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The Rudolf Steiner Archive

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Experiencing the Course of the Year
in Four Cosmic Imaginations
GA 229

7 October 1923, Dornach

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Dritter Vortrag

III. The Easter Imagination

[ 1 ] Wir fahren in der Betrachtung des Jahreslaufes von den Gesichtspunkten, die wir gestern und vorgestern begonnen haben, fort. Wir müssen uns klar darüber sein, wie zur Tiefwinterzeit die Erde gegenüber dem Kosmos eigentlich ein abgeschlossenes Wesen wird. Die Erde wird sozusagen während des Winters ganz Erde, ihre Erdennatur konzentriert sie. Während der Hochsommerzeit — um diesen Gegensatz zur Erklärung hinzuzufügen — ist die Erde an den Kosmos hingegeben, lebt das Leben des Kosmos mit. Und zwischendrinnen, für die Frühlings- und Herbsteszeit, ist immer ein Ausgleich zwischen diesen beiden Extremen vorhanden. Das alles hat aber die denkbar tiefste Bedeutung für das ganze Leben der Erde. Natürlich bezieht sich auch das, was ich sagen werde, immer auf denjenigen Teil der Erdoberfläche, wo eben entsprechend das Hinübergehen des Winters zum Frühling stattfindet.

[ 1 ] We must realise clearly how it is that in the depths of winter the Earth, in relation to the cosmos, is a being enclosed within itself. During the winter the Earth is, so to speak, wholly Earth, with a concentrated Earth-nature. In high summer—to add this contrast for the sake of clarity—the Earth is given over to the cosmos, lives with the cosmos. And in between, during spring and autumn, there is always a balance between these extremes. All this has the deepest significance for the Earth's whole life. Naturally, what I shall be saying applies only to that part of the Earth's surface where a corresponding transition from winter to spring takes place.

[ 2 ] Gehen wir zunächst, wie wir das in diesen Tagen immer getan haben, von der Betrachtung des rein Materiellen aus, und betrachten wir dasjenige, was wir als das Wichtigste für die Winterzeit in Anspruch nehmen mußten: die Ablagerungen, das Salzartige. Betrachten wir das zunächst, und zwar in einer für das ganze Wesen der Erde bedeutsamsten Erscheinung, in den Kalkablagerungen. Sie brauchen ja nur hier hinauszugehen, wo Sie überall umgeben sind von den Jurakalkbildungen, und Sie haben sozusagen das alles, was ich Ihnen zunächst im Anfang der Betrachtung zu beschreiben habe, vor sich.

[ 2 ] Let us start, as we have always done in these lectures, by considering the purely material side. We will look at the salt-deposits which we have had to treat as the most important factor in winter-time. We will study this first in the limestone deposits, which are indeed a phenomenon of the utmost importance for the whole being of the Earth. You need only go out-of-doors here, where we are surrounded everywhere by the Jura limestone, and you will have before you all that I am going to begin by describing to-day.

[ 3 ] So äußerlich betrachtet, ist es ja der Fall, daß dem Menschen eben Kalk Kalk ist, und es ist ja wirklich zu den verschiedenen Zeiten für das rein äußerliche Auge kein beträchtlicher Unterschied zwischen sozusagen dem Winterkalk und dem Frühlingskalk. Aber diese Unterschiedslosigkeit ist doch in gewisser Beziehung auch nur wiederum für jenen Standpunkt vorhanden, den ich charakterisierte als den Flohstandpunkt. Die Metamorphosen des Kalkes erscheinen eben erst, wenn man gewissermaßen sich weiter in den Kosmos hinausbegibt in der Betrachtung. Und da tritt ein feiner Unterschied auf zwischen dem Winterkalk und dem Frühlingskalk, gerade dieser wichtigsten Ablagerung in unserem Erdboden. Der Winterkalk ist sozusagen eine in sich zufriedene Wesenheit — wir dürfen ja nach den mannigfaltigsten Betrachtungen, die wir hier angestellt haben, weil wir wissen, daß im Grunde genommen überall Seele und Geist zu finden ist, von solchen Dingen wie von belebten, beseelten Wesen sprechen —, der Winterkalk ist gewissermaßen eine in sich zufriedene Wesenheit.

[ 3 ] Ordinary observation is so superficial that for most people limestone is simply limestone, and outwardly there really is no perceptible difference between winter-limestone and spring-limestone. But this failure to distinguish between them comes from the standpoint which yesterday I called the flea-standpoint. The metamorphoses of limestone appear only when we look further out into the cosmos, as it were. Then we find a subtle difference between winter-limestone and spring-limestone, and it is precisely this which makes limestone the most important of all deposits in the soil. After all the various considerations we have gone into here, and since we know that soul and spirit are to be found everywhere, we can allow ourselves to speak of all such substance as vivified, ensouled beings. Thus we can say that winter-limestone is a being content within itself.

[ 4 ] Dieser Winterkalk ist, wenn man sich in sein Wesen intuitiv vertieft, so wie das in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» für die Intuition gemeint ist, eigentlich durchdrungen von dem mannigfaltigsten Geistigen. Es sind ja die Elementarwesen, die in dem Irdischen leben. Er ist durchgeistigt. Aber er ist gewissermaßen so zufrieden, wie ein Menschenkopf zufrieden ist, wenn er eben ein wichtiges Problem gelöst hat und froh ist, daß er nun Gedanken hat, die diese Lösung bedeuten. Man nimmt, weil man ja in der Intuition überall auch gefühlsmäßig wahrnimmt, eben im ganzen Umfange der irdischen Kalkbildung während der Winterzeit innere Befriedigung wahr.

[ 4 ] If we enter into the being of winter-limestone with Intuition—the Intuition described in my book, Knowledge of the Higher Worlds—we find it permeated throughout with the most diverse spirituality, made up of the elemental beings who dwell in the Earth. But the limestone is as it were contented, as a human head may be when it has solved an important problem and feels happy to have the thoughts which point to the solution. We perceive—for Intuition always embraces feeling—an inner contentment in the whole neighbourhood of the limestone formations during the winter season.

[ 5 ] Nicht wahr, wenn man unter dem Wasser schwimmen würde, würde man überall Wasser wahrnehmen. Wenn man sich geistig im Verlauf der Kalkbildungen bewegt, nimmt man überall während der Winterzeit Befriedigung wahr, die sich auslebt in inneren Durchlebungen, Durchdringungen dieses Winterkalkes mit sich lebendig verwandelnden Gebilden, die in Imaginationen erscheinen, lebendig sich verwandelnden Gebilden geistiger Art. Wenn es aber gegen den Frühling zu geht, namentlich wenn der März kommt, dann wird der Kalk in bezug auf seine geistigen Eigenschaften, wir dürfen sagen, dumpf. Er hat nicht mehr diese geistigen Eigenschaften, weil ja, wie Sie aus den vorigen Darstellungen wissen, die Elementarwesen durch eine Art geistig-kosmischer Atmung ihren Weg hinaus in das Weltenall nehmen. Er wird dumpf in bezug auf seine denkerisch-geistigen Eigenschaften. Aber das Merkwürdige ist, er wird jetzt begierdenhaft. Er entwickelt eine Art von innerer Lebendigkeit. Es ist immer mehr und mehr ein feines Leben vorhanden in dem Kalk, und dieses Leben in dem Kalk wird um so innerlich bewegter gegen den Frühling, und dann weiter auch gegen den Sommer zu, je mehr die Pflanzen heraus sprießen.

