Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume III
GA 237
13 July 1924, Dornach
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Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge
Sechster Vortrag
Sechster Vortrag
[ 1 ] Ich habe unter den geistigen Entwickelungsbedingungen, welche zur anthroposophischen Bewegung geführt haben und gewissermaßen in dem Karma der anthroposophischen Bewegung enthalten sind von geistiger Seite her, die beiden äußeren Symptome angeführt: dasjenige, das sich ausdrückt in der Entstehung der Katechetik, in der Entstehung des Katechismus mit seinen Fragen und Antworten, was zu einem nicht an die geistige Welt unmittelbar anknüpfenden Glauben führte, und das Exoterischmachen der Messe, die in ihrer Gänze, auch mit Bezug auf die Transsubstantiation und Kommunion, allen Menschen, auch den unvorbereiteten, zugänglich wurde, also den Charakter des alten Mysteriums verlor. In diesen beiden irdischen Ereignissen vollzog sich dasjenige, was dann in der Beobachtung von der geistigen Welt aus, dazu führte, innerhalb der geistigen Entwickelung in einer ganz bestimmten Weise das vorzubereiten, was geistige Offenbarung werden sollte um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert: die geistige Offenbarung, wie sie dem Zeitenlauf angemessen ist, wie sie kommen mußte nach dem Michael-Ereignis, und wie sie kommen mußte in der Zeit, als die alte, finstere Epoche des Kali Yuga ablief, und eben ein neues, lichtes Zeitalter für die Menschheit heraufziehen sollte.
[ 1 ] Ich habe unter den geistigen Entwickelungsbedingungen, welche zur anthroposophischen Bewegung geführt haben und gewissermaßen in dem Karma der anthroposophischen Bewegung enthalten sind von geistiger Seite her, die beiden äußeren Symptome angeführt: dasjenige, das sich ausdrückt in der Entstehung der Katechetik, in der Entstehung des Katechismus mit seinen Fragen und Antworten, was zu einem nicht an die geistige Welt unmittelbar anknüpfenden Glauben führte, und das Exoterischmachen der Messe, die in ihrer Gänze, auch mit Bezug auf die Transsubstantiation und Kommunion, allen Menschen, auch den unvorbereiteten, zugänglich wurde, also den Charakter des alten Mysteriums verlor. In diesen beiden irdischen Ereignissen vollzog sich dasjenige, was dann in der Beobachtung von der geistigen Welt aus, dazu führte, innerhalb der geistigen Entwickelung in einer ganz bestimmten Weise das vorzubereiten, was geistige Offenbarung werden sollte um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert: die geistige Offenbarung, wie sie dem Zeitenlauf angemessen ist, wie sie kommen mußte nach dem Michael-Ereignis, und wie sie kommen mußte in der Zeit, als die alte, finstere Epoche des Kali Yuga ablief, und eben ein neues, lichtes Zeitalter für die Menschheit heraufziehen sollte.
[ 2 ] Ein Drittes haben wir heute hinzuzufügen. Und erst wenn wir diese drei geistigen Vorbedingungen für jede spirituelle Entwickelung in der Gegenwart und in der Zukunft werden vor unsere Seele geführt haben, diese drei geistigen Bedingungen, die geeignet waren, eine Anzahl von Menschen zusammenzuführen, schon bevor sie heruntergestiegen sind in die physische Welt im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts oder um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert, erst wenn wir diese Vorbedingungen kennengelernt haben, wird es möglich sein, einzelne außerkarmische Ereignisse zu begreifen, welche eingeflossen sind in diejenigen Lebensläufe, die zusammengebunden sind in der anthroposophischen Bewegung.
[ 2 ] Ein Drittes haben wir heute hinzuzufügen. Und erst wenn wir diese drei geistigen Vorbedingungen für jede spirituelle Entwickelung in der Gegenwart und in der Zukunft werden vor unsere Seele geführt haben, diese drei geistigen Bedingungen, die geeignet waren, eine Anzahl von Menschen zusammenzuführen, schon bevor sie heruntergestiegen sind in die physische Welt im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts oder um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert, erst wenn wir diese Vorbedingungen kennengelernt haben, wird es möglich sein, einzelne außerkarmische Ereignisse zu begreifen, welche eingeflossen sind in diejenigen Lebensläufe, die zusammengebunden sind in der anthroposophischen Bewegung.
[ 3 ] Die besondere Art, sich zu der Natur zu stellen, und die Art, sich zum Geistigen zu stellen, wie sie heute in einem hohen Grade schon ausgebildet ist, rührt eben eigentlich erst von der Zeit her, die begonnen hat im 14., 15. Jahrhundert. Vorher war insbesondere die Beziehung der Menschheit zum Geistigen eine wesentlich andere. Nicht in Begriffen und Ideen näherte man sich dem Geiste, sondern in Erlebnissen, die noch durchdrangen, wenn auch schwach und leise, aber doch noch durchdrangen zum Geistigen.
[ 3 ] Die besondere Art, sich zu der Natur zu stellen, und die Art, sich zum Geistigen zu stellen, wie sie heute in einem hohen Grade schon ausgebildet ist, rührt eben eigentlich erst von der Zeit her, die begonnen hat im 14., 15. Jahrhundert. Vorher war insbesondere die Beziehung der Menschheit zum Geistigen eine wesentlich andere. Nicht in Begriffen und Ideen näherte man sich dem Geiste, sondern in Erlebnissen, die noch durchdrangen, wenn auch schwach und leise, aber doch noch durchdrangen zum Geistigen.
[ 4 ] Wenn wir heute von der Natur sprechen, haben wir ein wesenloses, totes Abstraktum. Wenn wir vom Geiste sprechen, haben wir ein Unbestimmtes, das wir irgendwie in der Welt voraussetzen, das wir einfassen in abstrakte Ideen und Begriffe. So war es nicht in der Zeit, in der die Seelen, die heute sich mit der Sehnsucht nach einer Spiritualität zusammenfinden, ihre maßgebende vorige Inkarnation hatten und in dieser maßgebenden vorigen Inkarnation hinhorchten auf das, was ihnen die erkennenden Führer der Menschheit für die Bedürfnisse ihrer Seele zu sagen hatten.
[ 4 ] Wenn wir heute von der Natur sprechen, haben wir ein wesenloses, totes Abstraktum. Wenn wir vom Geiste sprechen, haben wir ein Unbestimmtes, das wir irgendwie in der Welt voraussetzen, das wir einfassen in abstrakte Ideen und Begriffe. So war es nicht in der Zeit, in der die Seelen, die heute sich mit der Sehnsucht nach einer Spiritualität zusammenfinden, ihre maßgebende vorige Inkarnation hatten und in dieser maßgebenden vorigen Inkarnation hinhorchten auf das, was ihnen die erkennenden Führer der Menschheit für die Bedürfnisse ihrer Seele zu sagen hatten.
[ 5 ] Da kommt zunächst dasjenige Zeitalter in Betracht, das so heraufgeht bis ins 7., 8. christliche Jahrhundert, wo wir eben noch einen leisen Zusammenhang der Menschenseele mit der geistigen Welt, ein Erleben der geistigen Welt selber haben, wo auch die erkennenden Menschen in lebendiger Beziehung zur geistigen Welt standen. Und dann haben wir das Zeitalter, das mit dem 7., 8. Jahrhundert beginnt und dauert bis zur großen Wende im 14. und 15. Jahrhundert, wo diejenigen Menschenseelen, die in den ersten christlichen Jahrhunderten auf der Erde noch jenes Zeitalter, das ich geschildert habe, mitgemacht haben, in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt waren.
[ 5 ] Da kommt zunächst dasjenige Zeitalter in Betracht, das so heraufgeht bis ins 7., 8. christliche Jahrhundert, wo wir eben noch einen leisen Zusammenhang der Menschenseele mit der geistigen Welt, ein Erleben der geistigen Welt selber haben, wo auch die erkennenden Menschen in lebendiger Beziehung zur geistigen Welt standen. Und dann haben wir das Zeitalter, das mit dem 7., 8. Jahrhundert beginnt und dauert bis zur großen Wende im 14. und 15. Jahrhundert, wo diejenigen Menschenseelen, die in den ersten christlichen Jahrhunderten auf der Erde noch jenes Zeitalter, das ich geschildert habe, mitgemacht haben, in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt waren.
[ 6 ] Aber wenn auch vom 6., 7., 8. Jahrhundert ab kein unmittelbarer Zusammenhang mit der geistigen Welt vorhanden war, so, möchte ich sagen, flüchtete doch ein gewisses Bewußtsein dieses Zusammenhanges noch in einzelne Lehrstätten hinein. Man redete in einzelnen Lehrstätten noch so, wie man in den ersten christlichen Jahrhunderten auf dem Erkenntnisgebiete gesprochen hat. Und dann war es wohl möglich, daß einzelne auserlesene Menschen an der Art und. Weise, wie man redete über die geistige Welt, innere Impulse bekamen, um doch wenigstens zu gewissen Zeiten durchzubrechen in die geistige Welt. Und es gab immerhin einzelne Stätten, in denen man so lehrte, daß man sich von dieser Art heute keine Vorstellung mehr machen kann.
