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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume V
GA 239

10 June 1924, Wrocław

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Elfter Vortrag

Elfter Vortrag

[ 1 ] Über den Zusammenhang des menschlichen Lebens hier auf Erden zwischen der Geburt und dem Tode und des anderen menschlichen Lebens in der übersinnlichen Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit Bezug auf das Karma haben wir gestern begonnen zu sprechen. Wir haben gesehen, daß an dem Karma des Menschen zusammenwirkt, was von dem Menschen erlebt, getan, gedacht, empfunden worden ist in dem vorangehenden Erdenleben und in einer Reihe von aufeinanderfolgenden Erdenleben, und was dann gestaltet, geformt wird als die Grundlage des Erlebens in einem kommenden Erdenleben durch die Zusammenarbeit des Menschen mit anderen Menschenseelen, die mit ihm karmisch verbunden sind, und dann mit den geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien. Dadurch, so sahen wir, wird durchsichtig das geschichtliche Leben der Menschheit. Wir sehen gewissermaßen jeden einzelnen Menschen — ob er Hervorragendes, Weltgestaltendes vollbringt, ob er in kleinen Kreisen wirkt — auf dem Hintergrunde eines umfassenden geistigen Geschehens. Wir haben ja insbesondere gesehen, wie die Betrachtung des menschlichen Schicksals uns, wenn wir beginnen es zu verstehen, als der äußere, irdische Ausdruck eines dahinterstehenden gewaltigen, universellen Geschehens auch in der geistigen Welt erscheint. Wir haben damit gezeigt, wie der Mensch selbst es ist, der dasjenige, was in einer früheren Erdenepoche geschieht, hineinträgt und zur Wirkung bringt in einer späteren Erdenepoche. Durch den Menschen also kommen die Zusammenhänge des geschichtlichen Werdens zustande, und ich glaube, es ist ein erhebender Eindruck, den eine solche geschichtliche Betrachtung auf den Menschen machen kann. Ja, die Art und Weise, wie wir unser eigenes Karma empfinden, wie wir uns hineinleben können in dieses eigene Karma, wird richtig empfunden, wenn wir zunächst einmal — bevor wir auf das Erleben des einzelnen Karma eingehen in den folgenden Vorträgen — eben gerade an Persönlichkeiten, deren Leben mehr oder weniger allgemein bekannt ist, sehen, wie sich die Wirkung des einzelnen Erdenlebens in die folgenden Erdenlebenhineingestaltet.

[ 1 ] Über den Zusammenhang des menschlichen Lebens hier auf Erden zwischen der Geburt und dem Tode und des anderen menschlichen Lebens in der übersinnlichen Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit Bezug auf das Karma haben wir gestern begonnen zu sprechen. Wir haben gesehen, daß an dem Karma des Menschen zusammenwirkt, was von dem Menschen erlebt, getan, gedacht, empfunden worden ist in dem vorangehenden Erdenleben und in einer Reihe von aufeinanderfolgenden Erdenleben, und was dann gestaltet, geformt wird als die Grundlage des Erlebens in einem kommenden Erdenleben durch die Zusammenarbeit des Menschen mit anderen Menschenseelen, die mit ihm karmisch verbunden sind, und dann mit den geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien. Dadurch, so sahen wir, wird durchsichtig das geschichtliche Leben der Menschheit. Wir sehen gewissermaßen jeden einzelnen Menschen — ob er Hervorragendes, Weltgestaltendes vollbringt, ob er in kleinen Kreisen wirkt — auf dem Hintergrunde eines umfassenden geistigen Geschehens. Wir haben ja insbesondere gesehen, wie die Betrachtung des menschlichen Schicksals uns, wenn wir beginnen es zu verstehen, als der äußere, irdische Ausdruck eines dahinterstehenden gewaltigen, universellen Geschehens auch in der geistigen Welt erscheint. Wir haben damit gezeigt, wie der Mensch selbst es ist, der dasjenige, was in einer früheren Erdenepoche geschieht, hineinträgt und zur Wirkung bringt in einer späteren Erdenepoche. Durch den Menschen also kommen die Zusammenhänge des geschichtlichen Werdens zustande, und ich glaube, es ist ein erhebender Eindruck, den eine solche geschichtliche Betrachtung auf den Menschen machen kann. Ja, die Art und Weise, wie wir unser eigenes Karma empfinden, wie wir uns hineinleben können in dieses eigene Karma, wird richtig empfunden, wenn wir zunächst einmal — bevor wir auf das Erleben des einzelnen Karma eingehen in den folgenden Vorträgen — eben gerade an Persönlichkeiten, deren Leben mehr oder weniger allgemein bekannt ist, sehen, wie sich die Wirkung des einzelnen Erdenlebens in die folgenden Erdenlebenhineingestaltet.

[ 2 ] Wir haben an Beispielen kennengelernt, wie die ganze geistige Beschaffenheit und die geistigen Wesenheiten, die einer Planetensphäre angehören, hineinwirken in dasjenige, was der Mensch, indem er durch die Todespforte geht und weiterlebt in der geistigen Welt, von sich selbst in diese geistige Welt hinein mitbringt. Wir haben Bemerkungen darüber gemacht, wie die Jupitersphäre eigentümlich wirkt. Noch erschütternder in ihrer Eigentümlichkeit wirkt die Saturnsphäre, noch erschütternder ist die Art und Weise, wie Saturn wirkt. Sie wissen ja — ich habe es erwähnt —, daß man auch mit der Initiations-Einsicht, um alle Zusammenhänge selbständig zu überschauen, zurückblicken muß von einem über das dreiundsechzigste Jahr hinausgehenden Lebensalter auf die Lebensepoche vom sechsundfünfzigsten bis zum dreiundsechzigsten Lebensjahr, damit man dasjenige, was von der Saturnsphäre aus auf den Menschen wirken kann, im ganzen Zusammenhange des geistigen Lebens und Webens des Weltenalls beurteilen kann. Denn alles, was im Zusammenhange mit der Saturnsphäre wirkt, ist ja so, daß eigentlich innerhalb der Saturnsphäre ein starkes, ein durchdringendes Bewußtsein bei allen Wesenheiten ist über das Vergangene, und mehr oder weniger Unbewußtheit herrscht über das Gegenwärtige. Das macht einen erschütternden Eindruck. Die Saturnwesen wirken eigentlich in ihren gegenwärtigen Taten, einschließlich der Wirkung der Seraphim, wie aus einem Unbewußten heraus, sie wissen sozusagen nicht unmittelbar, was mit ihnen und durch sie im gegenwärtigen Augenblicke geschieht; aber sie wissen sofort, und zwar durchdringend und genau, was sie getan, gedacht haben, was mit ihnen geschehen ist, wenn es geschehen ist.

