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Insight from Initiation
GA 227

24 August 1921, Penmaenmawr

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Das Geistwalten in der Natur

Das Geistwalten in der Natur

[ 1 ] Gestern versuchte ich zu zeigen, wie die Verwirrung des Traumes dadurch entsteht, daß der Mensch unbewußt oder halbbewußt aus der physisch-sinnlichen Welt mit Überschreiten der sogenannten Schwelle durch den Schlaf einzieht in die übersinnliche, in die geistige Welt, und daß er, indem er in diese geistige Welt einzieht, drei Welten gegenübersteht: der Erinnerung an die gewöhnliche physische Welt, der seelischen Welt und der eigentlich geistigen, der spirituellen Welt. Die inneren und äußeren Ereignisse, die wir im gewöhnlichen Dasein, im Erdendasein erleben, sind zusammengezogen aus den Offenbarungen aller drei Welten. Aber sie spalten sich, wenn wir durch den Schlaf in die übersinnliche Welt einziehen, und dann bezieht man dasjenige, was man erlebt, nicht auf die richtige Welt. Dadurch entsteht für das gewöhnliche Erinnerungsbewußtsein die Täuschung, die Illusion im Traume. Das imaginative Bewußtsein sieht den Traum nicht bloß so, sondern es sieht den Traum, indem es auf ihn hinschaut, wie man im physischen Raum auf einen entfernten Punkt hinschaut. So schaut man in der Zeit durch die Imagination auf ein anderes hin. Man erinnert sich also nicht bloß an dasjenige, was geträumt ist, sondern man schaut auf dasjenige, was geträumt ist, hin. Dadurch bekommt man erst die wahre Vorstellung des Traumes. Und dadurch erkennt man, daß der Traum nur dann richtig interpretiert wird, wenn man ihn nicht auf die naturalistisch-physische Welt bezieht, sondern wenn man seine Zusammenhänge auf die geistige, und vor allen Dingen in den meisten Fällen auf die moralische Welt bezieht. Der Traum will nicht dasjenige sagen, was er ausdrückt, wenn man seinen Inhalt physisch interpretiert. Er will dasjenige sagen, wozu man kommt, wenn man seinen Inhalt moralisch-geistig interpretiert.

[ 1 ] Gestern versuchte ich zu zeigen, wie die Verwirrung des Traumes dadurch entsteht, daß der Mensch unbewußt oder halbbewußt aus der physisch-sinnlichen Welt mit Überschreiten der sogenannten Schwelle durch den Schlaf einzieht in die übersinnliche, in die geistige Welt, und daß er, indem er in diese geistige Welt einzieht, drei Welten gegenübersteht: der Erinnerung an die gewöhnliche physische Welt, der seelischen Welt und der eigentlich geistigen, der spirituellen Welt. Die inneren und äußeren Ereignisse, die wir im gewöhnlichen Dasein, im Erdendasein erleben, sind zusammengezogen aus den Offenbarungen aller drei Welten. Aber sie spalten sich, wenn wir durch den Schlaf in die übersinnliche Welt einziehen, und dann bezieht man dasjenige, was man erlebt, nicht auf die richtige Welt. Dadurch entsteht für das gewöhnliche Erinnerungsbewußtsein die Täuschung, die Illusion im Traume. Das imaginative Bewußtsein sieht den Traum nicht bloß so, sondern es sieht den Traum, indem es auf ihn hinschaut, wie man im physischen Raum auf einen entfernten Punkt hinschaut. So schaut man in der Zeit durch die Imagination auf ein anderes hin. Man erinnert sich also nicht bloß an dasjenige, was geträumt ist, sondern man schaut auf dasjenige, was geträumt ist, hin. Dadurch bekommt man erst die wahre Vorstellung des Traumes. Und dadurch erkennt man, daß der Traum nur dann richtig interpretiert wird, wenn man ihn nicht auf die naturalistisch-physische Welt bezieht, sondern wenn man seine Zusammenhänge auf die geistige, und vor allen Dingen in den meisten Fällen auf die moralische Welt bezieht. Der Traum will nicht dasjenige sagen, was er ausdrückt, wenn man seinen Inhalt physisch interpretiert. Er will dasjenige sagen, wozu man kommt, wenn man seinen Inhalt moralisch-geistig interpretiert.

[ 2 ] Nehmen wir zum Beispiel den Traum, an dem ich gestern die Verwirrung gezeigt habe, den Traum, wo man sich unbekleidet in furchtbarem Schamgefühl auf einem Spaziergang vor vielen Leuten befindet. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, wie durch die Tatsache, daß man drei Welten gegenübersteht, die ganze Seelenverfassung innerhalb des Traumbewußtseins zustande kommt. Aber sehen wir einen solchen Traum einmal richtig an, dann müssen wir sagen, es offenbart sich uns ein Inhalt, der sinnlich ausschaut, aber in dem Sinnlichen will sich uns Geistig-Moralisches offenbaren. Und so sollte derjenige, der einen solchen Traum hat, nicht auf den unmittelbaren, in Sinnesbildern erfolgenden Verlauf hinschauen, sondern er sollte sich fragen: Habe ich vielleicht zuweilen in meinem Tagesbewußtsein die Eigenschaft, mich nicht mit voller innerer Wahrheit den anderen Menschen zu geben? Habe ich nicht vielleicht im Gebrauche, mich zu sehr den konventionellen Bekleidungsstücken zu fügen und mich eigentlich einzuhüllen in allerlei, nun, was man so in der Außenwelt konventionell tut? Und habe ich nicht die Eigentümlichkeit, dadurch gerade manchmal mich nicht ehrlich zu geben im tiefen Innersten, sondern etwas unwahr zu geben?

[ 2 ] Nehmen wir zum Beispiel den Traum, an dem ich gestern die Verwirrung gezeigt habe, den Traum, wo man sich unbekleidet in furchtbarem Schamgefühl auf einem Spaziergang vor vielen Leuten befindet. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, wie durch die Tatsache, daß man drei Welten gegenübersteht, die ganze Seelenverfassung innerhalb des Traumbewußtseins zustande kommt. Aber sehen wir einen solchen Traum einmal richtig an, dann müssen wir sagen, es offenbart sich uns ein Inhalt, der sinnlich ausschaut, aber in dem Sinnlichen will sich uns Geistig-Moralisches offenbaren. Und so sollte derjenige, der einen solchen Traum hat, nicht auf den unmittelbaren, in Sinnesbildern erfolgenden Verlauf hinschauen, sondern er sollte sich fragen: Habe ich vielleicht zuweilen in meinem Tagesbewußtsein die Eigenschaft, mich nicht mit voller innerer Wahrheit den anderen Menschen zu geben? Habe ich nicht vielleicht im Gebrauche, mich zu sehr den konventionellen Bekleidungsstücken zu fügen und mich eigentlich einzuhüllen in allerlei, nun, was man so in der Außenwelt konventionell tut? Und habe ich nicht die Eigentümlichkeit, dadurch gerade manchmal mich nicht ehrlich zu geben im tiefen Innersten, sondern etwas unwahr zu geben?

[ 3 ] Wenn der Mensch nach einer solchen Richtung seine Gedanken bewegt, dann kommt er allmählich zu der moralisch-geistigen Interpretation des Traumes. Er bezieht dasjenige, was ihm erschienen ist, nicht auf die naturalistische Welt, sondern auf die geistige Welt, und er sagt sich: Indem ich hinübergegangen bin in die übersinnliche Welt während des Schlafes, traten geistige Wesenheiten aus der übersinnlichen Welt an mich heran und sagten mir, ich solle mich nicht in einer falschen, unwahren Bekleidung geben, sondern ich solle mich so geben, wie ich seelisch-geistig als Mensch innerlich bin.

[ 3 ] Wenn der Mensch nach einer solchen Richtung seine Gedanken bewegt, dann kommt er allmählich zu der moralisch-geistigen Interpretation des Traumes. Er bezieht dasjenige, was ihm erschienen ist, nicht auf die naturalistische Welt, sondern auf die geistige Welt, und er sagt sich: Indem ich hinübergegangen bin in die übersinnliche Welt während des Schlafes, traten geistige Wesenheiten aus der übersinnlichen Welt an mich heran und sagten mir, ich solle mich nicht in einer falschen, unwahren Bekleidung geben, sondern ich solle mich so geben, wie ich seelisch-geistig als Mensch innerlich bin.

[ 4 ] Dann, wenn man in dieser Weise den Traum interpretiert, kommt man auf seine moralisch-geistige Wahrheit. Und so sind eine ganze Anzahl von Träumen zu interpretieren.

[ 4 ] Dann, wenn man in dieser Weise den Traum interpretiert, kommt man auf seine moralisch-geistige Wahrheit. Und so sind eine ganze Anzahl von Träumen zu interpretieren.

[ 5 ] Die Menschen einer älteren Menschheitsgeschichte, die auch in ihrer traumhaften Bildlichkeit beim Einschlafen des Hüters der Schwelle gewahr wurden, die nahmen von ihm die Mahnung auf, nicht dasjenige in die geistige Welt hineinzutragen, was in der physisch-sinnlichen Welt lebt. Würden also die älteren Menschen davon geträumt haben, daß sie unbekleidet auf der Straße herumgehen, so würde es ihnen gar nicht eingefallen sein, die Interpretation zu wählen, daß man sich da schämen muß, denn das gilt für die physische Welt und für den physischen Menschenleib, sondern sie hätten die Mahnung berücksichtigt: Dasjenige, was in der physischen Welt gilt, gilt nicht in der geistigen Welt; dasjenige, was in der geistigen Welt erscheint, das sagen Götter zu dem Menschen. Daher muß man es als Aussage, als Offenbarung der Götter interpretieren. Es ist also das Naturalistisch-Nehmen des Traumes erst im Verlauf der Menschheitsentwickelung eingetreten.

[ 5 ] Die Menschen einer älteren Menschheitsgeschichte, die auch in ihrer traumhaften Bildlichkeit beim Einschlafen des Hüters der Schwelle gewahr wurden, die nahmen von ihm die Mahnung auf, nicht dasjenige in die geistige Welt hineinzutragen, was in der physisch-sinnlichen Welt lebt. Würden also die älteren Menschen davon geträumt haben, daß sie unbekleidet auf der Straße herumgehen, so würde es ihnen gar nicht eingefallen sein, die Interpretation zu wählen, daß man sich da schämen muß, denn das gilt für die physische Welt und für den physischen Menschenleib, sondern sie hätten die Mahnung berücksichtigt: Dasjenige, was in der physischen Welt gilt, gilt nicht in der geistigen Welt; dasjenige, was in der geistigen Welt erscheint, das sagen Götter zu dem Menschen. Daher muß man es als Aussage, als Offenbarung der Götter interpretieren. Es ist also das Naturalistisch-Nehmen des Traumes erst im Verlauf der Menschheitsentwickelung eingetreten.

