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Anthroposophy
A Summary After Twenty-one Years
GA 234

8 February 1924, Dornach

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Siebenter Vortrag

Seventh Lecture

[ 1 ] In den letzten Vorträgen habe ich schon darauf aufmerksam gemacht, wie die Initiationswissenschaft hinweisen muß auf die Wechselzustände von Schlafen und Wachen, die der Mensch aus seinem gewöhnlichen Bewußtsein heraus kennt und durch die er wirklich einen Weg der Annäherung an die Geheimnisse des Menschendaseins finden kann; einen der Wege. Aus dem Schlafe heraus taucht ja Leben, seelisches Leben, das Traumesleben; ein Leben, das ganz gewiß mit Recht zunächst von dem gewöhnlichen Bewußtsein, wenn dieses gewöhnliche Bewußtsein nicht gerade irgendwie mystische oder dergleichen Anlagen hat, nicht ernst genommen wird. Das Traumleben wird mit einem gewissen Recht von dem nüchternen Menschen nicht ernst genommen, denn er sieht, wie dieses Traumleben ihm allerlei Bilder, Reminiszenzen aus dem gewöhnlichen Leben zeigt. Und wenn er dann das, was er im gewöhnlichen Leben kennenlernt, mit diesem Traumleben vergleicht, so muß er an das gewöhnliche Leben sich halten und dieses gewöhnliche Leben selbstverständlich seine Wirklichkeit nennen. Dann kommt das Traumleben mit seinen Kombinationen der gewöhnlichen Wirklichkeitserlebnisse, und der Mensch kommt im gewöhnlichen Bewußtsein nicht zurecht, wenn er sich frägt: Ja, was bedeutet denn eigentlich für die Gesamtwesenheit des Menschen dieses Traumleben?

[ 1 ] In my recent lectures, I have already pointed out how the science of initiation must draw attention to the transitional states between sleep and wakefulness, which human beings experience from within their ordinary consciousness and through which they can truly find a path—one of many paths—toward the mysteries of human existence. Out of sleep emerges life—soul life, the life of dreams—a life that is certainly, and quite rightly, not taken seriously at first by ordinary consciousness, unless that ordinary consciousness possesses some kind of mystical or similar disposition. The dream life is, with some justification, not taken seriously by the down-to-earth person, for he sees how this dream life presents him with all sorts of images and reminiscences from ordinary life. And when he then compares what he experiences in ordinary life with this dream life, he must stick to ordinary life and, of course, call this ordinary life his reality. Then the dream life comes along with its combinations of ordinary experiences of reality, and the person cannot make sense of it in ordinary consciousness when he asks himself: “Well, what does this dream life actually mean for the total being of the human person?”

[ 2 ] Nun betrachten wir einmal dieses Traumleben so, wie es sich gibt. Da können wir unterscheiden zwischen zwei ganz spezifisch voneinander verschiedenen Traumarten. Die eine Traumart zaubert vor unsere Seele hin Bilder von äußeren Erlebnissen. Wir haben vor Jahren oder vor kurzem, vor Tagen, dies oder jenes erlebt. Wir haben es in einer bestimmten Weise erlebt. Der Traum zaubert aus dem Schlaf herauf ein den äußeren Erlebnissen mehr oder weniger ähnliches Bild oder auch unähnliches, ja zumeist unähnliches Bild. Wenn der Mensch dann doch darauf kommt, daß solch ein Traumbild irgendeinen Zusammenhang hat mit einem äußeren Erlebnis, dann fällt ihm gerade auf, wie verändert dieses äußere Erlebnis im Traume ist. Zumeist tritt aber auch das ein, daß der Mensch das Traumbild erlebt und es gar nicht auf dieses oder jenes Erlebnis der äußeren Welt bezieht, weil ihm die Ähnlichkeit gar nicht auffällt. Aber wenn man genauer eingeht auf das Traumesleben, auf jene Art des Traumeslebens, die äußere Erlebnisse verändert in Bildern vor die Seele zaubert, dann findet man doch, daß irgend etwas im Menschen diese Erlebnisse faßt, ergreift, sie aber nicht so festhalten kann, wie der Mensch sie festhält, wenn er im wachen Zustande sich der Organe seines Leibes vollständig bedient und in der Erinnerung Bilder entstehen, die nun dem äußeren Leben gleich sind, möglichst gleich sind. In der Erinnerung haben wir treue Bilder des äußeren Lebens, wenigstens mehr oder weniger treue Bilder. Es gibt auch Menschen, die in ihren Erinnerungen träumen, aber das betrachtet man als eine Abnormität. In den Erinnerungen haben wir mehr oder weniger treue Bilder des Lebens. In den Traumbildern haben wir veränderte Bilder des äußeren Lebens. Das ist die eine Art zu träumen.

[ 2 ] Now let’s consider this dream life as it actually is. Here we can distinguish between two types of dreams that are quite distinct from one another. One type of dream conjures up images of external experiences before our soul. We experienced this or that years ago or recently, just a few days ago. We experienced it in a certain way. The dream conjures up from sleep an image that is more or less similar to the external experiences—or one that is dissimilar, indeed, in most cases, quite dissimilar. If a person then does come to realize that such a dream image has some connection to an external experience, they immediately notice how altered that external experience is in the dream. Most often, however, what happens is that a person experiences the dream image without relating it at all to this or that experience in the external world, because the resemblance does not strike them at all. But if one examines dream life more closely, that aspect of dream life which conjures up altered images of external experiences before the soul, one finds that something within the person grasps these experiences, seizes upon them, but cannot hold onto them as firmly as the person does when, in the waking state, they make full use of their bodily organs and images arise in memory that are now identical to—or as close as possible to—external life. In our memories, we have faithful images of external life—at least more or less faithful images. There are also people who dream in their memories, but this is regarded as an abnormality. In our memories, we have more or less faithful images of life. In dream images, we have transformed images of external life. That is one way of dreaming.

[ 3 ] Eine andere Art zu träumen ist aber eigentlich für die Erkenntnis des Traumlebens viel charakteristischer. Das ist diese, wenn der Mensch zum Beispiel träumt, er sehe eine Reihe von weißen Pfeilern, von denen der eine schadhaft ist, vielleicht schmutzig. Der Mensch wacht auf mit diesem 'Traum und merkt, er hat Zahnschmerzen. Und er kommt darauf, in dieser Reihe von Pfeilern ist wie symbolisch die Zahnreihe ausgedrückt. Der eine Zahn, der schmerzt; dafür ist der Pfeiler schadhaft oder vielleicht sogar schmutzig. Oder der Mensch wacht auf mit dem Traum eines kochenden Ofens, merkt, er hat Herzklopfen. Oder der Mensch wird gequält im Traume, daß ein Frosch an seine Hand herankommt; die Hand umfaßt den Frosch, der weichlich ist. Es schaudert den Menschen im Traume; er wacht auf, hat den Zipfel seiner Bettdecke in der Hand; er hat ihn im Schlaf ergriffen. Aber es kann viel weiter gehen. Der Mensch träumt von allerlei Schlangengebilden: er wacht auf mit Gedärmschmerzen.

