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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume III
GA 237

6 July 1924, Dornach

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Dritter Vortrag

Third Lecture

[ 1 ] Wir haben gesehen, wie die Betrachtung des Karma, in dem das menschliche Schicksal eingeschlossen ist, führt von den weitesten Verhältnissen des Weltenalls, von den Sternenwelten, bis hinein in die intimsten Erlebnisse des menschlichen Herzens, insofern dieses Herz ja ein Ausdruck ist für alles das, was der Mensch im Leben auf sich wirken fühlt, was mit ihm im Zusammenhange des Erdendaseins vorgeht. Wir werden immer wiederum, wenn wir gerade aus einem tieferen Verständnis der karmischen Zusammenhänge heraus zum Urteilen kommen wollen, aufgefordert, nach diesen beiden so entfernt voneinander liegenden Gebieten des Weltendaseins hinzuschauen. Man muß eigentlich sagen: Was man sonst auch betrachtet, sei es die Natur, sei es die mehr natürliche Konfiguration der Menschheitsentwickelung in der Geschichte oder das Völkerleben, es führt alles nicht so hoch hinauf in kosmische Gebiete wie gerade die Karmabetrachtung. Diese Karmabetrachtung, sie macht uns überhaupt aufmerksam auf die Zusammenhänge des menschlichen, hier auf der Erde vollbrachten Lebens mit dem, was in den Weltenweiten vorgeht. Wir sehen dieses menschliche Leben auf der Erde, wenn es in gewissen Zusammenhängen seine Grenze erreicht, sich entfalten bis etwa zum siebzigsten Jahre. Was darüber hinaus ist, ist eigentlich ein gnadevoll geschenktes Leben. Was darunter ist, steht unter karmischen Einflüssen; die werden wir noch zu betrachten haben.

[ 1 ] We have seen how the consideration of karma, in which human destiny is encompassed, leads from the most distant realms of the universe—from the starry worlds—right down to the most intimate experiences of the human heart, insofar as this heart is indeed an expression of everything that a person feels working upon them in life, of everything that happens to them in the context of earthly existence. Whenever we seek to form a judgment based on a deeper understanding of karmic connections, we are repeatedly called upon to look toward these two realms of worldly existence, which lie so far apart from one another. One must actually say: Whatever else one may observe—be it nature, the more natural course of human development throughout history, or the life of nations—none of it leads as high into cosmic realms as the contemplation of karma. This contemplation of karma draws our attention to the connections between human life lived here on Earth and what takes place in the vastness of the cosmos. We see that human life on Earth, when it reaches its limits in certain contexts, unfolds until about the age of seventy. What lies beyond that is actually a life graciously bestowed. What lies below that is subject to karmic influences; we will have to consider those later.

[ 2 ] Aber man kann — das haben wir ja schon öfter von verschiedenen Gesichtspunkten aus in den mannigfaltigsten Betrachtungen berührt — ein menschliches Erdenleben auf etwa zweiundsiebzig Jahre rechnen. Zweiundsiebzig Jahre ist nun auch, vor dem Hintergrund der Geheimnisse des Kosmos gesehen, eine merkwürdige Zahl, deren Bedeutung einem eigentlich erst dann so richtig aufgeht, wenn man, ich möchte sagen, das kosmische Geheimnis des menschlichen Erdenlebens in Betracht zieht. Wir haben ja geschildert, was die Sternenwelt vom geistigen Gesichtspunkte aus eigentlich ist. Wir kommen sozusagen, wenn wir in ein neues Erdenleben eintreten, aus der Sternenwelt in dieses Erdenleben zurück. Und da fällt einem auf, wie sich alte Anschauungen, auch wenn man traditionell gar nicht an sie anknüpft, einfach wieder ergeben, sobald man mit Hilfe der heutigen Geistesforschung sich dem entsprechenden Gebiet naht. Wir haben ja gesehen, wie die verschiedenen Planetensterne, wie die Fixsterne teilnehmen am menschlichen Leben, an dem, was das menschliche Leben durchdringt und durchzieht hier auf Erden. Letzten Endes, wenn wir ein ausgelebtes Erdenleben vor uns haben, das nicht gar zu sehr steckenbleibt in den unteren Grenzen, das wenigstens die Hälfte der Erdenzeit durchlebt, kann man sagen: der Mensch, indem er von geistig-kosmischen Weiten heruntersteigt zu einem irdischen Dasein, kommt immer von einem bestimmten Sterne her. Man kann diese Richtung verfolgen, und es ist nicht unsachlich, sondern im Gegenteil recht exakt, wenn wir davon sprechen, der Mensch habe einmal «seinen Stern». Ein bestimmter Stern, ein Fixstern, ist die geistige Heimat des Menschen.

[ 2 ] But one can—as we have already touched upon this many times from various perspectives in the most diverse reflections—estimate a human life on Earth to be about seventy-two years. Seventy-two years is, when viewed against the backdrop of the mysteries of the cosmos, a remarkable number, the significance of which one really only begins to grasp when one considers, I would say, the cosmic mystery of human life on Earth. We have, after all, described what the world of the stars actually is from a spiritual point of view. When we enter a new earthly life, so to speak, we return to this earthly life from the world of the stars. And then one notices how old views—even if one does not traditionally draw upon them at all—simply emerge again as soon as one approaches the relevant field with the help of modern spiritual research. We have seen, after all, how the various planetary bodies and the fixed stars participate in human life—in what permeates and runs through human life here on Earth. Ultimately, when we consider a fully lived earthly life—one that does not remain too entrenched in the lower realms, but rather spans at least half of the earthly cycle—we can say: as a human being descends from spiritual-cosmic expanses into an earthly existence, they always come from a specific star. One can trace this connection, and it is not unfounded—on the contrary, it is quite precise—when we speak of a human being having “his or her star.” A specific star, a fixed star, is the human being’s spiritual home.

[ 3 ] Wenn man dasjenige, was ja außer Raum und Zeit erlebt wird zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, umsetzt in seine räumliche Bildlichkeit, dann muß man dazu kommen, sich zu sagen: Jeder Mensch hat seinen Stern, der bestimmend ist für das, was er sich erarbeitet zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, und er kommt aus der Richtung eines bestimmten Sternes her. — So daß wir schon in unser Gemüt die Vorstellung aufnehmen können: Wenn wir das gesamte Menschengeschlecht betrachten, das die Erde bewohnt, so finden wir, wenn wir hier auf der Erde Umschau halten und die Kontinente durchgehen, diese Kontinente bevölkert von den Menschen, die gegenwärtig inkarniert sind. Die anderen Menschen — wo finden wir sie im Weltenall? Wohin haben wir zu schauen im Weltenall, wenn wir den Seelenblick zu ihnen hinwenden wollen, nachdem sie dort eine bestimmte Zeit hindurch zugebracht haben nach dem Durchschreiten der Pforte des Todes? Wir schauen in die richtigen Richtungen, wenn wir hinschauen zum Sternenhimmel. Das sind die Seelen — wenigstens sind das die Richtungen, die uns die Seelen finden lassen —, die sich zwischen dem Tode und einer neuen Geburt befinden. Wir überschauen das ganze Menschengeschlecht, das die Erde bevölkert, wenn wir hinauf- und hinunterschauen.

