Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume IV
GA 238
19 September 1924, Dornach
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Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge
Achter Vortrag
Achter Vortrag
[ 1 ] Die Betrachtungen, die wir hier angestellt haben, um immer besser zu begreifen, was es heißt, daß die Gegenwart im Zeichen der Michael-Herrschaft steht, sie haben uns ja das letztemal dazu geführt, zu zeigen, wie eigenartig das Karma von Menschen wirken kann; und sie haben uns in einem gewissen Sinne gezeigt, wie diese Schwierigkeiten selbst darauf sich erstrecken können, daß irgendeine Persönlichkeit nicht den Weg findet zwischen Tod und neuer Geburt, um dasjenige zu durchleben, was zum Weben des Karma durch Teilnahme an den Ereignissen der Sternenwelt nötig ist.
[ 1 ] Die Betrachtungen, die wir hier angestellt haben, um immer besser zu begreifen, was es heißt, daß die Gegenwart im Zeichen der Michael-Herrschaft steht, sie haben uns ja das letztemal dazu geführt, zu zeigen, wie eigenartig das Karma von Menschen wirken kann; und sie haben uns in einem gewissen Sinne gezeigt, wie diese Schwierigkeiten selbst darauf sich erstrecken können, daß irgendeine Persönlichkeit nicht den Weg findet zwischen Tod und neuer Geburt, um dasjenige zu durchleben, was zum Weben des Karma durch Teilnahme an den Ereignissen der Sternenwelt nötig ist.
[ 2 ] Es wird ja selbstverständlich für eine Anschauung, die noch ganz mit dem nur verwoben ist, was hier im physischen Erdenleben vor sich geht, schwierig, die Dinge in sich aufzunehmen, die wirklich aufgenommen werden müssen, wenn mit der Karma-Idee Ernst gemacht werden soll. Aber wir leben nun einmal im Zeitalter großer Entscheidungen, und diese Entscheidungen müssen zunächst auf geistigem Felde da sein. Und auf geistigem Felde werden diese Entscheidungen in der richtigen Weise dadurch vorbereitet, daß gerade aus dem tieferen anthroposophischen Geiste heraus einzelne Menschen den Mut fassen, mit der Betrachtung der geistigen Welt soweit Ernst zu machen, daß sie hinnehmen können dasjenige, was herangetragen wird aus dieser geistigen Welt, um die Erscheinungen des äußeren physischen Lebens zu begreifen.
[ 2 ] Es wird ja selbstverständlich für eine Anschauung, die noch ganz mit dem nur verwoben ist, was hier im physischen Erdenleben vor sich geht, schwierig, die Dinge in sich aufzunehmen, die wirklich aufgenommen werden müssen, wenn mit der Karma-Idee Ernst gemacht werden soll. Aber wir leben nun einmal im Zeitalter großer Entscheidungen, und diese Entscheidungen müssen zunächst auf geistigem Felde da sein. Und auf geistigem Felde werden diese Entscheidungen in der richtigen Weise dadurch vorbereitet, daß gerade aus dem tieferen anthroposophischen Geiste heraus einzelne Menschen den Mut fassen, mit der Betrachtung der geistigen Welt soweit Ernst zu machen, daß sie hinnehmen können dasjenige, was herangetragen wird aus dieser geistigen Welt, um die Erscheinungen des äußeren physischen Lebens zu begreifen.
[ 3 ] Deshalb habe ich mich auch nicht gescheut, schon seit einer Reihe von Monaten einzelne Tatsachen des geistigen Lebens heranzutragen, welche geeignet sind, die geistige Konfiguration der Gegenwart zu verstehen. Und ich werde heute einiges weitere vorbringen zur Illustrierung, möchte ich sagen, dessen, was ich dann am Sonntag wohl zum Abschlusse bringen werde, um das ganze Karma des geistigen Lebens der Gegenwart in Verbindung mit dem, was anthroposophische Bewegung soll, zu zeigen.
[ 3 ] Deshalb habe ich mich auch nicht gescheut, schon seit einer Reihe von Monaten einzelne Tatsachen des geistigen Lebens heranzutragen, welche geeignet sind, die geistige Konfiguration der Gegenwart zu verstehen. Und ich werde heute einiges weitere vorbringen zur Illustrierung, möchte ich sagen, dessen, was ich dann am Sonntag wohl zum Abschlusse bringen werde, um das ganze Karma des geistigen Lebens der Gegenwart in Verbindung mit dem, was anthroposophische Bewegung soll, zu zeigen.
[ 4 ] Zunächst werde ich allerdings heute einiges vorzubringen haben, bei dem Sie nicht gleich einsehen werden, wie es mit unserem Hauptthema zusammenhängt, bei dem Sie aber sofort erkennen werden, daß es das geistige Leben der Gegenwart im eminentesten Sinne charakterisiert aus den Untergründen des geistigen Lebens der Vergangenheit.
[ 4 ] Zunächst werde ich allerdings heute einiges vorzubringen haben, bei dem Sie nicht gleich einsehen werden, wie es mit unserem Hauptthema zusammenhängt, bei dem Sie aber sofort erkennen werden, daß es das geistige Leben der Gegenwart im eminentesten Sinne charakterisiert aus den Untergründen des geistigen Lebens der Vergangenheit.
[ 5 ] Manches wird recht paradox erscheinen, aber das totale Leben hat eben für die irdische Betrachtung Paradoxien. Die Beispiele, die ich heute wähle, sind so, daß sie nicht gewöhnlich sind, denn gewöhnliche Aufeinanderfolgen von Erdenleben zeigen uns in der Regel nicht historische Persönlichkeiten, zeigen uns auch nicht Persönlichkeiten so, daß wir mit oberflächlicher Betrachtung eine fortlaufende Kette sehen würden. Aber es gibt tatsächlich Erdenleben, die so aufeinanderfolgen, daß man, indem man sie zusammenfaßt, gleichzeitig Geschichte darstellt.
[ 5 ] Manches wird recht paradox erscheinen, aber das totale Leben hat eben für die irdische Betrachtung Paradoxien. Die Beispiele, die ich heute wähle, sind so, daß sie nicht gewöhnlich sind, denn gewöhnliche Aufeinanderfolgen von Erdenleben zeigen uns in der Regel nicht historische Persönlichkeiten, zeigen uns auch nicht Persönlichkeiten so, daß wir mit oberflächlicher Betrachtung eine fortlaufende Kette sehen würden. Aber es gibt tatsächlich Erdenleben, die so aufeinanderfolgen, daß man, indem man sie zusammenfaßt, gleichzeitig Geschichte darstellt.
[ 6 ] Es ist das bei wenigen Individualitäten in so ausgesprochenem Sinne der Fall; aber gerade solche Individualitäten, bei denen wir gewissermaßen auf die einzelne Inkarnation als eine historische hindeuten können, wie ja das schon der Fall war bei einzelnen, die ich im Laufe der Zeit angeführt habe, gerade bei solchen Individualitäten können wir über das Karma außerordentlich viel lernen. Und da möchte ich denn zunächst von einer Persönlichkeit erzählen, die gelebt hat am Ende des ersten christlichen Jahrhunderts, schon dazumal Philosoph war, ein Philosoph, der im ausgesprochensten Sinne zu den Skeptikern gehörte, das heißt zu denen, die eigentlich nichts in der Welt für gewiß halten. Er gehörte zu derjenigen skeptischen Schule, welche zwar schon das Christentum hereinbrechen sah, aber die durchaus auf dem Boden stand, daß man sichere Erkenntnisse überhaupt nicht gewinnen könne, daß man also vor allen Dingen nicht irgendwie sagen könne, ob irgendein göttliches Wesen menschliche Gestalt annehmen könne oder dergleichen.
