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The Rudolf Steiner Archive

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Insight from Initiation
GA 227

24 August 1921, Penmaenmawr

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Das Geistwalten in der Natur

Spiritual Contemplation in Nature

[ 1 ] Gestern versuchte ich zu zeigen, wie die Verwirrung des Traumes dadurch entsteht, daß der Mensch unbewußt oder halbbewußt aus der physisch-sinnlichen Welt mit Überschreiten der sogenannten Schwelle durch den Schlaf einzieht in die übersinnliche, in die geistige Welt, und daß er, indem er in diese geistige Welt einzieht, drei Welten gegenübersteht: der Erinnerung an die gewöhnliche physische Welt, der seelischen Welt und der eigentlich geistigen, der spirituellen Welt. Die inneren und äußeren Ereignisse, die wir im gewöhnlichen Dasein, im Erdendasein erleben, sind zusammengezogen aus den Offenbarungen aller drei Welten. Aber sie spalten sich, wenn wir durch den Schlaf in die übersinnliche Welt einziehen, und dann bezieht man dasjenige, was man erlebt, nicht auf die richtige Welt. Dadurch entsteht für das gewöhnliche Erinnerungsbewußtsein die Täuschung, die Illusion im Traume. Das imaginative Bewußtsein sieht den Traum nicht bloß so, sondern es sieht den Traum, indem es auf ihn hinschaut, wie man im physischen Raum auf einen entfernten Punkt hinschaut. So schaut man in der Zeit durch die Imagination auf ein anderes hin. Man erinnert sich also nicht bloß an dasjenige, was geträumt ist, sondern man schaut auf dasjenige, was geträumt ist, hin. Dadurch bekommt man erst die wahre Vorstellung des Traumes. Und dadurch erkennt man, daß der Traum nur dann richtig interpretiert wird, wenn man ihn nicht auf die naturalistisch-physische Welt bezieht, sondern wenn man seine Zusammenhänge auf die geistige, und vor allen Dingen in den meisten Fällen auf die moralische Welt bezieht. Der Traum will nicht dasjenige sagen, was er ausdrückt, wenn man seinen Inhalt physisch interpretiert. Er will dasjenige sagen, wozu man kommt, wenn man seinen Inhalt moralisch-geistig interpretiert.

[ 1 ] Yesterday I attempted to show how the confusion of the dream arises from the fact that, through sleep, a person unconsciously or semi-consciously crosses the so-called threshold from the physical-sensory world into the supersensory, spiritual world, and that, upon entering this spiritual world, they are confronted with three worlds: the memory of the ordinary physical world, the psychological world, and the truly spiritual world. The inner and outer events we experience in ordinary life, in earthly existence, are drawn from the revelations of all three worlds. But they become separated when we enter the supersensible world through sleep, and then what we experience is not related to the real world. This gives rise to the deception, the illusion in the dream, for ordinary memory consciousness. Imaginative consciousness does not merely view the dream in this way; rather, it views the dream by gazing at it, just as one gazes at a distant point in physical space. In this way, one gazes through imagination toward something else in time. Thus, one does not merely recall what has been dreamed, but rather gazes upon what has been dreamed. Only then does one gain a true understanding of the dream. And through this, one recognizes that a dream is correctly interpreted only when one does not relate it to the naturalistic-physical world, but rather when one relates its connections to the spiritual world—and, above all, in most cases, to the moral world. The dream does not mean what it expresses when its content is interpreted physically. It means what one arrives at when its content is interpreted in a moral and spiritual sense.

[ 2 ] Nehmen wir zum Beispiel den Traum, an dem ich gestern die Verwirrung gezeigt habe, den Traum, wo man sich unbekleidet in furchtbarem Schamgefühl auf einem Spaziergang vor vielen Leuten befindet. Ich habe Sie darauf aufmerksam gemacht, wie durch die Tatsache, daß man drei Welten gegenübersteht, die ganze Seelenverfassung innerhalb des Traumbewußtseins zustande kommt. Aber sehen wir einen solchen Traum einmal richtig an, dann müssen wir sagen, es offenbart sich uns ein Inhalt, der sinnlich ausschaut, aber in dem Sinnlichen will sich uns Geistig-Moralisches offenbaren. Und so sollte derjenige, der einen solchen Traum hat, nicht auf den unmittelbaren, in Sinnesbildern erfolgenden Verlauf hinschauen, sondern er sollte sich fragen: Habe ich vielleicht zuweilen in meinem Tagesbewußtsein die Eigenschaft, mich nicht mit voller innerer Wahrheit den anderen Menschen zu geben? Habe ich nicht vielleicht im Gebrauche, mich zu sehr den konventionellen Bekleidungsstücken zu fügen und mich eigentlich einzuhüllen in allerlei, nun, was man so in der Außenwelt konventionell tut? Und habe ich nicht die Eigentümlichkeit, dadurch gerade manchmal mich nicht ehrlich zu geben im tiefen Innersten, sondern etwas unwahr zu geben?

[ 2 ] Let’s take, for example, the dream I used yesterday to illustrate confusion—the dream in which one finds oneself naked, overcome by a terrible sense of shame, taking a walk in front of a crowd of people. I have pointed out to you how the entire state of mind within dream consciousness arises from the fact that one is confronted with three worlds. But if we take a proper look at such a dream, we must say that it reveals a content that appears to be sensory, yet within the sensory realm, the spiritual-moral seeks to reveal itself to us. And so the person who has such a dream should not focus on the immediate sequence of sensory images, but should ask themselves: Do I perhaps sometimes, in my waking consciousness, have a tendency not to present myself to others with complete inner truth? Do I not perhaps have a tendency to conform too much to conventional clothing and to wrap myself up in all sorts of things—well, what is conventionally done in the outer world? And do I not have the peculiarity of, precisely because of this, sometimes failing to present myself honestly in my deepest inner self, but rather presenting something untrue?

[ 3 ] Wenn der Mensch nach einer solchen Richtung seine Gedanken bewegt, dann kommt er allmählich zu der moralisch-geistigen Interpretation des Traumes. Er bezieht dasjenige, was ihm erschienen ist, nicht auf die naturalistische Welt, sondern auf die geistige Welt, und er sagt sich: Indem ich hinübergegangen bin in die übersinnliche Welt während des Schlafes, traten geistige Wesenheiten aus der übersinnlichen Welt an mich heran und sagten mir, ich solle mich nicht in einer falschen, unwahren Bekleidung geben, sondern ich solle mich so geben, wie ich seelisch-geistig als Mensch innerlich bin.

[ 3 ] When a person directs their thoughts in this way, they gradually arrive at a moral-spiritual interpretation of the dream. They relate what has appeared to them not to the natural world, but to the spiritual world, and they say to themselves: “As I crossed over into the supersensible world during sleep, spiritual beings from the supersensible world approached me and told me that I should not present myself in a false, untruthful guise, but rather that I should present myself as I truly am inwardly as a human being, in my soul and spirit.”

[ 4 ] Dann, wenn man in dieser Weise den Traum interpretiert, kommt man auf seine moralisch-geistige Wahrheit. Und so sind eine ganze Anzahl von Träumen zu interpretieren.

[ 4 ] When one interprets a dream in this way, one arrives at its moral and spiritual truth. And this is how a great many dreams are to be interpreted.

[ 5 ] Die Menschen einer älteren Menschheitsgeschichte, die auch in ihrer traumhaften Bildlichkeit beim Einschlafen des Hüters der Schwelle gewahr wurden, die nahmen von ihm die Mahnung auf, nicht dasjenige in die geistige Welt hineinzutragen, was in der physisch-sinnlichen Welt lebt. Würden also die älteren Menschen davon geträumt haben, daß sie unbekleidet auf der Straße herumgehen, so würde es ihnen gar nicht eingefallen sein, die Interpretation zu wählen, daß man sich da schämen muß, denn das gilt für die physische Welt und für den physischen Menschenleib, sondern sie hätten die Mahnung berücksichtigt: Dasjenige, was in der physischen Welt gilt, gilt nicht in der geistigen Welt; dasjenige, was in der geistigen Welt erscheint, das sagen Götter zu dem Menschen. Daher muß man es als Aussage, als Offenbarung der Götter interpretieren. Es ist also das Naturalistisch-Nehmen des Traumes erst im Verlauf der Menschheitsentwickelung eingetreten.

