Insight from Initiation
GA 227
25 August 1921, Penmaenmawr
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Insight from Initiation, tr. SOL
Das Ineinanderspielen der verschiedenen Welten
The Interplay of Different Worlds
[ 1 ] Im Leben der Menschen spielen übersinnliche Welt und sinnliche Welt fortwährend ineinander, und ich habe schon auf jene extremen Fälle hingedeutet, wo die beiden Welten, oder eigentlich alle drei Welten, ohne daß der Mensch durch seine eigene Entwickelung etwas dazu tut, ineinanderspielen. Heute werden wir solche Typen des Ineinanderspielens der verschiedenen Welten besprechen, und zwar gedenke ich zuerst den gewöhnlichen Nachtwandler- oder Mondenwandlertypus, dann den Jakob Böhme-Typus und endlich den Swedenborg-Typus zu besprechen.
[ 1 ] In human life, the supersensible world and the sensible world are constantly intertwined, and I have already pointed to those extreme cases in which the two worlds—or, actually, all three worlds—interact without the human being contributing to this through his or her own development. Today we will discuss such types of interaction between the different worlds; specifically, I intend to discuss first the common sleepwalker or moonwalker type, then the Jakob Böhme type, and finally the Swedenborg type.
[ 2 ] Diese drei Typen, sie stehen so zueinander, daß uns ein jeder dieser Typen zu gleicher Zeit, ich möchte sagen, wie durch ein Weltexperiment darauf aufmerksam macht, wie die Menschenentwickelung mit der ganzen Weltentwickelung zusammenhängt. Und auch darauf möchte ich gerade in Anlehnung an diese drei Typen aufmerksam machen.
[ 2 ] These three types are related to one another in such a way that each of them simultaneously—I would say, as if through a global experiment—draws our attention to how human development is connected to the development of the world as a whole. And I would also like to draw attention to this very point, specifically in relation to these three types.
[ 3 ] Wenn wir diese drei Typen betrachten, die mit einer gewissen Ignorierung des Hüters der Schwelle sich in die geistige Welt und wiederum zurückbegeben, dann finden wir ja namentlich, daß sie der gewöhnliche Nachtwandlertypus, der Jakob-Böhme-Typus und der Swedenborg-Typus — in einer anderen Art die übersinnliche Welt wahrnehmen oder, wie dies besonders beim Nachtwandlertypus der Fall ist, in ihr tätig sind, als das geschieht durch die imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnis. Und dies rührt davon her, daß, wenn man sich in die geistige Welt begibt, und das tut ja unbewußt jeder Mensch mit jedem Schlafe, alle Dinge — auch dies habe ich schon angedeutet — anders werden, als sie hier in der physischen Welt sind.
[ 3 ] If we consider these three types, who enter the spiritual world and return again while to some extent ignoring the Keeper of the Threshold, we find, in particular, that the typical sleepwalker, the Jakob Böhme type, and the Swedenborg type perceive the supersensible world—or, as is especially the case with the sleepwalker type, act within it—in a different way than is done through imaginative, inspired, and intuitive knowledge. And this stems from the fact that when one enters the spiritual world—which every human being does unconsciously with every sleep—all things—as I have already indicated—become different from what they are here in the physical world.
[ 4 ] Vor allen Dingen gibt es drei Eigenschaften der übersinnlichen Welt, welche ganz entgegengesetzt den Eigenschaften der physischen Welt sind. Und dieses Entgegengesetzte empfindet der Mensch so stark, so eingreifend in alles dasjenige, was er in der physischen Welt für wahr, für richtig, für gesund und so weiter hält, daß bei der gegenwärtigen irdischen Seelen- und Leibesverfassung es gar nicht möglich ist, daß der Mensch ohne weiteres in diese übersinnliche Welt versetzt wird.
[ 4 ] Above all, there are three characteristics of the supersensible world that are completely opposite to the characteristics of the physical world. And human beings perceive this contrast so strongly—as something that so profoundly affects everything they consider to be true, right, healthy, and so on in the physical world—that, given the current earthly condition of the soul and body, it is simply not possible for a person to be transported into this supersensible world without further ado.
[ 5 ] Daher mache ich ja in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», das ins Englische unter dem Titel «Initiation» übersetzt ist, so stark darauf aufmerksam, wie die richtige Vorbereitung gemacht werden müsse für das Hineingehen in die übersinnliche Welt. Und es ist dort alles so beschrieben, daß der Mensch, wenn er die Anweisungen dieses Buches befolgt, er in jeder Beziehung die rechten Vorbereitungen macht, das heißt, in der richtigen Weise in die übersinnliche Welt eintritt. Aber alle drei Typen, von denen ich heute werde zu erzählen haben, treten nicht in einer so vorbereiteten Art ein, sondern mehr durch ihr Schicksal, und werden dann auch durch ihr Schicksal, durch ihr Karma behütet vor irgendwelchen Gefahren, ja, bringen es dahin, daß geradezu durch ihr Schicksal, ihr Karma, der allgemeinen Menschheit Dinge bekannt werden, die sonst eben nur bekannt werden könnten durch imaginative, inspirierte und intuitive Erkenntnis.
[ 5 ] That is why, in my book How to Attain Knowledge of the Higher Worlds?, which has been translated into English under the title Initiation, I place such strong emphasis on how one must properly prepare for entering the supersensible world. And everything is described there in such a way that if a person follows the instructions in this book, they will make the proper preparations in every respect—that is, they will enter the supersensible world in the correct manner. But all three types I will be discussing today do not enter in such a prepared manner, but rather through their destiny, and are then also protected from any dangers by their destiny, by their karma; indeed, they bring it about that, precisely through their destiny and their karma, things become known to humanity at large that otherwise could only be known through imaginative, inspired, and intuitive insight.
[ 6 ] In der geistig-übersinnlichen Welt hört erstens eine jegliche Schwere, eine jegliche Gravitation auf. Man ist niemals in der geistigen Welt, wenn man wirklich drinnen ist, in dem Ponderablen, sondern man ist in dem Imponderablen. Das erste Erlebnis darinnen ist, daß man in dem Augenblicke, wo man bewußt in die geistige Welt eintritt, das Gefühl hat, wie wenn einem in der physischen Welt der Boden unter den Füßen weggezogen würde und man durch innere Kraft sich an seinem Orte halten müßte.
[ 6 ] In the spiritual-supernatural world, first of all, all heaviness, all gravity ceases. When one is truly in the spiritual world, one is never in the ponderable realm, but rather in the imponderable. The first experience there is that, at the very moment one consciously enters the spiritual world, one has the sensation of having the ground pulled out from under one’s feet, as if in the physical world, and of having to hold oneself in place through inner strength.
[ 7 ] Also, Sie müssen sich vorstellen, daß dieses Gefühl unbedingt eintreten muß, wenn man wirklich in der geistigen Welt drinnen sein will, das hier eintreten würde in der physischen Welt, wenn einem ein Dämon den Boden unter den Füßen wegzöge und man nicht der Schwere folgen dürfte, sondern frei im Weltenraum sich selber durch eigene Kraft halten müßte.
[ 7 ] So, you must imagine that this feeling is absolutely necessary if you truly want to be inside the spiritual world—it would be the same as if, in the physical world, a demon were to pull the ground out from under your feet, and you were not allowed to follow the force of gravity, but instead had to hold yourself up freely in space through your own power.
[ 8 ] Das zweite, was eintritt für die übersinnliche Welt, ist dieses, daß aufhört, was in der physischen Welt als Sinneswahrnehmung vorhanden ist. Man kann abgekürzt sagen: Es hört in der übersinnlichen Welt das Licht auf, und man ist der Finsternis ausgesetzt. Aber das ist nur partiell gesprochen, denn in Wirklichkeit hört nicht etwa bloß das Licht auf — das hört auch für die Blinden für die physische Welt auf, aber diese haben noch die anderen Sinneswahrnehmungen, aber in der Wissenschaft vom Geiste wird oftmals alles zusammengefaßt unter dem Licht —; das, was Farbe und Licht selber ist, das, was hörbar ist, was tastbar ist, das, was als Wärmeempfindung wahrgenommen wird und so weiter, das alles hört auf in der übersinnlichen Welt, und man sagt dann, ich möchte sagen mit einer bloßen Andeutung, indem man von der einen, für die meisten Menschen hauptsächlichsten Sinnesempfindung die Bezeichnung hernimmt: Es wird alles finster anstelle des Erhellten.
[ 8 ] The second thing that occurs in the supersensible world is that what exists in the physical world as sensory perception ceases. To put it briefly: In the supersensible world, light ceases, and one is exposed to darkness. But this is only partially true, for in reality it is not merely light that ceases—light also ceases for the blind in the physical world, yet they still have their other sensory perceptions; however, in the science of the spirit, everything is often summarized under the concept of light—; that which is color and light itself, that which is audible, that which is tactile, that which is perceived as a sensation of warmth, and so on—all of this ceases in the supersensible world, and one then says—I would like to say with a mere hint, by taking the term from the one sensory perception that is the most important for most people—that everything becomes dark instead of being illuminated.
