Anthroposophy
A Summary After Twenty-one Years
GA 234
9 February 1924, Dornach
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Anthroposophie: Eine Zusammenfassung nach einundzwanzig Jahren
Achter Vortrag
Achter Vortrag
[ 1 ] Gestern versuchte ich zu zeigen, wie man durch eine intimere Beobachtung des 'Traumlebens des Menschen nahe herangeführt werden kann an die Initiationswissenschaft. Es wird nun meine Aufgabe sein, das, was ich gestern versuchte, Ihnen gewissermaßen vom Standpunkte des gewöhnlichen Bewußtseins aus anzudeuten, heute zu vertiefen dadurch, daß ich denselben Gegenstand ins Auge fasse vom Gesichtspunkte der imaginativen Erkenntnis aus, also so, wie sich die Dinge, die wir gestern betrachtet haben, ausnehmen, wenn derjenige sie anschaut, der es dazu gebracht hat, in Imaginationen die Welt zu überschauen. Sehen wir zunächst ab von dem Unterschied zwischen den beiden Traumarten, von denen gestern gesprochen worden ist, nehmen wir also die Träume als solche. Wir kommen zu einer gültigen Betrachtung, wenn wir schildern, wie das imaginative Leben, das imaginative Schauen sich selber findet gegenüber einem Traum, den der mit Imaginationen Begabte hat. Nun vergleichen wir das mit jener Selbstanschauung, zu der der Imaginierende kommt, wenn er auf seine eigene Menschenwesenheit zurückblickt, wenn er die menschlichen Organe, sei es an sich selbst, sei es an anderen Menschen, imaginativ betrachtet, oder auch den organischen Zusammenhang, das heißt den ganzen Menschen als einen Organismus. Sehen Sie, beides, sowohl die Traumwelt wie der physische und auch ätherische Menschenorganismus, nehmen sich vor dem imaginativen Bewußtsein ganz anders aus, als vor dem gewöhnlichen Bewußtsein. Der Imaginierende kann auch träumen, und er träumt unter Umständen ebenso chaotisch wie die anderen Menschen. Er kann ganz gut aus den eigenen Erlebnissen heraus die Traumeswelt beurteilen, denn neben dem imaginativen Leben, das ein innerlich geordnetes, innerlich lichtvolles ist, fließt eben durchaus die Traumwelt wie beim gewöhnlichen Bewußtsein ab, geradeso wie es ja auch dem äußeren Wachleben gegenüber ist. Ich habe oftmals betont, daß derjenige, der zu einem wirklichen geistigen Anschauen kommt, nicht etwa ein solcher Träumer oder Schwärmer wird, daß er fortwährend nur in höheren Welten lebt und die äußere Wirklichkeit nicht sieht. Derjenige, der so ist, daß er nur fortwährend in höheren Welten lebt oder von höheren Welten träumt und die äußere Wirklichkeit nicht sieht, ist kein Initiierter oder Eingeweihter, sondern er ist, wenn auch vielleicht nur seelenpathologisch, aber doch pathologisch zu nehmen. Wirkliche Initiierten-Erkenntnis führt nicht vom gewöhnlichen physischen Leben und seinen einzelnen Verhältnissen hinweg, sondern im Gegenteil, es macht zu einem sorgfältigeren, gewissenhafteren Beobachter, als man ohne die Fähigkeit des Schauens ist. Und man kann schon sagen, wenn jemand keinen Sinn hat für die gewöhnlichen Wirklichkeiten, kein Interesse hat für die Einzelheiten des Lebens, kein Interesse hat für die Einzelheiten im Leben der anderen Menschen, wenn er so «erhaben» — ich sage aber das unter Gänsefüßchen —, wenn er so «erhaben» hinschwebt über das Leben und sich nicht kümmert um dessen Einzelheiten, so kann das allein schon ein Zeichen sein, daß es bei ihm nichts ist mit einem wirklichen Schauen. So daß der Imaginierende — ich rede jetzt nur von ihm, er kann natürlich auch ein inspirierter, ein intuitiver Mensch sein — das Traumleben aus seiner eigenen Erfahrung sehr gut kennt. Aber ein Unterschied in der Auffassung gegenüber dem Traume ist doch vorhanden. Der Imaginierende empfindet den Traum als etwas, mit dem er sich verbindet, mit dem er in einem viel stärkeren Maße eins wird, als das durch das gewöhnliche Bewußtsein sein kann. Er vermag den Traum ernster zu nehmen. Und eigentlich berechtigt erst die Imagination, den Traum ernst zu nehmen, denn sie befähigt dazu, gewissermaßen hinter das Träumen zu sehen und am Traum aufzufassen vorzugsweise seinen dramatischen Fortgang, seine Spannungen und Lösungen, seine Katastrophen, seine Krisen, nicht so sehr den einzelnen Trauminhalt. Der einzelne Trauminhalt fängt einen bei der. Imagination sogar an, weniger zu interessieren. Viel mehr interessiert einen, ob der Traum zu einer Krisis führt, zu einer Freude führt, ob er zu etwas führt, was einem leicht wird oder schwer wird und dergleichen.
[ 1 ] Gestern versuchte ich zu zeigen, wie man durch eine intimere Beobachtung des 'Traumlebens des Menschen nahe herangeführt werden kann an die Initiationswissenschaft. Es wird nun meine Aufgabe sein, das, was ich gestern versuchte, Ihnen gewissermaßen vom Standpunkte des gewöhnlichen Bewußtseins aus anzudeuten, heute zu vertiefen dadurch, daß ich denselben Gegenstand ins Auge fasse vom Gesichtspunkte der imaginativen Erkenntnis aus, also so, wie sich die Dinge, die wir gestern betrachtet haben, ausnehmen, wenn derjenige sie anschaut, der es dazu gebracht hat, in Imaginationen die Welt zu überschauen. Sehen wir zunächst ab von dem Unterschied zwischen den beiden Traumarten, von denen gestern gesprochen worden ist, nehmen wir also die Träume als solche. Wir kommen zu einer gültigen Betrachtung, wenn wir schildern, wie das imaginative Leben, das imaginative Schauen sich selber findet gegenüber einem Traum, den der mit Imaginationen Begabte hat. Nun vergleichen wir das mit jener Selbstanschauung, zu der der Imaginierende kommt, wenn er auf seine eigene Menschenwesenheit zurückblickt, wenn er die menschlichen Organe, sei es an sich selbst, sei es an anderen Menschen, imaginativ betrachtet, oder auch den organischen Zusammenhang, das heißt den ganzen Menschen als einen Organismus. Sehen Sie, beides, sowohl die Traumwelt wie der physische und auch ätherische Menschenorganismus, nehmen sich vor dem imaginativen Bewußtsein ganz anders aus, als vor dem gewöhnlichen Bewußtsein. Der Imaginierende kann auch träumen, und er träumt unter Umständen ebenso chaotisch wie die anderen Menschen. Er kann ganz gut aus den eigenen Erlebnissen heraus die Traumeswelt beurteilen, denn neben dem imaginativen Leben, das ein innerlich geordnetes, innerlich lichtvolles ist, fließt eben durchaus die Traumwelt wie beim gewöhnlichen Bewußtsein ab, geradeso wie es ja auch dem äußeren Wachleben gegenüber ist. Ich habe oftmals betont, daß derjenige, der zu einem wirklichen geistigen Anschauen kommt, nicht etwa ein solcher Träumer oder Schwärmer wird, daß er fortwährend nur in höheren Welten lebt und die äußere Wirklichkeit nicht sieht. Derjenige, der so ist, daß er nur fortwährend in höheren Welten lebt oder von höheren Welten träumt und die äußere Wirklichkeit nicht sieht, ist kein Initiierter oder Eingeweihter, sondern er ist, wenn auch vielleicht nur seelenpathologisch, aber doch pathologisch zu nehmen. Wirkliche Initiierten-Erkenntnis führt nicht vom gewöhnlichen physischen Leben und seinen einzelnen Verhältnissen hinweg, sondern im Gegenteil, es macht zu einem sorgfältigeren, gewissenhafteren Beobachter, als man ohne die Fähigkeit des Schauens ist. Und man kann schon sagen, wenn jemand keinen Sinn hat für die gewöhnlichen Wirklichkeiten, kein Interesse hat für die Einzelheiten des Lebens, kein Interesse hat für die Einzelheiten im Leben der anderen Menschen, wenn er so «erhaben» — ich sage aber das unter Gänsefüßchen —, wenn er so «erhaben» hinschwebt über das Leben und sich nicht kümmert um dessen Einzelheiten, so kann das allein schon ein Zeichen sein, daß es bei ihm nichts ist mit einem wirklichen Schauen. So daß der Imaginierende — ich rede jetzt nur von ihm, er kann natürlich auch ein inspirierter, ein intuitiver Mensch sein — das Traumleben aus seiner eigenen Erfahrung sehr gut kennt. Aber ein Unterschied in der Auffassung gegenüber dem Traume ist doch vorhanden. Der Imaginierende empfindet den Traum als etwas, mit dem er sich verbindet, mit dem er in einem viel stärkeren Maße eins wird, als das durch das gewöhnliche Bewußtsein sein kann. Er vermag den Traum ernster zu nehmen. Und eigentlich berechtigt erst die Imagination, den Traum ernst zu nehmen, denn sie befähigt dazu, gewissermaßen hinter das Träumen zu sehen und am Traum aufzufassen vorzugsweise seinen dramatischen Fortgang, seine Spannungen und Lösungen, seine Katastrophen, seine Krisen, nicht so sehr den einzelnen Trauminhalt. Der einzelne Trauminhalt fängt einen bei der. Imagination sogar an, weniger zu interessieren. Viel mehr interessiert einen, ob der Traum zu einer Krisis führt, zu einer Freude führt, ob er zu etwas führt, was einem leicht wird oder schwer wird und dergleichen.