[ 6 ] Aber wenn auch vom 6., 7., 8. Jahrhundert ab kein unmittelbarer Zusammenhang mit der geistigen Welt vorhanden war, so, möchte ich sagen, flüchtete doch ein gewisses Bewußtsein dieses Zusammenhanges noch in einzelne Lehrstätten hinein. Man redete in einzelnen Lehrstätten noch so, wie man in den ersten christlichen Jahrhunderten auf dem Erkenntnisgebiete gesprochen hat. Und dann war es wohl möglich, daß einzelne auserlesene Menschen an der Art und. Weise, wie man redete über die geistige Welt, innere Impulse bekamen, um doch wenigstens zu gewissen Zeiten durchzubrechen in die geistige Welt. Und es gab immerhin einzelne Stätten, in denen man so lehrte, daß man sich von dieser Art heute keine Vorstellung mehr machen kann.
[ 7 ] Im 12., 13. Jahrhundert nahm das eigentlich erst sein Ende, und da ist es, ich möchte sagen, eingeströmt zuletzt in eine bedeutende Dichtung, in der es für das Erleben der Menschen ein Ende gefunden hat, in Dantes Commedia, in die «Divina Commedia». Es liegt in demjenigen, was vor der Entstehung der Commedia liegt, ein wunderbares Kapitel menschlicher Entwickelung aus dem Grunde, weil da fortwährend die Wirksamkeiten von hier, von der Erde aus, und die Wirksamkeiten von dem Überirdischen aus zusammenspielen. Beides fließt fortwährend zusammen: weil die Menschen auf der Erde den Zusammenhang mit der geistigen Welt etwas verloren hatten, weil denjenigen Menschen, die oben lebten und diesen Zusammenhang hier auf der Erde noch erlebt hatten, der Anblick des Irdischen eine besonders wehmutsvolle Stimmung hervorrief. Sie sahen hinsinken, was sie selbst noch auf der Erde erlebt hatten, und sie begeisterten, spiritualisierten von der übersinnlichen Welt aus Individualitäten in der sinnlichen Welt, um doch da und dort noch eine Pflegestätte zu bilden von demjenigen, was Zusammenhang des Menschen mit der Geistigkeit ist.
[ 7 ] Im 12., 13. Jahrhundert nahm das eigentlich erst sein Ende, und da ist es, ich möchte sagen, eingeströmt zuletzt in eine bedeutende Dichtung, in der es für das Erleben der Menschen ein Ende gefunden hat, in Dantes Commedia, in die «Divina Commedia». Es liegt in demjenigen, was vor der Entstehung der Commedia liegt, ein wunderbares Kapitel menschlicher Entwickelung aus dem Grunde, weil da fortwährend die Wirksamkeiten von hier, von der Erde aus, und die Wirksamkeiten von dem Überirdischen aus zusammenspielen. Beides fließt fortwährend zusammen: weil die Menschen auf der Erde den Zusammenhang mit der geistigen Welt etwas verloren hatten, weil denjenigen Menschen, die oben lebten und diesen Zusammenhang hier auf der Erde noch erlebt hatten, der Anblick des Irdischen eine besonders wehmutsvolle Stimmung hervorrief. Sie sahen hinsinken, was sie selbst noch auf der Erde erlebt hatten, und sie begeisterten, spiritualisierten von der übersinnlichen Welt aus Individualitäten in der sinnlichen Welt, um doch da und dort noch eine Pflegestätte zu bilden von demjenigen, was Zusammenhang des Menschen mit der Geistigkeit ist.
[ 8 ] Machen wir uns doch klar — ich habe es vor Jahren hier angedeutet —, wie bis ins 7., 8. Jahrhundert, als Nachwirkung der vorchristlichen Einweihung, das Christentum aufgenommen wurde in Stätten, die immerhin als hohe Erkentnisstätten, als die Nachzügler der Mysterien vorhanden waren. Da war es so, daß Menschen, zunächst nicht unterrichtlich, aber durch eine auf das Geistige hin gerichtete Erziehung im Körperlichen und im Geistigen, vorbereitet wurden auf den Moment, wo sie das leise Hinschauen auf die Geistigkeit haben konnten, die in der Menschenumgebung auf Erden sich offenbaren kann. Dann richtete sich ihr Blick hinaus auf die Reiche des Mineralischen, des Pflanzlichen, und alles das, was im tierischen, im menschlichen Reiche lebt. Und dann sahen sie aurisch aufsprießen und wiederum befruchtet werden aus dem Kosmos die geistig-elementaren Wesenheiten, die in allem Natürlichen lebten.
[ 8 ] Machen wir uns doch klar — ich habe es vor Jahren hier angedeutet —, wie bis ins 7., 8. Jahrhundert, als Nachwirkung der vorchristlichen Einweihung, das Christentum aufgenommen wurde in Stätten, die immerhin als hohe Erkentnisstätten, als die Nachzügler der Mysterien vorhanden waren. Da war es so, daß Menschen, zunächst nicht unterrichtlich, aber durch eine auf das Geistige hin gerichtete Erziehung im Körperlichen und im Geistigen, vorbereitet wurden auf den Moment, wo sie das leise Hinschauen auf die Geistigkeit haben konnten, die in der Menschenumgebung auf Erden sich offenbaren kann. Dann richtete sich ihr Blick hinaus auf die Reiche des Mineralischen, des Pflanzlichen, und alles das, was im tierischen, im menschlichen Reiche lebt. Und dann sahen sie aurisch aufsprießen und wiederum befruchtet werden aus dem Kosmos die geistig-elementaren Wesenheiten, die in allem Natürlichen lebten.
[ 9 ] Und dann vor allen Dingen erschien ihnen — wie ein Wesen, das sie ansprachen wie einen anderen Menschen, nur eben wie ein Wesen höherer Art — die «Göttin Natura». Es war das diejenige Göttin, die sie, ich kann nicht sagen leibhaftig, aber seelenhaftig in vollem Glanze vor sich sahen. Man sprach nicht von abstrakten Naturgesetzen, man sprach von der in der Natur überall schöpferischen Kraft der Göttin Natura.
[ 9 ] Und dann vor allen Dingen erschien ihnen — wie ein Wesen, das sie ansprachen wie einen anderen Menschen, nur eben wie ein Wesen höherer Art — die «Göttin Natura». Es war das diejenige Göttin, die sie, ich kann nicht sagen leibhaftig, aber seelenhaftig in vollem Glanze vor sich sahen. Man sprach nicht von abstrakten Naturgesetzen, man sprach von der in der Natur überall schöpferischen Kraft der Göttin Natura.
[ 10 ] Sie war die Metamorphose der alten Proserpina. Sie war jene schaffende Göttin, mit der sich in einer gewissen Weise derjenige verband, der nach Erkenntnis suchen sollte, die ihm erschien aus jedem Mineral, aus jeder Pflanze, aus jedem Getier, erschien aus den Wolken, erschien aus den Bergen, erschien aus den Quellen. Von dieser Göttin, die abwechselnd in Winter und Sommer oberirdisch und unterirdisch schafft, von dieser Göttin empfanden sie: sie ist die Helferin derjenigen Gottheit, von der die Evangelien sprechen, sie ist die ausführende göttliche Macht.
[ 10 ] Sie war die Metamorphose der alten Proserpina. Sie war jene schaffende Göttin, mit der sich in einer gewissen Weise derjenige verband, der nach Erkenntnis suchen sollte, die ihm erschien aus jedem Mineral, aus jeder Pflanze, aus jedem Getier, erschien aus den Wolken, erschien aus den Bergen, erschien aus den Quellen. Von dieser Göttin, die abwechselnd in Winter und Sommer oberirdisch und unterirdisch schafft, von dieser Göttin empfanden sie: sie ist die Helferin derjenigen Gottheit, von der die Evangelien sprechen, sie ist die ausführende göttliche Macht.
[ 11 ] Und wenn dann ein solcher Mensch, der nach Erkenntnis strebte, in genügender Weise über das Mineralische, Pflanzliche, Tierische unterrichtet war von dieser Göttin, wenn er eingeführt war in die lebendigen Kräfte, dann lernte er durch sie kennen die Natur der vier Elemente: Erde, Wasser, Luft, Feuer. Und er lernte kennen, wie wogen und weben innerhalb des Mineralischen, Tierischen und Pflanzlichen diese konkret über die Welt sich ergießenden vier Elemente: Erde, Wasser, Luft, Feuer. Und er fühlte sich selbst hineinverwoben mit seinem ätherischen Leib in das Weben der Erde mit ihrer Schwere, des Wassers mit seiner belebenden Kraft, der Luft mit ihrer empfindungsweckenden Kraft, des Feuers mit seiner Ich-entzündenden Kraft. Da fühlte sich der Mensch hineinverwoben. Das empfand er als das Geschenk des Unterrichtes der Göttin Natura, der Nachfolgerin, der Metamorphose der Proserpina. Und daß die Schüler eine Ahnung bekamen von diesem lebendigen Verkehr mit der gotterfüllten, gottsubstantiterten Natur, hindurchdrangen bis zum Weben und Leben der Elemente, darauf sahen die Lehrer.
