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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume I
GA 235

24 February 1924, Dornach

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Vierter Vortrag

Vierter Vortrag

[ 1 ] Heute möchte ich zunächst einige umfassendere Gesichtspunkte in bezug auf die Entwickelung des Karmas bringen, um dann allmählich immer mehr und mehr auf diejenigen Dinge eingehen zu können, die eigentlich nur durch die, wenn ich so sagen soll, speziellen Ausführungen wenigstens veranschaulicht werden können, Wir müssen uns, wenn wir in den Gang des Karmas Einsicht gewinnen wollen, vorstellen können, wie eigentlich der Mensch beim Heruntersteigen aus der geistigen Welt in die physische Welt seine ganze Organisation zusammensetzt.

[ 1 ] Heute möchte ich zunächst einige umfassendere Gesichtspunkte in bezug auf die Entwickelung des Karmas bringen, um dann allmählich immer mehr und mehr auf diejenigen Dinge eingehen zu können, die eigentlich nur durch die, wenn ich so sagen soll, speziellen Ausführungen wenigstens veranschaulicht werden können, Wir müssen uns, wenn wir in den Gang des Karmas Einsicht gewinnen wollen, vorstellen können, wie eigentlich der Mensch beim Heruntersteigen aus der geistigen Welt in die physische Welt seine ganze Organisation zusammensetzt.

[ 2 ] Sie werden ja begreifen, daß es in der gegenwärtigen Sprache nicht eigentlich geeignete Ausdrücke gibt für Vorgänge, die in der gegenwärtigen Zivilisation ziemlich unbekannt sind, und daß daher die Ausdrücke für das, was da geschieht, eigentlich nur ungenau sein können. Wir haben, wenn wir aus der geistigen in die physische Welt heruntersteigen zu einem Erdenleben, zunächst unseren physischen Leib durch die Vererbungsströmung vorbereitet. Dieser physische Leib, wir werden sehen, wie er dennoch in einer gewissen Beziehung mit dem zusammenhängt, was der Mensch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erlebt. Für heute kann es uns genügen, wenn wir uns eben darüber klar sind, daß dieser physische Leib uns eigentlich von der Erde aus gegeben wird. Diejenigen Glieder der menschlichen Wesenheit dagegen, welche als höhere Glieder angesprochen werden können, ätherischer Leib, astralischer Leib und Ich, die kommen ja herunter aus der geistigen Welt.

[ 2 ] Sie werden ja begreifen, daß es in der gegenwärtigen Sprache nicht eigentlich geeignete Ausdrücke gibt für Vorgänge, die in der gegenwärtigen Zivilisation ziemlich unbekannt sind, und daß daher die Ausdrücke für das, was da geschieht, eigentlich nur ungenau sein können. Wir haben, wenn wir aus der geistigen in die physische Welt heruntersteigen zu einem Erdenleben, zunächst unseren physischen Leib durch die Vererbungsströmung vorbereitet. Dieser physische Leib, wir werden sehen, wie er dennoch in einer gewissen Beziehung mit dem zusammenhängt, was der Mensch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erlebt. Für heute kann es uns genügen, wenn wir uns eben darüber klar sind, daß dieser physische Leib uns eigentlich von der Erde aus gegeben wird. Diejenigen Glieder der menschlichen Wesenheit dagegen, welche als höhere Glieder angesprochen werden können, ätherischer Leib, astralischer Leib und Ich, die kommen ja herunter aus der geistigen Welt.

[ 3 ] Den ätherischen Leib zieht der Mensch gewissermaßen aus dem ganzen Weltenäther heran, bevor er sich mit dem physischen Leib, der ihm durch die Abstammung gegeben wird, vereinigt. Es kann eine Vereinigung des seelisch-geistigen Menschen nach Ich, astralischem Leib und ätherischem Leib mit dem physischen Menschenembryo nur dadurch erfolgen, daß sich der ätherische Leib des mütterlichen Organismus allmählich von dem physischen Menschenkeim zurückzieht.

[ 3 ] Den ätherischen Leib zieht der Mensch gewissermaßen aus dem ganzen Weltenäther heran, bevor er sich mit dem physischen Leib, der ihm durch die Abstammung gegeben wird, vereinigt. Es kann eine Vereinigung des seelisch-geistigen Menschen nach Ich, astralischem Leib und ätherischem Leib mit dem physischen Menschenembryo nur dadurch erfolgen, daß sich der ätherische Leib des mütterlichen Organismus allmählich von dem physischen Menschenkeim zurückzieht.

[ 4 ] Der Mensch also vereinigt sich mit dem physischen Menschenkeim, nachdem er seinen ätherischen Leib aus dem allgemeinen Weltenäther herangezogen hat. Die genaueren Beschreibungen dieser Vorgänge sollen uns später beschäftigen. Jetzt soll uns vorzugsweise interessieren, woher die einzelnen Glieder der menschlichen Wesenheit kommen, die der Mensch während seines Erdenlebens zwischen Geburt und Tod hat.

[ 4 ] Der Mensch also vereinigt sich mit dem physischen Menschenkeim, nachdem er seinen ätherischen Leib aus dem allgemeinen Weltenäther herangezogen hat. Die genaueren Beschreibungen dieser Vorgänge sollen uns später beschäftigen. Jetzt soll uns vorzugsweise interessieren, woher die einzelnen Glieder der menschlichen Wesenheit kommen, die der Mensch während seines Erdenlebens zwischen Geburt und Tod hat.

[ 5 ] Der physische Organismus also kommt aus der Abstammungsströmung, der ätherische Organismus aus dem Weltenäther, aus dem er herangezogen wird. Der astralische Organismus — er bleibt ja, man möchte sagen, in jeder Beziehung während des Erdenlebens dem Menschen unbewußt oder unterbewußt —, er enthält alles dasjenige, was Ergebnisse des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sind.

[ 5 ] Der physische Organismus also kommt aus der Abstammungsströmung, der ätherische Organismus aus dem Weltenäther, aus dem er herangezogen wird. Der astralische Organismus — er bleibt ja, man möchte sagen, in jeder Beziehung während des Erdenlebens dem Menschen unbewußt oder unterbewußt —, er enthält alles dasjenige, was Ergebnisse des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sind.

[ 6 ] Und zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ist es ja so, daß der Mensch nach Maßgabe dessen, was er geworden ist durch die vorigen Erdenleben, in der mannigfaltigsten Weise zu anderen Menschenseelen in Beziehung kommt, die sich auch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt befinden, oder zu anderen geistigen Wesenheiten höherer Weltenordnung, die nicht in einem Menschenleibe zur Erde herabsteigen, sondern in der geistigen Welt ihr Dasein haben.

[ 6 ] Und zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ist es ja so, daß der Mensch nach Maßgabe dessen, was er geworden ist durch die vorigen Erdenleben, in der mannigfaltigsten Weise zu anderen Menschenseelen in Beziehung kommt, die sich auch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt befinden, oder zu anderen geistigen Wesenheiten höherer Weltenordnung, die nicht in einem Menschenleibe zur Erde herabsteigen, sondern in der geistigen Welt ihr Dasein haben.

[ 7 ] Alles das, was der Mensch herüberbringt aus früheren Erdenleben, nach dem, wie er war, nach dem, was er getan hat, das findet die Sympathie oder Antipathie der Wesenheiten, die er kennenlernt, indem er durchgeht durch die Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da ist für das Karma nicht nur von einer großen Bedeutung, welche Sympathien und Antipathien bei höheren Wesenheiten der Mensch findet durch das, was er getan hat im vorigen Erdenleben, sondern da ist vor allen Dingen von einer großen Bedeutung, daß der Mensch in Beziehung kommt zu denjenigen Menschenseelen, mit denen er auf Erden in Beziehung war, und daß eine eigentümliche Spiegelung stattfindet zwischen seinem Wesen und dem Wesen derjenigen Seelen, mit denen er auf Erden in Beziehung war. Nehmen wir an, irgend jemand hat zu einer Seele, die er nun wieder trifft zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, eine gute Beziehung gehabt. In ihm hat gelebt während früherer Erdenleben alles das, was eine gute Beziehung begleitet. Dann spiegelt sich diese gute Beziehung in der Seele, wenn diese Seele zwischen dem Tode und einer neuen Geburt getroffen wird. Und es ist wirklich so, daß der Mensch bei diesem Durchgange durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in den Seelen, mit denen er nun zusammenlebt, weil er mit ihnen auf Erden zusammengelebt hat, überall sich selbst gespiegelt sieht. Hat man einem Menschen etwas Gutes zugefügt, es spiegelt sich etwas von der Seele herüber; hat man ihm etwas Böses zugefügt, es spiegelt sich etwas von der Seele herüber. Und man hat das Gefühl — wenn ich mich da des Ausdruckes «Gefühl» mit der Einschränkung, die ich im Beginne meiner Auseinandersetzungen gemacht habe, bedienen darf —: du hast diese Menschenseele gefördert. Was du da erlebt hast durch die Förderung, was du da empfunden hast für diese Menschenseele, was aus Empfindungen heraus zu deinem Verhalten geführt hat, deine eigenen inneren Erlebnisse während der Tat dieser Förderung, sie kommen zurück von dieser Seele. Sie spiegeln sich von dieser Seele aus. Eine andere Seele — man hat sie geschädigt; dasjenige, was in einem gelebt hat während dieser Schädigung, es spiegelt sich.