[ 2 ] Dieser Verlauf, ich kann nur immer sagen, diese Dramatik des Traumes fängt an einen vorzugsweise zu interessieren, also gerade das, was oftmals das gewöhnliche Bewußtsein nicht interessiert. Man sieht hinter die Kulissen des Traumes. Und wenn man so hinter die Kulissen des Traumes sieht, da wird man aufmerksam darauf, daß man im Traume etwas vor sich hat, was sich zu dem geistigen Menschenwesen in einer ganz bestimmten Weise verhält. Man sagt sich: Der Traum ist wirklich das Menschenwesen in geistiger Beziehung, so wie der Keim einer Pflanze diese Pflanze ist. Man lernt im Trauminhalte, in dieser Traumdramatik vor allen Dingen keimhaft den geistigen Menschen schauen. Und man lernt erfassen in diesem keimhaften Menschen dasjenige, was eigentlich fremd ist in dem gegenwärtigen Leben; fremd ist wie der Pflanzenkeim, den man im Herbst in einem bestimmten Jahre der Pflanze entnimmt, fremd ist dem Pflanzenwachstum dieses Jahres und erst einheimisch wird im Pflanzenwachstum des nächsten Jahres. Und gerade diese Betrachtung des Traumes gibt für das imaginative Bewußtsein die stärksten Eindrücke, weil man in dem träumenden eigenen Wesen immer mehr und mehr verspürt, wie man da etwas in sich trägt, was in das nächste Erdenleben hinübergeht, was sich auswächst zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und in das nächste Erdenleben hinüberwächst. Man lernt empfinden den Keim des nächsten Erdenlebens in dem Traum. Das ist außerordentlich wichtig und wird noch erhärtet, wenn man nun dieses besondere Erlebnis, das ein starkes Empfindungserlebnis ist, vergleicht mit jener Anschauung, die man von dem physischen Menschen haben kann, wie er vor einem steht mit seinen einzelnen Organen. Der verändert sich auch vor dem imaginativen Bewußtsein so, daß man nun ein Gefühl bekommt, das ähnlich ist demjenigen, das man hat, wenn die Pflanze, die man als grüne, frische, blühende Pflanze kennengelernt hat, zu verwelken beginnt. Man sagt vor dem imaginativen Bewußtsein, wenn man sich diese Lunge, diese Leber, diesen Magen, namentlich dieses Gehirn des Menschen betrachtet als physische Organe: das ist ja in bezug auf das Geistige etwas Verwelkendes.
[ 2 ] Dieser Verlauf, ich kann nur immer sagen, diese Dramatik des Traumes fängt an einen vorzugsweise zu interessieren, also gerade das, was oftmals das gewöhnliche Bewußtsein nicht interessiert. Man sieht hinter die Kulissen des Traumes. Und wenn man so hinter die Kulissen des Traumes sieht, da wird man aufmerksam darauf, daß man im Traume etwas vor sich hat, was sich zu dem geistigen Menschenwesen in einer ganz bestimmten Weise verhält. Man sagt sich: Der Traum ist wirklich das Menschenwesen in geistiger Beziehung, so wie der Keim einer Pflanze diese Pflanze ist. Man lernt im Trauminhalte, in dieser Traumdramatik vor allen Dingen keimhaft den geistigen Menschen schauen. Und man lernt erfassen in diesem keimhaften Menschen dasjenige, was eigentlich fremd ist in dem gegenwärtigen Leben; fremd ist wie der Pflanzenkeim, den man im Herbst in einem bestimmten Jahre der Pflanze entnimmt, fremd ist dem Pflanzenwachstum dieses Jahres und erst einheimisch wird im Pflanzenwachstum des nächsten Jahres. Und gerade diese Betrachtung des Traumes gibt für das imaginative Bewußtsein die stärksten Eindrücke, weil man in dem träumenden eigenen Wesen immer mehr und mehr verspürt, wie man da etwas in sich trägt, was in das nächste Erdenleben hinübergeht, was sich auswächst zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und in das nächste Erdenleben hinüberwächst. Man lernt empfinden den Keim des nächsten Erdenlebens in dem Traum. Das ist außerordentlich wichtig und wird noch erhärtet, wenn man nun dieses besondere Erlebnis, das ein starkes Empfindungserlebnis ist, vergleicht mit jener Anschauung, die man von dem physischen Menschen haben kann, wie er vor einem steht mit seinen einzelnen Organen. Der verändert sich auch vor dem imaginativen Bewußtsein so, daß man nun ein Gefühl bekommt, das ähnlich ist demjenigen, das man hat, wenn die Pflanze, die man als grüne, frische, blühende Pflanze kennengelernt hat, zu verwelken beginnt. Man sagt vor dem imaginativen Bewußtsein, wenn man sich diese Lunge, diese Leber, diesen Magen, namentlich dieses Gehirn des Menschen betrachtet als physische Organe: das ist ja in bezug auf das Geistige etwas Verwelkendes.
[ 3 ] Sie werden sagen, es sei nichts Angenehmes, durch die Imaginationen dem physischen Menschen wie einem verwelkenden Wesen gegenüberzustehen. Es wird auch nie jemand, der die Initiationswissenschaft kennenlernt, behaupten, sie sei nur dazu da, um den Menschen Annehmlichkeiten zu bieten. Sie soll die Wahrheit geben, nicht dem Menschen Annehmlichkeiten bieten. Aber auf der anderen Seite muß man auch darauf aufmerksam machen, daß, indem man den physischen Menschen als ein verwelkendes Wesen kennenlernt, man in ihm eben den geistigen Menschen sieht. Sie können sozusagen den geistigen Menschen nicht aufleuchten sehen, wenn Sie nicht den physischen in einer gewissen Weise wie ein vermoderndes, welkendes Wesen erkennen lernen.
[ 3 ] Sie werden sagen, es sei nichts Angenehmes, durch die Imaginationen dem physischen Menschen wie einem verwelkenden Wesen gegenüberzustehen. Es wird auch nie jemand, der die Initiationswissenschaft kennenlernt, behaupten, sie sei nur dazu da, um den Menschen Annehmlichkeiten zu bieten. Sie soll die Wahrheit geben, nicht dem Menschen Annehmlichkeiten bieten. Aber auf der anderen Seite muß man auch darauf aufmerksam machen, daß, indem man den physischen Menschen als ein verwelkendes Wesen kennenlernt, man in ihm eben den geistigen Menschen sieht. Sie können sozusagen den geistigen Menschen nicht aufleuchten sehen, wenn Sie nicht den physischen in einer gewissen Weise wie ein vermoderndes, welkendes Wesen erkennen lernen.
[ 4 ] So wird die Erscheinung des Menschen dadurch ja nicht häßlicher, sondern im Gegenteil schöner und auch wahrer. Und wenn man so das geistige Hinwelken der menschlichen Organe beobachten kann, dann erscheinen einem diese physischen Organe mit ihrem ätherischen Inhalt wie etwas, was nun aus der Vergangenheit des vorigen Erdenlebens herübergekommen ist und im gegenwärtigen Erdenleben verwelkt. Und so kommt man wirklich zu der Vorstellung, daß in der Entwickelung des verwelkenden Menschen, verwelkend aus seinem Wesen des vorigen Erdenlebens heraus, sich der Keim bildet für das zukünftige Erdenleben. Am meisten welkt ja das menschliche Haupt. Und gerade wie ein Ausfluß des menschlichen Hauptes erscheint der imaginativen Betrachtung der 'Traum.
[ 4 ] So wird die Erscheinung des Menschen dadurch ja nicht häßlicher, sondern im Gegenteil schöner und auch wahrer. Und wenn man so das geistige Hinwelken der menschlichen Organe beobachten kann, dann erscheinen einem diese physischen Organe mit ihrem ätherischen Inhalt wie etwas, was nun aus der Vergangenheit des vorigen Erdenlebens herübergekommen ist und im gegenwärtigen Erdenleben verwelkt. Und so kommt man wirklich zu der Vorstellung, daß in der Entwickelung des verwelkenden Menschen, verwelkend aus seinem Wesen des vorigen Erdenlebens heraus, sich der Keim bildet für das zukünftige Erdenleben. Am meisten welkt ja das menschliche Haupt. Und gerade wie ein Ausfluß des menschlichen Hauptes erscheint der imaginativen Betrachtung der 'Traum.
[ 5 ] Dagegen am wenigsten verwelkend, fast ähnlich dem gewöhnlichen 'Traum, wird der Stoffwechsel-Gliedmaßenorganismus des Menschen vor dem imaginativen Anschauen, und damit am wenigsten welk, am meisten verbunden seiner Form, seinem Inhalte nach mit der Zukunft des Menschen; während der rhythmische Organismus, das, was in der Brusthöhle verborgen ist, die Verbindung zwischen beiden ist. Das ist etwas, was das Gleichgewicht hält.
[ 5 ] Dagegen am wenigsten verwelkend, fast ähnlich dem gewöhnlichen 'Traum, wird der Stoffwechsel-Gliedmaßenorganismus des Menschen vor dem imaginativen Anschauen, und damit am wenigsten welk, am meisten verbunden seiner Form, seinem Inhalte nach mit der Zukunft des Menschen; während der rhythmische Organismus, das, was in der Brusthöhle verborgen ist, die Verbindung zwischen beiden ist. Das ist etwas, was das Gleichgewicht hält.
[ 6 ] Gerade vor einer geistigen Betrachtung wird das menschliche Herz ein merkwürdiges Organ. Vor einer geistigen Betrachtung welkt das physische Herz hin, aber es bleibt fast — fast, sage ich, nicht ganz —, es bleibt fast, indem es geistig-imaginativ auftritt, nur verschönert, veredelt in seiner Form, die es als physisches Herz hat, bestehen.
