Anthroposophy
A Summary After Twenty-one Years
GA 234
10 February 1924, Dornach
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Anthroposophy: A Summary After Twenty-one Years, tr. SOL
Neunter Vortrag
Ninth Lecture
[ 1 ] Sie haben gestern gesehen und aus den vorangehenden Vorträgen wohl ebenso, welche bedeutenden Ausblicke sich bieten auf das ganze menschliche Dasein und seinen Zusammenhang mit der Welt, wenn man die Erinnerungsfähigkeit des Menschen ins Auge faßt. Wollen wir daher heute einmal die Erinnerungsfähigkeit an sich, so wie sie uns in ihren verschiedenen Phasen im menschlichen Leben erscheinen kann, betrachten; zunächst die Erinnerungsfähigkeit vor dem gewöhnlichen Bewußtsein, das der Mensch hat zwischen der Geburt und dem Tode.
[ 1 ] You saw yesterday—and no doubt also in the preceding lectures—what significant perspectives open up regarding the whole of human existence and its connection to the world when one considers the human capacity for memory. Let us therefore consider today the capacity for memory in and of itself, as it appears to us in its various phases throughout human life; first, the capacity for memory prior to the ordinary consciousness that a person possesses between birth and death.
[ 2 ] Der Mensch verwandelt dasjenige, was er gewissermaßen im robusten Leben durchmacht, was er durchmacht mit all seinem Denken, Fühlen, Wollen, mit Entfaltung auch seiner physischen Kräfte, das verwandelt er in Erinnerungen, und er kommt von Zeit zu Zeit zurück in seinem Seelenleben auf die Erinnerungsbilder dessen, was er durchgemacht hat.
[ 2 ] Human beings transform what they experience, so to speak, in the course of their everyday lives—what they go through with all their thinking, feeling, and willing, and through the development of their physical powers as well—into memories; and from time to time, in their inner life, they return to the mental images of what they have experienced.
[ 3 ] Aber vergleichen Sie diese entweder frei auftauchenden oder gesuchten Erinnerungsbilder in ihrer Schattenhaftigkeit, in ihrem bloßen Gedanken- und Vorstellungssein mit der Robustheit der Erlebnisse, auf die sie sich beziehen, so werden Sie sich sagen: Es sind die Erinnerungen eben Bilder. Aber als Bilder sind sie das, was wir in unserem Ich von unseren Erlebnissen in der Außenwelt für uns behalten. Wir tragen sozusagen als den erarbeiteten Schatz aus unseren Erlebnissen die Erinnerungen mit uns. Und wenn uns irgend etwas in krankhaften Fällen — ich habe ja auch davon gesprochen — verlorengeht von diesen Erinnerungen, dann ist das ein Schadhaftwerden unseres Ich selber. Wir fühlen, daß unser innerstes Wesen, unser Ich, schadhaft geworden ist, wenn es in krankhaften Fällen dies oder jenes aus dem Schatze der Erinnerungen auslassen muß, der unser Leben zu einem Ganzen macht. Man könnte auch hinweisen auf die furchtbaren Zustände, die zuweilen auf anderem Felde bei Gehirnschlägen dadurch eintreten, daß gewisse Partien des verflossenen Lebens in der Erinnerung ausgelöscht werden. — Blicken wir zurück von einem gewissen Zeitpunkte unseres Lebens auf das verflossene Dasein seit unserer letzten Geburt, dann müssen wir schon den Zusammenhang der Erinnerungen fühlen und empfinden, damit wir uns so recht als seelischer Mensch ansehen können.
[ 3 ] But if you compare these images of memory—whether they arise spontaneously or are deliberately sought out—in their shadowy nature, in their mere existence as thoughts and ideas, with the robustness of the experiences to which they refer, you will say to yourself: Memories are, after all, just images. But as images, they are what we retain within our “I” from our experiences in the external world. We carry these memories with us, so to speak, as the treasure we have accumulated from our experiences. And if, in cases of illness—as I have also mentioned—we lose any of these memories, then this constitutes a deterioration of our “I” itself. We feel that our innermost being, our “I,” has been impaired when, in cases of illness, it must omit this or that from the treasure trove of memories that makes our life a whole. One could also point to the terrible conditions that sometimes arise in other contexts—such as with strokes—when certain parts of one’s past life are erased from memory. — When we look back from a certain point in our lives at the existence that has passed since our last birth, we must already sense and perceive the interconnectedness of our memories in order to truly regard ourselves as spiritual beings.
[ 4 ] Das sind einige Züge, die darauf hinweisen, was die Erinnerungsfähigkeit während des physischen Erdenlebens ist. Sie ist ja noch viel mehr. Was wäre uns die Außenwelt mit ihren immer sich erneuernden Eindrücken, mit alledem, was sie allerdings in Lebhaftigkeit gibt, was wäre sie uns, wenn wir nicht in der Lage wären, anzuknüpfen dasjenige, was als neue Eindrücke kommt, an das Erinnerte! Und nicht zuallerletzt darf man sagen: Ja, alles Lernen besteht zum Schlusse darinnen, daß das Neue, das an den Menschen herangebracht wird, angeknüpft wird an das, was er schon in seinen Erinnerungen trägt. Ein großer Teil der Schulmethodik beruht ja darauf, daß wir in der rationellsten Weise finden, wie wir Neues, das wir den Kindern beizubringen haben, anknüpfen können an das, was wir aus dem Schatze ihrer Erinnerungen holen können.
[ 4 ] These are a few characteristics that shed light on what the capacity for memory is during our physical life on Earth. It is, of course, much more than that. What would the external world mean to us, with its ever-renewing impressions, with all the vividness it offers—what would it mean to us if we were not able to connect these new impressions to what we already remember! And last but not least, one may say: Yes, all learning ultimately consists in linking the new material presented to a person to what they already carry in their memories. A large part of school methodology is based, after all, on finding the most rational way to link the new material we must teach children to what we can draw from the treasure trove of their memories.
[ 5 ] Kurz, überall da, wo es darauf ankommt, die Außenwelt an das Seelische heranzubringen, das Seelische selber aufzurufen, damit es erfühlt und innerlich erlebt das eigene Dasein, alles das appelliert zuletzt an die Erinnerung. So daß wir schon sagen müssen: die Erinnerung macht den wichtigsten, den weitaus umfassendsten Teil des Innenlebens des Menschen während seines Erdendaseins aus.
[ 5 ] In short, wherever it is important to bring the external world into contact with the inner life, to awaken the inner life itself so that it can feel and inwardly experience one’s own existence—all of this ultimately appeals to memory. So we must conclude that memory constitutes the most important and by far the most comprehensive part of a person’s inner life during their earthly existence.
