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Anthroposophy
A Summary After Twenty-one Years
GA 234

8 February 1924, Dornach

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Siebenter Vortrag

Siebenter Vortrag

[ 1 ] In den letzten Vorträgen habe ich schon darauf aufmerksam gemacht, wie die Initiationswissenschaft hinweisen muß auf die Wechselzustände von Schlafen und Wachen, die der Mensch aus seinem gewöhnlichen Bewußtsein heraus kennt und durch die er wirklich einen Weg der Annäherung an die Geheimnisse des Menschendaseins finden kann; einen der Wege. Aus dem Schlafe heraus taucht ja Leben, seelisches Leben, das Traumesleben; ein Leben, das ganz gewiß mit Recht zunächst von dem gewöhnlichen Bewußtsein, wenn dieses gewöhnliche Bewußtsein nicht gerade irgendwie mystische oder dergleichen Anlagen hat, nicht ernst genommen wird. Das Traumleben wird mit einem gewissen Recht von dem nüchternen Menschen nicht ernst genommen, denn er sieht, wie dieses Traumleben ihm allerlei Bilder, Reminiszenzen aus dem gewöhnlichen Leben zeigt. Und wenn er dann das, was er im gewöhnlichen Leben kennenlernt, mit diesem Traumleben vergleicht, so muß er an das gewöhnliche Leben sich halten und dieses gewöhnliche Leben selbstverständlich seine Wirklichkeit nennen. Dann kommt das Traumleben mit seinen Kombinationen der gewöhnlichen Wirklichkeitserlebnisse, und der Mensch kommt im gewöhnlichen Bewußtsein nicht zurecht, wenn er sich frägt: Ja, was bedeutet denn eigentlich für die Gesamtwesenheit des Menschen dieses Traumleben?

[ 1 ] In den letzten Vorträgen habe ich schon darauf aufmerksam gemacht, wie die Initiationswissenschaft hinweisen muß auf die Wechselzustände von Schlafen und Wachen, die der Mensch aus seinem gewöhnlichen Bewußtsein heraus kennt und durch die er wirklich einen Weg der Annäherung an die Geheimnisse des Menschendaseins finden kann; einen der Wege. Aus dem Schlafe heraus taucht ja Leben, seelisches Leben, das Traumesleben; ein Leben, das ganz gewiß mit Recht zunächst von dem gewöhnlichen Bewußtsein, wenn dieses gewöhnliche Bewußtsein nicht gerade irgendwie mystische oder dergleichen Anlagen hat, nicht ernst genommen wird. Das Traumleben wird mit einem gewissen Recht von dem nüchternen Menschen nicht ernst genommen, denn er sieht, wie dieses Traumleben ihm allerlei Bilder, Reminiszenzen aus dem gewöhnlichen Leben zeigt. Und wenn er dann das, was er im gewöhnlichen Leben kennenlernt, mit diesem Traumleben vergleicht, so muß er an das gewöhnliche Leben sich halten und dieses gewöhnliche Leben selbstverständlich seine Wirklichkeit nennen. Dann kommt das Traumleben mit seinen Kombinationen der gewöhnlichen Wirklichkeitserlebnisse, und der Mensch kommt im gewöhnlichen Bewußtsein nicht zurecht, wenn er sich frägt: Ja, was bedeutet denn eigentlich für die Gesamtwesenheit des Menschen dieses Traumleben?

[ 2 ] Nun betrachten wir einmal dieses Traumleben so, wie es sich gibt. Da können wir unterscheiden zwischen zwei ganz spezifisch voneinander verschiedenen Traumarten. Die eine Traumart zaubert vor unsere Seele hin Bilder von äußeren Erlebnissen. Wir haben vor Jahren oder vor kurzem, vor Tagen, dies oder jenes erlebt. Wir haben es in einer bestimmten Weise erlebt. Der Traum zaubert aus dem Schlaf herauf ein den äußeren Erlebnissen mehr oder weniger ähnliches Bild oder auch unähnliches, ja zumeist unähnliches Bild. Wenn der Mensch dann doch darauf kommt, daß solch ein Traumbild irgendeinen Zusammenhang hat mit einem äußeren Erlebnis, dann fällt ihm gerade auf, wie verändert dieses äußere Erlebnis im Traume ist. Zumeist tritt aber auch das ein, daß der Mensch das Traumbild erlebt und es gar nicht auf dieses oder jenes Erlebnis der äußeren Welt bezieht, weil ihm die Ähnlichkeit gar nicht auffällt. Aber wenn man genauer eingeht auf das Traumesleben, auf jene Art des Traumeslebens, die äußere Erlebnisse verändert in Bildern vor die Seele zaubert, dann findet man doch, daß irgend etwas im Menschen diese Erlebnisse faßt, ergreift, sie aber nicht so festhalten kann, wie der Mensch sie festhält, wenn er im wachen Zustande sich der Organe seines Leibes vollständig bedient und in der Erinnerung Bilder entstehen, die nun dem äußeren Leben gleich sind, möglichst gleich sind. In der Erinnerung haben wir treue Bilder des äußeren Lebens, wenigstens mehr oder weniger treue Bilder. Es gibt auch Menschen, die in ihren Erinnerungen träumen, aber das betrachtet man als eine Abnormität. In den Erinnerungen haben wir mehr oder weniger treue Bilder des Lebens. In den Traumbildern haben wir veränderte Bilder des äußeren Lebens. Das ist die eine Art zu träumen.

[ 2 ] Nun betrachten wir einmal dieses Traumleben so, wie es sich gibt. Da können wir unterscheiden zwischen zwei ganz spezifisch voneinander verschiedenen Traumarten. Die eine Traumart zaubert vor unsere Seele hin Bilder von äußeren Erlebnissen. Wir haben vor Jahren oder vor kurzem, vor Tagen, dies oder jenes erlebt. Wir haben es in einer bestimmten Weise erlebt. Der Traum zaubert aus dem Schlaf herauf ein den äußeren Erlebnissen mehr oder weniger ähnliches Bild oder auch unähnliches, ja zumeist unähnliches Bild. Wenn der Mensch dann doch darauf kommt, daß solch ein Traumbild irgendeinen Zusammenhang hat mit einem äußeren Erlebnis, dann fällt ihm gerade auf, wie verändert dieses äußere Erlebnis im Traume ist. Zumeist tritt aber auch das ein, daß der Mensch das Traumbild erlebt und es gar nicht auf dieses oder jenes Erlebnis der äußeren Welt bezieht, weil ihm die Ähnlichkeit gar nicht auffällt. Aber wenn man genauer eingeht auf das Traumesleben, auf jene Art des Traumeslebens, die äußere Erlebnisse verändert in Bildern vor die Seele zaubert, dann findet man doch, daß irgend etwas im Menschen diese Erlebnisse faßt, ergreift, sie aber nicht so festhalten kann, wie der Mensch sie festhält, wenn er im wachen Zustande sich der Organe seines Leibes vollständig bedient und in der Erinnerung Bilder entstehen, die nun dem äußeren Leben gleich sind, möglichst gleich sind. In der Erinnerung haben wir treue Bilder des äußeren Lebens, wenigstens mehr oder weniger treue Bilder. Es gibt auch Menschen, die in ihren Erinnerungen träumen, aber das betrachtet man als eine Abnormität. In den Erinnerungen haben wir mehr oder weniger treue Bilder des Lebens. In den Traumbildern haben wir veränderte Bilder des äußeren Lebens. Das ist die eine Art zu träumen.

[ 3 ] Eine andere Art zu träumen ist aber eigentlich für die Erkenntnis des Traumlebens viel charakteristischer. Das ist diese, wenn der Mensch zum Beispiel träumt, er sehe eine Reihe von weißen Pfeilern, von denen der eine schadhaft ist, vielleicht schmutzig. Der Mensch wacht auf mit diesem 'Traum und merkt, er hat Zahnschmerzen. Und er kommt darauf, in dieser Reihe von Pfeilern ist wie symbolisch die Zahnreihe ausgedrückt. Der eine Zahn, der schmerzt; dafür ist der Pfeiler schadhaft oder vielleicht sogar schmutzig. Oder der Mensch wacht auf mit dem Traum eines kochenden Ofens, merkt, er hat Herzklopfen. Oder der Mensch wird gequält im Traume, daß ein Frosch an seine Hand herankommt; die Hand umfaßt den Frosch, der weichlich ist. Es schaudert den Menschen im Traume; er wacht auf, hat den Zipfel seiner Bettdecke in der Hand; er hat ihn im Schlaf ergriffen. Aber es kann viel weiter gehen. Der Mensch träumt von allerlei Schlangengebilden: er wacht auf mit Gedärmschmerzen.

