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Human Nature, Human Destiny
and World Development
GA 226

18 May 1921, Oslo

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Dritter Vortrag

Dritter Vortrag

[ 1 ] Wir haben gestern den Weg zu besprechen gehabt, den der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchmacht, und aus dem ganzen Zusammenhange, den ich bereits dargestellt habe, werden Sie entnehmen können, daß wir eigentlich jede Nacht, wenn wir in den Schlaf kommen, den Weg zurückfinden müssen zu dem Ausgangspunkte unseres Erdenlebens. Das ist in der Tat eine wichtige Einsicht, die wir gewinnen können, daß wir, auch wenn wir in den Schlaf versinken, eben — wie ich es schon im Laufe dieser Vorträge ausgeführt habe — nicht stehenbleiben, ich möchte sagen, bei dem Datum, bei dem wir angekommen sind in unserem irdischen Lebenslaufe, sondern daß wir einschlafend richtig zurückversetzt werden an den Ausgangspunkt unseres Erdenlebens. Wir sind jedesmal, wenn wir eingeschlafen sind, wiederum in unsere Kindheit zurückversetzt, ja sogar in den Zustand, bevor wir zur Kindheit gekommen sind, bevor wir angekommen sind im Erdenleben, so daß wir schlafend immer versetzt sind mit unserem Ich und mit unserem astralischen Leib in die übersinnliche Welt, aus der heraus wir stammen, die wir verlassen haben, indem wir Erdenmenschen geworden sind.

[ 1 ] Wir haben gestern den Weg zu besprechen gehabt, den der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durchmacht, und aus dem ganzen Zusammenhange, den ich bereits dargestellt habe, werden Sie entnehmen können, daß wir eigentlich jede Nacht, wenn wir in den Schlaf kommen, den Weg zurückfinden müssen zu dem Ausgangspunkte unseres Erdenlebens. Das ist in der Tat eine wichtige Einsicht, die wir gewinnen können, daß wir, auch wenn wir in den Schlaf versinken, eben — wie ich es schon im Laufe dieser Vorträge ausgeführt habe — nicht stehenbleiben, ich möchte sagen, bei dem Datum, bei dem wir angekommen sind in unserem irdischen Lebenslaufe, sondern daß wir einschlafend richtig zurückversetzt werden an den Ausgangspunkt unseres Erdenlebens. Wir sind jedesmal, wenn wir eingeschlafen sind, wiederum in unsere Kindheit zurückversetzt, ja sogar in den Zustand, bevor wir zur Kindheit gekommen sind, bevor wir angekommen sind im Erdenleben, so daß wir schlafend immer versetzt sind mit unserem Ich und mit unserem astralischen Leib in die übersinnliche Welt, aus der heraus wir stammen, die wir verlassen haben, indem wir Erdenmenschen geworden sind.

[ 2 ] Das macht notwendig, daß wir in diesem Augenblicke unserer Betrachtungen noch einmal genauer dasjenige vor unserer Seele vorüberziehen lassen, was der Mensch schlafend unbewußt, aber deshalb nicht minder lebensvoll durchmacht. Dabei kommt die Länge des Schlafes eigentlich nicht so sehr in Betracht. Zwar ist es schwierig für das gewöhnliche Bewußtsein, sich richtig vorzustellen, daß die Zeit- und Raumverhältnisse ganz andere werden, wenn wir in der geistigen Welt sind, aber diese Vorstellungen muß man sich bilden, denn diese Verhältnisse werden ganz anders.

[ 2 ] Das macht notwendig, daß wir in diesem Augenblicke unserer Betrachtungen noch einmal genauer dasjenige vor unserer Seele vorüberziehen lassen, was der Mensch schlafend unbewußt, aber deshalb nicht minder lebensvoll durchmacht. Dabei kommt die Länge des Schlafes eigentlich nicht so sehr in Betracht. Zwar ist es schwierig für das gewöhnliche Bewußtsein, sich richtig vorzustellen, daß die Zeit- und Raumverhältnisse ganz andere werden, wenn wir in der geistigen Welt sind, aber diese Vorstellungen muß man sich bilden, denn diese Verhältnisse werden ganz anders.

[ 3 ] Ich habe schon gesagt: Wenn wir meinetwillen im Schlaf versunken sind, also in die Bewußtlosigkeit hinübergetreten sind, dann plötzlich aufwachen, so machen wir im Augenblicke des Aufwachens das alles durch, was wir durchgemacht hätten, wenn wir noch einen langen Schlaf vollzogen hätten. Die Länge des Schlafes an physischem Zeitmaß gemessen, hat nur für unseren physischen Leib und auch noch für den Ätherleib eine Bedeutung. Für dasjenige, was wir als Ich und astralischer Leib durchmachen, bestehen ganz andere Zeitverhältnisse, so daß also dasjenige, was ich Ihnen jetzt werde darzulegen haben, für einen kurzen und für einen langen Schlaf durchaus gilt.

[ 3 ] Ich habe schon gesagt: Wenn wir meinetwillen im Schlaf versunken sind, also in die Bewußtlosigkeit hinübergetreten sind, dann plötzlich aufwachen, so machen wir im Augenblicke des Aufwachens das alles durch, was wir durchgemacht hätten, wenn wir noch einen langen Schlaf vollzogen hätten. Die Länge des Schlafes an physischem Zeitmaß gemessen, hat nur für unseren physischen Leib und auch noch für den Ätherleib eine Bedeutung. Für dasjenige, was wir als Ich und astralischer Leib durchmachen, bestehen ganz andere Zeitverhältnisse, so daß also dasjenige, was ich Ihnen jetzt werde darzulegen haben, für einen kurzen und für einen langen Schlaf durchaus gilt.

[ 4 ] Wenn sich der Mensch mit seiner Seele in den Schlaf hinein begibt, ist der erste Zustand, den er durchmacht — das alles verläuft im Unbewußten, aber es ist durchaus lebensvoll da —, der, daß er sich wie in einem allgemeinen Weltenäther lebend fühlt. Ich sage, fühlt, es ist ein unbewußtes Fühlen, aber man kann die Dinge nicht anders ausdrücken als dadurch, daß man Ausdrücke aus dem gewöhnlichen Bewußtsein gebraucht. Er fühlt sich gewissermaßen ausgedehnt in den ganzen Kosmos. Und die bestimmte Anschauung, die man gehabt hat, die ein Verbundensein mit den Dingen bedeutet, die in der Erdenumgebung um uns herum sind, diese bestimmten Wahrnehmungen hören auf. Ein allgemeines Miterleben mit dem Weben und Treiben des Kosmos tritt da zunächst ein. Das ist damit verbunden, daß man sich gewissermaßen als Seele im Bodenlosen erlebt. Bei diesem Erleben im Bodenlosen tritt ein starker Trieb der Seele ein, göttlich gestützt zu sein, so daß wir eigentlich jeden Tag beim Einschlafen das religiöse Bedürfnis gerade während des Schlafzustandes erleben, die ganze Welt durchsetzt und durchwellt zu haben mit einem GöttlichGeistigen, das überall ausgebreitet ist. Das erleben wir eigentlich im Einschlafen. Und wir bringen uns durch unsere ganze Menschheitskonstitution in den Wachzustand dieses Bedürfnis nach dem Göttlichen mit. Wir verdanken dem Schlaferlebnisse jeden Tag aufs neue die Auffrischung unseres religiösen Bedürfnisses.

[ 4 ] Wenn sich der Mensch mit seiner Seele in den Schlaf hinein begibt, ist der erste Zustand, den er durchmacht — das alles verläuft im Unbewußten, aber es ist durchaus lebensvoll da —, der, daß er sich wie in einem allgemeinen Weltenäther lebend fühlt. Ich sage, fühlt, es ist ein unbewußtes Fühlen, aber man kann die Dinge nicht anders ausdrücken als dadurch, daß man Ausdrücke aus dem gewöhnlichen Bewußtsein gebraucht. Er fühlt sich gewissermaßen ausgedehnt in den ganzen Kosmos. Und die bestimmte Anschauung, die man gehabt hat, die ein Verbundensein mit den Dingen bedeutet, die in der Erdenumgebung um uns herum sind, diese bestimmten Wahrnehmungen hören auf. Ein allgemeines Miterleben mit dem Weben und Treiben des Kosmos tritt da zunächst ein. Das ist damit verbunden, daß man sich gewissermaßen als Seele im Bodenlosen erlebt. Bei diesem Erleben im Bodenlosen tritt ein starker Trieb der Seele ein, göttlich gestützt zu sein, so daß wir eigentlich jeden Tag beim Einschlafen das religiöse Bedürfnis gerade während des Schlafzustandes erleben, die ganze Welt durchsetzt und durchwellt zu haben mit einem GöttlichGeistigen, das überall ausgebreitet ist. Das erleben wir eigentlich im Einschlafen. Und wir bringen uns durch unsere ganze Menschheitskonstitution in den Wachzustand dieses Bedürfnis nach dem Göttlichen mit. Wir verdanken dem Schlaferlebnisse jeden Tag aufs neue die Auffrischung unseres religiösen Bedürfnisses.

[ 5 ] So führt uns die Betrachtung des ganzen Wesens des Menschen eigentlich erst in die Erkenntnis der Lebenszustände, die wir durchmachen. Wir leben im Grunde genommen recht gedankenlos, indem wir nur das Leben durchführen, das vom Morgen bis zum Abend bewußt verläuft, denn vieles spielt aus dem nächtlichen Erleben herein. Der Mensch ist sich nicht immer klar, woraus sein lebendiges religiöses Bedürfnis kommt. Es kommt von diesem allgemeinen Erleben, das wir im ersten Zustand des Schlafes allnächtlich haben, auch haben, wenn auch vielleicht mit geringerer Intensität, wenn wir ein Nachmittagsschläfchen machen.