[ 11 ] Und wenn dann ein solcher Mensch, der nach Erkenntnis strebte, in genügender Weise über das Mineralische, Pflanzliche, Tierische unterrichtet war von dieser Göttin, wenn er eingeführt war in die lebendigen Kräfte, dann lernte er durch sie kennen die Natur der vier Elemente: Erde, Wasser, Luft, Feuer. Und er lernte kennen, wie wogen und weben innerhalb des Mineralischen, Tierischen und Pflanzlichen diese konkret über die Welt sich ergießenden vier Elemente: Erde, Wasser, Luft, Feuer. Und er fühlte sich selbst hineinverwoben mit seinem ätherischen Leib in das Weben der Erde mit ihrer Schwere, des Wassers mit seiner belebenden Kraft, der Luft mit ihrer empfindungsweckenden Kraft, des Feuers mit seiner Ich-entzündenden Kraft. Da fühlte sich der Mensch hineinverwoben. Das empfand er als das Geschenk des Unterrichtes der Göttin Natura, der Nachfolgerin, der Metamorphose der Proserpina. Und daß die Schüler eine Ahnung bekamen von diesem lebendigen Verkehr mit der gotterfüllten, gottsubstantiterten Natur, hindurchdrangen bis zum Weben und Leben der Elemente, darauf sahen die Lehrer.
[ 12 ] Dann, nachdem die Schüler so weit waren, wurden sie eingeführt in das Planetensystem. Und sie lernten, wie in der Kenntnis des Planetensystems sich zugleich die Kenntnis der menschlichen Seele ergibt: Lerne erkennen, wie die Wandelsterne am Himmel wallen, so lernst du erkennen, wie deine eigene Seele in deinem Inneren wirkt und webt und lebt. Das wurde vor die Schüler hingestellt.
[ 12 ] Dann, nachdem die Schüler so weit waren, wurden sie eingeführt in das Planetensystem. Und sie lernten, wie in der Kenntnis des Planetensystems sich zugleich die Kenntnis der menschlichen Seele ergibt: Lerne erkennen, wie die Wandelsterne am Himmel wallen, so lernst du erkennen, wie deine eigene Seele in deinem Inneren wirkt und webt und lebt. Das wurde vor die Schüler hingestellt.
[ 13 ] Und dann wurden sie herangeführt an dasjenige, was man den «Großen Ozean» nannte. Aber dieser Ozean war das kosmische Meer, das von den Planeten, von den Wandelsternen zu den Ruhesternen, zu den Fixsternen hinausführte.
[ 13 ] Und dann wurden sie herangeführt an dasjenige, was man den «Großen Ozean» nannte. Aber dieser Ozean war das kosmische Meer, das von den Planeten, von den Wandelsternen zu den Ruhesternen, zu den Fixsternen hinausführte.
[ 14 ] Dann drangen sie ein in die Geheimnisse des Ich dadurch, daß sie die Geheimnisse der Fixsternwelt kennenlernen konnten.
[ 14 ] Dann drangen sie ein in die Geheimnisse des Ich dadurch, daß sie die Geheimnisse der Fixsternwelt kennenlernen konnten.
[ 15 ] Es ist heute vergessen, daß es solche Unterweisungen gegeben hat. Aber solche Unterweisungen waren da. Und solches lebendige Erkennen war ja bis zum 7., 8. Jahrhundert in den Nachzüglern der Mysterien gepflegt. Und als Lehre, als Theorie wurde es nun weitergepflegt bis in die Wende des 14. zum 15. Jahrhundert, von der ich so oft gesprochen habe. Und wir können verfolgen in einzelnen Stätten, wo solche Lehren gepflegt wurden, wie diese alten Lehren fortlebten, wenn auch unter den größtmöglichen Schwierigkeiten, wenn auch fast abgetötet bis zu Begriffen und Ideen, aber doch zu so lebendigen Begriffen und Ideen, daß sie eine Aufschau zu alldem, wovon ich gesprochen habe, noch entzünden konnten in einzelnen Menschen.
[ 15 ] Es ist heute vergessen, daß es solche Unterweisungen gegeben hat. Aber solche Unterweisungen waren da. Und solches lebendige Erkennen war ja bis zum 7., 8. Jahrhundert in den Nachzüglern der Mysterien gepflegt. Und als Lehre, als Theorie wurde es nun weitergepflegt bis in die Wende des 14. zum 15. Jahrhundert, von der ich so oft gesprochen habe. Und wir können verfolgen in einzelnen Stätten, wo solche Lehren gepflegt wurden, wie diese alten Lehren fortlebten, wenn auch unter den größtmöglichen Schwierigkeiten, wenn auch fast abgetötet bis zu Begriffen und Ideen, aber doch zu so lebendigen Begriffen und Ideen, daß sie eine Aufschau zu alldem, wovon ich gesprochen habe, noch entzünden konnten in einzelnen Menschen.
[ 16 ] Da gab es im 11., namentlich aber im 12. Jahrhundert, herüberreichend ins 13. Jahrhundert, eine eigentlich wunderbare Schule, in der Lehrer waren, welche durchaus wußten, wie in den vorangehenden Jahrhunderten die Schüler hingeführt wurden zum Erleben des Geistigen. Es war die große Schule von Chartres, in der zusammengeflossen waren alle diejenigen Anschauungen, die hervorgegangen waren aus jener geistigen Lebendigkeit, die ich geschildert habe.
[ 16 ] Da gab es im 11., namentlich aber im 12. Jahrhundert, herüberreichend ins 13. Jahrhundert, eine eigentlich wunderbare Schule, in der Lehrer waren, welche durchaus wußten, wie in den vorangehenden Jahrhunderten die Schüler hingeführt wurden zum Erleben des Geistigen. Es war die große Schule von Chartres, in der zusammengeflossen waren alle diejenigen Anschauungen, die hervorgegangen waren aus jener geistigen Lebendigkeit, die ich geschildert habe.
[ 17 ] In Chartres, wo heute noch jene wunderbaren architektonischen Meisterwerke sich finden, da war vor allen Dingen hingekommen ein Strahl der noch lebendigen Weisheit des Peter von Compostella, der in Spanien gewirkt hat, der ein lebendig mysterienhaftes Christentum in Spanien pflegte, das noch sprach von der Helferin Christi, der Natur, das noch sprach davon, daß erst dann, wenn diese Natur den Menschen eingeführt hat in die Elemente, in die Planetenwelt, in die Sternenwelt, daß erst dann der Mensch reif wird, die sieben Helferinnen, ich kann wiederum nicht sagen leibhaftig, aber seelenhaftig kennenzulernen, Helferinnen, die nicht in abstrakten Theoriekapiteln vor die menschliche Seele hintraten, sondern als lebendige Göttinnen: Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik. Als göttlich-geistige Gestalten, lebendig lernten die Schüler sie kennen.
[ 17 ] In Chartres, wo heute noch jene wunderbaren architektonischen Meisterwerke sich finden, da war vor allen Dingen hingekommen ein Strahl der noch lebendigen Weisheit des Peter von Compostella, der in Spanien gewirkt hat, der ein lebendig mysterienhaftes Christentum in Spanien pflegte, das noch sprach von der Helferin Christi, der Natur, das noch sprach davon, daß erst dann, wenn diese Natur den Menschen eingeführt hat in die Elemente, in die Planetenwelt, in die Sternenwelt, daß erst dann der Mensch reif wird, die sieben Helferinnen, ich kann wiederum nicht sagen leibhaftig, aber seelenhaftig kennenzulernen, Helferinnen, die nicht in abstrakten Theoriekapiteln vor die menschliche Seele hintraten, sondern als lebendige Göttinnen: Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Musik. Als göttlich-geistige Gestalten, lebendig lernten die Schüler sie kennen.
[ 18 ] Nun, von solchen lebendigen Gestalten sprachen diejenigen, die um Peter von Compostella waren. Die Lehren des Peter von Compeostella, sie strahlten hinein in die Schule von Chartres. In dieser Schule von Chartres lehrte zum Beispiel der große Bernardus von Chartres, der seine Schüler begeisterte, indem er ihnen zwar nicht mehr die Göttin Natura, nicht mehr die Göttinnen der sieben freien Künste zeigen konnte, der aber in einer solchen Lebendigkeit von ihnen sprach, daß wenigstens die Phantasiebilder vor die Schüler hingezaubert wurden, daß in jeder Lehrstunde Wissenschaft zur leuchtenden Kunst wurde.
[ 18 ] Nun, von solchen lebendigen Gestalten sprachen diejenigen, die um Peter von Compostella waren. Die Lehren des Peter von Compeostella, sie strahlten hinein in die Schule von Chartres. In dieser Schule von Chartres lehrte zum Beispiel der große Bernardus von Chartres, der seine Schüler begeisterte, indem er ihnen zwar nicht mehr die Göttin Natura, nicht mehr die Göttinnen der sieben freien Künste zeigen konnte, der aber in einer solchen Lebendigkeit von ihnen sprach, daß wenigstens die Phantasiebilder vor die Schüler hingezaubert wurden, daß in jeder Lehrstunde Wissenschaft zur leuchtenden Kunst wurde.
