Insight from Initiation
GA 227
26 August 1921, Penmaenmawr
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Insight from Initiation, tr. SOL
Die Schlaferlebnisse des Menschen als Vorverkünder der Erlebnisse nach dem Tode
Human Sleep Experiences as a Forerunner of Afterlife Experiences
[ 1 ] In der Auseinandersetzung über das Verhältnis des Schlafens und Wachens im Menschen auf der einen Seite und der Gliederung des Menschen auf der anderen Seite konnte man sehen, wie der Mensch mit dem Schlafe in der Tat eine tiefgehende Spaltung seines Erdendaseins erlebt. Wir haben aus den verschiedenen Erörterungen der letzten Tage gesehen, wie wir am Menschen dasjenige zu unterscheiden haben, was an ihm sinnlich-physisch wahrnehmbar ist: der physische Körper; dasjenige, was nicht mehr sinnlich-physisch wahrnehmbar ist, was nur in der Imagination geschaut werden kann: sein Äther- oder, wie ich auch sagen muß, sein Bildekräfteleib. Dieser Bildekräfteleib enthält die lebendigen Kräfte, die den Menschen wachsen machen, die den Vorgängen der Ernährung, des ganzen Aufbaues des Menschen zugrunde liegen und so weiter. Dieser Bildekräfteleib enthält aber auch, wie wir gesehen haben, das ganze System der menschlichen Gedanken. Eingegliedert in diesen Bildekräfte- oder Ätherleib und in den physischen Körper sind dann die zwei höheren Glieder der menschlichen Wesenheit, dasjenige, was man — ich sagte schon, man soll sich an der Terminologie nicht stoßen — als den Astralleib und was man als die eigentliche Ich-Organisation bezeichnen kann.
[ 1 ] In the discussion regarding the relationship between sleep and wakefulness in human beings on the one hand, and the structure of the human being on the other, it became clear how, through sleep, human beings indeed experience a profound division in their earthly existence. From the various discussions of the past few days, we have seen how we must distinguish within the human being that which is perceptible to the senses and physically: the physical body; and that which is no longer perceptible to the senses and physically, but can only be perceived in the imagination: the etheric body—or, as I must also say, the body of formative forces. This form-forming body contains the life forces that cause the human being to grow, that underlie the processes of nutrition, the entire structure of the human being, and so on. But this form-forming body also contains, as we have seen, the entire system of human thoughts. Integrated into this body of formative forces—or etheric body—and into the physical body are the two higher members of the human being: that which is called—as I have already said, one should not take offense at the terminology—the astral body, and what can be described as the actual “I” organization.
[ 2 ] Wenn nun der Mensch sein Tagesleben durchlebt, so sind diese vier Glieder der menschlichen Natur ineinander tätig, in Wechselbeziehung stehend, in einem innigen Zusammenhange. Wenn der Mensch in den Schlafzustand übergeht, dann trennen sich von Astralleib und Ich physischer Körper und Bildekräfteleib — sie bleiben, wenn ich mich so ausdrücken darf, im Bette zurück —, und in eine rein geistige Welt treten ein die astralische Organisation und die Ich-Organisation. So daß also der Mensch vom Einschlafen bis zum Aufwachen gespalten ist in seinem Wesen: auf der einen Seite ist die physische Organisation mit der ätherischen Organisation vorhanden, die zu gleicher Zeit die gesamte Gedankenwelt des Menschen zurückhält, und auf der anderen Seite sind die IchOrganisation und die astralische Organisation vorhanden.
[ 2 ] As a person goes about their daily life, these four aspects of human nature are at work within one another, interacting and forming an intimate connection. When a person enters the state of sleep, the physical body and the body of formative forces separate from the astral body and the I—they remain, if I may put it that way, behind in bed—and the astral organization and the I-organization enter a purely spiritual world. Thus, from the moment a person falls asleep until they wake up, their being is divided: on the one hand, there is the physical organization together with the etheric organization, which at the same time holds back the person’s entire world of thought; and on the other hand, there are the ego organization and the astral organization.
[ 3 ] Ich glaube, es hat in diesen Tagen einmal jemand das Bedenken geäußert: Wenn die gesamte Gedankenwelt zurückbleibt in der Ätherorganisation während des Schlafes, so könnte man durch die Gedanken, die man doch nur im wachen Zustande ergreift, nicht hinüberwirken in den Schlafzustand. So daß gewissermaßen in demjenigen, der dies gesagt hat, eine Art Angst zutage getreten ist, als ob dann, wenn man zum Beispiel irgendwelche Wünsche, etwa für seine Mitmenschen, in Gedanken kleidete, oder wenn sich solche Gedanken auf einen beziehen, der im Schlafzustande ist, verlorengehen könnte die Kraft dieser Gedanken, weil sie ja der Mensch in den Schlaf nicht herübernimmt. Nun, ich möchte mit einem Bilde darauf antworten.
[ 3 ] I believe someone recently expressed the following concern: If the entire world of thought remains within the etheric organization during sleep, then one could not influence the state of sleep through thoughts that can only be grasped while awake. So, in a sense, a kind of fear came to the surface in the person who said this—as if, for example, when one formulates certain wishes in thought—say, for one’s fellow human beings—or when such thoughts pertain to someone who is asleep, the power of these thoughts might be lost because the person does not carry them over into sleep. Well, I would like to respond to this with an analogy.
[ 4 ] Sie werden noch nie gehört haben, daß jemand, der mit einer Flinte ein Ziel treffen will, gleich just die Flinte dahin werfen muß. Er läßt die Ladung los, die Flinte behält er zurück. Man kann nun nicht den Gedanken äußern, daß nichts nach dem Ziele geht, weil er die Flinte zurückbehält. Ebensowenig bleiben die Wirkungen des Wachlebens, des denkenden Wachlebens für das Schlafleben aus, weil man die Gedanken im physischen und ätherischen Leib zurückhält, nicht selber hinüberschickt in das Schlafesleben. Es handelt sich gerade bei diesen Dingen, die ja subtil sind, darum, daß man immer exakt, ganz genau denkt, wie man es eigentlich für die physische Welt niemals nötig hat, weil einen ja da sofort die Dinge der Außenwelt korrigieren. Aber man sieht aus demjenigen, was in diesen Tagen hier ausgesprochen worden ist, daß eine viel innigere Beziehung zwischen dem physischen Körper und dem Ätherleib besteht als zum Beispiel zwischen Ätherleib und Astralorganisation. Denn während des ganzen Erdenlebens bleiben physischer Körper und Ätherleib zusammen. Sie trennen sich nie, auch eben im Schlafeszustand nicht. Der Ätherleib und der astralische Leib müssen sich trennen im Schlafe.
[ 4 ] You have probably never heard of anyone who, when trying to hit a target with a shotgun, has to immediately throw the shotgun away. He fires the shot, but keeps the shotgun. One cannot, therefore, suggest that nothing goes toward the target simply because one keeps the shotgun. Nor do the effects of waking life—of thinking while awake—fail to reach the life of sleep simply because one retains one’s thoughts within the physical and etheric bodies rather than sending them over into the life of sleep. Precisely with these matters—which are, after all, subtle—it is essential to think always with precision, with great exactness, in a way that is never actually necessary in the physical world, since there the things of the external world immediately correct one. But it is clear from what has been said here in recent days that there is a much more intimate relationship between the physical body and the etheric body than, for example, between the etheric body and the astral body. For throughout one’s entire earthly life, the physical body and the etheric body remain together. They never separate, not even during sleep. The etheric body and the astral body must separate during sleep.
[ 5 ] Wiederum ist ein inniger Zusammenhang vorhanden zwischen dem Ich und der astralischen Organisation, denn die trennen sich wiederum niemals während des Erdenlebens. Aber der Zusammenhang zwischen dem astralischen Leib und dem ätherischen Leib, der ist ein loserer. Da kann eben die Spaltung eintreten. Das hat für das menschliche Erdenleben und auch für das aufßerirdische Leben des Menschen eine ganz bestimmte Wirkung. Wenn wir im wachen Zustande sind, so beleben wir mit unserem Ich unsere Sinne, mit unserem astralischen Leib unser Nervensystem und schicken dann dasjenige, was auf diese Weise zustande kommt, hinein in den ätherischen Leib und in den physischen Körper; denn man muß, wenn man in der physischen Welt leben will, alles dasjenige, was man im Ich und im astralischen Leibe erlebt, hinunterschicken in den ätherischen Leib und in den physischen Körper. Deshalb glaubt der Materialismus, daß der physische Körper alles sein könne im Menschenwesen, weil tatsächlich alles sich im physischen Körper abdrükken muß, sich offenbaren muß in dem Leben zwischen der Geburt oder, sagen wir, der Empfängnis und dem Tode.