[ 5 ] So führt uns die Betrachtung des ganzen Wesens des Menschen eigentlich erst in die Erkenntnis der Lebenszustände, die wir durchmachen. Wir leben im Grunde genommen recht gedankenlos, indem wir nur das Leben durchführen, das vom Morgen bis zum Abend bewußt verläuft, denn vieles spielt aus dem nächtlichen Erleben herein. Der Mensch ist sich nicht immer klar, woraus sein lebendiges religiöses Bedürfnis kommt. Es kommt von diesem allgemeinen Erleben, das wir im ersten Zustand des Schlafes allnächtlich haben, auch haben, wenn auch vielleicht mit geringerer Intensität, wenn wir ein Nachmittagsschläfchen machen.

[ 6 ] Dann aber tritt etwas ein während jedes Schlafes — wie gesagt, es bleibt unbewußt zunächst, aber es wird deshalb nicht minder lebendig durchgemacht —, wie wenn der Mensch nun nicht mehr in seiner Seele so allgemein ausgebreitet wäre im Kosmos, sondern wie wenn er sich mit den einzelnen Teilen seines Wesens verteilte. Wie zersplittert fühlt. man sich, das heißt, man würde sich wie zersplittert fühlen, wenn man das, was man erlebt, fühlen würde, wenn es bewußt würde. Und auf dem Grunde der Seele macht sich eine unbewußte Ängstlichkeit geltend. Diese Ängstlichkeit, aufgeteilt zu werden in das ganze Weltenall, machen wir jede Nacht im Schlafe durch.

[ 6 ] Dann aber tritt etwas ein während jedes Schlafes — wie gesagt, es bleibt unbewußt zunächst, aber es wird deshalb nicht minder lebendig durchgemacht —, wie wenn der Mensch nun nicht mehr in seiner Seele so allgemein ausgebreitet wäre im Kosmos, sondern wie wenn er sich mit den einzelnen Teilen seines Wesens verteilte. Wie zersplittert fühlt. man sich, das heißt, man würde sich wie zersplittert fühlen, wenn man das, was man erlebt, fühlen würde, wenn es bewußt würde. Und auf dem Grunde der Seele macht sich eine unbewußte Ängstlichkeit geltend. Diese Ängstlichkeit, aufgeteilt zu werden in das ganze Weltenall, machen wir jede Nacht im Schlafe durch.

[ 7 ] Sie werden sagen: Was kümmert uns das, da wir das doch nicht wissen? — Aber es kümmert uns trotzdem sehr viel. Ich möchte durch einen Vergleich deutlich machen, was es uns kümmert. Nehmen Sie an, wir werden im gewöhnlichen Tagesleben ängstlich. Da werden wir blaß. Daß wir ängstlich werden, ist ein bewußter Vorgang der Seele; daß wir blaß werden, ist eine bestimmte Änderung in unserem Organismus. Das Blut zieht sich zurück in das Innere des Leibes. Das ist ein objektiver Vorgang. Wir können die Ängstlichkeit auch beim objektiven Vorgang beschreiben, der im physischen Leib während des Tagwachens geschieht. Das, was wir seelisch erleben, ist gewissermaßen die Seelenspiegelung dieses Zurücktretens des Blutes von der Oberfläche des Leibes in die inneren Partien. Also es gibt einen objektiven Vorgang, der während des Wachens der Angst entspricht. So gibt es auch einen objektiven Vorgang im Astralleibe, den wir durchmachen, wenn der Mensch schläft, der ganz unabhängig ist vom Bewußtsein.

[ 7 ] Sie werden sagen: Was kümmert uns das, da wir das doch nicht wissen? — Aber es kümmert uns trotzdem sehr viel. Ich möchte durch einen Vergleich deutlich machen, was es uns kümmert. Nehmen Sie an, wir werden im gewöhnlichen Tagesleben ängstlich. Da werden wir blaß. Daß wir ängstlich werden, ist ein bewußter Vorgang der Seele; daß wir blaß werden, ist eine bestimmte Änderung in unserem Organismus. Das Blut zieht sich zurück in das Innere des Leibes. Das ist ein objektiver Vorgang. Wir können die Ängstlichkeit auch beim objektiven Vorgang beschreiben, der im physischen Leib während des Tagwachens geschieht. Das, was wir seelisch erleben, ist gewissermaßen die Seelenspiegelung dieses Zurücktretens des Blutes von der Oberfläche des Leibes in die inneren Partien. Also es gibt einen objektiven Vorgang, der während des Wachens der Angst entspricht. So gibt es auch einen objektiven Vorgang im Astralleibe, den wir durchmachen, wenn der Mensch schläft, der ganz unabhängig ist vom Bewußtsein.

[ 8 ] Derjenige, der imaginativ und inspiriert vorstellen kann, erlebt dann diesen objektiven Vorgang im astralischen Leibe als Angstzustand, aber dieses, was von der Angst objektiv ist, macht der Mensch jede Nacht wirklich durch, weil er in seiner Seele aufgeteilt wird. Und wie wird er aufgeteilt? Er wird tatsächlich jede Nacht aufgeteilt an die Sternenwelt. Ein Teil unseres Wesens strebt hin nach dem Merkur, ein anderer Teil des Wesens nach dem Jupiter und so weiter. Nur muß ich, um den Vorgang, der sich hier abspielt, ganz richtig zu charakterisieren, sagen, das ist beim gewöhnlichen Schlaf nicht so wie auf dem Wege zwischen Tod und neuer Geburt, wo wir tatsächlich zu den Sternenwelten hinaufdringen, sondern während der Nacht machen wit dieses Aufgeteiltsein durch, indem wir nicht wirklich an die Sterne aufgeteilt werden, sondern an die Nachbilder der Sterne, die wir während unseres Lebens fortwährend in uns tragen. An Nachbilder des Merkur, der Venus, des Mondes, der Sonne und so weiter werden wir während des nächtlichen Schlafes aufgeteilt. Also da handelt es sich um Nachbilder, nicht um die ursprünglichen Sterne selbst.

[ 8 ] Derjenige, der imaginativ und inspiriert vorstellen kann, erlebt dann diesen objektiven Vorgang im astralischen Leibe als Angstzustand, aber dieses, was von der Angst objektiv ist, macht der Mensch jede Nacht wirklich durch, weil er in seiner Seele aufgeteilt wird. Und wie wird er aufgeteilt? Er wird tatsächlich jede Nacht aufgeteilt an die Sternenwelt. Ein Teil unseres Wesens strebt hin nach dem Merkur, ein anderer Teil des Wesens nach dem Jupiter und so weiter. Nur muß ich, um den Vorgang, der sich hier abspielt, ganz richtig zu charakterisieren, sagen, das ist beim gewöhnlichen Schlaf nicht so wie auf dem Wege zwischen Tod und neuer Geburt, wo wir tatsächlich zu den Sternenwelten hinaufdringen, sondern während der Nacht machen wit dieses Aufgeteiltsein durch, indem wir nicht wirklich an die Sterne aufgeteilt werden, sondern an die Nachbilder der Sterne, die wir während unseres Lebens fortwährend in uns tragen. An Nachbilder des Merkur, der Venus, des Mondes, der Sonne und so weiter werden wir während des nächtlichen Schlafes aufgeteilt. Also da handelt es sich um Nachbilder, nicht um die ursprünglichen Sterne selbst.

[ 9 ] Und diese Ängstlichkeit, die wir da durchmachen, die verhältnismäßig bald nach dem Einschlafen auftritt, kann bei dem Menschen nur behoben werden, wenn seine Zugehörigkeit zum Christus wirklich vorhanden ist. Da lernt man an dieser Stelle die notwendige Zugehörigkeit des Menschen zum Christus kennen. Nur muß man, wenn man von dieser Zugehörigkeit spricht, die Entwickelung des Menschengeschlechtes auf Erden ins Auge fassen. Diese Entwickelung des Menschengeschlechtes auf Erden kann man nur verstehen, wenn man den bedeutsamen Einschnitt in diese Entwickelung, der durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist, richtig zu durchschauen vermag. Die Menschen waren seelisch-geistig etwas durchaus anderes, bevor auf der Erde das Mysterium von Golgatha sich abgespielt hat. Und man muß, wenn man richtig seelisch den Menschen betrachtet, immer das berücksichtigen, daß die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha anders waren als nachher.

[ 9 ] Und diese Ängstlichkeit, die wir da durchmachen, die verhältnismäßig bald nach dem Einschlafen auftritt, kann bei dem Menschen nur behoben werden, wenn seine Zugehörigkeit zum Christus wirklich vorhanden ist. Da lernt man an dieser Stelle die notwendige Zugehörigkeit des Menschen zum Christus kennen. Nur muß man, wenn man von dieser Zugehörigkeit spricht, die Entwickelung des Menschengeschlechtes auf Erden ins Auge fassen. Diese Entwickelung des Menschengeschlechtes auf Erden kann man nur verstehen, wenn man den bedeutsamen Einschnitt in diese Entwickelung, der durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist, richtig zu durchschauen vermag. Die Menschen waren seelisch-geistig etwas durchaus anderes, bevor auf der Erde das Mysterium von Golgatha sich abgespielt hat. Und man muß, wenn man richtig seelisch den Menschen betrachtet, immer das berücksichtigen, daß die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha anders waren als nachher.

[ 10 ] Wenn die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha — wir waren alle in dieser Lage in früheren Erdenleben, diese Menschen sind wir ja selber, von denen wir da reden, denn wir waren da in früheren Erdenleben —, wenn die Menschen in früheren Erdenleben in Schlaf versunken sind und die Ängstlichkeit erlebt haben, die ich beschrieben habe, so war immer der Christus in einem Nachbilde aus der Sternenwelt ebenso vorhanden, wie die Nachbilder der andern Sterne vorhanden waren. Und der Christus trat so helfend, angstverscheuchend, die Angst also hinwegtreibend, in jedem Schlafzustand an den Menschen heran. In älteren Zeiten hatten die Menschen auch noch im instinktiven Hellsehen durchaus beim Aufwachen eine Art Erinnerung dabei, wie eine traumhafte Erinnerung, daß der Christus während des Schlafes bei ihnen war. Nur nannten sie ihn nicht den Christus. Sie nannten ihn den Sonnengeist. Aber es war das tiefe Bekenntnis dieser Menschen, die da gelebt haben vor dem Mysterium von Golgatha, daß der große Sonnengeist auch der große führende Helfer der Menschheit ist und daß er jede Nacht im Schlafe an den Menschen herantritt, um ihm die Angst zu nehmen, in die Welt zersplittert zu werden. Der Christus erschien als der den Menschen festigende, innerlich konsolidierende Geist.