[ 3 ] However, another kind of dreaming is actually much more characteristic of understanding the life of dreams. This is the kind where, for example, a person dreams that they see a row of white pillars, one of which is damaged, perhaps dirty. The person wakes up from this “dream” and realizes they have a toothache. And it occurs to them that this row of pillars symbolically represents their row of teeth. The one tooth that hurts is represented by the pillar that is damaged or perhaps even dirty. Or a person wakes up from a dream about a burning stove and realizes they have heart palpitations. Or a person is tormented in a dream by a frog approaching their hand; the hand clutches the frog, which is soft. The person shudders in their dream; they wake up, holding the corner of their blanket in their hand—they had grabbed it in their sleep. But it can go much further. The person dreams of all kinds of serpentine forms: they wake up with intestinal pain.

[ 4 ] Da kommt er schon darauf, daß es eine andere Art von Träumen noch gibt, Träumen, welche in bildhaft-symbolischer Art die inneren Organe des Menschen ausdrücken. Und dann, wenn der Mensch es einmal erfaßt hat, wie gewisse Träume mit ihren merkwürdigen Bildern Sinnbilder von inneren Organen darstellen, dann wird er lernen, vieles von den Traumgebilden gerade nach dieser Richtung hin zu deuten.

[ 4 ] He then comes to realize that there is another kind of dream—dreams that express a person’s internal organs in a pictorial and symbolic way. And once a person has grasped how certain dreams, with their strange images, represent symbols of internal organs, they will learn to interpret many of these dream images precisely in this way.

[ 5 ] Man geht träumend in ein Kellergewölbe hinein. Es ist oben schwarz, und Spinnweben breiten sich aus. Das ist ein abscheulicher Anblick. Man wacht auf, und man spürt, man hat Kopfschmerzen. Diese Kopfschmerzen, also das Innere des Schädels, drückt sich in dem Kellergewölbe aus. Man merkt sogar, wie die Gehirnwindungen in den eigentümlichen Bildungen, die das Kellergewölbe ausmachen, symbolisiert sind. Wenn der Mensch nach dieser Richtung seine Studien weiter fortsetzt, dann wird er finden, daß alle Organe in solch bildhafter Weise ihm im Traume erscheinen können.

[ 5 ] One walks, as if in a dream, into a vaulted cellar. It is pitch black above, and cobwebs spread out. It is a hideous sight. One wakes up and feels a headache. This headache—that is, the interior of the skull—is expressed in the vaulted cellar. One even notices how the convolutions of the brain are symbolized in the peculiar formations that make up the vaulted cellar. If one continues one’s studies in this direction, one will find that all organs can appear to one in such a pictorial manner in dreams.

[ 6 ] Hier liegt sogar etwas vor, was, ich möchte sagen, auf das ganze innere Leben des Menschen durch den Traum sehr stark hinweist. Es gibt Menschen, die machen aus dem Traume heraus richtig träumend die Motive von ganz schönen Malereien.

[ 6 ] Here we even have something that, I would say, points very strongly to a person’s entire inner life through dreams. There are people who, while still dreaming, create motifs for truly beautiful paintings directly from their dreams.

[ 7 ] Derjenige, der Studien über diese Dinge angestellt hat, weiß, welches innere Organ in solchen Malereien festgehalten wird, verändert, symbolisiert wird. Da ist zuweilen eine außerordentliche Schönheit in einer solchen Malerei enthalten. Und wenn dann der Betreffende hört, welches Organ er da eigentlich symbolisiert hat in solchen schönen Malereien, dann erschrickt er ganz lebhaft, denn das Organ respektiert er nicht in derselben Weise wie seine Malereien.

[ 7 ] Anyone who has studied these matters knows which internal organ is depicted, transformed, or symbolized in such paintings. There is sometimes an extraordinary beauty contained in such a painting. And when the person in question hears which organ he has actually symbolized in such beautiful paintings, he is quite startled, for he does not respect that organ in the same way as he respects his paintings.

[ 8 ] Diese zwei Arten von Träumen können sehr gut unterschieden werden, wenn man sich nur auf eine intime Betrachtung der Traumwelt einläßt. Man hat es in der einen Art der Träume zu tun mit Bildern der äußeren Erlebnisse, die wir als Menschen in der Welt durchgemacht haben. Man hat es in der anderen Art von Träumen zu tun mit bildhaften Vorstellungen des eigenen menschlichen Inneren.

[ 8 ] These two types of dreams can be easily distinguished if one simply engages in an intimate exploration of the dream world. In one type of dream, we are dealing with images of external experiences that we, as human beings, have gone through in the world. In the other type of dream, we are dealing with imagery representing our own inner human world.

[ 9 ] Nun, bis zu diesem Punkte ist die Beobachtung der Traumwelt verhältnismäßig leicht zu bringen. Und die meisten Menschen, die man aufmerksam macht darauf, daß es diese zwei Arten von Träumen gibt, werden sich schon erinnern, daß ihre eigenen Erlebnisse diese Gliederung der Träume rechtfertigen.

[ 9 ] Well, up to this point, observing the dream world is relatively easy. And most people, once made aware that these two types of dreams exist, will recall that their own experiences support this classification of dreams.

[ 10 ] Aber worauf weist denn diese Gliederung der Träume hin? Sehen Sie, wenn man auf die erste Art der Träume eingeht, sie ein wenig betrachtet mit Bezug auf die besondere Art der Bilder, dann kommt man darauf, daß die verschiedensten äußeren Erlebnisse durch den gleichen Traum dargestellt werden können, und wiederum ein und dasselbe Erlebnis bei verschiedenen Menschen durch verschiedene Träume abgebildet werden kann.

[ 10 ] But what does this structure of dreams point to? You see, if one examines the first type of dreams and considers them a little in terms of the specific nature of the images, one realizes that a wide variety of external experiences can be represented by the same dream, and conversely, that one and the same experience can be depicted by different dreams in different people.

[ 11 ] Nehmen wir an, jemand habe den Traum, er kommt an einen Berg heran. Der Berg hat eine Art Eingang, eine Höhlung. In diese Höhlung scheint noch die Sonne hinein. Der Mensch geht hinein, träumend. Bald beginnt es dunkel zu werden, dann finster. Der Träumende tastet sich weiter fort. Er kommt an ein Hindernis. Er spürt, da drinnen ist ein kleiner See. Er ist in großer Gefahr. Der Traum nimmt einen dramatischen Verlauf.

[ 11 ] Let’s suppose someone has a dream in which they approach a mountain. The mountain has a sort of entrance, a cavity. The sun still seems to shine into this cavity. The person walks inside, still dreaming. Soon it begins to grow dark, then pitch-black. The dreamer feels his way forward. He comes to an obstacle. He senses that there is a small lake inside. He is in great danger. The dream takes a dramatic turn.

[ 12 ] Solch ein Traum kann die verschiedensten äußeren Erlebnisse darstellen. Ein und dasselbe Traumbild, wie ich es jetzt geschildert habe, kann sich darauf beziehen, daß einmal jemand, sagen wir, ein Eisenbahnunglück mitgemacht hat. Was er da erlebt hat, das drückt sich ihm vielleicht nach Jahren in dem geschilderten Traumerlebnisse aus, das in Bildern ganz anders ist als das, was er durchgemacht hat. Er kann auch ein Schiffsunglück erlebt haben. Er kann auch erlebt haben, daß ihm ein Freund untreu geworden ist und so weiter. Wenn Sie das Traumbild mit dem Erlebnis vergleichen und in dieser Weise intim beobachtend vorgehen, dann werden Sie finden, der Inhalt der Traumbilder ist eigentlich nicht von großer Bedeutung; aber die Dramatik, der Verlauf ist von großer Bedeutung: ob es Erwartung gibt, ob die Erwartung zu einer Entspannung führt, ob eine Erwartung in eine Krisis hineinführt. Der ganze Gefühlszusammenhang, möchte ich sagen, setzt sich in das Traumleben um.