[ 3 ] Eine andere Art zu träumen ist aber eigentlich für die Erkenntnis des Traumlebens viel charakteristischer. Das ist diese, wenn der Mensch zum Beispiel träumt, er sehe eine Reihe von weißen Pfeilern, von denen der eine schadhaft ist, vielleicht schmutzig. Der Mensch wacht auf mit diesem 'Traum und merkt, er hat Zahnschmerzen. Und er kommt darauf, in dieser Reihe von Pfeilern ist wie symbolisch die Zahnreihe ausgedrückt. Der eine Zahn, der schmerzt; dafür ist der Pfeiler schadhaft oder vielleicht sogar schmutzig. Oder der Mensch wacht auf mit dem Traum eines kochenden Ofens, merkt, er hat Herzklopfen. Oder der Mensch wird gequält im Traume, daß ein Frosch an seine Hand herankommt; die Hand umfaßt den Frosch, der weichlich ist. Es schaudert den Menschen im Traume; er wacht auf, hat den Zipfel seiner Bettdecke in der Hand; er hat ihn im Schlaf ergriffen. Aber es kann viel weiter gehen. Der Mensch träumt von allerlei Schlangengebilden: er wacht auf mit Gedärmschmerzen.

[ 4 ] Da kommt er schon darauf, daß es eine andere Art von Träumen noch gibt, Träumen, welche in bildhaft-symbolischer Art die inneren Organe des Menschen ausdrücken. Und dann, wenn der Mensch es einmal erfaßt hat, wie gewisse Träume mit ihren merkwürdigen Bildern Sinnbilder von inneren Organen darstellen, dann wird er lernen, vieles von den Traumgebilden gerade nach dieser Richtung hin zu deuten.

[ 4 ] Da kommt er schon darauf, daß es eine andere Art von Träumen noch gibt, Träumen, welche in bildhaft-symbolischer Art die inneren Organe des Menschen ausdrücken. Und dann, wenn der Mensch es einmal erfaßt hat, wie gewisse Träume mit ihren merkwürdigen Bildern Sinnbilder von inneren Organen darstellen, dann wird er lernen, vieles von den Traumgebilden gerade nach dieser Richtung hin zu deuten.

[ 5 ] Man geht träumend in ein Kellergewölbe hinein. Es ist oben schwarz, und Spinnweben breiten sich aus. Das ist ein abscheulicher Anblick. Man wacht auf, und man spürt, man hat Kopfschmerzen. Diese Kopfschmerzen, also das Innere des Schädels, drückt sich in dem Kellergewölbe aus. Man merkt sogar, wie die Gehirnwindungen in den eigentümlichen Bildungen, die das Kellergewölbe ausmachen, symbolisiert sind. Wenn der Mensch nach dieser Richtung seine Studien weiter fortsetzt, dann wird er finden, daß alle Organe in solch bildhafter Weise ihm im Traume erscheinen können.

[ 5 ] Man geht träumend in ein Kellergewölbe hinein. Es ist oben schwarz, und Spinnweben breiten sich aus. Das ist ein abscheulicher Anblick. Man wacht auf, und man spürt, man hat Kopfschmerzen. Diese Kopfschmerzen, also das Innere des Schädels, drückt sich in dem Kellergewölbe aus. Man merkt sogar, wie die Gehirnwindungen in den eigentümlichen Bildungen, die das Kellergewölbe ausmachen, symbolisiert sind. Wenn der Mensch nach dieser Richtung seine Studien weiter fortsetzt, dann wird er finden, daß alle Organe in solch bildhafter Weise ihm im Traume erscheinen können.

[ 6 ] Hier liegt sogar etwas vor, was, ich möchte sagen, auf das ganze innere Leben des Menschen durch den Traum sehr stark hinweist. Es gibt Menschen, die machen aus dem Traume heraus richtig träumend die Motive von ganz schönen Malereien.

[ 6 ] Hier liegt sogar etwas vor, was, ich möchte sagen, auf das ganze innere Leben des Menschen durch den Traum sehr stark hinweist. Es gibt Menschen, die machen aus dem Traume heraus richtig träumend die Motive von ganz schönen Malereien.

[ 7 ] Derjenige, der Studien über diese Dinge angestellt hat, weiß, welches innere Organ in solchen Malereien festgehalten wird, verändert, symbolisiert wird. Da ist zuweilen eine außerordentliche Schönheit in einer solchen Malerei enthalten. Und wenn dann der Betreffende hört, welches Organ er da eigentlich symbolisiert hat in solchen schönen Malereien, dann erschrickt er ganz lebhaft, denn das Organ respektiert er nicht in derselben Weise wie seine Malereien.

[ 7 ] Derjenige, der Studien über diese Dinge angestellt hat, weiß, welches innere Organ in solchen Malereien festgehalten wird, verändert, symbolisiert wird. Da ist zuweilen eine außerordentliche Schönheit in einer solchen Malerei enthalten. Und wenn dann der Betreffende hört, welches Organ er da eigentlich symbolisiert hat in solchen schönen Malereien, dann erschrickt er ganz lebhaft, denn das Organ respektiert er nicht in derselben Weise wie seine Malereien.

[ 8 ] Diese zwei Arten von Träumen können sehr gut unterschieden werden, wenn man sich nur auf eine intime Betrachtung der Traumwelt einläßt. Man hat es in der einen Art der Träume zu tun mit Bildern der äußeren Erlebnisse, die wir als Menschen in der Welt durchgemacht haben. Man hat es in der anderen Art von Träumen zu tun mit bildhaften Vorstellungen des eigenen menschlichen Inneren.

[ 8 ] Diese zwei Arten von Träumen können sehr gut unterschieden werden, wenn man sich nur auf eine intime Betrachtung der Traumwelt einläßt. Man hat es in der einen Art der Träume zu tun mit Bildern der äußeren Erlebnisse, die wir als Menschen in der Welt durchgemacht haben. Man hat es in der anderen Art von Träumen zu tun mit bildhaften Vorstellungen des eigenen menschlichen Inneren.

[ 9 ] Nun, bis zu diesem Punkte ist die Beobachtung der Traumwelt verhältnismäßig leicht zu bringen. Und die meisten Menschen, die man aufmerksam macht darauf, daß es diese zwei Arten von Träumen gibt, werden sich schon erinnern, daß ihre eigenen Erlebnisse diese Gliederung der Träume rechtfertigen.

[ 9 ] Nun, bis zu diesem Punkte ist die Beobachtung der Traumwelt verhältnismäßig leicht zu bringen. Und die meisten Menschen, die man aufmerksam macht darauf, daß es diese zwei Arten von Träumen gibt, werden sich schon erinnern, daß ihre eigenen Erlebnisse diese Gliederung der Träume rechtfertigen.

[ 10 ] Aber worauf weist denn diese Gliederung der Träume hin? Sehen Sie, wenn man auf die erste Art der Träume eingeht, sie ein wenig betrachtet mit Bezug auf die besondere Art der Bilder, dann kommt man darauf, daß die verschiedensten äußeren Erlebnisse durch den gleichen Traum dargestellt werden können, und wiederum ein und dasselbe Erlebnis bei verschiedenen Menschen durch verschiedene Träume abgebildet werden kann.

[ 10 ] Aber worauf weist denn diese Gliederung der Träume hin? Sehen Sie, wenn man auf die erste Art der Träume eingeht, sie ein wenig betrachtet mit Bezug auf die besondere Art der Bilder, dann kommt man darauf, daß die verschiedensten äußeren Erlebnisse durch den gleichen Traum dargestellt werden können, und wiederum ein und dasselbe Erlebnis bei verschiedenen Menschen durch verschiedene Träume abgebildet werden kann.

[ 11 ] Nehmen wir an, jemand habe den Traum, er kommt an einen Berg heran. Der Berg hat eine Art Eingang, eine Höhlung. In diese Höhlung scheint noch die Sonne hinein. Der Mensch geht hinein, träumend. Bald beginnt es dunkel zu werden, dann finster. Der Träumende tastet sich weiter fort. Er kommt an ein Hindernis. Er spürt, da drinnen ist ein kleiner See. Er ist in großer Gefahr. Der Traum nimmt einen dramatischen Verlauf.

[ 11 ] Nehmen wir an, jemand habe den Traum, er kommt an einen Berg heran. Der Berg hat eine Art Eingang, eine Höhlung. In diese Höhlung scheint noch die Sonne hinein. Der Mensch geht hinein, träumend. Bald beginnt es dunkel zu werden, dann finster. Der Träumende tastet sich weiter fort. Er kommt an ein Hindernis. Er spürt, da drinnen ist ein kleiner See. Er ist in großer Gefahr. Der Traum nimmt einen dramatischen Verlauf.

[ 12 ] Solch ein Traum kann die verschiedensten äußeren Erlebnisse darstellen. Ein und dasselbe Traumbild, wie ich es jetzt geschildert habe, kann sich darauf beziehen, daß einmal jemand, sagen wir, ein Eisenbahnunglück mitgemacht hat. Was er da erlebt hat, das drückt sich ihm vielleicht nach Jahren in dem geschilderten Traumerlebnisse aus, das in Bildern ganz anders ist als das, was er durchgemacht hat. Er kann auch ein Schiffsunglück erlebt haben. Er kann auch erlebt haben, daß ihm ein Freund untreu geworden ist und so weiter. Wenn Sie das Traumbild mit dem Erlebnis vergleichen und in dieser Weise intim beobachtend vorgehen, dann werden Sie finden, der Inhalt der Traumbilder ist eigentlich nicht von großer Bedeutung; aber die Dramatik, der Verlauf ist von großer Bedeutung: ob es Erwartung gibt, ob die Erwartung zu einer Entspannung führt, ob eine Erwartung in eine Krisis hineinführt. Der ganze Gefühlszusammenhang, möchte ich sagen, setzt sich in das Traumleben um.