[ 3 ] If one translates that which is experienced outside of space and time—between death and a new birth—into spatial imagery, then one must come to say to oneself: Every human being has a star that determines what they achieve between death and a new birth, and they come from the direction of a specific star. — So that we can already take this idea into our hearts: When we look at the entire human race inhabiting the Earth, we find—as we survey the Earth and travel across the continents—that these continents are populated by the people who are currently incarnated. The other human beings—where do we find them in the universe? Where must we look in the universe if we wish to turn our soul’s gaze toward them, after they have spent a certain time there following their passage through the gate of death? We are looking in the right directions when we gaze up at the starry sky. These are the souls—at least these are the directions that allow us to find the souls—who are between death and a new birth. We survey the entire human race that populates the Earth when we look up and down.

[ 4 ] Nur diejenigen, die eben auf dem Gange dahin oder auf dem Gange daher sind, finden wir in der planetarischen Region. Wir können aber nicht über die Mitternachtsstunde des Daseins sprechen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, ohne an einen Stern zu denken, den dann gewissermaßen, aber mit Berücksichtigung dessen, was ich über Sternenwesen gesagt habe, der Mensch bewohnt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wenn man mit einem solchen Wissen an den Kosmos herantritt, meine lieben Freunde: da draußen sind die Sterne, Weltenzeichen, aus denen uns entgegenschimmert und entgegenglänzt das Seelenleben derjenigen, die zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sind — dann werden wir aufmerksam darauf, daß wir ja auch die Konstellation der Sterne daraufhin ansehen können, uns fragend: Wie hängt das alles, was wir in den Weltenweiten schauen, mit dem Menschenleben zusammen? — Wir lernen dann anders, gemütvoll hinaufschauen auf den silberglänzenden Mond, auf die blendende Sonne, auf die nächtlicherweile funkelnden Sterne; denn wir fühlen uns mit alledem auch menschlich vereint. Und das ist etwas, was durch Anthroposophie für Menschenseelen errungen werden soll: daß sich diese Menschenseelen mit dem ganzen Kosmos auch menschlich vereint fühlen. Aber dann auch gehen uns erst gewisse Geheimnisse des Weltendaseins auf.

[ 4 ] In the planetary region, we find only those who are on their way there or on their way back. But we cannot speak of the midnight hour of existence—the time between death and a new birth—without thinking of a star that, in a certain sense—but taking into account what I have said about star beings—human beings inhabit between death and a new birth. When we approach the cosmos with such knowledge, my dear friends—out there are the stars, signs of the worlds, from which the soul life of those who are between death and a new birth shimmers and shines toward us—then we become aware that we can also look at the constellations of the stars in this light, asking ourselves: How is everything we see in the vastness of the worlds connected to human life? — We then learn to look up differently, with a sense of warmth, at the silvery moon, at the dazzling sun, at the stars that twinkle at night; for we feel humanly united with all of this. And this is something that anthroposophy aims to achieve for human souls: that these human souls feel united with the entire cosmos on a human level as well. But only then do certain mysteries of the world’s existence begin to unfold for us.

[ 5 ] Meine lieben Freunde, die Sonne geht auf und unter, die Sterne gehen auf und unter. Wir können verfolgen, wie die Sonne, sagen wir, untergeht in der Gegend, wo bestimmte Sterngruppen sind. Wir können jenen scheinbaren, wie man heute sagt, Gang, den die Sterne machen bei ihrem Umkreise um die Erde, verfolgen; wir können den Gang der Sonne verfolgen. Wir sagen heute, im Laufe von vierundzwanzig Stunden sei es so, daß die Sonne die Erde umkreist — scheinbar natürlich alles —, daß die Sterne die Erde umkreisen. So sagen wir, aber das ist ja nicht ganz richtig gesprochen. Wenn wir immer wieder und wiederum aufmerksam Sternengang und Sonnengang beobachten, so kommen wir dahinter, daß die Sonne im Verhältnis zu den Sternen nicht immer zur selben Zeit aufgeht, sondern immer ein klein wenig später; jeden Tag ein klein wenig später kommt sie an den Ort, an dem sie am vorhergehenden Tag im Verhältnis zu den Sternen gewesen ist. Und dann summieren sich diese Zeitstrecken, um die die Sonne immer zurückbleibt hinter dem Sternengang, summieren sich, werden eine Stunde, werden zwei Stunden, werden drei Stunden und werden schließlich ein Tag. Und der Zeitpunkt rückt heran, wo wir sagen können: die Sonne ist hinter dem Stern um einen Tag zurückgeblieben.

[ 5 ] My dear friends, the sun rises and sets, and the stars rise and set. We can observe how the sun, for example, sets in the region where certain groups of stars are located. We can observe that apparent—as we say today—path that the stars take as they circle the Earth; we can observe the path of the sun. Today we say that over the course of twenty-four hours, the sun circles the Earth—all of this, of course, only seemingly—and that the stars circle the Earth. That is what we say, but it is not entirely accurate. If we observe the movement of the stars and the sun’s path again and again with close attention, we discover that, relative to the stars, the sun does not always rise at the same time, but always a little later; every day it arrives a little later at the point where it had been relative to the stars the previous day. And then these time intervals—by which the sun always lags behind the stars’ motion—add up, becoming one hour, then two hours, then three hours, and finally a full day. And the moment approaches when we can say: the sun has fallen behind the stars by one day.

[ 6 ] Und nun nehmen wir an, irgend jemand sei meinetwillen am ersten März irgendeines Jahres geboren, habe gelebt bis zum Ablauf des zweiundsiebzigsten Lebensjahres. Er feiert seinen Geburtstag immer am ersten März, weil die Sonne sagt, am ersten März sei dieser Geburtstag. Er kann ihn auch so feiern, denn die Sonne erglänzt durch die zweiundsiebzig Jahre hindurch, wenn sie auch weiterrückt im Verhältnis zu den Sternen, doch immer in der Nachbarschaft jenes Sternes, der geleuchtet hat, als der Mensch auf der Erde angekommen ist.

[ 6 ] And now let’s suppose that someone was born on March 1 of some year for my sake and lived until the end of their seventy-second year. He always celebrates his birthday on March 1, because the sun says that March 1 is his birthday. He can celebrate it that way because the sun shines throughout those seventy-two years; even as it moves forward relative to the stars, it remains in the vicinity of the star that was shining when that person arrived on Earth.

[ 7 ] Wenn der Mensch aber zweiundsiebzig Jahre gelebt hat, dann ist ein voller Tag abgelaufen, und er kommt in seinem Lebensalter an einer Stelle an, wo die Sonne den Stern verlassen hat, in den sie gerade eingetreten ist, als er sein Leben angetreten hat. Und er kommt bei seinem Geburtstag über den ersten März hinaus: der Stern sagt nicht mehr dasselbe, was die Sonne sagt. Die Sterne sagen, es sei der zweite März, die Sonne sagt, es sei der erste März: der Mensch hat einen Weltentag verloren, denn es sind gerade zweiundsiebzig Jahre, daß die Sonne um einen Tag hinter dem Stern zurückbleibt.

