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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume III
GA 237

11 July 1924, Dornach

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Fünfter Vortrag

Fünfter Vortrag

[ 1 ] Die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft kommen zu dieser Gesellschaft, wie es ja durchaus selbstverständlich ist, aus Gründen der inneren Seelenverfassung. Wenn also über das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft gesprochen wird, wie wir es jetzt tun, über das Karma der anthroposophischen Bewegung überhaupt, aus der karmischen Entwickelung von Mitgliedern und Mitgliedergruppen heraus, dann muß es sich natürlich auch darum handeln, die Grundlagen zu diesem Karma in der Seelenverfassung der Menschen, die Anthroposophie suchen, zu sehen. Und das haben wir ja bereits begonnen. Wir wollen noch einiges zu dieser Seelenverfassung kennenlernen, um dann auch auf das weitere im Karma der anthroposophischen Bewegung eingehen zu können.

[ 1 ] Die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft kommen zu dieser Gesellschaft, wie es ja durchaus selbstverständlich ist, aus Gründen der inneren Seelenverfassung. Wenn also über das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft gesprochen wird, wie wir es jetzt tun, über das Karma der anthroposophischen Bewegung überhaupt, aus der karmischen Entwickelung von Mitgliedern und Mitgliedergruppen heraus, dann muß es sich natürlich auch darum handeln, die Grundlagen zu diesem Karma in der Seelenverfassung der Menschen, die Anthroposophie suchen, zu sehen. Und das haben wir ja bereits begonnen. Wir wollen noch einiges zu dieser Seelenverfassung kennenlernen, um dann auch auf das weitere im Karma der anthroposophischen Bewegung eingehen zu können.

[ 2 ] Sie haben ja gesehen, ich habe als auf das Wichtigste in der Seelenverfassung der Anthroposophen auf dasjenige hingewiesen, was diese in jenen Inkarnationen erlebt haben, die sie etwa in den ersten Jahrhunderten der Begründung des Christentums durchmachten, erlebt haben. Ich sagte, es können Inkarnationen dazwischen liegen, wichtig ist aber diejenige Inkarnation, die so in das 4. bis 8. nachchristliche Jahrhundert fällt. Diese Inkarnation hat uns durch ihre Betrachtung ergeben, daß wir zwei Gruppen von Persönlichkeiten zu unterscheiden haben, die zur anthroposophischen Bewegung kommen. Diese zwei Gruppen haben wir charakterisiert. Wir wollen aber jetzt etwas Gemeinsames ins Auge fassen, etwas, was sozusagen als wichtiges Gemeinsames auf dem Grunde der Seelen liegt, die eine solche Entwickelung durchgemacht haben, wie ich sie im letzten Mitgliedervortrag charakterisiert habe.

[ 2 ] Sie haben ja gesehen, ich habe als auf das Wichtigste in der Seelenverfassung der Anthroposophen auf dasjenige hingewiesen, was diese in jenen Inkarnationen erlebt haben, die sie etwa in den ersten Jahrhunderten der Begründung des Christentums durchmachten, erlebt haben. Ich sagte, es können Inkarnationen dazwischen liegen, wichtig ist aber diejenige Inkarnation, die so in das 4. bis 8. nachchristliche Jahrhundert fällt. Diese Inkarnation hat uns durch ihre Betrachtung ergeben, daß wir zwei Gruppen von Persönlichkeiten zu unterscheiden haben, die zur anthroposophischen Bewegung kommen. Diese zwei Gruppen haben wir charakterisiert. Wir wollen aber jetzt etwas Gemeinsames ins Auge fassen, etwas, was sozusagen als wichtiges Gemeinsames auf dem Grunde der Seelen liegt, die eine solche Entwickelung durchgemacht haben, wie ich sie im letzten Mitgliedervortrag charakterisiert habe.

[ 3 ] Wir stehen da durchaus, wenn wir auf diese ersten christlichen Jahrhunderte hinschauen, in einer Zeit, in der die Menschen noch ganz anders waren als jetzt. Wir können sagen: Wenn der heutige Mensch aufwacht, so geschieht das so, daß er eigentlich mit großer Schnelligkeit hineinschlüpft in seinen physischen Leib, natürlich mit der Reserve, die ich hier besprochen habe. Ich sagte schon, das Hineinschlüpfen und das Sich-Ausdehnen darinnen dauert ja den ganzen Tag; aber die Wahrnehmung, daß das Ich und der astralische Leib herankommen, das geschieht außerordentlich schnell. Es ist heute für den aufwachenden Menschen sozusagen keine Zwischenzeit vorhanden zwischen dem Gewahrwerden des ätherischen Leibes und dem Gewahrwerden des physischen Leibes. Man geht schnell durch die Wahrnehmung des ätherischen Leibes hindurch, bemerkt den ätherischen Leib gar nicht und taucht sogleich in den physischen Leib hinein beim Aufwachen. Das ist die Eigentümlichkeit des heutigen Menschen.

[ 3 ] Wir stehen da durchaus, wenn wir auf diese ersten christlichen Jahrhunderte hinschauen, in einer Zeit, in der die Menschen noch ganz anders waren als jetzt. Wir können sagen: Wenn der heutige Mensch aufwacht, so geschieht das so, daß er eigentlich mit großer Schnelligkeit hineinschlüpft in seinen physischen Leib, natürlich mit der Reserve, die ich hier besprochen habe. Ich sagte schon, das Hineinschlüpfen und das Sich-Ausdehnen darinnen dauert ja den ganzen Tag; aber die Wahrnehmung, daß das Ich und der astralische Leib herankommen, das geschieht außerordentlich schnell. Es ist heute für den aufwachenden Menschen sozusagen keine Zwischenzeit vorhanden zwischen dem Gewahrwerden des ätherischen Leibes und dem Gewahrwerden des physischen Leibes. Man geht schnell durch die Wahrnehmung des ätherischen Leibes hindurch, bemerkt den ätherischen Leib gar nicht und taucht sogleich in den physischen Leib hinein beim Aufwachen. Das ist die Eigentümlichkeit des heutigen Menschen.

[ 4 ] Die Eigentümlichkeit jener Menschen, die noch in diesen ersten christlichen Jahrhunderten gelebt haben, die ich charakterisiert habe, bestand darin, daß sie im Aufwachen deutlich wahrnahmen: Ich komme in ein Zweifaches hinein, in den ätherischen Leib und in den physischen Leib. Und sie wußten: Man geht durch die Wahrnehmung des ätherischen Leibes durch und gelangt dann erst in den physischen Leib hinein. Und es war so, daß die Leute eigentlich in diesem Augenblicke, wo sie aufwachten, vor sich hatten, wenn auch nicht ein ganzes Lebenstableau, so doch viele Bilder aus ihrem bisherigen Erdenleben. Und noch etwas anderes hatten sie vor sich, was ich gleich nachher charakterisieren werde. Denn daß man so, ich möchte sagen, etappenweise in dasjenige hineingelangt, was im Bette liegenbleibt, in den ätherischen und in den physischen Leib, das bewirkte für die ganze Zeit des Wachseins etwas anderes, als was heute unsere Erlebnisse während des Wachseins sind.

[ 4 ] Die Eigentümlichkeit jener Menschen, die noch in diesen ersten christlichen Jahrhunderten gelebt haben, die ich charakterisiert habe, bestand darin, daß sie im Aufwachen deutlich wahrnahmen: Ich komme in ein Zweifaches hinein, in den ätherischen Leib und in den physischen Leib. Und sie wußten: Man geht durch die Wahrnehmung des ätherischen Leibes durch und gelangt dann erst in den physischen Leib hinein. Und es war so, daß die Leute eigentlich in diesem Augenblicke, wo sie aufwachten, vor sich hatten, wenn auch nicht ein ganzes Lebenstableau, so doch viele Bilder aus ihrem bisherigen Erdenleben. Und noch etwas anderes hatten sie vor sich, was ich gleich nachher charakterisieren werde. Denn daß man so, ich möchte sagen, etappenweise in dasjenige hineingelangt, was im Bette liegenbleibt, in den ätherischen und in den physischen Leib, das bewirkte für die ganze Zeit des Wachseins etwas anderes, als was heute unsere Erlebnisse während des Wachseins sind.