[ 10 ] Wenn die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha — wir waren alle in dieser Lage in früheren Erdenleben, diese Menschen sind wir ja selber, von denen wir da reden, denn wir waren da in früheren Erdenleben —, wenn die Menschen in früheren Erdenleben in Schlaf versunken sind und die Ängstlichkeit erlebt haben, die ich beschrieben habe, so war immer der Christus in einem Nachbilde aus der Sternenwelt ebenso vorhanden, wie die Nachbilder der andern Sterne vorhanden waren. Und der Christus trat so helfend, angstverscheuchend, die Angst also hinwegtreibend, in jedem Schlafzustand an den Menschen heran. In älteren Zeiten hatten die Menschen auch noch im instinktiven Hellsehen durchaus beim Aufwachen eine Art Erinnerung dabei, wie eine traumhafte Erinnerung, daß der Christus während des Schlafes bei ihnen war. Nur nannten sie ihn nicht den Christus. Sie nannten ihn den Sonnengeist. Aber es war das tiefe Bekenntnis dieser Menschen, die da gelebt haben vor dem Mysterium von Golgatha, daß der große Sonnengeist auch der große führende Helfer der Menschheit ist und daß er jede Nacht im Schlafe an den Menschen herantritt, um ihm die Angst zu nehmen, in die Welt zersplittert zu werden. Der Christus erschien als der den Menschen festigende, innerlich konsolidierende Geist.

[ 11 ] Wer hält die Kräfte des Menschen im Leben zusammen? — So fragten sich die Angehörigen der alten Religionen. Der große Sonnengeist ist es, der die einzelnen Elemente des Menschen zu der Persönlichkeit festigend zusammenhält. Und dieses Bekenntnis hatten die Angehörigen der alten Religionen aus ihrem erinnernden Bewußtsein heraus, daß jede Nacht der Christus an die Menschen herantrat. Wir brauchen uns nicht weiter zu wundern, daß das so war, denn in jenen alten Zeiten, in denen noch vielfach ein instinktives Hellsehen dem Menschen eigen war, sahen die Menschen in besonderen Augenblicken ihres Lebens immer hinauf in die Zeit, die sie zugebracht haben, bevor sie als geistig-seelisches Wesen zur Erde heruntergestiegen waren und sich mit einem physischen Leib umkleidet hatten. Es war damals den Menschen ganz natürlich, hinaufzuschauen in das vorirdische Dasein.

[ 11 ] Wer hält die Kräfte des Menschen im Leben zusammen? — So fragten sich die Angehörigen der alten Religionen. Der große Sonnengeist ist es, der die einzelnen Elemente des Menschen zu der Persönlichkeit festigend zusammenhält. Und dieses Bekenntnis hatten die Angehörigen der alten Religionen aus ihrem erinnernden Bewußtsein heraus, daß jede Nacht der Christus an die Menschen herantrat. Wir brauchen uns nicht weiter zu wundern, daß das so war, denn in jenen alten Zeiten, in denen noch vielfach ein instinktives Hellsehen dem Menschen eigen war, sahen die Menschen in besonderen Augenblicken ihres Lebens immer hinauf in die Zeit, die sie zugebracht haben, bevor sie als geistig-seelisches Wesen zur Erde heruntergestiegen waren und sich mit einem physischen Leib umkleidet hatten. Es war damals den Menschen ganz natürlich, hinaufzuschauen in das vorirdische Dasein.

[ 12 ] Aber ist es denn nicht so, wie wir gerade auseinandergesetzt haben, daß uns jeder Schlaf in das vorirdische Dasein zurückführt, in das Dasein, bevor wir so recht bewußtes Kind geworden sind? Ja, so ist es. Und so wie die Menschen wußten, daß sie im vorirdischen Dasein mit dem hohen Sonnengeiste beisammen waren, der ihnen die Kraft gegeben hat, wiederum durch den Tod als unsterbliches Wesen zu gehen, so hatten die Menschen auch ein erinnerndes Bewußtsein nach jedem Schlafe, daß dieser hohe Sonnengeist helfend an ihrer Seite gestanden ist, um sie so recht als Menschen in sich zusammenhaltende Persönlichkeiten sein zu lassen.

[ 12 ] Aber ist es denn nicht so, wie wir gerade auseinandergesetzt haben, daß uns jeder Schlaf in das vorirdische Dasein zurückführt, in das Dasein, bevor wir so recht bewußtes Kind geworden sind? Ja, so ist es. Und so wie die Menschen wußten, daß sie im vorirdischen Dasein mit dem hohen Sonnengeiste beisammen waren, der ihnen die Kraft gegeben hat, wiederum durch den Tod als unsterbliches Wesen zu gehen, so hatten die Menschen auch ein erinnerndes Bewußtsein nach jedem Schlafe, daß dieser hohe Sonnengeist helfend an ihrer Seite gestanden ist, um sie so recht als Menschen in sich zusammenhaltende Persönlichkeiten sein zu lassen.

[ 13 ] Diesen Zustand durchlebt des Menschen Seele während des Schlafens, während sie mit der Planetenwelt Bekanntschaft macht. Es ist wie ein Aufgeteiltsein und durch Christus Zusammengehaltenwerden innerhalb der Nachbilder der Planeten.

[ 13 ] Diesen Zustand durchlebt des Menschen Seele während des Schlafens, während sie mit der Planetenwelt Bekanntschaft macht. Es ist wie ein Aufgeteiltsein und durch Christus Zusammengehaltenwerden innerhalb der Nachbilder der Planeten.

[ 14 ] Dieses ganze Erlebnis der Seele während des Schlafes ist anders geworden für die Menschen nach dem Mysterium von Golgatha. Das Mysterium von Golgatha hat für die Erdenmenschen die Entfaltung des starken Ich-Bewußtseins eingeleitet. Die Menschen hatten in alten Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem vorirdischen Dasein, aber sie hatten kein starkes Ich-Bewußtsein. Dieses Ich-Bewußtsein kam erst nach und nach seit dem Mysterium von Golgatha, insbesondere aber eigentlich erst über die Kulturmenschheit seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts. Und dieses starke Ich-Bewußtsein macht, daß der Mensch als ein freies, voll selbstbewußtes Wesen sich in die Sinneswelt hineinstellt, daß auf der andern Seite wie durch einen Ausgleich sein Zurückschauen in das vorirdische Dasein verdunkelt wird, auch sein Bewußtsein, sein erinnerndes Bewußtsein davon, daß während des Schlafes der Christus helfend an seine Seite tritt.

[ 14 ] Dieses ganze Erlebnis der Seele während des Schlafes ist anders geworden für die Menschen nach dem Mysterium von Golgatha. Das Mysterium von Golgatha hat für die Erdenmenschen die Entfaltung des starken Ich-Bewußtseins eingeleitet. Die Menschen hatten in alten Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem vorirdischen Dasein, aber sie hatten kein starkes Ich-Bewußtsein. Dieses Ich-Bewußtsein kam erst nach und nach seit dem Mysterium von Golgatha, insbesondere aber eigentlich erst über die Kulturmenschheit seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts. Und dieses starke Ich-Bewußtsein macht, daß der Mensch als ein freies, voll selbstbewußtes Wesen sich in die Sinneswelt hineinstellt, daß auf der andern Seite wie durch einen Ausgleich sein Zurückschauen in das vorirdische Dasein verdunkelt wird, auch sein Bewußtsein, sein erinnerndes Bewußtsein davon, daß während des Schlafes der Christus helfend an seine Seite tritt.

[ 15 ] Das ist ja das Merkwürdige, was sich mit dem Verlauf des Mysteriums von Golgatha für die Entwickelung der Menschheit abgespielt hat, daß die Menschen im Ich-Bewußtsein während des Tagwachens stark geworden sind, daß aber vollständige Finsternis sich nach und nach über dasjenige ausgebreitet hat, was früher aus dem Schlafbewußtsein herausgeleuchtet hat. Daher müssen die Menschen seit dem Mysterium von Golgatha bewußt während des Tagwachens ihr Verhältnis zu dem Christus Jesus herstellen, indem sie sich bewußt ein Verständnis erwerben, was durch das Mysterium von Golgatha eigentlich geschehen ist, wie durch das Mysterium von Golgatha auf die Erde der hohe Sonnengeist Christus heruntergestiegen ist, Mensch geworden ist in dem Leibe des Jesus von Nazareth, durch das Erdenleben und durch den Tod gegangen ist und den Jüngern, die ihn im äthetischen Leibe nach dem ’Tode schauen konnten, ein Lehrer noch war nach dem Tode.

[ 15 ] Das ist ja das Merkwürdige, was sich mit dem Verlauf des Mysteriums von Golgatha für die Entwickelung der Menschheit abgespielt hat, daß die Menschen im Ich-Bewußtsein während des Tagwachens stark geworden sind, daß aber vollständige Finsternis sich nach und nach über dasjenige ausgebreitet hat, was früher aus dem Schlafbewußtsein herausgeleuchtet hat. Daher müssen die Menschen seit dem Mysterium von Golgatha bewußt während des Tagwachens ihr Verhältnis zu dem Christus Jesus herstellen, indem sie sich bewußt ein Verständnis erwerben, was durch das Mysterium von Golgatha eigentlich geschehen ist, wie durch das Mysterium von Golgatha auf die Erde der hohe Sonnengeist Christus heruntergestiegen ist, Mensch geworden ist in dem Leibe des Jesus von Nazareth, durch das Erdenleben und durch den Tod gegangen ist und den Jüngern, die ihn im äthetischen Leibe nach dem ’Tode schauen konnten, ein Lehrer noch war nach dem Tode.