[ 6 ] Es ist das bei wenigen Individualitäten in so ausgesprochenem Sinne der Fall; aber gerade solche Individualitäten, bei denen wir gewissermaßen auf die einzelne Inkarnation als eine historische hindeuten können, wie ja das schon der Fall war bei einzelnen, die ich im Laufe der Zeit angeführt habe, gerade bei solchen Individualitäten können wir über das Karma außerordentlich viel lernen. Und da möchte ich denn zunächst von einer Persönlichkeit erzählen, die gelebt hat am Ende des ersten christlichen Jahrhunderts, schon dazumal Philosoph war, ein Philosoph, der im ausgesprochensten Sinne zu den Skeptikern gehörte, das heißt zu denen, die eigentlich nichts in der Welt für gewiß halten. Er gehörte zu derjenigen skeptischen Schule, welche zwar schon das Christentum hereinbrechen sah, aber die durchaus auf dem Boden stand, daß man sichere Erkenntnisse überhaupt nicht gewinnen könne, daß man also vor allen Dingen nicht irgendwie sagen könne, ob irgendein göttliches Wesen menschliche Gestalt annehmen könne oder dergleichen.
[ 7 ] Diese Individualität — der Name der damaligen Zeit tut nicht viel zur Sache, er war ein Agrippa —, diese Individualität, die dazumal verkörpert war, faßte sozusagen alles, was die griechische Skepsis aufgebracht hatte, in ihrer Persönlichkeit zusammen und war in gewissem Sinne eine Persönlichkeit, die wir, wenn wir das Wort nicht in verächtlichem Sinne, sondern mehr als einen Terminus technicus nehmen, sogar einen Zyniker nennen würden; einen Zyniker nicht in bezug auf die Lebensanschauung, da war er Skeptiker, aber Zyniker in bezug auf die Art und Weise, wie er die Dinge der Welt hingenommen hat: nämlich so, daß er eigentlich sehr gern, selbst über recht wichtige Dinge, scherzte. Und es ging dazumal das Christentum an ihm ganz spurlos vorüber. Aber es blieb, als er durch die Pforte des Todes ging, eine Stimmung, die weniger ein Ergebnis seiner Skepsis war — denn das war ja eine philosophische Anschauung, die trägt man nicht sehr weit nach dem Tode mit —, aber dasjenige, was in den inneren Seelen- und Geistgewohnbheiten liegt, dieses leichte Hinnehmen von wichtigen Ereignissen des Lebens, dieses Sich-Freuen darüber, wenn sich manches, was wichtig ausschaut, nicht als wichtig erweist: das war so die Grundstimmung. Und so wurde denn diese Grundstimmung in das Leben nach dem Tode hineingetragen.
[ 7 ] Diese Individualität — der Name der damaligen Zeit tut nicht viel zur Sache, er war ein Agrippa —, diese Individualität, die dazumal verkörpert war, faßte sozusagen alles, was die griechische Skepsis aufgebracht hatte, in ihrer Persönlichkeit zusammen und war in gewissem Sinne eine Persönlichkeit, die wir, wenn wir das Wort nicht in verächtlichem Sinne, sondern mehr als einen Terminus technicus nehmen, sogar einen Zyniker nennen würden; einen Zyniker nicht in bezug auf die Lebensanschauung, da war er Skeptiker, aber Zyniker in bezug auf die Art und Weise, wie er die Dinge der Welt hingenommen hat: nämlich so, daß er eigentlich sehr gern, selbst über recht wichtige Dinge, scherzte. Und es ging dazumal das Christentum an ihm ganz spurlos vorüber. Aber es blieb, als er durch die Pforte des Todes ging, eine Stimmung, die weniger ein Ergebnis seiner Skepsis war — denn das war ja eine philosophische Anschauung, die trägt man nicht sehr weit nach dem Tode mit —, aber dasjenige, was in den inneren Seelen- und Geistgewohnbheiten liegt, dieses leichte Hinnehmen von wichtigen Ereignissen des Lebens, dieses Sich-Freuen darüber, wenn sich manches, was wichtig ausschaut, nicht als wichtig erweist: das war so die Grundstimmung. Und so wurde denn diese Grundstimmung in das Leben nach dem Tode hineingetragen.
[ 8 ] Nun habe ich ja schon gestern angedeutet: Zunächst tritt der Mensch, wenn er die Pforte des Todes durchlaufen hat, in eine Sphäre ein, welche ihn nach und nach in das Gebiet des Mondes führt. Und ich habe angedeutet, wie da eigentlich die Kolonie der Urweisen der Menschheit ist, jener Urlehrer, die einstmals auf der Erde gelebt haben, dazumal aber nicht in einem physischen Leibe waren, daher auch nicht so lehrten, wie man sich das Lehren von später vorzustellen hat, sondern die nur im ätherischen Leibe wandelten auf der Erde, die so lehrten, daß der eine oder der andere, der von ihnen belehrt sein sollte in den Mysterien, dies empfand wie ein Innewohnen dieser Urweisen. Er hatte das Gefühl: Der Urweise war nun bei mir. — Und als Erfolg dieses Innewohnens des Urweisen empfand er dann eine innere Inspiration, durch welche eben in der damaligen Zeit gelehrt wurde. Das waren die ältesten Zeiten der Erdenentwickelung, wo die großen Urlehrer auf der Erde in ihren ätherischen Leibern wandelten. Diese Urlehrer sind es, die dann sozusagen dem Monde, der sich da als Weltenkörper schon von der Erde getrennt hatte, nachzogen und deren Gebiet nun der Mensch passiert, als erste Station gewissermaßen seiner kosmischen Entwickelung. Sie sind es, die ihn über das Karma aufklären, denn sie haben es ja namentlich mit der Weisheit der Vergangenheit zu tun.
[ 8 ] Nun habe ich ja schon gestern angedeutet: Zunächst tritt der Mensch, wenn er die Pforte des Todes durchlaufen hat, in eine Sphäre ein, welche ihn nach und nach in das Gebiet des Mondes führt. Und ich habe angedeutet, wie da eigentlich die Kolonie der Urweisen der Menschheit ist, jener Urlehrer, die einstmals auf der Erde gelebt haben, dazumal aber nicht in einem physischen Leibe waren, daher auch nicht so lehrten, wie man sich das Lehren von später vorzustellen hat, sondern die nur im ätherischen Leibe wandelten auf der Erde, die so lehrten, daß der eine oder der andere, der von ihnen belehrt sein sollte in den Mysterien, dies empfand wie ein Innewohnen dieser Urweisen. Er hatte das Gefühl: Der Urweise war nun bei mir. — Und als Erfolg dieses Innewohnens des Urweisen empfand er dann eine innere Inspiration, durch welche eben in der damaligen Zeit gelehrt wurde. Das waren die ältesten Zeiten der Erdenentwickelung, wo die großen Urlehrer auf der Erde in ihren ätherischen Leibern wandelten. Diese Urlehrer sind es, die dann sozusagen dem Monde, der sich da als Weltenkörper schon von der Erde getrennt hatte, nachzogen und deren Gebiet nun der Mensch passiert, als erste Station gewissermaßen seiner kosmischen Entwickelung. Sie sind es, die ihn über das Karma aufklären, denn sie haben es ja namentlich mit der Weisheit der Vergangenheit zu tun.
[ 9 ] Und als die betreffende Persönlichkeit, Agrippa, in dieses Gebiet eintrat, da war es, daß ihr sehr stark der Sinn einer früheren Inkarnation aufging, die sie gehabt hatte, die besonders charakteristisch war und jetzt gewissermaßen im Rückblick nach dem Tode einen großen Eindruck machte, weil in dieser Inkarnation von der betreffenden Individualität noch viel hatte gesehen werden können von der Art und Weise, wie die Kulte Vorderasiens und Afrikas aus den alten Mysterien hervorgingen.
[ 9 ] Und als die betreffende Persönlichkeit, Agrippa, in dieses Gebiet eintrat, da war es, daß ihr sehr stark der Sinn einer früheren Inkarnation aufging, die sie gehabt hatte, die besonders charakteristisch war und jetzt gewissermaßen im Rückblick nach dem Tode einen großen Eindruck machte, weil in dieser Inkarnation von der betreffenden Individualität noch viel hatte gesehen werden können von der Art und Weise, wie die Kulte Vorderasiens und Afrikas aus den alten Mysterien hervorgingen.
