Anthroposophy
A Summary After Twenty-one Years
GA 234
10 February 1924, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Anthroposophie: Eine Zusammenfassung nach einundzwanzig Jahren
Neunter Vortrag
Neunter Vortrag
[ 1 ] Sie haben gestern gesehen und aus den vorangehenden Vorträgen wohl ebenso, welche bedeutenden Ausblicke sich bieten auf das ganze menschliche Dasein und seinen Zusammenhang mit der Welt, wenn man die Erinnerungsfähigkeit des Menschen ins Auge faßt. Wollen wir daher heute einmal die Erinnerungsfähigkeit an sich, so wie sie uns in ihren verschiedenen Phasen im menschlichen Leben erscheinen kann, betrachten; zunächst die Erinnerungsfähigkeit vor dem gewöhnlichen Bewußtsein, das der Mensch hat zwischen der Geburt und dem Tode.
[ 1 ] Sie haben gestern gesehen und aus den vorangehenden Vorträgen wohl ebenso, welche bedeutenden Ausblicke sich bieten auf das ganze menschliche Dasein und seinen Zusammenhang mit der Welt, wenn man die Erinnerungsfähigkeit des Menschen ins Auge faßt. Wollen wir daher heute einmal die Erinnerungsfähigkeit an sich, so wie sie uns in ihren verschiedenen Phasen im menschlichen Leben erscheinen kann, betrachten; zunächst die Erinnerungsfähigkeit vor dem gewöhnlichen Bewußtsein, das der Mensch hat zwischen der Geburt und dem Tode.
[ 2 ] Der Mensch verwandelt dasjenige, was er gewissermaßen im robusten Leben durchmacht, was er durchmacht mit all seinem Denken, Fühlen, Wollen, mit Entfaltung auch seiner physischen Kräfte, das verwandelt er in Erinnerungen, und er kommt von Zeit zu Zeit zurück in seinem Seelenleben auf die Erinnerungsbilder dessen, was er durchgemacht hat.
[ 2 ] Der Mensch verwandelt dasjenige, was er gewissermaßen im robusten Leben durchmacht, was er durchmacht mit all seinem Denken, Fühlen, Wollen, mit Entfaltung auch seiner physischen Kräfte, das verwandelt er in Erinnerungen, und er kommt von Zeit zu Zeit zurück in seinem Seelenleben auf die Erinnerungsbilder dessen, was er durchgemacht hat.
[ 3 ] Aber vergleichen Sie diese entweder frei auftauchenden oder gesuchten Erinnerungsbilder in ihrer Schattenhaftigkeit, in ihrem bloßen Gedanken- und Vorstellungssein mit der Robustheit der Erlebnisse, auf die sie sich beziehen, so werden Sie sich sagen: Es sind die Erinnerungen eben Bilder. Aber als Bilder sind sie das, was wir in unserem Ich von unseren Erlebnissen in der Außenwelt für uns behalten. Wir tragen sozusagen als den erarbeiteten Schatz aus unseren Erlebnissen die Erinnerungen mit uns. Und wenn uns irgend etwas in krankhaften Fällen — ich habe ja auch davon gesprochen — verlorengeht von diesen Erinnerungen, dann ist das ein Schadhaftwerden unseres Ich selber. Wir fühlen, daß unser innerstes Wesen, unser Ich, schadhaft geworden ist, wenn es in krankhaften Fällen dies oder jenes aus dem Schatze der Erinnerungen auslassen muß, der unser Leben zu einem Ganzen macht. Man könnte auch hinweisen auf die furchtbaren Zustände, die zuweilen auf anderem Felde bei Gehirnschlägen dadurch eintreten, daß gewisse Partien des verflossenen Lebens in der Erinnerung ausgelöscht werden. — Blicken wir zurück von einem gewissen Zeitpunkte unseres Lebens auf das verflossene Dasein seit unserer letzten Geburt, dann müssen wir schon den Zusammenhang der Erinnerungen fühlen und empfinden, damit wir uns so recht als seelischer Mensch ansehen können.
[ 3 ] Aber vergleichen Sie diese entweder frei auftauchenden oder gesuchten Erinnerungsbilder in ihrer Schattenhaftigkeit, in ihrem bloßen Gedanken- und Vorstellungssein mit der Robustheit der Erlebnisse, auf die sie sich beziehen, so werden Sie sich sagen: Es sind die Erinnerungen eben Bilder. Aber als Bilder sind sie das, was wir in unserem Ich von unseren Erlebnissen in der Außenwelt für uns behalten. Wir tragen sozusagen als den erarbeiteten Schatz aus unseren Erlebnissen die Erinnerungen mit uns. Und wenn uns irgend etwas in krankhaften Fällen — ich habe ja auch davon gesprochen — verlorengeht von diesen Erinnerungen, dann ist das ein Schadhaftwerden unseres Ich selber. Wir fühlen, daß unser innerstes Wesen, unser Ich, schadhaft geworden ist, wenn es in krankhaften Fällen dies oder jenes aus dem Schatze der Erinnerungen auslassen muß, der unser Leben zu einem Ganzen macht. Man könnte auch hinweisen auf die furchtbaren Zustände, die zuweilen auf anderem Felde bei Gehirnschlägen dadurch eintreten, daß gewisse Partien des verflossenen Lebens in der Erinnerung ausgelöscht werden. — Blicken wir zurück von einem gewissen Zeitpunkte unseres Lebens auf das verflossene Dasein seit unserer letzten Geburt, dann müssen wir schon den Zusammenhang der Erinnerungen fühlen und empfinden, damit wir uns so recht als seelischer Mensch ansehen können.
[ 4 ] Das sind einige Züge, die darauf hinweisen, was die Erinnerungsfähigkeit während des physischen Erdenlebens ist. Sie ist ja noch viel mehr. Was wäre uns die Außenwelt mit ihren immer sich erneuernden Eindrücken, mit alledem, was sie allerdings in Lebhaftigkeit gibt, was wäre sie uns, wenn wir nicht in der Lage wären, anzuknüpfen dasjenige, was als neue Eindrücke kommt, an das Erinnerte! Und nicht zuallerletzt darf man sagen: Ja, alles Lernen besteht zum Schlusse darinnen, daß das Neue, das an den Menschen herangebracht wird, angeknüpft wird an das, was er schon in seinen Erinnerungen trägt. Ein großer Teil der Schulmethodik beruht ja darauf, daß wir in der rationellsten Weise finden, wie wir Neues, das wir den Kindern beizubringen haben, anknüpfen können an das, was wir aus dem Schatze ihrer Erinnerungen holen können.
[ 4 ] Das sind einige Züge, die darauf hinweisen, was die Erinnerungsfähigkeit während des physischen Erdenlebens ist. Sie ist ja noch viel mehr. Was wäre uns die Außenwelt mit ihren immer sich erneuernden Eindrücken, mit alledem, was sie allerdings in Lebhaftigkeit gibt, was wäre sie uns, wenn wir nicht in der Lage wären, anzuknüpfen dasjenige, was als neue Eindrücke kommt, an das Erinnerte! Und nicht zuallerletzt darf man sagen: Ja, alles Lernen besteht zum Schlusse darinnen, daß das Neue, das an den Menschen herangebracht wird, angeknüpft wird an das, was er schon in seinen Erinnerungen trägt. Ein großer Teil der Schulmethodik beruht ja darauf, daß wir in der rationellsten Weise finden, wie wir Neues, das wir den Kindern beizubringen haben, anknüpfen können an das, was wir aus dem Schatze ihrer Erinnerungen holen können.
[ 5 ] Kurz, überall da, wo es darauf ankommt, die Außenwelt an das Seelische heranzubringen, das Seelische selber aufzurufen, damit es erfühlt und innerlich erlebt das eigene Dasein, alles das appelliert zuletzt an die Erinnerung. So daß wir schon sagen müssen: die Erinnerung macht den wichtigsten, den weitaus umfassendsten Teil des Innenlebens des Menschen während seines Erdendaseins aus.
[ 5 ] Kurz, überall da, wo es darauf ankommt, die Außenwelt an das Seelische heranzubringen, das Seelische selber aufzurufen, damit es erfühlt und innerlich erlebt das eigene Dasein, alles das appelliert zuletzt an die Erinnerung. So daß wir schon sagen müssen: die Erinnerung macht den wichtigsten, den weitaus umfassendsten Teil des Innenlebens des Menschen während seines Erdendaseins aus.