[ 2 ] Wir haben an Beispielen kennengelernt, wie die ganze geistige Beschaffenheit und die geistigen Wesenheiten, die einer Planetensphäre angehören, hineinwirken in dasjenige, was der Mensch, indem er durch die Todespforte geht und weiterlebt in der geistigen Welt, von sich selbst in diese geistige Welt hinein mitbringt. Wir haben Bemerkungen darüber gemacht, wie die Jupitersphäre eigentümlich wirkt. Noch erschütternder in ihrer Eigentümlichkeit wirkt die Saturnsphäre, noch erschütternder ist die Art und Weise, wie Saturn wirkt. Sie wissen ja — ich habe es erwähnt —, daß man auch mit der Initiations-Einsicht, um alle Zusammenhänge selbständig zu überschauen, zurückblicken muß von einem über das dreiundsechzigste Jahr hinausgehenden Lebensalter auf die Lebensepoche vom sechsundfünfzigsten bis zum dreiundsechzigsten Lebensjahr, damit man dasjenige, was von der Saturnsphäre aus auf den Menschen wirken kann, im ganzen Zusammenhange des geistigen Lebens und Webens des Weltenalls beurteilen kann. Denn alles, was im Zusammenhange mit der Saturnsphäre wirkt, ist ja so, daß eigentlich innerhalb der Saturnsphäre ein starkes, ein durchdringendes Bewußtsein bei allen Wesenheiten ist über das Vergangene, und mehr oder weniger Unbewußtheit herrscht über das Gegenwärtige. Das macht einen erschütternden Eindruck. Die Saturnwesen wirken eigentlich in ihren gegenwärtigen Taten, einschließlich der Wirkung der Seraphim, wie aus einem Unbewußten heraus, sie wissen sozusagen nicht unmittelbar, was mit ihnen und durch sie im gegenwärtigen Augenblicke geschieht; aber sie wissen sofort, und zwar durchdringend und genau, was sie getan, gedacht haben, was mit ihnen geschehen ist, wenn es geschehen ist.

[ 3 ] Ich möchte ein Bild gebrauchen, um Ihnen diese eigentümliche Daseinsart in der Saturnsphäre zu charakterisieren. Stellen Sie sich vor, Sie gingen als Menschen auf der Erde herum, wüßten niemals im gegenwärtigen Augenblicke, was Sie tun, was Sie denken, was überhaupt mit Ihnen oder durch Sie vorgeht, aber Sie gingen — nehmen wir ein einfaches Geschehen — irgendwohin. Da wo Sie eben gehen, sehen Sie sich nicht, aber Sie lassen Spuren zurück: es entsteht, nehmen wir an, aus Ihrer unmittelbaren Position von vorher ein Schneemännchen. Sie gehen wieder einen weiteren Schritt: wieder ein Schneemännchen, weiter einen Schritt: wieder ein Schneemännchen und so weiter. So werden Sie plastisch immer aufgenommen, und Sie sehen genau zurück auf dasjenige, was Sie waren. Schon im Momente, wo irgend etwas durch Sie geschieht, sehen Sie es, wie es da ist, wie es da bleibt, wie es sich hineinstellt in das Ewige. Und Sie sehen zurück in eine Perspektive hinein, aufgezeichnet wie in einer ewigen Chronik im Universum alles dasjenige, was durch Sie geschehen ist. Denn so ist das Selbstbewußtsein der Saturnwesen. Aber alles, was durch die Saturnwesen auf diese Weise als vergangenes Werden geschaut wird, das verbindet sich wiederum mit dem vergangenen Werden aller einzelnen Wesen des ganzen Planetensystems, so daß sozusagen das Bewußtsein der Saturnwesen darinnen besteht, daß sie in jedem Augenblicke zurückschauen auf das ganze Gedächtnis — wenn ich mich so ausdrücken darf — des ganzen lebenden Planetensystems in allen seinen Wesenheiten in der Erinnerungsfähigkeit. In dieser kosmisch-universellen Erinnerungsfähigkeit der Saturnwesen ist alles aufgezeichnet.

[ 3 ] Ich möchte ein Bild gebrauchen, um Ihnen diese eigentümliche Daseinsart in der Saturnsphäre zu charakterisieren. Stellen Sie sich vor, Sie gingen als Menschen auf der Erde herum, wüßten niemals im gegenwärtigen Augenblicke, was Sie tun, was Sie denken, was überhaupt mit Ihnen oder durch Sie vorgeht, aber Sie gingen — nehmen wir ein einfaches Geschehen — irgendwohin. Da wo Sie eben gehen, sehen Sie sich nicht, aber Sie lassen Spuren zurück: es entsteht, nehmen wir an, aus Ihrer unmittelbaren Position von vorher ein Schneemännchen. Sie gehen wieder einen weiteren Schritt: wieder ein Schneemännchen, weiter einen Schritt: wieder ein Schneemännchen und so weiter. So werden Sie plastisch immer aufgenommen, und Sie sehen genau zurück auf dasjenige, was Sie waren. Schon im Momente, wo irgend etwas durch Sie geschieht, sehen Sie es, wie es da ist, wie es da bleibt, wie es sich hineinstellt in das Ewige. Und Sie sehen zurück in eine Perspektive hinein, aufgezeichnet wie in einer ewigen Chronik im Universum alles dasjenige, was durch Sie geschehen ist. Denn so ist das Selbstbewußtsein der Saturnwesen. Aber alles, was durch die Saturnwesen auf diese Weise als vergangenes Werden geschaut wird, das verbindet sich wiederum mit dem vergangenen Werden aller einzelnen Wesen des ganzen Planetensystems, so daß sozusagen das Bewußtsein der Saturnwesen darinnen besteht, daß sie in jedem Augenblicke zurückschauen auf das ganze Gedächtnis — wenn ich mich so ausdrücken darf — des ganzen lebenden Planetensystems in allen seinen Wesenheiten in der Erinnerungsfähigkeit. In dieser kosmisch-universellen Erinnerungsfähigkeit der Saturnwesen ist alles aufgezeichnet.

[ 4 ] Wenn so bei der Entdeckung des Webens und Wesens in der Saturnsphäre der initiierte Betrachter schon außerordentlich erschüttert wird, so ist das noch mehr der Fall, wenn er nun sieht, wie jene Wesen die Wirkung ihrer vorigen Erdenleben heruntertragen in ein neues Erdenleben, nachdem sie dutch ihre besonderen Erlebnisse gerade ausarbeiten lassen mußten ihr Karma innerhalb der Saturnsphäre. Und es gewinnt tatsächlich die Betrachtung des Weltenalls ungeheuer an majestätischem, gewaltigem Inhalt, wenn man dieses von einer weltgeschichtlichen Persönlichkeit weiß.

