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Three Perspectives of Anthroposophy
Cultural Phenomena
from the Perspective of Spiritual Science
GA 225

15 July 1923, Dornach

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7. Die Gnostischen Grundlagen des Vorchristentums Imagination von Europa

Gnostic Doctrines and Supersensible Influences in Europe

[ 1 ] In der Gegenwart, in der sich vieles entscheidet und in der an die Menschheit sehr große Fragen gestellt sind, ist es notwendig, daß man auch bei der Betrachtung der zeitgenössischen Erscheinungen sich bis zum Geistigen hinauferhebt. Das Geistige ist ja nun einmal kein Abstraktes, sondern ein solches, das sich über dem Physischen erhebt und in das Physische seine Wirkungen hereinsendet. Und derjenige Mensch, der lediglich das Physische, meinetwillen auch das Physische durchgeistet sieht, der beobachtet immerhin nur einen Teil derjenigen Welt, in die der Mensch mit seinem Denken und Tun eingeschaltet ist. Das hatte durch Jahrhunderte hindurch eine gewisse Berechtigung. Diese Berechtigung ist aber für die Gegenwart und die nächste Zukunft nicht mehr vorhanden. Und so sehen Sie denn heute damit den Anfang gemacht, hinzuweisen auf Ereignisse unserer Gegenwart in ihrem unmittelbaren Zusammenhange mit Ereignissen, die sich eben in der geistigen Welt abspielen, und mit dem Physischen, das auf Erden geschieht.

[ 1 ] In a time of great and momentous decisions like the present it is all the more necessary that in their study of contemporary events and happenings, men's minds should also be raised to the Spirit. The Spirit is no abstraction but a reality which transcends and works into the physical life of humanity. It is by no means enough to admit that the Spirit pervades all things physical, for this is to recognise one fragment only of the world in which man lives and moves as a thinking and acting being. For many centuries it was justifiable to hold such a view, but in our age this justification has ceased. In the lecture to-day, therefore, we will consider how certain happenings in the physical world are connected with impulses emanating from the spiritual world.

[ 2 ] Bevor dies aber möglich ist, müssen wir uns einiges von dem vergegenwärtigen, was geistig in der Menschheitsentwickelung vorhanden war und zu dem geschichtlichen Augenblicke der Gegenwart geführt hat. Durch lange Zeiten hindurch ist ja für die abendländische Zivilisation und für alles, was aus ihr herausgewachsen ist, eigentlich nur ein Stück der Weltentwickelung maßgebend gewesen. Das war in berechtigter Art der Fall. Es war durchaus berechtigt, daß in den Zeiten, in denen die Bibel mit ihrem Alten Testament eine Notwendigkeit war, der Ausgangspunkt von jenem Moment in der Weltentwickelung genommen wurde, da die Schöpfung des Menschen vergegenwärtigt wird durch das Eingreifen Jahves oder Jehovas.

[ 2 ] To begin with, we will study the character of certain spiritual impulses which have been at work in the course of evolution and have led on to the present state of affairs in the world. For long ages now, Western civilisation and its offshoots have paid attention to one fragment only of the whole story of the evolution of the world, and from a certain point of view this was quite right. In times when the Old Testament became the authoritative record, it was proper to regard the creation of man by Jahve or Jehovah as the dawn of world-evolution.

[ 3 ] In einer älteren Zeit des menschlichen Sinnens und Weltbetrachtens war dieser Augenblick der Weltentwickelung, in dem Jahve oder Jehova in dieselbe eingriff, eben nur ein späterer Augenblick, nicht derjenige, auf den man zurücksah als den eigentlich maßgebenden. Man ließ vielmehr in älteren Zeiten dem, was man die Weltschöpfung aus Jahve oder Jehova nennen kann gemäß dem Alten Testament, eine andere Entwickelung vorausgehen, eine Entwickelung, deren Inhalt viel geistiger gedacht wurde als alles das, was dann vorgestellt wurde im Zusammenhang mit der Bibel, so wie sie gewöhnlich verstanden wurde. Der Augenblick, der in der Bibel erfaßt wurde, die Menschenschöpfung durch Jahve oder Jehova, war eben für ältere Zeiten ein späterer Augenblick, und ihm ging eine andere Entwikkelung voraus, die Jahve oder Jehova selbst als dasjenige Wesen hinstellte, das erst später in die Weltentwickelung eingriff als andere Wesen.

[ 3 ] But in still earlier times the intervention of Jehovah was regarded not as the incipient but as a much later episode in the evolutionary process. It was said that another, more purely spiritual phase of evolution had preceded the creation of the world by Jehovah as it is described in the Bible and as it is ordinarily understood. In other words, it was held that the intervention of Jehovah had been preceded by that of other Beings, that the creation of man had occurred after the passage of an earlier phase of the evolutionary process.

[ 4 ] Man deutete noch in Griechenland zurück, wenn man nachsann über die ersten Stadien der Weltentwickelung, auf eine ältere Wesenheit, zu deren Begreifen etwas viel Geistigeres im Erkennen nötig war, als im Alten Testamente vorhanden ist, man deutete auf dasjenige Wesen zurück, das eben in Griechenland als der eigentliche Weltschöpfer, als der Demiurgos aufgefaßt worden ist. Der Demiurg war als ein Wesen vorgestellt, vorhanden in Sphären höchster Geistigkeit, vorhanden in solchen Sphären höchster Geistigkeit, in denen noch nichts gedacht zu werden brauchte von irgendeinem materiellen Dasein, das in Verbindung zu bringen ist mit derjenigen Art von Menschheit, als deren Schöpfer dann bibelgemäß Jahve oder Jehova angesehen wird.

[ 4 ] Those men in Greece who meditated upon the earliest stages of world-evolution spoke of a primordial Being for the understanding of whose nature a much more highly spiritual mode of knowledge is required than for an understanding of the events described in the Old Testament. These men spoke of the Being whom they held to be the actual Creator of the world—the Demiurgos. The Demiurgos was a Being dwelling in spheres of lofty spirituality, in a world devoid of every element of that material existence with which in the Bible story the humanity created by Jehovah is naturally associated.

[ 5 ] Wir haben es also mit einer sehr erhabenen Wesenheit im Demiurg zu tun, mit einer Wesenheit als Weltschöpfer, deren Schöpferkraft im wesentlichen darauf geht, geistige Wesen, wenn ich mich so ausdrücken darf, aus sich hervorzutreiben. Stufenweise, gewissermaßen immer niedriger — der Ausdruck ist gewiß nicht ganz zutreffend, aber wir haben keinen anderen —, stufenweise immer niedriger waren die Wesenheiten, die der Demiurg aus sich hervorgehen ließ; Wesenheiten aber, welche weit entfernt davon gedacht waren, irdischer Geburt oder irdischem Tode zu unterliegen.

[ 5 ] We must therefore think of the Demiurgos as a sublime Being, as the Creator of the world who sends forth other Beings from Himself. The Beings sent forth by the Demiurgos were ranked in successive stages, each stage being lower than the last. (Such expressions are, of course, quite inadequate, but no other words are available.) The life of these Beings, however, was held to be entirely free from the conditions of earthly birth and earthly death.