[ 6 ] Gerade vor einer geistigen Betrachtung wird das menschliche Herz ein merkwürdiges Organ. Vor einer geistigen Betrachtung welkt das physische Herz hin, aber es bleibt fast — fast, sage ich, nicht ganz —, es bleibt fast, indem es geistig-imaginativ auftritt, nur verschönert, veredelt in seiner Form, die es als physisches Herz hat, bestehen.
[ 7 ] Daher wird eine gewisse Wahrheit darinnen liegen können, wenn man den geistigen Anblick des Menschen so etwa hinmalen wollte, daß ein verhältnismäßig weise erscheinendes, vielleicht sogar ältliches Antlitz verbunden wäre mit kindlichen Füßchen und Händchen, Flügeln, um das Erdenentfernte anzudeuten; daß aber in irgendeiner Weise an das physische Organ immerhin erinnernd das Herz angedeutet wäre.
[ 7 ] Daher wird eine gewisse Wahrheit darinnen liegen können, wenn man den geistigen Anblick des Menschen so etwa hinmalen wollte, daß ein verhältnismäßig weise erscheinendes, vielleicht sogar ältliches Antlitz verbunden wäre mit kindlichen Füßchen und Händchen, Flügeln, um das Erdenentfernte anzudeuten; daß aber in irgendeiner Weise an das physische Organ immerhin erinnernd das Herz angedeutet wäre.
[ 8 ] Hat man nämlich die imaginative Anschauung des Menschen, dann wird so etwas, was man versucht hat zu malen, nicht symbolisch sein in dem schlechten Sinne, den das Symbolische in der heutigen Zivilisation hat, wo es strohern ist, sondern es wird Elemente des physischen Seins enthalten, solche, die zu gleicher Zeit aus dem physischen Sein herausheben. Und man könnte auch folgendes sagen — man muß nämlich anfangen, ein bißchen in Paradoxien zu reden, wenn man von der geistigen Welt spricht, weil die geistige Welt tatsächlich gegenüber der physischen ja ganz anders ausschaut, deshalb paradox ausschaut —, man möchte sagen, wenn man beginnt, mit imaginativer Erkenntnis den Menschen anzuschauen, so hat man dem Kopfe gegenüber das Gefühl: Ach, wie scharf mußt du jetzt denken, um dich diesem Kopf des Menschen gegenüber aufrechtzuerhalten. Man kommt sich, wenn man über den Kopf des Menschen mit imaginativem Bewußtsein nachsinnt, nach und nach ganz schwachsinnig vor, weil man mit den scharfsinnigsten Gedanken, an die man sich gewöhnt hat im Leben, nicht leicht herankommen kann an dieses Wundergebilde des menschlichen Hauptes als physisches Gebilde.
[ 8 ] Hat man nämlich die imaginative Anschauung des Menschen, dann wird so etwas, was man versucht hat zu malen, nicht symbolisch sein in dem schlechten Sinne, den das Symbolische in der heutigen Zivilisation hat, wo es strohern ist, sondern es wird Elemente des physischen Seins enthalten, solche, die zu gleicher Zeit aus dem physischen Sein herausheben. Und man könnte auch folgendes sagen — man muß nämlich anfangen, ein bißchen in Paradoxien zu reden, wenn man von der geistigen Welt spricht, weil die geistige Welt tatsächlich gegenüber der physischen ja ganz anders ausschaut, deshalb paradox ausschaut —, man möchte sagen, wenn man beginnt, mit imaginativer Erkenntnis den Menschen anzuschauen, so hat man dem Kopfe gegenüber das Gefühl: Ach, wie scharf mußt du jetzt denken, um dich diesem Kopf des Menschen gegenüber aufrechtzuerhalten. Man kommt sich, wenn man über den Kopf des Menschen mit imaginativem Bewußtsein nachsinnt, nach und nach ganz schwachsinnig vor, weil man mit den scharfsinnigsten Gedanken, an die man sich gewöhnt hat im Leben, nicht leicht herankommen kann an dieses Wundergebilde des menschlichen Hauptes als physisches Gebilde.
[ 9 ] Nun verwandelt es sich in Geistiges, ist noch viel wunderbarer in seinem Verwelken, wenn es die Form so stark zeigt; denn tatsächlich, die Windungen des Gehirnes werden wie etwas, was in sich enthält, verwelkt, tiefe Geheimnisse der Weltengestaltung. Man schaut ja so tief in die Geheimnisse der Weltengestaltung hinein, wenn man den Menschenkopf anfängt zu verstehen, und man fühlt sich fortwährend «auf den Kopf geschlagen», wenn man den Kopf verstehen will.
[ 9 ] Nun verwandelt es sich in Geistiges, ist noch viel wunderbarer in seinem Verwelken, wenn es die Form so stark zeigt; denn tatsächlich, die Windungen des Gehirnes werden wie etwas, was in sich enthält, verwelkt, tiefe Geheimnisse der Weltengestaltung. Man schaut ja so tief in die Geheimnisse der Weltengestaltung hinein, wenn man den Menschenkopf anfängt zu verstehen, und man fühlt sich fortwährend «auf den Kopf geschlagen», wenn man den Kopf verstehen will.
[ 10 ] Dagegen wenn man die Gliedmaßen und das Stoffwechselsystem des Menschen verstehen will mit imaginativem Bewußtsein, dann sagt man sich: Da hilft dir dein scharfer Verstand nicht, da mußt du eigentlich schlafen und träumen von dem Menschen. Denn in bezug auf diese Organisation faßt sich der Mensch am besten auf, wenn von ihm geträumt wird, wachend geträumt wird.
[ 10 ] Dagegen wenn man die Gliedmaßen und das Stoffwechselsystem des Menschen verstehen will mit imaginativem Bewußtsein, dann sagt man sich: Da hilft dir dein scharfer Verstand nicht, da mußt du eigentlich schlafen und träumen von dem Menschen. Denn in bezug auf diese Organisation faßt sich der Mensch am besten auf, wenn von ihm geträumt wird, wachend geträumt wird.
[ 11 ] Also Sie sehen, man muß einrücken in ein sehr differenziertes Anschauen, wenn man beginnt, den Menschen imaginativ zu betrachten seiner physischen Organisation nach. Man muß gescheit werden, furchtbar gescheit, wenn man seinen Kopf betrachtet. Man muß ein Träumer werden, wenn man sein Stoffwechsel-Gliedmaßensystem betrachtet. Beim rhythmischen System muß man wirklich wie hin und her pendeln zwischen Träumen und Wachen, wenn man dieses Wundergebilde des rhythmischen Systems des Menschen in imaginativem Anschauen erfassen will. Aber all das stellt sich eben dar als Rest des früheren Erdenlebens. So daß dasjenige, was der Mensch an sich erlebt beim Wachen, Rest des früheren Erdenlebens ist. Das spielt nur in das gegenwärtige Erdenleben herein, gibt ihm so viel, als ich gestern ihm zugeschrieben habe im Handeln zum Beispiel, wo ich sagte: Nur so viel, als der Mensch von seinen Handlungen träumt, vollzieht er eigentlich selber wirklich; das andere tun die Götter an ihm. — So weit spielt die Gegenwart herein. Das andere kommt alles aus früheren Erdenleben. Das sieht man dem Menschen an, wenn man ihn in seiner physischen Organisation verwelkend vor sich hat. Und schaut man auf das hin, was er von sich weiß, indem er träumt, schlafend träumt, dann hat man dasjenige, was er vorbereitet für das nächste Erdenleben, vor sich. Man kann die Dinge sehr gut voneinander unterscheiden.
[ 11 ] Also Sie sehen, man muß einrücken in ein sehr differenziertes Anschauen, wenn man beginnt, den Menschen imaginativ zu betrachten seiner physischen Organisation nach. Man muß gescheit werden, furchtbar gescheit, wenn man seinen Kopf betrachtet. Man muß ein Träumer werden, wenn man sein Stoffwechsel-Gliedmaßensystem betrachtet. Beim rhythmischen System muß man wirklich wie hin und her pendeln zwischen Träumen und Wachen, wenn man dieses Wundergebilde des rhythmischen Systems des Menschen in imaginativem Anschauen erfassen will. Aber all das stellt sich eben dar als Rest des früheren Erdenlebens. So daß dasjenige, was der Mensch an sich erlebt beim Wachen, Rest des früheren Erdenlebens ist. Das spielt nur in das gegenwärtige Erdenleben herein, gibt ihm so viel, als ich gestern ihm zugeschrieben habe im Handeln zum Beispiel, wo ich sagte: Nur so viel, als der Mensch von seinen Handlungen träumt, vollzieht er eigentlich selber wirklich; das andere tun die Götter an ihm. — So weit spielt die Gegenwart herein. Das andere kommt alles aus früheren Erdenleben. Das sieht man dem Menschen an, wenn man ihn in seiner physischen Organisation verwelkend vor sich hat. Und schaut man auf das hin, was er von sich weiß, indem er träumt, schlafend träumt, dann hat man dasjenige, was er vorbereitet für das nächste Erdenleben, vor sich. Man kann die Dinge sehr gut voneinander unterscheiden.
[ 12 ] So daß die Imagination unmittelbar aus dieser Betrachtung des Menschen, des wachenden und schlafenden Menschen hinführt zu der Anschauung jener Entwickelung, die von Erdenleben zu Erdenleben geht.
[ 12 ] So daß die Imagination unmittelbar aus dieser Betrachtung des Menschen, des wachenden und schlafenden Menschen hinführt zu der Anschauung jener Entwickelung, die von Erdenleben zu Erdenleben geht.