[ 4 ] Wenn so bei der Entdeckung des Webens und Wesens in der Saturnsphäre der initiierte Betrachter schon außerordentlich erschüttert wird, so ist das noch mehr der Fall, wenn er nun sieht, wie jene Wesen die Wirkung ihrer vorigen Erdenleben heruntertragen in ein neues Erdenleben, nachdem sie dutch ihre besonderen Erlebnisse gerade ausarbeiten lassen mußten ihr Karma innerhalb der Saturnsphäre. Und es gewinnt tatsächlich die Betrachtung des Weltenalls ungeheuer an majestätischem, gewaltigem Inhalt, wenn man dieses von einer weltgeschichtlichen Persönlichkeit weiß.

[ 5 ] Betrachtet man das Leben solcher Persönlichkeiten hier auf der Erde, so führt es einen — wenn man es geistig betrachtet, nicht bloß buchstabiert, sondern liest — hinauf in das Leben und Wesen der Saturnsphäre. Die Anschauung des Geistigen gewinnt ungeheuer, wenn man wirken sieht die Saturnsphäre. Die sieht sie auf die Erde herunter wirken in dasjenige, was auf der Erde geschieht; sie sieht hier einen Abglanz desjenigen, was in der Saturnsphäre vor sich geht. Ich möchte das dutch ein Beispiel erläutern.

[ 5 ] Betrachtet man das Leben solcher Persönlichkeiten hier auf der Erde, so führt es einen — wenn man es geistig betrachtet, nicht bloß buchstabiert, sondern liest — hinauf in das Leben und Wesen der Saturnsphäre. Die Anschauung des Geistigen gewinnt ungeheuer, wenn man wirken sieht die Saturnsphäre. Die sieht sie auf die Erde herunter wirken in dasjenige, was auf der Erde geschieht; sie sieht hier einen Abglanz desjenigen, was in der Saturnsphäre vor sich geht. Ich möchte das dutch ein Beispiel erläutern.

[ 6 ] Man kann hinschauen auf eine menschliche Individualität, die in dem ersten, zweiten christlichen Jahrhundert, als das Griechentum noch stark hereinwirkte in den Gang der christlichen Entwickelung, im Süden von Europa ihr Leben durchgemacht hat; die damals eine starke, feine, etwas intellektuell gefärbte Empfänglichkeit der Seele hatte für das griechisch gefärbte Christentum, und versetzt worden ist in das Römische Reich, da durchgemacht hat alles das, was man eben in den ersten Jahrhunderten der Ausbreitung des Christentums im Römischen Reich durchmachen konnte: die Christenverfolgungen mit ihrer Ungerechtigkeit, die Gewalttätigkeiten des römischen Cäsarentums, alles dasjenige, was da lag in der Art und Weise, wie sich das römische Cäsarentum überhaupt benahm gegenüber den feineren Menschen; auf eine Seele, die dasjenige, was da angeschaut werden kann, im allertiefsten Sinne mit Empörung durchgemacht hat und eigentlich damals mit einer resignierten Stimmung durch den Tod gegangen ist, die sich sagte: Kann denn eigentlich eine Welt einen Fortschritt entwickeln, in der solches möglich ist? — Zu einem gewissen Zweifel darüber, ob überhaupt in der Welt noch ein Ausgleich zwischen Gutem und Bösem ist, kam diese Seele aus der Betrachtung des römischen Cäsarentums heraus, und vor ihrem geistigen, vor ihrem seelischen Blicke stand auf der einen Seite das Böse der Cäsaren und auf der anderen Seite das in Märtyrertum gegossene Wesen einzelner christlicher Märtyrer. In hartem, schroffem Gegensatz sah diese Seele das Gute auf der einen Seite, das Böse auf der anderen Seite. Mit diesem Eindruck ging sie durch die Pforte des Todes, ging dann hindurch durch weniger bedeutsame Erdenleben. Denn dasjenige, was in jenem Erdenleben im griechisch-römischen Dasein auf diese Seele sich abgeladen hatte, das hatte tiefe Furchen im Seelenleben gezogen. Das war es, was dann, als das achtzehnte Jahrhundert sich nahte, innerhalb der Saturnsphäre weiter ausgearbeitet wurde zu weiterem Karma dieser Individualität.

[ 6 ] Man kann hinschauen auf eine menschliche Individualität, die in dem ersten, zweiten christlichen Jahrhundert, als das Griechentum noch stark hereinwirkte in den Gang der christlichen Entwickelung, im Süden von Europa ihr Leben durchgemacht hat; die damals eine starke, feine, etwas intellektuell gefärbte Empfänglichkeit der Seele hatte für das griechisch gefärbte Christentum, und versetzt worden ist in das Römische Reich, da durchgemacht hat alles das, was man eben in den ersten Jahrhunderten der Ausbreitung des Christentums im Römischen Reich durchmachen konnte: die Christenverfolgungen mit ihrer Ungerechtigkeit, die Gewalttätigkeiten des römischen Cäsarentums, alles dasjenige, was da lag in der Art und Weise, wie sich das römische Cäsarentum überhaupt benahm gegenüber den feineren Menschen; auf eine Seele, die dasjenige, was da angeschaut werden kann, im allertiefsten Sinne mit Empörung durchgemacht hat und eigentlich damals mit einer resignierten Stimmung durch den Tod gegangen ist, die sich sagte: Kann denn eigentlich eine Welt einen Fortschritt entwickeln, in der solches möglich ist? — Zu einem gewissen Zweifel darüber, ob überhaupt in der Welt noch ein Ausgleich zwischen Gutem und Bösem ist, kam diese Seele aus der Betrachtung des römischen Cäsarentums heraus, und vor ihrem geistigen, vor ihrem seelischen Blicke stand auf der einen Seite das Böse der Cäsaren und auf der anderen Seite das in Märtyrertum gegossene Wesen einzelner christlicher Märtyrer. In hartem, schroffem Gegensatz sah diese Seele das Gute auf der einen Seite, das Böse auf der anderen Seite. Mit diesem Eindruck ging sie durch die Pforte des Todes, ging dann hindurch durch weniger bedeutsame Erdenleben. Denn dasjenige, was in jenem Erdenleben im griechisch-römischen Dasein auf diese Seele sich abgeladen hatte, das hatte tiefe Furchen im Seelenleben gezogen. Das war es, was dann, als das achtzehnte Jahrhundert sich nahte, innerhalb der Saturnsphäre weiter ausgearbeitet wurde zu weiterem Karma dieser Individualität.