[ 5 ] Once again, there is a close connection between the “I” and the astral body, for these two never separate during earthly life. But the connection between the astral body and the etheric body is a looser one. This is where a separation can occur. This has a very specific effect on human life on Earth as well as on the human being’s life beyond the Earth. When we are in the waking state, we animate our senses with our “I” and our nervous system with our astral body, and then send what arises in this way into the etheric body and the physical body; for if one wishes to live in the physical world, one must send down everything one experiences in the “I” and in the astral body into the etheric body and the physical body. That is why materialism believes that the physical body can be everything in the human being, because in fact everything must be imprinted in the physical body and must manifest itself in the life between birth—or, let us say, conception—and death.
[ 6 ] Aber diese Arbeit des Eingliederns der Erlebnisse des Erdendaseins in den ätherischen Leib und in den physischen Leib, das geht nicht ohne Hindernisse und Hemmnisse vor sich. Wir sind niemals ohne weiteres eigentlich imstande, dasjenige, was wir durch die Sinne erleben, dasjenige, was wir durch unser Denken eingliedern in unser Nervensystem, unmittelbar auch hinunterzuschicken in die Organe, die zugehörig sind dem Bildekräfteleib und dem physischen Leib. Dasjenige, was wir aus der äußeren physischen Welt aufnehmen, ist zunächst, indem wir es aufnehmen, so gestaltet, so geformt, daß es dem äußeren Dasein gleicht. Wenn wir zum Beispiel irgend etwas wahrnehmen, das eckig gestaltet ist, so bildet sich für uns zunächst innerhalb unseres Ich und unseres astralischen Leibes das Erlebnis des Eckigen aus. Aber das kann nicht unmittelbar in den ätherischen Leib aufgenommen werden. Der ätherische Leib sträubt sich zunächst gegen dieses Aufnehmen desjenigen, was wir an der sinnlichen Außenwelt erleben. In diese Verhältnisse kann nur die imaginative Erkenntnis aufklärend hineinwirken. Die gewöhnliche sinnliche Beobachtung oder auch das sinnliche Experiment am Menschen oder die intellektualistische Überlegung reichen nicht hin, um diesen Vorgang anzuschauen, der da besteht in dieser notwendigen Umbildung und Umgestaltung desjenigen, was wir sinnlich wahrnehmen, damit es geeignet werde, in unserem Ätherleib und physischen Leib nun fortzuleben, so daß wir uns auch von ihm trennen können im Schlafe. Und erst wenn man beobachten kann, wie das Verhältnis zwischen Wachen und Schlafen beim Erdenmenschen eigentlich ist, dann kommt man darauf, daß im Leben ein fortwährender Kampf stattfindet. Man nimmt einen äußeren Eindruck auf, ein äußeres Erlebnis. Das kann aber nicht sogleich hinunter in den physischen und ätherischen Leib, weil, wenn ich mich dieses groben Beispiels bediene, das Erlebnis, das man hat an einem eckigen Ding, hinein muß in den ätherischen Leib, in den physischen Leib hinein, indem es erst gerundet wird, indem es erst dessen eigene Form annimmt. Es muß eine gründliche Umformung stattfinden.
[ 6 ] But this process of integrating the experiences of earthly existence into the etheric body and the physical body does not proceed without obstacles and hindrances. We are never, as it were, readily able to send down directly into the organs belonging to the formative body and the physical body that which we experience through the senses—that which we incorporate into our nervous system through our thinking. What we take in from the external physical world is, at first, when we take it in, shaped and formed in such a way that it resembles external existence. If, for example, we perceive something that is angular in shape, the experience of angularity first takes shape within our “I” and our astral body. But this cannot be taken up directly into the etheric body. At first, the etheric body resists this absorption of what we experience in the external sensory world. Only imaginative insight can shed light on these conditions. Ordinary sensory observation, sensory experiments on human beings, or intellectual speculation are not sufficient to observe this process, which consists in the necessary transformation and reconfiguration of what we perceive through our senses, so that it may be made suitable to continue living on in our etheric and physical bodies, enabling us to separate from it during sleep. And only when one can observe what the relationship between waking and sleeping actually is for the earthly human being does one realize that a constant struggle takes place in life. One takes in an external impression, an external experience. But this cannot immediately descend into the physical and etheric bodies because—to use this crude example—the experience one has of an angular object must first enter the etheric body and then the physical body by first being rounded off, by first taking on their own form. A thorough transformation must take place.
[ 7 ] Dieses Umformen dessen, was zunächst so flüchtig lebt, wie das Ich und der astralische Leib selber, in ein plastisches Gebilde, das dann leben kann im ätherischen Leibe, und in eine plastizierende Bewegung, die dann fortexistieren kann im physischen Leibe, dieses Umformen, das gibt einen innerlichen Kampf, der für das gewöhnliche heutige menschliche Bewußtsein allerdings unbewußt bleibt. Aber wer die imaginative Erkenntnis hat, kann diesen Kampf anschauen, der in der Regel zwei bis drei Tage andauert. Man muß zwei-, manchmal dreimal geschlafen haben über einem Erlebnis, bis es sich verbindet mit den anderen Erlebnissen, die schon Abdrucke im physischen und im ätherischen Leibe sind. Man muß zwei- bis dreimal darüber geschlafen haben. Und die Traumeswelt drückt eigentlich äußerlich, aber eben nur äußerlich diesen Kampf aus. Indem der Mensch träumt, schieben sich, wie ich schon auseinandergesetzt habe, sein Ich und der Astralleib in den Ätherleib und physischen Leib hinein, stauen sich. Dieses Stauen, das ist der Ausdruck des Kampfes, den ich Ihnen jetzt schildere und der ungefähr zwei bis drei Tage dauert. Wenn man einmal über dem Erlebnis geschlafen hat, so ist es noch nicht genügend hineingesenkt in den ätherischen Leib. Erst wenn man zwei bis dreimal darüber geschlafen hat, ist es eingesenkt in den ätherischen Leib. So daß man da, wo der Mensch lose verbunden ist in bezug auf seinen astralischen Leib und ätherischen Leib, ein fortwährendes Ineinanderweben sieht.
[ 7 ] This transformation of what initially exists as fleetingly as the “I” and the astral body itself into a three-dimensional form that can then live in the etheric body, and into a shaping movement that can then continue to exist in the physical body—this transformation involves an inner struggle that, however, remains unconscious to ordinary human consciousness today. But anyone who possesses imaginative insight can observe this struggle, which generally lasts two to three days. One must have slept on an experience two, sometimes three times, before it connects with the other experiences that are already imprinted in the physical and etheric bodies. One must have slept on it two to three times. And the dream world actually expresses this struggle externally—but only externally. As I have already explained, when a person dreams, their ego and astral body push their way into the etheric and physical bodies, causing a blockage. This blockage is the expression of the struggle I am now describing to you, which lasts about two to three days. Once a person has slept through the experience once, it has not yet been sufficiently absorbed into the etheric body. Only after sleeping through it two or three times is it absorbed into the etheric body. Thus, where a person is loosely connected with regard to their astral body and etheric body, one sees a continuous interweaving.
[ 8 ] Ganz roh schematisch gezeichnet [Originalzeichnung nicht erhalten]: Wenn dies der Ätherleib ist und das der astralische Leib im Schlafe, dann findet beim Aufwachen oder Einschlafen an der Grenze ein fortwährender Kampf statt, eine lebendige Regung, die sich äußerlich im Traume ausdrückt, die aber innerlich dieses Einverweben der Erlebnisse in den ätherischen und physischen Leib bedeutet. Und erst wenn der Mensch zwei-, dreimal, manchmal öfter, über irgendeinem Erlebnis geschlafen hat, dann hat sich wieder verbunden dieses Erlebnis mit demjenigen, was schon verbunden war mit ätherischem und physischem Leib als Erinnerung; denn das ist es, worauf es ankommt, daß sich das Erlebnis in Erinnerung umwandelt, die dann ebenso im Bette liegenbleibt, wenn wir schlafen, weil sie im wesentlichen der Ausdruck des physischen und ätherischen Leibes in Gedanken ist, — Also nach zwei bis drei Tagen hat sich das Erlebnis erst der Erinnerung einverwoben.