[ 6 ] Oder nehmen wir einen anderen Traum, der sehr häufig vorkommt. Da träumt der Mensch, er gehe einen Weg dahin. Er geht in einen Wald hinein. Nach einiger Zeit merkt er, jetzt hat er sich verirrt, jetzt kann er nicht weiter. Er versucht weiterzugehen, kommt dahin, wo nun kein Weg mehr ist, wo nur Bäume sind. Er ist in einer gewissen inneren Unruhe.

[ 6 ] Oder nehmen wir einen anderen Traum, der sehr häufig vorkommt. Da träumt der Mensch, er gehe einen Weg dahin. Er geht in einen Wald hinein. Nach einiger Zeit merkt er, jetzt hat er sich verirrt, jetzt kann er nicht weiter. Er versucht weiterzugehen, kommt dahin, wo nun kein Weg mehr ist, wo nur Bäume sind. Er ist in einer gewissen inneren Unruhe.

[ 7 ] Nun nimmt der Mensch mit dem gewöhnlichen Bewußtsein einen solchen Traum sehr leicht so, wie er sich einfach seinem Inhalte nach gibt. Aber ein solcher Traum, wenn man ihn so nimmt, daß man die naturalistischen Zusammenhänge vergißt, der zeigt einem gerade aus der geistigen Welt heraus: Die Verwirrung, in die du da hineingekommen bist, die liegt in deinen Gedanken. Nur gesteht man sich im Wachbewußtsein oftmals nicht gerne, wie verworren die Gedanken sind, wie sie sehr leicht auf Stellen auftreffen, wo man nicht mehr weiter kann, wo man immer im Kreise herumgeht. Das ist die Eigentümlichkeit, die insbesondere heute in unserer gegenwärtigen Zivilisation sehr viele Menschen haben. Sie glauben aufgeklärt zu denken, aber sie tanzen im Kreise mit ihren Gedanken herum, entweder um konventionell Äußerliches oder um die Atome herum, die sie sich gedanklich konstruieren, oder um irgend etwas. Der Mensch ist natürlich nicht geneigt in seinem gewöhnlichen Bewußtsein, sich das wirklich zu gestehen.

[ 7 ] Nun nimmt der Mensch mit dem gewöhnlichen Bewußtsein einen solchen Traum sehr leicht so, wie er sich einfach seinem Inhalte nach gibt. Aber ein solcher Traum, wenn man ihn so nimmt, daß man die naturalistischen Zusammenhänge vergißt, der zeigt einem gerade aus der geistigen Welt heraus: Die Verwirrung, in die du da hineingekommen bist, die liegt in deinen Gedanken. Nur gesteht man sich im Wachbewußtsein oftmals nicht gerne, wie verworren die Gedanken sind, wie sie sehr leicht auf Stellen auftreffen, wo man nicht mehr weiter kann, wo man immer im Kreise herumgeht. Das ist die Eigentümlichkeit, die insbesondere heute in unserer gegenwärtigen Zivilisation sehr viele Menschen haben. Sie glauben aufgeklärt zu denken, aber sie tanzen im Kreise mit ihren Gedanken herum, entweder um konventionell Äußerliches oder um die Atome herum, die sie sich gedanklich konstruieren, oder um irgend etwas. Der Mensch ist natürlich nicht geneigt in seinem gewöhnlichen Bewußtsein, sich das wirklich zu gestehen.

[ 8 ] Der Traum ist eine in sinnlichen Bildern erfolgende Offenbarung für dasjenige, was der Mensch so eigentlich ist. Die geistigen Wesenheiten sagen dem Menschen im Traume das. Und wenn er dasjenige, was er auf solche Weise im Traum erlebt, in richtiger Selbsterkenntnis aufnimmt, so wird seine Selbsterkenntnis durch den Traum ganz besonders gefördert.

[ 8 ] Der Traum ist eine in sinnlichen Bildern erfolgende Offenbarung für dasjenige, was der Mensch so eigentlich ist. Die geistigen Wesenheiten sagen dem Menschen im Traume das. Und wenn er dasjenige, was er auf solche Weise im Traum erlebt, in richtiger Selbsterkenntnis aufnimmt, so wird seine Selbsterkenntnis durch den Traum ganz besonders gefördert.

[ 9 ] Eine Eigentümlichkeit vieler Menschen ist auch diese: sie überlassen sich demjenigen, was ihrem Instinkt, ihren Trieben gemäß ihnen sympathisch ist. Sie finden zum Beispiel es sehr angenehm, dies oder jenes zu tun; dann gestehen sie sich nicht, daß ihnen das für ihr Gefühl, für ihr sinnliches Wohlsein angenehm ist. Da erfinden sie irgend etwas, und sie interpretieren im gewöhnlichen Bewußtsein dasjenige, was eigentlich nur ihrer Annehmlichkeit, ihrem Wohlbefinden entspricht, so, daß sie das, nun, ich will sagen, aus anthroposophischen, aus okkulten, aus esoterischen Gründen unternehmen müssen, daß darinnen eine hohe Mission liege oder dergleichen. Dann deckt man — das geschieht ja im Leben außerordentlich häufig — mit einer solchen Selbstrechtfertigung unendlich vieles zu, was da in den Untergründen des animalischen Lebens wühlt und waltet. Der Traum, der seine sinnlichen Bilder drüben wählt, aber in diesen sinnlichen Bildern eine Offenbarung desjenigen sein will, was eigentlich in Wirklichkeit auch geistig-seelisch im Menschen waltet, der zeigt das Bild, wie der Mensch von wilden Tieren verfolgt wird und davonläuft und ihnen nicht entkommen kann. Wir werden seelisch-moralisch einen solchen Traum richtig interpretieren, nicht wenn wir seinen sinnlich-physischen Inhalt nehmen, sondern wenn wir ihn als Selbsterkenntnis nehmen; wenn wir in ihm eine Mahnung sehen, einmal auf die inneren Wahrheiten unseres Wesens zu schauen, ob diese nicht, wenn auch in schwacher Weise, den Trieben des Animalischen mehr gleichen als demjenigen, was wir uns in unseren Idealen vorzaubern.

[ 9 ] Eine Eigentümlichkeit vieler Menschen ist auch diese: sie überlassen sich demjenigen, was ihrem Instinkt, ihren Trieben gemäß ihnen sympathisch ist. Sie finden zum Beispiel es sehr angenehm, dies oder jenes zu tun; dann gestehen sie sich nicht, daß ihnen das für ihr Gefühl, für ihr sinnliches Wohlsein angenehm ist. Da erfinden sie irgend etwas, und sie interpretieren im gewöhnlichen Bewußtsein dasjenige, was eigentlich nur ihrer Annehmlichkeit, ihrem Wohlbefinden entspricht, so, daß sie das, nun, ich will sagen, aus anthroposophischen, aus okkulten, aus esoterischen Gründen unternehmen müssen, daß darinnen eine hohe Mission liege oder dergleichen. Dann deckt man — das geschieht ja im Leben außerordentlich häufig — mit einer solchen Selbstrechtfertigung unendlich vieles zu, was da in den Untergründen des animalischen Lebens wühlt und waltet. Der Traum, der seine sinnlichen Bilder drüben wählt, aber in diesen sinnlichen Bildern eine Offenbarung desjenigen sein will, was eigentlich in Wirklichkeit auch geistig-seelisch im Menschen waltet, der zeigt das Bild, wie der Mensch von wilden Tieren verfolgt wird und davonläuft und ihnen nicht entkommen kann. Wir werden seelisch-moralisch einen solchen Traum richtig interpretieren, nicht wenn wir seinen sinnlich-physischen Inhalt nehmen, sondern wenn wir ihn als Selbsterkenntnis nehmen; wenn wir in ihm eine Mahnung sehen, einmal auf die inneren Wahrheiten unseres Wesens zu schauen, ob diese nicht, wenn auch in schwacher Weise, den Trieben des Animalischen mehr gleichen als demjenigen, was wir uns in unseren Idealen vorzaubern.

[ 10 ] So kann der Traum in der mannigfaltigsten Weise ein Mahner, ein Zurechtweiser sein. Und er kann, wenn er richtig nicht auf die untere, sondern auf die höhere Welt bezogen wird, durchaus richtunggebend in das menschliche Leben eingreifen, und dann kann man sehen, wie der Mensch in der Tat durch die bewußte Imagination darauf kommt, wie der Traum, der sich ja natürlich auch dem imaginativen Erkennen zunächst in seinen sinnlichen Bildern zeigt, sich metamorphosiert und sich ganz in moralisch-geistiges Geschehen verwandelt.

[ 10 ] So kann der Traum in der mannigfaltigsten Weise ein Mahner, ein Zurechtweiser sein. Und er kann, wenn er richtig nicht auf die untere, sondern auf die höhere Welt bezogen wird, durchaus richtunggebend in das menschliche Leben eingreifen, und dann kann man sehen, wie der Mensch in der Tat durch die bewußte Imagination darauf kommt, wie der Traum, der sich ja natürlich auch dem imaginativen Erkennen zunächst in seinen sinnlichen Bildern zeigt, sich metamorphosiert und sich ganz in moralisch-geistiges Geschehen verwandelt.