[ 6 ] In Griechenland deutete man auf solche Weise daraufhin, daß man sie Äonen nannte, und man unterschied, ich möchte sagen, Äonen erster Art, Äonen zweiter Art und so weiter (siehe Schema). Diese Äonen waren diejenigen Wesen, die hervorgegangen waren aus dem Demiurg. Dann war in der Reihe dieser Äonen ein verhältnismäßig untergeordnetes Äonenwesen, also ein Äon untergeordneter Art, Jahve oder Jehova. Und Jahve oder Jehova verband sich — und nun kommt dasjenige, was zum Beispiel in den ersten christlichen Jahrhunderten von den sogenannten Gnostikern vorgetragen worden ist, wo aber immer eine Lücke in ihrem Verständnisse war, was vorgetragen worden ist wie eine Art Erneuerung des biblischen Inhaltes, aber, wie gesagt, es war immer eine Lücke des Verständnisses da —, Jahve oder Jehova, so nahm man an, verband sich mit der Materie. Und aus dieser Verbindung ging der Mensch hervor.

[ 6 ] In Greece they were known as Aeons—of the first rank, the second rank and so on. The Aeons were Beings who had issued from the Demiurgos. Among these Aeons, Jahve or Jehovah was a Being of a relatively subordinate rank. And this brings us to a consideration of the teachings of the Gnostics, as they were called, in the early centuries of Christendom. It was said that Jehovah united with matter and that from this union man came into existence. According to this Gnostic conception, therefore, Jehovah was a somewhat lower descendant of the more lofty Aeons who had proceeded from the Demiurgos, and as the outcome of Jehovah's union with matter, man was created.

Diagram 1Diagram 1

[ 7 ] So daß also die Schöpfung Jahves oder Jehovas darinnen bestand — immer im Sinne dieser Gedanken, die noch bis in die ersten christlichen Jahrhunderte hereinragten —, daß er selbst, als ein Abkömmling niedrigerer Art von den hocherhabeneren Äonen bis hinauf zu dem Demiurg, sich mit der Materie verband und dadurch den Menschen zustande brachte. Alles das, was sich da gewissermaßen nun erhebt — für die ältere Menschheit durchaus verständlich, für die spätere Menschheit nicht mehr verständlich —, was sich da erhebt auf der Grundlage desjenigen, was uns im Erdenleben sinnlich umgibt, das alles faßte man zusammen unter dem Ausdrucke Pleroma (siehe Schema). Das Pleroma ist also eine Welt, von individualisierten Wesen bevölkert, die sich erhebt über der Welt des Physischen. Gewissermaßen auf der untersten Stufe dieser Welt, dieser Pleroma-Welt, erscheint der durch Jahve oder Jehova ins Dasein gerufene Mensch. Auf der untersten Stufe dieses Pleromas ersteht eine Wesenheit, die eigentlich nicht in dem einzelnen Menschen, auch nicht etwa in einer Völkergruppe, sondern in der ganzen Menschheit lebt, die aber eine Erinnerung hat an die Abstammung vom Pleroma, vom Demiurgen, und wiederum zurückstrebt nach der Geistigkeit. Es ist das die Wesenheit Achamoth, mit der man in Griechenland eben das Hinaufstreben der Menschheit nach dem Geistigen andeutete. So daß also durch Achamoth ein wiederum Zurückstreben zu dem Geistigen vorhanden ist (roter Pfeil).

[ 7 ] “Pleroma” was the name given to a world which transcends, although it has its basis in the phenomena of the world of sense. This conception was thoroughly intelligible to the Ancients although it was utterly beyond the grasp of a later humanity. The Pleroma was a world at a higher level than the physical world but peopled none the less by individualised Beings. And at the lowest level, at the lowest stage of the Pleroma, the human being created by Jehovah comes into existence. At this same stage, another Being appears, a Being incorporate not in the individual man nor yet in a nation, but rather in humanity taken as one whole, a Being who remembers its descent from the Demiurgos and strives again to reach the spiritual world. The name of this Being was Achamoth and in Greece, Achamoth was a personification of the spiritual strivings of mankind. The urge which lives in men to reach the spiritual world again was therefore said to be due to Achamoth.

[ 8 ] Nun gliederte sich an diese Vorstellungswelt die andere an, daß der Demiurg dem Streben der Achamoth entgegengekommen ist und einen sehr frühen Äon herabgeschickt hat, der sich mit dem Menschen Jesus vereinigte, damit das Streben der Achamoth in Erfüllung gehen könne. So daß in dem Menschen Jesus ein Wesen aus der ÄonEntwickelung steckt, das von viel höherer geistiger Wesenheit, von höherer geistiger Art als Jahve oder Jehova gedacht wurde (grüner Pfeil).

[ 8 ] Another conception was then added to this world of ideas, namely, that in order to reward the strivings of Achamoth, the Demiurgos sent down an Aeon of a very high rank. This Aeon—so it was said—united with the man Jesus in order that the strivings of Achamoth might be fulfilled. The Gnostic teaching was that in the man Jesus there had dwelt a Being belonging to the ranks of the Aeons, a Being of a far more highly spiritual order than Jahve or Jehovah.

Diagram 2Diagram 2

[ 9 ] Und es entwickelte sich bei denjenigen, die in den ersten Jahrhunderten des Christentums diese Vorstellung hatten — und es hatten sie durchaus viele Menschen, welche mit tiefer Inbrunst und Ehrlichkeit zu dem Mysterium von Golgatha aufsahen —, es entwickelte sich im Zusammenhange mit dieser Vorstellung die Anschauung, daß den Menschen Jesus mit seiner Innewohnung eines uralten und damit urheiligen Äons ein großes Geheimnis umschwebt.

[ 9 ] And so, among those in whom these ideas lived during the early Christian centuries—and the hearts of many men in those times were turned with the deepest fervour and reverence to the Mystery of Golgotha—there grew up the conception of the great mystery connected with the man Jesus in whom a holy Aeon had come to dwell.

[ 10 ] Die Ergründung dieses Geheimnisses wurde in der verschiedensten Weise gepflegt. Heute hat es nicht mehr sehr viel Bedeutung, tiefer über die einzelnen Formen nachzudenken, in denen in den ersten christlichen Jahrhunderten durch Griechenland hindurch, namentlich aber in Kleinasien und in den angrenzenden Gebieten vorgestellt wurde, wie dieses Äonwesen in dem Menschen Jesus wohnte. Denn die Vorstellungen, durch die man in der damaligen Zeit einem solchen Geheimnisse nahezukommen suchte, sind ja heute längst aus dem Bereiche dessen, was Menschen denken, verschwunden. Im Bereiche dessen, was Menschen heute denken, liegt das, was die Menschen sinnlich umgibt, was mit dem Menschen verbunden ist zwischen Geburt und Tod, und höchstens schließt eben der Mensch von dem, was er zwischen Geburt und Tod um sich hat, auf dasjenige, was geistig dieser physisch-natürlichen Welt zugrunde liegen könnte. Jenes unmittelbare Verhältnis, jenes innige Verhältnis von der Menschenseele zum Pleroma, das einstmals vorhanden war und das ausgesprochen wurde in derselben Weise als das Verhältnis des Menschen zur geistigen Welt, wie heute das Verhältnis des Menschen zu Baum und Strauch, zu Wolke und Welle ausgesprochen wird, das alles, was da in den Menschenvorstellungen vorhanden war, um sich eine Überschau, ein Bild von dem Zusammenhange des Menschen mit jener geistigen Welt zu machen, die den Menschen eben viel mehr damals interessierte als die physische Welt, das alles ist ja verschwunden. Das unmittelbare Verhältnis ist nicht mehr da. Und wir können sagen: Die letzten Jahrhunderte, in denen sich noch in der Zivilisation, von der dann die europäische, abendländische Zivilisation abhängig wurde, solche Vorstellungen gefunden haben, sind das 1., 2., 3. Jahrhundert und noch ein großer Teil des 4. nachchristlichen Jahrhunderts. Dann verschwindet aus dem, was menschliche Erkenntnis ist, die Möglichkeit, sich zur Pleroma-Welt zu erheben, und es beginnt eine andere Zeit.

