An Anthroposophical Understanding
of the Psychic Human Being
GA 231
13 November 1923, The Hague
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An Anthroposophical Understanding of the Psychic Human Being, tr. SOL
Erster Vortrag
First Lecture
[ 1 ] Sie werden mit Recht annehmen, daß ich mit einer großen Befriedigung wiederum zu Ihnen hierher gekommen bin, um vor Ihnen und mit Ihnen Anthroposophisches zu besprechen. Es kann das natürlich selten genug geschehen, aber es wird ja auch möglich sein, daß manches gerade bei solchen Gelegenheiten wie richtunggebend ausgesprochen und dadurch Veranlassung gegeben wird zu weiterer Verarbeitung des Ausgesprochenen. Und das ist ja immer die Grundlage für ein Zusammensein auch dann, wenn wir dieses Zusammensein nicht räumlich verwirklichen können.
[ 1 ] You will rightly assume that I have returned here to be with you once again with great satisfaction, to discuss anthroposophical matters with you and in your presence. Of course, this can happen only rarely, but it is also possible that certain things will be expressed in a way that sets a direction precisely on such occasions, thereby providing an impetus for further reflection on what has been said. And that is always the foundation for being together, even when we cannot realize this togetherness physically.
[ 2 ] Diesmal sind wir auch deshalb zusammengekommen, um bei dieser Gelegenheit die Holländische Anthroposophische Gesellschaft zu formen. Die Formung dieser einzelnen anthroposophischen Landesgesellschaften ist ja gegenüber den gegenwärtigen Verhältnissen notwendig, wenn wir eine möglichst individuelle, gute, gediegene Grundlage schaffen wollen für das, was wir in der Gegenwart brauchen. Die internationale Anthroposophische Gesellschaft, die dann zu Weihnachten in Dornach ihre Begründung finden soll, wird ja nur begründet werden können, wenn die einzelnen Landesgesellschaften dann in einer solchen Weise vertreten sein werden, daß ihre Vertreter wirklich, ich möchte sagen, das innerlich Substantielle der einzelnen anthroposophischen Individualitäten zum Ausdruck bringen können. Damit werden wir aber auch bei Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft etwas, was nun sehr notwendig ist, etwas sehr Wichtiges und Bedeutungsvolles, ausführen können. Wenn Sie mit mir fühlen können, wie wichtig diese Angelegenheiten für die Gegenwart sind, dann werden wir alle für diese Tage die richtige Stimmung aufbringen. Und aus dieser Stimmung heraus möchte ich für Ihre Worte herzlichst danken und Ihnen allen meinen allerherzlichsten Gruß für diese Tage sagen.
[ 2 ] We have also gathered here today to take this opportunity to establish the Dutch Anthroposophical Society. Given the current circumstances, the formation of these individual national anthroposophical societies is indeed necessary if we are to create as individual, sound, and solid a foundation as possible for what we need at the present time. The International Anthroposophical Society, which is to be founded in Dornach at Christmas, will only be able to be established if the individual national societies are represented in such a way that their representatives can truly—I would say—express the inner essence of the individual anthroposophical identities. In this way, however, we will also be able to accomplish something—something that is now very necessary, something very important and significant—when the General Anthroposophical Society is founded. If you can share my sense of how important these matters are for the present, then we will all be able to cultivate the right spirit for these days. And in this spirit, I would like to thank you most sincerely for your words and extend my warmest greetings to all of you for these days.
[ 3 ] Für diese internen Vorträge ist ja das Thema in Aussicht genommen: «Der übersinnliche Mensch, wie er anthroposophisch erfaßt werden kann», und wir werden versuchen, dieses übersinnliche Erkennen und Begreifen des Menschen nach den verschiedensten Seiten hin hier zum Ausdruck zu bringen. Ich möchte, da wir nur eine kleine Anzahl von Vorträgen haben können, gleich heute sozusagen in die Mitte der Betrachtung hineinschreiten.
[ 3 ] The topic planned for these internal lectures is, of course, “The Supersensible Human Being, as It Can Be Understood from an Anthroposophical Perspective,” and we will attempt to explore this supersensible perception and understanding of the human being from a wide variety of angles here. Since we can only have a small number of lectures, I would like to, so to speak, step right into the heart of the matter today.
[ 4 ] Wenn wir von dem übersinnlichen Menschen sprechen, so setzen wir uns dadurch sogleich in einen Gegensatz zu der Art und Weise, wie man in der Gegenwart vom Menschen spricht. Man spricht eigentlich schon seit langer Zeit auch dann, wenn man idealistisch gesinnt ist, nicht von dem «übersinnlichen» Menschen. Man spricht nicht von demjenigen Menschen, der durch Geburten und Tode geht, in der gebräuchlichen Bildung, in der gebräuchlichen Erkenntnis der Gegenwart. Denn es ist ja im Laufe von Jahrhunderten wie etwas Selbstverständliches geworden, das den Kindern schon in der Schule eingeimpft wird, daß die neuere Weltanschauung gezeigt habe, wie die Erde etwas wie ein Staubkörnchen im Weltenall sei. Auf diesem Staubkörnchen bewegt sich mit einer rasenden Geschwindigkeit durch die Welt, als ein selbstverständlich noch viel kleineres Staubkörnchen, der im Weltensinne unbedeutende Mensch. Indem aber sozusagen diese Anschauung von dem irdischen Staubkörnchen in alle Verstande und damit auch in alle Herzen eingezogen ist, hat man damit heute ganz und gar die Möglichkeit verloren, den Menschen auf dasjenige zu beziehen, was außerhalb des Irdischen liegt. Und mit einer wirklich unverkennbaren Deutlichkeit, wenn sich die Menschen dies auch nicht klar machen, wenn es ihnen auch im Unbewußten bleibt, spricht heute zum Menschengemüt etwas, was den Menschen geradezu energisch auffordert, wieder den Blick zum Übersinnlichen seines Wesens — und damit zum Wesen der Welt — zu richten. Denn wir haben ja im Laufe der letzten Jahrhunderte den Materialismus auch für die Menschenerkenntnis bekommen. Was ist denn dieser Materialismus?
[ 4 ] When we speak of the “supersensible” human being, we immediately set ourselves in opposition to the way people speak of human beings today. In fact, even among those with an idealistic outlook, it has long been the case that one does not speak of the “supersensible” human being. In the common education and understanding of the present day, one does not speak of the human being who passes through births and deaths. For over the course of centuries, it has become something taken for granted—something instilled in children as early as school—that the modern worldview has shown how the Earth is something like a speck of dust in the vastness of the universe. On this speck of dust, moving at breakneck speed through the universe—as, of course, an even smaller speck of dust—is the human being, who is insignificant in the cosmic sense. But because this view of the earthly speck of dust has, so to speak, taken root in every mind—and thus also in every heart—we have today completely lost the ability to relate human beings to that which lies beyond the earthly realm. And with truly unmistakable clarity—even if people do not realize this, even if it remains in their unconscious—something speaks to the human soul today that virtually urges people to turn their gaze once more toward the supersensible aspect of their being—and thus toward the essence of the world. For over the course of the last few centuries, we have also come to embrace materialism in our understanding of humanity. What, then, is this materialism?
[ 5 ] Der Materialismus ist die Weltanschauung, die den Menschen betrachtet insofern er hervorgegangen ist aus den Substanzen und Kräften dieser Erde. Und wenn auch mancher betont, der Mensch bestehe nicht bloß aus den Substanzen und Kräften dieser Erde, so haben wir doch keine Wissenschaft, die sich mit dem am Menschen beschäftigt, was nicht aus den Substanzen und Kräften dieser Erde kommt. Deshalb ist heute die Behauptung von vielen, die es von ihrem Standpunkt aus gut meinen, daß irgendwie das Ewige in dem Menschen dennoch verstanden werden könne, eine nicht ganz ehrliche. Dieser Materialismus ist ja nicht bloß da zum Widerlegen. Es ist heute schon etwas durchaus Dilettantisches, den Materialismus immer nur widerlegen zu wollen. Die theoretischen Anschauungen, die sich auf den Materialismus berufen, die eine geistige Welt entweder in Zweifel ziehen oder ganz ableugnen, oder wenigstens die Erkenntnis von ihr in Zweifel ziehen oder ableugnen, diese Gesichtspunkte sind ja nicht das, was in erster Linie in Betracht kommt. Sondern was da in erster Linie in Betracht kommt, ist das ungeheuer Imponierende, das Bedeutungsvolle des Materialismus. Was nützt es denn schließlich, wenn die Leute aus irgendeinem Gemütszustande oder aus der relgiösen Tradition heraus sagen, das Denken des Menschen, das Fühlen des Menschen, das Wollen des Menschen müsse doch etwas Selbständiges sein außerhalb des Gehirns, und die Wissenschaft der heutigen Zeit kommt dann und trägt — entweder durch das eine oder das andere Mittel, meistens dadurch, daß man an pathologischen Zuständen Gehirnforschung anstellt — Stück für Stück vom Gehirn ab und trägt damit scheinbar auch Stück für Stück die Seele des Menschen ab? Was nützt es weiter, wenn wir aus irgendeinem Gemütszustande ‚oder aus der religiösen Tradition heraus von der Unsterblichkeit des Seelenlebens sprechen — und wenn dieses Seelenleben zum Beispiel erkrankt ist, uns gar nichts anderes einfallen kann, als zunächst an die Heilung des Gehirns oder des Nervensystems überhaupt zu denken? Das alles aber hat uns der Materialismus gebracht. Und viele, die heute den Materialismus widerlegen wollen, wissen eigentlich nicht, was sie tun; denn sie ahnen nicht, welche ungeheuere Bedeutung die Detailkenntnisse haben, die der Materialismus gebracht hat. Und sie ahnen nicht, was für eine Konsequenz für das Ganze der Menschenerkenntnis der Materialismus gebracht hat.