[ 6 ] Nun aber betrachten wir diese Erinnerung noch von einem anderen Gesichtspunkte. Man kann leicht wissen, daß diese Erinnerung, die Summe der Erinnerungen, die wir in uns tragen, eigentlich ein Fragment ist. Man hat im Laufe des Lebens so manches vergessen, aber es gibt Augenblicke des Lebens, manchmal gerade krankhafte Augenblicke des Lebens, wo längst Vergessenes wiederum heraufkommt. Und insbesondere sind es die Augenblicke, in denen der Mensch sich dem Tode naht, wo mancherlei, das schon ganz ferne seiner bewußten Erinnerung war, auftaucht. Sterbende alte Menschen erinnern sich plötzlich an Dinge, die längst aus ihrer bewußten Erinnerung geschwunden waren. Und wenn man den Traum, der ja auch anknüpft an die Erinnerung, wirklich intim studiert, so findet man durchaus, daß im Traume Dinge auftauchen, die man ganz gewiß erlebt hat, an denen man aber unaufmerksam vorübergegangen ist, die man sozusagen nicht beachtet hat und die trotzdem im Seelenleben drinnen sind und gerade dann, wenn die Hindernisse des physischen und ätherischen Organismus nicht wirken, wenn der astralische Leib und das Ich im Schlafe allein sind, heraufkommen. Man beachtet das gewöhnlich nicht. Und so kommt man nicht darauf, daß eben die bewußte Erinnerung nur ein Fragment desjenigen ist, was wir in uns aufnehmen, und daß wir eigentlich in derselben Form, nur gleich ins Unterbewußte hinein, vieles vom Leben aufnehmen und dann innerlich verarbeiten.
[ 6 ] But now let us consider this memory from yet another perspective. It is easy to see that this memory—the sum of the memories we carry within us—is actually a fragment. We have forgotten many things in the course of our lives, but there are moments in life—sometimes even morbid moments—when things long forgotten resurface. And in particular, it is in those moments when a person is approaching death that all sorts of things—which had already drifted far from their conscious memory—resurface. Dying elderly people suddenly recall things that had long since faded from their conscious memory. And if one studies dreams—which, after all, are also linked to memory—in real depth, one certainly finds that things emerge in dreams that one has most certainly experienced, but which one passed by without paying attention to—things one, so to speak, did not take note of—and which are nevertheless present in the life of the soul and surface precisely when the obstacles of the physical and etheric organisms are not at work, when the astral body and the “I” are alone in sleep. People usually do not pay attention to this. And so it does not occur to them that conscious memory is only a fragment of what we take in, and that we actually take in much of life in the same way—only directly into the subconscious—and then process it internally.
[ 7 ] Nun, solange wir im Erdendasein leben, so lange halten wir dasjenige, was auftauchen kann aus den Tiefen der Seele in Form von Erinnerungsgedanken, für das Wesentliche an der Erinnerung. Es kommen die Gedanken an Erlebtes, sie gehen wieder; wir suchen sie. Wir halten das für das Wesen der Erinnerung.
[ 7 ] Well, as long as we live our earthly lives, we regard whatever may emerge from the depths of the soul in the form of memories as the essence of memory. Thoughts of past experiences come and go; we seek them out. We regard this as the essence of memory.
[ 8 ] Wenn wir durch des Todes Pforte gehen, dann folgen auf das Erdendasein Tage, in denen wie in einer mächtigen Perspektive die Bilder des eben verflossenen Erdenlebens auftreten. Sie sind auf einmal da. Was vor vielen Jahren vergangen ist, ist gleichzeitig da mit dem, was vor ein paar Tagen vergangen ist. Wie das Räumliche nebeneinander ist und nur Raumesperspektive hat, so ist jetzt das Zeitliche unseres Erlebens nebeneinander und hat eben innere Zeitperspektive; aber es ist auf einmal da. Nur wird es in der kurzen Zeit, in der es da ist, immer schattenhafter und schattenhafter, immer abgeschwächter und abgeschwächter. Während wir im physischen Erdenleben in uns schauen, fühlen: da haben wir die Bilder des Erlebens als Erinnerungsbilder wie zusammengerollt in uns; jetzt werden diese Bilder größer, mächtiger. Wir fühlen, wie wenn die Bilder unserer Erinnerung von der Welt aufgenommen werden. Das, was nach dem Tode gewissermaßen erst ein eng Umgrenztes umschließt in diesem Erinnerungstableau, es wird immer größer, aber damit auch immer schattenhafter, bis wir es wie zu einem Weltall erweitert finden, aber schwach geworden, so daß wir kaum noch ahnen können, was wir erst deutlich gesehen haben. Wir ahnen es. Und dann verschwindet es in den Weiten; es ist nicht mehr da.
[ 8 ] When we pass through the gate of death, our earthly existence is followed by days in which, as in a vast panorama, the images of the earthly life that has just passed appear. They are suddenly there. What happened many years ago is present at the same time as what happened just a few days ago. Just as spatial elements exist side by side and have only a spatial perspective, so too does the temporal aspect of our experience now exist side by side and has an inner temporal perspective; but it is suddenly there. Yet, in the brief time that it is there, it becomes ever more shadowy and faint, ever more subdued. Whereas in our physical earthly life we look within ourselves and feel that the images of our experiences lie there as memories, as if rolled up within us; now these images grow larger and more powerful. We feel as if the images of our memory are being absorbed by the world. What, after death, initially encompasses only a narrowly defined area within this tableau of memories grows ever larger, but in doing so also becomes ever more shadowy, until we find it expanded into a universe—yet it has grown faint, so that we can scarcely even sense what we once saw clearly. We sense it. And then it vanishes into the vastness; it is no longer there.
[ 9 ] Das ist die zweite Form, die die Erinnerung annimmt, gewissermaßen die zweite Metamorphose unmittelbar in den Tagen nach dem Tode. Das ist diejenige Phase, von der wir sagen können, es fliegen uns unsere Erinnerungen fort in das Weltenall. Alles das, womit wir unser Dasein zwischen der Geburt und dem Tode so eng verbunden haben wie mit der Erinnerung, alles das weitet sich, wird groß, wird immer schattenhafter, verliert sich endlich in den Weiten des Weltenalls.
[ 9 ] This is the second form that memory takes on—in a sense, the second metamorphosis—immediately in the days following death. This is the phase in which we can say that our memories fly away into the vastness of the universe. Everything with which we have so closely linked our existence between birth and death—just as we have with memory—all of that expands, grows vast, becomes ever more shadowy, and finally vanishes into the vastness of the universe.
[ 10 ] Es ist so, wie wenn wir dasjenige Ich, das wir eigentlich als unser Ich bezeichnet haben während des Erdenlebens, hinschwinden sehen würden in die Weiten des Weltenalls. Und das Ende der wenigen Tage, in denen wir solches erleben, ist dieses, daß wir uns gegenüber unseren enteilenden Erinnerungen sagen müssen: Wir werden selbst zerstreut, verweitet in das Weltenall, verweitet so weit in das Weltenall, daß wir den Augenblick erleben, wo wir eigentlich in dem, worin wir uns gefühlt haben zwischen Geburt und dem Tode, wie genommen uns fühlen von den Weiten des Weltenalls.
[ 10 ] It is as if we were to see that “I”—which we have actually referred to as our “I” during our earthly life—fade away into the vastness of the universe. And the end result of the few days in which we experience this is that we must say to ourselves, in the face of our fading memories: We ourselves are being scattered, expanding into the universe—expanding so far into the universe that we experience the moment when we feel, in that which we have felt ourselves to be between birth and death, as if we were being taken away by the vastness of the universe.