[ 9 ] Und das dritte, was in der geistigen Welt auftritt, wofür man eine energische Empfindung sich entwickeln muß, das ist, daß an die Stelle des Vollen das Leere tritt. Hier in der physischen Welt haben Sie überall etwas, das Sie betasten können. Wenn Sie nichts betasten, so haben Sie die Luft, in der Sie sind. Überall ist das Volle. In der geistigen Welt ist überall im Gegensatz zu dem Vollen das Leere. Daher kann man sagen: Hier in der physisch-sinnlichen Welt herrscht das Ponderable, das Leuchtende im physischen Sinne, womit alle Sinneswahrnehmungen gemeint sind, und das Volle; in der geistigen Welt herrscht das Imponderable, das Finstere, das man selber erst beleuchten muß durch dasjenige Licht, das man im Innern entwickelt in der Entwickelung des Menschen, und das Leere, das man selber erst mit demjenigen Wesenhaften ausfüllen muß, was man aufnimmt, indem man durch Intuition sich in andere geistige Wesenheiten versetzt und dadurch das Leere für das höhere Bewußtsein wiederum füllt.
[ 9 ] And the third thing that occurs in the spiritual world—for which one must develop a keen sense—is that emptiness takes the place of fullness. Here in the physical world, you have something you can touch everywhere. When you are not touching anything, you have the air in which you exist. Fullness is everywhere. In the spiritual world, in contrast to fullness, emptiness is everywhere. Therefore, one can say: Here in the physical-sensory world, the ponderable—that which is luminous in the physical sense, by which all sensory perceptions are meant—and fullness prevail; in the spiritual world, the imponderable, the dark—which one must first illuminate oneself with the light one develops within during human evolution—and the void, which one must first fill oneself with the essential substance one absorbs by placing oneself, through intuition, into other spiritual beings and thereby filling the void once again for higher consciousness, prevail.
[ 10 ] Wenn nun der Mensch durch instinktives Schicksal statt in das Ponderable, in die Schwere, hineingeführt wird in das Gebiet, wo zunächst das Imponderable herrscht, dann wird er ergriffen von äußeren Kräften, von Kräften, die außer der Erde liegen. Wenn der Mensch in der physischen Welt auf der Erde herumgeht, auch wenn er liegt übrigens, ist er immer der Schwere ausgesetzt. Wenn er nun dieser Schwere enthoben wird für gewisse Augenblicke, so tritt statt der Schwere der Gegenstoß auf, die Gegenschwere. Der Mensch erlebt in sich eine Kraft, welche ihn von der Erde eigentlich hinwegzieht, statt ihn an die Erde zu fesseln. Diese Kraft ist dieselbe Kraft, die, außer dem zurückgeworfenen Lichte, vom Monde ausgeht.
[ 10 ] If, through instinctive destiny, a person is led not into the ponderable—into heaviness—but into the realm where the imponderable initially prevails, then he is seized by external forces, by forces that lie outside the Earth. When a person moves about in the physical world on Earth—even when lying down, for that matter—they are always subject to gravity. If they are now relieved of this gravity for certain moments, then instead of gravity, the counterforce—counter-gravity—arises. The human being experiences within himself a force that actually pulls him away from the Earth, rather than binding him to it. This force is the same force that emanates from the Moon, apart from the reflected light.
[ 11 ] Wenn der Mensch also auf der Erde herumgeht [es wird gezeichnet], so ist er im normalen Leben der Erdenschwere ausgesetzt in dieser Richtung (Pfeil).
[ 11 ] So when a person walks around on Earth [as shown in the diagram], in normal life they are subject to Earth’s gravity in this direction (arrow).


[ 12 ] Er wird an der Erde festgehalten. Wenn der Mensch durch sein Karma, das dann verknüpft ist mit den Naturkräften, die in ihm walten, dieser Erdenschwere für gewisse Augenblicke seines Lebens entzogen wird, so beginnen die Mondenkräfte zu wirken als eine Gegenschwere, als eine Antigravitation, und sie sind wirksam in dem Menschen, der beginnt, obwohl er schläft, herumzuwandeln. Er ist dann denjenigen Kräften ausgesetzt, die in seinem Menschenwesen in seinem physischen und in seinem ätherischen Leibe walten und die verwandt sind mit den Kräften, die ja nicht nur im Lichte zurückgestrahlt werden vom Monde, sondern mit den vielen andern Kräften, die ebenfalls vom Monde auf die Erde zurückgestrahlt werden. Diese Kräfte ziehen den Menschen an. Diese Kräfte wollen eigentlich fortwährend den Menschen von der Erde fortreißen. Und dann kann er in diesem Augenblicke seines Lebens, wo er, statt von den Erdengravitationskräften, ergriffen wird von den Antigravitationskräften des Mondes, die im Gegensatz zu den Erdenkräften wirken, so herumwandeln, wie das beim Nachtwandler, beim Mondsüchtigen der Fall ist. Diejenigen Kräfte, welche da im Menschen walten, sind ganz andere als die normalen Erdenkrätte. Aber das ist nur für den heutigen Zustand der Menschheit der Fall. Diese Kräfte, die Sie nur sehen beim Nachtwandler, sind heute abnorm. Rufen Sie ihn an mit seinem Erdennamen, wenn er auf einem Dache unter dem Einfluß der Mondenkräfte herumwandelt, so fällt er herunter. Da kommt er sogleich in den Bereich der Erdenkräfte, indem er herunterfällt, weil die Menschen Namen in einer solchen Weise, wie man sie heute bekommt, nur heute bekommen; in anderen Erdenepochen haben sie solche Namen nicht bekommen. Aber das, was da im Menschen waltet, war für andere Erdenepochen eben das Normale. Wer diesen ganzen Sachverhalt durchschaut, sieht den Erdenmenschen in dem Zustande, den man heute den normalen nennt, verbunden mit den gegenwärtigen Erdenkräften. Er wird durch den Mondsüchtigen hingewiesen von der Menschheitsentwickelung auf die Weltentwickelung, und zwar auf jene Epoche der Weltentwickelung, wo diese Weltentwickelung Mondenentwickelung ist.
[ 12 ] He is held fast to the earth. When, through his karma—which is then linked to the natural forces at work within him—a person is freed from this earthly heaviness for certain moments of his life, the lunar forces begin to act as a counterweight, as an antigravity, and they are at work within the person, who begins to wander about even while asleep. He is then exposed to those forces that operate within his human being—in his physical and etheric bodies—and which are related not only to the forces reflected back from the Moon in the form of light, but also to the many other forces that are likewise reflected back from the Moon to the Earth. These forces attract the human being. These forces actually seek constantly to tear the human being away from the Earth. And so, at this moment in his life, when he is seized not by Earth’s gravitational forces but by the Moon’s antigravitational forces—which act in opposition to Earth’s forces—he may wander about, just as is the case with the sleepwalker or the lunatic. The forces at work within the human being in this instance are entirely different from the normal Earth forces. But this is true only for the current state of humanity. These forces, which you see only in the sleepwalker, are abnormal today. If you call out to him by his earthly name while he is wandering on a roof under the influence of the Moon’s forces, he will fall down. As he falls, he immediately enters the realm of earthly forces, because people receive names in the way they do today only in our present age; in other earthly epochs, they did not receive such names. But what is at work within the human being was, in fact, the norm for other earthly epochs. Anyone who understands this entire situation sees the Earth human in the state we today call “normal” as connected to the present Earth forces. Through the lunatic, human development points to world development—specifically to that epoch of world development in which this world development is lunar development.
[ 13 ] Aber in dem Augenblicke, wo der Mensch in den Bereich der Mondenentwickelung kommt, benimmt er sich so, als ob er gar nicht auf der Erde im physischen Bereich lebte, sondern als ob er in der astralischen Welt lebte; nur das Astralische teilt sich seinem Physischen mit. Das: Astralische benützt seinen physischen Leib. Und dasjenige, was in dieser Weise das Astralische physisch ausbildet, das war einmal Mondenentwickelung in alten Zeiten. Was heute noch erinnert an diese astralische Tätigkeit im Physischen, war einstmals Weltentwickelung, Mondenentwickelung und wird einmal [wieder] sein. Nur wird der Mensch dann in bewußtem Zustande in dieser Weise auf schiefen Flächen herumgehen und sich in freier Weise auf vertikalen Wänden bewegen können, wie es heute nur die Fliegen können. Es weist hin auf das, was in der Zukunft sein wird: auf die Jupiterentwickelung. So daß wir studieren können, wenn wir den Mondsüchtigen, den Nachtwandler, richtig verstehen, im physischen Bilde, das er uns darbietet, wie wenn uns die Natur selber ein Experiment vormachte: dasjenige, was man allerdings nicht in physisch-fleischlicher Materie, sondern in einer unendlich feineren Substanz während des Mondendaseins durchgemacht hat, und was man wieder durchmachen wird, indem man die physische Substanz beherrschen lernen wird in vollständig klarem Bewußtsein in der Zukunftsentwickelung, in der Jupiterentwickelung. So weist dieser Zustand hin auf dasjenige, was Vergangenheit ist und was Zukunft der Weltentwickelung ist.