[ 12 ] A dream like this can represent a wide variety of external experiences. The very same dream image I have just described may refer to the fact that someone once experienced, say, a train accident. What that person experienced may, years later, be expressed in the dream experience I’ve described—one whose imagery is quite different from what they actually went through. They may also have experienced a shipwreck. They may also have experienced a friend being unfaithful to them, and so on. If you compare the dream image with the actual experience and proceed in this way with close, intimate observation, you will find that the content of the dream images is actually not of great significance; but the drama, the course of events, is of great significance: whether there is anticipation, whether the anticipation leads to a resolution, or whether an anticipation leads into a crisis. The entire emotional context, I would say, is reflected in the dream life.

[ 13 ] Und wenn man von da ausgehend den Menschen auf seine Träume der ersten Art prüft — man darf es nur nicht so machen wie die Psychiater, die alles über einen Leisten schlagen —, dann findet man, daß diese Traumbilder vor allen Dingen ihren Charakter von der ganzen Art bekommen, wie der Mensch ist, von der Individualität seines Ich. Man lernt, wenn man sich auf Träume versteht, nicht auf Träumedeuten, sondern auf Träume versteht, man lernt aus seinen Träumen den Menschen oftmals besser kennen, als man ihn kennenlernt, wenn man ihn nur dem äußeren Leben nach beobachtet. Aber wenn wir all das anschauen, was da die Menschenwesenheit im Traume erfaßt, so ist es immer zurückweisend auf das, was das Ich des Menschen an der äußeren Welt erlebt.

[ 13 ] And if, starting from there, one examines a person’s dreams of the first kind—provided one does not do so in the same way as psychiatrists, who treat everything the same—then one finds that these dream images derive their character, above all, from the person’s overall nature, from the individuality of their ego. If one understands dreams—not in the sense of interpreting them, but in the sense of truly understanding them—one often comes to know a person better through their dreams than one does by observing them solely in their external life. But when we look at everything that the human being perceives in a dream, it always points back to what the person’s “I” experiences in the external world.

[ 14 ] Dagegen wenn wir die zweite Art der Träume betrachten, so können wir sagen: Was da in Traumbildern der Seele vorgezaubert wird, das erlebt der Mensch nur im Traume. Denn wachend erlebt er höchstens die Form seiner Organe durch die wissenschaftliche Anatomie, Physiologie. Aber das ist ja nun nicht ein wirkliches Erleben, sondern das ist ein äußerliches Anschauen, wie man Steine und Pflanzen auch anschaut. Das braucht man also gar nicht weiter in Betracht zu ziehen. Also in dem Bewußtsein, mit dem der Mensch durchs Leben geht, erlebt er von seinem inneren Organismus außerordentlich wenig oder gar nichts. Aber der Traum der zweiten Art zaubert ihm, allerdings in veränderten Bildern, aber immerhin in Bildern, im Grunde seinen ganzen Organismus vor.

[ 14 ] In contrast, when we consider the second type of dreams, we can say: What is conjured up in the soul’s dream images is something a person experiences only in a dream. For while awake, at most, a person experiences the form of their organs through scientific anatomy and physiology. But that is not a real experience; rather, it is an external observation, just as one observes stones and plants. So there is no need to take that into further consideration. Thus, in the consciousness with which a person goes through life, they experience extremely little or nothing at all of their inner organism. But the second kind of dream conjures up, albeit in altered images—but images nonetheless—essentially his entire organism.

[ 15 ] Wenn wir dann den Menschen im Leben betrachten, so finden wir, daß dieses Leben allerdings von seinem Ich beherrscht wird, je nachdem der Mensch Willens- und Charakterstärke hat, mehr oder weniger, daß aber das Eingreifen dieses Ich in das menschliche Leben etwas außerordentlich Ähnliches hat mit dem Traumerlebnis der ersten Art. Versuchen Sie es nur einmal, intim zu prüfen, ob jemand Träume hat, in denen seine äußeren Erlebnisse stark, vehement verändert werden. Wenn jemand solche Träume hat, werden Sie in ihm einen starken Willensmenschen finden. Träumt jemand sein Leben fast wie es ist, verändert er dieses Leben nicht im Traume, so wird er ein willensschwacher Mensch sein.

[ 15 ] When we then observe human beings in their lives, we find that this life is indeed dominated by the “I,” to a greater or lesser extent depending on the strength of the person’s will and character; however, the intervention of this “I” into human life bears an extraordinary resemblance to the first type of dream experience. Just try once to examine closely whether someone has dreams in which their external experiences are drastically and vehemently altered. If someone has such dreams, you will find in them a person of strong will. If someone dreams their life almost as it is—without altering it in their dreams—then they will be a person of weak will.

[ 16 ] Sie sehen also: An der Art, wie der Mensch seine Träume gestaltet, drückt sich das Eingreifen des Ich in sein Leben aus. Wir werden die Träume der ersten Art gerade aus solchen Erkenntnissen heraus mit dem Ich des Menschen zusammenbringen müssen. Und wenn wir gedenken, daß wir ja in den letzten Betrachtungen Kenntnis davon genommen haben, wie das Ich und der astralische Leib im Schlafe außer dem physischen und dem Ätherleib sind, so wird es uns nicht weiter auffällig sein, wenn Geisteswissenschaft zuletzt darauf führt, daß das außer dem physischen und dem ÄÄtherleib befindliche Ich im Traume die Bilder des Lebens ergreift, die es sonst durch den physischen und Ätherleib eben in der äußeren Wirklichkeit ergreift. Der Traum der ersten Art ist ein Wirken des Ich außerhalb des physischen und Ätherleibes.

[ 16 ] So you see: The way a person shapes their dreams expresses the ego’s intervention in their life. Based on these very insights, we will have to connect the dreams of the first kind with the human ego. And when we recall that in our recent reflections we have noted how, during sleep, the ego and the astral body are separate from the physical and etheric bodies, it will come as no surprise to us that spiritual science ultimately leads to the conclusion that the “I,” which is outside the physical and etheric bodies during sleep, seizes upon the images of life in the dream that it otherwise seizes upon through the physical and etheric bodies in external reality. The dream of the first kind is an activity of the “I” outside the physical and etheric bodies.

[ 17 ] Was ist der Traum der zweiten Art? Er muß auch etwas sein, selbstverständlich, was zu tun hat mit dem, was im Schlafe außerhalb des physischen und Ätherleibes ist. Das Ich kann es nicht sein, denn das Ich weiß nichts von dem, was der Traum als symbolische Gestaltungen der Organe vorzaubert. Man wird gedrängt dazu, zu erkennen, wie es der astralische Leib des Menschen ist, der diese symbolischen Bilder der inneren Organe so im Traume gestaltet, wie das Ich die Bilder der äußeren Erlebnisse gestaltet. Und so haben wir durch die zwei Arten der Träume einen Hinweis auf das Wirken des Ich und des astralischen Leibes vom Einschlafen bis zum Aufwachen.