[ 10 ] Study of this mystery took many different forms but no essential purpose would be served to-day by entering into a detailed consideration of the various ideas current in Greece, Asia Minor and its neighbouring districts, as to the manner in which this Aeon had been incorporate in the man Jesus. The kind of ideas which in those days men brought to their study of a mystery of this character have long since passed away from the sphere of human thinking. Man's thought to-day is concerned with all that surrounds and is connected with his life between birth and death and at best there dawns upon him the realisation that spiritual foundations underlie this physical world of sense. Direct, inner experience of the kinship of the human soul with the Pleroma which was once a matter of immediate experience and referred to as naturally as we refer to-day to man's connection with the spiritual world—which was moreover of far greater interest to human beings in those days than the physical world—this too has passed away. There is no longer any direct experience of kinship with the spiritual world. Such ideas lived in European civilisation no longer than the first three, or rather no longer than the first three and greater part of the fourth centuries of our era. By that time the minds of men were no longer capable of rising to the sphere known as the Pleroma, and the dawn of another age had broken.

[ 11 ] Es beginnt die Zeit, die solche Denker hat, wie etwa einer der ersten unter ihnen Augustinus war oder Scotus Erigena; es beginnt die Zeit, die dann die Scholastiker hatte, die Zeit, in der die europäische Mystik blühte, eine Zeit, in der man auf dem Boden der Erkenntnis ganz anders sprach als in jenen alten Zeiten. Man sprach auf dem Boden der Erkenntnis dann so, daß man sich eben an die sinnlich-physische Welt wandte und aus dieser physisch-sinnlichen Welt die Begriffe, die Ideen herauszuholen versuchte über ein Übersinnliches.

[ 11 ] This was the age of thinkers like Augustine and Scotus Erigena who were among the first. It was the age of Scholasticism, of European Mysticism at its prime, an epoch when the language of the mind bore little resemblance to the language used in the early days of Christendom. Men's minds were now directed to the physical world of sense and on the basis of this material world they endeavoured to evolve their concepts and ideas of the super-sensible world.

[ 12 ] Dasjenige aber, was eine Menschheit der früheren Zeit hatte, das unmittelbare Sichhinempfinden zur Geisteswelt, zu dem Pleroma, das war nicht mehr da. Denn der Mensch sollte eben in ein ganz anderes Stadium seiner Entwickelung eintreten. Es handelt sich gar nicht darum, nach den Werten die ältere Zeit oder die Zeit der mittelalterlichen Menschheitsentwickelung irgendwie zu bestimmen, sondern es handelt sich darum, zu erkennen, was für Aufgaben in den verschiedenen Zeitaltern die Menschheit, insofern sie die zivilisierte Menschheit war, hatte. Da kann man sagen: Es hatte eben jene ältere Zeit doch noch das unmittelbare Verhältnis zum Pleroma entwickelt. Sie hatten eben die Aufgabe, jene im Innern der Menschenseele sitzenden geistigen Erkenntniskräfte, die zum Geiste hingehenden Erkenntniskräfte, wiederum zu entwickeln.

[ 12 ] Direct experience of kinship with the spiritual world, with the Pleroma, had died away. The time had come for man to pass into an entirely different phase of development. It is not a question here of the respective merits of two epochs of time, or of forming an opinion of the inherent value of the medieval mind. The point is to realise and understand that civilised humanity is faced with different tasks during the different epochs. In an earlier age, kinship with the world known as the Pleroma was a matter of immediate experience, and it was man's task and function to activate the spiritual forces of knowledge in the innermost recesses of the soul—the forces of spiritual aspiration.

[ 13 ] Dann mußte aus den Tiefen der Menschheit herauf eine Zeit kommen — wir haben oftmals davon gesprochen —, wo die pleromatische Welt verdunkelt wurde, wo der Mensch anfing, diejenigen Fähigkeiten zu üben, die er vorher nicht hatte, wo der Mensch anfing, seine eigene Ratio, seinen Rationalismus, sein Denken zu entwickeln. In jenen älteren Zeiten, wo das unmittelbare Verhältnis zum Pleroma war, hat man nicht das eigene Denken entwickelt. Alles war auf dem Wege der Erleuchtung, der Inspiration, der instinktiven übersinnlichen Haltung erlangt worden; die Gedanken, die die Menschen trugen, waren ihnen geoffenbarte Gedanken. Jenes Hervorquellen und Hervorsprossen des Denkens, jenes Formen von eigenen Gedanken und logischen Zusammenhängen, das kam eben erst in späterer Zeit auf. Aristoteles ahnte es, ausgebildet wurde es erst von der zweiten Hälfte des 4. nachchristlichen Jahrhunderts an. Aber man gab sich dann während des Mittelalters alle Mühe, gewissermaßen das Denken als solches auszubilden und alles dasjenige auszubilden, was mit dem Denken zusammenhängt.

[ 13 ] But as time went on, darkness crept over the world of the Pleroma. Faculties of an entirely different character began to function in the human mind and the development of rationalistic thought began. In the ages when there had been direct experience of kinship with the Pleroma, the faculty of individual thinking had not begun to function in the mind of man. Knowledge came to him through illumination, through inspiration and through an instinctive realisation of the super-sensible world. His thoughts were revealed to him. The springing-forth of individual thoughts and the building of logical connections in thinking denoted a later phase, the coming of which was already foreshadowed by Aristotle. This later phase of evolution cannot really be said to have begun in any real sense before the second half of the fourth century of our era. By the time of the Middle Ages the energies of the human mind were directed wholly to the development of thought per se and of everything that is associated with the activity of thinking.

[ 14 ] Ein ungeheures Verdienst um die Gesamtentwickelung der Menschheit hat nach dieser Richtung hin das Mittelalter, namentlich die mittelalterliche Scholastik. Sie entwickelte die Praxis des Denkens in der Ideenbildung, in dem Ideenzusammenhang. Sie bildete eine reine Technik des Denkens aus, eine Technik, die jetzt schon wieder verlorengegangen ist.

[ 14 ] In this connection, medieval culture and, above all, Scholasticism rendered inestimable service to the progress of civilisation. The faculty of thinking was turned to practical application in the shaping and association of ideas. A technique of thought of the very purest kind was worked out, although it too has been wholly lost.