[ 8 ] Drawn very roughly and schematically [original drawing not preserved]: If this is the etheric body and that is the astral body during sleep, then upon waking or falling asleep, a constant struggle takes place at the boundary—a living impulse that is expressed outwardly in dreams but which, inwardly, signifies the interweaving of experiences into the etheric and physical bodies. And only when a person has slept two or three times—sometimes more—on a particular experience does that experience reconnect with what was already connected to the etheric and physical bodies as a memory; for that is what matters: that the experience is transformed into a memory, which then remains in bed with us when we sleep, because it is essentially the expression of the physical and etheric bodies in thought—thus, only after two or three days has the experience become interwoven with the memory.
[ 9 ] Es ist ein ungeheuer interessantes Erlebnis für die imaginative Erkenntnis, dies wahrzunehmen. Schon die Form, in der sich dieses ausdrückt, ist bedeutsam. Wir gehen an die äußeren Erdenerlebnisse so heran, daß wir ihnen nach den naturalistischen Gesetzen bestimmte Konturen geben. Wir erleben eben dasjenige, was in unserem Erdendasein vorhanden ist, mit bestimmten Konturen, man möchte sagen in naturgesetzlicher Form. Diese Naturgesetze werden aufgelöst, indem sich die Erlebnisse eingliedern in das Ätherische. Es geht alles, was hier bestimmte Konturen hat, in — ich möchte sagen weich Bildliches über. Was ruht, wird bewegt, was eckig ist, wird gerundet. Es geht alles über aus dem, was man als intellektueller Mensch erlebt, in dasjenige, was man als künstlerischer Mensch erlebt.
[ 9 ] It is an immensely interesting experience for imaginative insight to perceive this. Even the form in which this is expressed is significant. We approach our external earthly experiences in such a way that we give them certain contours according to natural laws. We experience precisely that which is present in our earthly existence with definite contours—one might say in a form governed by natural laws. These natural laws are dissolved as the experiences become integrated into the ethereal. Everything that has definite contours here transforms into—I would say—a soft, pictorial quality. What is static becomes dynamic; what is angular becomes rounded. Everything transitions from what one experiences as an intellectual being to what one experiences as an artistic being.
[ 10 ] Das ist der innere Grund, warum in jenen älteren Zeiten, wo die Menschen das, was ich Ihnen jetzt beschrieben habe, noch instinktiv schauten, die Kunst ganz anders im Leben wurzelte als heute. Noch selbst in der Renaissance, beim Zurückgreifen auf die alte Kunst, in Raffael, in anderen Renaissancekünstlern, waren wenigstens Traditionen an dieses Umformen des Intellektualistischen in das Künstlerische. Denn in dem Augenblicke, wo man hinaufkommt ins Übersinnliche, geht das Intellektuelle in seiner intellektuellen Form sofort verloren, und es verwandelt sich alles in ein Künstlerisches. Indem die Menschen heute in der Kunst so sehr auf den Naturalismus angewiesen sind, alles nach dem Modell machen wollen, zeigen sie, daß sie von dem eigentlichen Künstlertum abgekommen sind. Es muß sich die Menschheit wiederum hineinleben in dieses eigentliche Künstlertum.
[ 10 ] This is the underlying reason why, in those earlier times when people still instinctively perceived what I have just described to you, art was rooted in life quite differently than it is today. Even during the Renaissance, when artists drew upon ancient art—as seen in Raphael and other Renaissance artists—there were at least traditions of transforming the intellectual into the artistic. For the moment one ascends into the supersensible, the intellectual is immediately lost in its intellectual form, and everything is transformed into the artistic. By relying so heavily on naturalism in art today—by wanting to create everything according to a model—people demonstrate that they have strayed from true artistry. Humanity must once again immerse itself in this true artistry.
[ 11 ] Und so setzt sich, wie ich beschrieben habe, das menschliche Leben eigentlich so zusammen, daß man immer sagen kann: Ich habe ein Erlebnis; das flutet durch drei Tage in den ätherischen Leib hinein. Am nächsten Tag flutet das unmittelbar Erlebte um einen Tag später hinein. Und so ist der Mensch in bezug auf seinen ätherischen Leib mit einem Erlebnis sozusagen erst nach zwei bis drei oder vier Tagen fertig.
[ 11 ] And so, as I have described, human life is actually structured in such a way that one can always say: I have an experience; it flows into the etheric body over the course of three days. The next day, the experience lived through immediately flows into the etheric body one day later. And so, with regard to their etheric body, a person is, so to speak, only done with an experience after two, three, or four days.
[ 12 ] Wenn nun der Mensch durch die Pforte des Todes geht, so trennt sich — was im Erdendasein nie stattgefunden hat — der ätherische Leib von dem physischen Leib. Alles dasjenige, was jeweilig durch zwei, drei, vier Tage hineinverwoben worden ist in den ätherischen Leib, das wird jetzt in dem vom physischen Leib freiwerdenden ätherischen Leib wiederum aufgelöst. Und die Auflösung dauert ungefähr ebenso lange, als das Einverweben gedauert hat. Es zeigt die Imagination, die in der richtigen Weise beurteilen kann, wie der physische Leib dasjenige, was allmählich hinübergewandert ist in den Ätherleib, durch seinen Widerstand zusammenhält. Ist nun der physische Leib im 'Tode weg, so sieht man in den ersten Tagen nach dem Tode, wie dasjenige, was sich da in den Ätherleib hineinverwoben 'hat, wiederum in den allgemeinen kosmischen Äther übergeht, sich wiederum auflöst. Und dieses Erlebnis des Sich-Auflösens des gesamten Erinnerungsgutes, das erlebt der Mensch nun wiederum zwei, drei, vier Tage nach seinem Tode. Man kann dies das Ablegen des Ätherleibes nennen. Aber dieses Ablegen ist eigentlich ein Immer-Größer- und Größerwerden der Erinnerungen; die verlieren die dritte Dimension, werden zweidimensional, werden ganz bildhaft. Und das Gesamttableau seines Lebens steht vor dem Menschen, in lebendigen Bildern ablaufend, nachdem er durch die Pforte des Todes geschritten ist, ungefähr zwei, drei, vier Tage lang, individuell verschieden nach dem einzelnen Menschen.
[ 12 ] When a person passes through the gate of death, the etheric body separates from the physical body—something that never occurred during earthly life. Everything that has been woven into the etheric body over the course of two, three, or four days is now dissolved again in the etheric body, which has been freed from the physical body. And this dissolution takes about as long as the weaving took. Imagination, which is capable of making a correct assessment, reveals how the physical body holds together, through its resistance, that which has gradually migrated into the etheric body. Once the physical body has passed away in death, one can observe in the first few days after death how that which has become interwoven into the etheric body passes back into the general cosmic ether and dissolves once more. And this experience of the dissolution of the entire store of memories is what the human being experiences again two, three, or four days after death. One might call this the shedding of the etheric body. But this shedding is actually a process in which the memories become ever larger and larger; they lose their third dimension, become two-dimensional, and take on a purely pictorial form. And the entire tableau of one’s life stands before the person, unfolding in vivid images, after they have passed through the gate of death, for about two, three, or four days, varying individually from person to person.
[ 13 ] Aber geradeso wie derjenige, der Botanik studiert hat, dem Pflanzenkeim ansieht, was für eine Pflanze daraus wird, so sieht derjenige, der zu imaginativer Erkenntnis gekommen ist, nicht nur bei dem Tode dieses Übergehen des Ätherischen, das heißt des gesamten Erinnerungssystems an den Kosmos, sondern er sieht es schon, wenn es im Bilde vorhanden ist. Und im Bilde ist es immer beim Menschen vorhanden. Weiß man in der richtigen Weise aufzufassen, was da innert drei Tagen, eventuell mehr, ganz ineinander übergeht, so sieht man in diesem Einverleiben der Erlebnisse in den ätherischen Leib bildhaft vorbereitet dasjenige, was zwei, drei, vier Tage, nachdem der Mensch durch die Pforte des Todes geschritten ist, eben vom Menschen innerlich erlebt wird. Während der Mensch im Erdendasein mehr oder weniger unbewußt, wenn er nicht zur imaginativen Erkenntnis kommt, erlebt dieses Involvieren der Erlebnisse in der durch den physischen Leib zusammengehaltenen Erinnerung, erlebt er unmittelbar nach dem Tode das Evolvieren, das Abwickeln und In-den-Kosmos-Übergehen seiner Erinnerungen. Was wir also jedesmal zwischen dem Einschlafen und Aufwachen als unsere Gedankenschätze zurücklassen, das geht unmittelbar nach dem Tode, sich mit dem Kosmos verbindend, eben in das ganze Universum über. Das ist dasjenige, was wir im Sterben zu übergeben haben an das kosmische Dasein.
