Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume IV
GA 238
10 September 1924, Dornach
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Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge
Dritter Vortrag
Dritter Vortrag
[ 1 ] Der Verlauf der Menschheitsgeschichte und unseres eigenen Lebens wird nur zum geringsten Teile begriffen, wenn wir ihn nach seiner Außenseite betrachten, nach jener Außenseite, die wir überblicken, wenn wir zuhilfe nehmen, was sich abspielt im Ausblicke von unserem Erdenleben zwischen Geburt und Tod. Und unmöglich ist es, die inneren Motive von Geschichte und Leben zu überschauen, wenn der Blick nicht auf dasjenige hingewendet wird, was als der geistige Hintergrund dem äußeren physischen Geschehen zugrunde liegt. Man stellt ja die Weltgeschichte dar und in dieser Weltgeschichte auch die Ereignisse, welche sich in der physischen Welt abspielen, und sagt wohl, diese Weltgeschichte stellt Ursachen und Wirkungen hin. Man geht an die Ereignisse im zweiten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts heran, stellt sie als Wirkungen der Ereignisse des ersten Jahrzehntes dar und so weiter. Aber wie viel Illusion ist da möglich! Es ist so, wie wenn wir etwa ein fortlaufendes Wasser sehen würden, das Wellen aufwirft, und wir jede Welle nur als die Folge der vorhergehenden ansehen würden; während von unten herauf die Kräfte dringen, welche die Wellen aufwerfen. So ist es: Dasjenige, was an irgendeiner Stelle des geschichtlichen Werdens oder des menschlichen Lebens überhaupt geschieht, das wird aus der geistigen Welt heraus gestaltet, und nur zum geringsten Teile können wir in bezug auf dieses Geschehen von Ursachen und Wirkungen sprechen.
[ 1 ] Der Verlauf der Menschheitsgeschichte und unseres eigenen Lebens wird nur zum geringsten Teile begriffen, wenn wir ihn nach seiner Außenseite betrachten, nach jener Außenseite, die wir überblicken, wenn wir zuhilfe nehmen, was sich abspielt im Ausblicke von unserem Erdenleben zwischen Geburt und Tod. Und unmöglich ist es, die inneren Motive von Geschichte und Leben zu überschauen, wenn der Blick nicht auf dasjenige hingewendet wird, was als der geistige Hintergrund dem äußeren physischen Geschehen zugrunde liegt. Man stellt ja die Weltgeschichte dar und in dieser Weltgeschichte auch die Ereignisse, welche sich in der physischen Welt abspielen, und sagt wohl, diese Weltgeschichte stellt Ursachen und Wirkungen hin. Man geht an die Ereignisse im zweiten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts heran, stellt sie als Wirkungen der Ereignisse des ersten Jahrzehntes dar und so weiter. Aber wie viel Illusion ist da möglich! Es ist so, wie wenn wir etwa ein fortlaufendes Wasser sehen würden, das Wellen aufwirft, und wir jede Welle nur als die Folge der vorhergehenden ansehen würden; während von unten herauf die Kräfte dringen, welche die Wellen aufwerfen. So ist es: Dasjenige, was an irgendeiner Stelle des geschichtlichen Werdens oder des menschlichen Lebens überhaupt geschieht, das wird aus der geistigen Welt heraus gestaltet, und nur zum geringsten Teile können wir in bezug auf dieses Geschehen von Ursachen und Wirkungen sprechen.
[ 2 ] Ich möchte Ihnen nun an einigen fortlaufenden Beispielen zeigen, wie man, um ein wirkliches Bild von dem zu bekommen, was dem Geschehen zugrunde liegt, die geistigen Ereignisse in dieses Geschehen hereinbeziehen muß. Die gegenwärtige Zeit hängt ja in geistiger Beziehung mit dem zusammen, was man im geistigen Leben die Michael-Herrschaft nennen kann. Diese Michael-Herrschaft aber ist wiederum mit demjenigen verbunden, was im tiefsten Sinne auch die anthroposophische Bewegung will, namentlich mit dem, was sie soll. So daß mit den Ereignissen, von denen ich sprechen werde, auch das Schicksal, das Karma, wie sich uns das nächste Mal herausstellen wird, der Anthroposophischen Gesellschaft und damit das Karma der weitaus meisten Einzelpersönlichkeiten zusammenhängt, welche in dieser Anthroposophischen Gesellschaft sich finden. Einzelnes von dem, was ich heute abend berühren werde, ist vielen von Ihnen aus vorigen Vorträgen schon bekannt. Allein ich möchte heute Bekanntes mit weniger Bekanntem von einem gewissen Gesichtspunkte aus betrachten.
[ 2 ] Ich möchte Ihnen nun an einigen fortlaufenden Beispielen zeigen, wie man, um ein wirkliches Bild von dem zu bekommen, was dem Geschehen zugrunde liegt, die geistigen Ereignisse in dieses Geschehen hereinbeziehen muß. Die gegenwärtige Zeit hängt ja in geistiger Beziehung mit dem zusammen, was man im geistigen Leben die Michael-Herrschaft nennen kann. Diese Michael-Herrschaft aber ist wiederum mit demjenigen verbunden, was im tiefsten Sinne auch die anthroposophische Bewegung will, namentlich mit dem, was sie soll. So daß mit den Ereignissen, von denen ich sprechen werde, auch das Schicksal, das Karma, wie sich uns das nächste Mal herausstellen wird, der Anthroposophischen Gesellschaft und damit das Karma der weitaus meisten Einzelpersönlichkeiten zusammenhängt, welche in dieser Anthroposophischen Gesellschaft sich finden. Einzelnes von dem, was ich heute abend berühren werde, ist vielen von Ihnen aus vorigen Vorträgen schon bekannt. Allein ich möchte heute Bekanntes mit weniger Bekanntem von einem gewissen Gesichtspunkte aus betrachten.
[ 3 ] Wir sehen, meine lieben Freunde, wie seit dem Mysterium von Golgatha eine fortlaufende christliche Entwickelung durch die gebildete Welt geht. Und es ist ja öfter auch von mir in früheren Zeiten dargestellt worden, welchen Sinn diese christliche Entwickelung in den aufeinanderfolgenden Jahrhunderten angenommen hat. Aber es ist ja nicht zu leugnen, daß in diese christliche Entwickelung manches andere hereingespielt hat. Denn wäre das nicht der Fall, so könnte nicht unsere heutige Zeitbildung von jenem starken Materialismus durchsetzt sein, von dem sie durchsetzt ist.
[ 3 ] Wir sehen, meine lieben Freunde, wie seit dem Mysterium von Golgatha eine fortlaufende christliche Entwickelung durch die gebildete Welt geht. Und es ist ja öfter auch von mir in früheren Zeiten dargestellt worden, welchen Sinn diese christliche Entwickelung in den aufeinanderfolgenden Jahrhunderten angenommen hat. Aber es ist ja nicht zu leugnen, daß in diese christliche Entwickelung manches andere hereingespielt hat. Denn wäre das nicht der Fall, so könnte nicht unsere heutige Zeitbildung von jenem starken Materialismus durchsetzt sein, von dem sie durchsetzt ist.
[ 4 ] Es ist zwar nicht zu leugnen, daß zu diesem Materialismus gerade die christlichen Bekenntnisse starke Beiträge geliefert haben, aber nicht eigentlich aus den christlichen Impulsen heraus, sondern aus anderen Impulsen heraus, die eben von anderer Seite in die christliche Entwickelung hereingeflossen sind.
[ 4 ] Es ist zwar nicht zu leugnen, daß zu diesem Materialismus gerade die christlichen Bekenntnisse starke Beiträge geliefert haben, aber nicht eigentlich aus den christlichen Impulsen heraus, sondern aus anderen Impulsen heraus, die eben von anderer Seite in die christliche Entwickelung hereingeflossen sind.
[ 5 ] Wir sehen, wie im Abendlande — nehmen wir eine gewisse Zeit heraus, das achte, den Beginn des neunten Jahrhunderts —, wir sehen, wie da in einer Weise, mit der wir vielleicht nicht immer einverstanden sein können von unseren heutigen humanitären Begriffen aus, durch solch eine Persönlichkeit wie Karl den Großen das Christentum überall hingetragen wird unter die damals in Europa lebenden, noch nicht christlichen Menschen. Unter diesen nichtchristlichen Menschen sind aber diejenigen ganz besonders bemerkenswert, welche von jenen Zügen beeinflußt worden sind, die von Asien durch Nordafrika nach Europa herüberkamen und die vom Arabismus, vom Mohammedanertum ausgehen. Wir müssen dabei das Mohammedanertum im weiteren Sinne des Wortes fassen.
[ 5 ] Wir sehen, wie im Abendlande — nehmen wir eine gewisse Zeit heraus, das achte, den Beginn des neunten Jahrhunderts —, wir sehen, wie da in einer Weise, mit der wir vielleicht nicht immer einverstanden sein können von unseren heutigen humanitären Begriffen aus, durch solch eine Persönlichkeit wie Karl den Großen das Christentum überall hingetragen wird unter die damals in Europa lebenden, noch nicht christlichen Menschen. Unter diesen nichtchristlichen Menschen sind aber diejenigen ganz besonders bemerkenswert, welche von jenen Zügen beeinflußt worden sind, die von Asien durch Nordafrika nach Europa herüberkamen und die vom Arabismus, vom Mohammedanertum ausgehen. Wir müssen dabei das Mohammedanertum im weiteren Sinne des Wortes fassen.