[ 6 ] Nun aber betrachten wir diese Erinnerung noch von einem anderen Gesichtspunkte. Man kann leicht wissen, daß diese Erinnerung, die Summe der Erinnerungen, die wir in uns tragen, eigentlich ein Fragment ist. Man hat im Laufe des Lebens so manches vergessen, aber es gibt Augenblicke des Lebens, manchmal gerade krankhafte Augenblicke des Lebens, wo längst Vergessenes wiederum heraufkommt. Und insbesondere sind es die Augenblicke, in denen der Mensch sich dem Tode naht, wo mancherlei, das schon ganz ferne seiner bewußten Erinnerung war, auftaucht. Sterbende alte Menschen erinnern sich plötzlich an Dinge, die längst aus ihrer bewußten Erinnerung geschwunden waren. Und wenn man den Traum, der ja auch anknüpft an die Erinnerung, wirklich intim studiert, so findet man durchaus, daß im Traume Dinge auftauchen, die man ganz gewiß erlebt hat, an denen man aber unaufmerksam vorübergegangen ist, die man sozusagen nicht beachtet hat und die trotzdem im Seelenleben drinnen sind und gerade dann, wenn die Hindernisse des physischen und ätherischen Organismus nicht wirken, wenn der astralische Leib und das Ich im Schlafe allein sind, heraufkommen. Man beachtet das gewöhnlich nicht. Und so kommt man nicht darauf, daß eben die bewußte Erinnerung nur ein Fragment desjenigen ist, was wir in uns aufnehmen, und daß wir eigentlich in derselben Form, nur gleich ins Unterbewußte hinein, vieles vom Leben aufnehmen und dann innerlich verarbeiten.
[ 6 ] Nun aber betrachten wir diese Erinnerung noch von einem anderen Gesichtspunkte. Man kann leicht wissen, daß diese Erinnerung, die Summe der Erinnerungen, die wir in uns tragen, eigentlich ein Fragment ist. Man hat im Laufe des Lebens so manches vergessen, aber es gibt Augenblicke des Lebens, manchmal gerade krankhafte Augenblicke des Lebens, wo längst Vergessenes wiederum heraufkommt. Und insbesondere sind es die Augenblicke, in denen der Mensch sich dem Tode naht, wo mancherlei, das schon ganz ferne seiner bewußten Erinnerung war, auftaucht. Sterbende alte Menschen erinnern sich plötzlich an Dinge, die längst aus ihrer bewußten Erinnerung geschwunden waren. Und wenn man den Traum, der ja auch anknüpft an die Erinnerung, wirklich intim studiert, so findet man durchaus, daß im Traume Dinge auftauchen, die man ganz gewiß erlebt hat, an denen man aber unaufmerksam vorübergegangen ist, die man sozusagen nicht beachtet hat und die trotzdem im Seelenleben drinnen sind und gerade dann, wenn die Hindernisse des physischen und ätherischen Organismus nicht wirken, wenn der astralische Leib und das Ich im Schlafe allein sind, heraufkommen. Man beachtet das gewöhnlich nicht. Und so kommt man nicht darauf, daß eben die bewußte Erinnerung nur ein Fragment desjenigen ist, was wir in uns aufnehmen, und daß wir eigentlich in derselben Form, nur gleich ins Unterbewußte hinein, vieles vom Leben aufnehmen und dann innerlich verarbeiten.
[ 7 ] Nun, solange wir im Erdendasein leben, so lange halten wir dasjenige, was auftauchen kann aus den Tiefen der Seele in Form von Erinnerungsgedanken, für das Wesentliche an der Erinnerung. Es kommen die Gedanken an Erlebtes, sie gehen wieder; wir suchen sie. Wir halten das für das Wesen der Erinnerung.
[ 7 ] Nun, solange wir im Erdendasein leben, so lange halten wir dasjenige, was auftauchen kann aus den Tiefen der Seele in Form von Erinnerungsgedanken, für das Wesentliche an der Erinnerung. Es kommen die Gedanken an Erlebtes, sie gehen wieder; wir suchen sie. Wir halten das für das Wesen der Erinnerung.
[ 8 ] Wenn wir durch des Todes Pforte gehen, dann folgen auf das Erdendasein Tage, in denen wie in einer mächtigen Perspektive die Bilder des eben verflossenen Erdenlebens auftreten. Sie sind auf einmal da. Was vor vielen Jahren vergangen ist, ist gleichzeitig da mit dem, was vor ein paar Tagen vergangen ist. Wie das Räumliche nebeneinander ist und nur Raumesperspektive hat, so ist jetzt das Zeitliche unseres Erlebens nebeneinander und hat eben innere Zeitperspektive; aber es ist auf einmal da. Nur wird es in der kurzen Zeit, in der es da ist, immer schattenhafter und schattenhafter, immer abgeschwächter und abgeschwächter. Während wir im physischen Erdenleben in uns schauen, fühlen: da haben wir die Bilder des Erlebens als Erinnerungsbilder wie zusammengerollt in uns; jetzt werden diese Bilder größer, mächtiger. Wir fühlen, wie wenn die Bilder unserer Erinnerung von der Welt aufgenommen werden. Das, was nach dem Tode gewissermaßen erst ein eng Umgrenztes umschließt in diesem Erinnerungstableau, es wird immer größer, aber damit auch immer schattenhafter, bis wir es wie zu einem Weltall erweitert finden, aber schwach geworden, so daß wir kaum noch ahnen können, was wir erst deutlich gesehen haben. Wir ahnen es. Und dann verschwindet es in den Weiten; es ist nicht mehr da.
[ 8 ] Wenn wir durch des Todes Pforte gehen, dann folgen auf das Erdendasein Tage, in denen wie in einer mächtigen Perspektive die Bilder des eben verflossenen Erdenlebens auftreten. Sie sind auf einmal da. Was vor vielen Jahren vergangen ist, ist gleichzeitig da mit dem, was vor ein paar Tagen vergangen ist. Wie das Räumliche nebeneinander ist und nur Raumesperspektive hat, so ist jetzt das Zeitliche unseres Erlebens nebeneinander und hat eben innere Zeitperspektive; aber es ist auf einmal da. Nur wird es in der kurzen Zeit, in der es da ist, immer schattenhafter und schattenhafter, immer abgeschwächter und abgeschwächter. Während wir im physischen Erdenleben in uns schauen, fühlen: da haben wir die Bilder des Erlebens als Erinnerungsbilder wie zusammengerollt in uns; jetzt werden diese Bilder größer, mächtiger. Wir fühlen, wie wenn die Bilder unserer Erinnerung von der Welt aufgenommen werden. Das, was nach dem Tode gewissermaßen erst ein eng Umgrenztes umschließt in diesem Erinnerungstableau, es wird immer größer, aber damit auch immer schattenhafter, bis wir es wie zu einem Weltall erweitert finden, aber schwach geworden, so daß wir kaum noch ahnen können, was wir erst deutlich gesehen haben. Wir ahnen es. Und dann verschwindet es in den Weiten; es ist nicht mehr da.
[ 9 ] Das ist die zweite Form, die die Erinnerung annimmt, gewissermaßen die zweite Metamorphose unmittelbar in den Tagen nach dem Tode. Das ist diejenige Phase, von der wir sagen können, es fliegen uns unsere Erinnerungen fort in das Weltenall. Alles das, womit wir unser Dasein zwischen der Geburt und dem Tode so eng verbunden haben wie mit der Erinnerung, alles das weitet sich, wird groß, wird immer schattenhafter, verliert sich endlich in den Weiten des Weltenalls.
[ 9 ] Das ist die zweite Form, die die Erinnerung annimmt, gewissermaßen die zweite Metamorphose unmittelbar in den Tagen nach dem Tode. Das ist diejenige Phase, von der wir sagen können, es fliegen uns unsere Erinnerungen fort in das Weltenall. Alles das, womit wir unser Dasein zwischen der Geburt und dem Tode so eng verbunden haben wie mit der Erinnerung, alles das weitet sich, wird groß, wird immer schattenhafter, verliert sich endlich in den Weiten des Weltenalls.
[ 10 ] Es ist so, wie wenn wir dasjenige Ich, das wir eigentlich als unser Ich bezeichnet haben während des Erdenlebens, hinschwinden sehen würden in die Weiten des Weltenalls. Und das Ende der wenigen Tage, in denen wir solches erleben, ist dieses, daß wir uns gegenüber unseren enteilenden Erinnerungen sagen müssen: Wir werden selbst zerstreut, verweitet in das Weltenall, verweitet so weit in das Weltenall, daß wir den Augenblick erleben, wo wir eigentlich in dem, worin wir uns gefühlt haben zwischen Geburt und dem Tode, wie genommen uns fühlen von den Weiten des Weltenalls.
[ 10 ] Es ist so, wie wenn wir dasjenige Ich, das wir eigentlich als unser Ich bezeichnet haben während des Erdenlebens, hinschwinden sehen würden in die Weiten des Weltenalls. Und das Ende der wenigen Tage, in denen wir solches erleben, ist dieses, daß wir uns gegenüber unseren enteilenden Erinnerungen sagen müssen: Wir werden selbst zerstreut, verweitet in das Weltenall, verweitet so weit in das Weltenall, daß wir den Augenblick erleben, wo wir eigentlich in dem, worin wir uns gefühlt haben zwischen Geburt und dem Tode, wie genommen uns fühlen von den Weiten des Weltenalls.
[ 11 ] Nachdem wir gewissermaßen diese übersinnliche Betäubung durchgemacht haben, diese übersinnliche Ohnmacht, die uns das innere Bewußtsein des Erdendaseins in der Summe der Erinnerungsvorstellungen genommen hat, leben wir dann auf in der dritten Phase der Erinnerung. Und diese dritte Phase der Erinnerung lehrt uns: Ja, das, was wir während des Erdendaseins als unser Selbst mit Hilfe der Erinnerungen bezeichnet haben, das hat sich zerstreut in die Weiten des Weltenalls, das hat gewissermaßen vor uns selbst und für uns seine Nichtigkeit bewiesen. Und wären wir nur das, was in unseren Erinnerungen zwischen Geburt und Tod bewahrt werden konnte, wir wären ein Nichts nach wenigen Tagen nach unserem Tode.
