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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume IV
GA 238

12 September 1924, Dornach

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Vierter Vortrag

Vierter Vortrag

[ 1 ] Wenn wir ein vom Geistesleben durchflossenes menschliches Denken und Handeln wiederum haben wollen, dann wird es notwendig sein, solche Anschauungen von der geistigen Welt, wie sie in den letzten Vorträgen durch unsere Seele gezogen sind, in vollem Ernste wiederum aufzunehmen, nachdem sie jahrhundertelang eigentlich gerade der zivilisiertren Menschheit gefehlt haben.

[ 1 ] Wenn wir ein vom Geistesleben durchflossenes menschliches Denken und Handeln wiederum haben wollen, dann wird es notwendig sein, solche Anschauungen von der geistigen Welt, wie sie in den letzten Vorträgen durch unsere Seele gezogen sind, in vollem Ernste wiederum aufzunehmen, nachdem sie jahrhundertelang eigentlich gerade der zivilisiertren Menschheit gefehlt haben.

[ 2 ] Wenn wir in verschiedene Epochen menschlicher Geschichtsentwickelung zurückblicken, so werden wir in älteren Zeiten sehen, wie menschliches Handeln auf Erden überall angeknüpft worden ist an dasjenige, was im Übersinnlichen sich vollzieht. Nicht als ob etwa bei dem weitaus größten Teil der Menschheit in der letzten Zeit ein gewisses abstraktes Bewußtsein vom Übersinnlichen gefehlt hätte; das soll nicht gesagt werden. Wohl aber hat der Mut gefehlt, dasjenige, was im Irdischen konkret geschieht, auch an konkrete Gestaltungen des geistigen Lebens und Webens anzuknüpfen.

[ 2 ] Wenn wir in verschiedene Epochen menschlicher Geschichtsentwickelung zurückblicken, so werden wir in älteren Zeiten sehen, wie menschliches Handeln auf Erden überall angeknüpft worden ist an dasjenige, was im Übersinnlichen sich vollzieht. Nicht als ob etwa bei dem weitaus größten Teil der Menschheit in der letzten Zeit ein gewisses abstraktes Bewußtsein vom Übersinnlichen gefehlt hätte; das soll nicht gesagt werden. Wohl aber hat der Mut gefehlt, dasjenige, was im Irdischen konkret geschieht, auch an konkrete Gestaltungen des geistigen Lebens und Webens anzuknüpfen.

[ 3 ] Mit solchen Betrachtungen, wie wir sie nun angestellt haben, kommen wir wieder dazu. Namentlich kommen wir dazu, wenn wir das irdische Leben der Menschen, so wie es ja hier geschehen ist, in Zusammenhang zu bringen vermögen mit dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und wenn wir vermögen anzuknüpfen das, was in einem Erdenleben geschieht, an dasjenige, was in den aufeinanderfolgenden Erdenleben sich vollzieht.

[ 3 ] Mit solchen Betrachtungen, wie wir sie nun angestellt haben, kommen wir wieder dazu. Namentlich kommen wir dazu, wenn wir das irdische Leben der Menschen, so wie es ja hier geschehen ist, in Zusammenhang zu bringen vermögen mit dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und wenn wir vermögen anzuknüpfen das, was in einem Erdenleben geschieht, an dasjenige, was in den aufeinanderfolgenden Erdenleben sich vollzieht.

[ 4 ] Wir haben nun damit begonnen, jene geistig-übersinnliche Strömung zu betrachten, von der ich sagen durfte, daß sie mit unserer gegenwärtigen Michaelströmung, in deren Dienst sich die Anthroposophie gestellt hat, zusammenhängt. Damit haben wir uns auf den Weg begeben, der in gewissem Sinne an das Karma der anthroposophischen Bewegung selbst herankommen soll und damit auch an das Karma der einzelnen Persönlichkeiten, die in ehrlicher Weise, das heißt aus einem selbstverständlichen Trieb ihres Inneren heraus, das Leben ihrer Seele, ihres Geistes vereinigen können mit der anthroposophischen Bewegung.

[ 4 ] Wir haben nun damit begonnen, jene geistig-übersinnliche Strömung zu betrachten, von der ich sagen durfte, daß sie mit unserer gegenwärtigen Michaelströmung, in deren Dienst sich die Anthroposophie gestellt hat, zusammenhängt. Damit haben wir uns auf den Weg begeben, der in gewissem Sinne an das Karma der anthroposophischen Bewegung selbst herankommen soll und damit auch an das Karma der einzelnen Persönlichkeiten, die in ehrlicher Weise, das heißt aus einem selbstverständlichen Trieb ihres Inneren heraus, das Leben ihrer Seele, ihres Geistes vereinigen können mit der anthroposophischen Bewegung.

[ 5 ] Und ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie gewissermaßen unter der Ägide der Michaelmacht ein übersinnliches Ereignis in derselben Zeit stattgefunden hat, in welcher auf Erden 869 jenes Konzil stattgefunden hat, durch welches das ganze Mittelalter in seinem Zivilisationsleben tief beeinflußt worden ist. Man muß nur die tiefe Scheu beobachten, mit der erleuchtete Geister des Mittelalters es vermieden, von dem dreigliedrigen Menschen nach Leib, Seele und Geist zu sprechen. Denn es hat eben dieses achte allgemeine Konzil in Konstantinopel die Lehre vom dreigliedrigen Menschen als ketzerisch, als häretisch erklärt, und bei der Macht, welche solche geistigen Verfügungen im Mittelalter hatten, ist es einleuchtend, daß nun eigentlich das ganze geistige Leben in gewisser Beziehung hier auf Erden unter dem Schatten dieser Verketzerung der sogenannten Trichotomie verläuft.

[ 5 ] Und ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie gewissermaßen unter der Ägide der Michaelmacht ein übersinnliches Ereignis in derselben Zeit stattgefunden hat, in welcher auf Erden 869 jenes Konzil stattgefunden hat, durch welches das ganze Mittelalter in seinem Zivilisationsleben tief beeinflußt worden ist. Man muß nur die tiefe Scheu beobachten, mit der erleuchtete Geister des Mittelalters es vermieden, von dem dreigliedrigen Menschen nach Leib, Seele und Geist zu sprechen. Denn es hat eben dieses achte allgemeine Konzil in Konstantinopel die Lehre vom dreigliedrigen Menschen als ketzerisch, als häretisch erklärt, und bei der Macht, welche solche geistigen Verfügungen im Mittelalter hatten, ist es einleuchtend, daß nun eigentlich das ganze geistige Leben in gewisser Beziehung hier auf Erden unter dem Schatten dieser Verketzerung der sogenannten Trichotomie verläuft.

[ 6 ] Aber um so intensiver ist eigentlich dasjenige Geistesleben, das seit langer Zeit daran arbeitet, die Michaelströmung für das zwanzigste Jahrhundert vorzubereiten, die Michaelströmung, in der wir seit dem letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts stehen und in der wir als Menschheit drei bis vier Jahrhunderte stehen werden. Wir wollen heute auf den Fortgang dieser Strömung, die wir ja zu betrachten begonnen haben, hinweisen, um dann übermorgen, am nächsten Sonntag, mehr an dasjenige heranzukommen, was auf der einen Seite mit dem Karma der anthroposophischen Bewegung, auf der anderen Seite mit dem Geistesleben der Gegenwart karmisch zusammenhängt.

[ 6 ] Aber um so intensiver ist eigentlich dasjenige Geistesleben, das seit langer Zeit daran arbeitet, die Michaelströmung für das zwanzigste Jahrhundert vorzubereiten, die Michaelströmung, in der wir seit dem letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts stehen und in der wir als Menschheit drei bis vier Jahrhunderte stehen werden. Wir wollen heute auf den Fortgang dieser Strömung, die wir ja zu betrachten begonnen haben, hinweisen, um dann übermorgen, am nächsten Sonntag, mehr an dasjenige heranzukommen, was auf der einen Seite mit dem Karma der anthroposophischen Bewegung, auf der anderen Seite mit dem Geistesleben der Gegenwart karmisch zusammenhängt.

[ 7 ] Ich habe gesagt, daß bei einer Art übersinnlichen, überirdischen Konzils in derselben Zeit, als das achte allgemeine Konzil in Konstantinopel stattgefunden hat, sich die Individualitäten Harun al Raschids und seines weisen Ratgebers, aber auch die Individualitäten Alexanders und Aristoteles’ getroffen haben; daß sich da auch eingefunden haben einige Individualitäten aus der Zeit, in welcher der Dienst des Artus stattgefunden hat, und ich habe auseinandergesetzt, wie das alles unter der Ägide Michaels stattgefunden hat.

[ 7 ] Ich habe gesagt, daß bei einer Art übersinnlichen, überirdischen Konzils in derselben Zeit, als das achte allgemeine Konzil in Konstantinopel stattgefunden hat, sich die Individualitäten Harun al Raschids und seines weisen Ratgebers, aber auch die Individualitäten Alexanders und Aristoteles’ getroffen haben; daß sich da auch eingefunden haben einige Individualitäten aus der Zeit, in welcher der Dienst des Artus stattgefunden hat, und ich habe auseinandergesetzt, wie das alles unter der Ägide Michaels stattgefunden hat.

[ 8 ] Dann habe ich darauf aufmerksam gemacht, wie Harun al Raschid wiedererscheint — herübertragend nach Europa orientalisches Geistesleben mit einer unchristlich gewordenen aristotelischen Lehre —, wie Harun al Raschid erscheint als Lord Bacon, als Baco von Verulam, der einen großen Einfluß auf das Geistesleben Europas hatte, aber einen Einfluß, der sich durchaus im materialistischen Sinne bewegt. Und ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie der Ratgeber Harun al Raschids, den ich charakterisiert habe, wiederum erscheint als Amos Comenius, von dem ja mit Recht in einem guten Sinne viel geredet wird, der aber doch auch die Seite hat, daß er in dem Bestreben, anschauliche Bildlichkeit in den Unterricht hineinzubringen, den Materialismus dadurch gefördert hat, daß er im Grunde genommen die unmittelbar sinnliche Anschaulichkeit scharf betont hat.

[ 8 ] Dann habe ich darauf aufmerksam gemacht, wie Harun al Raschid wiedererscheint — herübertragend nach Europa orientalisches Geistesleben mit einer unchristlich gewordenen aristotelischen Lehre —, wie Harun al Raschid erscheint als Lord Bacon, als Baco von Verulam, der einen großen Einfluß auf das Geistesleben Europas hatte, aber einen Einfluß, der sich durchaus im materialistischen Sinne bewegt. Und ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie der Ratgeber Harun al Raschids, den ich charakterisiert habe, wiederum erscheint als Amos Comenius, von dem ja mit Recht in einem guten Sinne viel geredet wird, der aber doch auch die Seite hat, daß er in dem Bestreben, anschauliche Bildlichkeit in den Unterricht hineinzubringen, den Materialismus dadurch gefördert hat, daß er im Grunde genommen die unmittelbar sinnliche Anschaulichkeit scharf betont hat.