[ 6 ] Ein halbes Jahrtausend und mehr nach dem Mysterium von Golgatha sehen wir entstehen aus dem Arabismus heraus alle alten Weltanschauungselemente des Arabismus im Mohammedanertum, vieles, was damit zusammenhängt, vieles namentlich von einer reichen, aber in einer unchristlichen Art gestalteten Gelehrsamkeit, sehen diese Gelehrsamkeit mit durchstoßenden Kriegszügen von Asien herüber durch Nordafrika nach dem Westen und Süden Europas sich verbreiten. Wir sehen allmählich diesen Strom versiegen für die mehr äußerliche Welt, aber er versiegt nicht im Innern der Entwickelung des geistigen Lebens. Als die mehr äußerliche Art, den Arabismus nach Europa auszubreiten, schon versiegte, sehen wir — und hier kommt einer der Fälle, wo wir nun von der äußeren Geschichte nach dem spirituellen Hintergrunde zu sehen haben —, wie auf eine innerliche Art der Arabismus sich ausbreitet. Und ich habe Ihnen ja gesagt bei der letzten Karmabetrachtung, die ich hier angestellt habe, daß, wenn wir die aufeinanderfolgenden Erdenleben von einzelnen Menschen betrachten, wir nicht aus dem Äußerlichen, aus der äußerlichen Attitüde irgendwelche Schlüsse ziehen können darauf, wie ein früheres Erdenleben gestaltet war, denn es kommt auf viel innerlichere Impulse an. So kommt es auch bei den historischen Persönlichkeiten auf viel innerlichere Impulse an. Und wir sehen die Ergebnisse früherer Kulturepochen in spätere von Persönlichkeiten getragen, von den Menschen selber hinübergetragen, aber wir sehen sie bei diesem Hinübertragen auch verändert, so daß wir sie in der neuen Form, in der sie eine Persönlichkeit austrägt in einer neuen Inkarnation, nicht ohne weiteres durch die Betrachtung des Äußeren wiedererkennen können. Und so wollen wir denn eine solche innere Strömung ins Auge fassen.
[ 6 ] Ein halbes Jahrtausend und mehr nach dem Mysterium von Golgatha sehen wir entstehen aus dem Arabismus heraus alle alten Weltanschauungselemente des Arabismus im Mohammedanertum, vieles, was damit zusammenhängt, vieles namentlich von einer reichen, aber in einer unchristlichen Art gestalteten Gelehrsamkeit, sehen diese Gelehrsamkeit mit durchstoßenden Kriegszügen von Asien herüber durch Nordafrika nach dem Westen und Süden Europas sich verbreiten. Wir sehen allmählich diesen Strom versiegen für die mehr äußerliche Welt, aber er versiegt nicht im Innern der Entwickelung des geistigen Lebens. Als die mehr äußerliche Art, den Arabismus nach Europa auszubreiten, schon versiegte, sehen wir — und hier kommt einer der Fälle, wo wir nun von der äußeren Geschichte nach dem spirituellen Hintergrunde zu sehen haben —, wie auf eine innerliche Art der Arabismus sich ausbreitet. Und ich habe Ihnen ja gesagt bei der letzten Karmabetrachtung, die ich hier angestellt habe, daß, wenn wir die aufeinanderfolgenden Erdenleben von einzelnen Menschen betrachten, wir nicht aus dem Äußerlichen, aus der äußerlichen Attitüde irgendwelche Schlüsse ziehen können darauf, wie ein früheres Erdenleben gestaltet war, denn es kommt auf viel innerlichere Impulse an. So kommt es auch bei den historischen Persönlichkeiten auf viel innerlichere Impulse an. Und wir sehen die Ergebnisse früherer Kulturepochen in spätere von Persönlichkeiten getragen, von den Menschen selber hinübergetragen, aber wir sehen sie bei diesem Hinübertragen auch verändert, so daß wir sie in der neuen Form, in der sie eine Persönlichkeit austrägt in einer neuen Inkarnation, nicht ohne weiteres durch die Betrachtung des Äußeren wiedererkennen können. Und so wollen wir denn eine solche innere Strömung ins Auge fassen.
[ 7 ] In derselben Zeit, in der Karl der Große — man möchte sagen, auf eine etwas primitive Art mit der damaligen europäischen primitiven Bildung verknüpft — das Christentum ausbreitete, lebte drüben im Orient eine Persönlichkeit, die eigentlich gegenüber Karl dem Großen auf einer viel bedeutenderen Höhe stand, Harzn al Raschid. Harun al Raschid versammelte an seinem Hofe in Vorderasien die bedeutendsten geistigen Größen seiner Zeit. Und es war ein glänzender, ja auch von Karl dem Großen vielfach verehrter Hof, dieser Hof des Harun al Raschid. Wir sehen die Architektur, Dichtkunst, Astronomie, Geographie, Historie, Menschenkunde, alles in glänzendster Weise durch die glänzendsten Persönlichkeiten vertreten, zum Teil durch Persönlichkeiten, welche noch viel in sich trugen von Erkenntnissen alter Initiationswissenschaft.
[ 7 ] In derselben Zeit, in der Karl der Große — man möchte sagen, auf eine etwas primitive Art mit der damaligen europäischen primitiven Bildung verknüpft — das Christentum ausbreitete, lebte drüben im Orient eine Persönlichkeit, die eigentlich gegenüber Karl dem Großen auf einer viel bedeutenderen Höhe stand, Harzn al Raschid. Harun al Raschid versammelte an seinem Hofe in Vorderasien die bedeutendsten geistigen Größen seiner Zeit. Und es war ein glänzender, ja auch von Karl dem Großen vielfach verehrter Hof, dieser Hof des Harun al Raschid. Wir sehen die Architektur, Dichtkunst, Astronomie, Geographie, Historie, Menschenkunde, alles in glänzendster Weise durch die glänzendsten Persönlichkeiten vertreten, zum Teil durch Persönlichkeiten, welche noch viel in sich trugen von Erkenntnissen alter Initiationswissenschaft.
[ 8 ] Insbesondere sehen wir beigesellt dem Harun al Raschid, der selber ein organisatorischer Geist im großen Stile war, der aus seinem Hofe geradezu, ich möchte sagen, eine Universal-Akademie zu gestalten vermochte, wo in einem großen organischen Ganzen die einzelnen Glieder dessen, was man dazumal im Orient an Kunst und Wissenschaft hatte, zusammenwirkten, wir sehen dem Harun al Raschid beigesellt eine andere Persönlichkeit, eine Persönlichkeit, die geradezu die Elemente alter Einweihung in sich trug.
[ 8 ] Insbesondere sehen wir beigesellt dem Harun al Raschid, der selber ein organisatorischer Geist im großen Stile war, der aus seinem Hofe geradezu, ich möchte sagen, eine Universal-Akademie zu gestalten vermochte, wo in einem großen organischen Ganzen die einzelnen Glieder dessen, was man dazumal im Orient an Kunst und Wissenschaft hatte, zusammenwirkten, wir sehen dem Harun al Raschid beigesellt eine andere Persönlichkeit, eine Persönlichkeit, die geradezu die Elemente alter Einweihung in sich trug.
[ 9 ] Es ist ja nicht so, daß ein Mensch, der in früherer Inkarnation ein Eingeweihter war, wiederum als Eingeweihter in einer späteren Inkarnation erscheinen muß. Sie können ja, meine lieben Freunde, die Frage aufwerfen, die im Anschlusse an manches in diesen Vorträgen Behauptete aufzuwerfen ist: Ja, es soll doch alte Eingeweihte gegeben haben, wo sind denn die hingekommen? Haben die sich nicht wieder verkörpert? Wo sind sie heute? Wo waren sie in den letzten Jahrhunderten? — Nun, sie waren schon da, aber man muß eben in Erwägung ziehen, daß derjenige, der in einer früheren Inkarnation ein Initiierter war, in einer neuen Inkarnation vor allen Dingen für sich die äußere Körperlichkeit benutzen muß, die eben das Zeitalter geben kann. Die neuere menschliche Entwickelung gibt nicht Körper, die so innerlich schmiegsam, biegsam und weich sind, daß unmittelbar dasjenige in sie eintreten kann, was in einer früheren Inkarnation in der Individualität lebte. Und so bekommen dann die Initiaten andere Aufgaben, in denen schon unbewußt in der Stoßkraft der Impulse dasjenige wirkt, was früher während ihrer Initiation da war, was aber nicht in der Form des Initiationswirkens auftritt.
[ 9 ] Es ist ja nicht so, daß ein Mensch, der in früherer Inkarnation ein Eingeweihter war, wiederum als Eingeweihter in einer späteren Inkarnation erscheinen muß. Sie können ja, meine lieben Freunde, die Frage aufwerfen, die im Anschlusse an manches in diesen Vorträgen Behauptete aufzuwerfen ist: Ja, es soll doch alte Eingeweihte gegeben haben, wo sind denn die hingekommen? Haben die sich nicht wieder verkörpert? Wo sind sie heute? Wo waren sie in den letzten Jahrhunderten? — Nun, sie waren schon da, aber man muß eben in Erwägung ziehen, daß derjenige, der in einer früheren Inkarnation ein Initiierter war, in einer neuen Inkarnation vor allen Dingen für sich die äußere Körperlichkeit benutzen muß, die eben das Zeitalter geben kann. Die neuere menschliche Entwickelung gibt nicht Körper, die so innerlich schmiegsam, biegsam und weich sind, daß unmittelbar dasjenige in sie eintreten kann, was in einer früheren Inkarnation in der Individualität lebte. Und so bekommen dann die Initiaten andere Aufgaben, in denen schon unbewußt in der Stoßkraft der Impulse dasjenige wirkt, was früher während ihrer Initiation da war, was aber nicht in der Form des Initiationswirkens auftritt.
[ 10 ] So lebte am Hofe Harun al Raschids als ein zweiter Organisator, der auch ein Besitzer außerordentlich tiefer Einsicht war — nur nicht gerade in der damaligen Inkarnation der Initiaten-Einsicht — ein Ratgeber, der die größtdenkbaren Dienste dem Harun al Raschid leistete.
[ 10 ] So lebte am Hofe Harun al Raschids als ein zweiter Organisator, der auch ein Besitzer außerordentlich tiefer Einsicht war — nur nicht gerade in der damaligen Inkarnation der Initiaten-Einsicht — ein Ratgeber, der die größtdenkbaren Dienste dem Harun al Raschid leistete.