[ 5 ] If we were to swim under water, we should perceive water everywhere; and similarly, if we move spiritually through the process of limestone formation, we perceive this winter contentment on all sides. It expresses itself as an inner permeation of the winter-limestone by mobile, ever-changing forms—living, spiritual forms which appear as Imaginations. When spring approaches, however, and especially when March comes, the limestone becomes—we may say—dull in respect of its spiritual qualities. It loses them, for, as you know from previous accounts, the elemental beings now take their way, through a kind of cosmic-spiritual breathing-out into the cosmos. The limestone's spiritual thinking qualities are dulled, but the remarkable thing is that it becomes full of eager desire. It develops a kind of inner vitality. A subtle life-energy arises increasingly in the limestone, becoming steadily more active as spring draws on, and even more so towards summer, as the plants shoot up.

[ 6 ] Die Dinge spielen sich natürlich nicht im Groben ab, sondern im Feinen, im Intimen, aber sie spielen sich ab. Die Pflanzen, die herauswachsen, entziehen nämlich dem Kalk etwas von Wasser und etwas von Kohlensäure, namentlich dem in der Erde verteilten Kalk, und das entbehrt er. Und das bedeutet für ihn ein innerliches Lebendigwerden. Er wird lebendig. Dadurch aber, daß dieser Kalk innerlich lebendig wird, erlangt er eine ungeheure Anziehungskraft für die ahrimanischen Wesen. Diese ahrimanischen Wesen bekommen jedesmal, wenn es gegen den Frühling zu geht, Hoffnungen. Sie haben eigentlich gegenüber der Natur keine besonderen Hoffnungen sonst, weil sie eigentlich ihr Wesen nur innerhalb des Menschen treiben können. In der animalischen Natur des Menschen können diese ahrimanischen Wesen sonst wirken. Aber wenn es gegen den Frühling zu geht, dann gibt ihnen der Eindruck, den der Frühlingskalk auf sie macht, die Meinung, daß sie in die allgemeine Natur hinaus ihre Drachennatur entfalten können, und daß sie dadurch, daß sie den Frühlingskalk lebendig finden, auch die Möglichkeit gewinnen können, Astralisches aus dem Weltenall anzuziehen, um diesen lebendigen Kalk zu beseelen, mit Seele zu durchdringen. So daß also, wenn es gegen den März zu geht, für den wirklichen seherischen Naturbeobachter sich dieses merkwürdige Schauspiel ergibt: Man sieht überall, wie die Hoffnungen der ahrimanischen Wesen in Imaginationen über die Erde hinüberspielen, ich möchte sagen, wie ein geistiger Wind, der alles überweht, und man sieht, wie sich nun die ahrimanischen Wesen anstrengen, von oben herunter gewissermaßen einen Regen des Astralischen hervorzurufen. Dieser Regen des Astralischen, den sie da hervorrufen wollen, der würde, wenn sie es könnten — sie streben es immer mit allen möglichen Kräften an —, die Erde während der Sommerzeit wenigstens teilweise, soweit sie Kalk ist, in ein beseeltes lebendiges Wesen verwandeln. Und das streben die ahrimanischen Wesen in jedem Frühling an, die Erde in ein beseeltes lebendiges Wesen zu verwandeln. So daß also, wenn irgendein Wesen dann im Herbst seinen Fuß auf die Erde setzen würde, die Erde Schmerz empfinden würde vom bloßen Daraufsetzen des Fußes im Herbst.

[ 6 ] These things are naturally not apparent in a crude outward form, but in a subtle, intimate way they do occur. The growing plants draw water and carbonic acid from the limestone in the soil. But this very loss signifies for the limestone an inner access of living activity, and it acquires on this account an extraordinary power of attraction for the Ahrimanic beings. Whenever spring approaches, their hopes revive. Apart from this, they have nothing particular to hope for from the realm of outer nature, because they are really able to pursue their activities only within human beings. But when spring draws near, the impression which the spring-limestone makes on them gives them the idea that after all they will be able to spread their dragon-nature through nature at large. Finding the spring-limestone full of life, they hope to be able to draw in also the astral element from the cosmos in order to ensoul the limestone—to permeate it with soul. So, when March is near, a truly clairvoyant observer of nature can witness a remarkable drama. He sees how everywhere the hopes of the Ahrimanic beings play over the Earth like an astral wind, and how the Ahrimanic beings strive with all their might to call down an astral rain, as it were. If they were to succeed, then in the summer this astral rain would transform the Earth into an ensouled being—or at least partly, as far as the limestone extends. And then, in autumn, the Earth would feel pain at every footfall on its surface.

[ 7 ] Nun, dieses Streben, diese Illusion, die ist in jedem Frühling bei den ahrimanischen Wesen vorhanden und wird in jedem Frühling vernichtet. Gewiß, vom menschlichen Standpunkte aus kann man sagen: Nun müßten die ahrimanischen Wesen schon so gescheit geworden sein, daß sie diese Hoffnungen aufgeben. — Aber so ist es eben nicht in der Welt, wie der Mensch es sich vorstellt, sondern es ist einfach eine Tatsache, daß diese ahrimanischen Wesen jeden Frühling wiederum neue Hoffnungen schöpfen, die Erde in ein beseeltes lebendiges Wesen durch einen astralischen Regen von oben herunter verwandeln zu können. Diese Illusionen werden jedes Jahr zerstört.

[ 7 ] This endeavour, this illusion, lays hold of the Ahrimanic beings every spring, and every spring it is brought to nothing. From a human standpoint one might say—surely by now the Ahrimanic beings must have become clever enough to give up these hopes. But the world is not just as human beings imagine it to be. The fact is that every spring the Ahrimanic beings have new hope of being able to transform the Earth into an ensouled, living being through an astral rain from above, and every year their illusions are shattered.

[ 8 ] Aber der Mensch bleibt sozusagen nicht ungefährdet unter diesen Illusionen. Der Mensch genießt ja diejenigen Naturprodukte, die in dieser Atmosphäre von Hoffnungen und Illusionen gedeihen, und es ist eigentlich im Grunde genommen eine Naivität des Menschen, wenn er glaubt, sein Brot zu essen aus bloßem gemahlenen und gebackenen Korn. In diesem gemahlenen und gebackenen Korn drinnen sind die Illusionen der ahrimanischen Wesenheiten und die Hoffnungen der ahrimanischen Wesenheiten. Draußen werden sie zerstört. Um so mehr erwacht nun in den ahrimanischen Wesenheiten die Sehnsucht, da, wo schon Seele ist, im Menschen, mit dem, was sie wollen, ihr Ziel zu erreichen. So daß der Mensch eigentlich jeden Frühling, wenn das auch alles sich im Intimen abspielt, tatsächlich gefährdet ist, den ahrimanischen Wesenheiten zum Opfer zu fallen. Der Mensch ist wirklich im Frühling in dieser Beziehung allen ahrimanischen Kraftwirkungen im Kosmos viel mehr ausgesetzt, als er es in einer andern Jahreszeit ist.

[ 8 ] But man is not free from danger in the midst of these illusions. He consumes the nature-products which flourish in this atmosphere of hopes and illusions; and it is naïve to suppose that the bread he eats is merely corn, ground and baked. In outer nature these hopes are shattered, but the Ahrimanic beings long all the more to achieve their aim in man, who has a soul already. Thus every spring man is in danger of falling a victim—in subtle, intimate ways—to the Ahrimanic beings. In spring he is much more exposed to all the Ahrimanic workings in the cosmos than he is during other times of the year.