[ 13 ] But the moment a human being enters the realm of lunar evolution, he behaves as if he were not living on Earth in the physical realm at all, but as if he were living in the astral world; only the astral realm communicates with his physical body. The astral body makes use of the physical body. And that which in this way gives physical form to the astral—that was once lunar evolution in ancient times. What still reminds us today of this astral activity in the physical realm was once world evolution, lunar evolution, and will be so [again] one day. Only then will human beings, in a conscious state, be able to walk on sloping surfaces in this way and move freely along vertical walls, as only flies can do today. It points to what will be in the future: the Jupiter stage of evolution. So that, if we correctly understand the lunatic, the sleepwalker, we can study—in the physical image he presents to us, as if nature itself were conducting an experiment before our eyes— that which was indeed experienced not in physical, corporeal matter, but in an infinitely finer substance during the Lunar stage, and which will be experienced again as we learn to master physical substance with complete clarity of consciousness in the future stage of development—the Jupiter stage. Thus, this condition points to what is past and what is the future of the world’s development.
[ 14 ] Wir haben es in dieser Beziehung durchaus zu tun mit dem Menschen, den wir den Mondenmenschen nennen können. Und solche Mondenmenschen werden für gewisse Augenblicke ihres Lebens zum Nachtwandler.
[ 14 ] In this regard, we are indeed dealing with the kind of person we might call a “moon person.” And such moon people become sleepwalkers for certain moments of their lives.
[ 15 ] Dasjenige, was der schlafende Mensch nachtwandelnd ausführt, dieses Sich-Bewegen im Schwerelosen, im Imponderablen, kann in voller Bewußtheit geistig ausgeführt werden, wenn. der Mensch zugleich die Kraft hat, sich dabei ganz stille zu halten. So daß man sagen kann: Der Nachtwandler folgt den Anregungen der Mondenkräfte, er gibt sich ihnen unbewußt hin, er macht jede Bewegung, die sie ihm aufdrängen. Derjenige, der in bewußte exakte Clairvoyance hineingeht, der hält jede solche Bewegung zurück, er führt keine aus. Dadurch, daß er keine solche Bewegung ausführt, sondern sie alle zurückhält, metamorphosieren sich ihm diese Bewegungen und werden Intuitionen. So daß also die bewußte Intuition, die höchste exakte Hellseher-Entwickelung, eigentlich besteht in dem Festhalten desjenigen, was aus seinen Instinkten heraus der Mensch als Nachtwandler ausführen muß, weil er sich diesen Kräften überlassen muß, ganz in ihnen aufgehen muß. Derjenige, der sie metamorphosiert, geht eben nicht in den physischen Mondenkräften auf, sondern er hält die physischen Mondenkräfte in sich zurück, gelangt dadurch intuitiv zur Hingabe an das entsprechende Geistige, gelangt zur Intuition.
[ 15 ] What a sleeping person does while sleepwalking—this moving about in a weightless, imponderable state—can be performed spiritually with full consciousness if the person also has the strength to remain completely still while doing so. So one can say: The sleepwalker follows the impulses of the lunar forces; he surrenders to them unconsciously; he makes every movement they impose upon him. The one who enters into conscious, precise clairvoyance, however, restrains every such movement; he carries out none of them. By not performing any such movement but holding them all back, these movements are transformed within him and become intuitions. Thus, conscious intuition—the highest and most precise form of clairvoyant development—actually consists in holding fast to what a person, as a sleepwalker, must perform out of instinct, because he must surrender himself to these forces and become completely absorbed in them. The one who transforms them does not, in fact, become absorbed in the physical lunar forces, but rather holds back the physical lunar forces within himself; through this, he intuitively attains devotion to the corresponding spiritual realm and arrives at intuition.
[ 16 ] So daß tatsächlich sehr gut zu studieren ist auf der einen Seite des Menschen Verhältnis zur Weltentwickelung an diesen Mondenmenschen, auf der anderen Seite dasjenige, was, ich möchte sagen, den Nachtwandlern ja entgegengesetzt die exakt clairvoyanten Menschen sind. Wenn nämlich die Instinktiven die Nachtwandler, die Mondensüchtigen sind, so sind die exakt-clairvoyanten, intuitiven Seher die Tat-Stillhalter, die gegen den Mond Befestigten. Das ist es, was uns in diesem Punkte das Verhältnis des Menschen zur Welt zeigt.
[ 16 ] So it is indeed very instructive to study, on the one hand, humanity’s relationship to the evolution of the world as reflected in these “lunar beings,” and on the other hand, what I would call the “exact clairvoyants”—who stand in contrast to the “night walkers.” For if the instinctive types are the sleepwalkers, the moon-obsessed, then the precise clairvoyants, the intuitive seers, are the upholders of action, those firmly anchored against the moon. This is what reveals to us, in this regard, the relationship of the human being to the world.
[ 17 ] Der zweite Typus solcher Menschen, die ich heute besprechen möchte, das ist der Typus Jakob Böhme. Jakob Böhme war so geartet als ganzer Mensch, daß er wie durch ein natürliches Schicksal, Karma, in gewissen Momenten seines Lebens vor sich haben konnte in völlig wachendem Zustande statt der sonnendurchhellten Welt die finstere Räumlichkeit. Nach dem, was ich schon angedeutet habe, wird Ihnen klar sein, daß es sich dabei nicht bloß handelt um die Finsternis in bezug auf das Licht, sondern in bezug auf das Schweigen aller Sinnesqualitäten. Jakob Böhme konnte in gewissen Zuständen seines Lebens vor sich haben statt des Hellen das Finstere, statt der Töne, die die Welt erzeugt, das Schweigsame, das Ruhige, statt des Warmen das Gleichgültige gegenüber dem Warmen oder sogar das Kalte, das man das Anti-Warme nennen könnte und so weiter. So daß man sich, ohne daß er selbst sich so wahrnahm, wenn man gleichsam von der Seite her seinen Zustand durch Inspiration betrachtete, hätte sagen müssen: Der Jakob Böhme hat vor sich statt des sonnenerhellten Raumes in gewissen Augenblicken seines Lebens die absolute Finsternis.
[ 17 ] The second type of person I would like to discuss today is the Jakob Böhme type. Jakob Böhme was such a person that, as if by a natural destiny—karma—at certain moments in his life he could perceive, while fully awake, a dark space instead of the sunlit world. As I have already indicated, it will be clear to you that this is not merely a matter of darkness in relation to light, but in relation to the silence of all sensory qualities. In certain states of his life, Jakob Böhme could perceive darkness instead of light, silence and stillness instead of the sounds the world produces, and indifference to warmth—or even cold, which one might call the “anti-warmth”—instead of warmth, and so on. So that, without him perceiving it that way himself, if one were to observe his state from the side, as it were, through inspiration, one would have had to say: Jakob Böhme, at certain moments in his life, perceives absolute darkness instead of a sunlit room.
[ 18 ] Solche Menschen, die das erleben können, ohne daß sie sich dessen bewußt werden, so daß sie in einem leisen Schlafe durchaus noch sich fühlen innerhalb der sonnendurchhellten Welt, solche Menschen haben dasjenige, was man die Deuteroskopie oder second sight nennt. Und Jakob Böhme hatte das eben im höchsten Maße, was man eben second sight nennt. Es war bei ihm nur so ausgebildet, daß er es weniger auf einzelnes Irdisches bezog, sondern mehr auf die Konstitution der ganzen Erde. Wie war dadurch sein Anschauen?
[ 18 ] People who can experience this without being aware of it—so that, even in a light sleep, they still feel themselves to be within the sunlit world—such people possess what is called “deuteroscopy” or “second sight.” And Jakob Böhme possessed this very quality—what is called “second sight”—to the highest degree. In his case, it was developed in such a way that he applied it less to individual earthly matters and more to the constitution of the entire Earth. What was his perception like as a result?