[ 12 ] Solch ein Traum kann die verschiedensten äußeren Erlebnisse darstellen. Ein und dasselbe Traumbild, wie ich es jetzt geschildert habe, kann sich darauf beziehen, daß einmal jemand, sagen wir, ein Eisenbahnunglück mitgemacht hat. Was er da erlebt hat, das drückt sich ihm vielleicht nach Jahren in dem geschilderten Traumerlebnisse aus, das in Bildern ganz anders ist als das, was er durchgemacht hat. Er kann auch ein Schiffsunglück erlebt haben. Er kann auch erlebt haben, daß ihm ein Freund untreu geworden ist und so weiter. Wenn Sie das Traumbild mit dem Erlebnis vergleichen und in dieser Weise intim beobachtend vorgehen, dann werden Sie finden, der Inhalt der Traumbilder ist eigentlich nicht von großer Bedeutung; aber die Dramatik, der Verlauf ist von großer Bedeutung: ob es Erwartung gibt, ob die Erwartung zu einer Entspannung führt, ob eine Erwartung in eine Krisis hineinführt. Der ganze Gefühlszusammenhang, möchte ich sagen, setzt sich in das Traumleben um.

[ 13 ] Und wenn man von da ausgehend den Menschen auf seine Träume der ersten Art prüft — man darf es nur nicht so machen wie die Psychiater, die alles über einen Leisten schlagen —, dann findet man, daß diese Traumbilder vor allen Dingen ihren Charakter von der ganzen Art bekommen, wie der Mensch ist, von der Individualität seines Ich. Man lernt, wenn man sich auf Träume versteht, nicht auf Träumedeuten, sondern auf Träume versteht, man lernt aus seinen Träumen den Menschen oftmals besser kennen, als man ihn kennenlernt, wenn man ihn nur dem äußeren Leben nach beobachtet. Aber wenn wir all das anschauen, was da die Menschenwesenheit im Traume erfaßt, so ist es immer zurückweisend auf das, was das Ich des Menschen an der äußeren Welt erlebt.

[ 13 ] Und wenn man von da ausgehend den Menschen auf seine Träume der ersten Art prüft — man darf es nur nicht so machen wie die Psychiater, die alles über einen Leisten schlagen —, dann findet man, daß diese Traumbilder vor allen Dingen ihren Charakter von der ganzen Art bekommen, wie der Mensch ist, von der Individualität seines Ich. Man lernt, wenn man sich auf Träume versteht, nicht auf Träumedeuten, sondern auf Träume versteht, man lernt aus seinen Träumen den Menschen oftmals besser kennen, als man ihn kennenlernt, wenn man ihn nur dem äußeren Leben nach beobachtet. Aber wenn wir all das anschauen, was da die Menschenwesenheit im Traume erfaßt, so ist es immer zurückweisend auf das, was das Ich des Menschen an der äußeren Welt erlebt.

[ 14 ] Dagegen wenn wir die zweite Art der Träume betrachten, so können wir sagen: Was da in Traumbildern der Seele vorgezaubert wird, das erlebt der Mensch nur im Traume. Denn wachend erlebt er höchstens die Form seiner Organe durch die wissenschaftliche Anatomie, Physiologie. Aber das ist ja nun nicht ein wirkliches Erleben, sondern das ist ein äußerliches Anschauen, wie man Steine und Pflanzen auch anschaut. Das braucht man also gar nicht weiter in Betracht zu ziehen. Also in dem Bewußtsein, mit dem der Mensch durchs Leben geht, erlebt er von seinem inneren Organismus außerordentlich wenig oder gar nichts. Aber der Traum der zweiten Art zaubert ihm, allerdings in veränderten Bildern, aber immerhin in Bildern, im Grunde seinen ganzen Organismus vor.

[ 14 ] Dagegen wenn wir die zweite Art der Träume betrachten, so können wir sagen: Was da in Traumbildern der Seele vorgezaubert wird, das erlebt der Mensch nur im Traume. Denn wachend erlebt er höchstens die Form seiner Organe durch die wissenschaftliche Anatomie, Physiologie. Aber das ist ja nun nicht ein wirkliches Erleben, sondern das ist ein äußerliches Anschauen, wie man Steine und Pflanzen auch anschaut. Das braucht man also gar nicht weiter in Betracht zu ziehen. Also in dem Bewußtsein, mit dem der Mensch durchs Leben geht, erlebt er von seinem inneren Organismus außerordentlich wenig oder gar nichts. Aber der Traum der zweiten Art zaubert ihm, allerdings in veränderten Bildern, aber immerhin in Bildern, im Grunde seinen ganzen Organismus vor.

[ 15 ] Wenn wir dann den Menschen im Leben betrachten, so finden wir, daß dieses Leben allerdings von seinem Ich beherrscht wird, je nachdem der Mensch Willens- und Charakterstärke hat, mehr oder weniger, daß aber das Eingreifen dieses Ich in das menschliche Leben etwas außerordentlich Ähnliches hat mit dem Traumerlebnis der ersten Art. Versuchen Sie es nur einmal, intim zu prüfen, ob jemand Träume hat, in denen seine äußeren Erlebnisse stark, vehement verändert werden. Wenn jemand solche Träume hat, werden Sie in ihm einen starken Willensmenschen finden. Träumt jemand sein Leben fast wie es ist, verändert er dieses Leben nicht im Traume, so wird er ein willensschwacher Mensch sein.

[ 15 ] Wenn wir dann den Menschen im Leben betrachten, so finden wir, daß dieses Leben allerdings von seinem Ich beherrscht wird, je nachdem der Mensch Willens- und Charakterstärke hat, mehr oder weniger, daß aber das Eingreifen dieses Ich in das menschliche Leben etwas außerordentlich Ähnliches hat mit dem Traumerlebnis der ersten Art. Versuchen Sie es nur einmal, intim zu prüfen, ob jemand Träume hat, in denen seine äußeren Erlebnisse stark, vehement verändert werden. Wenn jemand solche Träume hat, werden Sie in ihm einen starken Willensmenschen finden. Träumt jemand sein Leben fast wie es ist, verändert er dieses Leben nicht im Traume, so wird er ein willensschwacher Mensch sein.

[ 16 ] Sie sehen also: An der Art, wie der Mensch seine Träume gestaltet, drückt sich das Eingreifen des Ich in sein Leben aus. Wir werden die Träume der ersten Art gerade aus solchen Erkenntnissen heraus mit dem Ich des Menschen zusammenbringen müssen. Und wenn wir gedenken, daß wir ja in den letzten Betrachtungen Kenntnis davon genommen haben, wie das Ich und der astralische Leib im Schlafe außer dem physischen und dem Ätherleib sind, so wird es uns nicht weiter auffällig sein, wenn Geisteswissenschaft zuletzt darauf führt, daß das außer dem physischen und dem ÄÄtherleib befindliche Ich im Traume die Bilder des Lebens ergreift, die es sonst durch den physischen und Ätherleib eben in der äußeren Wirklichkeit ergreift. Der Traum der ersten Art ist ein Wirken des Ich außerhalb des physischen und Ätherleibes.

[ 16 ] Sie sehen also: An der Art, wie der Mensch seine Träume gestaltet, drückt sich das Eingreifen des Ich in sein Leben aus. Wir werden die Träume der ersten Art gerade aus solchen Erkenntnissen heraus mit dem Ich des Menschen zusammenbringen müssen. Und wenn wir gedenken, daß wir ja in den letzten Betrachtungen Kenntnis davon genommen haben, wie das Ich und der astralische Leib im Schlafe außer dem physischen und dem Ätherleib sind, so wird es uns nicht weiter auffällig sein, wenn Geisteswissenschaft zuletzt darauf führt, daß das außer dem physischen und dem ÄÄtherleib befindliche Ich im Traume die Bilder des Lebens ergreift, die es sonst durch den physischen und Ätherleib eben in der äußeren Wirklichkeit ergreift. Der Traum der ersten Art ist ein Wirken des Ich außerhalb des physischen und Ätherleibes.

[ 17 ] Was ist der Traum der zweiten Art? Er muß auch etwas sein, selbstverständlich, was zu tun hat mit dem, was im Schlafe außerhalb des physischen und Ätherleibes ist. Das Ich kann es nicht sein, denn das Ich weiß nichts von dem, was der Traum als symbolische Gestaltungen der Organe vorzaubert. Man wird gedrängt dazu, zu erkennen, wie es der astralische Leib des Menschen ist, der diese symbolischen Bilder der inneren Organe so im Traume gestaltet, wie das Ich die Bilder der äußeren Erlebnisse gestaltet. Und so haben wir durch die zwei Arten der Träume einen Hinweis auf das Wirken des Ich und des astralischen Leibes vom Einschlafen bis zum Aufwachen.