[ 13 ] Aber eine ganz besondere Stelle nimmt ja in diesem sowohl wachenden wie schlafenden Menschen jenes Seelenelement ein, das wir die Erinnerung nennen, dasjenige, was im Gedächtnis bewahrt wird. Betrachten Sie Ihre gewöhnlichen Erinnerungen. Sie wissen: was Sie erinnern, das holen Sie als Gedanken, als Vorstellungen aus sich heraus. Sie bilden Vorstellungen vergangener Erlebnisse. Sie wissen: in diesen Erinnerungen verlieren die Erlebnisse ihre Lebendigkeit, ihre Eindrucksfähigkeit, ihre Farben und so weiter. Die Erlebnisse sind verblaßt in der Erinnerung. Aber auf der anderen Seite muß uns diese Erinnerung doch wiederum als sehr stark mit dem Wesen des Menschen zusammenhängend erscheinen, ja mehr als das, als das Wesen des Menschen selbst erscheinen. Der Mensch ist nur gewöhnlich nicht ehrlich genug, um sich nach dieser Richtung das Nötige zu gestehen.
[ 13 ] Aber eine ganz besondere Stelle nimmt ja in diesem sowohl wachenden wie schlafenden Menschen jenes Seelenelement ein, das wir die Erinnerung nennen, dasjenige, was im Gedächtnis bewahrt wird. Betrachten Sie Ihre gewöhnlichen Erinnerungen. Sie wissen: was Sie erinnern, das holen Sie als Gedanken, als Vorstellungen aus sich heraus. Sie bilden Vorstellungen vergangener Erlebnisse. Sie wissen: in diesen Erinnerungen verlieren die Erlebnisse ihre Lebendigkeit, ihre Eindrucksfähigkeit, ihre Farben und so weiter. Die Erlebnisse sind verblaßt in der Erinnerung. Aber auf der anderen Seite muß uns diese Erinnerung doch wiederum als sehr stark mit dem Wesen des Menschen zusammenhängend erscheinen, ja mehr als das, als das Wesen des Menschen selbst erscheinen. Der Mensch ist nur gewöhnlich nicht ehrlich genug, um sich nach dieser Richtung das Nötige zu gestehen.
[ 14 ] Aber ich frage Sie: Wenn Sie in sich hineinblicken, um einmal so recht darauf zu kommen, was Sie eigentlich nach dem sind, was Sie Ihr Ich nennen, ist denn das etwas anderes als die Erinnerungen? Sie werden kaum etwas anderes in sich finden als die Erinnerungen an das Leben, wenn Sie auf Ihr Ich zurückgehen wollen. Sie finden allerdings diese Erinnerungen von einer Art Aktivität durchzogen, aber die bleibt sehr schattenhaft und dunkel. Das, was lebendig erscheint als Ich, sind eben für das Erdenleben die Erinnerungen.
[ 14 ] Aber ich frage Sie: Wenn Sie in sich hineinblicken, um einmal so recht darauf zu kommen, was Sie eigentlich nach dem sind, was Sie Ihr Ich nennen, ist denn das etwas anderes als die Erinnerungen? Sie werden kaum etwas anderes in sich finden als die Erinnerungen an das Leben, wenn Sie auf Ihr Ich zurückgehen wollen. Sie finden allerdings diese Erinnerungen von einer Art Aktivität durchzogen, aber die bleibt sehr schattenhaft und dunkel. Das, was lebendig erscheint als Ich, sind eben für das Erdenleben die Erinnerungen.
[ 15 ] Diese Welt der Erinnerungen, auf die Sie sich nur zu besinnen brauchen, um sie zunächst in ihrem ganzen Schattenhaften, Schemenhaften vor sich zu haben, diese Welt der Erinnerungen, was wird sie vor dem imaginierenden Bewußtsein? Sie verbreitert sich sogleich, sie wird ein mächtiges Tableau vor der Imagination, durch das man alles das in Bildern überschaut, was man in dem gegenwärtigen Erdenleben durchlebt hat. Man möchte sagen (es wird gezeichnet), wenn dies der Mensch ist, dies die Erinnerung in ihm: durch die Imagination wird diese Erinnerung sogleich ausgedehnt bis zur Geburt hin. Man fühlt sich wie aus dem Raume heraußen; da ist alles Geschehen. Man schaut so in ein Tableau hinein, indem man das ganze bisherige Erdenleben überschaut. Die Zeit wird zum Raum. Wie in eine Allee schaut man hinein. Man überschaut dieses ganze Bisherige in einem Tableau, in einem Panorama, und man kann sagen: die Erinnerung verbreitert sich, dehnt sich aus. Sie ist wie in einem einzigen Zeitmomente, wenn wir sie im gewöhnlichen Bewußtsein haben. Sie ist ausgedehnt in der Zeit, wenn wir sie vor dem imaginierenden Bewußtsein haben. Vor dem gewöhnlichen Bewußtsein, da ist es wirklich so: Wenn man zum Beispiel, sagen wir, vierzig Jahre alt geworden ist und man erinnert sich an etwas, was man vor zwanzig Jahren erlebt hat, aber man imaginiert nicht, man stellt gewöhnlich vor, ja dann ist es so, wie wenn es zwar weit fort wäre, weit fort im Raume, aber doch da wäre. Wenn man imaginiert, weiß man jetzt: es ist dageblieben; es ist ebensowenig verschwunden wie die fernen Bäume einer Allee. Es ist da. Wie in eine Allee hinein, so schaut man hinein in dieses Tableau. Und man erkennt, daß diese Erinnerung, die man im gewöhnlichen Bewußtsein in sich trägt, eine arge Illusion ist.
[ 15 ] Diese Welt der Erinnerungen, auf die Sie sich nur zu besinnen brauchen, um sie zunächst in ihrem ganzen Schattenhaften, Schemenhaften vor sich zu haben, diese Welt der Erinnerungen, was wird sie vor dem imaginierenden Bewußtsein? Sie verbreitert sich sogleich, sie wird ein mächtiges Tableau vor der Imagination, durch das man alles das in Bildern überschaut, was man in dem gegenwärtigen Erdenleben durchlebt hat. Man möchte sagen (es wird gezeichnet), wenn dies der Mensch ist, dies die Erinnerung in ihm: durch die Imagination wird diese Erinnerung sogleich ausgedehnt bis zur Geburt hin. Man fühlt sich wie aus dem Raume heraußen; da ist alles Geschehen. Man schaut so in ein Tableau hinein, indem man das ganze bisherige Erdenleben überschaut. Die Zeit wird zum Raum. Wie in eine Allee schaut man hinein. Man überschaut dieses ganze Bisherige in einem Tableau, in einem Panorama, und man kann sagen: die Erinnerung verbreitert sich, dehnt sich aus. Sie ist wie in einem einzigen Zeitmomente, wenn wir sie im gewöhnlichen Bewußtsein haben. Sie ist ausgedehnt in der Zeit, wenn wir sie vor dem imaginierenden Bewußtsein haben. Vor dem gewöhnlichen Bewußtsein, da ist es wirklich so: Wenn man zum Beispiel, sagen wir, vierzig Jahre alt geworden ist und man erinnert sich an etwas, was man vor zwanzig Jahren erlebt hat, aber man imaginiert nicht, man stellt gewöhnlich vor, ja dann ist es so, wie wenn es zwar weit fort wäre, weit fort im Raume, aber doch da wäre. Wenn man imaginiert, weiß man jetzt: es ist dageblieben; es ist ebensowenig verschwunden wie die fernen Bäume einer Allee. Es ist da. Wie in eine Allee hinein, so schaut man hinein in dieses Tableau. Und man erkennt, daß diese Erinnerung, die man im gewöhnlichen Bewußtsein in sich trägt, eine arge Illusion ist.
[ 16 ] Es ist wirklich so, wenn man das, was man im gewöhnlichen Bewußtsein als Erinnerung in sich trägt, als eine Wirklichkeit auffaßt, wie wenn man bei einem Baum einen Querschnitt macht und das, was man da Tafel 11 drinnen sieht, diesen einen Querschnitt für die Wirklichkeit des Baumstammes hält. Dieser eine Querschnitt ist eigentlich ein Nichts. Es ist ja nur ein Bild, das sich da ergibt, der Baumstamm ist oberhalb und unterhalb des Querschnittes. Und so ist es wirklich, wenn man imaginierend die Erinnerungen erfaßt. Da merkt man die ganze Nichtigkeit der einzelnen Erinnerungsgehalte; da wird das Ganze ausgedehnt bis eben nahe zu der Geburt hin, und sogar unter Umständen weiter über die Geburt hinaus. Da wird alles Vergangene gegenwärtig. Es ist da; es zeigt sich zwar perspektivisch entfernt, aber es ist da.
[ 16 ] Es ist wirklich so, wenn man das, was man im gewöhnlichen Bewußtsein als Erinnerung in sich trägt, als eine Wirklichkeit auffaßt, wie wenn man bei einem Baum einen Querschnitt macht und das, was man da Tafel 11 drinnen sieht, diesen einen Querschnitt für die Wirklichkeit des Baumstammes hält. Dieser eine Querschnitt ist eigentlich ein Nichts. Es ist ja nur ein Bild, das sich da ergibt, der Baumstamm ist oberhalb und unterhalb des Querschnittes. Und so ist es wirklich, wenn man imaginierend die Erinnerungen erfaßt. Da merkt man die ganze Nichtigkeit der einzelnen Erinnerungsgehalte; da wird das Ganze ausgedehnt bis eben nahe zu der Geburt hin, und sogar unter Umständen weiter über die Geburt hinaus. Da wird alles Vergangene gegenwärtig. Es ist da; es zeigt sich zwar perspektivisch entfernt, aber es ist da.
[ 17 ] Und hat man das einmal erfaßt, hat man solch eine Anschauung, dann tritt eben jene Erkenntnis ein, die einer fortwährenden Beobachtung fähig ist, die einem sagt, daß der Mensch, wenn er seinen physischen Leib verläßt mit dem Tode, kurze Zeit nach dem Tode, einige Tage, diese Rückschau als sein selbstverständliches Leben hat. Indem der Mensch durch die Pforte des Todes geht, hat er zunächst durch mehrere Tage als sein Erleben dieses, daß er so in sein Lebenspanorama hineinschaut; in mächtigen Bildern, in leuchtenden, glänzenden, eindrucksvollen Bildern sein Leben anschaut.