[ 15 ] Dasjenige, was in der Scholastik als Denktechnik enthalten war, das sollten die Menschen wiederum sich aneignen. Aber man tut es in der Gegenwart nicht gern, weil in der Gegenwart alles darauf ausgeht, die Erkenntnis passiv zu empfangen, nicht sie sich aktiv zu erwerben, aktiv zu erobern. Die innere Tätigkeit und der Drang zur inneren Tätigkeit fehlen in der Gegenwart; diese hatte die Scholastik in der großartigsten Weise. Daher ist derjenige, der die Scholastik versteht, heute noch immer in der Lage, viel besser, viel eindringlicher, viel zusammenhängender zu denken, als etwa, sagen wir, in der Naturwissenschaft heute gedacht wird. Dieses Denken in der Naturwissenschaft ist Schematik, ist kurzatmig, dieses Denken ist inkohärent.

[ 15 ] The re-acquisition of the technique of Scholastic thought is a goal to which humanity ought for their own sake to aspire. But it goes against the grain in our days, when men prefer to receive knowledge passively, not by dint of their own inner activity. The urge to inner activity is lacking in our present age, whereas in Scholasticism it lived and worked with a tremendous power. And that is why even to-day it is possible for the thought of men who understand the essence of Scholasticism to be far more profound, far more consistent than the thought emanating from the world of science. Modern scientific thought is formal, short-winded, often inconsistent.

[ 16 ] Und es sollten eigentlich die Menschen der Gegenwart an dieser Denktechnik und -praxis von der Scholastik lernen. Aber es müßte ein anderes Lernen sein als das, was man heute liebt, es müßte ein Lernen des Tätigen, des Aktiven sein und nicht bloß im Aneignen des fertig Vorgebildeten oder dem Experiment Abgelesenen bestehen. Und so war das Mittelalter die Zeit, in welcher der Mensch sich innerlich seelisch-denkerisch ausbilden sollte. Man möchte sagen: Die Götter haben das Pleroma zurückgestellt, ihre eigene Offenbarung zurückgestellt, weil, wenn sie weiter auf die europäische Menschheit hereingewirkt hätten, diese europäische Menschheit nicht jene großartige innere Aktivität der Denkpraxis entwickelt haben würde, die während des Mittelalters hervorgebracht worden ist. Und wiederum aus dieser Denkpraxis ist dasjenige hervorgegangen, was neuere Mathematik und derlei Dinge sind, die direkter scholastischer Abkunft sind.

[ 16 ] Men should really learn a lesson from the technique of Scholastic thought, but the learning will not be of the kind that finds favour to-day. It must be an active learning, not a learning that consists merely in assimilating knowledge that has already been laid down as a model, or deduced from experiments. The Middle Ages, then, were the period during which man was meant to unfold an inner faculty in his soul, namely the faculty of thought. The Gods drew a veil over the Pleroma—which was a direct revelation of their life and being—because, if this revelation had continued to influence the human mind, men would not have unfolded that strong, inner activity of thought which came to the fore during the Middle Ages and from which sprang the new mathematics and its kindred sciences, all of which are the legacy of Scholasticism.

[ 17 ] So daß man sich die Sache so vorstellen soll: Die geistige Welt hat durch lange Jahrhunderte hindurch wie durch eine Gnade von oben der Menschheit die Offenbarung des Pleromas gegeben. Die Menschheit sah diese lichtvolle, diese in und durch Licht in Ideen sich offenbarende Welt. Vor diese Welt wurde gewissermaßen eine Decke gezogen. In Asien drüben blieben in der menschlichen Erkenntnis die dekadenten Reste desjenigen, was hinter der Decke war. Europa hatte gewissermaßen eine Decke, welche von der Erde senkrecht gegen den Himmel sich erhob, die etwa, ich möchte sagen, unten die Grundlage hatte in dem Ural, in der Wolga, über das Schwarze Meer hin, zum Mittelländischen Meer zu. Stellen Sie sich vor, daß da für Europa eine Tapetenwand riesiger Art errichtet wäre durch den Zug hindurch, den ich eben angedeutet habe, eine Wand, durch die man nicht durchsehen kann, wo hinten in Asien die letzten dekadenten Reste des Schauens des Pleromas sich entwickelten, in Europa aber nichts davon gesehen wurde und daher die innere Denkpraxis ohne Aussicht in die geistige Welt entwickelt wurde. Dann haben Sie eine Vorstellung von der Entwickelung der mittelalterlichen Zivilisation, die so Großes aus dem Menschen heraus entwickelte, die aber alles das nicht sah, was hinter der Tapetenwand war, welche entlang dem Ural, entlang der Wolga, entlang durch das Schwarze Meer bis zum Mittelmeer ging, die durch diese Tapetenwand nicht hindurchschauen konnte und der der Osten höchstens eine Sehnsucht war, aber keine Wirklichkeit.

[ 17 ] Let us try now to summarise what has been said. Throughout many centuries the Pleroma was a revelation vouchsafed to man. Through an Act of Grace from on high, this world of light revealed itself in and through the light that filled the mind of man. A veil was then drawn over this world of light. Yonder in Asia, decadent remains of the world behind this veil were still preserved, but in Europe it was as though a precipitous wall arose from Earth to Heaven, a wall whose foundations stretched across the districts of the Ural Mountains and Volga, over the Black Sea and towards the Mediterranean. Try to picture to yourselves this great wall which grew up in Europe in consequence of the trend of evolution of which I have told you. It was an impenetrable wall, concealing from men all traces even of those decadent remains of earlier vision of the Pleroma which were still preserved over in Asia. In Europe, this vision was completely lost. It was replaced by a technique of thought from which a vista of the spiritual world was entirely absent. There you have a picture of the origin and subsequent development of medieval thought. Great though its achievements were, men's eyes were blinded to all that lay concealed behind the wall stretching from the Ural and Volga districts, over the Black Sea to the Mediterranean. Medieval thought was incapable of piercing this wall and though men hankered after the East, the East was no reality.

[ 18 ] Sie haben da nicht nur etwa symbolisch, sondern ganz in Realität angedeutet, was eigentlich die europäische Welt war, wie gewissermaßen unter dem Einflusse eines Giordano Bruno, Kopernikus, Galilei die Menschen sich sagten, sie wollten nun wenigstens die Erde kennenlernen, sie wollten den Boden, das Untere kennenlernen. Und dann fanden sie eine Himmelskunde, die der Erdenkunde nachgebildet ist, während die alte Erdenkunde nachgebildet war der Himmelskunde mit ihrem pleromatischen Inhalte. Und so entstand gewissermaßen in der Finsternis — denn das Licht ward durch die geschilderte Welt-Tapetenwand abgehalten — das neuere Erkennen und das neuere Leben der Menschheit.

[ 18 ] This is not a symbolic but a true picture of Europe as it was in the Middle Ages. Under the influences of a Giordano Bruno, a Copernicus, a Galileo, men felt the call to set about understanding the Earth beneath their feet. And they then proceeded to work out a science of the Heavens modeled upon their conception of the Earth, in contrast to the older science of the Earth which had been a reflection of heavenly lore and of the mysteries of the Pleroma. And so in the darkness there arose a new mode of knowledge and a new mental life, for the light was now shut off by the wall of which I have spoken.