[ 5 ] The people of humanity’s ancient past, who became aware—even in their dreamlike imagery—of the Guardian of the Threshold falling asleep, heeded his warning not to carry into the spiritual world that which lives in the physical-sensory world. So if people in those earlier times had dreamed of walking around naked in the street, it would never have occurred to them to interpret this as a cause for shame—for that applies to the physical world and to the physical human body—but rather they would have heeded the warning: What applies in the physical world does not apply in the spiritual world; what appears in the spiritual world is what the gods say to human beings. Therefore, it must be interpreted as a statement, as a revelation from the gods. Thus, the naturalistic interpretation of dreams only emerged in the course of human development.

[ 6 ] Oder nehmen wir einen anderen Traum, der sehr häufig vorkommt. Da träumt der Mensch, er gehe einen Weg dahin. Er geht in einen Wald hinein. Nach einiger Zeit merkt er, jetzt hat er sich verirrt, jetzt kann er nicht weiter. Er versucht weiterzugehen, kommt dahin, wo nun kein Weg mehr ist, wo nur Bäume sind. Er ist in einer gewissen inneren Unruhe.

[ 6 ] Or let’s take another dream that occurs very frequently. In it, a person dreams that they are walking along a path. They enter a forest. After a while, they realize they’ve gotten lost and can’t go any further. They try to keep going but reach a point where there’s no path left—only trees. They feel a certain inner unease.

[ 7 ] Nun nimmt der Mensch mit dem gewöhnlichen Bewußtsein einen solchen Traum sehr leicht so, wie er sich einfach seinem Inhalte nach gibt. Aber ein solcher Traum, wenn man ihn so nimmt, daß man die naturalistischen Zusammenhänge vergißt, der zeigt einem gerade aus der geistigen Welt heraus: Die Verwirrung, in die du da hineingekommen bist, die liegt in deinen Gedanken. Nur gesteht man sich im Wachbewußtsein oftmals nicht gerne, wie verworren die Gedanken sind, wie sie sehr leicht auf Stellen auftreffen, wo man nicht mehr weiter kann, wo man immer im Kreise herumgeht. Das ist die Eigentümlichkeit, die insbesondere heute in unserer gegenwärtigen Zivilisation sehr viele Menschen haben. Sie glauben aufgeklärt zu denken, aber sie tanzen im Kreise mit ihren Gedanken herum, entweder um konventionell Äußerliches oder um die Atome herum, die sie sich gedanklich konstruieren, oder um irgend etwas. Der Mensch ist natürlich nicht geneigt in seinem gewöhnlichen Bewußtsein, sich das wirklich zu gestehen.

[ 7 ] Now, a person with ordinary consciousness very easily accepts such a dream simply as it presents itself, based on its content. But such a dream—if one accepts it in a way that overlooks its naturalistic context—reveals to us precisely from the spiritual world: The confusion you have fallen into lies within your thoughts. It’s just that, in waking consciousness, people are often reluctant to admit to themselves how confused their thoughts are, how easily they run into dead ends where they can go no further, where they keep going around in circles. This is a peculiarity that many people share, especially in our present-day civilization. They believe they are thinking in an enlightened way, but they are dancing in circles with their thoughts—either around conventional external matters, or around the atoms they construct in their minds, or around something else. Naturally, in their ordinary state of consciousness, people are not inclined to truly admit this to themselves.

[ 8 ] Der Traum ist eine in sinnlichen Bildern erfolgende Offenbarung für dasjenige, was der Mensch so eigentlich ist. Die geistigen Wesenheiten sagen dem Menschen im Traume das. Und wenn er dasjenige, was er auf solche Weise im Traum erlebt, in richtiger Selbsterkenntnis aufnimmt, so wird seine Selbsterkenntnis durch den Traum ganz besonders gefördert.

[ 8 ] A dream is a revelation, expressed in sensory images, of what a human being truly is. Spiritual beings convey this to a person in dreams. And when a person accepts what they experience in this way in a dream with true self-knowledge, their self-knowledge is particularly enhanced by the dream.

[ 9 ] Eine Eigentümlichkeit vieler Menschen ist auch diese: sie überlassen sich demjenigen, was ihrem Instinkt, ihren Trieben gemäß ihnen sympathisch ist. Sie finden zum Beispiel es sehr angenehm, dies oder jenes zu tun; dann gestehen sie sich nicht, daß ihnen das für ihr Gefühl, für ihr sinnliches Wohlsein angenehm ist. Da erfinden sie irgend etwas, und sie interpretieren im gewöhnlichen Bewußtsein dasjenige, was eigentlich nur ihrer Annehmlichkeit, ihrem Wohlbefinden entspricht, so, daß sie das, nun, ich will sagen, aus anthroposophischen, aus okkulten, aus esoterischen Gründen unternehmen müssen, daß darinnen eine hohe Mission liege oder dergleichen. Dann deckt man — das geschieht ja im Leben außerordentlich häufig — mit einer solchen Selbstrechtfertigung unendlich vieles zu, was da in den Untergründen des animalischen Lebens wühlt und waltet. Der Traum, der seine sinnlichen Bilder drüben wählt, aber in diesen sinnlichen Bildern eine Offenbarung desjenigen sein will, was eigentlich in Wirklichkeit auch geistig-seelisch im Menschen waltet, der zeigt das Bild, wie der Mensch von wilden Tieren verfolgt wird und davonläuft und ihnen nicht entkommen kann. Wir werden seelisch-moralisch einen solchen Traum richtig interpretieren, nicht wenn wir seinen sinnlich-physischen Inhalt nehmen, sondern wenn wir ihn als Selbsterkenntnis nehmen; wenn wir in ihm eine Mahnung sehen, einmal auf die inneren Wahrheiten unseres Wesens zu schauen, ob diese nicht, wenn auch in schwacher Weise, den Trieben des Animalischen mehr gleichen als demjenigen, was wir uns in unseren Idealen vorzaubern.

[ 8 ] A dream is a revelation, expressed in sensory images, of what a human being truly is. Spiritual beings convey this to a person in dreams. And when a person accepts what they experience in this way in a dream with true self-knowledge, their self-knowledge is particularly enhanced by the dream.

[ 10 ] So kann der Traum in der mannigfaltigsten Weise ein Mahner, ein Zurechtweiser sein. Und er kann, wenn er richtig nicht auf die untere, sondern auf die höhere Welt bezogen wird, durchaus richtunggebend in das menschliche Leben eingreifen, und dann kann man sehen, wie der Mensch in der Tat durch die bewußte Imagination darauf kommt, wie der Traum, der sich ja natürlich auch dem imaginativen Erkennen zunächst in seinen sinnlichen Bildern zeigt, sich metamorphosiert und sich ganz in moralisch-geistiges Geschehen verwandelt.

[ 8 ] A dream is a revelation, expressed in sensory images, of what a human being truly is. Spiritual beings convey this to a person in dreams. And when a person accepts what they experience in this way in a dream with true self-knowledge, their self-knowledge is particularly enhanced by the dream.

[ 11 ] So sehen wir, daß der Traum etwas ist, das, ich möchte sagen, schon das gewöhnliche Bewußtsein hineinführt in die geistige Welt. Er muß nur richtig genommen werden, dieser Traum. Aber ich habe ja auch gesagt, daß, wenn wir uns imaginativ in die geistige Welt erheben, wir da nicht in derselben Seelenverfassung sind wie hier im physischen Erdendasein. Im physischen Erdendasein stehe ich hier, und der Tisch steht da, ist außer mir. Es ist eine physische Trennung zwischen mir und dem Tische. In dem Augenblicke, wo ich hinaufkomme in die geistigen Welten, ist eine solche Trennung nicht da. Da bin ich in dem geistigen Wesen drinnen. Es ist nicht so, wie wenn ich hier stehen würde und der Tisch dort stehen würde, sondern so, wie wenn ich mein ganzes Wesen über den Tisch ausdehnen würde und der Tisch mich aufnehmen würde. In der geistigen Welt ist es also so, daß wir durchaus in die Dinge untertauchen, die wir wahrnehmen. Daher dürfen wir auch nicht dasjenige, was wir im Traume erleben, oder dann bewußt in der Imagination erleben, bloß beziehen auf unser Inneres, sondern wenn wir von dem, was im Traume webt und lebt, sprechen, können wir auch geisteswissenschaftlich mit dem Dichter sprechen: Aus Träumen ist die Welt gewoben —, und nicht aus dem Atomspiel, von dem die Wissenschaft träumt, sondern aus dem, was ich als das griechische «Chaos», als unser Traumesweben, als unser Weben in bewußter Imagination bezeichnet habe als ein SubjektivObjektives; nicht bloß subjektiv ist die Welt daraus gewoben. So daß wir gewisse Zustände der Welt durchaus aus diesem Traumesweben heraus erklären müssen.