[ 9 ] Da sehen wir gewissermaßen ins Erdenleben Ende des sechzehnten Jahrhunderts, Anfang des siebzehnten Jahrhunderts diejenige Strömung hereinbrechen, welche nicht in der geradlinigen Fortsetzung des Christentums liegt, welche ein dem Christentum fremdes Element in die europäische Geistesentwickelung hineinbringt. Aber auf der anderen Seite wirken ja weiter, und zwar jetzt in übersinnlichen Welten, die mit der Michaelströmung verbunden bleibenden Individualitäten Aristoteles’, Alexanders, alle diejenigen, welche dazugehören.

[ 9 ] Da sehen wir gewissermaßen ins Erdenleben Ende des sechzehnten Jahrhunderts, Anfang des siebzehnten Jahrhunderts diejenige Strömung hereinbrechen, welche nicht in der geradlinigen Fortsetzung des Christentums liegt, welche ein dem Christentum fremdes Element in die europäische Geistesentwickelung hineinbringt. Aber auf der anderen Seite wirken ja weiter, und zwar jetzt in übersinnlichen Welten, die mit der Michaelströmung verbunden bleibenden Individualitäten Aristoteles’, Alexanders, alle diejenigen, welche dazugehören.

[ 10 ] Aber außerdem wirkt innerhalb dieser Strömung, zum Teil in übersinnlichen Welten, zum Teil auch auf Erden selber, etwas durch gewisse Persönlichkeiten, welche im Zusammenhange mit diesen übersinnlichen Strömungen standen, da sie zwischen Tod und neuer Geburt waren, Individualitäten, die dann als Persönlichkeiten auf der Erde im Laufe der nächsten Jahrhunderte erschienen; Individualitäten, die weniger an den Alexandrinismus, an den Aristotelismus anknüpfen, die an Plato und an alles dasjenige anknüpfen, was aus Platos Anschauung geworden ist.

[ 10 ] Aber außerdem wirkt innerhalb dieser Strömung, zum Teil in übersinnlichen Welten, zum Teil auch auf Erden selber, etwas durch gewisse Persönlichkeiten, welche im Zusammenhange mit diesen übersinnlichen Strömungen standen, da sie zwischen Tod und neuer Geburt waren, Individualitäten, die dann als Persönlichkeiten auf der Erde im Laufe der nächsten Jahrhunderte erschienen; Individualitäten, die weniger an den Alexandrinismus, an den Aristotelismus anknüpfen, die an Plato und an alles dasjenige anknüpfen, was aus Platos Anschauung geworden ist.

[ 11 ] Namentlich sehen wir in den auf das neunte Jahrhundert folgenden Jahrhunderten platonisch gerichtete, platonisch orientierte Geister auf die Erde heruntersteigen. Und das sind ja diejenigen, welche eine von dem ofliziellen Christentum, von dem ofhiziellen Katholizismus als häretisch angesehene christliche Lehre, die aber die wahrere christliche Lehre war, im Mittelalter fortgesetzt haben. Die Individualitäten, die den christlichen Ariistotelismus fortsetzten, sie blieben zunächst in geistigen Welten zurück, denn auf der Erde war im neunten, zehnten, elften, zwölften Jahrhundert, nach den Zivilisationsbedingungen, die gegeben waren, keine rechte Anknüpfung für diese Geistesströmung. Dagegen konnten sich, man möchte sagen, in gewissen isolierten Geistesbezirken mit ganz besonderer Intensität diejenigen entwickeln, die mehr platonisch gesinnt waren. Man findet eingestreut in dem ofliziell sich immer mehr und mehr verbreitenden katholisch gefärbten Christentum da und dort Persönlichkeiten in Schulen, welche alte Mysterientradition fortsetzen und das Christentum beleuchten mit diesen alten Mysterientraditionen. Und eine Stätte, in die dann alles dasjenige eingeflossen ist, was als solche Traditionen fortgesetzt worden ist, ist ja die von mir in der letzten Zeit öfter genannte, durch und durch spirituelle Schule von Chartres, innerhalb welcher solche Geister wie Bernhardus Sylvestris, Alanus ab Insulis und andere gewirkt haben.

[ 11 ] Namentlich sehen wir in den auf das neunte Jahrhundert folgenden Jahrhunderten platonisch gerichtete, platonisch orientierte Geister auf die Erde heruntersteigen. Und das sind ja diejenigen, welche eine von dem ofliziellen Christentum, von dem ofhiziellen Katholizismus als häretisch angesehene christliche Lehre, die aber die wahrere christliche Lehre war, im Mittelalter fortgesetzt haben. Die Individualitäten, die den christlichen Ariistotelismus fortsetzten, sie blieben zunächst in geistigen Welten zurück, denn auf der Erde war im neunten, zehnten, elften, zwölften Jahrhundert, nach den Zivilisationsbedingungen, die gegeben waren, keine rechte Anknüpfung für diese Geistesströmung. Dagegen konnten sich, man möchte sagen, in gewissen isolierten Geistesbezirken mit ganz besonderer Intensität diejenigen entwickeln, die mehr platonisch gesinnt waren. Man findet eingestreut in dem ofliziell sich immer mehr und mehr verbreitenden katholisch gefärbten Christentum da und dort Persönlichkeiten in Schulen, welche alte Mysterientradition fortsetzen und das Christentum beleuchten mit diesen alten Mysterientraditionen. Und eine Stätte, in die dann alles dasjenige eingeflossen ist, was als solche Traditionen fortgesetzt worden ist, ist ja die von mir in der letzten Zeit öfter genannte, durch und durch spirituelle Schule von Chartres, innerhalb welcher solche Geister wie Bernhardus Sylvestris, Alanus ab Insulis und andere gewirkt haben.

[ 12 ] Was ist da eigentlich für ein Geistesleben zur Entwickelung gekommen, das zuletzt eingelaufen ist in diese merkwürdige, der Menschheit eigentlich nur äußerlich bekannte Schule von Chartres? Das ist ein Geistesleben, welches im Grunde genommen völlig verschüttet ist in der neueren Zeit, ein Geistesleben, in dem noch alte Mysterientraditionen fortgepflanzt werden. Insbesondere finden wir innerhalb dieses Geisteslebens überall, daß eine Anschauung von der Natur herrscht, die tief geistig durchdrungen ist, eine Anschauung von der Natur, welche noch total verschieden ist von dieser abstrakten Naturanschauung, die dann später alle Kreise bewegte, jener abstrakten Naturanschauung, die nur in Gedanken ausdrückbare Naturgesetze kennt.

[ 12 ] Was ist da eigentlich für ein Geistesleben zur Entwickelung gekommen, das zuletzt eingelaufen ist in diese merkwürdige, der Menschheit eigentlich nur äußerlich bekannte Schule von Chartres? Das ist ein Geistesleben, welches im Grunde genommen völlig verschüttet ist in der neueren Zeit, ein Geistesleben, in dem noch alte Mysterientraditionen fortgepflanzt werden. Insbesondere finden wir innerhalb dieses Geisteslebens überall, daß eine Anschauung von der Natur herrscht, die tief geistig durchdrungen ist, eine Anschauung von der Natur, welche noch total verschieden ist von dieser abstrakten Naturanschauung, die dann später alle Kreise bewegte, jener abstrakten Naturanschauung, die nur in Gedanken ausdrückbare Naturgesetze kennt.

[ 13 ] Dasjenige, was die Geistesströmung, auf die ich hindeute, aus der Natur in die Seele aufgenommen hat, war etwas durchaus Geistgemäßes, war so, daß überall in der Natur nicht bloß abstrakte, tote, begriffliche Naturgesetze gesehen wurden, sondern lebendiges Wirken und Weben. Man hat noch wenig auf dasjenige gesehen, was später für die Menschen so bewundernswert geworden ist: auf unsere heutigen chemischen Elemente. Man hat aber um so mehr auf dasjenige gesehen, was man im alten Sinne die Elemente genannt hat: Erde, Wasser, Luft, Feuer. In dem Augenblicke, wo man aber diese Elemente kennt nicht durch bloße Tradition in Worten, sondern durch eine Tradition, die noch imprägniert ist von den ältesten der Mysterien, in demselben Momente sieht man dasjenige, was zwar nicht vorhanden ist in unseren siebzig bis achtzig chemischen Elementen, was aber in jenen vier Elementen vorhanden ist: die Welt der elementarischen Geistigkeit, die Welt gewisser Elementarwesen, in die man sich sogleich vertieft, wenn man in diese Elemente sich einlebt.

[ 13 ] Dasjenige, was die Geistesströmung, auf die ich hindeute, aus der Natur in die Seele aufgenommen hat, war etwas durchaus Geistgemäßes, war so, daß überall in der Natur nicht bloß abstrakte, tote, begriffliche Naturgesetze gesehen wurden, sondern lebendiges Wirken und Weben. Man hat noch wenig auf dasjenige gesehen, was später für die Menschen so bewundernswert geworden ist: auf unsere heutigen chemischen Elemente. Man hat aber um so mehr auf dasjenige gesehen, was man im alten Sinne die Elemente genannt hat: Erde, Wasser, Luft, Feuer. In dem Augenblicke, wo man aber diese Elemente kennt nicht durch bloße Tradition in Worten, sondern durch eine Tradition, die noch imprägniert ist von den ältesten der Mysterien, in demselben Momente sieht man dasjenige, was zwar nicht vorhanden ist in unseren siebzig bis achtzig chemischen Elementen, was aber in jenen vier Elementen vorhanden ist: die Welt der elementarischen Geistigkeit, die Welt gewisser Elementarwesen, in die man sich sogleich vertieft, wenn man in diese Elemente sich einlebt.

[ 14 ] Und dann sieht man, wie der Mensch selber in bezug auf seine äußere Leiblichkeit teilnimmt an diesem Leben und Weben von Erde, Wasser, Luft, Feuer, wie das in ihm organische Gestalt wird. Und dann sahen diejenigen, die so hineinschauten in das Leben und Weben der Elemente, nicht Naturgesetze in dem Weben und Leben von Erde, Wasser, Feuer, Luft, sondern sie sahen hinter diesem Weben eine große, lebendige Wesenheit, die Göttin Natura. Und sie bekamen aus der Anschauung das unmittelbare Gefühl, daß diese Göttin Natura nur einen Teil ihres Wesens dem Menschen zunächst zuwendet, daß sich der andere Teil ihres Wesens verbirgt in derjenigen Welt, die der Mensch im Schlafe zwischen Einschlafen und Aufwachen zubringt, wo Ich und astralischer Leib in einer der Natur zugrunde liegenden Geistumgebung sind, wo Ich und astralischer Leib zusammen sind mit den Elementarwesen, die den Elementen zugrunde liegen. Und wir finden in diesen isolierten Geistesstätten und Schulen, auf die ich hingedeutet habe, überall Lehrer größerer oder kleinerer Menschengruppen, welche davon sprechen, wie die Göttin Natura in den äußeren Erscheinungen, die sich den Menschen im Wachzustande zeigen, einen Teil ihres lebenden und webenden Wesens zeigt, wie aber in allem elementarischen Wirken, in Wind und Wetter, in alledem, was den Menschen umgibt und den Menschen konstituiert, mitwirkt dasjenige, was der Mensch nicht schauen kann, sondern was sich ihm in der Finsternis des Schlafes verbirgt.