[ 17 ] Und hat man das einmal erfaßt, hat man solch eine Anschauung, dann tritt eben jene Erkenntnis ein, die einer fortwährenden Beobachtung fähig ist, die einem sagt, daß der Mensch, wenn er seinen physischen Leib verläßt mit dem Tode, kurze Zeit nach dem Tode, einige Tage, diese Rückschau als sein selbstverständliches Leben hat. Indem der Mensch durch die Pforte des Todes geht, hat er zunächst durch mehrere Tage als sein Erleben dieses, daß er so in sein Lebenspanorama hineinschaut; in mächtigen Bildern, in leuchtenden, glänzenden, eindrucksvollen Bildern sein Leben anschaut.
[ 18 ] Nun handelt es sich darum aber, weiterzuschreiten mit der imaginativen Erkenntnis. Wenn man nun weiterschreitet mit der imaginativen Erkenntnis, dann bereichert sich das Leben in einer gewissen Weise; dann faßt man das natürlich auch in entsprechender Weise auf, was man sonst eben anders auffaßte. Sagen wir zum Beispiel, man faßt auf das Verhalten, das man anderen Menschen gegenüber hat, das Benehmen anderen Menschen gegenüber. Man faßt auf die Absichten, die man hatte bei diesem Benehmen, die Handlungen, die man ausgeführt hat, die Art und Weise, wie man zu den Menschen gewesen ist. Darüber mag man im gewöhnlichen Leben mehr oder weniger im einzelnen Falle nachdenken, je nachdem man mehr oder weniger gedankenlos ist; aber jetzt ist es eben da. Man hat eine Vorstellung von der Art seines eigenen Verhaltens. Aber was man da auffaßt, ist dennoch eigentlich nur ein Teil der Sache. Nehmen wir einmal an, man erweise einem anderen Menschen eine Guttat oder eine böse Tat. Man wird Erfolge sehen aus der guten Tat, die Zufriedenheit des anderen Menschen, das Befriedigtsein, vielleicht auch wird er in dieser oder jener Hinsicht gefördert sein. Man wird also jene Folgen einer solchen Handlungsweise sehen, die in der physischen Welt eintreten können. Hat man eine böse Tat ausgeführt, wird man sehen können, wie man den Menschen geschädigt hat, wie der Mensch unbefriedigt geworden ist, wie er sogar vielleicht physisch Leid davongetragen hat und so weiter. Das alles wird, wenn man nicht davor flieht, wenn es einem nicht unangenehm ist, die Folgen seiner Taten bei dem anderen Menschen zu beobachten, das alles wird man innerhalb des physischen Lebens beobachten können. Aber das ist nur eine Seite der Sache. Jede Handlung, die wir begehen Menschen gegenüber, ja auch Handlungen, die wir begehen den anderen Naturreichen gegenüber, hat noch eine andere Seite. Nehmen wir einmal an, Sie erweisen einem Menschen eine Guttat. Diese Guttat, sie hat in den geistigen Welten ein Dasein, eine gewisse Bedeutung. Sie wärmt gewissermaßen in den geistigen Welten; sie ist wie der Ausgangspunkt von geistigen Wärmestrahlungen. Seelenwärme in der geistigen Welt strömt aus von einer guten Tat, die man einem anderen Menschen erweist. Seelenkälte strömt aus von einer bösen Tat, die man einem anderen Menschen erweist. Und so ist es wirklich, als ob man Seelenwärme und Seelenkälte hineintrüge in die geistige Welt nach der Art, wie man sich zu anderen Menschen verhält. Andere Handlungen des Menschen wiederum sind so, als ob sie nach der einen oder anderen Richtung wie hell leuchtende Strahlen wirkten in der geistigen Welt; andere wirken verfinsternd in der geistigen Welt; kurz, man kann sagen, man erlebt von dem, was man vollbringt im Leben auf Erden, eigentlich nur die Hälfte.
[ 18 ] Nun handelt es sich darum aber, weiterzuschreiten mit der imaginativen Erkenntnis. Wenn man nun weiterschreitet mit der imaginativen Erkenntnis, dann bereichert sich das Leben in einer gewissen Weise; dann faßt man das natürlich auch in entsprechender Weise auf, was man sonst eben anders auffaßte. Sagen wir zum Beispiel, man faßt auf das Verhalten, das man anderen Menschen gegenüber hat, das Benehmen anderen Menschen gegenüber. Man faßt auf die Absichten, die man hatte bei diesem Benehmen, die Handlungen, die man ausgeführt hat, die Art und Weise, wie man zu den Menschen gewesen ist. Darüber mag man im gewöhnlichen Leben mehr oder weniger im einzelnen Falle nachdenken, je nachdem man mehr oder weniger gedankenlos ist; aber jetzt ist es eben da. Man hat eine Vorstellung von der Art seines eigenen Verhaltens. Aber was man da auffaßt, ist dennoch eigentlich nur ein Teil der Sache. Nehmen wir einmal an, man erweise einem anderen Menschen eine Guttat oder eine böse Tat. Man wird Erfolge sehen aus der guten Tat, die Zufriedenheit des anderen Menschen, das Befriedigtsein, vielleicht auch wird er in dieser oder jener Hinsicht gefördert sein. Man wird also jene Folgen einer solchen Handlungsweise sehen, die in der physischen Welt eintreten können. Hat man eine böse Tat ausgeführt, wird man sehen können, wie man den Menschen geschädigt hat, wie der Mensch unbefriedigt geworden ist, wie er sogar vielleicht physisch Leid davongetragen hat und so weiter. Das alles wird, wenn man nicht davor flieht, wenn es einem nicht unangenehm ist, die Folgen seiner Taten bei dem anderen Menschen zu beobachten, das alles wird man innerhalb des physischen Lebens beobachten können. Aber das ist nur eine Seite der Sache. Jede Handlung, die wir begehen Menschen gegenüber, ja auch Handlungen, die wir begehen den anderen Naturreichen gegenüber, hat noch eine andere Seite. Nehmen wir einmal an, Sie erweisen einem Menschen eine Guttat. Diese Guttat, sie hat in den geistigen Welten ein Dasein, eine gewisse Bedeutung. Sie wärmt gewissermaßen in den geistigen Welten; sie ist wie der Ausgangspunkt von geistigen Wärmestrahlungen. Seelenwärme in der geistigen Welt strömt aus von einer guten Tat, die man einem anderen Menschen erweist. Seelenkälte strömt aus von einer bösen Tat, die man einem anderen Menschen erweist. Und so ist es wirklich, als ob man Seelenwärme und Seelenkälte hineintrüge in die geistige Welt nach der Art, wie man sich zu anderen Menschen verhält. Andere Handlungen des Menschen wiederum sind so, als ob sie nach der einen oder anderen Richtung wie hell leuchtende Strahlen wirkten in der geistigen Welt; andere wirken verfinsternd in der geistigen Welt; kurz, man kann sagen, man erlebt von dem, was man vollbringt im Leben auf Erden, eigentlich nur die Hälfte.
[ 19 ] Geht man nun an das imaginative Bewußtsein heran, dann schwindet eigentlich vor diesem imaginativen Bewußtsein dasjenige, was das andere Bewußtsein ja ohnehin schon weiß. Ob ein Mensch gefördert oder geschädigt wird, das ist Sache des gewöhnlichen Bewußtseins, es einzusehen; aber das, was eine Handlung, sei sie gut, sei sie böse, sei sie weise, sei sie törichter Art, in der geistigen Welt wirkt an Seelenwärme, an Seelenkälte, an Seelenleuchte, an Seelenverfinsterung und so weiter — es ist eine große Mannigfaltigkeit da —, das steigt auf vor dem imaginativen Bewußtsein, das beginnt da zu sein. Und man sagt sich: Deshalb, weil du das nicht gewußt hast, als du dein gewöhnliches Bewußtsein wirken ließest in deinen Handlungen, deshalb war es nicht etwa nicht da. Man sagt sich, laß dir nur ja nicht einfallen, daß dasjenige, was du nicht gewußt hast bei deinem Handeln: daß es Quellen von Seelenstrahlungen leuchtender und wärmender Art sind, daß dadurch, daß du das nicht gesehen hast, nicht erlebt hast, daß es etwa nicht da sei. Laß dir das ja nicht einfallen. Du hast es durchlebt, aber in deinem Unterbewußtsein. Du bist durch das alles durchgegangen. So wie deine Augen, deine Seelenaugen des höheren Bewußtseins es jetzt sehen: hast du bei einer Wohltat, die du einem anderen erwiesest, einen gefördert, hast du bei einer bösen Tat einen geschädigt, so erlebte dein Unterbewußtsein ganz parallel gehend dabei, was die Tat in der geistigen Welt bedeutete.
[ 19 ] Geht man nun an das imaginative Bewußtsein heran, dann schwindet eigentlich vor diesem imaginativen Bewußtsein dasjenige, was das andere Bewußtsein ja ohnehin schon weiß. Ob ein Mensch gefördert oder geschädigt wird, das ist Sache des gewöhnlichen Bewußtseins, es einzusehen; aber das, was eine Handlung, sei sie gut, sei sie böse, sei sie weise, sei sie törichter Art, in der geistigen Welt wirkt an Seelenwärme, an Seelenkälte, an Seelenleuchte, an Seelenverfinsterung und so weiter — es ist eine große Mannigfaltigkeit da —, das steigt auf vor dem imaginativen Bewußtsein, das beginnt da zu sein. Und man sagt sich: Deshalb, weil du das nicht gewußt hast, als du dein gewöhnliches Bewußtsein wirken ließest in deinen Handlungen, deshalb war es nicht etwa nicht da. Man sagt sich, laß dir nur ja nicht einfallen, daß dasjenige, was du nicht gewußt hast bei deinem Handeln: daß es Quellen von Seelenstrahlungen leuchtender und wärmender Art sind, daß dadurch, daß du das nicht gesehen hast, nicht erlebt hast, daß es etwa nicht da sei. Laß dir das ja nicht einfallen. Du hast es durchlebt, aber in deinem Unterbewußtsein. Du bist durch das alles durchgegangen. So wie deine Augen, deine Seelenaugen des höheren Bewußtseins es jetzt sehen: hast du bei einer Wohltat, die du einem anderen erwiesest, einen gefördert, hast du bei einer bösen Tat einen geschädigt, so erlebte dein Unterbewußtsein ganz parallel gehend dabei, was die Tat in der geistigen Welt bedeutete.