[ 5 ] Materialism is the worldview that regards human beings insofar as they have emerged from the substances and forces of this earth. And even if some insist that human beings do not consist solely of the substances and forces of this earth, we still have no science that deals with those aspects of human beings that do not originate from the substances and forces of this earth. That is why the claim made today by many—who mean well from their own standpoint—that the eternal aspect of the human being can somehow still be understood is not entirely honest. This materialism is not merely there to be refuted. Today, it is already quite amateurish to want to do nothing but refute materialism. The theoretical views that invoke materialism—which either cast doubt on or entirely deny a spiritual world, or at least cast doubt on or deny knowledge of it—these perspectives are not, after all, what must be considered first and foremost. Rather, what must be considered first and foremost is the immensely impressive and significant nature of materialism. After all, what good does it do if people, out of some state of mind or religious tradition, say that human thought, human feeling, and human will must surely be something independent outside the brain, and then modern science comes along and—either by one means or another, most often by conducting brain research on pathological conditions — piece by piece from the brain, and in doing so seemingly also strips away the human soul piece by piece? What good does it do if, out of some emotional state or religious tradition, we speak of the immortality of the soul—and yet, when this soul is afflicted, for example, we can think of nothing else but first and foremost the healing of the brain or the nervous system as a whole? But materialism has brought us all of this. And many who today seek to refute materialism do not really know what they are doing; for they do not realize the immense significance of the detailed knowledge that materialism has brought. Nor do they realize the far-reaching consequences that materialism has had for the entirety of our understanding of humanity.
[ 6 ] Das wollen wir uns einmal als Ausgangspunkt vor die Seele stellen. Wir schauen den Menschen an, so wie ihn die heutige Wissenschaft erkennen kann, und gehen dabei ganz ehrlich zu Werke. Dann wird sich uns etwas offenbaren. Aus allem, was Physiologie, Biologie, Chemie und so weiter aufbringen können, um den Menschen zu erklären, wird man erkennen, wie die verschiedenen Stoffe und Kräfte der Welt und der Erde sich zusammensetzen, um aufzubauen Muskeln, Nervensystem, Blutsystem, aufzubauen die einzelnen Sinne und so weiter — kurz, den ganzen Menschen, von dem die heutige Wissenschaft spricht. Es liegt dabei ein eigentümliches Faktum vor. Wir gehen zunächst so an diese Wissenschaft heran, wie sie heute, mit Recht, am erfolgreichsten auftritt. Wir nehmen zum Beispiel jene Menschenkenntnis, die dem zugrunde liegt, was heute der Arzt an der Hochschule als Grundlage seines Heilens lernen muß. Wir nehmen das, was er zunächst in den vorbereitenden Wissenschaften, was er dann in den für die Medizin grundlegenden Wissenschaften über den Menschen erfährt. Wir denken uns das alles gewissermaßen in ein Handbuch zusammengefaßt, was der Arzt lernen muß über den Menschen. Und da ist ja alles zusammengefaßt — wenn es auch ein Kompendium ist —, was man wissen muß über den Menschen, zusammengefaßt bis zu der Stufe, wo der Arzt dann zu seinen Spezialerkenntnissen übergeht. Und wir fragen uns: Was ist das? Was erkennt man da vom Menschen?
[ 6 ] Let us take this as our starting point. Let us look at human beings as modern science understands them, and let us approach this with complete honesty. Then something will be revealed to us. From everything that physiology, biology, chemistry, and so on can bring to bear in explaining the human being, we will come to recognize how the various substances and forces of the world and the Earth combine to build muscles, the nervous system, the circulatory system, the individual senses, and so on—in short, the whole human being of whom modern science speaks. There is a peculiar fact at work here. We will first approach this science in the way it is most successfully practiced today—and rightly so. We will take, for example, that knowledge of human nature that underlies what a medical student must learn at the university as the foundation of his healing practice. We will take what he first learns in the preparatory sciences and then in the sciences fundamental to medicine regarding the human being. Let us imagine all of this summarized, as it were, in a handbook of what the physician must learn about human beings. And there, everything is summarized—even if it is a compendium—that one must know about human beings, summarized up to the point where the physician then moves on to his specialized knowledge. And we ask ourselves: What is this? What does one learn about human beings from this?
[ 7 ] Man erkennt außerordentlich viel, man erkennt alles, was man heute erkennen kann. Denn gehen wir irgendwo von dieser Ecke aus in eine andere Ecke und schauen bei den Psychologen, bei den Seelenerkennern nach, dann wird die Geschichte eigentlich recht zweifelhaft, recht fragwürdig. Da wird man sogleich gewahr, daß in der Naturwissenschaft, die zum Beispiel dem ernsten Studium zugrunde gelegt wird, gediegene Forschungsresultate enthalten sind. Sie sind so gediegen, daß zumeist jene, die sie vortragen, gar nicht der Gediegenheit gewachsen sind. Die Studenten langweilen sich zumeist fürchterlich bei den Dingen, die als Vorbereitung zum Studium an sie herangebracht werden. Das liegt aber nicht an der Naturwissenschaft, sondern das liegt nur an denen, die sie behandeln. Man sollte daher nie von der «langweiligen Naturwissenschaft», sondern nur von den «langweiligen Professoren» reden. An der Naturwissenschaft liegt es wirklich nicht, die bietet tatsächlich Gediegenes. Ich möchte sagen: Wenn die Leute, die heute oftmals Naturwissenschaft vorbringen, noch so sehr von allen guten Geistern verlassen sind — die Naturwissenschaft selbst, sie arbeitet mit guten Geistern!
[ 7 ] One comes to understand an extraordinary amount; one comes to understand everything that can be understood today. For if we move from this corner to another and look to the psychologists, to those who study the soul, then the whole story actually becomes quite dubious, quite questionable. There one immediately realizes that the natural sciences—which, for example, form the basis of serious academic study—contain sound research results. They are so sound that, for the most part, those who present them are not at all a match for that soundness. Students are usually terribly bored by the material presented to them as preparation for their studies. But this is not the fault of the natural sciences; it is solely the fault of those who teach them. One should therefore never speak of “boring natural science,” but only of “boring professors.” It really isn’t the fault of natural science; it actually offers something of substance. I would like to say: No matter how far removed from their senses the people who often present natural science today may be—natural science itself works with sound minds!
[ 8 ] Aber gehen wir dann von dem, was da als Ergebnisse von außerordentlich gediegener Forschung dargeboten werden kann, etwa zu den Psychologen und Philosophen, und sehen wir, wie diese über die Seele oder gar über das Ewige im Menschen sprechen, dann werden wir bald gewahr, wenn wir über das, was traditionell von früheren Zeiten Überkommenes ist, hinausgehen — es sind Worte, nichts als Worte, mit denen der Mensch eigentlich nichts anfangen kann. Wenn der Mensch heute mit seinen tiefsten Seelenbedürfnissen an eine Philosophie oder Psychologie herangeht, so wird er das nicht nur langweilig finden müssen, sondern er findet überhaupt nichts mehr über das, wonach man fragt.
[ 8 ] But if we then turn from what is presented there as the results of exceptionally sound research—for example, to psychologists and philosophers— and see how they speak of the soul or even of the eternal in human beings, then we will soon realize that when we go beyond what has traditionally been handed down from earlier times—these are words, nothing but words, with which human beings can actually do nothing. When people today approach philosophy or psychology with their deepest spiritual needs, they will not only find it boring, but they will find absolutely nothing at all about what they are seeking.
[ 9 ] Daher kann man sagen: Wirkliche Erkenntnis bietet heute dem, der sie sucht, eigentlich nur die Naturwissenschaft. Aber was lehrt die Naturwissenschaft vom Menschen? Sie lehrt das, was am Menschen mit der Geburt oder Empfängnis entsteht und mit dem Tode vergeht. Nichts anderes! Wenn man ehrlich sein will, so hat sie nichts anderes. Daher ist es für den, der auf diesem Gebiete ehrlich sein will, nicht anders möglich, als seinen Blick auf das zu richten, was heute nicht mit den üblichen naturwissenschaftlichen Mitteln erreicht werden kann, das heißt, eine wirkliche Seelen- und Geisteswissenschaft zu begründen, die wiederum auf einer Erfahrung und Beobachtung von Geistigem beruht, wie die alte Geisteserkenntnis. Und das kann nicht anders geschehen als mit den Mitteln, die Sie angegeben finden in meinen Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», «Die Geheimwissenschaft» und anderen, indem sich der Mensch dadurch in die Möglichkeit versetzt, das Geistige wirklich zu schauen und darüber so zu sprechen, wie er über das spricht, was im Sinnlich-Materiellen vorliegt und zu einer gediegenen Naturwissenschaft geführt hat. Alles, was auf der Erde den Sinnen gegeben ist, was herangebracht werden kann an das Experiment, das ist natürlich noch nicht abgeschlossen, aber es ist auf gutem Wege. Doch das alles liefert nur Erkenntnisse über den vergänglichen, den sinnlichen, den zeitlichen Menschen. Daher können wir gar nicht über das Irdische hinausschauen, wenn wir mit diesen Mitteln den Menschen erfassen wollen. Denn schauen wir bloß auf das Irdische, so schauen wir nur auf das, was vom Menschen vergänglich ist.
[ 9 ] Therefore, one can say: Today, true knowledge is really only offered to those who seek it through the natural sciences. But what do the natural sciences teach us about human beings? They teach us what arises in a human being at birth or conception and ceases with death. Nothing else! If one is to be honest, that is all it has to offer. Therefore, for anyone who wishes to be honest in this field, there is no other option but to turn their gaze toward what cannot be attained today by conventional scientific means—that is, to establish a true science of the soul and spirit, one that, like the ancient spiritual knowledge, is based on experience and observation of the spiritual realm. And this can only be achieved through the methods you will find described in my books How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?, Occult Science, and others, whereby a person enables themselves to truly perceive the spiritual and to speak of it in the same way they speak of what exists in the sensory-material realm—a process that has led to a sound natural science. Everything on Earth that is accessible to the senses, everything that can be subjected to experimentation—this, of course, is not yet complete, but it is well on its way. Yet all of this provides insights only into the transitory, the sensory, the temporal human being. Therefore, we cannot look beyond the earthly realm if we wish to understand the human being through these means. For if we look only at the earthly, we look only at what is transitory in the human being.