[ 14 ] Und dann sieht man, wie der Mensch selber in bezug auf seine äußere Leiblichkeit teilnimmt an diesem Leben und Weben von Erde, Wasser, Luft, Feuer, wie das in ihm organische Gestalt wird. Und dann sahen diejenigen, die so hineinschauten in das Leben und Weben der Elemente, nicht Naturgesetze in dem Weben und Leben von Erde, Wasser, Feuer, Luft, sondern sie sahen hinter diesem Weben eine große, lebendige Wesenheit, die Göttin Natura. Und sie bekamen aus der Anschauung das unmittelbare Gefühl, daß diese Göttin Natura nur einen Teil ihres Wesens dem Menschen zunächst zuwendet, daß sich der andere Teil ihres Wesens verbirgt in derjenigen Welt, die der Mensch im Schlafe zwischen Einschlafen und Aufwachen zubringt, wo Ich und astralischer Leib in einer der Natur zugrunde liegenden Geistumgebung sind, wo Ich und astralischer Leib zusammen sind mit den Elementarwesen, die den Elementen zugrunde liegen. Und wir finden in diesen isolierten Geistesstätten und Schulen, auf die ich hingedeutet habe, überall Lehrer größerer oder kleinerer Menschengruppen, welche davon sprechen, wie die Göttin Natura in den äußeren Erscheinungen, die sich den Menschen im Wachzustande zeigen, einen Teil ihres lebenden und webenden Wesens zeigt, wie aber in allem elementarischen Wirken, in Wind und Wetter, in alledem, was den Menschen umgibt und den Menschen konstituiert, mitwirkt dasjenige, was der Mensch nicht schauen kann, sondern was sich ihm in der Finsternis des Schlafes verbirgt.

[ 15 ] So empfanden diese Gelehrten der damaligen Zeit die große Göttin Natura als diejenige, die in der Hälfte der Zeit heraufsteigt und sich im äußeren Weben der Sinnesnatur zeigt; aber auch als diejenige, die hinuntersteigt allnächtlich, alljährlich hinuntersteigt, in den Gefilden wirkt und webt, die sich dem Menschen durch das Schlafbewußtsein verbergen. Und das war die gerade Fortsetzung jener Anschauung, die in den alten Mysterien vorhanden war als die Anschauung der Proserpina.

[ 15 ] So empfanden diese Gelehrten der damaligen Zeit die große Göttin Natura als diejenige, die in der Hälfte der Zeit heraufsteigt und sich im äußeren Weben der Sinnesnatur zeigt; aber auch als diejenige, die hinuntersteigt allnächtlich, alljährlich hinuntersteigt, in den Gefilden wirkt und webt, die sich dem Menschen durch das Schlafbewußtsein verbergen. Und das war die gerade Fortsetzung jener Anschauung, die in den alten Mysterien vorhanden war als die Anschauung der Proserpina.

[ 16 ] Sie müssen nur bedenken, was das bedeutet. Wir haben heute eine Naturanschauung, die aus Gedanken gewoben ist, die in Naturgesetzen besteht, die abstrakt spricht und denkt, in der nichts Lebendes ist. Dazumal war noch eine Naturanschauung, wo man die Natur in einer ähnlichen Weise anschaute, wie man die wirkende Göttin Proserpina, die Tochter der Demeter, anschaute. Und in den Vorstellungen, die in jenen Schulen als die richtigen übermittelt wurden, als die aus der noch lebendigen Tradition herauskommenden, waren viele Aussprüche und Ausdrücke, die sich genau als die Fortsetzungen desjenigen zeigten, was man in den alten Mysterien über Proserpina sagte.

[ 16 ] Sie müssen nur bedenken, was das bedeutet. Wir haben heute eine Naturanschauung, die aus Gedanken gewoben ist, die in Naturgesetzen besteht, die abstrakt spricht und denkt, in der nichts Lebendes ist. Dazumal war noch eine Naturanschauung, wo man die Natur in einer ähnlichen Weise anschaute, wie man die wirkende Göttin Proserpina, die Tochter der Demeter, anschaute. Und in den Vorstellungen, die in jenen Schulen als die richtigen übermittelt wurden, als die aus der noch lebendigen Tradition herauskommenden, waren viele Aussprüche und Ausdrücke, die sich genau als die Fortsetzungen desjenigen zeigten, was man in den alten Mysterien über Proserpina sagte.

[ 17 ] Wenn man den Menschen zum Begreifen seines Seelenlebens von dem Begreifen seines körperlichen Lebens aus führen wollte, machte man ihm folgendes klar: Du bestehst in bezug auf dein Leibliches aus den Elementen, in denen die Elementarwesen mitweben, aber du trägst in dir die Seele; die steht nicht unter dem Einfluß dieser Elemente allein, sondern beherrscht im Gegenteil die Organisation der Elemente in dir; sie steht, diese Seele, unter dem Einflusse der planetarischen Welt des Merkur, des Jupiter, der Venus, unter dem Einfluß von Sonne und Mond, Saturn, Mars. — Der menschliche Blick wurde hinaufgelenkt, wenn Psychologie studiert werden sollte, zu den Geheimnissen der planetarischen Welt. Da erweiterte sich dasjenige, was Menschenwesen war, vom Leiblichen ins Seelische hinein, aber in der Anschauung der Zusammengehörigkeit mit der Welt, von dem Wirken und Weben der Elemente Erde, Wasser, Luft, Feuer zu demjenigen, was in ihrem Kreisen, in ihrem Scheinen, in ihrem Lichtwirken, in ihren geheimnisvollen okkulten Wirkungen die Planeten im menschlichen Seelenleben taten. Und von der Göttin Natura, der früheren Proserpina, wendete man sich hinauf zu den Intelligenzen, zu den Genien der Planeten, zu denen man aufschaute, wenn man das menschliche Seelenleben begreifen wollte.

[ 17 ] Wenn man den Menschen zum Begreifen seines Seelenlebens von dem Begreifen seines körperlichen Lebens aus führen wollte, machte man ihm folgendes klar: Du bestehst in bezug auf dein Leibliches aus den Elementen, in denen die Elementarwesen mitweben, aber du trägst in dir die Seele; die steht nicht unter dem Einfluß dieser Elemente allein, sondern beherrscht im Gegenteil die Organisation der Elemente in dir; sie steht, diese Seele, unter dem Einflusse der planetarischen Welt des Merkur, des Jupiter, der Venus, unter dem Einfluß von Sonne und Mond, Saturn, Mars. — Der menschliche Blick wurde hinaufgelenkt, wenn Psychologie studiert werden sollte, zu den Geheimnissen der planetarischen Welt. Da erweiterte sich dasjenige, was Menschenwesen war, vom Leiblichen ins Seelische hinein, aber in der Anschauung der Zusammengehörigkeit mit der Welt, von dem Wirken und Weben der Elemente Erde, Wasser, Luft, Feuer zu demjenigen, was in ihrem Kreisen, in ihrem Scheinen, in ihrem Lichtwirken, in ihren geheimnisvollen okkulten Wirkungen die Planeten im menschlichen Seelenleben taten. Und von der Göttin Natura, der früheren Proserpina, wendete man sich hinauf zu den Intelligenzen, zu den Genien der Planeten, zu denen man aufschaute, wenn man das menschliche Seelenleben begreifen wollte.

[ 18 ] Und dann, wenn es sich darum handelte, das geistige Leben zu begreifen — denn die Lehrer dieser isolierten Schulen hatten sich nicht von der Betrachtung des Geistes abbringen lassen durch das Dogma des achten Konstantinopeler Konzils —, wenn es sich darum handelte, das geistige Leben zu begreifen, dann wendete man den Blick hinauf zu den Fixsternen, zu ihren Konfigurationen, insbesondere zu dem, was sich darstellt in dem Tierkreise. Und man begriff dasjenige, was der Mensch als Geist in sich trug, aus der Konstellation, dem Scheinen und den in den Fixsternen gewußten geistigen Mächten heraus.

[ 18 ] Und dann, wenn es sich darum handelte, das geistige Leben zu begreifen — denn die Lehrer dieser isolierten Schulen hatten sich nicht von der Betrachtung des Geistes abbringen lassen durch das Dogma des achten Konstantinopeler Konzils —, wenn es sich darum handelte, das geistige Leben zu begreifen, dann wendete man den Blick hinauf zu den Fixsternen, zu ihren Konfigurationen, insbesondere zu dem, was sich darstellt in dem Tierkreise. Und man begriff dasjenige, was der Mensch als Geist in sich trug, aus der Konstellation, dem Scheinen und den in den Fixsternen gewußten geistigen Mächten heraus.

[ 19 ] So begriff man aus der Welt, aus dem Kosmos den Menschen. So war da in Wirklichkeit der Makrokosmos und der Mikrokosmos, der Mensch. Das war die Lehre von der Natur in der damaligen Zeit. Sie wurde begeistert in isolierten Schulen, aber auch von einzelnen, die da oder dorthin zerstreut waren, der Menschheit dargeboten. Und sie wurde dann wie in einer Art von Kulmination in wunderbarer Weise von solchen Persönlichkeiten wie Bernhardus Sylvestris, Alanus ab Insulis und anderen in der Schule von Chartres vorgebracht.

[ 19 ] So begriff man aus der Welt, aus dem Kosmos den Menschen. So war da in Wirklichkeit der Makrokosmos und der Mikrokosmos, der Mensch. Das war die Lehre von der Natur in der damaligen Zeit. Sie wurde begeistert in isolierten Schulen, aber auch von einzelnen, die da oder dorthin zerstreut waren, der Menschheit dargeboten. Und sie wurde dann wie in einer Art von Kulmination in wunderbarer Weise von solchen Persönlichkeiten wie Bernhardus Sylvestris, Alanus ab Insulis und anderen in der Schule von Chartres vorgebracht.