[ 10 ] Diese Individualität machte dann recht intensiv wieder neuerdings durch, übersinnlich, in christlicher Zeit, dasjenige, was sie durchgemacht hatte auf Erden im Zusammenhange mit manchem untergehenden Mysterienwesen Vorderasiens. Und das bewirkte dann, daß sie — sie war ja nicht vom Christentum berührt, wie ich gesagt habe —, daß diese Individualität jetzt sah, übersinnlich sah, wie in den alten Mysterien der Christus erwartet wurde.
[ 10 ] Diese Individualität machte dann recht intensiv wieder neuerdings durch, übersinnlich, in christlicher Zeit, dasjenige, was sie durchgemacht hatte auf Erden im Zusammenhange mit manchem untergehenden Mysterienwesen Vorderasiens. Und das bewirkte dann, daß sie — sie war ja nicht vom Christentum berührt, wie ich gesagt habe —, daß diese Individualität jetzt sah, übersinnlich sah, wie in den alten Mysterien der Christus erwartet wurde.
[ 11 ] Aber da die Mysterien — ich meine die Kulte aus den Mysterienstätten, die diese Persönlichkeit sah — schon veräußerlicht waren an den Orten, wo sie gelebt hatte, nahm diese Persönlichkeit Kulte, Einrichtungen auf, die sich im Laufe der ersten Jahrhunderte der christlichen Entwickelung in verchristlichter Metamorphose eben auf das römische Christentum übertrugen.
[ 11 ] Aber da die Mysterien — ich meine die Kulte aus den Mysterienstätten, die diese Persönlichkeit sah — schon veräußerlicht waren an den Orten, wo sie gelebt hatte, nahm diese Persönlichkeit Kulte, Einrichtungen auf, die sich im Laufe der ersten Jahrhunderte der christlichen Entwickelung in verchristlichter Metamorphose eben auf das römische Christentum übertrugen.
[ 12 ] Also merken Sie wohl auf, meine lieben Freunde, um was es sich da handelt. Es handelt sich darum, daß in dieser Region nach dem Tode bei dieser Individualität ein Verständnis für das Äußerliche der Kulte und für das Äußerliche der Kircheneinrichtungen vorbereitet wurde, die ehedem heidnische waren, die aber wieder erstanden innerhalb der ersten christlichen Jahrhunderte und zum ausgesprochen römischen Kultus übergingen mit all den Auffassungen des kirchlichen Wesens, das mit dem römischen Kultus zusammenhing.
[ 12 ] Also merken Sie wohl auf, meine lieben Freunde, um was es sich da handelt. Es handelt sich darum, daß in dieser Region nach dem Tode bei dieser Individualität ein Verständnis für das Äußerliche der Kulte und für das Äußerliche der Kircheneinrichtungen vorbereitet wurde, die ehedem heidnische waren, die aber wieder erstanden innerhalb der ersten christlichen Jahrhunderte und zum ausgesprochen römischen Kultus übergingen mit all den Auffassungen des kirchlichen Wesens, das mit dem römischen Kultus zusammenhing.
[ 13 ] Sehen Sie, das bewirkte eine ganz besondere Geisteskonfiguration bei der betreffenden Persönlichkeit. Nun sehen wir wiederum in diesem Verlauf, den da der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, diese Individualität ganz besonders das Karma ausarbeiten in der Merkur-Region, so daß sie nicht im innerlichen Sinne, aber im Sinne der Begabung mit äußerer Intelligenz, große Überschau bekommt über Verhältnisse.
[ 13 ] Sehen Sie, das bewirkte eine ganz besondere Geisteskonfiguration bei der betreffenden Persönlichkeit. Nun sehen wir wiederum in diesem Verlauf, den da der Mensch durchmacht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, diese Individualität ganz besonders das Karma ausarbeiten in der Merkur-Region, so daß sie nicht im innerlichen Sinne, aber im Sinne der Begabung mit äußerer Intelligenz, große Überschau bekommt über Verhältnisse.
[ 14 ] Und wenn wir dann diese Individualität weiter verfolgen, treffen wir sie auf der Erde wiederum als jenen Kardinal, der die Regietung Ludwigs XIV. besorgte, während Ludwig XIV. selber noch ein Kind war: als Kardinal Mazarin. Und wenn wit nun den Kardinal Mazarin studieren in alle dem, was er Glänzend-Splendides, Großes hat, und in alle dem, was er an äußerlicher Auffassung des Christentums hat, das ihm sogleich eingeht — auch in dem, wie er sich gewohnheitsmäßig einlebt in die Art jener Frau, welche die Vormundschaft über Ludwig XIV. führt —, da sehen wir: Er nimmt all dasjenige vom Christentum auf, was christliche Einrichtungen sind, christlicher Kultus, christlicher Prunk: er nimmt das alles auf, indem es sich ihm umgibt mit dem Glanze des vorderasiatisch-orientalischen Wesens. Und er regiert Europa im Grunde genommen so wie jemand, der vorderasiatisches Wesen stark aufgenommen hat in einer viel früheren Inkarnation.
[ 14 ] Und wenn wir dann diese Individualität weiter verfolgen, treffen wir sie auf der Erde wiederum als jenen Kardinal, der die Regietung Ludwigs XIV. besorgte, während Ludwig XIV. selber noch ein Kind war: als Kardinal Mazarin. Und wenn wit nun den Kardinal Mazarin studieren in alle dem, was er Glänzend-Splendides, Großes hat, und in alle dem, was er an äußerlicher Auffassung des Christentums hat, das ihm sogleich eingeht — auch in dem, wie er sich gewohnheitsmäßig einlebt in die Art jener Frau, welche die Vormundschaft über Ludwig XIV. führt —, da sehen wir: Er nimmt all dasjenige vom Christentum auf, was christliche Einrichtungen sind, christlicher Kultus, christlicher Prunk: er nimmt das alles auf, indem es sich ihm umgibt mit dem Glanze des vorderasiatisch-orientalischen Wesens. Und er regiert Europa im Grunde genommen so wie jemand, der vorderasiatisches Wesen stark aufgenommen hat in einer viel früheren Inkarnation.
[ 15 ] Aber dieser Kardinal Mazarin hatte schon Gelegenheit, nun ein wenig stark berührt zu werden von den Verhältnissen. Sie müssen nur das Zeitalter in Betracht ziehen: das Auslaufen des Dreißigjährigen Krieges, all die Dinge, die sich abspielten als von Ludwig XIV. ausgehend.
[ 15 ] Aber dieser Kardinal Mazarin hatte schon Gelegenheit, nun ein wenig stark berührt zu werden von den Verhältnissen. Sie müssen nur das Zeitalter in Betracht ziehen: das Auslaufen des Dreißigjährigen Krieges, all die Dinge, die sich abspielten als von Ludwig XIV. ausgehend.
[ 16 ] Kardinal Mazarin war mit einer großen Überschau begabt, ein großer Staatsmann, aber auch wiederum wie im 'Taumel, betäubt eigentlich von den eigenen Taten; so daß diese Taten, man möchte sagen, wie grandiose Geschicklichkeiten abliefen, aber nicht wie etwas, was aus dem tiefen Herzen kommt.
[ 16 ] Kardinal Mazarin war mit einer großen Überschau begabt, ein großer Staatsmann, aber auch wiederum wie im 'Taumel, betäubt eigentlich von den eigenen Taten; so daß diese Taten, man möchte sagen, wie grandiose Geschicklichkeiten abliefen, aber nicht wie etwas, was aus dem tiefen Herzen kommt.