[ 17 ] Was ist der Traum der zweiten Art? Er muß auch etwas sein, selbstverständlich, was zu tun hat mit dem, was im Schlafe außerhalb des physischen und Ätherleibes ist. Das Ich kann es nicht sein, denn das Ich weiß nichts von dem, was der Traum als symbolische Gestaltungen der Organe vorzaubert. Man wird gedrängt dazu, zu erkennen, wie es der astralische Leib des Menschen ist, der diese symbolischen Bilder der inneren Organe so im Traume gestaltet, wie das Ich die Bilder der äußeren Erlebnisse gestaltet. Und so haben wir durch die zwei Arten der Träume einen Hinweis auf das Wirken des Ich und des astralischen Leibes vom Einschlafen bis zum Aufwachen.

[ 18 ] Wir können weitergehen. Wenn wir sehen, was ein schwacher, was ein starker Mensch in seinen Träumen tut, wie ein schwacher Mensch fast so träumt, wie er die Dinge erlebt hat, ein starker Mensch alle Dinge umgestaltet, alles durcheinanderwirft und die Dinge so macht, daß sie stark die Färbung seines Charakters annehmen, wenn wir solches in der richtigen Weise bis zum Ende studieren, dann können wir das, worauf wir da kommen, vergleichen mit der Art, wie sich der Mensch wachend im Leben verhält. Und da kommt man auf etwas ungeheuer Interessantes. Da kommt man nämlich darauf, daß das Folgende wahr ist: Lassen Sie sich von einem Menschen Träume erzählen, sehen Sie an, wie ein Traumbild an das andere sich knüpft, wie diese Träume sich gestalten; und dann schauen Sie, nachdem Sie sich eine Vorstellung von der Art seines Träumens gemacht haben, von dieser Vorstellung auf ihn selbst, dann werden Sie sich, angeregt durch das, was Sie sich von seinen Träumen vorstellen können, ein gutes Bild von dem machen können, wie er im Leben handelt. Da kommt man nämlich auf merkwürdige Geheimnisse beim Menschen. Man betrachtet einen Menschen handelnd im Leben, man lernt ihn kennen seiner Individualität nach. Man sagt: Von dem, was durch diesen Menschen geschieht, geht ja nur ein Teil von seinem eigentlichen Menschenwesen, von seinem Ich aus. Wenn es auf sein Ich ankäme, dann würde der Mensch eigentlich das tun, was er träumt. Ein gewalttätiger Charakter würde, wenn es auf sein Ich ankäme, im Leben so gewalttätig sein, wie er träumt, und einer, der in seinen Träumen sein Leben fast unverändert läßt, würde im Leben sich überall zurückziehen, das Leben Leben sein lassen, die Dinge geschehen lassen, möglichst wenig auch in das Leben eingreifen, just so viel nur eingreifen, als er im Traume eingreift.

[ 18 ] Wir können weitergehen. Wenn wir sehen, was ein schwacher, was ein starker Mensch in seinen Träumen tut, wie ein schwacher Mensch fast so träumt, wie er die Dinge erlebt hat, ein starker Mensch alle Dinge umgestaltet, alles durcheinanderwirft und die Dinge so macht, daß sie stark die Färbung seines Charakters annehmen, wenn wir solches in der richtigen Weise bis zum Ende studieren, dann können wir das, worauf wir da kommen, vergleichen mit der Art, wie sich der Mensch wachend im Leben verhält. Und da kommt man auf etwas ungeheuer Interessantes. Da kommt man nämlich darauf, daß das Folgende wahr ist: Lassen Sie sich von einem Menschen Träume erzählen, sehen Sie an, wie ein Traumbild an das andere sich knüpft, wie diese Träume sich gestalten; und dann schauen Sie, nachdem Sie sich eine Vorstellung von der Art seines Träumens gemacht haben, von dieser Vorstellung auf ihn selbst, dann werden Sie sich, angeregt durch das, was Sie sich von seinen Träumen vorstellen können, ein gutes Bild von dem machen können, wie er im Leben handelt. Da kommt man nämlich auf merkwürdige Geheimnisse beim Menschen. Man betrachtet einen Menschen handelnd im Leben, man lernt ihn kennen seiner Individualität nach. Man sagt: Von dem, was durch diesen Menschen geschieht, geht ja nur ein Teil von seinem eigentlichen Menschenwesen, von seinem Ich aus. Wenn es auf sein Ich ankäme, dann würde der Mensch eigentlich das tun, was er träumt. Ein gewalttätiger Charakter würde, wenn es auf sein Ich ankäme, im Leben so gewalttätig sein, wie er träumt, und einer, der in seinen Träumen sein Leben fast unverändert läßt, würde im Leben sich überall zurückziehen, das Leben Leben sein lassen, die Dinge geschehen lassen, möglichst wenig auch in das Leben eingreifen, just so viel nur eingreifen, als er im Traume eingreift.

[ 19 ] Das andere, das nun vom Menschen über dieses hinaus geschieht, wo kommt denn das her? Meine lieben Freunde, man kann gut sagen: das tut Gott, das tun die Geister der Welt. — Der Mensch tut nämlich gar nicht alles selbst, was er tut; er tut nämlich genau so viel, als er eigentlich träumt. Das andere wird durch ihn und an ihm getan. Man lernt nur gewöhnlich nicht sich im Leben schulen auf diese Dinge hin. Würde man sich schulen lernen, man würde darauf kommen, daß man so viel aktiven Anteil am Tun im Leben hat, als man aktiven Anteil an seinen Träumen hat. Beim gewalttätigen Menschen hindert dann die Welt, daß er gewalttätig wird, wie er es im Traume ist; beim schwachen Menschen, da wirken die Instinkte und da macht es wieder das Leben, daß das hinzugefügt wird, was durch ihn geschieht und was er nicht träumen würde.

[ 19 ] Das andere, das nun vom Menschen über dieses hinaus geschieht, wo kommt denn das her? Meine lieben Freunde, man kann gut sagen: das tut Gott, das tun die Geister der Welt. — Der Mensch tut nämlich gar nicht alles selbst, was er tut; er tut nämlich genau so viel, als er eigentlich träumt. Das andere wird durch ihn und an ihm getan. Man lernt nur gewöhnlich nicht sich im Leben schulen auf diese Dinge hin. Würde man sich schulen lernen, man würde darauf kommen, daß man so viel aktiven Anteil am Tun im Leben hat, als man aktiven Anteil an seinen Träumen hat. Beim gewalttätigen Menschen hindert dann die Welt, daß er gewalttätig wird, wie er es im Traume ist; beim schwachen Menschen, da wirken die Instinkte und da macht es wieder das Leben, daß das hinzugefügt wird, was durch ihn geschieht und was er nicht träumen würde.

[ 20 ] Es ist interessant, einen Menschen in einer Lebenshandlung zu sehen und sich zu fragen: Was kommt von ihm und was kommt von der Welt? — Von ihm kommt genau so viel, als er träumen kann von der Sache. Die Welt fügt entweder etwas dazu beim schwachen Menschen oder sie subtrahiert etwas beim gewalttätigen Menschen. So betrachtet, fängt der Traum allerdings an, außerordentlich interessant zu werden und tief hineinblicken zu lassen in das Wesen des Menschen.

[ 20 ] Es ist interessant, einen Menschen in einer Lebenshandlung zu sehen und sich zu fragen: Was kommt von ihm und was kommt von der Welt? — Von ihm kommt genau so viel, als er träumen kann von der Sache. Die Welt fügt entweder etwas dazu beim schwachen Menschen oder sie subtrahiert etwas beim gewalttätigen Menschen. So betrachtet, fängt der Traum allerdings an, außerordentlich interessant zu werden und tief hineinblicken zu lassen in das Wesen des Menschen.

[ 21 ] Es ist allerdings manches von dem, was ich da sage, in einer verzerrten, karikierten Weise den Psychoanalytikern aufgegangen, aber sie können nicht hineinschauen in das eigentliche Weben und Wesen der Menschennatur, daher verzerren sie eben alles, machen es zu Karikaturen. Aber Sie sehen ja aus der Betrachtung, die ich heute ganz äußerlich anstelle, daß man, wenn man diese Dinge überhaupt anfassen will, vordringen muß bis zu einer sehr feinen Seelenerkenntnis. Ohne diese kann man über die Beziehungen des Traumlebens zur äußeren Wirklichkeit, die der Mensch darlebt, eben nichts wissen. Daher habe ich einmal gesagt: Psychoanalyse ist Dilettantismus, weil sie nichts weiß von dem äußeren Leben des Menschen. Aber sie ist auch noch Dilettantismus, weil sie nichts weiß von dem inneren Leben des Menschen. Und diese zwei Dilettantismen addieren sich nicht bloß, sondern sie multiplizieren sich, weil man durch das Nichtkennen des inneren Lebens das Äußerliche verdirbt, und durch das Nichtkennen des Äußerlichen alles Innerliche verdirbt. Wenn man d mit d multipliziert, so bekommt man Dilettantismus im Quadrat. So daß die Psychoanalyse der Dilettantismus im Quadrat ist: \(d \times d = d^2\).