[ 11 ] Diese beiden Persönlichkeiten, Harun al Raschid und sein Ratgeber, sie gingen durch die Pforte des Todes. Und sie sahen gewissermaßen, nachdem sie drüben im geistigen Reiche angekommen waren, noch die letzten Phasen der Ausbreitung des Arabismus auf der einen Seite über Afrika nach Spanien hinüber, weit nach Europa herein, auf der andern Seite aber auch nach Mitteleuropa herein. Sie waren stärkste Kräfte, die beiden, und Harun al Raschid hatte manches getan während seines Lebens, um in der physischen Welt zur Ausbreitung des Arabismus beizutragen.
[ 11 ] Diese beiden Persönlichkeiten, Harun al Raschid und sein Ratgeber, sie gingen durch die Pforte des Todes. Und sie sahen gewissermaßen, nachdem sie drüben im geistigen Reiche angekommen waren, noch die letzten Phasen der Ausbreitung des Arabismus auf der einen Seite über Afrika nach Spanien hinüber, weit nach Europa herein, auf der andern Seite aber auch nach Mitteleuropa herein. Sie waren stärkste Kräfte, die beiden, und Harun al Raschid hatte manches getan während seines Lebens, um in der physischen Welt zur Ausbreitung des Arabismus beizutragen.
[ 12 ] Dieser Arabismus hat ja eine besondere Gestalt am Hofe Harun al Raschids bekommen: die Gestalt, die nun eben hervorgegangen war aus mancherlei anderen Gestaltungen, welche Erkennen und Kunst drüben in Asien seit langer Zeit hatten. Die letzte große Entwickelungswelle nach Asien hinüber war ja von dem vorigen Michael-Zeitalter als dasjenige ausgegangen, was griechisches Geistesleben, griechische Spiritualität, griechischer künstlerischer Sinn bedeutete und was zusammengefaßt wurde durch die Gemeinschaft von Aristoteles und Alexander dem Großen und als die Blüte des griechischen Geisteslebens, in einer ungemein energischen, aber auch für Geistverbreitung vorbildlichen Art durch die Eroberungszüge Alexanders des Großen nach Asien, nach Afrika hinübergetragen wurde, durchsetzt mit der Gesinnung, die sich wissenschaftlich ausprägte im Aristotelismus in Vorderasien und Afrika. Und damit wurde überhaupt der Arabismus und der Orientalismus gesinnungsgemäß ausgestaltet mit jenen Impulsen, welche das Griechentum des Aristoteles angenommen hatte und die dann durch Alexanders Eroberungen und Gründungen eine so glänzende Verbreitung gefunden haben.
[ 12 ] Dieser Arabismus hat ja eine besondere Gestalt am Hofe Harun al Raschids bekommen: die Gestalt, die nun eben hervorgegangen war aus mancherlei anderen Gestaltungen, welche Erkennen und Kunst drüben in Asien seit langer Zeit hatten. Die letzte große Entwickelungswelle nach Asien hinüber war ja von dem vorigen Michael-Zeitalter als dasjenige ausgegangen, was griechisches Geistesleben, griechische Spiritualität, griechischer künstlerischer Sinn bedeutete und was zusammengefaßt wurde durch die Gemeinschaft von Aristoteles und Alexander dem Großen und als die Blüte des griechischen Geisteslebens, in einer ungemein energischen, aber auch für Geistverbreitung vorbildlichen Art durch die Eroberungszüge Alexanders des Großen nach Asien, nach Afrika hinübergetragen wurde, durchsetzt mit der Gesinnung, die sich wissenschaftlich ausprägte im Aristotelismus in Vorderasien und Afrika. Und damit wurde überhaupt der Arabismus und der Orientalismus gesinnungsgemäß ausgestaltet mit jenen Impulsen, welche das Griechentum des Aristoteles angenommen hatte und die dann durch Alexanders Eroberungen und Gründungen eine so glänzende Verbreitung gefunden haben.
[ 13 ] Wenn wir da ein paar Jahrhunderte vor das Mysterium von Golgatha zurücksehen, bis zu den Alexanderzügen, bis zu der Verbreitung jener Weisheitsgüter, die ich eben angedeutet habe, durch Alexander den Großen, so sehen wir die ganzen Jahrhunderte hindurch bis zu Harun al Raschid, der dann im achten nachchristlichen Jahrhundert lebte, drüben in Asien die Gesinnung, die Aufnahmefähigkeit für griechisches Geistesleben in der aristotelischen Gestalt. Aber es hatte eigentümliche Formen angenommen. Obzwar das alles geistvoll, großartig eindringlich, von dem Arabismus durchdrungen am Hofe Harun al Raschids lebte, obzwar es gepflegt wurde von Harun al Raschid, von seinem Ratgeber, von den anderen, die da waren, sogar durchsetzt wurde von alter orientalischer Initiatenweisheit, so war das, was an Aristotelismus am Hofe Harun al Raschids lebte, doch nicht das Echte, was etwa zwischen Aristoteles und Alexander gepflegt worden ist. Es hatte Formen angenommen, die sich wenig um das Christentum kümmern wollten.
[ 13 ] Wenn wir da ein paar Jahrhunderte vor das Mysterium von Golgatha zurücksehen, bis zu den Alexanderzügen, bis zu der Verbreitung jener Weisheitsgüter, die ich eben angedeutet habe, durch Alexander den Großen, so sehen wir die ganzen Jahrhunderte hindurch bis zu Harun al Raschid, der dann im achten nachchristlichen Jahrhundert lebte, drüben in Asien die Gesinnung, die Aufnahmefähigkeit für griechisches Geistesleben in der aristotelischen Gestalt. Aber es hatte eigentümliche Formen angenommen. Obzwar das alles geistvoll, großartig eindringlich, von dem Arabismus durchdrungen am Hofe Harun al Raschids lebte, obzwar es gepflegt wurde von Harun al Raschid, von seinem Ratgeber, von den anderen, die da waren, sogar durchsetzt wurde von alter orientalischer Initiatenweisheit, so war das, was an Aristotelismus am Hofe Harun al Raschids lebte, doch nicht das Echte, was etwa zwischen Aristoteles und Alexander gepflegt worden ist. Es hatte Formen angenommen, die sich wenig um das Christentum kümmern wollten.
[ 14 ] Und so haben wir da drüben, glänzend gepflegt namentlich unter der Ägide Harun al Raschids und seines Ratgebers, einen Aristotelismus, ein Alexandertum, der einen dem Christentum abträglichen Pol darstellt, der eine Geistgestalt, namentlich eine Art von Pantheismus, angenommen hat, die sich mit dem Christentum niemals vereinigen wollte, durch ihre innere Essenz sich nicht mit dem Christentum vereinigen konnte.
[ 14 ] Und so haben wir da drüben, glänzend gepflegt namentlich unter der Ägide Harun al Raschids und seines Ratgebers, einen Aristotelismus, ein Alexandertum, der einen dem Christentum abträglichen Pol darstellt, der eine Geistgestalt, namentlich eine Art von Pantheismus, angenommen hat, die sich mit dem Christentum niemals vereinigen wollte, durch ihre innere Essenz sich nicht mit dem Christentum vereinigen konnte.
[ 15 ] Mit einer solchen Gesinnung eines antiken Geisteslebens, das nicht in das Christentum hineinwollte, gingen Harun al Raschid und sein Ratgeber durch die Pforte des Todes. All ihr Mühen, all ihre Sehnsucht, all ihre Kraft war, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen waren, darauf gerichtet, von der Geistwelt aus in der geschichtlichen Entwickelung gewissermaßen fortsetzend in dasjenige einzugreifen, was an Verbreitung des Geisteslebens des Arabismus — früher im Laufe der Kriegszeiten und dergleichen — von Asien nach Europa herein stattgefunden hatte. Sie sandten nach ihrem Tode aus der geistigen Welt herunter die Geiststrahlen, die gewissermaßen Europa in seinem Geistesleben mit Arabismus durchdringen wollten.
[ 15 ] Mit einer solchen Gesinnung eines antiken Geisteslebens, das nicht in das Christentum hineinwollte, gingen Harun al Raschid und sein Ratgeber durch die Pforte des Todes. All ihr Mühen, all ihre Sehnsucht, all ihre Kraft war, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen waren, darauf gerichtet, von der Geistwelt aus in der geschichtlichen Entwickelung gewissermaßen fortsetzend in dasjenige einzugreifen, was an Verbreitung des Geisteslebens des Arabismus — früher im Laufe der Kriegszeiten und dergleichen — von Asien nach Europa herein stattgefunden hatte. Sie sandten nach ihrem Tode aus der geistigen Welt herunter die Geiststrahlen, die gewissermaßen Europa in seinem Geistesleben mit Arabismus durchdringen wollten.
[ 16 ] Und so sehen wir, wie der eine, Harun al Raschid, folgende Entwickelung nach seinem Tode durchmacht: Von Vorderasien durch den Süden Europas herüber, durch Spanien verfolgt er von der geistigen Welt aus das, was zur Verbreitung des Arabismus geschieht, und setzt es fort. Der andere, der in der geistigen Welt lebt, beobachtet entsprechend und lebt in einer gewissen Weise mit demjenigen mit, was unten in der physischen Welt ist; er nimmt gewissermaßen in der Geistwelt einen Zug, der sich in seiner Projektion etwa ausnehmen würde wie: nördlich vom Schwarzen Meer nach Mitteleuropa herein.
[ 16 ] Und so sehen wir, wie der eine, Harun al Raschid, folgende Entwickelung nach seinem Tode durchmacht: Von Vorderasien durch den Süden Europas herüber, durch Spanien verfolgt er von der geistigen Welt aus das, was zur Verbreitung des Arabismus geschieht, und setzt es fort. Der andere, der in der geistigen Welt lebt, beobachtet entsprechend und lebt in einer gewissen Weise mit demjenigen mit, was unten in der physischen Welt ist; er nimmt gewissermaßen in der Geistwelt einen Zug, der sich in seiner Projektion etwa ausnehmen würde wie: nördlich vom Schwarzen Meer nach Mitteleuropa herein.