[ 11 ] Nachdem wir gewissermaßen diese übersinnliche Betäubung durchgemacht haben, diese übersinnliche Ohnmacht, die uns das innere Bewußtsein des Erdendaseins in der Summe der Erinnerungsvorstellungen genommen hat, leben wir dann auf in der dritten Phase der Erinnerung. Und diese dritte Phase der Erinnerung lehrt uns: Ja, das, was wir während des Erdendaseins als unser Selbst mit Hilfe der Erinnerungen bezeichnet haben, das hat sich zerstreut in die Weiten des Weltenalls, das hat gewissermaßen vor uns selbst und für uns seine Nichtigkeit bewiesen. Und wären wir nur das, was in unseren Erinnerungen zwischen Geburt und Tod bewahrt werden konnte, wir wären ein Nichts nach wenigen Tagen nach unserem Tode.
[ 11 ] After we have, so to speak, gone through this supersensible numbness, this supersensible powerlessness that has robbed us of our inner awareness of earthly existence within the sum total of our memories, we then come to life again in the third phase of memory. And this third phase of memory teaches us: Yes, that which we designated as our “self” during our earthly existence with the help of memories has dispersed into the vastness of the universe; it has, so to speak, proven its nothingness to us and for us. And if we were only what could be preserved in our memories between birth and death, we would be nothing within a few days of our death.
[ 12 ] Da tauchen wir unter in etwas ganz anderes. Da werden wir gewahr: wir können unsere Erinnerungen nicht halten. Was in uns als unsere Erinnerungen vorhanden ist, wir können es nicht halten, die Welt nimmt es uns weg nach dem Tode.
[ 12 ] There we plunge into something entirely different. There we realize: we cannot hold on to our memories. What exists within us as our memories—we cannot hold on to it; the world takes it away from us after death.
[ 13 ] Aber hinter allen Erinnerungen, die wir gehegt haben während des Erdenlebens, sitzt ein Objektives. Das geistige Gegenstück von dem ich gestern gesprochen habe, es ist eingeschrieben in die Welt. Und wir tauchen jetzt unter in dieses geistige Gegenstück zu unseren Erinnerungen. Indem wir die Erlebnisse durchgemacht haben seit unserer Geburt bis zum Tode, haben wir mit diesem Menschen, mit jener Pflanze, mit jener Quelle, mit allem, woran wir herangetreten sind während des Lebens, dies und jenes erlebt. Nichts von alledem, was wir erlebt haben, bleibt in seinem geistigen Gegenstücke uneingeschrieben in die geistige Wirklichkeit, in der wir außer der physischen Wirklichkeit auch immer sind. Jeder Händedruck, den wir mit irgendeinem Menschen gewechselt haben, hat sein geistiges Gegenstück. Das ist eingeschrieben in die geistige Welt, das ist da. Nur während wir in den ersten Tagen nach dem Tode auf unser Leben hinschauen, haben wir die Bilder dieses Lebens vor uns. Sie decken uns gewissermaßen zu, was in die Welt selber durch unsere Taten, durch unsere Gedanken, durch unsere Gefühle eingeschrieben ist.
[ 13 ] But behind all the memories we have cherished during our earthly life lies an objective reality. The spiritual counterpart I spoke of yesterday is inscribed in the world. And we now immerse ourselves in this spiritual counterpart to our memories. As we have gone through our experiences from birth to death, we have experienced this and that with this person, with that plant, with that spring, with everything we have encountered during our lives. Nothing of all that we have experienced remains uninscribed in its spiritual counterpart within the spiritual reality, in which we always exist alongside physical reality. Every handshake we have exchanged with any person has its spiritual counterpart. This is inscribed in the spiritual world; it is there. Only during the first few days after death, as we look back on our lives, do we have the images of that life before us. In a sense, they obscure from us what has been inscribed in the world itself through our actions, our thoughts, and our feelings.
[ 14 ] Wir sind in dem Augenblick, wo wir durch die Pforte des Todes eintreten in das, sagen wir andere Leben, wir sind in diesem Augenblicke erfüllt von dem, was sich uns in jenem Lebenstableau vorstellt, das eben Bilder enthält, Bilder, die perspektivisch bis zur Geburt und selbst über diese hinausgehen. Aber was sich da als Bilder aufstellt, das schwindet eben hinaus in die Weiten des Weltenalls. Und dann werden sichtbar die geistigen Gegenbilder all der Taten, die wir durchgemacht haben bis zur Geburt hin. Alles, was wir durchgemacht haben, an geistigen Gegenbildern wird es sichtbar, aber so, daß wir nun unmittelbar den Antrieb erhalten, den Weg wirklich zurückzumachen, durch alle diese Erlebnisse noch einmal zu gehen. Der Mensch weiß ja gewöhnlich, wenn er von Dornach nach Basel geht, daß er auch von Basel nach Dornach gehen kann, weil der Mensch hier in der physischen Welt eine entsprechende Raumesvorstellung hat. Der Mensch weiß aber in seinem gewöhnlichen Bewußtsein nicht, daß, wenn er von der Geburt bis zum Tode geht, er auch vom Tode bis zu der Geburt gehen kann. In genau derselben Weise, wie, wenn man in der physischen Welt von Dornach nach Basel geht, man auch von Basel nach Dornach zurückgehen kann, ebenso kann man, wie man während des physischen Erdenlebens von der Geburt bis zum Tode geht, nun von dem Tode bis zur Geburt gehen.
[ 14 ] At the very moment we pass through the gate of death into what we might call the “other life,” we are filled with what presents itself to us in that tableau of life, which contains images—images that, in perspective, extend back to birth and even beyond it. But what appears there as images simply fades away into the vastness of the universe. And then the spiritual counterparts of all the deeds we have undergone up to the time of birth become visible. Everything we have experienced becomes visible in the form of spiritual counterparts, but in such a way that we now receive the immediate impulse to truly retrace our steps, to go through all these experiences once again. After all, when a person walks from Dornach to Basel, they usually know that they can also walk from Basel to Dornach, because here in the physical world, people have a corresponding sense of space. But in their ordinary consciousness, people do not realize that just as they journey from birth to death, they can also journey from death back to birth. In exactly the same way that, when one walks from Dornach to Basel in the physical world, one can also walk back from Basel to Dornach, so too, just as one walks from birth to death during one’s physical earthly life, one can now walk from death to birth.
[ 15 ] Und das tut man in der geistigen Welt, indem man rücklaufend die geistigen Gegenbilder all der Erlebnisse durchmacht, die man durchgemacht hat hier während des Erdenlebens. Man hat ein Erlebnis gehabt mit irgend etwas in dem außermenschlichen Naturreiche; sagen wir, man hat ein Erlebnis mit einem Baume gehabt. Man hat diesen Baum betrachtet, oder man hat ihn als Holzfäller umgehauen. Das alles hat ein geistiges Gegenbild. Vor allen Dingen, es gibt eine Bedeutung für das ganze Weltenall, für die geistige Welt, ob man einen Baum bloß betrachtet hat, ob man einen Baum umgehauen hat, ob man sonst irgend etwas mit ihm gemacht hat; dasjenige, was man mit dem physischen Baum erleben kann, man hat es im physischen Erdenleben erlebt; dasjenige, was dieses Erlebnis als geistiges Gegenbild hat, erlebt man jetzt zurücklaufend von dem Tode bis zu der Geburt.