[ 19 ] Da lehrte Bernardus Silvestris, der wie in mächtigen Schilderungen vor den Schülern erstehen ließ dasjenige, was eben alte Weisheit war. Da lehrte vor allen Dingen Johannes von Chartres, der in einer geradezu grandios-inspirierten Weise von der menschlichen Seele sprach; dieser Johannes von Chartres, den man auch Johannes Salisbury nannte, entwickelte da Anschauungen, in denen er sich auseinandersetzte mit Aristoteles, mit dem Aristotelismus. Da wurde auf die besonders bevorzugten Schüler so gewirkt, daß sie eine Einsicht davon bekamen, daß auf der Erde nicht mehr sein kann eine solche Lehre, wie sie war in den ersten christlichen Jahrhunderten, daß die Erdenentwickelung das nicht mehr ertragen kann. Da wurde den Schülern klargemacht: Es gibt eine alte, fast hellseherische Erkenntnis, aber die dämmert ab. Wissen nur kann man noch von Dialektik, Rhetorik, Astronomie, Astrologie, schauen kann man nicht mehr die Göttinnen der sieben freien Künste, denn weiterwirken muß der schon im Altertum den Begriffen und Ideen des fünften nachatlantischen Zeitalters gewachsene Aristoteles.
[ 19 ] Da lehrte Bernardus Silvestris, der wie in mächtigen Schilderungen vor den Schülern erstehen ließ dasjenige, was eben alte Weisheit war. Da lehrte vor allen Dingen Johannes von Chartres, der in einer geradezu grandios-inspirierten Weise von der menschlichen Seele sprach; dieser Johannes von Chartres, den man auch Johannes Salisbury nannte, entwickelte da Anschauungen, in denen er sich auseinandersetzte mit Aristoteles, mit dem Aristotelismus. Da wurde auf die besonders bevorzugten Schüler so gewirkt, daß sie eine Einsicht davon bekamen, daß auf der Erde nicht mehr sein kann eine solche Lehre, wie sie war in den ersten christlichen Jahrhunderten, daß die Erdenentwickelung das nicht mehr ertragen kann. Da wurde den Schülern klargemacht: Es gibt eine alte, fast hellseherische Erkenntnis, aber die dämmert ab. Wissen nur kann man noch von Dialektik, Rhetorik, Astronomie, Astrologie, schauen kann man nicht mehr die Göttinnen der sieben freien Künste, denn weiterwirken muß der schon im Altertum den Begriffen und Ideen des fünften nachatlantischen Zeitalters gewachsene Aristoteles.
[ 20 ] Und mit einer inspirierenden Kraft verpflanzte sich dasjenige, was [eine solche Lehre war, was] in der Schule von Chartres auf diese Weise gelehrt wurde, auch nach dem Cluniacenserorden hin und wurde verweltlicht in demjenigen, was der Abt der Cluniacenser, Hildebrand, der dann als Gregor VII. Papst wurde, über die Kirche verfügt hat; aber mit einer außerordentlichen Reinheit pflanzte sich diese Lehre in der Schule von Chartres weiter fort, und es glänzte das 12. Jahrhundert in diesen Lehren. Und insbesondere war einer da, der eigentlich alle anderen überragte, und der, ich möchte sagen, in einer ideellen Inspiration die Geheimnisse der sieben freien Künste in ihrem Zusammenhange mit dem Christentum in Chartres lehrte: Alanus von Lille.
[ 20 ] Und mit einer inspirierenden Kraft verpflanzte sich dasjenige, was [eine solche Lehre war, was] in der Schule von Chartres auf diese Weise gelehrt wurde, auch nach dem Cluniacenserorden hin und wurde verweltlicht in demjenigen, was der Abt der Cluniacenser, Hildebrand, der dann als Gregor VII. Papst wurde, über die Kirche verfügt hat; aber mit einer außerordentlichen Reinheit pflanzte sich diese Lehre in der Schule von Chartres weiter fort, und es glänzte das 12. Jahrhundert in diesen Lehren. Und insbesondere war einer da, der eigentlich alle anderen überragte, und der, ich möchte sagen, in einer ideellen Inspiration die Geheimnisse der sieben freien Künste in ihrem Zusammenhange mit dem Christentum in Chartres lehrte: Alanus von Lille.
[ 21 ] Alanus von Lille, er befeuerte geradezu Schüler im 12. Jahrhundert in Chartres. Er hatte eine große Einsicht in die Tatsache, daß in den nächsten Jahrhunderten dasjenige nicht weiter der Erde zugute kommen kann, was in einer solchen Weise gelehrt wird, denn das war nicht nur Platonismus, das war Lehre vom Mysterienschauen der vorplatonischen Zeit, nur daß dieses Schauen das Christentum in sich aufgenommen hatte. Und denjenigen, von denen er Verständnis voraussetzte, lehrte Alanus von Lille schon zu seinen Lebzeiten: Jetzt muß eine aristotelisch gefärbte Erkenntnis eine Weile auf Erden wirken, in scharfen Begriffen und Ideen. Denn nur so kann vorbereitet werden, was in einer späteren Zeit als eine Spiritualität wiederkommen muß.
[ 21 ] Alanus von Lille, er befeuerte geradezu Schüler im 12. Jahrhundert in Chartres. Er hatte eine große Einsicht in die Tatsache, daß in den nächsten Jahrhunderten dasjenige nicht weiter der Erde zugute kommen kann, was in einer solchen Weise gelehrt wird, denn das war nicht nur Platonismus, das war Lehre vom Mysterienschauen der vorplatonischen Zeit, nur daß dieses Schauen das Christentum in sich aufgenommen hatte. Und denjenigen, von denen er Verständnis voraussetzte, lehrte Alanus von Lille schon zu seinen Lebzeiten: Jetzt muß eine aristotelisch gefärbte Erkenntnis eine Weile auf Erden wirken, in scharfen Begriffen und Ideen. Denn nur so kann vorbereitet werden, was in einer späteren Zeit als eine Spiritualität wiederkommen muß.
[ 22 ] Es sieht für manche heutige Menschen, wenn sie die Literatur von damals lesen, trocken aus, aber es ist nicht trocken, wenn man eine Anschauung davon gewinnen kann, was vor den Seelen derjenigen stand, die in Chartres lehrten und wirkten. Lebendig wirkt durch, auch in der Dichtung, die von Chartres ausging, dieses Sich-Verbunden-Fühlen mit den lebendigen Göttern der sieben freien Künste. Und in der, für denjenigen, der sie verstehen kann, eindringlichen Dichtung: «La bataille des VII arts» fühlen wir den geistigen Atem der sieben freien Künste. Das alles wirkte im 12, Jahrhundert.
[ 22 ] Es sieht für manche heutige Menschen, wenn sie die Literatur von damals lesen, trocken aus, aber es ist nicht trocken, wenn man eine Anschauung davon gewinnen kann, was vor den Seelen derjenigen stand, die in Chartres lehrten und wirkten. Lebendig wirkt durch, auch in der Dichtung, die von Chartres ausging, dieses Sich-Verbunden-Fühlen mit den lebendigen Göttern der sieben freien Künste. Und in der, für denjenigen, der sie verstehen kann, eindringlichen Dichtung: «La bataille des VII arts» fühlen wir den geistigen Atem der sieben freien Künste. Das alles wirkte im 12, Jahrhundert.
[ 23 ] Das alles, sehen Sie, lebte noch dazumal in der geistigen Atmosphäre, das alles machte sich noch in einer gewissen Weise geltend. Das alles hatte ja noch manches Verwandte mit Schulen, die in Norditalien, in Italien überhaupt, in Spanien schon noch bestanden, aber ein sehr sporadisches Leben führten. Aber es pflanzte sich fort in lebendiger Art nach verschiedenen Strömungen der Erde hin. Und gegen das Ende des 12. Jahrhunderts war vieles von dem an der Universität von Orleans, wo merkwürdige Lehren nach dieser Art hin gepflegt wurden, wo manches vorhanden war von Inspiration durch die Schule von Chartres.
[ 23 ] Das alles, sehen Sie, lebte noch dazumal in der geistigen Atmosphäre, das alles machte sich noch in einer gewissen Weise geltend. Das alles hatte ja noch manches Verwandte mit Schulen, die in Norditalien, in Italien überhaupt, in Spanien schon noch bestanden, aber ein sehr sporadisches Leben führten. Aber es pflanzte sich fort in lebendiger Art nach verschiedenen Strömungen der Erde hin. Und gegen das Ende des 12. Jahrhunderts war vieles von dem an der Universität von Orleans, wo merkwürdige Lehren nach dieser Art hin gepflegt wurden, wo manches vorhanden war von Inspiration durch die Schule von Chartres.
[ 24 ] Und dann geschah es eben eines Tages, daß da unten in Italien ein vorher in Spanien weilender Gesandter, unter einem mächtigen historischen Eindruck stehend, so etwas bekam wie eine Art Sonnenstich, und in ihm alles das, was er in seiner Schule als Vorbereitung empfangen hatte, unter dem Einflusse dieses leisen Sonnenstiches zu einer mächtigen Offenbarung wurde: wo er sah, was der Mensch sehen konnte unter dem Einfluß des lebendigen Erkenntnisprinzipes, wo er sah den mächtig aufsteigenden Berg mit alldem, was herauslebt aus Mineralien, Pflanzen und Tieren, wo erschien die Göttin Natura, wo erschienen die Elemente, wo erschienen die Planeten, wo erschienen die Göttinnen der sieben freien Künste, wo dann auftrat Ovid als der führende Lehrer —, wo noch einmal vor eines Menschen Seele stand jenes Gewaltige, was so oftmals vor Menschenseelen gestanden hat in den ersten Jahrhunderten des Christentums. Es war die Vision des Branetto Latini, die dann übergegangen ist auf Dante und aus der Dantes Commedia geflossen ist.
[ 24 ] Und dann geschah es eben eines Tages, daß da unten in Italien ein vorher in Spanien weilender Gesandter, unter einem mächtigen historischen Eindruck stehend, so etwas bekam wie eine Art Sonnenstich, und in ihm alles das, was er in seiner Schule als Vorbereitung empfangen hatte, unter dem Einflusse dieses leisen Sonnenstiches zu einer mächtigen Offenbarung wurde: wo er sah, was der Mensch sehen konnte unter dem Einfluß des lebendigen Erkenntnisprinzipes, wo er sah den mächtig aufsteigenden Berg mit alldem, was herauslebt aus Mineralien, Pflanzen und Tieren, wo erschien die Göttin Natura, wo erschienen die Elemente, wo erschienen die Planeten, wo erschienen die Göttinnen der sieben freien Künste, wo dann auftrat Ovid als der führende Lehrer —, wo noch einmal vor eines Menschen Seele stand jenes Gewaltige, was so oftmals vor Menschenseelen gestanden hat in den ersten Jahrhunderten des Christentums. Es war die Vision des Branetto Latini, die dann übergegangen ist auf Dante und aus der Dantes Commedia geflossen ist.
[ 25 ] Aber ein anderes ergab sich für alle diejenigen, die in Chartres gewirkt hatten, als sie durch die Pforte des Todes gingen und, hindurchgegangen durch die Pforte des Todes, die geistige Welt betraten. Es war ein bedeutsames geistiges Leben, das Peter von Compostella, Bernardus von Chartres, Bernardus Silvestris, Johannes von ChartresSalisbury, Henri d’Andeli, der das Gedicht: «La bataille des VII arts» verfaßt hat, geführt hatten, aber insbesondere das des Alanus von Lille. Er hat ja auf seine Art die Schrift «Contra Haereticos» verfaßt und damit aus der alten Anschauung heraus gegen die Ketzer sich gewendet im christlichen Sinne, aber eben aus der Anschauung der geistigen Welt heraus.
[ 25 ] Aber ein anderes ergab sich für alle diejenigen, die in Chartres gewirkt hatten, als sie durch die Pforte des Todes gingen und, hindurchgegangen durch die Pforte des Todes, die geistige Welt betraten. Es war ein bedeutsames geistiges Leben, das Peter von Compostella, Bernardus von Chartres, Bernardus Silvestris, Johannes von ChartresSalisbury, Henri d’Andeli, der das Gedicht: «La bataille des VII arts» verfaßt hat, geführt hatten, aber insbesondere das des Alanus von Lille. Er hat ja auf seine Art die Schrift «Contra Haereticos» verfaßt und damit aus der alten Anschauung heraus gegen die Ketzer sich gewendet im christlichen Sinne, aber eben aus der Anschauung der geistigen Welt heraus.
[ 26 ] Und jetzt betraten alle diese Seelenindividualitäten, welche als die letzten noch gewirkt haben in den Nachklängen der alten geschauten Weisheit, der lichtvoll geschauten Weisheit, jetzt betraten sie die geistige Welt: jene geistige Welt, wo gerade, sich vorbereitend zum Erdendasein, wichtigste Seelen waren, die demnächst heruntersteigen sollten ins Erdendasein, um zu wirken in dem Sinne, wie dann gewirkt werden mußte, um die Wende herbeizuführen, die im 14., 15. Jahrhundert eintrat.
[ 26 ] Und jetzt betraten alle diese Seelenindividualitäten, welche als die letzten noch gewirkt haben in den Nachklängen der alten geschauten Weisheit, der lichtvoll geschauten Weisheit, jetzt betraten sie die geistige Welt: jene geistige Welt, wo gerade, sich vorbereitend zum Erdendasein, wichtigste Seelen waren, die demnächst heruntersteigen sollten ins Erdendasein, um zu wirken in dem Sinne, wie dann gewirkt werden mußte, um die Wende herbeizuführen, die im 14., 15. Jahrhundert eintrat.
[ 27 ] Da haben wir ein geistiges Dasein, meine lieben Freunde: Die letzten Großen der Schule von Chartres waren eben in der geistigen Welt angekommen. Diejenigen Individualitäten, die die Hochblüte der Scholastik einleiteten, waren noch in der geistigen Welt. Und einer der wichtigsten Ideenaustausche hinter den Kulissen der menschlichen Entwickelung spielte sich ab im Beginne des 13. Jahrhunderts zwischen denen, die noch den alten schauenden Platonismus hinaufgetragen haben aus der Schule von Chartres in die übersinnliche Welt, und denjenigen, die sich dazu bereiteten, den Aristotelismus herunterzutragen als den großen Übergang für die Herbeiführung einer neuen Spiritualität, die in der Zukunft hereinfluten sollte in die Entwickelung der Menschheit.
[ 27 ] Da haben wir ein geistiges Dasein, meine lieben Freunde: Die letzten Großen der Schule von Chartres waren eben in der geistigen Welt angekommen. Diejenigen Individualitäten, die die Hochblüte der Scholastik einleiteten, waren noch in der geistigen Welt. Und einer der wichtigsten Ideenaustausche hinter den Kulissen der menschlichen Entwickelung spielte sich ab im Beginne des 13. Jahrhunderts zwischen denen, die noch den alten schauenden Platonismus hinaufgetragen haben aus der Schule von Chartres in die übersinnliche Welt, und denjenigen, die sich dazu bereiteten, den Aristotelismus herunterzutragen als den großen Übergang für die Herbeiführung einer neuen Spiritualität, die in der Zukunft hereinfluten sollte in die Entwickelung der Menschheit.
[ 28 ] Da kam man überein, indem gerade diese Individualitäten, die aus der Schule von Chartres herstammten, denen sagten, die sich eben anschickten, herunterzusteigen in die sinnlich-physische Welt und den Aristotelismus in der Scholastik als das richtige Element des Zeitalters zu pflegen: Für uns ist zunächst ein Erdenwirken nicht möglich, denn die Erde ist jetzt nicht so, um in dieser Lebendigkeit die Erkenntnis zu pflegen. Was wir noch pflegen konnten als die letzten Träger des Platonismus, das muß nun vom Aristotelismus abgelöst werden. Wir bleiben hier oben. Und so blieben denn, ohne daß sie in maßgebliche Erdeninkarnationen bisher eintraten, die Geister von Chartres in der übersinnlichen Welt. Aber sie wirkten mächtig mit bei der Gestaltung jener grandiosen Imagination, die eben gestaltet wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, von der ich Ihnen gesprochen habe.
[ 28 ] Da kam man überein, indem gerade diese Individualitäten, die aus der Schule von Chartres herstammten, denen sagten, die sich eben anschickten, herunterzusteigen in die sinnlich-physische Welt und den Aristotelismus in der Scholastik als das richtige Element des Zeitalters zu pflegen: Für uns ist zunächst ein Erdenwirken nicht möglich, denn die Erde ist jetzt nicht so, um in dieser Lebendigkeit die Erkenntnis zu pflegen. Was wir noch pflegen konnten als die letzten Träger des Platonismus, das muß nun vom Aristotelismus abgelöst werden. Wir bleiben hier oben. Und so blieben denn, ohne daß sie in maßgebliche Erdeninkarnationen bisher eintraten, die Geister von Chartres in der übersinnlichen Welt. Aber sie wirkten mächtig mit bei der Gestaltung jener grandiosen Imagination, die eben gestaltet wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, von der ich Ihnen gesprochen habe.
[ 29 ] Sie wirkten in vollem Einklange mit denen zusammen, die mit dem Aristotelismus zunächst auf die Erde herunterstiegen. Und insbesondere war es der Dominikanerorden, welcher Individualitäten enthielt, die, ich möchte sagen, in dieser Art von übersinnlichem Vertrag mit den Geistern von Chartres standen, die mit ihnen gewissermaßen verabredet hatten: Wir steigen herunter, um im Aristotelismus die Erkenntnis weiter zu pflegen. Ihr bleibt oben. Wir werden auch auf Erden mit euch in Verbindung bleiben können. Auf Erden kann zunächst der Platonismus nicht gedeihen. Wir werden euch wiederfinden, wenn wir zurückkommen, und wenn vorbereitet werden soll diejenige Zeit, in welcher, nachdem die Erde die scholastische Entwickelung des Aristotelismus durchgemacht hat, die Spiritualität wiederum gemeinsam mit den Geistern von Chartres entwickelt werden kann.
[ 29 ] Sie wirkten in vollem Einklange mit denen zusammen, die mit dem Aristotelismus zunächst auf die Erde herunterstiegen. Und insbesondere war es der Dominikanerorden, welcher Individualitäten enthielt, die, ich möchte sagen, in dieser Art von übersinnlichem Vertrag mit den Geistern von Chartres standen, die mit ihnen gewissermaßen verabredet hatten: Wir steigen herunter, um im Aristotelismus die Erkenntnis weiter zu pflegen. Ihr bleibt oben. Wir werden auch auf Erden mit euch in Verbindung bleiben können. Auf Erden kann zunächst der Platonismus nicht gedeihen. Wir werden euch wiederfinden, wenn wir zurückkommen, und wenn vorbereitet werden soll diejenige Zeit, in welcher, nachdem die Erde die scholastische Entwickelung des Aristotelismus durchgemacht hat, die Spiritualität wiederum gemeinsam mit den Geistern von Chartres entwickelt werden kann.