[ 7 ] Alles das, was der Mensch herüberbringt aus früheren Erdenleben, nach dem, wie er war, nach dem, was er getan hat, das findet die Sympathie oder Antipathie der Wesenheiten, die er kennenlernt, indem er durchgeht durch die Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da ist für das Karma nicht nur von einer großen Bedeutung, welche Sympathien und Antipathien bei höheren Wesenheiten der Mensch findet durch das, was er getan hat im vorigen Erdenleben, sondern da ist vor allen Dingen von einer großen Bedeutung, daß der Mensch in Beziehung kommt zu denjenigen Menschenseelen, mit denen er auf Erden in Beziehung war, und daß eine eigentümliche Spiegelung stattfindet zwischen seinem Wesen und dem Wesen derjenigen Seelen, mit denen er auf Erden in Beziehung war. Nehmen wir an, irgend jemand hat zu einer Seele, die er nun wieder trifft zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, eine gute Beziehung gehabt. In ihm hat gelebt während früherer Erdenleben alles das, was eine gute Beziehung begleitet. Dann spiegelt sich diese gute Beziehung in der Seele, wenn diese Seele zwischen dem Tode und einer neuen Geburt getroffen wird. Und es ist wirklich so, daß der Mensch bei diesem Durchgange durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in den Seelen, mit denen er nun zusammenlebt, weil er mit ihnen auf Erden zusammengelebt hat, überall sich selbst gespiegelt sieht. Hat man einem Menschen etwas Gutes zugefügt, es spiegelt sich etwas von der Seele herüber; hat man ihm etwas Böses zugefügt, es spiegelt sich etwas von der Seele herüber. Und man hat das Gefühl — wenn ich mich da des Ausdruckes «Gefühl» mit der Einschränkung, die ich im Beginne meiner Auseinandersetzungen gemacht habe, bedienen darf —: du hast diese Menschenseele gefördert. Was du da erlebt hast durch die Förderung, was du da empfunden hast für diese Menschenseele, was aus Empfindungen heraus zu deinem Verhalten geführt hat, deine eigenen inneren Erlebnisse während der Tat dieser Förderung, sie kommen zurück von dieser Seele. Sie spiegeln sich von dieser Seele aus. Eine andere Seele — man hat sie geschädigt; dasjenige, was in einem gelebt hat während dieser Schädigung, es spiegelt sich.

[ 8 ] Und man hat eigentlich wie in einem mächtigen, ausgebreiteten Spiegelungsapparat seine vorigen Erdenleben, namentlich das letzte, aus den Seelen, mit denen man zusammen war, gespiegelt vor sich. Und man bekommt gerade bezüglich seines Tatenlebens den Eindruck: das alles geht von einem fort. Man verliert, oder hat eigentlich längst verloren, zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, das Ich-Gefühl, das man auf Erden im Leibe gehabt hat; man bekommt aber das IchGefühl von dieser ganzen Spiegelung. Man lebt in all den Seelen mit den Spiegelungen seiner Taten auf, mit denen man im Erdenleben zusammen war.

[ 8 ] Und man hat eigentlich wie in einem mächtigen, ausgebreiteten Spiegelungsapparat seine vorigen Erdenleben, namentlich das letzte, aus den Seelen, mit denen man zusammen war, gespiegelt vor sich. Und man bekommt gerade bezüglich seines Tatenlebens den Eindruck: das alles geht von einem fort. Man verliert, oder hat eigentlich längst verloren, zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, das Ich-Gefühl, das man auf Erden im Leibe gehabt hat; man bekommt aber das IchGefühl von dieser ganzen Spiegelung. Man lebt in all den Seelen mit den Spiegelungen seiner Taten auf, mit denen man im Erdenleben zusammen war.

[ 9 ] Auf Erden war das Ich als ein Punkt gewissermaßen. Hier zwischen dem Tode und einer neuen Geburt spiegelt es sich überall aus dem Umkreise. Es ist ein inniges Zusammensein mit den anderen Seelen, aber ein Zusammensein nach Maßgabe der Beziehungen, die man mit ihnen angeknüpft hat.

[ 9 ] Auf Erden war das Ich als ein Punkt gewissermaßen. Hier zwischen dem Tode und einer neuen Geburt spiegelt es sich überall aus dem Umkreise. Es ist ein inniges Zusammensein mit den anderen Seelen, aber ein Zusammensein nach Maßgabe der Beziehungen, die man mit ihnen angeknüpft hat.

[ 10 ] Und das ist alles in der geistigen Welt eine Realität. Wenn wir durch irgendeinen Raum gehen, der viele Spiegel hat, sehen wir uns in jedem Spiegel gespiegelt. Aber wir wissen auch: das ist — der gewöhnlichen Menschensprache nach — nicht da; wenn wir weggehen, bleibt es nicht, spiegeln wir uns nicht mehr. Aber das, was sich da in den Menschenseelen spiegelt, das bleibt, das bleibt vorhanden. Und es kommt eine Zeit im letzten Drittel zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, da bilden wir uns aus diesen Spiegelbildern unseren astralischen Leib. Da ziehen wir das zusammen zu unserem astralischen Leib, so daß wir durchaus in unserem astralischen Leib, wenn wir von der geistigen Welt in die physische heruntersteigen, dasjenige tragen, was wir in uns wieder aufgenommen haben nach der Spiegelung, die unsere Taten im vorigen Erdenleben in anderen Seelen gefunden haben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

[ 10 ] Und das ist alles in der geistigen Welt eine Realität. Wenn wir durch irgendeinen Raum gehen, der viele Spiegel hat, sehen wir uns in jedem Spiegel gespiegelt. Aber wir wissen auch: das ist — der gewöhnlichen Menschensprache nach — nicht da; wenn wir weggehen, bleibt es nicht, spiegeln wir uns nicht mehr. Aber das, was sich da in den Menschenseelen spiegelt, das bleibt, das bleibt vorhanden. Und es kommt eine Zeit im letzten Drittel zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, da bilden wir uns aus diesen Spiegelbildern unseren astralischen Leib. Da ziehen wir das zusammen zu unserem astralischen Leib, so daß wir durchaus in unserem astralischen Leib, wenn wir von der geistigen Welt in die physische heruntersteigen, dasjenige tragen, was wir in uns wieder aufgenommen haben nach der Spiegelung, die unsere Taten im vorigen Erdenleben in anderen Seelen gefunden haben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.

[ 11 ] Das aber gibt uns die Impulse, die uns drängen zu den Menschenseelen, oder abdrängen von den Menschenseelen, mit denen wir dann im physischen Leib zugleich wiederum geboren werden. "

[ 11 ] Das aber gibt uns die Impulse, die uns drängen zu den Menschenseelen, oder abdrängen von den Menschenseelen, mit denen wir dann im physischen Leib zugleich wiederum geboren werden. "

[ 12 ] Und auf diese Art — ich werde demnächst noch ausführlicher den Vorgang zu beschreiben haben, indem ich später auch auf das Ich Rücksicht zu nehmen haben werde —, aber auf diese Art bildet sich zwischen dem Tod und einer neuen Geburt der Impuls zum Karma im neuen Erdenleben aus.

[ 12 ] Und auf diese Art — ich werde demnächst noch ausführlicher den Vorgang zu beschreiben haben, indem ich später auch auf das Ich Rücksicht zu nehmen haben werde —, aber auf diese Art bildet sich zwischen dem Tod und einer neuen Geburt der Impuls zum Karma im neuen Erdenleben aus.

[ 13 ] Und da läßt sich verfolgen, wie ein Impuls des einen Lebens in die anderen Leben hinüberwirkt. Nehmen wir zum Beispiel den Impuls der Liebe. Wir können unsere Taten den anderen Menschen gegenüber aus dem heraus verrichten, was wir Liebe nennen. Es ist ein Unterschied, ob wir unsere Taten aus bloßem Pflichtgefühl heraus verrichten, aus Konvention, aus Anstand und so weiter, oder ob wir sie aus einer größeren oder geringeren Liebe heraus verrichten.

[ 13 ] Und da läßt sich verfolgen, wie ein Impuls des einen Lebens in die anderen Leben hinüberwirkt. Nehmen wir zum Beispiel den Impuls der Liebe. Wir können unsere Taten den anderen Menschen gegenüber aus dem heraus verrichten, was wir Liebe nennen. Es ist ein Unterschied, ob wir unsere Taten aus bloßem Pflichtgefühl heraus verrichten, aus Konvention, aus Anstand und so weiter, oder ob wir sie aus einer größeren oder geringeren Liebe heraus verrichten.

[ 14 ] Nehmen wir an, ein Mensch bringt es dazu, Handlungen zu verrichten in einem Erdenleben, die von der Liebe getragen sind, die durchwärmt sind von der Liebe. Ja, das bleibt als Kraft in seiner Seele vorhanden. Und was er nun mitnimmt als Ergebnis seiner Taten, und was sich da spiegelt in den Seelen, das kommt auf ihn zurück eben als Spiegelbild. Und indem der Mensch sich seinen astralischen Leib daraus bildet, mit dem er herunterkommt zur Erde, wandelt sich die Liebe des vorigen Erdenlebens, die von dem Menschen ausgeströmt ist, rückkommend von anderen Menschen, in Freude. So daß also, indem der Mensch seinen Mitmenschen gegenüber in einem Erdenleben irgend etwas tut, was von Liebe getragen ist, wobei also die Liebe von ihm ausströmt, mit den Taten mitgeht, die den anderen Menschen fördern, dann die Metamorphose beim Durchgang durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so ist, daß sich, was ausströmende Liebe in einem Erdenleben ist, im nächsten Erdenleben metamorphosiert, verwandelt in an den Menschen heranströmende Freude.

[ 14 ] Nehmen wir an, ein Mensch bringt es dazu, Handlungen zu verrichten in einem Erdenleben, die von der Liebe getragen sind, die durchwärmt sind von der Liebe. Ja, das bleibt als Kraft in seiner Seele vorhanden. Und was er nun mitnimmt als Ergebnis seiner Taten, und was sich da spiegelt in den Seelen, das kommt auf ihn zurück eben als Spiegelbild. Und indem der Mensch sich seinen astralischen Leib daraus bildet, mit dem er herunterkommt zur Erde, wandelt sich die Liebe des vorigen Erdenlebens, die von dem Menschen ausgeströmt ist, rückkommend von anderen Menschen, in Freude. So daß also, indem der Mensch seinen Mitmenschen gegenüber in einem Erdenleben irgend etwas tut, was von Liebe getragen ist, wobei also die Liebe von ihm ausströmt, mit den Taten mitgeht, die den anderen Menschen fördern, dann die Metamorphose beim Durchgang durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt so ist, daß sich, was ausströmende Liebe in einem Erdenleben ist, im nächsten Erdenleben metamorphosiert, verwandelt in an den Menschen heranströmende Freude.