[ 16 ] Indem die Menschen in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha sich im Tagwachen ein Bewußtsein von ihrer Zusammengehörigkeit mit Christus erwerben, indem sie sich lebendige Vorstellungen erwerben von dem, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist, tritt für die Menschen wiederum die Möglichkeit ein, daß der Christus-Impuls ihnen nun in seiner Nachwirkung aus dem Tagwachen während der Nacht hilft. Das ist der große Unterschied des Schlafzustandes der Menschen vor dem Mysterium von Golgatha und nach dem Mysterium von Golgatha. Vor dem Mysterium von Golgatha war es sozusagen immer während des Schlafens von selbst gekommen, daß die Christus-Hilfe da war, und der Mensch konnte sich sogar noch im Wachzustande erinnern, daß der Christus während des Nachtschlafes bei ihm war. Ganz Christus-verlassen würde der Mensch nach dem Mysterium von Golgatha sein, wenn er nicht während des Tagwachens sein bewußtes Verhältnis zum Christus herstellte und dadurch den Nachklang, die Nachwirkung in den Schlaf hinübertrüge, so daß er während des Schlafes nun wiederum durch die ChristusHilfe zusammengehalten werden kann zur Persönlichkeit.

[ 16 ] Indem die Menschen in der Zeit nach dem Mysterium von Golgatha sich im Tagwachen ein Bewußtsein von ihrer Zusammengehörigkeit mit Christus erwerben, indem sie sich lebendige Vorstellungen erwerben von dem, was durch das Mysterium von Golgatha geschehen ist, tritt für die Menschen wiederum die Möglichkeit ein, daß der Christus-Impuls ihnen nun in seiner Nachwirkung aus dem Tagwachen während der Nacht hilft. Das ist der große Unterschied des Schlafzustandes der Menschen vor dem Mysterium von Golgatha und nach dem Mysterium von Golgatha. Vor dem Mysterium von Golgatha war es sozusagen immer während des Schlafens von selbst gekommen, daß die Christus-Hilfe da war, und der Mensch konnte sich sogar noch im Wachzustande erinnern, daß der Christus während des Nachtschlafes bei ihm war. Ganz Christus-verlassen würde der Mensch nach dem Mysterium von Golgatha sein, wenn er nicht während des Tagwachens sein bewußtes Verhältnis zum Christus herstellte und dadurch den Nachklang, die Nachwirkung in den Schlaf hinübertrüge, so daß er während des Schlafes nun wiederum durch die ChristusHilfe zusammengehalten werden kann zur Persönlichkeit.

[ 17 ] Das ist als eine innere seelische Verpflichtung für den Menschen aufgetaucht nach dem Mysterium von Golgatha, daß dasjenige, was die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha aus den Himmelsweiten herein unbewußt gehabt haben, die Hilfe des Christus, daß sie sich diese Hilfe des Christus nach und nach erwerben müssen durch Herstellung eines bewußten Verhältnisses zu dem Mysterium von Golgatha. Und schon können wir das Wesen des menschlichen Schlafes nicht richtig studieren, wenn wir nicht diesen großen, gewaltigen Unterschied des menschlichen Schlafes vor dem Mysterium von Golgatha und nach dem Mysterium von Golgatha ins Auge fassen.

[ 17 ] Das ist als eine innere seelische Verpflichtung für den Menschen aufgetaucht nach dem Mysterium von Golgatha, daß dasjenige, was die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha aus den Himmelsweiten herein unbewußt gehabt haben, die Hilfe des Christus, daß sie sich diese Hilfe des Christus nach und nach erwerben müssen durch Herstellung eines bewußten Verhältnisses zu dem Mysterium von Golgatha. Und schon können wir das Wesen des menschlichen Schlafes nicht richtig studieren, wenn wir nicht diesen großen, gewaltigen Unterschied des menschlichen Schlafes vor dem Mysterium von Golgatha und nach dem Mysterium von Golgatha ins Auge fassen.

[ 18 ] Aber es ist, wenn wir in den Schlafzustand hinübergehen, auch unsere ganze Welt eine andere, als sie während des Wachzustandes ist. Wie leben wir als Menschen während des Wachzustandes auf der Erde? Wir sind eingespannt durch unseren physischen Leib in die Naturgesetze. Die Gesetze, die draußen wirken in der Natur, wirken ja auch in uns. Dasjenige, was wir als moralische Verpflichtungen, als moralische Impulse, als die ganze moralische Weltenordnung anerkennen, das steht gewissermaßen wie eine abstrakte Welt in den Naturgesetzen. Und weil die heutige Naturforschung nur die Welt des Wachens berücksichtigt, so entfällt dieser Naturforschung die moralische Welt vollständig.

[ 18 ] Aber es ist, wenn wir in den Schlafzustand hinübergehen, auch unsere ganze Welt eine andere, als sie während des Wachzustandes ist. Wie leben wir als Menschen während des Wachzustandes auf der Erde? Wir sind eingespannt durch unseren physischen Leib in die Naturgesetze. Die Gesetze, die draußen wirken in der Natur, wirken ja auch in uns. Dasjenige, was wir als moralische Verpflichtungen, als moralische Impulse, als die ganze moralische Weltenordnung anerkennen, das steht gewissermaßen wie eine abstrakte Welt in den Naturgesetzen. Und weil die heutige Naturforschung nur die Welt des Wachens berücksichtigt, so entfällt dieser Naturforschung die moralische Welt vollständig.

[ 19 ] Da erzählt uns die Naturforschung davon, allerdings hypothetisch, aber es ist ganz im Sinne dieser Naturforschung, daß einmal der KantLaplacesche Urnebel — heute ist er modifiziert, aber er gilt im wesentlichen noch immer für die naturwissenschaftlichen Vorstellungen am Anfangspunkte unserer Weltenentwickelung war, daß am Ende dieser Weltenentwickelung der Wärmetod eintreten wird, wo alles wie in einem großen Friedhof von Lebendigem auf Erden begraben sein wird. Von physischem Zustand zu physischem Zustand schildert uns die Naturwissenschaft die Entwickelung des Kosmos. Darin ist ein Fremdling die moralische Weltenordnung. Der Mensch würde seine Würde nicht empfinden, der Mensch würde sich überhaupt nicht als Mensch erleben können, wenn er sich nicht als moralisches Wesen erlebte. Aber waren denn die moralischen Impulse schon im KantLaplaceschen Urnebel? Nein, da waren nur mechanische Gesetze, physikalische Gesetze. Werden sie sein, wenn die Erde am Wärmetod angekommen ist? Nein, da werden wiederum nur physikalische Gesetze herrschen, so sagt die Naturwissenschaft, und aus dem naturgesetzlichen Geschehen sprießt auf alles Lebendige, aus dem Lebendigen das Menschlich-Seelische. Der Mensch macht sich Vorstellungen: Das sollst du tun, das sollst du nicht tun. — Er erlebt eine moralische Weltenordnung. Sie hat aber keine Pflanzstätte in der Naturgesetzlichkeit selber. Wie eine bloße abstrakte Welt über der festen, massiven naturgesetzlichen Welt erscheint dem wachenden Menschen die moralische Weltenordnung.

[ 19 ] Da erzählt uns die Naturforschung davon, allerdings hypothetisch, aber es ist ganz im Sinne dieser Naturforschung, daß einmal der KantLaplacesche Urnebel — heute ist er modifiziert, aber er gilt im wesentlichen noch immer für die naturwissenschaftlichen Vorstellungen am Anfangspunkte unserer Weltenentwickelung war, daß am Ende dieser Weltenentwickelung der Wärmetod eintreten wird, wo alles wie in einem großen Friedhof von Lebendigem auf Erden begraben sein wird. Von physischem Zustand zu physischem Zustand schildert uns die Naturwissenschaft die Entwickelung des Kosmos. Darin ist ein Fremdling die moralische Weltenordnung. Der Mensch würde seine Würde nicht empfinden, der Mensch würde sich überhaupt nicht als Mensch erleben können, wenn er sich nicht als moralisches Wesen erlebte. Aber waren denn die moralischen Impulse schon im KantLaplaceschen Urnebel? Nein, da waren nur mechanische Gesetze, physikalische Gesetze. Werden sie sein, wenn die Erde am Wärmetod angekommen ist? Nein, da werden wiederum nur physikalische Gesetze herrschen, so sagt die Naturwissenschaft, und aus dem naturgesetzlichen Geschehen sprießt auf alles Lebendige, aus dem Lebendigen das Menschlich-Seelische. Der Mensch macht sich Vorstellungen: Das sollst du tun, das sollst du nicht tun. — Er erlebt eine moralische Weltenordnung. Sie hat aber keine Pflanzstätte in der Naturgesetzlichkeit selber. Wie eine bloße abstrakte Welt über der festen, massiven naturgesetzlichen Welt erscheint dem wachenden Menschen die moralische Weltenordnung.

[ 20 ] Wenn das imaginative, inspirierte und intuitive Bewußtsein dasjenige durchmacht, was der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen im Ich und im astralischen Leibe erlebt, so ist das ganz anders, Da ist fest und real die moralische Weltenordnung, und die Naturordnung drunten erscheint wie etwas Erträumtes, wie etwas nur Abstraktes. Es ist schwer vorzustellen, aber es ist so. Es ist die ganze Welt umgekehrt. Als das Reale, als das Sichere erschiene dem Schlafenden, wenn er hellseherisch würde im Schlafe, die moralische Weltenordnung, und als dasjenige, was eben darunter, jetzt nicht darüber schwebt, die physische naturgesetzliche Weltenordnung. Und wenn der Schlafende bewußt wäre, würde er nicht am Ausgangspunkte der Weltenordnung die Kant-Laplacesche Theorie und an das Ende den Wärmetod setzen, sondern er würde an den Ausgangspunkt setzen die Welt der geistigen Hierarchien, lauter geistig-seelische Wesen, die den Menschen ins Dasein führen, und an das Ende der Weltenordnung nicht den Wärmetod, sondern wiederum geistig-seelische Wesen, die den durch eine Entwickelungsreihe hindurchgegangenen Menschen in ihre Gemeinschaft aufnehmen. Und darunter würde wie eine Illusion wellig schweben und strömen die abstrakte physische Weltenordnung.