[ 19 ] Es ist schon einmal so in der menschlichen Entwickelung, daß in gewissen Epochen, wo irgend etwas Bestimmtes herauskommen soll aus der Menschheit, andere Teile dessen, womit der Mensch zusammenhängt, verhüllt, verdeckt werden. Und im Grunde genommen entwickelte sich auf dem Boden der Erde hinter der 'Tapetenwand für das Irdische eben nur die dekadente Ostkultur. In Europa entwikkelte sich die in den ersten Anfängen steckenbleibende Westkultur.

[ 19 ] The course of evolution is such that when the time is ripe for the development of certain definite faculties in one portion of the human race, other portions of humanity are separated off as it were behind a veil. And in the case of which we are speaking, a decadent culture grew up in the East behind the wall which had now been erected on the Earth, while Europe saw the beginnings of what was later to develop into Western culture in its most characteristic form.

[ 20 ] Und in diesem Zustande ist im Grunde genommen die europäische Welt noch heute, nur daß sie versucht, durch allerlei Äußeres, Historisches sich zu informieren über dasjenige, was, mit Ausschluß aller Einsicht in das Pleroma, in der Welt des finsteren Daseins wie eine Wissenschaft, wie eine Erkenntnis, die aber keine ist, erworben worden ist. Man bekommt eine Möglichkeit, diese Dinge in ihrer Bedeutung für die Gegenwart zu durchschauen, wenn man einsieht, wie gewissermaßen östlich hinter der Tapetenwand die frühere Einsicht in das Pleroma immer mehr und mehr dekadent geworden ist, zurückgegangen ist, daß also eine hohe, aber instinktive, von der Menschheit erworbene Geistkultur in Asien drüben dekadente Formen angenommen hat; daß in Europa ein Weben und Leben der Menschenseele im Geiste heruntergerückt worden ist in die Sphäre des PhysischSinnlichen, die vorerst ja den Menschen in den mittelalterlichen Jahrhunderten allein zugänglich war. Und so entstand jenseits der Tapetenwand im Orient eine Kultur, die eigentlich keine ist, die in irdischphysischen Formen zauberisch nachbilden möchte, was im Weben des Geistes pleromatisch erlebt werden sollte. Das Walten und Weben der Geistwesen im Pleroma sollte gewissermaßen auf die Erde heruntergetragen werden im Stein, im Holzklotz, und in ihrer Wirkung aufeinander sollte gesucht werden etwas von solchen geistigen Wirkungen, die, wenn ich mich so ausdrücken darf, angepaßt sind dem Weben und Wesen von Geistwesen im Pleroma. Das, was eigentlich nur Götter untereinander tun, wurde gedacht als die Taten physischsinnlicher Götzen. Der Götzendienst trat an die Stelle des Götterdienstes. Und dasjenige, was nun ins Schlechte wirkende orientalische, nordasiatisch-orientalische Magie genannt werden kann, das ist die ins Sinnliche auf unrechtmäßige Weise versetzte Tatsachenwelt des Pleromas, zu der man einstmals den Seelenblick aufgerichtet hat. Die magische Zauberei der Schamanen und ihr Nachklang in Mittelund Nordasien — der Süden von Asien wurde ja auch angesteckt, hat sich aber verhältnismäßig freier erhalten davon —, das ist die dekadente Form der alten Pleroma-Anschauung. Physisch-sinnliche Zauberei trat an die Stelle der Teilnahme der menschlichen Seelenwirksamkeiten an den Götterwelten des Pleromas. Was die Seele tun sollte und ehemals getan hat, das wurde mit Hilfe von sinnlich-physischen Zaubermitteln versucht. Eine ganz ahrimanisierte Pleroma-Tätigkeit wurde gewissermaßen dasjenige, was auf der Erde getrieben wurde und was namentlich von den an die Erde angrenzenden, nächsten Geisteswesen getrieben wurde, wovon aber die Menschen angesteckt wurden.

[ 20 ] As a matter of fact the position to-day is fundamentally the same, except that men try now by means of historical documents and an external mode of knowledge devoid of all insight into the mysteries of the Pleroma, to inform themselves about the dark secrets of existence. The significance of these things in the present age becomes quite apparent when we look over to the East, behind the great wall, where decadence has corrupted an earlier insight into the world known as the Pleroma. What was once an instinctive but at the same time a highly spiritual form of knowledge has become corrupt; the life of the human soul in the spiritual worlds has descended to the material world which from the time of the Middle Ages onwards was the only world that remained accessible to the mind of man. Over yonder in the East we see a culture which in the true sense is not culture at all but an impulse to give an earthly, physical garb to purely spiritual experiences awakened by insight into the mysteries of the Pleroma. Deeds of the Gods in the world of the Gods were conceived as the deeds of idols and the worship of idols superseded the worship of the Gods. Forces belonging in truth to the world of the Pleroma were dragged down to the material realm and gave rise to the practice of corrupt magical arts in the regions of Northern Asia. The magic arts practised by the Shamanic peoples of Northern Asia and their aftermath in Central Asia (Southern Asia too was affected to a certain extent but remained somewhat freer), are an example of the corrupt application of what had once been a direct vision of the Pleroma. What ought to have been achieved, and in earlier times was achieved by the inner activity of the soul was now assisted by earthly magic. The forces living in the Pleroma were dragged down to the material world in an Ahrimanic form and were applied not only on Earth but in the spiritual world bordering on the Earth, the influences of which pour down upon human beings.