[ 9 ] Etwas anderes findet statt, wenn wir den Blick hinaufrichten. Richten wir den Blick hinauf, da hinauf, wo also die Elementarwesen der Erde aufsteigen, wo sie sich dann verbinden mit den Wolkenbildungen, wo sie eine innere Regsamkeit annehmen, welche dem planetarischen Leben unterworfen ist, dann ergibt sich vor allen Dingen, gerade wiederum, wenn es gegen den März zu geht, wenn da unten die ahrimanischen Wesenheiten ihr Wesen treiben, etwas anderes. Da kommen die Elementarwesen hinauf; was sonst innerhalb der Erde an rein Geistigem ist, an Nichtmateriellem, was aber sich im Materiellen auslebt, das wird da hinaufversetzt in die Region, wo Dunst, Luft, Wärme ist. Und da wird alles das, was nun in den sich regenden Elementarwesen geschieht, wiederum da oben durchsetzt von den luziferischen Wesenheiten. So wie unten die ahrimanischen Wesenheiten ihre Hoffnungen bekommen und ihre Illusionen durchmachen, so machen oben die luziferischen Wesenheiten ihre Hoffnungen und ihre Illusionen durch.

[ 9 ] But now, if we direct our gaze upwards, to where the elemental beings of the Earth ascend, where they unite themselves with the cloud-formations and acquire an inner activity which is subject to planetary life, something else can be seen. As March approaches, and down below the Ahrimanic beings are at work, the elemental beings—who are wholly spiritual, immaterial, although they live within the material Earth—are transported up into the region of vapour, air and warmth. And all that goes on up there, among the active elemental beings, is permeated by Luciferic beings. Just as the Ahrimanic beings nourish their hopes and experience their illusions down below, so the Luciferic beings experience their hopes and illusions up above.

[ 10 ] Wenn wir genauer eingehen auf die Natur der ahrimanischen Wesenheiten, so ist diese eigentlich ätherisch. Und es fehlt den ahrimanischen Wesenheiten, die eigentlich die von Michael gestürzten Wesenheiten sind, die Möglichkeit, sich so zu entfalten, daß sie auf andere Art als durch den lebendig-begehrlich gewordenen Kalk Herrschaft bekommen könnten über die Erde.

[ 10 ] If we look more closely at the Ahrimanic beings, we find they are of etheric nature. And it is impossible for these beings, who are really those cast down by Michael, to expand in any other way than by trying to gain domination over the Earth through the life and desire that fill the limestone in spring.

[ 11 ] Die luziferischen Wesenheiten da oben, sie durchströmen und durchsetzen dasjenige, was da hinaufgezogen ist und sich nun in den oberen Elementen der Erde regsam macht. Sie durchsetzen das, und sie sind eigentlich, diese luziferischen Wesen, rein astralischer Natur. Sie bekommen nun die Hoffnung, durch alles das, was da im Frühling anfängt hinaufzustreben, ihre astralische Natur durchsetzen zu können . mit ätherischer Natur und eine Ätherhülle der Erde hervorzurufen, die aber dann bewohnt werden könnte von ihnen selber.

[ 11 ] The Luciferic beings up above stream through and permeate all the activities that have risen up from the Earth. They are of a purely astral nature. Through everything that begins to strive upwards in spring, they gain the hope of being able to permeate their astral nature with the etheric, and to call forth from the Earth an etheric sheath in which they could then take up their habitation.

[ 12 ] Man kann also sagen: Die ahrimanischen Wesen streben danach, die Erde astralisch zu beseelen (Tafel III, rötlich); die luziferischen Wesenheiten streben danach, von oben herunter das Ätherische in ihr Wesen aufzunehmen (Blau mit Gelb).

[ 12 ] Hence we can say: The Ahrimanic beings try to ensoul the Earth with astrality (reddish); the Luciferic beings try to take up the etheric into their own being (blue with yellow).

[ 13 ] Wenn im Frühling nun die Pflanzen zu sprießen beginnen, so assimilieren sie Kohlensäure, ziehen Kohlensäure ein. Und diese Kohlensäure ist etwas, was ja, weil die Pflanzendecke da ist, gewissermaßen im Frühling in einer höheren Region wirkt als im Winter; sie zieht sich hinauf, die Kohlensäure, nämlich in die Region, welche die Region der Pflanzen ist. Wenn also im Frühling die Pflanzen zu sprießen beginnen, dann wird diese Kohlensäure angezogen von den luziferischen Wesenheiten. Und während die ahrimanischen Wesenheiten eine Art astralischen Regens anstreben, um den lebendigen Kalk auch zu beseelen, erstreben die luziferischen Wesenheiten eine Kohlensäureerhebung, eine Art Kohlensäureverdunsten von der Erde aus nach oben hin (siehe Tafel III, blau). Wenn sie das zuwege bringen würden, so würde auf Erden das Atmen aufhören müssen, und sie würden alles das, was der Mensch an sich hat ohne den physischen Atem, sein Ätherisches, hinaufziehen, und durch ihre Verbindung mit dem Ätherischen des Menschen würden sie in die Lage kommen, ätherische Wesenheiten zu werden, während sie so nur astralische Wesenheiten sind. So daß — mit Vernichtung dessen, was unten an Menschlichem und Tierischem ist — da oben eine Hülle von äthetrischen Engelwesen sein würde. Das ist wiederum etwas, was, wenn der März, Ende März kommt, die luziferischen Geister anstreben und erhoflen. Sie erhoffen, die ganze Erde eigentlich in eine solche feine Erdenschale zu verwandeln, in der sie, verdichtet durch die Äthernatur der Menschen, ihr Wesen treiben können.

[ 13 ] When now in spring the plants begin to sprout, they assimilate and draw in carbonic acid. Hence the carbonic acid is active in a higher region than it is in winter; it rises into the realm of the plants, and there it comes under the attraction of the Luciferic beings. While the Ahrimanic beings strive to ensoul the living limestone with a kind of astral rain, the Luciferic beings try to raise up a sort of carbonic acid mist or vapour from the Earth (blue, yellow). If they were to succeed, human beings on Earth would no longer be able to breathe. The Luciferic beings would draw up all that part of man, his etheric nature, which is not dependent on physical breathing, and by uniting themselves with it they would be able to become etheric beings, whereas they are now only astral beings. And then, with the extinction of all human and animal life on Earth, up above there would be a sheath of etheric angel-beings. That is what the Luciferic spirits strive and hope for, when the end of March comes on. They hope to change the whole Earth into a delicate shell of this kind, wherein they, densified through the etheric nature of man, could carry on their own existence.

[ 14 ] Wenn die ahrimanischen Wesenheiten ihre Hoffnungen erfüllt bekämen, dann müßte die ganze Menschheit sich allmählich auf Erden auflösen. Die Erde würde den Menschen aufnehmen. Es würde zuletzt entstehen aus der Erde — das ist auch die Absicht Ahrimans eine große Wesenheit, in der alle Menschen gewissermaßen aufgelöst wären. Sie wären verbunden mit dieser großen einheitlichen Erdenwesenheit. Aber der Übergang zu diesem Verbundensein mit dieser Erdenwesenheit würde darin bestehen, daß der Mensch zunächst in seinem ganzen Organismus immer ähnlicher und ähnlicher würde dem lebendigen Kalk. Er würde lebendigen Kalk mit seinem Organismus verbinden und immer mehr verkalken. Er würde dadurch metamorphosieren, umwandeln seine Gestalt in eine Gestalt, die dann ganz anders aussehen würde, die etwa so aussehen würde: eine sklerotisierte Gestalt mit einer Art Fledermausflügeln und diesem Kopf (siehe Tafel IV). Die würde eben in der Lage sein, sich allmählich in dem Irdischen aufzulösen, so daß das Irdische dann auf ahrimanische Art als ganze Erde ein irdisch-lebendiges Wesen wäre.