[ 20 ] Wenn das imaginative, inspirierte und intuitive Bewußtsein dasjenige durchmacht, was der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen im Ich und im astralischen Leibe erlebt, so ist das ganz anders, Da ist fest und real die moralische Weltenordnung, und die Naturordnung drunten erscheint wie etwas Erträumtes, wie etwas nur Abstraktes. Es ist schwer vorzustellen, aber es ist so. Es ist die ganze Welt umgekehrt. Als das Reale, als das Sichere erschiene dem Schlafenden, wenn er hellseherisch würde im Schlafe, die moralische Weltenordnung, und als dasjenige, was eben darunter, jetzt nicht darüber schwebt, die physische naturgesetzliche Weltenordnung. Und wenn der Schlafende bewußt wäre, würde er nicht am Ausgangspunkte der Weltenordnung die Kant-Laplacesche Theorie und an das Ende den Wärmetod setzen, sondern er würde an den Ausgangspunkt setzen die Welt der geistigen Hierarchien, lauter geistig-seelische Wesen, die den Menschen ins Dasein führen, und an das Ende der Weltenordnung nicht den Wärmetod, sondern wiederum geistig-seelische Wesen, die den durch eine Entwickelungsreihe hindurchgegangenen Menschen in ihre Gemeinschaft aufnehmen. Und darunter würde wie eine Illusion wellig schweben und strömen die abstrakte physische Weltenordnung.

[ 21 ] Wenn Sie zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, gerade mitten so darinnen, hellseherisch begabt würden, würden Sie alles das, was Sie bei Tag als die Naturgesetze gelernt haben, wie von der Erde geträumte Träume sehen. Und dasjenige, was Ihnen einen sicheren Boden gibt, würde die moralische Weltenordnung sein. Diese moralische Weltenordnung erlebt man, indem man sich durcharbeitet, nachdem einem Christus die geschilderte Hilfe gewährt hat, in die Ruhe des Fixsternhimmels, allerdings jetzt wiederum während des Nachtschlafes in den Abbildern. Man schaut von den Fixsternen aus, von den Abbildern das Irdische, das Naturgesetzliche an.

[ 21 ] Wenn Sie zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, gerade mitten so darinnen, hellseherisch begabt würden, würden Sie alles das, was Sie bei Tag als die Naturgesetze gelernt haben, wie von der Erde geträumte Träume sehen. Und dasjenige, was Ihnen einen sicheren Boden gibt, würde die moralische Weltenordnung sein. Diese moralische Weltenordnung erlebt man, indem man sich durcharbeitet, nachdem einem Christus die geschilderte Hilfe gewährt hat, in die Ruhe des Fixsternhimmels, allerdings jetzt wiederum während des Nachtschlafes in den Abbildern. Man schaut von den Fixsternen aus, von den Abbildern das Irdische, das Naturgesetzliche an.

[ 22 ] Das ist die ganz andersartige Form von den Erlebnissen, die der Mensch zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen hat und die jede Nacht seine Seele in das Bild des Kosmos hineinbringt. So wie der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wie ich gestern ausführte, in einem gewissen Zeitpunkte durch die Mondenkräfte zum Erdendasein heruntergeführt wird, indem er eine Art Bedürfnis nach dem Erdendasein bekommt, so bekommt er, nachdem er in der geschilderten Weise, sagen wir schlafend das Himmelsdasein durchlebt hat, das Bedürfnis, wiederum in seinen physischen Leib und in seinen Ätherleib unterzutauchen.

[ 22 ] Das ist die ganz andersartige Form von den Erlebnissen, die der Mensch zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen hat und die jede Nacht seine Seele in das Bild des Kosmos hineinbringt. So wie der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wie ich gestern ausführte, in einem gewissen Zeitpunkte durch die Mondenkräfte zum Erdendasein heruntergeführt wird, indem er eine Art Bedürfnis nach dem Erdendasein bekommt, so bekommt er, nachdem er in der geschilderten Weise, sagen wir schlafend das Himmelsdasein durchlebt hat, das Bedürfnis, wiederum in seinen physischen Leib und in seinen Ätherleib unterzutauchen.

[ 23 ] Nun sind wir, indem wir als Menschen von unserer Geburt an uns einleben in das Erdendasein, auch in einer Art Schlaf- und Traumeszustand. So Sie des Morgens, wenn wir von den Träumen absehen, sagen wir, wenn Sie eine Stunde schon wach sind, zum Aufwachen zurücksehen, da reißt das Bewußtsein ab, da geht es in die Finsternis des Schlafes hinein, so ähnlich ist es, wenn Sie in die Zeit Ihrer Kindheit zurückschauen. Bei manchem früher, bei manchem später, bei manchem im fünften, bei manchem im vierten Jahre reißt das Bewußtsein ab. Da liegt etwas jenseits dieses Erinnerungspunktes, bis zu dem man sich zurückerinnert, jenseits liegt etwas, das ebenso in die Finsternis des Schlafes- und Traumeslebens der ersten Kindheit getaucht ist, wie allnächtlich das Leben der menschlichen Seele in die Finsternis des Schlaflebens getaucht ist. Aber es ist nicht ein völliges Schlafen, es ist schon eine Art wachen Träumens, das das Kind vollbringt. Aber während dieses wachen Träumens geschehen jetzt drei wichtige Etappen des menschlichen Lebens, von denen ich schon gestern andeutend gesprochen habe in der Reihenfolge, wie ich es charakterisiert habe, und in denen wir Nachklänge und Nachwirkungen des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sehen können. Zuerst lernt das Kind dasjenige aus seinem Traumesschlafesleben heraus, was wir so einfach als Gehenlernen bezeichnen. Ja, es fällt uns das Gehenlernen am meisten auf. Aber dasjenige, was da mit dem Kinde geschieht, ist etwas Umfassendes, was für den, der eigentlich überall hineinschauen kann, wie die feinsten Partien des Menschenwesens da verändert werden, etwas ungeheuer Großartiges, Gewaltiges darstellt. Das Kind lernt sich in die ganzen Schwereverhältnisse dutch Gleichgewichtslage hineinstellen in die Welt. Das Kind hört auf, umzufallen. Es fügt sich, indem es innere Kräfte entfaltet, in die Raumesrichtungen hinein.

[ 23 ] Nun sind wir, indem wir als Menschen von unserer Geburt an uns einleben in das Erdendasein, auch in einer Art Schlaf- und Traumeszustand. So Sie des Morgens, wenn wir von den Träumen absehen, sagen wir, wenn Sie eine Stunde schon wach sind, zum Aufwachen zurücksehen, da reißt das Bewußtsein ab, da geht es in die Finsternis des Schlafes hinein, so ähnlich ist es, wenn Sie in die Zeit Ihrer Kindheit zurückschauen. Bei manchem früher, bei manchem später, bei manchem im fünften, bei manchem im vierten Jahre reißt das Bewußtsein ab. Da liegt etwas jenseits dieses Erinnerungspunktes, bis zu dem man sich zurückerinnert, jenseits liegt etwas, das ebenso in die Finsternis des Schlafes- und Traumeslebens der ersten Kindheit getaucht ist, wie allnächtlich das Leben der menschlichen Seele in die Finsternis des Schlaflebens getaucht ist. Aber es ist nicht ein völliges Schlafen, es ist schon eine Art wachen Träumens, das das Kind vollbringt. Aber während dieses wachen Träumens geschehen jetzt drei wichtige Etappen des menschlichen Lebens, von denen ich schon gestern andeutend gesprochen habe in der Reihenfolge, wie ich es charakterisiert habe, und in denen wir Nachklänge und Nachwirkungen des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sehen können. Zuerst lernt das Kind dasjenige aus seinem Traumesschlafesleben heraus, was wir so einfach als Gehenlernen bezeichnen. Ja, es fällt uns das Gehenlernen am meisten auf. Aber dasjenige, was da mit dem Kinde geschieht, ist etwas Umfassendes, was für den, der eigentlich überall hineinschauen kann, wie die feinsten Partien des Menschenwesens da verändert werden, etwas ungeheuer Großartiges, Gewaltiges darstellt. Das Kind lernt sich in die ganzen Schwereverhältnisse dutch Gleichgewichtslage hineinstellen in die Welt. Das Kind hört auf, umzufallen. Es fügt sich, indem es innere Kräfte entfaltet, in die Raumesrichtungen hinein.

[ 24 ] Wenn wir das bewußt tun müßten, unseren Organismus aus dem völligen fall- und gleichgewichtslosen Zustand hineinfügen in einen festen Gleichgewichtszustand zu den drei Raumesrichtungen, wobei wir sogar als Kind lernen, diesen Gleichgewichtszustand festzuhalten, indem wir gehenlernend diese Art Pendelbewegungen ausführen mit unseren Beinen, ist das eine so gewaltige mechanische Aufgabe, die da unbewußt das Kind vollführt, weil es sie als Nachklang vollführt dessen, was es durchlebt hat unter Geistern zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, ist das etwas so Umfassendes, so Großartiges, daß keine menschliche Wissenschaft des allergrößten Ingenieurs imstande wäre, es auszurechnen. Wie da die Menschenkräfte sich hineinfügen in den Raumzusammenhang der Welt, was da der Mensch unbewußt vollbringt als Kind, das ist das denkbar Großartigste an der Entwickelung mathematisch-mechanisch-physikalischer Kräfte. Wir bezeichnen das mit dem einfachen Ausdruck des Gehenlernens. Allein in diesem Gehenlernen liegt eben etwas ganz Großartiges.