[ 21 ] Gelangt man also ostwärts vom Ural und der Wolga nach Asien hinüber, so haben wir, namentlich in der an die menschliche irdische Welt anstoßenden astralischen Welt, in den Jahrhunderten des zweiten Mittelalters, in den Jahrhunderten der Neuzeit bis heute eine ahrimanisierte Magie, welche ja namentlich von gewissen geistigen Wesenheiten ausgeübt wird, die in ihrer ätherisch-astralischen Bildung zwar über dem Menschen stehen, aber in ihrer Seelen- und Geistesbildung unter dem Menschen zurückgeblieben sind. Durch das ganze Sibirien hindurch, durch Mittelasien hindurch über den Kaukasus, da treiben sich überall in der unmittelbar an das Irdische angrenzenden Welt furchtbare ahrimanische, ätherisch-astralische Wesen herum, welche ins Astralische und Irdische heruntergesetzte ahrimanische Zauberei treiben. Und das wirkt ansteckend auf die Menschen, die ja nicht alles gleich selber können, die ungeschickt sind in den Dingen, die aber wie gesagt angesteckt werden, beeinflußt werden davon und somit unter dem Einflusse der an die Erde angrenzenden, unmittelbar an das Astralische grenzenden Welt stehen. Wenn so etwas geschildert wird, dann muß man sich ja klar sein, daß? dem, was man für alte Zeiten einen Mythos oder dergleichen nennt, immer großartige geistige Naturanschauungen zugrunde liegen. Und als man in Griechenland von den Faunen und Satyrn gesprochen hat, die sich in ihrer Tätigkeit hineinwoben in das irdische Geschehen, da hat man sich nicht, wie phantastische Gelehrte von heute es sich vorstellen, Wesen in der Phantasie konstruiert, sondern man hat in seiner geistigen Naturschau von jenen wirklichen Wesen gewußt, welche das unmittelbar an die irdische Welt angrenzende Astralterritorium überall eben als Faune und Satyrn bevölkerten. Jene Faune und Satyrn sind ungefähr um die Wende des 3., 4. nachchristlichen Jahrhunderts alle hinübergezogen in die Gebiete östlich vom Ural und der Wolga nach dem Kaukasus. Das wurde ihre Heimat. Dort haben sie ihre weitere Entwickelung durchgemacht. Vor dem Teppich, vor diesem kosmischen Teppich, ist nun dasjenige entstanden, was aus der menschlichen Seele heraus als Denken und so weiter, als eine gewisse Dialektik sich entwickelte. Wenn die Menschen festgehalten haben an den innerlichen strengen und reinen Denkformen, an dem, was man wirklich in sich entwickeln muß, wenn man die reinen Denkformen der Scholastik entwickeln will, dann haben sie eben dasjenige ausgebildet, was auszubilden war nach dem Ratschlusse der das Irdische leitenden Geistigkeit, dann haben sie vorbereitend gewirkt für das, was kommen muß in unserer Gegenwart und in einer nächsten Zukunft. Aber es war nicht überall jene Reinlichkeit vorhanden. Während im Osten, jenseits der Tapetenwand, wenn ich so sagen darf, der Trieb entstanden war, herunterzu- ziehen in das Irdische die Taten des Pleromas, zu verwandeln das Pleroma-Geschehen in irdische Zauberei und in ahrimanisierte Magie, vermischte sich westwärts der Tapetenwand mit dem Streben nach der Ratio, nach der Dialektik, nach der Logik, nach dem ideellen Begreifen der Welt des Irdischen, alles dasjenige, was menschliche Lustgefühle bedeutet, was menschliche Wohlgefühle am sinnlichen Dasein bedeutet. Es mischten sich herein in den reinen Vernunftgebrauch, der entwickelt worden ist, irdisch-menschliche, luziferische Triebe.

[ 21 ] And so, Eastward of the Ural and Volga regions, in the astral world which borders on our physical world, there arose during the later Middle Ages, continuing through the centuries to our own day, an Ahrimanic form of magic practised by certain spiritual beings who in their etheric and astral development stand higher than man but in their development of soul and Spirit stand lower than man. Throughout the regions of Siberia and Central Asia, in the spiritual world immediately adjacent to the earthly world, terrible etheric-astral Beings are to be seen, Ahrimanic beings who practise an earthly, materialised form of magic. And these forces work upon human beings who are unskilled in such arts but who are infected by them and so come under the influence of this astral world. In connection with these matters we must remember that ancient mythological lore was the outcome of a wonderfully spiritual conception of Nature. When men spoke in Greece of the Fauns and Satyrs and of the activities of the Fauns and Satyrs in earthly happenings, these beings were not the creations of fantasy as modern scholars would have us believe. The Greeks knew the reality of the Fauns and Satyrs who peopled the astral sphere adjacent to the earthly world. Approximately at the turn of the third and fourth centuries of our era these astral beings withdrew into regions lying Eastwards of the Ural, the Volga and the Caucasus. This territory became their home and there they entered upon their later phase of development. Against this cosmic background the faculty of thought in its pure form began to evolve in the souls of the men of Europe. So long as they adhered rigidly to an inwardly pure, inwardly austere activity of thinking of which Scholasticism affords a splendid example their development was thoroughly in harmony with the aims of the spiritual world. They were preparing for something that must be achieved in our present age and in the immediate future. But this purity was not everywhere maintained. Eastwards of the great wall of which I have spoken, the urge had arisen to drag down the forces of the Pleroma to the earthly world and apply them in an earthly, Ahrimanic form of magic. And Westwards of this wall, the urge towards rationalistic thought and towards a purely intellectual grasp of the earthly world mingled with the element of lust in material existence. In other words, a Luciferic impulse gradually insinuated itself into the working of the faculty of pure reason now dawning in the human mind.

[ 22 ] Dadurch aber entwickelte sich neben dem, was sich da als Streben nach Vernunft und ideeller Praxis entwickelte, unmittelbar angrenzend an die Erdenwelt, eine andere astralische Welt: Es entwickelte sich eine astralische Welt, die sozusagen mitten unter denen war, die so rein wie Giordano Bruno oder Galilei oder auch die Späteren strebten nach der Ausbildung des irdischen Denkens, nach einer irdischen Denkmaxime und Denktechnik. Sozusagen zwischendurch entstanden die Wesenheiten einer astralischen Welt, die jetzt all das in sich aufnehmen, namentlich auch in das religiöse Leben aufnehmen, was sinnliche Gefühle sind, denen dienstbar gemacht werden sollte das rationalistische Streben. Und so bekam allmählich das reine Denkstreben einen sinnlich-physischen Charakter.

[ 22 ] The result of this was the development of another astral world, immediately adjacent to the Earth, together with the efforts that were being made to unfold the faculties of pure reason and a pure, inwardly active form of thought. This astral world was ever-present among those who strove with the purity of purpose of men like Giordano Bruno, Galileo and others to promote the development of the faculty of earthly thought and to establish a standard and technique of thought. In and among all this activity we can divine the presence of beings belonging to an astral world—beings who attracted not only to themselves but to the religious life of men, forces proceeding from the element of lust in earthly existence, and whose aim was to bring the strivings for rationalistic thought into line with their own purposes. And so the efforts of the human mind to unfold the faculty of pure thought were gradually tinged with earthly, material considerations.

[ 23 ] Und vieles von dem, was dann schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, aber besonders im 19, Jahrhundert als solche Denktechnik sich ausbildete, ist durchsetzt und durchwoben von dem, was in der astralischen Welt, die nun diese rationalistische Welt durchzieht, vorhanden ist. Die irdischen Lüste der Menschen, die raffiniert gedeutet werden sollten, raffiniert erkannt werden sollten durch eine herabgekommene Denktechnik, die entwickelten in den Menschen ein Element, das Nahrung war für gewisse Astralwesenheiten, welche darauf ausgingen, das Denken, das in so hoher Schärfe ausgebildet war, nun bloß zum Durchdringen der irdischen Welt zu verwenden.

[ 23 ] The technique of thought manifest in the latter part of the eighteenth century and especially in the nineteenth century was influenced in a very high degree by the astral forces which by this time had insinuated themselves into the sphere of rationalistic thought. The material lusts of human beings which a pure and developed technique of thought ought to have been capable of clarifying and to some extent dispersing, gave birth to an element well-fitted to provide nourishment for certain astral beings who set out to direct the forces of this astute, keen thinking to the needs of material existence.

[ 24 ] Es entstanden solche Theorien wie die marxistischen, die das Denken, statt es zu erheben in das Spirituelle, auf das bloße Verweben sinnlich-physischer Entitäten, sinnlich-physischer-Impulse beschränkten.

[ 24 ] Such is the origin of systems of thought of which Marxism is an example. Instead of being sublimated to the realm of the Spirit, thought was applied merely to the purposes of physical existence and of the world of sense.