[ 11 ] So sehen wir, daß der Traum etwas ist, das, ich möchte sagen, schon das gewöhnliche Bewußtsein hineinführt in die geistige Welt. Er muß nur richtig genommen werden, dieser Traum. Aber ich habe ja auch gesagt, daß, wenn wir uns imaginativ in die geistige Welt erheben, wir da nicht in derselben Seelenverfassung sind wie hier im physischen Erdendasein. Im physischen Erdendasein stehe ich hier, und der Tisch steht da, ist außer mir. Es ist eine physische Trennung zwischen mir und dem Tische. In dem Augenblicke, wo ich hinaufkomme in die geistigen Welten, ist eine solche Trennung nicht da. Da bin ich in dem geistigen Wesen drinnen. Es ist nicht so, wie wenn ich hier stehen würde und der Tisch dort stehen würde, sondern so, wie wenn ich mein ganzes Wesen über den Tisch ausdehnen würde und der Tisch mich aufnehmen würde. In der geistigen Welt ist es also so, daß wir durchaus in die Dinge untertauchen, die wir wahrnehmen. Daher dürfen wir auch nicht dasjenige, was wir im Traume erleben, oder dann bewußt in der Imagination erleben, bloß beziehen auf unser Inneres, sondern wenn wir von dem, was im Traume webt und lebt, sprechen, können wir auch geisteswissenschaftlich mit dem Dichter sprechen: Aus Träumen ist die Welt gewoben —, und nicht aus dem Atomspiel, von dem die Wissenschaft träumt, sondern aus dem, was ich als das griechische «Chaos», als unser Traumesweben, als unser Weben in bewußter Imagination bezeichnet habe als ein SubjektivObjektives; nicht bloß subjektiv ist die Welt daraus gewoben. So daß wir gewisse Zustände der Welt durchaus aus diesem Traumesweben heraus erklären müssen.

[ 11 ] So sehen wir, daß der Traum etwas ist, das, ich möchte sagen, schon das gewöhnliche Bewußtsein hineinführt in die geistige Welt. Er muß nur richtig genommen werden, dieser Traum. Aber ich habe ja auch gesagt, daß, wenn wir uns imaginativ in die geistige Welt erheben, wir da nicht in derselben Seelenverfassung sind wie hier im physischen Erdendasein. Im physischen Erdendasein stehe ich hier, und der Tisch steht da, ist außer mir. Es ist eine physische Trennung zwischen mir und dem Tische. In dem Augenblicke, wo ich hinaufkomme in die geistigen Welten, ist eine solche Trennung nicht da. Da bin ich in dem geistigen Wesen drinnen. Es ist nicht so, wie wenn ich hier stehen würde und der Tisch dort stehen würde, sondern so, wie wenn ich mein ganzes Wesen über den Tisch ausdehnen würde und der Tisch mich aufnehmen würde. In der geistigen Welt ist es also so, daß wir durchaus in die Dinge untertauchen, die wir wahrnehmen. Daher dürfen wir auch nicht dasjenige, was wir im Traume erleben, oder dann bewußt in der Imagination erleben, bloß beziehen auf unser Inneres, sondern wenn wir von dem, was im Traume webt und lebt, sprechen, können wir auch geisteswissenschaftlich mit dem Dichter sprechen: Aus Träumen ist die Welt gewoben —, und nicht aus dem Atomspiel, von dem die Wissenschaft träumt, sondern aus dem, was ich als das griechische «Chaos», als unser Traumesweben, als unser Weben in bewußter Imagination bezeichnet habe als ein SubjektivObjektives; nicht bloß subjektiv ist die Welt daraus gewoben. So daß wir gewisse Zustände der Welt durchaus aus diesem Traumesweben heraus erklären müssen.

[ 12 ] Daher dürfen wir nicht, wenn wir zum Beispiel einen Keim vor uns haben, diesen Keim erklären wollen aus physischen und chemischen Gesetzen. Kein Wissenschafter, der nur physische und chemische Gesetze in einem Keim oder Embryo erblickt, kann den Keim oder den Embryo erklären, denn in dem Keim und in dem Embryo träumt die Natur. Da liegt das zugrunde, was im Traume webt und lebt. Legen Sie daher einen Pflanzenkeim hierher, so webt und lebt in diesem Pflanzenkeim ein Träumen. Da gelangen Sie mit dem Intellekt nicht hinein, der nur Naturgesetze überblickt, da müssen Sie mit dem an Menschenkraft hineinkommen, was sonst im Traume oder in der bewußten Imagination lebt.

[ 12 ] Daher dürfen wir nicht, wenn wir zum Beispiel einen Keim vor uns haben, diesen Keim erklären wollen aus physischen und chemischen Gesetzen. Kein Wissenschafter, der nur physische und chemische Gesetze in einem Keim oder Embryo erblickt, kann den Keim oder den Embryo erklären, denn in dem Keim und in dem Embryo träumt die Natur. Da liegt das zugrunde, was im Traume webt und lebt. Legen Sie daher einen Pflanzenkeim hierher, so webt und lebt in diesem Pflanzenkeim ein Träumen. Da gelangen Sie mit dem Intellekt nicht hinein, der nur Naturgesetze überblickt, da müssen Sie mit dem an Menschenkraft hineinkommen, was sonst im Traume oder in der bewußten Imagination lebt.

[ 13 ] Aber so etwas, wie es im Keime lebt, lebt während unseres ganzen Erdendaseins in unserem gesamten Organismus. Und in unserem menschlichen Organismus müssen wir daher nicht bloß die Wirkung von chemischen und physischen Kräften suchen, sondern wir müssen, wenn wir den Menschen haben als physische Wesenheit, diesen Menschen mit seinen äußeren physischen Konturen ansehen als dasjenige, was eben in der irdisch-physischen Sinneswelt lebt. Aber hinter dem lebt ein anderes, was nicht ein Auge sehen kann, nicht ein Ohr hören kann, insofern sie physisch sind, was aber die Imagination schauen kann, und was auch im Traume als unbewußte Imagination erlebt wird. Im ganzen Menschenleibe träumt die Natur. Sie denkt nicht nur so, wie der Mensch mit seinem Intellekt denkt, sondern es träumt die Natur. Und aus dem Traume heraus werden unsere Verdauungskräfte geleitet, werden unsere Wachstumskräfte geleitet. Alles wird aus dem Traume heraus gebildet. Wenn wir zurückblicken im Erdendasein, da gehen wir zumeist von unserer Zeit aus, von der Zeit — ja, wie sollen wir unsere Zeit nennen? Wir können sie von einem einzelnen Symptom nennen, sagen wir, wir gehen aus von unserer Zeit der Schreibmaschine. Also gehen wir aus von der Schreibmaschinenzeit, kommen dann, indem wir zurückgehen, zu der Zeit, als zuerst gedruckt worden ist, gehen dann weiter in der Evolution zurück, kommen meinetwillen in die Römerzeit, in die Griechenzeit zurück, kommen in die orientalische Zeit zurück, aus der die Veden sind. Dann aber verlassen uns die äußeren Urkunden. Wenn noch so viele Schätze aus ägyptischen Königsgräbern ausgegraben werden, es kommt die Zeit, wo uns die äußeren Urkunden verlassen, wo wir zurückgehen müssen durch bloße imaginative und inspirierte Geist-Erkenntnis. Und dann kommen wir an eine Grenze, hinter welcher weiter in der Vergangenheit ein Unbestimmtes für das gewöhnliche Bewußtsein liegt, so wie hinter dem Traum der Schlaf liegt. Ja, wir kommen in der Tat, indem wir zurückgehen in der Zeit- und Weltentwickelung, auf diesen Schleier des Traumes, wie wir ihn jede Nacht erfahren können.

[ 13 ] Aber so etwas, wie es im Keime lebt, lebt während unseres ganzen Erdendaseins in unserem gesamten Organismus. Und in unserem menschlichen Organismus müssen wir daher nicht bloß die Wirkung von chemischen und physischen Kräften suchen, sondern wir müssen, wenn wir den Menschen haben als physische Wesenheit, diesen Menschen mit seinen äußeren physischen Konturen ansehen als dasjenige, was eben in der irdisch-physischen Sinneswelt lebt. Aber hinter dem lebt ein anderes, was nicht ein Auge sehen kann, nicht ein Ohr hören kann, insofern sie physisch sind, was aber die Imagination schauen kann, und was auch im Traume als unbewußte Imagination erlebt wird. Im ganzen Menschenleibe träumt die Natur. Sie denkt nicht nur so, wie der Mensch mit seinem Intellekt denkt, sondern es träumt die Natur. Und aus dem Traume heraus werden unsere Verdauungskräfte geleitet, werden unsere Wachstumskräfte geleitet. Alles wird aus dem Traume heraus gebildet. Wenn wir zurückblicken im Erdendasein, da gehen wir zumeist von unserer Zeit aus, von der Zeit — ja, wie sollen wir unsere Zeit nennen? Wir können sie von einem einzelnen Symptom nennen, sagen wir, wir gehen aus von unserer Zeit der Schreibmaschine. Also gehen wir aus von der Schreibmaschinenzeit, kommen dann, indem wir zurückgehen, zu der Zeit, als zuerst gedruckt worden ist, gehen dann weiter in der Evolution zurück, kommen meinetwillen in die Römerzeit, in die Griechenzeit zurück, kommen in die orientalische Zeit zurück, aus der die Veden sind. Dann aber verlassen uns die äußeren Urkunden. Wenn noch so viele Schätze aus ägyptischen Königsgräbern ausgegraben werden, es kommt die Zeit, wo uns die äußeren Urkunden verlassen, wo wir zurückgehen müssen durch bloße imaginative und inspirierte Geist-Erkenntnis. Und dann kommen wir an eine Grenze, hinter welcher weiter in der Vergangenheit ein Unbestimmtes für das gewöhnliche Bewußtsein liegt, so wie hinter dem Traum der Schlaf liegt. Ja, wir kommen in der Tat, indem wir zurückgehen in der Zeit- und Weltentwickelung, auf diesen Schleier des Traumes, wie wir ihn jede Nacht erfahren können.

[ 14 ] Und kommen wir dann dahin mit bewußter Imagination, so leuchtet dahinter auf geistige Art die fernere Vergangenheit auf. Aber diese sieht auch anders aus als diejenige Welt, die wir mit unserem Intellekt und durch Urkunden erkennen können. Diese fernere Vergangenheit, die hinter einem Traumesschleier liegt in der Weltenevolution, zeigt uns den Menschen in einer unmittelbaren Verbindung mit den göttlichen Geistern. Da ist der Mensch selbst noch göttlich-seelisches Wesen, und die göttlich-geistigen Wesenheiten, die zu anderem bestimmt sind, als sich auf Erden zu verkörpern, verkehren mit ihm, der seine Verkörperung auf Erden erwartet.

[ 14 ] Und kommen wir dann dahin mit bewußter Imagination, so leuchtet dahinter auf geistige Art die fernere Vergangenheit auf. Aber diese sieht auch anders aus als diejenige Welt, die wir mit unserem Intellekt und durch Urkunden erkennen können. Diese fernere Vergangenheit, die hinter einem Traumesschleier liegt in der Weltenevolution, zeigt uns den Menschen in einer unmittelbaren Verbindung mit den göttlichen Geistern. Da ist der Mensch selbst noch göttlich-seelisches Wesen, und die göttlich-geistigen Wesenheiten, die zu anderem bestimmt sind, als sich auf Erden zu verkörpern, verkehren mit ihm, der seine Verkörperung auf Erden erwartet.