[ 15 ] And this is done in the spiritual world by retracing the spiritual counterparts of all the experiences one has gone through here during one’s earthly life. You’ve had an experience with something in the non-human realm of nature; let’s say you’ve had an experience with a tree. You’ve looked at this tree, or you’ve cut it down as a lumberjack. All of this has a spiritual counterpart. Above all, it has significance for the entire universe, for the spiritual world, whether one merely observed a tree, whether one cut it down, or whether one did anything else with it; whatever one can experience with the physical tree, one has experienced it in physical earthly life; whatever this experience has as a spiritual counterpart, one now experiences in reverse, from death back to birth.
[ 16 ] Hat man ein Erlebnis mit einem anderen Menschen gehabt, sagen wir, einem Menschen Schmerz zugefügt, so gibt es schon ein geistiges Gegenbild in der physischen Welt, nur ist es nicht unser Erlebnis; es ist der Schmerz, den der andere erlebt. Bei uns war vielleicht die Ursache dieses Schmerzes sogar ein gewisses Wohlgefühl aus dem heraus, daß wir ihm den Schmerz bereitet haben. Rache oder irgend etwas, das hat uns erfüllt. Indem wir jetzt das Leben zurücklaufen, machen wir nicht unser Erlebnis durch, sondern sein Erlebnis, das, was er durch unsere Tat erlebt hat. Das gehört auch zum geistigen Gegenbild und ist eingeschrieben in die geistige Welt. Kurz, der Mensch erlebt auf geistige Art noch einmal seine Erlebnisse, zurückgehend von dem Tode bis zu der Geburt.
[ 16 ] If one has had an experience with another person—say, if one has caused that person pain—there is already a spiritual counterpart in the physical world; only, it is not our experience; it is the pain that the other person is experiencing. For us, the cause of this pain may even have been a certain sense of satisfaction derived from the fact that we caused them pain. Revenge or something of that sort filled us. As we now retrace our life, we are not reliving our own experience, but theirs—what they experienced as a result of our action. This, too, is part of the spiritual counterpart and is inscribed in the spiritual world. In short, a person relives their experiences in a spiritual way, moving backward from death to birth.
[ 17 ] Dieses Erleben ist verbunden — wie ich schon gestern sagte — damit, daß wir fühlen an diesem Erleben, wie an ihm Wesenheiten teilnehmen, die zunächst übermenschlich sind. Indem wir uns durchringen durch diese geistigen Gegenbilder unserer Erlebnisse, ist es so, als ob fortwährend von oben herunterrieselten die Sympathien und Antipathien der geistigen Wesenheiten, die eben Sympathien und Antipathien mit unseren Taten, mit unseren Gedanken im rückläufigen Erleben haben. Und wir fühlen in diesem rückläufigen Erleben für jedes einzelne, was wir auf der Erde aus uns heraus vollbracht haben, sei es in Gedanken, sei es in Gefühlen, sei es in Willensimpulsen, sei es in Taten, wir erleben für jedes einzelne, wieviel wert es ist für das von dem Geistigen aus orientierte Dasein überhaupt. Wir erleben in bitterem Schmerze die Schädlichkeit irgendeiner Tat, die wir begangen haben. Wir erleben in brennendem Durste die Leidenschaften, die wir in unserer Seele gehabt haben. Wir erleben sie so lange in brennendem Durste, diese Leidenschaften, bis wir die Wertlosigkeit des Leidenschafthabens für die geistige Welt eben genügend erlebt haben und hinausgekommen sind über dieses Leidenschafthaben, wie es abhängt von der physischen Persönlichkeit der Erde.
[ 17 ] This experience is connected—as I already said yesterday—with the fact that we sense, in this experience, how beings that are, at first, superhuman participate in it. As we work our way through these spiritual counter-images of our experiences, it is as if the sympathies and antipathies of the spiritual beings—who have precisely these sympathies and antipathies toward our actions and thoughts in this retrospective experience—were constantly trickling down from above. And in this retrospective experience, we feel—for each and every thing we have accomplished on Earth from within ourselves, whether in thoughts, feelings, impulses of will, or deeds—we experience for each and every one how much it is worth for existence oriented toward the spiritual in general. We experience, with bitter pain, the harmfulness of any deed we have committed. We experience, with a burning thirst, the passions we have harbored in our souls. We experience these passions with such burning thirst until we have sufficiently experienced the worthlessness of being driven by passion for the spiritual world and have transcended this passion, as it is dependent on the physical personality on Earth.
[ 18 ] Indem dies betrachtet wird, mag ja sehr stark hervortreten, wie eigentlich die Grenze zwischen dem Seelischen und dem Physischen ist. Sehen Sie, der Mensch wird leicht so etwas wie Durst oder Hunger für etwas Physisches anschauen. Gewiß, weil Durst und Hunger gewisse physische Veränderungen im Organismus sind. Aber denken Sie sich nur einmal, dieselben physischen Veränderungen, die in einem menschlichen physischen Organismus sind, wenn er Durst hat, seien in irgendeinem Körper, der nicht beseelt ist. Dieselben Veränderungen können doch da sein, aber der nichtbeseelte Körper wird nicht Durst haben. Sie können als Chemiker untersuchen, welche Veränderungen in Ihnen sind, wenn Sie Durst haben. Bringen Sie dieselben Veränderungen irgendwie hervor in denselben Substanzen und in demselben Kräftezusammenhang in einem Körper, der nicht menschlich beseelt ist, er hat nicht Durst. Durst ist eben nicht etwas, was im physischen Leibe lebt, Durst ist etwas, was durch Veränderungen des physischen Leibes im Seelischen, im Astralischen lebt. Ebenso der Hunger. Und wenn jemand in seiner Seele einen großen Gefallen hat an irgend etwas, das ihm durch physische Verrichtungen befriedigt wird im physischen Leben, dann ist es so, wie wenn er hier im physischen Leben Durst hat: das Seelische empfindet Durst, brennenden Durst nach denjenigen Dingen, die sich der Mensch hier angewöhnt hat, durch physische Verrichtungen zu befriedigen. Denn die physischen Verrichtungen kann man nicht vornehmen, wenn man den physischen Leib abgelegt hat. Ein großer Teil des Lebens nach dem Tode während dieses Rückganges, den ich hier angedeutet habe, verläuft dadurch, daß der Mensch sich in seinem Geistig-Seelischen erst angewöhnen muß, ohne seinen physischen Leib zu leben. Er hat fortwährend brennenden Durst zunächst nach dem, was sich nur durch den physischen Leib befriedigen läßt. Geradeso wie sich das Kind gewöhnen muß, seine Organe zu gebrauchen, wie es sprechen lernen muß, so muß sich der Mensch in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt gewöhnen, nicht mehr seinen physischen Leib als die Grundlage seiner Seelenerlebnisse zu haben; er muß hineinwachsen in die geistige Welt.