[ 8 ] A dream is a revelation, expressed in sensory images, of what a human being truly is. Spiritual beings convey this to a person in dreams. And when a person accepts what they experience in this way in a dream with true self-knowledge, their self-knowledge is particularly enhanced by the dream.

[ 12 ] Daher dürfen wir nicht, wenn wir zum Beispiel einen Keim vor uns haben, diesen Keim erklären wollen aus physischen und chemischen Gesetzen. Kein Wissenschafter, der nur physische und chemische Gesetze in einem Keim oder Embryo erblickt, kann den Keim oder den Embryo erklären, denn in dem Keim und in dem Embryo träumt die Natur. Da liegt das zugrunde, was im Traume webt und lebt. Legen Sie daher einen Pflanzenkeim hierher, so webt und lebt in diesem Pflanzenkeim ein Träumen. Da gelangen Sie mit dem Intellekt nicht hinein, der nur Naturgesetze überblickt, da müssen Sie mit dem an Menschenkraft hineinkommen, was sonst im Traume oder in der bewußten Imagination lebt.

[ 12 ] Therefore, when we are faced with, for example, a seed, we must not attempt to explain it solely through physical and chemical laws. No scientist who sees only physical and chemical laws in a seed or an embryo can explain the seed or the embryo, for nature dreams within the seed and the embryo. Therein lies the foundation of what weaves and lives in the dream. Therefore, if you place a plant seed here, a dream weaves and lives within that plant seed. You cannot penetrate it with the intellect, which only surveys the laws of nature; you must enter it with that human power which otherwise lives in dreams or in conscious imagination.

[ 13 ] Aber so etwas, wie es im Keime lebt, lebt während unseres ganzen Erdendaseins in unserem gesamten Organismus. Und in unserem menschlichen Organismus müssen wir daher nicht bloß die Wirkung von chemischen und physischen Kräften suchen, sondern wir müssen, wenn wir den Menschen haben als physische Wesenheit, diesen Menschen mit seinen äußeren physischen Konturen ansehen als dasjenige, was eben in der irdisch-physischen Sinneswelt lebt. Aber hinter dem lebt ein anderes, was nicht ein Auge sehen kann, nicht ein Ohr hören kann, insofern sie physisch sind, was aber die Imagination schauen kann, und was auch im Traume als unbewußte Imagination erlebt wird. Im ganzen Menschenleibe träumt die Natur. Sie denkt nicht nur so, wie der Mensch mit seinem Intellekt denkt, sondern es träumt die Natur. Und aus dem Traume heraus werden unsere Verdauungskräfte geleitet, werden unsere Wachstumskräfte geleitet. Alles wird aus dem Traume heraus gebildet. Wenn wir zurückblicken im Erdendasein, da gehen wir zumeist von unserer Zeit aus, von der Zeit — ja, wie sollen wir unsere Zeit nennen? Wir können sie von einem einzelnen Symptom nennen, sagen wir, wir gehen aus von unserer Zeit der Schreibmaschine. Also gehen wir aus von der Schreibmaschinenzeit, kommen dann, indem wir zurückgehen, zu der Zeit, als zuerst gedruckt worden ist, gehen dann weiter in der Evolution zurück, kommen meinetwillen in die Römerzeit, in die Griechenzeit zurück, kommen in die orientalische Zeit zurück, aus der die Veden sind. Dann aber verlassen uns die äußeren Urkunden. Wenn noch so viele Schätze aus ägyptischen Königsgräbern ausgegraben werden, es kommt die Zeit, wo uns die äußeren Urkunden verlassen, wo wir zurückgehen müssen durch bloße imaginative und inspirierte Geist-Erkenntnis. Und dann kommen wir an eine Grenze, hinter welcher weiter in der Vergangenheit ein Unbestimmtes für das gewöhnliche Bewußtsein liegt, so wie hinter dem Traum der Schlaf liegt. Ja, wir kommen in der Tat, indem wir zurückgehen in der Zeit- und Weltentwickelung, auf diesen Schleier des Traumes, wie wir ihn jede Nacht erfahren können.

[ 13 ] But something like this, which exists in its nascent form, lives within our entire organism throughout our entire earthly existence. And in our human organism, we must therefore not merely seek the effects of chemical and physical forces; rather, when we consider the human being as a physical entity, we must regard this human being, with his or her external physical contours, as that which lives precisely within the earthly-physical sensory world. But behind this lies something else that no eye can see and no ear can hear—insofar as they are physical—but which the imagination can perceive, and which is also experienced in dreams as unconscious imagination. Nature dreams throughout the entire human body. It does not merely think in the same way that a human thinks with their intellect; rather, nature itself dreams. And from within the dream, our digestive forces are guided, our growth forces are guided. Everything is formed from within the dream. When we look back on our existence on Earth, we usually start from our own time, from the time—yes, what should we call our time? We can name it after a single phenomenon; let’s say we start from the time of the typewriter. So we start with the typewriter era, then, as we go back, arrive at the time when printing first began, then go further back in evolution, returning—for my part—to the Roman era, to the Greek era, and back to the Oriental era from which the Vedas originate. But then the external records leave us. No matter how many treasures are excavated from Egyptian royal tombs, there comes a time when external records fail us, when we must go back through pure imaginative and inspired spiritual insight. And then we reach a boundary beyond which, further back in the past, lies something indefinable to ordinary consciousness, just as sleep lies beyond the dream. Yes, as we go back through the development of time and the world, we do indeed come upon this veil of the dream, just as we experience it every night.

[ 14 ] Und kommen wir dann dahin mit bewußter Imagination, so leuchtet dahinter auf geistige Art die fernere Vergangenheit auf. Aber diese sieht auch anders aus als diejenige Welt, die wir mit unserem Intellekt und durch Urkunden erkennen können. Diese fernere Vergangenheit, die hinter einem Traumesschleier liegt in der Weltenevolution, zeigt uns den Menschen in einer unmittelbaren Verbindung mit den göttlichen Geistern. Da ist der Mensch selbst noch göttlich-seelisches Wesen, und die göttlich-geistigen Wesenheiten, die zu anderem bestimmt sind, als sich auf Erden zu verkörpern, verkehren mit ihm, der seine Verkörperung auf Erden erwartet.

[ 14 ] And when we reach that point through conscious imagination, the more distant past shines forth in a spiritual way. But this past also looks different from the world we can perceive with our intellect and through historical records. This more distant past, which lies behind a veil of dreams in the evolution of the world, shows us human beings in direct connection with the divine spirits. There, human beings themselves are still divine-spiritual beings, and the divine-spiritual entities—who are destined for something other than incarnation on Earth—interact with them as they await their own incarnation on Earth.

[ 15 ] Wenn man also historisch zurückblickt bis zu diesem Chaosschleier, bis zu diesem Traumschleier in ferner Vergangenheit hinter den Jahrtausenden, von denen ich in den letzten Tagen gesprochen habe, dann sieht man den unmittelbaren Verkehr der göttlichen Geister mit der damals noch geistigen Seele im Menschen, mit dem Menschen, der dann auf der Erde voll wohnen sollte.

[ 15 ] So when one looks back historically to this veil of chaos, to this veil of dreams in the distant past beyond the millennia of which I have spoken in recent days, one sees the direct interaction of the divine spirits with the soul—which was still spiritual at that time—within the human being, with the human being who was then to dwell fully on Earth.

