Nahrungsmittel in sich auf. Die äußeren Stoffe der Natur also nimmt er in sich auf. Aber er schmeckt sie zugleich. Also eine Sinneswahrnehmung vermischt sich mit einem Vorgang, der von der äußeren Natur in den Menschen herein geschieht.
[ 12 ] Was hat dazu unsere heutige anthroposophische Geisteswissenschaft zu sagen? Erinnern Sie sich an manches, was darüber gesagt worden ist. Wir haben es zu tun im Menschen, wenn wir zunächst auf sein Körperliches hinschauen, mit solchen Vorgängen, die sich abspielen in Anlehnung an die Sinne. Wir haben es zu tun mit Vorgängen, die sich abspielen in Anlehnung an die Ernährung des Menschen. Und wir sehen auch solche Vorgänge, wo gewissermaßen die Ernährung mit der Sinneswahrnehmung zusammenfällt. Wenn der Mensch ißt, so nimmt er die Nahrungsmittel in sich auf. Die äußeren Stoffe der Natur also nimmt er in sich auf. Aber er schmeckt sie zugleich. Also eine Sinneswahrnehmung vermischt sich mit einem Vorgang, der von der äußeren Natur in den Menschen herein geschieht.
[ 13 ] Greifen wir einmal gerade diesen Vorgang heraus, daß in Begleitung der Geschmackswahrnehmungen sich die Ernährung vollzieht. Da finden wir zunächst, daß, während sich die Geschmackswahrnehmung abspielt und der Ernährungsvorgang eingeleitet wird, die äußeren Stoffe aufgelöst werden in den Säften, die im menschlichen Organismus enthalten sind. Die außeren Stoffe, welche die Pflanze aufnimmt aus der leblosen Natur, sind eigentlich, zunächst in ihren Prinzipien, alle gestaltet. Dasjenige auf der Erde, was nicht gestaltet ist in der leblosen Natur, ist eigentlich zerklüftet. Wir müssen eigentlich für alle Stoffe Kristalle suchen. Und diejenigen Stoffe, die wir nicht in kristallisierter Form, die wir gestaltenlos oder als Staub und dergleichen finden, die sind eigentlich zerstörte Kristallisationen. Und aus der kristallisierten leblosen Natur entnimmt die Pflanze ihre Stoffe und baut sie eben in der Form auf, welche die Pflanze haben kann. Daraus wiederum nimmt das Tier die Stoffe und so weiter. So daß wir sagen können: Draußen in der Natur hat alles seine Form, hat alles seine Gestaltungen. Indem der Mensch diese Gestaltungen aufnimmt, löst er sie auf. — Darin besteht die eine Form der Vorgänge, welche sich im Menschen vollzieht: im Auflösen der gestalteten äußeren Natur. Das alles geht gewissermaßen in das Wässerige, in das Flüssige über.
[ 13 ] Greifen wir einmal gerade diesen Vorgang heraus, daß in Begleitung der Geschmackswahrnehmungen sich die Ernährung vollzieht. Da finden wir zunächst, daß, während sich die Geschmackswahrnehmung abspielt und der Ernährungsvorgang eingeleitet wird, die äußeren Stoffe aufgelöst werden in den Säften, die im menschlichen Organismus enthalten sind. Die außeren Stoffe, welche die Pflanze aufnimmt aus der leblosen Natur, sind eigentlich, zunächst in ihren Prinzipien, alle gestaltet. Dasjenige auf der Erde, was nicht gestaltet ist in der leblosen Natur, ist eigentlich zerklüftet. Wir müssen eigentlich für alle Stoffe Kristalle suchen. Und diejenigen Stoffe, die wir nicht in kristallisierter Form, die wir gestaltenlos oder als Staub und dergleichen finden, die sind eigentlich zerstörte Kristallisationen. Und aus der kristallisierten leblosen Natur entnimmt die Pflanze ihre Stoffe und baut sie eben in der Form auf, welche die Pflanze haben kann. Daraus wiederum nimmt das Tier die Stoffe und so weiter. So daß wir sagen können: Draußen in der Natur hat alles seine Form, hat alles seine Gestaltungen. Indem der Mensch diese Gestaltungen aufnimmt, löst er sie auf. — Darin besteht die eine Form der Vorgänge, welche sich im Menschen vollzieht: im Auflösen der gestalteten äußeren Natur. Das alles geht gewissermaßen in das Wässerige, in das Flüssige über.
[ 14 ] Aber indem das nun in das Wässerige, in das Flüssige übergeht, wenn der Mensch es aufnimmt, bildet er innerlich diese Gestalten wiederum aus dem, was er erst aufgelöst hat. Er schafft diese Gestalten. Wenn wir Salz zu uns nehmen, lösen wir es auf durch das Flüssige unseres Organismus, aber wir gestalten in uns dasjenige, was das Salz war. Wenn wir eine Pflanze aufnehmen, so lösen wir die Stoffe der Pflanze auf, aber wir gestalten innerlich wiederum. Aber wir gestalten das jetzt nicht im Flüssigen, wir gestalten es im Ätherleib des Menschen.
[ 14 ] Aber indem das nun in das Wässerige, in das Flüssige übergeht, wenn der Mensch es aufnimmt, bildet er innerlich diese Gestalten wiederum aus dem, was er erst aufgelöst hat. Er schafft diese Gestalten. Wenn wir Salz zu uns nehmen, lösen wir es auf durch das Flüssige unseres Organismus, aber wir gestalten in uns dasjenige, was das Salz war. Wenn wir eine Pflanze aufnehmen, so lösen wir die Stoffe der Pflanze auf, aber wir gestalten innerlich wiederum. Aber wir gestalten das jetzt nicht im Flüssigen, wir gestalten es im Ätherleib des Menschen.
[ 15 ] Nun ist das Folgende der Fall: Wenn Sie sich zurückversetzen in alte Zeiten der Menschheitsentwickelung, da nahm der Mensch zum Beispiel Salz zu sich. Er löste es auf, das Aufgelöste gestaltete er in seinem Ätherleib wiederum. Er konnte aber innerlich diesen ganzen Prozeß wahrnehmen, das heißt, er konnte aus sich heraus den Gedanken an die Salzgestalt erleben. Der Mensch aß Salz, er löste das Salz auf, in seinem Ätherleib war der Salzwürfel, und er wußte daraus: das Salz hat die Gestalt des Würfels. Und so erlebte der Mensch, indem er innerlich sich erlebte, eben auch die Natur innerlich. Die Weltengedanken wurden seine Gedanken. Das, was er als Imagination erlebte, als traumhafte Imagination, waren im Menschen sich darstellende, ätherisch sich bildende Gestaltungen, die aber die Gestaltungen der Welt waren.
[ 15 ] Nun ist das Folgende der Fall: Wenn Sie sich zurückversetzen in alte Zeiten der Menschheitsentwickelung, da nahm der Mensch zum Beispiel Salz zu sich. Er löste es auf, das Aufgelöste gestaltete er in seinem Ätherleib wiederum. Er konnte aber innerlich diesen ganzen Prozeß wahrnehmen, das heißt, er konnte aus sich heraus den Gedanken an die Salzgestalt erleben. Der Mensch aß Salz, er löste das Salz auf, in seinem Ätherleib war der Salzwürfel, und er wußte daraus: das Salz hat die Gestalt des Würfels. Und so erlebte der Mensch, indem er innerlich sich erlebte, eben auch die Natur innerlich. Die Weltengedanken wurden seine Gedanken. Das, was er als Imagination erlebte, als traumhafte Imagination, waren im Menschen sich darstellende, ätherisch sich bildende Gestaltungen, die aber die Gestaltungen der Welt waren.