[ 11 ] Nachdem wir gewissermaßen diese übersinnliche Betäubung durchgemacht haben, diese übersinnliche Ohnmacht, die uns das innere Bewußtsein des Erdendaseins in der Summe der Erinnerungsvorstellungen genommen hat, leben wir dann auf in der dritten Phase der Erinnerung. Und diese dritte Phase der Erinnerung lehrt uns: Ja, das, was wir während des Erdendaseins als unser Selbst mit Hilfe der Erinnerungen bezeichnet haben, das hat sich zerstreut in die Weiten des Weltenalls, das hat gewissermaßen vor uns selbst und für uns seine Nichtigkeit bewiesen. Und wären wir nur das, was in unseren Erinnerungen zwischen Geburt und Tod bewahrt werden konnte, wir wären ein Nichts nach wenigen Tagen nach unserem Tode.
[ 12 ] Da tauchen wir unter in etwas ganz anderes. Da werden wir gewahr: wir können unsere Erinnerungen nicht halten. Was in uns als unsere Erinnerungen vorhanden ist, wir können es nicht halten, die Welt nimmt es uns weg nach dem Tode.
[ 12 ] Da tauchen wir unter in etwas ganz anderes. Da werden wir gewahr: wir können unsere Erinnerungen nicht halten. Was in uns als unsere Erinnerungen vorhanden ist, wir können es nicht halten, die Welt nimmt es uns weg nach dem Tode.
[ 13 ] Aber hinter allen Erinnerungen, die wir gehegt haben während des Erdenlebens, sitzt ein Objektives. Das geistige Gegenstück von dem ich gestern gesprochen habe, es ist eingeschrieben in die Welt. Und wir tauchen jetzt unter in dieses geistige Gegenstück zu unseren Erinnerungen. Indem wir die Erlebnisse durchgemacht haben seit unserer Geburt bis zum Tode, haben wir mit diesem Menschen, mit jener Pflanze, mit jener Quelle, mit allem, woran wir herangetreten sind während des Lebens, dies und jenes erlebt. Nichts von alledem, was wir erlebt haben, bleibt in seinem geistigen Gegenstücke uneingeschrieben in die geistige Wirklichkeit, in der wir außer der physischen Wirklichkeit auch immer sind. Jeder Händedruck, den wir mit irgendeinem Menschen gewechselt haben, hat sein geistiges Gegenstück. Das ist eingeschrieben in die geistige Welt, das ist da. Nur während wir in den ersten Tagen nach dem Tode auf unser Leben hinschauen, haben wir die Bilder dieses Lebens vor uns. Sie decken uns gewissermaßen zu, was in die Welt selber durch unsere Taten, durch unsere Gedanken, durch unsere Gefühle eingeschrieben ist.
[ 13 ] Aber hinter allen Erinnerungen, die wir gehegt haben während des Erdenlebens, sitzt ein Objektives. Das geistige Gegenstück von dem ich gestern gesprochen habe, es ist eingeschrieben in die Welt. Und wir tauchen jetzt unter in dieses geistige Gegenstück zu unseren Erinnerungen. Indem wir die Erlebnisse durchgemacht haben seit unserer Geburt bis zum Tode, haben wir mit diesem Menschen, mit jener Pflanze, mit jener Quelle, mit allem, woran wir herangetreten sind während des Lebens, dies und jenes erlebt. Nichts von alledem, was wir erlebt haben, bleibt in seinem geistigen Gegenstücke uneingeschrieben in die geistige Wirklichkeit, in der wir außer der physischen Wirklichkeit auch immer sind. Jeder Händedruck, den wir mit irgendeinem Menschen gewechselt haben, hat sein geistiges Gegenstück. Das ist eingeschrieben in die geistige Welt, das ist da. Nur während wir in den ersten Tagen nach dem Tode auf unser Leben hinschauen, haben wir die Bilder dieses Lebens vor uns. Sie decken uns gewissermaßen zu, was in die Welt selber durch unsere Taten, durch unsere Gedanken, durch unsere Gefühle eingeschrieben ist.
[ 14 ] Wir sind in dem Augenblick, wo wir durch die Pforte des Todes eintreten in das, sagen wir andere Leben, wir sind in diesem Augenblicke erfüllt von dem, was sich uns in jenem Lebenstableau vorstellt, das eben Bilder enthält, Bilder, die perspektivisch bis zur Geburt und selbst über diese hinausgehen. Aber was sich da als Bilder aufstellt, das schwindet eben hinaus in die Weiten des Weltenalls. Und dann werden sichtbar die geistigen Gegenbilder all der Taten, die wir durchgemacht haben bis zur Geburt hin. Alles, was wir durchgemacht haben, an geistigen Gegenbildern wird es sichtbar, aber so, daß wir nun unmittelbar den Antrieb erhalten, den Weg wirklich zurückzumachen, durch alle diese Erlebnisse noch einmal zu gehen. Der Mensch weiß ja gewöhnlich, wenn er von Dornach nach Basel geht, daß er auch von Basel nach Dornach gehen kann, weil der Mensch hier in der physischen Welt eine entsprechende Raumesvorstellung hat. Der Mensch weiß aber in seinem gewöhnlichen Bewußtsein nicht, daß, wenn er von der Geburt bis zum Tode geht, er auch vom Tode bis zu der Geburt gehen kann. In genau derselben Weise, wie, wenn man in der physischen Welt von Dornach nach Basel geht, man auch von Basel nach Dornach zurückgehen kann, ebenso kann man, wie man während des physischen Erdenlebens von der Geburt bis zum Tode geht, nun von dem Tode bis zur Geburt gehen.
[ 14 ] Wir sind in dem Augenblick, wo wir durch die Pforte des Todes eintreten in das, sagen wir andere Leben, wir sind in diesem Augenblicke erfüllt von dem, was sich uns in jenem Lebenstableau vorstellt, das eben Bilder enthält, Bilder, die perspektivisch bis zur Geburt und selbst über diese hinausgehen. Aber was sich da als Bilder aufstellt, das schwindet eben hinaus in die Weiten des Weltenalls. Und dann werden sichtbar die geistigen Gegenbilder all der Taten, die wir durchgemacht haben bis zur Geburt hin. Alles, was wir durchgemacht haben, an geistigen Gegenbildern wird es sichtbar, aber so, daß wir nun unmittelbar den Antrieb erhalten, den Weg wirklich zurückzumachen, durch alle diese Erlebnisse noch einmal zu gehen. Der Mensch weiß ja gewöhnlich, wenn er von Dornach nach Basel geht, daß er auch von Basel nach Dornach gehen kann, weil der Mensch hier in der physischen Welt eine entsprechende Raumesvorstellung hat. Der Mensch weiß aber in seinem gewöhnlichen Bewußtsein nicht, daß, wenn er von der Geburt bis zum Tode geht, er auch vom Tode bis zu der Geburt gehen kann. In genau derselben Weise, wie, wenn man in der physischen Welt von Dornach nach Basel geht, man auch von Basel nach Dornach zurückgehen kann, ebenso kann man, wie man während des physischen Erdenlebens von der Geburt bis zum Tode geht, nun von dem Tode bis zur Geburt gehen.
[ 15 ] Und das tut man in der geistigen Welt, indem man rücklaufend die geistigen Gegenbilder all der Erlebnisse durchmacht, die man durchgemacht hat hier während des Erdenlebens. Man hat ein Erlebnis gehabt mit irgend etwas in dem außermenschlichen Naturreiche; sagen wir, man hat ein Erlebnis mit einem Baume gehabt. Man hat diesen Baum betrachtet, oder man hat ihn als Holzfäller umgehauen. Das alles hat ein geistiges Gegenbild. Vor allen Dingen, es gibt eine Bedeutung für das ganze Weltenall, für die geistige Welt, ob man einen Baum bloß betrachtet hat, ob man einen Baum umgehauen hat, ob man sonst irgend etwas mit ihm gemacht hat; dasjenige, was man mit dem physischen Baum erleben kann, man hat es im physischen Erdenleben erlebt; dasjenige, was dieses Erlebnis als geistiges Gegenbild hat, erlebt man jetzt zurücklaufend von dem Tode bis zu der Geburt.
[ 15 ] Und das tut man in der geistigen Welt, indem man rücklaufend die geistigen Gegenbilder all der Erlebnisse durchmacht, die man durchgemacht hat hier während des Erdenlebens. Man hat ein Erlebnis gehabt mit irgend etwas in dem außermenschlichen Naturreiche; sagen wir, man hat ein Erlebnis mit einem Baume gehabt. Man hat diesen Baum betrachtet, oder man hat ihn als Holzfäller umgehauen. Das alles hat ein geistiges Gegenbild. Vor allen Dingen, es gibt eine Bedeutung für das ganze Weltenall, für die geistige Welt, ob man einen Baum bloß betrachtet hat, ob man einen Baum umgehauen hat, ob man sonst irgend etwas mit ihm gemacht hat; dasjenige, was man mit dem physischen Baum erleben kann, man hat es im physischen Erdenleben erlebt; dasjenige, was dieses Erlebnis als geistiges Gegenbild hat, erlebt man jetzt zurücklaufend von dem Tode bis zu der Geburt.