[ 19 ] Man stelle sich nur vor — ich will die Sache schematisch zeichnen —: Andere Menschen haben hier vor sich die Sonnenhelle. Jakob Böhme hatte — und zwar gerade von demjenigen Punkte aus, wo sonst die Sehstrahlen der Augen sich kreuzen, indem sie auf einen Gegenstand, der nahe oder ferne ist, hinschauen hinter diesem Punkte des Treffens der Sehstrahlen der. Augen, oder auch hinter dem Punkte, wo, wenn man die rechte Hand über die linke legt, nicht ein äußeres Fühlen, sondern das Fühlen des eigenen Selbstes eintritt, so daß hier es ist wie eine Wand —, Jakob Böhme hatte also dort vor sich die Finsternis, das Schweigen der Sinne. Stellen Sie sich das lebhaft vor, man habe vor sich die Finsternis. Es entspricht das ganz genau einem sinnlichen Bilde. Wenn Sie einen Spiegel vor sich haben — Sie sehen nicht, was hinter dem Spiegel ist, Sie sehen nur, was vor dem Spiegel ist. So ist es geistig bei jemandem, der so sieht wie Jakob Böhme. Da entsteht vorne dadurch, daß die Finsternis dahinter ist, etwas wie eine Spiegelwand, und man sieht das, was geistig dahinter ist, die Erdenwelt in ihrer Geistigkeit, sich spiegeln. Sie schauen also, wenn Sie dem Jakob Böhme-Typus angehören würden, in gewissen Augenblicken Ihres Lebens hinein in die Finsternis, und dadurch, daß die Finsternis Ihnen zurückstrahlt dasjenige, was geistig im Erdendasein lebt, sehen Sie die geistige Konstitution der Erde, dasjenige, was im Erdendasein vorkommt.
[ 19 ] Just imagine—I’ll sketch it out schematically—: Other people have the “sunlight” right here in front of them. Jakob Böhme had—specifically from that very point where the rays of vision from the eyes normally cross as they focus on an object, whether near or far—behind this point where the rays of vision from the or even behind the point where, when one places the right hand over the left, one experiences not an external sensation but the sensation of one’s own self, so that here it is like a wall—Jakob Böhme thus had darkness before him there, the silence of the senses. Imagine this vividly: having darkness before you. It corresponds quite precisely to a sensory image. When you have a mirror in front of you—you do not see what is behind the mirror; you see only what is in front of the mirror. This is how it is spiritually for someone who sees as Jakob Böhme did. Because the darkness lies behind it, something like a mirrored wall arises in front of you, and you see what lies spiritually behind it—the earthly world in its spiritual nature—reflected. So if you belonged to the Jakob Böhme type, at certain moments in your life you would look into the darkness, and because the darkness reflects back to you that which lives spiritually in earthly existence, you would see the spiritual constitution of the Earth—that which occurs in earthly existence.
[ 20 ] Es ist bei Jakob Böhme ein mächtiges zweites Gesicht. Es kann bei einem anderen Menschen so sein, daß er für gewisse Augenblicke des Lebens vor sich die Finsternis hat, die ihm das physische Licht verbirgt, was ihm dann die Möglichkeit bietet, ins Geistige hineinzuschauen. Da kann er, wenn er diesen geistigen Spiegel, der einfach in dem Dasein der Finsternis besteht, sagen wir, in der richtigen Weise zu handhaben versteht, durch die inneren Kommunikationen, die zwischen allem Irdischen sind, meinetwillen die Taten oder selbst die Gedanken, wenn er in Europa ist, seines in Amerika weilenden Freundes wahrnehmen. Denn das, was man mit dem physischen Auge, mit den physischen Sinnen wahrnimmt, das sind vor allem die Sonnenwirkungen. Aber es gibt verborgene Sonnenwirkungen. Diese verborgenen Sonnenwirkungen leben in allen Dingen, leben in Mineralien, Pflanzen, Tieren, leben auch in den Menschen. Und während Sie in Europa sind, sind Sie durch die verborgenen Sonnenwirkungen, die in Ihnen sind, mit dem, was der meinetwillen selbst in Amerika lebende Freund eben auch durch diese verborgenen Sonnenwirkungen erlebt, in Kommunikation.
[ 20 ] In the case of Jakob Böhme, this is a powerful second sight. It may be the case with another person that, for certain moments in life, they are surrounded by darkness that hides physical light from them, which then offers them the opportunity to look into the spiritual realm. If such a person knows how to handle this spiritual mirror—which simply consists in the presence of darkness—in the right way, so to speak, he can, through the inner connections that exist between all earthly things—for my sake, the deeds or even the thoughts—perceive, while in Europe, those of his friend residing in America. For what one perceives with the physical eye, with the physical senses, consists above all of the effects of the sun. But there are hidden effects of the sun. These hidden effects of the sun live in all things—in minerals, plants, animals, and also in human beings. And while you are in Europe, through the hidden effects of the sun that are within you, you are in communication with what your friend—who, for my sake, lives in America—is experiencing right now through these same hidden effects of the sun.
[ 21 ] Diese Kommunikationen, sie wirken im Karma. Gar manchen hat schon sein Schicksal mit irgend jemandem, den er gar nicht kennt, der während einer bestimmten Zeit in Amerika ist, zusammengeführt in der Ehe, in der Freundschaft, in der Liebe; in den karmischen Wirkungen auf der Erde wirken die verborgenen Sonnenwirkungen. Hier werden die verborgenen Sonnenwirkungen wie in einem Spiegel sichtbar.
[ 21 ] These communications have an effect on karma. For many people, fate has already brought them together—in marriage, friendship, or love—with someone they do not even know, who happens to be in America during a certain period of time; the hidden effects of the Sun are at work in the karmic effects on Earth. Here, the hidden influences of the Sun become visible, as if in a mirror.
[ 22 ] Daß das ganz insbesondere dann der Fall ist, wenn man es mit Menschen zu tun hat, die abgeschlossen leben auf Inseln, in Gebirgstälern oder sonst in dieser Hinsicht günstigen Gegenden, daß da besonders das zweite Gesicht, man möchte sagen, wie alle Menschen einer solchen Gegend erfüllend auftritt, das rührt davon her, daß solche Menschen, die in einem gewissen Dasein abgeschlossen leben, leichter die innere Kommunikation wahrnehmen und dadurch partiell diese Finsternis in ihrem Leben um sich verbreiten können; daher das schottländische second sight, das westfälische. zweite Gesicht, das second sight, das so schön beschrieben hat Oberlin aus dem in sich geschlossenen Steintal im Elsaß und so weiter; da treten diese Dinge auf in besonderen Lokalitäten der Erde. Die Wirklichkeiten, die auf der Erde spielen, und die, wenn sie echte, wahre Wirklichkeiten sind, wie die, von denen ich jetzt gesprochen habe, die verborgenen Sonnenwirkungen sind doch noch anders zu beurteilen, als man gewöhnlich geneigt ist zu beurteilen in der heutigen materialistischen Zeit.
[ 22 ] That this is especially true when dealing with people who live in isolation on islands, in mountain valleys, or in other areas conducive to this; that it is particularly the second sight, one might say, manifests itself so fully in all the people of such a region—stems from the fact that such people, who live in isolation within a certain way of life, are more easily attuned to inner communication and can thereby partially spread this darkness around them in their lives; hence the Scottish “second sight,” the Westphalian “second sight,” which Oberlin so beautifully described from the secluded Steintal valley in Alsace, and so on; these phenomena occur in specific locations on Earth. The realities that play out on Earth—and those that, if they are genuine, true realities, such as those I have just spoken of, are the hidden effects of the sun—must nevertheless be judged differently than one is usually inclined to judge them in today’s materialistic age.
[ 23 ] In der heutigen materialistischen Zeit diskutieren ja gewisse Leute, die sich sehr gescheit dabei vorkommen, ob es einen König Artus gegeben hat oder nicht, ob der real oder sagenhaft ist. Nun, wer die ganze Sache durchschaut, wird ganz anders reden. Für den sind die Menschen, die das bezweifeln, daß der König Artus gelebt hat, viel sagenhafter als der König Artus! Solch ein Gelehrter, der das Dasein des Artus bezweifelt, der ist trotz seiner physischen Gegenwart viel mehr Legende und Sage für denjenigen, der die Wirklichkeiten durchschaut, als der König Artus selber. Und so sind solche Menschen, die dieses zweite Gesicht haben, was bei Jakob Böhme in allerhöchstem Maße zum Ausdruck kam, die sind besondere Sonnenmenschen. Wie sonst der Mensch äußerlich wahrnimmt die Sonnenwirkungen durch seine Augen in der Außenwelt, so sind sie innerlich von Sonnenkraft, von den verborgenen Sonnenkräften durchzogen. So wie der Typus der ersten Art Mondenmensch war, so ist der Typus der Second-sight-Menschen, der Typus Jakob Böhme, Sonnenmensch; Sonnenmenschen, die wiederum in sich durch ihr natürliches Karma dasjenige tragen, was heute abnorm ist, was aber deshalb doch durchaus Realitäten entspricht. Aber es war wiederum zu gewissen Zeiten dasjenige, was heute abnorm ist, durchaus normal.