[ 10 ] Das ist aber, wie wir noch sehen werden, das, was aus sich überhaupt nicht verstanden werden kann. Damit werden wir aufgefordert, von der Erde abzusehen und in die Erdenumgebung zu schen. Aber wenn die heutige Wissenschaft in die Erdenumgebung sieht, berechnet sie höchstens die Entfernung der Sterne, sie beschreibt die Wege der Sterne, richtet das Spektroskop nach den Sternen und sagt, inwiefern die Lichterscheinungen, die da zutage treten, darauf schlieBen lassen, daß die Sterne dieselben Stoffe in sich hätten, wie sie auf der Erde verbreitet sind. Diese Wissenschaft vom Überirdischen, vom Außerirdischen kommt ja selbst nicht über die Erde hinaus, sie kann das nicht. Und so möchte ich Ihnen denn heute zum Ausgangspunkte einiges hinstellen, was sich in den einzelnen Ausführungen immer mehr und mehr bewahrheiten wird.
[ 10 ] But this, as we shall yet see, is something that cannot be understood in and of itself. It calls on us to look beyond the Earth and into the Earth’s surroundings. But when modern science looks into the Earth’s surroundings, at most it calculates the distances to the stars, describes their paths, directs the spectroscope toward them, and states to what extent the light phenomena that become apparent there suggest that the stars contain the same substances as those found on Earth. This science of the supernatural, of the extraterrestrial, does not itself extend beyond the Earth; it is incapable of doing so. And so today I would like to present to you, as a starting point, a few ideas that will prove true more and more in the course of the individual presentations.
[ 11 ] Richten wir den Blick, statt mit der gegenwärtigen Wissenschaft auf die Erde, hinaus in das, was sich außerhalb des Irdischen den Sinnen darbietet, richten wir den Blick in die Sternenwelt hinaus, so treffen wir zunächst das Planetensystem, diejenigen Himmelskörper, die sich in einer gewissen Beziehung erweisen als zusammengehörig mit der Erde; die Bewegungen ausführen, von denen man heute glaubt gefunden zu haben, daß sie ähnlich der Erdbewegung Bewegungen um die Sonne sind — und Bewegungen, die ausgeführt werden im Weltenraume mit der Sonne zugleich in irgendeiner Richtung und so weiter. Ja, das ist das, was sich heute beobachten und errechnen läßt. Aber das gibt nichts, was man irgendwie an den Menschen heranbringen kann. Man könnte sagen: Man hat nichts von dieser Beobachtung für den Menschen.
[ 11 ] If, instead of focusing our gaze on the Earth as current science does, we turn our gaze outward to what presents itself to the senses beyond the earthly realm—if we turn our gaze out into the world of the stars—we first encounter the planetary system, those celestial bodies that, in a certain sense, are shown to be connected to the Earth; which perform movements that are now believed to be similar to the Earth’s movement—orbiting the Sun—and movements that are carried out in outer space together with the Sun in a certain direction, and so on. Yes, that is what can be observed and calculated today. But it offers nothing that can in any way be conveyed to human beings. One might say: There is nothing in this observation that benefits human beings.
[ 12 ] Übersinnliches Schauen führt sogleich auf etwas anderes. Da richten wir den Blick hinaus darauf, wie die der Erde nächsten Planeten außerhalb der Erde stehen: Saturn, Jupiter, Mars, dann die Erde selbst, Merkur, Venus, Mond. Da rechnen wir den Mond nicht bloß zu den Nebenplaneten, sondern zu dem, was planetarisch der Erde gleichgesetzt werden kann. In bezug auf die Planeten errechnet nun die heutige Wissenschaft, daß zum Beispiel der Saturn, der einen weiten Weg zu machen hat, sehr lange Zeit braucht, dreißig Jahre, um herumzugehen um die Sonne, daß der Jupiter schon viel weniger braucht, Mars noch weniger. Wir schauen also einmal nach dem gestirnten Himmel hinaus, sehen einen Stern, einen Planeten, an einem bestimmten Ort, an einem bestimmten Punkt, irgendwo sehen wir einen anderen Planeten, den Saturn, den Jupiter, und so fort. Alles was sich da dem sinnlichen Auge zunächst zeigt, dort der Jupiter, da der Saturn, das alles hat auch eine Äthersphäre, das alles ist in eine feine Substantialität, in den Äther eingebettet. Kann man den Äther mitschauen, so sieht man, wie zum Beispiel der Saturn, dieser so merkwürdig gestaltete Planet — die Kugel für den äußeren Anblick, die Ringe ringsherum —, wie dieser Saturn um sich herum im Äther etwas ausführt. Dieser Saturn ist nicht untätig gegenüber dem Äther, der die ganze planetarische Sphäre einhüllt und enthält; dieser Saturn strahlt, wenn man ihn geistig anschaut, Kräfte aus, er strahlt etwas aus, was sich als Gestaltung wahrnehmen läßt. Was sich physisch am Saturn zeigt, ist ja nur ein Teil, ist sogar etwas, was vor der geistigen Anschauung nach und nach verschwindet. Von der geistigen Anschauung hat man das Gefühl, die Geister der Welt wollen uns den Saturn an seinen Ort hinstellen, damit wir eine Richtlinie haben, wo wir hinschauen sollen. Schauen wir aber mit dem geistigen Auge hin, dann ist es so, wie wenn einer etwas auf eine Tafel zeichnete, nur um einen Anhaltspunkt zu geben, dann ringsherum etwas hinzeichnete und dann diese Anhaltspunkte wieder auslöschte. Das geschieht in der geistigen Anschauung von selbst: Der Saturn wird ausgelöscht, was aber ringsherum ist, wird immer deutlicher und deutlicher. Das spricht eine wunderbare Sprache. Und hat man es dahin gebracht, daß der Saturn ausgelöscht wird und man das schaut, was sich in den Äther hineinarbeitet, dann dehnt sich dies aus bis an den Jupiter. Der Jupiter macht es wiederum so. Er löscht sich ebenfalls aus; was sich in den Äther hineinarbeitet, dehnt sich aus, sogar sehr weit, und es entsteht wieder eine Gestaltung im Äther, die mit der Gestaltung des Saturn zusammen ein Bild gibt. Und dann kommt man zum Mars, da ist es wiederum so. Dann kommt man zur Sonne. Da ist es aber so, daß, während die äußere, die physische Sonne blendet, dies bei der geistigen Sonne nicht der Fall ist, da löscht sich alles Blendende mit der geistigen Sonne rasch aus. Und man bekommt mit allem, was sich da in den Äther hineinzeichnet, ein ungeheuer lebendiges Bild bis hin zum Merkur, zur Venus, zum Mond.
[ 12 ] Supersensible perception immediately leads us to something else. There we turn our gaze outward to see how the planets closest to Earth are situated beyond it: Saturn, Jupiter, Mars, then Earth itself, Mercury, Venus, and the Moon. We do not merely count the Moon among the minor planets, but rather among those that can be equated with Earth in a planetary sense. With regard to the planets, modern science calculates that, for example, Saturn—which has a long way to travel—takes a very long time, thirty years, to orbit the Sun; that Jupiter takes much less time, and Mars even less. So let us look out at the starry sky; we see a star, a planet, in a certain place, at a certain point; somewhere else we see another planet—Saturn, Jupiter, and so on. Everything that first presents itself to the physical eye—Jupiter there, Saturn there—all of it also has an etheric sphere; all of it is embedded in a subtle substance, in the ether. If one can perceive the ether as well, one sees, for example, how Saturn—this strangely shaped planet, with its sphere visible from the outside and its rings all around—how this Saturn performs a certain action within the ether around itself. This Saturn is not inactive in relation to the ether, which envelops and contains the entire planetary sphere; when viewed spiritually, this Saturn radiates forces; it radiates something that can be perceived as a form. What appears physically on Saturn is, after all, only a part—indeed, something that gradually disappears from spiritual vision. Through spiritual contemplation, one has the feeling that the spirits of the world wish to place Saturn in its proper place so that we may have a guide for where to direct our gaze. But when we look with the spiritual eye, it is as if someone were to draw something on a blackboard merely to provide a point of reference, then sketch something around it, and finally erase those reference points again. This happens of its own accord in spiritual vision: Saturn is erased, but what surrounds it becomes clearer and clearer. This speaks a wondrous language. And once one has reached the point where Saturn is erased and one observes what is working its way into the ether, this expands all the way to Jupiter. Jupiter, in turn, does the same. It, too, fades away; what works its way into the ether expands—even very far—and a new formation arises in the ether, which, together with Saturn’s formation, creates a picture. And then one comes to Mars, where the same thing happens again. Then one comes to the Sun. There, however, while the outer, physical Sun is dazzling, this is not the case with the spiritual Sun; with the spiritual Sun, everything dazzling quickly fades away. And with everything that is imprinted into the ether there, one receives an immensely vivid image extending all the way to Mercury, Venus, and the Moon.
[ 13 ] So haben wir die verschiedenen Teilbilder, und Sie können nun sagen: Diese Bilder sind natürlich zu manchen Zeiten so, daß der Saturn zum Beispiel bei seiner Bewegung zuweilen an einem Orte steht, wo er mit dem Bilde des Jupiter nicht zusammenkommen kann. Aber merkwürdigerweise ist auch dafür gesorgt, denn das, was man da sieht, das formt sich nämlich in einer merkwürdigen Weise zusammen. Es gibt eine Linie in der Erde: wenn man die von einem bestimmten Punkte, der im Osten von uns, in Asien liegt, durch den Erdenmittelpunkt nach der anderen Seite zieht und dann hinausverlängert ins Weltenall, dann wird diese Linie außerordentlich bedeutsam für das ganze Schauen. Ist der Saturn außerhalb dieser Linie, so ist man veranlaßt, das Bild, das man von ihm bekommen hat, bis zu dieser Linie hinüberzutragen. Da fixiert es sich. Diese Bilder fixieren sich immer für das Anschauen durch diese Linie. (Es wird gezeichnet.) Also, wenn man irgendwo das Jupiter- oder Saturnbild sieht gewiß, man muß sie sich aufsuchen, aber dann fixieren sie sich durch diese Linie. Man bekommt auf diese Weise ein ganz einheitliches Bild. Unser Planetensystem gibt uns, wenn wir es auf diese Weise schauen, ein einheitlich gestaltetes Bild. Und wissen Sie, was dieses einheitlich gestaltete Bild ist? Man enträtselt es sich und kommt darauf, was es ist: Dieses Bild gibt uns einen allgemeinen Abdruck von dem, was menschliche Haut ist mit Einschluß der Sinnesorgane. Wenn Sie vom Menschen die Haut nehmen mit Einschluß der Sinnesorgane und Sie versuchen sich davon das Himmelsbild zu zeichnen, so ist es das, was ich jetzt eben beschrieben habe. Es zeichnet das Planetensystem in den kosmischen Äther hinein das, was im Menschen, spezialisiert durch die Erdenverhältnisse, vorhanden ist in dem Raumesbild der Hautoberfläche mit Einschluß der Sinnesorgane. Da haben wir das erste: Wir schließen den Menschen, der auf der Erde steht, seiner Gestalt nach, die ihm gegeben wird durch die Formen seiner Hautumhüllung, an das Planetensystem an, das in den Äther hinein das Himmels-Urbild des irdischen Menschen gestaltet, bildet, formt.