[ 16 ] Hat man ein Erlebnis mit einem anderen Menschen gehabt, sagen wir, einem Menschen Schmerz zugefügt, so gibt es schon ein geistiges Gegenbild in der physischen Welt, nur ist es nicht unser Erlebnis; es ist der Schmerz, den der andere erlebt. Bei uns war vielleicht die Ursache dieses Schmerzes sogar ein gewisses Wohlgefühl aus dem heraus, daß wir ihm den Schmerz bereitet haben. Rache oder irgend etwas, das hat uns erfüllt. Indem wir jetzt das Leben zurücklaufen, machen wir nicht unser Erlebnis durch, sondern sein Erlebnis, das, was er durch unsere Tat erlebt hat. Das gehört auch zum geistigen Gegenbild und ist eingeschrieben in die geistige Welt. Kurz, der Mensch erlebt auf geistige Art noch einmal seine Erlebnisse, zurückgehend von dem Tode bis zu der Geburt.
[ 16 ] Hat man ein Erlebnis mit einem anderen Menschen gehabt, sagen wir, einem Menschen Schmerz zugefügt, so gibt es schon ein geistiges Gegenbild in der physischen Welt, nur ist es nicht unser Erlebnis; es ist der Schmerz, den der andere erlebt. Bei uns war vielleicht die Ursache dieses Schmerzes sogar ein gewisses Wohlgefühl aus dem heraus, daß wir ihm den Schmerz bereitet haben. Rache oder irgend etwas, das hat uns erfüllt. Indem wir jetzt das Leben zurücklaufen, machen wir nicht unser Erlebnis durch, sondern sein Erlebnis, das, was er durch unsere Tat erlebt hat. Das gehört auch zum geistigen Gegenbild und ist eingeschrieben in die geistige Welt. Kurz, der Mensch erlebt auf geistige Art noch einmal seine Erlebnisse, zurückgehend von dem Tode bis zu der Geburt.
[ 17 ] Dieses Erleben ist verbunden — wie ich schon gestern sagte — damit, daß wir fühlen an diesem Erleben, wie an ihm Wesenheiten teilnehmen, die zunächst übermenschlich sind. Indem wir uns durchringen durch diese geistigen Gegenbilder unserer Erlebnisse, ist es so, als ob fortwährend von oben herunterrieselten die Sympathien und Antipathien der geistigen Wesenheiten, die eben Sympathien und Antipathien mit unseren Taten, mit unseren Gedanken im rückläufigen Erleben haben. Und wir fühlen in diesem rückläufigen Erleben für jedes einzelne, was wir auf der Erde aus uns heraus vollbracht haben, sei es in Gedanken, sei es in Gefühlen, sei es in Willensimpulsen, sei es in Taten, wir erleben für jedes einzelne, wieviel wert es ist für das von dem Geistigen aus orientierte Dasein überhaupt. Wir erleben in bitterem Schmerze die Schädlichkeit irgendeiner Tat, die wir begangen haben. Wir erleben in brennendem Durste die Leidenschaften, die wir in unserer Seele gehabt haben. Wir erleben sie so lange in brennendem Durste, diese Leidenschaften, bis wir die Wertlosigkeit des Leidenschafthabens für die geistige Welt eben genügend erlebt haben und hinausgekommen sind über dieses Leidenschafthaben, wie es abhängt von der physischen Persönlichkeit der Erde.
[ 17 ] Dieses Erleben ist verbunden — wie ich schon gestern sagte — damit, daß wir fühlen an diesem Erleben, wie an ihm Wesenheiten teilnehmen, die zunächst übermenschlich sind. Indem wir uns durchringen durch diese geistigen Gegenbilder unserer Erlebnisse, ist es so, als ob fortwährend von oben herunterrieselten die Sympathien und Antipathien der geistigen Wesenheiten, die eben Sympathien und Antipathien mit unseren Taten, mit unseren Gedanken im rückläufigen Erleben haben. Und wir fühlen in diesem rückläufigen Erleben für jedes einzelne, was wir auf der Erde aus uns heraus vollbracht haben, sei es in Gedanken, sei es in Gefühlen, sei es in Willensimpulsen, sei es in Taten, wir erleben für jedes einzelne, wieviel wert es ist für das von dem Geistigen aus orientierte Dasein überhaupt. Wir erleben in bitterem Schmerze die Schädlichkeit irgendeiner Tat, die wir begangen haben. Wir erleben in brennendem Durste die Leidenschaften, die wir in unserer Seele gehabt haben. Wir erleben sie so lange in brennendem Durste, diese Leidenschaften, bis wir die Wertlosigkeit des Leidenschafthabens für die geistige Welt eben genügend erlebt haben und hinausgekommen sind über dieses Leidenschafthaben, wie es abhängt von der physischen Persönlichkeit der Erde.
[ 18 ] Indem dies betrachtet wird, mag ja sehr stark hervortreten, wie eigentlich die Grenze zwischen dem Seelischen und dem Physischen ist. Sehen Sie, der Mensch wird leicht so etwas wie Durst oder Hunger für etwas Physisches anschauen. Gewiß, weil Durst und Hunger gewisse physische Veränderungen im Organismus sind. Aber denken Sie sich nur einmal, dieselben physischen Veränderungen, die in einem menschlichen physischen Organismus sind, wenn er Durst hat, seien in irgendeinem Körper, der nicht beseelt ist. Dieselben Veränderungen können doch da sein, aber der nichtbeseelte Körper wird nicht Durst haben. Sie können als Chemiker untersuchen, welche Veränderungen in Ihnen sind, wenn Sie Durst haben. Bringen Sie dieselben Veränderungen irgendwie hervor in denselben Substanzen und in demselben Kräftezusammenhang in einem Körper, der nicht menschlich beseelt ist, er hat nicht Durst. Durst ist eben nicht etwas, was im physischen Leibe lebt, Durst ist etwas, was durch Veränderungen des physischen Leibes im Seelischen, im Astralischen lebt. Ebenso der Hunger. Und wenn jemand in seiner Seele einen großen Gefallen hat an irgend etwas, das ihm durch physische Verrichtungen befriedigt wird im physischen Leben, dann ist es so, wie wenn er hier im physischen Leben Durst hat: das Seelische empfindet Durst, brennenden Durst nach denjenigen Dingen, die sich der Mensch hier angewöhnt hat, durch physische Verrichtungen zu befriedigen. Denn die physischen Verrichtungen kann man nicht vornehmen, wenn man den physischen Leib abgelegt hat. Ein großer Teil des Lebens nach dem Tode während dieses Rückganges, den ich hier angedeutet habe, verläuft dadurch, daß der Mensch sich in seinem Geistig-Seelischen erst angewöhnen muß, ohne seinen physischen Leib zu leben. Er hat fortwährend brennenden Durst zunächst nach dem, was sich nur durch den physischen Leib befriedigen läßt. Geradeso wie sich das Kind gewöhnen muß, seine Organe zu gebrauchen, wie es sprechen lernen muß, so muß sich der Mensch in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt gewöhnen, nicht mehr seinen physischen Leib als die Grundlage seiner Seelenerlebnisse zu haben; er muß hineinwachsen in die geistige Welt.
[ 18 ] Indem dies betrachtet wird, mag ja sehr stark hervortreten, wie eigentlich die Grenze zwischen dem Seelischen und dem Physischen ist. Sehen Sie, der Mensch wird leicht so etwas wie Durst oder Hunger für etwas Physisches anschauen. Gewiß, weil Durst und Hunger gewisse physische Veränderungen im Organismus sind. Aber denken Sie sich nur einmal, dieselben physischen Veränderungen, die in einem menschlichen physischen Organismus sind, wenn er Durst hat, seien in irgendeinem Körper, der nicht beseelt ist. Dieselben Veränderungen können doch da sein, aber der nichtbeseelte Körper wird nicht Durst haben. Sie können als Chemiker untersuchen, welche Veränderungen in Ihnen sind, wenn Sie Durst haben. Bringen Sie dieselben Veränderungen irgendwie hervor in denselben Substanzen und in demselben Kräftezusammenhang in einem Körper, der nicht menschlich beseelt ist, er hat nicht Durst. Durst ist eben nicht etwas, was im physischen Leibe lebt, Durst ist etwas, was durch Veränderungen des physischen Leibes im Seelischen, im Astralischen lebt. Ebenso der Hunger. Und wenn jemand in seiner Seele einen großen Gefallen hat an irgend etwas, das ihm durch physische Verrichtungen befriedigt wird im physischen Leben, dann ist es so, wie wenn er hier im physischen Leben Durst hat: das Seelische empfindet Durst, brennenden Durst nach denjenigen Dingen, die sich der Mensch hier angewöhnt hat, durch physische Verrichtungen zu befriedigen. Denn die physischen Verrichtungen kann man nicht vornehmen, wenn man den physischen Leib abgelegt hat. Ein großer Teil des Lebens nach dem Tode während dieses Rückganges, den ich hier angedeutet habe, verläuft dadurch, daß der Mensch sich in seinem Geistig-Seelischen erst angewöhnen muß, ohne seinen physischen Leib zu leben. Er hat fortwährend brennenden Durst zunächst nach dem, was sich nur durch den physischen Leib befriedigen läßt. Geradeso wie sich das Kind gewöhnen muß, seine Organe zu gebrauchen, wie es sprechen lernen muß, so muß sich der Mensch in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt gewöhnen, nicht mehr seinen physischen Leib als die Grundlage seiner Seelenerlebnisse zu haben; er muß hineinwachsen in die geistige Welt.