[ 16 ] Jetzt war die Zeit heraufgezogen, durch welche dem Menschen diese Fähigkeit abhanden gekommen war, innerlich seinen Auflösungsprozeß und Wiedergestaltungsprozeß im Ätherischen zu erleben, und er wurde immer mehr und mehr angewiesen, die Frage an die äußere Natur zu stellen. Er konnte nicht mehr innerlich durch Anschauen erleben, daß das Salz in Würfelform gestaltet ist. Er mußte in der äußeren Natur nachforschen, welches die Gestalt des Salzes ist. So wurde der Mensch von innen abgelenkt und auf das Äußere gelenkt. Der radikale Umschwung zu diesem Zustande, daß der Mensch innerlich die Weltengedanken nicht mehr in Selbstwahrnehmung seines Ätherleibes erlebte, der vollzog sich eben seit dem Beginn des 15. Jahrhunderts, und war zum Beispiel bis zu einer gewissen Höhe gestiegen in der Zeit, in der Giordano Bruno, Jakob Böhme und Baco von Verulam lebten.
[ 16 ] Jetzt war die Zeit heraufgezogen, durch welche dem Menschen diese Fähigkeit abhanden gekommen war, innerlich seinen Auflösungsprozeß und Wiedergestaltungsprozeß im Ätherischen zu erleben, und er wurde immer mehr und mehr angewiesen, die Frage an die äußere Natur zu stellen. Er konnte nicht mehr innerlich durch Anschauen erleben, daß das Salz in Würfelform gestaltet ist. Er mußte in der äußeren Natur nachforschen, welches die Gestalt des Salzes ist. So wurde der Mensch von innen abgelenkt und auf das Äußere gelenkt. Der radikale Umschwung zu diesem Zustande, daß der Mensch innerlich die Weltengedanken nicht mehr in Selbstwahrnehmung seines Ätherleibes erlebte, der vollzog sich eben seit dem Beginn des 15. Jahrhunderts, und war zum Beispiel bis zu einer gewissen Höhe gestiegen in der Zeit, in der Giordano Bruno, Jakob Böhme und Baco von Verulam lebten.
[ 17 ] Jakob Böhme hatte aber noch eben die Brocken der Volksweisheit aufgenommen, die eigentlich so zu ihm gesprochen hat: Der Mensch löst alles, was er an äußeren Stoffen einnimmt, auf. Es ist ein Prozeß, so wie wenn man Salz in Wasser auflöst. Der Mensch tragt dieses Wasser in seiner Lebensflüssigkeit in sich. Alle Stoffe sind, insofern sie Nährstoffe sind, Salz. Das löst sich auf. Im Salz, in den Salzen sind die Weltengedanken auf der Erde ausgedrückt. Und der Mensch gestaltet wiederum diese Weltengedanken in seinem ätherischen Leibe. Das ist der Salzprozeß. So sprach Jakob Böhme stammelnd dasjenige aus, was in alten Zeiten eben durch innerliches Erleben noch erkannt worden war. Aber wenn man nicht mit den Mitteln der Anthroposophie hineinleuchtet in das, was Jakob Böhme sagt, so wird man die stammelnden Sätze doch nicht in der richtigen Weise entziffern können und allerlei mystisch-nebuloses Zeug hinein interpretieren. So daß man also besser sagen kann: Jakob Böhme brachte den Denkprozeß, den Vorgang, durch den man die Welt vorstellt in Bildern, mit dem Salzprozeß, mit dem Auflösungsprozesse und dem Wiedergestaltungsprozesse des Aufgelösten zusammen. Das war sein Salzprozeß.
[ 17 ] Jakob Böhme hatte aber noch eben die Brocken der Volksweisheit aufgenommen, die eigentlich so zu ihm gesprochen hat: Der Mensch löst alles, was er an äußeren Stoffen einnimmt, auf. Es ist ein Prozeß, so wie wenn man Salz in Wasser auflöst. Der Mensch tragt dieses Wasser in seiner Lebensflüssigkeit in sich. Alle Stoffe sind, insofern sie Nährstoffe sind, Salz. Das löst sich auf. Im Salz, in den Salzen sind die Weltengedanken auf der Erde ausgedrückt. Und der Mensch gestaltet wiederum diese Weltengedanken in seinem ätherischen Leibe. Das ist der Salzprozeß. So sprach Jakob Böhme stammelnd dasjenige aus, was in alten Zeiten eben durch innerliches Erleben noch erkannt worden war. Aber wenn man nicht mit den Mitteln der Anthroposophie hineinleuchtet in das, was Jakob Böhme sagt, so wird man die stammelnden Sätze doch nicht in der richtigen Weise entziffern können und allerlei mystisch-nebuloses Zeug hinein interpretieren. So daß man also besser sagen kann: Jakob Böhme brachte den Denkprozeß, den Vorgang, durch den man die Welt vorstellt in Bildern, mit dem Salzprozeß, mit dem Auflösungsprozesse und dem Wiedergestaltungsprozesse des Aufgelösten zusammen. Das war sein Salzprozeß.
[ 18 ] Es ist manchmal, wenn es nicht zu gleicher Zeit eben den Hochmut vieler Leute verriete, rührend zu sehen, wie sie Jakob Böhme lesen und da, wo bei ihm das Wort Salz steht, irgend etwas zu verstehen glauben, während sie gar nichts verstehen. Dann kommen sie, halten den Kopf hoch, die Nase in die Lüfte und sagen, sie haben Jakob Böhme gelesen und das ist ungeheuer tiefe Weisheit. Aber diese Weisheit lebt nicht in den Interpreten, in denen, die solche Behauptungen aufstellen. Wenn es nicht hochmütig wäre, wäre es sogar rührend, wie die Leute über dasjenige sprechen, was Jakob Böhme selber nur noch annähernd verstanden hat, indem er die Volksweisheit aufgenommen und in stammelnde Sätze gebracht hat.
[ 18 ] Es ist manchmal, wenn es nicht zu gleicher Zeit eben den Hochmut vieler Leute verriete, rührend zu sehen, wie sie Jakob Böhme lesen und da, wo bei ihm das Wort Salz steht, irgend etwas zu verstehen glauben, während sie gar nichts verstehen. Dann kommen sie, halten den Kopf hoch, die Nase in die Lüfte und sagen, sie haben Jakob Böhme gelesen und das ist ungeheuer tiefe Weisheit. Aber diese Weisheit lebt nicht in den Interpreten, in denen, die solche Behauptungen aufstellen. Wenn es nicht hochmütig wäre, wäre es sogar rührend, wie die Leute über dasjenige sprechen, was Jakob Böhme selber nur noch annähernd verstanden hat, indem er die Volksweisheit aufgenommen und in stammelnde Sätze gebracht hat.
[ 19 ] Aber damit ist uns ja hingedeutet auf eine ganz andersgeartete Weisheit und Wissenschaft der alten Zeiten, auf eine Weisheit, die erlebt wurde, indem der Mensch die Selbstwahrnehmung der Vorgänge in seinem Ätherleib hatte, die sich ihm darstellten als die in ihm sich wiederholenden' Weltengedanken. Die Welt, aufgebaut nach den Gedanken, die wir verkörpert sehen in den Kristallisationen der Erde, die der Mensch wiederum gestaltet in seinem Ätherleib und erkennend miterlebt: das war jenes alte Erkennen, das verschwunden war in einer gewissen Zeit.