[ 30 ] Es war von tief eingreifender Bedeutung zum Beispiel, als Alanus von Lille — so hat er geheißen während seines Erdendaseins — aus der geistigen Welt heruntersendete einen von ihm in der geistigen Welt wohlunterrichteten Schüler, um zwar gerade alle die Diskrepanzen, welche bestehen konnten zwischen dem Platonismus und dem Aristotelismus, auf die Erde herunterfluten zu lassen, aber so, daß aus dem scholastischen Prinzip der damaligen Zeit eine Harmonie entstehen konnte. Und so wurde insbesondere im 13. Jahrhundert dahin gewirkt, daß zusammenfließen konnte die Arbeit derjenigen, die etwa im Dominikanerkleide auf der Erde waren, und das Wirken derer, die drüben geblieben waren in der anderen Welt, da sie zunächst nicht Erdenleiber finden konnten, um ihre besondere Art von Geistigkeit auszuprägen, die nicht zum Aristotelismus hinkommen konnte.
[ 30 ] Es war von tief eingreifender Bedeutung zum Beispiel, als Alanus von Lille — so hat er geheißen während seines Erdendaseins — aus der geistigen Welt heruntersendete einen von ihm in der geistigen Welt wohlunterrichteten Schüler, um zwar gerade alle die Diskrepanzen, welche bestehen konnten zwischen dem Platonismus und dem Aristotelismus, auf die Erde herunterfluten zu lassen, aber so, daß aus dem scholastischen Prinzip der damaligen Zeit eine Harmonie entstehen konnte. Und so wurde insbesondere im 13. Jahrhundert dahin gewirkt, daß zusammenfließen konnte die Arbeit derjenigen, die etwa im Dominikanerkleide auf der Erde waren, und das Wirken derer, die drüben geblieben waren in der anderen Welt, da sie zunächst nicht Erdenleiber finden konnten, um ihre besondere Art von Geistigkeit auszuprägen, die nicht zum Aristotelismus hinkommen konnte.
[ 31 ] Und es entstand im 13. Jahrhundert eben ein wunderbares Zusammenwirken zwischen demjenigen, was auf der Erde geschah, und dem, was von oben her einfloß. Oftmals waren sich die Menschen, die auf Erden wirkten, dieses Zusammenwirkens gar nicht bewußt, um so mehr aber diejenigen, die drüben wirkten. Es war ein lebendiges Zusammenwirken. Man möchte sagen: das Mysterienprinzip war hinaufgestiegen in die Himmel und ließ seine Sonnenstrahlen herabfallen auf das, was auf Erden gewirkt hat.
[ 31 ] Und es entstand im 13. Jahrhundert eben ein wunderbares Zusammenwirken zwischen demjenigen, was auf der Erde geschah, und dem, was von oben her einfloß. Oftmals waren sich die Menschen, die auf Erden wirkten, dieses Zusammenwirkens gar nicht bewußt, um so mehr aber diejenigen, die drüben wirkten. Es war ein lebendiges Zusammenwirken. Man möchte sagen: das Mysterienprinzip war hinaufgestiegen in die Himmel und ließ seine Sonnenstrahlen herabfallen auf das, was auf Erden gewirkt hat.
[ 32 ] Es ging bis in Einzelheiten, und kann insbesondere an Einzelheiten verfolgt werden. Alanus von Lille, er hatte in seiner eigenen irdischen Entwickelung als Lehrer von Chartres nur so weit gehen können, daß er in einem bestimmten Lebensalter das Kleid der Zisterzienser angelegt hatte, Zisterzienserordenspriester wurde. Und in den Zisterzienserorden hatte sich noch das letzte an Ordensübungen in der damaligen Zeit hineingeflüchtet, um Platonismus, platonische Weltanschauung mit dem Christentum zusammen zu erwecken.
[ 32 ] Es ging bis in Einzelheiten, und kann insbesondere an Einzelheiten verfolgt werden. Alanus von Lille, er hatte in seiner eigenen irdischen Entwickelung als Lehrer von Chartres nur so weit gehen können, daß er in einem bestimmten Lebensalter das Kleid der Zisterzienser angelegt hatte, Zisterzienserordenspriester wurde. Und in den Zisterzienserorden hatte sich noch das letzte an Ordensübungen in der damaligen Zeit hineingeflüchtet, um Platonismus, platonische Weltanschauung mit dem Christentum zusammen zu erwecken.
[ 33 ] Die Art und Weise, wie er einen Schüler heruntergesendet hat, drückt sich darin aus, daß er diesen Schüler schickte, um durch den Dominikanerorden die Aufgabe, die auf den Aristotelismus übergehen sollte, weiter sich auswirken zu lassen. Der Übergang, der da war, drückte sich insbesondere äußerlich durch ein merkwürdiges Symptom aus: Jener, ich möchte sagen, überirdische Schüler des Alanus ab Insulis, er trug auf Erden zuerst das Zisterzienserkleid, vertauschte es aber später mit dem Dominikanerkleid.
[ 33 ] Die Art und Weise, wie er einen Schüler heruntergesendet hat, drückt sich darin aus, daß er diesen Schüler schickte, um durch den Dominikanerorden die Aufgabe, die auf den Aristotelismus übergehen sollte, weiter sich auswirken zu lassen. Der Übergang, der da war, drückte sich insbesondere äußerlich durch ein merkwürdiges Symptom aus: Jener, ich möchte sagen, überirdische Schüler des Alanus ab Insulis, er trug auf Erden zuerst das Zisterzienserkleid, vertauschte es aber später mit dem Dominikanerkleid.
[ 34 ] Da haben wir die Individualitäten, die auf eine übersinnlich-sinnliche Weise während des 13. Jahrhunderts und noch etwas ins 14. Jahrhundert hinein zusammenwirken: Maßgebende spätere Scholastiker und ihre Schüler, miteinander langverbundene Menschenseelen, diese aber auch verbunden wiederum mit den großen Geistern der Schule von Chartres.
[ 34 ] Da haben wir die Individualitäten, die auf eine übersinnlich-sinnliche Weise während des 13. Jahrhunderts und noch etwas ins 14. Jahrhundert hinein zusammenwirken: Maßgebende spätere Scholastiker und ihre Schüler, miteinander langverbundene Menschenseelen, diese aber auch verbunden wiederum mit den großen Geistern der Schule von Chartres.
[ 35 ] Da haben wir, ich möchte sagen, jenen großartigen, gewaltigen, weltgeschichtlichen Plan, der dahin ging, daß diejenigen, die nicht zum Aristotelismus auf die Erde haben heruntersteigen können, sich bewahrten in der geistigen Welt droben, um zu warten, bis die anderen dasjenige, in dem sie so innig mit den Zurückgebliebenen verbunden waren, auf der Erde weiterpflegen konnten unter dem Einfluß scharfer, vom Aristotelismus herrührender Begriffe und Ideen. Es war wirklich wie ein Herauf- und Heruntersprechen von der geistigen Welt zur irdischen, von der irdischen zur geistigen Welt hinauf in diesem 13. Jahrhundert.
[ 35 ] Da haben wir, ich möchte sagen, jenen großartigen, gewaltigen, weltgeschichtlichen Plan, der dahin ging, daß diejenigen, die nicht zum Aristotelismus auf die Erde haben heruntersteigen können, sich bewahrten in der geistigen Welt droben, um zu warten, bis die anderen dasjenige, in dem sie so innig mit den Zurückgebliebenen verbunden waren, auf der Erde weiterpflegen konnten unter dem Einfluß scharfer, vom Aristotelismus herrührender Begriffe und Ideen. Es war wirklich wie ein Herauf- und Heruntersprechen von der geistigen Welt zur irdischen, von der irdischen zur geistigen Welt hinauf in diesem 13. Jahrhundert.
[ 36 ] In diese geistige Atmosphäre hinein konnte ja auch nur das echte Rosenkreuzertum wirken.
[ 36 ] In diese geistige Atmosphäre hinein konnte ja auch nur das echte Rosenkreuzertum wirken.
[ 37 ] Und dann wurden, als diejenigen, die heruntergestiegen waren, um den Impuls des Aristotelismus zu geben, sozusagen ihre Aufgabe auf der Erde verrichtet hatten, auch sie hinaufgehoben in die geistige Welt, dann wurde in der geistigen Welt zusammengewirkt, ich möchte sagen, zwischen den Platonikern und Aristotelikern. Und um sie herum fanden sich nun jene Seelen, von denen ich gesprochen habe: die Seelen der beiden Gruppen, die ich angeführt habe.
[ 37 ] Und dann wurden, als diejenigen, die heruntergestiegen waren, um den Impuls des Aristotelismus zu geben, sozusagen ihre Aufgabe auf der Erde verrichtet hatten, auch sie hinaufgehoben in die geistige Welt, dann wurde in der geistigen Welt zusammengewirkt, ich möchte sagen, zwischen den Platonikern und Aristotelikern. Und um sie herum fanden sich nun jene Seelen, von denen ich gesprochen habe: die Seelen der beiden Gruppen, die ich angeführt habe.
[ 38 ] So daß wir in einer gewissen Weise in das Karma der anthroposophischen Bewegung einfließen haben eine weit ausgebreitete Schülerschaft von Chartres und ein Hineinleben in diese Schülerschaft von all denjenigen Seelen, die eben mitgenommen haben die eine oder die andere der beiden Strömungen, von denen ich in den letzten Tagen hier gesprochen habe — ein großer Kreis, denn viele leben in diesem Kreise, die heute noch nicht den Weg zur anthroposophischen Bewegung gefunden haben. Aber es ist schon so, daß in den mancherlei Erlebnissen sich dasjenige vorbereitet hat, was im anthroposophischen Felde heute ist.