[ 19 ] Es gibt Beschreibungen dieses Erlebens in dem dritten Teil der Zeit, die das physische Leben gedauert hat, es gibt Beschreibungen, die schildern dieses Erleben geradezu wie eine Hölle. Und wenn Sie Beschreibungen lesen, wie sie zum Beispiel in der Literatur der Theosophischen Gesellschaft von diesem Leben gegeben werden, das dort nach orientalischem Gebrauche Kamaloka genannt wird, wenn Sie solche Beschreibungen lesen, so bekommen Sie ganz sicher eine Gänsehaut. Nun, so sind die Dinge nicht. Sie sind schon so, daß, wenn man sie unmittelbar mit dem Erdenleben vergleicht, sie so erscheinen können, weil sie etwas ganz Ungewöhnliches sind, weil man sich eben sofort hineinfinden muß in die geistigen Gegenbilder und Gegenwerte dessen, was man auf Erden durchgemacht hat: so daß alles, was man auf Erden als Wohlleben durchgemacht hat, dort Entbehrung ist, bittere Entbehrung ist, und eigentlich nur dasjenige etwas Befriedigendes hat, was man auf der Erde als Unbefriedigendes oder als Schmerzhaftes, als Leidvolles durchgemacht hat. In vieler Beziehung, mit dem Erdenleben verglichen, hat das schon, was da durchgemacht wird, etwas Gruseliges; aber man kann es eben nicht unmittelbar mit dem Erdenleben vergleichen, weil man es ja nicht im Erdenleben erlebt, sondern eben nach dem Erdenleben, und weil man nach dem Erdenleben nicht mit den Erdenbegriffen urteilt.
[ 19 ] Es gibt Beschreibungen dieses Erlebens in dem dritten Teil der Zeit, die das physische Leben gedauert hat, es gibt Beschreibungen, die schildern dieses Erleben geradezu wie eine Hölle. Und wenn Sie Beschreibungen lesen, wie sie zum Beispiel in der Literatur der Theosophischen Gesellschaft von diesem Leben gegeben werden, das dort nach orientalischem Gebrauche Kamaloka genannt wird, wenn Sie solche Beschreibungen lesen, so bekommen Sie ganz sicher eine Gänsehaut. Nun, so sind die Dinge nicht. Sie sind schon so, daß, wenn man sie unmittelbar mit dem Erdenleben vergleicht, sie so erscheinen können, weil sie etwas ganz Ungewöhnliches sind, weil man sich eben sofort hineinfinden muß in die geistigen Gegenbilder und Gegenwerte dessen, was man auf Erden durchgemacht hat: so daß alles, was man auf Erden als Wohlleben durchgemacht hat, dort Entbehrung ist, bittere Entbehrung ist, und eigentlich nur dasjenige etwas Befriedigendes hat, was man auf der Erde als Unbefriedigendes oder als Schmerzhaftes, als Leidvolles durchgemacht hat. In vieler Beziehung, mit dem Erdenleben verglichen, hat das schon, was da durchgemacht wird, etwas Gruseliges; aber man kann es eben nicht unmittelbar mit dem Erdenleben vergleichen, weil man es ja nicht im Erdenleben erlebt, sondern eben nach dem Erdenleben, und weil man nach dem Erdenleben nicht mit den Erdenbegriffen urteilt.
[ 20 ] Wenn Sie also zum Beispiel dadurch, daß Sie einem anderen Menschen Schmerzen zugefügt haben, die Schmerzen dieses anderen Menschen erleben, so sagen Sie sich zugleich — ich muß das so ausdrücken —, in diesem Erleben nach dem Tode sagen Sie sich: Wenn ich diesen Schmerz nicht erleben würde, bliebe ich eine unvollkommene Menschenseele, denn das müßte fortwährend von mir etwas wegnehmen, was ich da als einen Schaden im Weltenall angerichtet habe. Ich werde nur ein ganzer Mensch, wenn ich den Ausgleich erlebe.
[ 20 ] Wenn Sie also zum Beispiel dadurch, daß Sie einem anderen Menschen Schmerzen zugefügt haben, die Schmerzen dieses anderen Menschen erleben, so sagen Sie sich zugleich — ich muß das so ausdrücken —, in diesem Erleben nach dem Tode sagen Sie sich: Wenn ich diesen Schmerz nicht erleben würde, bliebe ich eine unvollkommene Menschenseele, denn das müßte fortwährend von mir etwas wegnehmen, was ich da als einen Schaden im Weltenall angerichtet habe. Ich werde nur ein ganzer Mensch, wenn ich den Ausgleich erlebe.
[ 21 ] Je nach der inneren Seelenverfassung kann es sein, daß man sich schwer durchringt zu dem Urteil, zu dem Post-mortem-Urteil, zu dem Urteil nach dem Tode, daß es eigentlich eine Wohltat ist, ein Schmerzhaftes zu empfinden für die Zufügung eines Schmerzes an jemand anderen. Es kann schwer sein, sich zu diesem Urteil durchzuringen; aber eine gewisse Seelenverfassung gibt es, die es leichter macht, und das wird eben diejenige sein, die schon hier im Erdenleben etwas kennenlernt über dieses übersinnliche Leben. Es gibt eine Seelenverfassung, die empfindet das, was da als leidvoller Ausgleich für manches im Erdenleben durchgemacht wird, sogar als Beseligung, weil man durch diesen leidvollen Ausgleich eben vorwärtskommt in der Vollkommenheit seines Menschtums. Man würde sonst zurückbleiben in der Vollkommenheit seines Menschtums. Wenn Sie einem anderen Leid zugefügt haben, sind Sie ja weniger wert, als Sie waren, bevor Sie ihm dieses Leid zugefügt haben. Und wenn Sie vernünftig urteilen, so werden Sie sagen: Ich bin für das Weltenall eine schlechtere Menschenseele, nachdem ich einem anderen Leid zugefügt habe, als bevor ich es ihm zugefügt habe. Ich war mehr wert, bevor ich ihm das Leid zugefügt habe. Und Sie werden es als eine Wohltat empfinden, wenn Sie nach dem Tode den Ausgleich finden können dadurch, daß Sie dieses Leid nun auch wiederum erfahren.
[ 21 ] Je nach der inneren Seelenverfassung kann es sein, daß man sich schwer durchringt zu dem Urteil, zu dem Post-mortem-Urteil, zu dem Urteil nach dem Tode, daß es eigentlich eine Wohltat ist, ein Schmerzhaftes zu empfinden für die Zufügung eines Schmerzes an jemand anderen. Es kann schwer sein, sich zu diesem Urteil durchzuringen; aber eine gewisse Seelenverfassung gibt es, die es leichter macht, und das wird eben diejenige sein, die schon hier im Erdenleben etwas kennenlernt über dieses übersinnliche Leben. Es gibt eine Seelenverfassung, die empfindet das, was da als leidvoller Ausgleich für manches im Erdenleben durchgemacht wird, sogar als Beseligung, weil man durch diesen leidvollen Ausgleich eben vorwärtskommt in der Vollkommenheit seines Menschtums. Man würde sonst zurückbleiben in der Vollkommenheit seines Menschtums. Wenn Sie einem anderen Leid zugefügt haben, sind Sie ja weniger wert, als Sie waren, bevor Sie ihm dieses Leid zugefügt haben. Und wenn Sie vernünftig urteilen, so werden Sie sagen: Ich bin für das Weltenall eine schlechtere Menschenseele, nachdem ich einem anderen Leid zugefügt habe, als bevor ich es ihm zugefügt habe. Ich war mehr wert, bevor ich ihm das Leid zugefügt habe. Und Sie werden es als eine Wohltat empfinden, wenn Sie nach dem Tode den Ausgleich finden können dadurch, daß Sie dieses Leid nun auch wiederum erfahren.
[ 22 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, das ist die dritte Phase desjenigen, was als Erinnerung in uns lebt. Erstens wird uns das einige Tage nach dem Tode hindurch zu Bildern verdichtet zunächst, aber dann hinauszerstreut in das Weltenall, was wir in uns getragen haben an Erinnerungen. Unser inneres Leben in der Gedankenform geht zurück zum Weltenall. Aber in der Welt selber ist eingeschrieben auf geistige Art, was wir durchlebt haben. Und indem wir verloren haben, was wir während des Erdenlebens an Erinnerungen in uns eingesperrt gehalten haben, indem dieses Eingesperrte die Weiten gesucht hat, gibt es uns die Welt aus ihren Einschreibungen, aus dem Objektiven wieder zurück.