[ 17 ] Dies Leben wird ganz merkwürdig, indem es nun wiederum durch die Zeit hindurchgeht zwischen Tod und neuer Geburt. Da kann man geradezu sehen, wie beim weiteren Passieren der Merkur-Region, man möchte sagen, alles das, was diese Persönlichkeit getan hat, sich wie in einen Nebel auflöst. Es bleibt alles, was diese Persönlichkeit aufgenommen hat an Ideen über das Christentum, es bleibt alles, was diese Persönlichkeit durchgemacht hat an Skepsis gegenüber der Wissenschaft, und alles das bildet sich nun um in diesem Leben zwischen Tod und neuer Geburt: Die Wissenschaft liefert nicht die letzten Wahrheiten; ein intensiver Erkenntnissinn, der im Anfluge eigentlich schon da war beim vorigen Passieren des Merkur, der vergeht wiederum, und es bildet sich in diesem Leben karmisch eine eigentümliche Mentalität aus; eine Mentalität, welche eindringliche Anschauungen, die diese Individualität durchgemacht hat, mit großer Zähigkeit festhält, die aber wenig Begriffe entwickeln kann für das nächste Leben, um sie zu beherrschen. Man hat das Gefühl, indem sie da durchgeht durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt: Was soll denn diese Individualität eigentlich in der neuen Inkarnation, die sie nun anstreben will? Mit was ist sie denn nun eigentlich richtig verbunden? Man hat das Gefühl: Die kann mehr oder weniger intensiv verbunden werden mit allem möglichen und mit nichts. Alle Antezedenzien sind dazu da. Die Intensität, mit der — nach vorangegangener Skepsis — auf all den Wegen, auf denen man zum Kardinal wird, das Christentum mit allen einzelnen Äußerlichkeiten durchlebt wird, das sitzt tief in der Persönlichkeit: Diese Persönlichkeit muß kenntnisreich werden, doch mit leichtgeschürzten Begriffen auftreten können. Aber außerdem: Wie ausgelöscht ist, ich möchte sagen, die europäische Landkarte, die sie einmal beherrscht hat. Man weiß nicht: Wie soll sie wieder zu der sich finden? Was wird sie anfangen mit dieser europäischen Landkarte? — Sie wird ganz gewiß nichts damit anzufangen wissen.
[ 17 ] Dies Leben wird ganz merkwürdig, indem es nun wiederum durch die Zeit hindurchgeht zwischen Tod und neuer Geburt. Da kann man geradezu sehen, wie beim weiteren Passieren der Merkur-Region, man möchte sagen, alles das, was diese Persönlichkeit getan hat, sich wie in einen Nebel auflöst. Es bleibt alles, was diese Persönlichkeit aufgenommen hat an Ideen über das Christentum, es bleibt alles, was diese Persönlichkeit durchgemacht hat an Skepsis gegenüber der Wissenschaft, und alles das bildet sich nun um in diesem Leben zwischen Tod und neuer Geburt: Die Wissenschaft liefert nicht die letzten Wahrheiten; ein intensiver Erkenntnissinn, der im Anfluge eigentlich schon da war beim vorigen Passieren des Merkur, der vergeht wiederum, und es bildet sich in diesem Leben karmisch eine eigentümliche Mentalität aus; eine Mentalität, welche eindringliche Anschauungen, die diese Individualität durchgemacht hat, mit großer Zähigkeit festhält, die aber wenig Begriffe entwickeln kann für das nächste Leben, um sie zu beherrschen. Man hat das Gefühl, indem sie da durchgeht durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt: Was soll denn diese Individualität eigentlich in der neuen Inkarnation, die sie nun anstreben will? Mit was ist sie denn nun eigentlich richtig verbunden? Man hat das Gefühl: Die kann mehr oder weniger intensiv verbunden werden mit allem möglichen und mit nichts. Alle Antezedenzien sind dazu da. Die Intensität, mit der — nach vorangegangener Skepsis — auf all den Wegen, auf denen man zum Kardinal wird, das Christentum mit allen einzelnen Äußerlichkeiten durchlebt wird, das sitzt tief in der Persönlichkeit: Diese Persönlichkeit muß kenntnisreich werden, doch mit leichtgeschürzten Begriffen auftreten können. Aber außerdem: Wie ausgelöscht ist, ich möchte sagen, die europäische Landkarte, die sie einmal beherrscht hat. Man weiß nicht: Wie soll sie wieder zu der sich finden? Was wird sie anfangen mit dieser europäischen Landkarte? — Sie wird ganz gewiß nichts damit anzufangen wissen.
[ 18 ] Ja, meine lieben Freunde, man muß diese Dinge beim Durchgehen des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt durchmachen, damit man sich nur ja nicht irrt, damit nun wirklich ein exaktes Wissen herauskommt. Diese Persönlichkeit wird wiedergeboren als eine solche, die wirklich in ihrem physischen Leben, als die MichaelZeit heranrückt und da ist, ein merkwürdiges Doppelgesicht zeigt. Eine Persönlichkeit, die nicht recht Staatsmann sein kann, nicht ganz Staatsmann sein kann, nicht ganz Kleriker sein kann, die aber intensiv in beides hereingezogen wird: Das ist Hertling, der noch in seinem hohen Alter deutscher Reichskanzler geworden ist und die Reste seines Mazarintums in dieser Weise dann in karmischer Folge zu verwerten hatte; der all die Eigentümlichkeiten, mit denen er an das Christentum herangekommen ist, in seinem christlichen Professorentum zur Darstellung bringt.
[ 18 ] Ja, meine lieben Freunde, man muß diese Dinge beim Durchgehen des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt durchmachen, damit man sich nur ja nicht irrt, damit nun wirklich ein exaktes Wissen herauskommt. Diese Persönlichkeit wird wiedergeboren als eine solche, die wirklich in ihrem physischen Leben, als die MichaelZeit heranrückt und da ist, ein merkwürdiges Doppelgesicht zeigt. Eine Persönlichkeit, die nicht recht Staatsmann sein kann, nicht ganz Staatsmann sein kann, nicht ganz Kleriker sein kann, die aber intensiv in beides hereingezogen wird: Das ist Hertling, der noch in seinem hohen Alter deutscher Reichskanzler geworden ist und die Reste seines Mazarintums in dieser Weise dann in karmischer Folge zu verwerten hatte; der all die Eigentümlichkeiten, mit denen er an das Christentum herangekommen ist, in seinem christlichen Professorentum zur Darstellung bringt.
[ 19 ] Es ist ein Beispiel, an dem Sie sehen können, wie eigentümlich die Menschen der Gegenwart in der Vergangenheit zu ihren gegenwärtigen Individualitäten gekommen sind. Derjenige, der nicht forscht, sondern sich etwas ausdenkt, würde natürlich auf ganz etwas anderes kommen. Aber erst dann versteht man das Karma, wenn man eben anknüpfen kann an diese extremsten Zusammenhänge, die in der sinnlichen Welt sich fast als paradox ausnehmen, die aber in der geistigen Welt da sind. So wie eben da ist, was ich öfter auch schon hier erwähnt habe, die Tatsache: daß der die Kirche so wütend bekämpfende Ernst Haeckel der wiederverkörperte Mönch Hildebrand war, der als Gregor der große Papst war in der vorigen Inkarnation.
[ 19 ] Es ist ein Beispiel, an dem Sie sehen können, wie eigentümlich die Menschen der Gegenwart in der Vergangenheit zu ihren gegenwärtigen Individualitäten gekommen sind. Derjenige, der nicht forscht, sondern sich etwas ausdenkt, würde natürlich auf ganz etwas anderes kommen. Aber erst dann versteht man das Karma, wenn man eben anknüpfen kann an diese extremsten Zusammenhänge, die in der sinnlichen Welt sich fast als paradox ausnehmen, die aber in der geistigen Welt da sind. So wie eben da ist, was ich öfter auch schon hier erwähnt habe, die Tatsache: daß der die Kirche so wütend bekämpfende Ernst Haeckel der wiederverkörperte Mönch Hildebrand war, der als Gregor der große Papst war in der vorigen Inkarnation.
[ 20 ] Da sehen wir, wie gleichgültig der äußere Inhalt des Glaubens oder der Anschauung eines Menschen im Erdenleben ist; denn das sind seine Gedanken. Aber studieren Sie einmal Haeckel, und studieren Sie namentlich im Zusammenhange mit dem, was er als Abt Hildebrand war, den Gregor — ich glaube, er ist auch unter diesen Bildern von Chartres —, dann werden Sie sehen, daß in der Tat da dynamisch ein Fortwirken vorhanden ist.