[ 16 ] Und dann werden wir sehen, .wie diese Dinge, die mit der Menschheitsentwickelung zusammenhängen, wiederum mit der kosmischen Entwickelung auf der anderen Seite in einem Verhältnisse stehen. Da wo dieser Schleier erscheint für die inspirierte Imagination in einer fernen Vergangenheit, da sehen wir, wie auch innerhalb der kosmischen Entwickelung — wir werden genauer darüber zu sprechen haben — von der Erde, die vorher mit dem Monde vereint war, der Mond sich abspaltet und in den Weltenraum hinausgeht, um dann die Erde zu umkreisen. Wir blicken also zurück zu einem Traumesschleier, bis zu einem imaginativen Schleier, schauen durch und finden hinter ihm die Erde noch mit dem Monde vereint, die Menschen unmittelbar im Verkehre mit den göttlich-geistigen Wesenheiten. Wir finden, wie in der Zeit, als dieser Traumesschleier erscheint für die retrospektive Beobachtung in der Imagination, wir sehen da, wie in diesem Punkte das wichtige kosmische Ereignis liegt, daß sich der Mond in ganz anderer Gestalt aus der Erde herausschiebt und in den Weltenraum hineingeht als eigener Weltenkörper. So daß wir zurückblicken auf eine Erden- und Menschheits- und Weltenentwickelung, in der diese noch mit dem Monde vereinigt war; aber es war bereits der Mensch da, nur in einem geistig-seelischeren Zustande.

[ 16 ] And then we will see how these things, which are connected with human evolution, in turn relate to cosmic evolution on the other side. Where this veil appears to the inspired imagination in a distant past, there we see how, even within cosmic evolution—we will have to speak more precisely about this—the Moon breaks away from the Earth, which was previously united with it, and goes out into outer space to then orbit the Earth. We thus look back through a veil of dreams, through an imaginative veil, and behind it find the Earth still united with the Moon, with human beings in direct communion with the divine-spiritual beings. We find that, at the moment when this veil of dreams appears for retrospective observation in the imagination, we see there how this point marks the important cosmic event in which the Moon pushes itself out of the Earth in a completely different form and enters outer space as a separate celestial body. Thus we look back upon a development of the Earth, humanity, and the cosmos in which the Earth was still united with the Moon; yet human beings were already present, albeit in a more spiritual and soulful state.

[ 17 ] Wir finden überhaupt, indem wir weiter und weiter zurückblikken, keine Epoche in der Weltenentwickelung, in der wir nicht auch die Anfänge des Menschen finden würden. So daß wir nicht vom Standpunkte einer geistigen Wissenschaft aus sagen können, die Erde habe sich durch Jahrmillionen rein unorganisch oder mit niederen Wesen nur entwickelt, und dann sei der Mensch entstanden; sondern wir finden den Menschen, indem wir zurückgehen, in anderen Formen immer mit jener Weltenevolution vereint, zu der wir aber zurücksehen können, wenn wir in dieser Weise aufsteigen zu dem, was uns hinter dem Chaosschleier des Traumes, hinter dem Schleier der bewußten Imagination auch als göttlich-geistige Wesenhaftigkeit der Welt erscheinen kann.

[ 17 ] In fact, as we look further and further back, we find no epoch in the evolution of the world in which we would not also find the beginnings of humankind. Thus, from the standpoint of spiritual science, we cannot say that the Earth developed for millions of years purely in an inorganic manner or with only lower beings, and that humankind then arose; rather, as we go back in time, we find humanity in other forms, always united with that evolution of the world—which we can, however, look back upon when we ascend in this way to what may appear to us, beyond the veil of chaos in dreams and beyond the veil of conscious imagination, as the divine-spiritual essence of the world.



[ 18 ] Wenn wir, wie ich oben gesagt habe, auf einen Keim, auf etwas Embryonales hinsehen, so sehen wir für die imaginative Erkenntnis eine Art Traumesweben in diesem Embryonalen, in diesem Keimhaften. Und wir sehen, wie etwas Reales, das aber ist wie Traumbilder, die Materie in dem Keim, in den Embryonen beherrscht. So wird derjenige, welcher imstande ist, das Geistige der Welt zu schauen, dieses Geistige überall finden, aber in mannigfaltigster Gestalt. Gerade das Geistige geht die verschiedensten Metamorphosen ein. Und man kann dann, wenn man einmal so recht begriffen hat, wie im Keime der Pflanzen, in den Embryonen der Tiere ein Traumesweben und -wesen waltet, man kann dann ganz berechtigt die Frage aufwerfen: Wie ist das nun mit der scheinbar ganz toten mineralischen Welt? Wenn wir von hier aus zu unseren Fenstern hinausblicken oder auf die Straße gehen, sehen wir die kahlen Berge, die scheinbar ganz leblose Welt, und wir müssen uns fragen: Wenn in dem Pflanzenkeim, den wir hinlegen vor uns, ein Traumesbild waltet, wie ist es mit den ausgebreiteten Gesteins- und Bergesmassen? Wie ist es mit allem Leblosen, das den Boden bildet, auf den unsere Füße treten in der physischen Welt? Wenn wir in den Pflanzen ein Geistwalten finden, das verhältnismäßig leicht in die Materie eingreift im träumenden Weben, so finden wir mit imaginativer Erkenntnis in den Gesteinsmassen auch ein Geistiges, ein Geistiges, das aus konkreten einzelnen Wesen besteht.

[ 18 ] When, as I said above, we look at a seed, at something embryonic, we see—for imaginative cognition—a kind of dream-like weaving within this embryonic, seed-like state. And we see how something real—though it is like dream images—governs the matter within the germ and within the embryos. Thus, anyone capable of perceiving the spiritual aspect of the world will find this spiritual aspect everywhere, but in the most varied forms. It is precisely the spiritual that undergoes the most diverse metamorphoses. And once one has truly grasped how a dream-like weaving and being reigns in the seeds of plants and in the embryos of animals, one can then quite rightly raise the question: What, then, of the seemingly completely lifeless mineral world? When we look out our windows from here or go out onto the street, we see the barren mountains, the seemingly completely lifeless world, and we must ask ourselves: If a dreamlike image reigns within the plant seed we place before us, what of the vast masses of rock and mountains spread out before us? What about all the lifeless matter that forms the ground upon which our feet tread in the physical world? If we find a spiritual presence in plants that intervenes relatively easily into matter through its dreamlike weaving, then through imaginative insight we also find a spiritual element in the rock masses—a spiritual element consisting of concrete, individual beings.

[ 19 ] Aber dieses Geistige, wir finden es nun nicht in einem träumenden, wir finden es in einem voll schlafenden Zustande. Sie müssen sich nicht einen allgemeinen schlafenden Nebel durch die Gesteinsmassen und Berge denken, wenn Sie hinausschauen auf die Berge hier, sondern konkrete einzelne Wesen, geistige Wesen, welche in den Gesteinsmassen schlafen. Wir werden später sehen, wie diese geistigen Wesenheiten entstanden sind durch Abspaltung von höheren geistigen Wesenheiten, von Wesenheiten mit einem hohen Bewußtsein, die aber diese andern Wesen, die in ihrem gegenwärtigen Lebenszustande ein nur schlafendes Bewußtsein haben, von sich abgespalten haben, und wie diese Elementarwesen in der leblosen Welt überall draußen eben schlafen. Wir gehen also über das Gesteinsmassiv der Berge und sollten uns bewußt sein: da in dem Boden schläft überall geistiges Weben und Wesen in einzelnen konkreten Geistgestalten. Und wir werden gewahr, wenn wir dieses Schlafen der geistwebenden Gestalten in der leblosen Welt verfolgen, daß in diesem Schlaf der Elementarwesen eine gewisse Stimmung lebt. Die Imagination zeigt uns diese Wesen. Die Inspiration belehrt uns, daß in diesen Wesen eine gewisse Stimmung lebt. Dasjenige an Stimmung lebt in diesen Wesen der Berge, der Felsen, des Erdbodens, auf dem wir herumgehen, dasjenige lebt in der Stimmung dieser Wesen, was wir in uns finden, wenn wir richtig auf etwas warten, erwartungsvolle Stimmung haben. Und so durchsetzt dieses seelischgeistige Weben und Wesen, das in den scheinbar leblosen Gesteinsmassen ist, eine Stimmung der Erwartung.