[ 13 ] So we have these various partial images, and you might now say: Of course, at certain times these images are such that Saturn, for example, in its motion, is sometimes in a position where it cannot align with the image of Jupiter. But curiously enough, provision has been made for this as well, for what one sees there actually comes together in a remarkable way. There is a line within the Earth: if one draws this line from a specific point—located east of us, in Asia—through the center of the Earth to the other side and then extends it out into the cosmos, this line becomes extraordinarily significant for the entire vision. If Saturn lies outside this line, one is led to carry the image one has received of it across to this line. There it becomes fixed. These images always become fixed for observation through this line. (A drawing is made.) So, when one sees the image of Jupiter or Saturn somewhere—certainly, one must seek them out—they then become fixed through this line. In this way, one obtains a completely unified image. When we view our planetary system in this way, it presents us with a unified image. And do you know what this unified image is? One unravels it and realizes what it is: This image gives us a general impression of what human skin is, including the sense organs. If you take the human skin—including the sense organs—and try to draw the image of the heavens from it, that is exactly what I have just described. It traces the planetary system into the cosmic ether—that which is present in the human being, specialized by earthly conditions, in the spatial image of the skin’s surface, including the sense organs. There we have the first point: We connect the human being standing on Earth—in terms of the form given to them by the shapes of their skin—to the planetary system, which shapes, forms, and creates the celestial archetype of the earthly human being within the ether.
[ 14 ] Das zweite ist folgendes. Wir sehen die Planeten in Bewegung. Wir gehen jetzt über zu dem, wie sich die Planeten bewegen. Wenn wir einen einzelnen Planeten anschauen, so bekommen wir nach dem ptolemäischen System ein bestimmtes Bild seiner Bahn, ebenso bekommen wir nach dem kopernikanischen System ein Bild seiner Bahn. Das mag alles sein. Die einzelnen Bilder der Bewegungen kann man in der verschiedensten Weise interpretieren, aber wichtig ist vielmehr, daß man imstande ist, alle diese Bewegungen zusammenzuschauen. Der Saturn, der den weitesten Weg hat, am längsten braucht, um seinen Weg zu vollenden, er gibt in seiner Bewegung mit der Bewegung des Jupiter zusammen ein Bild. Und wenn man so hinschaut, dann entsteht aus allen den Bewegungen dieser Planeten ein Ganzes. Und dieses Bild, das so aus den Bewegungen der Planeten entsteht, kann man wiederum auffassen; es ist so, daß es sich nicht so darstellt, wie die Astronomie nun diese Bewegungen zum Ausdruck bringt. Da ist zum Beispiel das Merkwürdige, daß für die geistige Anschauung sich nicht solche Ellipsenbilder etwa ergeben, wie sie die Astronomie hinstellt, sondern wenn wir zum Beispiel den Saturn verfolgen, dann zeigt er uns etwas, was sich da mit anderen Bewegungen zusammenschließt zu der Figur eines Achters, zu einer Art Lemniskate. Und da hinein spielen alle möglichen anderen Bewegungen der Planeten. Das gibt wieder ein Bild. Und dieses Bild, das wir da bekommen aus den Planetenbewegungen heraus, stellt sich uns dar als jenes Bild, das wir als das Himmelsbild demjenigen zugrundelegen können, was sich im Menschen in den Nerven und den benachbarten Drüsen zum Ausdruck bringt. Wenn wir also von der menschlichen Haut und den Sinnesorganen, die in ihr eingeschlossen sind, die wir urgebildet finden in der Anordnung der Planeten, wie sie sich der geistigen Anschauung ergibt, wenn wir von da übergehen zu den Bewegungen der Planeten und diese zusammenschauen, so wird es so gehen, daß wir, wenn wir den Umriß der menschlichen Gestalt zeichnen, das Gefühl bekommen können: In dieser Umrißzeichnung geben wir wieder die Gestalt des Planetensystems. Und wenn wir einzeichnen das Nervensystem und dazu die absondernden Drüsen, dann müssen wir, wenn wir es sachgemäß nach dem Anschauen tun, bei jedem Strich das Gefühl haben, da hinein zeichnest du das physische Abbild der geschauten Bewegungen des ganzen Planetensystems.
[ 14 ] The second point is as follows. We see the planets in motion. We will now turn to how the planets move. When we look at a single planet, according to the Ptolemaic system we get a certain picture of its orbit, and likewise, according to the Copernican system, we get a picture of its orbit. That may all be true. The individual pictures of the movements can be interpreted in a wide variety of ways, but what is far more important is that we are able to view all these movements together. Saturn, which travels the farthest distance and takes the longest to complete its orbit, forms a picture in its movement when combined with the movement of Jupiter. And when we look at it this way, a whole emerges from all the movements of these planets. And this picture, which arises in this way from the movements of the planets, can in turn be understood; it is not presented in the same way that astronomy currently expresses these movements. For example, there is the curious fact that spiritual contemplation does not yield the kind of elliptical patterns that astronomy presents; rather, when we observe Saturn, for instance, it reveals something that, in conjunction with other movements, forms the shape of a figure-eight, a kind of lemniscate. And all manner of other planetary movements play a role within this. This, in turn, yields another image. And this image, which we derive from the planetary movements, presents itself to us as the very image—the celestial image—that we can use as the foundation for what finds expression in human beings in the nerves and the adjacent glands. So when we consider the human skin and the sense organs enclosed within it—which we find primordially formed in the arrangement of the planets as it appears to spiritual contemplation—and when we move from there to the movements of the planets and view them together, it will be the case that, as we sketch the outline of the human form, we may get the feeling: In this outline drawing, we are reproducing the form of the planetary system. And when we draw in the nervous system and the secretory glands, then—if we do so correctly based on our observation—with every stroke we must have the feeling that we are drawing into it the physical image of the observed movements of the entire planetary system.
[ 15 ] Und nun kann der Mensch selber vorrücken in seiner Anschauung, in der geistigen Anschauung der Welt. Er ist so weit gekommen, daß er, wie ich es jetzt beschrieben habe, ein Bewegungsbild bekommen hat von den Planeten, indem er eingezeichnet hatte die menschlichen Nerven mit den benachbarten Drüsen. Aber jetzt kann er weiterkommen in der Erkenntnis. Dann werden die einzelnen Bewegungen verschwinden. Wenn wir von der Imagination hinaufsteigen zur Inspiration, so verschwinden die Einzelbewegungen. Das ist außerordentlich bedeutungsvoll. Das, was man im engeren Sinne Schauen nennen kann, verschwindet aus dem ganzen Bilde heraus, auf einmal ist es dann weg. Aber jetzt fängt man an, geistig zu hören. Was vorher Bewegung war, wird undeutlich, schwimmt ineinander. Man hat zuletzt nur noch ein Nebelbild vor sich. Aber aus diesem Nebelbilde formt sich die Weltenmusik, und die Weltenrhythmen werden für uns geistig hörbar. Und mit Bezug auf diese Weltenrhythmen können wir uns dann fragen: Was müssen wir nun an unserem Umrißbilde tun, nachdem wir das erste getan haben?
[ 15 ] And now the human being can advance further in his perception—in his spiritual perception of the world. He has come so far that, as I have just described, he has gained a dynamic picture of the planets by mapping out the human nerves along with the adjacent glands. But now he can go further in his understanding. Then the individual movements will disappear. When we ascend from imagination to inspiration, the individual movements disappear. This is extraordinarily significant. What can be called “seeing” in the narrower sense vanishes from the entire picture; suddenly it is gone. But now one begins to hear spiritually. What was previously movement becomes indistinct, merging into one another. In the end, one is left with nothing but a misty image. But from this misty image, the music of the worlds takes shape, and the rhythms of the worlds become spiritually audible to us. And with regard to these rhythms of the worlds, we can then ask ourselves: What must we now do with our outline image, now that we have done the first thing?
[ 16 ] Wir wissen, man kann mit der menschlichen Kunst manches transformieren. Wenn wir die Umrißlinie des Menschen zeichnen und das Nervensystem einzeichnen, so haben wir das Gefühl, da malen oder zeichnen wir in ganz richtigem Sinne. Aber was wir da hören in der Weltenmusik, können wir nicht unmittelbar malen, denn das sind Rhythmen, sind Melodien. Und wollten wir das einzeichnen in unsere Umrißzeichnung, so müßten wir in Anlehnung und in Verfolgung des Nervensystems, das wir eingezeichnet haben, nun so zeichnen, daß wir jetzt einen Pinsel nehmen, rasch ein Rot an irgendeine Stelle setzen, dann rasch ein Blau, wieder rasch ein Rot, dann wieder ein Blau und so weiter, und so das ganze Nervensystem entlang. Und an bestimmten Stellen zuckt es uns dann, da können wir nicht weiter, da müssen wir ausgreifen und etwas Besonderes hinmalen, das drückt dann das aus, was wir da hören. Man kann das, was man da hört, umsetzen in Zeichnung, aber wenn man es einsetzen will in die Umrißlinie, dann ist man genötigt, an bestimmten Stellen auszuweiten, ein ganz anderes Gebilde zu machen, weil da dasjenige, was vorher so verlief wie Rhythmus, Blau-Rot, Blau-Rot, Blau-Rot und so weiter, zur Melodie wird. Da sind wir genötigt, anderes hineinzumalen, ein Gebilde hinzumalen, was uns die Melodie singt. — Weltenrhythmen, Weltenmelodie! Und wenn wir das Ganze da hineingezeichnet haben, dann ist herausgekommen die räumlich-versinnlichte Weltenmusik, wie sie sich ergibt, wenn die Bewegungen der Planeten in Nebel verschwinden und dann die Weltenmusik für das geistige Ohr hörbar wird. Und was wir da eingezeichnet haben, das sind die Blutbahnen. Und wenn wir dann zu einem Organ kommen, zu Herz oder Lunge, zu solchen Organen, die von außen etwas aufnehmen oder auch von innen aus dem Leibe heraus Stoffe aufnehmen, wenn wir da herankommen, dann müssen wir etwas malen, was sich in einer gewissen Beziehung an die Blutbahnen ansetzt: da kommen dann heraus Herz, Lungen, Leber, Nieren, Magen. Und wir zeichnen diese Organe, die mit den Blutbahnen etwas zu tun haben, die Absonderungsorgane sind — die Sekretion kann dazu kommen —, wir zeichnen sie jetzt in unsere Umrißzeichnung in das Blutsystem hinein aus der Weltenmusik heraus.