[ 5 ] Wiederum, wenn wir das Einschlafen heute betrachten, so ist das Eigentümliche, daß wenn das Ich und der astralische Leib aus dem physischen Leib und AÄtherleib herausgehen, so saugt das Ich sehr schnell den astralischen Leib auf. Und da das Ich ganz haltlos ist gegenüber dem Kosmos, noch gar nichts wahrnehmen kann, so hört der Mensch beim Einschlafen auf, wahrzunehmen. Was da herausdringt als Träume, ist ja nur sporadisch.

[ 5 ] Wiederum, wenn wir das Einschlafen heute betrachten, so ist das Eigentümliche, daß wenn das Ich und der astralische Leib aus dem physischen Leib und AÄtherleib herausgehen, so saugt das Ich sehr schnell den astralischen Leib auf. Und da das Ich ganz haltlos ist gegenüber dem Kosmos, noch gar nichts wahrnehmen kann, so hört der Mensch beim Einschlafen auf, wahrzunehmen. Was da herausdringt als Träume, ist ja nur sporadisch.

[ 6 ] Wiederum war das nicht so in jenen Zeiten, von denen ich gesprochen habe. Da sog das Ich nicht sogleich den astralischen Leib auf, sondern der astralische Leib blieb in seiner eigenen Substanz selbständig bestehen, nachdem die Menschen eingeschlafen waren. Und er blieb eigentlich bis zu einem gewissen Grade die ganze Nacht hindurch bestehen. So daß der Mensch am Morgen nicht so aufwachte, daß er aus der Bewußtseinsfinsternis aufwachte, sondern er wachte so auf, daß er die Empfindung hatte: Du hast ja da in einer lichtvollen Welt gelebt, in der allerlei vorgegangen ist; Bilder waren es zwar, aber es ist allerlei vorgegangen. — Es war also durchaus so, daß der Mensch in der damaligen Zeit eine Zwischenempfindung hatte zwischen dem Wachen und Schlafen. Sie war leise, sie war intim, aber sie war da. Das hörte bei der eigentlich zivilisierten Menschheit erst vollständig auf mit dem Beginn des 14. Jahrhunderts. Dadurch aber erlebten ja alle die Seelen, von denen ich neulich gesprochen habe, die Welt anders, als sie die heutigen Menschen erleben. Stellen wir uns einmal vor das Auge, wie die Menschen, also Sie alle, meine lieben Freunde, dazumal die Welt erlebten.

[ 6 ] Wiederum war das nicht so in jenen Zeiten, von denen ich gesprochen habe. Da sog das Ich nicht sogleich den astralischen Leib auf, sondern der astralische Leib blieb in seiner eigenen Substanz selbständig bestehen, nachdem die Menschen eingeschlafen waren. Und er blieb eigentlich bis zu einem gewissen Grade die ganze Nacht hindurch bestehen. So daß der Mensch am Morgen nicht so aufwachte, daß er aus der Bewußtseinsfinsternis aufwachte, sondern er wachte so auf, daß er die Empfindung hatte: Du hast ja da in einer lichtvollen Welt gelebt, in der allerlei vorgegangen ist; Bilder waren es zwar, aber es ist allerlei vorgegangen. — Es war also durchaus so, daß der Mensch in der damaligen Zeit eine Zwischenempfindung hatte zwischen dem Wachen und Schlafen. Sie war leise, sie war intim, aber sie war da. Das hörte bei der eigentlich zivilisierten Menschheit erst vollständig auf mit dem Beginn des 14. Jahrhunderts. Dadurch aber erlebten ja alle die Seelen, von denen ich neulich gesprochen habe, die Welt anders, als sie die heutigen Menschen erleben. Stellen wir uns einmal vor das Auge, wie die Menschen, also Sie alle, meine lieben Freunde, dazumal die Welt erlebten.

[ 7 ] Dadurch, daß eine Etappe war im Untertauchen in den ätherischen und physischen Leib, dadurch schaute der Mensch während seines ganzen Wachseins nicht so in die Natur hinaus, daß er nur die nüchterne prosaische Sinneswelt sah, die der Mensch heute sieht und die er, wenn er sie sich ergänzen will, nur durch seine Phantasie ergänzen kann. Sondern er schaute hinaus, sagen wir in die Welt der Pflanzen, zum Beispiel auf ein blumiges Wiesengebiet so, als ob ein leiser, bläulich-rötlicher Wolkenschein — namentlich dann, wenn die Sonne milder schien am Tag, wenn es nicht gerade Mittagszeit war —, wie wenn ein bläulich-rötlicher, mannigfaltig gewellter und gewolkter Schein, Nebelschein, sich ausbreitete über der blumigen Wiese. Was man etwa heute sieht, wenn leichter Nebel über der Wiese ist, was dann aber herrührt von dem verdunsteten Wasser, das sah man im Geistig-Astralischen dazumal. Und so sah man eigentlich jede Baumkrone gehüllt in eine solche Wolke, so sah man Saatfelder so, wie wenn rötlich-bläuliche Strahlungen, nebelhaft sprießend, aus dem Kosmos in den Erdboden sich heruntersenkten.

[ 7 ] Dadurch, daß eine Etappe war im Untertauchen in den ätherischen und physischen Leib, dadurch schaute der Mensch während seines ganzen Wachseins nicht so in die Natur hinaus, daß er nur die nüchterne prosaische Sinneswelt sah, die der Mensch heute sieht und die er, wenn er sie sich ergänzen will, nur durch seine Phantasie ergänzen kann. Sondern er schaute hinaus, sagen wir in die Welt der Pflanzen, zum Beispiel auf ein blumiges Wiesengebiet so, als ob ein leiser, bläulich-rötlicher Wolkenschein — namentlich dann, wenn die Sonne milder schien am Tag, wenn es nicht gerade Mittagszeit war —, wie wenn ein bläulich-rötlicher, mannigfaltig gewellter und gewolkter Schein, Nebelschein, sich ausbreitete über der blumigen Wiese. Was man etwa heute sieht, wenn leichter Nebel über der Wiese ist, was dann aber herrührt von dem verdunsteten Wasser, das sah man im Geistig-Astralischen dazumal. Und so sah man eigentlich jede Baumkrone gehüllt in eine solche Wolke, so sah man Saatfelder so, wie wenn rötlich-bläuliche Strahlungen, nebelhaft sprießend, aus dem Kosmos in den Erdboden sich heruntersenkten.

[ 8 ] Und schaute man die Tiere an, dann hatte man den Eindruck, daß diese Tiere nicht nur ihre physische Gestalt haben, sondern daß diese physische Gestalt in einer astralischen Aura sich befindet. Leise, intim nahm man diese Aura wahr, eigentlich aber nur, wenn die Lichtverhältnisse des Sonnenscheins in einer bestimmten milden Weise tätig waren. Aber man nahm sie eben wahr. Man sah also überall in der äußeren Natur Geistiges walten und weben.

[ 8 ] Und schaute man die Tiere an, dann hatte man den Eindruck, daß diese Tiere nicht nur ihre physische Gestalt haben, sondern daß diese physische Gestalt in einer astralischen Aura sich befindet. Leise, intim nahm man diese Aura wahr, eigentlich aber nur, wenn die Lichtverhältnisse des Sonnenscheins in einer bestimmten milden Weise tätig waren. Aber man nahm sie eben wahr. Man sah also überall in der äußeren Natur Geistiges walten und weben.

[ 9 ] Und starb man, dann war einem dasjenige, was man in den ersten Tagen, nachdem man durch die Pforte des Todes geschritten war, als eine Rückschau auf das Erdenleben hatte, etwas, was einem im Grunde vertraut war; denn man hatte eine ganz bestimmte Empfindung gegenüber dieser nach dem Tode auftretenden Rückschau auf das Erdenleben. Man hatte die Empfindung, daß man sich sagte: Jetzt entlasse ich aus meinem Organismus dasjenige Aurische, das hingeht zu dem, was ich in der Natur an Aurischem gesehen habe. In seine eigene Heimat geht mein Ätherleib — so empfand man.