[ 17 ] What is the second kind of dream? It must, of course, be something related to what exists outside the physical and etheric bodies during sleep. It cannot be the “I,” for the “I” knows nothing of what the dream conjures up as symbolic representations of the organs. One is led to recognize that it is the human astral body that shapes these symbolic images of the internal organs in the dream, just as the “I” shapes the images of external experiences. And so, through these two types of dreams, we have an indication of the workings of the “I” and the astral body from the moment of falling asleep until waking up.

[ 18 ] Wir können weitergehen. Wenn wir sehen, was ein schwacher, was ein starker Mensch in seinen Träumen tut, wie ein schwacher Mensch fast so träumt, wie er die Dinge erlebt hat, ein starker Mensch alle Dinge umgestaltet, alles durcheinanderwirft und die Dinge so macht, daß sie stark die Färbung seines Charakters annehmen, wenn wir solches in der richtigen Weise bis zum Ende studieren, dann können wir das, worauf wir da kommen, vergleichen mit der Art, wie sich der Mensch wachend im Leben verhält. Und da kommt man auf etwas ungeheuer Interessantes. Da kommt man nämlich darauf, daß das Folgende wahr ist: Lassen Sie sich von einem Menschen Träume erzählen, sehen Sie an, wie ein Traumbild an das andere sich knüpft, wie diese Träume sich gestalten; und dann schauen Sie, nachdem Sie sich eine Vorstellung von der Art seines Träumens gemacht haben, von dieser Vorstellung auf ihn selbst, dann werden Sie sich, angeregt durch das, was Sie sich von seinen Träumen vorstellen können, ein gutes Bild von dem machen können, wie er im Leben handelt. Da kommt man nämlich auf merkwürdige Geheimnisse beim Menschen. Man betrachtet einen Menschen handelnd im Leben, man lernt ihn kennen seiner Individualität nach. Man sagt: Von dem, was durch diesen Menschen geschieht, geht ja nur ein Teil von seinem eigentlichen Menschenwesen, von seinem Ich aus. Wenn es auf sein Ich ankäme, dann würde der Mensch eigentlich das tun, was er träumt. Ein gewalttätiger Charakter würde, wenn es auf sein Ich ankäme, im Leben so gewalttätig sein, wie er träumt, und einer, der in seinen Träumen sein Leben fast unverändert läßt, würde im Leben sich überall zurückziehen, das Leben Leben sein lassen, die Dinge geschehen lassen, möglichst wenig auch in das Leben eingreifen, just so viel nur eingreifen, als er im Traume eingreift.

[ 18 ] We can go further. When we see what a weak person and what a strong person do in their dreams—how a weak person dreams almost exactly as they have experienced things, while a strong person reshapes everything, turns everything upside down, and shapes things so that they strongly take on the character of his own personality—if we study this properly through to the end, then we can compare what we arrive at with the way a person behaves in waking life. And that leads us to something tremendously interesting. Namely, we come to realize that the following is true: Let someone tell you about their dreams; observe how one dream image follows another, how these dreams take shape; and then, after you have formed an idea of the nature of their dreaming, look at the person themselves through the lens of that idea—then, inspired by what you can imagine from their dreams, you will be able to form a good picture of how they act in life. For this is how one uncovers remarkable secrets about human beings. One observes a person acting in life; one gets to know them in terms of their individuality. One says: Of all that happens through this person, only a part stems from their true human nature, from their “I.” If it were up to their “I,” then the person would actually do what they dream. A violent character, if it were up to his “I,” would be as violent in life as he is in his dreams, and someone who leaves his life almost unchanged in his dreams would withdraw from everything in life, let life be life, let things happen, intervene in life as little as possible—intervening only as much as he does in his dreams.

[ 19 ] Das andere, das nun vom Menschen über dieses hinaus geschieht, wo kommt denn das her? Meine lieben Freunde, man kann gut sagen: das tut Gott, das tun die Geister der Welt. — Der Mensch tut nämlich gar nicht alles selbst, was er tut; er tut nämlich genau so viel, als er eigentlich träumt. Das andere wird durch ihn und an ihm getan. Man lernt nur gewöhnlich nicht sich im Leben schulen auf diese Dinge hin. Würde man sich schulen lernen, man würde darauf kommen, daß man so viel aktiven Anteil am Tun im Leben hat, als man aktiven Anteil an seinen Träumen hat. Beim gewalttätigen Menschen hindert dann die Welt, daß er gewalttätig wird, wie er es im Traume ist; beim schwachen Menschen, da wirken die Instinkte und da macht es wieder das Leben, daß das hinzugefügt wird, was durch ihn geschieht und was er nicht träumen würde.

[ 19 ] The other things that happen to a person beyond this—where do they come from? My dear friends, one might well say: God does that; the spirits of the world do that. — For a person does not actually do everything he does on his own; in fact, he does exactly as much as he actually dreams. The rest is done through him and in him. It’s just that people usually don’t learn to train themselves in life to be attuned to these things. If one were to learn to train oneself, one would come to realize that one has just as much an active part in one’s actions in life as one has in one’s dreams. In the case of a violent person, the world prevents him from becoming as violent as he is in his dreams; in the case of a weak person, instincts come into play, and life itself adds what happens through him and what he would not dream.

[ 20 ] Es ist interessant, einen Menschen in einer Lebenshandlung zu sehen und sich zu fragen: Was kommt von ihm und was kommt von der Welt? — Von ihm kommt genau so viel, als er träumen kann von der Sache. Die Welt fügt entweder etwas dazu beim schwachen Menschen oder sie subtrahiert etwas beim gewalttätigen Menschen. So betrachtet, fängt der Traum allerdings an, außerordentlich interessant zu werden und tief hineinblicken zu lassen in das Wesen des Menschen.

[ 20 ] It is interesting to observe a person in the course of their life and ask oneself: What comes from them, and what comes from the world? — What comes from them is exactly as much as they are capable of dreaming about the matter. The world either adds something in the case of a weak person or subtracts something in the case of a violent person. Viewed in this light, however, the dream begins to become extraordinarily interesting and offers a deep insight into the nature of the human being.

[ 21 ] Es ist allerdings manches von dem, was ich da sage, in einer verzerrten, karikierten Weise den Psychoanalytikern aufgegangen, aber sie können nicht hineinschauen in das eigentliche Weben und Wesen der Menschennatur, daher verzerren sie eben alles, machen es zu Karikaturen. Aber Sie sehen ja aus der Betrachtung, die ich heute ganz äußerlich anstelle, daß man, wenn man diese Dinge überhaupt anfassen will, vordringen muß bis zu einer sehr feinen Seelenerkenntnis. Ohne diese kann man über die Beziehungen des Traumlebens zur äußeren Wirklichkeit, die der Mensch darlebt, eben nichts wissen. Daher habe ich einmal gesagt: Psychoanalyse ist Dilettantismus, weil sie nichts weiß von dem äußeren Leben des Menschen. Aber sie ist auch noch Dilettantismus, weil sie nichts weiß von dem inneren Leben des Menschen. Und diese zwei Dilettantismen addieren sich nicht bloß, sondern sie multiplizieren sich, weil man durch das Nichtkennen des inneren Lebens das Äußerliche verdirbt, und durch das Nichtkennen des Äußerlichen alles Innerliche verdirbt. Wenn man d mit d multipliziert, so bekommt man Dilettantismus im Quadrat. So daß die Psychoanalyse der Dilettantismus im Quadrat ist: \(d \times d = d^2\).

[ 21 ] Admittedly, some of what I am saying here has been interpreted by psychoanalysts in a distorted, caricatured way, but they are unable to look into the actual fabric and essence of human nature; that is why they distort everything, turning it into caricatures. But you can see from the analysis I am conducting today—entirely from an external perspective—that if one wants to address these matters at all, one must delve into a very subtle understanding of the soul. Without this, one simply cannot know anything about the relationship between the life of dreams and the external reality in which a person lives. That is why I once said: Psychoanalysis is dilettantism, because it knows nothing of a person’s external life. But it is also dilettantism because it knows nothing of a person’s inner life. And these two forms of dilettantism do not merely add up; they multiply, because ignorance of the inner life corrupts the external, and ignorance of the external corrupts everything internal. If you multiply d by d, you get dilettantism squared. So psychoanalysis is dilettantism squared: \(d \times d = d^2\).

[ 22 ] Es ist das Menschenwesen so weit zu durchschauen, wenn man sich intim auf die Wechselzustände des wachenden und schlafenden Lebens einläßt, daß diese Betrachtung wirklich heranführt zur Initiationswissenschaft.

[ 22 ] One can gain such insight into the human being by intimately engaging with the alternating states of waking and sleeping life that this contemplation truly leads one to the science of initiation.

[ 23 ] Nehmen Sie nun ein anderes, das ich in diesen Betrachtungen gesagt habe: die Tatsache, daß der Mensch durch Seelenübungen, durch Meditationen seine Seelenkräfte erstarken, erkraften kann, dann über das gewöhnliche, mehr oder weniger inhaltslose, abstrakte Denken zu einem innerlich anschaulichen, bildhaften Denken, zur Imagination vorrückt. Nun mußte ich Ihnen sagen, daß ja der Mensch vorrückt mit dieser Imagination zum Ergreifen seines ganzen Lebens, aber so wie es hereingestellt ist durch Geburt und Empfängnis — eigentlich noch vor der Geburt, vor der Empfängnis — als ätherischer Impuls in das Erdenleben. Man bekommt durch den Traum Reminiszenzen desjenigen, was man äußerlich erlebt, seitdem man in diesem Erdenleben die Erde betreten hat. Man bekommt durch die Imagination Bilder, die nach der Art des Erlebens sehr ähnlich sein können Traumesbildern; nur enthalten sie nicht Reminiszenzen an das Leben, sondern Reminiszenzen an das, was vor dem Erdenleben da war.

[ 23 ] Now consider another point I have made in these reflections: the fact that through spiritual exercises and meditation, a person can strengthen and develop their spiritual powers, thereby advancing beyond ordinary, more or less empty, abstract thinking to an inner, vivid, pictorial form of thinking—to imagination. Now I had to tell you that a person does indeed advance with this imagination toward grasping their entire life—but as it is established through birth and conception—actually even before birth, before conception—as an etheric impulse into earthly life. Through dreams, one receives reminiscences of what one has experienced externally since first setting foot on Earth in this earthly life. Through imagination, one receives images that, in terms of the nature of the experience, can be very similar to dream images; only they do not contain reminiscences of this life, but rather reminiscences of what existed before earthly life.

[ 24 ] Es ist vollends lächerlich, wenn diejenigen, die Geisteswissenschaft nicht kennen, sagen, die Imaginationen können auch Träume sein. Sie sollen sich doch einmal überlegen, was da in den Imaginationen geträumt wird. Es wird ja nichts geträumt, was die Sinne darbieten, sondern der Inhalt ist eben derjenige, der das Menschenwesen darstellt, bevor es Sinne gehabt hat. In eine neue Welt wird der Mensch eingeführt durch die Imagination.

[ 24 ] It is utterly ridiculous when those who are unfamiliar with spiritual science say that imaginations can also be dreams. They should just consider for a moment what is actually dreamed in these imaginations. After all, what is dreamed is not what the senses present, but rather the very content that represents the human being before it had senses. Through imagination, the human being is introduced into a new world.

[ 25 ] Aber etwas sehr Ähnliches ist da zwischen der zweiten Art der Träume und dem, was man in der Imagination erlebt, wenn diese Imagination zunächst sich durch Übungen in der Seele herausbildet. Da erlebt man nämlich Bilder, und zwar mit aller Deutlichkeit, man könnte sagen, mit Exaktheit erlebt man Bilder, gewaltige Bilder. Ich möchte sagen, ein Weltenall erlebt man, wunderbare Bilder, farbenreiche Bilder, Bilder, die so gewaltig sind, daß nichts anderes im Bewußtsein ist als diese Bilder. Wollte man diese Bilder malen, ein grandioses Tableau würde man malen; aber man würde ja nur einen Augenblick festhalten können, wie man einen Blitz auch nicht malen kann, sondern nur den Augenblick von ihm festhalten kann; denn das alles verläuft ja in der Zeit. Aber wenn man nur einen Augenblick festhält, bekommt man ein grandioses Bild.

[ 25 ] But there is something very similar between the second type of dreams and what one experiences in the imagination when this imagination first develops in the soul through exercises. For there one experiences images—and with the utmost clarity; one might even say with precision—one experiences images, powerful images. I would say that one experiences a whole universe—wonderful images, richly colored images, images so immense that nothing else exists in one’s consciousness but these images. If one were to paint these images, one would paint a magnificent tableau; but one would only be able to capture a single moment, just as one cannot paint a flash of lightning, but can only capture the moment of it; for all of this unfolds in time. But if one captures just a single moment, one obtains a magnificent image.

[ 26 ] Wollen wir es uns schematisch vorführen. Es ist natürlich durchaus nicht von einer übertriebenen Ähnlichkeit mit dem, was geschaut wird. Aber damit wir uns vor die Seele führen können, um was es sich handelt, wollen wir es schematisch vor uns hinzeichnen.

[ 26 ] Let’s illustrate this schematically. Of course, it is by no means an exaggerated representation of what is actually seen. But so that we can bring to mind what this is all about, let’s sketch it out schematically.

[ 27 ] Man betrachte nun dieses Bild, das ich nur schematisch hingezeichnet habe. Es ist in sich konfiguriert. Es enthält die verschiedensten gestalteten Bilder. Es ist innerlich und äußerlich etwas Grandioses. Wird man nun immer stärker im Konzentrieren, im Festhalten dieses Bildes, tritt es nicht bloß einen Augenblick auf — da muß man es mit Geistesgegenwart abfangen, wenn es bloß einen Augenblick auftritt, sonst huscht es weg, bevor man es überhaupt ins Gegenwärtige hereingefaßt hat; Geistesgegenwart braucht man überhaupt zum geistigen Beobachten —, ist man imstande, nicht nur soviel Geistesgegenwart anzuwenden, um die Sache zu erhaschen, daß man sie überhaupt im Bewußtsein hat, sondern kann man sie festhalten, dann zieht dieses Bild sich zusammen, dann wird es, statt, ich möchte sagen, ein Weltall-Umspannendes zu sein, kleiner und kleiner, und man sieht, wie es in der Zeit vorrückt. Und, ich möchte sagen, es schnappt herein in etwas. Aus dem einen wird der menschliche Kopf, aus dem anderen wird die menschliche Lunge, aus dem anderen wird die menschliche Leber. Die physische Materie, die vom mütterlichen Leibe kommt, füllt nur dasjenige aus, was da aus der geistigen Welt hereinkommt. Der Mensch wird daraus. Man sagt sich zuletzt: Ja, was Leber ist, das sieht man im vorirdischen Dasein geistig in einem grandiosen Bilde; die Lunge sieht man im vorirdischen Dasein geistig in diesem grandiosen Bilde. Und jetzt vergleicht man es hinterher mit dem, was im Traume der zweiten Art ist. Da erscheint einem ein Organ, wie ich vorhin gesagt habe, vielleicht auch in einem sehr schönen Bilde; aber stümperhaft gegen das, was die Imagination liefert, ist es doch.

[ 27 ] Now consider this image, which I have sketched out only schematically. It is self-contained. It contains a wide variety of formed images. It is something magnificent, both internally and externally. If one becomes increasingly adept at concentrating and holding onto this image, it does not appear merely for a moment—one must seize it with presence of mind when it appears even for a moment; otherwise, it flits away before one has even grasped it in the present; One needs presence of mind for spiritual observation in general—if one is able not only to apply enough presence of mind to catch the thing so that one is even aware of it, but can also hold onto it, then this image contracts; then, instead of I might say, being all-encompassing, smaller and smaller, and one sees how it advances through time. And, I might say, it snaps into something. From one part comes the human head, from another the human lung, from yet another the human liver. The physical matter that comes from the mother’s body merely fills out what is coming in from the spiritual world. The human being is formed from this. One ultimately says to oneself: Yes, what the liver is, one sees spiritually in a magnificent image in pre-earthly existence; one sees the lung spiritually in this magnificent image in pre-earthly existence. And now, afterward, one compares this with what is found in the second kind of dream. There, as I said earlier, an organ appears—perhaps even in a very beautiful image—but it is still amateurish compared to what the imagination provides.

[ 28 ] Und so bekommt man den Eindruck: die Imagination gibt etwas, was von Weltmeisterschaft geschaffen ist; der Traum gibt etwas, was stümperhaft ist. Aber sie weisen beide nach demselben hin. Und sie sind das, was im Geistigen die innere Organisation des Menschen darstellt.

[ 28 ] And so one gets the impression that the imagination provides something created by the world spirit, while the dream provides something that is amateurish. But both point to the same thing. And they are what, in the spiritual realm, constitute the inner organization of the human being.

[ 29 ] Von da aus ist es nicht mehr weit zu einer anderen, sehr gültigen Vorstellung. Man kommt darauf, wenn man durch die Imagination diesen vorirdischen Menschen als mächtiges Ätherbild merkt, merkt wie dieses mächtige Ätherbild sich in den physischen Menschen gleichsam hereinkristallisiert, man kommt darauf, zu fragen: Nun, wenn jetzt die Traumbilder, die sich auf innere Organe beziehen, anfangen würden dieselbe Tätigkeit zu entwickeln? Man kommt darauf, sich zu sagen: Da würde die Karikatur einer Leber entstehen. — Die menschliche in sich vollkommene Leber wird von dem Imaginationsbilde, das auf das vorirdische Dasein hinweist, gebildet. Würde das Traumbild sich zur Leber gestalten, dann würde der Mensch aus diesem Traumbilde nicht eine Menschenleber, nicht einmal eine Gansleber, sondern die Karikatur einer Leber bekommen.

[ 29 ] From there, it is not far to another, very valid conception. One arrives at this when, through imagination, one perceives this pre-earthly human being as a powerful etheric image, and notices how this powerful etheric image crystallizes, as it were, into the physical human being; one is led to ask: Well, what if the dream images relating to the internal organs were now to begin to develop the same activity? One is led to say to oneself: A caricature of a liver would arise. — The human liver, perfect in itself, is formed by the image of imagination that points to pre-earthly existence. If the dream image were to take the form of a liver, then from this dream image the human being would not receive a human liver, not even a goose liver, but rather a caricature of a liver.

[ 30 ] Das läßt nun in der Tat tief hineinblicken in die ganze Menschenwesenheit. Denn sehen Sie, es ist doch etwas Ähnliches, das zeigt sich ganz klar, zwischen dem Traumbilde und dem imaginativen Bilde. Und man muß sich fragen: Woher kommt denn dieses Ähnliche?

[ 30 ] This does indeed provide a deep insight into the whole of human existence. For you see, there is something similar—and this becomes quite clear—between the dream image and the imaginative image. And one must ask oneself: Where does this similarity come from?

[ 31 ] Nun kann man aber noch weitergehen. Man nehme die Traumbilder der ersten Art, wo an äußere Erlebnisse angeknüpft wird. Für diese ist zunächst nichts Ähnliches in dem imaginativen Vorstellen. Aber das imaginative Vorstellen geht über zu einem vorirdischen Erleben des Menschen, wo der Mensch nicht mit anderen physischen Menschen zu tun hat; das imaginative Anschauen geht über zu einem Abbilde von vorirdischen Geist-Erlebnissen. Legen Sie sich das einmal vor, was damit charakterisiert ist.

[ 31 ] But we can go even further. Consider the dream images of the first kind, which are linked to external experiences. At first glance, there is nothing similar to these in imaginative thinking. But imaginative thinking transitions into a pre-earthly experience of the human being, in which the human being has no contact with other physical human beings; imaginative contemplation transitions into a representation of pre-earthly spiritual experiences. Try to picture what is characterized by this.

[ 32 ] Wenn wir auf das Innere des Menschen schauen, dann bekommen wir den Eindruck, daß mit gewissen symbolischen Bildern, treten sie nun auf durch die Imagination oder durch den Traum, das Innere des Menschen gemeint ist, die menschliche Organisation gemeint ist; daß dahingegen die Imaginationen, die sich auf äußere Erlebnisse beziehen, nicht mit dem zusammenhängen, was der Mensch an innerlicher Organisation hat, aber auch nicht mit dem äußeren Erdenleben zusammenhängen; sie weisen auf Erlebnisse des vorirdischen Daseins hin. Und neben sie nur kann man stellen die Traumerlebnisse, die sich auf äußere Erlebnisse des Erdendaseins beziehen, nicht aber in irgendeinem inneren Zusammenhang mit ihnen sind. Dieser innere Zusammenhang besteht für die Träume der zweiten Art.

[ 32 ] When we look at the inner life of the human being, we get the impression that certain symbolic images—whether they arise through imagination or through dreams—refer to the inner life of the human being, to the human constitution; that, in contrast, the imaginations that relate to external experiences are not connected to a person’s inner organization, nor are they connected to external earthly life; they point to experiences of pre-earthly existence. And only alongside these can one place the dream experiences that relate to external experiences of earthly life, yet are not in any inner connection with them. This inner connection exists for the dreams of the second kind.

[ 33 ] Nun, was will ich denn durch die Darstellung von all dem? Durch die Darstellung von alledem möchte ich darauf hinweisen, wie es eine intime Art der Betrachtung des Menschenlebens gibt, die wirkliche Lebensrätsel aufwirft. Es ist so, daß der Mensch heute das Leben eigentlich recht oberflächlich betrachtet. Würde er es genauer, intimer betrachten, so würden ihm die Dinge auffallen, von denen ich heute gesprochen habe. Aber in einem gewissen Sinne fallen sie ihm auf, nur weiß er eigentlich nichts davon, wie sie ihm auffallen. Der Mensch wird sich eigentlich gar nicht bewußt, wie stark das doch auf sein Leben einen Einfluß hat, was er träumt. Er betrachtet den Traum als etwas Vorüberhuschendes, weil er nicht weiß, daß in die eine Art der Träume sein Ich, in die andere Art der Träume sein Astralleib eingreift. Wenn wir aber das Leben erfassen in bezug auf noch einschneidendere Erscheinungen, dann werden die angedeuteten Rätsel noch brennender.