[ 19 ] Aber damit ist uns ja hingedeutet auf eine ganz andersgeartete Weisheit und Wissenschaft der alten Zeiten, auf eine Weisheit, die erlebt wurde, indem der Mensch die Selbstwahrnehmung der Vorgänge in seinem Ätherleib hatte, die sich ihm darstellten als die in ihm sich wiederholenden' Weltengedanken. Die Welt, aufgebaut nach den Gedanken, die wir verkörpert sehen in den Kristallisationen der Erde, die der Mensch wiederum gestaltet in seinem Ätherleib und erkennend miterlebt: das war jenes alte Erkennen, das verschwunden war in einer gewissen Zeit.
[ 20 ] Versetzt man sich in ein altes Mysterium und lauscht der Schilderung, die ein solcher Mysterieneingeweihter vom Weltenall gegeben hat, dann wird einem so etwas geistig-seelisch hörbar — wie die Worte, die ich eben ausgesprochen habe: Überall im Weltenall wirken die Weltengedanken, wirkt der Logos. Schauet auf die Kristallisationen der Erde! In ihnen sind Verkörperungen der einzelnen Worte des universellen Logos.
[ 20 ] Versetzt man sich in ein altes Mysterium und lauscht der Schilderung, die ein solcher Mysterieneingeweihter vom Weltenall gegeben hat, dann wird einem so etwas geistig-seelisch hörbar — wie die Worte, die ich eben ausgesprochen habe: Überall im Weltenall wirken die Weltengedanken, wirkt der Logos. Schauet auf die Kristallisationen der Erde! In ihnen sind Verkörperungen der einzelnen Worte des universellen Logos.
[ 21 ] Der Geschmackssinn ist nur einer von den vielen Sinnen. Dasjenige, was der Mensch hört und was der Mensch sieht, ist in einer ähnlichen Weise zu behandeln, wenn auch da das Salz in einer mehr ätherischen Form schon äußerlich aufgefaßt werden muß. Aber der Mensch nimmt durch seine Sinne das, was in den Salzen verkörpert ist, auf und gestaltet es wieder in seinem Ätherleib, erlebt es in sich. Die Weltengedanken wiederholen sich in den Menschheitsgedanken, man erkennt die Welt im Menschen, den Menschen in der Welt. Mit einer ungeheuren Anschaulichkeit, mit einer konkreten Intensivität schilderten das aus ihren traumhaft-visionären Weltenerkenntnissen und Menschenerkenntnissen heraus die alten Eingeweihten.
[ 21 ] Der Geschmackssinn ist nur einer von den vielen Sinnen. Dasjenige, was der Mensch hört und was der Mensch sieht, ist in einer ähnlichen Weise zu behandeln, wenn auch da das Salz in einer mehr ätherischen Form schon äußerlich aufgefaßt werden muß. Aber der Mensch nimmt durch seine Sinne das, was in den Salzen verkörpert ist, auf und gestaltet es wieder in seinem Ätherleib, erlebt es in sich. Die Weltengedanken wiederholen sich in den Menschheitsgedanken, man erkennt die Welt im Menschen, den Menschen in der Welt. Mit einer ungeheuren Anschaulichkeit, mit einer konkreten Intensivität schilderten das aus ihren traumhaft-visionären Weltenerkenntnissen und Menschenerkenntnissen heraus die alten Eingeweihten.
[ 22 ] Das war im Verlaufe des Mittelalters allmählich verschwunden hinter einer bloß logischen Weisheit, die allerdings sehr bedeutend, aber eben eine bloß scholastische Weisheit gewesen ist, und es war hinuntergesickert und Volksweisheit geworden. Man möchte sagen, was einstmals eine hohe kosmische und humanistische Weisheit war, war übergegangen in die Volksaussprüche, die von Leuten getan wurden, die wenig mehr davon verstanden, die aber noch fühlten, daß ihnen da ein ungeheures Gut erhalten geblieben war. Und unter solchen Leuten lebte Jakob Böhme, nahm die Dinge auf, und durch sein eigenes Talent belebten sie sich in ihm, und er konnte mehr sagen als das Volk. Aber er konnte eben auch nur zum Stammeln kommen.
[ 22 ] Das war im Verlaufe des Mittelalters allmählich verschwunden hinter einer bloß logischen Weisheit, die allerdings sehr bedeutend, aber eben eine bloß scholastische Weisheit gewesen ist, und es war hinuntergesickert und Volksweisheit geworden. Man möchte sagen, was einstmals eine hohe kosmische und humanistische Weisheit war, war übergegangen in die Volksaussprüche, die von Leuten getan wurden, die wenig mehr davon verstanden, die aber noch fühlten, daß ihnen da ein ungeheures Gut erhalten geblieben war. Und unter solchen Leuten lebte Jakob Böhme, nahm die Dinge auf, und durch sein eigenes Talent belebten sie sich in ihm, und er konnte mehr sagen als das Volk. Aber er konnte eben auch nur zum Stammeln kommen.
[ 23 ] In Giordano Bruno lebte nichts mehr als das allgemeine Gefühl: Man muß den Kosmos erkennen, man muß den Menschen erkennen. Aber es reichte seine Erkenntnisfähigkeit nicht aus, so etwas Konkretes zu sagen wie: Weltengedanken sind draußen, ein Weltenlogos, der sich in den Kristallen verkörpert. Der Mensch nimmt die Weltengedanken auf, indem er wahrnehmend und sich erahnend auflöst das Salzige und es wiedererstehen läßt in seinem Ätherleib, wo er ihn erlebt, den konkreten Gedanken von der vielgestaltigen Welt, und jenen konkreten Gedanken von dem menschlichen Innern, aus dem aufsprießt, ätherisch ebenso reich sich gestaltend eine Welt — wie es die Welt draußen ist. Denken Sie sich diese unendlich reichen Gedanken! Der kosmische Gedanke und der menschliche Gedanke, sie schmolzen sozusagen zusammen bei Giordano Bruno zu einer allgemeinen Schilderung des Kosmos, die allerdings, wie ich sagte, in Unendlichkeiten schweifte, aber abstrakt war. Und was im Menschen lebt als die wiedergestaltete Welt, das schmolz zusammen zu der Schilderung der lebendigen Monade: im Grunde genommen ein ausgedehnter Punkt, weiter nichts.
[ 23 ] In Giordano Bruno lebte nichts mehr als das allgemeine Gefühl: Man muß den Kosmos erkennen, man muß den Menschen erkennen. Aber es reichte seine Erkenntnisfähigkeit nicht aus, so etwas Konkretes zu sagen wie: Weltengedanken sind draußen, ein Weltenlogos, der sich in den Kristallen verkörpert. Der Mensch nimmt die Weltengedanken auf, indem er wahrnehmend und sich erahnend auflöst das Salzige und es wiedererstehen läßt in seinem Ätherleib, wo er ihn erlebt, den konkreten Gedanken von der vielgestaltigen Welt, und jenen konkreten Gedanken von dem menschlichen Innern, aus dem aufsprießt, ätherisch ebenso reich sich gestaltend eine Welt — wie es die Welt draußen ist. Denken Sie sich diese unendlich reichen Gedanken! Der kosmische Gedanke und der menschliche Gedanke, sie schmolzen sozusagen zusammen bei Giordano Bruno zu einer allgemeinen Schilderung des Kosmos, die allerdings, wie ich sagte, in Unendlichkeiten schweifte, aber abstrakt war. Und was im Menschen lebt als die wiedergestaltete Welt, das schmolz zusammen zu der Schilderung der lebendigen Monade: im Grunde genommen ein ausgedehnter Punkt, weiter nichts.