[ 16 ] We know that human art can transform many things. When we draw the outline of a human figure and sketch in the nervous system, we feel that we are painting or drawing in the truest sense of the word. But what we hear in the music of the worlds, we cannot paint directly, for these are rhythms and melodies. And if we wanted to incorporate that into our outline drawing, we would have to—following the nervous system we’ve drawn—now draw in such a way that we take a brush, quickly apply a touch of red somewhere, then quickly a touch of blue, again quickly a touch of red, then blue again, and so on, all along the entire nervous system. And at certain points it tugs at us—we can’t go any further there; we have to reach out and paint something special, which then expresses what we hear there. You can translate what you hear there into a drawing, but if you want to incorporate it into the outline, you’re forced to expand in certain places, to create an entirely different form, because what previously unfolded as a rhythm—blue-red, blue-red, blue-red, and so on—becomes a melody. There we are compelled to paint something else into it—to paint a form that the melody sings to us. — Rhythms of the worlds, melodies of the worlds! And once we have drawn the whole of this in, what emerges is the spatially sensed music of the worlds, as it arises when the movements of the planets vanish into nebulae and the music of the worlds then becomes audible to the spiritual ear. And what we have drawn there are the blood vessels. And when we then come to an organ—the heart or lungs, organs that take in substances from the outside or also absorb substances from within the body—when we approach them, we must draw something that, in a certain sense, attaches itself to the blood vessels: this is how the heart, lungs, liver, kidneys, and stomach emerge. And we draw these organs, which are connected to the blood vessels and are excretory organs—secretion may also be involved—we now draw them into our outline of the circulatory system, emerging from the music of the worlds.
[ 17 ] Nun schreiten wir weiter, von der Inspiration zur Intuition. Da entsteht aus der Weltenmusik noch etwas ganz Besonderes. Das entsteht, daß sich die Töne zusammenformen, der eine Ton auf den anderen eine Wirkung ausübt und Sinn bemerkbar wird innerhalb dieser Weltenmusik. Die Weltenmusik verwandelt sich in die Sprache der ganzen Welt. Was man zusammenfassen sollte unter dem Worte Weltensprache, kosmische Sprache, das wird hörbar. Man faßte es in früheren Zeiten zusammen unter dem «Weltenwort». Das Weltenwort wird hörbar. Und indem es hörbar wird, sind wir wieder gedrängt, nun etwas Weiteres hineinzuzeichnen in das, was wir vom Menschen gegeben haben. Dessen werden wir uns schon bewußt. Wir müssen da so verfahren, wie wir trivial beim menschlichen Schreiben oder Zeichnen verfahren, wo wir etwas ausdrücken durch die Wortgebilde, die als Buchstaben geformt sind, so müssen wir das, was die Bedeutung der einzelnen Weltenworte ist, ausdrücken. Und wir finden nun, wenn wir die einzelnen Weltenworte ausdrücken und es hineinbringen in diese Zeichnung — geradeso wie wenn einem jemand etwas sagt, und man schreibt es auf, so sagt Ihnen die Weltensprache etwas und Sie zeichnen es ein —, da entsteht innerhalb dieser Zeichnung das Muskel- und Knochensystem daraus.
[ 17 ] Now let us move on, from inspiration to intuition. Something very special emerges from the music of the worlds. What emerges is that the tones coalesce, one tone exerts an influence on another, and meaning becomes perceptible within this music of the worlds. The music of the worlds transforms into the language of the entire world. What should be summarized under the terms “language of the world” or “cosmic language” becomes audible. In earlier times, this was summarized as the “World Word.” The World Word becomes audible. And as it becomes audible, we are once again compelled to incorporate something further into what we have described regarding the human being. We are already becoming aware of this. We must proceed here just as we do, in a trivial sense, when writing or drawing as human beings—where we express something through word forms shaped as letters—so too must we express the meaning of the individual World Words. And we find that when we express the individual world words and incorporate them into this drawing—just as when someone tells you something and you write it down, so the world language tells you something and you draw it in—the muscular and skeletal system emerges from this within the drawing.
[ 18 ] Jetzt haben Sie aus dem, was Ihnen die außerirdische Welt sagt, den ganzen Menschen herausgeholt. Nur tritt im Verlaufe dieser Beobachtung noch etwas wesentlich anderes dazu.
[ 18 ] Now you have extracted the whole human being from what the extraterrestrial world tells you. However, in the course of this observation, something else entirely comes into play.
[ 19 ] Gehen wir dazu noch einmal an den Anfang dieses Ganzen zu dem, was wir da als in den Äther eingezeichnete Gestaltung finden: Da verschwindet uns, während wir diese Erkenntnis ausüben, das Irdische, es ist nur als Erinnerung vorhanden. Als solche muß es sogar vorhanden sein, denn sonst haben wir keinen Halt — das müssen wir sogar haben, wenn wir Geist-Erkenner sein wollen. Und man muß sagen, Geist-Erkenner sein mit Ausschluß der physischen Erkenntnis, ist nicht gut. So wie wir uns, wenn wir im physischen Leben etwas tun, daran müssen erinnern können — ohne Erinnerung an das physische Erleben sind wir nicht gesund — , so müssen wir uns in der geisteswissenschaftlichen Erkenntnis immer erinnern können an das, was in der physischen Welt da ist. Gehen wir also wieder zu dem Gestaltenden des Planetensystems, dann wird gewissermaßen das andere, was auf der Erde war, was wir selbst erkannt haben als die schönsten Ergebnisse der physischen Wissenschaft, das wird für einen Augenblick ganz vergessen. Würden wir hier noch so gut Naturwissenschaft kennen, so müßten wir im Momente der GeistErkenntnis uns immer erst besinnen auf das, was wir im Bereiche des Physischen gelernt haben. Wir müßten uns immer sagen, darauf müssen wir feststehen — aber es entrückt sich uns, es wird wie eine Erinnerung.
[ 19 ] Let us return once more to the beginning of all this, to what we find there as a form inscribed in the ether: As we engage in this process of insight, the earthly realm disappears from us; it exists only as a memory. It must indeed remain present in this form, for otherwise we would have no foothold—and we must have this foothold if we are to be spiritual seekers. And it must be said that being a spiritual researcher to the exclusion of physical knowledge is not good. Just as we must be able to remember what we do in physical life—without memory of physical experience, we are not healthy—so, in spiritual scientific knowledge, we must always be able to remember what exists in the physical world. So when we return to the formative forces of the planetary system, the other things that were on Earth—what we ourselves have recognized as the most beautiful achievements of physical science—are, in a sense, completely forgotten for a moment. No matter how well we might know the natural sciences here, in the moment of spiritual insight we must always first reflect on what we have learned in the realm of the physical. We would always have to tell ourselves, “We must stand firm on this”—but it slips away from us; it becomes like a memory.
[ 20 ] Dagegen tritt nun — im Verhältnis zur physischen Erkenntnis in besonderer Lebendigkeit, so lebendig, wie ein gegenwärtiges Erlebnis ist gegenüber einem, das bloß in der Erinnerung geblieben ist etwas auf, das wir da erschauen als die gestaltenbildende Kraft im Planetensystem. In diesem Augenblick wird eine ganz andere Umgebung da sein. In diesem Augenblick ist das da, was ich in meiner «Geheimwissenschaft» als die dritte Hierarchie, als die Hierarchie der Archai, Archangeloi und Angeloi, angegeben habe. Da sehen wir, daß in dieser Gestaltung drinnen lebt die dritte Hierarchie. Eine neue Welt geht uns auf. Und wir sagen nun nicht bloß, aus dem Planetensystem heraus ist die menschliche Gestalt in ihrem kosmischen Urbilde da —, sondern wir sagen jetzt: An dieser kosmischen Urbildgestalt des Menschen wirken und weben die Angeloi, Archangeloi und Archai, die Wesenheiten der dritten Hierarchie.
[ 20 ] In contrast to this—and with particular vividness in relation to physical knowledge, as vivid as a present experience is compared to one that has merely remained in memory—something now emerges that we perceive as the form-shaping force within the planetary system. At that moment, an entirely different environment will be present. At this moment, what is present is what I have described in my Occult Science as the third hierarchy—the hierarchy of the Archai, Archangeloi, and Angeloi. There we see that the third hierarchy lives within this form. A new world is opening up before us. And we now say not merely that the human form, in its cosmic archetype, is present within the planetary system—but we now say: The Angeloi, Archangeloi, and Archai, the beings of the third hierarchy, are at work and weaving within this cosmic archetypal form of the human being.
[ 21 ] Wir können das Aufgehen einer solchen Welt durch übersinnliche Erkenntnis hier im Erdendasein erreichen. Nach dem Tode muß jeder Mensch durch eine solche Erkenntnis durchgehen. Der Mensch wird um so besser durch sie durchgehen, je besser er sich durch die Art und Weise, wie man das im Erdendasein kann, dazu vorbereitet hat. Aber er muß da durchgehen.
[ 21 ] We can attain the dawn of such a world through supersensible knowledge here in our earthly existence. After death, every human being must undergo this process of insight. The better a person has prepared for it—through the means available during earthly life—the more successfully they will undergo it. But they must undergo it.