[ 19 ] But this spiritual aspect—we do not find it in a state of dreaming; we find it in a state of deep sleep. When you look out at the mountains here, you should not imagine a general, sleeping mist pervading the rock masses and mountains, but rather concrete, individual beings—spiritual beings—who sleep within the rock masses. We will see later how these spiritual beings came into being through a separation from higher spiritual beings—beings with a high level of consciousness—who, however, separated these other beings, which in their present state of existence possess only a sleeping consciousness, from themselves; and how these elemental beings are sleeping everywhere out there in the inanimate world. So as we walk across the rocky massifs of the mountains, we should be aware that spiritual weaving and beings in individual, concrete spiritual forms lie dormant everywhere within the earth. And as we observe this slumber of the spirit-weaving forms in the inanimate world, we become aware that a certain mood lives within the sleep of these elemental beings. Imagination reveals these beings to us. Inspiration teaches us that a certain mood lives within these beings. The very mood that lives in these beings of the mountains, the rocks, and the earth’s surface upon which we walk—that same mood lives within these beings as we find it within ourselves when we are truly waiting for something, when we are filled with a mood of anticipation. And so this soul-spiritual weaving and being, which is present in the seemingly lifeless masses of rock, is permeated by a mood of anticipation.

[ 20 ] Diese Wesen erwarten nämlich — das lehrt uns die Inspiration, insbesondere die Intuition, wenn wir uns in das Innere dieser Wesen versetzen — ihr Aufwachen in Träumen. Alles dasjenige, was uns da als Gebirge anschaut, das erwartet, daß es später träumen werde, und daß es die Erdenmaterie, die zerpulvert ist zu lebloser Materie, einstmals wird ergreifen können im träumenden Bewußtsein, embryonisch keimhaft wird machen können, aus den Felsen, aus den Bergen, die wir sehen, wiederum Pflanzliches wird herauszaubern können. Gerade diese Wesenheiten bringen uns vor das Seelenleben eine wunderbare Magie der Natur, ein Schaffen aus der Geistigkeit heraus.

[ 20 ] For these beings—as inspiration, and especially intuition, teaches us when we put ourselves in their place—are awaiting their awakening in dreams. Everything that looks back at us there as mountains expects that it will dream later, and that it will one day be able to take hold of the earthly matter—which has been pulverized into lifeless matter—in its dreaming consciousness, transform it into an embryonic, germinal state, and conjure up plant life once again from the rocks and mountains we see. It is precisely these beings that bring us, in the realm of the soul, a wondrous magic of nature—a creative force springing from the spiritual realm.

[ 21 ] Und so kann uns werden, nicht vor irgendeiner Bildhaftigkeit, sondern vor wahrer wirklicher Erkenntnis, das Herumgehen unter solchen Felsen oder über solchen Felsen, dasjenige selbst, was solche Felsen in ihrem physischen Lichte zurückwerfen, das kann uns werden zu einer Offenbarung schlafender, in der Zukunft zum Träumen, später zum vollen Wachleben aufwachender elementarischer Naturwesen, die einstmals eben reine Geistwesen sein werden.

[ 21 ] And so it may become for us—not merely a figurative image, but a true and real insight—that walking among such rocks or over such rocks, that very thing which such rocks reflect in their physical light, may become for us a revelation of a dormant, elemental nature that will one day awaken to dream, and later to full waking life—elemental beings of nature who will one day become pure spiritual beings.

[ 22 ] Die physische Materie in der Pflanze ist noch so, daß das geistige Traumweben diese Materie durchdringen kann. Diese Materie [der Felsen] zerbröckelt. Alles Leblose — wenn wir zurückblicken in der Imagination und Inspiration, merken wir das — ist aus Lebendigem entstanden. Aber indem das Lebendige eben leblos wird, wird hineinversenkt diese schlafende Geistigkeit. Und diese schlafende Geistigkeit wartet in dem Leblosen so lange, bis sie zum Träumen erwachen und dieses Leblose in ein kosmisches Embryonalleben überführen kann.

[ 22 ] The physical matter in the plant is still such that the spiritual weaving of dreams can permeate it. This matter [of the rock] crumbles. Everything inanimate—as we realize when we look back through imagination and inspiration—has arisen from the living. But as the living becomes inanimate, this dormant spirituality is immersed within it. And this dormant spirituality waits within the inanimate until it can awaken to dreaming and transform this inanimate matter into a cosmic embryonic life.

[ 23 ] Und die verschiedenen Orte, die verschiedenen Lokalitäten der Erde, zeigen in verschiedener Art dieses Schlafen dieser geistigen Wesenheiten in den Bergen, in der festen Erdrinde. Und da darf man sagen: in andrer Art schlafen diese ihre Zukunft erwartenden Wesen in solchen Gegenden der Erde, wie zum Beispiel hier eine ist, als in anderen Gegenden der Erde.

[ 23 ] And the various places, the various locations on Earth, reveal in different ways this slumber of these spiritual beings in the mountains, within the solid Earth’s crust. And one may say: these beings, who await their future, sleep differently in such regions of the Earth—such as this one, for example—than in other regions of the Earth.

[ 24 ] Hier gerade in Penmaenmawr ist eine Gegend, wo durch besondere Erdenkonfiguration, durch die Art und Weise, wie das Gesteinsmaterial geworden ist, diese schlafenden Wesen bis zum Luftförmigen vordringen können, ja bis in das Licht sich hineinverweben können, während das in anderen Erdengegenden lange nicht so der Fall ist. So daß man, wenn man hier das Weben nicht bloß der äußeren materialistischen Luftatmosphäre nimmt, sondern das Walten der seelischen Atmosphäre, die die Luft durchdringt wie die Menschenseele den menschlichen Körper, dann gerade hier in Penmaenmawr findet, daß dieses Seelische der Atmosphäre anders ist als sonstwo. Ich will Ihnen dieses an einem einzelnen Beispiel veranschaulichen.

[ 24 ] Here in Penmaenmawr, in particular, is a region where—due to the specific configuration of the earth and the way the rock formations have developed—these sleeping beings can penetrate as far as the airy realm, and indeed weave themselves into the light, whereas this is by no means the case in other parts of the world. So that when one considers not merely the outer, materialistic atmosphere here, but the workings of the spiritual atmosphere that permeates the air just as the human soul permeates the human body, one finds right here in Penmaenmawr that this spiritual aspect of the atmosphere is different from anywhere else. I would like to illustrate this to you with a specific example.

[ 25 ] Nehmen Sie an, die imaginative Erkenntnis bemüht sich, in einer bestimmten Gegend der Erde die Imagination, so wie das eben geschieht, vor sich hinzustellen. Das bleibt mehr oder weniger schwer oder leicht stehen im Bewußtsein. Man hat in verschiedenen Gegenden verschiedene Möglichkeit, daß die Imaginationen stehenbleiben vor dem Bewußtsein oder sich schnell auflösen. Hier ist eine Gegend, wo die Imaginationen merkwürdig lange stehenbleiben, so daß sie zu einer intensiven Bildlichkeit erwachsen.

[ 25 ] Suppose that imaginative insight endeavors to present the imagination in a particular region of the Earth, just as it happens. This remains in consciousness to a greater or lesser degree, with varying degrees of difficulty or ease. In different regions, there are varying degrees to which imaginations remain in the foreground of consciousness or quickly dissolve. Here is a region where the imaginations linger for a remarkably long time, so that they develop into intense imagery.

[ 26 ] Druidenweise oder ähnliche Leute haben sich gerade solche Gegenden ausgesucht für ihre Tempel, für ihre Heiligtümer, in denen diese Eigentümlichkeit vorhanden war, daß die Imaginationen nicht sogleich zerrinnen, den Wolken gleich, die gleich auseinandergehen, sondern daß die Imaginationen stehenbleiben können. Und daher ist es in einer begreiflichen Weise geschehen, daß besonders solche Stätten für Druidenheiligtümer in verhältnismäßig späten Zeiten wohl noch aufgesucht worden sind.

[ 26 ] Druids and similar people chose precisely those areas for their temples and sanctuaries where this peculiarity existed—namely, that the images do not immediately dissipate, like clouds that quickly disperse, but rather that the images can linger. And so it is understandable that such sites in particular were still sought out for Druidic sanctuaries even in relatively late times.