[ 24 ] Dieses, was ich Ihnen geschildert habe, war in einem gewissen Sinne Einsicht der alten Mysterienweisen. Es war ihre Wissenschaft. Aber außer dem, daß die alten Mysterienweisen durch ihre besondere, in Traum gehüllte Methode eine solche Wissenschaft erringen konnten, hatten sie ja auch noch die Möglichkeit, mit geistigen Wesenheiten des Kosmos in wirkliche Verbindung zu treten. So wie hier auf Erden ein Mensch mit dem andern in bewußte Verbindung tritt, so traten diese alten Weisen in Verbindung mit geistigen Wesenheiten des Kosmos. Und von diesen geistigen Wesenheiten lernten sie nun den andern Teil, den man bei ihnen findet: Sie lernten von diesen geistigen Wesenheiten, daß nur der Mensch dasjenige, was er so im Ätherleibe gestaltet, wodurch er eigentlich innerlich eine Wiederholung des Kosmos ist — ein kleiner Kosmos, ein Mikrokosmos, eine ätherische Wiedergeburt des großen, des Makrokosmos —, daß er, was er auf diese Weise als innerlichen Kosmos hat, in dem Elemente der Luft durch den Atmungsprozeß wiederum verglimmen macht, abdämmern macht.
[ 24 ] Dieses, was ich Ihnen geschildert habe, war in einem gewissen Sinne Einsicht der alten Mysterienweisen. Es war ihre Wissenschaft. Aber außer dem, daß die alten Mysterienweisen durch ihre besondere, in Traum gehüllte Methode eine solche Wissenschaft erringen konnten, hatten sie ja auch noch die Möglichkeit, mit geistigen Wesenheiten des Kosmos in wirkliche Verbindung zu treten. So wie hier auf Erden ein Mensch mit dem andern in bewußte Verbindung tritt, so traten diese alten Weisen in Verbindung mit geistigen Wesenheiten des Kosmos. Und von diesen geistigen Wesenheiten lernten sie nun den andern Teil, den man bei ihnen findet: Sie lernten von diesen geistigen Wesenheiten, daß nur der Mensch dasjenige, was er so im Ätherleibe gestaltet, wodurch er eigentlich innerlich eine Wiederholung des Kosmos ist — ein kleiner Kosmos, ein Mikrokosmos, eine ätherische Wiedergeburt des großen, des Makrokosmos —, daß er, was er auf diese Weise als innerlichen Kosmos hat, in dem Elemente der Luft durch den Atmungsprozeß wiederum verglimmen macht, abdämmern macht.
[ 25 ] Also der Mensch konnte lernen, wie die Welt in ihm wiedergeboren wird in vielen Gestalten, so daß er eine innerlich gestaltete Welt erlebte. Aus seinem innerlichen Lebenswasser tauchte ätherisch die ganze Welt innerlich auf (siehe Zeichnung, Linien). Das war altes Hellsehen. Das ist aber ein wirklicher Prozeß, ein wirklicher Vorgang. Und im neueren Menschen ist der Vorgang auch vorhanden, nur kann er ihn nicht innerlich erleben.
[ 25 ] Also der Mensch konnte lernen, wie die Welt in ihm wiedergeboren wird in vielen Gestalten, so daß er eine innerlich gestaltete Welt erlebte. Aus seinem innerlichen Lebenswasser tauchte ätherisch die ganze Welt innerlich auf (siehe Zeichnung, Linien). Das war altes Hellsehen. Das ist aber ein wirklicher Prozeß, ein wirklicher Vorgang. Und im neueren Menschen ist der Vorgang auch vorhanden, nur kann er ihn nicht innerlich erleben.


[ 26 ] Jene Wesenheiten nun, mit denen der alte Weise wirkliche Verhältnisse eingehen konnte, die wiesen ihn nicht bloß auf sein Lebenswasser hin, aus dem heraus geboren wurde dieser Mikrokosmos, sondern auf seine Lebensluft, auf das, was der Mensch als Luft mit dem Atem aufnimmt und in seinem ganzen Organismus ausbreitet. Was da ausgebreitet wird, das ergießt sich gewissermaßen wiederum über diesen ganzen Mikrokosmos, macht die Gestalten, die drinnen sind, undeutlich (rote Schraffur auf der Zeichnung). Die wunderbar ätherisch gestaltete kleine Welt beginnt, indem der Atem über sie kommt, da und dort, man möchte sagen, abzudämmern, undeutlich zu werden. Das, was vielgestaltet war, wird eines, deshalb, weil in dem Luftförmigen der astralische Mensch lebt, so wie in dem Wässerigen der ätherische Mensch lebt. Der astralische Mensch lebt darinnen, und durch den Zusammenbruch der ätherischen Gedanken, durch die Umwandlung der ätherischen Gedanken in Kraft, durch das Astralische im Luftmenschen wird der Wille geboren, und mit dem Willen die Wachstumskräfte, die verwandt sind mit dem Willen.
[ 26 ] Jene Wesenheiten nun, mit denen der alte Weise wirkliche Verhältnisse eingehen konnte, die wiesen ihn nicht bloß auf sein Lebenswasser hin, aus dem heraus geboren wurde dieser Mikrokosmos, sondern auf seine Lebensluft, auf das, was der Mensch als Luft mit dem Atem aufnimmt und in seinem ganzen Organismus ausbreitet. Was da ausgebreitet wird, das ergießt sich gewissermaßen wiederum über diesen ganzen Mikrokosmos, macht die Gestalten, die drinnen sind, undeutlich (rote Schraffur auf der Zeichnung). Die wunderbar ätherisch gestaltete kleine Welt beginnt, indem der Atem über sie kommt, da und dort, man möchte sagen, abzudämmern, undeutlich zu werden. Das, was vielgestaltet war, wird eines, deshalb, weil in dem Luftförmigen der astralische Mensch lebt, so wie in dem Wässerigen der ätherische Mensch lebt. Der astralische Mensch lebt darinnen, und durch den Zusammenbruch der ätherischen Gedanken, durch die Umwandlung der ätherischen Gedanken in Kraft, durch das Astralische im Luftmenschen wird der Wille geboren, und mit dem Willen die Wachstumskräfte, die verwandt sind mit dem Willen.
[ 27 ] Wiederum haben wir nicht das abstrakte Wort Wille, sondern einen konkreten Vorgang. Wir haben den konkreten Vorgang, daß das Astralische das Luftförmige ergreift und sich über dasjenige, was ätherisch-wässerig ist, ausbreitet. Und dadurch geschieht wirklich ein Prozeß, wie er äußerlich in der Natur sich darstellt auf einer andern Stufe, wenn das Gestaltete verbrannt wird. Diesen Prozeß aber faßte man in alten Zeiten als den Sulfurprozeß auf. Und aus dem Sulfurprozeß heraus entwickelte sich dasjenige, was dann seelisch erlebt wird als der menschliche Wille.