[ 23 ] In today’s materialistic age, certain people—who think they’re being very clever—are debating whether King Arthur actually existed or not, whether he was real or a figure of legend. Well, anyone who sees through the whole thing will speak quite differently. To such a person, those who doubt that King Arthur ever lived are far more legendary than King Arthur himself! Such a scholar, who doubts Arthur’s existence, is—despite his physical presence—far more of a legend and a myth to the one who sees through to the realities than King Arthur himself. And so such people, who possess this “second sight”—which found its highest expression in Jakob Böhme—are special “sun people.” Just as a person outwardly perceives the effects of the sun through their eyes in the external world, so are they inwardly permeated by solar power, by the hidden forces of the sun. Just as the first type was the “moon person,” so the type of people with second sight—the Jakob Böhme type—is the “sun person”; sun people who, in turn, carry within themselves through their natural karma that which is considered abnormal today, but which nonetheless corresponds entirely to reality. Yet at certain times in the past, that which is considered abnormal today was, in fact, perfectly normal.
[ 24 ] Und so kommen wir wiederum, indem wir uns vergegenwärtigen, was die Second-sight-Menschen wahrnehmen können, indem wir uns die Kräfte vergegenwärtigen, die verborgenen Sonnenkräfte, von denen diese Sonnenmenschen durchzogen sind, dahin, uns sagen zu können: Das, was heute abnorm ist, das Leben in den verborgenen Sonnenwirkungen, war einstmals in einer älteren Epoche der Erdenentwickelung normal und wird wiederum normal sein. Normal war es in jener Epoche der Erdenentwickelung, die als Sonnenentwickelung der Erdenentwickelung vorangegangen ist. In der war es normal, daß die Menschen überall in die Finsternis hinein wie in einen Spiegel gesehen haben, so daß sich ihnen alles Geistige zurückgestrahlt hat. Die ganze Erde hat durchgemacht jene Entwickelung, die aus ihren Kräften heraus den Menschen dazumal zum Sonnenmenschen in seiner leichten, flüchtigen Materie machte. Das war in herabgestimmtem, ganz herabgestimmtem Bewußtseinszustande.
[ 24 ] And so, by bringing to mind what people with second sight are able to perceive—by bringing to mind the forces, the hidden solar forces, that permeate these “solar beings”—we are once again led to say: What is considered abnormal today—life within the hidden solar forces—was once normal in an earlier epoch of Earth’s evolution and will once again become normal. It was normal in that epoch of Earth’s evolution which preceded it as the solar phase of Earth’s development. In that epoch, it was normal for people everywhere to look into the darkness as if into a mirror, so that everything spiritual was reflected back to them. The entire Earth underwent that evolution which, drawing upon its own forces, transformed human beings at that time into “solar beings” with their light, ephemeral matter. This took place in a lowered, very lowered state of consciousness.
[ 25 ] Es wird einstmals wiederkommen. Dann wird der Mensch es bei völlig wachem Zustande so halten können, daß er mit völligem Bewußtsein hineinstrahlt die Finsternis in seine Umgebung, dadurch sich selber das Spiegelbild der ganzen Welt entwirft.
[ 25 ] It will return one day. Then, while fully awake, a person will be able to radiate the darkness into their surroundings with complete awareness, thereby creating for themselves a reflection of the entire world.
[ 26 ] Und wir kommen dann in diejenige Entwickelung hinein, welche ich als diejenige der Venusentwickelung bezeichnen kann, die ein Zukunftsstadium der Erdenentwickelung ist. Der Mensch muß abziehen seine grobe Sinnlichkeit, seine grobe Empfindlichkeit, seine grobe Sensation für das Physische der Umgebung und muß aus sich herausziehen seine freie Sensibilität, wenn er zu diesem second sight kommen will. Das kann auch auf eine ganz innerliche Weise erreicht werden, obwohl die Sache dann nicht ohne Gefahr ist. Es kann dadurch erreicht werden, daß der Mensch äußerlich fixiert — ich rate das niemandem an, will nur die Tatsache erzählen — einen glänzenden Gegenstand; so wird Faszination hervorgerufen. Dadurch wird etwas gelähmt die äußere Sensibilität, und die innere kommt dadurch mehr zum Vorschein. Dadurch gestaltet sich das, was als second sight auftritt. In älteren Zeiten hat man in gewissen Zusammenhängen ganz systematisch dieses zweite Gesicht hervorgerufen. Und jene Erzählungen, die von diesem Hervorrufen des zweiten Gesichts handeln, die sprechen von dem sogenannten Zauberspiegel. Zauberspiegel sind Instrumente gewesen zum Hervorrufen einer Faszination, eines Abdämpfens der äußeren Sensation und dadurch eines Hervorrufens der inneren Sensation als Gegenwirkung. Man hat also durch das Instrument des physischen Spiegels die geistige Spiegelung hervorgerufen. Das, worauf es ankam, war nicht, was man im physischen Spiegel gesehen hat, sondern der physische Spiegel hat bloß die äußere Sensation abgedämpft, und man hat die innere Sensation mit diesem Zauberspiegel hervorgerufen. Dadurch ist der Glaube entstanden, daß man im Zauberspiegel selber die Empfindungen, die Gedanken der fernen Freunde und so weiter sieht. In Wirklichkeit hat man in sich den durch den äußeren sinnlich-physischen Spiegel bewirkten Seelenzustand gesehen.
[ 26 ] And we then enter into the phase of development that I can describe as the Venusian phase, which is a future stage of Earth’s development. Human beings must shed their coarse sensuality, their coarse sensitivity, and their coarse perception of the physical world around them, and must draw forth from within themselves their free sensitivity if they wish to attain this “second sight.” This can also be achieved in a completely inner way, although the process is not without danger. It can be achieved by a person fixating their gaze externally—I do not recommend this to anyone; I merely wish to state the fact—on a shiny object; this induces a state of fascination. As a result, the external sensitivity is somewhat numbed, and the inner sensitivity thereby comes more to the fore. This gives rise to what appears as “second sight.” In earlier times, this second sight was quite systematically induced in certain contexts. And those stories that deal with this evocation of second sight speak of the so-called magic mirror. Magic mirrors were instruments used to induce a state of fascination, to dampen external sensation, and thereby to evoke internal sensation as a counteraction. Thus, through the instrument of the physical mirror, the spiritual reflection was evoked. What mattered was not what one saw in the physical mirror; rather, the physical mirror merely dampened external sensations, and one evoked inner sensations with this magic mirror. This gave rise to the belief that one could see, in the magic mirror itself, the feelings and thoughts of distant friends and so on. In reality, one saw within oneself the state of the soul brought about by the external, sensory-physical mirror.
[ 27 ] Derjenige, der in dieser Weise sieht, der sieht durchaus Realitäten. Das Geistige, das in den Reichen der Natur vor sich geht, sieht er; und er ist gewissermaßen dadurch mit all dem verbunden, was in der Erde selber sonnenhaft ist.
[ 27 ] The one who sees in this way truly perceives realities. He sees the spiritual processes taking place in the realms of nature; and through this, he is, in a sense, connected to all that is sun-like within the Earth itself.
[ 28 ] Wenn man die Schriften Jakob Böhmes wirklich verstehen will, dann muß man sie von diesem Gesichtspunkte aus verstehen, daß all ihr Inhalt eigentlich ein kompliziertes, wunderbares zweites Gesicht ist.
[ 28 ] If one truly wishes to understand Jakob Böhme’s writings, one must approach them from the perspective that their entire content is, in fact, a complex and wondrous vision.
[ 29 ] Eine andere Persönlichkeit, Paracelsus, war in einer ähnlichen und doch etwas anderen Art organisiert. Er hatte einen stärkeren Intellekt zu der Sensation dazu. Daher interpretiert er sich immer seine Second-sight-Bilder. Wenn man über physisch-sinnliche Dinge intellektuell nachdenkt, da verändert man sie nicht. Die Intellektualität ist gegen die Konstitution der physisch-sinnlichen Dinge machtlos. Aber gegen dasjenige, was man so in der Spiegelung sieht, wie ich es dargestellt habe, ist die Intellektualität nicht machtlos. So rein second-sight-mäßig die innere Konstitution der Welt wahrzunehmen ist nur möglich einem Menschen wie Jakob Böhme, der sich ganz selbstlos den äußeren Dingen hinzugeben in der Lage war. Diese unendliche Liebe, die ja in Jakob Böhme lebte, mit der er alle Dinge sah, und die sich dann hineindrängte in seine Auffassung der Spiegelbilder des Geistigen in der Welt, diese unendliche Liebe, sie spricht fast aus jeder Zeile bei Jakob Böhme. Und so blieben ihm die Abspiegelungen als eine Art Imaginationen des Geistigen in der Welt möglichst rein.
[ 29 ] Another figure, Paracelsus, was organized in a similar yet somewhat different way. He possessed a stronger intellect in addition to his sensory perception. Consequently, he always interpreted his second-sight images himself. When one thinks intellectually about physical, sensory things, one does not alter them. Intellect is powerless against the constitution of physical, sensory things. But against what one sees in the reflection, as I have described it, intellect is not powerless. To perceive the inner constitution of the world purely through second sight is possible only for a person like Jakob Böhme, who was able to devote himself entirely and selflessly to external things. This infinite love, which indeed lived within Jakob Böhme, through which he saw all things, and which then permeated his conception of the mirror images of the spiritual in the world—this infinite love speaks from almost every line of Jakob Böhme’s writing. And so these reflections remained for him as pure as possible, as a kind of imagination of the spiritual in the world.