[ 7 ] But when a person has lived seventy-two years, a full day has passed, and he reaches a point in his life where the sun has left the star it had just entered when he began his life. And on his birthday, he moves past March 1: the star no longer says the same thing as the sun. The stars say it is March 2, the sun says it is March 1: the person has lost a world-day, for it has been exactly seventy-two years since the sun began to lag one day behind the star.

[ 8 ] Und während dieser Zeit, während sich die Sonne im Bereiche seines Sternes aufhalten kann, kann der Mensch auf der Erde leben. Dann, unter normalen Verhältnissen, wenn die Sonne nicht mehr seinen Stern beruhigt über sein irdisches Dasein, wenn die Sonne nicht mehr zu seinem Stern sagt: der ist unten, und ich gebe dir das, was dir dieser Mensch zu geben hat, von mir aus, während ich nun vorläufig, dich zudeckend, mit ihm dasjenige mache, was du sonst mit ihm machtest zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wenn die Sonne das nicht mehr zum Stern sagen kann, fordert der Stern den Menschen wiederum zurück.

[ 8 ] And during this time, while the sun can remain within the sphere of its star, human beings can live on Earth. Then, under normal circumstances, when the sun no longer reassures its star about its earthly existence—when the sun no longer says to its star: ‘He is down below, and I give you what this human has to give you—as far as I’m concerned—while I, for the time being, shielding you, do with him what you would otherwise do with him between death and a new birth’—when the Sun can no longer say this to the star, the star claims the human back.

[ 9 ] Und da haben Sie die Vorgänge am Himmel als unmittelbar zusammenhängend mit dem menschlichen Dasein auf der Erde: Wir sehen in den Geheimnissen des Himmels das Lebensalter des Menschen ausgesprochen. Der Mensch kann zweiundsiebzig Jahre leben, weil die Sonne in dieser Zeit um einen Tag zurückbleibt. Dann kann sie also einen Stern, den sie vorher beruhigt hat, indem sie sich vor ihn gestellt hat, nicht mehr beruhigen, so daß der wieder frei geworden ist für die geistig-seelische Arbeit des Menschen im Kosmos.

[ 9 ] And there you have the events in the heavens as directly connected to human existence on Earth: We see the span of human life clearly expressed in the mysteries of the heavens. A human being can live seventy-two years because the sun lags behind by one day during this period. Consequently, it can no longer calm a star that it had previously pacified by positioning itself in front of it, so that the star is once again free for the spiritual and soul work of human beings in the cosmos.

[ 10 ] Diese Dinge können eigentlich nicht anders begriffen werden, als wenn sie mit Ehrfurcht begriffen werden, mit jener Ehrfurcht, welche die alten Mysterien die Ehrfurcht vor dem Oberen genannt haben. Denn diese Ehrfurcht vor dem Oberen leitet uns immer wieder und wieder an, dasjenige, was hier auf Erden geschieht, im Zusammenhange zu sehen mit dem, was in der gewaltigen majestätischen Sternenschrift sich abspielt. Und es ist eigentlich doch ein recht eingeschränktes Leben, das die Menschen heute zum Beispiel führen, gegenüber dem Leben, das noch im Anfange der dritten nachatlantischen Periode geführt wurde, wo man überall beim Menschen gerechnet hat nicht nach demjenigen, was bloß seine Schritte auf der Erde verzeichnet, sondern nach dem, was über das Menschenleben die Sterne des Weltenalls sagen.

[ 10 ] These things cannot truly be understood in any other way than with reverence—with that reverence which the ancient mysteries called “reverence for the Higher.” For this reverence for the Higher guides us again and again to see what happens here on Earth in connection with what unfolds in the mighty, majestic script of the stars. And it is, in fact, a rather limited life that people lead today, for example, compared to the life that was led at the beginning of the third post-Atlantean epoch, when people were judged not merely by what their footsteps recorded on Earth, but by what the stars of the universe say about human life.

[ 11 ] Sehen Sie, ist man einmal aufmerksam auf solche Zusammenhänge und ist man in der Lage, in seiner Seele solche Zusammenhänge mit Ehrfurcht aufzunehmen, dann wird man sich auch sagen können: Was immer hier auf der Erde vorgeht, hat ja sein Korrelat, sein Gegenbild in den geistigen Welten. Und in der Sternenschrift drückt sich aus, wie der Zusammenhang ist zwischen dem, was hier vorgeht, mit dem, was — wenn wir vom Erdengesichtspunkt aus sprechen — eine ziemliche Zeit vorher in der geistigen Welt sich abgespielt hat. Und eigentlich muß jede karmische Betrachtung in solch scheuer Ehrfurcht vor den Weltengeheimnissen angestellt werden.

[ 11 ] You see, once one is attentive to such connections and is able to take them in with reverence in one’s soul, then one will also be able to say to oneself: Whatever happens here on Earth has its counterpart, its reflection, in the spiritual worlds. And the star script reveals the connection between what is happening here and what—speaking from an earthly perspective—took place in the spiritual world quite some time ago. And in fact, any karmic consideration must be undertaken with such shy reverence for the mysteries of the worlds.

[ 12 ] Nun nähern wir uns einmal in solch scheuer Ehrfurcht einigen karmischen Betrachtungen, die in der nächsten Zeit hier gepflogen werden sollen. Nehmen wir einmal zunächst das eine: Hier sitzt eine Anzahl von Menschen, ein Ausschnitt aus dem, was man die Anthroposophische Gesellschaft nennt. Immerhin, ob der eine nun mit stärkeren, der andere mit schwächeren Banden vereinigt ist mit dieser Anthroposophischen Gesellschaft, es gehört schon zum Schicksal des Menschen, bei manchen zum grundlegenden, intensiven Schicksal, seinen Weg in die Anthroposophische Gesellschaft gefunden zu haben. Und es liegt nun einmal in jener Vergeistigung, welche die Anthroposophische Gesellschaft finden soll seit der Weihnachtstagung, nun auch immer bewußter und bewußter zu werden über dasjenige, was geistig-kosmisch einer solchen Gemeinschaft zugrunde liegt, wie es die Anthroposophische Gesellschaft ist. Dann kann auch aus diesem Bewußtsein heraus der einzelne in dieser Gesellschaft darinnenstehen.

[ 12 ] Now, with such reverent awe, let us turn to some karmic reflections that are to be explored here in the near future. Let us first consider this: Here sits a group of people, a cross-section of what is called the Anthroposophical Society. After all, whether one is united with this Anthroposophical Society by stronger ties or another by weaker ones, it is part of a person’s destiny—for some, a fundamental and intense destiny—to have found their way into the Anthroposophical Society. And it is precisely part of that spiritualization which the Anthroposophical Society is to attain—since the Christmas Conference—to become ever more and more conscious of what, in a spiritual-cosmic sense, underlies a community such as the Anthroposophical Society. Then, out of this consciousness, the individual can stand at the very heart of this Society.