[ 7 ] Die Saturnsphäre arbeitet ernst und eindringlich an der Gestaltung des Karma. Und gerade dann, wenn es sich darum handelt, die vollste Tiefe der menschlichen Seele zu ergreifen und aus den vollsten Tiefen der menschlichen Seele stark radikale Kräfte zu entwickeln, gibt sie diese starken Kräfte, weil alles dasjenige, was innerhalb der Saturnsphäre geschieht, stark geistig ist, intensiv geistig, aber so geistig, daß es auch viel tiefer eingreift, wenn der Mensch heruntersteigt zu einer irdischen Gestaltung; tief, tief greift es ein in die physische Organisation. Es kommt eine physische Organisation zustande, die enthusiasmiert ist für einen Ausgleich desjenigen, was die Seele in einem früheren Erdenleben durchgemacht hat. Es ist ein starkes Zurückschauen da. Man schaut ja, wenn das Karma innerhalb der Saturnsphäre ausgearbeitet wird, auf Erinnerungen, auf Vergangenes, wie sich gestaltet das Wesen in der Saturnsphäre; man schaut da zurück. Dann, wenn der Mensch heruntersteigt in die irdische Sphäre, dann zeigt sich in gewisser Beziehung das negative Abbild desjenigen, was man da durchlebt hat. Das intensive Zurückschauen verwandelt sich in ein tatkräftiges Streben nach Idealen, die nach vorwärts, nach der Zukunft gehen, so daß gerade Menschen, die aus der Saturnsphäre herunter die Ausarbeitung ihres Karma bringen, zukunftbegeisterte Menschen sind, also wirken wollen in Idealen, die nach der Zukunft hinstreben, weil sie in der Saturnsphäre in einem rein geistigen Leben vorzugsweise ins Vergangene hineinschauten.

[ 7 ] Die Saturnsphäre arbeitet ernst und eindringlich an der Gestaltung des Karma. Und gerade dann, wenn es sich darum handelt, die vollste Tiefe der menschlichen Seele zu ergreifen und aus den vollsten Tiefen der menschlichen Seele stark radikale Kräfte zu entwickeln, gibt sie diese starken Kräfte, weil alles dasjenige, was innerhalb der Saturnsphäre geschieht, stark geistig ist, intensiv geistig, aber so geistig, daß es auch viel tiefer eingreift, wenn der Mensch heruntersteigt zu einer irdischen Gestaltung; tief, tief greift es ein in die physische Organisation. Es kommt eine physische Organisation zustande, die enthusiasmiert ist für einen Ausgleich desjenigen, was die Seele in einem früheren Erdenleben durchgemacht hat. Es ist ein starkes Zurückschauen da. Man schaut ja, wenn das Karma innerhalb der Saturnsphäre ausgearbeitet wird, auf Erinnerungen, auf Vergangenes, wie sich gestaltet das Wesen in der Saturnsphäre; man schaut da zurück. Dann, wenn der Mensch heruntersteigt in die irdische Sphäre, dann zeigt sich in gewisser Beziehung das negative Abbild desjenigen, was man da durchlebt hat. Das intensive Zurückschauen verwandelt sich in ein tatkräftiges Streben nach Idealen, die nach vorwärts, nach der Zukunft gehen, so daß gerade Menschen, die aus der Saturnsphäre herunter die Ausarbeitung ihres Karma bringen, zukunftbegeisterte Menschen sind, also wirken wollen in Idealen, die nach der Zukunft hinstreben, weil sie in der Saturnsphäre in einem rein geistigen Leben vorzugsweise ins Vergangene hineinschauten.

[ 8 ] Diese Individualität, von der ich hier spreche, erschien in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts als Friedrich Schiller. Und nehmen Sie nun das ganze Schiller-Leben, nehmen Sie es so, wie es auftrat mit dem ungeheuer wirksamen, künstlerisch vielleicht sehr schwachen Duktus der Schillerschen Jugenddramen, mit all diesem Feurigen, nehmen Sie aber dazu den ungeheuren Ernst, man möchte sagen die ungeheure Melancholie, die auf der Schillerschen Seele ruht, und sehen Sie namentlich das Ergreifende seines Jugendschicksals gerade hervorgehen aus seiner melancholisch-seelischen Grundstimmung; sehen Sie das Sich-Hinarbeiten wiederum zu einer Art begeisterten Auffassung des Griechentums, als er mit Goethe bekannt wurde, sehen Sie das alles als Vordergrund, und sehen Sie dahinter den Menschen, der sich die Grundlage zu dieser Anschauung erworben hat in dem ersten, zweiten christlichen Jahrhundert im Erleben auf der einen Seite des griechischen Christentums, auf der anderen Seite aus der Empörung über das römische Cäsarentum, und wie dann alles vertieft wird zu neuem Karma in der so ernst wirkenden Saturnsphäre. Schiller ist wirklich ein Saturnmensch seinem Karma nach.

[ 8 ] Diese Individualität, von der ich hier spreche, erschien in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts als Friedrich Schiller. Und nehmen Sie nun das ganze Schiller-Leben, nehmen Sie es so, wie es auftrat mit dem ungeheuer wirksamen, künstlerisch vielleicht sehr schwachen Duktus der Schillerschen Jugenddramen, mit all diesem Feurigen, nehmen Sie aber dazu den ungeheuren Ernst, man möchte sagen die ungeheure Melancholie, die auf der Schillerschen Seele ruht, und sehen Sie namentlich das Ergreifende seines Jugendschicksals gerade hervorgehen aus seiner melancholisch-seelischen Grundstimmung; sehen Sie das Sich-Hinarbeiten wiederum zu einer Art begeisterten Auffassung des Griechentums, als er mit Goethe bekannt wurde, sehen Sie das alles als Vordergrund, und sehen Sie dahinter den Menschen, der sich die Grundlage zu dieser Anschauung erworben hat in dem ersten, zweiten christlichen Jahrhundert im Erleben auf der einen Seite des griechischen Christentums, auf der anderen Seite aus der Empörung über das römische Cäsarentum, und wie dann alles vertieft wird zu neuem Karma in der so ernst wirkenden Saturnsphäre. Schiller ist wirklich ein Saturnmensch seinem Karma nach.

[ 9 ] Diese Dinge werden nicht in der richtigen Weise von der Seele erlebt, wenn sie bloß theoretisch hinhören will. Sie werden nur richtig von der Seele begriffen, wenn sie mit dem ganzen Gemüte aufgefaßt werden, wenn man zuerst das Gemüt versenkt in dieses ganze geistige Wesen und Leben in der Sternenwelt — hier in der Saturnsphäre —, und wenn man dann, nachdem man das Gemüt vertieft hat zur Auffassung eines irdischen Schicksalswirkens, hinschaut auf ein solches irdisches Schicksalswirken.

[ 9 ] Diese Dinge werden nicht in der richtigen Weise von der Seele erlebt, wenn sie bloß theoretisch hinhören will. Sie werden nur richtig von der Seele begriffen, wenn sie mit dem ganzen Gemüte aufgefaßt werden, wenn man zuerst das Gemüt versenkt in dieses ganze geistige Wesen und Leben in der Sternenwelt — hier in der Saturnsphäre —, und wenn man dann, nachdem man das Gemüt vertieft hat zur Auffassung eines irdischen Schicksalswirkens, hinschaut auf ein solches irdisches Schicksalswirken.