[ 27 ] Wiederum haben wir nicht das abstrakte Wort Wille, sondern einen konkreten Vorgang. Wir haben den konkreten Vorgang, daß das Astralische das Luftförmige ergreift und sich über dasjenige, was ätherisch-wässerig ist, ausbreitet. Und dadurch geschieht wirklich ein Prozeß, wie er äußerlich in der Natur sich darstellt auf einer andern Stufe, wenn das Gestaltete verbrannt wird. Diesen Prozeß aber faßte man in alten Zeiten als den Sulfurprozeß auf. Und aus dem Sulfurprozeß heraus entwickelte sich dasjenige, was dann seelisch erlebt wird als der menschliche Wille.
[ 28 ] Man sagte in alten Zeiten nicht das abstrakte Wort Denken für etwas bloß Bildhaftes, sondern wenn man vom Denken sprach und ein wirklich Erkennender war, so sprach man von dem Ihnen eben geschilderten Salzprozeß. Man sprach nicht in abstrakter Weise von dem Willen, sondern man sprach, wenn man ein Erkennender war, von dem Erfassen des vom Astralischen durchsetzten Luftförmigen, von dem Sulfurprozeß, in dem der Wille urständet, der angeschaute Wille. Und man sagte, daß der Ausgleich zwischen beiden — denn es sind ja entgegengesetzte Vorgänge — durch den Merkurprozeß vollzogen wird, durch dasjenige, was gestaltet und flüssig ist, was hin- und herpendelt gewissermaßen von dem Ätherischen zu dem Astralischen, von dem Wässerigen zu dem Luftförmigen.
[ 28 ] Man sagte in alten Zeiten nicht das abstrakte Wort Denken für etwas bloß Bildhaftes, sondern wenn man vom Denken sprach und ein wirklich Erkennender war, so sprach man von dem Ihnen eben geschilderten Salzprozeß. Man sprach nicht in abstrakter Weise von dem Willen, sondern man sprach, wenn man ein Erkennender war, von dem Erfassen des vom Astralischen durchsetzten Luftförmigen, von dem Sulfurprozeß, in dem der Wille urständet, der angeschaute Wille. Und man sagte, daß der Ausgleich zwischen beiden — denn es sind ja entgegengesetzte Vorgänge — durch den Merkurprozeß vollzogen wird, durch dasjenige, was gestaltet und flüssig ist, was hin- und herpendelt gewissermaßen von dem Ätherischen zu dem Astralischen, von dem Wässerigen zu dem Luftförmigen.
[ 29 ] Solche abstrakten Ideen, wie sie die Scholastik allmählich ausgebildet hat und wie sie die moderne Naturwissenschaft übernommen hat, gab es ja für die alten Denker gar nicht. Solche alten Denker wären sich vorgekommen, wenn man ihnen unsere Begriffe von Denken, Fühlen und Wollen gegeben hätte, wie ein Laubfrosch, den man unter den ausgepumpten Rezipienten einer Luftpumpe, in einen luftleeren Raum setzt. So wären sich die alten Denker vorgekommen mit unseren abstrakten Begriffen. Sie hätten gedacht: Damit laßt sich ja nicht seelisch leben, da kann man ja nicht seelisch Luft schnappen. Es wäre für sie überhaupt gar nichts gewesen. Sie sprachen nicht von einem bloßen abstrakten Willensprozeß, von einem bloßen abstrakten Denkprozeß, sondern von einem Salzprozeß, von einem Sulfurprozeß, und meinten damit etwas, was auf der einen Seite geistig-seelisch, aber auf der andern Seite materiellätherisch war. Das war für sie eine Einheit, und sie durchschauten das Weltwirken, indem die Seele überall im Körperlichen wirkte, das Körperliche überall vom Seelischen ergriffen war.
[ 29 ] Solche abstrakten Ideen, wie sie die Scholastik allmählich ausgebildet hat und wie sie die moderne Naturwissenschaft übernommen hat, gab es ja für die alten Denker gar nicht. Solche alten Denker wären sich vorgekommen, wenn man ihnen unsere Begriffe von Denken, Fühlen und Wollen gegeben hätte, wie ein Laubfrosch, den man unter den ausgepumpten Rezipienten einer Luftpumpe, in einen luftleeren Raum setzt. So wären sich die alten Denker vorgekommen mit unseren abstrakten Begriffen. Sie hätten gedacht: Damit laßt sich ja nicht seelisch leben, da kann man ja nicht seelisch Luft schnappen. Es wäre für sie überhaupt gar nichts gewesen. Sie sprachen nicht von einem bloßen abstrakten Willensprozeß, von einem bloßen abstrakten Denkprozeß, sondern von einem Salzprozeß, von einem Sulfurprozeß, und meinten damit etwas, was auf der einen Seite geistig-seelisch, aber auf der andern Seite materiellätherisch war. Das war für sie eine Einheit, und sie durchschauten das Weltwirken, indem die Seele überall im Körperlichen wirkte, das Körperliche überall vom Seelischen ergriffen war.
[ 30 ] In den Schriften des Mittelalters, die hinaufreichen bis zum 13., 14., 15. Jahrhundert, da spukt noch nach diese alte Anschauung, die von Inhalt erfüllte, aber innerlich erlebte Erkenntnisse hatte. Die waren erstorben in der Zeit, in der Giordano Bruno, Jakob Böhme, Baco von Verulam lebten. Die Ideen waren abstrakt geworden. Der Mensch war angewiesen darauf, nicht mehr in sich hinein, sondern hinaus in die Natur zu schauen. Ich sagte Ihnen, die alten Denker wären sich mit unseren Ideen vorgekommen wie ein Laubfrosch unter dem Rezipienten der Luftpumpe. Aber wir können diese Ideen doch haben. Die meisten Menschen denken sich allerdings nichts, wenn sie von Denken, Fühlen und Wollen reden, als höchstens die Spiegelbilder der äußeren Natur, die im Menschen vorkommen. Aber man kann sich gerade in der neueren Zeit etwas erringen, was man in der alten Zeit nicht konnte. Man ist gewissermaßen von der Selbsttätigkeit, die von innen heraus zum Erkennen kommt, verlassen worden. In der Zwischenzeit, die sich da gebildet hat seit dem 15. Jahrhundert, findet der Mensch nichts mehr, wenn er bloß in sein Inneres schaut. Er schaut hinaus in die Natur, da macht er sich abstrakte Begriffe. Aber nun können diese abstrakten Begriffe eben äußerlich wiederum intensiviert werden, können wiederum zum Inhalt werden, weil sie erlebt werden können. Damit ist man ja allerdings jetzt erst im Anfange, aber diesen Anfang möchte anthroposophische Geisteserkenntnis machen.
[ 30 ] In den Schriften des Mittelalters, die hinaufreichen bis zum 13., 14., 15. Jahrhundert, da spukt noch nach diese alte Anschauung, die von Inhalt erfüllte, aber innerlich erlebte Erkenntnisse hatte. Die waren erstorben in der Zeit, in der Giordano Bruno, Jakob Böhme, Baco von Verulam lebten. Die Ideen waren abstrakt geworden. Der Mensch war angewiesen darauf, nicht mehr in sich hinein, sondern hinaus in die Natur zu schauen. Ich sagte Ihnen, die alten Denker wären sich mit unseren Ideen vorgekommen wie ein Laubfrosch unter dem Rezipienten der Luftpumpe. Aber wir können diese Ideen doch haben. Die meisten Menschen denken sich allerdings nichts, wenn sie von Denken, Fühlen und Wollen reden, als höchstens die Spiegelbilder der äußeren Natur, die im Menschen vorkommen. Aber man kann sich gerade in der neueren Zeit etwas erringen, was man in der alten Zeit nicht konnte. Man ist gewissermaßen von der Selbsttätigkeit, die von innen heraus zum Erkennen kommt, verlassen worden. In der Zwischenzeit, die sich da gebildet hat seit dem 15. Jahrhundert, findet der Mensch nichts mehr, wenn er bloß in sein Inneres schaut. Er schaut hinaus in die Natur, da macht er sich abstrakte Begriffe. Aber nun können diese abstrakten Begriffe eben äußerlich wiederum intensiviert werden, können wiederum zum Inhalt werden, weil sie erlebt werden können. Damit ist man ja allerdings jetzt erst im Anfange, aber diesen Anfang möchte anthroposophische Geisteserkenntnis machen.