[ 21 ] Es ist allerdings manches von dem, was ich da sage, in einer verzerrten, karikierten Weise den Psychoanalytikern aufgegangen, aber sie können nicht hineinschauen in das eigentliche Weben und Wesen der Menschennatur, daher verzerren sie eben alles, machen es zu Karikaturen. Aber Sie sehen ja aus der Betrachtung, die ich heute ganz äußerlich anstelle, daß man, wenn man diese Dinge überhaupt anfassen will, vordringen muß bis zu einer sehr feinen Seelenerkenntnis. Ohne diese kann man über die Beziehungen des Traumlebens zur äußeren Wirklichkeit, die der Mensch darlebt, eben nichts wissen. Daher habe ich einmal gesagt: Psychoanalyse ist Dilettantismus, weil sie nichts weiß von dem äußeren Leben des Menschen. Aber sie ist auch noch Dilettantismus, weil sie nichts weiß von dem inneren Leben des Menschen. Und diese zwei Dilettantismen addieren sich nicht bloß, sondern sie multiplizieren sich, weil man durch das Nichtkennen des inneren Lebens das Äußerliche verdirbt, und durch das Nichtkennen des Äußerlichen alles Innerliche verdirbt. Wenn man d mit d multipliziert, so bekommt man Dilettantismus im Quadrat. So daß die Psychoanalyse der Dilettantismus im Quadrat ist: \(d \times d = d^2\).

[ 22 ] Es ist das Menschenwesen so weit zu durchschauen, wenn man sich intim auf die Wechselzustände des wachenden und schlafenden Lebens einläßt, daß diese Betrachtung wirklich heranführt zur Initiationswissenschaft.

[ 22 ] Es ist das Menschenwesen so weit zu durchschauen, wenn man sich intim auf die Wechselzustände des wachenden und schlafenden Lebens einläßt, daß diese Betrachtung wirklich heranführt zur Initiationswissenschaft.

[ 23 ] Nehmen Sie nun ein anderes, das ich in diesen Betrachtungen gesagt habe: die Tatsache, daß der Mensch durch Seelenübungen, durch Meditationen seine Seelenkräfte erstarken, erkraften kann, dann über das gewöhnliche, mehr oder weniger inhaltslose, abstrakte Denken zu einem innerlich anschaulichen, bildhaften Denken, zur Imagination vorrückt. Nun mußte ich Ihnen sagen, daß ja der Mensch vorrückt mit dieser Imagination zum Ergreifen seines ganzen Lebens, aber so wie es hereingestellt ist durch Geburt und Empfängnis — eigentlich noch vor der Geburt, vor der Empfängnis — als ätherischer Impuls in das Erdenleben. Man bekommt durch den Traum Reminiszenzen desjenigen, was man äußerlich erlebt, seitdem man in diesem Erdenleben die Erde betreten hat. Man bekommt durch die Imagination Bilder, die nach der Art des Erlebens sehr ähnlich sein können Traumesbildern; nur enthalten sie nicht Reminiszenzen an das Leben, sondern Reminiszenzen an das, was vor dem Erdenleben da war.

[ 23 ] Nehmen Sie nun ein anderes, das ich in diesen Betrachtungen gesagt habe: die Tatsache, daß der Mensch durch Seelenübungen, durch Meditationen seine Seelenkräfte erstarken, erkraften kann, dann über das gewöhnliche, mehr oder weniger inhaltslose, abstrakte Denken zu einem innerlich anschaulichen, bildhaften Denken, zur Imagination vorrückt. Nun mußte ich Ihnen sagen, daß ja der Mensch vorrückt mit dieser Imagination zum Ergreifen seines ganzen Lebens, aber so wie es hereingestellt ist durch Geburt und Empfängnis — eigentlich noch vor der Geburt, vor der Empfängnis — als ätherischer Impuls in das Erdenleben. Man bekommt durch den Traum Reminiszenzen desjenigen, was man äußerlich erlebt, seitdem man in diesem Erdenleben die Erde betreten hat. Man bekommt durch die Imagination Bilder, die nach der Art des Erlebens sehr ähnlich sein können Traumesbildern; nur enthalten sie nicht Reminiszenzen an das Leben, sondern Reminiszenzen an das, was vor dem Erdenleben da war.

[ 24 ] Es ist vollends lächerlich, wenn diejenigen, die Geisteswissenschaft nicht kennen, sagen, die Imaginationen können auch Träume sein. Sie sollen sich doch einmal überlegen, was da in den Imaginationen geträumt wird. Es wird ja nichts geträumt, was die Sinne darbieten, sondern der Inhalt ist eben derjenige, der das Menschenwesen darstellt, bevor es Sinne gehabt hat. In eine neue Welt wird der Mensch eingeführt durch die Imagination.

[ 24 ] Es ist vollends lächerlich, wenn diejenigen, die Geisteswissenschaft nicht kennen, sagen, die Imaginationen können auch Träume sein. Sie sollen sich doch einmal überlegen, was da in den Imaginationen geträumt wird. Es wird ja nichts geträumt, was die Sinne darbieten, sondern der Inhalt ist eben derjenige, der das Menschenwesen darstellt, bevor es Sinne gehabt hat. In eine neue Welt wird der Mensch eingeführt durch die Imagination.

[ 25 ] Aber etwas sehr Ähnliches ist da zwischen der zweiten Art der Träume und dem, was man in der Imagination erlebt, wenn diese Imagination zunächst sich durch Übungen in der Seele herausbildet. Da erlebt man nämlich Bilder, und zwar mit aller Deutlichkeit, man könnte sagen, mit Exaktheit erlebt man Bilder, gewaltige Bilder. Ich möchte sagen, ein Weltenall erlebt man, wunderbare Bilder, farbenreiche Bilder, Bilder, die so gewaltig sind, daß nichts anderes im Bewußtsein ist als diese Bilder. Wollte man diese Bilder malen, ein grandioses Tableau würde man malen; aber man würde ja nur einen Augenblick festhalten können, wie man einen Blitz auch nicht malen kann, sondern nur den Augenblick von ihm festhalten kann; denn das alles verläuft ja in der Zeit. Aber wenn man nur einen Augenblick festhält, bekommt man ein grandioses Bild.

[ 25 ] Aber etwas sehr Ähnliches ist da zwischen der zweiten Art der Träume und dem, was man in der Imagination erlebt, wenn diese Imagination zunächst sich durch Übungen in der Seele herausbildet. Da erlebt man nämlich Bilder, und zwar mit aller Deutlichkeit, man könnte sagen, mit Exaktheit erlebt man Bilder, gewaltige Bilder. Ich möchte sagen, ein Weltenall erlebt man, wunderbare Bilder, farbenreiche Bilder, Bilder, die so gewaltig sind, daß nichts anderes im Bewußtsein ist als diese Bilder. Wollte man diese Bilder malen, ein grandioses Tableau würde man malen; aber man würde ja nur einen Augenblick festhalten können, wie man einen Blitz auch nicht malen kann, sondern nur den Augenblick von ihm festhalten kann; denn das alles verläuft ja in der Zeit. Aber wenn man nur einen Augenblick festhält, bekommt man ein grandioses Bild.

[ 26 ] Wollen wir es uns schematisch vorführen. Es ist natürlich durchaus nicht von einer übertriebenen Ähnlichkeit mit dem, was geschaut wird. Aber damit wir uns vor die Seele führen können, um was es sich handelt, wollen wir es schematisch vor uns hinzeichnen.

[ 26 ] Wollen wir es uns schematisch vorführen. Es ist natürlich durchaus nicht von einer übertriebenen Ähnlichkeit mit dem, was geschaut wird. Aber damit wir uns vor die Seele führen können, um was es sich handelt, wollen wir es schematisch vor uns hinzeichnen.

[ 27 ] Man betrachte nun dieses Bild, das ich nur schematisch hingezeichnet habe. Es ist in sich konfiguriert. Es enthält die verschiedensten gestalteten Bilder. Es ist innerlich und äußerlich etwas Grandioses. Wird man nun immer stärker im Konzentrieren, im Festhalten dieses Bildes, tritt es nicht bloß einen Augenblick auf — da muß man es mit Geistesgegenwart abfangen, wenn es bloß einen Augenblick auftritt, sonst huscht es weg, bevor man es überhaupt ins Gegenwärtige hereingefaßt hat; Geistesgegenwart braucht man überhaupt zum geistigen Beobachten —, ist man imstande, nicht nur soviel Geistesgegenwart anzuwenden, um die Sache zu erhaschen, daß man sie überhaupt im Bewußtsein hat, sondern kann man sie festhalten, dann zieht dieses Bild sich zusammen, dann wird es, statt, ich möchte sagen, ein Weltall-Umspannendes zu sein, kleiner und kleiner, und man sieht, wie es in der Zeit vorrückt. Und, ich möchte sagen, es schnappt herein in etwas. Aus dem einen wird der menschliche Kopf, aus dem anderen wird die menschliche Lunge, aus dem anderen wird die menschliche Leber. Die physische Materie, die vom mütterlichen Leibe kommt, füllt nur dasjenige aus, was da aus der geistigen Welt hereinkommt. Der Mensch wird daraus. Man sagt sich zuletzt: Ja, was Leber ist, das sieht man im vorirdischen Dasein geistig in einem grandiosen Bilde; die Lunge sieht man im vorirdischen Dasein geistig in diesem grandiosen Bilde. Und jetzt vergleicht man es hinterher mit dem, was im Traume der zweiten Art ist. Da erscheint einem ein Organ, wie ich vorhin gesagt habe, vielleicht auch in einem sehr schönen Bilde; aber stümperhaft gegen das, was die Imagination liefert, ist es doch.