[ 10 ] Ich will ein anderes Beispiel bringen, das nun wiederum in ganz anderer Weise gewirkt hat. Da kann man hinschauen auf eine Individualität, welche in einem kurz vorher liegenden Erdenleben sogar bis zu einem gewissen Grade zu den Initiierten zählte. Bevor ich aber von diesem menschlichen Karma spreche, muß ich eine Frage zum Ausdruck bringen, die eigentlich jeder sich stellen muß, der über solche Dinge, wie wir sie jetzt besprechen, nachdenkt, und die gewiß viele von Ihnen bis jetzt schon gestellt haben. Es ist die Frage, die sich ergibt, wenn Sie hinhorchen auf dasjenige, was ja in anthroposophischen Betrachtungen gesagt wird: daß es in der Erdenentwickelung der Menschen Initiierte in die großen Geheimnisse des Daseins, Eingeweihte innerhalb der irdischen Weisheit gegeben hat. Wir blicken ja gerade mit einem ungeheuren Respekt, mit einer tiefen Achtung hin auf diese alten Initiierten in der Menschheitsentwickelung. Wenn nun von den Wiederverkörperungen, den wiederholten Erdenleben gesprochen wird, dann kann ja die Frage aufgeworfen werden: Wie ist es mit der Wiederverkörperung dieser Initiierten? — Und die Frage kann weitergehen und kann so gestellt werden: Ja, leben denn nicht etwa in der Gegenwart wiederverkörperte Initiierte? Sollten sich denn gerade für die Gegenwart die Initiierten absolut aus der Welt, in der jetzt gelebt wird zwischen Geburt und Tod, zurückgezogen haben?

[ 10 ] Ich will ein anderes Beispiel bringen, das nun wiederum in ganz anderer Weise gewirkt hat. Da kann man hinschauen auf eine Individualität, welche in einem kurz vorher liegenden Erdenleben sogar bis zu einem gewissen Grade zu den Initiierten zählte. Bevor ich aber von diesem menschlichen Karma spreche, muß ich eine Frage zum Ausdruck bringen, die eigentlich jeder sich stellen muß, der über solche Dinge, wie wir sie jetzt besprechen, nachdenkt, und die gewiß viele von Ihnen bis jetzt schon gestellt haben. Es ist die Frage, die sich ergibt, wenn Sie hinhorchen auf dasjenige, was ja in anthroposophischen Betrachtungen gesagt wird: daß es in der Erdenentwickelung der Menschen Initiierte in die großen Geheimnisse des Daseins, Eingeweihte innerhalb der irdischen Weisheit gegeben hat. Wir blicken ja gerade mit einem ungeheuren Respekt, mit einer tiefen Achtung hin auf diese alten Initiierten in der Menschheitsentwickelung. Wenn nun von den Wiederverkörperungen, den wiederholten Erdenleben gesprochen wird, dann kann ja die Frage aufgeworfen werden: Wie ist es mit der Wiederverkörperung dieser Initiierten? — Und die Frage kann weitergehen und kann so gestellt werden: Ja, leben denn nicht etwa in der Gegenwart wiederverkörperte Initiierte? Sollten sich denn gerade für die Gegenwart die Initiierten absolut aus der Welt, in der jetzt gelebt wird zwischen Geburt und Tod, zurückgezogen haben?

[ 11 ] Das ist durchaus nicht der Fall. Aber wir dürfen nicht vergessen, daß der Mensch, wenn er als Individualität hinabsteigt aus dem geistig-seelischen, vorirdischen Dasein in ein irdisches Erdenleben, gebunden ist an dasjenige, was ihm irgendein Zeitalter geben kann schon in unsererm physischen Leibe, und dann an Erziehung und an ähnlichen Dingen. Diese Dinge, die müssen hingenommen werden von dem, der sich innerhalb des Irdischen wiederverkörpert. Wir können durchaus hinschauen auf irgendeine initiierte Individualität, meinetwillen in grauer Vorzeit, deren Karma es ist, irgendwie später, im achtzehnten, neunzehnten Jahrhundert wieder da zu sein. Aber im achtzehnten Jahrhundert gibt es ja nirgends innerhalb der Erdenzivilisation solche Leiber, wie es in diesen alten grauen Vorzeiten gegeben hat, Leiber, die so plastisch anschmiegsam sind der menschlich-geistigen Individualität. Es ist ja nur ein Vorurteil einer degenerierten Wissenschaft, daß der menschliche Leib seit undenklichen Zeiten immer derselbe geblieben ist. Er ist in der Tat im Zeitalter des Materialismus hart, unbiegsam, unplastisch geworden, man kann ihn nicht leicht handhaben. Die Vererbungsverhältnisse, die ja wieder zusammenhängen mit der Gesinnung, der ganzen inneren Seelenverfassung der Menschen, sind eben so — der einzelne kann da nichts dafür, die ganze Zivilisation ist schuld —, daß man mit einem Teile desjenigen, was man in der Seele trägt aus der Initiationszeit, eben nicht hineintauchen kann in den physischen Organismus, daher es auch nicht zum unmittelbaren eigenen Bewußtsein bringen kann, denn man kann nur das zum unmittelbaren äußeren Zeitbewußtsein bringen, mit dem man ganz untertauchen kann in den physischen Leib.

[ 11 ] Das ist durchaus nicht der Fall. Aber wir dürfen nicht vergessen, daß der Mensch, wenn er als Individualität hinabsteigt aus dem geistig-seelischen, vorirdischen Dasein in ein irdisches Erdenleben, gebunden ist an dasjenige, was ihm irgendein Zeitalter geben kann schon in unsererm physischen Leibe, und dann an Erziehung und an ähnlichen Dingen. Diese Dinge, die müssen hingenommen werden von dem, der sich innerhalb des Irdischen wiederverkörpert. Wir können durchaus hinschauen auf irgendeine initiierte Individualität, meinetwillen in grauer Vorzeit, deren Karma es ist, irgendwie später, im achtzehnten, neunzehnten Jahrhundert wieder da zu sein. Aber im achtzehnten Jahrhundert gibt es ja nirgends innerhalb der Erdenzivilisation solche Leiber, wie es in diesen alten grauen Vorzeiten gegeben hat, Leiber, die so plastisch anschmiegsam sind der menschlich-geistigen Individualität. Es ist ja nur ein Vorurteil einer degenerierten Wissenschaft, daß der menschliche Leib seit undenklichen Zeiten immer derselbe geblieben ist. Er ist in der Tat im Zeitalter des Materialismus hart, unbiegsam, unplastisch geworden, man kann ihn nicht leicht handhaben. Die Vererbungsverhältnisse, die ja wieder zusammenhängen mit der Gesinnung, der ganzen inneren Seelenverfassung der Menschen, sind eben so — der einzelne kann da nichts dafür, die ganze Zivilisation ist schuld —, daß man mit einem Teile desjenigen, was man in der Seele trägt aus der Initiationszeit, eben nicht hineintauchen kann in den physischen Organismus, daher es auch nicht zum unmittelbaren eigenen Bewußtsein bringen kann, denn man kann nur das zum unmittelbaren äußeren Zeitbewußtsein bringen, mit dem man ganz untertauchen kann in den physischen Leib.