[ 25 ] Das war etwas, was immer mehr möglich machte, daß gewisse luziferische Wesenheiten, die in dieser Astralsphäre weben, eingreifen konnten in das Denken der Menschen. Das Denken der Menschen wurde ganz und gar durchsetzt von dem, was dann gewisse Astralwesenheiten dachten, von denen nun die westliche Welt ebenso besessen wurde wie die Nachkömmlinge der Schamanen im Östen.

[ 25 ] In this way the realm of human thinking became easy of access to certain Luciferic beings indwelling the astral world. The thoughts of men were impregnated through and through with the thoughts of these astral beings by whom the Western world was obsessed just as the East was now obsessed by astral beings whose existence had been made possible by the decadent magic arts practised among the Shamanic peoples.

[ 26 ] Und so entstanden endlich Gestalten, die besessen waren von solchen Astralwesen, welche in scharfsinnig-irdisches Denken die menschlichen Gelüste eingeführt haben. Und es entstanden solche Wesen wie etwa diejenigen, die dann vom astralischen Plane aus die Lenins und ihre Genossen von sich besessen gemacht haben.

[ 26 ] Under the influence of these astral beings, the element of earthly craving and desire crept into the realm of an astute but at the same time material mode of thought. And from this astral world influences played into and took possession of men of the type of Lenin and his contemporaries.

[ 27 ] Und so haben wir einander gegenübergestellt zwei Welten: die eine ostwärts von Ural und Wolga und Kaukasus, die andere westwärts davon, die, ich möchte sagen, ein in sich abgeschlossenes Astralgebiet bilden. Wir haben das Uralgebiet, das daran anschließende Wolgagebiet, das Schwarze Meer, da wo die ehemalige Tapetenwand gestanden hat. Wir haben ostwärts und westwärts von Ural und Wolga ein Astralterritorium der Erde, in dem heute in einer intensiven Weise wie zu einer kosmischen Ehe zusammenstreben die Wesen, deren Lebensluft das luziferische Denken des Westens ist, und diejenigen Wesen, ostwärts von Ural und Wolga in dem daran anstoßenden Astralterritorium, deren Lebenselement die verirdischte Magie der einstmaligen Pleroma-Handlungen ist. Diese Wesenheiten ahrimanischer und luziferischer Art streben zusammen. Und wir haben da auf der Erde ein ganz besonderes Astralterritorium, in dem nun die Menschen darinnen leben, mit der Aufgabe, das zu durchschauen. Und wenn sie diese Aufgabe erfüllen, dann erfüllen sie etwas, was ihnen in der Gesamtentwickelung der Menschheit auferlegt ist, in großartiger Weise. Wenn sie aber den Blick davon abwenden, dann werden sie von alledem innerlich gemüthaft durchsetzt und besessen — besessen von jener brünstigen Ehe, die geschlossen werden soll im kosmischen Sinne von den asiatischen ahrimanisierten Wesenheiten und den europäischen luziferisierten Wesenheiten, die mit aller kosmischen Wollust einander entgegenstreben und eine furchtbar schwüle astralische Atmosphäre erzeugen und wiederum die Menschen von sich besessen machen. Und so ist allmählich östlich und westlich von Ural und Wolga ein Astralgebiet entstanden, unmittelbar über dem Erdboden sich erhebend, das darstellt das irdische Astralgebiet für Wesenheiten, welche die metamorphosierten Faune und die metamorphosierten Satyrn sind.

[ 27 ] We have therefore to think of two worlds: one lying Eastwards of the districts of the Ural Mountains, the Volga and the Caucasus, and the other Westwards of this region. These two worlds in themselves constitute one astral sphere. The beings of this astral region are striving in our present age to enter into a kind of cosmic union. Westwards of the Ural and Volga districts live the beings whose life-breath is provided by the thinking of the West, permeated as it is by a Luciferic influence. In the astral sphere Eastwards of the Ural and Volga districts dwell those beings whose life-element is provided by magic arts which are the debased, materialised form of what once was a power functioning in the world known as the Pleroma. These beings are striving to unite, with the result that there has come into existence an astral region in which human beings are involved, and which they must learn to understand. If they succeed in this, a task of first importance for the evolutionary progress of mankind will be accomplished. But if they persist in ignoring what is happening here, their inner life will be taken hold of by the fiery forces emanating from the Ahrimanic beings of Asia and the Lucifer beings of Europe as they strive to consummate their cosmic union. Human beings are in danger of becoming obsessed by these terrible forces emanating from the astral world. Eastwards and Westwards of the Ural and Volga districts, then, we must conceive of the existence of an astral region immediately adjacent to the Earth—a region which is the earthly dwelling-place of beings who are the Fauns and the Satyrs in a later metamorphosis.

[ 28 ] Wenn wir heute nach diesem Osten Europas hinüberschauen, sehen wir eben nicht nur Menschen, wenn wir das Ganze der Wirklichkeit sehen, sondern wir sehen gewissermaßen dasjenige, was im Laufe des Mittelalters und im Laufe der Neuzeit eine Art Paradies geworden ist für Faune und Satyrn, die ja ihre Metamorphose, ihre Entwickelung durchgemacht haben. Und wenn man in der richtigen Weise versteht, was die Griechen erschauten unter Faunen und Satyrn, so kann man auch hinschauen auf jene Entwickelung, auf jene Metamorphose, welche die Faune und Satyrn da durchgemacht haben. Diese Wesenheiten, die ja, ich möchte sagen, immer zwischen den Menschen herumgehen und ihre aus asiatischer ahrimanisierter Magie und europäischem luziferisiertem Rationalismus getriebene wollüstige Handwerkerei im Astralischen vollführen, aber die Menschen damit anstecken, diese verwandelten metamorphosierten Satyrn und Faune erschaut man so, daß sich nach dem unteren Körperlichen hin die Bocksform noch ganz besonders in ihnen verwildert hat, daß sie eine nach außen durch das Lüstige lichthaft erglänzende Bocksform haben, während sie nach oben hin ein ungemein intelligentes Haupt haben, ein Haupt, das eine Art von Glanz hat, das aber das Abbild alles möglichen luziferisierten, rationalistischen Raffinements ist. Gestalten zwischen Bären und Böcken, mit einem raffiniert ins Wollüstige, aber zu gleicher Zeit ins ungemein Gescheite gezogenen menschlich Physiognomischen sind diese Wesenheiten, welche das Paradies der Satyrn und Faune bewohnen. Denn ein Paradies der Satyrn und Faune ist diese Gegend im Astralischen in den letzten Jahrhunderten des Mittelalters und den ersten Jahrhunderten der Neuzeit geworden — ein Paradies der verwandelten Satyrn und Faune, die es heute bewohnen.

[ 28 ] If the whole reality is revealed to us as we look over towards the East of Europe to-day, we see not human beings alone but an astral sphere which since the Middle Ages has become the Paradise of beings once known as the Fauns and Satyrs. And if we understand the nature of these beings, we can also follow the processes of metamorphosis through which they have passed since then. These beings move about among men and carry on their activities in the astral world, using on the one hand the Ahrimanic forces of decadent, Eastern magic and on the other, the forces emanating from the Luciferic, rationalistic thinking of the West. And human beings on the Earth are influenced and affected by these forces. In their present state, the goat-form which constitutes the lower part of the bodily structure of these beings has coarsened and become bear-like, but on the other hand their heads are radiant and possessed of a high order of intelligence. They are the mirrored personifications of Luciferic rationalism developed to its highest point of subtlety. The beings indwelling this astral Paradise are half bear-, half goat-like in form, with semi-human countenances exhibiting a subtle sensuousness but at the same a rare cleverness. Since the later Middle Ages and on through the centuries of the modern age this astral region has become a veritable Paradise of the Satyrs and Fauns in their present metamorphosis, and there they dwell.