[ 13 ] Deshalb kann es immerhin begreiflich sein, daß mit jenen Verantwortlichkeiten, die sich ergeben aus der Weihnachtstagung her, nun auch damit begonnen wird, etwas über das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft zu sprechen, über dieses recht komplizierte Karma; denn es ist ja ein allgemeines Karma, das aus dem karmischen Zusammenflusse vieler einzelner Menschen entsteht. Und wenn Sie alles das in seinem wahren Sinn und in seinem tiefen Sinn nehmen, was im Verlauf dieser Karmavorträge gesagt worden ist und was auch aus anderen Zusammenhängen hervorgeht, die hier betrachtet worden sind, dann werden Sie ja darauf kommen, meine lieben Freunde, daß dasjenige, was sich hier abspielt, indem eine Anzahl von Menschen durch ihr Karma in die Anthroposophische Gesellschaft hereingeführt werden, sein Vorgeschehen, so will ich es nennen, hat in einem Geschehen, das sich abgespielt hat mit diesen Menschen, bevor sie in das irdische Dasein eingetreten sind, und das wieder die Nachwirkung ist von Ereignissen, die sich in vorigen Erdenleben abgespielt haben.

[ 13 ] Therefore, it may well be understandable that, in light of the responsibilities arising from the Christmas Conference, we are now also beginning to speak about the karma of the Anthroposophical Society—this rather complicated karma; for it is, after all, a collective karma that arises from the karmic interplay of many individual human beings. And if you take everything that has been said in the course of these lectures on karma—and what has also emerged from other contexts considered here—in its true and deepest sense, then you will come to realize, my dear friends, that what is taking place here—as a number of people are led into the Anthroposophical Society through their karma— its “prelude,” as I will call it, has its origins in an event that took place with these people before they entered earthly existence—an event that is, in turn, the aftereffect of events that occurred in previous earthly lives.

[ 14 ] Wenn Sie nun zunächst nur einmal den Gedanken schweifen lassen über alles das, was durch eine solche Idee angeregt wird, dann werden Sie sagen: Es kann dieser Gedanke allmählich dahin vertieft werden, daß die Geschichte geistig erscheint, die hinter der Anthroposophischen Gesellschaft steht. Nur kann das nicht im Fluge geschehen, sondern es kann nur langsam und allmählich zum Bewußtsein kommen, damit es so zum Bewußtsein komme, daß auch das Tun der Anthroposophischen Gesellschaft sich errichte auf den Untergründen, die durchaus für die Anthroposophen vorhanden sind.

[ 14 ] If you now simply let your thoughts wander for a moment over everything that such an idea inspires, you will say: This thought can gradually be deepened to the point where the history behind the Anthroposophical Society appears in a spiritual light. However, this cannot happen overnight; rather, it can only come into consciousness slowly and gradually, so that it may come to be realized in such a way that the work of the Anthroposophical Society is also built upon the foundations that certainly exist for anthroposophists.

[ 15 ] Und nun, sehen Sie, zunächst ist es ja Anthroposophie, welche die Gesellschaft zusammenhält, Anthroposophie als solche. Und Anthroposophie muß doch in irgendeiner Weise von demjenigen, der sich in der Gesellschaft einfindet, gesucht werden. Das hat seine Vorgeschehnisse in dem, was erlebt worden ist — wir wollen es zunächst nur bis dahin verfolgen —, bevor die Seelen, die eben Anthroposophen werden, in das irdische Dasein heruntersteigen.

[ 15 ] And now, you see, first of all it is anthroposophy that holds the society together—anthroposophy as such. And anthroposophy must, after all, be sought in some way by those who find their way into the Society. This has its antecedents in what has been experienced—let us for now trace it only that far—before the souls who are about to become anthroposophists descend into earthly existence.

[ 16 ] Wenn aber dann mit einer gewissen Durchschau auf das, was da eigentlich sich vollzogen hat, das Auge hinblickt auf die Welt, dann muß heute das Folgende gesagt werden: Es gibt in der Welt heute viele Menschen, die man da oder dort findet und von denen man, wenn man ihren Zusammenhang mit ihrem vorirdischen Dasein ins Auge faßt, eigentlich sagen muß: sie sind durch dieses vorirdische Dasein für die Anthroposophische Gesellschaft bestimmt gewesen und können durch gewisse Ereignisse nicht den Weg in dieselbe finden. — Viel mehr solcher Menschen, als man denkt, gibt es. Das aber legt uns erst recht herzlich die Frage auf: Welches ist die Vorbestimmung, welches ist die Prädestination, die eine Seele an die Anthroposophie heranführt?

[ 16 ] But when one looks at the world with a certain insight into what has actually taken place there, the following must be said today: There are many people in the world today who can be found here and there, and of whom—when one considers their connection to their pre-earthly existence—one must actually say: they were destined for the Anthroposophical Society through this pre-earthly existence, yet certain events prevent them from finding their way into it. — There are far more such people than one might think. But this raises the question all the more earnestly: What is the predestination that leads a soul to anthroposophy?

[ 17 ] Sehen Sie, ich möchte zunächst von extremen Fällen ausgehen, welche lehren können, wie das Karma gerade bei einer solchen Sache spielt. In der Anthroposophischen Gesellschaft entsteht ja wirklich, man möchte sagen, in einer intensiveren Weise für den einzelnen Menschen die Frage nach dem Karma als auf einem anderen Gebiete. Ich will nur auf das Folgende hinweisen: Nehmen Sie einmal an, daß die Seelen, die gegenwärtig in einem Menschenleibe inkarniert sind, zumeist nicht so weit, man kann schon sagen überhaupt nicht so weit, zurückführen, daß sie zunächst irgend etwas erlebt haben können in verflossenen Erdenleben, was sie — nehmen wir ein radikales Beispiel — innerhalb der anthroposophischen Bewegung zur Eurythmie hinführt; denn diese Eurythmie hat es ja nicht gegeben in denjenigen Zeiten, in denen die Seelen verkörpert waren, die heute Eurythmie suchen.

[ 17 ] You see, I would like to begin by considering extreme cases, which can illustrate how karma comes into play precisely in such a situation. In the Anthroposophical Society, the question of karma truly arises—one might say—in a more intense way for the individual than in any other field. I just want to point out the following: Suppose for a moment that the souls currently incarnated in human bodies, for the most part, are not so far along— in fact, one might even say not at all far enough back—to have experienced anything in past earthly lives that could—to take a radical example—lead them, within the anthroposophical movement, to eurythmy; for eurythmy did not exist in the times when the souls who seek eurythmy today were incarnated.

[ 18 ] Da entsteht die brennende Frage: Wie kommt eine Seele dazu, den Gang nach der Eurythmie hin zu machen aus karmischen Untergründen heraus? Aber so ist es ja mit allen einzelnen Gebieten des gesamten Lebens: Seelen finden sich heute, welche nach dem, was Anthroposophie gibt, den Weg suchen. Wie kommen sie dazu, dasjenige, was die Vorbedingungen ihres Karma in den vorigen Erdenleben sind, gerade nach der Richtung zur Anthroposophie hin zu entfalten?

[ 18 ] This raises the burning question: How does a soul come to embark on the path toward eurythmy based on karmic foundations? But this is true of all individual areas of life as a whole: Today there are souls who, according to what anthroposophy teaches, are seeking this path. How do they come to unfold—precisely in the direction of anthroposophy—the very conditions that were the prerequisites of their karma in previous earthly lives?

[ 19 ] Nun sind da zunächst solche Seelen, die mit einer gewissen inneren starken Intensität zur Anthroposophie hingetrieben werden. Diese Intensität ist ja nicht bei allen gleich, aber es gibt Seelen, die mit einer starken inneren Intensität hingetrieben werden zur Anthroposophie, daß es einem so vorkommt, als wenn sie geradezu ohne Seitenpfade, in aller Geradheit zur Anthroposophie hinsteuern und in irgendein Gebiet des anthroposophischen Lebens hineinmünden.

[ 19 ] First of all, there are those souls who are drawn to anthroposophy with a certain strong inner intensity. This intensity is not the same in everyone, but there are souls who are drawn to anthroposophy with such strong inner intensity that it seems as if they are heading straight toward anthroposophy, without any detours, and are flowing into some area of anthroposophical life.

[ 20 ] Da gibt es eine Anzahl von Seelen, die aus dem Grunde zu einem solchen weltenkosmischen Steuern in ihrer Seele kommen, weil sie in besonderer Stärke empfunden haben in abgelaufenen Jahrhunderten, in denen sie ihr voriges Erdenleben durchgemacht haben, daß das Christentum an einem bestimmten Wendepunkt angekommen war. Sie haben in einem Zeitalter gelebt, wo das Christentum vorzugsweise dazu geführt hatte, in ein mehr oder weniger instinktives menschliches Fühlen überzugehen, wo das Christentum zwar mit einer Selbstverständlichkeit, aber mit einer instinktiven Selbstverständlichkeit geübt wurde, wo die Seelen eigentlich nicht die Frage aufgeworfen haben: Warum bin ich ein Christ? — Und wir kommen, wenn wir den Blick zurückwenden auf das 13., 12., 11., 10., 9., 8. Jahrhundert der nachchristlichen Entwickelung, insbesondere auf solche Seelen, die durchchristet waren, die hereinwuchsen in das Bewußstseinszeitalter, die aber das Christentum noch vor dem Bewußstseinszeitalter in die reine Gemütsseele hinein voll aufgenommen haben, denen aber schon in bezug auf die mehr weltlichen Angelegenheiten dasjenige erglänzte, was die Bewußtseinsseele bringen soll.

[ 20 ] There are a number of souls who come to experience such a cosmic guidance within their souls because, during the past centuries in which they lived their previous earthly lives, they felt with particular intensity that Christianity had reached a certain turning point. They lived in an age when Christianity had primarily led to a transition to a more or less instinctive human sensibility, when Christianity was practiced as a matter of course—but with an instinctive self-evidence—and when souls did not actually ask the question: Why am I a Christian? — And when we look back at the 13th, 12th, 11th, 10th, 9th, and 8th centuries of post-Christian development, in particular to those souls who were imbued with Christianity, who grew up into the age of consciousness, but who had already fully absorbed Christianity into the pure emotional soul even before the age of consciousness, and in whom, even with regard to more worldly matters, that which the conscious soul is meant to bring was already shining through.

[ 21 ] Was da, ich möchte sagen, unbewußt gelebt hat, so daß es gewissermaßen mit Umgehung des Kopfes dazumal in die Verrichtungen des Organismus hineingegangen ist, was da gelebt hat in vieler Beziehung als ein frommes Christentum, aber ein Christentum, das über sich selber nicht zur Klarheit kam, das stellte an diese Menschen die Forderung — denn, was unbewußt ist in einem Erdenleben, wird um einen Grad bewußter im nächsten Erdenleben —, die Frage aufzuwerfen: Warum sind wir Christen?

[ 21 ] What was, I would say, lived unconsciously—so that, in a sense, it entered into the organism’s functions at that time by bypassing the mind—what was lived in many respects as a devout Christianity, but a Christianity that never achieved clarity about itself—this placed a demand on these people—for what is unconscious in one earthly life becomes one degree more conscious in the next—to raise the question: Why are we Christians?

[ 22 ] Das aber führte dazu — ich spreche heute einleitungsweise die Dinge zunächst andeutend, sie sollen weiter ausgeführt werden —, daß solche Seelen nun auch in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt vorzugsweise in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der geistigen Welt einen Zusammenhang hatten, Und es gab Seelenvereinigungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der geistigen Welt, die die Konsequenzen des Christentums zogen, das sie hier auf Erden erlebt haben, in dem Glanze und in dem umfassenden Schein, in der umfassenden Offenbarung der geistigen Welt. Gerade in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es Seelen in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, die dahin drängten, in kosmische Imaginationen umzusetzen, was sie in einem christlichen vorangehenden Leben gefühlt haben. Und gerade das, was ich hier einmal als einen Kultus beschrieben habe, das spielte sich da im Übersinnlichen ab. Und eine große Anzahl Seelen war versammelt in diesen gemeinsam gewobenen kosmischen Imaginationen, in diesen mächtigen Bildern eines Zukunftsdaseins, das dann in veränderter Gestalt gesucht werden sollte während des nächsten Erdendaseins.

[ 22 ] But this led to the fact—I am merely hinting at these things by way of introduction today; they will be elaborated on later—that such souls now also had a connection in the spiritual world during the life between death and a new birth, particularly in the first half of the 19th century, And there were communities of souls in the spiritual world during the first half of the 19th century who drew the conclusions from the Christianity they had experienced here on earth, within the radiance and the all-encompassing splendor, within the comprehensive revelation of the spiritual world. Particularly in the first half of the 19th century, there were souls in the life between death and a new birth who were driven to translate into cosmic imaginings what they had felt in a previous Christian life. And precisely what I once described here as a cult took place there in the supersensible realm. And a great number of souls were gathered in these collectively woven cosmic imaginings, in these powerful images of a future existence that was then to be sought in a transformed form during their next earthly life.

[ 23 ] Aber da hineinverwoben war alles dasjenige, was an schweren inneren Kämpfen, die viel schwerer waren, als man gewöhnlich denkt, sich abgespielt hat zwischen dem 7. und 13., 14. nachchristlichen Jahrhundert. Die Seelen derjenigen Menschen, die ich meine, haben gerade in dieser Zeit manches durchgemacht. Und alles, was sie da durchgemacht haben, woben sie hinein in jene mächtigen kosmischen Imaginationen, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer größeren Anzahl von Seelen gemeinschaftlich gewoben wurden.

[ 23 ] But woven into all of that were the intense inner struggles—which were far more severe than one usually imagines—that took place between the 7th and the 13th or 14th centuries A.D. The souls of the people I am referring to went through a great deal during precisely this period. And everything they went through, they wove into those powerful cosmic imaginations that were collectively woven by a large number of souls in the first half of the 19th century.

[ 24 ] Alles das, was da an kosmischen Imaginationen gewoben wurde, das ist durchspielt auf der einen Seite von etwas, das ich nicht anders beschreiben kann denn als eine Art von sehnendem, erwartungsvollem Gefühle. All dieses Ausarbeiten von mächtigen kosmischen Imaginationen wird erlebt von diesen Seelen so, daß sie ein verdichtetes, aber aus mannigfaltigen Einzelheiten heraus verdichtetes Gefühl in ihren Seelen, in ihren entkörperten Seelen haben; es ist das Gefühl, das ich etwa in der folgenden Art beschreiben kann: Wir haben unten im letzten Erdendasein die Hinneigung zu dem Christus erlebt. Wir haben tief die Geheimnisse empfunden, welche die Tradition aufbewahrt hatte für die Christen, an das heilig-ernste Geschehen, das sich in Palästina im Beginne der christlichen Zeitrechnung abgespielt hat. Aber hat Er denn in aller seiner Glorie, in all seinem Glanze vor unserer Seele gestanden, dieser Christus? Diese Frage ging aus den Gemütern hervor. Sie sagten: Haben wir es nicht nur nach unserem Tode vernommen, wie der Christus aus kosmischen Höhen als Sonnenwesen auf die Erde heruntergestiegen ist? Haben wir ihn als Sonnenwesen erlebt? Hier ist er nicht mehr: Er ist mit der Erde vereint; hier gibt es nur etwas wie eine weltenkosmische Erinnerung an ihn. Wir müssen wieder zu der Erde den Weg finden, um den Christus vor unserer Seele zu haben. Christus-Sehnsucht begleitete diese Seelen — aus dem Weben von großen, majestätischen, kosmischen Imaginationen, die mit den Geistern der oberen Hierarchien gewoben wurden; diese Sehnsucht begleitete diese Seelen aus dem vorirdischen Dasein in das irdische herein.

[ 24 ] All of these cosmic imaginings that have been woven there are, on the one hand, permeated by something I can describe only as a kind of yearning, expectant feeling. All this elaboration of powerful cosmic imaginings is experienced by these souls in such a way that they have a condensed feeling—condensed, yet drawn from manifold details—in their souls, in their disembodied souls; it is a feeling I can describe roughly as follows: Down below, in our last earthly life, we experienced a drawing toward Christ. We deeply sensed the mysteries that tradition had preserved for Christians—the sacred and solemn events that took place in Palestine at the beginning of the Christian era. But did He—this Christ—stand before our souls in all His glory, in all His splendor? This question arose in our minds. They said: Did we not hear only after our death how Christ descended to Earth from cosmic heights as a solar being? Did we experience Him as a solar being? He is no longer here: He is united with the Earth; here there is only something like a cosmic memory of Him. We must find our way back to the Earth in order to have Christ before our souls. A longing for Christ accompanied these souls—arising from the weaving of great, majestic, cosmic imaginations woven together with the spirits of the higher hierarchies; this longing accompanied these souls from their pre-earthly existence into their earthly life.

[ 25 ] Das ist etwas, was mit einer hinreißenden Intensität erlebt werden kann für den geistigen Blick, der das Geschehen in der verkörperten und nichtverkörperten Menschheit beobachtete im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts. Und da mischte sich eben das Mannigfaltigste in diese Eindrücke hinein. Denn gerade dadurch, daß die Seelen, die jetzt wiedererscheinen, mitgemacht haben in ihrer Christus-Empfindung all das, was sich abgespielt hat zwischen denen, die nach dem Christentum strebten, und denen, die noch drinnenstanden in den Vorstellungen des alten Heidentums, wie es ja zumeist der Fall war in den Jahrhunderten, auf die ich hingedeutet habe, gerade dadurch liegt für diese Seelen ja wirklich vieles von dem vor, was in der Seele die Möglichkeit herbeiführt, auf der einen Seite den Versuchungen Luzifers, auf der anderen Seite den Versuchungen Ahrimans zu verfallen. Und im Karma weben Ahriman und Luzifer geradeso wie die guten Götter. Das haben wir ja schon gesehen.

[ 25 ] This is something that can be experienced with captivating intensity by the spiritual gaze that observed the events unfolding among embodied and disembodied humanity throughout the 19th and 20th centuries. And the most diverse elements were interwoven into these impressions. For it is precisely because the souls who are now reappearing have, in their perception of Christ, participated in all that took place between those who strove toward Christianity and those who were still steeped in the beliefs of ancient paganism—as was indeed mostly the case during the centuries to which I have alluded—precisely because of this, these souls truly possess much of what creates within the soul the possibility of succumbing, on the one hand, to the temptations of Lucifer, and on the other, to the temptations of Ahriman. And in karma, Ahriman and Lucifer weave just as the good gods do. We have already seen this.

[ 26 ] Nun, was alles einverwoben ist in dasjenige, was heute in seiner karmischen Auswirkung sich abspielt, das muß im einzelnen verfolgt werden, um wirklich die geistigen Untergründe des anthroposophischen Strebens zu verfolgen. Und es ist, wenn die Weihnachtstagung ernst genommen wird, auch durchaus der Zeitpunkt da, wo von gewissen Dingen der Schleier sozusagen hinweggezogen werden darf. Nur müssen die Dinge mit dem nötigen Ernste aufgefaßt werden.

[ 26 ] Now, everything that is interwoven with what is unfolding today in its karmic effects must be traced in detail in order to truly understand the spiritual foundations of the anthroposophical endeavor. And if the Christmas Conference is taken seriously, this is also certainly the moment when the veil may be lifted, so to speak, from certain things. But these matters must be approached with the necessary seriousness.

[ 27 ] Beginnen wir einmal, wie gesagt, mit einem radikalen Fall. Lassen wir das, was eben gesagt worden ist, in der heutigen Stunde im Hintergrunde walten, indem wir das Folgende besprechen.

[ 27 ] As I said, let’s start with a radical case. Let’s keep what has just been said in the background as we discuss the following.

[ 28 ] Wir sehen, wie sich aus dem vorirdischen Dasein in das irdische Dasein herein durch ihre Erziehung hindurch, durch das, was sie auf der Erde erleben, Menschenseelen finden, die den Weg in die Anthroposophische Gesellschaft herein suchen, die auch eine Weile in der Anthroposophischen Gesellschaft sind. Unter ihnen kann sich der Fall ereignen, daß, gerade nachdem eine solche Seele eine Zeitlang sich als ein eifriges, vielfach sogar übereifriges Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft zeigt, sie dann später zum allerheftigsten Gegner wird. Sehen wir uns an einem solchen extremen Fall das Karma einmal an.

[ 28 ] We see how, through their upbringing and through what they experience on Earth, human souls—coming from their pre-earthly existence into their earthly existence—seek their way into the Anthroposophical Society and remain there for a time. Among them, there may be cases where, just after such a soul has shown itself for a time to be an enthusiastic—and in many cases even overzealous—member of the Anthroposophical Society, it later becomes its most vehement opponent. Let us examine the karma involved in such an extreme case.

[ 29 ] Nehmen wir einmal diesen extremen Fall: Jemand tritt herein in die Anthroposophische Gesellschaft, er erweist sich als ein eifriges Mitglied; nach einiger Zeit bringt er es zustande, nicht nur Gegner zu werden, sondern vielleicht beschimpfender Gegner — im Grunde genommen ein sehr, sehr merkwürdiges Karma.

[ 29 ] Let’s consider this extreme case: Someone joins the Anthroposophical Society and proves to be an enthusiastic member; after some time, he manages not only to become an opponent, but perhaps even a vitriolic one—which is, in essence, a very, very strange karma.

[ 30 ] Betrachten wir einen einzelnen Fall. Da ist eine Seele. Wir schauen zurück in ein voriges Erdendasein. Wir schauen dabei zurück in die Zeit, wo alte Erinnerungen aus der Heidenzeit her, berückend für die Leute, dagewesen sind, und wo die Leute sich hineingefunden haben in das, was ja in jener Zeit sich, ich möchte sagen, mit Wärme als Christentum ausgebreitet hat, was aber von vielen Menschen doch auch mit einer gewissen Oberflächlichkeit aufgenommen wurde.

[ 30 ] Let us consider a single case. There is a soul. We look back on a previous earthly existence. In doing so, we look back to a time when ancient memories from the pagan era—which held a captivating allure for people—still existed, and when people found their way into what, at that time, I would say, spread with warmth as Christianity, though it was also received by many people with a certain superficiality.

[ 31 ] Wenn solche Dinge besprochen werden, muß man sich ja immer klar sein, daß man sozusagen irgendwo anfangen muß bei einem Erdenleben. Jedes Erdenleben führt ja wiederum auf frühere zurück, so daß natürlich ungeklärte Reste da sind, auf die man als bloße Tatsachen hinweisen kann. Sie sind ja wieder die karmischen Folgen von früheren; aber man muß doch irgendwie anfangen.

[ 31 ] When discussing such matters, one must always be aware that, so to speak, one has to start somewhere with an earthly life. Every earthly life, in turn, leads back to earlier ones, so that there are naturally unresolved remnants that can be pointed to as mere facts. They are, after all, the karmic consequences of earlier lives; but one must start somewhere.

[ 32 ] Nun kann man eine solche Seele schauen, wie sie gefunden wird gerade in jener Zeit — und zwar gefunden wird auf eine Art, die mir und anderen hier in der Gesellschaft recht nahegegangen ist —, gefunden wird in jener Zeit, auf die ich hingedeutet habe, als eine Art verfehlter Goldmacher, im Besitze von Schriften, Manuskripten, die sie kaum verstehen konnte, die sie in ihrer Art ausdeutete, und dann experimentierte sie nach den Vorschriften, ohne eigentlich eine Ahnung zu haben von dem, was sie da machte. Denn in die geistig-chemischen Zusammenhänge hineinzuschauen, ist ja keine einfache Sache. Und so sehen wir einen solchen Experimentator mit einer kleinen Bibliothek der mannigfaltigsten Vorschriften, die weit hineinführen bis in arabisch-maurische Zusammenhänge, und sehen, wie an fast abgelegener Stätte, aber einer Stätte, die besucht wird von vielen Neugierigen, dieser Mensch seine Tätigkeit entfaltet. Er kommt dazu, sich ein eigentümliches Leiden heranzuzüchten unter dem Einflusse dieser unverstandenen, verständnislos geübten Tätigkeit, ein Leiden, das namentlich seinen Kehlkopf ergreift — es ist eine männliche Inkarnation —, so daß die Stimme allmählich umflort und immer umflorter wird und zuletzt kaum mehr da ist.

[ 32 ] Now one can observe such a soul as it is found precisely during that period—and indeed found in a way that has deeply moved me and others here in the Society—found during that period to which I have alluded, as a sort of failed alchemist, in possession of manuscripts, manuscripts that she could barely understand, which she interpreted in her own way, and then she experimented according to the instructions without really having a clue what she was doing. For gaining insight into spiritual-chemical relationships is, after all, no simple matter. And so we see such an experimenter with a small library of the most varied instructions, which extend far into Arab-Moorish contexts, and we see how, in an almost secluded place—yet one frequented by many curious onlookers—this person carries out her work. Under the influence of this misunderstood and thoughtlessly practiced activity, he ends up developing a peculiar ailment—one that specifically affects his larynx—it is a male incarnation—so that his voice gradually becomes hoarse and increasingly so, until finally it is barely there at all.

[ 33 ] Nun sind die christlichen Lehren verbreitet, sie ergreifen ja die Menschen überall. Da ist auf der einen Seite die Gier in diesem Menschen, das Goldmachen zu erreichen, und mit dem Goldmachen manches andere, was man hätte erreichen können, wenn es in der damaligen Zeit gelungen wäre; auf der anderen Seite das Herandringen des Christentums an ihn in einer Weise, die eigentlich voll von Vorwürfen ist. Etwas von einer, ich möchte sagen, nicht ganz gereinigten Faustischen Stimmung entwickelt sich. Stark wird das Gefühl: Hast du nicht doch furchtbar Unrecht getan? Und nach und nach bildet sich nun dennoch unter dem Einflusse solcher Gedanken die skeptisch in der Seele lebende Anschauung heraus: Daß du deine Stimme verloren hast, das ist die göttliche Strafe, die gerechte Strafe dafür, daß du dich an unrichtiges Zeug herangemacht hast.

[ 33 ] Christian teachings are now widespread; indeed, they are taking hold of people everywhere. On the one hand, there is this man’s greed to make his fortune—and, along with that, many other things he could have achieved had he succeeded at that time; on the other hand, there is Christianity pressing upon him in a way that is, in fact, full of reproaches. Something of a—I would say—not entirely purified Faustian mood begins to develop. The feeling grows stronger: “Have you not, after all, done something terribly wrong?” And yet, little by little, under the influence of such thoughts, a skeptical view takes shape within his soul: “That you have lost your voice is the divine punishment, the just punishment for having engaged in wrongdoing.”

[ 34 ] In dieser Seelenlage suchte der Betreffende den Rat von Menschen auf, die jetzt auch mit der Anthroposophischen Gesellschaft sich verbunden haben, die dazumal in sein Schicksal so eingreifen konnten, daß sie gewissermaßen seine Seele retteten aus diesen tiefen Zweifeln heraus. Man kann schon sprechen von einer Art Rettung der Seele. Aber das alles vollzog sich unter solchen Nebenereignissen, daß der Betreffende doch in einem starken, nur äußerlich bleibenden Fühlen dieses durchlebte. Auf der einen Seite wurde er überwältigt von einer Art Dankgefühl gegenüber denjenigen, die ihn seelisch errettet hatten; auf der anderen Seite mischte sich gerade in diese Unklarheit ein furchtbar ahrimanischer Impuls hinein durch dasjenige, was hier eingetreten war: nach einer starken, nach dem Unrecht-Magischen hin gehenden Neigung ein nicht ganz echtes Sich-Erfühlen in der christlichen Gerechtigkeit; in das alles mischte sich ein ahrimanischer Zug hinein. Weil es Unklarheit über die Seele verbreitete, so kam der Betreffende dazu, in seinen Dank einen ahrimanischen Zug hineinzubringen, und der Dank wurde umgewandelt in etwas, was in der Seele einen unwürdigen Ausdruck fand und dem Betreffenden wieder vor die Seele trat, als er in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt namentlich an derjenigen Stelle angekommen war, die ich bezeichnet habe als die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. So daß er da durchlebte, was die Seele dazumal an äußerem, veräußerlichtem, ich möchte sagen, kriechendem Dank entwickelte, daß er dieses in der ganzen Menschenunwürdigkeit wieder da durchlebte.

[ 34 ] In this state of mind, the person in question sought the counsel of people who are now also associated with the Anthroposophical Society; at that time, they were able to intervene in his fate in such a way that, in a sense, they rescued his soul from these deep doubts. One can indeed speak of a kind of salvation of the soul. But all this took place amid such accompanying events that the individual in question experienced it with a strong feeling that remained purely external. On the one hand, he was overwhelmed by a kind of gratitude toward those who had saved him spiritually; on the other hand, a terrible Ahrimanic impulse mingled into this very confusion through what had occurred here: following a strong inclination toward the “magic of injustice,” a not entirely genuine sense of identification with Christian justice; an Ahrimanic trait mingled into all of this. Because it spread confusion throughout the soul, the person in question came to introduce an Ahrimanic trait into his gratitude, and the gratitude was transformed into something that found an unworthy expression in the soul and reappeared before the person concerned when, in the life between death and a new birth, he had arrived specifically at the point I have designated as the first half of the 19th century. Thus he relived there what the soul had developed at that time in the form of outward, externalized—I might say, groveling—gratitude, reliving it in all its inhumanity.

[ 35 ] Und so sehen wir gerade dieses Bild des ahrimanisierten Dankes hineingemischt in die kosmischen Imaginationen, von denen ich gesprochen habe. Und wir sehen, wie diese Seele hinuntersteigt aus dem vorirdischen Dasein in das irdische Dasein, auf der einen Seite mit all denjenigen Impulsen, die ihr gekommen sind aus ihrer Zeit des alten Goldmachen-Wollens, der Vermaterialisierung des geistigen Strebens, während auf der anderen Seite sich unter ahrimanischem Einfluß etwas entwickelt, was deutlich wahrzunehmen ist als Schamgefühl über den unrechtmäßig veräußerlichten Dank. Diese zwei Strömungen leben in der Seele beim Heruntersteigen, und diese zwei Strömungen drücken sich dadurch aus, daß die betreffende Persönlichkeit, als sie wieder Persönlichkeit geworden ist im irdischen Leben, den Weg sucht zu denjenigen hin, die da waren, wo auch diese Seele war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

[ 35 ] And so we see precisely this image of Ahrimanized gratitude interwoven into the cosmic imaginations of which I have spoken. And we see how this soul descends from pre-earthly existence into earthly existence, on the one hand with all those impulses that have come to it from its time of the old desire to make gold—the materialization of spiritual striving— while on the other hand, under Ahrimanic influence, something develops that can be clearly perceived as a sense of shame over the gratitude that has been unlawfully externalized. These two currents live within the soul as it descends, and these two currents express themselves in such a way that the individual in question, having once again become a personality in earthly life, seeks out those who were present where this soul itself was in the first half of the 19th century.

[ 36 ] Nun entsteht zunächst etwas wie eine Erinnerung an das, was durchlebt worden ist in der Bildgestaltung des unrechtmäßigen, des veräußerlichten Dankes — das alles spielt sich, ich möchte sagen, wie automatisch ab —, und es erwacht dann dasjenige, was da drinnen lebt, was ich geschildert habe als Schamgefühl über die eigene Menschenunwürdigkeit. Das ergreift diese Seele. Da dies aber ahrimanisiert ist — auch aus dem Karma früherer Zeiten heraus selbstverständlich —, gießt es etwas aus wie einen furchtbaren Haß auf all dasjenige, dem man sich zunächst zugewendet hat.’ Und das gewendete Schamgefühl verwandelt sich, transformiert sich in eine wütende Gegnerschaft, gleichzeitig vereinigt mit der ungeheuren Enttäuschung darüber, daß das Unbewußte so wenig seine Befriedigung gefunden hat. Es hätte diese Befriedigung gefunden, wenn irgend etwas Ähnliches eingetreten wäre, wie es in der unrechtmäßigen Goldmacherkunst lag.

[ 36 ] Now, at first, something like a memory of what has been experienced arises in the form of the illegitimate, externalized gratitude—all of this unfolds, I would say, almost automatically—and then what lives within, which I have described as a sense of shame over one’s own unworthiness as a human being, awakens. This seizes hold of the soul. But since this soul is Ahrimanized—naturally, as a result of karma from earlier times as well—it pours out something like a terrible hatred toward everything one initially turned toward.’ And the redirected sense of shame is transformed into a furious opposition, combined at the same time with the immense disappointment that the unconscious has found so little satisfaction. It would have found this satisfaction if something similar to the illegitimate art of making gold had occurred.

[ 37 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, da haben wir ein Beispiel, wie sich nun in einem radikalen Falle die Dinge innerlich wenden; wie wir die merkwürdigen, mysteriösen Wege von so etwas wie dem Zusammenhang von Schamgefühl und Haß in einem früheren Dasein aufsuchen müssen, wenn wir aus den Vorbedingungen heraus ein gegenwärtiges Leben verstehen wollen.

[ 37 ] You see, my dear friends, here we have an example of how, in a radical case, things take an inner turn; of how we must explore the strange, mysterious paths of something like the connection between a sense of shame and hatred in a previous life if we wish to understand a present life based on its preconditions.

[ 38 ] Sehen Sie, wenn man solche Dinge so betrachtet, dann gießt sich allerdings etwas von Verständnis über all dasjenige aus, was in der Welt durch Menschen vorgeht, und dann beginnen große Schwierigkeiten des Lebens, wenn man es mit dem Karmagedanken ernst nimmt. Aber diese Schwierigkeiten sollen kommen, denn sie sind im ganzen Wesen des Menschenlebens begründet. Und eine solche Bewegung wie die anthroposophische muß eben vielem ausgesetzt sein, weil sie nur dadurch jene starke Kraft entwickeln kann, welche ihr notwendig ist.

[ 38 ] You see, when one looks at such things in this way, a certain understanding does indeed shed light on everything that happens in the world through human beings; and then the great difficulties of life begin when one takes the concept of karma seriously. But these difficulties are meant to arise, for they are rooted in the very nature of human life. And a movement such as the anthroposophical one must necessarily be exposed to many challenges, because only through them can it develop the strong force that is essential to it.

[ 39 ] Ich habe dieses Beispiel zuerst angeführt aus dem Grunde, damit Sie sehen, daß auch sozusagen das Negative wird gesucht werden müssen im karmischen Zusammenhange mit dem ganzen Schicksale, das die anthroposophische Bewegung erstehen läßt aus den vorangegangenen Inkarnationen der in ihrer Gesellschaft Vereinigten, und demjenigen, was jetzt geschieht.

[ 39 ] I cited this example first so that you might see that, so to speak, the negative aspect must also be sought within the karmic context of the entire destiny that has given rise to the anthroposophical movement—a destiny stemming from the previous incarnations of those united in its community—and of what is happening now.

[ 40 ] So, meine lieben Freunde, kann gehofft werden, daß ein ganz neues Verständnis nach und nach erwacht für das Wesen der Anthroposophischen Gesellschaft, daß sozusagen die Seele der Anthroposophischen Gesellschaft mit all ihren verschiedenen Schwierigkeiten erforscht werden kann. Denn auch da muß man nicht bloß beim einzelnen Menschenleben bleiben, sondern zurückgehen auf dasjenige, was sich eigentlich, man kann da nicht sagen, wieder verkörpert, aber wieder erlebt. Und damit wollte ich heute beginnen.

[ 40 ] So, my dear friends, we can hope that a completely new understanding of the nature of the Anthroposophical Society will gradually emerge, that, so to speak, the soul of the Anthroposophical Society—with all its various difficulties—can be explored. For here, too, we must not limit ourselves to the individual human life, but go back to that which—one cannot say it “reincarnates,” but rather “is experienced anew.” And that is where I wanted to begin today.