[ 27 ] Man betrachte nun dieses Bild, das ich nur schematisch hingezeichnet habe. Es ist in sich konfiguriert. Es enthält die verschiedensten gestalteten Bilder. Es ist innerlich und äußerlich etwas Grandioses. Wird man nun immer stärker im Konzentrieren, im Festhalten dieses Bildes, tritt es nicht bloß einen Augenblick auf — da muß man es mit Geistesgegenwart abfangen, wenn es bloß einen Augenblick auftritt, sonst huscht es weg, bevor man es überhaupt ins Gegenwärtige hereingefaßt hat; Geistesgegenwart braucht man überhaupt zum geistigen Beobachten —, ist man imstande, nicht nur soviel Geistesgegenwart anzuwenden, um die Sache zu erhaschen, daß man sie überhaupt im Bewußtsein hat, sondern kann man sie festhalten, dann zieht dieses Bild sich zusammen, dann wird es, statt, ich möchte sagen, ein Weltall-Umspannendes zu sein, kleiner und kleiner, und man sieht, wie es in der Zeit vorrückt. Und, ich möchte sagen, es schnappt herein in etwas. Aus dem einen wird der menschliche Kopf, aus dem anderen wird die menschliche Lunge, aus dem anderen wird die menschliche Leber. Die physische Materie, die vom mütterlichen Leibe kommt, füllt nur dasjenige aus, was da aus der geistigen Welt hereinkommt. Der Mensch wird daraus. Man sagt sich zuletzt: Ja, was Leber ist, das sieht man im vorirdischen Dasein geistig in einem grandiosen Bilde; die Lunge sieht man im vorirdischen Dasein geistig in diesem grandiosen Bilde. Und jetzt vergleicht man es hinterher mit dem, was im Traume der zweiten Art ist. Da erscheint einem ein Organ, wie ich vorhin gesagt habe, vielleicht auch in einem sehr schönen Bilde; aber stümperhaft gegen das, was die Imagination liefert, ist es doch.

[ 28 ] Und so bekommt man den Eindruck: die Imagination gibt etwas, was von Weltmeisterschaft geschaffen ist; der Traum gibt etwas, was stümperhaft ist. Aber sie weisen beide nach demselben hin. Und sie sind das, was im Geistigen die innere Organisation des Menschen darstellt.

[ 28 ] Und so bekommt man den Eindruck: die Imagination gibt etwas, was von Weltmeisterschaft geschaffen ist; der Traum gibt etwas, was stümperhaft ist. Aber sie weisen beide nach demselben hin. Und sie sind das, was im Geistigen die innere Organisation des Menschen darstellt.

[ 29 ] Von da aus ist es nicht mehr weit zu einer anderen, sehr gültigen Vorstellung. Man kommt darauf, wenn man durch die Imagination diesen vorirdischen Menschen als mächtiges Ätherbild merkt, merkt wie dieses mächtige Ätherbild sich in den physischen Menschen gleichsam hereinkristallisiert, man kommt darauf, zu fragen: Nun, wenn jetzt die Traumbilder, die sich auf innere Organe beziehen, anfangen würden dieselbe Tätigkeit zu entwickeln? Man kommt darauf, sich zu sagen: Da würde die Karikatur einer Leber entstehen. — Die menschliche in sich vollkommene Leber wird von dem Imaginationsbilde, das auf das vorirdische Dasein hinweist, gebildet. Würde das Traumbild sich zur Leber gestalten, dann würde der Mensch aus diesem Traumbilde nicht eine Menschenleber, nicht einmal eine Gansleber, sondern die Karikatur einer Leber bekommen.

[ 29 ] Von da aus ist es nicht mehr weit zu einer anderen, sehr gültigen Vorstellung. Man kommt darauf, wenn man durch die Imagination diesen vorirdischen Menschen als mächtiges Ätherbild merkt, merkt wie dieses mächtige Ätherbild sich in den physischen Menschen gleichsam hereinkristallisiert, man kommt darauf, zu fragen: Nun, wenn jetzt die Traumbilder, die sich auf innere Organe beziehen, anfangen würden dieselbe Tätigkeit zu entwickeln? Man kommt darauf, sich zu sagen: Da würde die Karikatur einer Leber entstehen. — Die menschliche in sich vollkommene Leber wird von dem Imaginationsbilde, das auf das vorirdische Dasein hinweist, gebildet. Würde das Traumbild sich zur Leber gestalten, dann würde der Mensch aus diesem Traumbilde nicht eine Menschenleber, nicht einmal eine Gansleber, sondern die Karikatur einer Leber bekommen.

[ 30 ] Das läßt nun in der Tat tief hineinblicken in die ganze Menschenwesenheit. Denn sehen Sie, es ist doch etwas Ähnliches, das zeigt sich ganz klar, zwischen dem Traumbilde und dem imaginativen Bilde. Und man muß sich fragen: Woher kommt denn dieses Ähnliche?

[ 30 ] Das läßt nun in der Tat tief hineinblicken in die ganze Menschenwesenheit. Denn sehen Sie, es ist doch etwas Ähnliches, das zeigt sich ganz klar, zwischen dem Traumbilde und dem imaginativen Bilde. Und man muß sich fragen: Woher kommt denn dieses Ähnliche?

[ 31 ] Nun kann man aber noch weitergehen. Man nehme die Traumbilder der ersten Art, wo an äußere Erlebnisse angeknüpft wird. Für diese ist zunächst nichts Ähnliches in dem imaginativen Vorstellen. Aber das imaginative Vorstellen geht über zu einem vorirdischen Erleben des Menschen, wo der Mensch nicht mit anderen physischen Menschen zu tun hat; das imaginative Anschauen geht über zu einem Abbilde von vorirdischen Geist-Erlebnissen. Legen Sie sich das einmal vor, was damit charakterisiert ist.

[ 31 ] Nun kann man aber noch weitergehen. Man nehme die Traumbilder der ersten Art, wo an äußere Erlebnisse angeknüpft wird. Für diese ist zunächst nichts Ähnliches in dem imaginativen Vorstellen. Aber das imaginative Vorstellen geht über zu einem vorirdischen Erleben des Menschen, wo der Mensch nicht mit anderen physischen Menschen zu tun hat; das imaginative Anschauen geht über zu einem Abbilde von vorirdischen Geist-Erlebnissen. Legen Sie sich das einmal vor, was damit charakterisiert ist.

[ 32 ] Wenn wir auf das Innere des Menschen schauen, dann bekommen wir den Eindruck, daß mit gewissen symbolischen Bildern, treten sie nun auf durch die Imagination oder durch den Traum, das Innere des Menschen gemeint ist, die menschliche Organisation gemeint ist; daß dahingegen die Imaginationen, die sich auf äußere Erlebnisse beziehen, nicht mit dem zusammenhängen, was der Mensch an innerlicher Organisation hat, aber auch nicht mit dem äußeren Erdenleben zusammenhängen; sie weisen auf Erlebnisse des vorirdischen Daseins hin. Und neben sie nur kann man stellen die Traumerlebnisse, die sich auf äußere Erlebnisse des Erdendaseins beziehen, nicht aber in irgendeinem inneren Zusammenhang mit ihnen sind. Dieser innere Zusammenhang besteht für die Träume der zweiten Art.

[ 32 ] Wenn wir auf das Innere des Menschen schauen, dann bekommen wir den Eindruck, daß mit gewissen symbolischen Bildern, treten sie nun auf durch die Imagination oder durch den Traum, das Innere des Menschen gemeint ist, die menschliche Organisation gemeint ist; daß dahingegen die Imaginationen, die sich auf äußere Erlebnisse beziehen, nicht mit dem zusammenhängen, was der Mensch an innerlicher Organisation hat, aber auch nicht mit dem äußeren Erdenleben zusammenhängen; sie weisen auf Erlebnisse des vorirdischen Daseins hin. Und neben sie nur kann man stellen die Traumerlebnisse, die sich auf äußere Erlebnisse des Erdendaseins beziehen, nicht aber in irgendeinem inneren Zusammenhang mit ihnen sind. Dieser innere Zusammenhang besteht für die Träume der zweiten Art.

[ 33 ] Nun, was will ich denn durch die Darstellung von all dem? Durch die Darstellung von alledem möchte ich darauf hinweisen, wie es eine intime Art der Betrachtung des Menschenlebens gibt, die wirkliche Lebensrätsel aufwirft. Es ist so, daß der Mensch heute das Leben eigentlich recht oberflächlich betrachtet. Würde er es genauer, intimer betrachten, so würden ihm die Dinge auffallen, von denen ich heute gesprochen habe. Aber in einem gewissen Sinne fallen sie ihm auf, nur weiß er eigentlich nichts davon, wie sie ihm auffallen. Der Mensch wird sich eigentlich gar nicht bewußt, wie stark das doch auf sein Leben einen Einfluß hat, was er träumt. Er betrachtet den Traum als etwas Vorüberhuschendes, weil er nicht weiß, daß in die eine Art der Träume sein Ich, in die andere Art der Träume sein Astralleib eingreift. Wenn wir aber das Leben erfassen in bezug auf noch einschneidendere Erscheinungen, dann werden die angedeuteten Rätsel noch brennender.