[ 38 ] So daß wir in einer gewissen Weise in das Karma der anthroposophischen Bewegung einfließen haben eine weit ausgebreitete Schülerschaft von Chartres und ein Hineinleben in diese Schülerschaft von all denjenigen Seelen, die eben mitgenommen haben die eine oder die andere der beiden Strömungen, von denen ich in den letzten Tagen hier gesprochen habe — ein großer Kreis, denn viele leben in diesem Kreise, die heute noch nicht den Weg zur anthroposophischen Bewegung gefunden haben. Aber es ist schon so, daß in den mancherlei Erlebnissen sich dasjenige vorbereitet hat, was im anthroposophischen Felde heute ist.
[ 39 ] Es war zum Beispiel etwas Merkwürdiges über den Zisterzienserorden gekommen, als Alanus ab Insulis, Alanus von Lille, das Zisterzienserkleid angezogen hatte, Zisterzienserpriester geworden war mit seinem Platonismus. Das blieb im Grunde genommen, ich möchte sagen, am Zisterzienserorden haften. Und ich darf schon sagen — denn warum sollten in solchen Zusammenhängen, wie sie hier nun eröffnet werden müssen, nicht auch kleine persönliche Bemerkungen gemacht werden dürfen, die nun nicht gerade in den «Lebensgang» einfließen konnten —, ich muß schon sagen: Dasjenige, was mich manchen Zusammenhang nach dieser Richtung erkennen lehren sollte — andere Zusammenhänge haben sich eben aus ganz anderen Richtungen her ergeben —, war, daß ich eigentlich in meinem Leben bis zu meiner Weimarischen Zeit nicht loskommen konnte vom Anblicke des Zisterzienserordens, und doch wiederum in einer gewissen Weise fortwährend ferngehalten worden bin vom Zisterzienserorden. Ich wuchs sozusagen im Schatten des Zisterzienserordens auf, der wichtige Niederlassungen um Wiener Neustadt herum hat. Zisterzienserordenspriester waren diejenigen, die die meisten jungen Leute erzogen in der Gegend, in der ich aufgewachsen war. Das Zisterzienserordensgewand hatte ich fortwährend vor mir, die weiße Kutte, den weißen Habit mit der schwarzen Binde, wir nennen es Stola, um die Mitte. Und wäre ich veranlaßt gewesen, über solche Dinge in meinem «Lebensgang» zu sprechen, so würde ich gesagt haben: Alles, alles war eigentlich in meiner Kindheit darauf veranlagt, nicht jenen Bildungsgang durchzumachen, den ich durchgemacht habe, durch die Wiener Neustädter Realschule hindurch, sondern durch das Gymnasium. Das war aber dazumal noch ein Zisterzienser-Gymnasium. Und es waren die Kräfte merkwürdig, die mich zugleich anzogen und fernhielten.
[ 39 ] Es war zum Beispiel etwas Merkwürdiges über den Zisterzienserorden gekommen, als Alanus ab Insulis, Alanus von Lille, das Zisterzienserkleid angezogen hatte, Zisterzienserpriester geworden war mit seinem Platonismus. Das blieb im Grunde genommen, ich möchte sagen, am Zisterzienserorden haften. Und ich darf schon sagen — denn warum sollten in solchen Zusammenhängen, wie sie hier nun eröffnet werden müssen, nicht auch kleine persönliche Bemerkungen gemacht werden dürfen, die nun nicht gerade in den «Lebensgang» einfließen konnten —, ich muß schon sagen: Dasjenige, was mich manchen Zusammenhang nach dieser Richtung erkennen lehren sollte — andere Zusammenhänge haben sich eben aus ganz anderen Richtungen her ergeben —, war, daß ich eigentlich in meinem Leben bis zu meiner Weimarischen Zeit nicht loskommen konnte vom Anblicke des Zisterzienserordens, und doch wiederum in einer gewissen Weise fortwährend ferngehalten worden bin vom Zisterzienserorden. Ich wuchs sozusagen im Schatten des Zisterzienserordens auf, der wichtige Niederlassungen um Wiener Neustadt herum hat. Zisterzienserordenspriester waren diejenigen, die die meisten jungen Leute erzogen in der Gegend, in der ich aufgewachsen war. Das Zisterzienserordensgewand hatte ich fortwährend vor mir, die weiße Kutte, den weißen Habit mit der schwarzen Binde, wir nennen es Stola, um die Mitte. Und wäre ich veranlaßt gewesen, über solche Dinge in meinem «Lebensgang» zu sprechen, so würde ich gesagt haben: Alles, alles war eigentlich in meiner Kindheit darauf veranlagt, nicht jenen Bildungsgang durchzumachen, den ich durchgemacht habe, durch die Wiener Neustädter Realschule hindurch, sondern durch das Gymnasium. Das war aber dazumal noch ein Zisterzienser-Gymnasium. Und es waren die Kräfte merkwürdig, die mich zugleich anzogen und fernhielten.
[ 40 ] Und wiederum, der ganze Kreis von Mönchen, der an der Wiener Universität Theologie lehrte, der um Marie Eugenie delle Grazie herum war, bestand aus Zisterziensern. Die intimsten theologischen Gespräche, die intimsten Gespräche über Christologie hatte ich mit den Zisterziensern. Ich will das nur andeuten, weil es gewissermaßen koloriert den Hinblick gerade auf die Zeit des 12. Jahrhunderts, als die Blüte von Chartres hineinleuchtete in den Zisterzienserorden. Denn in der merkwürdigen Gelehrsamkeit der Zisterzienser, die so anziehend ist, lebte ja — allerdings auf korrumpierte Art — doch noch etwas fort von dem Zauber von Chartres. Wichtigstes über die mannigfaltigsten Dinge wurde von Zisterziensern, die ich gut kannte, erforscht. Und diejenigen Dinge waren mir die wichtigsten, wo ich sagen konnte: Es ist zwar unmöglich, daß etwa solche, die Schüler von Chartres waren, sich hier inkarniert hätten; aber es ergab sich schon dem Anblick, daß sich manche der Individualitäten, die zusammenhingen mit der Schule von Chartres — wenn ich es so nennen darf —, für kurze Zeiten inkorporierten in solchen Menschen, die das Zisterzienserordenskleid trugen.
[ 40 ] Und wiederum, der ganze Kreis von Mönchen, der an der Wiener Universität Theologie lehrte, der um Marie Eugenie delle Grazie herum war, bestand aus Zisterziensern. Die intimsten theologischen Gespräche, die intimsten Gespräche über Christologie hatte ich mit den Zisterziensern. Ich will das nur andeuten, weil es gewissermaßen koloriert den Hinblick gerade auf die Zeit des 12. Jahrhunderts, als die Blüte von Chartres hineinleuchtete in den Zisterzienserorden. Denn in der merkwürdigen Gelehrsamkeit der Zisterzienser, die so anziehend ist, lebte ja — allerdings auf korrumpierte Art — doch noch etwas fort von dem Zauber von Chartres. Wichtigstes über die mannigfaltigsten Dinge wurde von Zisterziensern, die ich gut kannte, erforscht. Und diejenigen Dinge waren mir die wichtigsten, wo ich sagen konnte: Es ist zwar unmöglich, daß etwa solche, die Schüler von Chartres waren, sich hier inkarniert hätten; aber es ergab sich schon dem Anblick, daß sich manche der Individualitäten, die zusammenhingen mit der Schule von Chartres — wenn ich es so nennen darf —, für kurze Zeiten inkorporierten in solchen Menschen, die das Zisterzienserordenskleid trugen.
[ 41 ] Ich möchte sagen, durch eine dünne Wand getrennt, wirkte das immer fort auf Erden, was im Übersinnlichen in der Art, wie ich es beschrieben habe, vorbereitet worden ist, und was dann zu der großen Vorbereitung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte. Und es war mir schon etwas höchst Merkwürdiges jenes Gespräch, das ich in meinem «Lebensgang» angeführt habe über die Wesenheit Christi, das ich mit einem Zisterzienserordenspriester, nicht im Hause, aber beim Weggehen von dem Hause von delle Grazie geführt habe, das tatsächlich geführt worden ist nicht vom heutigen dogmatisch-theologischen Standpunkte oder vom Standpunkte des Neo-Scholastizismus, sondern das geführt wurde mit aller Vertiefung in dasjenige, was einmal da war, mit aristotelischer Begriffskonturiertheit, aber auch mit platonischer Durchleuchtung.
[ 41 ] Ich möchte sagen, durch eine dünne Wand getrennt, wirkte das immer fort auf Erden, was im Übersinnlichen in der Art, wie ich es beschrieben habe, vorbereitet worden ist, und was dann zu der großen Vorbereitung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte. Und es war mir schon etwas höchst Merkwürdiges jenes Gespräch, das ich in meinem «Lebensgang» angeführt habe über die Wesenheit Christi, das ich mit einem Zisterzienserordenspriester, nicht im Hause, aber beim Weggehen von dem Hause von delle Grazie geführt habe, das tatsächlich geführt worden ist nicht vom heutigen dogmatisch-theologischen Standpunkte oder vom Standpunkte des Neo-Scholastizismus, sondern das geführt wurde mit aller Vertiefung in dasjenige, was einmal da war, mit aristotelischer Begriffskonturiertheit, aber auch mit platonischer Durchleuchtung.