[ 24 ] Wenn wir das bewußt tun müßten, unseren Organismus aus dem völligen fall- und gleichgewichtslosen Zustand hineinfügen in einen festen Gleichgewichtszustand zu den drei Raumesrichtungen, wobei wir sogar als Kind lernen, diesen Gleichgewichtszustand festzuhalten, indem wir gehenlernend diese Art Pendelbewegungen ausführen mit unseren Beinen, ist das eine so gewaltige mechanische Aufgabe, die da unbewußt das Kind vollführt, weil es sie als Nachklang vollführt dessen, was es durchlebt hat unter Geistern zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, ist das etwas so Umfassendes, so Großartiges, daß keine menschliche Wissenschaft des allergrößten Ingenieurs imstande wäre, es auszurechnen. Wie da die Menschenkräfte sich hineinfügen in den Raumzusammenhang der Welt, was da der Mensch unbewußt vollbringt als Kind, das ist das denkbar Großartigste an der Entwickelung mathematisch-mechanisch-physikalischer Kräfte. Wir bezeichnen das mit dem einfachen Ausdruck des Gehenlernens. Allein in diesem Gehenlernen liegt eben etwas ganz Großartiges.

[ 25 ] Und mit dem Gehenlernen entwickelt sich auch der richtige Gebrauch der Arme, der Hände. Dieses ganze Sich-Hineinstellen als physisches Wesen in die drei Raumesrichtungen ist wiederum die Grundlage für alles dasjenige, was Sprechenlernen ist. Die Physiologie weiß kaum mehr von diesem Zusammenhang der Geh- und Stehdynamik des Menschen mit dem Sprechenlernen, als daß sie weiß, daß die Sprachwindung bei rechtshändigen Menschen links im Gehirn ist, weil die Gebärden der rechten Hand, die kräftig ausgeführt werden von dem Willen des Menschen, innerlich geheimnisvoll sich fortsetzen in das Gehirn und im Gehirn diejenige Verrichtung vollbringen, die den Menschen dann zum Sprechen bringt. Aber es ist nicht nur dieser Zusammenhang der rechten Hand mit der linken dritten Stirnwindung, der sogenannten Brocaschen Windung im Gehirn, es ist die ganze Bewegungsfähigkeit der Beine und der Arme und der Finger, die ganze Beweglichkeit und Gleichgewichtslage des Menschen, die heraufschießt in das Gehirn, Gehirnbildung wird, von der Gehirnbildung in den Kehlkopf hineinschießt. Und die Sprache entwickelt sich aus dem Boden des Gehens, des Greifens, der Gebärde der Bewegungsorgane heraus,

[ 25 ] Und mit dem Gehenlernen entwickelt sich auch der richtige Gebrauch der Arme, der Hände. Dieses ganze Sich-Hineinstellen als physisches Wesen in die drei Raumesrichtungen ist wiederum die Grundlage für alles dasjenige, was Sprechenlernen ist. Die Physiologie weiß kaum mehr von diesem Zusammenhang der Geh- und Stehdynamik des Menschen mit dem Sprechenlernen, als daß sie weiß, daß die Sprachwindung bei rechtshändigen Menschen links im Gehirn ist, weil die Gebärden der rechten Hand, die kräftig ausgeführt werden von dem Willen des Menschen, innerlich geheimnisvoll sich fortsetzen in das Gehirn und im Gehirn diejenige Verrichtung vollbringen, die den Menschen dann zum Sprechen bringt. Aber es ist nicht nur dieser Zusammenhang der rechten Hand mit der linken dritten Stirnwindung, der sogenannten Brocaschen Windung im Gehirn, es ist die ganze Bewegungsfähigkeit der Beine und der Arme und der Finger, die ganze Beweglichkeit und Gleichgewichtslage des Menschen, die heraufschießt in das Gehirn, Gehirnbildung wird, von der Gehirnbildung in den Kehlkopf hineinschießt. Und die Sprache entwickelt sich aus dem Boden des Gehens, des Greifens, der Gebärde der Bewegungsorgane heraus,

[ 26 ] Wer sich für diese Dinge ein richtiges Anschauungsvermögen entwickelt hat, der weiß, daß ein Kind, das die Tendenz hat, mehr mit den Zehen aufzutreten, auch anders spricht, anders seine Laute nuanciert als ein Kind, das die Tendenz hat, mit den Fersen aufzutreten. Aus dem Geh- und Bewegungsorganismus entwickelt sich der Sprachorganismus, entwickelt sich das Sprechen. Und dieses Sprechen ist wiederum die Nachbildung desjenigen, was ich Ihnen gestern als das Durchgehen durch die Offenbarung zwischen dem Tod und der neuen Geburt gezeigt habe. Indem das Kind sprechen lernt — es versteht noch gar nicht in Gedanken etwa die Worte, es versteht sie nur gefühlsmäßig —, lebt das Kind in der Sprache als in Gefühlen und lernt erst nach dem Sprechen, wenn es sich ganz normal entwickelt, das Vorstellen, das Denken. Die Gedanken entwickeln sich bei dem Kinde aus den Worten in Wirklichkeit. Geradeso wie das Gehen und Greifen, die Geste der Beine und der Hände heraufschießen in den Sprachorganismus, so schießt wiederum dasjenige, was im Sprachorganismus lebt und was gewonnen wird in Anpassung an die Sprache der Umgebung, in die Denkorgane herauf, und das Kind entwickelt auf der dritten Etappe das Denken.

[ 26 ] Wer sich für diese Dinge ein richtiges Anschauungsvermögen entwickelt hat, der weiß, daß ein Kind, das die Tendenz hat, mehr mit den Zehen aufzutreten, auch anders spricht, anders seine Laute nuanciert als ein Kind, das die Tendenz hat, mit den Fersen aufzutreten. Aus dem Geh- und Bewegungsorganismus entwickelt sich der Sprachorganismus, entwickelt sich das Sprechen. Und dieses Sprechen ist wiederum die Nachbildung desjenigen, was ich Ihnen gestern als das Durchgehen durch die Offenbarung zwischen dem Tod und der neuen Geburt gezeigt habe. Indem das Kind sprechen lernt — es versteht noch gar nicht in Gedanken etwa die Worte, es versteht sie nur gefühlsmäßig —, lebt das Kind in der Sprache als in Gefühlen und lernt erst nach dem Sprechen, wenn es sich ganz normal entwickelt, das Vorstellen, das Denken. Die Gedanken entwickeln sich bei dem Kinde aus den Worten in Wirklichkeit. Geradeso wie das Gehen und Greifen, die Geste der Beine und der Hände heraufschießen in den Sprachorganismus, so schießt wiederum dasjenige, was im Sprachorganismus lebt und was gewonnen wird in Anpassung an die Sprache der Umgebung, in die Denkorgane herauf, und das Kind entwickelt auf der dritten Etappe das Denken.

[ 27 ] In diesem Traumesschlafeszustand macht das Kind diese drei Entwickelungsstufen durch: Gehen, Sprechen, Denken. Das sind die drei irdischen Abbilder desjenigen, was wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erleben im lebendigen Durchgang durch die Geistwelt, durch die Offenbarung der Geistwelt und durch das Heranholen des Weltenäthers, um unseren Ätherleib auszubilden. Richtig beurteilen kann man dasjenige, was da das Kind ausbildet in diesen drei Etappen, nur, wenn man den erwachsenen Menschen dann beobachtet in seinem Schlafzustande. Da kann man beobachten, wie der Mensch, indem er einschlafend aufhört zu denken — die Gedanken verstummen ja im Einschlafen —, wie der Mensch dann dadurch, daß er aufhört zu denken, die Kraft seiner Gedanken weiter pflegen läßt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen von denjenigen Wesen, die wir als Engelwesen, Angeloiwesen kennen. Die treten an den schlafenden Menschen heran und pflegen seine Gedankenkräfte, während er sie selbst nicht pflegt.

[ 27 ] In diesem Traumesschlafeszustand macht das Kind diese drei Entwickelungsstufen durch: Gehen, Sprechen, Denken. Das sind die drei irdischen Abbilder desjenigen, was wir zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erleben im lebendigen Durchgang durch die Geistwelt, durch die Offenbarung der Geistwelt und durch das Heranholen des Weltenäthers, um unseren Ätherleib auszubilden. Richtig beurteilen kann man dasjenige, was da das Kind ausbildet in diesen drei Etappen, nur, wenn man den erwachsenen Menschen dann beobachtet in seinem Schlafzustande. Da kann man beobachten, wie der Mensch, indem er einschlafend aufhört zu denken — die Gedanken verstummen ja im Einschlafen —, wie der Mensch dann dadurch, daß er aufhört zu denken, die Kraft seiner Gedanken weiter pflegen läßt zwischen dem Einschlafen und Aufwachen von denjenigen Wesen, die wir als Engelwesen, Angeloiwesen kennen. Die treten an den schlafenden Menschen heran und pflegen seine Gedankenkräfte, während er sie selbst nicht pflegt.

[ 28 ] Und der Mensch hört ja auch auf zu sprechen. Nur bei abnormen Zuständen, die schon auch verstanden werden können, spricht der Mensch aus dem Schlafe. Aber darüber brauchen wir uns jetzt nicht zu unterhalten. Beim normalen Menschen hört das Sprechen auf, wenn er einschläft. Es wäre auch schrecklich, wenn manche Menschen auch noch während des Schlafes fortwährend uns erzählen würden. Also es hört das Sprechen auf während des Schlafes. Da sind es die Wesenheiten aus der Hierarchie der Archangeloi, welche nun dasjenige am Menschen während des Schlafes pflegen, was in ihm zum Sprechen führt. Und außer den Nachtwandlern, die wiederum in einem abnormen Zustande sind, sind die Menschen auch im Schlafe ruhig, sie gehen nicht, greifen nicht, die Bewegungen hören auf. Dasjenige, was da in dem Menschen als Kräfte im Tagwachen vorhanden ist und was die Bewegungen aus dem Willen herausholt, das pflegen vom Einschlafen bis zum Aufwachen die Wesenheiten, die wir zur Hierarchie der Archai rechnen.