[ 20 ] Da sehen wir, wie gleichgültig der äußere Inhalt des Glaubens oder der Anschauung eines Menschen im Erdenleben ist; denn das sind seine Gedanken. Aber studieren Sie einmal Haeckel, und studieren Sie namentlich im Zusammenhange mit dem, was er als Abt Hildebrand war, den Gregor — ich glaube, er ist auch unter diesen Bildern von Chartres —, dann werden Sie sehen, daß in der Tat da dynamisch ein Fortwirken vorhanden ist.
[ 21 ] Ich habe dieses Beispiel angeführt, damit Sie sehen, wie prominente Persönlichkeiten der Gegenwart die Vergangenheit in diese Gegenwart hereintragen. Ich möchte nun ein anderes Beispiel wählen, das Ihnen allen sehr, sehr wert sein kann, bei dem ich fast zurückschaudere, es irgendwie leicht zu sagen, das aber gerade so ungeheuer tief hineinführt in das ganze geistige Gefüge der Gegenwart, daß ich nicht umhin kann, gerade dieses Beispiel zu wählen.
[ 21 ] Ich habe dieses Beispiel angeführt, damit Sie sehen, wie prominente Persönlichkeiten der Gegenwart die Vergangenheit in diese Gegenwart hereintragen. Ich möchte nun ein anderes Beispiel wählen, das Ihnen allen sehr, sehr wert sein kann, bei dem ich fast zurückschaudere, es irgendwie leicht zu sagen, das aber gerade so ungeheuer tief hineinführt in das ganze geistige Gefüge der Gegenwart, daß ich nicht umhin kann, gerade dieses Beispiel zu wählen.
[ 22 ] Wenn Sie sich nachher das Gesicht des Mönchs Hildebrand anschauen, der Papst Gregor VII. wurde, den Sie ja aus der Geschichte kennen, Sie werden sehen, wie die Seelenkonfiguration des Haeckel gerade in diesem Antlitz des Hildebrand, des späteren Gregor, in einer wunderbaren Weise enthalten ist.
[ 22 ] Wenn Sie sich nachher das Gesicht des Mönchs Hildebrand anschauen, der Papst Gregor VII. wurde, den Sie ja aus der Geschichte kennen, Sie werden sehen, wie die Seelenkonfiguration des Haeckel gerade in diesem Antlitz des Hildebrand, des späteren Gregor, in einer wunderbaren Weise enthalten ist.
[ 23 ] Aber ich möchte eben eine andere Persönlichkeit erwähnen, eine Persönlichkeit — wie gesagt, ich schrecke fast zurück, sie zu erwähnen, aber sie ist ungeheuer charakteristisch für dasjenige, was aus der Vergangenheit in die Gegenwart herübergetragen wird, und wie es herübergetragen wird. Ich habe ja öfter hingewiesen, und es wird Ihnen auch aus der äußeren Geschichte bekannt sein, daß im vierten Jahrhundert jenes Konzil stattgefunden hat, das Konzil von Nicäa, in dem für Westeuropa die Entscheidung getroffen worden ist zwischen Arianismus und Athanasianismus, wo der Arianismus verurteilt worden ist.
[ 23 ] Aber ich möchte eben eine andere Persönlichkeit erwähnen, eine Persönlichkeit — wie gesagt, ich schrecke fast zurück, sie zu erwähnen, aber sie ist ungeheuer charakteristisch für dasjenige, was aus der Vergangenheit in die Gegenwart herübergetragen wird, und wie es herübergetragen wird. Ich habe ja öfter hingewiesen, und es wird Ihnen auch aus der äußeren Geschichte bekannt sein, daß im vierten Jahrhundert jenes Konzil stattgefunden hat, das Konzil von Nicäa, in dem für Westeuropa die Entscheidung getroffen worden ist zwischen Arianismus und Athanasianismus, wo der Arianismus verurteilt worden ist.
[ 24 ] Es war ein Konzil, auf dem alle hohe Gelehrsamkeit, die in den ersten christlichen Jahrhunderten bei den maßgebenden Persönlichkeiten vorhanden war, zutage trat, wo wirklich mit tiefgehenden Ideen gestritten worden ist, wo eigentlich die menschliche Scele noch eine ganz andere Verfassung hatte, wo die menschliche Seele es als selbstverständlich nahm, in einer geistigen Welt unmittelbar drinnen zu leben und wo schon gestritten werden konnte mit Gehalt darüber, ob Christus, der Sohn, gleicher Wesenheit ist mit dem Vater oder nur ähnlicher Wesenheit ist mit dem Vater, welch letzteres der Arianismus behauptete. Wir wollen uns heute nicht einlassen auf die dogmatische Verschiedenheit der beiden, aber wir wollen im Auge behalten, daß es sich da um ungeheuer scharfsinnige Auseinandersetzungen, um großartige scharfsinnige Auseinandersetzungen handelte, die aber mit dem Intellektualismus der damaligen Zeit ausgefochten wurden.
[ 24 ] Es war ein Konzil, auf dem alle hohe Gelehrsamkeit, die in den ersten christlichen Jahrhunderten bei den maßgebenden Persönlichkeiten vorhanden war, zutage trat, wo wirklich mit tiefgehenden Ideen gestritten worden ist, wo eigentlich die menschliche Scele noch eine ganz andere Verfassung hatte, wo die menschliche Seele es als selbstverständlich nahm, in einer geistigen Welt unmittelbar drinnen zu leben und wo schon gestritten werden konnte mit Gehalt darüber, ob Christus, der Sohn, gleicher Wesenheit ist mit dem Vater oder nur ähnlicher Wesenheit ist mit dem Vater, welch letzteres der Arianismus behauptete. Wir wollen uns heute nicht einlassen auf die dogmatische Verschiedenheit der beiden, aber wir wollen im Auge behalten, daß es sich da um ungeheuer scharfsinnige Auseinandersetzungen, um großartige scharfsinnige Auseinandersetzungen handelte, die aber mit dem Intellektualismus der damaligen Zeit ausgefochten wurden.
[ 25 ] Wenn wir heute scharfsinnig sind, sind wir es halt als Menschen. Heute sind ja fast alle Menschen scharfsinnig. Ich habe das schon öfter gesagt: Die Menschen sind furchtbar gescheit, das heißt, sie können halt denken, nicht wahr? Das ist nicht viel, aber die Menschen können es heute. Ich kann auch sehr dumm sein und denken können; aber die Menschen können eben heute denken. Dazumal aber war es nicht so, daß die Menschen denken konnten, sondern sie empfanden die Gedanken als Inspiration. Wer also scharfsinnig war, empfand sich als gottbegnadet, und es war das Denken eine Art Hellsehen. Das war es durchaus noch im vierten nachchristlichen Jahrhundert. Und diejenigen, die einem Denker zuhörten, empfanden auch noch etwas über die Evolution seines Denkens. Nun war gerade auf diesem Konzil eine Persönlichkeit anwesend, die mit teilnahm an jenen Diskussionen, die aber über den Ausgang des Konzils im höchsten Grade verstimmt war, die vorzugsweise damals bemüht war, für beide Teile die Argumente aufzubringen. Diese Persönlichkeit brachte sowohl für den Arianismus wie für den Athanasianismus die bedeutsamsten Gründe auf, und wäre es nach dieser Persönlichkeit gegangen, so wäre ganz zweifellos etwas ganz anderes herausgekommen. Es wäre nicht eine Art fauler Kompromiß zwischen Arianismus und Athanasianismus herausgekommen, sondern etwas wie eine Synthese herausgekommen, eine solche Synthese, die wahrscheinlich etwas sehr Großes — man soll nicht Geschichte konstruieren, aber man kann zur Erläuterung dieses sagen —, die wahrscheinlich etwas sehr Großes gewesen wäre, die dahin geführt hätte, das menschliche innere Göttliche viel intimer mit dem Göttlichen des Universums zusammenzuknüpfen. Denn so wie der Athanasianismus die Sache dann ausgestaltet hat, wurde eigentlich die menschliche Seele so recht getrennt von dem göttlichen Ursprung, und es wurde sogar als ketzerisch angesehen, wenn man von dem Gott im Innern des Menschen sprach.