[ 30 ] Bei Paracelsus, der eine starke Intellektualität hatte, veränderten sie sich in entsprechender Weise durch die Intellektualität. Sie sind daher abgeänderte Spiegelbilder. Daß selbst im Physischen Spiegelbilder das, was sie abspiegeln, abändern können, davon können Sie sich ja überzeugen, wenn Sie einmal in einer Spiegel-Gartenkugel Ihr eigenes Gesicht sehen. Sie möchten ganz gewiß in dieser Weise Ihr eigenes Gesicht nicht haben, wie Sie es dann sehen in den Spiegelkugeln, die in den Gärten aufgestellt sind! So verändert die Intellektualität gewissermaßen die Spiegelfläche, durch die man sieht, wenn man eine solche Intellektualität hat wie Paracelsus. Aber man kommt dadurch auch in die inneren Kräfte tiefer hinein.
[ 30 ] In the case of Paracelsus, who possessed a strong intellectual capacity, they were altered accordingly by that intellectual capacity. They are therefore modified mirror images. You can see for yourself that even in the physical realm, mirror images can alter what they reflect—just look at your own face in a garden mirror ball. You certainly wouldn’t want your own face to look the way it does in those mirror balls set up in gardens! In this way, intellectuality, so to speak, alters the reflective surface through which one sees when one possesses an intellectuality such as that of Paracelsus. But through this, one also gains a deeper insight into the inner forces.
[ 31 ] Daher ist Jakob Böhme mit seinem wirklich bis zum Höchsten getriebenen liebevollen Betrachten der Dinge eben der kontemplative Betrachter geworden. Paracelsus, der mehr auf die inneren Kräfte ging, der die Spiegelbilder bog und mit ihnen herumhantierte, der kam mehr zu den heilenden Kräften, die in den Dingen als Sonnenkräfte verborgen sind.
[ 31 ] Thus, Jakob Böhme, with his loving contemplation of things taken to its very highest degree, has become the contemplative observer. Paracelsus, who focused more on inner forces, who bent the mirror images and manipulated them, came closer to the healing powers hidden within things as solar forces.
[ 32 ] Wenn man nun wiederum dasjenige, was so als verborgene Sonnenkräfte im Menschen leben kann, in bewußter Weise beherrschen lernt, so daß man die Finsternis, die sich ausbreitet, nicht benützt, um Spiegelbilder zu sehen, sondern sie benützt, um jenes innere Licht, das man durch Meditation und Konzentration und so weiter in sich geistig-seelisch anzündet, wenn man dieses Licht nun hineinträgt in die Finsternis, so daß man den sonst von der äußeren physischen Sonne erhellten Raum nunmehr mit den inneren verborgenen Sonnenkräften auszufüllen vermag, so daß man selbst leuchtend wird geistig-seelisch und sich dasjenige, was da ist, beleuchten kann, dann entsteht eben die bewußte Imagination. Und diese bewufßste Imagination, die ist dann dasjenige, was in voller Bewußtheit, so wie man sonst in der Erkenntnis gewohnt ist, das heraufbringt, was in einer gewissen Unbewußtheit, weil er ein Sonnenmensch war, Jakob Böhme in seinen Schriften, aber auch mit einer gewissen geringeren Beherrschung der Ideenwelt und so weiter, niedergeschrieben hat.
[ 32 ] If, on the other hand, one learns to consciously master those forces that can live within a person as hidden solar powers—so that one does not use the spreading darkness to see reflections, but rather uses it to kindle that inner light that one has spiritually -psychically through meditation and concentration and so on—if one now carries this light into the darkness, so that one is able to fill the space otherwise illuminated by the outer physical sun with the inner, hidden solar forces, so that one oneself becomes luminous in a spiritual-psychic sense and can illuminate what is there, then conscious imagination arises. And this conscious imagination is precisely what, in full consciousness—just as one is otherwise accustomed to in the process of cognition—brings to light what Jakob Böhme, because he was a “sun-man,” wrote down in his writings in a state of a certain unconsciousness, albeit with a somewhat lesser mastery of the world of ideas and so on.
[ 33 ] Und so, wie mit den im Menschen waltenden geheimen Mondenkräften die Intuition im Zusammenhange steht, aus den im Menschen waltenden geheimen Mondenkräften, die er als Nachtwandler entwickelt im Herumgehen, wenn sie festgehalten werden, die Intuitionskräfte entstehen, so werden die Spiegelbilder, welche die verborgenen Sonnenkräfte aus der geistigen Finsternis hervorzaubern, in die bewußte Imagination verwandelt. Wenn diese Spiegelbilder nicht aufgenommen, sondern durchdrungen werden, wenn man, statt sie anzuschauen und sie auf sich wirken zu lassen, durch sie hindurchschaut, wenn man also in bewußter Weise das second sight sozusagen in dem entgegengesetzten Stil behandelt, durch es hindurchschaut, dann entsteht die bewußte Imagination.
[ 33 ] And just as intuition is connected to the secret lunar forces at work within the human being—for the powers of intuition arise from these secret lunar forces, which the person develops as a sleepwalker while wandering about, when they are held in check— so too are the mirror images conjured forth from the spiritual darkness by the hidden solar forces transformed into conscious imagination. If these mirror images are not merely taken in but penetrated—if, instead of looking at them and allowing them to take effect, one looks right through them; in other words, if one consciously approaches “second sight,” so to speak, in the opposite manner—by looking right through it—then conscious imagination arises.
[ 34 ] Wie der somnambule Typus in den Mondenkräften, der Jakob Böhme-Typus in den Sonnenkräften, so lebt ein dritter Typus in den Wärme- und Kälteverhältnissen, wie sie eigentlich immer im Raume vorhanden sind in der Nähe der Erde, in der weiteren Umgebung der Erde. Aber der Mensch in seinem normalen Leben gewöhnt sich an dieses Walten des Warmen. Es gibt jedoch eine gewisse feine, sehr innerliche Sensitivität, die unabhängiger wird von den äußeren Wärme- und Kältewirkungen, dagegen sehr empfänglich, sehr empfindlich wird für verborgene Wärme- und Kältewirkungen, die durch den Weltenraum gehen. Eine solche Fähigkeit, verborgene Wärme- und Kältewirkungen wahrzunehmen, die außer den gewöhnlichen physischen Wärme- und Kältewirkungen, unter deren Einfluß wir heiß werden und frieren, noch im Weltenraum vorhanden sind, erlangte in einem gewissen Punkte seines Lebens Swedenborg. Es wird, wenn man in das geheimnisvolle Leben Swedenborgs eindringen will, einem nach und nach durchaus klar, wie diese Sensibilität für die Wärme- und Kälteverhältnisse des die Erde umgebenden und durchdringenden Weltenraumes bei Swedenborg in einem gewissen Alter dadurch eingetreten ist, daß er bis zu diesem Zeitpunkt ein ausgezeichneter Wissenschafter für die offizielle Wissenschaft seiner Zeit war. Die Werke Swedenborgs auf dem Gebiete ganz offizieller Wissenschaft sind ja sehr zahlreich. Sie sind dazumal durchaus nicht gleich alle veröffentlicht worden, und es gibt jetzt sogar eine Gesellschaft von schwedischen Gelehrten, welche seine nachgelassenen Schriften auf rein wissenschaftlichem Gebiete in vielen Bänden herausgeben will. Nur macht dieser Swedenborg gerade solchen Gelehrten etwas Kopfzerbrechen. Sie müssen annehmen: er war offenbar durch diese genialischen Werke eine der genialsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Aber in einem gewissen Momente seines Lebens wurde er hellsichtig, das heißt dumm nach der Ansicht derjenigen, die jetzt seine Werke herausgeben, die offiziell anerkannt sind. — Und nun müssen wir uns heute schon mehr mit demjenigen befassen, was sich in Swedenborg, nachdem er das ganze übrige anerkannte Wissen seiner Zeit in sich vereinigt hatte, als ein höheres Schauen entwickelt hat; wir müssen uns näher betrachten, wodurch er für die äußere offizielle Erkenntnis «dumm» geworden ist.