[ 15 ] Wenn man also historisch zurückblickt bis zu diesem Chaosschleier, bis zu diesem Traumschleier in ferner Vergangenheit hinter den Jahrtausenden, von denen ich in den letzten Tagen gesprochen habe, dann sieht man den unmittelbaren Verkehr der göttlichen Geister mit der damals noch geistigen Seele im Menschen, mit dem Menschen, der dann auf der Erde voll wohnen sollte.

[ 15 ] Wenn man also historisch zurückblickt bis zu diesem Chaosschleier, bis zu diesem Traumschleier in ferner Vergangenheit hinter den Jahrtausenden, von denen ich in den letzten Tagen gesprochen habe, dann sieht man den unmittelbaren Verkehr der göttlichen Geister mit der damals noch geistigen Seele im Menschen, mit dem Menschen, der dann auf der Erde voll wohnen sollte.

[ 16 ] Und dann werden wir sehen, .wie diese Dinge, die mit der Menschheitsentwickelung zusammenhängen, wiederum mit der kosmischen Entwickelung auf der anderen Seite in einem Verhältnisse stehen. Da wo dieser Schleier erscheint für die inspirierte Imagination in einer fernen Vergangenheit, da sehen wir, wie auch innerhalb der kosmischen Entwickelung — wir werden genauer darüber zu sprechen haben — von der Erde, die vorher mit dem Monde vereint war, der Mond sich abspaltet und in den Weltenraum hinausgeht, um dann die Erde zu umkreisen. Wir blicken also zurück zu einem Traumesschleier, bis zu einem imaginativen Schleier, schauen durch und finden hinter ihm die Erde noch mit dem Monde vereint, die Menschen unmittelbar im Verkehre mit den göttlich-geistigen Wesenheiten. Wir finden, wie in der Zeit, als dieser Traumesschleier erscheint für die retrospektive Beobachtung in der Imagination, wir sehen da, wie in diesem Punkte das wichtige kosmische Ereignis liegt, daß sich der Mond in ganz anderer Gestalt aus der Erde herausschiebt und in den Weltenraum hineingeht als eigener Weltenkörper. So daß wir zurückblicken auf eine Erden- und Menschheits- und Weltenentwickelung, in der diese noch mit dem Monde vereinigt war; aber es war bereits der Mensch da, nur in einem geistig-seelischeren Zustande.

[ 16 ] Und dann werden wir sehen, .wie diese Dinge, die mit der Menschheitsentwickelung zusammenhängen, wiederum mit der kosmischen Entwickelung auf der anderen Seite in einem Verhältnisse stehen. Da wo dieser Schleier erscheint für die inspirierte Imagination in einer fernen Vergangenheit, da sehen wir, wie auch innerhalb der kosmischen Entwickelung — wir werden genauer darüber zu sprechen haben — von der Erde, die vorher mit dem Monde vereint war, der Mond sich abspaltet und in den Weltenraum hinausgeht, um dann die Erde zu umkreisen. Wir blicken also zurück zu einem Traumesschleier, bis zu einem imaginativen Schleier, schauen durch und finden hinter ihm die Erde noch mit dem Monde vereint, die Menschen unmittelbar im Verkehre mit den göttlich-geistigen Wesenheiten. Wir finden, wie in der Zeit, als dieser Traumesschleier erscheint für die retrospektive Beobachtung in der Imagination, wir sehen da, wie in diesem Punkte das wichtige kosmische Ereignis liegt, daß sich der Mond in ganz anderer Gestalt aus der Erde herausschiebt und in den Weltenraum hineingeht als eigener Weltenkörper. So daß wir zurückblicken auf eine Erden- und Menschheits- und Weltenentwickelung, in der diese noch mit dem Monde vereinigt war; aber es war bereits der Mensch da, nur in einem geistig-seelischeren Zustande.

[ 17 ] Wir finden überhaupt, indem wir weiter und weiter zurückblikken, keine Epoche in der Weltenentwickelung, in der wir nicht auch die Anfänge des Menschen finden würden. So daß wir nicht vom Standpunkte einer geistigen Wissenschaft aus sagen können, die Erde habe sich durch Jahrmillionen rein unorganisch oder mit niederen Wesen nur entwickelt, und dann sei der Mensch entstanden; sondern wir finden den Menschen, indem wir zurückgehen, in anderen Formen immer mit jener Weltenevolution vereint, zu der wir aber zurücksehen können, wenn wir in dieser Weise aufsteigen zu dem, was uns hinter dem Chaosschleier des Traumes, hinter dem Schleier der bewußten Imagination auch als göttlich-geistige Wesenhaftigkeit der Welt erscheinen kann.

[ 17 ] Wir finden überhaupt, indem wir weiter und weiter zurückblikken, keine Epoche in der Weltenentwickelung, in der wir nicht auch die Anfänge des Menschen finden würden. So daß wir nicht vom Standpunkte einer geistigen Wissenschaft aus sagen können, die Erde habe sich durch Jahrmillionen rein unorganisch oder mit niederen Wesen nur entwickelt, und dann sei der Mensch entstanden; sondern wir finden den Menschen, indem wir zurückgehen, in anderen Formen immer mit jener Weltenevolution vereint, zu der wir aber zurücksehen können, wenn wir in dieser Weise aufsteigen zu dem, was uns hinter dem Chaosschleier des Traumes, hinter dem Schleier der bewußten Imagination auch als göttlich-geistige Wesenhaftigkeit der Welt erscheinen kann.



[ 18 ] Wenn wir, wie ich oben gesagt habe, auf einen Keim, auf etwas Embryonales hinsehen, so sehen wir für die imaginative Erkenntnis eine Art Traumesweben in diesem Embryonalen, in diesem Keimhaften. Und wir sehen, wie etwas Reales, das aber ist wie Traumbilder, die Materie in dem Keim, in den Embryonen beherrscht. So wird derjenige, welcher imstande ist, das Geistige der Welt zu schauen, dieses Geistige überall finden, aber in mannigfaltigster Gestalt. Gerade das Geistige geht die verschiedensten Metamorphosen ein. Und man kann dann, wenn man einmal so recht begriffen hat, wie im Keime der Pflanzen, in den Embryonen der Tiere ein Traumesweben und -wesen waltet, man kann dann ganz berechtigt die Frage aufwerfen: Wie ist das nun mit der scheinbar ganz toten mineralischen Welt? Wenn wir von hier aus zu unseren Fenstern hinausblicken oder auf die Straße gehen, sehen wir die kahlen Berge, die scheinbar ganz leblose Welt, und wir müssen uns fragen: Wenn in dem Pflanzenkeim, den wir hinlegen vor uns, ein Traumesbild waltet, wie ist es mit den ausgebreiteten Gesteins- und Bergesmassen? Wie ist es mit allem Leblosen, das den Boden bildet, auf den unsere Füße treten in der physischen Welt? Wenn wir in den Pflanzen ein Geistwalten finden, das verhältnismäßig leicht in die Materie eingreift im träumenden Weben, so finden wir mit imaginativer Erkenntnis in den Gesteinsmassen auch ein Geistiges, ein Geistiges, das aus konkreten einzelnen Wesen besteht.

[ 18 ] Wenn wir, wie ich oben gesagt habe, auf einen Keim, auf etwas Embryonales hinsehen, so sehen wir für die imaginative Erkenntnis eine Art Traumesweben in diesem Embryonalen, in diesem Keimhaften. Und wir sehen, wie etwas Reales, das aber ist wie Traumbilder, die Materie in dem Keim, in den Embryonen beherrscht. So wird derjenige, welcher imstande ist, das Geistige der Welt zu schauen, dieses Geistige überall finden, aber in mannigfaltigster Gestalt. Gerade das Geistige geht die verschiedensten Metamorphosen ein. Und man kann dann, wenn man einmal so recht begriffen hat, wie im Keime der Pflanzen, in den Embryonen der Tiere ein Traumesweben und -wesen waltet, man kann dann ganz berechtigt die Frage aufwerfen: Wie ist das nun mit der scheinbar ganz toten mineralischen Welt? Wenn wir von hier aus zu unseren Fenstern hinausblicken oder auf die Straße gehen, sehen wir die kahlen Berge, die scheinbar ganz leblose Welt, und wir müssen uns fragen: Wenn in dem Pflanzenkeim, den wir hinlegen vor uns, ein Traumesbild waltet, wie ist es mit den ausgebreiteten Gesteins- und Bergesmassen? Wie ist es mit allem Leblosen, das den Boden bildet, auf den unsere Füße treten in der physischen Welt? Wenn wir in den Pflanzen ein Geistwalten finden, das verhältnismäßig leicht in die Materie eingreift im träumenden Weben, so finden wir mit imaginativer Erkenntnis in den Gesteinsmassen auch ein Geistiges, ein Geistiges, das aus konkreten einzelnen Wesen besteht.

[ 19 ] Aber dieses Geistige, wir finden es nun nicht in einem träumenden, wir finden es in einem voll schlafenden Zustande. Sie müssen sich nicht einen allgemeinen schlafenden Nebel durch die Gesteinsmassen und Berge denken, wenn Sie hinausschauen auf die Berge hier, sondern konkrete einzelne Wesen, geistige Wesen, welche in den Gesteinsmassen schlafen. Wir werden später sehen, wie diese geistigen Wesenheiten entstanden sind durch Abspaltung von höheren geistigen Wesenheiten, von Wesenheiten mit einem hohen Bewußtsein, die aber diese andern Wesen, die in ihrem gegenwärtigen Lebenszustande ein nur schlafendes Bewußtsein haben, von sich abgespalten haben, und wie diese Elementarwesen in der leblosen Welt überall draußen eben schlafen. Wir gehen also über das Gesteinsmassiv der Berge und sollten uns bewußt sein: da in dem Boden schläft überall geistiges Weben und Wesen in einzelnen konkreten Geistgestalten. Und wir werden gewahr, wenn wir dieses Schlafen der geistwebenden Gestalten in der leblosen Welt verfolgen, daß in diesem Schlaf der Elementarwesen eine gewisse Stimmung lebt. Die Imagination zeigt uns diese Wesen. Die Inspiration belehrt uns, daß in diesen Wesen eine gewisse Stimmung lebt. Dasjenige an Stimmung lebt in diesen Wesen der Berge, der Felsen, des Erdbodens, auf dem wir herumgehen, dasjenige lebt in der Stimmung dieser Wesen, was wir in uns finden, wenn wir richtig auf etwas warten, erwartungsvolle Stimmung haben. Und so durchsetzt dieses seelischgeistige Weben und Wesen, das in den scheinbar leblosen Gesteinsmassen ist, eine Stimmung der Erwartung.