[ 22 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, das ist die dritte Phase desjenigen, was als Erinnerung in uns lebt. Erstens wird uns das einige Tage nach dem Tode hindurch zu Bildern verdichtet zunächst, aber dann hinauszerstreut in das Weltenall, was wir in uns getragen haben an Erinnerungen. Unser inneres Leben in der Gedankenform geht zurück zum Weltenall. Aber in der Welt selber ist eingeschrieben auf geistige Art, was wir durchlebt haben. Und indem wir verloren haben, was wir während des Erdenlebens an Erinnerungen in uns eingesperrt gehalten haben, indem dieses Eingesperrte die Weiten gesucht hat, gibt es uns die Welt aus ihren Einschreibungen, aus dem Objektiven wieder zurück.
[ 23 ] Es gibt kaum einen stärkeren Beweis für das Verbundensein des Menschen mit der Welt, als den, der auftritt nach dem Tode dadurch, daß wir uns erst in bezug auf unser Innenleben genommen werden, um uns wieder gegeben zu werden aus der Welt. Und man empfindet das selbst den leidvollen Ereignissen gegenüber nach dem Tode als etwas, was zum Menschtum in seiner Ganzheit eigentlich gehört. Man kann schon sagen, man hat die Empfindung: Dasjenige, was man als ein Innerliches gehabt hat während des Erdenlebens, das nimmt die Welt an sich. Und das, was man in die Welt hineingeprägt hat, das gibt sich uns wieder. Gerade das, was man nicht beachtet hat, an dem man vorbeigegangen ist, was man aber mit deutlichen Strichen hineingetragen hat in das geistige Dasein, das gibt einem das eigene Selbst wiederum zurück. Und man gelangt dann im rückläufigen Lebenslaufe durch die Geburt hinaus in die Weiten des geistigen Daseins.
[ 23 ] Es gibt kaum einen stärkeren Beweis für das Verbundensein des Menschen mit der Welt, als den, der auftritt nach dem Tode dadurch, daß wir uns erst in bezug auf unser Innenleben genommen werden, um uns wieder gegeben zu werden aus der Welt. Und man empfindet das selbst den leidvollen Ereignissen gegenüber nach dem Tode als etwas, was zum Menschtum in seiner Ganzheit eigentlich gehört. Man kann schon sagen, man hat die Empfindung: Dasjenige, was man als ein Innerliches gehabt hat während des Erdenlebens, das nimmt die Welt an sich. Und das, was man in die Welt hineingeprägt hat, das gibt sich uns wieder. Gerade das, was man nicht beachtet hat, an dem man vorbeigegangen ist, was man aber mit deutlichen Strichen hineingetragen hat in das geistige Dasein, das gibt einem das eigene Selbst wiederum zurück. Und man gelangt dann im rückläufigen Lebenslaufe durch die Geburt hinaus in die Weiten des geistigen Daseins.
[ 24 ] Dieses, daß wir das durchgemacht haben, gibt uns nun eigentlich erst jenes Dasein, durch das wir in der geistigen Welt sein können. Wir treten durch alles das, was wir durchgemacht haben, eben erst in die geistige Welt ein. Und die Erinnerungsfähigkeit nimmt die vierte Metamorphose an. Wir fühlen jetzt, daß eigentlich während des Erdenlebens hinter der gewöhnlichen Erinnerung überall etwas gelebt hat in uns; aber was da gelebt hat, das kam nicht zu unserem Bewußtsein. Es hat sich eingeschrieben in die Welt; jetzt werden wir es selbst. Unser Erdenleben haben wir in seiner geistigen Bedeutung aufgenommen; wir werden diese geistige Bedeutung selbst. Wir stehen jetzt, nachdem wir durch die Geburt zurücklaufend in die geistige Welt hineingekommen sind, in einer sehr eigenartigen Weise vor der geistigen Welt. Wir stehen gewissermaßen selber in unserem geistigen Gegenwert vor der Welt. Indem wir da durchgegangen sind und erlebt haben das Leid, das wir einem anderen zugefügt haben; indem wir erlebt haben den geistigen Gegenwert eines Erlebnisses mit einem Baum, sagen wir, war es ja Erlebnis, aber es ist noch nicht Selbsterlebnis gewesen. Es läßt sich wirklich gut vergleichen mit der embryonalen Daseinsweise eines Menschen, bevor er geboren wird. Da ist alles das, was er erlebt, noch nicht ins Selbstbewußtsein erwacht, noch nicht einmal die ersten Jahre seines physischen Erdenlebens hindurch. Es erwacht allmählich erst das Selbstbewußtsein.
[ 24 ] Dieses, daß wir das durchgemacht haben, gibt uns nun eigentlich erst jenes Dasein, durch das wir in der geistigen Welt sein können. Wir treten durch alles das, was wir durchgemacht haben, eben erst in die geistige Welt ein. Und die Erinnerungsfähigkeit nimmt die vierte Metamorphose an. Wir fühlen jetzt, daß eigentlich während des Erdenlebens hinter der gewöhnlichen Erinnerung überall etwas gelebt hat in uns; aber was da gelebt hat, das kam nicht zu unserem Bewußtsein. Es hat sich eingeschrieben in die Welt; jetzt werden wir es selbst. Unser Erdenleben haben wir in seiner geistigen Bedeutung aufgenommen; wir werden diese geistige Bedeutung selbst. Wir stehen jetzt, nachdem wir durch die Geburt zurücklaufend in die geistige Welt hineingekommen sind, in einer sehr eigenartigen Weise vor der geistigen Welt. Wir stehen gewissermaßen selber in unserem geistigen Gegenwert vor der Welt. Indem wir da durchgegangen sind und erlebt haben das Leid, das wir einem anderen zugefügt haben; indem wir erlebt haben den geistigen Gegenwert eines Erlebnisses mit einem Baum, sagen wir, war es ja Erlebnis, aber es ist noch nicht Selbsterlebnis gewesen. Es läßt sich wirklich gut vergleichen mit der embryonalen Daseinsweise eines Menschen, bevor er geboren wird. Da ist alles das, was er erlebt, noch nicht ins Selbstbewußtsein erwacht, noch nicht einmal die ersten Jahre seines physischen Erdenlebens hindurch. Es erwacht allmählich erst das Selbstbewußtsein.
[ 25 ] So wird all das, was wir rückläufig erleben, erst nach und nach, indem wir da hineinkommen in die Welt, unser Selbst, unser geistiges Selbstbewußtsein, und wir sind jetzt das, was wir erlebt haben. Wir sind unser eigener geistiger Gegenwert. Und mit diesem Dasein, das wirklich die andere Seite unseres Erdendaseins darstellt, treten wir in jene Welt ein, in der von den gewöhnlichen Reichen der äußeren Natur, vom mineralischen, vom pflanzlichen, vom tierischen Reich rein nichts da ist — das sind Dinge, die dem Erdendasein angehören —, in der aber sogleich auftreten erstens jene Seelen, die vor uns dahingegangen sind und mit denen wir in irgendeiner Beziehung gestanden haben, und die Individualitäten höherer geistiger Wesenheiten.
[ 25 ] So wird all das, was wir rückläufig erleben, erst nach und nach, indem wir da hineinkommen in die Welt, unser Selbst, unser geistiges Selbstbewußtsein, und wir sind jetzt das, was wir erlebt haben. Wir sind unser eigener geistiger Gegenwert. Und mit diesem Dasein, das wirklich die andere Seite unseres Erdendaseins darstellt, treten wir in jene Welt ein, in der von den gewöhnlichen Reichen der äußeren Natur, vom mineralischen, vom pflanzlichen, vom tierischen Reich rein nichts da ist — das sind Dinge, die dem Erdendasein angehören —, in der aber sogleich auftreten erstens jene Seelen, die vor uns dahingegangen sind und mit denen wir in irgendeiner Beziehung gestanden haben, und die Individualitäten höherer geistiger Wesenheiten.