[ 17 ] So senden wir einmal unsern Blick hinauf zu diesen Individualitäten, gewissermaßen in Geistwanderungen, die sich in dieser eben angegebenen Weise auf den physischen Plan herunterprojizieren lassen. Sie wissen ja auch schon historisch, wie der Aristotelismus, wie die Alexandersage sich in das Christentum hinein verbreitet hatten. Im neunten, zehnten, elften, zwölften, dreizehnten Jahrhundert noch gehörte zu den allerpopulärsten Stoffen, von denen man überall erzählte in Europa, der Stoff, der sich an Alexander den Großen anknüpfte. Und wir haben da die wunderbare Dichtung des Pfaffen Lamprecht, das Alexanderlied, das überall aber die Taten Alexanders an die geistige Welt anknüpft. Die Erziehung und das Leben Alexanders werden geschildert, die Züge nach Asien hinüber. Aber überall wird dasjenige, was in diesem Erdenleben Alexanders geistig lebt, hervorgehoben. Und mit allem Erdenleben hängt ja Geistiges zusammen, das sieht nur das gewöhnliche Bewußtsein nicht. In dieser Bearbeitung des Stoffes im Mittelalter war das alles darinnen. Und so breitet sich der Aristotelismus aus bis herein in die Scholastik: überall ariistotelische Begriffe. Aber es ist nur der andere Pol: Drüben, hinüber nach Asien, in arabistischer Form, hier in christlicher Form; das Alexanderlied ganz von christlicher Gesinnung durchdrungen, der Aristotelismus in Europa durchaus in christlicher Gestalt.
[ 17 ] So senden wir einmal unsern Blick hinauf zu diesen Individualitäten, gewissermaßen in Geistwanderungen, die sich in dieser eben angegebenen Weise auf den physischen Plan herunterprojizieren lassen. Sie wissen ja auch schon historisch, wie der Aristotelismus, wie die Alexandersage sich in das Christentum hinein verbreitet hatten. Im neunten, zehnten, elften, zwölften, dreizehnten Jahrhundert noch gehörte zu den allerpopulärsten Stoffen, von denen man überall erzählte in Europa, der Stoff, der sich an Alexander den Großen anknüpfte. Und wir haben da die wunderbare Dichtung des Pfaffen Lamprecht, das Alexanderlied, das überall aber die Taten Alexanders an die geistige Welt anknüpft. Die Erziehung und das Leben Alexanders werden geschildert, die Züge nach Asien hinüber. Aber überall wird dasjenige, was in diesem Erdenleben Alexanders geistig lebt, hervorgehoben. Und mit allem Erdenleben hängt ja Geistiges zusammen, das sieht nur das gewöhnliche Bewußtsein nicht. In dieser Bearbeitung des Stoffes im Mittelalter war das alles darinnen. Und so breitet sich der Aristotelismus aus bis herein in die Scholastik: überall ariistotelische Begriffe. Aber es ist nur der andere Pol: Drüben, hinüber nach Asien, in arabistischer Form, hier in christlicher Form; das Alexanderlied ganz von christlicher Gesinnung durchdrungen, der Aristotelismus in Europa durchaus in christlicher Gestalt.
[ 18 ] Ja, es spielt sich da sogar das Merkwürdige ab, daß die christlichen Kirchenlehrer, ausgerüstet in ihrer Seele mit dem Aristoteles, gegen diejenigen kämpfen, die von Asien herüber den anderen Aristoteles getragen hatten nach Spanien hinein und dort eine unchristliche Lehre verbreiteten. Und wir sehen überall auf den Bildern, die eben in späterer Zeit gemalt worden sind, ich möchte sagen, den Aristotelismus kämpfen mit den christlichen Kirchenvätern, die Kirchenväter mit dem in der Hand, was sie aus Aristoteles haben, tot-tretend mit den Füßen Averrhoes und die anderen, die nun auch jenen Aristotelismus, der durch das Alexandertum herüber nach Europa gekommen war, in ihrer Art vertreten.
[ 18 ] Ja, es spielt sich da sogar das Merkwürdige ab, daß die christlichen Kirchenlehrer, ausgerüstet in ihrer Seele mit dem Aristoteles, gegen diejenigen kämpfen, die von Asien herüber den anderen Aristoteles getragen hatten nach Spanien hinein und dort eine unchristliche Lehre verbreiteten. Und wir sehen überall auf den Bildern, die eben in späterer Zeit gemalt worden sind, ich möchte sagen, den Aristotelismus kämpfen mit den christlichen Kirchenvätern, die Kirchenväter mit dem in der Hand, was sie aus Aristoteles haben, tot-tretend mit den Füßen Averrhoes und die anderen, die nun auch jenen Aristotelismus, der durch das Alexandertum herüber nach Europa gekommen war, in ihrer Art vertreten.
[ 19 ] Das spielt sich äußerlich ab. Aber man darf aus der geistigen Forschung heraus sagen: Harun al Raschid und sein Ratgeber lebten in der angedeuteten Weise weiter fort, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen waren. So lebten selbstverständlich auch fort Alexander und Aristoteles. Sie selber aber, die wirklichen Individualitäten, die nur einmal, ich möchte sagen, vorübergehend ins Erdenleben hereinsahen in den ersten christlichen Jahrhunderten — sogar in einer für die anthroposophischen Gesichtspunkte interessanten Gegend —, aber dann wiederum zurückgingen in die geistige Welt und die in der geistigen Welt zugleich waren in der Zeit, als Harun al Raschid und sein Ratgeber schon einige Zeit den physischen Plan verlassen hatten, Aristoteles und Alexander verfolgten andere Wege. Ihre wirklichen Individualitäten gingen mit der christlichen Entwickelung, gingen westwärts mit der christlichen Entwickelung.
[ 19 ] Das spielt sich äußerlich ab. Aber man darf aus der geistigen Forschung heraus sagen: Harun al Raschid und sein Ratgeber lebten in der angedeuteten Weise weiter fort, nachdem sie durch die Pforte des Todes gegangen waren. So lebten selbstverständlich auch fort Alexander und Aristoteles. Sie selber aber, die wirklichen Individualitäten, die nur einmal, ich möchte sagen, vorübergehend ins Erdenleben hereinsahen in den ersten christlichen Jahrhunderten — sogar in einer für die anthroposophischen Gesichtspunkte interessanten Gegend —, aber dann wiederum zurückgingen in die geistige Welt und die in der geistigen Welt zugleich waren in der Zeit, als Harun al Raschid und sein Ratgeber schon einige Zeit den physischen Plan verlassen hatten, Aristoteles und Alexander verfolgten andere Wege. Ihre wirklichen Individualitäten gingen mit der christlichen Entwickelung, gingen westwärts mit der christlichen Entwickelung.
[ 20 ] Nun spielte sich auch das Wichtigste, das Wesentlichste ab im neunten Jahrhundert. Aber dasjenige, was jetzt von der geistigen Welt aus maßgebend ist für das, was in Europa geistig geschieht, das fällt in übersinnlichen Welten mit einem Ereignis zusammen, in dem man es nicht leicht wiedererkennt, — aber es fällt zusammen mit diesem Ereignis. Und ein ungeheuer Bedeutsames geschieht gerade 869 in übersinnlichen Welten. Oben geschieht etwas außerordentlich Bedeutsames; unten spielt sich ab jenes achte ökumenische Konzil in Konstantinopel, in dem dogmatisch erklärt wird, man dürfe nicht sagen, wenn man Christ sein wolle, der Mensch bestünde aus Leib und Seele und Geist. Die Trichotomie, wie man es nannte, wurde für ketzerisch erklärt.
[ 20 ] Nun spielte sich auch das Wichtigste, das Wesentlichste ab im neunten Jahrhundert. Aber dasjenige, was jetzt von der geistigen Welt aus maßgebend ist für das, was in Europa geistig geschieht, das fällt in übersinnlichen Welten mit einem Ereignis zusammen, in dem man es nicht leicht wiedererkennt, — aber es fällt zusammen mit diesem Ereignis. Und ein ungeheuer Bedeutsames geschieht gerade 869 in übersinnlichen Welten. Oben geschieht etwas außerordentlich Bedeutsames; unten spielt sich ab jenes achte ökumenische Konzil in Konstantinopel, in dem dogmatisch erklärt wird, man dürfe nicht sagen, wenn man Christ sein wolle, der Mensch bestünde aus Leib und Seele und Geist. Die Trichotomie, wie man es nannte, wurde für ketzerisch erklärt.
[ 21 ] Ich habe das früher oftmals so ausgedrückt, daß ich sagte: Auf diesem Konzil 869 wurde der Geist abgeschafft; man mußte in der Zukunft sagen, der Mensch bestehe aus Leib und Seele, und die Seele habe einige geistige Eigenschaften. Das, was da unten in dieser Weise in Konstantinopel geschah, das war eine irdische Projektion, in der man allerdings dasjenige nicht wiedererkennt, von dem es die Projektion ist. Es war die Projektion eines geistigen, aber für die europäische Geistesgeschichte ungeheuer wichtigen Ereignisses, das sich allerdings über viele Jahre erstreckte, das aber sozusagen doch nach diesem Zeitpunkte auch angesetzt werden kann.
[ 21 ] Ich habe das früher oftmals so ausgedrückt, daß ich sagte: Auf diesem Konzil 869 wurde der Geist abgeschafft; man mußte in der Zukunft sagen, der Mensch bestehe aus Leib und Seele, und die Seele habe einige geistige Eigenschaften. Das, was da unten in dieser Weise in Konstantinopel geschah, das war eine irdische Projektion, in der man allerdings dasjenige nicht wiedererkennt, von dem es die Projektion ist. Es war die Projektion eines geistigen, aber für die europäische Geistesgeschichte ungeheuer wichtigen Ereignisses, das sich allerdings über viele Jahre erstreckte, das aber sozusagen doch nach diesem Zeitpunkte auch angesetzt werden kann.