[ 9 ] Und starb man, dann war einem dasjenige, was man in den ersten Tagen, nachdem man durch die Pforte des Todes geschritten war, als eine Rückschau auf das Erdenleben hatte, etwas, was einem im Grunde vertraut war; denn man hatte eine ganz bestimmte Empfindung gegenüber dieser nach dem Tode auftretenden Rückschau auf das Erdenleben. Man hatte die Empfindung, daß man sich sagte: Jetzt entlasse ich aus meinem Organismus dasjenige Aurische, das hingeht zu dem, was ich in der Natur an Aurischem gesehen habe. In seine eigene Heimat geht mein Ätherleib — so empfand man.

[ 10 ] Alle diese Empfindungen waren in noch älteren Zeiten natürlich wesentlich stärker. Aber sie waren auch noch, wenn auch in leiser Art, vorhanden in der Zeit, von der ich hier spreche. Und man empfand dann, wenn man dies sah, nachdem man durch die Pforte des Todes gegangen war: In all dem geistigen Weben und Leben, das ich geschaut habe über den natürlichen Dingen und natürlichen Vorgängen, spricht das Wort des Vatergottes, und zum Vater gehet mein Ätherleib.

[ 10 ] Alle diese Empfindungen waren in noch älteren Zeiten natürlich wesentlich stärker. Aber sie waren auch noch, wenn auch in leiser Art, vorhanden in der Zeit, von der ich hier spreche. Und man empfand dann, wenn man dies sah, nachdem man durch die Pforte des Todes gegangen war: In all dem geistigen Weben und Leben, das ich geschaut habe über den natürlichen Dingen und natürlichen Vorgängen, spricht das Wort des Vatergottes, und zum Vater gehet mein Ätherleib.

[ 11 ] Wenn der Mensch so durch die andere Art des Aufwachens die äußere Natur sah, so sah er auch sein eigenes Äußeres anders, als das später der Fall war. Wenn der Mensch einschlief, wurde der astralische Leib nicht gleich aufgesogen von dem Ich. In einem solchen Verhältnisse «tönt» der astralische Leib. Und es tönte aus geistigen Welten in das schlafende Menschen-Ich herein — wenn auch nicht mehr so deutlich wie in uralten Zeiten, so doch eben in leiser, intimer Form — allerlei, was man nicht hören kann im wachenden Zustande. Und der Mensch hatte beim Aufwachen durchaus die Empfindung: einer Geistersprache in lichten kosmischen Räumen war ich teilhaftig vom Einschlafen bis zum Aufwachen.

[ 11 ] Wenn der Mensch so durch die andere Art des Aufwachens die äußere Natur sah, so sah er auch sein eigenes Äußeres anders, als das später der Fall war. Wenn der Mensch einschlief, wurde der astralische Leib nicht gleich aufgesogen von dem Ich. In einem solchen Verhältnisse «tönt» der astralische Leib. Und es tönte aus geistigen Welten in das schlafende Menschen-Ich herein — wenn auch nicht mehr so deutlich wie in uralten Zeiten, so doch eben in leiser, intimer Form — allerlei, was man nicht hören kann im wachenden Zustande. Und der Mensch hatte beim Aufwachen durchaus die Empfindung: einer Geistersprache in lichten kosmischen Räumen war ich teilhaftig vom Einschlafen bis zum Aufwachen.

[ 12 ] Und wenn dann der Mensch, einige Tage nachdem er durch die Pforte des Todes geschritten war, den Ätherleib abgelegt hatte und nun in seinem astralischen Leibe lebte, dann hatte er wiederum das Gefühl: In diesem astralischen Leibe erlebe ich alles das im Rücklauf, was ich auf der Erde gedacht, getan habe. Aber ich erlebe in diesem astralischen Leibe, in dem ich jede Nacht im Schlafe gelebt habe, dasjenige, was ich auf Erden gedacht und getan habe. — Und während der Mensch nur Unbestimmtes mitnahm in das Aufwachen hinein, fühlte er jetzt, indem er in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in seinem Astralleib sein Erdenleben zurücklebte: In diesem meinem astralischen Leibe lebt der Christus. Ich habe es nur nicht bemerkt, aber jede Nacht lebte mein astralischer Leib in der Wesenhaftigkeit des Christus. Jetzt wußte der Mensch: Solange er zu erleben hat dieses rücklaufende Erdenleben, verläßt ihn, weil er bei seinem astralischen Leibe ist, der Christus nicht.

[ 12 ] Und wenn dann der Mensch, einige Tage nachdem er durch die Pforte des Todes geschritten war, den Ätherleib abgelegt hatte und nun in seinem astralischen Leibe lebte, dann hatte er wiederum das Gefühl: In diesem astralischen Leibe erlebe ich alles das im Rücklauf, was ich auf der Erde gedacht, getan habe. Aber ich erlebe in diesem astralischen Leibe, in dem ich jede Nacht im Schlafe gelebt habe, dasjenige, was ich auf Erden gedacht und getan habe. — Und während der Mensch nur Unbestimmtes mitnahm in das Aufwachen hinein, fühlte er jetzt, indem er in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in seinem Astralleib sein Erdenleben zurücklebte: In diesem meinem astralischen Leibe lebt der Christus. Ich habe es nur nicht bemerkt, aber jede Nacht lebte mein astralischer Leib in der Wesenhaftigkeit des Christus. Jetzt wußte der Mensch: Solange er zu erleben hat dieses rücklaufende Erdenleben, verläßt ihn, weil er bei seinem astralischen Leibe ist, der Christus nicht.

[ 13 ] Sehen Sie, wie man auch zum Christentum gestanden haben mag in diesen ersten christlichen Jahrhunderten, ob so wie die erste Gruppe der Menschen, die ich besprochen habe, ob so wie die zweite Gruppe, ob man gewissermaßen noch mit mehr heidnischer Kraft oder mit Heidentumsmüdigkeit lebte, man erlebte ganz gewiß — wenn auch nicht auf der Erde- nach dem Tode die große Tatsache des Mysteriums von Golgatha: daß sich der Christus, das früher dirigierende Wesen der Sonne, vereinigt hat mit dem, was als Menschen auf der Erde lebt. Das haben alle diejenigen erlebt, welche in den ersten Jahrhunderten der christlichen Entwickelung dem Christentum nahegetreten waren. Für die anderen ist es mehr oder weniger unverständlich geblieben, was sie da nach dem Tode erlebten. Das aber waren die Grundunterschiede im Erleben der Seelen in den ersten christlichen Jahrhunderten und später.

[ 13 ] Sehen Sie, wie man auch zum Christentum gestanden haben mag in diesen ersten christlichen Jahrhunderten, ob so wie die erste Gruppe der Menschen, die ich besprochen habe, ob so wie die zweite Gruppe, ob man gewissermaßen noch mit mehr heidnischer Kraft oder mit Heidentumsmüdigkeit lebte, man erlebte ganz gewiß — wenn auch nicht auf der Erde- nach dem Tode die große Tatsache des Mysteriums von Golgatha: daß sich der Christus, das früher dirigierende Wesen der Sonne, vereinigt hat mit dem, was als Menschen auf der Erde lebt. Das haben alle diejenigen erlebt, welche in den ersten Jahrhunderten der christlichen Entwickelung dem Christentum nahegetreten waren. Für die anderen ist es mehr oder weniger unverständlich geblieben, was sie da nach dem Tode erlebten. Das aber waren die Grundunterschiede im Erleben der Seelen in den ersten christlichen Jahrhunderten und später.