[ 13 ] But just as someone who has studied botany can tell from a plant seed what kind of plant will grow from it, so too does the person who has attained imaginative insight see this transition of the etheric—that is, the entire system of memories of the cosmos—not only at the moment of death, but already when it is present in the image. And in the image, it is always present in the human being. If one knows how to correctly understand what merges completely within three days—or possibly more—one sees in this incorporation of experiences into the etheric body a pictorial preparation of what is experienced inwardly by the human being two, three, or four days after passing through the gate of death. While a person in earthly life experiences—more or less unconsciously, unless they attain imaginative insight—this incorporation of experiences into the memory held together by the physical body, immediately after death they experience the unfolding, the unraveling, and the passing into the cosmos of their memories. Thus, whatever we leave behind as our treasure trove of thoughts each time between falling asleep and waking up passes into the entire universe immediately after death, connecting with the cosmos. This is what we have to surrender to cosmic existence at the moment of death.
[ 14 ] Diese Dinge muß man nicht nur mit dem Verstande aufnehmen, sondern auch mit dem Gemüte. Denn man fühlt an. einem solchen Vorgang, wie der Mensch nicht bloß so dasteht, daß er sein Dasein egoistisch auffassen darf, sondern wie er dasteht in der Welt und ein denkendes Wesen ist, aber diese Gedanken nicht bloß etwas sind, das er bewahren darf, sondern Gedanken etwas sind, das nach seinem Tode übergehen muß in den ganzen Kosmos, im Kosmos fortwirkende Kräfte wird. Denken wir gut, so übergeben wir nach dem Tode unsere guten Gedanken dem Kosmos. Denken wir schlecht, so übergeben wir nach dem Tode unsere schlechten Gedanken dem Kosmos. Denn der Mensch ist im Erdendasein nicht bloß da, damit er sich als ein freies Wesen entfaltet — das soll er, und das kann er gerade auf dieser Grundlage, die außerdem noch für ihn in Betracht kommt —, er ist auch da, um ein Wesen zu sein, an dem die Götter selber arbeiten, um den Kosmos von Epoche zu Epoche zu führen. Und ich möchte sagen: Das, was die Götter als Gedanken dem Kosmos einzuverweben haben, das müssen sie zubereiten durch dasjenige, was in dem einzelnen Menschenleben gedacht und gesonnen werden kann. Da ist die Pflegestätte, jene Stätte, in der die Götter jene Gedanken pflegen müssen, die sie fortlaufend bei der Entwickelung der Welt brauchen, um sie als die eigentlichen Kräfteimpulse ihrem Kosmos einzuverleiben.
[ 14 ] These things must be grasped not only with the intellect, but also with the heart. For one senses in such a process not merely that human beings exist in a way that allows them to view their existence selfishly, but how they stand in the world as thinking beings—and that these thoughts are not merely something they are permitted to retain, but rather something that, after their death, must pass into the entire cosmos, becoming forces that continue to work within it. If we think well, we pass on our good thoughts to the cosmos after death. If we think badly, we pass on our bad thoughts to the cosmos after death. For the human being is not merely here in earthly existence to unfold as a free being—that is what he is meant to do, and that is precisely what he can do on this basis, which, moreover, is also relevant to him—but he is also here to be a being upon whom the gods themselves work in order to guide the cosmos from epoch to epoch. And I would like to say: What the gods must weave into the cosmos as thoughts, they must prepare through what can be thought and contemplated in the life of each individual human being. There lies the place of cultivation—that place where the gods must nurture the thoughts they continually need in the development of the world, in order to incorporate them into their cosmos as the actual impulses of power.
[ 15 ] Wenn der Mensch in dem Zustande ist zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, so lebt er ja mit seinem Ich und mit seiner astralischen Organisation außerhalb des physischen und des ätherischen Leibes. In diesem Zustande ist er als seelisch-geistiges Wesen, als Ich und astralischer Leib den geistigen Kräften, die den ganzen Kosmos durchziehen, einverwoben. Er ist in derjenigen Welt, die wenn ich mich bildhaft ausdrücken darf — außerhalb seiner Haut ist, er ist in derjenigen Welt, von der er vom Aufwachen bis zum Einschlafen nur die Sinneseindrücke empfängt. Er tritt also in das Innere der Dinge ein, die ihm ihre Außenseite während des Wachlebens zeigen. Aber nur dasjenige, was die astralische Organisation da draußen außer dem physischen Leib und dem Ätherleib erlebt, das kann zurückgebracht werden in die Gedanken des ätherischen Leibes. Nicht kann zurückgebracht werden dasjenige, was das Ich da draußen erlebt. Daher bleiben die eigentlichen Ich-Erlebnisse während des ganzen Erdenlebens, jene Ich-Erlebnisse, die im Schlafe durchgemacht werden, für das gewöhnliche Bewußtsein und selbst noch für das imaginative Bewußtsein unterbewußt. Sie werden erst dem inspirierten Bewußtsein offenbar, wie ich es in diesen Tagen geschildert habe.
[ 15 ] When a person is in that state between falling asleep and waking up, he lives, with his “I” and his astral body, outside the physical and etheric bodies. In this state, as a soul-spiritual being—as the “I” and the astral body—they are interwoven with the spiritual forces that permeate the entire cosmos. They are in that world which, if I may speak figuratively, lies outside their skin; they are in that world from which, from waking until falling asleep, they receive only sensory impressions. He thus enters into the inner essence of the things that reveal their outer aspect to him during waking life. But only that which the astral organism experiences out there, beyond the physical body and the etheric body, can be brought back into the thoughts of the etheric body. What the “I” experiences out there cannot be brought back. Therefore, the actual “I” experiences throughout the entire earthly life—those “I” experiences that are undergone during sleep—remain subconscious to ordinary consciousness and even to imaginative consciousness. They are revealed only to inspired consciousness, as I have described in recent days.
[ 16 ] So daß wir also sagen können: Für dasjenige, was der Mensch so erlebt, daß es den Gedanken eingeprägt werden kann, dazu hat er Kraft genug, im Schlafe gesammelte Kraft genug, um es in den Ätherleib hinunter einzuprägen. Aber er hat nicht Kraft genug während seines Erdenlebens für dasjenige, was das Ich vom Einschlafen bis zum Aufwachen erlebt an Wünschen, an Begierden, die sich anlehnen an die irdischen Erlebnisse, und die eben auch vom Einschlafen bis zum Aufwachen durchgemacht werden. So daß in der Tat in unserer Epoche nur der in Gedanken zu verwandelnde Teil oder der den Gedanken einzuprägende Teil des Schlafeslebens übergeht in das bewußte Wachleben des Erdenmenschen. Dagegen bleibt, ich möchte sagen hinter dem Schleier des Daseins, dasjenige verborgen, was das eigentliche Ich während des menschlichen Schlafes erlebt.
[ 16 ] So we can say: For whatever a person experiences in such a way that it can be imprinted on the mind, they have enough strength—enough strength gathered during sleep—to imprint it down into the etheric body. But during their earthly life, they do not have enough strength for what the “I” experiences from falling asleep to waking up—the wishes and desires that are rooted in earthly experiences and that are also lived through from falling asleep to waking up. Thus, in our epoch, only the part of the sleep life that is to be transformed into thought—or the part to be imprinted upon thought—actually passes over into the conscious waking life of the human being on Earth. In contrast, what the true “I” experiences during human sleep remains hidden, I might say, behind the veil of existence.