[ 34 ] Just as the somnambulist type is associated with the forces of the Moon and the Jakob Böhme type with the forces of the Sun, so a third type lives within the conditions of warmth and cold that are, in fact, always present in space—both near the Earth and in the wider surroundings of the Earth. But in their normal life, people become accustomed to this dominance of warmth. There is, however, a certain subtle, very inner sensitivity that becomes increasingly independent of external effects of warmth and cold, while at the same time becoming very receptive and highly sensitive to hidden effects of warmth and cold that pass through outer space. Swedenborg attained, at a certain point in his life, such an ability to perceive hidden effects of heat and cold—effects that exist in outer space in addition to the ordinary physical effects of heat and cold, under whose influence we feel hot and cold. If one seeks to penetrate the mysterious life of Swedenborg, it gradually becomes quite clear how this sensitivity to the heat and cold conditions of the cosmic space surrounding and permeating the Earth came about in Swedenborg at a certain age, precisely because, up to that point, he had been an outstanding scholar within the official scientific community of his time. Swedenborg’s works in the field of strictly official science are, in fact, very numerous. Not all of them were published at the time, and there is now even a society of Swedish scholars that intends to publish his posthumous writings in the purely scientific field in many volumes. However, Swedenborg poses a bit of a headache for precisely such scholars. They must acknowledge that, based on these brilliant works, he was clearly one of the most brilliant figures of his time. But at a certain point in his life, he became clairvoyant—which, in the view of those who are now publishing his officially recognized works, makes him, in their eyes, foolish. — And so today we must focus more on what developed within Swedenborg—after he had assimilated all the other recognized knowledge of his time—as a higher form of insight; we must examine more closely what caused him to be deemed “foolish” by external, official scholarship.
[ 35 ] Nun kommt man darauf, wenn man in die Persönlichkeit Swedenborgs hineinschaut, daß er dadurch so «dumm» geworden ist, daß er eben gerade in seinen Vierzigerjahren eine intensive Liebe, eine überwiegende Liebe zu demjenigen entwickelte, was er bis dahin gelernt hatte. Wie kaum ein anderer Mensch in der Welt lernte Swedenborg das Wissen, die Erkenntnis als solche lieben. Und dieses Lieben der Erkenntnis selber, das brachte ihn in einem gewissen Zeitpunkt seines Lebens dahin, in seiner Art wiederum hineinschauen zu können in die geistige Welt, empfindlich sich zu machen für die verborgenen Wärme- und Kälteverhältnisse des Weltenraumes.
[ 35 ] Now, when one looks into Swedenborg’s personality, one realizes that he became so “foolish” precisely because, in his forties, he developed an intense love—an overwhelming love—for what he had learned up to that point. Like hardly any other person in the world, Swedenborg learned to love knowledge and insight for their own sake. And this love of insight itself led him, at a certain point in his life, to be able to look into the spiritual world in his own way, to become sensitive to the hidden conditions of warmth and cold in the cosmos.
[ 36 ] Diese verborgenen Wärme- und Kälteverhältnisse des Weltenraumes, die kommen nicht vom Monde, nicht von der Sonne, sie kommen eigentlich in der Hauptsache von einem Stern, der im Grunde genommen sehr bescheiden strahlt im Weltenraume, von dem Saturn. Die eigentümliche bescheidene Strahlung des Saturns in unseren planetarischen Erden-Weltenraum hinein, die gibt diejenigen verborgenen Kräfte, von denen insbesondere Swedenborg in einem bestimmten Zeitpunkt seines Lebens durchdrungen wurde.
[ 36 ] These hidden conditions of heat and cold in outer space do not come from the Moon or the Sun; they actually come, for the most part, from a star that, strictly speaking, shines very modestly in outer space—Saturn. Saturn’s peculiar, modest radiation into our planetary Earth’s space provides those hidden forces that particularly permeated Swedenborg at a certain point in his life.
[ 37 ] Dadurch kam er in die Lage, nun besonders zu empfinden gegenüber dem Vollen, von dem wir überall in der Sinnenwelt umgeben sind, das Leere. Eines Tages ging ihm die Sensitivität für das Leere auf. Aber sie ging ihm aus einem Instinkte auf. Er hat dies nicht angestrebt. Er hat keine solche Entwickelung durchgemacht, wie ich sie beschrieben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Sie ging ihm wie in einem feinen höheren Instinkte auf. Und so sah er hinein in jene Welt, in die man eben nur hineinsieht — es ist nicht eine physisch-sinnliche gemeint —, wenn man durchdringt, was den Weltenraum als Wärme- und Kälteverhältnisse, das heißt, als Strahlung des Saturn durchströmt. Dadurch wurde sein Schauen ein sehr eigentümliches.
[ 37 ] This enabled him to perceive emptiness in a particularly acute way in contrast to the fullness that surrounds us everywhere in the sensory world. One day, his sensitivity to emptiness dawned upon him. But it arose from an instinct. He did not strive for this. He did not undergo the kind of development I described in How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?. It dawned on him as if through a subtle, higher instinct. And so he looked into that world—not a physical-sensory one—which one can only glimpse when one penetrates what flows through the cosmic space as conditions of warmth and cold, that is, as the radiation of Saturn. As a result, his vision became very peculiar.
[ 38 ] Wenn Sie lesen, was Swedenborg als Ergebnisse dieses seines Schauens hingestellt hat, so nimmt es sich ja aus eigentlich fast wie ätherisierte, verfeinerte Erdenerlebnisse. Die Geister, die er schaut, Angeloi, Archangeloi und so weiter, bewegen sich allerdings frei von Ponderabilität und so weiter, aber sie bewegen sich durchaus fast in dem Maße, wie sich Erdenwesen bewegen. Man kann die Frage aufwerfen: Ist das, was er da schaute, eine wirkliche Welt? Ist es etwas, was er nur aus seiner inneren Erfüllung in die Leere hinaus projiziert hat? Beides ist es nicht. Es ist etwas ganz anderes. Außer derjenigen Welt, in die der Mensch hineinsieht mit seinen physischen Sinnen, und der Welt, die er empfindet als die zweite, als die ätherische Welt, außer diesen beiden Weltensphären, Weltenterritorien, der physisch-sinnlichen und der ätherischen Welt, ist eben dasjenige, was uns umgibt, auch rein geistige Welt, in der sich geistige Wesen, die niemals auf die Erde heruntersteigen, lebend bewegen, in der solche Wesen lebend tätig sind. Aber diese Wesenheiten, die in der rein geistigen Welt lebend tätig sind, die müssen eingreifen in das Erdenleben. Deshalb müssen sie das, was sie in der rein geistigen Welt tun, dem Erdenäther mitteilen. So daß wir es schematisch so zeichnen müssen [Zeichnung nicht erhalten]: Hier ist die Erde, umgeben, durchdrungen auch von ihrem Erdenäther; außerhalb — ich kann es nur räumlich zeichnen, aber eigentlich ist es außerräumlich — die Welt der geistig tätigen Wesenheiten. Diese Welt der geistig tätigen Wesenheiten, die geht herein in das irdische Gebiet. Die Erde ist das, was sie ist, nur durch die Tätigkeit der geistig tätigen Wesenheiten.
[ 38 ] When you read what Swedenborg presented as the results of his visions, it actually seems almost like etherealized, refined earthly experiences. The spirits he sees—angels, archangels, and so on—do indeed move free from physical weight and the like, but they move almost to the same extent as earthly beings do. One might ask: Is what he saw there a real world? Is it something he merely projected out into the void from his inner fulfillment? It is neither. It is something entirely different. Apart from the world that humans perceive with their physical senses, and the world they experience as the second—the ethereal world— apart from these two spheres of the world, these two realms—the physical-sensory world and the etheric world—there is precisely that which surrounds us: a purely spiritual world in which spiritual beings who never descend to Earth move about vividly, in which such beings are actively engaged. But these beings, who are actively engaged in the purely spiritual world, must intervene in earthly life. Therefore, they must communicate what they do in the purely spiritual world to the Earth’s ether. So that we must schematically draw it like this [drawing not preserved]: Here is the Earth, surrounded and permeated by its Earth’s ether; outside—I can only draw it spatially, but in reality it is extraspatial—is the world of spiritually active beings. This world of spiritually active beings extends into the earthly realm. The Earth is what it is solely through the activity of these spiritually active beings.
[ 39 ] Diese Tätigkeit strahlt herein in das irdische Gebiet, strahlt aber wiederum zurück und bildet sich ab im Erdenäther. Und diese Kräfte des Erdenäthers, die sind tatsächlich ätherische Realisierungen des Geistigen, das über ihnen steht. Wenn wir den Erdenäther um uns betrachten, so finden wir darinnen durchaus Tätigkeit geistiger Wesenheiten, aber in Ätherbildern. Die eigentliche Tätigkeit ist darüber oder darinnen. Das, was uns unmittelbar auf der Erde umgibt, ist die Tätigkeit, die herunterprojiziert wird, eigentlich zuerst in die Erde projiziert wird und von der Erde rückprojiziert wird in den Erdenäther. Es ist geradeso, wie wenn die Spiegelbilder nicht bloße Bilder blieben, sondern wie wenn sie anfingen, eine eigene Tätigkeit zu entwickeln. So ist geistige Tätigkeit, die eigentlich von der Erde in den Äther hinaus zurückgestrahlt wird, da vorhanden. Diese geistige Tätigkeit ist eine reale Projektion der geistigen Tätigkeit.