[ 28 ] Und der Mensch hört ja auch auf zu sprechen. Nur bei abnormen Zuständen, die schon auch verstanden werden können, spricht der Mensch aus dem Schlafe. Aber darüber brauchen wir uns jetzt nicht zu unterhalten. Beim normalen Menschen hört das Sprechen auf, wenn er einschläft. Es wäre auch schrecklich, wenn manche Menschen auch noch während des Schlafes fortwährend uns erzählen würden. Also es hört das Sprechen auf während des Schlafes. Da sind es die Wesenheiten aus der Hierarchie der Archangeloi, welche nun dasjenige am Menschen während des Schlafes pflegen, was in ihm zum Sprechen führt. Und außer den Nachtwandlern, die wiederum in einem abnormen Zustande sind, sind die Menschen auch im Schlafe ruhig, sie gehen nicht, greifen nicht, die Bewegungen hören auf. Dasjenige, was da in dem Menschen als Kräfte im Tagwachen vorhanden ist und was die Bewegungen aus dem Willen herausholt, das pflegen vom Einschlafen bis zum Aufwachen die Wesenheiten, die wir zur Hierarchie der Archai rechnen.

[ 29 ] Lernen wir diesen Zusammenhang verstehen, sehen wir wiederum, wie zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen an das Ich und den astralischen Leib, überhaupt an den ganzen Menschen herantreten die Wesen der nächsten Hierarchie, die über dem Menschen steht, Angeloi, Archangeloi, Archai, dann verstehen wir auch, wie es im kleinen Kinde ist, wenn das kleine Kind die drei Betätigungen des Gehens, des Sprechens, des Denkens sich aneignet. Wir lernen schauen, wie, indem das kleine Kind in die Lebensdynamik, in das Gehen und Greifen hineinkommt, es die Archai sind, die dasjenige, was der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt im Umgange mit geistseelischen Wesen erlebt hat, herübertragen und zum Abbild in dem Gehen des Kindes machen. Die Archai, die Urkräfte vermitteln das ganz geistige Sich-Bewegen unter geist-seelischen Wesen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in seinem Abbild hier in der physischen Welt, wenn das Kind gehen lernt.

[ 29 ] Lernen wir diesen Zusammenhang verstehen, sehen wir wiederum, wie zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen an das Ich und den astralischen Leib, überhaupt an den ganzen Menschen herantreten die Wesen der nächsten Hierarchie, die über dem Menschen steht, Angeloi, Archangeloi, Archai, dann verstehen wir auch, wie es im kleinen Kinde ist, wenn das kleine Kind die drei Betätigungen des Gehens, des Sprechens, des Denkens sich aneignet. Wir lernen schauen, wie, indem das kleine Kind in die Lebensdynamik, in das Gehen und Greifen hineinkommt, es die Archai sind, die dasjenige, was der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt im Umgange mit geistseelischen Wesen erlebt hat, herübertragen und zum Abbild in dem Gehen des Kindes machen. Die Archai, die Urkräfte vermitteln das ganz geistige Sich-Bewegen unter geist-seelischen Wesen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in seinem Abbild hier in der physischen Welt, wenn das Kind gehen lernt.

[ 30 ] Und die Archangeloi bringen dasjenige herüber, was der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt in der Offenbarung erlebt, und sie wirken, indem das Kind sich das Sprechen aneignet. Und die Angeloi, die Engelwesen, tragen dasjenige herüber, was der Mensch an Kräften entwickelt hat, indem er sich seinen Ätherleib zusammengesammelt hat aus der gesamten Weltäthersubstanz. Sie tragen diese Kräfte herüber, bilden sie aus im Abbilde in den Denkorganen, die plastisch geformt werden, so daß das Kind aus der Sprache heraus das Denken lernt.

[ 30 ] Und die Archangeloi bringen dasjenige herüber, was der Mensch zwischen Tod und neuer Geburt in der Offenbarung erlebt, und sie wirken, indem das Kind sich das Sprechen aneignet. Und die Angeloi, die Engelwesen, tragen dasjenige herüber, was der Mensch an Kräften entwickelt hat, indem er sich seinen Ätherleib zusammengesammelt hat aus der gesamten Weltäthersubstanz. Sie tragen diese Kräfte herüber, bilden sie aus im Abbilde in den Denkorganen, die plastisch geformt werden, so daß das Kind aus der Sprache heraus das Denken lernt.

[ 31 ] Durch Anthroposophie lernen wir nicht bloß hinzuschauen auf die physische Welt und immer nur zu sagen: Da liegt Geistiges zugrunde. — Das ist ja billig. Dadurch eignen wir uns keine rechte Vorstellung über die geistige Welt an. Derjenige, der nur philosophisch immer sagen wollte: Nun ja, allem Physischen liegt ein Geistiges zugrunde —, der gliche doch dem, der über eine Wiese gehen will, und ein anderer sagt ihm: Sieh einmal, da sind Löwenzahn, da sind Gänseblümchen und so weiter —, aber er sagt: Das will ich alles nicht wissen. Da ist Blume, Blume, Abstraktion Blume! — So steht derjenige da, der nur als Philosoph überall das Pantheistische, Geistige anerkennen will, nicht eingehen will auf die konkreten, besonderen Ausgestaltungen des Geistigen.

[ 31 ] Durch Anthroposophie lernen wir nicht bloß hinzuschauen auf die physische Welt und immer nur zu sagen: Da liegt Geistiges zugrunde. — Das ist ja billig. Dadurch eignen wir uns keine rechte Vorstellung über die geistige Welt an. Derjenige, der nur philosophisch immer sagen wollte: Nun ja, allem Physischen liegt ein Geistiges zugrunde —, der gliche doch dem, der über eine Wiese gehen will, und ein anderer sagt ihm: Sieh einmal, da sind Löwenzahn, da sind Gänseblümchen und so weiter —, aber er sagt: Das will ich alles nicht wissen. Da ist Blume, Blume, Abstraktion Blume! — So steht derjenige da, der nur als Philosoph überall das Pantheistische, Geistige anerkennen will, nicht eingehen will auf die konkreten, besonderen Ausgestaltungen des Geistigen.

[ 32 ] Das, was uns Anthroposophie gibt, zeigt uns, wie in den einzelnen Gestaltungen des Lebens überall das Göttlich-Geistige lebt. Wir sehen hin auf die Art und Weise, wie das Kind aus dem kriechenden, aus dem ungeschickten Zustande zum gehenden Zustande übergeht. Wir geben uns in Bewunderung und Verehrung hin diesen großartigen Weltenphänomenen und sehen darinnen ein Werk der Archai, die da tätig sind, indem das, was zwischen Tod und neuer Geburt erlebt wird, herübergetragen wird in seine irdische Gestalt. Und wir verfolgen, wie das Kind die Sprache aus sich herausbringt, verfolgen die Tätigkeit der Archangeloi und wiederum beim Denken des Kindes die Tätigkeit der Angeloi. Das hat aber auch seine tiefe Bedeutung und seine praktische Seite. Das kann man insbesondere in unserem stark materialistisch gearteten Zeitalter schauen. In unserem stark materialistisch gearteten Zeitalter bedeuten für viele Menschen die Worte nicht mehr etwas stark Geistiges. Die Menschen haben nach und nach die Worte eigentlich nurmehr, um physische Dinge der Außenwelt zu bezeichnen. Man merkt ja das. Denken Sie, wie viele Menschen sind da vorhanden in der Welt, die überhaupt sich nichts mehr vorstellen können, wenn man ihnen von etwas Geistigem spricht, weil die Worte für sie nicht mehr geistige Bedeutung haben, weil die Worte nur anwendbar sind auf physische Dinge. Die Sprache hat selbst schon für viele Menschen einen materialistischen Charakter bekommen. Sie ist nur anwendbar auf physische Dinge. Und wir sind nun schon einmal in einer Zivilisation darinnen, wo die Sprache selbst immer materialistischer und materialistischer wird. Und wozu führt das?

[ 32 ] Das, was uns Anthroposophie gibt, zeigt uns, wie in den einzelnen Gestaltungen des Lebens überall das Göttlich-Geistige lebt. Wir sehen hin auf die Art und Weise, wie das Kind aus dem kriechenden, aus dem ungeschickten Zustande zum gehenden Zustande übergeht. Wir geben uns in Bewunderung und Verehrung hin diesen großartigen Weltenphänomenen und sehen darinnen ein Werk der Archai, die da tätig sind, indem das, was zwischen Tod und neuer Geburt erlebt wird, herübergetragen wird in seine irdische Gestalt. Und wir verfolgen, wie das Kind die Sprache aus sich herausbringt, verfolgen die Tätigkeit der Archangeloi und wiederum beim Denken des Kindes die Tätigkeit der Angeloi. Das hat aber auch seine tiefe Bedeutung und seine praktische Seite. Das kann man insbesondere in unserem stark materialistisch gearteten Zeitalter schauen. In unserem stark materialistisch gearteten Zeitalter bedeuten für viele Menschen die Worte nicht mehr etwas stark Geistiges. Die Menschen haben nach und nach die Worte eigentlich nurmehr, um physische Dinge der Außenwelt zu bezeichnen. Man merkt ja das. Denken Sie, wie viele Menschen sind da vorhanden in der Welt, die überhaupt sich nichts mehr vorstellen können, wenn man ihnen von etwas Geistigem spricht, weil die Worte für sie nicht mehr geistige Bedeutung haben, weil die Worte nur anwendbar sind auf physische Dinge. Die Sprache hat selbst schon für viele Menschen einen materialistischen Charakter bekommen. Sie ist nur anwendbar auf physische Dinge. Und wir sind nun schon einmal in einer Zivilisation darinnen, wo die Sprache selbst immer materialistischer und materialistischer wird. Und wozu führt das?