[ 42 ] Was da entstehen sollte in Anthroposophie, es leuchtete schon, wenn auch auf eine geheimnisvolle Art, durch die Zeitereignisse hindurch, es leuchtete, wenn auch nicht durch die in die eine oder in die andere konfessionelle oder soziale Strömung eingespannte Menschenseele, wohl aber durch dasjenige hindurch, womit diese Menschenseele als mit den großen geistigen Strömungen, die auf der Erde wirken, zusammenhängt. Und man konnte schon sehen, wie in mancherlei von dem, was da wirkte auf den verschiedensten Gebieten in einzelnen Menschen, von dem Eintritt des Michael-Zeitalters ab bis zum Ablauf des Kali Yugas, der Geist der Zeit so sprach, daß dieses Sprechen ein Herbeirufen der anthroposophischen Offenbarungen war. Man konnte heraufkommen sehen in lebendiger Art diese Anthroposophie wie ein Wesen, das geboren werden mußte, das aber wie in einem Mutterschoße ruhte in demjenigen, was aus den ersten christlichen Jahrhunderten herein auf Erden die Schule von Chartres vorbereitet hatte und was dann seine Fortpflanzung gefunden hat im Übersinnlichen und im Zusammenwirken mit dem, was auf Erden fortwirkte in der aristotelisch gefärbten Verteidigung des Christentums.
[ 42 ] Was da entstehen sollte in Anthroposophie, es leuchtete schon, wenn auch auf eine geheimnisvolle Art, durch die Zeitereignisse hindurch, es leuchtete, wenn auch nicht durch die in die eine oder in die andere konfessionelle oder soziale Strömung eingespannte Menschenseele, wohl aber durch dasjenige hindurch, womit diese Menschenseele als mit den großen geistigen Strömungen, die auf der Erde wirken, zusammenhängt. Und man konnte schon sehen, wie in mancherlei von dem, was da wirkte auf den verschiedensten Gebieten in einzelnen Menschen, von dem Eintritt des Michael-Zeitalters ab bis zum Ablauf des Kali Yugas, der Geist der Zeit so sprach, daß dieses Sprechen ein Herbeirufen der anthroposophischen Offenbarungen war. Man konnte heraufkommen sehen in lebendiger Art diese Anthroposophie wie ein Wesen, das geboren werden mußte, das aber wie in einem Mutterschoße ruhte in demjenigen, was aus den ersten christlichen Jahrhunderten herein auf Erden die Schule von Chartres vorbereitet hatte und was dann seine Fortpflanzung gefunden hat im Übersinnlichen und im Zusammenwirken mit dem, was auf Erden fortwirkte in der aristotelisch gefärbten Verteidigung des Christentums.
[ 43 ] Dann entstand ja aus jenen Impulsen heraus, die wir in dem Werke des Alanus von Lille «Contra Haereticos» finden, so etwas wie die «Summa fidei catholicae contra gentiles» des Thomas von Aguino. Und so entstand dann jener Zug der Zeit, den wir aus all den Bildern ersehen, wo die dominikanischen Kirchenlehrer mit Füßen treten auf Averroes, Avizenna und andere, womit die lebendige Verteidigung des spirituellen Christentums, aber zu gleicher Zeit der Übergang in das Intellektualistische gekennzeichnet ist.
[ 43 ] Dann entstand ja aus jenen Impulsen heraus, die wir in dem Werke des Alanus von Lille «Contra Haereticos» finden, so etwas wie die «Summa fidei catholicae contra gentiles» des Thomas von Aguino. Und so entstand dann jener Zug der Zeit, den wir aus all den Bildern ersehen, wo die dominikanischen Kirchenlehrer mit Füßen treten auf Averroes, Avizenna und andere, womit die lebendige Verteidigung des spirituellen Christentums, aber zu gleicher Zeit der Übergang in das Intellektualistische gekennzeichnet ist.
[ 44 ] Ich vermag nicht, meine lieben Freunde, in einer theoretisierenden Art etwas darzustellen, was eine Tatsachenwelt ist, denn durch jede theoretisierende Art würden die Dinge verblaßt, unintensiv gemacht. Tatsachen wollte ich vor Ihre Seele hinstellen, aus denen Sie empfinden sollen, worauf die Blicke fallen, wenn man hinschauen will auf diejenigen Seelen, die vor ihrem jetzigen irdischen Dasein ein geistiges Dasein zwischen Tod und neuer Geburt so durchgemacht hatten, daß sie auf der Erde die Sehnsucht bekamen nach Anthroposophie.
[ 44 ] Ich vermag nicht, meine lieben Freunde, in einer theoretisierenden Art etwas darzustellen, was eine Tatsachenwelt ist, denn durch jede theoretisierende Art würden die Dinge verblaßt, unintensiv gemacht. Tatsachen wollte ich vor Ihre Seele hinstellen, aus denen Sie empfinden sollen, worauf die Blicke fallen, wenn man hinschauen will auf diejenigen Seelen, die vor ihrem jetzigen irdischen Dasein ein geistiges Dasein zwischen Tod und neuer Geburt so durchgemacht hatten, daß sie auf der Erde die Sehnsucht bekamen nach Anthroposophie.
[ 45 ] Es wirken die entgegengesetztesten Anschauungen zusammen in der Welt, um ein Ganzes zu geben. Und jetzt wirken diejenigen Seelen, welche im 12. Jahrhundert gearbeitet haben in der großen Schule von Chartres, und jene, die mit ihnen verbunden waren durch eine der größten Geistgemeinschaften, aber in der übersinnlichen Welt im Beginne des 13. Jahrhunderts — die Geister von Chartres wirken jetzt mit denen zusammen, die mit ihnen verbunden dann den Aristotelismus gepflegt haben, gleichgültig ob die einen hier auf Erden wirken, die anderen noch nicht auf die Erde herunter können, ein neues spirituelles Zeitalter für die Erdenentwickelung intendierend. Jetzt gilt es ihnen, die Seelen zu sammeln, die seit lange mit ihnen verbunden sind, die Seelen zu sammeln, mit denen ein spirituelles Zeitalter begründet werden kann, um in verhältnismäßig kurzer Zeit auf irgendeine Weise innerhalb der sonst zugrunde gehenden Zivilisation die Möglichkeit herbeizuführen, daß zusammenwirken in Erdeninkarnationen die Geister von Chartres aus dem 12. Jahrhundert und die mit ihnen verbundenen Geister aus dem 13. Jahrhundert, damit sie im Erdendasein zusammenarbeiten können, zusammenwirken können, um die Spiritualität innerhalb der sonst in den Verfall, in den Untergang hineinsegelnden Zivilisation neu zu pflegen.
[ 45 ] Es wirken die entgegengesetztesten Anschauungen zusammen in der Welt, um ein Ganzes zu geben. Und jetzt wirken diejenigen Seelen, welche im 12. Jahrhundert gearbeitet haben in der großen Schule von Chartres, und jene, die mit ihnen verbunden waren durch eine der größten Geistgemeinschaften, aber in der übersinnlichen Welt im Beginne des 13. Jahrhunderts — die Geister von Chartres wirken jetzt mit denen zusammen, die mit ihnen verbunden dann den Aristotelismus gepflegt haben, gleichgültig ob die einen hier auf Erden wirken, die anderen noch nicht auf die Erde herunter können, ein neues spirituelles Zeitalter für die Erdenentwickelung intendierend. Jetzt gilt es ihnen, die Seelen zu sammeln, die seit lange mit ihnen verbunden sind, die Seelen zu sammeln, mit denen ein spirituelles Zeitalter begründet werden kann, um in verhältnismäßig kurzer Zeit auf irgendeine Weise innerhalb der sonst zugrunde gehenden Zivilisation die Möglichkeit herbeizuführen, daß zusammenwirken in Erdeninkarnationen die Geister von Chartres aus dem 12. Jahrhundert und die mit ihnen verbundenen Geister aus dem 13. Jahrhundert, damit sie im Erdendasein zusammenarbeiten können, zusammenwirken können, um die Spiritualität innerhalb der sonst in den Verfall, in den Untergang hineinsegelnden Zivilisation neu zu pflegen.
[ 46 ] Absichten, die sozusagen gepflegt werden heute — nicht auf der Erde also, sondern zwischen Himmel und Erde, möchte ich sagen —, Absichten habe ich Ihnen damit charakterisieren wollen. Vertiefen Sie sich in das, was in diesen Absichten liegt, und Sie werden auf Ihre Seele wirksam haben den Hintergrund dessen, was im Vordergrunde haben muß das Zusammenströmen von Menschenseelen in der anthroposophischen Bewegung.
[ 46 ] Absichten, die sozusagen gepflegt werden heute — nicht auf der Erde also, sondern zwischen Himmel und Erde, möchte ich sagen —, Absichten habe ich Ihnen damit charakterisieren wollen. Vertiefen Sie sich in das, was in diesen Absichten liegt, und Sie werden auf Ihre Seele wirksam haben den Hintergrund dessen, was im Vordergrunde haben muß das Zusammenströmen von Menschenseelen in der anthroposophischen Bewegung.