[ 20 ] Und in dem Augenblicke, wo der Mensch mit dem imaginativen Bewußtsein so weit ist, daß dieses imaginative Bewußtsein sich genügend intensiviert hat, da schaut er nicht nur hin wie auf ein Panorama seiner Erlebnisse, sondern da wird er genötigt, darauf aufmerksam zu werden, daß er ja gar nicht ein ganzer Mensch ist, wenn er das nicht durchlebt, was er da undurchlebt gelassen hat, diese andere Seite seiner Handlungen, diese andere Seite seines Erdenlebens. Man beginnt, sich gegenüber diesem Lebenspanorama, das bis zur Geburt oder über die Geburt hinausreicht, ganz krüppelhaft vorzukommen, wie wenn einem etwas abgeschlagen wäre. Man sagt sich fortwährend: Das hättest du doch miterleben sollen; du bist ja eigentlich so, wie wenn dir dein Auge ausgeschlagen wäre, dein Bein abgeschlagen wäre; du bist ja nicht ein ganzer Mensch. Du hast ja die Hälfte deiner Erlebnisse in Wirklichkeit nicht gehabt. Das muß im Laufe des imaginierenden Bewußtseins eintreten, daß man sich also verstümmelt fühlt in bezug auf die Erlebnisse, daß man vor allen Dingen fühlt, wie einem das gewöhnliche Leben etwas zudeckt.
[ 20 ] Und in dem Augenblicke, wo der Mensch mit dem imaginativen Bewußtsein so weit ist, daß dieses imaginative Bewußtsein sich genügend intensiviert hat, da schaut er nicht nur hin wie auf ein Panorama seiner Erlebnisse, sondern da wird er genötigt, darauf aufmerksam zu werden, daß er ja gar nicht ein ganzer Mensch ist, wenn er das nicht durchlebt, was er da undurchlebt gelassen hat, diese andere Seite seiner Handlungen, diese andere Seite seines Erdenlebens. Man beginnt, sich gegenüber diesem Lebenspanorama, das bis zur Geburt oder über die Geburt hinausreicht, ganz krüppelhaft vorzukommen, wie wenn einem etwas abgeschlagen wäre. Man sagt sich fortwährend: Das hättest du doch miterleben sollen; du bist ja eigentlich so, wie wenn dir dein Auge ausgeschlagen wäre, dein Bein abgeschlagen wäre; du bist ja nicht ein ganzer Mensch. Du hast ja die Hälfte deiner Erlebnisse in Wirklichkeit nicht gehabt. Das muß im Laufe des imaginierenden Bewußtseins eintreten, daß man sich also verstümmelt fühlt in bezug auf die Erlebnisse, daß man vor allen Dingen fühlt, wie einem das gewöhnliche Leben etwas zudeckt.
[ 21 ] In unserer heutigen materialistischen Zeit ist ja das ganz besonders heftig, denn diese heutige materialistische Zeit glaubt überhaupt nicht daran, daß die menschlichen Handlungen mehr Wert und Bedeutung haben, als sie für das unmittelbare Leben haben, das sich äußerlich in der physischen Welt abspielt. Daß sich in der geistigen Welt noch etwas Besonderes abspielt, das betrachtet man mehr oder weniger als eine Torheit, wenn es behauptet wird; aber es ist eben da. Und vor dem imaginierenden Bewußtsein tritt dieses Gefühl der Verstümmeltheit auf. Man sagt sich: Du mußt dir wirklich die Möglichkeit bieten, zu erleben, was du alles nicht erlebt hast. Das aber geht fast gar nicht; das geht fast nur in Einzelheiten, in sehr geringem Maße.
[ 21 ] In unserer heutigen materialistischen Zeit ist ja das ganz besonders heftig, denn diese heutige materialistische Zeit glaubt überhaupt nicht daran, daß die menschlichen Handlungen mehr Wert und Bedeutung haben, als sie für das unmittelbare Leben haben, das sich äußerlich in der physischen Welt abspielt. Daß sich in der geistigen Welt noch etwas Besonderes abspielt, das betrachtet man mehr oder weniger als eine Torheit, wenn es behauptet wird; aber es ist eben da. Und vor dem imaginierenden Bewußtsein tritt dieses Gefühl der Verstümmeltheit auf. Man sagt sich: Du mußt dir wirklich die Möglichkeit bieten, zu erleben, was du alles nicht erlebt hast. Das aber geht fast gar nicht; das geht fast nur in Einzelheiten, in sehr geringem Maße.
[ 22 ] Das ist es ja, was als Ernst über demjenigen lagern wird, der tiefer durchschauend in das Leben hineinsieht: daß er im Grunde genommen während des Erdenlebens von diesem Leben vieles nicht erfüllen kann, daß er gewissermaßen einen Schuldschein ausstellen muß auf die Zukunft, daß er sagen muß: Das Leben stellt Aufgaben für das Erleben, die man in diesem Erdenleben gar nicht absolvieren kann. Man muß sie dem Weltenall schuldig bleiben und sagen: Ich werde das erst durchleben können, wenn ich durch den Tod gegangen bin. Es ist dies eine starke, wenn auch oftmals recht tragische Bereicherung des Lebens, die die Initiationsweisheit gibt, daß man das unvermeidliche Schuldigwerden gegenüber dem Leben empfindet und die Notwendigkeit einsieht, einen Schuldschein gegenüber den Göttern auszustellen, zu sagen: Das kann ich erst erleben, wenn ich gestorben bin; dann kann ich erst eintreten in ein solches Erleben, wie ich es dem Weltenall schuldig geworden bin.
[ 22 ] Das ist es ja, was als Ernst über demjenigen lagern wird, der tiefer durchschauend in das Leben hineinsieht: daß er im Grunde genommen während des Erdenlebens von diesem Leben vieles nicht erfüllen kann, daß er gewissermaßen einen Schuldschein ausstellen muß auf die Zukunft, daß er sagen muß: Das Leben stellt Aufgaben für das Erleben, die man in diesem Erdenleben gar nicht absolvieren kann. Man muß sie dem Weltenall schuldig bleiben und sagen: Ich werde das erst durchleben können, wenn ich durch den Tod gegangen bin. Es ist dies eine starke, wenn auch oftmals recht tragische Bereicherung des Lebens, die die Initiationsweisheit gibt, daß man das unvermeidliche Schuldigwerden gegenüber dem Leben empfindet und die Notwendigkeit einsieht, einen Schuldschein gegenüber den Göttern auszustellen, zu sagen: Das kann ich erst erleben, wenn ich gestorben bin; dann kann ich erst eintreten in ein solches Erleben, wie ich es dem Weltenall schuldig geworden bin.
[ 23 ] Dieses Bewußtsein, daß das innere Leben zum Teil in einer Art von Wechsel auf die Zukunft nach dem Tode geschehen muß, dieses innerliche Bewußtsein vertieft ungeheuer das Menschenleben. — Geisteswissenschaft ist nicht nur dazu da, daß man theoretisch das eine oder das andere wissen lernt. Derjenige, der Geisteswissenschaft so studiert, wie man andere Dinge studiert, der tut eigentlich nützlicher, ein Kochbuch zu studieren. Da wird er wenigstens dazu gedrängt, die Sache nicht bloß theoretisch zu betrachten. Denn das Leben sorgt dafür, hauptsächlich das Leben des Magens und was sich daran reiht, daß man ein Kochbuch ernster nimmt als eine bloße Theorie. Es ist schon notwendig, daß Geisteswissenschaft, wenn sie an den Menschen herantritt, das Leben empfindungsgemäß, herzgemäß vertieft.
[ 23 ] Dieses Bewußtsein, daß das innere Leben zum Teil in einer Art von Wechsel auf die Zukunft nach dem Tode geschehen muß, dieses innerliche Bewußtsein vertieft ungeheuer das Menschenleben. — Geisteswissenschaft ist nicht nur dazu da, daß man theoretisch das eine oder das andere wissen lernt. Derjenige, der Geisteswissenschaft so studiert, wie man andere Dinge studiert, der tut eigentlich nützlicher, ein Kochbuch zu studieren. Da wird er wenigstens dazu gedrängt, die Sache nicht bloß theoretisch zu betrachten. Denn das Leben sorgt dafür, hauptsächlich das Leben des Magens und was sich daran reiht, daß man ein Kochbuch ernster nimmt als eine bloße Theorie. Es ist schon notwendig, daß Geisteswissenschaft, wenn sie an den Menschen herantritt, das Leben empfindungsgemäß, herzgemäß vertieft.
[ 24 ] Es gibt eine ungeheure Vertiefung des Lebens, wenn man auf dieses Schuldigwerden den Göttern gegenüber aufmerksam wird und sich sagt: Die Hälfte des Lebens auf Erden kann man eigentlich nicht durchleben, weil es sich unter der Oberfläche des Daseins verbirgt. Lernt man durch Initiation kennen, was sich da sonst verbirgt für das gewöhnliche Bewußtsein, dann kann man schon ein wenig hineinsehen in das, was man schuldig geworden ist. Und man könnte dann sagen: Mit dem gewöhnlichen Bewußtsein sieht man, daß man schuldig wird, aber man kann den Schuldschein nicht lesen, den man selber ausstellen sollte. Mit dem initiierten Bewußtsein kann man zwar den Schuldschein lesen, aber man kann ihn nicht bezahlen im gewöhnlichen Leben. Man muß warten, bis der Tod kommt. Und hat man dieses Bewußtsein erlangt, hat man so das menschliche Gewissen vertieft, daß dieses Bewußtsein des Schuldiggewordenseins ganz lebendig in einem ist, dann ist man reif geworden, das Menschenleben weiter zu verfolgen nach jenem rückschauenden Tableau, von dem ich gesprochen habe, wo man zurückgeht bis zu der Geburt. Und dann sieht man, wie nach einigen Tagen dieses beginnt: daß man das erleben muß, was man unerlebt gelassen hat.