[ 20 ] Diese Schule von Chartres, sie ist eigentlich etwas ganz Wunderbares. Wenn man heute die Schriften in die Hand bekommt —, ich sagte schon, sie nehmen sich aus wie Kataloge von Namen. Aber es war in der damaligen Zeit eben nicht üblich, in anderer Weise als in, ich möchte sagen, solch katalogisierender Art zu schreiben über dasjenige, was man in lebendiger Geistigkeit haben wollte. Derjenige aber, der solche Dinge lesen kann, der namentlich in der Anordnung der Dinge lesen kann, der nimmt schon wahr, wie dasjenige, was herrührt von den Lehrern der Schule von Chartres, von alter Spiritualität durchdrungen ist. Die tiefe Spiritualität der Schule wirkte aber nicht nur dadurch, daß gelehrt wurde und daß zahlreiche Schüler da waren, die wiederum hinaustrugen, was sie gelernt hatten, sondern sie wirkte direkt auf spirimelle Art. Sie wirkte so, daß auch in der geistigen Atmosphäre der Menschheit auf okkulte Weise dasjenige ausgestrahlt wurde, was an lebendiger Geistigkeit in Chartres lebte. Deshalb sehen wir durch Frankreich hindurch bis nach Italien hinein die Geiststrahlen dieser Schule von Chartres. In verschiedenen Schulen, die dem äußeren Namen nach in der Geschichte bekanntgeworden sind, wurde aber solch eine Naturlehre gelehrt, wie ich sie angedeutet habe.

[ 20 ] Diese Schule von Chartres, sie ist eigentlich etwas ganz Wunderbares. Wenn man heute die Schriften in die Hand bekommt —, ich sagte schon, sie nehmen sich aus wie Kataloge von Namen. Aber es war in der damaligen Zeit eben nicht üblich, in anderer Weise als in, ich möchte sagen, solch katalogisierender Art zu schreiben über dasjenige, was man in lebendiger Geistigkeit haben wollte. Derjenige aber, der solche Dinge lesen kann, der namentlich in der Anordnung der Dinge lesen kann, der nimmt schon wahr, wie dasjenige, was herrührt von den Lehrern der Schule von Chartres, von alter Spiritualität durchdrungen ist. Die tiefe Spiritualität der Schule wirkte aber nicht nur dadurch, daß gelehrt wurde und daß zahlreiche Schüler da waren, die wiederum hinaustrugen, was sie gelernt hatten, sondern sie wirkte direkt auf spirimelle Art. Sie wirkte so, daß auch in der geistigen Atmosphäre der Menschheit auf okkulte Weise dasjenige ausgestrahlt wurde, was an lebendiger Geistigkeit in Chartres lebte. Deshalb sehen wir durch Frankreich hindurch bis nach Italien hinein die Geiststrahlen dieser Schule von Chartres. In verschiedenen Schulen, die dem äußeren Namen nach in der Geschichte bekanntgeworden sind, wurde aber solch eine Naturlehre gelehrt, wie ich sie angedeutet habe.

[ 21 ] Das ist eben ein konkreter Fall: Als Brunetto Latini, der Lehrer Dantes, von seinem spanischen Gesandtschaftsposten zurückkehrte und einen leisen Sonnenstich und einen großen Schreck in der Nähe seiner Vaterstadt Florenz erlebte, da wurde er zugänglich für die okkulten Ausstrahlungen der Schule von Chartres. Er erlebte dasjenige, was er dann selber so darstellt, daß er, indem er sich seiner Vaterstadt Florenz näherte, in einen tiefen Wald kam, wo er zunächst drei Tieren begegnete, wo er dann begegnete der Göttin Natura, welche aufbaue die Reiche der Natur in der Weise, wie es durch Jahrhunderte gelehrt wurde, wie ich es angedeutet habe. Er aber schaute das; in diesem halbpathologischen Zustand, der aber bald vorüberging, wurde ihm das Anschauen dessen, was in den Schulen gelehrt wurde. Und er schaute dann, nachdem er die Göttin Natura, die Nachfolgerin der Proserpina, in ihrer Arbeit gesehen hatte, wie der Mensch sich aufbaut aus den Elementen, wie die Seele webt in den Kräften der Planeten; er wird bis in den Sternenhimmel hinauf mit seinen Gedanken geführt. Er erlebt in eigener Person diese ganze gewaltige mittelalterliche Wissenschaft.

[ 21 ] Das ist eben ein konkreter Fall: Als Brunetto Latini, der Lehrer Dantes, von seinem spanischen Gesandtschaftsposten zurückkehrte und einen leisen Sonnenstich und einen großen Schreck in der Nähe seiner Vaterstadt Florenz erlebte, da wurde er zugänglich für die okkulten Ausstrahlungen der Schule von Chartres. Er erlebte dasjenige, was er dann selber so darstellt, daß er, indem er sich seiner Vaterstadt Florenz näherte, in einen tiefen Wald kam, wo er zunächst drei Tieren begegnete, wo er dann begegnete der Göttin Natura, welche aufbaue die Reiche der Natur in der Weise, wie es durch Jahrhunderte gelehrt wurde, wie ich es angedeutet habe. Er aber schaute das; in diesem halbpathologischen Zustand, der aber bald vorüberging, wurde ihm das Anschauen dessen, was in den Schulen gelehrt wurde. Und er schaute dann, nachdem er die Göttin Natura, die Nachfolgerin der Proserpina, in ihrer Arbeit gesehen hatte, wie der Mensch sich aufbaut aus den Elementen, wie die Seele webt in den Kräften der Planeten; er wird bis in den Sternenhimmel hinauf mit seinen Gedanken geführt. Er erlebt in eigener Person diese ganze gewaltige mittelalterliche Wissenschaft.

[ 22 ] Brunetto Latini ist der Lehrer von Dante. Wäre er es nicht gewesen, hätte er nicht dasjenige, was er in einer so majestätischen Schauung empfangen hat, seinem Schüler Dante überliefert, wir hätten die «Commedia» nicht, denn die ist der Abglanz der Lehre von Brunetto Latini aus Dantes Seele. Sehen Sie, es war jetzt keine andere Möglichkeit, als daß gewirkt wurde mit solchen Dingen innerhalb der damals gegenüber der späteren noch viel freieren kirchlichen Einrichtung, und wir sehen ja, wie alle diese Lehrer von Chartres Ordensgeistliche sind. Wir sehen sie das Zisterzienserkleid tragen. Wir sehen sie mit den besseren Strömungen innerhalb des christlichen Ordenslebens zusammenhängen.

[ 22 ] Brunetto Latini ist der Lehrer von Dante. Wäre er es nicht gewesen, hätte er nicht dasjenige, was er in einer so majestätischen Schauung empfangen hat, seinem Schüler Dante überliefert, wir hätten die «Commedia» nicht, denn die ist der Abglanz der Lehre von Brunetto Latini aus Dantes Seele. Sehen Sie, es war jetzt keine andere Möglichkeit, als daß gewirkt wurde mit solchen Dingen innerhalb der damals gegenüber der späteren noch viel freieren kirchlichen Einrichtung, und wir sehen ja, wie alle diese Lehrer von Chartres Ordensgeistliche sind. Wir sehen sie das Zisterzienserkleid tragen. Wir sehen sie mit den besseren Strömungen innerhalb des christlichen Ordenslebens zusammenhängen.

[ 23 ] Nun kam eine eigentümliche Phase der Entwickelung. Während dieser ganzen Zeit, in der sozusagen die Platoniker auf die eben geschilderte Art gewirkt hatten, konnten die Aristoteliker auf der Erde nicht wirken. Es waren eben nicht die Bedingungen da. Aber sie bereiteten dafür im übersinnlichen Leben die Michaelströmung vor. Sie standen von der übersinnlichen Welt aus auch in einem fortwährenden Zusammenhang mit den Lehrern, die in der gleichen Richtung wirkten, die dann nach Chartres hin sich zogen. Dann aber fand, während die Blüte der Schule von Chartres Ende des elften Jahrhunderts, im zwölften Jahrhundert war — man muß diese Dinge mit irdischen Bezeichnungen belegen, obwohl natürlich diese irdischen Bezeichnungen nicht stimmen und man sich über sie leicht lächerlich machen kann —, es fand eine Art übersinnlicher Besprechung statt zwischen denjenigen Seelen, die hinaufstiegen in die übersinnliche Welt durch die Pforte des Todes aus der Strömung von Chartres heraus, zwischen den Platonikern und denen, die oben geblieben waren, den Aristotelikern, den Alexandrinern, eine Besprechung, welche um die Wende des zwölften und des dreizehnten Jahrhunderts im Mittelalter liegt, ein Ausgleich, wie fernerhin zu wirken sei.

[ 23 ] Nun kam eine eigentümliche Phase der Entwickelung. Während dieser ganzen Zeit, in der sozusagen die Platoniker auf die eben geschilderte Art gewirkt hatten, konnten die Aristoteliker auf der Erde nicht wirken. Es waren eben nicht die Bedingungen da. Aber sie bereiteten dafür im übersinnlichen Leben die Michaelströmung vor. Sie standen von der übersinnlichen Welt aus auch in einem fortwährenden Zusammenhang mit den Lehrern, die in der gleichen Richtung wirkten, die dann nach Chartres hin sich zogen. Dann aber fand, während die Blüte der Schule von Chartres Ende des elften Jahrhunderts, im zwölften Jahrhundert war — man muß diese Dinge mit irdischen Bezeichnungen belegen, obwohl natürlich diese irdischen Bezeichnungen nicht stimmen und man sich über sie leicht lächerlich machen kann —, es fand eine Art übersinnlicher Besprechung statt zwischen denjenigen Seelen, die hinaufstiegen in die übersinnliche Welt durch die Pforte des Todes aus der Strömung von Chartres heraus, zwischen den Platonikern und denen, die oben geblieben waren, den Aristotelikern, den Alexandrinern, eine Besprechung, welche um die Wende des zwölften und des dreizehnten Jahrhunderts im Mittelalter liegt, ein Ausgleich, wie fernerhin zu wirken sei.

[ 24 ] Das führte dazu, daß, da nun andere Bedingungen eingetreten waren im Geistesleben der europäischen Menschheit, die Platoniker, die zuletzt in Chartres ihre grosse Wirksamkeit entfaltet hatten und in der übersinnlichen Welt waren, ihre Mission übertrugen auf die Aristoteliker. Und diese stiegen nun herunter in die physische Welt, um so fortzusetzen, wie sich eben fortsetzen ließ dasjenige, was ich nennen möchte den kosmischen Michaeldienst.

[ 24 ] Das führte dazu, daß, da nun andere Bedingungen eingetreten waren im Geistesleben der europäischen Menschheit, die Platoniker, die zuletzt in Chartres ihre grosse Wirksamkeit entfaltet hatten und in der übersinnlichen Welt waren, ihre Mission übertrugen auf die Aristoteliker. Und diese stiegen nun herunter in die physische Welt, um so fortzusetzen, wie sich eben fortsetzen ließ dasjenige, was ich nennen möchte den kosmischen Michaeldienst.