[ 14 ] Aber das alles bewirkte noch etwas anderes. Das alles bewirkte, daß der Mensch, wenn er im wachenden Zustande die Natur schaute, diese Natur durchaus als die Domäne des Vatergottes empfand. Denn all das Geistige, was er da webend und lebend bemerkte, war ihm der Ausdruck, die Offenbarung des Vatergottes. Und er empfand, daß eine Welt da ist, die in der Zeit, in der der Christus auf der Erde erschien, etwas brauchte: nämlich die Aufnahme des Christus in die Erdensubstanz für die Menschheit. Es empfand der Mensch noch etwas wie lebendiges Christus-Prinzip gegenüber dem Naturgeschehen und Naturwalten. Denn es war ja etwas verbunden mit diesem Anschauen der Natur, so daß man in ihr ein geistiges Weben und Walten schaute.

[ 14 ] Aber das alles bewirkte noch etwas anderes. Das alles bewirkte, daß der Mensch, wenn er im wachenden Zustande die Natur schaute, diese Natur durchaus als die Domäne des Vatergottes empfand. Denn all das Geistige, was er da webend und lebend bemerkte, war ihm der Ausdruck, die Offenbarung des Vatergottes. Und er empfand, daß eine Welt da ist, die in der Zeit, in der der Christus auf der Erde erschien, etwas brauchte: nämlich die Aufnahme des Christus in die Erdensubstanz für die Menschheit. Es empfand der Mensch noch etwas wie lebendiges Christus-Prinzip gegenüber dem Naturgeschehen und Naturwalten. Denn es war ja etwas verbunden mit diesem Anschauen der Natur, so daß man in ihr ein geistiges Weben und Walten schaute.

[ 15 ] Was da empfunden wurde als geistiges Weben und Walten, was da gewissermaßen in sich wandelnden Geistgestalten über allem Pflanzlichen und um alles Tierische schwebte, das wurde so empfunden, daß der unbefangen fühlende Mensch diese Empfindung zusammenbrachte in die Worte: Das ist Unschuld des Naturdaseins. Ja, meine lieben Freunde, was da geistig zu schauen war, nannte man geradezu die Unschuld im Naturwalten, und man sprach von der unschuldigen Geistigkeit im Naturwalten. Dasjenige aber, was innerlich gefühlt wurde, wenn man aufwachte: daß man vom Einschlafen bis zum Aufwachen in einer Welt heller, tönender Geistigkeit war, das empfand man so, daß darinnen das Gute und das Böse walten kann, daß in ihm, wenn es so heraustönt aus den Tiefen des Geistigen, gute Geister und böse Geister sprechen, daß die guten Geister die Unschuld der Natur nur höher bringen wollen, sie bewahren wollen, daß die bösen Geister aber der Unschuld der Natur die Schuld beigeben. Und man empfand überall, wo solche Christen lebten, wie ich sie hier schildere, das Walten des Guten und das Walten des Bösen gerade durch den Umstand, daß im schlafenden Zustande beim Menschen das Ich nicht in sich hineinsog den astralischen Leib.

[ 15 ] Was da empfunden wurde als geistiges Weben und Walten, was da gewissermaßen in sich wandelnden Geistgestalten über allem Pflanzlichen und um alles Tierische schwebte, das wurde so empfunden, daß der unbefangen fühlende Mensch diese Empfindung zusammenbrachte in die Worte: Das ist Unschuld des Naturdaseins. Ja, meine lieben Freunde, was da geistig zu schauen war, nannte man geradezu die Unschuld im Naturwalten, und man sprach von der unschuldigen Geistigkeit im Naturwalten. Dasjenige aber, was innerlich gefühlt wurde, wenn man aufwachte: daß man vom Einschlafen bis zum Aufwachen in einer Welt heller, tönender Geistigkeit war, das empfand man so, daß darinnen das Gute und das Böse walten kann, daß in ihm, wenn es so heraustönt aus den Tiefen des Geistigen, gute Geister und böse Geister sprechen, daß die guten Geister die Unschuld der Natur nur höher bringen wollen, sie bewahren wollen, daß die bösen Geister aber der Unschuld der Natur die Schuld beigeben. Und man empfand überall, wo solche Christen lebten, wie ich sie hier schildere, das Walten des Guten und das Walten des Bösen gerade durch den Umstand, daß im schlafenden Zustande beim Menschen das Ich nicht in sich hineinsog den astralischen Leib.

[ 16 ] Es waren nicht alle diejenigen, die sich damals Christen nannten, oder irgendwie dem Christentum nahestanden, von dieser Seelenverfassung. Aber es war eine große Anzahl von Menschen, die in den südlichen und mittleren Gegenden Europas lebten, die sagten: Ja, mein Inneres, das sich da selbständig auslebt zwischen Einschlafen und Aufwachen, das gehört der Region einer guten und der Region einer bösen Welt an. Und viel, viel wurde nachgedacht und nachgesonnen über die Tiefe der Kräfte, die das Gute und Böse in der Menschenseele auslösen. Schwer wurde empfunden das Hineingestelltsein der Menschenseele in eine Welt, in der die guten und die bösen Mächte miteinander kämpfen. In den allerersten Jahrhunderten waren diese Empfindungen in den südlichen und mittleren Gegenden Europas noch nicht vorhanden, aber im 5., 6. Jahrhundert wurden sie immer häufiger; und namentlich unter denjenigen Menschen, die mehr Kunde erhielten vom Osten herüber — in der mannigfaltigsten Weise kam ja diese Kunde vom Osten herüber —, entstand diese Seelenstimmung. Und weil sich diese Seelenstimmung besonders stark in denjenigen Gegenden ausbreitete, für die sich der Name «Bulgarien» dann herausbildete — auf eine merkwürdige Weise blieb ja der Name auch, als später ganz andere Völkerschaften diese Gegenden bewohnten —, nannte man in späteren Jahrhunderten die längste Zeit hindurch in Europa Menschen, welche diese Seelenstimmung besonders stark ausgebildet hatten, Bulgaren. Bulgaren waren in den späteren christlichen Jahrhunderten der ersten Hälfte des Mittelalters für die West- und Mitteleuropäer Menschen, welche besonders stark berührt wurden von dem Gegensatze der guten und der bösen kosmisch-geistigen Mächte. Man findet den Namen Bulgaren in ganz Europa für solche Menschen, wie ich sie charakterisiert habe.

[ 16 ] Es waren nicht alle diejenigen, die sich damals Christen nannten, oder irgendwie dem Christentum nahestanden, von dieser Seelenverfassung. Aber es war eine große Anzahl von Menschen, die in den südlichen und mittleren Gegenden Europas lebten, die sagten: Ja, mein Inneres, das sich da selbständig auslebt zwischen Einschlafen und Aufwachen, das gehört der Region einer guten und der Region einer bösen Welt an. Und viel, viel wurde nachgedacht und nachgesonnen über die Tiefe der Kräfte, die das Gute und Böse in der Menschenseele auslösen. Schwer wurde empfunden das Hineingestelltsein der Menschenseele in eine Welt, in der die guten und die bösen Mächte miteinander kämpfen. In den allerersten Jahrhunderten waren diese Empfindungen in den südlichen und mittleren Gegenden Europas noch nicht vorhanden, aber im 5., 6. Jahrhundert wurden sie immer häufiger; und namentlich unter denjenigen Menschen, die mehr Kunde erhielten vom Osten herüber — in der mannigfaltigsten Weise kam ja diese Kunde vom Osten herüber —, entstand diese Seelenstimmung. Und weil sich diese Seelenstimmung besonders stark in denjenigen Gegenden ausbreitete, für die sich der Name «Bulgarien» dann herausbildete — auf eine merkwürdige Weise blieb ja der Name auch, als später ganz andere Völkerschaften diese Gegenden bewohnten —, nannte man in späteren Jahrhunderten die längste Zeit hindurch in Europa Menschen, welche diese Seelenstimmung besonders stark ausgebildet hatten, Bulgaren. Bulgaren waren in den späteren christlichen Jahrhunderten der ersten Hälfte des Mittelalters für die West- und Mitteleuropäer Menschen, welche besonders stark berührt wurden von dem Gegensatze der guten und der bösen kosmisch-geistigen Mächte. Man findet den Namen Bulgaren in ganz Europa für solche Menschen, wie ich sie charakterisiert habe.