[ 33 ] Nun, was will ich denn durch die Darstellung von all dem? Durch die Darstellung von alledem möchte ich darauf hinweisen, wie es eine intime Art der Betrachtung des Menschenlebens gibt, die wirkliche Lebensrätsel aufwirft. Es ist so, daß der Mensch heute das Leben eigentlich recht oberflächlich betrachtet. Würde er es genauer, intimer betrachten, so würden ihm die Dinge auffallen, von denen ich heute gesprochen habe. Aber in einem gewissen Sinne fallen sie ihm auf, nur weiß er eigentlich nichts davon, wie sie ihm auffallen. Der Mensch wird sich eigentlich gar nicht bewußt, wie stark das doch auf sein Leben einen Einfluß hat, was er träumt. Er betrachtet den Traum als etwas Vorüberhuschendes, weil er nicht weiß, daß in die eine Art der Träume sein Ich, in die andere Art der Träume sein Astralleib eingreift. Wenn wir aber das Leben erfassen in bezug auf noch einschneidendere Erscheinungen, dann werden die angedeuteten Rätsel noch brennender.

[ 34 ] Für diejenigen, die längere Zeit hier sind, sind solche Tatsachen schon erwähnt worden. Ich will wieder darauf hinweisen, wie es einen pathologischen Zustand im Menschen gibt, der darin besteht, daß der Mensch erinnerungsmäßig den Zusammenhang an sein Leben verliert. Ich habe es für einen Bekannten von mir angeführt, der eines Tages, ohne daß er davon in seinem Bewußtsein etwas weiß, aus seiner Wohnung, von seiner Familie fortgeht nach dem Bahnhof, sich ein Billett ersteht, bis zu einer bestimmten Station fährt wie ein Nachtwandler. Auf der Umsteigestation löst er sich das andere Billett, fährt weiter, fährt lange Zeit herum. Er hat die Fahrt von einer Stadt Süddeutschlands angetreten. Man konnte später konstatieren, als man dem Fall nachgegangen war, daß er in Budapest, in Polen, Lemberg und so weiter gewesen ist. Er hat sich zuletzt entdeckt — da fing sein Bewußtsein wieder an zu wirken — in einem Obdachlosenasyl in Berlin, wo er zuletzt gelandet ist. Diesem Momente, wo er im Obdachlosenasyl angekommen war, waren ein paar Wochen vorangegangen, die in seinem Bewußtsein ausgelöscht waren. Er erinnerte sich an das letzte, was er noch zu Hause gemacht hatte; das andere war ausgelöscht. Man mußte von außen die ganze Reise verfolgen.

[ 34 ] Für diejenigen, die längere Zeit hier sind, sind solche Tatsachen schon erwähnt worden. Ich will wieder darauf hinweisen, wie es einen pathologischen Zustand im Menschen gibt, der darin besteht, daß der Mensch erinnerungsmäßig den Zusammenhang an sein Leben verliert. Ich habe es für einen Bekannten von mir angeführt, der eines Tages, ohne daß er davon in seinem Bewußtsein etwas weiß, aus seiner Wohnung, von seiner Familie fortgeht nach dem Bahnhof, sich ein Billett ersteht, bis zu einer bestimmten Station fährt wie ein Nachtwandler. Auf der Umsteigestation löst er sich das andere Billett, fährt weiter, fährt lange Zeit herum. Er hat die Fahrt von einer Stadt Süddeutschlands angetreten. Man konnte später konstatieren, als man dem Fall nachgegangen war, daß er in Budapest, in Polen, Lemberg und so weiter gewesen ist. Er hat sich zuletzt entdeckt — da fing sein Bewußtsein wieder an zu wirken — in einem Obdachlosenasyl in Berlin, wo er zuletzt gelandet ist. Diesem Momente, wo er im Obdachlosenasyl angekommen war, waren ein paar Wochen vorangegangen, die in seinem Bewußtsein ausgelöscht waren. Er erinnerte sich an das letzte, was er noch zu Hause gemacht hatte; das andere war ausgelöscht. Man mußte von außen die ganze Reise verfolgen.

[ 35 ] Sie sehen, da ist das Ich nicht bei dem, was der Mensch tut. Wenn Sie die entsprechende Literatur verfolgen, so werden Sie Hunderte und Hunderte von Fällen eines solchen aussetzenden Ich-Bewußtseins finden. Was liegt denn da eigentlich vor? Wenn Sie sich darauf einlassen würden, die Traumwelt eines solchen Menschen, der in diesen pathologischen Zustand verfällt, zu studieren, so würden Sie auf etwas Merkwürdiges kommen. Sie würden zunächst finden, daß er, wenigstens zu gewissen Zeiten seines Lebens, die denkbar lebhaftesten Träume hatte, Träume, die ganz besonders dadurch charakterisiert sind, daß er sich im Traum etwas vornimmt, Absichten hat im Traume.

[ 35 ] Sie sehen, da ist das Ich nicht bei dem, was der Mensch tut. Wenn Sie die entsprechende Literatur verfolgen, so werden Sie Hunderte und Hunderte von Fällen eines solchen aussetzenden Ich-Bewußtseins finden. Was liegt denn da eigentlich vor? Wenn Sie sich darauf einlassen würden, die Traumwelt eines solchen Menschen, der in diesen pathologischen Zustand verfällt, zu studieren, so würden Sie auf etwas Merkwürdiges kommen. Sie würden zunächst finden, daß er, wenigstens zu gewissen Zeiten seines Lebens, die denkbar lebhaftesten Träume hatte, Träume, die ganz besonders dadurch charakterisiert sind, daß er sich im Traum etwas vornimmt, Absichten hat im Traume.

[ 36 ] Wenn Sie die Träume eines gesunden Menschen studieren, werden Sie finden, daß gerade dieses Hereinspielen von Absichten in den Traum entweder sehr schwach ist oder überhaupt nicht vorkommt. Der Mensch träumt alles mögliche Wunderbare, aber Absichten spielen in der Regel keine Rolle. Wenn sie eine Rolle spielen im Traume, so wacht der Mensch in der Regel aus solchen Träumen so auf, daß er über diese Absichten sich selber verspottet. Wenn Sie aber solche Menschen mit intermittierendem Bewußtsein, mit einem Bewußtsein das auslöscht für eine Zeitlang, hinsichtlich ihrer Träume studieren, dann werden Sie sehen, daß das Menschen sind, die Absichten im 'Traume hegen und diese Absichten beim Aufwachen ungeheuer ernst nehmen, sogar so ernst nehmen, daß sie Gewissensbisse empfinden, wenn sie die im 'Traume gehegten Absichten nicht ausführen können. Manchmal sind diese Absichten ja so albern gegenüber der äußeren physischen Welt, daß sie sie nicht ausführen können; dann quält sie das, dann macht sie das furchtbar aufgeregt. Das ist die Kehrseite dieses ausgelöschten Bewußtseins, den Traum ernst zu nehmen, im besonderen mit Bezug auf den Absichtstraum, nicht Wunschtraum, auf den Absichtstraum.

[ 36 ] Wenn Sie die Träume eines gesunden Menschen studieren, werden Sie finden, daß gerade dieses Hereinspielen von Absichten in den Traum entweder sehr schwach ist oder überhaupt nicht vorkommt. Der Mensch träumt alles mögliche Wunderbare, aber Absichten spielen in der Regel keine Rolle. Wenn sie eine Rolle spielen im Traume, so wacht der Mensch in der Regel aus solchen Träumen so auf, daß er über diese Absichten sich selber verspottet. Wenn Sie aber solche Menschen mit intermittierendem Bewußtsein, mit einem Bewußtsein das auslöscht für eine Zeitlang, hinsichtlich ihrer Träume studieren, dann werden Sie sehen, daß das Menschen sind, die Absichten im 'Traume hegen und diese Absichten beim Aufwachen ungeheuer ernst nehmen, sogar so ernst nehmen, daß sie Gewissensbisse empfinden, wenn sie die im 'Traume gehegten Absichten nicht ausführen können. Manchmal sind diese Absichten ja so albern gegenüber der äußeren physischen Welt, daß sie sie nicht ausführen können; dann quält sie das, dann macht sie das furchtbar aufgeregt. Das ist die Kehrseite dieses ausgelöschten Bewußtseins, den Traum ernst zu nehmen, im besonderen mit Bezug auf den Absichtstraum, nicht Wunschtraum, auf den Absichtstraum.

[ 37 ] Derjenige, der Menschenbeobachtung hat, sieht es unter Umständen schon dem Menschen an, ob ihm jemals so etwas passieren könnte wie ein ausgelöschtes Bewußtsein. Solche Menschen haben etwas, was zeigt, daß sie mit Bezug auf gewisse innere und äußere Erlebnisse nie ganz aufwachen: Man kommt nach und nach darauf, wenn man einen solchen Menschen beobachtet, daß er jede Nacht in seinem Schlafzustand mit seinem Ich zu weit herausgeht aus dem physischen und dem Ätherleib, sich zu weit entfernt, so daß er nicht mehr alles mitnehmen kann, was er da draußen erlebt. Er geht zu tief in den Geist hinein, um all das, was er in der geistigen Welt erlebt, wiederum zurückzutragen in den physischen und Ätherleib. Und endlich, weil er das so oft nicht völlig zurückträgt, hält es ihn dann zuletzt draußen. Das, was er da zu tief im Geiste erlebt, das hält zuletzt überhaupt das Ich aus dem physischen Leib draußen und er kommt in diesen Zustand, wo das Ich nicht im physischen Leib drinnen ist.