[ 22 ] Wenn der Mensch hier auf der Erde steht und er will seine Gestalt erkennen, so schaut er sich selber an, oder er läßt sich photographieren. Ein Mittel, die Gestalten der Menschen oder seine eigene zu erkennen, gibt es für den Menschen nach dem Tode nicht. Aber nach dem Tode muß der Mensch auf die planetarische Gestaltung hinsehen. Was ihm die Planeten zeigen, das erweist sich als das, was seine Gestaltung ist. Da erkennen wir als Menschengestalt, was ich so beschrieben habe. Aber da hineinverwoben sehen wir das Wirken und Weben der dritten Hierarchie: der Engel, der Erzengel und der Urkräfte.
[ 22 ] When a person stands here on Earth and wants to recognize their form, they look at themselves or have their picture taken. After death, there is no way for a person to recognize the forms of others or their own. But after death, a person must look to the planetary configuration. What the planets reveal to them proves to be their true form. There we recognize the human form as I have described it. But interwoven within it, we see the workings and weaving of the third hierarchy: the angels, the archangels, and the primordial forces.
[ 23 ] Nun gehen wir weiter hinauf. Haben wir erkannt, daß das Weben und Leben der Engel, Erzengel und Urkräfte einen Zusammenhang hat mit der Form der menschlichen Haut und der eingefügten Sinnesorgane, so können wir in dieser Erkenntnis des Menschen mit der außerirdischen Welt weiterschreiten. Wir müssen uns nur vorher ganz klar sein: Hier auf der Erde reden wir davon, daß der Mensch so und so gestaltet ist, der eine trägt eine solche Stirn, der andere hat eine solche Nase, ein dritter macht trübselige Augen, ein anderer wieder lächelnde und so weiter. Dabei bleiben wir stehen. Durch die kosmische Erkenntnis werden wir dazu geführt, in allem, was die Menschengestalt bildet, das Wirken und Weben der dritten Hierarchie zu sehen. Die menschliche Gestalt ist in Wirklichkeit nicht erdgemacht, das Irdische gibt im Embryonalen nur die Substanz dazu. Aber was da vom Kosmos herein an der Menschengestalt arbeitet, sind die Archai, Archangeloi und Angeloi.
[ 23 ] Now let us continue upward. Once we have recognized that the weaving and life of the angels, archangels, and primordial forces are connected to the form of human skin and the sensory organs embedded within it, we can proceed further in this understanding of humanity’s relationship with the extraterrestrial world. We must first be very clear about one thing: Here on Earth, we speak of how human beings are shaped in this or that way—one has a certain kind of forehead, another has a certain kind of nose, a third has a gloomy expression, another a smiling one, and so on. We stop there. Through cosmic insight, we are led to see the working and weaving of the third hierarchy in everything that constitutes the human form. The human form is not, in reality, of earthly origin; the earthly provides only the substance for it in the embryonic stage. But what works upon the human form from the cosmos are the Archai, Archangeloi, and Angeloi.
[ 24 ] Schreiten wir nun weiter hinauf, kommen wir zu dem Zusammenfluß der Bewegungen, den wir nachgebildet finden in dem menschlichen Nervensystem und in den absondernden Drüsen, dann finden wir verwoben mit den Bewegungen der Planeten die zweite Hierarchie: Exusiai, Kyriotetes, Dynameis. Und da diese Wesenheiten der zweiten Hierarchie mit dem kosmischen Urbilde des menschlichen Nerven- und Drüsensystems verbunden sind und daran arbeiten, so sind wir nach dem Tode — einige Zeit, nachdem wir das durchgemacht haben, wo wir verstanden haben, die menschliche Gestalt aus ihrem kosmischen Urbilde heraus zu ergreifen Zeit nach dem Tode daran, zu der zweiten Hierarchie aufzusteigen da sind wir eine längere und zu begreifen, wie der Erdenmensch, an den wir uns jetzt erinnern, für sein Denken, für sein Nervensystem und Drüsensystem aufgebaut ist aus den Wesenheiten der zweiten Hierarchie, der Exusiai, Kyriotetes, Dynameis. Und wir schauen jetzt den Menschen nicht an, als ob ihn irgendwie Elektrizität, Magnetismus oder dergleichen gebaut hätten, sondern wir erkennen ihn jetzt, wie er als physischer Mensch aufgebaut ist von den Wesenheiten der zweiten Hierarchie.
[ 24 ] As we continue our ascent, we come to the convergence of movements, which we find reflected in the human nervous system and in the secretory glands; there, interwoven with the movements of the planets, we find the second hierarchy: Exusiai, Kyriotetes, Dynameis. And since these beings of the second hierarchy are connected to the cosmic archetype of the human nervous and glandular systems and work upon it, we—after death, for some time, after we have gone through the process of learning to grasp the human form from its cosmic archetype—we spend time after death ascending to the second hierarchy; there we spend a longer period and come to understand how the earthly human being, whom we now remember, is constituted—in terms of his thinking, his nervous system, and his glandular system—by the beings of the second hierarchy: the Exusiai, Kyriotetes, and Dynameis. And we no longer view the human being as if he were somehow constructed by electricity, magnetism, or the like, but we now recognize how he, as a physical human being, is constituted by the beings of the second hierarchy.
[ 25 ] Wir gehen dann weiter und finden, indem wir zur Weltenmusik, zur Weltenmelodik und Weltenrhythmik aufsteigen, wie da wiederum ein kosmisches Urbild des Menschen vorhanden ist. Ich habe Ihnen gezeigt, wie man das nun in die Umrißgestalt des Menschen hineinzeichnet. Aber jetzt kommt man in bezug auf die Betrachtung der Hierarchien nicht weiter. Es ist wiederum dieselbe zweite Hierarchie der Exusiai, Kyriotetes und Dynameis, die nun auch an diesem, was wir jetzt finden, arbeiten. Das ist eine andere Art der Betätigung. Es ist schwierig auszudrücken, wodurch sich die erste Art des Arbeitens am Nervensystem unterscheidet von der Arbeit am Blutsystem, am rhythmischen Blutsystem des Menschen. Wollen wir es aber ausdrücken, so müßten wir sagen: Bei der ersten Tätigkeit sieht die zweite Hierarchie hinunter, nach dem Irdischen hin, bei der anderen Tätigkeit sieht sie hinauf. So daß von derselben Hierarchie Nervensystem und Blutsystem mit den entsprechenden Organen gemacht werden, nur das eine Mal mit Hinunterblick zur Erde, das andere Mal mit Hinaufblicken in die geistige Welt, zum Himmel.
[ 25 ] We then proceed further and, as we ascend to the music of the worlds, the melody of the worlds, and the rhythm of the worlds, we discover that there, too, exists a cosmic archetype of the human being. I have shown you how to sketch this into the outline of the human form. But now, with regard to the contemplation of the hierarchies, we cannot proceed any further. It is once again the same second hierarchy of the Exusiai, Kyriotetes, and Dynameis that is now also at work on what we have just discovered. This is a different kind of activity. It is difficult to express how the first type of work on the nervous system differs from the work on the blood system—specifically, on the rhythmic blood system of the human being. But if we were to express it, we would have to say: In the first activity, the second hierarchy looks down toward the earthly realm; in the other activity, it looks up. Thus, the nervous system and the circulatory system, along with their corresponding organs, are formed by the same hierarchy—only in one case looking down toward the earth, and in the other looking up into the spiritual world, toward heaven.
[ 26 ] Dringen wir dann von da weiter bis zur Intuition vor und schauen wir, wie aus der Formung der Welt des Weltenwortes, der Weltensprache, gewoben wird das menschliche Muskel- und Knochensystem, dann kommen wir zur ersten Hierarchie, zu den Cherubim, Seraphim und Thronen. Wir sind dann ungefähr auch bei demjenigen Moment zwischen Tod und neuer Geburt angelangt, der in der Mitte steht, den ich in meinen Mysteriendramen beschrieben habe als die «Mitternachtsstunde des Daseins». Und wir müssen dann das, was dem Menschen möglich macht, sich in der Welt zu bewegen, ansehen als gewoben, gezeugt, geschaffen von den Wesenheiten der ersten Hierarchie.
[ 26 ] If we then proceed from there to intuition and observe how the human system of muscles and bones is woven from the shaping of the world of the Word of the Worlds, the language of the worlds, we arrive at the first hierarchy: the Cherubim, Seraphim, and Thrones. We have then also reached, roughly speaking, that moment between death and new birth that stands in the middle—the one I described in my Mystery Dramas as the “midnight hour of existence.” And we must then regard that which enables human beings to move through the world as woven, begotten, and created by the beings of the first hierarchy.
[ 27 ] So schauen wir mit übersinnlicher Erkenntnis hin auf den Menschen, und wir sehen eine Welt von geistigen Weltenwesenheiten hinter allem stehen. Wir haben uns heute gewöhnt, den Menschen so zu verstehen, daß wir zuerst daran gehen, sein Knochensystem zu begreifen. Meistens fängt man ja beim Skelett an, trotzdem das schon, ich möchte sagen, für eine triviale Beobachtung etwas Unsinniges ist, denn das Skelett ist ja herausgebaut aus dem Flüssigen des Menschen. Es ist nicht das erste, es ist nur das, was vom Flüssigen übrigbleibt und nur so verstanden werden kann. Aber wie wird nun gewöhnlich vorgegangen? Man muß lernen: Arme, Hände, Oberarmknochen, die beiden Unterarmknochen, die ersten Handknochen, die Fingerknochen und so weiter, so zählt man dieses Knochensystem zusammen und lernt die Geschichte auf diese Weise auswendig. Sie wissen, die meisten haben ja das nur auswendig gelernt. Und ebenso macht man es dann bei den Muskeln, aber da wird es schon schwerer — und kommt man zu den anderen Organen, dann lernt man das ebenfalls, doch wirbeln da die Vorstellungen schon bedeutsam durcheinander. Aber es ist ja bei einem gesunden Gemüt auch nichts anderes darinnen als die Sehnsucht, weiteres darüber kennenzulernen, von wem das alles abhängt, und was alles an dem Geheimnis der Welt hängt. Und da würde sich dann einer wirklichen Menschenbetrachtung dies ergeben: Man fängt an beim Menschen mit der Haut und den eingeschlossenen Sinnen, da kommt man herauf zu der Hierarchie der Angeloi, Archangeloi und Archai. Man geht dann weiter hinein in den Menschen, kommt zum Nerven- und Drüsensystem, gelangt dabei zur nächsten Hierarchie, zu den Exusiai, Kyriotetes, Dynameis. Man bleibt bei diesen, wenn man nun an das Blutsystem und die charakterisierte Organisation herankommt. Und geht es an das, was wieder von dem Blutsystem und den anderen Organen aufgebaut wird, was einen zum sich bewegenden Menschen macht, das Muskel- und Knochensystem, dann muß man hinaufgehen zur ersten Hierarchie, da lernt man als die Taten der Seraphim, Cherubim und Throne das kennen, was der Mensch in seinem Muskel- und Knochensystem hat.