[ 14 ] If the Ahrimanic beings could realise their hopes, the whole of humanity would gradually be dissolved into the Earth: the Earth would absorb them. Finally there would arise out of the Earth—and that is Ahriman's intention—a single great entity into which all human beings would be merged: they would be united with it. But the transition to this union with the Earth would consist in this: man in his whole organism would become more and more like the living limestone. He would blend the living limestone with his organism and become more and more calcified. In this way he would transmute his bodily form into one that looked quite different—a sclerotic form with something like bat's wings and a head like this. This form would then be able to merge gradually into the earthly element, so that the whole Earth, according to the Ahrimanic idea, would become a living Earth-being.

[ 15 ] Wenn die luziferischen Wesenheiten andererseits das Ätherische des Menschen heranziehen und sich dadurch gewissermaßen aus ihrer Astralität ätherisch verdichten könnten, dann würde aus ihnen auf ätherische Art etwas entstehen, was mehr oder weniger die unteren Partien des menschlichen Organismus nicht hätte, was aber auch die oberen Partien verändert hätte; was zum Beispiel vor allen Dingen einen wie aus Erdendunst gebildeten Leib (Tafel TV, blau), der aber nur bis zur Brust ausgebaut wäre, und dafür ein ins Idealische gesteigertes menschliches Haupt hätte (rot). Aber nun käme das Eigentümliche, daß dieses Wesen Flügel haben würde, Flügel, die wie herausgeboren wären aus Wolken (gelb). Diese Flügel würden sich nach vorn konzentrieren zu einer Art vergrößerten Kehlkopfs; sie würden sich an der Seite hier zu Ohrenorganen, Gehörorganen konzentrieren, die wiederum mit dem Kehlkopf zusammenhängen.

[ 15 ] If the Luciferic beings, on the other hand, could absorb the etheric nature of man, and thus condense themselves from an astral to an etheric condition, then out of them would arise something like an etheric form, in which the lower parts of the human organism would be more or less absent, with the upper part transformed. The body would be formed of Earth-vapour (blue), developed only as far down as the breast, with an idealised human head (red). And the peculiar thing is that this being would have wings, born as it were out of clouds (yellow). In front, these wings would concentrate into a sort of enlarged larynx; at the sides they would concentrate into ears, organs of hearing, which again would be connected with the larynx.

[ 16 ] Sie sehen, dasjenige, was sich da unten bildet, habe ich in der Gestalt des Ahriman, der drüben in der Kuppel malerisch geschaffen war und in der Holzgruppe eben plastisch geschaffen ist, wiederzugeben versucht; ebenso das, was im Luziferischen aus Erdendunst und Wolkenwallungen, wenn es das Ätherische der Erde aufnehmen könnte, sich bilden würde zu einer luziferischen Gestalt.

[ 16 ] You see, I tried to represent the sclerotic form through the figure of Ahriman in the painting in the dome of the Goetheanum and plastically in the wood-carving of the Group. Similarly, the Luciferic shape, created out of Earth-vapour and cloud-masses, as it would be if it could take up the etheric from the Earth, is represented there.1The central motif (painted from a sketch by Rudolf Steiner) in the small dome of the first Goetheanum, and in Rudolf Steiner's woodcarving of the Representative of Humanity.

[ 17 ] Damit aber sind in das Erdenleben selber eingezeichnet die beiden Extreme des Menschen: dasjenige Extrem des Menschlichen, was der Mensch würde, wenn er sozusagen unter dem Einflusse des Ahriman aufnehmen würde den lebendigen Kalk und dadurch allmählich mit der Erde eins würde, aufgelöst würde in dem ganzen lebendig empfindenden Erdenwesen, das ist das eine Extrem. Das andere Extrem ist das, was der Mensch würde, wenn es den luziferischen Wesen gelingen würde, das, was sie wollen, auszuführen, nämlich von unten einen Dunst von Kohlensäure aufsteigen zu machen, so daß das Atmen verschwinden müßte, so daß die Menschen damit als physische Menschheit verschwänden, damit aber die Ätherleiber sich verbänden mit demjenigen, was als astralisches, luziferisches Engelwesen da droben ist.

[ 17 ] Thus the two extremes of man are written into the life of the Earth itself: first, the extreme that man would come to if under the influence of Ahriman he were to take up the living limestone and thereby become gradually one with the Earth, dissolved into the whole living, sentient Earth. That is one extreme. The other extreme is what man would come to if the Luciferic beings were to succeed in causing a vapour of carbonic acid to rise from below, so that breathing would be extinguished and physical humanity would disappear, while the etheric bodies of men would be united with the astrality of the Luciferic angel-being up above.

[ 18 ] Wiederum kann man sagen: Das sind Hoffnungen, das sind Illusionen der luziferischen Wesenheiten. — Wer seherisch den Blick hinausrichtet in die Weltenweiten, der sieht nicht etwa, wie es in dem Shakespeareschen Stück heißt, bald ein Kamel, bald irgend etwas anderes in den ziehenden Wolken, sondern der sieht, wenn der März kommt, in den ziehenden Wolken die dynamisch strebenden Kräfte der luziferischen Engel, die da eine luziferische Hülle des Irdischen erzeugen wollen, die das Menschengeschlecht von der Erde entfernen wollen. Zwischen diesen beiden Extremen schwebt der Mensch. Das wollen die ahrimanischen sowohl wie die luziferischen Wesenheiten: die Menschheit, wie sie als Menschheit der Gegenwart ist, austilgen.

[ 18 ] Again we can say: These are the hopes, the illusions, of the Luciferic beings. Anyone who looks out as a seer into the great spaces of the cosmos does not see in the moving clouds, as in Shakespeare's play, a shape which looks first like a camel and then like something else. When March comes, he sees in the clouds the dynamic striving forces of the Luciferic beings, who would like to create out of the Earth a Luciferic sheath. Man sways between these two extremes. The desire of both the Luciferic and the Ahrimanic beings is to blot out humanity as it exists to-day.

[ 19 ] Innerhalb des Lebens der Erde äußern sich aber doch diese verschiedenen Einwirkungen. Wiederum ist es ja so, daß zwar dasjenige, was die lJuziferischen Wesen erhoffen, jedes Jahr aufs neue zerstört wird für die äußere Natur; aber im Menschen wirkt es. Und der Mensch ist um die Frühlingszeit, wie er auf der einen Seite den ahrimanischen Kräften stark ausgesetzt ist, wiederum auch immer mehr und mehr — und es bleibt das dann durch den Sommer hindurch — den luziferischen Wesen ausgesetzt.

[ 19 ] These various activities are manifested within the life of the Earth. The hopes of the Luciferic beings are shattered once more every spring, but they work on in man. And in spring-time, while on one hand he is exposed to the Ahrimanic forces, he is also exposed more and more—and right on through the summer—to the Luciferic beings.

[ 20 ] Nun ist das ja allerdings für das Menschenwesen, wie es jetzt schon einmal ist, so: Für das Menschenleben äußert es sich in der Weise, daß es ganz intim ist, daß es nur derjenige bemerkt, der eine spirituellsensitive Natur hat und wirklich miterleben kann, was im Kosmos im Laufe des Jahres geschieht. Aber für frühere Zeiten, selbst noch für die spätatlantischen Zeiten hatte das eine große Bedeutung. In früheren Zeiten der Erdenentwickelung war zum Beispiel das menschliche Fortpflanzungswesen an den Jahreslauf gebunden. Da konnte eine Empfängnis nicht anders stattfinden als im Frühling, in jedem Frühling, wo die Kräfte so regsam wurden, wie ich es Ihnen jetzt erzählt habe, und da konnten Geburten nicht anders stattfinden als gegen das Ende des Jahres. Da war das Erdenleben auf eine gute Art mit dem Leben der Menschen verbunden.