[ 19 ] Aber dieses Geistige, wir finden es nun nicht in einem träumenden, wir finden es in einem voll schlafenden Zustande. Sie müssen sich nicht einen allgemeinen schlafenden Nebel durch die Gesteinsmassen und Berge denken, wenn Sie hinausschauen auf die Berge hier, sondern konkrete einzelne Wesen, geistige Wesen, welche in den Gesteinsmassen schlafen. Wir werden später sehen, wie diese geistigen Wesenheiten entstanden sind durch Abspaltung von höheren geistigen Wesenheiten, von Wesenheiten mit einem hohen Bewußtsein, die aber diese andern Wesen, die in ihrem gegenwärtigen Lebenszustande ein nur schlafendes Bewußtsein haben, von sich abgespalten haben, und wie diese Elementarwesen in der leblosen Welt überall draußen eben schlafen. Wir gehen also über das Gesteinsmassiv der Berge und sollten uns bewußt sein: da in dem Boden schläft überall geistiges Weben und Wesen in einzelnen konkreten Geistgestalten. Und wir werden gewahr, wenn wir dieses Schlafen der geistwebenden Gestalten in der leblosen Welt verfolgen, daß in diesem Schlaf der Elementarwesen eine gewisse Stimmung lebt. Die Imagination zeigt uns diese Wesen. Die Inspiration belehrt uns, daß in diesen Wesen eine gewisse Stimmung lebt. Dasjenige an Stimmung lebt in diesen Wesen der Berge, der Felsen, des Erdbodens, auf dem wir herumgehen, dasjenige lebt in der Stimmung dieser Wesen, was wir in uns finden, wenn wir richtig auf etwas warten, erwartungsvolle Stimmung haben. Und so durchsetzt dieses seelischgeistige Weben und Wesen, das in den scheinbar leblosen Gesteinsmassen ist, eine Stimmung der Erwartung.

[ 20 ] Diese Wesen erwarten nämlich — das lehrt uns die Inspiration, insbesondere die Intuition, wenn wir uns in das Innere dieser Wesen versetzen — ihr Aufwachen in Träumen. Alles dasjenige, was uns da als Gebirge anschaut, das erwartet, daß es später träumen werde, und daß es die Erdenmaterie, die zerpulvert ist zu lebloser Materie, einstmals wird ergreifen können im träumenden Bewußtsein, embryonisch keimhaft wird machen können, aus den Felsen, aus den Bergen, die wir sehen, wiederum Pflanzliches wird herauszaubern können. Gerade diese Wesenheiten bringen uns vor das Seelenleben eine wunderbare Magie der Natur, ein Schaffen aus der Geistigkeit heraus.

[ 20 ] Diese Wesen erwarten nämlich — das lehrt uns die Inspiration, insbesondere die Intuition, wenn wir uns in das Innere dieser Wesen versetzen — ihr Aufwachen in Träumen. Alles dasjenige, was uns da als Gebirge anschaut, das erwartet, daß es später träumen werde, und daß es die Erdenmaterie, die zerpulvert ist zu lebloser Materie, einstmals wird ergreifen können im träumenden Bewußtsein, embryonisch keimhaft wird machen können, aus den Felsen, aus den Bergen, die wir sehen, wiederum Pflanzliches wird herauszaubern können. Gerade diese Wesenheiten bringen uns vor das Seelenleben eine wunderbare Magie der Natur, ein Schaffen aus der Geistigkeit heraus.

[ 21 ] Und so kann uns werden, nicht vor irgendeiner Bildhaftigkeit, sondern vor wahrer wirklicher Erkenntnis, das Herumgehen unter solchen Felsen oder über solchen Felsen, dasjenige selbst, was solche Felsen in ihrem physischen Lichte zurückwerfen, das kann uns werden zu einer Offenbarung schlafender, in der Zukunft zum Träumen, später zum vollen Wachleben aufwachender elementarischer Naturwesen, die einstmals eben reine Geistwesen sein werden.

[ 21 ] Und so kann uns werden, nicht vor irgendeiner Bildhaftigkeit, sondern vor wahrer wirklicher Erkenntnis, das Herumgehen unter solchen Felsen oder über solchen Felsen, dasjenige selbst, was solche Felsen in ihrem physischen Lichte zurückwerfen, das kann uns werden zu einer Offenbarung schlafender, in der Zukunft zum Träumen, später zum vollen Wachleben aufwachender elementarischer Naturwesen, die einstmals eben reine Geistwesen sein werden.

[ 22 ] Die physische Materie in der Pflanze ist noch so, daß das geistige Traumweben diese Materie durchdringen kann. Diese Materie [der Felsen] zerbröckelt. Alles Leblose — wenn wir zurückblicken in der Imagination und Inspiration, merken wir das — ist aus Lebendigem entstanden. Aber indem das Lebendige eben leblos wird, wird hineinversenkt diese schlafende Geistigkeit. Und diese schlafende Geistigkeit wartet in dem Leblosen so lange, bis sie zum Träumen erwachen und dieses Leblose in ein kosmisches Embryonalleben überführen kann.

[ 22 ] Die physische Materie in der Pflanze ist noch so, daß das geistige Traumweben diese Materie durchdringen kann. Diese Materie [der Felsen] zerbröckelt. Alles Leblose — wenn wir zurückblicken in der Imagination und Inspiration, merken wir das — ist aus Lebendigem entstanden. Aber indem das Lebendige eben leblos wird, wird hineinversenkt diese schlafende Geistigkeit. Und diese schlafende Geistigkeit wartet in dem Leblosen so lange, bis sie zum Träumen erwachen und dieses Leblose in ein kosmisches Embryonalleben überführen kann.

[ 23 ] Und die verschiedenen Orte, die verschiedenen Lokalitäten der Erde, zeigen in verschiedener Art dieses Schlafen dieser geistigen Wesenheiten in den Bergen, in der festen Erdrinde. Und da darf man sagen: in andrer Art schlafen diese ihre Zukunft erwartenden Wesen in solchen Gegenden der Erde, wie zum Beispiel hier eine ist, als in anderen Gegenden der Erde.

[ 23 ] Und die verschiedenen Orte, die verschiedenen Lokalitäten der Erde, zeigen in verschiedener Art dieses Schlafen dieser geistigen Wesenheiten in den Bergen, in der festen Erdrinde. Und da darf man sagen: in andrer Art schlafen diese ihre Zukunft erwartenden Wesen in solchen Gegenden der Erde, wie zum Beispiel hier eine ist, als in anderen Gegenden der Erde.

[ 24 ] Hier gerade in Penmaenmawr ist eine Gegend, wo durch besondere Erdenkonfiguration, durch die Art und Weise, wie das Gesteinsmaterial geworden ist, diese schlafenden Wesen bis zum Luftförmigen vordringen können, ja bis in das Licht sich hineinverweben können, während das in anderen Erdengegenden lange nicht so der Fall ist. So daß man, wenn man hier das Weben nicht bloß der äußeren materialistischen Luftatmosphäre nimmt, sondern das Walten der seelischen Atmosphäre, die die Luft durchdringt wie die Menschenseele den menschlichen Körper, dann gerade hier in Penmaenmawr findet, daß dieses Seelische der Atmosphäre anders ist als sonstwo. Ich will Ihnen dieses an einem einzelnen Beispiel veranschaulichen.

[ 24 ] Hier gerade in Penmaenmawr ist eine Gegend, wo durch besondere Erdenkonfiguration, durch die Art und Weise, wie das Gesteinsmaterial geworden ist, diese schlafenden Wesen bis zum Luftförmigen vordringen können, ja bis in das Licht sich hineinverweben können, während das in anderen Erdengegenden lange nicht so der Fall ist. So daß man, wenn man hier das Weben nicht bloß der äußeren materialistischen Luftatmosphäre nimmt, sondern das Walten der seelischen Atmosphäre, die die Luft durchdringt wie die Menschenseele den menschlichen Körper, dann gerade hier in Penmaenmawr findet, daß dieses Seelische der Atmosphäre anders ist als sonstwo. Ich will Ihnen dieses an einem einzelnen Beispiel veranschaulichen.

[ 25 ] Nehmen Sie an, die imaginative Erkenntnis bemüht sich, in einer bestimmten Gegend der Erde die Imagination, so wie das eben geschieht, vor sich hinzustellen. Das bleibt mehr oder weniger schwer oder leicht stehen im Bewußtsein. Man hat in verschiedenen Gegenden verschiedene Möglichkeit, daß die Imaginationen stehenbleiben vor dem Bewußtsein oder sich schnell auflösen. Hier ist eine Gegend, wo die Imaginationen merkwürdig lange stehenbleiben, so daß sie zu einer intensiven Bildlichkeit erwachsen.

[ 25 ] Nehmen Sie an, die imaginative Erkenntnis bemüht sich, in einer bestimmten Gegend der Erde die Imagination, so wie das eben geschieht, vor sich hinzustellen. Das bleibt mehr oder weniger schwer oder leicht stehen im Bewußtsein. Man hat in verschiedenen Gegenden verschiedene Möglichkeit, daß die Imaginationen stehenbleiben vor dem Bewußtsein oder sich schnell auflösen. Hier ist eine Gegend, wo die Imaginationen merkwürdig lange stehenbleiben, so daß sie zu einer intensiven Bildlichkeit erwachsen.

[ 26 ] Druidenweise oder ähnliche Leute haben sich gerade solche Gegenden ausgesucht für ihre Tempel, für ihre Heiligtümer, in denen diese Eigentümlichkeit vorhanden war, daß die Imaginationen nicht sogleich zerrinnen, den Wolken gleich, die gleich auseinandergehen, sondern daß die Imaginationen stehenbleiben können. Und daher ist es in einer begreiflichen Weise geschehen, daß besonders solche Stätten für Druidenheiligtümer in verhältnismäßig späten Zeiten wohl noch aufgesucht worden sind.