[ 27 ] Thus, with supersensible insight, we look at the human being, and we see a world of spiritual beings standing behind everything. Today we have become accustomed to understanding the human being in such a way that we begin by seeking to comprehend his skeletal system. Most people start with the skeleton, even though this is—I would say—somewhat nonsensical for a trivial observation, since the skeleton is, after all, formed from the human body’s fluids. It is not the first thing; it is merely what remains of the fluids and can only be understood in this way. But how do people usually proceed? One must learn: arms, hands, humerus, the two forearm bones, the first metacarpal bones, the finger bones, and so on; this is how one lists the skeletal system and memorizes the sequence in this way. As you know, most people have simply memorized it. And one does the same with the muscles, but there it already becomes more difficult—and when one gets to the other organs, one learns those as well, though the concepts already become significantly jumbled. But in a healthy mind, there is nothing else at work but the longing to learn more about this—to understand what all of this depends on, and what is connected to the mystery of the world. And from a genuine observation of the human being, the following would emerge: One begins with the human being’s skin and the senses enclosed within it, and from there ascends to the hierarchy of the Angeloi, Archangeloi, and Archai. One then goes further into the human being, reaches the nervous and glandular systems, and thereby arrives at the next hierarchy: the Exusiai, Kyriotetes, and Dynameis. One remains with these as one approaches the circulatory system and the organized structure of the body. And when one comes to what is built up again by the blood system and the other organs—that which makes a person a moving being, the muscular and skeletal systems—one must ascend to the first hierarchy; there one comes to know, as the deeds of the Seraphim, Cherubim, and Thrones, what the human being possesses in his or her muscular and skeletal systems.
[ 28 ] So haben wir die Möglichkeit, zu schildern, wie die hierarchische Ordnung aufsteigt von der dritten zur zweiten, zur ersten Hierarchie. Wenn wir das beschreiben, was da wirkt, was da enthalten ist im Außerirdischen und auf das Irdische wirkt, so entsteht vor uns, indem wir auf die Taten dieser Hierarchien hinschauen, ein merkwürdiges Bild. Wir schauen auf die hierarchische Ordnung, schauen unten die arbeitenden Wesenheiten der dritten Hierarchie, die Engel, Erzengel und Urkräfte, wir schauen dann die Wesenheiten der zweiten Hierarchie, die Exusiai, Kyriotetes und Dynameis, und wir schauen, wie das alles zusammen arbeitet und zusammen wirkt im Kosmos. Wir schauen dann auf die Wesenheiten der ersten Hierarchie, auf die Cherubim, Seraphim und Throne. Und jetzt erst entsteht vor uns das begreifbare Bild des menschlichen Körpers: auf der einen Seite die Ordnung der Hierarchien, die wir bis zu ihren Taten verfolgen, und die Taten lassen wir vor unser geistiges Auge treten — der Mensch steht da.
[ 28 ] This gives us the opportunity to describe how the hierarchical order ascends from the third to the second to the first hierarchy. When we describe what is at work there—what is contained within the extraterrestrial and acts upon the earthly—a remarkable picture emerges before us as we observe the deeds of these hierarchies. We look at the hierarchical order; we see, at the bottom, the active beings of the third hierarchy—the angels, archangels, and primordial forces; we then look at the beings of the second hierarchy—the Exusiai, Kyriotetes, and Dynameis; and we observe how all of this works together and interacts within the cosmos. We then look at the beings of the first hierarchy—the Cherubim, Seraphim, and Thrones. And only now does a comprehensible image of the human body emerge before us: on the one hand, the order of the hierarchies, whose actions we trace, and we allow these actions to come before our inner eye—there stands the human being.
[ 29 ] Sie sehen, hier eröffnet sich eine Betrachtungsweise, die gerade dort anfängt, wo die andere aufhört. Aber erst diese Betrachtungsweise führt uns über die Geburt und den Tod hinaus. Keine andere Betrachtungsweise kann dem Menschen etwas sagen über das, was über Geburt und Tod hinausreicht, erst diese jetzt beschriebene Betrachtungsweise. Denn das, was man da schildern kann, wird Anschauung, wird Erfahrung für den Menschen. — In welcher Weise das geschieht, werden wir in den nächsten Vorträgen sehen. — Wie der Mensch auf der Erde um sich hat das Mineralreich, das Pflanzenreich, das Tierreich, und was das physische Menschenreich bewirkt nach den irdischen Richtungen hin, wie er da das erblickt, was von Mineralien, Pflanzen, Tieren und physischen Menschen ausgeht, so blickt er, nachdem er durch die Pforte des Todes geschritten ist, zwischen Tod und neuer Geburt auf das, was aus der geistigen Welttätigkeit herein zum Menschen hingeht und den Menschen als das Tätigkeitsergebnis, als das Tatergebnis der höheren Hierarchien darstellt. Und wir werden auch sehen, wie das zusammenhängt mit den Gestalten der anderen Erdenwesen; erst dann begreift man ja auch die Gestalten der anderen Erdenwesen.
[ 29 ] You see, this opens up a perspective that begins precisely where the other one ends. But only this perspective leads us beyond birth and death. No other perspective can tell a person anything about what lies beyond birth and death—only the perspective just described. For what can be described there becomes a vision, becomes an experience for human beings. — We will see in the next lectures how this happens. — Just as human beings on Earth are surrounded by the mineral kingdom, the plant kingdom, and the animal kingdom, and just as the physical human kingdom exerts its influence in the earthly directions—as they perceive there what emanates from minerals, plants, animals, and physical human beings emanates—so, after passing through the gate of death, between death and new birth, he looks upon what flows in from the spiritual world’s activity toward the human being and presents itself to the human being as the result of activity, as the outcome of the actions of the higher hierarchies. And we will also see how this relates to the forms of the other earthly beings; only then can one truly understand the forms of the other earthly beings.
[ 30 ] Ich möchte als Vorbereitung zu den nächsten Tagen auch folgendes sagen. Schauen wir ein Tier an. Das Tier hat etwas, was nur in einem eingeschränkten Sinne an die menschliche Gestalt erinnern kann. Woher rührt das? Es rührt dies davon her, daß das Tier die planetarische Gestalt, die in den Äther eingezeichnet ist, nicht nachbilden kann. Der Mensch allein kann diese Gestalt nachbilden, weil er nach jener Linie hinstrebt, von der ich gesprochen habe, wo sich ür ihn dieses Bild fixiert. Wenn der Mensch ewig ein kleines Kind bliebe, das nie gehen lernte, sondern immer kriechen würde, wenn er also dazu schon veranlagt wäre — er ist es nicht —, dann würde er auch nicht die planetarischen Gestaltungen nachbilden können. Aber nach seiner Organisation als Mensch muß er sie nachbilden. Er muß hineinwachsen in die planetarischen Gestaltungen. Das Tier kann das nicht. Das Tier kann nur sein Leben ausbilden nach den Bewegungen der Planeten. Es kann nur eine Nachbildung dieser Bewegungen geben, das können Sie an jedem einzelnen Teile des tierischen Körpers sehen. Wenn Sie zum Beispiel das Skelett eines Säugetieres sich ansehen, so haben Sie da die Rückgratknochen in ihrer Wirbelgestalt, das sind durchaus Nachahmungen der Planetenbewegungen. Wenn die Schlange noch so viele Wirbel hat, jeder einzelne ist ein irdisches Abbild der Planetenbewegungen. An der einen Seite des Tieres übt der Mond als der der Erde nächste Planet einen besonderen Einfluß auf die tierische Gestalt aus. Seine Einwirkung ist besonders stark. Das Skelett bildet sich aus zu den einzelnen Gliedmaßen; dann wirkt das zusammen in der Wirbelgestalt. Nach dem Monde kommen die anderen, in Spiralformen sich fortbewegenden Planeten, Venus und Merkur, in Betracht. Dann kommen wir zur Sonne, sie wirkt gewissermaßen in der Skelettbildung abschließend. Es ist da auch eine besondere Stelle in der Rückgratbildung, wo die Sonne wirkt; denn da fängt das Rückgrat an, nach der Kopfbildung hin zu tendieren. In der Kopfbildung haben wir umgebildete Rückenwirbelknochen zu sehen. Da, wo die Rückenknochen sich aufplustern — das ist richtig nach dem Goethe-Gegenbaurschen Ausdruck — und sich umbilden zu Kopfknochen, da haben wir dann die Wirkung des Saturn, Jupiter. Wenn wir also das Skelett verfolgen von hinten nach vorn, dann müssen wir, um die tierischen Knochen zu verstehen, vom Monde bis zum Saturn gehen. Aber wir können mit Bezug auf die tierische Gestalt nicht jene Gestaltung verfolgen, die im Planetensystem eingezeichnet ist, sondern wir müssen auf die Bewegungen der Planeten gehen. Was aber der Mensch in sein Drüsensystem hineinarbeitet, das arbeitet das Tier hinein in seine ganze Gestalt. Und so können wir vom Tiere sagen, es hat nicht die Möglichkeit, sich nach der Gestaltung des Planetensystems zu richten, sondern es fängt gleich bei der Bewegung an.