[ 15 ] Erleben Sie durch einen Menschen Freude, meine lieben Freunde, in einem Erdenleben, so können Sie sicher sein, daß diese Freude das Ergebnis der Liebe ist, die Sie ihm gegenüber in einem vorigen Erdenleben entfaltet haben. Diese Freude strömt nun wiederum in Ihre Seele zurück während des Erdenlebens. Sie kennen jenes innerlich Erwärmende der Freude. Sie wissen, was Freude im Leben für eine Bedeutung hat, Freude insbesondere, die von Menschen kommt. Sie wärmt das Leben, sie trägt das Leben, sie gibt dem Leben, können wir sagen, Schwingen. Sie ist karmisch das Ergebnis aufgewendeter Liebe.

[ 15 ] Erleben Sie durch einen Menschen Freude, meine lieben Freunde, in einem Erdenleben, so können Sie sicher sein, daß diese Freude das Ergebnis der Liebe ist, die Sie ihm gegenüber in einem vorigen Erdenleben entfaltet haben. Diese Freude strömt nun wiederum in Ihre Seele zurück während des Erdenlebens. Sie kennen jenes innerlich Erwärmende der Freude. Sie wissen, was Freude im Leben für eine Bedeutung hat, Freude insbesondere, die von Menschen kommt. Sie wärmt das Leben, sie trägt das Leben, sie gibt dem Leben, können wir sagen, Schwingen. Sie ist karmisch das Ergebnis aufgewendeter Liebe.

[ 16 ] Aber wir erleben ja wiederum an der Freude eine Beziehung zu dem anderen Menschen, der uns Freude macht. So daß wir in den früheren Erdenleben innerlich etwas gehabt haben, was ausströmen machte die Liebe; in den folgenden Erdenleben haben wir schon als Ergebnis innerlich erlebend die Wärme der Freude. Das ist wiederum etwas, was von uns ausströmt. Ein Mensch, der im Leben Freude erleben darf, ist auch wiederum etwas für die anderen Menschen, was erwärmende Bedeutung hat. Ein Mensch, der Gründe dafür hat, freudelos durchs Leben zu gehen, ist anders zu den anderen Menschen als ein Mensch, der in Freuden darf durch das Leben gehen.

[ 16 ] Aber wir erleben ja wiederum an der Freude eine Beziehung zu dem anderen Menschen, der uns Freude macht. So daß wir in den früheren Erdenleben innerlich etwas gehabt haben, was ausströmen machte die Liebe; in den folgenden Erdenleben haben wir schon als Ergebnis innerlich erlebend die Wärme der Freude. Das ist wiederum etwas, was von uns ausströmt. Ein Mensch, der im Leben Freude erleben darf, ist auch wiederum etwas für die anderen Menschen, was erwärmende Bedeutung hat. Ein Mensch, der Gründe dafür hat, freudelos durchs Leben zu gehen, ist anders zu den anderen Menschen als ein Mensch, der in Freuden darf durch das Leben gehen.

[ 17 ] Das aber, was da erlebt wird in der Freude zwischen der Geburt und dem Tode, das wiederum spiegelt sich in den verschiedensten Seelen, mit denen man auf Erden zusammen war, und die jetzt auch in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sind. Und dieses Spiegelbild, das in vielfacher Weise dann von den Seelen der uns bekannten Menschen kommt, das wirkt wiederum zurück. Wir tragen es wiederum in unserem astralischen Leib, wenn wir zum nächsten — also jetzt sind wir beim dritten Erdenleben —, zum nächsten Erdenleben heruntersteigen. Und wiederum ist es eingeschaltet, eingeprägt unserem astralischen Leibe. Und jetzt wird es in seinem Ergebnis zur Grundlage, zum Impuls des leichten Verstehens von Menschen und Welt. Es wird zur Grundlage derjenigen Seelenverfassung, die uns trägt dadurch, daß wir die Welt verstehen. Wenn wir Freude haben können an dem interessanten Verhalten der Menschen, verstehen das interessante Verhalten der Menschen in einer Erdeninkarnation, so weist uns das zurück auf die Freude der vorhergehenden, auf die Liebe der weiter vorangehenden Erdeninkarnation. Menschen, die mit freiem, offenem Sinn so durch die Welt gehen können, daß der freie, offene Sinn die Welt in sie hereinströmen läßt, so daß sie für die Welt Verständnis haben, das sind Menschen, die diese Stellung zur Welt sich durch Liebe und Freude errungen haben.

[ 17 ] Das aber, was da erlebt wird in der Freude zwischen der Geburt und dem Tode, das wiederum spiegelt sich in den verschiedensten Seelen, mit denen man auf Erden zusammen war, und die jetzt auch in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sind. Und dieses Spiegelbild, das in vielfacher Weise dann von den Seelen der uns bekannten Menschen kommt, das wirkt wiederum zurück. Wir tragen es wiederum in unserem astralischen Leib, wenn wir zum nächsten — also jetzt sind wir beim dritten Erdenleben —, zum nächsten Erdenleben heruntersteigen. Und wiederum ist es eingeschaltet, eingeprägt unserem astralischen Leibe. Und jetzt wird es in seinem Ergebnis zur Grundlage, zum Impuls des leichten Verstehens von Menschen und Welt. Es wird zur Grundlage derjenigen Seelenverfassung, die uns trägt dadurch, daß wir die Welt verstehen. Wenn wir Freude haben können an dem interessanten Verhalten der Menschen, verstehen das interessante Verhalten der Menschen in einer Erdeninkarnation, so weist uns das zurück auf die Freude der vorhergehenden, auf die Liebe der weiter vorangehenden Erdeninkarnation. Menschen, die mit freiem, offenem Sinn so durch die Welt gehen können, daß der freie, offene Sinn die Welt in sie hereinströmen läßt, so daß sie für die Welt Verständnis haben, das sind Menschen, die diese Stellung zur Welt sich durch Liebe und Freude errungen haben.

[ 18 ] Das ist etwas ganz anderes, was wir in den Taten aus der Liebe heraus tun, als dasjenige, was wir aus starrem, trockenem Pflichtgefühl heraus tun. Sie wissen ja, wie ich in meinen Schriften immer darauf gesehen habe, die Taten, die aus der Liebe kommen, als die eigentlich ethischen, als die eigentlich moralischen aufzufassen.

[ 18 ] Das ist etwas ganz anderes, was wir in den Taten aus der Liebe heraus tun, als dasjenige, was wir aus starrem, trockenem Pflichtgefühl heraus tun. Sie wissen ja, wie ich in meinen Schriften immer darauf gesehen habe, die Taten, die aus der Liebe kommen, als die eigentlich ethischen, als die eigentlich moralischen aufzufassen.

[ 19 ] Ich habe oftmals auf den großen Gegensatz hinweisen müssen, der in dieser Beziehung zwischen Kant und Schiller besteht. Kant hat ja eigentlich im Leben und in der Erkenntnis alles verkantet. Es ist alles eckig und kantig in der Erkenntnis durch Kant geworden, und so auch das menschliche Handeln: «Pflicht, du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest...» und so weiter. Ich habe die Stelle in meiner «Philosophie der Freiheit» zum geheuchelten Ärger vieler Gegner — nicht zum wirklichen, zum geheuchelten Ärger vieler Gegner — zitiert und habe dasjenige dagegengestellt, was ich selber als meine Anschauung anerkennen muß: Liebe, du warm zur Seele sprechender Impuls — und so weiter.

[ 19 ] Ich habe oftmals auf den großen Gegensatz hinweisen müssen, der in dieser Beziehung zwischen Kant und Schiller besteht. Kant hat ja eigentlich im Leben und in der Erkenntnis alles verkantet. Es ist alles eckig und kantig in der Erkenntnis durch Kant geworden, und so auch das menschliche Handeln: «Pflicht, du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest...» und so weiter. Ich habe die Stelle in meiner «Philosophie der Freiheit» zum geheuchelten Ärger vieler Gegner — nicht zum wirklichen, zum geheuchelten Ärger vieler Gegner — zitiert und habe dasjenige dagegengestellt, was ich selber als meine Anschauung anerkennen muß: Liebe, du warm zur Seele sprechender Impuls — und so weiter.

[ 20 ] Schiller, gegenüber dem starren, trockenen Pflichtbegriffe Kants, hat ja die Worte geprägt: «Gerne dien’ ich den Freunden, doch tu’ ich es leider mit Neigung, und so wurmt es mich oft, daß ich nicht tugendhaft bin.» Denn nach Kantscher Ethik ist dasjenige, was man aus Neigung tut, nicht tugendhaft, sondern dasjenige, was man aus dem starren Pflichtbegriff heraus tut.

[ 20 ] Schiller, gegenüber dem starren, trockenen Pflichtbegriffe Kants, hat ja die Worte geprägt: «Gerne dien’ ich den Freunden, doch tu’ ich es leider mit Neigung, und so wurmt es mich oft, daß ich nicht tugendhaft bin.» Denn nach Kantscher Ethik ist dasjenige, was man aus Neigung tut, nicht tugendhaft, sondern dasjenige, was man aus dem starren Pflichtbegriff heraus tut.

[ 21 ] Nun, es gibt eben Menschen — die kommen nicht zum Lieben zunächst. Aber weil sie dem anderen Menschen nicht aus Liebe die Wahrheit sagen können — man sagt zu dem anderen Menschen, wenn man Liebe für ihn hat, die Wahrheit und nicht die Lüge —, aber weil sie nicht lieben können, sagen sie die Wahrheit aus Pflichtgefühl; weil sie nicht lieben können, vermeiden sie es aus Pflichtgefühl, den anderen gleich zu prügeln oder ihn mit Ohrfeigen zu traktieren, anzustoßen und dergleichen, wenn er irgend etwas tut, was ihnen nicht gefällt. Es ist eben ein Unterschied zwischen dem Handeln aus starrem Pflichtbegriff, das aber durchaus im sozialen Leben notwendig ist, für viele Dinge notwendig ist, und zwischen den Taten der Liebe.