[ 17 ] Nun treten hier Dinge zutage für imaginatives und inspiriertes Bewußtsein, die zwar durchaus, wenn man unbefangen genug ist, begreifbar sind für den gesunden Menschenverstand, denen sich aber gerade in der heutigen Zivilisation ungeheure Vorurteile entgegenstellen. Schon die Tatsache, daß alles das, was hier in der physischen Welt dreidimensional ist — und in der physischen Welt wird ja im Grunde genommen alles dreidimensional erlebt —, wenn es eingeprägt werden soll dem Ätherleib, aus der plastischen in die — bildhafte Form, aus dem Dreidimensionalen in das Zweidimensionale übergeht, schon das zu begreifen verlangt eine Unbefangenheit. Denn in dem Augenblicke, wo wir in die Imagination übergehen, haben wir es nicht mehr mit den drei Dimensionen zu tun oder gar, wie eine abgeleitete Wissenschaft glaubt, mit vier Dimensionen; wir haben es dann mit zwei Dimensionen zu tun. Die Schwierigkeit, sich das vorzustellen, was da erlebt wird, die liegt darinnen, daß man ganz gewöhnt ist, in den Erdenerlebnissen mit drei Dimensionen zu rechnen, alles nach drei Dimensionen vorzustellen, und daß man daher, wenn man den Übergang finden soll zu zwei Dimensionen, sagt: Ja, aber die zwei Dimensionen sind in den drei Dimensionen drinnen; die zwei Dimensionen der Ebene können so oder so liegen, so daß man dennoch wiederum die dritte Dimension hätte.
[ 17 ] Here, things come to light for the imaginative and inspired consciousness that, while certainly comprehensible to sound common sense if one is open-minded enough, are met with immense prejudice, particularly in today’s civilization. Even the mere fact that everything in the physical world that is three-dimensional—and in the physical world, after all, everything is essentially experienced as three-dimensional—must, in order to be imprinted on the etheric body, transition from a plastic to an pictorial form, from the three-dimensional to the two-dimensional; grasping this alone requires an open-mindedness. For the moment we enter into imagination, we are no longer dealing with three dimensions—or even, as a certain branch of science believes, with four dimensions—but rather with two dimensions. The difficulty in imagining what is being experienced there lies in the fact that we are completely accustomed to reckoning with three dimensions in our earthly experiences, to imagining everything in three dimensions, and that therefore, when we are to make the transition to two dimensions, we say: “Yes, but the two dimensions are contained within the three dimensions; the two dimensions of the plane can be oriented in one way or another, so that one would still have the third dimension.”
[ 18 ] Das hat man eben nicht, sondern die dritte Dimension ist, sobald man in die imaginative Welt hineinkommt, ganz gleichgültig; ob die Ebene so oder so steht, ist einerlei; die dritte Dimension hört auf, eine Bedeutung zu haben in dem Augenblicke, wo man in die ätherische imaginative Welt eintritt. Daher müssen alle Gleichungen für den Äther so transformiert werden, daß sie nicht in der dreidimensionalen Welt, sondern in der zweidimensionalen Welt spielen. Das ist nur eine Einschiebung, die ich für Mathematiker sage.
[ 18 ] That is simply not the case; rather, as soon as one enters the imaginative world, the third dimension becomes completely irrelevant; it does not matter which way the plane is oriented; the third dimension ceases to have any significance the moment one enters the ethereal imaginative world. Therefore, all equations for the ether must be transformed so that they apply not to the three-dimensional world, but to the two-dimensional world. This is just a side note I’m adding for mathematicians.
[ 19 ] Nun aber, wenn man in die Welt übergehen will, die der Inspiration zugänglich ist, und in der wir als Ich zwischen dem Einschlafen und Aufwachen drinnen sind, dann wird diese Welt eindimensionale Welt. Dann haben wir es überhaupt nur mit einer eindimensionalen Welt zu tun. Und der Übergang zur eindimensionalen Welt, der vorausgesetzt wird von der Fähigkeit der Inspiration, von der Fähigkeit, das Geistige, in dem wir leben zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, wirklich zu schauen, dieses Verständnis der eindimensionalen Welt, es wurde zu allen Zeiten getragen von der Initiationswissenschaft.
[ 19 ] But now, if one wishes to enter the world that is accessible to inspiration—the world in which we, as the “I,” find ourselves between falling asleep and waking up—then this world becomes a one-dimensional world. Then we are dealing exclusively with a one-dimensional world. And the transition to the one-dimensional world—which is presupposed by the capacity for inspiration, by the capacity to truly perceive the spiritual realm in which we live between falling asleep and waking up—this understanding of the one-dimensional world has been upheld throughout the ages by the science of initiation.
[ 20 ] Ich habe Ihnen geschildert, wie beim Jakob Böhme-Typus die verborgenen Sonnenkräfte — nicht die äußere physische Licht-Sonnenkraft, sondern die verborgenen Sonnenkräfte - offenbar werden. Diese verborgenen Sonnenkräfte sind nun nicht so, daß sie sich dreidimensional ausbreiten, sondern die werden nur in einer Dimension wahrgenommen. Eine ältere, mehr instinktive Initiations-Erkenntnis konnte zu dieser Inspiration vordringen, ohne ein selbstbewußtes, klares Erkennen davon zu haben, aber sie drang vor. Und vieles selbst von dem, was noch überliefert ist in den Urkunden aus älteren Menschheitsepochen, ist nur zu verstehen, wenn man weiß: Das ist so gemeint, daß es sich auf die geistige, auf die durch Inspiration zu erlangende, eindimensionale Welt bezieht, sich bezieht also für unser Erdenleben auf die verborgenen Sonnen- und Sternenkräfte. Aber nicht in den offenbaren Sonnenkräften leben wir zwischen dem Einschlafen und Aufwachen, sondern in den verborgenen Sonnenkräften. |
[ 20 ] I have described to you how, in the Jakob Böhme type, the hidden solar forces—not the external, physical light of the sun, but the hidden solar forces—become manifest. These hidden solar forces do not extend in three dimensions, but are perceived only in one dimension. An older, more instinctive initiatory insight was able to penetrate to this inspiration without having a self-conscious, clear understanding of it, but it did penetrate. And much of what has been handed down in the records from earlier epochs of human history can only be understood if one knows: This is meant to refer to the spiritual, one-dimensional world that is to be attained through inspiration—that is, in relation to our earthly life, it refers to the hidden forces of the sun and the stars. But it is not in the manifest forces of the sun that we live between falling asleep and waking up, but in the hidden forces of the sun. |
[ 21 ] Diese verborgenen Sonnenkräfte durchdringen zum Beispiel gewisse Steine, wenn die physisch offenbaren Sonnenkräfte auch durch diese Steine nicht durchgehen. Aber indem sie diese Steine durchdringen, werden sie eindimensional. Und derjenige, der das Schauen in Inspiration erlangt, der kann dann auch nicht etwa das physische Licht, aber die verborgenen Sonnenkräfte sehen durch die sonst undurchsichtigen Steine; so daß die Steine durchlässig werden für die verborgenen Sonnenkräfte, aber auch durchlässig werden für die Inspirationskräfte. |
[ 21 ] These hidden solar forces, for example, permeate certain stones, even though the physically manifest solar forces do not pass through them. But by penetrating these stones, they become one-dimensional. And the one who attains the vision of inspiration can then see—not the physical light, but the hidden solar forces—through the otherwise opaque stones; so that the stones become permeable to the hidden solar forces, but also become permeable to the forces of inspiration. |
[ 22 ] In älteren Zeiten, in ganz alten Zeiten der Menschheitsentwickelung auf Erden brauchte man solche Hilfsmittel nicht. Aber als das alte instinktive Hellsehen, das den Grund der alten Initiations-Erkenntnis gegeben hat, schon im Abnehmen war, da griff man zu solchen Hilfsmitteln, ich möchte sagen, zu Abbreviaturen, um dasjenige, was nun nicht mehr durch instinktiv inspirierte Erkenntnis zu schauen war, um das doch zu schauen. Und da konnte man zum Beispiel zu solchen Abbreviaturen greifen: Denken Sie sich, man stellt eine Anzahl von Steinen zusammen — ich zeichne sie zunächst so, wie wenn sie von oben angeschaut würden. Jetzt zeichne ich sie von der Seite. Jetzt lege ich einen Stein darüber, von der Seite gezeichnet, so. Wenn nun dieses auf eine solche Art angebracht wird, daß man bei gewissen Gelegenheiten die durchgehenden Sonnenstrahlen hat, so daß sie auffallen auf den Deckstein, dann werden von dem Deckstein die physischen Sonnenstrahlen aufgehalten, die verborgenen Sonnenstrahlen gehen durch (siehe Hinweis).