[ 20 ] These forces, certainly, work in so subtle a way that they are noticed to-day only by someone who is spiritually sensitive and can really live with the course of events in the cosmos round the year. But in earlier times, even in the later Atlantean period, all this had great significance. In those earlier times, for example, human reproduction was bound up with the seasons. Conception could occur only in the spring, when the forces were active in the way I have described, and births could therefore take place only towards the end of the year. The life of the Earth was thus wholesomely bound up with human life.2See the lecture entitled Christmas at a Time of Grievous Destiny, given in Basle, 21st December, 1916. Printed in The Festivals and their Meaning, Vol. I: Christmas. (Rudolf Steiner Press.)

[ 21 ] Es ist nun ein Prinzip der luziferischen Wesen, alles auf Erden frei zu machen, und unter den Dingen, den irdischen, mehr sinnlichen Realitäten, die nun von den luziferischen Wesen frei gemacht worden sind, ist eben die Emanzipation des Empfangens und Geborenwerdens. Daß der Mensch zu jeder Jahreszeit geboren werden kann, das ist in früheren Zeiten bewirkt worden durch diese den Menschen von der Erde losreißende luziferische Kraft. Dies steckt sozusagen in der Freiheit des Menschengeschlechtes, in jeder Zeit des Jahres geboren werden zu können. Da sind wirklich die luziferischen Kräfte drinnen. Von Einflüssen, die heute noch geltend sind, will ich dann das nächste Mal sprechen. Aber ich wollte Ihnen diese Einflüsse, die ich eben charakterisiert habe, schildern, damit Sie sehen, wie in früheren Zeiten dasjenige, was die luziferischen Wesen erstrebten, auch wirklich bis zu einem gewissen Grade sogar erfüllt worden ist und jetzt noch dasteht in der Möglichkeit, daß der Mensch in jeder Zeit des Jahres geboren werden kann. Denn sonst würde der Mensch nur zur Winterzeit geboren werden.

[ 21 ] Now a principle of the Luciferic beings is to set free everything on Earth, and among the things that have been freed are conception and birth. The fact that a human being can be born at any time of the year was brought about in earlier times by this Luciferic influence, which tends always to loosen man from the Earth, and it has become an established part of human freedom. Next time I will speak of influences that are still active, but to-day I wished to show you how in earlier times the aims of the Luciferic beings were actually achieved, up to a certain point. Otherwise, human beings could have been born only in winter.

[ 22 ] Dagegen setzen die ahrimanischen Kräfte alle Gewalt ein, die sie haben, um den Menschen wiederum mit der Erde zusammenzubringen. Und haben die luziferischen Wesen diesen großen Einfluß gehabt während eines früheren Lebens der Erde, so haben eigentlich die ahrimanischen Wesen Aussicht, wenigstens partiell, teilweise zu erreichen, was sie wollen, das heißt, den Menschen mit der Erde zu verbinden, indem sie gerade seine Gesinnung, seine Auffassung mit dem Irdischen zusammenschmelzen wollen. Sie wollen ihn nach jeder Beziehung ganz zum Materialisten machen, sie wollen, daß der Mensch eigentlich nichts können soll, als was die in ihm verdauten Nahrungsmittel an Denkkraft, an Gefühlskraft und so weiter hervorbringen. Und dieser Einfluß der ahrimanischen Wesenheiten macht sich besonders in unserem Zeitalter geltend und wird immer stärker und stärker werden.

[ 22 ] As against this, the Ahrimanic beings try with all their might to draw man back into connection with the Earth. And since the Luciferic beings had this great influence in the past, the Ahrimanic beings have a prospect of at least partly achieving their purpose of binding man to the Earth by merging his mind and disposition with the earthly and turning him into a complete materialist. They would like to make his capacity to think and feel depend entirely on the food he digests. This Ahrimanic influence bears particularly on our own epoch and it will go on getting stronger and stronger.

[ 23 ] Wenn wir also zurückgehen in der Zeitenwende, dann kommen wir zu dem, was die luziferischen Wesen einmal erreicht haben und hinterlassen haben. Wenn wir die Perspektive nach dem Erdenende zu richten, dann steht das Bedrohliche vor der Menschheit, daß die ahrimanischen Wesenheiten den Menschen, da sie ihn nicht in der Erde auflösen können, wenigstens dazu bringen, in sich zu verhärten, zu verphilistern, zu vermaterialisieren, so daß er eigentlich nichts mehr denkt und nichts mehr fühlt, als was automatisch die Stoffe in ihm denken und fühlen.

[ 23 ] If, therefore, we look back in time, we come to something accomplished by the Luciferic beings and bequeathed to us. If we look forward towards the end of the Earth, we see man faced with the threatening prospect that the Ahrimanic beings, since they cannot actually dissolve humanity into the Earth, will contrive at least to harden him, so that he becomes a crude materialist, thinking and feeling only what material substance thinks and feels in him.

[ 24 ] Die luziferischen Wesenheiten haben für die Dinge, die ich geschildert habe, ihre, ich möchte sagen naturbefreiende Wirkung damals erlangt, als der Mensch selber noch keine Freiheit hatte. Die Freiheit ist nicht entstanden durch einen Beschluß der Menschen oder auf abstrakte Weise, wie man es gewöhnlich schildert, sondern dadurch, daß solche naturhaften Dinge, wie die Verteilung der Geburten, frei geworden sind im Menschenleben. Aus diesen naturhaften Dingen ist dann überhaupt das Walten der Freiheit gewissermaßen aufgestiegen. Es war schon in älteren Zeiten sehr stark wahrnehmbar, daß der Mensch seine Nachkommen zu jeder Jahreszeit auf die Erde stellen kann, und das hat ihn dann auch seelisch und geistig mit dem Freiheitsgefühl durchdrungen. So sind die Dinge. Die hängen viel mehr am Kosmos, als man gewöhnlich sich erträumt.

[ 24 ] The Luciferic beings accomplished their work in freeing man from nature, in the way I have described, at a time when man himself had as yet no freedom. Freedom has not arisen through human resolve or in an abstract way, as the usual account suggests, but because natural processes, such as the timing of births, have come under human control. When in earlier times it became obvious that children could be born at any season, this brought a feeling of freedom into the soul and spirit of man. Those are the facts. They depend far more on the cosmos than is commonly imagined.

[ 25 ] Aber jetzt, wo der Mensch in die Freiheit aufgerückt ist, jetzt soll er gerade unter dem Einfluß seiner Freiheit dieses Bedrohliche aus der Welt schaffen, daß ihn Ahriman an die Erdenverhältnisse kettet. Dieses Bedrohliche steht als eine Perspektive der Zukunft vor ihm. Und da sehen wir denn, wie ein Objektives in der Erdenentwickelung geschehen ist: das Mysterium von Golgatha.

[ 25 ] But now that man has advanced in freedom, he should use his freedom to banish the threatening danger that Ahriman will fetter him to the Earth. For in the perspective of the future this threat stands before him. And here we see how into Earth-evolution there came an objective fact: the Mystery of Golgotha.