[ 33 ] Das zeigt sich dann, wenn man in der richtigen Weise den Zusammenhang des Wachzustandes mit dem Schlafzustande in bezug auf die Sprache schaut. Bei Tag, im wachen Zustande sprechen wir zu den andern Menschen. Wir bringen die Luft in Schwingungen. Die Art und Weise, wie die Luft schwingt, vermittelt dasjenige, was wir seelisch mitteilen wollen. Aber im Inneren des Menschen leben die Antriebe, die seelischen Antriebe zu diesen Worten. Jedem Worte entspricht ein seelischer Antrieb, und der seelische Antrieb ist um so stärker, je idealistischer ein Mensch spricht, je mehr er sich bewußt ist, daß in den Worten auch geistige Bedeutungen enthalten sind. Da kann man dann, wenn man das weiß, genau sehen, was da vorliegt. Nehmen Sie einen Menschen, der eigentlich nur noch Materialistisches in seinen Worten versteht. Bei Tag nimmt er sich ungefähr so wie ein anderer Mensch aus, der auch Idealistisches in seinen Worten hat, Spirituelles in seinen Worten hat, der sich bewußt ist überhaupt, daß die Worte beflügelt sind vom Geiste. Aber in der Nacht, da nimmt der Mensch mit seinem Ich und mit seinem astralischen Leibe die geistig-seelische Seite der Sprache hinaus mit in die geistige Welt. Er geht wieder zurück zum geistigen Ursprung. Derjenige, der nur eine materialistische Sprache hat, findet seinen Archangelos nicht. Er findet nicht den Anschluß an die Welt der Archangeloi. Derjenige, der noch idealistische Sprache hat, findet den Anschluß an die Welt der Archangeloi.

[ 33 ] Das zeigt sich dann, wenn man in der richtigen Weise den Zusammenhang des Wachzustandes mit dem Schlafzustande in bezug auf die Sprache schaut. Bei Tag, im wachen Zustande sprechen wir zu den andern Menschen. Wir bringen die Luft in Schwingungen. Die Art und Weise, wie die Luft schwingt, vermittelt dasjenige, was wir seelisch mitteilen wollen. Aber im Inneren des Menschen leben die Antriebe, die seelischen Antriebe zu diesen Worten. Jedem Worte entspricht ein seelischer Antrieb, und der seelische Antrieb ist um so stärker, je idealistischer ein Mensch spricht, je mehr er sich bewußt ist, daß in den Worten auch geistige Bedeutungen enthalten sind. Da kann man dann, wenn man das weiß, genau sehen, was da vorliegt. Nehmen Sie einen Menschen, der eigentlich nur noch Materialistisches in seinen Worten versteht. Bei Tag nimmt er sich ungefähr so wie ein anderer Mensch aus, der auch Idealistisches in seinen Worten hat, Spirituelles in seinen Worten hat, der sich bewußt ist überhaupt, daß die Worte beflügelt sind vom Geiste. Aber in der Nacht, da nimmt der Mensch mit seinem Ich und mit seinem astralischen Leibe die geistig-seelische Seite der Sprache hinaus mit in die geistige Welt. Er geht wieder zurück zum geistigen Ursprung. Derjenige, der nur eine materialistische Sprache hat, findet seinen Archangelos nicht. Er findet nicht den Anschluß an die Welt der Archangeloi. Derjenige, der noch idealistische Sprache hat, findet den Anschluß an die Welt der Archangeloi.

[ 34 ] Das ist das Tragische, welches eine schon in der Sprache sich ausdrückende materialistische Zivilisation hat, daß die Menschen durch das Materialistischwerden der Sprache in der Nacht den Anschluß an die Welt der Archangeloi verlieren können. Das ist in der Tat etwas, was für den wirklichen Geistesforscher innerhalb der Zivilisation der Gegenwart etwas Herzzerreißendes hat, wie die Menschen, indem sie immer mehr und mehr vergessen, ihren Worten einen geistigen Inhalt zu geben, den Anschluß an die geistige Welt — nämlich an der richtigen Stelle bei den Erzengeln — verlieren. Das ist das Furchtbare unserer materialistisch werdenden Zivilisation. Und dieses Furchtbare lernt man erst erkennen, wenn man die wahre Wesenheit des Schlafzustandes ins Auge faßt.

[ 34 ] Das ist das Tragische, welches eine schon in der Sprache sich ausdrückende materialistische Zivilisation hat, daß die Menschen durch das Materialistischwerden der Sprache in der Nacht den Anschluß an die Welt der Archangeloi verlieren können. Das ist in der Tat etwas, was für den wirklichen Geistesforscher innerhalb der Zivilisation der Gegenwart etwas Herzzerreißendes hat, wie die Menschen, indem sie immer mehr und mehr vergessen, ihren Worten einen geistigen Inhalt zu geben, den Anschluß an die geistige Welt — nämlich an der richtigen Stelle bei den Erzengeln — verlieren. Das ist das Furchtbare unserer materialistisch werdenden Zivilisation. Und dieses Furchtbare lernt man erst erkennen, wenn man die wahre Wesenheit des Schlafzustandes ins Auge faßt.

[ 35 ] Richtig Anthroposoph kann man nicht werden, wenn man ein bloßer Theoretiker bleiben will. Über Maikäfer und Regenwürmer und über Zellen können Sie gleichgültige Theorien aufstellen, 'Theorien, bei denen einem das Herz nicht zu zerbrechen braucht. Denn schließlich, wie Maikäfer und Regenwürmer aus einer Zelle aufgebaut sind, das kann zu nichts Herzzerbrechendem führen. Wenn Sie aber die anthroposophischen Erkenntnisse sich aneignen in ihrer Fülle, dann sehen Sie hinein in Tiefen des Menschenwesens, der Menschenentwickelung, der Menschenschicksale, und Ihr Herz ist immer beteiligt an den Erkenntnissen. Da lädt sich die Summe der Erkenntnisse im Gefühls-, im Empfindungsleben ab. Da wird man mit der ganzen Welt mitfühlend und dann wohl auch mitwollend. Das ist das Wesenhafte der Anthroposophie, daß sie nicht bloß den menschlichen Kopf ergreift, sondern daß sie den ganzen Menschen ergreift und daß sie dadurch auch hineinleuchtend wird, aber gemüts- und gefühlskräftig hineinleuchtend wird in die Kultur- und Zivilisationsschicksale wie in die Schicksale des einzelnen Menschen.

[ 35 ] Richtig Anthroposoph kann man nicht werden, wenn man ein bloßer Theoretiker bleiben will. Über Maikäfer und Regenwürmer und über Zellen können Sie gleichgültige Theorien aufstellen, 'Theorien, bei denen einem das Herz nicht zu zerbrechen braucht. Denn schließlich, wie Maikäfer und Regenwürmer aus einer Zelle aufgebaut sind, das kann zu nichts Herzzerbrechendem führen. Wenn Sie aber die anthroposophischen Erkenntnisse sich aneignen in ihrer Fülle, dann sehen Sie hinein in Tiefen des Menschenwesens, der Menschenentwickelung, der Menschenschicksale, und Ihr Herz ist immer beteiligt an den Erkenntnissen. Da lädt sich die Summe der Erkenntnisse im Gefühls-, im Empfindungsleben ab. Da wird man mit der ganzen Welt mitfühlend und dann wohl auch mitwollend. Das ist das Wesenhafte der Anthroposophie, daß sie nicht bloß den menschlichen Kopf ergreift, sondern daß sie den ganzen Menschen ergreift und daß sie dadurch auch hineinleuchtend wird, aber gemüts- und gefühlskräftig hineinleuchtend wird in die Kultur- und Zivilisationsschicksale wie in die Schicksale des einzelnen Menschen.

[ 36 ] Man lernt erst in der richtigen Weise das Menschenleben auf Erden miterleben, wenn man auch diese andere Seite, die geistige Seite so anschaut, wie sie einem sich doch erst enthüllen kann, wenn man auch die Schlafzustände, durch die der Mensch immer wieder zur geistigen Welt zurückkehrt, in diese Erkenntnis herein begreift. Dann aber wird Geisteswissenschaft wirkliches seelisches, geistiges und zuletzt auch soziales, religiöses, ethisches Menschenleben. Das soll ja wirkliche Wissenschaft, die zur Weisheit wird, werden. Solche lebenskräftige Wissenschaft braucht die Menschheit gar sehr, damit sie nicht tiefer hinuntersinkt in den Untergang, sondern wiederum zu einem Aufgange kommen kann.

[ 36 ] Man lernt erst in der richtigen Weise das Menschenleben auf Erden miterleben, wenn man auch diese andere Seite, die geistige Seite so anschaut, wie sie einem sich doch erst enthüllen kann, wenn man auch die Schlafzustände, durch die der Mensch immer wieder zur geistigen Welt zurückkehrt, in diese Erkenntnis herein begreift. Dann aber wird Geisteswissenschaft wirkliches seelisches, geistiges und zuletzt auch soziales, religiöses, ethisches Menschenleben. Das soll ja wirkliche Wissenschaft, die zur Weisheit wird, werden. Solche lebenskräftige Wissenschaft braucht die Menschheit gar sehr, damit sie nicht tiefer hinuntersinkt in den Untergang, sondern wiederum zu einem Aufgange kommen kann.

[ 37 ] Wollen wir daher in den nächsten Vorträgen, die ich noch halten kann, tiefer noch hineindringen in den Zusammenhang des Menschen mit der Welt und dadurch auch in das Begreifen des Schicksals des einzelnen Menschen, wie es sich gestaltet durch die wiederholten Erdenleben hindurch. Davon also morgen weiter.

[ 37 ] Wollen wir daher in den nächsten Vorträgen, die ich noch halten kann, tiefer noch hineindringen in den Zusammenhang des Menschen mit der Welt und dadurch auch in das Begreifen des Schicksals des einzelnen Menschen, wie es sich gestaltet durch die wiederholten Erdenleben hindurch. Davon also morgen weiter.