[ 17 ] Aber mehr oder weniger gerade in solcher Seelenverfassung waren die Seelen, von denen ich hier spreche: die Seelen, die dann in ihrer weiteren Entwickelung dazu kamen, jene mächtigen Bilder im überirdischen Kultus zu schauen, an ihrer Betätigung mitzumachen, die dann in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts fielen. All das, was die Seelen durchleben konnten in diesem Sich-drinnen-Wissen in dem Kampfe zwischen Gut und Böse, das wurde durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hindurchgetragen. Und das nuancierte, das färbte die Seelen, die dann vor den geschilderten mächtigen Bildern standen.

[ 17 ] Aber mehr oder weniger gerade in solcher Seelenverfassung waren die Seelen, von denen ich hier spreche: die Seelen, die dann in ihrer weiteren Entwickelung dazu kamen, jene mächtigen Bilder im überirdischen Kultus zu schauen, an ihrer Betätigung mitzumachen, die dann in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts fielen. All das, was die Seelen durchleben konnten in diesem Sich-drinnen-Wissen in dem Kampfe zwischen Gut und Böse, das wurde durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hindurchgetragen. Und das nuancierte, das färbte die Seelen, die dann vor den geschilderten mächtigen Bildern standen.

[ 18 ] Dazu kam aber noch etwas anderes. Diese Seelen waren sozusagen die letzten, die innerhalb der europäischen Zivilisation sich noch etwas bewahrt hatten von diesem gesonderten Wahrnehmen des ätherischen und astralischen Leibes im Wachen und Schlafen. Sie lebten durchaus, indem sie sich an diesen Eigentümlichkeiten des Seelenlebens erkannten, in Gemeinschaften. Man sah sie innerhalb derjenigen Christen, die sich immer mehr und mehr an Rom anschlossen, als Ketzer an. Man war ja dazumal noch nicht so weit, daß man die Ketzer in derselben strengen Form verdammte wie später, aber man sah sie als Ketzer an. Man hatte überhaupt von ihnen einen unheimlichen Eindruck. Man hatte eben den Eindruck, daß sie mehr sahen als die anderen Leute, daß sie auch zu dem Göttlichen in einer anderen Weise standen durch das Wahrnehmen des Schlafzustandes. Denn die anderen Menschen, unter denen sie wohnten, die hatten eben längst dieses verloren, hatten sich längst mehr der Seelenverfassung genähert, die dann im 14. Jahrhundert in Europa allgemein wurde.

[ 18 ] Dazu kam aber noch etwas anderes. Diese Seelen waren sozusagen die letzten, die innerhalb der europäischen Zivilisation sich noch etwas bewahrt hatten von diesem gesonderten Wahrnehmen des ätherischen und astralischen Leibes im Wachen und Schlafen. Sie lebten durchaus, indem sie sich an diesen Eigentümlichkeiten des Seelenlebens erkannten, in Gemeinschaften. Man sah sie innerhalb derjenigen Christen, die sich immer mehr und mehr an Rom anschlossen, als Ketzer an. Man war ja dazumal noch nicht so weit, daß man die Ketzer in derselben strengen Form verdammte wie später, aber man sah sie als Ketzer an. Man hatte überhaupt von ihnen einen unheimlichen Eindruck. Man hatte eben den Eindruck, daß sie mehr sahen als die anderen Leute, daß sie auch zu dem Göttlichen in einer anderen Weise standen durch das Wahrnehmen des Schlafzustandes. Denn die anderen Menschen, unter denen sie wohnten, die hatten eben längst dieses verloren, hatten sich längst mehr der Seelenverfassung genähert, die dann im 14. Jahrhundert in Europa allgemein wurde.

[ 19 ] Aber wenn dann diese Menschen, von denen ich da spreche, diese Menschen mit der gesonderten Wahrnehmung des astralischen und des Ätherleibes, durch die Pforte des Todes gingen, dann unterschieden sie sich auch von denjenigen, die anders waren. Und man darf nicht glauben, daß der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ohne allen Anteil ist an dem, was auf der Erde durch Menschen geschieht. Wie wir gewissermaßen von hier aus in die himmlisch-geistige Welt hinaufschauen, schaut man zwischen dem Tode und einer neuen Geburt von der himmlisch-geistigen Welt auf die Erde herunter. Wie man von hier aus teilnimmt an den Geistwesen, nimmt man von der geistigen Welt aus teil an dem, was die Erdwesen auf Erden erleben.

[ 19 ] Aber wenn dann diese Menschen, von denen ich da spreche, diese Menschen mit der gesonderten Wahrnehmung des astralischen und des Ätherleibes, durch die Pforte des Todes gingen, dann unterschieden sie sich auch von denjenigen, die anders waren. Und man darf nicht glauben, daß der Mensch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt ohne allen Anteil ist an dem, was auf der Erde durch Menschen geschieht. Wie wir gewissermaßen von hier aus in die himmlisch-geistige Welt hinaufschauen, schaut man zwischen dem Tode und einer neuen Geburt von der himmlisch-geistigen Welt auf die Erde herunter. Wie man von hier aus teilnimmt an den Geistwesen, nimmt man von der geistigen Welt aus teil an dem, was die Erdwesen auf Erden erleben.

[ 20 ] Nun folgte auf die Zeit, die ich hier schildere, jene, in der hier in Europa das Christentum sich darauf einrichtete, etwas zu sein auch unter der Voraussetzung, daß der Mensch nichts mehr weiß von seinem astralischen Leib und von seinem ätherischen Leib. Es richtete sich das Christentum darauf ein, über die geistige Welt zu reden, ohne daß beim Menschen diese Voraussetzungen gemacht werden konnten. Denn bedenken Sie nur, meine lieben Freunde: Wenn die alten christlichen Lehrer in den ersten Jahrhunderten zu ihren Christen sprachen, so fanden sie in der Tat schon eine große Zahl von solchen, die nur auf die äußere Autorität hin die Worte als wahr hinnehmen konnten; aber die noch naivere Stimmung der damaligen Zeit ließ eben diese Worte hinnehmen, wenn sie aus warmem, enthusiastischem Herzen gesprochen waren. Und wie warm und enthusiastisch Herzen in den ersten Jahrhunderten das Christentum predigten, davon macht man sich heute, wo so vieles in eine bloße Wortpredigt übergegangen ist, keinen Begriff mehr.

[ 20 ] Nun folgte auf die Zeit, die ich hier schildere, jene, in der hier in Europa das Christentum sich darauf einrichtete, etwas zu sein auch unter der Voraussetzung, daß der Mensch nichts mehr weiß von seinem astralischen Leib und von seinem ätherischen Leib. Es richtete sich das Christentum darauf ein, über die geistige Welt zu reden, ohne daß beim Menschen diese Voraussetzungen gemacht werden konnten. Denn bedenken Sie nur, meine lieben Freunde: Wenn die alten christlichen Lehrer in den ersten Jahrhunderten zu ihren Christen sprachen, so fanden sie in der Tat schon eine große Zahl von solchen, die nur auf die äußere Autorität hin die Worte als wahr hinnehmen konnten; aber die noch naivere Stimmung der damaligen Zeit ließ eben diese Worte hinnehmen, wenn sie aus warmem, enthusiastischem Herzen gesprochen waren. Und wie warm und enthusiastisch Herzen in den ersten Jahrhunderten das Christentum predigten, davon macht man sich heute, wo so vieles in eine bloße Wortpredigt übergegangen ist, keinen Begriff mehr.

[ 21 ] Aber diejenigen, die sprechen konnten zu solchen Seelen, wie ich sie hier geschildert habe, was konnten die für Worte sprechen? Ja, meine lieben Freunde, die konnten sagen: Schaut hin auf dasjenige, was sich in regenbogenschillerndem Scheine über den Pflanzen, was sich an Begierdenhaftem an den Tieren zeigt, schaut hin: das ist der Abglanz, das ist die Offenbarung der geistigen Welt, von der auch wir sprechen, der geistigen Welt, aus der heraus der Christus stammt. Man sprach gewissermaßen, indem man zu solchen Menschen von den geistigen Weistümern sprach, nicht von etwas Unbekanntem; man sprach zu ihnen, indem man sie erinnern konnte an dasjenige, was sie unter gewissen Umständen in der milden Sonnenbeleuchtung schauen konnten als den Geist in der Natur.