[ 25 ] Wenn wir heute scharfsinnig sind, sind wir es halt als Menschen. Heute sind ja fast alle Menschen scharfsinnig. Ich habe das schon öfter gesagt: Die Menschen sind furchtbar gescheit, das heißt, sie können halt denken, nicht wahr? Das ist nicht viel, aber die Menschen können es heute. Ich kann auch sehr dumm sein und denken können; aber die Menschen können eben heute denken. Dazumal aber war es nicht so, daß die Menschen denken konnten, sondern sie empfanden die Gedanken als Inspiration. Wer also scharfsinnig war, empfand sich als gottbegnadet, und es war das Denken eine Art Hellsehen. Das war es durchaus noch im vierten nachchristlichen Jahrhundert. Und diejenigen, die einem Denker zuhörten, empfanden auch noch etwas über die Evolution seines Denkens. Nun war gerade auf diesem Konzil eine Persönlichkeit anwesend, die mit teilnahm an jenen Diskussionen, die aber über den Ausgang des Konzils im höchsten Grade verstimmt war, die vorzugsweise damals bemüht war, für beide Teile die Argumente aufzubringen. Diese Persönlichkeit brachte sowohl für den Arianismus wie für den Athanasianismus die bedeutsamsten Gründe auf, und wäre es nach dieser Persönlichkeit gegangen, so wäre ganz zweifellos etwas ganz anderes herausgekommen. Es wäre nicht eine Art fauler Kompromiß zwischen Arianismus und Athanasianismus herausgekommen, sondern etwas wie eine Synthese herausgekommen, eine solche Synthese, die wahrscheinlich etwas sehr Großes — man soll nicht Geschichte konstruieren, aber man kann zur Erläuterung dieses sagen —, die wahrscheinlich etwas sehr Großes gewesen wäre, die dahin geführt hätte, das menschliche innere Göttliche viel intimer mit dem Göttlichen des Universums zusammenzuknüpfen. Denn so wie der Athanasianismus die Sache dann ausgestaltet hat, wurde eigentlich die menschliche Seele so recht getrennt von dem göttlichen Ursprung, und es wurde sogar als ketzerisch angesehen, wenn man von dem Gott im Innern des Menschen sprach.
[ 26 ] Hätte der Arianismus allein gesiegt, so hätte man natürlich viel von dem Gott im Innern des Menschen gesprochen, aber man würde niemals das mit der nötigen inneren Ehrfurcht und namentlich nicht mit der nötigen inneren Würde getan haben. Der Arianismus allein hätte eben den Menschen auf jeder Stufe als eine Verkörperung des in ihm seienden Gottes angesehen. Das ist aber jedes Tier auch, das ist die ganze Welt, das ist jeder Stein, das ist jede Pflanze. Einen Wert hat diese Ansicht nur, wenn sie zu gleicher Zeit den Antrieb in sich enthält, daß man immer höher und höher in der Entwickelung steige, um den Gott erst zu finden. Die Behauptung, man habe ein Göttliches in sich auf irgendeiner Stufe des Lebens, hat nur dann einen Sinn, wenn man dieses Göttliche in einem fortwährenden Aufstreben «zu sich selbst», bei dem es noch nicht ist, auffaßt. Aber eine Synthese der beiden Anschauungen wäre ganz zweifellos zustande gekommen, wenn diese Persönlichkeit, die ich meine, dazumal auf dem Konzil irgendeinen maßgeblichen Einfluß hätte gewinnen können.
[ 26 ] Hätte der Arianismus allein gesiegt, so hätte man natürlich viel von dem Gott im Innern des Menschen gesprochen, aber man würde niemals das mit der nötigen inneren Ehrfurcht und namentlich nicht mit der nötigen inneren Würde getan haben. Der Arianismus allein hätte eben den Menschen auf jeder Stufe als eine Verkörperung des in ihm seienden Gottes angesehen. Das ist aber jedes Tier auch, das ist die ganze Welt, das ist jeder Stein, das ist jede Pflanze. Einen Wert hat diese Ansicht nur, wenn sie zu gleicher Zeit den Antrieb in sich enthält, daß man immer höher und höher in der Entwickelung steige, um den Gott erst zu finden. Die Behauptung, man habe ein Göttliches in sich auf irgendeiner Stufe des Lebens, hat nur dann einen Sinn, wenn man dieses Göttliche in einem fortwährenden Aufstreben «zu sich selbst», bei dem es noch nicht ist, auffaßt. Aber eine Synthese der beiden Anschauungen wäre ganz zweifellos zustande gekommen, wenn diese Persönlichkeit, die ich meine, dazumal auf dem Konzil irgendeinen maßgeblichen Einfluß hätte gewinnen können.
[ 27 ] Diese Persönlichkeit ging tief unbefriedigt in eine Art ägyptischer Einsiedelei, lebte in einer außerordentlich asketischen Weise, gründlich bekannt — damals im vierten Jahrhundert — mit alledem, was eigentlich die wirklichen, spirituellen Substanzen des Christentums dazumal waren; vielleicht einer der bestunterrichteten Christen, die es dazumal gab, aber nicht ein Kämpfer.
[ 27 ] Diese Persönlichkeit ging tief unbefriedigt in eine Art ägyptischer Einsiedelei, lebte in einer außerordentlich asketischen Weise, gründlich bekannt — damals im vierten Jahrhundert — mit alledem, was eigentlich die wirklichen, spirituellen Substanzen des Christentums dazumal waren; vielleicht einer der bestunterrichteten Christen, die es dazumal gab, aber nicht ein Kämpfer.
[ 28 ] Schon die Art und Weise, wie der Betreffende auf dem Konzil aufgetreten ist, war die eines allseitig abwägenden, ruhigen, aber außerordentlich begeisterten, nur nicht für die Einzelheiten und Einseitigkeiten begeisterten Menschen; eines Menschen, der — ich kann nicht sagen, angeekelt war, das würde nicht der richtige Ausdruck sein —, aber der außerordentlich bitter berührt war davon, daß er mit gar nichts durchgedrungen war, weil er so ganz überzeugt war davon, daß dem Christentum nur Heil erwachsen könne, wenn seine Anschauung durchdringen würde.
[ 28 ] Schon die Art und Weise, wie der Betreffende auf dem Konzil aufgetreten ist, war die eines allseitig abwägenden, ruhigen, aber außerordentlich begeisterten, nur nicht für die Einzelheiten und Einseitigkeiten begeisterten Menschen; eines Menschen, der — ich kann nicht sagen, angeekelt war, das würde nicht der richtige Ausdruck sein —, aber der außerordentlich bitter berührt war davon, daß er mit gar nichts durchgedrungen war, weil er so ganz überzeugt war davon, daß dem Christentum nur Heil erwachsen könne, wenn seine Anschauung durchdringen würde.
[ 29 ] Und so zog er sich denn in eine Art Einsiedelei zurück, wurde für den Rest seines Lebens ein Eremit, der aber eine ganz besondere Laufbahn verfolgte aus dem inneren Drang seiner Seele heraus, der gerade dieser Laufbahn, den Ursprung der Denk-Inspiration zu erforschen, sich widmete. Das mystische Vertiefen dieser Persönlichkeit ging dahin, dahinterzukommen, von woher das Denken seine Inspiration bekommt. Wie in eine einzige, große Sehnsucht ging das: den Ursprung des Denkens in der geistigen Welt zu finden. Und ganz erfüllt wurde diese Persönlichkeit zuletzt mit dieser Sehnsucht. Sie starb auch mit dieser Sehnsucht, ohne daß sie während dieses damaligen Erdenlebens dadurch einen konkreten Abschluß gefunden hätte, daß Antwort dagewesen wäre. Die war nicht da. Dazumal war schon die Zeit doch ungünstig.