[ 26 ] Druidenweise oder ähnliche Leute haben sich gerade solche Gegenden ausgesucht für ihre Tempel, für ihre Heiligtümer, in denen diese Eigentümlichkeit vorhanden war, daß die Imaginationen nicht sogleich zerrinnen, den Wolken gleich, die gleich auseinandergehen, sondern daß die Imaginationen stehenbleiben können. Und daher ist es in einer begreiflichen Weise geschehen, daß besonders solche Stätten für Druidenheiligtümer in verhältnismäßig späten Zeiten wohl noch aufgesucht worden sind.

[ 27 ] Man hat hier eben immer gefühlt, man habe nicht so große Schwierigkeiten mit dem Stehenbleiben der Imaginationen. Natürlich hat alles seine Licht- und Schattenseiten. Die Inspiration ist gerade durch die stehenbleibende Imagination wiederum schwieriger, aber dadurch auch kraftvoller. Dadurch auch ergießt sich hier dasjenige, was aus der geistigen Welt zu sagen ist, ich möchte sagen, mit großer Intensität, aber auch schwerer und auch gewichtiger in die Worte hinein.

[ 27 ] Man hat hier eben immer gefühlt, man habe nicht so große Schwierigkeiten mit dem Stehenbleiben der Imaginationen. Natürlich hat alles seine Licht- und Schattenseiten. Die Inspiration ist gerade durch die stehenbleibende Imagination wiederum schwieriger, aber dadurch auch kraftvoller. Dadurch auch ergießt sich hier dasjenige, was aus der geistigen Welt zu sagen ist, ich möchte sagen, mit großer Intensität, aber auch schwerer und auch gewichtiger in die Worte hinein.

[ 28 ] So kann man durchaus auch in geistiger Beziehung Differenzierungen merken über die Erde hin. Man könnte eine Landkarte zeichnen und könnte diejenigen Stätten aufmalen, an denen die Imaginationen besonders leicht stehenbleiben vor dem imaginativen Bewußtsein. Diejenigen Stätten der Erde, wo sie leicht vorüber gehen, könnte man mit einer anderen Farbe bestreichen. Man würde dadurch eine außerordentlich interessante Landkarte der Erde bekommen. Hier würde man eine besonders intensive Farbe für dasjenige auftragen müssen, was in der seelischen Atmosphäre waltet, eine glänzende, eine leuchtende, eine lebhafte Farbe.

[ 28 ] So kann man durchaus auch in geistiger Beziehung Differenzierungen merken über die Erde hin. Man könnte eine Landkarte zeichnen und könnte diejenigen Stätten aufmalen, an denen die Imaginationen besonders leicht stehenbleiben vor dem imaginativen Bewußtsein. Diejenigen Stätten der Erde, wo sie leicht vorüber gehen, könnte man mit einer anderen Farbe bestreichen. Man würde dadurch eine außerordentlich interessante Landkarte der Erde bekommen. Hier würde man eine besonders intensive Farbe für dasjenige auftragen müssen, was in der seelischen Atmosphäre waltet, eine glänzende, eine leuchtende, eine lebhafte Farbe.

[ 29 ] Daher glaube ich wirklich, daß hier etwas empfunden werden kann von den Menschen, die an diesem Kurse teilnehmen, von einer, ich möchte sagen, elementar gegebenen esoterischen Stimmung. Die schaut zu den Fenstern herein, die begegnet uns hier auf den Spaziergängen, die ist da in einer ganz anderen Weise als woanders.

[ 29 ] Daher glaube ich wirklich, daß hier etwas empfunden werden kann von den Menschen, die an diesem Kurse teilnehmen, von einer, ich möchte sagen, elementar gegebenen esoterischen Stimmung. Die schaut zu den Fenstern herein, die begegnet uns hier auf den Spaziergängen, die ist da in einer ganz anderen Weise als woanders.

[ 30 ] Daher bin ich den Veranstaltern dieses Kursus außerordentlich dankbar, daß wir auch einmal in einer solchen Gegend, wo einem sozusagen das Esoterische auf der Straße begegnet — sonst begegnet es einem ja auch, aber nicht so leicht im unmittelbaren Entgegentreten —, ich bin außerordentlich dankbar, daß unter mancherlei Stätten, an denen schon solche Kurse abgehalten werden konnten, auch diese ist, denn es stellt sich gerade dieser Kurs von dem Gesichtspunkte aus, den ich jetzt erörtert habe, in einer wunderschönen Weise auch in die Gesamtevolution der anthroposophischen Bewegung hinein.

[ 30 ] Daher bin ich den Veranstaltern dieses Kursus außerordentlich dankbar, daß wir auch einmal in einer solchen Gegend, wo einem sozusagen das Esoterische auf der Straße begegnet — sonst begegnet es einem ja auch, aber nicht so leicht im unmittelbaren Entgegentreten —, ich bin außerordentlich dankbar, daß unter mancherlei Stätten, an denen schon solche Kurse abgehalten werden konnten, auch diese ist, denn es stellt sich gerade dieser Kurs von dem Gesichtspunkte aus, den ich jetzt erörtert habe, in einer wunderschönen Weise auch in die Gesamtevolution der anthroposophischen Bewegung hinein.



[ 31 ] Durch Schilderungen, wie ich sie gegeben habe, zeigt sich, wie zwischen der physisch-sinnlichen und der geistig-übersinnlichen Welt eine Grenze liegt, eine Grenze, die man mit einem gewissen Recht die Schwelle der geistigen Welt nennt (siehe Zeichnung S. 164). Und ich habe ja schon in der verschiedensten Art darauf aufmerksam gemacht, wie es geschehen muß, daß diese Schwelle überschritten werden kann. Nun, wir werden darüber noch im Genaueren zu sprechen haben. Aber Sie werden schon aus meinen Vorträgen ersehen haben, daß das Überschreiten dieser Schwelle in älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung doch etwas anderes war als heute im gegenwärtigen historischen Augenblicke. Die Menschen konnten in älteren Epochen der Menschheitsentwickelung diese Schwelle deshalb in anderer Weise überschreiten, weil sie ein traumhaftes Bewußtsein auch während des Tages hatten, dadurch aber auch ein intensiveres Bewußtsein für das Übersinnliche, und so in der Art, wie ich es gekennzeichnet habe, beim Einschlafen und Aufwachen in einer halbbewußten, traumhaften Weise den Hüter der Schwelle passierten.

[ 31 ] Durch Schilderungen, wie ich sie gegeben habe, zeigt sich, wie zwischen der physisch-sinnlichen und der geistig-übersinnlichen Welt eine Grenze liegt, eine Grenze, die man mit einem gewissen Recht die Schwelle der geistigen Welt nennt (siehe Zeichnung S. 164). Und ich habe ja schon in der verschiedensten Art darauf aufmerksam gemacht, wie es geschehen muß, daß diese Schwelle überschritten werden kann. Nun, wir werden darüber noch im Genaueren zu sprechen haben. Aber Sie werden schon aus meinen Vorträgen ersehen haben, daß das Überschreiten dieser Schwelle in älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung doch etwas anderes war als heute im gegenwärtigen historischen Augenblicke. Die Menschen konnten in älteren Epochen der Menschheitsentwickelung diese Schwelle deshalb in anderer Weise überschreiten, weil sie ein traumhaftes Bewußtsein auch während des Tages hatten, dadurch aber auch ein intensiveres Bewußtsein für das Übersinnliche, und so in der Art, wie ich es gekennzeichnet habe, beim Einschlafen und Aufwachen in einer halbbewußten, traumhaften Weise den Hüter der Schwelle passierten.

[ 32 ] Darinnen besteht ein Übergang, den ich später noch zu schildern haben werde, von der älteren, mehr unfreien Menschheit zu der immer freier und freier werdenden Menschheit: daß die Determiniertheit, die für die Menschen damit verbunden war, daß sie bei jedem Einschlafen und Aufwachen etwas von dem Hüter der Schwelle wahrnahmen, der ihnen als Mahner dastand, daß diese Unfreiheit der Menschen, in der sie damals waren, übergegangen ist in ein Nichthineinschauen in die geistige Welt für das Gegenwartsbewußtsein, dadurch aber in ein Freier- und Freierwerden; darinnen liegt ein Prinzip des menschlichen Fortschrittes.

[ 32 ] Darinnen besteht ein Übergang, den ich später noch zu schildern haben werde, von der älteren, mehr unfreien Menschheit zu der immer freier und freier werdenden Menschheit: daß die Determiniertheit, die für die Menschen damit verbunden war, daß sie bei jedem Einschlafen und Aufwachen etwas von dem Hüter der Schwelle wahrnahmen, der ihnen als Mahner dastand, daß diese Unfreiheit der Menschen, in der sie damals waren, übergegangen ist in ein Nichthineinschauen in die geistige Welt für das Gegenwartsbewußtsein, dadurch aber in ein Freier- und Freierwerden; darinnen liegt ein Prinzip des menschlichen Fortschrittes.

[ 33 ] Man kann also sagen, daß die Menschen von der geistigen Welt aus gesehen manches verloren haben, gerade deshalb, weil sie in ihrer Evolution zur Freiheit geführt werden mußten. Nun, das Verlorene muß in der Art, wie es zum Beispiel auch die Anthroposophie zeigen will, wieder gewonnen werden. Und es ist heute der historische Zeitpunkt, wo das Streben nach dieser Wiedergewinnung einsetzen muß.

[ 33 ] Man kann also sagen, daß die Menschen von der geistigen Welt aus gesehen manches verloren haben, gerade deshalb, weil sie in ihrer Evolution zur Freiheit geführt werden mußten. Nun, das Verlorene muß in der Art, wie es zum Beispiel auch die Anthroposophie zeigen will, wieder gewonnen werden. Und es ist heute der historische Zeitpunkt, wo das Streben nach dieser Wiedergewinnung einsetzen muß.

[ 34 ] Aber überall ragen noch bei den verschiedensten Menschen Erbschaften aus der alten Zeit, in der die Menschen eben ein anderes Verhältnis zu der übersinnlichen Welt hatten, in unsere Gegenwart herein. So daß bei dem Menschen, der heute von den intellektualistischen Kräften ganz ergriffen worden ist, in der Regel im Bewußtsein eine scharfe Grenze dasteht zwischen demjenigen, was er in der sinnlichen Welt erlebt, und demjenigen, was drüben in der geistigen Welt liegt. Die Grenze ist so scharf, daß ja gerade aufgeklärte Geister der Gegenwart überhaupt nicht zugeben wollen, daß der Mensch diese Grenze überschreiten könne.