[ 24 ] Es gibt eine ungeheure Vertiefung des Lebens, wenn man auf dieses Schuldigwerden den Göttern gegenüber aufmerksam wird und sich sagt: Die Hälfte des Lebens auf Erden kann man eigentlich nicht durchleben, weil es sich unter der Oberfläche des Daseins verbirgt. Lernt man durch Initiation kennen, was sich da sonst verbirgt für das gewöhnliche Bewußtsein, dann kann man schon ein wenig hineinsehen in das, was man schuldig geworden ist. Und man könnte dann sagen: Mit dem gewöhnlichen Bewußtsein sieht man, daß man schuldig wird, aber man kann den Schuldschein nicht lesen, den man selber ausstellen sollte. Mit dem initiierten Bewußtsein kann man zwar den Schuldschein lesen, aber man kann ihn nicht bezahlen im gewöhnlichen Leben. Man muß warten, bis der Tod kommt. Und hat man dieses Bewußtsein erlangt, hat man so das menschliche Gewissen vertieft, daß dieses Bewußtsein des Schuldiggewordenseins ganz lebendig in einem ist, dann ist man reif geworden, das Menschenleben weiter zu verfolgen nach jenem rückschauenden Tableau, von dem ich gesprochen habe, wo man zurückgeht bis zu der Geburt. Und dann sieht man, wie nach einigen Tagen dieses beginnt: daß man das erleben muß, was man unerlebt gelassen hat.
[ 25 ] Für jede einzelne Tat, die man Menschen gegenüber oder auch der Welt gegenüber getan hat, muß man nun erleben, was man unerlebt gelassen hat. Die letzten Taten, die man vor seinem Tode getan hat, die treten zuerst auf; dann geht es weiter zurück im Leben. Zuerst wird man aufmerksam auf die Weltbedeutung der bösen Taten oder guten Taten, die man zuletzt getan hat. Was man auf Erden an ihnen erlebt hat, bleibt weg; was sie für die Welt bedeuten, das wird jetzt durchlebt.
[ 25 ] Für jede einzelne Tat, die man Menschen gegenüber oder auch der Welt gegenüber getan hat, muß man nun erleben, was man unerlebt gelassen hat. Die letzten Taten, die man vor seinem Tode getan hat, die treten zuerst auf; dann geht es weiter zurück im Leben. Zuerst wird man aufmerksam auf die Weltbedeutung der bösen Taten oder guten Taten, die man zuletzt getan hat. Was man auf Erden an ihnen erlebt hat, bleibt weg; was sie für die Welt bedeuten, das wird jetzt durchlebt.
[ 26 ] Und weiter zurück geht es. Man erlebt sein Leben rückwärts laufend noch einmal. Man weiß, man ist während dieser Zeit, indem man so sein Leben rücklaufend noch einmal erlebt, die Weltbedeutung dieses Lebens erlebt, man ist während dieser Zeit noch mit der Erde verbunden, denn es ist nur die andere Seite der Erdentaten, die man da erlebt.
[ 26 ] Und weiter zurück geht es. Man erlebt sein Leben rückwärts laufend noch einmal. Man weiß, man ist während dieser Zeit, indem man so sein Leben rücklaufend noch einmal erlebt, die Weltbedeutung dieses Lebens erlebt, man ist während dieser Zeit noch mit der Erde verbunden, denn es ist nur die andere Seite der Erdentaten, die man da erlebt.
[ 27 ] Sehen Sie, da fühlt dann der Mensch so, als wenn sein weiteres zukünftiges Leben im Schoße des Weltenalls jetzt getragen würde. Es ist eine Art Embryonalleben für das weitere Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, was da der Mensch erlebt, nur daß er nicht von einer Mutter embryonal getragen wird, sondern von der Welt, nämlich von der Welt dessen, was er hier im physischen Dasein nicht erlebt hat. Er lebt sein physisches Dasein noch einmal zurück, aber in der Weltenbedeutung. Da erlebt er es mit einem stark geteilten Bewußtsein. Wenn wir hier in der physischen Welt leben und die Wesen, die um uns herum sind, anschauen, dann fühlen wir uns als Mensch so recht wie ein König den anderen Wesen gegenüber. Selbst wenn wir den Löwen den König der Tiere nennen, so fühlen wir uns als Menschen über ihn noch immer erhaben. Der Mensch fühlt die Wesen der anderen Reiche als unter ihm stehend. Er kann die anderen beurteilen; er schreibt aber den anderen nicht zu, daß sie ihn beurteilen können. Er steht über den anderen Wesen der anderen Reiche der Natur. Ja, ein anderes Gefühl hat der Mensch, wenn er nach dem Tode durch das Erleben durchgeht, das ich eben geschildert habe. Da fühlt er sich nicht Reichen der Natur gegenüber, über die er erhaben ist, sondern er fühlt sich Reichen der geistigen Welt gegenüber, denen gegenüber er unterhaben ist. Er fühlt sich jetzt als das Niedrigste und die anderen über ihm stehend.
[ 27 ] Sehen Sie, da fühlt dann der Mensch so, als wenn sein weiteres zukünftiges Leben im Schoße des Weltenalls jetzt getragen würde. Es ist eine Art Embryonalleben für das weitere Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, was da der Mensch erlebt, nur daß er nicht von einer Mutter embryonal getragen wird, sondern von der Welt, nämlich von der Welt dessen, was er hier im physischen Dasein nicht erlebt hat. Er lebt sein physisches Dasein noch einmal zurück, aber in der Weltenbedeutung. Da erlebt er es mit einem stark geteilten Bewußtsein. Wenn wir hier in der physischen Welt leben und die Wesen, die um uns herum sind, anschauen, dann fühlen wir uns als Mensch so recht wie ein König den anderen Wesen gegenüber. Selbst wenn wir den Löwen den König der Tiere nennen, so fühlen wir uns als Menschen über ihn noch immer erhaben. Der Mensch fühlt die Wesen der anderen Reiche als unter ihm stehend. Er kann die anderen beurteilen; er schreibt aber den anderen nicht zu, daß sie ihn beurteilen können. Er steht über den anderen Wesen der anderen Reiche der Natur. Ja, ein anderes Gefühl hat der Mensch, wenn er nach dem Tode durch das Erleben durchgeht, das ich eben geschildert habe. Da fühlt er sich nicht Reichen der Natur gegenüber, über die er erhaben ist, sondern er fühlt sich Reichen der geistigen Welt gegenüber, denen gegenüber er unterhaben ist. Er fühlt sich jetzt als das Niedrigste und die anderen über ihm stehend.
[ 28 ] Und indem er so durchgeht durch das vorher Unerlebte, fühlt er überall die Wesenheiten, die jetzt über ihn erhaben sind, denen gegenüber er unterhaben ist. Diese Wesenheiten bringen ihre Sympathien und Antipathien demgegenüber, was er durchlebt infolge seines Erdenlebens. Da ist man überall in diesem Erleben unmittelbar nach dem Tode wie in einem Regen drinnen, in einem geistigen Regen. Man durchlebt seine Tat noch einmal, nämlich ihre geistigen Seiten, aber indem man diese Taten durchlebt, tropfen herunter die Sympathien und Antipathien der erhabenen Wesenheiten, die über einem stehen. Da wird man überschüttet und übergossen von den Sympathien und Antipathien. Und da überkommt einen in geistiger Wesenheit das Fühlen: Dasjenige, worauf die Sympathien der erhabenen Wesenheiten der höheren Hierarchien strahlen, das wird in das Weltenall aufgenommen und bildet im Ferneren einen guten Einschlag im Weltenall; dasjenige, worauf die Antipathien der erhabenen Wesenheiten fallen, das wird zurückgewiesen. Man fühlt davon, das würde ein schlimmer Einschlag im Weltenall sein, wenn man es nicht an sich halten würde.
[ 28 ] Und indem er so durchgeht durch das vorher Unerlebte, fühlt er überall die Wesenheiten, die jetzt über ihn erhaben sind, denen gegenüber er unterhaben ist. Diese Wesenheiten bringen ihre Sympathien und Antipathien demgegenüber, was er durchlebt infolge seines Erdenlebens. Da ist man überall in diesem Erleben unmittelbar nach dem Tode wie in einem Regen drinnen, in einem geistigen Regen. Man durchlebt seine Tat noch einmal, nämlich ihre geistigen Seiten, aber indem man diese Taten durchlebt, tropfen herunter die Sympathien und Antipathien der erhabenen Wesenheiten, die über einem stehen. Da wird man überschüttet und übergossen von den Sympathien und Antipathien. Und da überkommt einen in geistiger Wesenheit das Fühlen: Dasjenige, worauf die Sympathien der erhabenen Wesenheiten der höheren Hierarchien strahlen, das wird in das Weltenall aufgenommen und bildet im Ferneren einen guten Einschlag im Weltenall; dasjenige, worauf die Antipathien der erhabenen Wesenheiten fallen, das wird zurückgewiesen. Man fühlt davon, das würde ein schlimmer Einschlag im Weltenall sein, wenn man es nicht an sich halten würde.