[ 31 ] All die Prozesse aber, auf die ich Ihnen da hingedeutet habe, dieser Salzprozeß, dieser Sulfurprozeß, sind ja Prozesse, die sich in der außerlichen Natur gar nicht vollziehen. Es sind Prozesse, die der Mensch nur erkennen konnte in seinem Innern. In der äußeren Natur vollziehen sie sich nicht. In der äußeren Natur vollzieht sich etwas, was zu diesen Prozessen sich so verhält wie die Prozesse in einem Leichnam zu den Prozessen in dem lebenden Menschen.
[ 31 ] All die Prozesse aber, auf die ich Ihnen da hingedeutet habe, dieser Salzprozeß, dieser Sulfurprozeß, sind ja Prozesse, die sich in der außerlichen Natur gar nicht vollziehen. Es sind Prozesse, die der Mensch nur erkennen konnte in seinem Innern. In der äußeren Natur vollziehen sie sich nicht. In der äußeren Natur vollzieht sich etwas, was zu diesen Prozessen sich so verhält wie die Prozesse in einem Leichnam zu den Prozessen in dem lebenden Menschen.
[ 32 ] Wenn die heutige Chemie von Sulfurprozessen, von Salzprozessen redet, so verhalten sich diese Sulfur-, diese Salzprozesse zu dem, was Jakob Böhme noch aus der Volksweisheit aufnahm, wie sich die Vorgänge in einem Leichnam zu den Vorgängen im lebendigen Menschen verhalten. Es ist alles tot, wahrend diese alten Anschauungen innerliches Leben hatten. Man sah also hinein in eine neue Welt, die um den Erdenmenschen herum nicht ist. Dadurch aber hatte man die Gabe, mit Hilfe der selbsterlebten Erkenntnis dasjenige zu sehen, was nicht um den Erdenmenschen herum ist, sondern was einer andern Welt angehörte. In dem Augenblicke, wo man ernsthaftig etwas weiß über diese Salz- und Sulfurprozesse, sieht man eben hinein in das vorirdische Menschenleben. Denn das irdische Leben unterscheidet sich von dem vorirdischen Menschenleben dadurch, daß die lebendigen Sulfur- und Salzprozesse hier in der äußeren Sinneswelt als erstorben erscheinen. Was wir zwischen Geburt und Tod um uns herum durch unsere Sinne ertötet wahrnehmen, das ist in jenen Sulfur- und Salzprozessen lebendig, aber wir erleben es im vorirdischen Dasein. Das heißt, diese Prozesse, von denen Jakob Böhme noch stammelt, wirklich verstehen, gilt gleich mit dem Hineinschauen ins vorirdische Dasein.
[ 32 ] Wenn die heutige Chemie von Sulfurprozessen, von Salzprozessen redet, so verhalten sich diese Sulfur-, diese Salzprozesse zu dem, was Jakob Böhme noch aus der Volksweisheit aufnahm, wie sich die Vorgänge in einem Leichnam zu den Vorgängen im lebendigen Menschen verhalten. Es ist alles tot, wahrend diese alten Anschauungen innerliches Leben hatten. Man sah also hinein in eine neue Welt, die um den Erdenmenschen herum nicht ist. Dadurch aber hatte man die Gabe, mit Hilfe der selbsterlebten Erkenntnis dasjenige zu sehen, was nicht um den Erdenmenschen herum ist, sondern was einer andern Welt angehörte. In dem Augenblicke, wo man ernsthaftig etwas weiß über diese Salz- und Sulfurprozesse, sieht man eben hinein in das vorirdische Menschenleben. Denn das irdische Leben unterscheidet sich von dem vorirdischen Menschenleben dadurch, daß die lebendigen Sulfur- und Salzprozesse hier in der äußeren Sinneswelt als erstorben erscheinen. Was wir zwischen Geburt und Tod um uns herum durch unsere Sinne ertötet wahrnehmen, das ist in jenen Sulfur- und Salzprozessen lebendig, aber wir erleben es im vorirdischen Dasein. Das heißt, diese Prozesse, von denen Jakob Böhme noch stammelt, wirklich verstehen, gilt gleich mit dem Hineinschauen ins vorirdische Dasein.
[ 33 ] Daß Jakob Böhme von diesem vorirdischen Dasein nicht spricht, das kommt eben davon her, weil er es nicht wirklich, sondern eben nur stammelnd hatte. Diese Fähigkeit des Menschen, hineinzublikken in das vorirdische Dasein, ist verlorengegangen, vergangen damit auch jene Verbindung mit den geistigen Wesenheiten der Welt, die auf das nachirdische Dasein hinweisen aus dem Sulfurprozeß. Die ganze Seelenverfassung des Menschen ist eben eine andere geworden. Und in diese Umwandlung der Seelenverfassung waren Giordano Bruno, Jakob Böhme und Baco von Verulam hineingestellt.
[ 33 ] Daß Jakob Böhme von diesem vorirdischen Dasein nicht spricht, das kommt eben davon her, weil er es nicht wirklich, sondern eben nur stammelnd hatte. Diese Fähigkeit des Menschen, hineinzublikken in das vorirdische Dasein, ist verlorengegangen, vergangen damit auch jene Verbindung mit den geistigen Wesenheiten der Welt, die auf das nachirdische Dasein hinweisen aus dem Sulfurprozeß. Die ganze Seelenverfassung des Menschen ist eben eine andere geworden. Und in diese Umwandlung der Seelenverfassung waren Giordano Bruno, Jakob Böhme und Baco von Verulam hineingestellt.
[ 34 ] Ich habe schon gestern darauf aufmerksam gemacht, daß ja von der Art und Weise, wie der Mensch in älteren Epochen in die Welt hineingestellt war, heute die Menschen keinen blauen Dunst mehr haben. Daher würdigen sie Nachrichten, die aus verhältnismäßig gar nicht langer Vergangenheit herrühren, nicht stark. Ich habe hingewiesen auf die grandiose Idee von der Entstehung des Merlin. Wir können auch auf anderes hinweisen. Sehen Sie, wir führen jetzt das Dreikönigsspiel auf, haben es wiederholt aufgeführt. Aber diese Erzählung von dem Besuch der drei Könige bei dem Jesuskinde wird auch in dem altgermanischen Liede von dem «Heliand» gegeben. Sie wissen, das führt in verhältnismäßig frühe Zeiten des Mittelalters zurück, entsteht in Mitteleuropa. Aber da ist etwas sehr Merk würdiges. Da vernehmen wir, daß noch etwas anderes geknüpft wird an diesen Besuch der drei Könige aus dem Morgenlande. Die drei Könige erzählen nämlich im «Heliand», daß sie herkommen aus Gegenden, in denen es einmal ganz anders war als jetzt, das heißt, als in der Zeit zu Beginn unserer Zeitrechnung; denn sie seien die Nachkommen von Vorfahren, die noch unendlich viel weiser waren, als sie zu ihrer Zeit sein können. Und besonders einen Vorfahren haben sie, so erzählen diese drei Könige, der weit zurückliegt in der Zeit, aber dieser Vorfahr war noch ein solcher, der mit seinem Gotte Zwiesprache halten konnte. Und als er zu Tode kam, da versammelte dieser Vorfahr alle Glieder seiner weiten Familie und sagte ihnen, daß sein Gott ihm geoffenbart habe, es werde einstmals ein König der Welt erscheinen, den ein Stern ankündigen werde.