[ 26 ] Das Mysterium von Golgatha ist nicht als einmaliges Ereignis bloß geschehen. Wohl mußte es sich als einmaliges Ereignis hinstellen in das Erdengeschehen, aber es wird dieses Ereignis, dieses Mysterium von Golgatha jedes Jahr in einer gewissen Weise für den Menschen erneuert. Wer ein Gefühl dafür entwickelt, wie da oben das Luziferische im Kohlensäuredampf ersticken will die physische Menschheit, wie da unten das Ahrimanische im astralischen Regen die ganze Erde so beleben will in ihren Kalkmassen, daß der Mensch sich in ihr zunächst sklerotisiert, auflöst, wer das durchschaut, für den ersteht zwischen dem Luziferischen und dem Ahrimanischen die Gestalt des Christus, die Gestalt des sich von der Materie befreienden Christus, der den Ahriman zu seinen Füßen hat, sich heraus entwickelt aus dem Ahrimanischen, nicht berücksichtigend das Ahrimanische, es überwindend, wie es hier malerisch und plastisch dargestellt worden ist. Und er sieht diesen Christus, wie er auf der andern Seite überwindet, was nur eben das Obere des Menschen wegziehen will von der Erde. Es erscheint der Kopf jener Gestalt, die über den Ahriman siegt, es erscheint der Christus-Kopf in einer solchen Physiognomie, in einem solchen Blick, in einer solchen Antlitzgebärde, daß dieser Blick, diese Antlitzgebärde abgerungen ist den verflüchtigenden Kräften des Luzifer. Hereingezogen die luziferische Gewalt in das Irdische, hineingestellt in das Irdische, das ist die Gestalt des Christus, wie er jedes Jahr im Frühling erscheint, wie wir ihn uns vorstellen müssen: Stehend auf dem Irdischen, das zum Ahrimanischen gemacht werden soll, siegend über den Tod, auferstehend aus dem Grab, sich hinauferhebend als Auferstandener zur Verklärung, zur Verklärung, die da kommt durch das Hinüberführen des Luziferischen in die irdische Schönheit des Christus-Antlitzes.

[ 26 ] Although the Mystery of Golgotha had indeed to enter as a once-for-all event into the history of the Earth, it is in a sense renewed for human beings every year. We can learn to feel how the Luciferic force up above would like to suffocate physical humanity in carbonic vapour, while down below, the Ahrimanic forces would like to vivify the limestone masses of the Earth with an astral rain, so that man himself would be calcified and reduced to limestone. But then, for a person who can see into these things, there arises between the Luciferic and the Ahrimanic forces the figure of Christ; the Christ who, freeing Himself from the weight of matter, has Ahriman under his feet; who wrested Himself free from the Ahrimanic and takes no heed of it, having overcome it, as we have shown here in painting and sculpture. And here is shown also how the Christ overcomes the force that seeks to draw the upper part of man away from the Earth. The head of the Christ-figure, the conqueror of Ahriman, appears with a countenance, a look and a bearing such that the dissolvent forces of Lucifer cannot touch them. The Luciferic power drawn into the earthly and held there—such is the form of the Christ as He appears every year in Spring. That is how we must picture Him: standing on the earthly, which Ahriman seeks to make his own; victorious over death; ascending from the grave as the Risen One to the transfiguration which comes from carrying over the Luciferic into the earthly beauty of the countenance of Christ.

[ 27 ] Und so erscheint zwischen dem Ahrimanischen und dem Luziferischen der in seiner Auferstehungsgestalt sich vor das Auge rückende Christus als die Ostererscheinung, die Ostererscheinung, die sich so hinstellt vor den Menschen; Der auferstandene Christus, oben überschwebt von luziferischen Gewalten, unten gegründet auf ahrimanische Gewalten.

[ 27 ] So there appears before our eyes, between the Luciferic and the Ahrimanic forms, the Risen Christ in his Resurrection form as the Easter picture; the Risen Christ, with Luciferic powers hovering above and the Ahrimanic powers under His feet.

[ 28 ] Diese Weltenimagination stellt sich als die Osterimagination hin, so wie sich die Jungfrau mit dem Kinde als Weihnachtsimagination, als Tiefwinterimagination aus dem Jahreslauf herausstellt, so wie sich die Michael-Imagination, wie ich sie Ihnen vorgestern beschrieben habe, als die Ende-September-Imagination hinstellt. Damit sehen Sie zugleich, wie berechtigt es war, das Christus-Bild so zu formen, wie es hier bei uns geformt wurde, denn das ist aus dem kosmischen Werden im Jahreslaufe herausgeboren. Daran ist nichts Willkürliches. Da ist jeder Blick, da ist jede Konfiguration im Antlitz, da ist jede verlaufende Falte im Gewande so zu denken, daß sich hineinstellt das Christus-Bild zwischen das Luziferbild und das Ahrimanbild als dasjenige, was im Menschen in der Erdenentwickelung wirken soll so, daß der Mensch entrissen werde gerade in der Zeit, in der er am meisten verfallen kann den luziferischen und ahrimanischen Mächten, in der Oster-, in der Frühlingszeit, eben diesen ahrimanischen, diesen luziferischen Mächten.

[ 28 ] This cosmic Imagination comes before us as the Easter Imagination, just as we had the Virgin and Child as the Christmas Imagination in deep winter, and the Michael Imagination for the end of September. You will see how right it was to portray the Christ in the form you see here—a form born out of cosmic happenings in the course of the year. There is nothing arbitrary about this. Every look, every trait in the countenance, every flowing fold in the garment should be thought of as placing the Christ-figure between the forms of Lucifer and Ahriman as the One who works in human evolution so that man may be wrested from the Luciferic and Ahrimanic powers at the very time, the time of Easter and Spring, when he could most readily fall victim to them.

[ 29 ] Wiederum ist es so, daß wir gerade an diesem Christus-Bild sehen: Es kann nichts willkürlich in dem Sinne, wie man es heute künstlerisch liebt, gemacht werden. Gerade wenn der Mensch seine völlige Freiheit im Künstlertum entwickeln will, dann kettet er sich nicht sklavisch-ahrimanisch an Material und Modell, dann erhebt er sich frei in geistige Höhen und schafft aus den geistigen Höhen heraus frei, was frei da zu schaffen ist, weil in geistigen Höhen eben die Freiheit walten kann.

[ 29 ] Here precisely in the figure of Christ we see again how nothing can be rightly done out of the arbitrary fancies which are favoured in artistic circles to-day. If a man wishes to develop full freedom in the realm of art, he does not bind himself in a slavish, Ahrimanic way to materials and models; he rises freely into spiritual heights and there he freely creates, for it is in spiritual heights that freedom can prevail.

[ 30 ] Dann wird es so sein, daß er aus einem bläulich-violettlichen Dunstgebilde heraus dieses schafft, was eine Art Brustgebilde des Luziferischen ist, daß er wie aus Wolkengebilden rötlich hervorkommend dasjenige schafft, was Flügel- und Kehlkopf- und Ohrengebilde ist, damit das wie aus Wolken heraus gebildete Flügel-Kehlkopf-Ohrgebilde zu gleicher Zeit in seiner vollen Realität erscheinen kann als malerisches Abbild dessen, was diese Wesen draußen astralisch sind, was sie ätherisch zu werden drohen (siehe hierzu und zum folgenden: Tafel IV).

[ 30 ] Then he will create out of a bluish-violet vapour a kind of breast-form for the Luciferic element, and a form consisting of wings, larynx and ear as though emerging from reddish clouds, so that this form can appear in full reality as an image both of what these beings are in their astral nature and of the etheric guise they threaten to assume.

[ 31 ] Denn stellen Sie sich einmal lebendig diese im Astralischen wirkenden, nach dem Ätherischen hinstrebenden Flügel Luzifers vor, dann werden Sie finden, daß sie, weil sie tastend sind, diese Flügel, indem sie herumtasten in den Weltenweiten, indem sie herumwirken in den Weltenweiten, alle Kraftgeheimnisse des Weltenalls erfühlen. Es ist im Luziferischen ein Herumschweifen, ein Sich-Herumbewegen in Wellen, so daß diese Flügel in ihren wellenförmigen Bildungen alles ertasten, was an geheimnisvoll-geistigen, spirituellen Wellenwirkungen im Weltenall vorhanden ist. Und was da in diesen Wellen ertastet wird, das geht durch die Ohrenbildung in das Innere des Luziferwesens, setzt sich da fort. Das Luziferwesen begreift durch die Ohrenbildungen, was es ertastet durch die Flügel, und durch den damit verbundenen Kehlkopf wird das zum schaffenden Worte, das in den Formen des Lebendigen west. und lebt.