[ 25 ] Wieder finden wir diejenigen, welche in diesem mehr aristotelisch gefärbten Sinne wirkten, innerhalb des Dominikaner-Ordens in der mannigfaltigsten Weise wirksam. Es lösten sozusagen für das Erdenwirken die Seelen der Aristoteliker die Seelen der Platoniker ab, und es entwickelte sich dasjenige, was ja heute eigentlich nur innerhalb der anthroposophischen Bewegung wirklich gewürdigt wird — ich habe hier einmal einen Vortragszyklus über die Scholastik in ihrer wahren Gestalt und Herkunft gehalten —, es entwickelte sich die Scholastik des Mittelalters, jene Lehre, welche in einer schon dem Materialismus zueilenden Zeit festhalten wollte, was an Geistigkeit in den menschlichen Anschauungen festgehalten werden kann.

[ 25 ] Wieder finden wir diejenigen, welche in diesem mehr aristotelisch gefärbten Sinne wirkten, innerhalb des Dominikaner-Ordens in der mannigfaltigsten Weise wirksam. Es lösten sozusagen für das Erdenwirken die Seelen der Aristoteliker die Seelen der Platoniker ab, und es entwickelte sich dasjenige, was ja heute eigentlich nur innerhalb der anthroposophischen Bewegung wirklich gewürdigt wird — ich habe hier einmal einen Vortragszyklus über die Scholastik in ihrer wahren Gestalt und Herkunft gehalten —, es entwickelte sich die Scholastik des Mittelalters, jene Lehre, welche in einer schon dem Materialismus zueilenden Zeit festhalten wollte, was an Geistigkeit in den menschlichen Anschauungen festgehalten werden kann.

[ 26 ] Noch bevor Baco von Verulam und Comenius auf der Erde erschienen, wird in der Scholastik an der Fortsetzung des Michaeldienstes gearbeitet. Wir sehen, wie in der Scholastik gerettet werden soll, in der sogenannten realistischen Schule gerettet werden soll der Ursprung dessen, was der Mensch in seinen Gedanken trägt für die Geistigkeit. Geistige Realität wird von den realistischen Scholastikern demjenigen zugeschrieben, was der Mensch durch seine Gedanken erfaßt, geistige Realität. Es ist eine dünne Geistigkeit, die da gerettet werden konnte, aber es ist Geistigkeit.

[ 26 ] Noch bevor Baco von Verulam und Comenius auf der Erde erschienen, wird in der Scholastik an der Fortsetzung des Michaeldienstes gearbeitet. Wir sehen, wie in der Scholastik gerettet werden soll, in der sogenannten realistischen Schule gerettet werden soll der Ursprung dessen, was der Mensch in seinen Gedanken trägt für die Geistigkeit. Geistige Realität wird von den realistischen Scholastikern demjenigen zugeschrieben, was der Mensch durch seine Gedanken erfaßt, geistige Realität. Es ist eine dünne Geistigkeit, die da gerettet werden konnte, aber es ist Geistigkeit.

[ 27 ] Es ist schon so, meine lieben Freunde, daß das spirituelle Leben in der Welten-Entwickelung sich so fortsetzt, daß man, wenn man es in seiner Realität überblickt und die Initiationsw issenschaft besitzt, gar nicht anders kann, als Physisches oder solches überhaupt, das sich in der physischen Historie auf der Erde abspielt, zusammenzuschauen mit dem, was aus dem Geistigen geistig dieses Physische durchdringt. Man kommt zu einer einheitlichen Anschauung, wie zuerst die platonischen Seelen wirken bis nach Chartres hin, wie dann die aristotelischen Seelen wirken. Man schaut zuerst die aristotelischen Seelen, wie sie inspirierend wirken von der übersinnlichen Welt nach den Lehrern hin, die als platonische Seelen auf der Erde leben, dort wirken, lehren, auf der Erde im Erdenverstande Wissenschaft ausbilden. Man schaut hinein in dieses Getriebe, sieht, wie der Lehrer von Chartres auf dem Erdenboden wandelt, seine von Schauungen durchdrungenen Studien absolviert und der inspirierende Strahl von der aristorelischen Seele vom Überirdischen hereinfällt und dasjenige in die richtigen Bahnen bringt, was platonisch gefärbt ist. Man bekommt dann eine ganz andere Anschauung von dem Leben, als sie sehr häufig vorhanden ist. Denn in dem äußeren Leben unterscheidet man so gern Platoniker und Aristoteliker wie Gegensätze. Das ist ja in der Wirklichkeit gar nicht so. Die Zeitepochen der Erde erfordern, daß bald im platonischen, bald im aristotelischen Sinne gesprochen werde. Aber wenn man das übersinnliche Leben im Hintergrunde des sinnlichen Lebens überschaut, so befruchtet das eine das andere, steckt das eine in dem anderen darinnen.

[ 27 ] Es ist schon so, meine lieben Freunde, daß das spirituelle Leben in der Welten-Entwickelung sich so fortsetzt, daß man, wenn man es in seiner Realität überblickt und die Initiationsw issenschaft besitzt, gar nicht anders kann, als Physisches oder solches überhaupt, das sich in der physischen Historie auf der Erde abspielt, zusammenzuschauen mit dem, was aus dem Geistigen geistig dieses Physische durchdringt. Man kommt zu einer einheitlichen Anschauung, wie zuerst die platonischen Seelen wirken bis nach Chartres hin, wie dann die aristotelischen Seelen wirken. Man schaut zuerst die aristotelischen Seelen, wie sie inspirierend wirken von der übersinnlichen Welt nach den Lehrern hin, die als platonische Seelen auf der Erde leben, dort wirken, lehren, auf der Erde im Erdenverstande Wissenschaft ausbilden. Man schaut hinein in dieses Getriebe, sieht, wie der Lehrer von Chartres auf dem Erdenboden wandelt, seine von Schauungen durchdrungenen Studien absolviert und der inspirierende Strahl von der aristorelischen Seele vom Überirdischen hereinfällt und dasjenige in die richtigen Bahnen bringt, was platonisch gefärbt ist. Man bekommt dann eine ganz andere Anschauung von dem Leben, als sie sehr häufig vorhanden ist. Denn in dem äußeren Leben unterscheidet man so gern Platoniker und Aristoteliker wie Gegensätze. Das ist ja in der Wirklichkeit gar nicht so. Die Zeitepochen der Erde erfordern, daß bald im platonischen, bald im aristotelischen Sinne gesprochen werde. Aber wenn man das übersinnliche Leben im Hintergrunde des sinnlichen Lebens überschaut, so befruchtet das eine das andere, steckt das eine in dem anderen darinnen.

[ 28 ] Und wiederum, als innerhalb der Dominikaner die Aristoteliker lehrten, da waren die nunmehr in der geistigen Welt weilenden platonischen Seelen, nachdem sie sich verständigt hatten mit den später heruntergekommenen aristotelischen Seelen, die inspirierenden Genien. Das Leben war überhaupt anders in jener Zeit. Ob man das heute glaubt oder nicht, es war so, daß wenn man geistig auf diese Zeiten hinschaut, man solch einen Geist wie Alanus ab Insulis in seiner einsamen Zelle sitzend findet, seinen Studien ergeben, einen Geistbesuch empfangend aus der übersinnlichen Welt, der sich zu ihm gesellt und der eine aristotelische Seele ist. Ja, es ist ein starkes Bewußtsein vorhanden — auch dann, als im Dominikaner-Orden die Aristoteliker erscheinen —, ein starkes Bewußtsein von der Zugehörigkeit zu der geistigen Welt. Das kann einem aus solchen Tatsachen hervorgehen: Einer der Dominikaner-Lehrer steigt in das physische Erdenleben früher herunter als eine andere Seele, mit der er verbunden ist; diese bleibt in der geistigen Welt zunächst zurück, um etwas, was dort zunächst absolviert werden mußte, etwas später zu dem, der früher heruntergekommen ist, hinunterzutragen, um dann mit dem früher Geborenen wiederum zusammenzuwirken. Und das geht in Bewußtheit vor sich. Man weiß sich mit seinem Wirken, mit seiner Arbeit zusammenhängend mit der geistigen Welt.

[ 28 ] Und wiederum, als innerhalb der Dominikaner die Aristoteliker lehrten, da waren die nunmehr in der geistigen Welt weilenden platonischen Seelen, nachdem sie sich verständigt hatten mit den später heruntergekommenen aristotelischen Seelen, die inspirierenden Genien. Das Leben war überhaupt anders in jener Zeit. Ob man das heute glaubt oder nicht, es war so, daß wenn man geistig auf diese Zeiten hinschaut, man solch einen Geist wie Alanus ab Insulis in seiner einsamen Zelle sitzend findet, seinen Studien ergeben, einen Geistbesuch empfangend aus der übersinnlichen Welt, der sich zu ihm gesellt und der eine aristotelische Seele ist. Ja, es ist ein starkes Bewußtsein vorhanden — auch dann, als im Dominikaner-Orden die Aristoteliker erscheinen —, ein starkes Bewußtsein von der Zugehörigkeit zu der geistigen Welt. Das kann einem aus solchen Tatsachen hervorgehen: Einer der Dominikaner-Lehrer steigt in das physische Erdenleben früher herunter als eine andere Seele, mit der er verbunden ist; diese bleibt in der geistigen Welt zunächst zurück, um etwas, was dort zunächst absolviert werden mußte, etwas später zu dem, der früher heruntergekommen ist, hinunterzutragen, um dann mit dem früher Geborenen wiederum zusammenzuwirken. Und das geht in Bewußtheit vor sich. Man weiß sich mit seinem Wirken, mit seiner Arbeit zusammenhängend mit der geistigen Welt.

[ 29 ] Das alles hat die spätere Geschichte ausgelöscht. Aber Wahrheit über das geschichtliche Leben muß man ja nicht aus den Dokumenten der neueren Zeit ablesen wollen, sondern aus dem Leben. Und man muß einen unbefangenen Blick für das Leben haben. Man muß das Leben auch da sich entfalten sehen, wo es innerhalb vielleicht recht wenig sympathischer Kreise sich entwickelt als etwas, was durch das Karma eben hineingestellt ist in diese Kreise, was aber innerlich etwas ganz anderes bedeutet.

[ 29 ] Das alles hat die spätere Geschichte ausgelöscht. Aber Wahrheit über das geschichtliche Leben muß man ja nicht aus den Dokumenten der neueren Zeit ablesen wollen, sondern aus dem Leben. Und man muß einen unbefangenen Blick für das Leben haben. Man muß das Leben auch da sich entfalten sehen, wo es innerhalb vielleicht recht wenig sympathischer Kreise sich entwickelt als etwas, was durch das Karma eben hineingestellt ist in diese Kreise, was aber innerlich etwas ganz anderes bedeutet.