[ 18 ] When we consider this, the nature of the boundary between the spiritual and the physical may become very clear. You see, people tend to view things like thirst or hunger as purely physical phenomena. Certainly, because thirst and hunger are certain physical changes within the organism. But just imagine for a moment that the same physical changes that occur in a human body when a person is thirsty were to occur in any body that is not animated by a soul. The same changes might be present, but the unanimated body would not experience thirst. As a chemist, you can investigate what changes occur within you when you are thirsty. If you were to somehow bring about the same changes in the same substances and within the same interplay of forces in a body that is not human and not animated, it would not feel thirst. Thirst is simply not something that lives in the physical body; thirst is something that lives in the soul and astral realms through changes in the physical body. The same is true of hunger. And when someone in their soul takes great pleasure in something that is satisfied through physical activities in physical life, it is as if they were thirsty here in physical life: the soul feels thirst, a burning thirst for those things that a person has become accustomed to satisfying here through physical activities. For physical activities cannot be performed once one has shed the physical body. A large part of life after death, during this process of transition that I have indicated here, consists of the human being first having to accustom their spiritual-soul life to living without their physical body. At first, they have a constant, burning thirst for what can be satisfied only through the physical body. Just as a child must get used to using its organs, just as it must learn to speak, so too must a person, in the life between death and rebirth, get used to no longer having their physical body as the foundation of their soul experiences; they must grow into the spiritual world.
[ 19 ] Es gibt Beschreibungen dieses Erlebens in dem dritten Teil der Zeit, die das physische Leben gedauert hat, es gibt Beschreibungen, die schildern dieses Erleben geradezu wie eine Hölle. Und wenn Sie Beschreibungen lesen, wie sie zum Beispiel in der Literatur der Theosophischen Gesellschaft von diesem Leben gegeben werden, das dort nach orientalischem Gebrauche Kamaloka genannt wird, wenn Sie solche Beschreibungen lesen, so bekommen Sie ganz sicher eine Gänsehaut. Nun, so sind die Dinge nicht. Sie sind schon so, daß, wenn man sie unmittelbar mit dem Erdenleben vergleicht, sie so erscheinen können, weil sie etwas ganz Ungewöhnliches sind, weil man sich eben sofort hineinfinden muß in die geistigen Gegenbilder und Gegenwerte dessen, was man auf Erden durchgemacht hat: so daß alles, was man auf Erden als Wohlleben durchgemacht hat, dort Entbehrung ist, bittere Entbehrung ist, und eigentlich nur dasjenige etwas Befriedigendes hat, was man auf der Erde als Unbefriedigendes oder als Schmerzhaftes, als Leidvolles durchgemacht hat. In vieler Beziehung, mit dem Erdenleben verglichen, hat das schon, was da durchgemacht wird, etwas Gruseliges; aber man kann es eben nicht unmittelbar mit dem Erdenleben vergleichen, weil man es ja nicht im Erdenleben erlebt, sondern eben nach dem Erdenleben, und weil man nach dem Erdenleben nicht mit den Erdenbegriffen urteilt.
[ 19 ] There are descriptions of this experience during the third part of the period that physical life lasted; there are descriptions that portray this experience as nothing short of hell. And when you read descriptions—such as those found in the literature of the Theosophical Society—of this life, which is called Kamaloka there according to Eastern custom, when you read such descriptions, you are sure to get goosebumps. Well, that is not how things are. It is true that, when compared directly with earthly life, they may appear that way—because they are something quite unusual, and because one must immediately come to terms with the spiritual counterparts and equivalents of what one has experienced on Earth: so that everything one experienced on Earth as a good life is deprivation there—bitter deprivation—and, in fact, the only things that offer any satisfaction are those that one experienced on Earth as unsatisfying, painful, or sorrowful. In many respects, compared to earthly life, what one goes through there does have something eerie about it; but one simply cannot compare it directly to earthly life, because one does not experience it during earthly life, but rather after earthly life, and because after earthly life one does not judge things using earthly concepts.
[ 20 ] Wenn Sie also zum Beispiel dadurch, daß Sie einem anderen Menschen Schmerzen zugefügt haben, die Schmerzen dieses anderen Menschen erleben, so sagen Sie sich zugleich — ich muß das so ausdrücken —, in diesem Erleben nach dem Tode sagen Sie sich: Wenn ich diesen Schmerz nicht erleben würde, bliebe ich eine unvollkommene Menschenseele, denn das müßte fortwährend von mir etwas wegnehmen, was ich da als einen Schaden im Weltenall angerichtet habe. Ich werde nur ein ganzer Mensch, wenn ich den Ausgleich erlebe.
[ 20 ] So, for example, if—by having caused pain to another person—you experience that other person’s pain, you say to yourself at the same time—I must put it this way—in this experience after death, you say to yourself: If I did not experience this pain, I would remain an imperfect human soul, for that would constantly have to take something away from me—something I have caused as harm in the universe. I will only become a whole human being when I experience this compensation.
[ 21 ] Je nach der inneren Seelenverfassung kann es sein, daß man sich schwer durchringt zu dem Urteil, zu dem Post-mortem-Urteil, zu dem Urteil nach dem Tode, daß es eigentlich eine Wohltat ist, ein Schmerzhaftes zu empfinden für die Zufügung eines Schmerzes an jemand anderen. Es kann schwer sein, sich zu diesem Urteil durchzuringen; aber eine gewisse Seelenverfassung gibt es, die es leichter macht, und das wird eben diejenige sein, die schon hier im Erdenleben etwas kennenlernt über dieses übersinnliche Leben. Es gibt eine Seelenverfassung, die empfindet das, was da als leidvoller Ausgleich für manches im Erdenleben durchgemacht wird, sogar als Beseligung, weil man durch diesen leidvollen Ausgleich eben vorwärtskommt in der Vollkommenheit seines Menschtums. Man würde sonst zurückbleiben in der Vollkommenheit seines Menschtums. Wenn Sie einem anderen Leid zugefügt haben, sind Sie ja weniger wert, als Sie waren, bevor Sie ihm dieses Leid zugefügt haben. Und wenn Sie vernünftig urteilen, so werden Sie sagen: Ich bin für das Weltenall eine schlechtere Menschenseele, nachdem ich einem anderen Leid zugefügt habe, als bevor ich es ihm zugefügt habe. Ich war mehr wert, bevor ich ihm das Leid zugefügt habe. Und Sie werden es als eine Wohltat empfinden, wenn Sie nach dem Tode den Ausgleich finden können dadurch, daß Sie dieses Leid nun auch wiederum erfahren.
[ 21 ] Depending on one’s inner state of mind, it may be difficult to bring oneself to the conclusion—the post-mortem judgment, the judgment after death—that it is actually a blessing to feel pain for having inflicted pain on someone else. It can be difficult to bring oneself to this judgment; but there is a certain state of mind that makes it easier, and that will be precisely the one that has already gained some insight into this supersensible life here in earthly existence. There is a state of mind that perceives what is experienced as a painful compensation for many things endured in earthly life as a source of bliss, because it is precisely through this painful compensation that one progresses toward the perfection of one’s humanity. Otherwise, one would lag behind in the perfection of one’s humanity. If you have caused suffering to another, you are, after all, worth less than you were before you caused that suffering. And if you judge the matter rationally, you will say: I am a lesser human soul for the universe after I have caused suffering to another than I was before I caused it. I was worth more before I caused them that suffering. And you will experience it as a blessing if, after death, you can find balance by experiencing that suffering yourself in turn.
[ 22 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, das ist die dritte Phase desjenigen, was als Erinnerung in uns lebt. Erstens wird uns das einige Tage nach dem Tode hindurch zu Bildern verdichtet zunächst, aber dann hinauszerstreut in das Weltenall, was wir in uns getragen haben an Erinnerungen. Unser inneres Leben in der Gedankenform geht zurück zum Weltenall. Aber in der Welt selber ist eingeschrieben auf geistige Art, was wir durchlebt haben. Und indem wir verloren haben, was wir während des Erdenlebens an Erinnerungen in uns eingesperrt gehalten haben, indem dieses Eingesperrte die Weiten gesucht hat, gibt es uns die Welt aus ihren Einschreibungen, aus dem Objektiven wieder zurück.