[ 29 ] Unter all dem, was so geschieht, ich möchte sagen, tanzt nun die zurückgebliebene Menschheit mit ihren abgestumpften Begriffen herum und schildert nur das Irdische, während in das Irdische diejenigen Dinge hereinspielen, die wahrhaftig nicht weniger zu der Wirklichkeit gehören als die, welche man mit den sinnlichen Augen sehen und mit dem sinnlichen Verstande begreifen kann.

[ 29 ] And in the midst of all these mysterious happenings a laggard humanity goes its way, concerning itself merely with physical affairs. But all the time these forces—which are no less real than the phenomena of the world man perceives with his physical eyes and grasps with his physical brain—are playing into earthly existence.

[ 30 ] Was sich nun zwischen Asien und Europa entwickelt, das ist erst zu verstehen, wenn man es in seinem astral-geistigen Aspekt versteht, das ist erst zu verstehen, wenn man dasjenige ansehen kann, was als dekadenter Schamanismus in Mittel- und Nordasien drüben aus einer Wirklichkeit geblieben ist, was dort als heutiger dekadenter Magismus wollüstig herüberstrebt, um sich gewissermaßen in einer kosmischen Ehe zu verbinden mit dem, was aus äußeren Gründen heraus den Namen Bolschewismus bekommen hat. Da, östlich und westlich vom Gebiete des Ural und der Wolga, wird eine Ehe angestrebt zwischen Magismus und Bolschewismus. Was sich da abspielt, das erscheint der Menschheit so unbegreiflich, weil es sich in einer merkwürdigen Mythosform abspielt, weil sich das Luziferisch-Geistige des Bolschewikentums verbindet mit den ganz dekadent gewordenen Formen des Schamanentums, die herankommen nach dem Ural und der Wolga und dieses Gebiet überschreiten. Von Westen nach Osten, von Osten nach Westen spielen da in dieser Weise Ereignisse ineinander, die eben die Ereignisse des Paradieses der Satyrn und Faune sind. Und was da hineinspielt aus dem Geistigen in die Menschenwelt, das ist das Ergebnis dieses lüsternen Zusammenwirkens der aus der alten Zeit hier eingewanderten Satyrn und Faune und desjenigen, was gewissermaßen die nur das Kopfliche, das dem Kopfe Angehörige entwickelnden Westgeister in sich hervorgebildet haben, die dann mit den aus Asien herübergekommenen Satyrn und Faunen sich verbinden wollen.

[ 30 ] The conditions now developing as between Asia and Europe cannot be fully intelligible until we understand them in their astral aspect, their spiritual aspect. The decadent forces emanating from Shamanic arts which have been preserved in the astral regions of Central and Northern Asia are striving to consummate a kind of cosmic union with the impulse which has received the name of Bolshevism, and Eastwards and Westwards of the Ural and Volga districts endeavours are being made to consummate a union between a certain form of magic and Bolshevism. It is a world of myth and is for this reason well-nigh incomprehensible to the modern mind. Luciferic elements in the form of Bolshevism are striving to unite with the decadent forces proceeding from Shamanic arts and coming over from the East. From West to East and from East to West forces are working and weaving in this astral Paradise. And the influences which pour down from this astral world into the earthly world emanate from the passionate efforts for union between the beings known in olden times as the Fauns and Satyrs who surge over from the East, and the spirits of the West who have developed in a high degree, everything that is connected with the head.

[ 31 ] Ich möchte sagen, äußerlich dargestellt schaut es aus, wie wenn jene wolkenartig geistigen Gebilde sich zusammenballen, je weiter sie nach dem Osten gegen den Ural und die Wolga vordringen, wobei der andere Körper undeutlich bleibt — wie wenn diese Gebilde sich zusammenballen zu, man möchte schon sagen, wollüstig aussehenden, raffiniert aussehenden Köpfen; wie wenn sie immerfort zu Köpfen werden und die übrige Körperlichkeit verlieren. Dann kommen von dem Osten herüber, gegen die Ural- und Wolgagegend, die metamorphosierten Satyrn und Faune, deren Bocksnatur fast Bärennatur geworden ist und die, je mehr sie nach dem Westen herüberkommen, die Köpfe verlieren und in einer Art Ehe, einer kosmischen Ehe, begegnet ein solches den Kopf verlierendes Wesen einem von Europa herüberziehenden Wesen, das ihm den Kopf entgegenbringt. Und so entstehen diese metamorphosierten, mit dem übermenschlichen Kopf ausgestatteten Organisationen, so entstehen diese metamorphosierten Satyrn und Faune im Astralgebiet. Sie sind die Bewohner der Erde ebenso wie die physische Menschheit. Sie bewegen sich innerhalb der Welt, innerhalb der sich die physischen Menschen auch bewegen. Sie sind die Verführer und Versucher der physischen Menschen, weil sie die Menschen von sich besessen machen können, weil sie sie nicht nur durch Reden zu überzeugen brauchen, sondern sie von sich besessen machen können. Dann kommt es, daß die Menschen glauben, das, was sie tun, sei von ihnen selber, von ihrem Wesen getan, während in Wahrheit dasjenige, was die Menschen tun auf einem solchen Gebiete, oftmals nur deshalb getan wird, weil sie innerlich in ihrem Blute durchsetzt werden von einem solchen Wesen, das von Osten her den ins Bärenartige überführten Bocksleib und das im Westen ins Übermenschliche hinauf metamorphosierte europäische Menschenhaupt erlangt hat.

[ 31 ] The spectacle presented to super-sensible sight may be described in the following way: The nearer we come to the Ural and Volga districts, the more do these cloud-like, spiritual forms seem to gather together into a mass of heads, while the other parts of the bodily structure become indistinct. Seething over from the East we see those other beings, known in days of yore as the Fauns and Satyrs. Their once goat-like form has coarsened to a bear-like form and the further West they come in their efforts to consummate their astral union with the Luciferic beings of the West, the more do their heads seem to disappear. These beings come into existence in the astral world and the Earth-sphere is their home just as it is the home of physical humanity. They are the tempters and seducers of humanity on Earth because they can take possession of men; they can obsess human beings without in any way needing to convince them by means of speech.

[ 32 ] Es gilt heute, diese Dinge mit derselben Kraft zu ergreifen, mit der einstmals Mythen geformt worden sind. Denn nur wenn wir bewußt ins Gebiet des Imaginativen hinaufgehen können, können wir heute verstehen, was wir verstehen müssen, wenn wir uns bewußt in die Entwickelung der Menschheit hineinstellen sollen und wollen.

[ 32 ] It is urgently necessary that these things should be realised to-day. Men must awaken those inner faculties of soul which once gave birth to the mythological lore of olden times. For it is only by rising to the sphere of Imaginative knowledge that we can stand with full consciousness in the onward-flowing stream of human evolution.