[ 30 ] Solches Lesen in den Ereignissen, meine lieben Freunde, trat mir wirklich im Verlaufe meines Lebens in ganz merkwürdiger Weise entgegen. Und jetzt schaue ich auf manches erst, mit den Blicken es durchdringend, was in deutlicher Weise wie eine okkulte Schrift mir im Verlaufe des Lebens entgegengetreten ist. Karma webt und wirkt ja in recht geheimnisvoller Weise gerade für die bedeutsamsten Dinge, die man erlebt. Und ich möchte sagen: Es liegt ja auch ein eigentümliches Karma dem zugrunde, daß ich heute, und zu anderen Zeiten an anderen Orten, gerade jetzt in dieser Zeit über solche Dinge spreche wie über die Schule von Chartres und über alles dasjenige, was ihr vorangegangen ist, alles dasjenige, was ihr folgt. Denn gerade die hervorragendsten Menschen, die in der Schule von Chartres gelehrt haben, gehörten dem ZisterzienserOrden an.

[ 30 ] Solches Lesen in den Ereignissen, meine lieben Freunde, trat mir wirklich im Verlaufe meines Lebens in ganz merkwürdiger Weise entgegen. Und jetzt schaue ich auf manches erst, mit den Blicken es durchdringend, was in deutlicher Weise wie eine okkulte Schrift mir im Verlaufe des Lebens entgegengetreten ist. Karma webt und wirkt ja in recht geheimnisvoller Weise gerade für die bedeutsamsten Dinge, die man erlebt. Und ich möchte sagen: Es liegt ja auch ein eigentümliches Karma dem zugrunde, daß ich heute, und zu anderen Zeiten an anderen Orten, gerade jetzt in dieser Zeit über solche Dinge spreche wie über die Schule von Chartres und über alles dasjenige, was ihr vorangegangen ist, alles dasjenige, was ihr folgt. Denn gerade die hervorragendsten Menschen, die in der Schule von Chartres gelehrt haben, gehörten dem ZisterzienserOrden an.

[ 31 ] Nun ist der Zisterzienser-Orden, so wie die anderen Orden innerhalb der katholischen Entwickelung, dekadent geworden, aber in diesem Dekadentwerden liegt ja viel Äußerlichkeit. Die Individualitäten, sie stecken zuweilen, indem sie alte, auch für die Anthroposophie außerordentlich wertvolle Richtungen fortsetzen, in Zusammenhängen drinnen, zu denen sie eigentlich nicht gehören; jedoch das Leben, das Karma bringt sie hinein. So mußte ich es immer merkwürdig finden, daß — von meiner ersten Jugend an bis in eine gewisse Zeit — an mich immer etwas herangetreten ist vom Zisterzienser-Orden. Ich kam ja, als ich die Volksschule hinter mir hatte, nur dadurch, daß ich aus den Gründen, die ich in meinem Lebensgang auseinandergesetzt habe, von meinen Angehörigen in die Realschule verwiesen wurde, nicht in das Gymnasium kam, — nur knapp daran vorbei, Schüler zu werden eines ZisterzienserOrdensgymnasiums. Es war eigentlich ganz selbstverständlich, daß ich das hätte werden sollen. Ich wurde es nicht, natürlich auch aus guten karmischen Gründen.

[ 31 ] Nun ist der Zisterzienser-Orden, so wie die anderen Orden innerhalb der katholischen Entwickelung, dekadent geworden, aber in diesem Dekadentwerden liegt ja viel Äußerlichkeit. Die Individualitäten, sie stecken zuweilen, indem sie alte, auch für die Anthroposophie außerordentlich wertvolle Richtungen fortsetzen, in Zusammenhängen drinnen, zu denen sie eigentlich nicht gehören; jedoch das Leben, das Karma bringt sie hinein. So mußte ich es immer merkwürdig finden, daß — von meiner ersten Jugend an bis in eine gewisse Zeit — an mich immer etwas herangetreten ist vom Zisterzienser-Orden. Ich kam ja, als ich die Volksschule hinter mir hatte, nur dadurch, daß ich aus den Gründen, die ich in meinem Lebensgang auseinandergesetzt habe, von meinen Angehörigen in die Realschule verwiesen wurde, nicht in das Gymnasium kam, — nur knapp daran vorbei, Schüler zu werden eines ZisterzienserOrdensgymnasiums. Es war eigentlich ganz selbstverständlich, daß ich das hätte werden sollen. Ich wurde es nicht, natürlich auch aus guten karmischen Gründen.

[ 32 ] Aber die Realschule, an der ich war, war ja nur fünf Schritte vom Zisterzienser-Ordensgymnasium entfernt. Man lernte alle diese dazumal eigentlich noch ganz ausgezeichnet wirkenden Zisterzienser-Lehrer kennen. Man braucht nicht vom Orden zu sprechen, sondern von den einzelnen Individualitäten. Ich denke heute noch mit einer tiefen Befriedigung an einen solchen Zisterzienser-Ordenspriester, der an jenem Gymnasium deutsche Literatur mit einschneidender Begeisterung lehrte, und ich sehe sie vor mir in allen ihren Individualitäten, in jener Straße, die man in Wiener-Neustadt die Alleegasse nennt, wo die Professoren immer spazieren gingen, bevor die Schule anfing: diese Zisterzienser-Ordenspriester im Zivilkostüm, ungeheuer begabte Leute. Und da ich mich in jener Zeit viel mehr damit beschäftigte, am Ende des Schuljahres die Programm-Aufsätze der Professoren zu lesen als die Schulbücher während des Schuljahres, so las ich wirklich mit eifriger Hingebung dasjenige, was in dem Schulprogramm dieses Wiener-Neustädter Gymnasiums diese Zisterzienser als ihre eigene Weisheit niederschrieben. Kurz, der Zisterzienser-Orden war mir nahe. Und ganz gewiß: wäre ich ins Zisterzienser-Gymnasium gekommen — das sind natürlich Hypothesen, wie man sie nur zur Beleuchtung aufstellen kann —, ich wäre selbstverständlich Zisterzienser geworden.

[ 32 ] Aber die Realschule, an der ich war, war ja nur fünf Schritte vom Zisterzienser-Ordensgymnasium entfernt. Man lernte alle diese dazumal eigentlich noch ganz ausgezeichnet wirkenden Zisterzienser-Lehrer kennen. Man braucht nicht vom Orden zu sprechen, sondern von den einzelnen Individualitäten. Ich denke heute noch mit einer tiefen Befriedigung an einen solchen Zisterzienser-Ordenspriester, der an jenem Gymnasium deutsche Literatur mit einschneidender Begeisterung lehrte, und ich sehe sie vor mir in allen ihren Individualitäten, in jener Straße, die man in Wiener-Neustadt die Alleegasse nennt, wo die Professoren immer spazieren gingen, bevor die Schule anfing: diese Zisterzienser-Ordenspriester im Zivilkostüm, ungeheuer begabte Leute. Und da ich mich in jener Zeit viel mehr damit beschäftigte, am Ende des Schuljahres die Programm-Aufsätze der Professoren zu lesen als die Schulbücher während des Schuljahres, so las ich wirklich mit eifriger Hingebung dasjenige, was in dem Schulprogramm dieses Wiener-Neustädter Gymnasiums diese Zisterzienser als ihre eigene Weisheit niederschrieben. Kurz, der Zisterzienser-Orden war mir nahe. Und ganz gewiß: wäre ich ins Zisterzienser-Gymnasium gekommen — das sind natürlich Hypothesen, wie man sie nur zur Beleuchtung aufstellen kann —, ich wäre selbstverständlich Zisterzienser geworden.

[ 33 ] Nun ging’s in Wien weiter — ich habe das alles in meinem Lebensgang erzählt. Nach einiger Zeit kam ich in den Kreis, der um delle Grazie sich versammelte, in dem viele von den TheologieProfessoren der theologischen Fakultät in Wien verkehrten. Ich wurde mit manchen sehr intim bekannt. Es waren alle da Wirkenden Mitglieder des Zisterzienser-Ordens. Ich kam wieder mit den Zisterziensern zusammen. Und ich habe durch dasjenige, was gegenwärtig durch den Zisterzienser-Orden strömt, gewissermaßen mancherlei zurückverfolgen können.

[ 33 ] Nun ging’s in Wien weiter — ich habe das alles in meinem Lebensgang erzählt. Nach einiger Zeit kam ich in den Kreis, der um delle Grazie sich versammelte, in dem viele von den TheologieProfessoren der theologischen Fakultät in Wien verkehrten. Ich wurde mit manchen sehr intim bekannt. Es waren alle da Wirkenden Mitglieder des Zisterzienser-Ordens. Ich kam wieder mit den Zisterziensern zusammen. Und ich habe durch dasjenige, was gegenwärtig durch den Zisterzienser-Orden strömt, gewissermaßen mancherlei zurückverfolgen können.

[ 34 ] Ich möchte, um Ihnen zu zeigen, wie Karma wirkt, auf ein Ereignis hinweisen. Ich hielt einen Vortrag, und ich war ja durch die — «five-o’clock teas» sind’s in England, in Wien «jour-Tage» — ich war ja durch die «jour-Tage» bei delle Grazie sehr gut bekannt geworden mit den dort verkehrenden Professoren der theologischen Fakultät, den Zisterziensern. Ich hielt einen Vortrag. Es war ein Zisterzienser-Ordenspriester da, einer, der ein ganz besonders ausgezeichneter Mensch war, und als ich meinen Vortrag beendet hatte, sagte er etwas ganz Eigentümliches, etwas, das ich nur in der Form andeuten möchte: Er brachte mir ein Wort entgegen, in dem gelegen war seine Erinnerung an ein Zusammensein von ihm mit mir in einem früheren Erdenleben.

[ 34 ] Ich möchte, um Ihnen zu zeigen, wie Karma wirkt, auf ein Ereignis hinweisen. Ich hielt einen Vortrag, und ich war ja durch die — «five-o’clock teas» sind’s in England, in Wien «jour-Tage» — ich war ja durch die «jour-Tage» bei delle Grazie sehr gut bekannt geworden mit den dort verkehrenden Professoren der theologischen Fakultät, den Zisterziensern. Ich hielt einen Vortrag. Es war ein Zisterzienser-Ordenspriester da, einer, der ein ganz besonders ausgezeichneter Mensch war, und als ich meinen Vortrag beendet hatte, sagte er etwas ganz Eigentümliches, etwas, das ich nur in der Form andeuten möchte: Er brachte mir ein Wort entgegen, in dem gelegen war seine Erinnerung an ein Zusammensein von ihm mit mir in einem früheren Erdenleben.

[ 35 ] Solche Dinge sind schon erziehend für das Leben. Es war im Jahre 1889. Gewiß, ich konnte nur die Äußerlichkeiten dieser Dinge im «Goetheanum» erzählen, und die Aufsätze werden ja als Buch erscheinen, mit Anmerkungen, in denen dann auch das Innerliche berücksichtigt werden wird.