[ 22 ] In earlier times, in the very early stages of human development on Earth, such aids were not needed. But when the ancient instinctive clairvoyance—which had formed the basis of the ancient initiatory knowledge—was already on the wane, people turned to such aids—I would say, abbreviations—in order to perceive what could no longer be seen through instinctively inspired insight. And so one could, for example, resort to such abbreviations: Imagine, for instance, arranging a number of stones—I’ll first draw them as if viewed from above. Now I’ll draw them from the side. Now I place a stone on top of them, drawn from the side, like this. If this is arranged in such a way that, on certain occasions, the sun’s rays pass through and strike the top stone, then the physical sunbeams are blocked by the top stone, while the hidden sunbeams pass through (see note).
[ 23 ] Wenn sich dann derjenige, der sich dazu trainiert hat, aufstellt und nun von der Seite durchschaut, so sieht er die geistigen, eindimensionalen Sonnenstrahlen einfallen und in die Erde hinein verschwinden. Wenn man also eine solche Abbreviatur in den Zeiten, in denen das nicht mehr unmittelbar wahrnehmbar war durch instinktive Hellseherkräfte, aufstellte, so war man in der Lage, in dem kleinen Schattenraum, der sich ergab, indem man von der Seite hinschaute, diejenige Welt der geistigen Sonnenstrahlen wahrzunehmen, in der der Mensch schläft jede Nacht, das heißt, diejenige Welt anzuschauen, die der Mensch durchlebt jedesmal zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. So daß man also in solchen Vorrichtungen, die einem ja gerade hier in dieser Gegend entgegentreten, dasjenige sehen kann, wodurch in einer Übergangszeit, die aber lange dauerte, von einer gewissen Art von weisen Führern der Menschheit versucht wurde, einzudringen in die verborgenen Sonnenkräfte, gerade in dasjenige, wodurch wiederum ein Mensch wie Jakob Böhme instinktiv durch das bloße Anschauen der irdischen Dinge eingedrungen ist.
[ 23 ] When the person who has trained himself to do so stands there and looks through from the side, he sees the spiritual, one-dimensional rays of the sun streaming in and disappearing into the earth. So if one created such an abbreviation during times when this was no longer directly perceptible through instinctive clairvoyant powers, one was able, in the small shadow space that resulted from looking from the side, to perceive that world of spiritual sunbeams in which a person sleeps every night, that is, to gaze upon the world that a person experiences every time between falling asleep and waking up. Thus, in such devices—which one encounters right here in this region—one can see that which, during a transitional period that lasted a long time, certain wise guides of humanity sought to use to penetrate the hidden solar forces—precisely that into which a person like Jakob Böhme, in turn, instinctively penetrated simply by gazing at earthly things.
[ 24 ] Auch wenn man solche Steinzusammenstellungen heute an den geeigneten Orten sieht, so ist ihr eigentlicher Sinn nur zu erklären aus dem, was die Geisteswissenschaft ergeben kann. Sonst wird man selbst über diese Dinge mit einer äußerlichen, nicht die Sache treffenden Erklärung hinweggehen.
[ 24 ] Even though one sees such arrangements of stones in appropriate places today, their true meaning can only be explained by what spiritual science can reveal. Otherwise, one will simply gloss over these things with a superficial explanation that misses the point.
[ 25 ] Man kann natürlich dann solche Steine auch so aufstellen, daß sie, im Kreise verteilt, die besondere Differenzierung der geistigen Sonnenstrahlen nach den einzelnen Sternbildern zeigen.
[ 25 ] Of course, one can also arrange such stones in such a way that, when distributed in a circle, they illustrate the specific differentiation of the spiritual rays of the Sun according to the individual constellations.
[ 26 ] Ich habe versucht begreiflich zu machen, in welcher Welt unser Ich lebt zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen. Diese Welt ist nicht zusammengehalten von dem, was in den Kräften des physischen und des ätherischen Leibes liegt. Nun kommen aber von diesem physischen und ätherischen Leibe, die überhaupt das klare Bewußtsein allein bewirken bei den Erdenmenschen, die Beurteilungen, die wir gefühlsmäßig und auch willensmäßig über unsere eigenen Taten, über unsere eigenen inneren Erlebnisse und über unsere Gedanken prägen. Wir urteilen daher, wenn wir wachen, über unser äußeres Leben so, wie wir es eben können, je nachdem, was wir imstande waren, unserem physischen und unserem ätherischen Leib einzuprägen an Gedanken. Aber es sagt zu dem, was wir erleben, nicht bloß unser eigenes Selbst etwas, es sagt zu dem, was wir erleben und was wir tun, der ganze geistige Kosmos etwas. Der urteilt. Der heißt eine Handlung, einen Gedanken, eine Empfindung gut oder böse. Was wir zwischen dem Aufwachen und Einschlafen selber urteilen über das, was wir als Mensch sind, das sagen eben wir. Dasjenige, was der Kosmos, der Geistgehalt des Kosmos, der, wie ich ja in diesen Vorträgen genügend dargestellt habe, das Moralische wie Naturgesetze in sich schließt, zu unserem Menschenwesen, zu unseren Menschentaten sagt, das macht das Ich durch zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Und dieses Ich erlebt — so zeigt es sich der Inspiration — auch für den kürzesten Schlaf noch einmal alles dasjenige, was der Mensch durchgemacht hat vom letzten Aufwachen bis zu dem Einschlafen, durch das er eben zu diesem Schlaf gekommen ist, sei er kurz oder sei er lang, in dem er sich jeweilig befindet. So daß der Mensch, wenn das die aufeinanderfolgenden Zustände sind: Wachen, Schlafen, Wachen, Schlafen, im Schlafe immer wiederum erlebt das, was er in der letzten Wachensperiode durchgemacht hat, insbesondere insofern er es selber durchgemacht hat.
[ 26 ] I have tried to explain the nature of the world in which our “I” lives between falling asleep and waking up. This world is not held together by the forces inherent in the physical and etheric bodies. However, it is from these physical and etheric bodies—which alone bring about clear consciousness in earthly human beings—that the judgments arise which we form, both emotionally and through our will, regarding our own actions, our own inner experiences, and our thoughts. Therefore, when we are awake, we judge our outer life as best we can, depending on the thoughts we have been able to impress upon our physical and etheric bodies. But it is not merely our own self that speaks to what we experience; the entire spiritual cosmos speaks to what we experience and what we do. It is the cosmos that judges. It is the cosmos that declares an action, a thought, or a feeling to be good or evil. What we ourselves judge between waking and falling asleep regarding what we are as human beings—that is what we say. What the cosmos—the spiritual content of the cosmos, which, as I have sufficiently described in these lectures, encompasses both moral and natural laws—says about our human being and our human deeds, the “I” processes this between falling asleep and waking up. And this “I”—as inspiration reveals—experiences once again, even during the briefest sleep, everything that the human being has gone through from the last waking until falling asleep—the very act that led to this sleep, whether it be short or long, in which the person currently finds themselves. Thus, when the successive states are: waking, sleeping, waking, sleeping, a person always relives in sleep what they have experienced during the last period of wakefulness, particularly insofar as they have experienced it themselves.
[ 27 ] Dieses Erleben bleibt, insofern es Erleben des Ich ist, für das gewöhnliche Erdenbewußtsein zunächst unbewußt. Die Inspiration kann es heraufrufen in das Bewußtsein. Dann stellt sich die besondere Natur dieses Erlebten gerade dar. Dann sieht man ein, wie dieses Erleben ist. Nun, dieses Erleben ist so, daß man es gerade in der entgegengesetzten Richtung von derjenigen durchmacht, die man bei Tag durchlebt. Wenn Sie also bei Tag Ihre Erlebnisse durchmachen — ich will jetzt kürzere Schlaferlebnisse ausschließen — vom Morgen bis zum Abend, so durchleben Sie während der Nacht schlafend rücklaufend Ihre Erlebnisse vom Abend bis zum Morgen, richtig rücklaufend. Sie werden so durchlebt, daß das durchlebt wird, was der Kosmos, der Geistkosmos zu unseren Tageserlebnissen sagt.
[ 27 ] Insofar as it is an experience of the “I,” this experience remains, at first, unconscious to ordinary earthly consciousness. Inspiration can bring it into consciousness. Then the special nature of this experience reveals itself. Then one comes to understand what this experience is like. Now, this experience is such that one goes through it in the exact opposite direction from that which one experiences during the day. So when you go through your experiences during the day—I will now exclude shorter sleep experiences—from morning to evening, you relive your experiences in reverse during the night while sleeping, from evening to morning, in a true reverse order. They are relived in such a way that what the cosmos, the spiritual cosmos, says about our daytime experiences is relived.