[ 37 ] Derjenige, der Menschenbeobachtung hat, sieht es unter Umständen schon dem Menschen an, ob ihm jemals so etwas passieren könnte wie ein ausgelöschtes Bewußtsein. Solche Menschen haben etwas, was zeigt, daß sie mit Bezug auf gewisse innere und äußere Erlebnisse nie ganz aufwachen: Man kommt nach und nach darauf, wenn man einen solchen Menschen beobachtet, daß er jede Nacht in seinem Schlafzustand mit seinem Ich zu weit herausgeht aus dem physischen und dem Ätherleib, sich zu weit entfernt, so daß er nicht mehr alles mitnehmen kann, was er da draußen erlebt. Er geht zu tief in den Geist hinein, um all das, was er in der geistigen Welt erlebt, wiederum zurückzutragen in den physischen und Ätherleib. Und endlich, weil er das so oft nicht völlig zurückträgt, hält es ihn dann zuletzt draußen. Das, was er da zu tief im Geiste erlebt, das hält zuletzt überhaupt das Ich aus dem physischen Leib draußen und er kommt in diesen Zustand, wo das Ich nicht im physischen Leib drinnen ist.

[ 38 ] In einem solchen radikalen Fall, wo eine Störung des Bewußtseins in der geschilderten Art auftritt, ist es insbesondere interessant, das Traumleben eines solchen Menschen zu betrachten. Es ist anders als das Traumleben gewöhnlicher Zeitgenossen, sagen wir, es ist viel interessanter. Nur natürlich hat dieses Interessante seine Kehrseite. Aber schließlich, wie von außen betrachtet die Krankheit auch interessanter ist als die Gesundheit — nur nicht von innen betrachtet für den betreffenden Menschen, ich meine auch nicht für das gewöhnliche Leben, aber für die Erkenntnis des Menschenwesens —, so ist es tatsächlich so, daß dasjenige, was sich als das Traumleben eines solchen pathologischen Menschen, wie ich ihn geschildert habe, darstellt, viel interessanter ist als das Traumleben, ich will nicht sagen eines Philisters, aber eines Zeitgenossen.

[ 38 ] In einem solchen radikalen Fall, wo eine Störung des Bewußtseins in der geschilderten Art auftritt, ist es insbesondere interessant, das Traumleben eines solchen Menschen zu betrachten. Es ist anders als das Traumleben gewöhnlicher Zeitgenossen, sagen wir, es ist viel interessanter. Nur natürlich hat dieses Interessante seine Kehrseite. Aber schließlich, wie von außen betrachtet die Krankheit auch interessanter ist als die Gesundheit — nur nicht von innen betrachtet für den betreffenden Menschen, ich meine auch nicht für das gewöhnliche Leben, aber für die Erkenntnis des Menschenwesens —, so ist es tatsächlich so, daß dasjenige, was sich als das Traumleben eines solchen pathologischen Menschen, wie ich ihn geschildert habe, darstellt, viel interessanter ist als das Traumleben, ich will nicht sagen eines Philisters, aber eines Zeitgenossen.

[ 39 ] Ja, da sehen Sie schon eine Art Verbindung des Ich mit der ganzen Traumwelt auftreten. Ich möchte sagen, Sie können sie greifen, diese Verbindung des Ich mit der Traumwelt. Und es entstehen folgende Fragen vor uns: Wie ist es denn nun mit den Traumbildern, die sich auf innere Organe beziehen, im Verhältnis zu den Imaginationen, die sich auf innere Organe beziehen, wie ist es denn da?

[ 39 ] Ja, da sehen Sie schon eine Art Verbindung des Ich mit der ganzen Traumwelt auftreten. Ich möchte sagen, Sie können sie greifen, diese Verbindung des Ich mit der Traumwelt. Und es entstehen folgende Fragen vor uns: Wie ist es denn nun mit den Traumbildern, die sich auf innere Organe beziehen, im Verhältnis zu den Imaginationen, die sich auf innere Organe beziehen, wie ist es denn da?

[ 40 ] Nun, äußerlich schon zeigt es sich ja, daß dasjenige, was in den Imaginationen als Bilder der inneren Organisation gegeben wird, hinweist auf das, was im Menschen ist, bevor er seinen Erdenleib hat, bevor er auf Erden da ist; die Traumbilder treten auf, wenn er da ist. Die Imaginationen weisen also zurück; die Traumbilder weisen auf die Gegenwart. Aber wenn das auch der Fall ist, daß, wenn wir ein gewöhnliches Traumbild nehmen, das auf ein inneres Organ hinweist, ihm eine Karikatur des inneren Organes entsprechen würde, während der Imagination das vollkommene innere Organ entspricht, so können wir doch sagen: Diese Karikatur hat trotzdem die Möglichkeit in sich, sich zu einem Organ auszuwachsen; wir sagen uns, wenn wir die Karikatur in Betracht ziehen, die könnte wachsen zu einem vollkommenen Organ.

[ 40 ] Nun, äußerlich schon zeigt es sich ja, daß dasjenige, was in den Imaginationen als Bilder der inneren Organisation gegeben wird, hinweist auf das, was im Menschen ist, bevor er seinen Erdenleib hat, bevor er auf Erden da ist; die Traumbilder treten auf, wenn er da ist. Die Imaginationen weisen also zurück; die Traumbilder weisen auf die Gegenwart. Aber wenn das auch der Fall ist, daß, wenn wir ein gewöhnliches Traumbild nehmen, das auf ein inneres Organ hinweist, ihm eine Karikatur des inneren Organes entsprechen würde, während der Imagination das vollkommene innere Organ entspricht, so können wir doch sagen: Diese Karikatur hat trotzdem die Möglichkeit in sich, sich zu einem Organ auszuwachsen; wir sagen uns, wenn wir die Karikatur in Betracht ziehen, die könnte wachsen zu einem vollkommenen Organ.

[ 41 ] Nun, da ist der Anfang zu jener Betrachtung, die wir dann morgen anstellen wollen, und die in der Frage wurzelt: Bezieht sich vielleicht dasjenige, was die Imagination darbietet, auf das vergangene Leben des Menschen und ist der Traum der Anfang der Imagination der Zukunft? Wird vielleicht aus unserem Traumbilde, das wir heute hegen, jene Imagination, auf die wir zurückblicken können in einem künftigen Erdenleben? Ist vielleicht der Inhalt des Traumes der Keim des Inhaltes der Imagination?

[ 41 ] Nun, da ist der Anfang zu jener Betrachtung, die wir dann morgen anstellen wollen, und die in der Frage wurzelt: Bezieht sich vielleicht dasjenige, was die Imagination darbietet, auf das vergangene Leben des Menschen und ist der Traum der Anfang der Imagination der Zukunft? Wird vielleicht aus unserem Traumbilde, das wir heute hegen, jene Imagination, auf die wir zurückblicken können in einem künftigen Erdenleben? Ist vielleicht der Inhalt des Traumes der Keim des Inhaltes der Imagination?

[ 42 ] Diese bedeutungsvolle Frage stellt sich vor uns hin. Wir sehen da zusammenrücken das, was wir durch eine Betrachtung der Träume gewinnen können mit der Frage nach den wiederholten Erdenleben des Menschen. Aber Sie sehen auch, man muß wirklich tiefer in das Leben des Menschen hineinschauen, als man es gewöhnlich bequem findet, um den Anschluß zu finden an das, was dann die Initiationswissenschaft über das Wesen des Menschen sagt.

[ 42 ] Diese bedeutungsvolle Frage stellt sich vor uns hin. Wir sehen da zusammenrücken das, was wir durch eine Betrachtung der Träume gewinnen können mit der Frage nach den wiederholten Erdenleben des Menschen. Aber Sie sehen auch, man muß wirklich tiefer in das Leben des Menschen hineinschauen, als man es gewöhnlich bequem findet, um den Anschluß zu finden an das, was dann die Initiationswissenschaft über das Wesen des Menschen sagt.

[ 43 ] Durch solch einen Vortrag wie den heutigen möchte ich namentlich eine Vorstellung davon hervorrufen, wie oberflächlich die Beobachtung des Menschen innerhalb der heutigen Zivilisation ist, und wie überall Intimität der Beobachtung eintreten muß. Diese Intimität der Beobachtung, die führt aber schon zur Geisteswissenschaft hin.

[ 43 ] Durch solch einen Vortrag wie den heutigen möchte ich namentlich eine Vorstellung davon hervorrufen, wie oberflächlich die Beobachtung des Menschen innerhalb der heutigen Zivilisation ist, und wie überall Intimität der Beobachtung eintreten muß. Diese Intimität der Beobachtung, die führt aber schon zur Geisteswissenschaft hin.