[ 26 ] Wir leben als Geist unter Menschengeistern und unter anderen Geistern, und diese Umgebung geistiger Individualitäten ist jetzt unsere Welt, und die Beziehung dieser geistigen Individualitäten, seien sie andere Menschen, seien sie Wesenheiten, die nicht zur Menschheit gehören, die Beziehung dieser Wesenheiten zu uns selber, in die wir eintreten in unserem geistigen Dasein in der geistigen Welt, diese Beziehung ist jetzt unsere Erfahrung, unser Erleben. Wie wir hier auf der Erde mit den Wesen der äußeren Naturreiche unser Erleben haben, haben wir jetzt das Erleben mit geistigen Wesenheiten, geistigen Wesenheiten verschiedener Stufen. Und was ganz besonders bedeutsam ist, das ist nun dieses: Während unseres Durchganges durch das Leben zwischen dem Tode und der Geburt, während dieses rückläufigen Lebens haben wir empfunden die Sympathien und Antipathien, die — wie ich gestern vergleichsweise gesagt habe — wie ein Regen, wie ein seelischer Regen diese Erlebnisse durchrieseln. Jetzt werden wir geistig ansichtig der Wesenheiten, von denen wir vorher nur die Sympathien und Antipathien wahrgenommen haben, während wir durchlebt haben die geistige Gegenseite unseres Erdenlebens; jetzt leben wir unter ihnen, nachdem wir in der geistigen Welt angekommen sind. Und jetzt fühlen wir nach und nach etwas wie ein innerliches Erfülltwerden mit Kraft, mit Impulsen, die von diesen geistigen Wesenheiten, die um uns sind, ausgehen. Es wird alles, was wir vorher durchgemacht haben, dadurch realer, daß unser Selbst für uns auf geistige Art realer wird. Wir fühlen uns nach und nach gewissermaßen im Licht oder Schatten dieser geistigen Wesenheiten stehend, in die wir uns einleben. Vorher fühlten wir irgend etwas dadurch, daß wir uns durch den geistigen Gegenwert durchlebten: es ist wertvoll oder schädlich im Weltenall. Jetzt fühlen wir: da gibt es etwas, was wir im Erdenleben vollführt haben in Gedanken oder in Werken, was seinen geistigen Gegenwert hat, was eingeschrieben ist in das geistige Weltenall. Die Wesen, denen wir gegenübertreten, können entweder etwas anfangen damit oder nicht. Es liegt in der Richtung ihrer Entwickelung oder der Entwickelung, die sie anstreben, oder es liegt nicht in dieser Entwickelung. Wir fühlen uns durchaus hingestellt vor die Wesenheiten der geistigen Welt, indem wir uns sagen: wir haben in ihrem Sinne gehandelt, oder wir haben gegen ihren Sinn gehandelt. Wir haben etwas hinzugetan zu dem, was sie für die Entwickelung der Welt wollten, oder wir haben etwas weggetan von dem, was sie für die Entwickelung der Welt wollten.
[ 26 ] Wir leben als Geist unter Menschengeistern und unter anderen Geistern, und diese Umgebung geistiger Individualitäten ist jetzt unsere Welt, und die Beziehung dieser geistigen Individualitäten, seien sie andere Menschen, seien sie Wesenheiten, die nicht zur Menschheit gehören, die Beziehung dieser Wesenheiten zu uns selber, in die wir eintreten in unserem geistigen Dasein in der geistigen Welt, diese Beziehung ist jetzt unsere Erfahrung, unser Erleben. Wie wir hier auf der Erde mit den Wesen der äußeren Naturreiche unser Erleben haben, haben wir jetzt das Erleben mit geistigen Wesenheiten, geistigen Wesenheiten verschiedener Stufen. Und was ganz besonders bedeutsam ist, das ist nun dieses: Während unseres Durchganges durch das Leben zwischen dem Tode und der Geburt, während dieses rückläufigen Lebens haben wir empfunden die Sympathien und Antipathien, die — wie ich gestern vergleichsweise gesagt habe — wie ein Regen, wie ein seelischer Regen diese Erlebnisse durchrieseln. Jetzt werden wir geistig ansichtig der Wesenheiten, von denen wir vorher nur die Sympathien und Antipathien wahrgenommen haben, während wir durchlebt haben die geistige Gegenseite unseres Erdenlebens; jetzt leben wir unter ihnen, nachdem wir in der geistigen Welt angekommen sind. Und jetzt fühlen wir nach und nach etwas wie ein innerliches Erfülltwerden mit Kraft, mit Impulsen, die von diesen geistigen Wesenheiten, die um uns sind, ausgehen. Es wird alles, was wir vorher durchgemacht haben, dadurch realer, daß unser Selbst für uns auf geistige Art realer wird. Wir fühlen uns nach und nach gewissermaßen im Licht oder Schatten dieser geistigen Wesenheiten stehend, in die wir uns einleben. Vorher fühlten wir irgend etwas dadurch, daß wir uns durch den geistigen Gegenwert durchlebten: es ist wertvoll oder schädlich im Weltenall. Jetzt fühlen wir: da gibt es etwas, was wir im Erdenleben vollführt haben in Gedanken oder in Werken, was seinen geistigen Gegenwert hat, was eingeschrieben ist in das geistige Weltenall. Die Wesen, denen wir gegenübertreten, können entweder etwas anfangen damit oder nicht. Es liegt in der Richtung ihrer Entwickelung oder der Entwickelung, die sie anstreben, oder es liegt nicht in dieser Entwickelung. Wir fühlen uns durchaus hingestellt vor die Wesenheiten der geistigen Welt, indem wir uns sagen: wir haben in ihrem Sinne gehandelt, oder wir haben gegen ihren Sinn gehandelt. Wir haben etwas hinzugetan zu dem, was sie für die Entwickelung der Welt wollten, oder wir haben etwas weggetan von dem, was sie für die Entwickelung der Welt wollten.
[ 27 ] Wir fühlen uns vor allen Dingen nicht bloß ideell beurteilt, wir fühlen uns real abgeschätzt, und dieses Abschätzen ist selber die Realität unseres Daseins, wenn wir da hinauskommen in die geistige Welt nach dem Tode.
[ 27 ] Wir fühlen uns vor allen Dingen nicht bloß ideell beurteilt, wir fühlen uns real abgeschätzt, und dieses Abschätzen ist selber die Realität unseres Daseins, wenn wir da hinauskommen in die geistige Welt nach dem Tode.
[ 28 ] Wenn wir hier als Mensch in der physischen Welt stehen, und wir haben irgend etwas Schlimmes getan, nun, wenn wir das Gewissen und die Vernunft dazu haben, verurteilen wir es selber, oder es verurteilt es das Gesetz, es verurteilt es der Richter, es verurteilen es die anderen Menschen, indem sie uns verachten. Aber wir werden von diesen Urteilen nicht mager, wenigstens nicht erheblich, nur wenn wir als Menschen ganz besonders geartet sind; wir werden meist erst von den Folgen des Urteils mager. Doch wenn wir eintreten in die Welt der geistigen Wesenheiten, dann ist nicht bloß ein ideelles Urteil da: wir sind wenig wert, sondern da fühlen wir den Blick der geistigen Wesen auf uns ruhen in bezug auf eine Wertlosigkeit, eine Schändlichkeit von uns, so wie wenn uns dieser Blick auslöschen würde in unserem Dasein. Für alles das, was wir Wertvolles verrichtet haben, trifft uns der Blick so, als ob wir dadurch erst unsere Realität als wirkliches geistig-seelisches Wesen gewinnen würden. Unsere Realität hängt von unserer Wertigkeit ab. Es ist, wie wenn Finsternis unser Dasein uns entzöge, wenn wir die Entwickelung, die beabsichtigt ist in der geistigen Welt, aufgehalten haben. Es ist, wie wenn Licht uns in frisches geistiges Dasein riefe, wenn wir etwas verrichtet haben, was jetzt nachwirkt, das im Sinne der Entwickelung der geistigen Welt liegt.
[ 28 ] Wenn wir hier als Mensch in der physischen Welt stehen, und wir haben irgend etwas Schlimmes getan, nun, wenn wir das Gewissen und die Vernunft dazu haben, verurteilen wir es selber, oder es verurteilt es das Gesetz, es verurteilt es der Richter, es verurteilen es die anderen Menschen, indem sie uns verachten. Aber wir werden von diesen Urteilen nicht mager, wenigstens nicht erheblich, nur wenn wir als Menschen ganz besonders geartet sind; wir werden meist erst von den Folgen des Urteils mager. Doch wenn wir eintreten in die Welt der geistigen Wesenheiten, dann ist nicht bloß ein ideelles Urteil da: wir sind wenig wert, sondern da fühlen wir den Blick der geistigen Wesen auf uns ruhen in bezug auf eine Wertlosigkeit, eine Schändlichkeit von uns, so wie wenn uns dieser Blick auslöschen würde in unserem Dasein. Für alles das, was wir Wertvolles verrichtet haben, trifft uns der Blick so, als ob wir dadurch erst unsere Realität als wirkliches geistig-seelisches Wesen gewinnen würden. Unsere Realität hängt von unserer Wertigkeit ab. Es ist, wie wenn Finsternis unser Dasein uns entzöge, wenn wir die Entwickelung, die beabsichtigt ist in der geistigen Welt, aufgehalten haben. Es ist, wie wenn Licht uns in frisches geistiges Dasein riefe, wenn wir etwas verrichtet haben, was jetzt nachwirkt, das im Sinne der Entwickelung der geistigen Welt liegt.
[ 29 ] Wir machen all das durch, was ich beschrieben habe, treten ein in die Welt der geistigen Wesenheiten. Das erhöht in der geistigen Welt unser Bewußtsein. Es hält uns in der geistigen Welt wach. Und wir sagen uns durch das, was wir da erleben als Forderungen: Wir haben im Weltenall mit Bezug auf unsere eigene Realität etwas gewonnen.
[ 29 ] Wir machen all das durch, was ich beschrieben habe, treten ein in die Welt der geistigen Wesenheiten. Das erhöht in der geistigen Welt unser Bewußtsein. Es hält uns in der geistigen Welt wach. Und wir sagen uns durch das, was wir da erleben als Forderungen: Wir haben im Weltenall mit Bezug auf unsere eigene Realität etwas gewonnen.