[ 12 ] Ja, da muß ich allerdings etwas sehr Paradoxes sagen, aber Sie müssen schon dieses Paradoxe hinnehmen, weil es doch eine Wahrheit ist. Sehen Sie, die Initiierten in alten, grauen Zeiten, die waren vor etwas bewahrt, was heute als eine große Wohltat für das Menschengeschlecht angesehen wird, was aber von diesen Initiierten dazumal, wenn es ihnen passiert wäre, durchaus nicht für eine Wohltat, sondern für ein großes Hindernis der Initiation angesehen worden wäre. Heute wird man es nicht zulassen, daß ein Mensch gleich einem Initiierten der grauen Zeiten davor bewahrt bleibt, in solcher Weise schreiben und lesen zu lernen, wie man es eben heute lernen kann. Es geht einem vieles verloren mit der Art und Weise, wie man heute lesen und schreiben lernt: dieses Hineingezwängtwerden in Buchstabenformen, zu denen man ja gar kein menschliches Verhältnis hat. Wie die Europäer, diese «besseren Menschen» gegenüber den Wilden, den amerikanischen Indianern ihre Buchstabenformen gezeigt haben, als sie, diese besseren Menschen, herüberkamen zu den wilden Indianern, da haben diese Indianer eine leise Furcht und Angst davor gehabt, und sie haben die Buchstaben für kleine Kobolde und Dämonen gehalten. Also etwas, wo kleine Kobolde drinnen sind, was ganz unnatürlich ist, zu etwas so Fremdartigem wie alle dieseBuchstabenformen unserer Schrift wird im sechsten, siebenten Jahre der Mensch hingeführt. Was in aller Welt hat denn ein A oder B in der Gestalt, wie wir es an uns herankommen lassen müssen als Kinder, zum menschlichen Leben für einen Bezug? Gar keinen, nicht den geringsten! Im alten Ägypterlande hat man wenigstens eine Bilderschrift gehabt, wo das Bild, das man hingemalt hat, eine Ähnlichkeit hatte mit der Wirklichkeit, und es wurde einem auch zum Bewußtsein gebracht, daß dasjenige, was man da hinmalte, einen Bezug hatte zur Wirklichkeit. Heute lernt man A, B, C als etwas ganz Lebensfremdes. Wir wollen in der Waldorfschule die größten Fehler wieder ausbessern, daher ist diese andere Art, lesen und schreiben zu lernen, unter anderem eingeführt in unserer Schule. Was aber alles aus dem Menschen ausgetrieben wird, was in einem ertötet wird, wenn man in dieser Weise lesen und schreiben lernt, das kann man nicht beurteilen, wenn man nur die Sehnsucht hat, alles materialistisch zu beurteilen, nur mit dem gewöhnlichen Bewußtsein in der Welt zu leben.

[ 12 ] Ja, da muß ich allerdings etwas sehr Paradoxes sagen, aber Sie müssen schon dieses Paradoxe hinnehmen, weil es doch eine Wahrheit ist. Sehen Sie, die Initiierten in alten, grauen Zeiten, die waren vor etwas bewahrt, was heute als eine große Wohltat für das Menschengeschlecht angesehen wird, was aber von diesen Initiierten dazumal, wenn es ihnen passiert wäre, durchaus nicht für eine Wohltat, sondern für ein großes Hindernis der Initiation angesehen worden wäre. Heute wird man es nicht zulassen, daß ein Mensch gleich einem Initiierten der grauen Zeiten davor bewahrt bleibt, in solcher Weise schreiben und lesen zu lernen, wie man es eben heute lernen kann. Es geht einem vieles verloren mit der Art und Weise, wie man heute lesen und schreiben lernt: dieses Hineingezwängtwerden in Buchstabenformen, zu denen man ja gar kein menschliches Verhältnis hat. Wie die Europäer, diese «besseren Menschen» gegenüber den Wilden, den amerikanischen Indianern ihre Buchstabenformen gezeigt haben, als sie, diese besseren Menschen, herüberkamen zu den wilden Indianern, da haben diese Indianer eine leise Furcht und Angst davor gehabt, und sie haben die Buchstaben für kleine Kobolde und Dämonen gehalten. Also etwas, wo kleine Kobolde drinnen sind, was ganz unnatürlich ist, zu etwas so Fremdartigem wie alle dieseBuchstabenformen unserer Schrift wird im sechsten, siebenten Jahre der Mensch hingeführt. Was in aller Welt hat denn ein A oder B in der Gestalt, wie wir es an uns herankommen lassen müssen als Kinder, zum menschlichen Leben für einen Bezug? Gar keinen, nicht den geringsten! Im alten Ägypterlande hat man wenigstens eine Bilderschrift gehabt, wo das Bild, das man hingemalt hat, eine Ähnlichkeit hatte mit der Wirklichkeit, und es wurde einem auch zum Bewußtsein gebracht, daß dasjenige, was man da hinmalte, einen Bezug hatte zur Wirklichkeit. Heute lernt man A, B, C als etwas ganz Lebensfremdes. Wir wollen in der Waldorfschule die größten Fehler wieder ausbessern, daher ist diese andere Art, lesen und schreiben zu lernen, unter anderem eingeführt in unserer Schule. Was aber alles aus dem Menschen ausgetrieben wird, was in einem ertötet wird, wenn man in dieser Weise lesen und schreiben lernt, das kann man nicht beurteilen, wenn man nur die Sehnsucht hat, alles materialistisch zu beurteilen, nur mit dem gewöhnlichen Bewußtsein in der Welt zu leben.