[ 30 ] I’d also like to say the following in preparation for the coming days. Let’s look at an animal. The animal has something that can only resemble the human form in a limited sense. Where does this come from? It stems from the fact that the animal cannot replicate the planetary form that is inscribed in the ether. Only the human being can replicate this form, because he strives toward that line I have spoken of, where this image becomes fixed for him. If a human were to remain a small child forever, never learning to walk but always crawling—if, that is, he were predisposed to do so (which he is not)—then he, too, would be unable to replicate the planetary forms. But by virtue of his organization as a human being, he must replicate them. He must grow into the planetary forms. An animal cannot do this. An animal can only shape its life according to the movements of the planets. There can only be a reproduction of these movements; you can see this in every single part of the animal’s body. If, for example, you look at the skeleton of a mammal, you see the vertebrae of the spine; these are distinct imitations of planetary movements. No matter how many vertebrae a snake may have, each one is an earthly reflection of the planetary movements. On one side of the animal, the Moon—as the planet closest to Earth—exerts a special influence on the animal’s form. Its effect is particularly strong. The skeleton develops into the individual limbs; then these work together to form the vertebral structure. After the Moon, the other planets that move in spiral orbits—Venus and Mercury—come into play. Then we come to the Sun, which, in a sense, brings the formation of the skeleton to a close. There is also a specific point in the formation of the spine where the Sun exerts its influence; for it is there that the spine begins to tend toward the formation of the head. In the formation of the head, we see transformed vertebrae. Where the vertebrae swell out—to use Goethe and Gegenbauer’s expression—and transform into skull bones, there we see the influence of Saturn and Jupiter. So if we trace the skeleton from back to front, we must, in order to understand the animal bones, proceed from the Moon to Saturn. But with regard to the animal form, we cannot trace the structure that is inscribed in the planetary system; rather, we must focus on the movements of the planets. However, what the human being works into his glandular system, the animal works into its entire form. And so we can say of the animal that it does not have the ability to align itself with the structure of the planetary system, but rather begins directly with movement.
[ 31 ] Diese Bewegung des Planetensystems hat man sich in älteren Zeiten dadurch vergegenwärtigt, daß man gesagt hat: Der Verlauf der Planeten geht so vor sich, daß er durch die Tierkreisbilder geht. Man wußte zum Beispiel von der Saturnbewegung anzugeben, wie der Saturn durch die Tierkreisbilder durchgeht, und man wußte von jedem der anderen Planeten dasselbe anzugeben. Man hat dadurch aus der Erkenntnis des Tieres das, was tierische Gestalt ist, auf den Tierkreis bezogen. Der Tierkreis hat schon seinen Namen zu Recht. Aber das Wesentliche ist, daß das Tier die in den Äther hineingestalteten Formen nicht mitmacht, sondern daß der Mensch allein sie mitmacht. Und er kann sie mitmachen, weil er veranlagt ist zum aufrechten Gang. Dadurch wird die planetarische Gestaltung in ihm Vorbild, während es beim Tiere nur bis zu einer Nachbildung der Bewegungen kommt.
[ 31 ] In earlier times, people visualized the motion of the planetary system by saying: The course of the planets proceeds in such a way that it passes through the signs of the zodiac. For example, regarding Saturn’s motion, people knew how to describe Saturn’s passage through the signs of the zodiac, and they knew how to describe the same for each of the other planets. In this way, based on their understanding of animals, they related what constitutes an animal form to the zodiac. The zodiac certainly deserves its name. But the essential point is that animals do not participate in the forms shaped within the ether; rather, only human beings do. And they are able to participate because they are predisposed to walk upright. Through this, the planetary configuration becomes a model within them, whereas in animals it amounts only to an imitation of the movements.
[ 32 ] Und so sehen wir, da steht vor uns ein geistiges Bild, ein übersinnliches Bild des Menschen. Denn in alle dem, was ich bis jetzt geschildert habe: Hautumhüllung, Nervensystem, Blutsystem, Muskeln und Knochen — da sind ja nur Kräfte darinnen, das ist zunächst ein Kraftbild. Das wird bei Empfängnis und Geburt mit dem physischen Embryo der Erde verbunden, da nimmt es die irdischen Kräfte und irdischen Stoffe auf. Dieses Bild, das ein rein geistiges, aber als geistiges ein ganz bestimmtes ist, füllt sich aus mit irdischen Stoffen und Kräften. Der Mensch kommt als vom Himmel gebildet herunter. Da ist er zunächst ganz übersinnliches Wesen, ist bis auf die Knochen übersinnliches Wesen. Dann verbindet er sich mit dem Embryonalen, mit dem physischen Menschenkeim; das füllt den Geistkeim aus. Das nimmt er an, und das läßt er mit dem Tode wieder herunterfallen von sich und bleibt wiederum Geistgestalt, wenn er durch die Pforte des Todes geht.
[ 32 ] And so we see that before us stands a spiritual image, a supersensory image of the human being. For in everything I have described so far—the skin, the nervous system, the circulatory system, the muscles, and the bones—there are only forces at work; this is, first and foremost, an image of forces. At conception and birth, this image is united with the physical embryo of the Earth, whereupon it absorbs earthly forces and earthly substances. This image—which is purely spiritual, yet as a spiritual entity is quite distinct—fills itself with earthly substances and forces. The human being descends as if formed in heaven. At first, he is an entirely supersensible being; down to the very bones, he is a supersensible being. Then he unites with the embryonic, with the physical human germ; this fills out the spiritual germ. He takes this on, and upon death, he lets it fall away from himself once more, remaining a spiritual form as he passes through the gate of death.
[ 33 ] Nun will ich zum Abschluß nur noch folgendes sagen. Nehmen wir an, der Mensch geht durch die Pforte des Todes. Die physische Gestalt, die er an sich gesehen hat, wenn er sich im Spiegel schaute oder sich hat photographieren lassen, sie ist nicht mehr da. Sie interessiert ihn auch nicht. Aber das kosmische Urbild, in den Äther hineingezeichnet, ist das, worauf er dann hinschaut. Ja, das war in seinem eigenen Ätherleibe während seines Erdenlebens verankert, doch da nimmt er es nicht wahr. Es ist auf der Erde in seinem physischen Wesen drinnen, aber er nimmt es nicht wahr. Jetzt aber sieht er, was seine eigene Gestalt ist. Aber dieses Bild, das er jetzt wahrnimmt, leuchtet zugleich. Dieses Bild strahlt Kräfte aus, und das hat eine ganz bestimmte Folge. Denn das, was das Bild ausstrahlt, wirkt so, wie sonst ein leuchtender Körper wirkt, nur daß es jetzt im ätherischen Sinne gemeint ist. Die Sonne leuchtet physisch; dieses kosmisch geschaute Bild des Menschen leuchtet geistig, und weil es ein geistiges Bild ist, hat es die Kraft, auch anderes zu beleuchten. Hier im Erdenleben können Sie jemanden, der gute oder böse Taten getan hat, lange in die Sonne stellen: seine Haare und so weiter werden beleuchtet, aber seine guten und bösen Taten, als, Qualitäten, werden nicht beleuchtet. Von dem aber, was der Mensch nach dem Durchgange durch den Tod in der geistigen Welt als das leuchtende Bild seiner eigenen Gestalt erlebt, strahlt ein geistiges Licht aus, das jetzt seine moralischen Taten beleuchtet. So tritt dem Menschen nach dem Tode mit dem kosmischen Bilde ein seine eigenen moralischen Taten Beleuchtendes entgegen. Das hat in uns gesteckt während des Erdenlebens, das hat damals in uns leise geklungen als Gewissen. Jetzt, nach dem Tode, erblicken wir es objektiv. Da wissen wir, das sind wir selbst, das müssen wir um uns haben nach dem Tode. Da sind wir mit uns selbst unerbittlich. Denn dieses Beleuchtende richtet sich jetzt nicht so bequem nach dem, was wir hier vorbringen könnten, indem wir unsere Sünden entschuldigen und unsere guten Taten hervorheben wollten, sondern was da von uns leuchtet, das ist ein unerbittlicher Richter, der mit klarem Licht auf das leuchtet, was unser Tun wert war. Das Gewissen wird selber ein kosmischer Impuls, der nach dem Tode außer uns wirkt.
[ 33 ] Now, to conclude, I would just like to say the following. Let us suppose that a person passes through the gate of death. The physical form that he saw of himself when he looked in the mirror or had his picture taken is no longer there. Nor does it interest him. But the cosmic archetype, inscribed in the ether, is what they then look upon. Yes, it was anchored in their own etheric body during their earthly life, yet they did not perceive it then. It is present on Earth within their physical being, but they do not perceive it. Now, however, they see what their own form truly is. But this image, which he now perceives, also shines. This image radiates forces, and this has a very specific consequence. For what the image radiates acts just as a luminous body otherwise acts, only that it is now meant in the etheric sense. The sun shines physically; this image of the human being, viewed cosmically, shines spiritually, and because it is a spiritual image, it has the power to illuminate other things as well. Here in earthly life, you can place someone who has done good or evil deeds in the sun for a long time: their hair and so on will be illuminated, but their good and evil deeds, as qualities, will not be illuminated. But from what a person experiences in the spiritual world after passing through death—as the luminous image of their own form—a spiritual light radiates that now illuminates their moral deeds. Thus, after death, a person is met by the cosmic image that illuminates their own moral deeds. This was within us during our earthly life; it resonated quietly within us then as our conscience. Now, after death, we perceive it objectively. Then we know: this is ourselves; this is what we must have around us after death. Then we are relentless with ourselves. For this illuminating force does not now conveniently conform to what we might present here—by excusing our sins and emphasizing our good deeds—but rather, what shines forth from us is an implacable judge who, with clear light, illuminates the true worth of our actions. Conscience itself becomes a cosmic impulse that acts outside of us after death.
[ 34 ] Das sind die Dinge, die uns vom irdischen Menschen zum übersinnlichen Menschen führen. Und man kann schon sagen: Der irdische Mensch, der mit der Geburt entsteht, mit dem Tode zugrunde geht, kann anthropologisch, wie es heute üblich ist, erfaßt werden der übersinnliche Mensch, der sich mit den irdischen Stoffen nur durchdringt, um sich nach außen zu zeigen, dieser übersinnliche Mensch, der höhere Mensch, muß anthroposophisch erfaßt werden.
[ 34 ] These are the things that lead us from the earthly human being to the supersensible human being. And one can certainly say: The earthly human being, who comes into being at birth and perishes at death, can be understood anthropologically, as is customary today; the supersensible human being, who permeates earthly matter only in order to manifest himself outwardly—this supersensible human being, this higher human being—must be understood anthroposophically.
[ 35 ] Das wollen wir im Verlaufe dieser Vorträge tun.
[ 35 ] That is what we intend to do in the course of these lectures.