[ 22 ] Es war schon jene Zeit herangekommen in diesem neunten Jahrhundert, wo für die europäische Menschheit und ihr Geistesleben vollständig vergessen war, was in den ersten christlichen Jahrhunderten den echten Christen durchaus noch geläufig war: daß der Christus als ein Wesen, das früher in der Sonne war, sein Leben mit der Sonne zusammenhängend hatte, daß dieser Christus in dem Leibe des Jesus von Nazareth sich verkörpert hatte, wie es ja oftmals hier dargestellt wurde. Christus, das Sonnenwesen Christus zusammenhängend mit der kosmischen Welt durch seine Wohnung in der Sonne vor dem Mysterium von Golgatha, und nicht nur das Sonnenwesen, sondern das Wesen, das mit allem, was planetarisch mit der Sonne zusammenhängt, eben auch verbunden war: das war etwas den ersten Christen Geläufiges. Aber dieser kosmische Ursprung des Christus-Impulses, er war im neunten Jahrhundert schon nicht mehr da. Man hatte sozusagen die Größe des Christus-Impulses abgestreift. Immer mehr und mehr rückte man heran an das, was man das rein Menschliche nannte, das heißt das nur auf dem physischen Plan sich Abspielende. Man nahm die Evangelien, erklärte nicht das, was in den Kosmos hinauswies, sondern erzählte wie ein Erden-Epos dasjenige, was Inhalt der Evangelien ist.
[ 22 ] Es war schon jene Zeit herangekommen in diesem neunten Jahrhundert, wo für die europäische Menschheit und ihr Geistesleben vollständig vergessen war, was in den ersten christlichen Jahrhunderten den echten Christen durchaus noch geläufig war: daß der Christus als ein Wesen, das früher in der Sonne war, sein Leben mit der Sonne zusammenhängend hatte, daß dieser Christus in dem Leibe des Jesus von Nazareth sich verkörpert hatte, wie es ja oftmals hier dargestellt wurde. Christus, das Sonnenwesen Christus zusammenhängend mit der kosmischen Welt durch seine Wohnung in der Sonne vor dem Mysterium von Golgatha, und nicht nur das Sonnenwesen, sondern das Wesen, das mit allem, was planetarisch mit der Sonne zusammenhängt, eben auch verbunden war: das war etwas den ersten Christen Geläufiges. Aber dieser kosmische Ursprung des Christus-Impulses, er war im neunten Jahrhundert schon nicht mehr da. Man hatte sozusagen die Größe des Christus-Impulses abgestreift. Immer mehr und mehr rückte man heran an das, was man das rein Menschliche nannte, das heißt das nur auf dem physischen Plan sich Abspielende. Man nahm die Evangelien, erklärte nicht das, was in den Kosmos hinauswies, sondern erzählte wie ein Erden-Epos dasjenige, was Inhalt der Evangelien ist.
[ 23 ] Wenn man recht verstehen will, was damit eigentlich geschieht, dann muß man sich klar sein darüber, daß es ja in der wirklichen Entwickelung der Menschheit ein Christentum vor Christus, vor dem Mysterium von Golgatha gab. Und ernst sollte man nehmen solche Worte wie die des Heiligen Augustinus, der ja sagte, das Christentum war immer da, nur nannte man diejenigen, die sich vor dem Mysterium von Golgatha zum Christentum bekannten, nicht Christen, sondern man nannte sie eben anders. Das ist aber nur der äußere Ranken-Ausdruck für etwas, was außerordentlich tief bedeutsam ist. In den Mysterien, in den wahren Mysterien, und sogar an denjenigen Stätten, wo nicht selber Mysterien waren, aber das Mysterium-Wissen und die Mysterien-Impulse hineinspielten, da gab es überall ein Christentum vor dem Mysterium von Golgatha. Nur sprach man von dem Christus-Wesen als dem Wesen, das auf der Sonne ist, das man dann schauen kann, mit dem man wirken kann, wenn man durch die Initiations-Weisheit so weit kommt, daß einem die Tatsache des Sonnenlebens in ihrem geistigen Inhalte, in ihrem tatsächlichen Inhalte gegenwärtig sein kann.
[ 23 ] Wenn man recht verstehen will, was damit eigentlich geschieht, dann muß man sich klar sein darüber, daß es ja in der wirklichen Entwickelung der Menschheit ein Christentum vor Christus, vor dem Mysterium von Golgatha gab. Und ernst sollte man nehmen solche Worte wie die des Heiligen Augustinus, der ja sagte, das Christentum war immer da, nur nannte man diejenigen, die sich vor dem Mysterium von Golgatha zum Christentum bekannten, nicht Christen, sondern man nannte sie eben anders. Das ist aber nur der äußere Ranken-Ausdruck für etwas, was außerordentlich tief bedeutsam ist. In den Mysterien, in den wahren Mysterien, und sogar an denjenigen Stätten, wo nicht selber Mysterien waren, aber das Mysterium-Wissen und die Mysterien-Impulse hineinspielten, da gab es überall ein Christentum vor dem Mysterium von Golgatha. Nur sprach man von dem Christus-Wesen als dem Wesen, das auf der Sonne ist, das man dann schauen kann, mit dem man wirken kann, wenn man durch die Initiations-Weisheit so weit kommt, daß einem die Tatsache des Sonnenlebens in ihrem geistigen Inhalte, in ihrem tatsächlichen Inhalte gegenwärtig sein kann.
[ 24 ] So sprach man von dem Christus, der da kommen wird, in den alten Mysterien. Man sprach nicht von einem irdischen Christus, der auf der Erde gelebt hat und da ist; man sprach aber von dem kommenden Christus, der einmal da sein wird, den man dazumal noch auf der Sonne suchte. Solches aber verbreitete sich auch in die späteren Zeiten noch hinein für manche Stätten, die das Christentum auch in nachchristlichen Jahrhunderten noch nicht erreicht hatte.
[ 24 ] So sprach man von dem Christus, der da kommen wird, in den alten Mysterien. Man sprach nicht von einem irdischen Christus, der auf der Erde gelebt hat und da ist; man sprach aber von dem kommenden Christus, der einmal da sein wird, den man dazumal noch auf der Sonne suchte. Solches aber verbreitete sich auch in die späteren Zeiten noch hinein für manche Stätten, die das Christentum auch in nachchristlichen Jahrhunderten noch nicht erreicht hatte.
[ 25 ] Und da hat sich gerade vor kurzem durch den englischen Aufenthalt, als der Sommerkurs stattfand in Torquay, im Westen Englands, in der Nähe derjenigen Stätte, wo einstmals Artus mit den Seinen war — wir konnten ja diese Stätte besuchen —, da hat sich gerade etwas ergeben, was hinwies auf ein solches verspätetes Wirken in einem Christentum vor dem Christentum. Dort hat sich einfach das erhalten in spätere Zeiten hinein, was in der Artus-Sage vielfach von einer Gelehrsamkeit, die aber nicht sehr gelehrt ist in bezug auf das Tatsächliche, auf spätere Zeiten bezogen wird. Das geht aber in sehr frühe Zeiten zurück. Und es ist ja wirklich ein tiefer Eindruck, den man bekommen kann, wenn man da auf der Stätte steht, von der man hinunterschaut in das Meer, wie einstmals die Ritter der Artusschen Tafelrunde hinuntergeschaut haben in das Meer. Und man bekommt, wenn man dafür empfänglich ist, heute noch durchaus jenen Eindruck, der einem sagt, was eigentlich diese Ritter der Tafelrunde, die Artus-Ritter, da oben machten in diesem Riesenschloss, von dem die letzten Steine, die abbröckelnden Steine, die spätesten Zeugen, stehen.
[ 25 ] Und da hat sich gerade vor kurzem durch den englischen Aufenthalt, als der Sommerkurs stattfand in Torquay, im Westen Englands, in der Nähe derjenigen Stätte, wo einstmals Artus mit den Seinen war — wir konnten ja diese Stätte besuchen —, da hat sich gerade etwas ergeben, was hinwies auf ein solches verspätetes Wirken in einem Christentum vor dem Christentum. Dort hat sich einfach das erhalten in spätere Zeiten hinein, was in der Artus-Sage vielfach von einer Gelehrsamkeit, die aber nicht sehr gelehrt ist in bezug auf das Tatsächliche, auf spätere Zeiten bezogen wird. Das geht aber in sehr frühe Zeiten zurück. Und es ist ja wirklich ein tiefer Eindruck, den man bekommen kann, wenn man da auf der Stätte steht, von der man hinunterschaut in das Meer, wie einstmals die Ritter der Artusschen Tafelrunde hinuntergeschaut haben in das Meer. Und man bekommt, wenn man dafür empfänglich ist, heute noch durchaus jenen Eindruck, der einem sagt, was eigentlich diese Ritter der Tafelrunde, die Artus-Ritter, da oben machten in diesem Riesenschloss, von dem die letzten Steine, die abbröckelnden Steine, die spätesten Zeugen, stehen.
[ 26 ] Von dieser Ruinenstätte, die, trotzdem sie ganz zerbröckelt ist, noch einen gigantischen Eindruck macht, schaut man hinaus in das Meer. Es ist eine Bergkuppe, auf beiden Seiten davon das Meer. Indem man da in das Meer hinausschaut, in einer Gegend, wo fast immer stundenweise die Witterung wechselt, kann man, wenn man da steht, den glänzenden Sonnenschein, der sich im Meere spiegelt, anschauen; gleich darauf weht stürmisches Wetter. Man bekommt, wenn man das, was sich heute noch da abspielt, mit dem okkulten Auge überschaut, einen großartigen Eindruck. Es weben und leben elementarische Geister, die da sich herausentwickeln aus den Lichtwirkungen, den Luftwirkungen, den Wirkungen der sich kräuselnden und an dem Ufer sich stoßenden Meereswellen. Der Eindruck jener Elementargeister, die in dem allem leben, die Wechselwirkung der Elementargeister in dem Leben, in dem Weben dieser Elementargeister zeigt sich heute noch ganz anschaulich: wie die Sonne in ihrer Wesenheit Irdisches wirkt, indem sie zusammenkommt mit dem, was von unten an Elementargewalten, an spirituellen Elementargeistern aus der Erde herauswächst. Da bekommt man heute den Eindruck: Das war die unmittelbare, ursprüngliche Inspirationsquelle der Zwölf, die zu dem Artus gehörten.