[ 35 ] Solche Dinge sind schon erziehend für das Leben. Es war im Jahre 1889. Gewiß, ich konnte nur die Äußerlichkeiten dieser Dinge im «Goetheanum» erzählen, und die Aufsätze werden ja als Buch erscheinen, mit Anmerkungen, in denen dann auch das Innerliche berücksichtigt werden wird.

[ 36 ] Nun, sehen Sie, hier haben Sie etwas von den karmischen Gründen, die dazu führten, daß ich überhaupt in dieser Form sprechen kann über diese Geistesströmungen. Dafür kann ja die Vorbereitung nur im Leben liegen, nicht im Studium.

[ 36 ] Nun, sehen Sie, hier haben Sie etwas von den karmischen Gründen, die dazu führten, daß ich überhaupt in dieser Form sprechen kann über diese Geistesströmungen. Dafür kann ja die Vorbereitung nur im Leben liegen, nicht im Studium.

[ 37 ] Nun zeigte ich also, wie zusammenwirkte die platonische, die aristotelische Strömung. Dann gingen auch die Aristoteliker wiederum durch die Pforte des Todes. Und es kam ja im Zeitalter der Bewußtseinsseele zunächst auf Erden immer mehr und mehr der Materialismus herauf. Aber gerade in der Zeit, als der Materialismus auf Erden seinen Anfang nahm, da wurde begründet — wie gesagt, man muß diese Dinge mit Trivial-Terminologie belegen —, da wurde begriindet in übersinnlichen Welten eine Art MichaelSchule, eine ausgebreitete Michael-Schule, in der vereinigt waren Geister wie Bernardus Silvestris nach dem Tode, Alanus ab Insulis, aber auch wiederum Aristoteles und Alexander; in der vereinigt waren menschliche Seelen, die dazumal nicht auf Erden verkörpert waren, mit geistigen Wesenheiten, die ihr Leben absolvieren, ohne auf Erden verkörpert zu sein, die aber verbunden sind mit Erdenseelen, Michael selber als der Lehrer, zurückschauend auf alles dasjenige, was die großen Lehren der alten Mysterien waren, eine wunderbare Überschau haltend über die Geheimnisse der alten Mysterien, aber zu gleicher Zeit einen gewaltigen Ausblick gebend über dasjenige, was geschehen soll.

[ 37 ] Nun zeigte ich also, wie zusammenwirkte die platonische, die aristotelische Strömung. Dann gingen auch die Aristoteliker wiederum durch die Pforte des Todes. Und es kam ja im Zeitalter der Bewußtseinsseele zunächst auf Erden immer mehr und mehr der Materialismus herauf. Aber gerade in der Zeit, als der Materialismus auf Erden seinen Anfang nahm, da wurde begründet — wie gesagt, man muß diese Dinge mit Trivial-Terminologie belegen —, da wurde begriindet in übersinnlichen Welten eine Art MichaelSchule, eine ausgebreitete Michael-Schule, in der vereinigt waren Geister wie Bernardus Silvestris nach dem Tode, Alanus ab Insulis, aber auch wiederum Aristoteles und Alexander; in der vereinigt waren menschliche Seelen, die dazumal nicht auf Erden verkörpert waren, mit geistigen Wesenheiten, die ihr Leben absolvieren, ohne auf Erden verkörpert zu sein, die aber verbunden sind mit Erdenseelen, Michael selber als der Lehrer, zurückschauend auf alles dasjenige, was die großen Lehren der alten Mysterien waren, eine wunderbare Überschau haltend über die Geheimnisse der alten Mysterien, aber zu gleicher Zeit einen gewaltigen Ausblick gebend über dasjenige, was geschehen soll.

[ 38 ] Und sehen Sie, in irgendeiner Form findet man gewisse Seelen, die in vielen Erdenleben sich mehr oder weniger zusammengefunden haben innerhalb dieser Scharen, an dieser übersinnlichen Schule im vierzehnten, fünfzehnten Jahrhundert teilnehmend, Scharen von Seelen, die heranstreben zur Michael-Strömung, Seelen, welche in ihre Willensimpulse dasjenige aufnehmen, was man nennen kann: sich verbinden wollen mit der Michael-Strömung.

[ 38 ] Und sehen Sie, in irgendeiner Form findet man gewisse Seelen, die in vielen Erdenleben sich mehr oder weniger zusammengefunden haben innerhalb dieser Scharen, an dieser übersinnlichen Schule im vierzehnten, fünfzehnten Jahrhundert teilnehmend, Scharen von Seelen, die heranstreben zur Michael-Strömung, Seelen, welche in ihre Willensimpulse dasjenige aufnehmen, was man nennen kann: sich verbinden wollen mit der Michael-Strömung.

[ 39 ] Man kann nach diesen Seelen hinschauen. Man findet sie sozusagen — weil dazumal die wenigsten von ihnen auf Erden, die meisten eben in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt waren und teilnahmen an der übersinnlichen Versammlung dieser übersinnlichen Schule —, man findet sie dort, diese Seelen. Man findet sie dort, hinhörend auf die Michael-Lehren. Man findet sie heute wieder in denjenigen Seelen, die, auf Erden verkörpert, ein ehrliches, innerliches, aufrichtiges Streben nach der anthroposophischen Bewegung entwickeln.

[ 39 ] Man kann nach diesen Seelen hinschauen. Man findet sie sozusagen — weil dazumal die wenigsten von ihnen auf Erden, die meisten eben in dem Leben zwischen Tod und neuer Geburt waren und teilnahmen an der übersinnlichen Versammlung dieser übersinnlichen Schule —, man findet sie dort, diese Seelen. Man findet sie dort, hinhörend auf die Michael-Lehren. Man findet sie heute wieder in denjenigen Seelen, die, auf Erden verkörpert, ein ehrliches, innerliches, aufrichtiges Streben nach der anthroposophischen Bewegung entwickeln.

[ 40 ] In dem Karma derjenigen, die in ehrlicher, innerlich ehrlicher Weise nach der anthroposophischen Bewegung hintendieren, liegen die Impulse, die in der übersinnlichen Welt auch für das Karma studiert werden müssen. Natürlich: Daß diese Seelen durch ihr Karma getrieben wurden gerade dazumal zu einer solchen himmlischen Gemeinschaft, das hat seine Gründe darinnen, daß sie im früheren Erdenleben sich ihr Karma in der Weise gestaltet hatten, daß es sie eben dorthin geführt hat. Aber man kann ja auch das Karma von Seelen nicht erkennen, ohne daß man hinschaut nicht nur auf dasjenige, was sich auf Erden abspielt, sondern hinschaut auf dasjenige auch, was sich zwischen dem Tode und einer neuen Geburt abspielen wird.

[ 40 ] In dem Karma derjenigen, die in ehrlicher, innerlich ehrlicher Weise nach der anthroposophischen Bewegung hintendieren, liegen die Impulse, die in der übersinnlichen Welt auch für das Karma studiert werden müssen. Natürlich: Daß diese Seelen durch ihr Karma getrieben wurden gerade dazumal zu einer solchen himmlischen Gemeinschaft, das hat seine Gründe darinnen, daß sie im früheren Erdenleben sich ihr Karma in der Weise gestaltet hatten, daß es sie eben dorthin geführt hat. Aber man kann ja auch das Karma von Seelen nicht erkennen, ohne daß man hinschaut nicht nur auf dasjenige, was sich auf Erden abspielt, sondern hinschaut auf dasjenige auch, was sich zwischen dem Tode und einer neuen Geburt abspielen wird.

[ 41 ] Es ist ja das Anschauen der Welt unendlich bereichernd, wenn man, wenn ich es so ausdrücken darf, bei der Betrachtung der in der Welt wirkenden Seelen — und das sind ja zum Schluß alle Menschen — nicht immer anzufangen hat da, wo die Menschen auf die Erde hereintreten, und aufzuhören hat da, wo sie sterben; denn sie fangen da ja gar nicht an zu wirken, sie hören da ja gar nicht auf zu wirken. In dem, was sich geistig abspielt, wirken ja nicht bloß etwa diejenigen Seelen, die auf Erden heute verkörpert sind, sondern andere Seelen, die heute zwischen dem Tode und einer neuen Geburt stehen und die Strahlen ihres Wirkens hereinsenden auf die Erde. In unseren eigenen Taten liegen die Impulse solcher Seelen. Das wirkt ja alles zusammen, geradeso wie die Erdentaten sich wiederum hineinerstrecken in das Himmelsgebiet und dort weiterwirken, wie ich es an den Persönlichkeiten Capesius und Strader zum Beispiel schon im ersten Mysteriendrama bildhaft angedeutet habe.

[ 41 ] Es ist ja das Anschauen der Welt unendlich bereichernd, wenn man, wenn ich es so ausdrücken darf, bei der Betrachtung der in der Welt wirkenden Seelen — und das sind ja zum Schluß alle Menschen — nicht immer anzufangen hat da, wo die Menschen auf die Erde hereintreten, und aufzuhören hat da, wo sie sterben; denn sie fangen da ja gar nicht an zu wirken, sie hören da ja gar nicht auf zu wirken. In dem, was sich geistig abspielt, wirken ja nicht bloß etwa diejenigen Seelen, die auf Erden heute verkörpert sind, sondern andere Seelen, die heute zwischen dem Tode und einer neuen Geburt stehen und die Strahlen ihres Wirkens hereinsenden auf die Erde. In unseren eigenen Taten liegen die Impulse solcher Seelen. Das wirkt ja alles zusammen, geradeso wie die Erdentaten sich wiederum hineinerstrecken in das Himmelsgebiet und dort weiterwirken, wie ich es an den Persönlichkeiten Capesius und Strader zum Beispiel schon im ersten Mysteriendrama bildhaft angedeutet habe.

[ 42 ] Brunetto Latini, der Lehrer Dantes, er ist ja da. Er ist gestorben dazumal, durch die Pforte des Todes gegangen, aber das ist ja eine Lebensverwandlung. Er ist ja da. Er wirkt ja weiter, und man findet ihn, wenn man ihn geistig sucht.

[ 42 ] Brunetto Latini, der Lehrer Dantes, er ist ja da. Er ist gestorben dazumal, durch die Pforte des Todes gegangen, aber das ist ja eine Lebensverwandlung. Er ist ja da. Er wirkt ja weiter, und man findet ihn, wenn man ihn geistig sucht.