[ 28 ] Aber das kann während des Erdenlebens für den gegenwärtigen Menschen überhaupt nicht ins Bewußtsein hereingerufen werden. Aber es muß ins Bewußtsein kommen, sonst würde der Mensch in seinem Dasein herausfallen aus dem kosmischen Dasein. Die inspirierte Erkenntnis zeigt nun auch, daß in dem Augenblick, wo nach dem Tode der Mensch, wie ich gesagt habe, zwei, drei, vier Tage lang jenes Tableau überschaut hat, die Erinnerungen hinausevolviert werden in den Kosmos, und daß dann, nachdem dieses Erlebnis der auf den Tod folgenden zwei, drei, vier Tage erfolgt ist, während welcher die Ausbreitung der Erinnerungen geschieht was man oftmals auch nennt das Loslösen des Ätherleibes —, eine Zeit beginnt für den Menschen, in der er in anderer Weise noch zurückschauen kann auf das Erdenleben als vorher.
[ 28 ] But this cannot be brought into the consciousness of present-day human beings at all during their earthly lives. Yet it must enter their consciousness; otherwise, human beings would fall out of cosmic existence in the course of their own existence. Inspired knowledge also reveals that at the moment when, after death, the human being—as I have said—has surveyed that scene for two, three, or four days, the memories are sent out into the cosmos; and that then, after this experience of the two, three, or four days following death has taken place—during which the expansion of memories occurs, what is often also called the detachment of the etheric body—a period begins for the human being in which he can look back on his earthly life in a different way than before.
[ 29 ] Wenn wir diese zwei, drei, vier Tage etwa nach dem Tode nehmen, so zeigt sich ein mächtiges Lebenstableau. Aber in diesem Lebenstableau ist nur dasjenige zunächst drinnen, was man während der 'Tage, während der Wachensperiode erlebt hat. Aber der Mensch hat ja in Wirklichkeit nicht bloß das durchgemacht, was er in seinen Wachensperioden durchgemacht hat, sondern auch dasjenige, was er in seinen Schlafensperioden durchgemacht hat. Wenn Sie zurückschauen in dem gewöhnlichen Erdenleben auch durch die gewöhnlichen Erinnerungen, so lassen Sie immer Ihre Schlafensperiode aus. Sie schauen so zurück, als ob Sie den 25. August 1923 erlebt hätten, aber nicht die Nacht, in Ihren inneren Erlebnissen. Dann stückeln Sie gleich an den 25. Tag nicht die Nachterlebnisse an, die entziehen sich ja Ihrem Bewußtsein, sondern den 24., den 23. August und so fort bis zu dem Zeitpunkte nach Ihrer Geburt, an den Sie sich nicht erinnern.
[ 29 ] If we consider these two, three, or four days or so following death, a powerful tableau of life emerges. But this tableau of life initially includes only what was experienced during those “days,” during the waking period. But in reality, a person has not only gone through what they experienced during their waking periods, but also what they experienced during their sleeping periods. When you look back on ordinary earthly life—even through ordinary memories—you always leave out your sleeping periods. You look back as if you had experienced August 25, 1923, but not the night, in your inner experiences. Then you do not immediately append the nighttime experiences to the 25th—since those elude your consciousness—but rather to the 24th, the 23rd of August, and so on, all the way back to the point after your birth that you do not remember.
[ 30 ] Das ist es ja in der Tat, was auch in der Zeit zwei bis drei Tage nach dem Tode auftritt. Nachher tritt diejenige Periode auf, wo das Seelisch-Geistige nach dem Tode nun stark genug geworden ist, um in der geistigen Welt das zu erleben, was es nur unbewußt im Bilde ausgestalten konnte jedesmal zwischen dem Einschlafen und Aufwachen. Das tritt als Erlebnis auf. Und der Mensch durchlebt nun ungefähr ein Drittel seines Lebens, denn das ungefähr verschläft der Mensch im normalen Erdenleben. Daher geht jetzt der Mensch durch eine Periode durch nach seinem Tode, wo er seine Nächte rücklaufend durchlebt ungefähr ein Drittel seines Lebens lang, entsprechend der Zeit des Erdenlebens. Da wird das menschliche Leben rücklaufend noch einmal durchlebt, erst die letzte Nacht, dann die vorletzte, dann die drittletzte Nacht, und so fort, bis wir bei der Geburt beziehungsweise Empfängnis angekommen sind.
[ 30 ] That is, in fact, what occurs during the two to three days following death. Afterward comes the period when the soul-spiritual aspect, having become strong enough after death, is now able to experience in the spiritual world what it could previously only unconsciously form into images each time between falling asleep and waking up. This occurs as an experience. And the person now relives about one-third of their life, for that is roughly how much time a person spends asleep in a normal earthly life. Therefore, after death, a person now goes through a period in which they relive their nights in reverse order for about one-third of their life, corresponding to the duration of their earthly life. Human life is relived in reverse: first the last night, then the second-to-last, then the third-to-last, and so on, until we reach birth or conception.
[ 31 ] Von anderen Gesichtspunkten aus habe ich dieses Durchgehen des Menschen rücklaufend durch eine ganz andere Welt nach dem Tode geschildert in dem, was ich in meiner «Theosophie» ausgeführt habe als Durchgang des menschlichen seelisch-geistigen Wesens durch die Seelenwelt.
[ 31 ] From other perspectives, I have described this journey of the human being backward through a completely different world after death in what I have set forth in my Theosophy as the passage of the human soul-spiritual being through the world of souls.
[ 32 ] Nun, nachdem der Mensch auf diese Weise durch die Seelenwelt gegangen ist — wenn er im Leben zwanzig oder einundzwanzig Jahre geworden ist, sind das nach dem Tode etwa sieben Jahre, wenn er sechzig Jahre geworden ist, etwa zwanzig Jahre; das ist genau ebenso lang, als er vom Leben hier auf der Erde verschlafen hat —, da steht er nun davor, dasjenige zu erleben, was durch sein ganzes Wesen aus jenem Erdendasein geworden ist, das ja die Götter geschaffen haben, um mit Hilfe des Menschengeschlechts die Welt wiederum um ein Stück vorwärtszubringen. Bis zum Ende dieses Rückwärtserlebens der Nächte hat der Mensch erfahren nach dem Tode, was aus ihm geworden ist, und was er bedeutet für den Kosmos. Jetzt hat der Mensch zu erleben, was durch sein Leben für die Erde selbst geschehen ist. Das erfordert lange Zeit wir werden morgen genauer darüber zu sprechen haben —, das füllt die Hälfte der Zeit aus zwischen dem irdischen Tode und einem neuen Erdenleben.
[ 32 ] Now, after a person has passed through the soul world in this way—if he lived to be twenty or twenty-one years old in life, that amounts to about seven years after death; if he lived to be sixty, about twenty years; which is exactly as long as the time they slept through during their life here on Earth—they now stand ready to experience what has become of their entire being as a result of that earthly existence, which the gods created in order to advance the world a little further with the help of the human race. By the end of this backward reliving of the nights, the human being has experienced, after death, what has become of him and what he means for the cosmos. Now the human being must experience what has come about for the Earth itself through his life. This requires a long time—we will speak more precisely about this tomorrow—and it fills half the time between earthly death and a new earthly life.
[ 33 ] Zunächst kommen wir, wenn wir die Nächte rückwärtsgehen, bei der Geburt an. Wenn wir da angekommen sind, wenn wir die Seelenwelt durchwandelt haben und bei unserer Geburt wiederum rücklaufend angekommen sind — wir gehen in der Zeit zurück nach dem Tode —, dann haben wir den Weg bis zu unserem vorigen Erdenleben durchzumachen. So daß der Mensch dann sein vorhergehendes Erdenleben mit hinübernehmen kann, gestaltend für ein weiteres, ein drittes Erdenleben. Der Mensch muß also nicht nur bis zu seiner Geburt zurückgehen, nachlebend nach dem Tode, sondern bis zu seinem vorangehenden Erdenleben.