[ 13 ] Sehen Sie, ich habe keinen Anstoß daran genommen, wohl aber viele andere Menschen: In meinem «Lebensgang» habe ich es genügend angedeutet, daß ich mit fünfzehn Jahren noch nicht orthographisch schreiben konnte. Ich verdanke dem außerordentlich viel. Ich war bewahrt vor mancherlei, vor dem man nicht bewahrt ist, wenn man mit fünfzehn Jahren schon orthographisch schreiben kann. Man wird eben durch mancherlei, das so aus der materialistischen Bildung der Zeit herausstammt, von dem geistigen Leben geradezu abgeschnitten. Es ist eine viel ernstere Frage, als man denkt. Ich deute dieses hier an, damit Sie sehen, daß ja der Initiierte von ehemals nur benutzen kann die Erziehung, die sich ihm bietet. Was kann er denn anderes tun, als sich hineinfinden in Körper und Seele seines Zeitalters? Da muß er vieles zurücklassen, was in seiner Seele veranlagt ist. Aber es wird dennoch an den Erscheinungen des Lebens, die eben in einem bestimmten Zeitalter hervortreten können, auch bei einem Menschen, der äußerlich wie ein gewöhnlicher Erdenbürger, gar nicht wie ein Initiierter wieder auftritt, der karmische Zusammenhang mit der ehemaligen Initiation durchaus durchschaubar sein. Im Karma wirkt ja wirklich nicht dasjenige, was man zunächst als das am meisten im Menschenleben Wirksame glaubt. Wenn man zum Beispiel einen Menschen mit einer bestimmten Geistesverfassung vor sich hat, da ist man, wenn man das Karma bloß verstandesmäßig beurteilt, sehr leicht geneigt, auf eine ähnliche Verstandeskonstitution des vorigen Erdenlebens zurückzugehen. Aber das ist nicht so. Die Dinge, die karmisch frei werden und von einem Erdenleben in das andere hineinwirken, liegen in viel tieferen Seelenregionen als die Verstandeskonfiguration. Ich brauche Ihnen nur ein Beispiel zu nennen, so werden Sie sehen, daß dasjenige, was das Karma beeinflußt, eben aus anderen Seelenregionen herkommt als das bloß Verstandesmäßige.

[ 13 ] Sehen Sie, ich habe keinen Anstoß daran genommen, wohl aber viele andere Menschen: In meinem «Lebensgang» habe ich es genügend angedeutet, daß ich mit fünfzehn Jahren noch nicht orthographisch schreiben konnte. Ich verdanke dem außerordentlich viel. Ich war bewahrt vor mancherlei, vor dem man nicht bewahrt ist, wenn man mit fünfzehn Jahren schon orthographisch schreiben kann. Man wird eben durch mancherlei, das so aus der materialistischen Bildung der Zeit herausstammt, von dem geistigen Leben geradezu abgeschnitten. Es ist eine viel ernstere Frage, als man denkt. Ich deute dieses hier an, damit Sie sehen, daß ja der Initiierte von ehemals nur benutzen kann die Erziehung, die sich ihm bietet. Was kann er denn anderes tun, als sich hineinfinden in Körper und Seele seines Zeitalters? Da muß er vieles zurücklassen, was in seiner Seele veranlagt ist. Aber es wird dennoch an den Erscheinungen des Lebens, die eben in einem bestimmten Zeitalter hervortreten können, auch bei einem Menschen, der äußerlich wie ein gewöhnlicher Erdenbürger, gar nicht wie ein Initiierter wieder auftritt, der karmische Zusammenhang mit der ehemaligen Initiation durchaus durchschaubar sein. Im Karma wirkt ja wirklich nicht dasjenige, was man zunächst als das am meisten im Menschenleben Wirksame glaubt. Wenn man zum Beispiel einen Menschen mit einer bestimmten Geistesverfassung vor sich hat, da ist man, wenn man das Karma bloß verstandesmäßig beurteilt, sehr leicht geneigt, auf eine ähnliche Verstandeskonstitution des vorigen Erdenlebens zurückzugehen. Aber das ist nicht so. Die Dinge, die karmisch frei werden und von einem Erdenleben in das andere hineinwirken, liegen in viel tieferen Seelenregionen als die Verstandeskonfiguration. Ich brauche Ihnen nur ein Beispiel zu nennen, so werden Sie sehen, daß dasjenige, was das Karma beeinflußt, eben aus anderen Seelenregionen herkommt als das bloß Verstandesmäßige.

[ 14 ] Eine interessante Persönlichkeit des neunzehnten Jahrhunderts war ja Ernst FHaeckel. Dasjenige, was am meisten den Menschen auffiel an Ernst Haeckel, das war seine materialistisch nuancierte Weltanschauung, sein Kampf gegen Ultramontanismus, römisches Papsttum, römisch-katholische Kirche. Er hat einen solchen Enthusiasmus in diesem Kampf entwickelt, daß er in den Ausdrücken, die er gebraucht hat in diesem Kampf, manchmal zwar ganz entzückend ist, manchmal aber auch geschmacklos. Wenn man aber in sein Karma zurückgeht, dann findet man als seine wichtigste vorhergehende Erdeninkarnation den Papst Gregor, den großen, mächtigen Papst, der gerade die äußerliche weltliche Herrschaft des Papsttums begründen wollte gegenüber dem äußeren Kaisertum; den Papst Gregor, der als Hildebrand hervorgegangen ist aus der Cluniazenser Reform, die, allerdings in ihrer Art, vom zehnten bis elften Jahrhundert diesen Kampf führte gegen das Kaisertum, bis eben einer der ihrigen Papst wurde, der zunächst auch auf seine Art sich auflehnte gegen das weltliche Herrschertum, gegen das damalige Kaisertum. Der Enthusiasmus im Durchdrücken einer Weltanschauung, der Enthusiasmus im Verwirklichen von Impulsen, die aus einer Weltanschauung kommen, das war es, was aus der Hildebrand-Inkarnation hineinwirkt in die Haeckel-Inkarnation. Das ist nur ein Beispiel dafür, daß man durchaus nicht glauben darf, aus der äußeren Beurteilung irgendeiner Seelenkonfiguration ließe sich erraten ein früheres Erdenleben, das maßgebend ist. Darinnen muß man schon vorsichtig sein und auf diejenigen Dinge gehen, die nun eben in Wirklichkeit manchmal als winzige Kleinigkeiten, die an dem Menschen bemerkt werden können, in geistiger Anschauung aufgefaßt werden müssen, und die dann hinter dem Menschen allmählich erscheinen lassen dasjenige, was in seinem früheren Erdenleben war.

[ 14 ] Eine interessante Persönlichkeit des neunzehnten Jahrhunderts war ja Ernst FHaeckel. Dasjenige, was am meisten den Menschen auffiel an Ernst Haeckel, das war seine materialistisch nuancierte Weltanschauung, sein Kampf gegen Ultramontanismus, römisches Papsttum, römisch-katholische Kirche. Er hat einen solchen Enthusiasmus in diesem Kampf entwickelt, daß er in den Ausdrücken, die er gebraucht hat in diesem Kampf, manchmal zwar ganz entzückend ist, manchmal aber auch geschmacklos. Wenn man aber in sein Karma zurückgeht, dann findet man als seine wichtigste vorhergehende Erdeninkarnation den Papst Gregor, den großen, mächtigen Papst, der gerade die äußerliche weltliche Herrschaft des Papsttums begründen wollte gegenüber dem äußeren Kaisertum; den Papst Gregor, der als Hildebrand hervorgegangen ist aus der Cluniazenser Reform, die, allerdings in ihrer Art, vom zehnten bis elften Jahrhundert diesen Kampf führte gegen das Kaisertum, bis eben einer der ihrigen Papst wurde, der zunächst auch auf seine Art sich auflehnte gegen das weltliche Herrschertum, gegen das damalige Kaisertum. Der Enthusiasmus im Durchdrücken einer Weltanschauung, der Enthusiasmus im Verwirklichen von Impulsen, die aus einer Weltanschauung kommen, das war es, was aus der Hildebrand-Inkarnation hineinwirkt in die Haeckel-Inkarnation. Das ist nur ein Beispiel dafür, daß man durchaus nicht glauben darf, aus der äußeren Beurteilung irgendeiner Seelenkonfiguration ließe sich erraten ein früheres Erdenleben, das maßgebend ist. Darinnen muß man schon vorsichtig sein und auf diejenigen Dinge gehen, die nun eben in Wirklichkeit manchmal als winzige Kleinigkeiten, die an dem Menschen bemerkt werden können, in geistiger Anschauung aufgefaßt werden müssen, und die dann hinter dem Menschen allmählich erscheinen lassen dasjenige, was in seinem früheren Erdenleben war.