[ 43 ] Nun, dadurch vervollständigt sich das Bild der geistigen Entwickelung der Menschheit, wenn man immer die sogenannten Toten dazunehmen kann, denn sie sind ja eigentlich viel lebendiger als diejenigen, die die sogenannten Lebendigen sind. In vieler Beziehung ist ja jemand wie Brunetto Latini heute, trotzdem er nicht auf der Erde verkörpert ist, in ungeheuer vielem darinnen, was auf Erden geschieht. Sie sehen aber daraus, wie innig verbunden das Erdenleben ist mit dem übersinnlichen Leben, wie man gar nicht eigentlich reden kann von einer von der Erdenwelt, von der sinnlichen Welt getrennten übersinnlichen Welt, denn alles, was sinnlich ist, ist zu gleicher Zeit übersinnlich durchdrungen; alles, was übersinnlich ist, offenbart sich irgendwo oder irgendwann im Sinnlichen. Und aufnehmen kann man eigentlich das Erdenleben nur, wenn man diese Dinge hinter dem Erdenleben sieht.

[ 43 ] Nun, dadurch vervollständigt sich das Bild der geistigen Entwickelung der Menschheit, wenn man immer die sogenannten Toten dazunehmen kann, denn sie sind ja eigentlich viel lebendiger als diejenigen, die die sogenannten Lebendigen sind. In vieler Beziehung ist ja jemand wie Brunetto Latini heute, trotzdem er nicht auf der Erde verkörpert ist, in ungeheuer vielem darinnen, was auf Erden geschieht. Sie sehen aber daraus, wie innig verbunden das Erdenleben ist mit dem übersinnlichen Leben, wie man gar nicht eigentlich reden kann von einer von der Erdenwelt, von der sinnlichen Welt getrennten übersinnlichen Welt, denn alles, was sinnlich ist, ist zu gleicher Zeit übersinnlich durchdrungen; alles, was übersinnlich ist, offenbart sich irgendwo oder irgendwann im Sinnlichen. Und aufnehmen kann man eigentlich das Erdenleben nur, wenn man diese Dinge hinter dem Erdenleben sieht.

[ 44 ] Das, meine lieben Freunde, soll der Zug sein, der in die anthroposophische Bewegung seit der Weihnachtstagung hineingekommen ist: daß in ganz unverhohlener, unbefangener Weise mit voller Erkenntnisbesinnung von den übersinnlichen Tatsachen gehandelt wird. Das soll der esoterische Zug sein, der durch die anthroposophische Bewegung geht. Erst dadurch wird es möglich sein, der anthroposophischen Bewegung ihren wirklichen spirituellen Inhalt zu geben.

[ 44 ] Das, meine lieben Freunde, soll der Zug sein, der in die anthroposophische Bewegung seit der Weihnachtstagung hineingekommen ist: daß in ganz unverhohlener, unbefangener Weise mit voller Erkenntnisbesinnung von den übersinnlichen Tatsachen gehandelt wird. Das soll der esoterische Zug sein, der durch die anthroposophische Bewegung geht. Erst dadurch wird es möglich sein, der anthroposophischen Bewegung ihren wirklichen spirituellen Inhalt zu geben.

[ 45 ] Denn sehen Sie, dasjenige, was ich Ihnen von der Michaelströmung geschildert habe, es hat sich dann fortgesetzt. Aber wenn Individualitäten wiedererscheinen auf Erden: sie sind ja darauf angewiesen, zunächst die physischen Leiber zu benutzen, die in irgendeinem Zeitalter möglich sind, sie müssen sich hineinfinden in die Erziehungsimpulse, die in irgendeinem Zeitalter da sind; das alles bildet eine äußere Bekleidung in einer materialistischen Zeit. Und unsere materialistische Zeit, sie bietet die denkbar größten Hindernisse für die Seelen, die in früheren Erdenleben viel Spiritualität gehabt haben, um diese Spiritualität hineinzutreiben in die Leiber, die noch dazu präpariert werden durch die heutigen Erziehungsmaßnahmen. So daß Sie sich nicht zu verwundern brauchen, wenn ich sage: Die ehrlich nach der Anthroposophie hinstrebenden Seelen, sie sind in der angedeuteten Weise in früheren Erdentwickelungsperioden zu finden. Und man kann nicht wirkliches Erkennen begründen, wenn man nicht dieses Zusammengreifen von allem, was in der Welt wirkt und lebt, erschauen kann. Denn geistige Forschung hängt ja durchaus wiederum am geistigen Leben; geistige Forschung macht notwendig, daß der Geist eben auf seinem Wege auch gesucht werde. Und die Wege des Geistes, sie sind in jedem Zeitalter andere. In unserem Zeitalter sind sie nur zu gehen, wenn auch der feste Boden einer geistgemäßen Erkenntnis der äußeren Natur vorhanden ist.

[ 45 ] Denn sehen Sie, dasjenige, was ich Ihnen von der Michaelströmung geschildert habe, es hat sich dann fortgesetzt. Aber wenn Individualitäten wiedererscheinen auf Erden: sie sind ja darauf angewiesen, zunächst die physischen Leiber zu benutzen, die in irgendeinem Zeitalter möglich sind, sie müssen sich hineinfinden in die Erziehungsimpulse, die in irgendeinem Zeitalter da sind; das alles bildet eine äußere Bekleidung in einer materialistischen Zeit. Und unsere materialistische Zeit, sie bietet die denkbar größten Hindernisse für die Seelen, die in früheren Erdenleben viel Spiritualität gehabt haben, um diese Spiritualität hineinzutreiben in die Leiber, die noch dazu präpariert werden durch die heutigen Erziehungsmaßnahmen. So daß Sie sich nicht zu verwundern brauchen, wenn ich sage: Die ehrlich nach der Anthroposophie hinstrebenden Seelen, sie sind in der angedeuteten Weise in früheren Erdentwickelungsperioden zu finden. Und man kann nicht wirkliches Erkennen begründen, wenn man nicht dieses Zusammengreifen von allem, was in der Welt wirkt und lebt, erschauen kann. Denn geistige Forschung hängt ja durchaus wiederum am geistigen Leben; geistige Forschung macht notwendig, daß der Geist eben auf seinem Wege auch gesucht werde. Und die Wege des Geistes, sie sind in jedem Zeitalter andere. In unserem Zeitalter sind sie nur zu gehen, wenn auch der feste Boden einer geistgemäßen Erkenntnis der äußeren Natur vorhanden ist.

[ 46 ] Es folgt ja auf das Zeitalter, das ich beschrieben habe, innerhalb der Michael-Strömung beschrieben habe, ein solches Zeitalter, das hier auf Erden einen ganz materialistischen Aspekt zeigt, alles auf materialistische Weise ausbildet. Und es entwickelt sich im Übersinnlichen die intensivste Vorbereitung der Michael-Impulse, die in diesem unserem Zeitalter gewissermaßen vom Himmel auf die Erde getragen worden sind. Und anknüpfen kann unser Zeitalter nicht an dasjenige, was in den letzten Jahrhunderten vorangegangen ist; kennen muß man das, aber anknüpfen kann es nicht daran. Anknüpfen muß man mit dem heutigen Zeitbewußtsein an dasjenige, was im Übersinnlichen sich in den letzten Jahrhunderten abgespielt hat. Da berührt man dann, indem man auf dieses hinweist, den Boden, der der Boden anthroposophischer Wirksamkeit, anthroposophischen Lebens in der Gegenwart sein muß. Und solche Anschauungen, wie diejenigen sind, die ich in diesen Stunden auseinandersetzte, sie sollen nicht bloß mit dem kalten Verstande aufgenommen werden und dem nüchternen Herzen, sie müssen aufgenommen werden mit dem ganzen, vollen Menschen, mit dem ganzen Umfange des menschlichen Gemütes. Anthroposophie kann der Menschheit nur etwas sein, wenn sie mit dem ganzen Umfange des menschlichen Gemütes aufgenommen wird. Das liegt zugrunde dem Wollen der mit der Anthroposophischen Gesellschaft vereinigten anthroposophischen Bewegung seit der Weihnachtstagung. Von dem möchte man wünschen, daß es ganz tief in die Seelen der Menschen hineingeht, die damit verbunden sind, damit sie ein Bewußtsein von demjenigen bekommen, was eigentlich mit ihrem Karma in den Tiefen der Seelen zusammenhängt.

[ 46 ] Es folgt ja auf das Zeitalter, das ich beschrieben habe, innerhalb der Michael-Strömung beschrieben habe, ein solches Zeitalter, das hier auf Erden einen ganz materialistischen Aspekt zeigt, alles auf materialistische Weise ausbildet. Und es entwickelt sich im Übersinnlichen die intensivste Vorbereitung der Michael-Impulse, die in diesem unserem Zeitalter gewissermaßen vom Himmel auf die Erde getragen worden sind. Und anknüpfen kann unser Zeitalter nicht an dasjenige, was in den letzten Jahrhunderten vorangegangen ist; kennen muß man das, aber anknüpfen kann es nicht daran. Anknüpfen muß man mit dem heutigen Zeitbewußtsein an dasjenige, was im Übersinnlichen sich in den letzten Jahrhunderten abgespielt hat. Da berührt man dann, indem man auf dieses hinweist, den Boden, der der Boden anthroposophischer Wirksamkeit, anthroposophischen Lebens in der Gegenwart sein muß. Und solche Anschauungen, wie diejenigen sind, die ich in diesen Stunden auseinandersetzte, sie sollen nicht bloß mit dem kalten Verstande aufgenommen werden und dem nüchternen Herzen, sie müssen aufgenommen werden mit dem ganzen, vollen Menschen, mit dem ganzen Umfange des menschlichen Gemütes. Anthroposophie kann der Menschheit nur etwas sein, wenn sie mit dem ganzen Umfange des menschlichen Gemütes aufgenommen wird. Das liegt zugrunde dem Wollen der mit der Anthroposophischen Gesellschaft vereinigten anthroposophischen Bewegung seit der Weihnachtstagung. Von dem möchte man wünschen, daß es ganz tief in die Seelen der Menschen hineingeht, die damit verbunden sind, damit sie ein Bewußtsein von demjenigen bekommen, was eigentlich mit ihrem Karma in den Tiefen der Seelen zusammenhängt.

[ 47 ] Und damit, meine lieben Freunde, haben wir eine Art Grundlage geschaffen für das, was uns weiterführen wird das nächste Mal am nächsten Sonntag, in der Sonntags-Mitgliederversammlung, wo wir den weiteren Fortgang der Michael-Strömung und dasjenige betrachten wollen, was sich daraus für die Aufgaben der Anthroposophie, als Aufgabe des geistigen Lebens in der Gegenwart überhaupt ergibt.

[ 47 ] Und damit, meine lieben Freunde, haben wir eine Art Grundlage geschaffen für das, was uns weiterführen wird das nächste Mal am nächsten Sonntag, in der Sonntags-Mitgliederversammlung, wo wir den weiteren Fortgang der Michael-Strömung und dasjenige betrachten wollen, was sich daraus für die Aufgaben der Anthroposophie, als Aufgabe des geistigen Lebens in der Gegenwart überhaupt ergibt.