[ 27 ] Man hat hier eben immer gefühlt, man habe nicht so große Schwierigkeiten mit dem Stehenbleiben der Imaginationen. Natürlich hat alles seine Licht- und Schattenseiten. Die Inspiration ist gerade durch die stehenbleibende Imagination wiederum schwieriger, aber dadurch auch kraftvoller. Dadurch auch ergießt sich hier dasjenige, was aus der geistigen Welt zu sagen ist, ich möchte sagen, mit großer Intensität, aber auch schwerer und auch gewichtiger in die Worte hinein.

[ 27 ] Here, one has always felt that one does not have such great difficulty with the imaginations coming to a standstill. Of course, everything has its pros and cons. Inspiration is, in fact, made more difficult precisely because the imagination remains fixed, but it is also more powerful as a result. Consequently, what needs to be said from the spiritual world pours into the words—I would say—with great intensity, but also with greater weight and significance.

[ 28 ] So kann man durchaus auch in geistiger Beziehung Differenzierungen merken über die Erde hin. Man könnte eine Landkarte zeichnen und könnte diejenigen Stätten aufmalen, an denen die Imaginationen besonders leicht stehenbleiben vor dem imaginativen Bewußtsein. Diejenigen Stätten der Erde, wo sie leicht vorüber gehen, könnte man mit einer anderen Farbe bestreichen. Man würde dadurch eine außerordentlich interessante Landkarte der Erde bekommen. Hier würde man eine besonders intensive Farbe für dasjenige auftragen müssen, was in der seelischen Atmosphäre waltet, eine glänzende, eine leuchtende, eine lebhafte Farbe.

[ 28 ] In this way, one can certainly perceive spiritual distinctions across the Earth. One could draw a map and mark those places where imaginations linger particularly easily before the imaginative consciousness. Those places on Earth where they pass by easily could be colored a different shade. This would result in an extraordinarily interesting map of the Earth. Here, one would have to apply a particularly intense color to represent what prevails in the spiritual atmosphere—a brilliant, luminous, and vivid color.

[ 29 ] Daher glaube ich wirklich, daß hier etwas empfunden werden kann von den Menschen, die an diesem Kurse teilnehmen, von einer, ich möchte sagen, elementar gegebenen esoterischen Stimmung. Die schaut zu den Fenstern herein, die begegnet uns hier auf den Spaziergängen, die ist da in einer ganz anderen Weise als woanders.

[ 29 ] That is why I truly believe that the people participating in this course can sense something here—what I would call a fundamentally present esoteric atmosphere. It looks in through the windows, it meets us here on our walks; it is present here in a way that is quite different from anywhere else.

[ 30 ] Daher bin ich den Veranstaltern dieses Kursus außerordentlich dankbar, daß wir auch einmal in einer solchen Gegend, wo einem sozusagen das Esoterische auf der Straße begegnet — sonst begegnet es einem ja auch, aber nicht so leicht im unmittelbaren Entgegentreten —, ich bin außerordentlich dankbar, daß unter mancherlei Stätten, an denen schon solche Kurse abgehalten werden konnten, auch diese ist, denn es stellt sich gerade dieser Kurs von dem Gesichtspunkte aus, den ich jetzt erörtert habe, in einer wunderschönen Weise auch in die Gesamtevolution der anthroposophischen Bewegung hinein.

[ 30 ] That is why I am extremely grateful to the organizers of this course for giving us the opportunity to be in a region where, so to speak, the esoteric comes to meet you right on the street—otherwise, one encounters it as well, but not so readily in such direct contact— I am extremely grateful that, among the various locations where such courses have already been held, this one is included as well, for from the perspective I have just discussed, this particular course fits beautifully into the overall evolution of the anthroposophical movement.



[ 31 ] Durch Schilderungen, wie ich sie gegeben habe, zeigt sich, wie zwischen der physisch-sinnlichen und der geistig-übersinnlichen Welt eine Grenze liegt, eine Grenze, die man mit einem gewissen Recht die Schwelle der geistigen Welt nennt (siehe Zeichnung S. 164). Und ich habe ja schon in der verschiedensten Art darauf aufmerksam gemacht, wie es geschehen muß, daß diese Schwelle überschritten werden kann. Nun, wir werden darüber noch im Genaueren zu sprechen haben. Aber Sie werden schon aus meinen Vorträgen ersehen haben, daß das Überschreiten dieser Schwelle in älteren Zeiten der Menschheitsentwickelung doch etwas anderes war als heute im gegenwärtigen historischen Augenblicke. Die Menschen konnten in älteren Epochen der Menschheitsentwickelung diese Schwelle deshalb in anderer Weise überschreiten, weil sie ein traumhaftes Bewußtsein auch während des Tages hatten, dadurch aber auch ein intensiveres Bewußtsein für das Übersinnliche, und so in der Art, wie ich es gekennzeichnet habe, beim Einschlafen und Aufwachen in einer halbbewußten, traumhaften Weise den Hüter der Schwelle passierten.

[ 31 ] Descriptions such as the ones I have given reveal how there is a boundary between the physical-sensory world and the spiritual-supersensory world—a boundary that one might, with some justification, call the threshold of the spiritual world (see illustration on p. 164). And I have already drawn attention in various ways to how this threshold must be crossed. Well, we will have to speak about this in greater detail later. But you will have already seen from my lectures that crossing this threshold in earlier epochs of human development was quite different from what it is today, at this present historical moment. In earlier epochs of human development, people were able to cross this threshold in a different way because they possessed a dreamlike consciousness even during the day—and thereby also a more intense awareness of the supersensible—and so, in the manner I have described, they passed the Guardian of the Threshold in a semi-conscious, dreamlike state as they fell asleep and awoke.

[ 32 ] Darinnen besteht ein Übergang, den ich später noch zu schildern haben werde, von der älteren, mehr unfreien Menschheit zu der immer freier und freier werdenden Menschheit: daß die Determiniertheit, die für die Menschen damit verbunden war, daß sie bei jedem Einschlafen und Aufwachen etwas von dem Hüter der Schwelle wahrnahmen, der ihnen als Mahner dastand, daß diese Unfreiheit der Menschen, in der sie damals waren, übergegangen ist in ein Nichthineinschauen in die geistige Welt für das Gegenwartsbewußtsein, dadurch aber in ein Freier- und Freierwerden; darinnen liegt ein Prinzip des menschlichen Fortschrittes.

[ 32 ] This represents a transition—which I will describe in more detail later—from the older, less free humanity to a humanity that is becoming ever freer: namely, that the determinism associated with human beings—in which, every time they fell asleep and awoke, they perceived something of the Guardian of the Threshold standing before them as a warning—that this lack of freedom in which human beings once lived has given way, for present-day consciousness, to a non-perception of the spiritual world; and thereby, however, to a process of becoming freer and freer; in this lies a principle of human progress.

[ 33 ] Man kann also sagen, daß die Menschen von der geistigen Welt aus gesehen manches verloren haben, gerade deshalb, weil sie in ihrer Evolution zur Freiheit geführt werden mußten. Nun, das Verlorene muß in der Art, wie es zum Beispiel auch die Anthroposophie zeigen will, wieder gewonnen werden. Und es ist heute der historische Zeitpunkt, wo das Streben nach dieser Wiedergewinnung einsetzen muß.

[ 33 ] One can therefore say that, viewed from the spiritual world, human beings have lost certain things, precisely because they had to be led toward freedom in their evolution. Now, what has been lost must be regained—as, for example, anthroposophy also seeks to demonstrate. And today is the historic moment when the striving for this regaining must begin.

[ 34 ] Aber überall ragen noch bei den verschiedensten Menschen Erbschaften aus der alten Zeit, in der die Menschen eben ein anderes Verhältnis zu der übersinnlichen Welt hatten, in unsere Gegenwart herein. So daß bei dem Menschen, der heute von den intellektualistischen Kräften ganz ergriffen worden ist, in der Regel im Bewußtsein eine scharfe Grenze dasteht zwischen demjenigen, was er in der sinnlichen Welt erlebt, und demjenigen, was drüben in der geistigen Welt liegt. Die Grenze ist so scharf, daß ja gerade aufgeklärte Geister der Gegenwart überhaupt nicht zugeben wollen, daß der Mensch diese Grenze überschreiten könne.