[ 21 ] Nun, es gibt eben Menschen — die kommen nicht zum Lieben zunächst. Aber weil sie dem anderen Menschen nicht aus Liebe die Wahrheit sagen können — man sagt zu dem anderen Menschen, wenn man Liebe für ihn hat, die Wahrheit und nicht die Lüge —, aber weil sie nicht lieben können, sagen sie die Wahrheit aus Pflichtgefühl; weil sie nicht lieben können, vermeiden sie es aus Pflichtgefühl, den anderen gleich zu prügeln oder ihn mit Ohrfeigen zu traktieren, anzustoßen und dergleichen, wenn er irgend etwas tut, was ihnen nicht gefällt. Es ist eben ein Unterschied zwischen dem Handeln aus starrem Pflichtbegriff, das aber durchaus im sozialen Leben notwendig ist, für viele Dinge notwendig ist, und zwischen den Taten der Liebe.

[ 22 ] Nun, die Taten, die in starrem Pflichtbegriff oder in Konvention, «weil sich’s so schickt», getan werden, die rufen im nächsten Erdenleben nicht Freude hervor, sondern, indem sie eben so wie ich es geschildert habe, durch jene Spiegelung durch die Seelen gehen, rufen sie im nächsten Erdenleben etwas hervor, was man nennen könnte: Man spürt, man ist den Menschen mehr oder weniger gleichgültig. Und das, was mancher durchs Leben trägt, daß er den Menschen gleichgültig ist und daran leidet — man leidet mit Recht daran, wenn man den anderen Menschen gleichgültig ist, denn die Menschen sind füreinander da, und der Mensch ist darauf angewiesen, daß er den anderen Menschen nicht gleichgültig ist —, das, was man da erleidet, das ist eben das Ergebnis des Mangels an Liebe in einem vorigen Erdenleben, wo man sich als anständiger Mensch deshalb betragen hat, weil die starre Pflicht über einem hing wie ein Damoklesschwert, ich will nicht sagen wie ein stählernes, denn das würde beunruhigend sein für die meisten Pflichtmenschen, sondern eben wie ein hölzernes.

[ 22 ] Nun, die Taten, die in starrem Pflichtbegriff oder in Konvention, «weil sich’s so schickt», getan werden, die rufen im nächsten Erdenleben nicht Freude hervor, sondern, indem sie eben so wie ich es geschildert habe, durch jene Spiegelung durch die Seelen gehen, rufen sie im nächsten Erdenleben etwas hervor, was man nennen könnte: Man spürt, man ist den Menschen mehr oder weniger gleichgültig. Und das, was mancher durchs Leben trägt, daß er den Menschen gleichgültig ist und daran leidet — man leidet mit Recht daran, wenn man den anderen Menschen gleichgültig ist, denn die Menschen sind füreinander da, und der Mensch ist darauf angewiesen, daß er den anderen Menschen nicht gleichgültig ist —, das, was man da erleidet, das ist eben das Ergebnis des Mangels an Liebe in einem vorigen Erdenleben, wo man sich als anständiger Mensch deshalb betragen hat, weil die starre Pflicht über einem hing wie ein Damoklesschwert, ich will nicht sagen wie ein stählernes, denn das würde beunruhigend sein für die meisten Pflichtmenschen, sondern eben wie ein hölzernes.

[ 23 ] Nun aber sind wir beim zweiten Erdenleben. Was als Freude von der Liebe kommt, das wird im dritten Erdenleben, wie wir gesehen haben, ein offenes, freies Herz, das uns die Welt nahebringt, das uns für alles Schöne, Wahre, Gute den freien, einsichtsvollen Sinn gibt. Das, was als Gleichgültigkeit von seiten anderer Menschen zu uns strömt, und was wir dadurch erleben in einem Erdenleben, das macht uns für das dritte, also für das nächste Erdenleben, zu einem Menschen, der nichts Rechtes mit sich anzufangen weiß. Wenn er in die Schule kommt, weiß er nicht, was er mit dem anfangen soll, was die Lehrer mit ihm tun. Wenn er etwas älter wird, weiß er nicht, ob er Schlosser oder Hofrat werden soll. Er weiß nichts mit sich im Leben zu machen. Er geht eigentlich ohne Richtung, direktionslos im Leben dahin. In bezug auf die Anschauung der äußeren Welt ist er nicht gerade stumpf. Er kann zum Beispiel Musik schon verstehen, aber er hat keine Freude dran. Es ist ihm schließlich gleichgültig, ob es mehr oder weniger gute oder mehr oder weniger schlechte Musik ist. Er empfindet schon die Schönheit irgendeines malerischen oder sonstigen Werkes, aber immer kratzt es ihn in der Seele: Wozu eigentlich das alles? und so weiter. Das sind Dinge, die wiederum im dritten Erdenleben im karmischen Zusammenhange sich einstellen.

[ 23 ] Nun aber sind wir beim zweiten Erdenleben. Was als Freude von der Liebe kommt, das wird im dritten Erdenleben, wie wir gesehen haben, ein offenes, freies Herz, das uns die Welt nahebringt, das uns für alles Schöne, Wahre, Gute den freien, einsichtsvollen Sinn gibt. Das, was als Gleichgültigkeit von seiten anderer Menschen zu uns strömt, und was wir dadurch erleben in einem Erdenleben, das macht uns für das dritte, also für das nächste Erdenleben, zu einem Menschen, der nichts Rechtes mit sich anzufangen weiß. Wenn er in die Schule kommt, weiß er nicht, was er mit dem anfangen soll, was die Lehrer mit ihm tun. Wenn er etwas älter wird, weiß er nicht, ob er Schlosser oder Hofrat werden soll. Er weiß nichts mit sich im Leben zu machen. Er geht eigentlich ohne Richtung, direktionslos im Leben dahin. In bezug auf die Anschauung der äußeren Welt ist er nicht gerade stumpf. Er kann zum Beispiel Musik schon verstehen, aber er hat keine Freude dran. Es ist ihm schließlich gleichgültig, ob es mehr oder weniger gute oder mehr oder weniger schlechte Musik ist. Er empfindet schon die Schönheit irgendeines malerischen oder sonstigen Werkes, aber immer kratzt es ihn in der Seele: Wozu eigentlich das alles? und so weiter. Das sind Dinge, die wiederum im dritten Erdenleben im karmischen Zusammenhange sich einstellen.

[ 24 ] Nehmen wir aber an, der Mensch begeht gewisse Schädigungen seiner Mitmenschen aus dem Haß oder aus einer Neigung zur Antipathie heraus. Man kann da an alle Stufen denken, welche dabei vorkommen können. Es kann einer, sagen wir, mit verbrecherischem Haßgefühl seine Mitmenschen schädigen. Er kann aber auch, ich lasse die Zwischenstufen aus, er kann aber auch ein Kritiker sein. Man muß, um Kritiker zu sein, immer ein bißchen hassen, wenn man nicht ein lobender Kritiker ist, und die sind ja heute selten, denn das ist nicht interessant, die Dinge anzuerkennen. Interessant wird es ja nur, wenn man Witze macht über die Dinge. Nun gibt es ja alle möglichen Zwischenstufen. Aber es handelt sich hier um dasjenige an Menschentaten, das aus kalter Antipathie, aus einer gewissen Antipathie, über die man sich oftmals gar nicht klar wird, bis zum Haß hin hervorgeht. Alles das, was in dieser Weise von Menschen bewirkt wird gegenüber anderen Menschen oder selbst gegenüber untermenschlichen Wesenheiten, all das lädt sich wiederum in Seelenzuständen ab, die sich nun auch spiegeln in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und da kommt dann im nächsten Erdenleben aus dem Haß dasjenige heraus, was uns zuströmt von der Welt als leidvolles Wesen, als Unlust, die von außen verursacht wird, als das Gegenteil der Freude.

[ 24 ] Nehmen wir aber an, der Mensch begeht gewisse Schädigungen seiner Mitmenschen aus dem Haß oder aus einer Neigung zur Antipathie heraus. Man kann da an alle Stufen denken, welche dabei vorkommen können. Es kann einer, sagen wir, mit verbrecherischem Haßgefühl seine Mitmenschen schädigen. Er kann aber auch, ich lasse die Zwischenstufen aus, er kann aber auch ein Kritiker sein. Man muß, um Kritiker zu sein, immer ein bißchen hassen, wenn man nicht ein lobender Kritiker ist, und die sind ja heute selten, denn das ist nicht interessant, die Dinge anzuerkennen. Interessant wird es ja nur, wenn man Witze macht über die Dinge. Nun gibt es ja alle möglichen Zwischenstufen. Aber es handelt sich hier um dasjenige an Menschentaten, das aus kalter Antipathie, aus einer gewissen Antipathie, über die man sich oftmals gar nicht klar wird, bis zum Haß hin hervorgeht. Alles das, was in dieser Weise von Menschen bewirkt wird gegenüber anderen Menschen oder selbst gegenüber untermenschlichen Wesenheiten, all das lädt sich wiederum in Seelenzuständen ab, die sich nun auch spiegeln in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und da kommt dann im nächsten Erdenleben aus dem Haß dasjenige heraus, was uns zuströmt von der Welt als leidvolles Wesen, als Unlust, die von außen verursacht wird, als das Gegenteil der Freude.

[ 25 ] Sie werden sagen: Ja, wir erleben doch so viel Leid, soll das wirklich alles von größerem oder geringerem Haß im vorigen Erdenleben herrühren? Ich kann doch von mir unmöglich denken, daß ich ein so schlechter Kerl gewesen bin — so wird der Mensch leicht sagen —, daß ich so viel Unlust erleben kann, weil ich so viel gehaßt habe! Ja, wenn man auf diesem Gebiete vorurteilslos denken will, dann muß man sich schon klarmachen, wie groß die Illusion ist, die einem wohltut und der man daher sehr leicht sich hingibt, wenn es sich darum handelt, irgendwelche Antipathiegefühle gegen andere Menschen sich abzusuggerieren. Die Menschen gehen mit viel mehr Haß, als sie denken, eigentlich durch die Welt, wenigstens mit viel mehr Antipathie. Und es ist nun schon einmal so: Haß, er wird zunächst, weil er der Seele ja Befriedigung gibt, gewöhnlich gar nicht erlebt. Er wird zugedeckt durch die Befriedigung. Wenn er zurückkommit als Leid, das uns von außen zuströmt, dann wird eben das Leid bemerkt.