[ 33 ] Well, what am I trying to achieve by presenting all of this? By presenting all of this, I would like to point out that there is an intimate way of looking at human life that raises real mysteries of life. The fact is that people today view life in a rather superficial way. If they were to look at it more closely, more intimately, they would notice the things I have spoken of today. But in a certain sense, they do notice them—only they are not actually aware of how they notice them. People are not really conscious of just how strongly their dreams influence their lives. They regard dreams as something fleeting, because they do not know that in one type of dream their “I” intervenes, and in another type of dream their astral body intervenes. But when we grasp life in relation to even more profound phenomena, the mysteries I have hinted at become even more pressing.

[ 34 ] Für diejenigen, die längere Zeit hier sind, sind solche Tatsachen schon erwähnt worden. Ich will wieder darauf hinweisen, wie es einen pathologischen Zustand im Menschen gibt, der darin besteht, daß der Mensch erinnerungsmäßig den Zusammenhang an sein Leben verliert. Ich habe es für einen Bekannten von mir angeführt, der eines Tages, ohne daß er davon in seinem Bewußtsein etwas weiß, aus seiner Wohnung, von seiner Familie fortgeht nach dem Bahnhof, sich ein Billett ersteht, bis zu einer bestimmten Station fährt wie ein Nachtwandler. Auf der Umsteigestation löst er sich das andere Billett, fährt weiter, fährt lange Zeit herum. Er hat die Fahrt von einer Stadt Süddeutschlands angetreten. Man konnte später konstatieren, als man dem Fall nachgegangen war, daß er in Budapest, in Polen, Lemberg und so weiter gewesen ist. Er hat sich zuletzt entdeckt — da fing sein Bewußtsein wieder an zu wirken — in einem Obdachlosenasyl in Berlin, wo er zuletzt gelandet ist. Diesem Momente, wo er im Obdachlosenasyl angekommen war, waren ein paar Wochen vorangegangen, die in seinem Bewußtsein ausgelöscht waren. Er erinnerte sich an das letzte, was er noch zu Hause gemacht hatte; das andere war ausgelöscht. Man mußte von außen die ganze Reise verfolgen.

[ 34 ] For those who have been here for some time, such facts have already been mentioned. I would like to point out once again that there is a pathological condition in human beings that consists in the person losing, in terms of memory, the sense of coherence in their life. I cited this example in connection with an acquaintance of mine who, one day—without being consciously aware of it—left his apartment and his family, went to the train station, bought a ticket, and traveled to a certain station like a sleepwalker. At the transfer station, he bought another ticket, continued on, and traveled around for a long time. He had set out on his journey from a city in southern Germany. It was later determined, after the case was investigated, that he had been in Budapest, Poland, Lemberg, and so on. He finally came to his senses—that’s when his consciousness began to function again—in a homeless shelter in Berlin, where he had ultimately ended up. The moment he arrived at the homeless shelter had been preceded by a few weeks that had been erased from his memory. He remembered the last thing he had done at home; everything else had been erased. One had to trace the entire journey from the outside.

[ 35 ] Sie sehen, da ist das Ich nicht bei dem, was der Mensch tut. Wenn Sie die entsprechende Literatur verfolgen, so werden Sie Hunderte und Hunderte von Fällen eines solchen aussetzenden Ich-Bewußtseins finden. Was liegt denn da eigentlich vor? Wenn Sie sich darauf einlassen würden, die Traumwelt eines solchen Menschen, der in diesen pathologischen Zustand verfällt, zu studieren, so würden Sie auf etwas Merkwürdiges kommen. Sie würden zunächst finden, daß er, wenigstens zu gewissen Zeiten seines Lebens, die denkbar lebhaftesten Träume hatte, Träume, die ganz besonders dadurch charakterisiert sind, daß er sich im Traum etwas vornimmt, Absichten hat im Traume.

[ 35 ] You see, the “I” is not present in what the person is doing. If you review the relevant literature, you will find hundreds and hundreds of cases of this kind of suspended sense of self. What is actually going on here? If you were to undertake a study of the dream world of such a person who has fallen into this pathological state, you would discover something remarkable. You would first find that, at least at certain times in their life, they had the most vivid dreams imaginable—dreams characterized in particular by the fact that they set out to do something in the dream and have intentions within the dream.

[ 36 ] Wenn Sie die Träume eines gesunden Menschen studieren, werden Sie finden, daß gerade dieses Hereinspielen von Absichten in den Traum entweder sehr schwach ist oder überhaupt nicht vorkommt. Der Mensch träumt alles mögliche Wunderbare, aber Absichten spielen in der Regel keine Rolle. Wenn sie eine Rolle spielen im Traume, so wacht der Mensch in der Regel aus solchen Träumen so auf, daß er über diese Absichten sich selber verspottet. Wenn Sie aber solche Menschen mit intermittierendem Bewußtsein, mit einem Bewußtsein das auslöscht für eine Zeitlang, hinsichtlich ihrer Träume studieren, dann werden Sie sehen, daß das Menschen sind, die Absichten im 'Traume hegen und diese Absichten beim Aufwachen ungeheuer ernst nehmen, sogar so ernst nehmen, daß sie Gewissensbisse empfinden, wenn sie die im 'Traume gehegten Absichten nicht ausführen können. Manchmal sind diese Absichten ja so albern gegenüber der äußeren physischen Welt, daß sie sie nicht ausführen können; dann quält sie das, dann macht sie das furchtbar aufgeregt. Das ist die Kehrseite dieses ausgelöschten Bewußtseins, den Traum ernst zu nehmen, im besonderen mit Bezug auf den Absichtstraum, nicht Wunschtraum, auf den Absichtstraum.

[ 36 ] If you study the dreams of a healthy person, you will find that this very interplay of intentions in the dream is either very weak or does not occur at all. People dream all sorts of wonderful things, but intentions generally play no role. If they do play a role in a dream, the person usually wakes up from such dreams in a way that makes them laugh at themselves for having had those intentions. But if you study people with intermittent consciousness—whose consciousness is temporarily suspended—with regard to their dreams, you will see that these are people who harbor intentions in their “dreams” and take these intentions incredibly seriously upon waking—so seriously, in fact, that they feel pangs of conscience if they cannot carry out the intentions they harbored in their “dreams.” Sometimes these intentions are so absurd in relation to the external physical world that they cannot carry them out; then this torments them, and it makes them terribly agitated. This is the flip side of this suspended consciousness—taking the dream seriously, particularly with regard to the dream of intention, not a wishful dream, but the dream of intention.