[ 29 ] Und so zog er sich denn in eine Art Einsiedelei zurück, wurde für den Rest seines Lebens ein Eremit, der aber eine ganz besondere Laufbahn verfolgte aus dem inneren Drang seiner Seele heraus, der gerade dieser Laufbahn, den Ursprung der Denk-Inspiration zu erforschen, sich widmete. Das mystische Vertiefen dieser Persönlichkeit ging dahin, dahinterzukommen, von woher das Denken seine Inspiration bekommt. Wie in eine einzige, große Sehnsucht ging das: den Ursprung des Denkens in der geistigen Welt zu finden. Und ganz erfüllt wurde diese Persönlichkeit zuletzt mit dieser Sehnsucht. Sie starb auch mit dieser Sehnsucht, ohne daß sie während dieses damaligen Erdenlebens dadurch einen konkreten Abschluß gefunden hätte, daß Antwort dagewesen wäre. Die war nicht da. Dazumal war schon die Zeit doch ungünstig.
[ 30 ] Und so machte diese Persönlichkeit im Durchgange durch den Tod etwas Eigentümliches durch. Jahrzehnte nach dem Tode konnte sie gerade zurückschauen auf das Erdenleben und immer dieses Erdenleben tingiert sehen mit demjenigen, wozu sie zuletzt gekommen war. Diese Persönlichkeit konnte in dem, was da unmittelbar in der rückwärtigen Betrachtung sich an den Tod anschloß, sehen, wie der Mensch denkt.
[ 30 ] Und so machte diese Persönlichkeit im Durchgange durch den Tod etwas Eigentümliches durch. Jahrzehnte nach dem Tode konnte sie gerade zurückschauen auf das Erdenleben und immer dieses Erdenleben tingiert sehen mit demjenigen, wozu sie zuletzt gekommen war. Diese Persönlichkeit konnte in dem, was da unmittelbar in der rückwärtigen Betrachtung sich an den Tod anschloß, sehen, wie der Mensch denkt.
[ 31 ] Nun war noch keine Erfüllung dieser Frage da. Das ist wichtig. Und ohne daß ein Gedanke da war als Antwort auf diese Frage, sah diese Persönlichkeit gerade nach dem Tode in einer wunderbar hellen, imaginativen Art in die Intelligenz des Weltalls hinein. Nicht die Gedanken des Weltalls sah sie — die hätte sie gesehen, wenn das, was sie ersehnt hatte, zum Abschluß gekommen wäre -, nicht die Gedanken des Weltalls er sah sie, wohl aber in Bildern das Denken des Weltalls.
[ 31 ] Nun war noch keine Erfüllung dieser Frage da. Das ist wichtig. Und ohne daß ein Gedanke da war als Antwort auf diese Frage, sah diese Persönlichkeit gerade nach dem Tode in einer wunderbar hellen, imaginativen Art in die Intelligenz des Weltalls hinein. Nicht die Gedanken des Weltalls sah sie — die hätte sie gesehen, wenn das, was sie ersehnt hatte, zum Abschluß gekommen wäre -, nicht die Gedanken des Weltalls er sah sie, wohl aber in Bildern das Denken des Weltalls.
[ 32 ] Und so lebte sich durch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hier eine Individualität, die in einer Art von Gleichgewichtszustand war zwischen mystischer imaginativer Anschauung und scharfsinnigem Denken von früher, das aber im Fluß war, das noch nicht zum Abschluß gekommen war.
[ 32 ] Und so lebte sich durch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt hier eine Individualität, die in einer Art von Gleichgewichtszustand war zwischen mystischer imaginativer Anschauung und scharfsinnigem Denken von früher, das aber im Fluß war, das noch nicht zum Abschluß gekommen war.
[ 33 ] Zunächst siegte in dem, was sich da karmisch ausgestaltete, die mystische Anlage. Die betreffende Individualität wird im Mittelalter als eine Visionärin geboren, als eine Visionärin, die wunderbare Einblicke in die geistige Welt entwickelte. Die denkerische Anlage trat zunächst ganz zurück, das Anschauungsmäßige trat in den Vordergrund. Wunderbare Visionen mit gleichzeitigem mystischem Sich-Hingeben an den Christus, ungeheuer tiefes Durchdringen der Seele mit einem visionär anschaulichen Christentum, Visionen, in denen der Christus wie der Anführer erschien von milden, nicht streitbaren Scharen, von Scharen, die durch ihre Milde das Christentum verbreiten wollten, wie es in keinem Zeitalter noch in der Realität auf der Erde da war — aber das war in den Visionen dieser Nonne da: ein ganz intensives Christentum, das gar nicht hereinpaßte in dasjenige, was dann in der neueren Form als das Christentum sich entwickelte.
[ 33 ] Zunächst siegte in dem, was sich da karmisch ausgestaltete, die mystische Anlage. Die betreffende Individualität wird im Mittelalter als eine Visionärin geboren, als eine Visionärin, die wunderbare Einblicke in die geistige Welt entwickelte. Die denkerische Anlage trat zunächst ganz zurück, das Anschauungsmäßige trat in den Vordergrund. Wunderbare Visionen mit gleichzeitigem mystischem Sich-Hingeben an den Christus, ungeheuer tiefes Durchdringen der Seele mit einem visionär anschaulichen Christentum, Visionen, in denen der Christus wie der Anführer erschien von milden, nicht streitbaren Scharen, von Scharen, die durch ihre Milde das Christentum verbreiten wollten, wie es in keinem Zeitalter noch in der Realität auf der Erde da war — aber das war in den Visionen dieser Nonne da: ein ganz intensives Christentum, das gar nicht hereinpaßte in dasjenige, was dann in der neueren Form als das Christentum sich entwickelte.
[ 34 ] Zur Zeit ihres Lebens kam diese Nonne, diese Visionärin, diese Seherin, in keinen Konflikt mit dem positiven Christentum. Aber sie wuchs heraus aus dem positiven Christentum; sie wuchs hinein in ein zunächst ganz persönlich geartetes Christentum, in ein Christentum, das es eigentlich auf Erden späterhin gar nicht gab. So daß dieser Persönlichkeit, ich möchte sagen, vom Weltenall die Frage gestellt war, wie dieses Christentum in einer neuen Inkarnation in einem physischen Leibe zu verwirklichen ist.
[ 34 ] Zur Zeit ihres Lebens kam diese Nonne, diese Visionärin, diese Seherin, in keinen Konflikt mit dem positiven Christentum. Aber sie wuchs heraus aus dem positiven Christentum; sie wuchs hinein in ein zunächst ganz persönlich geartetes Christentum, in ein Christentum, das es eigentlich auf Erden späterhin gar nicht gab. So daß dieser Persönlichkeit, ich möchte sagen, vom Weltenall die Frage gestellt war, wie dieses Christentum in einer neuen Inkarnation in einem physischen Leibe zu verwirklichen ist.
[ 35 ] Und gleichzeitig stellten sich jetzt, nachdem die betreffende Seherin, Visionärin, durch die Pforte des Todes schon längere Zeit gegangen war, wiederum die Nachklänge des alten Intellektualismus, des inspirierten Intellektualismus ein. Die Nachwirkungen der Visionen wurden «durchideeisiert», möchte ich sagen. Und auf der Suche nach einem Menschenleibe wurde diese Individualität die des Solowjow, Wladimir Solowjow.
[ 35 ] Und gleichzeitig stellten sich jetzt, nachdem die betreffende Seherin, Visionärin, durch die Pforte des Todes schon längere Zeit gegangen war, wiederum die Nachklänge des alten Intellektualismus, des inspirierten Intellektualismus ein. Die Nachwirkungen der Visionen wurden «durchideeisiert», möchte ich sagen. Und auf der Suche nach einem Menschenleibe wurde diese Individualität die des Solowjow, Wladimir Solowjow.