[ 25 ] Sie werden sagen: Ja, wir erleben doch so viel Leid, soll das wirklich alles von größerem oder geringerem Haß im vorigen Erdenleben herrühren? Ich kann doch von mir unmöglich denken, daß ich ein so schlechter Kerl gewesen bin — so wird der Mensch leicht sagen —, daß ich so viel Unlust erleben kann, weil ich so viel gehaßt habe! Ja, wenn man auf diesem Gebiete vorurteilslos denken will, dann muß man sich schon klarmachen, wie groß die Illusion ist, die einem wohltut und der man daher sehr leicht sich hingibt, wenn es sich darum handelt, irgendwelche Antipathiegefühle gegen andere Menschen sich abzusuggerieren. Die Menschen gehen mit viel mehr Haß, als sie denken, eigentlich durch die Welt, wenigstens mit viel mehr Antipathie. Und es ist nun schon einmal so: Haß, er wird zunächst, weil er der Seele ja Befriedigung gibt, gewöhnlich gar nicht erlebt. Er wird zugedeckt durch die Befriedigung. Wenn er zurückkommit als Leid, das uns von außen zuströmt, dann wird eben das Leid bemerkt.

[ 26 ] Aber denken Sie nur einmal daran, meine lieben Freunde, um, ich möchte sagen, in einer ganz trivialen Art sich vorzustellen, was da als Möglichkeit vorliegt, denken Sie nur einmal an einen Kaffeeklatsch, an einen so richtigen Kaffeeklatsch, wo ein Halbdutzend — es genügt schon! — irgendwelcher Tanten oder Onkels — es können auch Onkels sein — beisammensitzen und über ihre Mitmenschen sich ergehen! Denken Sie, wieviel da an Antipathien in anderthalb Stunden — manchmal dauert es länger — abgeladen wird auf die Menschen! Indem das ausströmt, bemerken es die Leute nicht; aber wenn es im nächsten Erdenleben zurückkommt, da wird es sehr wohl bemerkt. Und es kommt unweigerlich zurück.

[ 26 ] Aber denken Sie nur einmal daran, meine lieben Freunde, um, ich möchte sagen, in einer ganz trivialen Art sich vorzustellen, was da als Möglichkeit vorliegt, denken Sie nur einmal an einen Kaffeeklatsch, an einen so richtigen Kaffeeklatsch, wo ein Halbdutzend — es genügt schon! — irgendwelcher Tanten oder Onkels — es können auch Onkels sein — beisammensitzen und über ihre Mitmenschen sich ergehen! Denken Sie, wieviel da an Antipathien in anderthalb Stunden — manchmal dauert es länger — abgeladen wird auf die Menschen! Indem das ausströmt, bemerken es die Leute nicht; aber wenn es im nächsten Erdenleben zurückkommt, da wird es sehr wohl bemerkt. Und es kommt unweigerlich zurück.

[ 27 ] So daß tatsächlich ein Teil — nicht alles, wir werden noch andere karmische Zusammenhänge kennenlernen —, so daß ein Teil dessen, was wir in einem Erdenleben an von außen zugefügtem Leid empfinden, tatsächlich von Antipathiegefühlen in früheren Erdenleben herrühren kann.

[ 27 ] So daß tatsächlich ein Teil — nicht alles, wir werden noch andere karmische Zusammenhänge kennenlernen —, so daß ein Teil dessen, was wir in einem Erdenleben an von außen zugefügtem Leid empfinden, tatsächlich von Antipathiegefühlen in früheren Erdenleben herrühren kann.

[ 28 ] Bei alledem muß man sich natürlich stets klar sein, daß ja das Karma, daß irgendeine karmische Strömung irgendwo einmal anfangen muß. So daß, wenn Sie zum Beispiel hier hintereinanderliegende Erdenleben haben

[ 28 ] Bei alledem muß man sich natürlich stets klar sein, daß ja das Karma, daß irgendeine karmische Strömung irgendwo einmal anfangen muß. So daß, wenn Sie zum Beispiel hier hintereinanderliegende Erdenleben haben

[ 29 ] a b c (d) e f g h

[ 29 ] a b c (d) e f g h

[ 30 ] und dieses d das gegenwärtige Erdenleben ist, so muß natürlich nicht aller Schmerz, der uns von außen zukommt, im früheren Erdenleben begründet sein. Es kann auch ein ursprünglicher Schmerz sein, der dann im nächsten Erdenleben sich erst karmisch auslebt. Aber deshalb sage ich: Ein großer Teil jenes Leides, das uns von außen zuströmt, ist die Folge von Haß, der in früheren Erdenleben aufgebracht worden ist.

[ 30 ] und dieses d das gegenwärtige Erdenleben ist, so muß natürlich nicht aller Schmerz, der uns von außen zukommt, im früheren Erdenleben begründet sein. Es kann auch ein ursprünglicher Schmerz sein, der dann im nächsten Erdenleben sich erst karmisch auslebt. Aber deshalb sage ich: Ein großer Teil jenes Leides, das uns von außen zuströmt, ist die Folge von Haß, der in früheren Erdenleben aufgebracht worden ist.

[ 31 ] Wenn wir nun zum dritten Erdenleben wieder übergehen, dann ist das Ergebnis dessen, was da als Leid uns zuströmt — aber nur das Ergebnis desjenigen Leides, das uns aus sozusagen aufgespeichertem Haß zukommt —, dann ist das Ergebnis dieses Leides, das sich dann in der Seele ablädt, zunächst eine Art Stumpfheit des Geistes, eine Art Stumpfheit der Einsicht gegenüber der Welt. Und wer gleichgültig und phlegmatisch der Welt gegenübersteht, nicht mit offenem Herzen den Dingen oder den Menschen gegenübersteht, bei dem liegt oftmals eben das vor, daß er sich diese Stumpfheit erworben hat durch das in seinem eigenen Karma verursachte Leid eines vorigen Erdenlebens, das aber zurückgehen muß, wenn es in dieser Weise in einer stumpfen Seelenverfassung sich ausdrückt, auf Haßgefühle mindestens im drittletzten Erdenleben. Man kann nämlich immer sicher sein: Töricht in irgendeinem Erdenleben zu sein, ist immer die Folge von Haß in einem bestimmten früheren Erdenleben.

[ 31 ] Wenn wir nun zum dritten Erdenleben wieder übergehen, dann ist das Ergebnis dessen, was da als Leid uns zuströmt — aber nur das Ergebnis desjenigen Leides, das uns aus sozusagen aufgespeichertem Haß zukommt —, dann ist das Ergebnis dieses Leides, das sich dann in der Seele ablädt, zunächst eine Art Stumpfheit des Geistes, eine Art Stumpfheit der Einsicht gegenüber der Welt. Und wer gleichgültig und phlegmatisch der Welt gegenübersteht, nicht mit offenem Herzen den Dingen oder den Menschen gegenübersteht, bei dem liegt oftmals eben das vor, daß er sich diese Stumpfheit erworben hat durch das in seinem eigenen Karma verursachte Leid eines vorigen Erdenlebens, das aber zurückgehen muß, wenn es in dieser Weise in einer stumpfen Seelenverfassung sich ausdrückt, auf Haßgefühle mindestens im drittletzten Erdenleben. Man kann nämlich immer sicher sein: Töricht in irgendeinem Erdenleben zu sein, ist immer die Folge von Haß in einem bestimmten früheren Erdenleben.

[ 32 ] Aber sehen Sie, meine lieben Freunde, das Verständnis für das Karma soll nicht nur darauf beruhen, daß wir das Karma zum Begreifen des Lebens auffassen, sondern daß wir es auch als Impuls des Lebens auffassen können, daß wir uns eben bewußt sind, daß es mit dem Leben nicht bloß ein «a, b, c, d» gibt (siehe Schema), sondern auch ein «e, f, g, h», daß auch kommende Erdenleben da sind, und daß dasjenige, was wir in einem gegenwärtigen Erdenleben an Inhalt in unserer Seele entwickeln, Wirkungen, Ergebnisse im nächsten Erdenleben haben wird. Wenn einer in dem drittnächsten Erdenleben besonders töricht sein will, braucht er im gegenwärtigen Erdenleben ja nur sehr viel zu hassen. Wenn einer aber im drittnächsten Erdenleben einen freien, offenen Sinn haben will, braucht er ja nur in diesem Erdenleben besonders viel zu lieben. Und erst dadurch gewinnt die Einsicht, die Erkenntnis des Karmas ihren Wert, daß sie in unseren Willen für die Zukunft einströmt, in diesem Willen für die Zukunft eine Rolle spielt. Es ist durchaus so, daß gegenwärtig derjenige Zeitpunkt für die Menschheitsentwickelung vorhanden ist, wo nicht mehr in derselben Art, wie das früher der Fall war, während unsere Seelen durch frühere Erdenleben gegangen sind, das Unbewußte weiterwirken kann, sondern die Menschen werden immer freier und bewußter. Seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts haben wir das Zeitalter, in dem die Menschen immer freier und bewußter werden. Und so wird für diejenigen Menschen, welche Menschen der Gegenwart sind, ein nächstes Erdenleben schon ein dunkles Gefühl der vorigen Erdenleben haben. Und so wie der heutige Mensch, wenn er an sich bemerkt, daß er nicht besonders klug ist, das nicht sich selber, sondern eben seiner Anlage zuschreibt, gewöhnlich es in seiner physischen Natur sucht nach der Ansicht des heutigen Materialismus, so werden die Menschen, die diejenigen sein werden, welche wiederkommen aus den Gegenwartsmenschen, wenigstens schon ein dunkles Gefühl haben, das sie beunruhigen wird: Wenn sie nicht besonders klug sind, so muß da irgend etwas gewesen sein, das mit Haß- und Antipathiegefühlen zusammenhing.

[ 32 ] Aber sehen Sie, meine lieben Freunde, das Verständnis für das Karma soll nicht nur darauf beruhen, daß wir das Karma zum Begreifen des Lebens auffassen, sondern daß wir es auch als Impuls des Lebens auffassen können, daß wir uns eben bewußt sind, daß es mit dem Leben nicht bloß ein «a, b, c, d» gibt (siehe Schema), sondern auch ein «e, f, g, h», daß auch kommende Erdenleben da sind, und daß dasjenige, was wir in einem gegenwärtigen Erdenleben an Inhalt in unserer Seele entwickeln, Wirkungen, Ergebnisse im nächsten Erdenleben haben wird. Wenn einer in dem drittnächsten Erdenleben besonders töricht sein will, braucht er im gegenwärtigen Erdenleben ja nur sehr viel zu hassen. Wenn einer aber im drittnächsten Erdenleben einen freien, offenen Sinn haben will, braucht er ja nur in diesem Erdenleben besonders viel zu lieben. Und erst dadurch gewinnt die Einsicht, die Erkenntnis des Karmas ihren Wert, daß sie in unseren Willen für die Zukunft einströmt, in diesem Willen für die Zukunft eine Rolle spielt. Es ist durchaus so, daß gegenwärtig derjenige Zeitpunkt für die Menschheitsentwickelung vorhanden ist, wo nicht mehr in derselben Art, wie das früher der Fall war, während unsere Seelen durch frühere Erdenleben gegangen sind, das Unbewußte weiterwirken kann, sondern die Menschen werden immer freier und bewußter. Seit dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts haben wir das Zeitalter, in dem die Menschen immer freier und bewußter werden. Und so wird für diejenigen Menschen, welche Menschen der Gegenwart sind, ein nächstes Erdenleben schon ein dunkles Gefühl der vorigen Erdenleben haben. Und so wie der heutige Mensch, wenn er an sich bemerkt, daß er nicht besonders klug ist, das nicht sich selber, sondern eben seiner Anlage zuschreibt, gewöhnlich es in seiner physischen Natur sucht nach der Ansicht des heutigen Materialismus, so werden die Menschen, die diejenigen sein werden, welche wiederkommen aus den Gegenwartsmenschen, wenigstens schon ein dunkles Gefühl haben, das sie beunruhigen wird: Wenn sie nicht besonders klug sind, so muß da irgend etwas gewesen sein, das mit Haß- und Antipathiegefühlen zusammenhing.

[ 33 ] Und wenn wir heute reden von einer Waldorfschul-Pädagogik, so müssen wir natürlich der gegenwärtigen Erdenzivilisation Rechnung tragen. Da können wir noch nicht mit voller Offenheit so erziehen, daß wir sozusagen für das Bewußtsein in wiederholten Erdenleben erziehen, denn die Menschen haben heute auch noch nicht einmal ein dunkles Gefühl für die wiederholten Erdenleben. Aber die Ansätze, die gerade in der Waldorfschul-Pädagogik gemacht werden, sie werden sich, wenn sie aufgenommen werden, in den nächsten Jahrhunderten dahin weiter entwickeln, daß man in die ethische, in die moralische Erziehung das hineinbeziehen wird: Ein wenig begabtes Kind geht zurück auf frühere Erdenleben, in denen es viel gehaßt hat, und man wird dann an der Hand der Geisteswissenschaft aufsuchen, wen es gehaßt haben könnte. Denn die müssen sich in irgendwelcher Umgebung wiederfinden, die Menschen, die gehaßt worden sind und denen gegenüber Taten begangen worden sind aus dem Haß. Und man wird die Erziehung nach und nach in den kommenden Jahrhunderten viel mehr ins Menschenleben hineinstellen müssen. Man wird bei einem Kinde sehen müssen, woher sich spiegelt oder spiegelte in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt dasjenige, was da in einer Metamorphose des Unverstandes sich auslebt im Erdenleben. Und dann wird man etwas tun können, damit im kindlichen Alter zu denjenigen Menschen besondere Liebe entwickelt wird, zu denen in früheren Erdenleben ein besonderer Haß vorhanden war. Und man wird sehen, daß durch eine solche konkret aufgewendete Liebe der Verstand, überhaupt die ganze Seelenverfassung sich aufhellen wird. Nicht in allgemeinen Theorien über das Karma wird dasjenige liegen, was der Erziehung helfen kann, sondern in dem konkreten Hineinschauen in das Leben, um zu bemerken, wie die karmischen Zusammenhänge sind. Man wird schon bemerken: daß schließlich Kinder in einer Klasse zusammengetragen werden vom Schicksal, das ist doch nicht ganz gleichgültig. Und wenn man hinauskommen wird über jene scheußliche Sorglosigkeit, die in bezug auf solche Dinge heute herrscht, wo man ja das, was an «Menschenmaterial» — man nennt es ja oftmals so — zusammengewürfelt ist in einer Klasse, wirklich so auffaßt, als ob es zusammengewürfelt wäre vom Zufall, nicht zusammengetragen wäre vom Schicksal, wenn man hinauskommen wird über diese scheußliche Sorglosigkeit, dann wird man gerade als Erzieher in Aussicht nehmen können, was da für merkwürdige karmische Fäden von dem einen zu dem anderen gesponnen sind durch frühere Leben. Und dann wird man in die Entwickelung der Kinder dasjenige hineinnehmen, was da ausgleichend wirken kann. Denn Karma ist in einer gewissen Beziehung etwas, was einer ehernen Notwendigkeit unterliegt. Wir können aus einer ehernen Notwendigkeit heraus unbedingt aufstellen die Reihe:

[ 33 ] Und wenn wir heute reden von einer Waldorfschul-Pädagogik, so müssen wir natürlich der gegenwärtigen Erdenzivilisation Rechnung tragen. Da können wir noch nicht mit voller Offenheit so erziehen, daß wir sozusagen für das Bewußtsein in wiederholten Erdenleben erziehen, denn die Menschen haben heute auch noch nicht einmal ein dunkles Gefühl für die wiederholten Erdenleben. Aber die Ansätze, die gerade in der Waldorfschul-Pädagogik gemacht werden, sie werden sich, wenn sie aufgenommen werden, in den nächsten Jahrhunderten dahin weiter entwickeln, daß man in die ethische, in die moralische Erziehung das hineinbeziehen wird: Ein wenig begabtes Kind geht zurück auf frühere Erdenleben, in denen es viel gehaßt hat, und man wird dann an der Hand der Geisteswissenschaft aufsuchen, wen es gehaßt haben könnte. Denn die müssen sich in irgendwelcher Umgebung wiederfinden, die Menschen, die gehaßt worden sind und denen gegenüber Taten begangen worden sind aus dem Haß. Und man wird die Erziehung nach und nach in den kommenden Jahrhunderten viel mehr ins Menschenleben hineinstellen müssen. Man wird bei einem Kinde sehen müssen, woher sich spiegelt oder spiegelte in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt dasjenige, was da in einer Metamorphose des Unverstandes sich auslebt im Erdenleben. Und dann wird man etwas tun können, damit im kindlichen Alter zu denjenigen Menschen besondere Liebe entwickelt wird, zu denen in früheren Erdenleben ein besonderer Haß vorhanden war. Und man wird sehen, daß durch eine solche konkret aufgewendete Liebe der Verstand, überhaupt die ganze Seelenverfassung sich aufhellen wird. Nicht in allgemeinen Theorien über das Karma wird dasjenige liegen, was der Erziehung helfen kann, sondern in dem konkreten Hineinschauen in das Leben, um zu bemerken, wie die karmischen Zusammenhänge sind. Man wird schon bemerken: daß schließlich Kinder in einer Klasse zusammengetragen werden vom Schicksal, das ist doch nicht ganz gleichgültig. Und wenn man hinauskommen wird über jene scheußliche Sorglosigkeit, die in bezug auf solche Dinge heute herrscht, wo man ja das, was an «Menschenmaterial» — man nennt es ja oftmals so — zusammengewürfelt ist in einer Klasse, wirklich so auffaßt, als ob es zusammengewürfelt wäre vom Zufall, nicht zusammengetragen wäre vom Schicksal, wenn man hinauskommen wird über diese scheußliche Sorglosigkeit, dann wird man gerade als Erzieher in Aussicht nehmen können, was da für merkwürdige karmische Fäden von dem einen zu dem anderen gesponnen sind durch frühere Leben. Und dann wird man in die Entwickelung der Kinder dasjenige hineinnehmen, was da ausgleichend wirken kann. Denn Karma ist in einer gewissen Beziehung etwas, was einer ehernen Notwendigkeit unterliegt. Wir können aus einer ehernen Notwendigkeit heraus unbedingt aufstellen die Reihe:

Liebe — Freude — offenes Herz.
Antipathie oder Haß — Leid — Torheit.

Liebe — Freude — offenes Herz.
Antipathie oder Haß — Leid — Torheit.

[ 34 ] Das sind unbedingte Zusammenhänge. Aber es ist auch so, daß geradeso wie man einer unbedingten Notwendigkeit gegenübersteht, wenn ein Fluß läuft und dennoch man schon Flüsse reguliert hat, ihnen einen anderen Lauf gegeben hat, es auch möglich ist, die karmische Strömung, ich möchte sagen, zu regulieren, in sie hineinzuwirken. Das ist möglich.

[ 34 ] Das sind unbedingte Zusammenhänge. Aber es ist auch so, daß geradeso wie man einer unbedingten Notwendigkeit gegenübersteht, wenn ein Fluß läuft und dennoch man schon Flüsse reguliert hat, ihnen einen anderen Lauf gegeben hat, es auch möglich ist, die karmische Strömung, ich möchte sagen, zu regulieren, in sie hineinzuwirken. Das ist möglich.

[ 35 ] Wenn Sie also bemerken, im kindlichen Alter ist Anlage zur Torheit, und Sie kommen darauf, das Kind anzuleiten, besonders in seinem Herzen Liebe zu entwickeln, und wenn Sie — und das würde für Menschen, die eine feine Lebensbeobachtung haben, schon heute möglich sein —, wenn Sie entdecken, mit welchen anderen Kindern das Kind karmisch verwandt ist, und das Kind dazu bringen, gerade diese Kinder zu lieben, ihnen gegenüber Taten der Liebe zu tun, dann werden Sie sehen, daß Sie der Antipathie ein Gegengewicht in der Liebe geben können, und in einer nächsten Inkarnation, in einem nächsten Erdenleben damit die Torheit verbessern können.

[ 35 ] Wenn Sie also bemerken, im kindlichen Alter ist Anlage zur Torheit, und Sie kommen darauf, das Kind anzuleiten, besonders in seinem Herzen Liebe zu entwickeln, und wenn Sie — und das würde für Menschen, die eine feine Lebensbeobachtung haben, schon heute möglich sein —, wenn Sie entdecken, mit welchen anderen Kindern das Kind karmisch verwandt ist, und das Kind dazu bringen, gerade diese Kinder zu lieben, ihnen gegenüber Taten der Liebe zu tun, dann werden Sie sehen, daß Sie der Antipathie ein Gegengewicht in der Liebe geben können, und in einer nächsten Inkarnation, in einem nächsten Erdenleben damit die Torheit verbessern können.

[ 36 ] Es gibt ja wirklich, ich möchte sagen, instinktgeschulte Erzieher, die oftmals so etwas aus ihrem Instinkte heraus tun, die schlecht veranlagte Kinder dazu bringen, lieben zu können, und sie dadurch zu auffassungsfähigeren Menschenwesen allmählich heranerziehen. Diese Dinge, sie machen eigentlich erst die Einsicht in die karmischen Zusammenhänge zu einem Lebensdienlichen.

[ 36 ] Es gibt ja wirklich, ich möchte sagen, instinktgeschulte Erzieher, die oftmals so etwas aus ihrem Instinkte heraus tun, die schlecht veranlagte Kinder dazu bringen, lieben zu können, und sie dadurch zu auffassungsfähigeren Menschenwesen allmählich heranerziehen. Diese Dinge, sie machen eigentlich erst die Einsicht in die karmischen Zusammenhänge zu einem Lebensdienlichen.

[ 37 ] Nun, bevor wir weitergehen in der Betrachtung von Einzelheiten des Karmas, muß sich ja noch eine Frage vor unsere Seele stellen. Fragen wir uns: Was ist denn der Mensch, demgegenüber man sich, im allgemeinen wenigstens, in einem karmischen Zusammenhange wissen kann? Ich muß einen Ausdruck gebrauchen, der heute oftmals in einem etwas spöttischen Sinne gebraucht wird: Ein solcher Mensch ist ein Zeitgenosse. Er ist eben zu gleicher Zeit mit uns auf der Erde. Und wenn Sie dies bedenken, so werden Sie sich sagen: Wenn Sie in einem Erdenleben mit gewissen Menschen zusammen sind, so waren Sie auch in einem früheren Erdenleben — wenigstens im allgemeinen, die Dinge können sich auch etwas verschieben — mit den Menschen zusammen, und ebenso wiederum in einem früheren Erdenleben.

[ 37 ] Nun, bevor wir weitergehen in der Betrachtung von Einzelheiten des Karmas, muß sich ja noch eine Frage vor unsere Seele stellen. Fragen wir uns: Was ist denn der Mensch, demgegenüber man sich, im allgemeinen wenigstens, in einem karmischen Zusammenhange wissen kann? Ich muß einen Ausdruck gebrauchen, der heute oftmals in einem etwas spöttischen Sinne gebraucht wird: Ein solcher Mensch ist ein Zeitgenosse. Er ist eben zu gleicher Zeit mit uns auf der Erde. Und wenn Sie dies bedenken, so werden Sie sich sagen: Wenn Sie in einem Erdenleben mit gewissen Menschen zusammen sind, so waren Sie auch in einem früheren Erdenleben — wenigstens im allgemeinen, die Dinge können sich auch etwas verschieben — mit den Menschen zusammen, und ebenso wiederum in einem früheren Erdenleben.

[ 38 ] Ja, aber nun diejenigen, die fünfzig Jahre später leben als Sie, die waren im früheren Erdenleben wiederum zusammen mit Menschen! Im allgemeinen werden die Menschen, ich will sagen der B-Reihe, mit den Menschen der A-Reihe, nach diesem Gedanken, den wir hier entwickelt haben, nicht zusammenkommen. Das ist ein bedrückender Gedanke, aber ein wahrer Gedanke.

[ 38 ] Ja, aber nun diejenigen, die fünfzig Jahre später leben als Sie, die waren im früheren Erdenleben wiederum zusammen mit Menschen! Im allgemeinen werden die Menschen, ich will sagen der B-Reihe, mit den Menschen der A-Reihe, nach diesem Gedanken, den wir hier entwickelt haben, nicht zusammenkommen. Das ist ein bedrückender Gedanke, aber ein wahrer Gedanke.

[ 39 ] Über andere Zweifelsfragen, die sich ergeben dadurch, daß die Menschen oftmals sagen: die Menschheit vermehrt sich auf der Erde und so weiter, werde ich ja später sprechen. Aber ich möchte Ihnen jetzt diesen Gedanken nahelegen; er ist ein vielleicht bedrückender Gedanke, aber er ist ein wahrer Gedanke: Es ist tatsächlich so, daß das fortlaufende Leben der Menschen auf der Erde in Rhythmen sich vollzieht. Ich möchte sagen, ein Menschenschub geht im allgemeinen fort von einem Erdenleben zum anderen, ein anderer Menschenschub geht fort von einem Erdenleben zum anderen, und die sind in einer gewissen Weise voneinander getrennt, finden sich nicht im Erdenleben zusammen. In dem langen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, da findet man sich schon zusammen; aber im Erdenleben ist es in der Tat so, daß man immer wiederum mit einem beschränkten Kreis von Leuten auf die Erde herunterkommt. Gerade für die wiederholten Erdenleben hat die Zeitgenossenschaft eine innere Bedeutung, eine innere Wichtigkeit.

[ 39 ] Über andere Zweifelsfragen, die sich ergeben dadurch, daß die Menschen oftmals sagen: die Menschheit vermehrt sich auf der Erde und so weiter, werde ich ja später sprechen. Aber ich möchte Ihnen jetzt diesen Gedanken nahelegen; er ist ein vielleicht bedrückender Gedanke, aber er ist ein wahrer Gedanke: Es ist tatsächlich so, daß das fortlaufende Leben der Menschen auf der Erde in Rhythmen sich vollzieht. Ich möchte sagen, ein Menschenschub geht im allgemeinen fort von einem Erdenleben zum anderen, ein anderer Menschenschub geht fort von einem Erdenleben zum anderen, und die sind in einer gewissen Weise voneinander getrennt, finden sich nicht im Erdenleben zusammen. In dem langen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, da findet man sich schon zusammen; aber im Erdenleben ist es in der Tat so, daß man immer wiederum mit einem beschränkten Kreis von Leuten auf die Erde herunterkommt. Gerade für die wiederholten Erdenleben hat die Zeitgenossenschaft eine innere Bedeutung, eine innere Wichtigkeit.

[ 40 ] Und warum das? Ich kann Ihnen sagen, diese Frage, die einen zunächst verstandesmäßig beschäftigen kann, diese Frage hat mir wirklich auf geisteswissenschaftlichem Boden die denkbar größten Schmerzen gemacht, weil es ja nötig ist, über diese Frage die Wahrheit herauszubringen, den inneren Sachverhalt herauszubringen. Und da kann man sich fragen — verzeihen Sie, daß ich ein Beispiel gebrauche, das wirklich, ich möchte sagen, eine Rolle für mich spielt, nur in bezug auf die Untersuchung -: Warum warst du nicht ein Zeitgenosse von Goethe? Dadurch, daß du nicht ein Zeitgenosse von Goethe bist, kannst du ungefähr schließen im allgemeinen nach dieser Wahrheit, daß du niemals mit Goethe zusammen auf der Erde gelebt hast. Er gehört zu einem anderen Schub von Menschen.

[ 40 ] Und warum das? Ich kann Ihnen sagen, diese Frage, die einen zunächst verstandesmäßig beschäftigen kann, diese Frage hat mir wirklich auf geisteswissenschaftlichem Boden die denkbar größten Schmerzen gemacht, weil es ja nötig ist, über diese Frage die Wahrheit herauszubringen, den inneren Sachverhalt herauszubringen. Und da kann man sich fragen — verzeihen Sie, daß ich ein Beispiel gebrauche, das wirklich, ich möchte sagen, eine Rolle für mich spielt, nur in bezug auf die Untersuchung -: Warum warst du nicht ein Zeitgenosse von Goethe? Dadurch, daß du nicht ein Zeitgenosse von Goethe bist, kannst du ungefähr schließen im allgemeinen nach dieser Wahrheit, daß du niemals mit Goethe zusammen auf der Erde gelebt hast. Er gehört zu einem anderen Schub von Menschen.

[ 41 ] Was liegt da eigentlich dahinter? Da muß man die Frage umkehren. Aber um eine solche Frage umzukehren, muß man einen offenen, freien Sinn haben für menschliches Zusammenleben. Man muß sich fragen können, und über diese Frage werde ich nun in der nächsten Zeit sehr viel zu reden haben hier: Wie ist es denn eigentlich, Zeitgenosse eines Menschen zu sein, und wie ist es, von einem Menschen nur aus der Geschichte wissen zu können für das Erdenleben? Wie ist denn das?

[ 41 ] Was liegt da eigentlich dahinter? Da muß man die Frage umkehren. Aber um eine solche Frage umzukehren, muß man einen offenen, freien Sinn haben für menschliches Zusammenleben. Man muß sich fragen können, und über diese Frage werde ich nun in der nächsten Zeit sehr viel zu reden haben hier: Wie ist es denn eigentlich, Zeitgenosse eines Menschen zu sein, und wie ist es, von einem Menschen nur aus der Geschichte wissen zu können für das Erdenleben? Wie ist denn das?