[ 22 ] You see, my dear friends, this is the third phase of what lives within us as memory. First, a few days after death, the memories we have carried within us are condensed into images, but then they are scattered out into the universe. Our inner life in the form of thought returns to the universe. But what we have experienced is inscribed in a spiritual way within the world itself. And as we have lost the memories we kept locked within us during our earthly life—as these locked-away memories have sought the vastness of the universe—the world gives them back to us from its own inscriptions, from the objective realm.
[ 23 ] Es gibt kaum einen stärkeren Beweis für das Verbundensein des Menschen mit der Welt, als den, der auftritt nach dem Tode dadurch, daß wir uns erst in bezug auf unser Innenleben genommen werden, um uns wieder gegeben zu werden aus der Welt. Und man empfindet das selbst den leidvollen Ereignissen gegenüber nach dem Tode als etwas, was zum Menschtum in seiner Ganzheit eigentlich gehört. Man kann schon sagen, man hat die Empfindung: Dasjenige, was man als ein Innerliches gehabt hat während des Erdenlebens, das nimmt die Welt an sich. Und das, was man in die Welt hineingeprägt hat, das gibt sich uns wieder. Gerade das, was man nicht beachtet hat, an dem man vorbeigegangen ist, was man aber mit deutlichen Strichen hineingetragen hat in das geistige Dasein, das gibt einem das eigene Selbst wiederum zurück. Und man gelangt dann im rückläufigen Lebenslaufe durch die Geburt hinaus in die Weiten des geistigen Daseins.
[ 23 ] There is scarcely any stronger proof of humanity’s connection to the world than that which arises after death, in that we are first taken in relation to our inner life, only to be given back to us by the world. And even in the face of painful events after death, one experiences this as something that actually belongs to humanity in its entirety. One might even say that one has the feeling: what one possessed as an inner reality during one’s earthly life, the world takes upon itself. And what one has imprinted upon the world is returned to us. It is precisely what one has not paid attention to, what one has passed by, but which one has imprinted with clear strokes into spiritual existence—that is what one’s own self gives back to us. And one then, in the reverse course of life through birth, emerges into the vastness of spiritual existence.
[ 24 ] Dieses, daß wir das durchgemacht haben, gibt uns nun eigentlich erst jenes Dasein, durch das wir in der geistigen Welt sein können. Wir treten durch alles das, was wir durchgemacht haben, eben erst in die geistige Welt ein. Und die Erinnerungsfähigkeit nimmt die vierte Metamorphose an. Wir fühlen jetzt, daß eigentlich während des Erdenlebens hinter der gewöhnlichen Erinnerung überall etwas gelebt hat in uns; aber was da gelebt hat, das kam nicht zu unserem Bewußtsein. Es hat sich eingeschrieben in die Welt; jetzt werden wir es selbst. Unser Erdenleben haben wir in seiner geistigen Bedeutung aufgenommen; wir werden diese geistige Bedeutung selbst. Wir stehen jetzt, nachdem wir durch die Geburt zurücklaufend in die geistige Welt hineingekommen sind, in einer sehr eigenartigen Weise vor der geistigen Welt. Wir stehen gewissermaßen selber in unserem geistigen Gegenwert vor der Welt. Indem wir da durchgegangen sind und erlebt haben das Leid, das wir einem anderen zugefügt haben; indem wir erlebt haben den geistigen Gegenwert eines Erlebnisses mit einem Baum, sagen wir, war es ja Erlebnis, aber es ist noch nicht Selbsterlebnis gewesen. Es läßt sich wirklich gut vergleichen mit der embryonalen Daseinsweise eines Menschen, bevor er geboren wird. Da ist alles das, was er erlebt, noch nicht ins Selbstbewußtsein erwacht, noch nicht einmal die ersten Jahre seines physischen Erdenlebens hindurch. Es erwacht allmählich erst das Selbstbewußtsein.
[ 24 ] The very fact that we have gone through all this is what actually gives us the kind of existence that allows us to be in the spiritual world. It is only through everything we have gone through that we enter the spiritual world. And the capacity for memory undergoes its fourth metamorphosis. We now feel that, during our earthly life, something was actually alive within us behind our ordinary memory; but what was alive there did not come into our consciousness. It has inscribed itself into the world; now we ourselves become that. We have taken in our earthly life in its spiritual significance; we ourselves become this spiritual significance. Now that we have entered the spiritual world by retracing our steps back through birth, we stand before the spiritual world in a very peculiar way. We stand, so to speak, before the world in our own spiritual counterpart. By having passed through that process and experienced the suffering we inflicted on another; by having experienced the spiritual counterpart of an encounter with a tree, for example—it was indeed an experience, but it had not yet been a personal experience. It can really be compared to the embryonic state of a human being before birth. Everything they experience has not yet awakened into self-consciousness—not even during the first years of their physical life on earth. Self-consciousness only gradually awakens.
[ 25 ] So wird all das, was wir rückläufig erleben, erst nach und nach, indem wir da hineinkommen in die Welt, unser Selbst, unser geistiges Selbstbewußtsein, und wir sind jetzt das, was wir erlebt haben. Wir sind unser eigener geistiger Gegenwert. Und mit diesem Dasein, das wirklich die andere Seite unseres Erdendaseins darstellt, treten wir in jene Welt ein, in der von den gewöhnlichen Reichen der äußeren Natur, vom mineralischen, vom pflanzlichen, vom tierischen Reich rein nichts da ist — das sind Dinge, die dem Erdendasein angehören —, in der aber sogleich auftreten erstens jene Seelen, die vor uns dahingegangen sind und mit denen wir in irgendeiner Beziehung gestanden haben, und die Individualitäten höherer geistiger Wesenheiten.
[ 25 ] Thus, everything we experience in retrospect becomes, little by little, as we enter into the world, our self, our spiritual self-awareness, and we are now what we have experienced. We are our own spiritual counterpart. And with this existence, which truly represents the other side of our earthly existence, we enter that world in which there is absolutely nothing of the ordinary realms of external nature—the mineral, plant, and animal kingdoms —these are things that belong to earthly existence—but in which we immediately encounter, first of all, those souls who have gone before us and with whom we had some connection, and the individualities of higher spiritual beings.