[ 34 ] Ich habe schon gestern darauf aufmerksam gemacht, daß ja von der Art und Weise, wie der Mensch in älteren Epochen in die Welt hineingestellt war, heute die Menschen keinen blauen Dunst mehr haben. Daher würdigen sie Nachrichten, die aus verhältnismäßig gar nicht langer Vergangenheit herrühren, nicht stark. Ich habe hingewiesen auf die grandiose Idee von der Entstehung des Merlin. Wir können auch auf anderes hinweisen. Sehen Sie, wir führen jetzt das Dreikönigsspiel auf, haben es wiederholt aufgeführt. Aber diese Erzählung von dem Besuch der drei Könige bei dem Jesuskinde wird auch in dem altgermanischen Liede von dem «Heliand» gegeben. Sie wissen, das führt in verhältnismäßig frühe Zeiten des Mittelalters zurück, entsteht in Mitteleuropa. Aber da ist etwas sehr Merk würdiges. Da vernehmen wir, daß noch etwas anderes geknüpft wird an diesen Besuch der drei Könige aus dem Morgenlande. Die drei Könige erzählen nämlich im «Heliand», daß sie herkommen aus Gegenden, in denen es einmal ganz anders war als jetzt, das heißt, als in der Zeit zu Beginn unserer Zeitrechnung; denn sie seien die Nachkommen von Vorfahren, die noch unendlich viel weiser waren, als sie zu ihrer Zeit sein können. Und besonders einen Vorfahren haben sie, so erzählen diese drei Könige, der weit zurückliegt in der Zeit, aber dieser Vorfahr war noch ein solcher, der mit seinem Gotte Zwiesprache halten konnte. Und als er zu Tode kam, da versammelte dieser Vorfahr alle Glieder seiner weiten Familie und sagte ihnen, daß sein Gott ihm geoffenbart habe, es werde einstmals ein König der Welt erscheinen, den ein Stern ankündigen werde.
[ 35 ] Und wenn man nachforscht, wo ein äußeres Zeichen dieses Vorfahren ist, so findet man — sogar die Literatur weist uns darauf hin, man kann das auch äußerlich belegen —, daß es aus dem Alten Testament im vierten Buch Mose Bileam ist; daß also diese Heiligen Drei Könige, die Könige aus dem Morgenlande, den Bileam meinen, der ein Sohn Beors ist, von dem da im vierten Buch Mose erzählt wird, wie er mit seinem Gotte Zwiesprache hält, und wie er sein ganzes irdisches Leben einrichtet im Sinne der Zwiesprache mit seinem Gotte. Wenn wir die ganze Tatsache nehmen, so finden wir einfach, daß zu der Zeit, als der Heliand in Mitteleuropa entstanden ist, noch ein Bewußtsein davon lebte, daß einstmals die Menschen mit den Göttern verkehrt haben. Eine reale Vorstellung von diesem Vorgang lebte in den Menschen.
[ 35 ] Und wenn man nachforscht, wo ein äußeres Zeichen dieses Vorfahren ist, so findet man — sogar die Literatur weist uns darauf hin, man kann das auch äußerlich belegen —, daß es aus dem Alten Testament im vierten Buch Mose Bileam ist; daß also diese Heiligen Drei Könige, die Könige aus dem Morgenlande, den Bileam meinen, der ein Sohn Beors ist, von dem da im vierten Buch Mose erzählt wird, wie er mit seinem Gotte Zwiesprache hält, und wie er sein ganzes irdisches Leben einrichtet im Sinne der Zwiesprache mit seinem Gotte. Wenn wir die ganze Tatsache nehmen, so finden wir einfach, daß zu der Zeit, als der Heliand in Mitteleuropa entstanden ist, noch ein Bewußtsein davon lebte, daß einstmals die Menschen mit den Göttern verkehrt haben. Eine reale Vorstellung von diesem Vorgang lebte in den Menschen.
[ 36 ] Da haben wir wiederum etwas, was für diese Menschen in der Anschauung von der Geschichte darinnen stand und was uns eben beweist, daß wir übergegangen sind aus älteren Zeitaltern, wo die Menschen noch in einer lebendigen Welt lebten, wie ich gestern andeutete, in das Zeitalter des Philisteriums. Denn unsere Zivilisation ist im Grunde genommen die allgemeine Philisterzivilisation. Auch diejenigen, die meinen, daß sie aus dieser Philisterzivilisation herauswachsen, sind keineswegs das Gegenteil des Philisters in dem Sinne, daß sie noch in Weltenzusammenhängen leben könnten, die so grandios sind, wie etwa die Idee von Merlin oder die Tradition von Bileam als dem Urahnen der Heiligen Drei Könige. O nein, Nichtphilister sind diese Menschen nicht, höchstens Bohemiens.
[ 36 ] Da haben wir wiederum etwas, was für diese Menschen in der Anschauung von der Geschichte darinnen stand und was uns eben beweist, daß wir übergegangen sind aus älteren Zeitaltern, wo die Menschen noch in einer lebendigen Welt lebten, wie ich gestern andeutete, in das Zeitalter des Philisteriums. Denn unsere Zivilisation ist im Grunde genommen die allgemeine Philisterzivilisation. Auch diejenigen, die meinen, daß sie aus dieser Philisterzivilisation herauswachsen, sind keineswegs das Gegenteil des Philisters in dem Sinne, daß sie noch in Weltenzusammenhängen leben könnten, die so grandios sind, wie etwa die Idee von Merlin oder die Tradition von Bileam als dem Urahnen der Heiligen Drei Könige. O nein, Nichtphilister sind diese Menschen nicht, höchstens Bohemiens.
[ 37 ] Nun sehen Sie, wenn man diese Dinge sagt, dann merkt man erst, welch gewaltiger Umschwung sich in bezug auf Dinge, auf die man heute nicht die Aufmerksamkeit richtet, mit der Seelenverfassung der Menschheit vollzogen hat. Aber in gewissem Sinne hat man diese Dinge vorausgesehen. Was hat man denn schon vor Jahrhunderten gehabt? Man wußte, einstmals gab es ein, wenn auch traumhaftes Hellsehen. Da haben die Menschen hineingeschaut in solche Prozesse, wie den Sulfur-, wie den Salzprozeß. Dadurch haben sie sich die Möglichkeit erworben, in das präexistente Dasein hineinzuschauen.