[ 42 ] Nun, sehen Sie, da muß man eben einen freien, offenen Sinn haben für die Beantwortung der intimen Frage: Wie ist es mit allen inneren Begleiterscheinungen der Seele, wenn ein Zeitgenosse mit dir spricht, Handlungen verrichtet, die an dich herankommen -, wie ist das? Und man muß das dann vergleichen können, nachdem man sich die nötige Erkenntnis erworben hat, wie das wäre, wenn man mit einer Persönlichkeit zusammenkäme, die nicht ein Zeitgenosse ist, vielleicht in gar keinem Erdenleben ein Zeitgenosse war — die man deshalb doch aufs höchste verehren kann, viel mehr als alle Zeitgenossen —, wie es wäre, wenn man mit ihr als Zeitgenosse zusammenträfe? Also, wie wäre es, wenn — verzeihen Sie das Persönliche - ich ein Zeitgenosse von Goethe gewesen wäre? Ja, wenn man kein gleichgültiger Mensch ist — selbstverständlich, wenn man ein gleichgültiger Mensch ist und eben nicht Verständnis hat für dasjenige, was ein Zeitgenosse sein kann, dann kann man sich auch nicht gut die Antwort darauf geben -, dann kann man fragen: Wie wäre es, wenn ich nun in der Schillergasse von Weimar hinuntergegangen wäre gegen den Frauenplan und mir «der dicke Geheimrat» entgegengekommen wäre, meinetwillen im Jahre 1826, 1827? - Nun, man weiß ganz gut, das hätte man nicht vertragen! Den «Zeitgenossen» verträgt man. Denjenigen, mit dem man nicht Zeitgenosse sein kann, verträgt man nicht; er würde in einer gewissen Weise wie vergiftend auf das Seelenleben wirken. Man verträgt ihn, weil man nicht Zeitgenosse ist, sondern Nachfolger oder Vorgänger. Gewiß, wenn man für diese Dinge kein Empfinden hat, so bleiben sie im Unterbewußten. Man kann sich vorstellen, daß einer eine feine Empfindung für Geistiges hat und weiß: Wenn er die Schillerstraße in Weimar hinunterginge gegen den Frauenplan und würde als Zeitgenosse dem dicken Geheimrat Goethe mit dem Doppelkinn etwa begegnet sein, er würde sich wie innerlich unmöglich gefühlt haben. Derjenige aber, der keine Empfindung dafür hat, nun, er hätte vielleicht gegrüßt.

[ 42 ] Nun, sehen Sie, da muß man eben einen freien, offenen Sinn haben für die Beantwortung der intimen Frage: Wie ist es mit allen inneren Begleiterscheinungen der Seele, wenn ein Zeitgenosse mit dir spricht, Handlungen verrichtet, die an dich herankommen -, wie ist das? Und man muß das dann vergleichen können, nachdem man sich die nötige Erkenntnis erworben hat, wie das wäre, wenn man mit einer Persönlichkeit zusammenkäme, die nicht ein Zeitgenosse ist, vielleicht in gar keinem Erdenleben ein Zeitgenosse war — die man deshalb doch aufs höchste verehren kann, viel mehr als alle Zeitgenossen —, wie es wäre, wenn man mit ihr als Zeitgenosse zusammenträfe? Also, wie wäre es, wenn — verzeihen Sie das Persönliche - ich ein Zeitgenosse von Goethe gewesen wäre? Ja, wenn man kein gleichgültiger Mensch ist — selbstverständlich, wenn man ein gleichgültiger Mensch ist und eben nicht Verständnis hat für dasjenige, was ein Zeitgenosse sein kann, dann kann man sich auch nicht gut die Antwort darauf geben -, dann kann man fragen: Wie wäre es, wenn ich nun in der Schillergasse von Weimar hinuntergegangen wäre gegen den Frauenplan und mir «der dicke Geheimrat» entgegengekommen wäre, meinetwillen im Jahre 1826, 1827? - Nun, man weiß ganz gut, das hätte man nicht vertragen! Den «Zeitgenossen» verträgt man. Denjenigen, mit dem man nicht Zeitgenosse sein kann, verträgt man nicht; er würde in einer gewissen Weise wie vergiftend auf das Seelenleben wirken. Man verträgt ihn, weil man nicht Zeitgenosse ist, sondern Nachfolger oder Vorgänger. Gewiß, wenn man für diese Dinge kein Empfinden hat, so bleiben sie im Unterbewußten. Man kann sich vorstellen, daß einer eine feine Empfindung für Geistiges hat und weiß: Wenn er die Schillerstraße in Weimar hinunterginge gegen den Frauenplan und würde als Zeitgenosse dem dicken Geheimrat Goethe mit dem Doppelkinn etwa begegnet sein, er würde sich wie innerlich unmöglich gefühlt haben. Derjenige aber, der keine Empfindung dafür hat, nun, er hätte vielleicht gegrüßt.

[ 43 ] Ja, sehen Sie, diese Dinge sind eben nicht aus dem Erdenleben, weil die Gründe, warum wir nicht Zeitgenossen irgendeines Menschen sein können, eben nicht innerhalb des Erdenlebens sind, weil man da schon hineinschauen muß in geistige Zusammenhänge; deshalb nehmen sie sich für das Erdenleben zuweilen paradox aus. Aber es ist so, es ist durchaus so.

[ 43 ] Ja, sehen Sie, diese Dinge sind eben nicht aus dem Erdenleben, weil die Gründe, warum wir nicht Zeitgenossen irgendeines Menschen sein können, eben nicht innerhalb des Erdenlebens sind, weil man da schon hineinschauen muß in geistige Zusammenhänge; deshalb nehmen sie sich für das Erdenleben zuweilen paradox aus. Aber es ist so, es ist durchaus so.

[ 44 ] Ich kann Ihnen die Versicherung geben, ich habe in wahrer Liebe eine Einleitung zu Jean Paul geschrieben, die in der Cottaschen «Bibliothek der Weltliteratur» erschienen ist. Hätte ich jemals in Bayreuth mit Jean Paul selber zusammensitzen müssen — Magenkrämpfe hätte ich ganz bestimmt bekommen. Das hindert nicht, daß man die höchste Verehrung hat. Aber das ist für jeden Menschen der Fall, nur bleibt es eben bei den meisten Menschen im Unterbewußten, bleibt im astralischen oder im ätherischen Leib, greift auch nicht den physischen Leib an. Denn das seelische Erlebnis, das den physischen Leib angreifen muß, muß eben zum Bewußtsein kommen. Aber Sie müssen auch darüber sich klar sein, meine lieben Freunde: Ohne das geht es nicht ab, wenn man Erkenntnisse über die geistige Welt gewinnen will, daß man Dinge zu hören bekommt, die einem grotesk, paradox erscheinen, eben weil die geistige Welt anders ist als die physische Welt.

[ 44 ] Ich kann Ihnen die Versicherung geben, ich habe in wahrer Liebe eine Einleitung zu Jean Paul geschrieben, die in der Cottaschen «Bibliothek der Weltliteratur» erschienen ist. Hätte ich jemals in Bayreuth mit Jean Paul selber zusammensitzen müssen — Magenkrämpfe hätte ich ganz bestimmt bekommen. Das hindert nicht, daß man die höchste Verehrung hat. Aber das ist für jeden Menschen der Fall, nur bleibt es eben bei den meisten Menschen im Unterbewußten, bleibt im astralischen oder im ätherischen Leib, greift auch nicht den physischen Leib an. Denn das seelische Erlebnis, das den physischen Leib angreifen muß, muß eben zum Bewußtsein kommen. Aber Sie müssen auch darüber sich klar sein, meine lieben Freunde: Ohne das geht es nicht ab, wenn man Erkenntnisse über die geistige Welt gewinnen will, daß man Dinge zu hören bekommt, die einem grotesk, paradox erscheinen, eben weil die geistige Welt anders ist als die physische Welt.

[ 45 ] Natürlich kann jemand leicht spotten, wenn irgendwie behauptet wird: Wäre ich Zeitgenosse von Jean Paul gewesen, dann würde ich Magenkrämpfe bekommen haben, wenn ich mit ihm zusammengesessen hätte. — Das ist natürlich für die gewöhnliche, banale, philiströse Welt des irdischen Lebens, ganz selbstverständlich, durchaus wahr; aber die Gesetze der banal-philiströsen Welt gelten nicht für die geistigen Zusammenhänge. Man muß sich daran gewöhnen, in anderen Denkformen denken zu können, wenn man die geistige Welt verstehen will. Man muß sich daran gewöhnen, schon durchaus das Überraschende zu erleben. Wenn das gewöhnliche Bewußtsein über Goethe liest, so kann es sich natürlich gedrängt fühlen, zu sagen: Den hätte ich gern auch persönlich gekannt, ihm die Hand gedrückt und dergleichen. Das ist eine Gedankenlosigkeit, denn es gibt Gesetze, nach denen wir eben für ein bestimmtes Erdenzeitalter vorbestimmt sind und in diesem Zeitalter leben können. Geradeso wie wir für einen bestimmten Luftdruck für unseren physischen Leib vorbestimmt sind, und uns nicht erheben können über die Erde bis zu einem Luftdruck, der uns nicht genehm ist, ebensowenig kann ein Mensch, der für das 20. Jahrhundert bestimmt ist, im Zeitalter Goethes leben.

[ 45 ] Natürlich kann jemand leicht spotten, wenn irgendwie behauptet wird: Wäre ich Zeitgenosse von Jean Paul gewesen, dann würde ich Magenkrämpfe bekommen haben, wenn ich mit ihm zusammengesessen hätte. — Das ist natürlich für die gewöhnliche, banale, philiströse Welt des irdischen Lebens, ganz selbstverständlich, durchaus wahr; aber die Gesetze der banal-philiströsen Welt gelten nicht für die geistigen Zusammenhänge. Man muß sich daran gewöhnen, in anderen Denkformen denken zu können, wenn man die geistige Welt verstehen will. Man muß sich daran gewöhnen, schon durchaus das Überraschende zu erleben. Wenn das gewöhnliche Bewußtsein über Goethe liest, so kann es sich natürlich gedrängt fühlen, zu sagen: Den hätte ich gern auch persönlich gekannt, ihm die Hand gedrückt und dergleichen. Das ist eine Gedankenlosigkeit, denn es gibt Gesetze, nach denen wir eben für ein bestimmtes Erdenzeitalter vorbestimmt sind und in diesem Zeitalter leben können. Geradeso wie wir für einen bestimmten Luftdruck für unseren physischen Leib vorbestimmt sind, und uns nicht erheben können über die Erde bis zu einem Luftdruck, der uns nicht genehm ist, ebensowenig kann ein Mensch, der für das 20. Jahrhundert bestimmt ist, im Zeitalter Goethes leben.

[ 46 ] Das ist dasjenige, was ich zunächst über das Karma habe vorbringen wollen.

[ 46 ] Das ist dasjenige, was ich zunächst über das Karma habe vorbringen wollen.