[ 34 ] But everywhere, even among the most diverse people, legacies from the old era—when people had a different relationship to the supersensible world—still extend into our present. Consequently, in the case of a person who has been completely taken over by intellectualistic forces today, there is generally a sharp boundary in their consciousness between what they experience in the sensory world and what lies over in the spiritual world. The boundary is so sharp that enlightened minds of the present day, in particular, refuse to admit that human beings can cross this boundary at all.

[ 35 ] Ich habe ja schon angedeutet, indem ich wenigstens skizzenhaft die Wege hinein in diese übersinnliche Welt charakterisiert habe, daß diese Grenze überschritten werden kann, daß in vollbewußter Art der Mensch hineinkommen kann in diese Welt. Aber es ragen eben noch aus derjenigen Zeit, wo der Mensch in instinktiverer, unbewußterer Art hinübergekommen ist in die geistige Welt, wo er auch im Tagesbewußtsein noch mehr von dieser geistigen Welt in sich getragen hat, alte Erbgüter in die gegenwärtige Menschheitsentwickelung hinein. Und wir finden sie so, daß wir sie vor allen Dingen durch bewußte Geisteserkenntnis verstehen müssen. Denn versteht man sie nicht in der richtigen Weise, so zeigen sie sich in der mannigfaltigsten Weise den Menschen irrtümlich. Und dann kann der Irrtum gerade diesen Dingen gegenüber sehr gefährlich werden. Ich muß daher auf dem Wege dieser Vorträge, die die Menschheits- und Weltentwickelung zeigen wollen, auch diese Grenzfragen besprechen, in denen dasjenige, was einer älteren Menschheit das Selbstverständlich-Natürliche war, hereinragt in die Gegenwart, aber hier, wenn es nicht mit der entsprechenden klaren Erkenntnis behandelt wird, in gefährliche Illusionen hineinführen kann. |

[ 35 ] I have already hinted—by at least sketchily describing the paths leading into this supersensible world—that this boundary can be crossed, that a human being can enter this world in a fully conscious manner. But there are still remnants from that time—when human beings crossed over into the spiritual world in a more instinctive, unconscious manner, and when they still carried within themselves, even in their waking consciousness, more of this spiritual world—that have been passed down as an inheritance into the present stage of human development. And we find them in such a way that we must, above all, understand them through conscious spiritual insight. For if one does not understand them correctly, they present themselves to people in the most varied ways as errors. And then error can become very dangerous precisely in relation to these matters. I must therefore, through these lectures—which aim to illustrate the development of humanity and the world—also discuss these borderline issues, in which what was self-evident and natural to an earlier humanity extends into the present, but here, if not treated with the appropriate clear understanding, can lead into dangerous illusions. |

[ 36 ] Zu diesen Dingen, die durchaus für das gewöhnliche Bewußtsein schon an der Grenze zwischen sinnlicher und übersinnlicher Welt stehen, gehören zum Beispiel die menschlichen Visionen, Visionen, wo in einer Art Halluzination, die mehr oder weniger aber von dem Menschen noch beherrscht wird, Bilder auftreten, die sich in einer ganz bestimmten Weise gestalten, die sogar farbig, hörbar werden können, die auch inhaltlich anderes in sich schließen können, denen aber zunächst so, wie sie sich vor das Bewußtsein hinstellen, nicht so äußere Dinge entsprechen, daß das Ding draußen wäre in derselben Art und Weise wie die Vision, die im Innern lebt. Für dasjenige, was man im Alltag wahrnimmt, ist draußen der Gegenstand; das Bild, sehr schattenhaft aber, im Innern. Und der Mensch ist sich vollbewußt, wie sich sein schattenhaftes Vorstellungsbild im Innern bezieht auf die äußere Welt. Die Vision tritt auf zunächst für sich, macht den Anspruch, in sich eine Realität zu tragen. Der Mensch kommt auch in eine Seelenlage, in der er nicht mehr fähig ist, nun den Realitätswert des Bildes, das auftritt, auftritt ohne sein Zutun, in der richtigen Weise zu beurteilen. Die erste Frage, die hier nun auftritt, gerade an dem Punkte der Vorträge, bei dem wir jetzt stehen, ist diese: Wie kommen Visionen zustande? Nun, Visionen kommen dadurch zustande, daß der Mensch noch in sich die Fähigkeit trägt, dasjenige, was er im Schlafe erlebt, hinüberzutragen in die wachende Welt, in der wachenden Welt es zur Vorstellung zu erheben, wie er sonst das zur Vorstellung erheben kann, was er von außen durch die Sinne wahrnimmt. Ob ich eine Uhr anschaue, die physisch-sinnliches Dasein hat, und mir ein inneres Bild mache, oder ob ich im Schlafe erlebt habe die Konfiguration, die innere Realität eines Außendinges und mir dann nach dem Erwachen ein Bild mache von dem, was ich erlebt habe, das sind in einer Beziehung zwei Vorgänge, die gar keinen anderen Unterschied haben, als daß ich den einen Vorgang beherrsche, daher das Bild abschatte, matt mache; in dem anderen Falle beherrsche ich den Vorgang nicht, ich trage nicht etwas Gegenwärtiges in mein Vorstellungsleben herein, sondern etwas, was ich im vorigen oder vorvorigen oder noch weiter zurückliegenden Schlaf erlebt habe, als die Seele draußen war; und ich bilde mir die Vision. Solche Visionen waren für eine ältere Zeit der Menschheitsentwickelung, die instinktiv das Verhältnis zu der physischen, zu der geistigen Welt beherrscht hat, etwas ganz Natürliches, und sie sind durch den Fortschritt der Menschheit das geworden, was sie heute sind: etwas Unbeherrschtes, etwas Illusionäres. Daher muß man dem ganzen verständnisvoll gegenüberstehen, denn der heutige Mensch hat etwas nicht: wenn er in der geistigen Welt schlafend etwas erlebt und zurückgeht durch das Wachen in die physische Welt, so hört er nicht den Mahner, den Hüter der Schwelle: Du sollst alles dasjenige, was du in der geistigen Welt erlebt hast, dir merken und in die physische Welt hinübertragen. — Trägt man es hinüber, dann weiß man, was in der Vision enthalten ist. Tritt die Vision nur in der physischen Welt auf, ohne daß man weiß, wie man sie herübergetragen und was man herübergetragen hat aus der geistigen Welt, so ist man zunächst unbeherrscht und dadurch leicht in Illusionen befangen gegenüber dem visionären Erleben. So daß man sagen kann: Visionen entstehen dadurch, daß der Mensch unbewußt Erlebnisse des Schlafes herüberträgt in das Tagleben und daß ihm das Tagleben diese Schlaferlebnisse zu Vorstellungen gestaltet, die dann innerlich viel gesättigter, viel inhaltsvoller sind als die gewöhnlichen Vorstellungen, die schattenhaft sind; indem der Mensch solche Vorstellungen herüberträgt, macht er sie zu solchen lebhaften, farbtönenden Vorstellungen.

[ 36 ] Among these phenomena—which, for ordinary consciousness, already lie on the border between the sensory and supersensory worlds—are, for example, human visions: visions in which, in a kind of hallucination that is still more or less under the person’s control, images appear that take shape in a very specific way—they may even be colorful and audible, and which may also contain other elements in terms of content; yet, as they initially present themselves to consciousness, they do not correspond to external objects in such a way that the object outside would exist in the same manner as the vision that lives within. In everyday perception, the object is outside; the image—albeit very shadowy—is within. And the human being is fully aware of how his shadowy mental image within relates to the external world. The vision appears initially on its own, claiming to contain a reality within itself. A person also enters a state of mind in which they are no longer able to correctly assess the reality of the image that appears—appearing without their intervention. The first question that arises here, precisely at the point in the lectures where we now stand, is this: How do visions come about? Well, visions come about because human beings still possess the ability to carry over into the waking world what they experience in sleep, and to elevate it to a mental image in the waking world, just as they can otherwise elevate to a mental image what they perceive from the outside through the senses. Whether I look at a clock, which has a physical, sensory existence, and form an inner image of it, or whether I have experienced in sleep the configuration—the inner reality—of an external object and then, upon waking, form an image of what I have experienced—these are, in a certain sense, two processes that differ in no other way than that in one case I control the process, and therefore dim the image; in the other case, I do not control the process—I do not bring something present into my life of imagination, but rather something I experienced in a previous sleep, or the one before that, or even further back, when the soul was outside; and I form the vision. Such visions were something entirely natural in an earlier period of human development, when humanity instinctively mastered its relationship to the physical and spiritual worlds, and through human progress they have become what they are today: something uncontrolled, something illusory. Therefore, one must approach all of this with understanding, for modern human beings lack something: when they experience something in the spiritual world while asleep and return to the physical world through waking, they do not hear the admonisher, the guardian of the threshold: “You must remember everything you have experienced in the spiritual world and carry it over into the physical world.” — If one carries it over, then one knows what the vision contains. If the vision occurs only in the physical world, without one knowing how one carried it over or what one has carried over from the spiritual world, then one is initially uncontrolled and thus easily ensnared by illusions regarding the visionary experience. So that one can say: Visions arise when a person unconsciously carries over experiences from sleep into waking life, and when waking life shapes these sleep experiences into mental images that are then much richer and more substantial inwardly than ordinary, shadowy mental images; by carrying over such images, a person transforms them into vivid, colorful mental images.