[ 37 ] Nun sehen Sie, wenn man diese Dinge sagt, dann merkt man erst, welch gewaltiger Umschwung sich in bezug auf Dinge, auf die man heute nicht die Aufmerksamkeit richtet, mit der Seelenverfassung der Menschheit vollzogen hat. Aber in gewissem Sinne hat man diese Dinge vorausgesehen. Was hat man denn schon vor Jahrhunderten gehabt? Man wußte, einstmals gab es ein, wenn auch traumhaftes Hellsehen. Da haben die Menschen hineingeschaut in solche Prozesse, wie den Sulfur-, wie den Salzprozeß. Dadurch haben sie sich die Möglichkeit erworben, in das präexistente Dasein hineinzuschauen.
[ 38 ] Gewisse Leute, welche die Menschheit nicht aufwärts-, sondern abwärtsbringen wollten, die aber auch in einem gewissen Sinne eingeweiht waren, die sahen voraus: Diese Fähigkeit wird den Menschen verlorengehen, es wird eine Zeit kommen, wo die Menschen aus sich heraus nichts sagen können über das präexistente Leben. Und so haben sie dogmatisch festgesetzt: Es gibt überhaupt kein präexistentes Leben, des Menschen Seele wird geschaffen zugleich mit seiner physischen Erzeugung. Und die Tatsache der Präexistenz wurde dogmatisch in Dunkel gehüllt. Das war der erste Schritt, die erste Etappe, von der Erkenntnis des Menschen in der Welt zu der Unkenntnis des Menschen zu gehen. Denn man erkennt den Menschen nicht mehr, wenn man ein Stück von ihm wegnimmt, und noch dazu ein so wichtiges wie das präexistente Leben.
[ 38 ] Gewisse Leute, welche die Menschheit nicht aufwärts-, sondern abwärtsbringen wollten, die aber auch in einem gewissen Sinne eingeweiht waren, die sahen voraus: Diese Fähigkeit wird den Menschen verlorengehen, es wird eine Zeit kommen, wo die Menschen aus sich heraus nichts sagen können über das präexistente Leben. Und so haben sie dogmatisch festgesetzt: Es gibt überhaupt kein präexistentes Leben, des Menschen Seele wird geschaffen zugleich mit seiner physischen Erzeugung. Und die Tatsache der Präexistenz wurde dogmatisch in Dunkel gehüllt. Das war der erste Schritt, die erste Etappe, von der Erkenntnis des Menschen in der Welt zu der Unkenntnis des Menschen zu gehen. Denn man erkennt den Menschen nicht mehr, wenn man ein Stück von ihm wegnimmt, und noch dazu ein so wichtiges wie das präexistente Leben.
[ 39 ] Nun, Jakob Böhme und Giordano Bruno und Lord Bacon lebten in der Zeit, wo man diesen Ausblick auf das präexistente Leben zugedeckt hatte. Und sie lebten in einer Zeit, in der dasjenige noch nicht vorhanden war, was nun sich aufdecken sollte: nicht mehr das innerliche Erleben, sondern das geistige Anschauen der Außenwelt, so daß man in der Außenwelt den Menschen wiederfindet, der sich nicht mehr in seinem Inneren finden kann.
[ 39 ] Nun, Jakob Böhme und Giordano Bruno und Lord Bacon lebten in der Zeit, wo man diesen Ausblick auf das präexistente Leben zugedeckt hatte. Und sie lebten in einer Zeit, in der dasjenige noch nicht vorhanden war, was nun sich aufdecken sollte: nicht mehr das innerliche Erleben, sondern das geistige Anschauen der Außenwelt, so daß man in der Außenwelt den Menschen wiederfindet, der sich nicht mehr in seinem Inneren finden kann.
[ 40 ] Wiederum gab es schon vor langer Zeit Eingeweihte, die aber den Menschen abwärts-, nicht aufwärtsführen wollten, und die nicht aufkommen lassen wollten diese neue Einsicht, welche die umgekehrte alte Clairvoyance ist, und die daher dogmatische Mittel suchten, um an die Stelle der neuen Erkenntnis den bloßen Glauben an das nachirdische Leben zu setzen, den bloßen Glauben. Und so hatte man in der Zeit, in der Giordano Bruno wirkte, durch Menschensatzungen getilgt die Möglichkeit einer Erkenntnis des vorirdischen Menschen, die Möglichkeit einer Erkenntnis des nachirdischen Menschen. Und Giordano Bruno stand da wie ein Ringender; denn er war ein Ringender, mehr als Jakob Böhme, mehr natürlich als Lord Bacon, und er stand da mit dem Menschen der Gegenwart und konnte nicht umformen das, was ihm als Dominikanerweisheit geblieben war, in eine wirkliche Weltenansicht. Er poetisierte dasjenige, was sich ihm in einer unbestimmten Weise als eine solche Weltenansicht ergab.
[ 40 ] Wiederum gab es schon vor langer Zeit Eingeweihte, die aber den Menschen abwärts-, nicht aufwärtsführen wollten, und die nicht aufkommen lassen wollten diese neue Einsicht, welche die umgekehrte alte Clairvoyance ist, und die daher dogmatische Mittel suchten, um an die Stelle der neuen Erkenntnis den bloßen Glauben an das nachirdische Leben zu setzen, den bloßen Glauben. Und so hatte man in der Zeit, in der Giordano Bruno wirkte, durch Menschensatzungen getilgt die Möglichkeit einer Erkenntnis des vorirdischen Menschen, die Möglichkeit einer Erkenntnis des nachirdischen Menschen. Und Giordano Bruno stand da wie ein Ringender; denn er war ein Ringender, mehr als Jakob Böhme, mehr natürlich als Lord Bacon, und er stand da mit dem Menschen der Gegenwart und konnte nicht umformen das, was ihm als Dominikanerweisheit geblieben war, in eine wirkliche Weltenansicht. Er poetisierte dasjenige, was sich ihm in einer unbestimmten Weise als eine solche Weltenansicht ergab.
[ 41 ] Aber aus dem, was Giordano Bruno nur nebulos vor sich hatte, muß eben erstehen eine bestimmte Erkenntnis über die Welt im Menschen, über den Menschen in der Welt. Nicht in dem aus dem Inneren heraus wiedergeborenen Hellsehen, sondern aus dem frei errungenen Hellsehen heraus muß der ganze Mensch wiederum erkannt werden.
[ 41 ] Aber aus dem, was Giordano Bruno nur nebulos vor sich hatte, muß eben erstehen eine bestimmte Erkenntnis über die Welt im Menschen, über den Menschen in der Welt. Nicht in dem aus dem Inneren heraus wiedergeborenen Hellsehen, sondern aus dem frei errungenen Hellsehen heraus muß der ganze Mensch wiederum erkannt werden.
[ 42 ] Damit habe ich Ihnen charakterisiert, was heraufziehen muß in der Menschheitsentwickelung. Und heute steht man vor der Tatsache, daß den Willen zum Heraufziehenlassen einer solchen Erkenntnis ungeheuer viele Menschen hassen, tief hassen, Feinde dieses Heraufziehens sind. Das kann auch historisch begriffen werden. Dann wird man begreifen, wie aus dem Innern heraus die feindseligen Gegnerschaften gegen anthroposophische Weltanschauung kommen.
[ 42 ] Damit habe ich Ihnen charakterisiert, was heraufziehen muß in der Menschheitsentwickelung. Und heute steht man vor der Tatsache, daß den Willen zum Heraufziehenlassen einer solchen Erkenntnis ungeheuer viele Menschen hassen, tief hassen, Feinde dieses Heraufziehens sind. Das kann auch historisch begriffen werden. Dann wird man begreifen, wie aus dem Innern heraus die feindseligen Gegnerschaften gegen anthroposophische Weltanschauung kommen.