[ 39 ] This activity radiates into the earthly realm, but in turn radiates back and manifests itself in the Earth’s ether. And these forces of the Earth’s ether are, in fact, etheric manifestations of the spiritual that stands above them. When we observe the Earth’s ether around us, we find within it the activity of spiritual beings, but in etheric images. The actual activity is above or within it. What immediately surrounds us on Earth is the activity that is projected downward—actually projected first into the Earth and then projected back from the Earth into the Earth’s ether. It is just as if the mirror images did not remain mere images, but rather began to develop an activity of their own. Thus, spiritual activity—which is actually radiated back from the Earth into the ether—is present there. This spiritual activity is a real projection of spiritual activity.
[ 40 ] So wie Jakob Böhme sah, was im Menschenleib oder in der Natur vor sich ging, im Spiegel, wie ich es Ihnen beschrieben habe, so wurde für Swedenborg die Erde ein Spiegel, der ihm in den Äther die Bilder der geistigen Tätigkeit, der geistigen Welt hinauswarf. Es ist daher ebenso billig, zu sagen: Das alles ist nicht die geistige Welt, was Swedenborg gesehen hat, wie es billig ist, zu sagen: Es ist die geistige Welt. Es ist eben ein realisiertes Spiegelbild, von dem Spiegel Erde selbst realisiertes Spiegelbild. Es ist wahr, aber eben die wahre Abspiegelung der Wirklichkeit, die außer dem Betreffenden ist.
[ 40 ] Just as Jakob Böhme saw what was taking place within the human body or in nature reflected in a mirror, as I have described to you, so for Swedenborg the earth became a mirror that projected into the ether images of spiritual activity and the spiritual world. It is therefore just as reasonable to say that what Swedenborg saw is not the spiritual world as it is to say that it is the spiritual world. It is simply a realized reflection—a reflection of the Earth itself as a mirror. It is true, but it is precisely the true reflection of reality that lies outside the subject.
[ 41 ] Das ist es, was Swedenborg geschaut hat. Er hat im Erdenäther geschaut die Art und Weise, wie die überirdischen Wesenheiten im Erdenäther Kräfte entwickeln, die dann durchaus eine Rolle spielen im Menschenleben und auch sonst im irdischen Leben. Denn diese Ätherkräfte, die nicht die Engel, die Erzengel selber sind, aber die im Äther vibrierenden Kräfte sind, die spielen durchaus eine Rolle im Erdenleben und im Menschenleben. Heute ist es abnorm, daß irgend jemand in diese verborgenen Ätherkräfte hineinschaut, die in dem umgebenden Äther durchaus ein ätherisches Abbild der höheren Urbilder des Geistes entwerfen.
[ 41 ] This is what Swedenborg observed. He observed in the terrestrial ether the way in which the superterrestrial beings develop forces within it that then play a definite role in human life and in earthly life in general. For these etheric forces—which are not the angels or archangels themselves, but rather the forces vibrating within the ether—do indeed play a role in earthly life and in human life. Today, it is unusual for anyone to look into these hidden etheric forces, which, in the surrounding ether, indeed form an etheric image of the higher archetypes of the spirit.
[ 42 ] Das war aber in einer früheren Epoche der Erdenentwickelung einmal durchaus das Normale, in jener Zeit, die man der Sonnenzeit vorangehen lassen und daher als alte Saturnzeit bezeichnen kann, in der alten Saturnzeit. Da wird einem bewußt, daß der Mensch einmal erleben könne die Venuszeit, und daß, wenn die Venuszeit abgelaufen sein wird, dann die Vulkanzeit auftreten wird.
[ 42 ] But that was once entirely normal in an earlier epoch of Earth’s development, in that time which preceded the Solar Age and can therefore be called the Old Saturn Age—the Old Saturn Age. This makes one realize that humanity will one day experience the Venus era, and that once the Venus era has come to an end, the Volcanic era will begin.
[ 43 ] Das ist als ein besonderes Schauen bei Swedenborg aufgetreten: wie einmal die Erde existiert hat, wie sie sich für die Menschen der damaligen Zeit offenbarte, wie sie sich wieder offenbaren wird.
[ 43 ] This appeared in Swedenborg’s writings as a special vision: how the earth once existed, how it revealed itself to the people of that time, and how it will reveal itself again.
[ 44 ] Wenn nun der Mensch dahin gelangt, das, was Swedenborg als die Bilder im Äther geschaut hat, bewußt zu durchdringen, wenn er also seine eigene Fülle der Leere des Weltenraumes entgegenstellt, dann verschwinden zunächst für die exakte Clairvoyance die Wesenheiten, die sich für Swedenborg ätherisch spiegeln, sie verschwinden zunächst für das ätherische Schauen; aber sie beginnen hörbar zu werden für das geistige Hören, für das geistige Ohr. Sie beginnen, indem man sie sozusagen als visionäre Schaubilder vertilgt, Inspirationen zu werden, die aus der geistigen Welt einem hereintönen in das Bewußtsein.
[ 44 ] When a person reaches the point of consciously penetrating what Swedenborg perceived as images in the ether—that is, when he sets his own fullness against the emptiness of cosmic space—then, at first, the entities that were reflected etherically for Swedenborg disappear from precise clairvoyance; they disappear, at first, from etheric vision; but they begin to become audible to spiritual hearing, to the spiritual ear. As one, so to speak, dispels them as visionary images, they begin to become inspirations that resound into one’s consciousness from the spiritual world.
[ 45 ] So daß man sagen kann: Dasjenige, was bei Swedenborg, weil im ätherischen Abbilde auftauchend, unbewußte Imagination war, das wird, wenn man sorgfältig, was Swedenborg nicht konnte, die Mahnungen des Hüters der Schwelle beobachtet, aus der ätherischen Imagination metamorphosiert zu der astralischen Inspiration, die vollbewußt wiederum beim Menschen auftreten kann.
[ 45 ] So one can say: That which, in Swedenborg’s case, was unconscious imagination—because it arose in the etheric image—is, if one carefully observes the warnings of the Keeper of the Threshold (something Swedenborg was unable to do), transformed from etheric imagination into astral inspiration, which can then arise in humans with full consciousness.
[ 46 ] Damit habe ich Ihnen zu gleicher Zeit charakterisiert, wie die mehr unterbewußten Zustände, die Nachtwandlerart, die Jakob BöhmeArt, die Swedenborg-Art, sich verhalten zu dem, was dann bewußt errungen werden kann in Intuition, Imagination, Inspiration.
[ 46 ] In doing so, I have also described how the more subconscious states—the somnambulistic type, the Jakob Böhme type, and the Swedenborg type—relate to what can then be consciously attained through intuition, imagination, and inspiration.
[ 47 ] Die Reihenfolge mußte heute eine andere sein, weil ich sie aus dem Kosmos heraus geschildert habe. Wenn man nicht nach Namen geht, sondern nach den Dingen, dann muß man, wenn man von verschiedenen Gesichtspunkten aus schildert, die Reihenfolge ändern, geradeso wie sich für das perspektivische Anschauen manchmal die Reihenfolgen andern können: Wenn zwei Menschen hier stehen, und ich stehe dazwischen, habe ich einen hinten, einen vorne; wenn ich aber vor.den vorderen trete, so habe ich beide vor mir. So verändern sich auch die Dinge in dem Weltenraume je nach den Gesichtspunkten, die man einnehmen muß.
[ 47 ] The order had to be different today because I described them from the perspective of the cosmos. If one does not go by names but by things, then when describing from different points of view, one must change the order, just as the order can sometimes change when viewing from a perspective: If two people are standing here, and I am standing between them, I have one behind me and one in front of me; but if I step in front of the one in front, then I have both of them in front of me. In the same way, things in the universe change depending on the viewpoints one must adopt.
[ 48 ] Daher finden Sie auch in meinen Vortragszyklen, daß die Dinge, weil sie von verschiedenen Standpunkten geschildert werden müssen, in verschiedenen Reihenfolgen erscheinen. Wer das nicht durchschaut und nach dem Abstrakten geht, der sagt: Das stimmt doch nicht miteinander. Aber nur wer aus Annahmen heraus schildert, hat es so billig, fortwährend Dinge zu sagen, die selbst der rein intellektualistische Mensch dann stimmend findet. Wer aus der Wirklichkeit heraus schildert, muß schon dasjenige mitmachen, was auch die Wirklichkeit hat, daß sie von verschiedenen Gesichtspunkten aus eigentlich sich widerspruchsvoll zeigen kann.
[ 48 ] That is why you will also find in my lecture series that things appear in different orders because they must be described from different points of view. Anyone who fails to see this and focuses on the abstract will say: “But that doesn’t add up.” But only those who describe things based on assumptions have it so easy—they can constantly say things that even a purely intellectual person would then find consistent. Those who describe things based on reality must accept that reality itself can, from different points of view, actually appear contradictory.