[ 26 ] Wir leben als Geist unter Menschengeistern und unter anderen Geistern, und diese Umgebung geistiger Individualitäten ist jetzt unsere Welt, und die Beziehung dieser geistigen Individualitäten, seien sie andere Menschen, seien sie Wesenheiten, die nicht zur Menschheit gehören, die Beziehung dieser Wesenheiten zu uns selber, in die wir eintreten in unserem geistigen Dasein in der geistigen Welt, diese Beziehung ist jetzt unsere Erfahrung, unser Erleben. Wie wir hier auf der Erde mit den Wesen der äußeren Naturreiche unser Erleben haben, haben wir jetzt das Erleben mit geistigen Wesenheiten, geistigen Wesenheiten verschiedener Stufen. Und was ganz besonders bedeutsam ist, das ist nun dieses: Während unseres Durchganges durch das Leben zwischen dem Tode und der Geburt, während dieses rückläufigen Lebens haben wir empfunden die Sympathien und Antipathien, die — wie ich gestern vergleichsweise gesagt habe — wie ein Regen, wie ein seelischer Regen diese Erlebnisse durchrieseln. Jetzt werden wir geistig ansichtig der Wesenheiten, von denen wir vorher nur die Sympathien und Antipathien wahrgenommen haben, während wir durchlebt haben die geistige Gegenseite unseres Erdenlebens; jetzt leben wir unter ihnen, nachdem wir in der geistigen Welt angekommen sind. Und jetzt fühlen wir nach und nach etwas wie ein innerliches Erfülltwerden mit Kraft, mit Impulsen, die von diesen geistigen Wesenheiten, die um uns sind, ausgehen. Es wird alles, was wir vorher durchgemacht haben, dadurch realer, daß unser Selbst für uns auf geistige Art realer wird. Wir fühlen uns nach und nach gewissermaßen im Licht oder Schatten dieser geistigen Wesenheiten stehend, in die wir uns einleben. Vorher fühlten wir irgend etwas dadurch, daß wir uns durch den geistigen Gegenwert durchlebten: es ist wertvoll oder schädlich im Weltenall. Jetzt fühlen wir: da gibt es etwas, was wir im Erdenleben vollführt haben in Gedanken oder in Werken, was seinen geistigen Gegenwert hat, was eingeschrieben ist in das geistige Weltenall. Die Wesen, denen wir gegenübertreten, können entweder etwas anfangen damit oder nicht. Es liegt in der Richtung ihrer Entwickelung oder der Entwickelung, die sie anstreben, oder es liegt nicht in dieser Entwickelung. Wir fühlen uns durchaus hingestellt vor die Wesenheiten der geistigen Welt, indem wir uns sagen: wir haben in ihrem Sinne gehandelt, oder wir haben gegen ihren Sinn gehandelt. Wir haben etwas hinzugetan zu dem, was sie für die Entwickelung der Welt wollten, oder wir haben etwas weggetan von dem, was sie für die Entwickelung der Welt wollten.
[ 26 ] We live as spirits among human spirits and among other spirits, and this environment of spiritual individualities is now our world; and the relationship of these spiritual individualities—whether they are other human beings or beings that do not belong to humanity—the relationship of these beings to ourselves, into which we enter in our spiritual existence in the spiritual world—this relationship is now our experience, our lived reality. Just as we have our experiences here on Earth with the beings of the outer natural realms, we now have experiences with spiritual beings—spiritual beings of various levels. And what is particularly significant is this: During our passage through life between death and birth—during this retrograde life—we have sensed the sympathies and antipathies that—as I said yesterday by way of comparison—trickle through these experiences like rain, like a spiritual rain. Now we become spiritually aware of the beings of whom we previously perceived only the sympathies and antipathies, while we lived through the spiritual counterpart of our earthly life; now we live among them, having arrived in the spiritual world. And now, little by little, we feel something like an inner filling with strength, with impulses emanating from these spiritual beings around us. Everything we have previously gone through becomes more real as our own self becomes more real to us in a spiritual sense. We gradually feel, as it were, that we are standing in the light or shadow of these spiritual beings, into whose presence we are settling. Before, we sensed something through the fact that we were living through the spiritual counterpart of our earthly experiences: it is valuable or harmful in the universe. Now we feel: there is something we have accomplished in our earthly life—in thought or deed—that has its spiritual counterpart, that is inscribed in the spiritual universe. The beings we encounter may or may not be able to make use of it. It may align with the direction of their development or the development they are striving for, or it may not align with that development. We feel ourselves standing before the beings of the spiritual world, telling ourselves: we have acted in accordance with their will, or we have acted against their will. We have added something to what they intended for the development of the world, or we have taken something away from what they intended for the development of the world.
[ 27 ] Wir fühlen uns vor allen Dingen nicht bloß ideell beurteilt, wir fühlen uns real abgeschätzt, und dieses Abschätzen ist selber die Realität unseres Daseins, wenn wir da hinauskommen in die geistige Welt nach dem Tode.
[ 27 ] Above all, we do not feel merely judged in an ideal sense; we feel truly assessed, and this assessment is itself the reality of our existence when we emerge into the spiritual world after death.
[ 28 ] Wenn wir hier als Mensch in der physischen Welt stehen, und wir haben irgend etwas Schlimmes getan, nun, wenn wir das Gewissen und die Vernunft dazu haben, verurteilen wir es selber, oder es verurteilt es das Gesetz, es verurteilt es der Richter, es verurteilen es die anderen Menschen, indem sie uns verachten. Aber wir werden von diesen Urteilen nicht mager, wenigstens nicht erheblich, nur wenn wir als Menschen ganz besonders geartet sind; wir werden meist erst von den Folgen des Urteils mager. Doch wenn wir eintreten in die Welt der geistigen Wesenheiten, dann ist nicht bloß ein ideelles Urteil da: wir sind wenig wert, sondern da fühlen wir den Blick der geistigen Wesen auf uns ruhen in bezug auf eine Wertlosigkeit, eine Schändlichkeit von uns, so wie wenn uns dieser Blick auslöschen würde in unserem Dasein. Für alles das, was wir Wertvolles verrichtet haben, trifft uns der Blick so, als ob wir dadurch erst unsere Realität als wirkliches geistig-seelisches Wesen gewinnen würden. Unsere Realität hängt von unserer Wertigkeit ab. Es ist, wie wenn Finsternis unser Dasein uns entzöge, wenn wir die Entwickelung, die beabsichtigt ist in der geistigen Welt, aufgehalten haben. Es ist, wie wenn Licht uns in frisches geistiges Dasein riefe, wenn wir etwas verrichtet haben, was jetzt nachwirkt, das im Sinne der Entwickelung der geistigen Welt liegt.
[ 28 ] When we are here as human beings in the physical world, and we have done something wrong—well, if we possess the conscience and reason to do so—we condemn it ourselves, or the law condemns it, the judge condemns it, and other people condemn it by despising us. But these judgments do not make us suffer—at least not significantly—unless we are of a particularly wicked nature; we usually suffer only from the consequences of the judgment. Yet when we enter the world of spiritual beings, there is not merely an abstract judgment—that we are of little worth—but rather we feel the gaze of the spiritual beings resting upon us in relation to our worthlessness, our shamefulness, as if this gaze were to obliterate us in our very existence. For everything of value that we have accomplished, that gaze meets us as if it were only through these deeds that we would truly gain our reality as genuine spiritual-soul beings. Our reality depends on our worth. It is as if darkness were to rob us of our existence when we have hindered the development intended in the spiritual world. It is as if light were calling us into a fresh spiritual existence when we have accomplished something that now has a lasting effect and is in line with the development of the spiritual world.
[ 29 ] Wir machen all das durch, was ich beschrieben habe, treten ein in die Welt der geistigen Wesenheiten. Das erhöht in der geistigen Welt unser Bewußtsein. Es hält uns in der geistigen Welt wach. Und wir sagen uns durch das, was wir da erleben als Forderungen: Wir haben im Weltenall mit Bezug auf unsere eigene Realität etwas gewonnen.