[ 29 ] Eine böse Tat, einem Menschen gegenüber verrichtet, wird übertropft von den Antipathien der erhabenen Wesenheiten. Und man fühlt: Diese Verbindung mit den Antipathien der erhabenen Wesenheiten würde etwas außerordentlich Schlimmes für das Weltenall bedeuten, wenn man nun nicht das, was eine böse Tat für das ganze Weltenall bedeutet, an sich fassen würde, wenn man es aus sich herauslassen würde. Und aus diesem Grunde sammelt man auf dasjenige, was die Antipathien der erhabenen Wesenheiten empfängt.
[ 29 ] Eine böse Tat, einem Menschen gegenüber verrichtet, wird übertropft von den Antipathien der erhabenen Wesenheiten. Und man fühlt: Diese Verbindung mit den Antipathien der erhabenen Wesenheiten würde etwas außerordentlich Schlimmes für das Weltenall bedeuten, wenn man nun nicht das, was eine böse Tat für das ganze Weltenall bedeutet, an sich fassen würde, wenn man es aus sich herauslassen würde. Und aus diesem Grunde sammelt man auf dasjenige, was die Antipathien der erhabenen Wesenheiten empfängt.
[ 30 ] Und damit legt man die Grundlage für das Karma, für das, was dann hinüberwirkt ins nächste Erdenleben, damit es durch andere Taten seinen Ausgleich finde.
[ 30 ] Und damit legt man die Grundlage für das Karma, für das, was dann hinüberwirkt ins nächste Erdenleben, damit es durch andere Taten seinen Ausgleich finde.
[ 31 ] Man kann, ich möchte sagen, mehr von der Außenseite her diesen Durchgang des Menschenwesens durch das Seelengebiet nach dem Tode schildern, wie ich es in meinem Buche «Theosophie» getan habe. Da schildert man mehr nach den Gedankengängen, die man gewohnt worden ist in unserem Zeitalter. Jetzt, wo ich gewissermaßen rekapitulierend noch einmal schildere innerhalb der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, was ja Systematik der Anthroposophie ist, möchte ich die Dinge mehr innerlich schildern, so daß Sie verspüren können, wie der Mensch das mit seinem Menschenwesen, mit seiner Menschenindividualität erlebt im Zustande nach dem Tode.
[ 31 ] Man kann, ich möchte sagen, mehr von der Außenseite her diesen Durchgang des Menschenwesens durch das Seelengebiet nach dem Tode schildern, wie ich es in meinem Buche «Theosophie» getan habe. Da schildert man mehr nach den Gedankengängen, die man gewohnt worden ist in unserem Zeitalter. Jetzt, wo ich gewissermaßen rekapitulierend noch einmal schildere innerhalb der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, was ja Systematik der Anthroposophie ist, möchte ich die Dinge mehr innerlich schildern, so daß Sie verspüren können, wie der Mensch das mit seinem Menschenwesen, mit seiner Menschenindividualität erlebt im Zustande nach dem Tode.
[ 32 ] Dann aber, wenn man dieses so durchschaut, kann man noch einmal einen Blick zurückwerfen auf die Traumeswelt, und dann erscheint einem diese Traumeswelt in einem neuen Lichte. Wenn man so schaut, wie ein Mensch nach dem Tode die geistigen Seiten seiner Erdentaten, seines Erdendaseins erlebt, auch seiner Erdengedanken, dann kann man wiederum zurückblicken auf den träumenden Menschen, auf all das, was der Mensch während des Schlafes erlebt hat und dann sagt man sich: Während des Schlafes hat der Mensch das schon einmal, aber nur ganz unbewußt durchlebt. Und es tritt jener Unterschied auf zwischen dem Schlafeserleben und dem Erleben, das man jetzt hat nach dem Tode. Betrachten Sie das menschliche Erdenleben. Die wachen Zustände sind da, immer unterbrochen vom Schlaf. Nun, nehmen wir an, daß einer keine Schlafmütze ist, so bringt er ungefähr ein Drittel seines Lebens schlafend zu. Während dieses Drittels seines Lebens durchlebt er tatsächlich, nur weiß er nichts davon, diese andere geistige Seite seiner Taten. Der Traum wirft ja nur ein ganz leichtes Wellenkräuseln auf. Da merkt man manches von dieser anderen Seite im Traume, aber es ist ein schwaches Wellenkräuseln oben. Der tiefe Schlaf aber läßt unbewußt erleben alles das, was die geistige Seite des Tageslebens ist.
[ 32 ] Dann aber, wenn man dieses so durchschaut, kann man noch einmal einen Blick zurückwerfen auf die Traumeswelt, und dann erscheint einem diese Traumeswelt in einem neuen Lichte. Wenn man so schaut, wie ein Mensch nach dem Tode die geistigen Seiten seiner Erdentaten, seines Erdendaseins erlebt, auch seiner Erdengedanken, dann kann man wiederum zurückblicken auf den träumenden Menschen, auf all das, was der Mensch während des Schlafes erlebt hat und dann sagt man sich: Während des Schlafes hat der Mensch das schon einmal, aber nur ganz unbewußt durchlebt. Und es tritt jener Unterschied auf zwischen dem Schlafeserleben und dem Erleben, das man jetzt hat nach dem Tode. Betrachten Sie das menschliche Erdenleben. Die wachen Zustände sind da, immer unterbrochen vom Schlaf. Nun, nehmen wir an, daß einer keine Schlafmütze ist, so bringt er ungefähr ein Drittel seines Lebens schlafend zu. Während dieses Drittels seines Lebens durchlebt er tatsächlich, nur weiß er nichts davon, diese andere geistige Seite seiner Taten. Der Traum wirft ja nur ein ganz leichtes Wellenkräuseln auf. Da merkt man manches von dieser anderen Seite im Traume, aber es ist ein schwaches Wellenkräuseln oben. Der tiefe Schlaf aber läßt unbewußt erleben alles das, was die geistige Seite des Tageslebens ist.
[ 33 ] Man kann schon sagen: Im bewußten Tagesleben erlebt man, was die Menschen denken und fühlen, wie sie gefördert oder nicht gefördert sind durch uns selber. Im Schlafe erlebt man unbewußt, was die Götter denken über unsere Taten und über unsere Gedanken während des wachen Lebens; aber man weiß eben nichts davon. Deshalb kommt sich derjenige, der in die Geheimnisse des Daseins hineinblickt, so verstümmelt vor, wie ich es Ihnen beschrieben habe, so mit einer Schuld belastet. Das ist alles im Unterbewußten geblieben. Nach dem Tode wird es wirklich bewußt durchlaufen. Und deshalb wird derjenige Teil des Lebens, der verschlafen worden ist, eben noch einmal durchlebt, das heißt ungefähr ein Drittel des Erdenlebens der Zeit nach. Wenn also jemand durch den Tod gegangen ist, so lebt er Nacht für Nacht wiederum zurück; nur wird das, was er unbewußt Nacht für Nacht gelebt hat, jetzt bewußt durchlebt. Man kann schon sagen, obwohl es fast scheint, als wollte man über diese außerordentlich ernsten Dinge spotten: Verschläft einer den größten Teil seines Lebens, so dauert dieses Nacherleben nach dem Tode länger; ist er ein Kurzschläfer, dauert es kürzer; durchschnittlich eben ein Drittel, weil er ein Drittel verschläft. Wird also einer im physischen Erdenleben sechzig Jahre alt, so dauert dieses Durchleben nach dem Tode zwanzig Jahre. Und während dieses Durchlebens macht man für die geistige Welt eine Art Embryonalzustand durch.
[ 33 ] Man kann schon sagen: Im bewußten Tagesleben erlebt man, was die Menschen denken und fühlen, wie sie gefördert oder nicht gefördert sind durch uns selber. Im Schlafe erlebt man unbewußt, was die Götter denken über unsere Taten und über unsere Gedanken während des wachen Lebens; aber man weiß eben nichts davon. Deshalb kommt sich derjenige, der in die Geheimnisse des Daseins hineinblickt, so verstümmelt vor, wie ich es Ihnen beschrieben habe, so mit einer Schuld belastet. Das ist alles im Unterbewußten geblieben. Nach dem Tode wird es wirklich bewußt durchlaufen. Und deshalb wird derjenige Teil des Lebens, der verschlafen worden ist, eben noch einmal durchlebt, das heißt ungefähr ein Drittel des Erdenlebens der Zeit nach. Wenn also jemand durch den Tod gegangen ist, so lebt er Nacht für Nacht wiederum zurück; nur wird das, was er unbewußt Nacht für Nacht gelebt hat, jetzt bewußt durchlebt. Man kann schon sagen, obwohl es fast scheint, als wollte man über diese außerordentlich ernsten Dinge spotten: Verschläft einer den größten Teil seines Lebens, so dauert dieses Nacherleben nach dem Tode länger; ist er ein Kurzschläfer, dauert es kürzer; durchschnittlich eben ein Drittel, weil er ein Drittel verschläft. Wird also einer im physischen Erdenleben sechzig Jahre alt, so dauert dieses Durchleben nach dem Tode zwanzig Jahre. Und während dieses Durchlebens macht man für die geistige Welt eine Art Embryonalzustand durch.
[ 34 ] Dann, wenn man das durchgemacht hat, hat man eigentlich erst die Erde los. Dann umhüllt sie einen nicht mehr, die Erde. Dann wird man für die geistige Welt, die man durchlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, eigentlich erst geboren. Man fühlt das dann nach dem Tode wie die Geburt für die geistige Welt, wenn man herausschlüpft aus den Schalen des Erdendaseins, die man bis dahin, allerdings geistig, an sich getragen hat.
[ 34 ] Dann, wenn man das durchgemacht hat, hat man eigentlich erst die Erde los. Dann umhüllt sie einen nicht mehr, die Erde. Dann wird man für die geistige Welt, die man durchlebt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, eigentlich erst geboren. Man fühlt das dann nach dem Tode wie die Geburt für die geistige Welt, wenn man herausschlüpft aus den Schalen des Erdendaseins, die man bis dahin, allerdings geistig, an sich getragen hat.