[ 26 ] Von dieser Ruinenstätte, die, trotzdem sie ganz zerbröckelt ist, noch einen gigantischen Eindruck macht, schaut man hinaus in das Meer. Es ist eine Bergkuppe, auf beiden Seiten davon das Meer. Indem man da in das Meer hinausschaut, in einer Gegend, wo fast immer stundenweise die Witterung wechselt, kann man, wenn man da steht, den glänzenden Sonnenschein, der sich im Meere spiegelt, anschauen; gleich darauf weht stürmisches Wetter. Man bekommt, wenn man das, was sich heute noch da abspielt, mit dem okkulten Auge überschaut, einen großartigen Eindruck. Es weben und leben elementarische Geister, die da sich herausentwickeln aus den Lichtwirkungen, den Luftwirkungen, den Wirkungen der sich kräuselnden und an dem Ufer sich stoßenden Meereswellen. Der Eindruck jener Elementargeister, die in dem allem leben, die Wechselwirkung der Elementargeister in dem Leben, in dem Weben dieser Elementargeister zeigt sich heute noch ganz anschaulich: wie die Sonne in ihrer Wesenheit Irdisches wirkt, indem sie zusammenkommt mit dem, was von unten an Elementargewalten, an spirituellen Elementargeistern aus der Erde herauswächst. Da bekommt man heute den Eindruck: Das war die unmittelbare, ursprüngliche Inspirationsquelle der Zwölf, die zu dem Artus gehörten.
[ 27 ] Man sieht sie stehen dort, diese Ritter von Artus’ Tafelrunde, beobachtend dieses Spiel der Licht-, Luft-, Wasser-, Erdgewalten, der elementaren Geister. Aber man sieht auch, wie diese Elementargeister ihnen Boten waren für Sonnen- und Monden- und SternenBotschaften, was dann übergegangen ist in ihre Impulse, namentlich in älteren Zeiten. Vieles hatte sich erhalten durch die Jahrhunderte der nachchristlichen Zeit bis zu jenem Jahrhundert, dem neunten Jahrhundert, von dem ich eben spreche.
[ 27 ] Man sieht sie stehen dort, diese Ritter von Artus’ Tafelrunde, beobachtend dieses Spiel der Licht-, Luft-, Wasser-, Erdgewalten, der elementaren Geister. Aber man sieht auch, wie diese Elementargeister ihnen Boten waren für Sonnen- und Monden- und SternenBotschaften, was dann übergegangen ist in ihre Impulse, namentlich in älteren Zeiten. Vieles hatte sich erhalten durch die Jahrhunderte der nachchristlichen Zeit bis zu jenem Jahrhundert, dem neunten Jahrhundert, von dem ich eben spreche.
[ 28 ] Es war ja die Aufgabe dieses Artus-Ordens, der auf den Unterricht Merlins hin dort begründet worden ist, Europa zu kultivieren, als Europa noch überall in seinem Geistesleben unter dem Einflusse der merkwürdigsten Elementarwesenheiten stand. Und mehr als man heute glaubt, muß das alte Leben Europas begriffen werden so, daß man überall sieht das Hineinspielen von elementargeistigen Wesenheiten in das unmittelbare menschliche Leben.
[ 28 ] Es war ja die Aufgabe dieses Artus-Ordens, der auf den Unterricht Merlins hin dort begründet worden ist, Europa zu kultivieren, als Europa noch überall in seinem Geistesleben unter dem Einflusse der merkwürdigsten Elementarwesenheiten stand. Und mehr als man heute glaubt, muß das alte Leben Europas begriffen werden so, daß man überall sieht das Hineinspielen von elementargeistigen Wesenheiten in das unmittelbare menschliche Leben.
[ 29 ] Da aber lebte auch, bevor dorthin die Kunde von dem Christentum gekommen war, und sogar in den ältesten Formen — denn, wie gesagt, das Artusleben führt bis in vorchristliche Zeit zurück —, da lebte auch die Erkenntnis, wenigstens praktisch instinktiv, aber praktisch instinktiv ganz deutlich, die Erkenntnis von dem Christus, dem Sonnengeiste, vor dem Mysterium von Golgatha. Und in dem, was die Ritter von Artus’ Tafelrunde taten, lebte dieser selbe kosmische Christus, der — nur nicht unter dem Namen des Christus — auch enthalten war in dem Impetus, mit dem Alexander der Große nach Asien hinüber die griechische Kultur mit ihrem spirituellen Leben trug. Es gab sozusagen spätere Alexanderzüge, die von den Rittern von Artus’ Tafelrunde so nach Europa ausgeführt wurden wie der Alexanderzug von Mazedonien nach Asien hinüber.
[ 29 ] Da aber lebte auch, bevor dorthin die Kunde von dem Christentum gekommen war, und sogar in den ältesten Formen — denn, wie gesagt, das Artusleben führt bis in vorchristliche Zeit zurück —, da lebte auch die Erkenntnis, wenigstens praktisch instinktiv, aber praktisch instinktiv ganz deutlich, die Erkenntnis von dem Christus, dem Sonnengeiste, vor dem Mysterium von Golgatha. Und in dem, was die Ritter von Artus’ Tafelrunde taten, lebte dieser selbe kosmische Christus, der — nur nicht unter dem Namen des Christus — auch enthalten war in dem Impetus, mit dem Alexander der Große nach Asien hinüber die griechische Kultur mit ihrem spirituellen Leben trug. Es gab sozusagen spätere Alexanderzüge, die von den Rittern von Artus’ Tafelrunde so nach Europa ausgeführt wurden wie der Alexanderzug von Mazedonien nach Asien hinüber.
[ 30 ] Ich führe das an, weil man da an einem Beispiele, das gerade in der letzten Zeit untersucht werden konnte, sieht, wie der Sonnendienst, das heißt der alte Christusdienst, eigentlich da gepflegt worden ist; aber selbstverständlich mit diesem Christus, wie er für die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha war: Da war alles kosmisch, sogar in dem irdisch-elementaren Übergang des Kosmos. In den Elementargeistern, die in Licht und Luft und Wasser und Erde lebten, lebte ja das Kosmische; da konnte man darinnen das Kosmische beim Erkennen nicht verleugnen. So daß im europäischen Heidentum in diesem neunten Jahrhundert viel vorchristliches Christentum lebte. Das ist das Eigentümliche —, und daß diese Nachzügler des europäischen Heidentums den kosmischen Christus in dieser Zeit überhaupt verstanden, viel würdiger verstanden als diejenigen, die in dem sich ofliziell verbreitenden Christentum den Christus hinnahmen.,
[ 30 ] Ich führe das an, weil man da an einem Beispiele, das gerade in der letzten Zeit untersucht werden konnte, sieht, wie der Sonnendienst, das heißt der alte Christusdienst, eigentlich da gepflegt worden ist; aber selbstverständlich mit diesem Christus, wie er für die Menschen vor dem Mysterium von Golgatha war: Da war alles kosmisch, sogar in dem irdisch-elementaren Übergang des Kosmos. In den Elementargeistern, die in Licht und Luft und Wasser und Erde lebten, lebte ja das Kosmische; da konnte man darinnen das Kosmische beim Erkennen nicht verleugnen. So daß im europäischen Heidentum in diesem neunten Jahrhundert viel vorchristliches Christentum lebte. Das ist das Eigentümliche —, und daß diese Nachzügler des europäischen Heidentums den kosmischen Christus in dieser Zeit überhaupt verstanden, viel würdiger verstanden als diejenigen, die in dem sich ofliziell verbreitenden Christentum den Christus hinnahmen.,
[ 31 ] Wir sehen ja, wenn wir dieses Leben um den König Artus, von König Artus, hereinleuchten sehen in die Gegenwart, wie merkwürdig sich das fortsetzt, wenn es sich durch Karmagewalt, durch Schicksalsgewalt plötzlich in die Gegenwart hereinstellt. So konnte ich schauend kommen auf ein Mitglied von Artus’ Tafelrunde, das wirklich das Leben von Artus’ Tafelrunde in einer sehr eindringlichen Weise führte, etwas abseits von den übrigen, die mehr dem Rittertum hingegeben waren. Es war das ein Ritter mit einem etwas beschaulichen Leben. Nicht ähnlich dem Gralsrittertum, — das gab es bei Artus nicht. Man nannte das, was aus ihren Aufgaben heraus, die zum großen Teile eben gemäß der damaligen Zeit Kriegszüge waren, diese Ritter trieben, man nannte das: Abenteuer, Aventiuren. Aber der eine, der mir herausfiel aus den anderen Gestalten, der zeigte ganz aus diesem Leben heraus vieles, das ja in seiner Inspiration wunderbar ist. Diese Ritter gingen hinaus auf das vorspringende Land, überschauten jenes wunderbare Wolkenspiel oben, die sich kräuselnden Wellen unten, dieses Ineinanderwerfen, das heute noch einen majestätischen, großartigen Eindruck macht, sahen darinnen das Geistige, inspirierten sich damit. Dadurch hatten sie ihre Kraft. Aber es gab einen darunter, der hatte einen besonders eindringlichen Blick für dieses Kräuseln und Wellen, dafür, wie die geistigen Wesenheiten in diesen kräuselnden Wellen herauftollen, mit ihren für irdischen Anblick grotesken Gestalten, er hatte einen wunderbaren Blick für die Art und Weise, wie diese herrlich reine Sonnenwirkung mit der übrigen Natur zusammenspielte, lebte und webte in dem geistigen Wirken und Weben dieser bewegten Meeresoberfläche, er lebte in dem, was man auch sieht in dieser durch die wässrige Atmosphäre, ich möchte sagen, getragenen Lichtnatur der Sonne, die in einer anderen Weise an Bäume und Baumzwischenräume herankommt als in anderen Gegenden. Sie erglänzt wieder, zuweilen wie in Regenbogenfarben spielend, von den Baumzwischenräumen hervor.