[ 34 ] Aber überall ragen noch bei den verschiedensten Menschen Erbschaften aus der alten Zeit, in der die Menschen eben ein anderes Verhältnis zu der übersinnlichen Welt hatten, in unsere Gegenwart herein. So daß bei dem Menschen, der heute von den intellektualistischen Kräften ganz ergriffen worden ist, in der Regel im Bewußtsein eine scharfe Grenze dasteht zwischen demjenigen, was er in der sinnlichen Welt erlebt, und demjenigen, was drüben in der geistigen Welt liegt. Die Grenze ist so scharf, daß ja gerade aufgeklärte Geister der Gegenwart überhaupt nicht zugeben wollen, daß der Mensch diese Grenze überschreiten könne.

[ 35 ] Ich habe ja schon angedeutet, indem ich wenigstens skizzenhaft die Wege hinein in diese übersinnliche Welt charakterisiert habe, daß diese Grenze überschritten werden kann, daß in vollbewußter Art der Mensch hineinkommen kann in diese Welt. Aber es ragen eben noch aus derjenigen Zeit, wo der Mensch in instinktiverer, unbewußterer Art hinübergekommen ist in die geistige Welt, wo er auch im Tagesbewußtsein noch mehr von dieser geistigen Welt in sich getragen hat, alte Erbgüter in die gegenwärtige Menschheitsentwickelung hinein. Und wir finden sie so, daß wir sie vor allen Dingen durch bewußte Geisteserkenntnis verstehen müssen. Denn versteht man sie nicht in der richtigen Weise, so zeigen sie sich in der mannigfaltigsten Weise den Menschen irrtümlich. Und dann kann der Irrtum gerade diesen Dingen gegenüber sehr gefährlich werden. Ich muß daher auf dem Wege dieser Vorträge, die die Menschheits- und Weltentwickelung zeigen wollen, auch diese Grenzfragen besprechen, in denen dasjenige, was einer älteren Menschheit das Selbstverständlich-Natürliche war, hereinragt in die Gegenwart, aber hier, wenn es nicht mit der entsprechenden klaren Erkenntnis behandelt wird, in gefährliche Illusionen hineinführen kann. |

[ 35 ] Ich habe ja schon angedeutet, indem ich wenigstens skizzenhaft die Wege hinein in diese übersinnliche Welt charakterisiert habe, daß diese Grenze überschritten werden kann, daß in vollbewußter Art der Mensch hineinkommen kann in diese Welt. Aber es ragen eben noch aus derjenigen Zeit, wo der Mensch in instinktiverer, unbewußterer Art hinübergekommen ist in die geistige Welt, wo er auch im Tagesbewußtsein noch mehr von dieser geistigen Welt in sich getragen hat, alte Erbgüter in die gegenwärtige Menschheitsentwickelung hinein. Und wir finden sie so, daß wir sie vor allen Dingen durch bewußte Geisteserkenntnis verstehen müssen. Denn versteht man sie nicht in der richtigen Weise, so zeigen sie sich in der mannigfaltigsten Weise den Menschen irrtümlich. Und dann kann der Irrtum gerade diesen Dingen gegenüber sehr gefährlich werden. Ich muß daher auf dem Wege dieser Vorträge, die die Menschheits- und Weltentwickelung zeigen wollen, auch diese Grenzfragen besprechen, in denen dasjenige, was einer älteren Menschheit das Selbstverständlich-Natürliche war, hereinragt in die Gegenwart, aber hier, wenn es nicht mit der entsprechenden klaren Erkenntnis behandelt wird, in gefährliche Illusionen hineinführen kann. |

[ 36 ] Zu diesen Dingen, die durchaus für das gewöhnliche Bewußtsein schon an der Grenze zwischen sinnlicher und übersinnlicher Welt stehen, gehören zum Beispiel die menschlichen Visionen, Visionen, wo in einer Art Halluzination, die mehr oder weniger aber von dem Menschen noch beherrscht wird, Bilder auftreten, die sich in einer ganz bestimmten Weise gestalten, die sogar farbig, hörbar werden können, die auch inhaltlich anderes in sich schließen können, denen aber zunächst so, wie sie sich vor das Bewußtsein hinstellen, nicht so äußere Dinge entsprechen, daß das Ding draußen wäre in derselben Art und Weise wie die Vision, die im Innern lebt. Für dasjenige, was man im Alltag wahrnimmt, ist draußen der Gegenstand; das Bild, sehr schattenhaft aber, im Innern. Und der Mensch ist sich vollbewußt, wie sich sein schattenhaftes Vorstellungsbild im Innern bezieht auf die äußere Welt. Die Vision tritt auf zunächst für sich, macht den Anspruch, in sich eine Realität zu tragen. Der Mensch kommt auch in eine Seelenlage, in der er nicht mehr fähig ist, nun den Realitätswert des Bildes, das auftritt, auftritt ohne sein Zutun, in der richtigen Weise zu beurteilen. Die erste Frage, die hier nun auftritt, gerade an dem Punkte der Vorträge, bei dem wir jetzt stehen, ist diese: Wie kommen Visionen zustande? Nun, Visionen kommen dadurch zustande, daß der Mensch noch in sich die Fähigkeit trägt, dasjenige, was er im Schlafe erlebt, hinüberzutragen in die wachende Welt, in der wachenden Welt es zur Vorstellung zu erheben, wie er sonst das zur Vorstellung erheben kann, was er von außen durch die Sinne wahrnimmt. Ob ich eine Uhr anschaue, die physisch-sinnliches Dasein hat, und mir ein inneres Bild mache, oder ob ich im Schlafe erlebt habe die Konfiguration, die innere Realität eines Außendinges und mir dann nach dem Erwachen ein Bild mache von dem, was ich erlebt habe, das sind in einer Beziehung zwei Vorgänge, die gar keinen anderen Unterschied haben, als daß ich den einen Vorgang beherrsche, daher das Bild abschatte, matt mache; in dem anderen Falle beherrsche ich den Vorgang nicht, ich trage nicht etwas Gegenwärtiges in mein Vorstellungsleben herein, sondern etwas, was ich im vorigen oder vorvorigen oder noch weiter zurückliegenden Schlaf erlebt habe, als die Seele draußen war; und ich bilde mir die Vision. Solche Visionen waren für eine ältere Zeit der Menschheitsentwickelung, die instinktiv das Verhältnis zu der physischen, zu der geistigen Welt beherrscht hat, etwas ganz Natürliches, und sie sind durch den Fortschritt der Menschheit das geworden, was sie heute sind: etwas Unbeherrschtes, etwas Illusionäres. Daher muß man dem ganzen verständnisvoll gegenüberstehen, denn der heutige Mensch hat etwas nicht: wenn er in der geistigen Welt schlafend etwas erlebt und zurückgeht durch das Wachen in die physische Welt, so hört er nicht den Mahner, den Hüter der Schwelle: Du sollst alles dasjenige, was du in der geistigen Welt erlebt hast, dir merken und in die physische Welt hinübertragen. — Trägt man es hinüber, dann weiß man, was in der Vision enthalten ist. Tritt die Vision nur in der physischen Welt auf, ohne daß man weiß, wie man sie herübergetragen und was man herübergetragen hat aus der geistigen Welt, so ist man zunächst unbeherrscht und dadurch leicht in Illusionen befangen gegenüber dem visionären Erleben. So daß man sagen kann: Visionen entstehen dadurch, daß der Mensch unbewußt Erlebnisse des Schlafes herüberträgt in das Tagleben und daß ihm das Tagleben diese Schlaferlebnisse zu Vorstellungen gestaltet, die dann innerlich viel gesättigter, viel inhaltsvoller sind als die gewöhnlichen Vorstellungen, die schattenhaft sind; indem der Mensch solche Vorstellungen herüberträgt, macht er sie zu solchen lebhaften, farbtönenden Vorstellungen.

[ 36 ] Zu diesen Dingen, die durchaus für das gewöhnliche Bewußtsein schon an der Grenze zwischen sinnlicher und übersinnlicher Welt stehen, gehören zum Beispiel die menschlichen Visionen, Visionen, wo in einer Art Halluzination, die mehr oder weniger aber von dem Menschen noch beherrscht wird, Bilder auftreten, die sich in einer ganz bestimmten Weise gestalten, die sogar farbig, hörbar werden können, die auch inhaltlich anderes in sich schließen können, denen aber zunächst so, wie sie sich vor das Bewußtsein hinstellen, nicht so äußere Dinge entsprechen, daß das Ding draußen wäre in derselben Art und Weise wie die Vision, die im Innern lebt. Für dasjenige, was man im Alltag wahrnimmt, ist draußen der Gegenstand; das Bild, sehr schattenhaft aber, im Innern. Und der Mensch ist sich vollbewußt, wie sich sein schattenhaftes Vorstellungsbild im Innern bezieht auf die äußere Welt. Die Vision tritt auf zunächst für sich, macht den Anspruch, in sich eine Realität zu tragen. Der Mensch kommt auch in eine Seelenlage, in der er nicht mehr fähig ist, nun den Realitätswert des Bildes, das auftritt, auftritt ohne sein Zutun, in der richtigen Weise zu beurteilen. Die erste Frage, die hier nun auftritt, gerade an dem Punkte der Vorträge, bei dem wir jetzt stehen, ist diese: Wie kommen Visionen zustande? Nun, Visionen kommen dadurch zustande, daß der Mensch noch in sich die Fähigkeit trägt, dasjenige, was er im Schlafe erlebt, hinüberzutragen in die wachende Welt, in der wachenden Welt es zur Vorstellung zu erheben, wie er sonst das zur Vorstellung erheben kann, was er von außen durch die Sinne wahrnimmt. Ob ich eine Uhr anschaue, die physisch-sinnliches Dasein hat, und mir ein inneres Bild mache, oder ob ich im Schlafe erlebt habe die Konfiguration, die innere Realität eines Außendinges und mir dann nach dem Erwachen ein Bild mache von dem, was ich erlebt habe, das sind in einer Beziehung zwei Vorgänge, die gar keinen anderen Unterschied haben, als daß ich den einen Vorgang beherrsche, daher das Bild abschatte, matt mache; in dem anderen Falle beherrsche ich den Vorgang nicht, ich trage nicht etwas Gegenwärtiges in mein Vorstellungsleben herein, sondern etwas, was ich im vorigen oder vorvorigen oder noch weiter zurückliegenden Schlaf erlebt habe, als die Seele draußen war; und ich bilde mir die Vision. Solche Visionen waren für eine ältere Zeit der Menschheitsentwickelung, die instinktiv das Verhältnis zu der physischen, zu der geistigen Welt beherrscht hat, etwas ganz Natürliches, und sie sind durch den Fortschritt der Menschheit das geworden, was sie heute sind: etwas Unbeherrschtes, etwas Illusionäres. Daher muß man dem ganzen verständnisvoll gegenüberstehen, denn der heutige Mensch hat etwas nicht: wenn er in der geistigen Welt schlafend etwas erlebt und zurückgeht durch das Wachen in die physische Welt, so hört er nicht den Mahner, den Hüter der Schwelle: Du sollst alles dasjenige, was du in der geistigen Welt erlebt hast, dir merken und in die physische Welt hinübertragen. — Trägt man es hinüber, dann weiß man, was in der Vision enthalten ist. Tritt die Vision nur in der physischen Welt auf, ohne daß man weiß, wie man sie herübergetragen und was man herübergetragen hat aus der geistigen Welt, so ist man zunächst unbeherrscht und dadurch leicht in Illusionen befangen gegenüber dem visionären Erleben. So daß man sagen kann: Visionen entstehen dadurch, daß der Mensch unbewußt Erlebnisse des Schlafes herüberträgt in das Tagleben und daß ihm das Tagleben diese Schlaferlebnisse zu Vorstellungen gestaltet, die dann innerlich viel gesättigter, viel inhaltsvoller sind als die gewöhnlichen Vorstellungen, die schattenhaft sind; indem der Mensch solche Vorstellungen herüberträgt, macht er sie zu solchen lebhaften, farbtönenden Vorstellungen.