[ 21 ] Aber diejenigen, die sprechen konnten zu solchen Seelen, wie ich sie hier geschildert habe, was konnten die für Worte sprechen? Ja, meine lieben Freunde, die konnten sagen: Schaut hin auf dasjenige, was sich in regenbogenschillerndem Scheine über den Pflanzen, was sich an Begierdenhaftem an den Tieren zeigt, schaut hin: das ist der Abglanz, das ist die Offenbarung der geistigen Welt, von der auch wir sprechen, der geistigen Welt, aus der heraus der Christus stammt. Man sprach gewissermaßen, indem man zu solchen Menschen von den geistigen Weistümern sprach, nicht von etwas Unbekanntem; man sprach zu ihnen, indem man sie erinnern konnte an dasjenige, was sie unter gewissen Umständen in der milden Sonnenbeleuchtung schauen konnten als den Geist in der Natur.

[ 22 ] Und wiederum, wenn man ihnen davon sprach, daß das Evangelium da ist, welches von der geistigen Welt, von den geistigen Geheimnissen verkündet, wenn man ihnen sprach von den Geheimnissen des Alten Testamentes, dann sprach man ihnen wieder nicht von etwas Unbekanntem, sondern man konnte ihnen sagen: Hier ist das Wort des Testamentes; dieses Wort des Testamentes ist von jenen Menschenwesen aufgeschrieben, die zwar deutlicher als ihr vernommen haben das Raunen jener Geistigkeit, in der eure Seelen zwischen dem Einschlafen und Aufwachen sind, aber ihr wißt von diesem Raunen, denn ihr erinnert euch daran, wenn ihr am Morgen aufgewacht seid. Und so konnte man davon zu diesen Menschen als von etwas Bekanntem sprechen. So war in gewisser Weise in dem Gespräche, das die Priester, das die Prediger der damaligen Zeit mit diesen Menschen führten, etwas darinnen von dem, was in den Seelen dieser Menschen selber sich abspielte. Und so war in dieser Zeit das Wort noch lebendig und konnte als Lebendiges gepflegt werden.

[ 22 ] Und wiederum, wenn man ihnen davon sprach, daß das Evangelium da ist, welches von der geistigen Welt, von den geistigen Geheimnissen verkündet, wenn man ihnen sprach von den Geheimnissen des Alten Testamentes, dann sprach man ihnen wieder nicht von etwas Unbekanntem, sondern man konnte ihnen sagen: Hier ist das Wort des Testamentes; dieses Wort des Testamentes ist von jenen Menschenwesen aufgeschrieben, die zwar deutlicher als ihr vernommen haben das Raunen jener Geistigkeit, in der eure Seelen zwischen dem Einschlafen und Aufwachen sind, aber ihr wißt von diesem Raunen, denn ihr erinnert euch daran, wenn ihr am Morgen aufgewacht seid. Und so konnte man davon zu diesen Menschen als von etwas Bekanntem sprechen. So war in gewisser Weise in dem Gespräche, das die Priester, das die Prediger der damaligen Zeit mit diesen Menschen führten, etwas darinnen von dem, was in den Seelen dieser Menschen selber sich abspielte. Und so war in dieser Zeit das Wort noch lebendig und konnte als Lebendiges gepflegt werden.

[ 23 ] Und wenn dann diese Seelen, zu denen man im Worte sprechen konnte als in etwas Lebendigem, hinunterschauten auf die Erde, nachdem sie durch die Pforte des Todes geschritten waren, dann sahen sie auf die Abenddämmerung dieses lebendigen Wortes da unten, und sie hatten die Empfindung: der Logos dämmert. Das war die Grundempfindung solcher Seelen, wie ich sie geschildert habe, die nach dem 7., 8., 9. Jahrhundert oder schon etwas früher durch die Pforte des Todes gegangen sind, daß sie beim Hinunterschauen auf die Erde empfunden haben: Hier unten auf Erden ist die Abenddämmerung des lebendigen Logos. Und es lebte wohl in diesen Seelen das Wort: «Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet», und sie empfanden: Aber die Menschen haben immer weniger ein Haus für das Wort, das im Fleische leben soll, fortleben soll auf der Erde.

[ 23 ] Und wenn dann diese Seelen, zu denen man im Worte sprechen konnte als in etwas Lebendigem, hinunterschauten auf die Erde, nachdem sie durch die Pforte des Todes geschritten waren, dann sahen sie auf die Abenddämmerung dieses lebendigen Wortes da unten, und sie hatten die Empfindung: der Logos dämmert. Das war die Grundempfindung solcher Seelen, wie ich sie geschildert habe, die nach dem 7., 8., 9. Jahrhundert oder schon etwas früher durch die Pforte des Todes gegangen sind, daß sie beim Hinunterschauen auf die Erde empfunden haben: Hier unten auf Erden ist die Abenddämmerung des lebendigen Logos. Und es lebte wohl in diesen Seelen das Wort: «Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet», und sie empfanden: Aber die Menschen haben immer weniger ein Haus für das Wort, das im Fleische leben soll, fortleben soll auf der Erde.

[ 24 ] Das gab wiederum eine Grundstimmung, die Grundstimmung bei den Seelen, die zwischen dem 7., 8. und dem 19., 20. Jahrhundert in der geistigen Welt lebten, auch wenn sie in irgendeinem Erdendasein eine Unterbrechung hatten, das gab die Grundstimmung ab: Der Christus lebt zwar für die Erde, denn er ist für die Erde gestorben, aber die Erde kann ihn nicht aufnehmen; und es muß werden die Kraft auf der Erde, daß Seelen den Christus aufnehmen können! Das lebte sich neben allem anderen, was ich geschildert habe, gerade in diese in ihrer Erdenzeit als ketzerisch angesehenen Seelen hinein zwischen dem Tode und einer neuen Geburt: Das Bedürfnis nach einer neuen, nach einer erneuerten Christus-Offenbarung, Christus-Verkündigung.

[ 24 ] Das gab wiederum eine Grundstimmung, die Grundstimmung bei den Seelen, die zwischen dem 7., 8. und dem 19., 20. Jahrhundert in der geistigen Welt lebten, auch wenn sie in irgendeinem Erdendasein eine Unterbrechung hatten, das gab die Grundstimmung ab: Der Christus lebt zwar für die Erde, denn er ist für die Erde gestorben, aber die Erde kann ihn nicht aufnehmen; und es muß werden die Kraft auf der Erde, daß Seelen den Christus aufnehmen können! Das lebte sich neben allem anderen, was ich geschildert habe, gerade in diese in ihrer Erdenzeit als ketzerisch angesehenen Seelen hinein zwischen dem Tode und einer neuen Geburt: Das Bedürfnis nach einer neuen, nach einer erneuerten Christus-Offenbarung, Christus-Verkündigung.

[ 25 ] Unter solcher Seelenverfassung erlebten diese entkörperten Menschen, wie auf Erden dasjenige geschah, was ihnen auf der Erde eigentlich noch gänzlich unbekannt sein mußte. Sie lernten verstehen, was da unten auf Erden sich abspielte. Sie sahen, wie immer weniger und weniger die Seelen auf der Erde vom Geiste ergriffen waren, wie gar keine Menschen mehr da waren, denen man sagen konnte: Wir verkündigen euch den Geist, den ihr selber noch schwebend über der Pflanzenwelt, schimmernd an den Tieren schauen könnt. Wir lehren euch das Testament, das herausgeschrieben ist aus jenen Tönen, die ihr noch raunen hört, wenn ihr das Nachfühlen der nächtlichen Erlebnisse habt. — Alles das war nicht mehr da.