[ 36 ] Und lesen Sie die Schriften des Solowjow. Ich habe es ja hier schon öfter geschildert, welchen Eindruck sie auf einen heutigen Menschen machen, ich habe es auch ausgesprochen in der Einleitung zur Solowjow-Ausgabe. Versuchen Sie zu fühlen, was da alles zwischen den Zeilen steckt, steckt von einer Mystik, die uns oftmals sehr schwül erscheint, steckt von einem Christentum, das einen individuellen Ausdruck hat, das aber deutlich zeigt: Das mußte suchen nach einem so weichen Leib, nach einem nach allen Seiten biegsamen Leib, wie man ihn nur aus dem russischen Volk heraus haben kann.
[ 36 ] Und lesen Sie die Schriften des Solowjow. Ich habe es ja hier schon öfter geschildert, welchen Eindruck sie auf einen heutigen Menschen machen, ich habe es auch ausgesprochen in der Einleitung zur Solowjow-Ausgabe. Versuchen Sie zu fühlen, was da alles zwischen den Zeilen steckt, steckt von einer Mystik, die uns oftmals sehr schwül erscheint, steckt von einem Christentum, das einen individuellen Ausdruck hat, das aber deutlich zeigt: Das mußte suchen nach einem so weichen Leib, nach einem nach allen Seiten biegsamen Leib, wie man ihn nur aus dem russischen Volk heraus haben kann.
[ 37 ] Ich denke, man kann schon, wenn man diese Beispiele anschaut, meine lieben Freunde, die heilige Scheu vor den ja wirklich nur im Innersten keusch zu bewahrenden Wahrheiten des Karma behalten, denn wer Sinn für Betrachtung der geistigen Welt hat, bei dem wird dasjenige, was man oftmals will: daß die Wahrheit etwas Heiliges hat, etwas Verhülltes hat, wahrhaftig nicht in unwürdiger Weise enthüllt.
[ 37 ] Ich denke, man kann schon, wenn man diese Beispiele anschaut, meine lieben Freunde, die heilige Scheu vor den ja wirklich nur im Innersten keusch zu bewahrenden Wahrheiten des Karma behalten, denn wer Sinn für Betrachtung der geistigen Welt hat, bei dem wird dasjenige, was man oftmals will: daß die Wahrheit etwas Heiliges hat, etwas Verhülltes hat, wahrhaftig nicht in unwürdiger Weise enthüllt.
[ 38 ] Der Anthroposophie hat man ja immer wieder und wiederum vorgeworfen, namentlich von theologischer Seite aus vorgeworfen, sie ziehe den Schleier des Heiligen, Mysteriösen von den geheimnisvollen Wahrheiten hinweg, mache sie dadurch profan. Wenn man aber gerade in die tieferen, mehr esoterischen Glieder des anthroposophischen Anschauens hineingeht, dann wird man empfinden, daß wahrhaftig von einer solchen Profanierung nicht die Rede sein kann, sondern daß die Welt einen mit einer heiligeren Scheu erfüllt, wenn man die Menschenleben hintereinander schaut und die wunderbare Art des Hineinwirkens früherer Menschenleben in spätere Menschenleben. Man muß nur selbst nicht innerlich profaniert sein oder mit seinem Denken profanierend wirken, dann wird man nicht solche Einwände machen.
[ 38 ] Der Anthroposophie hat man ja immer wieder und wiederum vorgeworfen, namentlich von theologischer Seite aus vorgeworfen, sie ziehe den Schleier des Heiligen, Mysteriösen von den geheimnisvollen Wahrheiten hinweg, mache sie dadurch profan. Wenn man aber gerade in die tieferen, mehr esoterischen Glieder des anthroposophischen Anschauens hineingeht, dann wird man empfinden, daß wahrhaftig von einer solchen Profanierung nicht die Rede sein kann, sondern daß die Welt einen mit einer heiligeren Scheu erfüllt, wenn man die Menschenleben hintereinander schaut und die wunderbare Art des Hineinwirkens früherer Menschenleben in spätere Menschenleben. Man muß nur selbst nicht innerlich profaniert sein oder mit seinem Denken profanierend wirken, dann wird man nicht solche Einwände machen.
[ 39 ] Man kann schon sagen: Wer Solowjows Schriften liest und im Hintergrunde die fromme Nonne sieht mit ihren wunderbaren Visionen, mit ihrer unendlichen Hingabe an die Wesenheit des Christus, wer diese Persönlichkeit herausschreiten sieht mit dem bittersten Gefühle aus dem Konzil, wo so Großes und Bedeutsames von ihr vorgebracht worden ist, wer sozusagen das Christentum zweimal — in seiner rationalistischen Gestalt, aber in der inspiriert rationalistischen Gestalt, und dann in seiner visionären Gestalt — in der Seele und in dem Herzen dieser Individualität entdeckt als den Hintergrund: für den wird wahrhaftig durch das Hinwegheben des Schleiers von dem Geheimnis nichts profaniert.
[ 39 ] Man kann schon sagen: Wer Solowjows Schriften liest und im Hintergrunde die fromme Nonne sieht mit ihren wunderbaren Visionen, mit ihrer unendlichen Hingabe an die Wesenheit des Christus, wer diese Persönlichkeit herausschreiten sieht mit dem bittersten Gefühle aus dem Konzil, wo so Großes und Bedeutsames von ihr vorgebracht worden ist, wer sozusagen das Christentum zweimal — in seiner rationalistischen Gestalt, aber in der inspiriert rationalistischen Gestalt, und dann in seiner visionären Gestalt — in der Seele und in dem Herzen dieser Individualität entdeckt als den Hintergrund: für den wird wahrhaftig durch das Hinwegheben des Schleiers von dem Geheimnis nichts profaniert.
[ 40 ] Ein deutscher Romantiker hat einmal den Mut gehabt, über den berühmten Isis-Spruch anders zu denken als alle anderen. Dieser berühmte Isis-Spruch heißt ja: Ich bin, was da war, was da ist, was da sein wird; meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gelüftet. — Darauf hat dieser deutsche Romantiker geantwortet: Dann müssen wir eben Unsterbliche werden, um ihn zu lüften! — Die anderen haben den Spruch nur hingenommen.
[ 40 ] Ein deutscher Romantiker hat einmal den Mut gehabt, über den berühmten Isis-Spruch anders zu denken als alle anderen. Dieser berühmte Isis-Spruch heißt ja: Ich bin, was da war, was da ist, was da sein wird; meinen Schleier hat noch kein Sterblicher gelüftet. — Darauf hat dieser deutsche Romantiker geantwortet: Dann müssen wir eben Unsterbliche werden, um ihn zu lüften! — Die anderen haben den Spruch nur hingenommen.
[ 41 ] Entdecken wir das wirkliche Unsterbliche in uns, das GeistigGöttliche, dann dürfen wir an so manches Geheimnis herantreten, ohne es zu profanieren, an das wir mit einem geringeren Vertrauen zu der eigenen Göttlichkeit unserer Wesenheit eben nicht herantreten dürfen.
[ 41 ] Entdecken wir das wirkliche Unsterbliche in uns, das GeistigGöttliche, dann dürfen wir an so manches Geheimnis herantreten, ohne es zu profanieren, an das wir mit einem geringeren Vertrauen zu der eigenen Göttlichkeit unserer Wesenheit eben nicht herantreten dürfen.
[ 42 ] Das aber ist skizziert die Gesinnung, die sich immer mehr und mehr verbreiten sollte unter dem Einflusse solcher Betrachtungen, wie sie die vorige und diese waren, und die dann wirken sollten auf das Tun und Leben derjenigen, die in der Art, wie es geschildert worden ist, ihr Karma hinzutragen zur Anthroposophischen Gesellschaft.
[ 42 ] Das aber ist skizziert die Gesinnung, die sich immer mehr und mehr verbreiten sollte unter dem Einflusse solcher Betrachtungen, wie sie die vorige und diese waren, und die dann wirken sollten auf das Tun und Leben derjenigen, die in der Art, wie es geschildert worden ist, ihr Karma hinzutragen zur Anthroposophischen Gesellschaft.