[ 31 ] Place vividly before you these wings of Lucifer, working in the astral and striving towards the etheric. You will find that because these wings are actually feeling about in the cosmic spaces, they are sensitive to all the secrets of force in the cosmos. Through their undulating movement, these wings, with their wave-like formation, are in touch with the mysterious, spiritual wave-activities of the cosmos. And the experience brought by these waves passes through the ear-formation into the inwardness of the Luciferic being and is carried further there. The Luciferic-being grasps through his ear-formation what he has sensed with his wings, and through the larynx—closely connected with the ear—this knowledge becomes the creative word that works and weaves in the forms of living beings.

[ 32 ] Wenn Sie also ein solches luziferisches Wesen mit seinen gelblich-rötlichen Flügel-Ohren-Kehlkopfbildungen anschauen, so sehen Sie in ihm dasjenige, was da wirkt im Weltenall als ertastend die Geheimnisse des Weltenalls durch die Flügel, erlebend diese Geheimnisse des Weltenalls durch die nach innen fortwirkenden Ohrengebilde, aussprechend im schöpferischen Worte diese Geheimnisse des Weltenalls in diesem mit Flügel und Ohr als einem organischen Ganzen verbundenen Kehlkopf.

[ 32 ] If you picture a Luciferic being of this kind, with his reddish-yellow formation of wings, ears and larynx, you will see in him the activity which is sensitive to the secrets of the cosmos through his wings, experiences these secrets through the inward continuation of his ear-formation, and utters them as creative word through the larynx, bound up with wings and ears in one organic whole.

[ 33 ] So war Luzifer malerisch oben in der Kuppel dargestellt, so wird er plastisch dargestellt sein in der plastischen Gruppe, die den Mittelpunkt bilden sollte unseres Goetheanum. Und so sollte gerade stehen in diesem Mittelpunkt des Goetheanum in einem gewissen Sinne das Ostergeheimnis. Aber es wird in irgendeiner Form noch eine Ergänzung nötig, wenn man die ganze Sache auffaßt. Denn alles das, was da geschaut werden kann als das drohende Luziferische, als das drohende Ahrimanische, das ist ja das innere Wesen der Naturkräfte, das ist das, wohin die Naturkräfte tendieren wollen in der Frühlingszeit gegen den Sommer zu, und dem sich gesundend entgegenstellt das heilende Prinzip, das vom Christus ausstrahlt. Aber ein lebendiges Gefühl von alledem wird man erlangen, wenn, nachdem das Ganze architektonisch und plastisch geworden ist und in der Architektur und Plastik dasteht, was ich beschrieben habe, wenn dann in der Zukunft auch noch einmal die Möglichkeit herbeigeführt werden kann, ein Lebendig-Dramatisches vor dieses Plastische hinzustellen gerade zur Osterzeit, ein Lebendig-Dramatisches, in dem namentlich zwei Hauptpersonen sein würden: der Mensch und Raphael. Es müßte sich als eine Art Mysterienspiel gerade innerhalb dieser Plastik und innerhalb dieses Architektonischen abspielen ein Mysterienspiel, Hauptpersonen der Mensch und Raphael, Raphael mit dem Merkurstab, Raphael mit alledem, was sich an den Merkurstab anknüpft. Im Lebendig-Künstlerischen ist alles, alles fordernd, und es gibt im Grunde genommen keine Plastik und keine Architektur, die nicht, wenn sie in ihrem Inneren kosmische Wahrheit ist, fordern würde dasjenige, was künstlerisch drinnen geschieht in einem Raum, der diese Architektur, diese Plastik hat. Und zur Osterzeit würde diese Architektur, diese Plastik ein Mysterienspiel fordern: der Mensch, belehrt von Raphael, inwiefern die ahrimanischen und luziferischen Kräfte den Menschen krankmachen, und inwiefern man durch die Raphael-Gewalt angeleitet werden kann, das heilende Prinzip, die große Weltentherapie, die im Christus-Prinzip lebt, zu durchschauen, zu erkennen. Und wenn dies alles ganz gemacht werden könnte — denn auf das alles war das Goetheanum veranlagt —, dann würde zum Beispiel unter vielem andern dieses stehen, daß alles, was aus den ahrimanischen und luziferischen Geheimnissen in den Menschen hineinfließen kann, eine gewisse Krönung gerade zur Osterzeit erführe.

[ 33 ] So was Lucifer painted in the cupola, and so is he represented in the sculpture-group which was intended to be the central point of our Goetheanum. Thus, in a certain sense, the Easter mystery was to have stood at this central point. But a completion in some form will be necessary, if one is to grasp the whole idea. For all that can be seen as the threatening Luciferic influence and the threatening Ahrimanic influence belongs to the inner being of the Nature-forces and the direction they strive to take in spring and on into summer; and standing over against them is the healing principle that rays out from the Christ. But a living feeling for all this will be attained when the whole architectural scheme is completed and what I have described exists in architectural and sculptured form, and when in the future it will be possible to present in front of the sculpture a living drama with two leading characters—man and Raphael. Within this architecture, and in the presence of the sculpture, there would have to be enacted a kind of Mystery Play, with man and Raphael as chief characters—Raphael with the staff of Mercury and all that belongs to it. In living artistic work everything is a challenge, and fundamentally there is no sculpture and no architecture which—if it is to be inwardly in accord with cosmic truth—does not call for a presentation in the space surrounding it of the artistic action it embodies. At Easter this architecture and sculpture would call for a Mystery Play, showing man taught by Raphael to see how far the Ahrimanic and Luciferic forces make him ill, and how through the power of Raphael he can be led to perceive and recognise the healing principle, the great world-therapy, which lives in the Christ-principle. If all this could be done—and the Goetheanum was designed for all of it—then at Easter there would be, amid much else, a certain crowning of all that can flow into mankind from the Ahrimanic and Luciferic secrets.

[ 34 ] Lernt man erkennen das Ahrimanische, wie es wirkt in dem zur Frühlingszeit lebendig werdenden Kalk, in dem gestrebt wird, begierdehaft aufzunehmen das kosmische Astralische, dann lernt man in allem, was salzartig ist, die Heilkräfte erkennen. In den groben Wirkungen drückt sich dieser Unterschied nicht aus; in den Heilwirkungen drückt er sich aus. Man lernt die Heilwirkungen zum Beispiel aller Salzablagerungen kennen, indem man dieses Weben und Leben des Ahrimanischen in den Salzablagerungen der Erde studieren kann. Denn dasjenige — wir werden darauf noch näher in der nächsten Betrachtung eingehen —, was zu einer Jahreszeit verahrimanisiert wird, das wird wiederum in Heilkraft umgewandelt in einer andern Jahreszeit. Und wenn man dann das kennt, was geheimnisvoll in den Naturprodukten, in den Naturwesen vor sich geht, dann lernt man ihre therapeutische Kraft erkennen. Und ebenso ist es mit dem Luziferischen. Man lernt erkennen, was in verdunstenden Körpern, die nach oben streben in ihrem Verdunsten, was aber namentlich als heilende Kräfte wirkt von dem, was im Kohlensauren arbeitet. Denn wie ich Ihnen sagen konnte, daß eigentlich in allem Wasser ein Merkuriales, ein Quecksilbriges ist, so ist in allem, was Kohlensäure ist, ein Sulfuriges, ein Phosphotriges.