[ 25 ] Unter solcher Seelenverfassung erlebten diese entkörperten Menschen, wie auf Erden dasjenige geschah, was ihnen auf der Erde eigentlich noch gänzlich unbekannt sein mußte. Sie lernten verstehen, was da unten auf Erden sich abspielte. Sie sahen, wie immer weniger und weniger die Seelen auf der Erde vom Geiste ergriffen waren, wie gar keine Menschen mehr da waren, denen man sagen konnte: Wir verkündigen euch den Geist, den ihr selber noch schwebend über der Pflanzenwelt, schimmernd an den Tieren schauen könnt. Wir lehren euch das Testament, das herausgeschrieben ist aus jenen Tönen, die ihr noch raunen hört, wenn ihr das Nachfühlen der nächtlichen Erlebnisse habt. — Alles das war nicht mehr da.

[ 26 ] Sie sahen von oben, wo sich die Dinge ganz anders ausnahmen, wie in der christlichen Entwickelung ein Ersatz eintrat für die alte Sprache. Denn schließlich, wenn auch die Prediger zu den weitaus meisten Menschen schon so sprechen mußten, da diese kein Bewußtsein des Geistigen im Erdenleben hatten, es war die ganze Tradition, der ganze Gebrauch der Rede noch aus Zeiten heraus, in denen man voraussetzen konnte, daß, wenn man vom Geiste redete, die Menschen noch etwas fühlten vom Geiste.

[ 26 ] Sie sahen von oben, wo sich die Dinge ganz anders ausnahmen, wie in der christlichen Entwickelung ein Ersatz eintrat für die alte Sprache. Denn schließlich, wenn auch die Prediger zu den weitaus meisten Menschen schon so sprechen mußten, da diese kein Bewußtsein des Geistigen im Erdenleben hatten, es war die ganze Tradition, der ganze Gebrauch der Rede noch aus Zeiten heraus, in denen man voraussetzen konnte, daß, wenn man vom Geiste redete, die Menschen noch etwas fühlten vom Geiste.

[ 27 ] Das alles verschwand eigentlich erst vollständig um das 9., 10., 11. Jahrhundert herum. Da entstand eine ganz andere Verfassung sogar im Anhören. Wenn man früher einen Menschen, der aus dem Geiste heraus sprach, der eben enthusiastisch-gotterfüllt war, reden hörte, da hatte man das Gefühl, beim Zuhören gehe man eigentlich etwas aus sich heraus, man gehe etwas in seinen ätherischen Leib hinein, den physischen Leib verlasse man etwas. Und wiederum hatte man das Gefühl, man nähere sich da dem astralischen Leibe. Man hatte wirklich immerhin noch ein leises Gefühl des Entrücktseins beim Zuhören. Man gab noch nicht so viel auf das bloße Nur-Hören, man gab viel mehr auf das, was man innerlich in einer leisen Entrücktheit erlebte. Man lebte mit die Worte, die gesprochen wurden von gottbegeisterten Menschen.

[ 27 ] Das alles verschwand eigentlich erst vollständig um das 9., 10., 11. Jahrhundert herum. Da entstand eine ganz andere Verfassung sogar im Anhören. Wenn man früher einen Menschen, der aus dem Geiste heraus sprach, der eben enthusiastisch-gotterfüllt war, reden hörte, da hatte man das Gefühl, beim Zuhören gehe man eigentlich etwas aus sich heraus, man gehe etwas in seinen ätherischen Leib hinein, den physischen Leib verlasse man etwas. Und wiederum hatte man das Gefühl, man nähere sich da dem astralischen Leibe. Man hatte wirklich immerhin noch ein leises Gefühl des Entrücktseins beim Zuhören. Man gab noch nicht so viel auf das bloße Nur-Hören, man gab viel mehr auf das, was man innerlich in einer leisen Entrücktheit erlebte. Man lebte mit die Worte, die gesprochen wurden von gottbegeisterten Menschen.

[ 28 ] Das verschwand im 9., 10., 11. Jahrhundert gegen das 14. Jahrhundert hinüber vollständig. Das Nur-Hören wurde immer mehr gang und gäbe. Da entstand denn das Bedürfnis, an etwas anderes zu appellieren, wenn man von dem Geistigen sprach. Da entstand das Bedürfnis, aus dem, der zuhören sollte, herauszuziehen dasjenige, was er als Ansicht haben sollte über die geistige Welt. Es entstand das Bedürfnis, ihn gewissermaßen so zu bearbeiten, daß er sich aus diesem verhärteten Körper heraus doch noch gedrängt fühle, etwas über die geistige Welt zu sagen. Und daraus entstand das Bedürfnis, in Frage- und Antwortspiel die Unterweisung über die geistige Welt zu geben. Indem man fragt — Fragen haben immer etwas Suggestives —: Was ist die Taufe? — und den Menschen auf eine bestimmte Antwort präpariert, oder: Was ist die Firmung? Was ist der Heilige Geist? Was ist der Tod? Welches sind die sieben Hauptsünden? — indem man dieses Frage- und Antwortspiel präpariert, ersetzt man das selbstverständliche elementare Zuhören. Und es kam in dieser Zeit — zuerst an diejenigen Menschen, die in solche Schulen kamen, wo man das tun konnte — herauf, was ein Einlernen in Frage und Antwort war dessen, was über die geistige Welt zu sagen war: der Katechismus entstand.

[ 28 ] Das verschwand im 9., 10., 11. Jahrhundert gegen das 14. Jahrhundert hinüber vollständig. Das Nur-Hören wurde immer mehr gang und gäbe. Da entstand denn das Bedürfnis, an etwas anderes zu appellieren, wenn man von dem Geistigen sprach. Da entstand das Bedürfnis, aus dem, der zuhören sollte, herauszuziehen dasjenige, was er als Ansicht haben sollte über die geistige Welt. Es entstand das Bedürfnis, ihn gewissermaßen so zu bearbeiten, daß er sich aus diesem verhärteten Körper heraus doch noch gedrängt fühle, etwas über die geistige Welt zu sagen. Und daraus entstand das Bedürfnis, in Frage- und Antwortspiel die Unterweisung über die geistige Welt zu geben. Indem man fragt — Fragen haben immer etwas Suggestives —: Was ist die Taufe? — und den Menschen auf eine bestimmte Antwort präpariert, oder: Was ist die Firmung? Was ist der Heilige Geist? Was ist der Tod? Welches sind die sieben Hauptsünden? — indem man dieses Frage- und Antwortspiel präpariert, ersetzt man das selbstverständliche elementare Zuhören. Und es kam in dieser Zeit — zuerst an diejenigen Menschen, die in solche Schulen kamen, wo man das tun konnte — herauf, was ein Einlernen in Frage und Antwort war dessen, was über die geistige Welt zu sagen war: der Katechismus entstand.

[ 29 ] Sehen Sie, man muß auf solche Ereignisse hinschauen. Das sahen die Seelen, die in besonders starker Weise da oben waren in der geistigen Welt und jetzt herunterschauten: Da muß etwas an die Menschen herankommen, was wir ja gar nicht kennen konnten, was uns gar nicht nahelag! Und das war ein mächtiger Eindruck, daß da unten auf der Erde der Katechismus entstand. Es ist nichts Besonderes damit gegeben, wenn die Historiker äußerlich die Entstehung des Katechismus zeigen; aber es ist viel gegeben, wenn man die Entstehung des Katechismus anschaut, wie sie sich von seiten der Übersinnlichkeit ausnahm: Da unten müssen die Menschen ganz Neues in dem Tiefsten ihrer Seele durchmachen, müssen auf Katechismusart lernen, was sie glauben sollen.

[ 29 ] Sehen Sie, man muß auf solche Ereignisse hinschauen. Das sahen die Seelen, die in besonders starker Weise da oben waren in der geistigen Welt und jetzt herunterschauten: Da muß etwas an die Menschen herankommen, was wir ja gar nicht kennen konnten, was uns gar nicht nahelag! Und das war ein mächtiger Eindruck, daß da unten auf der Erde der Katechismus entstand. Es ist nichts Besonderes damit gegeben, wenn die Historiker äußerlich die Entstehung des Katechismus zeigen; aber es ist viel gegeben, wenn man die Entstehung des Katechismus anschaut, wie sie sich von seiten der Übersinnlichkeit ausnahm: Da unten müssen die Menschen ganz Neues in dem Tiefsten ihrer Seele durchmachen, müssen auf Katechismusart lernen, was sie glauben sollen.