[ 33 ] First, as we travel backward through the nights, we arrive at birth. Once we have arrived there—having traversed the world of souls and arrived back at our birth by moving backward in time—we must then travel back through time to our previous earthly life. In this way, a person can carry their previous earthly life forward with them, shaping it for a further, third earthly life. Human beings must therefore not only go back to their birth, reliving their life after death, but all the way back to their previous earthly life.
[ 34 ] Damit betreten wir ein Gebiet der alten Initiations-Wissenschaft, die heute erneuert werden muß in der Weise, wie es den gegenwärtigen Menschenfähigkeiten angemessen ist, wo diese Initiations-Wissenschaft die Erkenntnis übergeführt hat in das religiöse Erleben des Menschen. Denn Initiations-Wissenschaft ist immer wirkliche Erkenntnis, aber eine solche Erkenntnis, die aus der sinnlichen Welt in die geistige hinüberführt, so daß sie den Willen des Menschen in der Art anregen kann, daß dieser Wille eben religiös gestaltet wird. Und da war es für die Initiations-Wissenschaft aller Zeiten eine sehr wichtige Erfahrung, die sich der dritten Art der Erkenntnis, die ich in diesen Tagen charakterisiert habe, der intuitiven Erkenntnis, ergibt, daß es für den Menschen von ganz besonderer Wichtigkeit ist, daß er, indem er nun rückwärtswandelt durch das Leben bis zu seinem vorigen Erdenleben, auf diesem Wege rückwärts trifft irgendein Wesen, das ihm Führer werden kann nach dem Tode.
[ 34 ] This brings us into the realm of the ancient science of initiation, which must be renewed today in a way appropriate to present-day human capacities, where this science of initiation has transformed knowledge into the religious experience of the human being. For the science of initiation is always true knowledge, but a kind of knowledge that leads from the sensory world into the spiritual world, so that it can inspire the human will in such a way that this will is shaped precisely in a religious manner. And it has been a very important insight for the science of initiation throughout the ages—one that arises from the third kind of knowledge I have described in recent days, namely intuitive knowledge—that it is of very special importance for a person, as he now journeys backward through life to his previous earthly existence, to encounter along this path a being who can become his guide after death.
[ 35 ] Auf einem gewissen Erdengebiete haben sich die Menschen gesagt: Ich muß aufnehmen im Erdenleben die Lehren des letzten Bodhisattva, der auf Erden erschienen war. Der Mensch hat vielleicht gelebt, sagen wir, dreihundert Jahre nach dem Erscheinen des Bodhisattva. Aber nachdem er nach dem Tode zurückgewandert ist bis zu seinem vorigen Erdenleben — denn dieses Zurückwandern, dieses Leben zwischen Tod und neuer Geburt dauert eben länger —, gelangte er noch zu derjenigen Zeit, in der der letzte Bodhisattva auf Erden war. Und dem Begegnen mit dem letzten Bodhisattva schrieb man es in der alten Initiations-Wissenschaft zu, daß der Mensch wirklich finden kann die Anknüpfung an sein vorhergehendes Erdenleben, das heißt, Kraft finden kann zum ewigen Leben, die nur gefunden werden kann, wenn an das vorhergehende Erdenleben angeknüpft werden kann.
[ 35 ] In a certain region of the Earth, people said to themselves: “I must embrace in this earthly life the teachings of the last Bodhisattva who appeared on Earth.” This person may have lived, say, three hundred years after the Bodhisattva’s appearance. But after wandering back following death to his previous earthly life—for this wandering back, this life between death and rebirth, takes longer—he still arrived at the time when the last Bodhisattva was on Earth. And in the ancient science of initiation, this encounter with the last Bodhisattva was attributed to the fact that a person can truly find the connection to his or her previous earthly life—that is, can find the strength for eternal life, which can only be found if a connection to the previous earthly life can be established.
[ 36 ] Diese Möglichkeit, zu treffen auf die Bodhisattvas, die von gewissen Regionen des Geistigen heruntersteigen ins Irdische, hörte in einem bestimmten Zeitmomente der Menschheitsevolution, der Weltenentwickelung, auf. Und heute wäre der Mensch in einer solchen Lage, daß, wenn er nach dem Tode durchgemacht hat jenes Rücklaufen bis zu seiner Geburt beziehungsweise Empfängnis, er dann weiter den Weg suchen würde rückwärts bis zu den vorigen Erdenleben, und er würde nicht finden können die Anknüpfung an die vorigen Erdenleben.
[ 36 ] This possibility of encountering the Bodhisattvas, who descend from certain regions of the spiritual realm into the earthly realm, ceased at a specific point in human evolution and the development of the worlds. And today, human beings would find themselves in a situation where, after death, having retraced their path back to their birth or conception, they would then continue to search backward toward their previous earthly lives—and they would be unable to find the connection to those previous earthly lives.
[ 37 ] Sehen Sie, diese Anknüpfung konnte man finden in den ersten Jahrtausenden der Erdenentwickelung vor dem Mysterium von Golgatha, indem man beim Zurückwandern auf das Zeitalter des letzten Bodhisattva traf. Heute nützt es den Menschen nur, wenn sie dieses Zurückwandern unter der Führerschaft desjenigen Wesens, das durch das Mysterium von Golgatha sich mit der Erde vereint hat, durchmachen, das heißt mit anderen Worten, wenn eine solche Beziehung des Menschen zum Mysterium von Golgatha eintritt, daß der Christus der Führer werden kann für die Menschen, weil der Christus zusammenfaßt dasjenige, was an Führergewalten immer vorhanden war für das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt durch die auf der Erde erscheinenden Bodhisattvas.
[ 37 ] You see, this connection could be found in the first millennia of Earth’s evolution, before the Mystery of Golgotha, by tracing back to the age of the last Bodhisattva. Today, it is only of benefit to human beings if they undergo this journey back under the guidance of the Being who, through the Mystery of Golgotha, has united with the Earth, in other words, when such a relationship between humanity and the Mystery of Golgotha is established that Christ can become the guide for humanity, because Christ embodies the guiding powers that have always been present for life between death and a new birth through the Bodhisattvas who appear on Earth.
[ 38 ] So ist also das Eintreten des Mysteriums von Golgatha gerade für die Erlebnisse zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit eine der wichtigsten Tatsachen in der ganzen Erdenevolution. Will man daher die geistige Evolution der Erde und das Hereinstellen dieser geistigen Evolution der Erde in die geistige Evolution des Kosmos kennenlernen, und will man wiederum verstehen, was im Zusammenhange mit dieser geistigen Evolution von Erde und Kosmos der Mensch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in seinem geistigen Leben nach dem Tode durchmacht, dann muß man hineinstellen in die ganze Weltenentwickelung das Mysterium von Golgatha. So daß für den heutigen Menschen der Übergang gefunden werden muß von der Beobachtung der Evolution des Menschen zu der Beobachtung der Evolution der Welt, indem mit angeschaut wird bei diesem Übergang das Mysterium von Golgatha in seiner ganzen fundamentalen Bedeutung für die Geschehnisse der Erdenevolution und der Menschheitsevolution innerhalb des Irdischen.
[ 38 ] Thus, the unfolding of the Mystery of Golgotha is one of the most important events in the entire evolution of the Earth, particularly with regard to the experiences between death and a new birth. If, therefore, one wishes to understand the spiritual evolution of the Earth and how this spiritual evolution of the Earth fits into the spiritual evolution of the cosmos, and if one also wishes to understand what the human being experiences in his spiritual life after death—between death and a new birth—in connection with this spiritual evolution of the Earth and the cosmos, then one must situate the Mystery of Golgotha within the entire development of the worlds. Thus, for people today, the transition must be made from observing human evolution to observing the evolution of the world, while at the same time contemplating, in this transition, the Mystery of Golgotha in all its fundamental significance for the events of Earth’s evolution and the evolution of humanity within the earthly realm.
[ 39 ] Von diesen Dingen, insofern sie durch die moderne InitiationsWissenschaft nun enthüllt werden können, die sich abspielen in Anknüpfung an dasjenige, was der Mensch, nachdem er die Rückerinnerung an seine Nachterlebnisse gehabt hat, weiter nach dem Tode erlebt, von diesen Erlebnissen des Menschen nach dem Tode soll nun der morgige Vortrag im Zusammenhange mit der Weltentwickelung handeln.
[ 39 ] Tomorrow’s lecture will deal with these matters—insofar as they can now be revealed by modern initiatory science—which take place in connection with what a person experiences after death, following the recollection of their night experiences; it will focus on these post-death experiences in the context of world evolution.