[ 29 ] We go through everything I have described and enter the world of spiritual beings. This heightens our consciousness in the spiritual world. It keeps us alert in the spiritual world. And through what we experience there, we tell ourselves—as a kind of affirmation—that we have gained something in the universe in relation to our own reality.
[ 30 ] Nehmen wir an, wir haben irgend etwas getan, was die Entwickelung der Welt aufhält, was nur die Antipathie der geistigen Wesenheiten, in deren Bereich wir eintreten, erregen kann, wir fühlen, indem die Nachwirkung in der Art vor sich geht, wie ich es beschrieben habe: da verdunkelt sich unser Bewußtsein; es tritt eine Betäubung ein, zuweilen bis zum völligen Auslöschen. Wir müssen heraus aus diesem Zustande; wir müssen wieder erwachen. Und wenn wir erwachen, dann fühlen wir unserem geistigen Dasein gegenüber in einer viel realeren Art noch so — und hier in der physischen Welt ist das schon real genug —, wie wenn in unser Fleisch geschnitten würde in der physischen Welt: so fühlen wir unserem geistigen Dasein gegenüber. Kurz, was wir sind in der geistigen Welt, das erweist sich als die Folge dessen, was wir als Ursache selber gestiftet haben. Und Sie sehen daraus, daß genügend Veranlassung ist für den Menschen, wiederum zurückzukehren zum Erdendasein.
[ 30 ] Let us suppose we have done something that hinders the development of the world, something that can only arouse the antipathy of the spiritual beings into whose realm we are entering; we feel this as the aftereffects unfold in the manner I have described: our consciousness becomes clouded; a numbness sets in, sometimes to the point of complete extinction. We must emerge from this state; we must awaken again. And when we awaken, we feel toward our spiritual existence in a much more real way—and here in the physical world that is already real enough—as if our flesh were being cut in the physical world: that is how we feel toward our spiritual existence. In short, what we are in the spiritual world proves to be the consequence of what we ourselves have brought about as the cause. And you can see from this that there is sufficient reason for human beings to return once more to earthly existence.
[ 31 ] Zurückzukehren, warum? Nun, der Mensch hat für sich an dem, was in der geistigen Welt eingeschrieben ist, jetzt dasjenige erlebt, was er in gutem oder schlechtem Sinne im Erdendasein verrichtet hat. Aber tatsächlich ausgleichen kann er ja das, was er im Grunde genommen doch nur durch dieses Erleben kennengelernt hat, nur, wenn er wiederum ins Erdendasein zurückkehrt. Und wirklich, wenn der Mensch — es ist natürlich nur ein vergleichsweiser Ausdruck — an den Gesichtern der geistigen Wesen wahrnimmt, was er für die Welt wert ist, dann bekommt er durch diese Wahrnehmung den genügenden Antrieb, in die physische Welt wiederum zurückzukehren, nachdem er dazu fähig geworden sein wird, um in anderer Weise das Leben zu durchleben, als er es eben durchlebt hat. Nur bleiben ihm manche Unfähigkeiten, es zu durchleben, und erst nach mannigfaltigen Erdenleben kann dieser Ausgleich in Wirklichkeit eintreten.
[ 31 ] Return—why? Well, in the spiritual world, a person has now experienced for themselves what they have done—for better or for worse—during their earthly existence. But in reality, they can only make amends for what they have, after all, only come to know through this experience if they return once more to earthly life. And indeed, when a person—this is, of course, only a figurative expression—perceives from the faces of spiritual beings what he is worth to the world, then this perception gives him sufficient motivation to return to the physical world once he has become capable of doing so, in order to live life in a different way than he has just lived it. However, certain limitations remain that prevent them from living it fully, and only after many earthly lives can this balance truly be achieved.
[ 32 ] Schauen wir während des Erdenlebens in uns selber hinein, so treffen wir zunächst auf die Erinnerungen, auf jene Erinnerungen, aus denen wir unser Seelendasein, wenn wir uns von der äußeren Welt abschließen, zunächst aufbauen, jene Erinnerungen, aus denen heraus selbst noch die schöpferische, die künstlerische Phantasie nur schafft. Das ist die erste Form der Erinnerung. Hinter dieser Erinnerung sitzen jene mächtigen Bilder, die unmittelbar nachdem wir durch die Pforte des Todes getreten sind, uns anschaulich werden. Sie werden uns genommen. Sie gehen in die Weiten des Weltenalls hinaus. Wir können uns sagen, wenn wir zurückblicken auf unsere Erinnerungsvorstellungen: Hinter ihnen sitzt das, was sofort, wenn unser Leib von uns weggenommen ist, den Weg in die Weltenweiten hinaus macht. Wir halten es durch unseren Leib zusammen, was eigentlich ideell im Weltenall werden will. Aber während wir durch das Leben gewandelt sind, während von allem uns die Erinnerungen bleiben, haben wir in der Welt etwas zurückgelassen, was nun weiter hinter den Erinnerungen ist, nur eben in der Zeitenfolge. Wir müssen es rücklaufend wieder erleben. Das sitzt als drittes Gebilde hinter der Erinnerung. Zunächst haben wir es mit dem Erinnerungsteppich zu tun; dahinter das, was wir wie ein mächtiges Weltenallbild zusammengerollt haben, denn dasjenige sitzt dahinter, was in die Welt eingeschrieben ist. Und haben wir dieses durchlebt, so sitzen wir erst selber dahinter: geistesnackt vor dem geistigen Weltenall und dieses uns mit seinen Bekleidungen anziehend, wenn wir in dasselbe nun eintreten.
[ 32 ] When we look within ourselves during our earthly life, we first encounter memories—those memories from which we initially build our soul life when we shut ourselves off from the outer world, those memories from which even our creative and artistic imagination draws its inspiration. This is the first form of memory. Behind this memory lie those powerful images that become vivid to us immediately after we have passed through the gate of death. They are taken from us. They go out into the vastness of the universe. We can say to ourselves, when we look back on our memories: Behind them lies that which, as soon as our body is taken from us, makes its way out into the vastness of the universe. We hold together through our body what actually seeks to become an ideal in the cosmos. But while we have walked through life, while memories of everything remain with us, we have left something behind in the world that now lies further beyond the memories—merely in the sequence of time. We must relive it in retrospect. This lies as a third entity behind memory. First, we are dealing with the tapestry of memory; behind it lies what we have rolled up like a mighty image of the cosmos, for what lies behind that is what is inscribed in the world. And once we have lived through this, we ourselves sit behind it: spiritually naked before the spiritual cosmos, which clothes us with its garments as we now enter into it.
[ 33 ] Wir müssen schon auf die Erinnerungen blicken, wenn wir vom vergänglichen Menschenleben allmählich hinauskommen wollen. Die Erinnerungen, die wir während des Erdenlebens haben, sind vergänglich, sie zerstreuen sich in der Welt. Aber hinter den Erinnerungen sitzt schon unser Selbst, sitzt dasjenige, was uns weiter aus der geistigen Welt gegeben wird, damit wir den Weg von der Zeit in die Ewigkeit finden können.
[ 33 ] We must indeed turn our attention to our memories if we wish to gradually move beyond the transitory nature of human life. The memories we have during our earthly life are fleeting; they dissipate into the world. But behind these memories lies our true self—that which is given to us from the spiritual world so that we may find the path from time into eternity.