[ 31 ] Wir sehen ja, wenn wir dieses Leben um den König Artus, von König Artus, hereinleuchten sehen in die Gegenwart, wie merkwürdig sich das fortsetzt, wenn es sich durch Karmagewalt, durch Schicksalsgewalt plötzlich in die Gegenwart hereinstellt. So konnte ich schauend kommen auf ein Mitglied von Artus’ Tafelrunde, das wirklich das Leben von Artus’ Tafelrunde in einer sehr eindringlichen Weise führte, etwas abseits von den übrigen, die mehr dem Rittertum hingegeben waren. Es war das ein Ritter mit einem etwas beschaulichen Leben. Nicht ähnlich dem Gralsrittertum, — das gab es bei Artus nicht. Man nannte das, was aus ihren Aufgaben heraus, die zum großen Teile eben gemäß der damaligen Zeit Kriegszüge waren, diese Ritter trieben, man nannte das: Abenteuer, Aventiuren. Aber der eine, der mir herausfiel aus den anderen Gestalten, der zeigte ganz aus diesem Leben heraus vieles, das ja in seiner Inspiration wunderbar ist. Diese Ritter gingen hinaus auf das vorspringende Land, überschauten jenes wunderbare Wolkenspiel oben, die sich kräuselnden Wellen unten, dieses Ineinanderwerfen, das heute noch einen majestätischen, großartigen Eindruck macht, sahen darinnen das Geistige, inspirierten sich damit. Dadurch hatten sie ihre Kraft. Aber es gab einen darunter, der hatte einen besonders eindringlichen Blick für dieses Kräuseln und Wellen, dafür, wie die geistigen Wesenheiten in diesen kräuselnden Wellen herauftollen, mit ihren für irdischen Anblick grotesken Gestalten, er hatte einen wunderbaren Blick für die Art und Weise, wie diese herrlich reine Sonnenwirkung mit der übrigen Natur zusammenspielte, lebte und webte in dem geistigen Wirken und Weben dieser bewegten Meeresoberfläche, er lebte in dem, was man auch sieht in dieser durch die wässrige Atmosphäre, ich möchte sagen, getragenen Lichtnatur der Sonne, die in einer anderen Weise an Bäume und Baumzwischenräume herankommt als in anderen Gegenden. Sie erglänzt wieder, zuweilen wie in Regenbogenfarben spielend, von den Baumzwischenräumen hervor.
[ 32 ] Solch ein Ritter war da unter diesen, der einen eindringlichen Blick hatte für diese Dinge. Es lag mir viel daran, dessen Leben weiter zu verfolgen, die Individualität weiter zu schauen, denn gerade da mußte sich etwas von einem, ich möchte sagen, fast primitiven heidnischen, nur so weit christlichen Leben, wie ich es dargestellt habe, in einer späteren Inkarnation ergeben. Es hat sich ergeben: Gerade dieser Ritter der Tafelrunde des Artus ist wiedergeboren als Arnold Böcklin. Und dieses Rätsel, das mich ungeheuer lange verfolgt hat, kann nur gelöst werden in Anknüpfung an Artus’ Tafelrunde. Sehen Sie, da haben wir ein Christentum vor dem Mysterium von Golgatha, das heute noch mit geistigen Händen zu greifen ist, das noch hineinleuchtet in die Zeit, bis zu der Zeit, die ich hier skizziert habe.
[ 32 ] Solch ein Ritter war da unter diesen, der einen eindringlichen Blick hatte für diese Dinge. Es lag mir viel daran, dessen Leben weiter zu verfolgen, die Individualität weiter zu schauen, denn gerade da mußte sich etwas von einem, ich möchte sagen, fast primitiven heidnischen, nur so weit christlichen Leben, wie ich es dargestellt habe, in einer späteren Inkarnation ergeben. Es hat sich ergeben: Gerade dieser Ritter der Tafelrunde des Artus ist wiedergeboren als Arnold Böcklin. Und dieses Rätsel, das mich ungeheuer lange verfolgt hat, kann nur gelöst werden in Anknüpfung an Artus’ Tafelrunde. Sehen Sie, da haben wir ein Christentum vor dem Mysterium von Golgatha, das heute noch mit geistigen Händen zu greifen ist, das noch hineinleuchtet in die Zeit, bis zu der Zeit, die ich hier skizziert habe.
[ 33 ] Die Persönlichkeiten, die durch die Pforte des Todes gegangen waren, die gut kannten, was Christentum vor dem Mysterium von Golgatha war, trafen zusammen, während das achte allgemeine Konzil in Konstantinopel spielte, ich möchte sagen, bei einem himmlischen Konzil, das gleichzeitig war; bei dem sich Aristoteles, Alexander, Harun al Raschid, sein Ratgeber und manche aus dem Kreise, gerade von Artus’ Tafelrunde, begegneten.
[ 33 ] Die Persönlichkeiten, die durch die Pforte des Todes gegangen waren, die gut kannten, was Christentum vor dem Mysterium von Golgatha war, trafen zusammen, während das achte allgemeine Konzil in Konstantinopel spielte, ich möchte sagen, bei einem himmlischen Konzil, das gleichzeitig war; bei dem sich Aristoteles, Alexander, Harun al Raschid, sein Ratgeber und manche aus dem Kreise, gerade von Artus’ Tafelrunde, begegneten.
[ 34 ] Da war von den im christlichen Sinne wirken wollenden Aristoteles und Alexander viel Mühe aufgewandt, den Arabismus, der in den Individualitäten von Harun al Raschid und den anderen lebte, zu besiegen. Es ging nicht. Die Individualitäten waren nicht dazu geeignet. Aber das andere ergab sich: daß noch tiefer durchdrungen, als es eben in den rauheren Attitüden der Artusritter war, das alte kosmische Christentum in den von Artus’ Tafelrunde herkommenden Menschen lebte. Und da war es, bei diesem überirdischen Konzil, daß gegenüber dem, was nun wohl in der Zukunft geschehen werde und was man voraussah, unter der Mitwirkung der Michaelmacht sozusagen von Alexander und Aristoteles die Entschlüsse gefaßt wurden, wie in Europa das geistige Leben neue Impulse im Sinne eines verchristlichten Alexandrismus, eines verchristlichten Aristotelismus erhalten solle.
[ 34 ] Da war von den im christlichen Sinne wirken wollenden Aristoteles und Alexander viel Mühe aufgewandt, den Arabismus, der in den Individualitäten von Harun al Raschid und den anderen lebte, zu besiegen. Es ging nicht. Die Individualitäten waren nicht dazu geeignet. Aber das andere ergab sich: daß noch tiefer durchdrungen, als es eben in den rauheren Attitüden der Artusritter war, das alte kosmische Christentum in den von Artus’ Tafelrunde herkommenden Menschen lebte. Und da war es, bei diesem überirdischen Konzil, daß gegenüber dem, was nun wohl in der Zukunft geschehen werde und was man voraussah, unter der Mitwirkung der Michaelmacht sozusagen von Alexander und Aristoteles die Entschlüsse gefaßt wurden, wie in Europa das geistige Leben neue Impulse im Sinne eines verchristlichten Alexandrismus, eines verchristlichten Aristotelismus erhalten solle.
[ 35 ] Aber Harun al Raschid und sein Ratgeber blieben bei dem alten. Und das, was durch dieses, wenn ich so sagen darf, himmlische Konzil sich abspielte, dieses nun weiter zu verfolgen in der europäischen Geistesgeschichte, das ist von der allergrößten Bedeutung. Denn wenn wir auf die weitere Wanderung im Geistesleben blicken, finden wir Harun al Raschid, diesen wunderbaren Organisator, diesen großartigen Geist aus der Zeit Karls des Großen, auf Erden wiederkommen. Und er erscheint wiederum später mitten im Christentum, aber indem er durchgetragen hat durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt seinen Arabismus. Doch es braucht nicht in der äußeren Konfiguration, die dann in der physischen Welt auftritt, dasjenige, was eine solche Persönlichkeit darlebt, dem arabischen Elemente ähnlich zu sein. Es kleidet sich in die neuen Formen, bleibt aber in den neuen Formen dennoch dem Wesen nach das Alte: Mohammedanismus, Arabismus.
[ 35 ] Aber Harun al Raschid und sein Ratgeber blieben bei dem alten. Und das, was durch dieses, wenn ich so sagen darf, himmlische Konzil sich abspielte, dieses nun weiter zu verfolgen in der europäischen Geistesgeschichte, das ist von der allergrößten Bedeutung. Denn wenn wir auf die weitere Wanderung im Geistesleben blicken, finden wir Harun al Raschid, diesen wunderbaren Organisator, diesen großartigen Geist aus der Zeit Karls des Großen, auf Erden wiederkommen. Und er erscheint wiederum später mitten im Christentum, aber indem er durchgetragen hat durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt seinen Arabismus. Doch es braucht nicht in der äußeren Konfiguration, die dann in der physischen Welt auftritt, dasjenige, was eine solche Persönlichkeit darlebt, dem arabischen Elemente ähnlich zu sein. Es kleidet sich in die neuen Formen, bleibt aber in den neuen Formen dennoch dem Wesen nach das Alte: Mohammedanismus, Arabismus.
[ 36 ] Das tritt auf, wirksam im europäischen Geistesleben, als Harun al Raschid wiedererscheint, wiederverkörpert in Bacon, Baco von Verulam. Und das tritt in einer anderen Weise auf, sogar in einer merkwürdigen Weise mit dem Christentum durchsetzt, indem sein Ratgeber auftritt in Mitteleuropa, weithin in Europa dann wirkt als Amos Comenius. Vieles im europäischen Geistesleben ist im Zusarmmenhange mit dem geschehen, was die wiedererstandenen Geister des Hofes von Harun al Raschid in diesen neuen menschlichen Gestalten in Europa begründet haben.
[ 36 ] Das tritt auf, wirksam im europäischen Geistesleben, als Harun al Raschid wiedererscheint, wiederverkörpert in Bacon, Baco von Verulam. Und das tritt in einer anderen Weise auf, sogar in einer merkwürdigen Weise mit dem Christentum durchsetzt, indem sein Ratgeber auftritt in Mitteleuropa, weithin in Europa dann wirkt als Amos Comenius. Vieles im europäischen Geistesleben ist im Zusarmmenhange mit dem geschehen, was die wiedererstandenen Geister des Hofes von Harun al Raschid in diesen neuen menschlichen Gestalten in Europa begründet haben.