[ 37 ] Derjenige, der Menschenbeobachtung hat, sieht es unter Umständen schon dem Menschen an, ob ihm jemals so etwas passieren könnte wie ein ausgelöschtes Bewußtsein. Solche Menschen haben etwas, was zeigt, daß sie mit Bezug auf gewisse innere und äußere Erlebnisse nie ganz aufwachen: Man kommt nach und nach darauf, wenn man einen solchen Menschen beobachtet, daß er jede Nacht in seinem Schlafzustand mit seinem Ich zu weit herausgeht aus dem physischen und dem Ätherleib, sich zu weit entfernt, so daß er nicht mehr alles mitnehmen kann, was er da draußen erlebt. Er geht zu tief in den Geist hinein, um all das, was er in der geistigen Welt erlebt, wiederum zurückzutragen in den physischen und Ätherleib. Und endlich, weil er das so oft nicht völlig zurückträgt, hält es ihn dann zuletzt draußen. Das, was er da zu tief im Geiste erlebt, das hält zuletzt überhaupt das Ich aus dem physischen Leib draußen und er kommt in diesen Zustand, wo das Ich nicht im physischen Leib drinnen ist.

[ 37 ] Someone with a keen eye for observing people may, under certain circumstances, be able to tell just by looking at a person whether something like a loss of consciousness could ever happen to them. Such people have a certain quality that indicates they never fully awaken in relation to certain inner and outer experiences: As one observes such a person, one gradually comes to realize that every night, while asleep, their ego ventures too far out of the physical and etheric bodies, moving too far away so that they can no longer bring back everything they experience out there. They delve too deeply into the spiritual realm to carry back into the physical and etheric bodies all that they experience in the spiritual world. And finally, because they so often fail to carry it all back completely, it ultimately holds them outside. What they experience too deeply in the spiritual realm ultimately keeps the “I” out of the physical body altogether, and they enter this state where the “I” is not inside the physical body.

[ 38 ] In einem solchen radikalen Fall, wo eine Störung des Bewußtseins in der geschilderten Art auftritt, ist es insbesondere interessant, das Traumleben eines solchen Menschen zu betrachten. Es ist anders als das Traumleben gewöhnlicher Zeitgenossen, sagen wir, es ist viel interessanter. Nur natürlich hat dieses Interessante seine Kehrseite. Aber schließlich, wie von außen betrachtet die Krankheit auch interessanter ist als die Gesundheit — nur nicht von innen betrachtet für den betreffenden Menschen, ich meine auch nicht für das gewöhnliche Leben, aber für die Erkenntnis des Menschenwesens —, so ist es tatsächlich so, daß dasjenige, was sich als das Traumleben eines solchen pathologischen Menschen, wie ich ihn geschildert habe, darstellt, viel interessanter ist als das Traumleben, ich will nicht sagen eines Philisters, aber eines Zeitgenossen.

[ 38 ] In such a radical case, where a disturbance of consciousness occurs in the manner described, it is particularly interesting to examine the dream life of such a person. It is different from the dream life of ordinary people; let’s say, it is much more interesting. Of course, this interest has its downside. But ultimately, just as illness—when viewed from the outside—is more interesting than health—though not when viewed from the inside by the person concerned; I mean, not for ordinary life, but for the understanding of the human being—so it is indeed the case that what presents itself as the dream life of such a pathological person, as I have described him, is much more interesting than the dream life, I won’t say of a philistine, but of a contemporary.

[ 39 ] Ja, da sehen Sie schon eine Art Verbindung des Ich mit der ganzen Traumwelt auftreten. Ich möchte sagen, Sie können sie greifen, diese Verbindung des Ich mit der Traumwelt. Und es entstehen folgende Fragen vor uns: Wie ist es denn nun mit den Traumbildern, die sich auf innere Organe beziehen, im Verhältnis zu den Imaginationen, die sich auf innere Organe beziehen, wie ist es denn da?

[ 39 ] Yes, there you can already see a kind of connection emerging between the “I” and the entire world of dreams. I would say you can grasp this connection between the “I” and the dream world. And the following questions arise: What about dream images that relate to internal organs, in comparison to imaginations that relate to internal organs—how does that work?

[ 40 ] Nun, äußerlich schon zeigt es sich ja, daß dasjenige, was in den Imaginationen als Bilder der inneren Organisation gegeben wird, hinweist auf das, was im Menschen ist, bevor er seinen Erdenleib hat, bevor er auf Erden da ist; die Traumbilder treten auf, wenn er da ist. Die Imaginationen weisen also zurück; die Traumbilder weisen auf die Gegenwart. Aber wenn das auch der Fall ist, daß, wenn wir ein gewöhnliches Traumbild nehmen, das auf ein inneres Organ hinweist, ihm eine Karikatur des inneren Organes entsprechen würde, während der Imagination das vollkommene innere Organ entspricht, so können wir doch sagen: Diese Karikatur hat trotzdem die Möglichkeit in sich, sich zu einem Organ auszuwachsen; wir sagen uns, wenn wir die Karikatur in Betracht ziehen, die könnte wachsen zu einem vollkommenen Organ.

[ 40 ] Well, even outwardly it is evident that what is presented in the imaginations as images of the inner organization points to what is within the human being before he has his earthly body, before he is here on earth; the dream images appear once he is here. The imaginations, then, point backward; the dream images point to the present. But even if it is the case that, when we take an ordinary dream image that points to an internal organ, it corresponds to a caricature of that internal organ, whereas the imagination corresponds to the perfect internal organ, we can still say: This caricature nevertheless has within it the potential to develop into an organ; we tell ourselves, when we consider the caricature, that it could grow into a perfect organ.

[ 41 ] Nun, da ist der Anfang zu jener Betrachtung, die wir dann morgen anstellen wollen, und die in der Frage wurzelt: Bezieht sich vielleicht dasjenige, was die Imagination darbietet, auf das vergangene Leben des Menschen und ist der Traum der Anfang der Imagination der Zukunft? Wird vielleicht aus unserem Traumbilde, das wir heute hegen, jene Imagination, auf die wir zurückblicken können in einem künftigen Erdenleben? Ist vielleicht der Inhalt des Traumes der Keim des Inhaltes der Imagination?

[ 41 ] Well, here is the starting point for the reflection we intend to undertake tomorrow, one that stems from the question: Does what the imagination presents perhaps relate to a person’s past life, and is the dream the beginning of the imagination of the future? Will the dream images we cherish today perhaps become the imagination we can look back upon in a future earthly life? Is the content of the dream perhaps the seed of the content of the imagination?

[ 42 ] Diese bedeutungsvolle Frage stellt sich vor uns hin. Wir sehen da zusammenrücken das, was wir durch eine Betrachtung der Träume gewinnen können mit der Frage nach den wiederholten Erdenleben des Menschen. Aber Sie sehen auch, man muß wirklich tiefer in das Leben des Menschen hineinschauen, als man es gewöhnlich bequem findet, um den Anschluß zu finden an das, was dann die Initiationswissenschaft über das Wesen des Menschen sagt.

[ 42 ] This significant question lies before us. We see here a convergence between what we can gain from the study of dreams and the question of the human being’s repeated earthly lives. But you also see that one must truly look deeper into human life than is usually convenient in order to find a connection to what the science of initiation then says about the nature of the human being.

[ 43 ] Durch solch einen Vortrag wie den heutigen möchte ich namentlich eine Vorstellung davon hervorrufen, wie oberflächlich die Beobachtung des Menschen innerhalb der heutigen Zivilisation ist, und wie überall Intimität der Beobachtung eintreten muß. Diese Intimität der Beobachtung, die führt aber schon zur Geisteswissenschaft hin.

[ 43 ] Through a lecture such as today’s, I would like, in particular, to convey an idea of how superficial human observation is within today’s civilization, and how intimacy of observation must be introduced everywhere. This intimacy of observation, however, already leads toward spiritual science.