[ 37 ] Eine andere Art ist diese, daß der Mensch dasjenige, was er hier im physischen Leben fühlt und empfindet, die Art und Weise, wie er hier fühlt und empfindet, herüberträgt in das Schlafesleben. Dann wird er ja, wenn er es sozusagen in das offene Meer des Schlafeslebens hinüberträgt, drüben schon ermahnt werden, daß er keinen Unfug treibt. Wenn aber der Schlaf ein ganz leiser ist, wie man ihn viel mehr hat, als man glaubt — wenn man durchs gewöhnliche Leben geht, schläft man manchmal ein bißchen, ganz ein bißchen; dies sollte man überhaupt mehr beachten, dieses Ein-bißchen-Schlafen —, wenn man so ein bißchen schläft, dann trägt man, auch ohne daß man es bemerkt, über die Schwelle das alltägliche Empfinden. Und dann entstehen jene dunklen Gefühle, als ob man irgend etwas, was in der Zukunft mit einem selbst oder mit einem anderen Menschen geschieht, innerlich merkte. Die Ahnung, sie entsteht auf diesem Wege. Während also die Vision dann entsteht, wenn man herüberträgt in das wache Tagesleben das Schlaferlebnis, indem man unbewußt herüber über die Schwelle geht mit dem Schlaferleben, so entsteht die Ahnung, wenn man im ganz leisen, unbemerkten Schlaf ist, so daß man glaubt, man sei wach, und, wiederum ignorierend den Hüter der Schwelle, dasjenige hinüberträgt, was man eigentlich schon im gewöhnlichen Tageserleben trägt. Aber es liegt das so tief unter dem Bewußtsein, daß man es nicht merkt. Man steht nämlich immer mit der ganzen Welt in Verbindung. Und würde man das heraufholen können, daß man mit der ganzen Welt in Verbindung steht, so würde man manches heraufholen können.

[ 37 ] Another way is this: that a person carries over into the life of sleep what he feels and experiences here in physical life—the very way in which he feels and experiences things here. Then, when they carry these feelings, so to speak, out into the open sea of the life of sleep, they will already be warned there not to get into trouble. But when sleep is very light—as it is far more often than we realize—when we go about our ordinary lives, we sometimes doze off a little, just a little; one should pay more attention to this “sleeping a little” in general—when one sleeps like this, even without noticing it, one carries one’s everyday feelings across the threshold. And then those dark feelings arise, as if one were inwardly sensing something that will happen in the future to oneself or to another person. A premonition arises in this way. So while a vision arises when one carries the experience of sleep over into waking daily life—by unconsciously crossing the threshold with that experience—a premonition arises when one is in a very light, unnoticed sleep, so that one believes one is awake, and—again ignoring the Guardian of the Threshold—carries over what one actually already carries within one’s ordinary waking experience. But it lies so deep beneath consciousness that one does not notice it. For one is always in connection with the whole world. And if one could bring that awareness to the surface—that one is in connection with the whole world—one would be able to bring many things to the surface.

[ 38 ] Wenn man hier dasjenige hinüberträgt, was drüben über der Schwelle liegt, ignorierend den Hüter der Schwelle, so entsteht die Vision:

[ 38 ] If one carries across here what lies beyond the threshold, ignoring the guardian of the threshold, the following vision arises:

[ 39 ] So kann man also sagen: Wenn hier [durch eine gelbe Linie angedeutet] die Schwelle ist, an der der Hüter steht, dann kommt die Vision zustande, wenn man herüberträgt aus dem Übersinnlichen dasjenige, was man drüben erlebt hat. Und wenn man dasjenige, was man hier erlebt in der Sinneswelt, hinüberträgt in die geistige Welt in diesem leisen Schlafe, dann entsteht das, was man im Deut sehen Ahnung nennt.

[ 39 ] So one can say: If this [indicated by a yellow line] is the threshold where the guardian stands, then the vision comes about when one carries over from the supersensible realm what one has experienced on the other side. And when one carries over into the spiritual world—during this gentle sleep—what one has experienced here in the sensory world, then what arises is what is called “intuition” in the interpretation.

[ 40 ] Und nun sehen Sie, daß mit diesen Erbgütern, die der Mensch erleben kann, herüberkommend aus der alten Evolution, er dasteht hier herüben mit der Vision, und hier drüben mit der Ahnung. Er kann aber auch gerade an der Grenze stehen, an der Schwelle, und nicht bemerken den Hüter der Schwelle. Diese Momente, die können auch auftreten, wo der Mensch innerlich seelisch, ich möchte sagen, wie gebannt ist; aber «gebannt» ist hier nicht ein sehr glücklicher Ausdruck, weil man nicht so gebannt ist, wie man sich das Bannen gewöhnlich vorstellt, sondern man ist nur mit der Seele in einer bestimmten Seelenlage drinnen. Wenn man hier an der Schwelle steht, so daß man gewissermaßen noch dasjenige empfindet, was in der physischen Welt ist, schon dasjenige empfindet, was in der übersinnlichen Welt ist, dann lebt man in dem, was ja auch in gewissen Lokalitäten der Erde sehr verbreitet ist, was man nennen kann die Deuteroskopie oder das zweite Gesicht: second sight. Das wird gerade an der Schwelle erlebt in einem halbbewußten Zustande. So daß man sagen kann: Diese alten Erbgüter sind entweder solche Erscheinungen im Menschenleben im herabgedämpften Bewußtsein, die auftreten diesseits der Schwelle als Vision, jenseits der Schwelle als Ahnung, gerade an der Schwelle als zweites. Gesicht.

[ 40 ] And now you see that, with these hereditary qualities—which human beings can experience, carried over from the old evolution—they stand here on this side with the vision, and over there with the premonition. But they can also stand right on the border, on the threshold, and not notice the guardian of the threshold. These moments can also occur when a person is, inwardly and spiritually, I would say, as if spellbound; but “spellbound” is not a very apt expression here, because one is not spellbound in the way one usually imagines being spellbound, but rather one is simply immersed in a particular state of soul. When one stands here on the threshold, so that one still senses, as it were, what is in the physical world, yet already senses what is in the supersensible world, then one experiences what is, in fact, very widespread in certain regions of the Earth—what can be called “deuteroscopy” or “second sight.” This is experienced precisely at the threshold in a semi-conscious state. So one can say: These ancient hereditary traits are either phenomena in human life that occur in a subdued state of consciousness—as visions on this side of the threshold, as premonitions on the other side, and as “second sight” precisely at the threshold.

[ 41 ] Über die genauere Charakteristik dieser drei Gebiete werde ich dann noch morgen zu sprechen haben, um von da aus zu einer Charakteristik derjenigen Welten zu kommen, auf welche in einer dunklen Weise gerade durch Vision, Ahnung, zweites Gesicht hingedeutet wird, die aber durch eine neuere Erkenntnis zu voller Klarheit eines erhöhten Bewußtseins gebracht werden müssen.

[ 41 ] I will discuss the more detailed characteristics of these three realms tomorrow, in order to proceed from there to a description of those worlds that are currently hinted at in a veiled way through vision, intuition, and clairvoyance, but which must be brought to the full clarity of an elevated consciousness through new insight.