[ 30 ] Nehmen wir an, wir haben irgend etwas getan, was die Entwickelung der Welt aufhält, was nur die Antipathie der geistigen Wesenheiten, in deren Bereich wir eintreten, erregen kann, wir fühlen, indem die Nachwirkung in der Art vor sich geht, wie ich es beschrieben habe: da verdunkelt sich unser Bewußtsein; es tritt eine Betäubung ein, zuweilen bis zum völligen Auslöschen. Wir müssen heraus aus diesem Zustande; wir müssen wieder erwachen. Und wenn wir erwachen, dann fühlen wir unserem geistigen Dasein gegenüber in einer viel realeren Art noch so — und hier in der physischen Welt ist das schon real genug —, wie wenn in unser Fleisch geschnitten würde in der physischen Welt: so fühlen wir unserem geistigen Dasein gegenüber. Kurz, was wir sind in der geistigen Welt, das erweist sich als die Folge dessen, was wir als Ursache selber gestiftet haben. Und Sie sehen daraus, daß genügend Veranlassung ist für den Menschen, wiederum zurückzukehren zum Erdendasein.
[ 30 ] Nehmen wir an, wir haben irgend etwas getan, was die Entwickelung der Welt aufhält, was nur die Antipathie der geistigen Wesenheiten, in deren Bereich wir eintreten, erregen kann, wir fühlen, indem die Nachwirkung in der Art vor sich geht, wie ich es beschrieben habe: da verdunkelt sich unser Bewußtsein; es tritt eine Betäubung ein, zuweilen bis zum völligen Auslöschen. Wir müssen heraus aus diesem Zustande; wir müssen wieder erwachen. Und wenn wir erwachen, dann fühlen wir unserem geistigen Dasein gegenüber in einer viel realeren Art noch so — und hier in der physischen Welt ist das schon real genug —, wie wenn in unser Fleisch geschnitten würde in der physischen Welt: so fühlen wir unserem geistigen Dasein gegenüber. Kurz, was wir sind in der geistigen Welt, das erweist sich als die Folge dessen, was wir als Ursache selber gestiftet haben. Und Sie sehen daraus, daß genügend Veranlassung ist für den Menschen, wiederum zurückzukehren zum Erdendasein.
[ 31 ] Zurückzukehren, warum? Nun, der Mensch hat für sich an dem, was in der geistigen Welt eingeschrieben ist, jetzt dasjenige erlebt, was er in gutem oder schlechtem Sinne im Erdendasein verrichtet hat. Aber tatsächlich ausgleichen kann er ja das, was er im Grunde genommen doch nur durch dieses Erleben kennengelernt hat, nur, wenn er wiederum ins Erdendasein zurückkehrt. Und wirklich, wenn der Mensch — es ist natürlich nur ein vergleichsweiser Ausdruck — an den Gesichtern der geistigen Wesen wahrnimmt, was er für die Welt wert ist, dann bekommt er durch diese Wahrnehmung den genügenden Antrieb, in die physische Welt wiederum zurückzukehren, nachdem er dazu fähig geworden sein wird, um in anderer Weise das Leben zu durchleben, als er es eben durchlebt hat. Nur bleiben ihm manche Unfähigkeiten, es zu durchleben, und erst nach mannigfaltigen Erdenleben kann dieser Ausgleich in Wirklichkeit eintreten.
[ 31 ] Zurückzukehren, warum? Nun, der Mensch hat für sich an dem, was in der geistigen Welt eingeschrieben ist, jetzt dasjenige erlebt, was er in gutem oder schlechtem Sinne im Erdendasein verrichtet hat. Aber tatsächlich ausgleichen kann er ja das, was er im Grunde genommen doch nur durch dieses Erleben kennengelernt hat, nur, wenn er wiederum ins Erdendasein zurückkehrt. Und wirklich, wenn der Mensch — es ist natürlich nur ein vergleichsweiser Ausdruck — an den Gesichtern der geistigen Wesen wahrnimmt, was er für die Welt wert ist, dann bekommt er durch diese Wahrnehmung den genügenden Antrieb, in die physische Welt wiederum zurückzukehren, nachdem er dazu fähig geworden sein wird, um in anderer Weise das Leben zu durchleben, als er es eben durchlebt hat. Nur bleiben ihm manche Unfähigkeiten, es zu durchleben, und erst nach mannigfaltigen Erdenleben kann dieser Ausgleich in Wirklichkeit eintreten.
[ 32 ] Schauen wir während des Erdenlebens in uns selber hinein, so treffen wir zunächst auf die Erinnerungen, auf jene Erinnerungen, aus denen wir unser Seelendasein, wenn wir uns von der äußeren Welt abschließen, zunächst aufbauen, jene Erinnerungen, aus denen heraus selbst noch die schöpferische, die künstlerische Phantasie nur schafft. Das ist die erste Form der Erinnerung. Hinter dieser Erinnerung sitzen jene mächtigen Bilder, die unmittelbar nachdem wir durch die Pforte des Todes getreten sind, uns anschaulich werden. Sie werden uns genommen. Sie gehen in die Weiten des Weltenalls hinaus. Wir können uns sagen, wenn wir zurückblicken auf unsere Erinnerungsvorstellungen: Hinter ihnen sitzt das, was sofort, wenn unser Leib von uns weggenommen ist, den Weg in die Weltenweiten hinaus macht. Wir halten es durch unseren Leib zusammen, was eigentlich ideell im Weltenall werden will. Aber während wir durch das Leben gewandelt sind, während von allem uns die Erinnerungen bleiben, haben wir in der Welt etwas zurückgelassen, was nun weiter hinter den Erinnerungen ist, nur eben in der Zeitenfolge. Wir müssen es rücklaufend wieder erleben. Das sitzt als drittes Gebilde hinter der Erinnerung. Zunächst haben wir es mit dem Erinnerungsteppich zu tun; dahinter das, was wir wie ein mächtiges Weltenallbild zusammengerollt haben, denn dasjenige sitzt dahinter, was in die Welt eingeschrieben ist. Und haben wir dieses durchlebt, so sitzen wir erst selber dahinter: geistesnackt vor dem geistigen Weltenall und dieses uns mit seinen Bekleidungen anziehend, wenn wir in dasselbe nun eintreten.
[ 32 ] Schauen wir während des Erdenlebens in uns selber hinein, so treffen wir zunächst auf die Erinnerungen, auf jene Erinnerungen, aus denen wir unser Seelendasein, wenn wir uns von der äußeren Welt abschließen, zunächst aufbauen, jene Erinnerungen, aus denen heraus selbst noch die schöpferische, die künstlerische Phantasie nur schafft. Das ist die erste Form der Erinnerung. Hinter dieser Erinnerung sitzen jene mächtigen Bilder, die unmittelbar nachdem wir durch die Pforte des Todes getreten sind, uns anschaulich werden. Sie werden uns genommen. Sie gehen in die Weiten des Weltenalls hinaus. Wir können uns sagen, wenn wir zurückblicken auf unsere Erinnerungsvorstellungen: Hinter ihnen sitzt das, was sofort, wenn unser Leib von uns weggenommen ist, den Weg in die Weltenweiten hinaus macht. Wir halten es durch unseren Leib zusammen, was eigentlich ideell im Weltenall werden will. Aber während wir durch das Leben gewandelt sind, während von allem uns die Erinnerungen bleiben, haben wir in der Welt etwas zurückgelassen, was nun weiter hinter den Erinnerungen ist, nur eben in der Zeitenfolge. Wir müssen es rücklaufend wieder erleben. Das sitzt als drittes Gebilde hinter der Erinnerung. Zunächst haben wir es mit dem Erinnerungsteppich zu tun; dahinter das, was wir wie ein mächtiges Weltenallbild zusammengerollt haben, denn dasjenige sitzt dahinter, was in die Welt eingeschrieben ist. Und haben wir dieses durchlebt, so sitzen wir erst selber dahinter: geistesnackt vor dem geistigen Weltenall und dieses uns mit seinen Bekleidungen anziehend, wenn wir in dasselbe nun eintreten.
[ 33 ] Wir müssen schon auf die Erinnerungen blicken, wenn wir vom vergänglichen Menschenleben allmählich hinauskommen wollen. Die Erinnerungen, die wir während des Erdenlebens haben, sind vergänglich, sie zerstreuen sich in der Welt. Aber hinter den Erinnerungen sitzt schon unser Selbst, sitzt dasjenige, was uns weiter aus der geistigen Welt gegeben wird, damit wir den Weg von der Zeit in die Ewigkeit finden können.
[ 33 ] Wir müssen schon auf die Erinnerungen blicken, wenn wir vom vergänglichen Menschenleben allmählich hinauskommen wollen. Die Erinnerungen, die wir während des Erdenlebens haben, sind vergänglich, sie zerstreuen sich in der Welt. Aber hinter den Erinnerungen sitzt schon unser Selbst, sitzt dasjenige, was uns weiter aus der geistigen Welt gegeben wird, damit wir den Weg von der Zeit in die Ewigkeit finden können.