[ 34 ] You see, if we learn to recognise the springtime activity of the Ahrimanic influence in the living limestone, through which a greedy endeavour is being made to take up the cosmic astral element, then we learn also to recognise the healing forces that reside in everything of a salt-like nature. The difference is not apparent in the coarser kind of activities, but it comes out in the healing ones. Thus we learn to know these healing influences by studying the working of the Ahrimanic beings in the salt-deposits of the Earth. For whatever is permeated by Ahrimanic influences during one season of the year—we will go more closely into this next time—is transformed into healing powers at another season. If we know what is going on secretly in the products and beings of nature, we learn to recognise their therapeutic power. It is the same with the Luciferic element: we learn to recognise the healing forces active in volatile substances that rise up from the Earth, and especially those present in carbonic acid. For just as I explained that in all water there is a mercurial, quicksilver element, so in carbonic acid there is always a sulphurous, phosphoric element.

[ 35 ] Es gibt nicht die Kohlensäure, die bloß, wie der Chemiker sagt, aus einem Atom Kohlenstoff und zwei Atomen Sauerstoff besteht; es gibt diese Kohlensäure nicht. In allem, was wir selber als Kohlensäure in der Ausatmungsluft erzeugen, lebt Phosphotiges, Sulfuriges. Diese Kohlensäure, COs, ein Atom Kohlenstoff, zwei Atome Sauerstoff, das ist nur ein Abstraktum, das ist etwas, was als Verstandesgebilde im Menschen entsteht. In Wirklichkeit findet sich keine Kohlensäure, die nicht, wenn ich mich so ausdrücken darf, in außerordentlicher Verdünnung Phosphoriges, Sulfuriges enthält. Und dieses Phosphotige, Sulfurige, dies streben eigentlich in einem aufstrebenden Dunste die luziferischen Wesen an. Und wiederum in diesem eigentümlichen Ausgleich, der vorhanden ist zwischen dem Sulfurigen, das astralisch wird, und dem Kalk, der lebendig wird, äußern sich dann jene Kräfte, in denen wir die Heilwirkungen erkennen können.

[ 35 ] There is no carbonic acid which consists simply—as the chemists say—of one carbon atom and two oxygen atoms: no such thing exists. In the carbonic acid we breathe out there is always a phosphoric, sulphurous element. This carbonic acid, CO2, one atom of carbon and two of oxygen, is merely an abstraction, an intellectual concept formed in the human mind. In reality there is no carbonic acid which does not contain a phosphoric, sulphurous element in an extraordinarily diluted state, and the Luciferic beings strive towards it in the rising vapour. Again, in this peculiar balance between the sulphur-element that becomes astral and the limestone that becomes living, the forces we can recognise as healing influences are expressed.

[ 36 ] Und so würde zum Beispiel unter vielem andern, was mit dem Ostergeheimnis verknüpft ist, in diesem Mysterienspiel zur Osterzeit — gerade dadurch, daß es sich anschließt, daß es sich hinstellt vor dasjenige, was plastisch und malerisch gebildet ist — das, was im Laufe des Jahres an solche, die es hören wollen, an Heilwirkungsweisen überliefert ist, in einer Weise, die durchaus unmittelbar lebendig künstlerisch-religiös sein könnte, seinen Abschluß finden. Es würde tatsächlich gekrönt werden können dadurch, daß es gewissermaßen hineingestellt wird in den ganzen Verlauf des Kosmos, in den Jahreslauf, und es würde innerhalb des Osterkultus enthalten sein etwas, was sich ausdrücken würde in den Worten: Der Weltenheiland wird gefühlt, derjenige, der das große Übel der Erde als Heiland heben wollte, er wird gefühlt. Denn er war ja, wie ich schon öfter dargestellt habe, der große "Therapeut der Menschheitsentwickelung. Das wird gefühlt, und ihm wird geopfert mit allem, was man an Weisheit haben kann über Heilwirkungen. Es würde sich das hineingliedern in das Ostergeheimnis, in den Osterkult, indem man in Wirklichkeit gerade diesen Osterkult in dieser Weise so vollbringen würde, so begehen würde, daß er sich in ganz selbstverständlicher Weise in den Jahreslauf einfügte.

[ 36 ] And so, among much else that is connected with the Easter Mystery, we should have the Easter Mystery Play enacted in front of the painting and the sculpture, and through it the communications about ways of healing which are given in the course of the year to those willing to listen would reach a climax in a truly living, artistically religious form. They would indeed be crowned by being placed in the whole course of the cosmos and the seasons; and then the Easter festival would embrace something that could be expressed in the words: “The presence of the World-Healer is felt: the Saviour who willed to lift the great evil from the world. His presence is felt.” For in truth He was, as I have often said, the Great Physician in the evolution of mankind. This will be felt, and to Him will sacrifice be offered with all the wisdom about healing influences that man can possess. This would be included in the Easter Mystery, the Easter ritual; and by celebrating the Easter festival in this way we should be placing it quite naturally in the context of the seasonal course of the year.

[ 37 ] Ich konnte Ihnen zunächst — wir werden dabei auch noch auf anderes kommen — bei dem, was sich als eine gewaltige Imagination hinstellt vor den Menschen zur Michaelizeit, zur Weihnachtszeit, ich konnte Ihnen da nur die Bilder vorführen. Bei dem aber, was als eine Imagination sich darstellt gegenüber dem Ostergeheimnis, wo gegenüber dem sozusagen naturhaften Geistwirken auftritt das höhere Geistesleben, wie es in der Umgebung des Christus sich entwickeln kann, bei dem konnte ich Ihnen darstellen, wie es unmittelbar im Irdischen zum Kultus führen kann, wie es aber auch aufnehmen kann dasjenige, was im Irdischen gehegt und gepflegt werden muß: die gesundenden, die heilenden Kräfte, und die Erkenntnis dessen, was den Menschenorganismus zerstören kann, ahrimanisch zerstören kann, luziferisch zerstören kann. Ahriman verhärtet den Menschen, Luzifer will ihn durch die Atmung auflösen, verflüchtigen. In alledem liegen die kränkenden, die krankmachenden Kräfte.

[ 37 ] To begin with, in describing the powerful Imaginations which come before man at Michaelmas and Christmas, I was able to show them to you only as pictures. But in the case of the Easter Imagination, where over against the activities of the Nature-spirits there arises the higher life of the spirit, as this can develop in the neighbourhood of the Christ, I could show how the Imagination can lead directly to a ritual in the earthly realm, a ritual embracing things which must be cherished and preserved on Earth—the health-giving healing forces, and a knowledge of the Ahrimanic and Luciferic forces which could destroy the human organism. For Ahriman hardens man, while Lucifer wishes to dissolve and evaporate him through his breathing. In all this the forces that make for illness reside.

[ 38 ] Alles das, was, ich möchte sagen, unter der Einwirkung des großen Lehrmeisters Raphael, der eigentlich in christlicher Terminologie der Merkur ist, der im christlichen Gebrauche den Merkurstab zu tragen hat, alles das, was unter dem großen Lehrmeister Raphael auf diesem Gebiete gelernt werden kann, das kann nur seine würdige Krönung dadurch erlangen, daß es hineingeheimnißt wird in den Osterkultus, der vieles noch umfassen kann, wie ich Ihnen in einer folgenden Betrachtung darstellen werde.

[ 38 ] All that can be learnt in this way under the influence of the great teacher Raphael—who is really Mercury in Christian terminology and in Christian usage should carry the staff of Mercury—can be worthily crowned only in so far as it is received into the mysteries and ritual of Easter. Much else can come into them; of this I will speak in later lectures.