[ 37 ] Wir sehen, wie dagegen wirkt, was sich erst vorbereitet, dann wirklich geschieht, aber später geschieht. Denn dasjenige, was in Baco von Verulam, was in Amos Comenius später herausgekommen ist, es hat geistig vorher lange gewirkt von der geistigen Welt herunter, denn es hatte ganz besonders intensive Formen angenommen durch dieses übersinnliche Konzil 869.
[ 37 ] Wir sehen, wie dagegen wirkt, was sich erst vorbereitet, dann wirklich geschieht, aber später geschieht. Denn dasjenige, was in Baco von Verulam, was in Amos Comenius später herausgekommen ist, es hat geistig vorher lange gewirkt von der geistigen Welt herunter, denn es hatte ganz besonders intensive Formen angenommen durch dieses übersinnliche Konzil 869.
[ 38 ] Dagegen wirkt nun auch der andere Pol, der Pol, den nun Alexandertum und Aristotelismus für das Christentum angenommen haben. Das prägte sich zunächst aus in den mannigfaltigsten Influenzierungen, die stattfanden an einsamen Stätten der Pflege christlichen Geisteslebens. Namentlich sehen wir eine solche Stätte in der hier schon öfter für einzelne, aber nicht für alle, die da sind, genannten Schule von Chartres. Die Schule von Chartres, die namentlich im zwölften Jahrhundert blühte, hatte einen großartigen spirituellen Einschlag. Sylvester von Chartres, Alanus ab Insulis, andere Geister, die in irgendeiner Weise mit der Schule von Chartres in Zusammenhang standen oder wie Alanus ab Insulis oder Sylvester in ihr lehrten, sie hatten viel in sich von alter Initiatenweisheit, wenn sie auch nicht selber im wahren Sinne des Wortes voll Initiierte genannt werden können. Die Bücher, die von ihnen herrühren, sehen wie Kataloge von Worten aus. Aber es war dazumal nicht möglich, dasjenige, was man dem vollen Leben geben wollte, in Büchern anders anzubringen als in voller Rhetorik, als eine Art Wortkatalog. Aber wer zu lesen versteht, der liest gerade in diesen Büchern dasjenige, was in einer glänzenden, wunderbar spirituell durchdrungenen Weise von den großen Lehrern von Chartres zahlreichen Schülern gelehrt worden ist.
[ 38 ] Dagegen wirkt nun auch der andere Pol, der Pol, den nun Alexandertum und Aristotelismus für das Christentum angenommen haben. Das prägte sich zunächst aus in den mannigfaltigsten Influenzierungen, die stattfanden an einsamen Stätten der Pflege christlichen Geisteslebens. Namentlich sehen wir eine solche Stätte in der hier schon öfter für einzelne, aber nicht für alle, die da sind, genannten Schule von Chartres. Die Schule von Chartres, die namentlich im zwölften Jahrhundert blühte, hatte einen großartigen spirituellen Einschlag. Sylvester von Chartres, Alanus ab Insulis, andere Geister, die in irgendeiner Weise mit der Schule von Chartres in Zusammenhang standen oder wie Alanus ab Insulis oder Sylvester in ihr lehrten, sie hatten viel in sich von alter Initiatenweisheit, wenn sie auch nicht selber im wahren Sinne des Wortes voll Initiierte genannt werden können. Die Bücher, die von ihnen herrühren, sehen wie Kataloge von Worten aus. Aber es war dazumal nicht möglich, dasjenige, was man dem vollen Leben geben wollte, in Büchern anders anzubringen als in voller Rhetorik, als eine Art Wortkatalog. Aber wer zu lesen versteht, der liest gerade in diesen Büchern dasjenige, was in einer glänzenden, wunderbar spirituell durchdrungenen Weise von den großen Lehrern von Chartres zahlreichen Schülern gelehrt worden ist.
[ 39 ] Da glänzte wirklich ein spiritueller Stern über dem europäischen Geistesleben in dieser Schule von Chartres, dem Ort, an dem ja heute noch die architektonisch wunderbar gestalteten Kathedralen sind, die das Werk von Jahrhunderten in feiner Ausgestaltung zeigen.
[ 39 ] Da glänzte wirklich ein spiritueller Stern über dem europäischen Geistesleben in dieser Schule von Chartres, dem Ort, an dem ja heute noch die architektonisch wunderbar gestalteten Kathedralen sind, die das Werk von Jahrhunderten in feiner Ausgestaltung zeigen.
[ 40 ] Auch an manchen anderen Orten lebte dasjenige, was da spirituelles Leben war: eine Einsicht in die Natur, aber eine andere Einsicht, eine spirituellere Einsicht, als die später gekommene ist, ein geistiges Leben, das auch auf geistigem Wege gewirkt hat. Es ist ja interessant, was dieses geistige Leben, dieses spirituelle Leben in der mannigfaltigsten Weise ausgestrahlt hat. Wir können an einzelnen Orten Frankreichs verfolgen, wie an den hohen Schulen, von Chartres ausgehend, durch Frankreich hindurch, nach Südfrankreich herein, bis nach Italien herüber, auch im Lehren der Geist von Chartres lebte. Aber er lebte auch auf spirituelle Art selber.
[ 40 ] Auch an manchen anderen Orten lebte dasjenige, was da spirituelles Leben war: eine Einsicht in die Natur, aber eine andere Einsicht, eine spirituellere Einsicht, als die später gekommene ist, ein geistiges Leben, das auch auf geistigem Wege gewirkt hat. Es ist ja interessant, was dieses geistige Leben, dieses spirituelle Leben in der mannigfaltigsten Weise ausgestrahlt hat. Wir können an einzelnen Orten Frankreichs verfolgen, wie an den hohen Schulen, von Chartres ausgehend, durch Frankreich hindurch, nach Südfrankreich herein, bis nach Italien herüber, auch im Lehren der Geist von Chartres lebte. Aber er lebte auch auf spirituelle Art selber.
[ 41 ] Es ist ja interessant, daß Brunetto Latini, der eine Zeitlang Gesandter in Spanien war, als er wieder zurückging und von dem Unglücke seiner Vaterstadt Florenz aus der Ferne schon hörte, dadurch eine starke seelische Erschütterung erlitten hat, die zusammenfiel mit einem leisen Sonnenstich, den er bekommen hatte. In solcher körperlicher Verfassung ist der Mensch leicht spirituellen Einflüssen, die sich auf spirituelle Art verbreiten, zugänglich. Es ist ja bekannt, wie Brunetto Latini auf seinem Wege nach Florenz geradezu eine Art von elementarischer Einweihung erlebte. Er wurde der Lehrer Dantes. Die Spiritualität der «Commedia» ist herrührend von den Lehren, die Brunetto Latini Dante, seinem Schüler, gegeben hat.
[ 41 ] Es ist ja interessant, daß Brunetto Latini, der eine Zeitlang Gesandter in Spanien war, als er wieder zurückging und von dem Unglücke seiner Vaterstadt Florenz aus der Ferne schon hörte, dadurch eine starke seelische Erschütterung erlitten hat, die zusammenfiel mit einem leisen Sonnenstich, den er bekommen hatte. In solcher körperlicher Verfassung ist der Mensch leicht spirituellen Einflüssen, die sich auf spirituelle Art verbreiten, zugänglich. Es ist ja bekannt, wie Brunetto Latini auf seinem Wege nach Florenz geradezu eine Art von elementarischer Einweihung erlebte. Er wurde der Lehrer Dantes. Die Spiritualität der «Commedia» ist herrührend von den Lehren, die Brunetto Latini Dante, seinem Schüler, gegeben hat.
[ 42 ] In all dem lebt eben dasjenige, was, ich möchte sagen, übersinnlich ausgemacht worden ist auf dem übersinnlichen Konzil 869. Denn die Inspiration zu den Lehren von Chartres, die Inspiration für Brunetto Latini, auch die Inspiration für Dante, so daß in Dantes Gedichtwerk Kosmisches leben konnte, all das hängt zusammen mit dem Impuls, der von dieser übersinnlichen Versammlung ausgegangen war im neunten nachchristlichen Jahrhundert.
[ 42 ] In all dem lebt eben dasjenige, was, ich möchte sagen, übersinnlich ausgemacht worden ist auf dem übersinnlichen Konzil 869. Denn die Inspiration zu den Lehren von Chartres, die Inspiration für Brunetto Latini, auch die Inspiration für Dante, so daß in Dantes Gedichtwerk Kosmisches leben konnte, all das hängt zusammen mit dem Impuls, der von dieser übersinnlichen Versammlung ausgegangen war im neunten nachchristlichen Jahrhundert.
[ 43 ] Wenn man in diese Dinge hineinschaut, zusammen erblickt das ganze europäische Geistesleben aus der alten Alexanderzeit, in der Zeit des Mysteriums von Golgatha, bis herein in diese Zeiten, bis zur Schule von Chartres, und wenn man es weiter verfolgt in die folgende Zeit hinein — wir werden das noch sehen —, wenn man da ineinanderschaut, was übersinnlich sich abspielt, mit dem, was hier unten sein Schattenbild in der physischen Welt ist, dann beginnt man dasjenige, was man heute Michaelströmung nennen soll, erst wirklich zu begreifen, zu begreifen, was die Michaelströmung will.
[ 43 ] Wenn man in diese Dinge hineinschaut, zusammen erblickt das ganze europäische Geistesleben aus der alten Alexanderzeit, in der Zeit des Mysteriums von Golgatha, bis herein in diese Zeiten, bis zur Schule von Chartres, und wenn man es weiter verfolgt in die folgende Zeit hinein — wir werden das noch sehen —, wenn man da ineinanderschaut, was übersinnlich sich abspielt, mit dem, was hier unten sein Schattenbild in der physischen Welt ist, dann beginnt man dasjenige, was man heute Michaelströmung nennen soll, erst wirklich zu begreifen, zu begreifen, was die Michaelströmung will.
[ 44 ] Man kann dann hineinsehen in das, was im Sinne der Michaelströmung die anthroposophische Bewegung will. — Davon wollen wir dann das nächste Mal weiter sprechen.
[ 44 ] Man kann dann hineinsehen in das, was im Sinne der Michaelströmung die anthroposophische Bewegung will. — Davon wollen wir dann das nächste Mal weiter sprechen.