[ 30 ] Damit schildere ich Ihnen eine Empfindung. Eine andere habe ich Ihnen in der folgenden Weise zu schildern. Wenn wir zurückgehen in die ersten Jahrhunderte des Christentums, so war noch nicht eine Möglichkeit vorhanden, daß man als Christ in eine Kirche ging, sich hinsetzte oder hinkniete und nun die Messe von Anfang an, vom Introitus bis zu den Gebeten, die da folgen auf die Kommunion, anhörte. Das war nicht möglich für alle, eine ganze Messe zu hören, sondern diejenigen, die Christen wurden, wurden in zwei Gruppen geteilt: die Katechumenen, welche bleiben durften bei der Messe, bis das Evangelium zu Ende gelesen war; nach dem Evangelium bereitet sich das Offertorium vor, da mußten sie hinausgehen. Und nur diejenigen, die schon längere Zeit für jene heilig-innige Gemütsstimmung vorbereitet waren, in der man das Mysterium der Transsubstantiation, die Wandlung wahrnehmen durfte: die Transsubstanten, die durften drinnenbleiben, die hörten die Messe zu Ende.

[ 30 ] Damit schildere ich Ihnen eine Empfindung. Eine andere habe ich Ihnen in der folgenden Weise zu schildern. Wenn wir zurückgehen in die ersten Jahrhunderte des Christentums, so war noch nicht eine Möglichkeit vorhanden, daß man als Christ in eine Kirche ging, sich hinsetzte oder hinkniete und nun die Messe von Anfang an, vom Introitus bis zu den Gebeten, die da folgen auf die Kommunion, anhörte. Das war nicht möglich für alle, eine ganze Messe zu hören, sondern diejenigen, die Christen wurden, wurden in zwei Gruppen geteilt: die Katechumenen, welche bleiben durften bei der Messe, bis das Evangelium zu Ende gelesen war; nach dem Evangelium bereitet sich das Offertorium vor, da mußten sie hinausgehen. Und nur diejenigen, die schon längere Zeit für jene heilig-innige Gemütsstimmung vorbereitet waren, in der man das Mysterium der Transsubstantiation, die Wandlung wahrnehmen durfte: die Transsubstanten, die durften drinnenbleiben, die hörten die Messe zu Ende.

[ 31 ] Das war ein ganz anderes Teilnehmen an der Messe. Die Menschen, von denen ich Ihnen da gesprochen habe, daß sie in ihren Seelen die Zustände durchmachten, die ich geschildert habe, die hinunterschauten und nun schon jenes merkwürdige, ihnen noch unmöglich erscheinende Ereignis des katechetischen Unterrichtes wahrnehmen, diese Menschen hatten sich mehr oder weniger für ihren Kultus die alte christliche Sitte bewahrt: den Menschen erst nach langer Vorbereitung die ganze Messe anhören zu lassen, mitmachen zu lassen. Diese Menschen, von denen ich da gesprochen habe, kannten durchaus ein Exoterisches und ein Esoterisches an der Messe. Als esoterisch wurde von ihnen angesehen, was von der Transsubstantiation, von der Wandlung ab geschieht.

[ 31 ] Das war ein ganz anderes Teilnehmen an der Messe. Die Menschen, von denen ich Ihnen da gesprochen habe, daß sie in ihren Seelen die Zustände durchmachten, die ich geschildert habe, die hinunterschauten und nun schon jenes merkwürdige, ihnen noch unmöglich erscheinende Ereignis des katechetischen Unterrichtes wahrnehmen, diese Menschen hatten sich mehr oder weniger für ihren Kultus die alte christliche Sitte bewahrt: den Menschen erst nach langer Vorbereitung die ganze Messe anhören zu lassen, mitmachen zu lassen. Diese Menschen, von denen ich da gesprochen habe, kannten durchaus ein Exoterisches und ein Esoterisches an der Messe. Als esoterisch wurde von ihnen angesehen, was von der Transsubstantiation, von der Wandlung ab geschieht.

[ 32 ] Nun sahen sie wiederum herunter auf das, was sich im äußeren Kultus des Christentums zutrug. Sie sahen: Die ganze Messe ist exoterisch geworden, die ganze Messe spielt sich auch vor demjenigen ab, der noch nicht durch eine besondere Vorbereitung in eine besondere Seelenstimmung hineingekommen ist. Ja, kann denn da der Mensch auf der Erde wirklich zu dem Mysterium von Golgatha hinkommen, wenn er in unheiliger Stimmung die Transsubstantiation empfindet? — So empfanden diese Seelen von dem Leben aus, das zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verfließt. Wer aber die Transsubstantiation nicht versteht, versteht nicht das Geheimnis von Golgatha. So dachten wiederum diese Seelen in ihrem Zustande zwischen dem Tode und einer neuen Geburt: Der Christus wird nicht mehr in seiner Wesenheit erkannt; der Kultus wird nicht mehr verstanden.

[ 32 ] Nun sahen sie wiederum herunter auf das, was sich im äußeren Kultus des Christentums zutrug. Sie sahen: Die ganze Messe ist exoterisch geworden, die ganze Messe spielt sich auch vor demjenigen ab, der noch nicht durch eine besondere Vorbereitung in eine besondere Seelenstimmung hineingekommen ist. Ja, kann denn da der Mensch auf der Erde wirklich zu dem Mysterium von Golgatha hinkommen, wenn er in unheiliger Stimmung die Transsubstantiation empfindet? — So empfanden diese Seelen von dem Leben aus, das zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verfließt. Wer aber die Transsubstantiation nicht versteht, versteht nicht das Geheimnis von Golgatha. So dachten wiederum diese Seelen in ihrem Zustande zwischen dem Tode und einer neuen Geburt: Der Christus wird nicht mehr in seiner Wesenheit erkannt; der Kultus wird nicht mehr verstanden.

[ 33 ] Das lud sich ab im Inneren der Seelen, die ich geschildert habe. Und wenn so diese Seelen auf dasjenige hinunterschauten, was sich ausbildete als ein Symbolum beim Messelesen — das sogenante Sanktissimum, worinnen die Hostie auf einem halbmondförmigen Untersatze ist -, dann empfanden sie: Das ist ja das lebendige Symbolum dafür, daß man einstmals in dem Christus das Sonnenwesen gesucht hat; denn auf jedem Sanktissimum, auf jeder Monstranz sind die Strahlen der Sonne darauf. Aber verlorengegangen ist der Zusammenhang des Christus mit der Sonne; nur noch im Symbolum ist er da. Er ist da geblieben bis zum heutigen Tage im Symbolum, aber das Symbolum selber wird nicht verstanden! - Das war die zweite Empfindung, aus der dann aufsprießte eine Verstärkung des Sinnes dafür, daß eine neue Christus-Empfindung kommen müsse.

[ 33 ] Das lud sich ab im Inneren der Seelen, die ich geschildert habe. Und wenn so diese Seelen auf dasjenige hinunterschauten, was sich ausbildete als ein Symbolum beim Messelesen — das sogenante Sanktissimum, worinnen die Hostie auf einem halbmondförmigen Untersatze ist -, dann empfanden sie: Das ist ja das lebendige Symbolum dafür, daß man einstmals in dem Christus das Sonnenwesen gesucht hat; denn auf jedem Sanktissimum, auf jeder Monstranz sind die Strahlen der Sonne darauf. Aber verlorengegangen ist der Zusammenhang des Christus mit der Sonne; nur noch im Symbolum ist er da. Er ist da geblieben bis zum heutigen Tage im Symbolum, aber das Symbolum selber wird nicht verstanden! - Das war die zweite Empfindung, aus der dann aufsprießte eine Verstärkung des Sinnes dafür, daß eine neue Christus-Empfindung kommen müsse.

[ 34 ] Wir wollen dann übermorgen in dem nächsten Vortrag weitersprechen über das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft.

[ 34 ] Wir wollen dann übermorgen in dem nächsten Vortrag weitersprechen über das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft.