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The Annual Cycle as the Earth's Breathing Process
GA 223

8 April 1923, Dornach

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Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] Um die Betrachtung, die ich gestern hier angestellt habe über jenes Verhältnis, das sich in alten Zeiten unter dem Einfluß der Mysterien zwischen dem Menschen und dem Naturlauf ausgebildet hatte, auf einen noch weiteren Horizont zu bringen, will ich heute eingehen auf dasjenige, was in jenen alten Zeiten geglaubt worden ist in bezug auf alles, was man durch diesen Naturlauf als Mensch von dem Weltenall empfing. Sie haben ja aus dem gestrigen Vortrage entnehmen können — auch vielleicht in Erinnerung an manches, was ich über solche Dinge um die letzte Weihnachtszeit noch in dem uns nun entrissenen Goetheanum ausführen konnte —, daß der Jahreslauf in seinen Erscheinungen empfunden wurde, ja auch heute noch empfunden werden kann als ein Lebensablauf, als etwas, was in bezug auf den äußeren Verlauf ebenso der Ausdruck eines dahinterstehenden lebendigen Wesens ist, wie die Äußerungen des menschlichen Organismus solche Offenbarungen eines Wesens, der menschlichen Seele selber sind.

[ 1 ] To broaden the perspective I presented here yesterday regarding the relationship that had developed in ancient times between human beings and the course of nature under the influence of the mysteries, I would like to discuss today what was believed in those ancient times concerning everything that human beings received from the universe through this course of nature. As you may have gathered from yesterday’s lecture—and perhaps also in recollection of some of what I was able to discuss regarding such matters around last Christmas at the Goetheanum, which has now been taken from us—the course of the year was experienced in its manifestations, and indeed can still be experienced today as a course of life, as something that, in terms of its outward course, is just as much the expression of a living being lying behind it as the manifestations of the human organism are such revelations of a being—the human soul itself.

[ 2 ] Erinnern wir uns daran, wie die Menschen unter diesem alten Mysterieneinfluß zur Hochsommerzeit, zu der Zeit, die wit heute als die Johannizeit empfinden, ein gewisses Verhältnis zu ihrem Ich empfunden haben; zu demjenigen Ich aber, das sie dazumal noch nicht sich selbst ausschließlich zuschrieben, sondern das sie noch versetzten in den Schoß des Göttlich-Geistigen. Diese Menschen glaubten eben, daß sie durch alle diese Verrichtungen, die ich geschildert habe, sich während der Hochsommerzeit ihrem Ich näherten, das sich durch den übrigen Jahreslauf hindurch vor den Menschen verbirgt. Natürlich dachten sich die Menschen als ganzes Wesen überhaupt im Schoße des Göttlich-Geistigen befindlich. Allein sie dachten, während der übrigen Dreiviertel des Jahres offenbart sich ihnen nichts von dem, was zu ihnen als ihr Ich gehört; nur in diesem einen Viertel, das seinen Höhepunkt zur Johannizeit hatte, da offenbart sich ihnen gewissermaßen durch ein Fenster, das hereinerrichtet war aus der göttlich-geistigen Welt, die Wesenheit ihres eigenen Ich.

[ 2 ] Let us recall how, under the influence of these ancient mysteries, people in midsummer—the time we now regard as the St. John’s season—felt a certain connection to their “I”; not, however, to the “I” that they at that time did not yet attribute exclusively to themselves, but rather to the “I” they still placed within the bosom of the divine-spiritual. These people believed that through all these practices I have described, they drew closer to their “I” during midsummer—an “I” that remains hidden from them throughout the rest of the year. Naturally, people conceived of themselves as whole beings situated within the bosom of the divine-spiritual realm. However, they believed that during the remaining three-quarters of the year, nothing of what belongs to them as their “I” was revealed to them; only during this one quarter, which reached its peak at the time of St. John’s Day, was the essence of their own “I” revealed to them, as it were, through a window that had been opened from the divine-spiritual world.

[ 3 ] Nun wurde aber diese Wesenheit des eigenen Ich innerhalb der göttlich-geistigen Welt, in der sie sich offenbarte, nicht in einem so neutralen, gleichgültigen, ja, man kann schon sagen phlegmatischen Erkenntniswege gedacht, wie das heute der Fall ist. Wenn heute von dem Ich gesprochen wird, so denkt ja der Mensch eigentlich dabei kaum irgendwelche wirkliche Beziehung zu dieser oder jener Welt. Er denkt sich das Ich gewissermaßen als einen Punkt, von dem ausstrahlt, was er tut, in den einstrahlt, was er erkennt. Aber es ist durchaus eine Art phlegmatischer Empfindung, die der Mensch heute gegenüber seinem Ich hat. Man kann nicht einmal sagen, daß der heutige Mensch in seinem Ich, trotzdem dieses ja das Ego ist, den eigentlichen Egoismus empfindet; denn wenn er ehrlich sein will, kann er sich ja gar nicht sagen, er habe sein Ich besonders gern. Er hat seinen Leib gern, er hat seine Instinkte gern, er hat diese oder jene Erlebnisse gern, Aber das Ich ist ja nur ein Wörtchen, das als Punkt empfunden wird, und in dem eben all das Angedeutete so mehr oder weniger zusammengefaßt wird. Aber in jener Zeit, in der die Annäherung an dieses Ich festlich begangen wurde, in der man schon lange Vorbereitungen machte, um gewissermaßen sein Ich im Weltenall zu treffen, in der Zeit, in der man dann wiederum empfand, wie dieses Ich sich allmählich zurückzog und den Menschen mit seinem leiblich-seelischen Wesen — was wir heute nennen würden physisch-ätherisch-astralisches Wesen — allein ließ, in jener Zeit empfand man das Ich wirklich in Beziehung zu dem ganzen Kosmos, zu der ganzen Welt.

[ 3 ] However, this essence of the individual “I” within the divine-spiritual world, in which it revealed itself, was not conceived of in such a neutral, indifferent—indeed, one might even say phlegmatic—way of knowing as is the case today. When people speak of the “I” today, they hardly think of any real connection to this or that world. They conceive of the “I,” so to speak, as a point from which what they do radiates out and into which what they perceive flows in. But it is certainly a kind of phlegmatic feeling that people today have toward their “I.” One cannot even say that modern people, in their “I”—even though this is, after all, the ego—experience true egoism; for if they are to be honest, they cannot possibly tell themselves that they are particularly fond of their “I.” They like their body, they like their instincts, they like this or that experience; but the “I” is, after all, just a little word that is perceived as a point, and in which all that has been hinted at is more or less summarized. But in that era, when the approach to this “I” was celebrated as a festival, when people had long been making preparations to, so to speak, encounter their “I” in the universe, in that era when they then felt how this “I” gradually withdrew and left the human being alone with his physical-soul being—what we would call today the physical-etheric-astral being — at that time, one truly sensed the “I” in relation to the entire cosmos, to the whole world.

[ 4 ] Aber was man vor allen Dingen empfand gegenüber diesem Ich in seinem Verhältnis zur Welt, das war nicht etwas Naturalistisches, wenn wir das heutige Wort gebrauchen, das war nicht etwas, was nur als äußere Erscheinung aufgefaßt wurde, sondern es war etwas, was im wesentlichen als der Mittelpunkt der alten, der uralten moralischen Weltanschauung galt. Man nahm nicht an, daß dem Menschen große Naturgeheimnisse geoffenbart wurden in dieser Zeit. Gewiß, solche Naturgeheimnisse — wir haben sie gestern ausgesprochen —, auf die achtete der Mensch nicht in allererster Linie damals, sondern er hatte die Empfindung, daß vor allen Dingen dasjenige, was er als moralische Impulse in sich aufnehmen soll, sich in dieser Hochsommerzeit offenbart, in der Licht und Wärme ihren höchsten Stand erreichen. Es war die Zeit, die der Mensch empfand als die göttlich-moralische Erleuchtung. Und was man vor allen Dingen als Antwort von den Himmeln erhalten wollte durch die musikalischen, poetischen, tänzerischen Aufführungen, die damals gepflegt wurden, was man erwartete, das war, daß sich offenbarte aus den Himmeln in allem Ernste dasjenige, was die Himmel in moralischer Beziehung von den Menschen verlangten.

[ 4 ] But what people felt above all else toward this “I” in its relationship to the world was not something “naturalistic”—to use today’s term—nor was it something perceived merely as an external phenomenon; rather, it was something that was essentially regarded as the center of the ancient, the primeval moral worldview. It was not assumed that great mysteries of nature were revealed to human beings at that time. Certainly, such mysteries of nature—as we mentioned yesterday—were not what people focused on first and foremost back then; rather, they had the sense that, above all, what they were meant to absorb as moral impulses was revealed during this height of summer, when light and warmth reach their peak. It was the time that people perceived as divine-moral enlightenment. And what they sought above all else as a response from the heavens through the musical, poetic, and dance performances that were cultivated at that time—what they expected—was that what the heavens demanded of human beings in moral terms would be revealed from the heavens in all seriousness.

[ 5 ] Wenn es sich einmal zutrug, daß alle diese Verrichtungen gepflogen wurden, die ich gestern beschrieben habe, daß in schwüler Sommerzeit diese Feste gefeiert wurden und dann ein mächtiges Gewitter hereinbrach mit Blitz und Donner, dann fühlte man gerade in dem Hereinbrechen von Blitz und Donner die moralische Ermahnung der Himmel an die Erdenmenschheit. Aus diesen alten Zeiten ist zurückgeblieben, was sich etwa in der Anschauung über den Zeus findet, daß er der Donnergott ist, der Gott, der mit dem Blitze ausgestattet ist. Ähnliches knüpft sich an den deutschen Donar-Gott an. Das auf der einen Seite, und auf der andern Seite das Folgende.

[ 5 ] Whenever it happened that all these rituals I described yesterday were performed—that these festivals were celebrated during the sweltering summer months—and then a mighty thunderstorm broke out with lightning and thunder, people perceived the very outbreak of lightning and thunder as a moral admonition from the heavens to humanity on earth. What remains from these ancient times can be found, for example, in the conception of Zeus as the god of thunder, the god endowed with lightning. Something similar is associated with the German god Donar. That is on the one hand, and on the other hand, the following:

[ 6 ] Man empfand ja da, ich möchte sagen, die in sich gesättigte, warme, leuchtende Natur, man empfand dasjenige, was leuchtende, wärmende Natur während des Tages war, auch in die Nachtzeit hinein und man machte nur den Unterschied, daß man sich sagte: Während des Tages ist die Luft angefüllt mit dem Wärmeelemente, mit dem Lichtelemente. Da weben und leben im Wärme- und im Lichtelemente die geistigen Boten, durch die sich die höheren göttlichen Wesenheiten den Menschen kundgeben wollen, sie ausstatten wollen mit moralischen Impulsen. Aber des Nachts, wenn sich zurückziehen die höheren geistigen Wesenheiten, dann bleiben die Boten und offenbaren sich auf ihre Weise. — Und so empfand man besonders zu dieser Hochsommerzeit das Walten und Weben der Natur in den Sommernächten, in den Sommerabenden. Und was man da erlebte, war einem etwas wie ein in der Wirklichkeit erlebter Sommertraum, ein Sommertraum, durch den man sich der göttlich-geistigen Welt besonders genähert hatte; ein Sommertraum, von dem man überzeugt war, daß da alles, was Naturerscheinung war, zu gleicher Zeit moralische Sprache der Götter war, daß da aber auch allerlei Elementarwesen wirkten und sich auf ihre Art den Menschen zeigten.

[ 6 ] One sensed there—I would say—that self-contained, warm, radiant nature; one sensed that which was the radiant, warming nature during the day, extending even into the night, and the only distinction one made was to say to oneself: During the day, the air is filled with the elements of warmth and light. Within these elements of warmth and light, the spiritual messengers weave and live—through whom the higher divine beings seek to reveal themselves to human beings and endow them with moral impulses. But at night, when the higher spiritual beings withdraw, the messengers remain and reveal themselves in their own way. — And so, especially during this height of summer, people sensed the workings and weaving of nature on summer nights and summer evenings. And what they experienced there was something like a summer dream lived in reality—a summer dream through which they had drawn particularly close to the divine-spiritual world; a summer dream in which one was convinced that everything that appeared as a natural phenomenon was at the same time the moral language of the gods, but that all manner of elemental beings were also at work and revealed themselves to human beings in their own way.

[ 7 ] Alles, was die Ausschmückung des Sommernachtstraumes, des Johanninachtstraumes ist, das ist dasjenige, was später geblieben ist von den wunderbaren Ausgestaltungen, welche die menschliche Imagination einmal vollzog für alles das, was geistig-seelisch diese Hochsommerzeit durchzog, was aber im großen und kleinen genommen wurde als eine geistig-göttlich-moralische Offenbarung des Kosmos an die Menschen. Und so dürfen wir sagen, daß die Vorstellung, die da zugrunde lag, diese war: In der Hochsommerzeit offenbarte sich die göttlich-geistige Welt durch moralische Impulse, die den Menschen eingepflanzt wurden in Erleuchtung (siehe Schema Seite 76). Und was man da ganz besonders empfand, was da wirkte auf die Menschen, das empfand man als ein, ich möchte sagen, Übermenschliches, das hereinspielte in die menschliche Ordnung. Der Mensch wußte aus dem Mitempfinden dieser Festlichkeiten, die da gefeiert wurden, daß er, so wie er nun einmal in jener Zeit war, über sich selber hinausgehoben wurde ins Übermenschliche, daß gewissermaßen die Gottheit die ihr von dem Menschen zu dieser Zeit entgegengestreckte Hand nahm. Alles, was man glaubte göttlich-geistig zu haben, das schrieb man den Offenbarungen dieser Johannizeit zu.

[ 7 ] Everything that constitutes the embellishment of A Midsummer Night’s Dream, the St. John’s Night dream, is what has remained of the wondrous creations that human imagination once fashioned for all that permeated this midsummer season spiritually and emotionally—but which, on both a grand and a small scale, was regarded as a spiritual, divine, and moral revelation of the cosmos to humankind. And so we may say that the underlying concept was this: During midsummer, the divine-spiritual world revealed itself through moral impulses that were implanted in human beings as enlightenment (see diagram on page 76). And what was felt there in a very special way—what had an effect on people—was perceived as something, I would say, superhuman, which played a role in the human order. Through their shared experience of these festivities that were being celebrated, people knew that, just as they were at that time, they were lifted beyond themselves into the superhuman realm; that, in a sense, the Deity took the hand that was extended to Her by human beings at that time. Everything that was believed to be of a divine-spiritual nature was attributed to the revelations of this St. John’s season.

[ 8 ] Wenn nun der Sommer zu Ende ging und die Herbsteszeit heraufkam, wenn die Blätter welk wurden, die Saaten reiften, wenn also das volle strotzende Leben des Sommers bleichte, die Bäume kahl wurden, dann empfand man, weil überall in diese Empfindungen hineingeströmt wurden die Erkenntnisse der Mysterien: Die göttlich-geistige Welt zieht sich wiederum von dem Menschen zurück. Er spürt, wie er auf sich selbst zurückgewiesen wird; er wächst gewissermaßen aus dem Geistigen heraus in die Natur hinein. — So empfand der Mensch dieses Hineinleben in den Herbst als ein Herausleben aus dem Geistigen, als ein Hineinleben in die Natur. Die Blätter der Bäume mineralisierten sich, die Saaten wurden dürr, mineralisierten sich. Alles neigte sich gewissermaßen nach dem Jahrestode der Natur hin.

[ 8 ] When summer drew to a close and autumn set in, when the leaves withered and the crops ripened—in other words, when the full, exuberant life of summer faded and the trees became bare—one sensed this, because the insights of the mysteries flowed into these very sensations: The divine-spiritual world withdraws once more from the human being. He feels himself being turned back upon himself; he grows, as it were, out of the spiritual and into nature. — Thus, human beings experienced this immersion into autumn as a withdrawal from the spiritual, as an immersion into nature. The leaves of the trees mineralized; the seeds withered and mineralized. Everything, as it were, was drawing toward the annual death of nature.

[ 9 ] In diesem Verwobensein mit dem Mineralischwerden dessen, was auf Erden war und die Erde umgab, empfand man ein Verwobenwerden des Menschen selber mit der Natur. Der Mensch stand dazumal in seinem inneren Erleben noch näher dem, was sich äußerlich zutrug. Und so dachte er auch, sann er auch in dem Sinne, wie er dieses Verwobenwerden mit der Natur erlebte. Sein ganzes Denken nahm diesen Charakter an. Würden wir heute in unserer Sprache das ausdrücken wollen, was da der Mensch empfand, wenn der Herbst kam, so müßten wir folgendes sagen. Ich bitte Sie aber, die Sache so aufzufassen, daß ich mit heutigen Worten spreche, daß man also dazumal natürlich nicht in der Lage gewesen wäre, so zu sprechen. Dazumal war ja alles durchaus Empfindung, man charakterisierte die Dinge ja nicht denkend. Wenn man aber in heutigen Worten, in unseren Worten sprechen wollte, so müßte man sagen: Der Mensch empfand diesen Übergang so, daß er mit seiner Denkrichtung, mit seiner Empfindungsart den Übergang fand vom Geisteserkennen zum Naturerkennen (siehe Schema Seite 76). Das empfand der Mensch, daß er gegen den Herbst zu nicht mehr im Geist-Erkennen war, sondern daß der Herbst von ihm verlangte, daß er die Natur erkennen sollte. So daß wir bei der Herbstwende nicht mehr die moralischen Impulse haben, sondern das Erkennen der Natur. Der Mensch fing an, über die Natur nachzudenken.

[ 9 ] In this intertwining with the mineralization of what was on Earth and surrounded the Earth, people sensed a intertwining of humanity itself with nature. At that time, in their inner experience, people were still closer to what was happening externally. And so they also thought and reflected in the same way that they experienced this intertwining with nature. Their entire way of thinking took on this character. If we wanted to express in our language today what people felt back then when autumn came, we would have to say the following. But I ask you to understand that I am speaking in today’s terms—that is, people back then would naturally not have been able to speak that way. Back then, everything was purely feeling; people did not characterize things through thought. But if one were to speak in today’s terms, in our own words, one would have to say: People experienced this transition in such a way that, through their mode of thinking and their way of feeling, they made the transition from spiritual knowledge to knowledge of nature (see diagram on page 76). This is what people sensed: that as autumn approached, they were no longer engaged in spiritual cognition, but that autumn demanded of them that they should come to know nature. Thus, at the turn of autumn, we no longer have moral impulses, but rather the cognition of nature. People began to reflect on nature.

[ 10 ] So war es auch in der Zeit, als man damit rechnete, daß der Mensch ein Geschöpf, ein Wesen innerhalb des Kosmos war. In jener Zeit hätte man es als einen Unsinn betrachtet, im Sommer Naturerkennen in der damaligen Form an den Menschen heranzubringen. Der Sommer ist da, um den Menschen in Beziehung zum Geistigen der Welt zu bringen. Wenn die Zeit begann, die wir heute die Michaelizeit nennen würden, da war es, daß man sagte: Aus alledem, was der Mensch um sich herum empfindet in den Wäldern, in den Bäumen, in den Pflanzen, da wird er angeregt, Naturerkenntnis zu treiben. — Es war überhaupt die Zeit, in welcher die Menschen dazu kommen sollten, Erkenntnis, Nachdenklichkeit zu ihrer Beschäftigung zu machen. Es war ja auch die Zeit, wo das die äußeren Lebensverhältnisse möglich machten. Also es ging über das menschliche Leben von der Erleuchtung in das Erkennen. Es war die Zeit der Erkenntnis, der immer sich steigernden Erkenntnis.

[ 10 ] This was also the case in the time when people believed that human beings were creatures, beings within the cosmos. In those days, it would have been considered nonsense to introduce people to the study of nature in its then-current form during the summer. Summer is here to bring people into relationship with the spiritual aspect of the world. When the time began that we would today call the Michaelmas season, it was then that people said: From everything a person perceives around them in the forests, in the trees, in the plants—this is what inspires them to pursue knowledge of nature. — It was, in general, the time when people were meant to make knowledge and reflection their occupation. It was, after all, the time when external living conditions made this possible. Thus, human life moved from enlightenment to knowledge. It was the time of knowledge, of ever-increasing knowledge.

[ 11 ] Wenn die Mysterienschüler ihren Unterricht empfingen von den Mysterienlehrern, dann gaben ihnen diese solche Sprüche mit, wie wir sie dann in den Sprüchen der griechischen Weisen irgendwie wieder nachgebildet finden. Aber es sind diese sieben Sprüche der sieben griechischen Weisen nicht die der ursprünglichen Mysterien. In den ursprünglichen Mysterien gab es für den Hochsommer den Spruch:

[ 11 ] When the initiates received their instruction from the mystery teachers, the latter imparted to them sayings such as those we later find, in a way, reflected in the sayings of the Greek sages. But these seven sayings of the seven Greek sages are not those of the original mysteries. In the original mysteries, the saying for midsummer was:

Empfange das Licht

Receive the Light

[ 12 ] und man bezeichnete mit dem Lichte eigentlich die geistige Weisheit. Man bezeichnete dasjenige, innerhalb dessen das eigene menschliche Ich strahlte.

[ 12 ] and the term “light” actually referred to spiritual wisdom. It referred to that within which one’s own human self shone.

[ 13 ] Für den Herbst wurde der Spruch geprägt in den Mysterien, um zu ermahnen zu dem, was getrieben werden sollte von den Seelen:

[ 13 ] For the fall, this saying was coined in the Mysteries to remind souls of what they should do:

Schaue um dich.

Look around you.

[ 14 ] Nun näherte sich dann die Entwickelung des Jahres und damit auch dasjenige, was der Mensch in sich selber von sich verbunden mit diesem Jahre fühlte, es näherte sich das der Winterzeit. Wir kommen in den Tiefwinter hinein, der unsere Weihnachtszeit enthält. Ebenso wie sich der Mensch in der Hochsommerzeit über sich hinausgehoben fühlte zu dem göttlich-geistigen Dasein des Kosmos, so fühlte sich der Mensch in der Tiefwinterzeit wie unter sich herunterentwickelt. Er fühlte sich gewissermaßen wie von den Kräften der Erde umspült, von den Kräften der Erde mitgenommen. Er fühlte so etwas, wie wenn seine Willensnatur, seine Instinkt- und Triebnatur durchsetzt und dutchströmt wäre von Schwerkraft, von Zerstörungskraft und andern Kräften, die in der Erde sind. Der Mensch fühlte den Winter nicht so in diesen alten Zeiten, wie wir ihn fühlen, daß uns bloß kalt wird und daß wir zum Beispiel Stiefel anziehen, damit uns nicht kalt wird, sondern der Mensch fühlte das, was von der Erde heraufkam, als etwas, was sich jetzt mit seinem eigenen Wesen vereinigte. Er fühlte sozusagen den Gegensatz des schwülen, des lichtvollen Elementes als ein frostiges Element, das heraufkam. Das Frostige, das fühlen wir ja auch noch heute, denn das bezieht sich auf die Körperlichkeit, aber der alte Mensch fühlte seelisch als Begleiterscheinung des Frostigen das Dunkle, das Finstere. Er fühlte gewissermaßen, als ob sich überall, wo er ging, aus der Erde heraus das Finstere höbe und ihn wolkenförmig einschlösse, nur bis zu seiner Körpermitte herauf allerdings, aber so fühlte der Mensch. Und dann sagte er sich — ich muß das wiederum mit etwas neueren Worten charakterisieren —, dann sagte sich der Mensch: Während des Hochsommers stehe ich der Erleuchtung gegenüber, da strömt in diese Erdenwelt herein, was himmlischüberirdisch ist, jetzt strömt das Irdische herauf.

[ 14 ] As the year progressed—and with it, what people felt within themselves to be connected to that year—the winter season drew near. We are entering the depths of winter, which encompasses our Christmas season. Just as human beings felt themselves lifted above themselves in the height of summer toward the divine-spiritual existence of the cosmos, so too did they feel, in the depths of winter, as if they had regressed. They felt, as it were, as if they were being washed over by the forces of the earth, carried away by them. They felt as if their volitional nature, their instinctual and impulsive nature, were permeated and coursed through by gravity, destructive forces, and other forces present in the earth. In those ancient times, people did not experience winter the way we do—merely as a time when we get cold and, for example, put on boots to keep warm—but rather they perceived what rose up from the earth as something that now united with their own being. They felt, so to speak, the opposite of the sultry, luminous element as a frosty element rising up. We still feel that frosty quality today, for it relates to the physical body, but ancient humans felt, on a soul level, the darkness and gloom as a concomitant of the frost. He felt, as it were, as if wherever he went, the gloom were rising from the earth and enveloping him like a cloud—though only up to the middle of his body—but that is how people felt. And then they said to themselves—I must describe this again in somewhat more modern terms—then they said to themselves: During the height of summer, I am faced with enlightenment; then what is heavenly and super-earthly streams into this earthly world; now the earthly streams upward.

[ 15 ] Aber etwas vom Irdischen hat der Mensch schon während der Herbstwende erlebt und empfunden. Da hat er aber von der Erdennatur etwas erlebt und empfunden, was ihm gewissermaßen noch konform war, was noch etwas mit ihm zu tun hatte. Wir könnten etwa auch sagen: Der Mensch fühlte in der Herbstwende das Natürliche in seinem Gemüte, in seiner Gefühlswelt. Jetzt aber fühlte er, wie wenn die Erde ihn in Anspruch nähme, wie wenn er umgarnt würde von den Kräften der Erde in bezug auf seine Willensnatur. Das fühlte er wie das Gegenteil der moralischen Weltordnung. Er fühlte zugleich mit dieser Schwärze, die ihn wolkenförmig einhüllte, die Gegenkräfte gegen das Moralische ihn umgarnen. Er fühlte die Finsternis schlangenförmig aus der Erde aufsteigen und ihn umwinden. Aber er fühlte zu gleicher Zeit mit diesem noch etwas anderes. Schon während des Herbstes hatte er gefühlt, daß sich etwas regt, was wir heute Verstand nennen. Während im Sommer der Verstand ausdünstet und von außen herein das Moralisch-Weisheitsvolle kommt, konsolidiert sich während des Herbstes der Verstand. Der Mensch nähert sich dem Bösen, aber sein Verstand konsolidiert sich. Man hat durchaus etwas wie eine Schlangenoffenbarung gefühlt in der Tiefwinterzeit, aber zugleich das Konsolidieren, das Stärkerwerden der Klugheit, des Nachdenklichen, dessen, was den Menschen schlau und listig machte, was ihn dazu anspornte, die Nützlichkeitsprinzipien im Leben zu verfolgen. Das alles empfand man in dieser Weise. Und so wie im Herbste allmählich die Erkenntnis der Natur heraufkam, so kam in der Tiefwinterzeit heran an die Menschen die Versuchung der Hölle, die Versuchung von seiten des Bösen. So empfand man das. So daß, wenn wir hier schreiben (siehe Schema Seite 76): Moralischer Impuls, Erkennen der Natur —, wir nun hier, bei Tiefwinter, schreiben müssen: Versuchung durch das Böse.

[ 15 ] But even during the autumn equinox, human beings had already experienced and sensed something of the earthly realm. At that time, however, they experienced and sensed something of the nature of the earth that was, in a sense, still in harmony with them—something that still had a connection to them. We could also say, for example: During the autumnal equinox, human beings felt the natural in their inner life, in their emotional world. Now, however, they felt as if the Earth were laying claim to them, as if they were being ensnared by the forces of the Earth with regard to their volitional nature. He felt this as the opposite of the moral world order. At the same time as this darkness, which enveloped him like a cloud, he felt the counterforces to the moral world ensnaring him. He felt the darkness rising from the earth like a serpent and winding itself around him. But at the same time as this, he felt something else as well. Already during the fall he had sensed that something was stirring within him—what we today call the intellect. While in summer the intellect dissipates and the moral and wisdom-filled enters from without, during the fall the intellect consolidates. The human being draws closer to evil, but his intellect consolidates. People certainly felt something like a serpentine revelation in the depths of winter, but at the same time they sensed the consolidation, the growing strength of cleverness and thoughtfulness—that which made humans shrewd and cunning, and spurred them on to pursue the principles of utility in life. All of this was experienced in this way. And just as the insight into nature gradually arose in the fall, so too did the temptation of hell—the temptation from the side of evil—come upon people during the depths of winter. That is how it was perceived. So that when we write here (see diagram on page 76): “Moral impulse, recognition of nature—,” we must now write here, in the depths of winter: “Temptation by the evil one.”

[ 16 ] Und das war eben die Zeit, in der der Mensch entwickeln mußte, was sich in ihm ja ohnedies naturhaft zusammenschloß: das Verstandesmäßige, das Schlaue, das Listige, das auf das Nützliche Gerichtete. Das sollte der Mensch bezwingen durch die Besonnenheit. Es war die Zeit eben, in der der Mensch entwickeln mußte nun nicht den offenen Sinn für die Weisheit, den man von ihm im Sinne der alten Mysterienweisheit verlangte während der Zeit der Erleuchtung. Gerade in der Zeit, in der sich das Böse in der angedeuteten Weise offenbarte, konnte der Mensch den Widerstand gegen das Böse in entsprechender Weise empfinden: er sollte besonnen werden. Er sollte vor allen Dingen jetzt bei dieser Wendung, die er da durchmachte, während er von der Erleuchtung zum Erkennen übergegangen war, eben vom Geisteserkennen zum Naturerkennen, jetzt übergehen vom Naturerkennen zur Anschauung des Bösen. So faßte man das auf. Und den Schülern der Mysterien, denen man Lehren geben wollte, die ihnen Geleitworte sein konnten, wie man ihnen im Hochsommer sagte: Empfange das Licht —, wie man ihnen im Herbst sagte: Schaue um dich —, ihnen sagte man im Tiefwinter: Hüte dich vor dem Bösen.

[ 16 ] And that was precisely the time when human beings had to develop what was, in any case, naturally inherent within them: the rational, the clever, the cunning, and that which was directed toward the useful. Human beings were to subdue this through prudence. It was precisely the time when human beings had to develop—not the open receptivity to wisdom that was demanded of them in the spirit of the ancient mystery wisdom during the Age of Enlightenment. Precisely at the time when evil revealed itself in the manner described, human beings could feel resistance to evil in a corresponding way: they were to become prudent. Above all, at this turning point he was now undergoing—having passed from enlightenment to knowledge, specifically from spiritual knowledge to knowledge of nature—he was to move from knowledge of nature to the contemplation of evil. That is how it was understood. And to the students of the Mysteries, to whom one wished to impart teachings that might serve as guiding words—just as one told them in midsummer, “Receive the light,” and in autumn, “Look around you”—one said to them in the depths of winter, “Beware of evil.”

[ 17 ] Und man rechnete darauf, daß durch diese Besonnenheit, durch dieses Sich-Hüten vor dem Bösen die Menschen zu einer Art von Selbsterkenntnis kommen, die sie dann dazu führt, einzusehen, wie sie im Jahreslaufe abgewichen waren von den moralischen Impulsen.

[ 17 ] And it was hoped that through this prudence, through this guarding against evil, people would arrive at a kind of self-knowledge that would then lead them to realize how they had strayed from their moral impulses over the course of the year.

[ 18 ] Das Abweichen von den moralischen Impulsen durch das Anschauen des Bösen, seine Überwindung durch die Besonnenheit, das sollte den Menschen gerade in der Zeit, die auf die 'Tiefwinterzeit folgte, zum Bewußtsein kommen. Deshalb wurde in diese Weisheit allerlei aufgenommen, was die Menschen anleitete, Buße zu tun für dasjenige, wovon sie eingesehen hatten, daß es abweichend war von dem, was sie an moralischen Impulsen durch die Erleuchtung bekommen hatten.

[ 18 ] Deviating from moral impulses by observing evil, and overcoming it through prudence—this was what people were to become aware of, especially during the period that followed the “deep winter.” That is why this wisdom incorporated all manner of teachings that guided people to repent for whatever they had come to recognize as deviating from the moral impulses they had received through enlightenment.

[ 19 ] Wir nähern uns dem Frühling, der Frühlingswende. Und ebenso wie wir hier (siehe Schema Seite 76: Hochsommer, Herbst, Tiefwinter) die Erleuchtung haben, das Erkennen, die Besonnenheit, so haben wir für die Frühlingswende dasjenige, was empfunden wurde als Bußetätigkeit. Und an die Stelle des Erkennens, beziehungsweise der Versuchung durch das Böse, trat jetzt etwas, was man nennen konnte die Umkehr, die Wiederhinwendung zu seiner höheren Natur durch die Buße. Haben wir hier geschrieben: Erleuchtung, Erkennen, Besonnenheit —, so müssen wir hier schreiben: Umkehr zur menschlichen Natur.

[ 19 ] We are approaching spring, the spring equinox. And just as we have here (see diagram on page 76: midsummer, fall, midwinter) enlightenment, insight, and prudence, so too do we have for the spring equinox that which was experienced as an act of repentance. And in place of insight—or rather, temptation by evil—there now arose what could be called repentance: a turning back to one’s higher nature through penance. Just as we have written here: enlightenment, insight, prudence—so must we write here: a turning back to human nature.

[ 20 ] Wenn Sie noch einmal zurückblicken zu dem, was in der Tiefwinterzeit die Zeit der Versuchung durch das Böse war, so werden Sie sagen müssen: Da fühlte sich eben der Mensch wie versenkt in die Klüfte der Erde. Er fühlte sich umgarnt von der Erdenfinsternis. Da war es, wo gerade so, wie er gewissermaßen während der Hochsommerzeit aus sich herausgerissen war, wie sein Seelisches über ihn selbst erhoben wurde, wo sich jetzt innerlich, um nicht umgarnt zu werden von dem Bösen während der Tiefwinterzeit, das Seelische frei machte. Dadurch war während der Tiefwinterzeit, ich möchte sagen, ein Gegenbild da zu dem, was in der Hochsommerzeit da war.

[ 20 ] If you look back once more at what, in the depths of winter, was the time of temptation by evil, you will have to say: At that time, human beings felt as if they were plunged into the chasms of the earth. They felt ensnared by the darkness of the earth. That was when—just as, in a sense, he had been torn out of himself during the height of summer, just as his soul had been raised above himself—his soul now freed itself inwardly so as not to be ensnared by evil during the depths of winter. Thus, during the depths of winter, I would say, there was a counter-image to what had been present during the height of summer.

[ 21 ] In der Hochsommerzeit sprachen die Naturerscheinungen auf geistige Art. Man suchte in Blitz und Donner insbesondere die Sprache der Himmel. Man blickte auf die Naturerscheinungen hin, aber man suchte in den Naturerscheinungen geistige Sprache. Selbst in den Kleinigkeiten suchte man in der Johannizeit die geistige Sprache der Elementarwesen, aber außerhalb. Man träumte gewissermaßen außerhalb des Menschen.

[ 21 ] In the height of summer, natural phenomena spoke in a spiritual way. People sought, in particular, the language of the heavens in lightning and thunder. People looked to natural phenomena, but they sought a spiritual language within them. Even in the smallest details, during the time of St. John, people sought the spiritual language of the elemental beings—but outside of themselves. In a sense, they dreamed outside of themselves.

[ 22 ] In der Tiefwinterzeit nun versenkte man sich in sich und träumte innerhalb des Menschen. Indem man sich losriß von der Umgarnung der Erde, träumte man innerhalb des Menschen, wenn man sein Seelisches losreißen konnte. Und von diesem ist geblieben dasjenige, was sich knüpft an die Schauungen, an das innere Schauen der dreizehn Nächte nach der Wintersonnenwendezeit. Es sind überall an diese alten Zeiten Erinnerungen zurückgeblieben. Sie können geradezu das norwegische Olaf-Lied als eine spätere Ausbildung dessen ansehen, was in alten Zeiten in ganz besonderem Maße vorhanden war.

[ 22 ] In the depths of winter, people would turn inward and dream within themselves. By breaking free from the earth’s hold, they would dream within themselves if they could detach their soul from the physical world. And what has remained of this is that which is connected to the visions, to the inner seeing of the thirteen nights following the winter solstice. Memories of these ancient times have been preserved everywhere. One can indeed regard the Norwegian Olaf song as a later development of what was present to a very special degree in ancient times.

[ 23 ] Dann nahte die Frühlingszeit. Heute hat sich die Sache etwas verschoben; die Frühlingszeit war damals mehr gegen den Winter zugeneigt. Überhaupt wurde das Ganze angesehen als in drei Jahresperioden gelegt. Es wurden auch die Dinge zusammengeschoben, aber dennoch, das, was ich Ihnen hier mitteile, wurde wiederum gelehrt. So wie man zur Hochsommerzeit sagte: Empfange das Licht —, zur Herbsteszeit, zur Michaelizeit: Schaue um dich —, so wie man in der Tiefwinterzeit, in derjenigen Zeit, wo wir das Weihnachtsfest haben, sagte: Hüte dich vor dem Bösen —, so hatte man für die Zeit der Umkehr einen Spruch, der nur für diese Zeit dazumal als wirksam gedacht worden ist:

[ 23 ] Then springtime approached. Today, things have shifted somewhat; back then, springtime leaned more toward winter. In general, the whole cycle was viewed as divided into three annual periods. Things were also grouped together, but nevertheless, what I am sharing with you here was taught once again. Just as people used to say in midsummer: “Receive the light”—and in the fall, at Michaelmas: “Look around you”—and just as they used to say in the depths of winter, during the time of Christmas: “Beware of evil”—so too was there a saying for the time of repentance, which was considered effective only for that particular time back then:

Erkenne dich selbst

Know Thyself

[ 24 ] gerade gegenübergestellt dem Erkennen der Natur.

[ 24 ] in direct contrast to the perception of nature.

[ 25 ] Hüte dich vor dem Bösen — könnte man auch so aussprechen: Hüte dich, zucke zurück vor dem Erdendunkel. — Aber das hat man nicht gesagt. Während man zur Hochsommerzeit die äußere Naturerscheinung des Lichtes für die Weisheit nahm, also zur Hochsommerzeit gewissermaßen auf naturhafte Weise sprach, so würde man den Spruch zur Winterzeit nicht hineingegossen haben in den Satz: Hüte dich vor der Finsternis —, sondern da sprach man die moralische Deutung aus: Hüte dich vor dem Bösen.

[ 25 ] Beware of evil—one could also put it this way: Beware, shrink back from the darkness of the earth. — But that is not what was said. While in midsummer people took the external natural phenomenon of light to be wisdom—that is, in midsummer they spoke, so to speak, in a natural way—in winter they would not have incorporated the saying “Beware of the darkness” into the sentence; instead, they expressed the moral interpretation: “Beware of evil.”

[ 26 ] Überall sind dann die Anklänge an diese Feste geblieben, soweit man die Dinge verstanden hat. Natürlich ist alles anders geworden, als das große Ereignis von Golgatha eintrat. In die Zeit der tiefsten Menschenversuchung, in die Winterzeit hinein fiel die Geburt Jesu. Die Geburt Jesu fiel in die Zeit, in der der Mensch eben umklammert war von den Erdenmächten, gewissermaßen hinunterversenkt war in die Erdenklüfte. Sie finden unter den Sagen, die sich anschließen an die Geburt Jesu, auch eine, welche davon spricht, daß Jesus in einer Höhle zur Welt gekommen sei, womit eben hingedeutet wird auf etwas, was als Weisheit in den allerältesten Mysterien empfunden wurde: daß der Mensch da dasjenige, was er zu suchen hat, finden könne trotz seiner Umklammerung von dem Irdisch-Finsteren, das zugleich die Gründe enthält, warum der Mensch dem Bösen verfallen kann. Und ein Anklang an all das ist dann, daß in die Zeit, wo der Frühling herannaht, die Bußezeit gelegt wird.

[ 26 ] Echoes of these festivals have remained everywhere, to the extent that people understood them. Of course, everything changed when the great event at Golgotha took place. The birth of Jesus occurred during the time of humanity’s deepest trial, in the depths of winter. The birth of Jesus took place at a time when humanity was gripped by the forces of the earth, as it were, plunged into the chasms of the earth. Among the legends associated with the birth of Jesus, you will also find one that speaks of Jesus being born in a cave, which points precisely to something that was perceived as wisdom in the most ancient mysteries: that human beings can find what they are seeking there, despite being gripped by the earthly darkness, which at the same time contains the reasons why human beings can fall prey to evil. And an echo of all this is that Lent is set during the time when spring is approaching.

[ 27 ] Für das Hochsommerfest ist natürlich das Verständnis noch mehr geschwunden als für die andere Seite des Jahreslaufes. Denn je mehr der Materialismus über die Menschheit hereinbrach, desto weniger fühlte man sich hingezogen zur Erleuchtung oder dergleichen. Und was für die gegenwärtige Menschheit von ganz besonderer Wichtigkeit ist, das ist eben diejenige Zeit, die von der Erleuchtung, die zunächst den Menschen noch unbewußt bleibt, hinführt gegen die Herbsteszeit hin. Da liegt der Punkt, wo der Mensch, der ja in das Naturerkennen hinein muß, im Naturerkennen das Abbild eines Gottgeist-Erkennens erfassen soll. Dafür gibt es kein besseres Erinnerungsfest als das Michaeli-Fest. Von diesem muß ausgehen, wenn es in der richtigen Weise gefeiert wird, die allmenschliche Erfassung der Frage: Wie wird in dem gloriosen Naturerkennen der Gegenwart die GeistErkenntnis gefunden, wie metamorphosiert man die Naturerkenntnisse so, daß aus dem, was der Mensch als Naturerkenntnisse hat, ihm die Geist-Erkenntnis wird? — Wie wird, mit andern Worten, dasjenige besiegt, was, wenn es in sich verläuft, den Menschen mit dem Untermenschlichen umgarnen müßte?

[ 27 ] Of course, understanding of the midsummer festival has dwindled even more than that of the other half of the annual cycle. For the more materialism took hold of humanity, the less people felt drawn to enlightenment or the like. And what is of particular importance for humanity today is precisely that period leading from enlightenment—which at first remains unconscious to human beings—toward the autumn season. That is the point at which human beings, who must, after all, enter into the knowledge of nature, are to grasp in that knowledge the reflection of a knowledge of the divine spirit. There is no better festival to commemorate this than the Feast of Michaelmas. If celebrated in the proper way, this festival must give rise to a universal consideration of the question: How is spiritual knowledge found within the glorious knowledge of nature of the present day; how does one transform knowledge of nature in such a way that what humanity possesses as knowledge of nature becomes spiritual knowledge for them? — In other words, how can we overcome that which, if left to its own devices, would ensnare humanity in the subhuman?

[ 28 ] Eine Wendung muß eintreten. Das Michaeli-Fest muß einen bestimmten Sinn bekommen. Der Sinn ergibt sich dann, wenn man das Folgende empfinden kann: Die Naturwissenschaft hat den Menschen dazu geführt, die eine Seite der Weltentwickelung zu erkennen, zum Beispiel, daß sich aus niederen tierischen Organismen höhere, vollkommenere und so weiter bis herauf zum Menschen ergeben haben im Laufe der Zeit, oder daß der Mensch während der Keimesentwickelung im Mutterleibe die Tierformen nacheinander durchmacht. Das ist aber nur die eine Seite. Die andere Seite ist die, welche vor unsere Seele tritt, wenn wir uns sagen: Der Mensch hat sich aus seiner ursprünglich göttlich-menschlichen Anlage herausentwickeln müssen. Wenn dieses (siehe Zeichnung) die ursprüngliche menschliche Anlage ist (hell schraffiert), so hat sich herausentwickeln müssen der Mensch zu seiner heutigen Entfaltung. Er hat nach und nach von sich abstoßen müssen zuerst die niederen Tiere, dann immer weiter und weiter alles das, was an Tierformen da ist. Das hat er überwunden, von sich herausgesetzt, abgestoßen (dunkel schraffiert). Dadurch ist er zu seiner ursprünglichen Bestimmung gekommen. Ebenso ist es bei seiner Embryonalentwickelung. Der Mensch stößt nach und nach alles ab, was er nicht sein soll. Dadurch aber bekommen wir den eigentlichen Sinn der heutigen Naturerkenntnis nicht. Was ist der Sinn der heutigen Naturerkenntnis? Der liegt in dem Satze: Du schaust in dem, was dir Naturerkenntnis zeigt, dasjenige, was du von der Menschenerkenntnis ausschließen mußt. — Was heißt das? Das heißt: Der Mensch muß heute Naturwissenschaft studieren. Warum? Wenn er in das Mikroskop hineinsieht, so weiß er, was nicht Geist ist. Wenn er durch das Teleskop in die Ferne des Weltenraumes sieht, so offenbart sich ihm dasjenige, was nicht Geist ist. Wenn er auf eine andere Weise im physikalisch-chemischen Laboratorium experimentiert, offenbart sich ihm, was nicht Geist ist. In seiner reinen Gestalt offenbart sich ihm alles, was nicht Geist ist.

[ 28 ] A turning point must occur. The Feast of Michaelmas must take on a specific meaning. This meaning becomes clear when one can grasp the following: Natural science has led humanity to recognize one aspect of the world’s development—for example, that over the course of time, higher and more perfect organisms have emerged from lower animal organisms, and so on up to the human being, or that during embryonic development in the womb, the human being successively passes through the stages of animal forms. But this is only one side of the story. The other side is the one that presents itself to our soul when we say to ourselves: Human beings have had to develop out of their original divine-human constitution. If this (see drawing) is the original human constitution (light hatched), then human beings have had to develop into their present state of evolution. Step by step, he had to cast off first the lower animals, then, further and further, everything that exists in the realm of animal forms. He overcame this, set it aside, and cast it off (darkly hatched). Through this, he arrived at his original destiny. The same is true of his embryonic development. Human beings gradually shed everything they are not meant to be. Yet this alone does not reveal to us the true meaning of modern scientific understanding of nature. What is the meaning of modern scientific understanding of nature? It lies in the following statement: In what scientific understanding of nature reveals to you, you must discern that which you must exclude from your understanding of humanity. — What does that mean? It means: Human beings must study the natural sciences today. Why? When a person looks through a microscope, they know what is not spirit. When they look through a telescope into the vastness of outer space, what is not spirit is revealed to them. When they conduct experiments in the physical-chemical laboratory, what is not spirit is revealed to them. Everything that is not spirit is revealed to them in its pure form.

[ 29 ] In alten Zeiten haben die Menschen, wenn sie angeschaut haben, was heute Natur ist, noch den Geist durchscheinen gesehen. Heute müssen wir die Natur erkennen, um eben sagen zu können: Das alles ist nicht Geist, das ist Winterweisheit. Und alles, was Sommerweisheit ist, das muß andere Gestalt haben. — Damit der Mensch den Stoß bekommt, den Impuls bekommt zum Geist, muß er das Ungeistige, das Widergeistige erkennen. Und einsehen muß man solche Dinge, die heute noch kein Mensch zugibt. Heute sagt zum Beispiel jeder: Nun ja, wenn ich irgendein kleines Lebewesen habe, das man mit freiem Auge nicht sieht, so lege ich es unter das Mikroskop; da vergrößert es sich mir, dann sehe ich es. — Ja, aber man wird einsehen müssen: Diese Größe ist ja verlogen; ich dehne das Lebewesen aus, ich habe es nicht mehr, ich habe ein Gespenst. Das ist nicht mehr Wirklichkeit, was ich da sehe. Ich habe eine Lüge an die Stelle der Wahrheit gesetzt! — Es ist natürlich für die heutige Anschauung Wahnsinn, aber es ist gerade die Wahrheit. Wenn man einsehen wird, daß man Naturwissenschaft braucht, damit man an diesem Gegenbilde der Wahrheit den Stoß bekommt zur Wahrheit hin, dann wird die Kraft entwickelt sein, die symbolisch angedeutet werden kann in der Überwindung des Drachen durch den Michael.

[ 29 ] In ancient times, when people looked at what we now call nature, they could still see the Spirit shining through. Today we must recognize nature in order to be able to say: All of this is not Spirit; it is winter wisdom. And everything that is summer wisdom must take on a different form. — In order for a person to receive the jolt, the impulse toward the spirit, they must recognize what is non-spiritual, what is opposed to the spirit. And one must come to understand such things that no one admits to today. Today, for example, everyone says: Well, if I have some tiny living being that cannot be seen with the naked eye, I put it under the microscope; there it magnifies before me, and then I see it. — Yes, but one will have to realize: This “size” is, after all, a lie; I’m stretching the living being out—I no longer have it; I have a phantom. What I see there is no longer reality. I have substituted a lie for the truth! — Of course, from today’s perspective, this is madness, but it is precisely the truth. When one comes to realize that we need the natural sciences so that, through this counter-image of the truth, we receive the impetus toward the truth, then the power will be developed that can be symbolically represented in Michael’s victory over the dragon.

[ 30 ] Aber dazu gehört etwas, was nun eigentlich auch schon, ich möchte sagen, auf geistige Art in den Annalen steht, aber es steht so, daß dann, als man keine rechte Ahnung mehr hatte von dem, was im Jahreslauf lebt, man die Sache auf den Menschen bezog. Da setzte man auf dasjenige, was zur Erleuchtung hinführt, den Begriff der Weisheit; da setzte man auf dasjenige, was hinführt zum Erkennen, den Begriff des Mutes; bei der Besonnenheit blieb es (siehe Schema Seite 76), und auf das, was der Buße entsprach, setzte man den Begriff der Gerechtigkeit. Hier haben Sie die vier platonischen Tugendbegriffe: Weisheit, Mut, Besonnenheit, Gerechtigkeit. Es wurde in den Menschen hineingenommen, was der Mensch vorher aus dem Leben des Jahreslaufes empfing. Das aber wird beim Michael-Fest ganz besonders in Betracht kommen: daß das wird sein müssen ein Fest zu Ehren des menschlichen Mutes, der menschlichen Offenbarung des Michael-Mutes. Denn was ist es, was heute den Menschen von der Geist-Erkenntnis zurückhält? Seelische Mutlosigkeit, um nicht zu sagen seelische Feigheit. Der Mensch will passiv alles empfangen, will sich hinsetzen vor die Welt wie vor ein Kino und will sich alles sagen lassen durch das Mikroskop und Teleskop. Er will nicht in Aktivität härten das Instrument des eigenen Geistes, der eigenen Seele. Er will nicht Michael-Nachfolger sein. Dazu gehört innerer Mut. Dieser innere Mut, der muß sein Fest bekommen in dem Michael-Fest. Dann wird von dem Fest des Mutes, von dem Fest der inneren mutigen Menschenseele ausstrahlen, was auch den andern Festeszeiten des Jahres rechten Inhalt geben wird.

[ 30 ] But this involves something that is, in a sense, already recorded—I would say—in a spiritual sense in the annals; however, it is recorded in such a way that, when people no longer had a true sense of what lives within the course of the year, they related the matter to human beings. Thus, the concept of wisdom was applied to that which leads to enlightenment; the concept of courage was applied to that which leads to knowledge; prudence remained as it was (see diagram on page 76); and the concept of justice was applied to that which corresponded to repentance. Here you have the four Platonic virtues: wisdom, courage, prudence, and justice. What human beings had previously received from the cycle of the year was internalized within them. But this will be particularly emphasized at the Feast of Michael: that it must be a feast in honor of human courage, the human manifestation of Michael’s courage. For what is it that holds people back from spiritual knowledge today? Spiritual despondency, not to say spiritual cowardice. People want to passively receive everything; they want to sit before the world as before a movie theater and have everything explained to them through the microscope and telescope. They do not want to temper the instrument of their own spirit, of their own soul, through active engagement. They do not want to be followers of Michael. This requires inner courage. This inner courage must find its celebration in the Michaelmas Festival. Then, from this festival of courage—from the festival of the inner, courageous human soul—will radiate that which will also give true meaning to the other festival times of the year.

[ 31 ] Ja, wir müssen sogar den Weg fortsetzen: wir müssen hereinnehmen in die menschliche Natur das, was früher draußen war. So steht es heute nicht mehr mit dem Menschen, daß er nut im Herbste das Erkennen der Natur und so weiter entwickeln könnte. Es steht schon so, daß im Menschen die Dinge heute ineinanderliegen, denn nur dadurch kann er seine Freiheit entfalten. Aber dabei bleibt es doch richtig, daß, ich möchte sagen, in einem verwandelten Sinne das Feste-Feiern wiederum notwendig wird. Waren die Feste ehemals Feste des Gebens des Göttlichen an die Irdischen, empfing der Mensch ehemals unmittelbar die Gaben der himmlischen Mächte bei den Festen, so besteht heute, wo er in sich die Fähigkeiten hat, die Metamorphosierung des Festgedankens darin, daß es Feste der Erinnerungen sind. So daß sich der Mensch in die Seele schreibt dasjenige, was er in sich vollbringen soll.

[ 31 ] Yes, we must even continue along this path: we must incorporate into human nature what used to lie outside it. It is no longer the case today that human beings can develop their understanding of nature and so on only in the fall. The fact is that, in human beings today, these things are intertwined, for only in this way can they unfold their freedom. But it remains true, however, that—I would say—in a transformed sense, the celebration of festivals becomes necessary once again. Whereas festivals were once celebrations of the divine being bestowed upon earthly beings, and people once directly received the gifts of the heavenly powers during these festivals, today—now that they possess the inner capacities—the metamorphosis of the festival concept consists in the fact that these are festivals of remembrance. In this way, people inscribe within their souls that which they are to accomplish within themselves.

[ 32 ] Und da wird es wiederum am besten sein, als das stärkstwirkende Fest der Erinnerung, dieses Fest, das den Herbst beginnt, das MichaelFest zu haben, denn da spricht zu gleicher Zeit die ganze Natur eine bedeutsame kosmische Sprache. Die Bäume werden kahl, die Blätter verwelken, die Tiere, die den Sommer hindurch als Schmetterlinge die Luft durchflatterten, als Käfer die Luft durchsurrten, ziehen sich zurück. Viele Tiere verfallen in den Winterschlaf. Alles lähmt sich ab. Die Natur, die durch ihre eigene Wirksamkeit dem Menschen geholfen hat durch Frühling und Sommer, die Natur, die im Menschen gewirkt hat durch Frühling und Sommer, zieht sich zurück. Der Mensch ist auf sich zurückgewiesen. Was jetzt erwachen muß, wo die Natur einen verläßt, das ist der Seelenmut. Wiederum werden wir hingewiesen, wie es ein Fest des Seelenmutes, der Seelenkraft, der Seelenaktivität sein muß, was wir als Michael-Fest auffassen können.

[ 32 ] And so it will once again be best to celebrate the Michaelmas Festival—the most powerful festival of remembrance, the one that marks the beginning of autumn—because at that time, all of nature speaks a meaningful cosmic language. The trees become bare, the leaves wither, and the animals—which fluttered through the air as butterflies and buzzed through the air as beetles throughout the summer—withdraw. Many animals fall into hibernation. Everything slows down. Nature, which through its own activity has helped human beings through spring and summer—nature, which has worked within human beings through spring and summer—withdraws. Humanity is left to its own devices. What must now awaken, now that nature has left us, is the courage of the soul. Once again, we are reminded that what we can understand as the Feast of Michael must be a celebration of the courage, strength, and activity of the soul.

[ 33 ] Das ist es, was allmählich dem Festesgedanken einen Erinnerungscharakter geben wird, der aber schon angedeutet worden ist mit einem monumentalen Worte, mit welchem darauf hingewiesen wurde, daß in aller Zukunft dasjenige, was vorher Feste der Gaben waren, Erinnerungsfeste werden oder werden sollen. Dieses monumentale Wort, das das Fundament für alle Festgedanken sein muß, also auch derjenigen, die wieder entstehen werden, dieses monumentale Wort ist: «Dieses tut zu meinem Angedenken.» Da ist der Gedanke des Festes nach der Erinnerungsseite hingewendet.

[ 33 ] This is what will gradually give the concept of the feast a commemorative character—a character that has already been hinted at by a monumental phrase, which indicated that in the future, what were previously feasts of gifts will become, or are to become, feasts of remembrance. This monumental phrase, which must serve as the foundation for all concepts of celebration—including those that will emerge anew—is: “Do this in remembrance of me.” Here, the concept of the festival is turned toward the aspect of remembrance.

[ 34 ] So wie das andere, was im Christus-Impuls liegt, lebendig fortwirken muß, sich gestalten muß, nicht bloß totes Produkt bleiben darf, zu dem man zurückschaut, so muß auch dieser Gedanke empfindungs- und gedankenzeugend weiterwirken, und man muß verstehen, daß die Feste bleiben müssen, trotzdem der Mensch sich ändert, und daß daher auch die Feste Metamorphosen durchmachen müssen. Die Anthroposophie und das menschliche Gemüt

[ 34 ] Just as the other aspects of the Christ impulse must continue to work actively, must take shape, and must not remain merely a dead product upon which one looks back, so too must this thought continue to work in a way that generates feeling and thought; and one must understand that the festivals must remain, even though human beings change, and that the festivals, therefore, must also undergo metamorphoses. Anthroposophy and the Human Soul