[ 37 ] Eine andere Art ist diese, daß der Mensch dasjenige, was er hier im physischen Leben fühlt und empfindet, die Art und Weise, wie er hier fühlt und empfindet, herüberträgt in das Schlafesleben. Dann wird er ja, wenn er es sozusagen in das offene Meer des Schlafeslebens hinüberträgt, drüben schon ermahnt werden, daß er keinen Unfug treibt. Wenn aber der Schlaf ein ganz leiser ist, wie man ihn viel mehr hat, als man glaubt — wenn man durchs gewöhnliche Leben geht, schläft man manchmal ein bißchen, ganz ein bißchen; dies sollte man überhaupt mehr beachten, dieses Ein-bißchen-Schlafen —, wenn man so ein bißchen schläft, dann trägt man, auch ohne daß man es bemerkt, über die Schwelle das alltägliche Empfinden. Und dann entstehen jene dunklen Gefühle, als ob man irgend etwas, was in der Zukunft mit einem selbst oder mit einem anderen Menschen geschieht, innerlich merkte. Die Ahnung, sie entsteht auf diesem Wege. Während also die Vision dann entsteht, wenn man herüberträgt in das wache Tagesleben das Schlaferlebnis, indem man unbewußt herüber über die Schwelle geht mit dem Schlaferleben, so entsteht die Ahnung, wenn man im ganz leisen, unbemerkten Schlaf ist, so daß man glaubt, man sei wach, und, wiederum ignorierend den Hüter der Schwelle, dasjenige hinüberträgt, was man eigentlich schon im gewöhnlichen Tageserleben trägt. Aber es liegt das so tief unter dem Bewußtsein, daß man es nicht merkt. Man steht nämlich immer mit der ganzen Welt in Verbindung. Und würde man das heraufholen können, daß man mit der ganzen Welt in Verbindung steht, so würde man manches heraufholen können.

[ 37 ] Eine andere Art ist diese, daß der Mensch dasjenige, was er hier im physischen Leben fühlt und empfindet, die Art und Weise, wie er hier fühlt und empfindet, herüberträgt in das Schlafesleben. Dann wird er ja, wenn er es sozusagen in das offene Meer des Schlafeslebens hinüberträgt, drüben schon ermahnt werden, daß er keinen Unfug treibt. Wenn aber der Schlaf ein ganz leiser ist, wie man ihn viel mehr hat, als man glaubt — wenn man durchs gewöhnliche Leben geht, schläft man manchmal ein bißchen, ganz ein bißchen; dies sollte man überhaupt mehr beachten, dieses Ein-bißchen-Schlafen —, wenn man so ein bißchen schläft, dann trägt man, auch ohne daß man es bemerkt, über die Schwelle das alltägliche Empfinden. Und dann entstehen jene dunklen Gefühle, als ob man irgend etwas, was in der Zukunft mit einem selbst oder mit einem anderen Menschen geschieht, innerlich merkte. Die Ahnung, sie entsteht auf diesem Wege. Während also die Vision dann entsteht, wenn man herüberträgt in das wache Tagesleben das Schlaferlebnis, indem man unbewußt herüber über die Schwelle geht mit dem Schlaferleben, so entsteht die Ahnung, wenn man im ganz leisen, unbemerkten Schlaf ist, so daß man glaubt, man sei wach, und, wiederum ignorierend den Hüter der Schwelle, dasjenige hinüberträgt, was man eigentlich schon im gewöhnlichen Tageserleben trägt. Aber es liegt das so tief unter dem Bewußtsein, daß man es nicht merkt. Man steht nämlich immer mit der ganzen Welt in Verbindung. Und würde man das heraufholen können, daß man mit der ganzen Welt in Verbindung steht, so würde man manches heraufholen können.

[ 38 ] Wenn man hier dasjenige hinüberträgt, was drüben über der Schwelle liegt, ignorierend den Hüter der Schwelle, so entsteht die Vision:

[ 38 ] Wenn man hier dasjenige hinüberträgt, was drüben über der Schwelle liegt, ignorierend den Hüter der Schwelle, so entsteht die Vision:

[ 39 ] So kann man also sagen: Wenn hier [durch eine gelbe Linie angedeutet] die Schwelle ist, an der der Hüter steht, dann kommt die Vision zustande, wenn man herüberträgt aus dem Übersinnlichen dasjenige, was man drüben erlebt hat. Und wenn man dasjenige, was man hier erlebt in der Sinneswelt, hinüberträgt in die geistige Welt in diesem leisen Schlafe, dann entsteht das, was man im Deut sehen Ahnung nennt.

[ 39 ] So kann man also sagen: Wenn hier [durch eine gelbe Linie angedeutet] die Schwelle ist, an der der Hüter steht, dann kommt die Vision zustande, wenn man herüberträgt aus dem Übersinnlichen dasjenige, was man drüben erlebt hat. Und wenn man dasjenige, was man hier erlebt in der Sinneswelt, hinüberträgt in die geistige Welt in diesem leisen Schlafe, dann entsteht das, was man im Deut sehen Ahnung nennt.

[ 40 ] Und nun sehen Sie, daß mit diesen Erbgütern, die der Mensch erleben kann, herüberkommend aus der alten Evolution, er dasteht hier herüben mit der Vision, und hier drüben mit der Ahnung. Er kann aber auch gerade an der Grenze stehen, an der Schwelle, und nicht bemerken den Hüter der Schwelle. Diese Momente, die können auch auftreten, wo der Mensch innerlich seelisch, ich möchte sagen, wie gebannt ist; aber «gebannt» ist hier nicht ein sehr glücklicher Ausdruck, weil man nicht so gebannt ist, wie man sich das Bannen gewöhnlich vorstellt, sondern man ist nur mit der Seele in einer bestimmten Seelenlage drinnen. Wenn man hier an der Schwelle steht, so daß man gewissermaßen noch dasjenige empfindet, was in der physischen Welt ist, schon dasjenige empfindet, was in der übersinnlichen Welt ist, dann lebt man in dem, was ja auch in gewissen Lokalitäten der Erde sehr verbreitet ist, was man nennen kann die Deuteroskopie oder das zweite Gesicht: second sight. Das wird gerade an der Schwelle erlebt in einem halbbewußten Zustande. So daß man sagen kann: Diese alten Erbgüter sind entweder solche Erscheinungen im Menschenleben im herabgedämpften Bewußtsein, die auftreten diesseits der Schwelle als Vision, jenseits der Schwelle als Ahnung, gerade an der Schwelle als zweites. Gesicht.

[ 40 ] Und nun sehen Sie, daß mit diesen Erbgütern, die der Mensch erleben kann, herüberkommend aus der alten Evolution, er dasteht hier herüben mit der Vision, und hier drüben mit der Ahnung. Er kann aber auch gerade an der Grenze stehen, an der Schwelle, und nicht bemerken den Hüter der Schwelle. Diese Momente, die können auch auftreten, wo der Mensch innerlich seelisch, ich möchte sagen, wie gebannt ist; aber «gebannt» ist hier nicht ein sehr glücklicher Ausdruck, weil man nicht so gebannt ist, wie man sich das Bannen gewöhnlich vorstellt, sondern man ist nur mit der Seele in einer bestimmten Seelenlage drinnen. Wenn man hier an der Schwelle steht, so daß man gewissermaßen noch dasjenige empfindet, was in der physischen Welt ist, schon dasjenige empfindet, was in der übersinnlichen Welt ist, dann lebt man in dem, was ja auch in gewissen Lokalitäten der Erde sehr verbreitet ist, was man nennen kann die Deuteroskopie oder das zweite Gesicht: second sight. Das wird gerade an der Schwelle erlebt in einem halbbewußten Zustande. So daß man sagen kann: Diese alten Erbgüter sind entweder solche Erscheinungen im Menschenleben im herabgedämpften Bewußtsein, die auftreten diesseits der Schwelle als Vision, jenseits der Schwelle als Ahnung, gerade an der Schwelle als zweites. Gesicht.

[ 41 ] Über die genauere Charakteristik dieser drei Gebiete werde ich dann noch morgen zu sprechen haben, um von da aus zu einer Charakteristik derjenigen Welten zu kommen, auf welche in einer dunklen Weise gerade durch Vision, Ahnung, zweites Gesicht hingedeutet wird, die aber durch eine neuere Erkenntnis zu voller Klarheit eines erhöhten Bewußtseins gebracht werden müssen.

[ 41 ] Über die genauere Charakteristik dieser drei Gebiete werde ich dann noch morgen zu sprechen haben, um von da aus zu einer Charakteristik derjenigen Welten zu kommen, auf welche in einer dunklen Weise gerade durch Vision, Ahnung, zweites Gesicht hingedeutet wird, die aber durch eine neuere Erkenntnis zu voller Klarheit eines erhöhten Bewußtseins gebracht werden müssen.