[ 15 ] Nun, sehen Sie, tiefgründig wirkt ganz besonders Saturnkarma. Da möchte ich den Blick auf eine Individualität lenken, die nun wirklich in einer früheren Inkarnation ein Eingeweihter war. Ich spreche in diesem Falle wirklich objektiv, und es hat mir einige Mühe gekostet, die Wahrheit, die ich nun vorzutragen habe, herauszuarbeiten, weil mir die Individualität eigentlich in ihrer neuen Verkörperung gar nicht sympathisch war, bis heute nicht sympathisch ist. Es handelt sich ja eben um die Feststellung objektiver Tatsachen, und man kann eigentlich, trotzdem es Mühe kostet, mit einer größeren Aussicht auf Richtigkeit das Karma durchschauen der Persönlichkeiten, die einem nicht persönlich irgendwie durch Sympathie nahestanden. Da möchte ich Ihren Blick richten auf eine Individualität, die wirklich in einem vorigen Erdenleben ein Eingeweihter war, und zwar ein Eingeweihter in einer Mysterienart, die etwas Großes, Gewaltiges in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit war, ein Eingeweihter in irischen Mysterien, in den Mysterien von Hybernia, auf die ich in meinem Mysteriendrama hingedeutet habe. In diesen Mysterien mußte vieles durchgemacht werden, ehe man hinauf-initiiert wurde zu derjenigen Gestalt der Weistümer, die man gerade in diesen irischen Mysterien empfangen sollte. Da mußte derjenige, der initiiert werden wollte, zunächst erleben einerseits alles dasjenige, was sich an Zweifeln gegenüber den großen Wahrheiten in der menschlichen Seele ablagern kann; der Schüler wurde geradezu erzogen dazu, an allem so stark zweifeln zu können, als man irgendwie zweifeln kann, zweifeln zu können gerade an den höchsten Wahrheiten. Und erst, wenn man in seiner Seele alles das durchgemacht hatte an Schmerzen, an innerer Tragik, an Niedergedrücktheit, ich möchte sagen an innerlichem Zerpreßtsein, alles was man erleben kann im Zweifeln an den höchsten Wahrheiten, dann wurde man, zuerst bildhaft imaginativ und dann in geistiger Realität, zu dem wirklichen Erfassen der Wahrheit hingeführt. So daß ein jeder, der in hybernische Mysterien eingeweiht war, nicht nur gelernt hatte, an die Wahrheit zu glauben, sondern auch, an die Wahrheit nicht zu glauben. Dadurch erst konnte sich das Unerschütterliche seines Festhaltens an der Wahrheit lebenskräftig erweisen.

[ 15 ] Nun, sehen Sie, tiefgründig wirkt ganz besonders Saturnkarma. Da möchte ich den Blick auf eine Individualität lenken, die nun wirklich in einer früheren Inkarnation ein Eingeweihter war. Ich spreche in diesem Falle wirklich objektiv, und es hat mir einige Mühe gekostet, die Wahrheit, die ich nun vorzutragen habe, herauszuarbeiten, weil mir die Individualität eigentlich in ihrer neuen Verkörperung gar nicht sympathisch war, bis heute nicht sympathisch ist. Es handelt sich ja eben um die Feststellung objektiver Tatsachen, und man kann eigentlich, trotzdem es Mühe kostet, mit einer größeren Aussicht auf Richtigkeit das Karma durchschauen der Persönlichkeiten, die einem nicht persönlich irgendwie durch Sympathie nahestanden. Da möchte ich Ihren Blick richten auf eine Individualität, die wirklich in einem vorigen Erdenleben ein Eingeweihter war, und zwar ein Eingeweihter in einer Mysterienart, die etwas Großes, Gewaltiges in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit war, ein Eingeweihter in irischen Mysterien, in den Mysterien von Hybernia, auf die ich in meinem Mysteriendrama hingedeutet habe. In diesen Mysterien mußte vieles durchgemacht werden, ehe man hinauf-initiiert wurde zu derjenigen Gestalt der Weistümer, die man gerade in diesen irischen Mysterien empfangen sollte. Da mußte derjenige, der initiiert werden wollte, zunächst erleben einerseits alles dasjenige, was sich an Zweifeln gegenüber den großen Wahrheiten in der menschlichen Seele ablagern kann; der Schüler wurde geradezu erzogen dazu, an allem so stark zweifeln zu können, als man irgendwie zweifeln kann, zweifeln zu können gerade an den höchsten Wahrheiten. Und erst, wenn man in seiner Seele alles das durchgemacht hatte an Schmerzen, an innerer Tragik, an Niedergedrücktheit, ich möchte sagen an innerlichem Zerpreßtsein, alles was man erleben kann im Zweifeln an den höchsten Wahrheiten, dann wurde man, zuerst bildhaft imaginativ und dann in geistiger Realität, zu dem wirklichen Erfassen der Wahrheit hingeführt. So daß ein jeder, der in hybernische Mysterien eingeweiht war, nicht nur gelernt hatte, an die Wahrheit zu glauben, sondern auch, an die Wahrheit nicht zu glauben. Dadurch erst konnte sich das Unerschütterliche seines Festhaltens an der Wahrheit lebenskräftig erweisen.

[ 16 ] Noch ein anderes Gefühl wurde wachgerufen bei denjenigen, die zu suchen hatten die Initiationsweisheit Hybernias. Sie wurden zu der Empfindung gebracht, daß eigentlich alles Dasein so sein könnte wie das Erdendasein: eine Illusion, kein wirkliches Dasein. Nicht nur zu zweifeln an der Wahrheit, sondern zuempfinden das Nichts im menschlichen Dasein, das Nichtsein im menschlichen Dasein, dazu wurde der Mensch gebracht. Und dann wurde er gegenüber den sich immer neu gestaltenden ätherischen Mächten und gegenüber den physischen Mächten, die in einer Zerstörung begriffen sind, aber vom Geistigen, von geistiger Seite her immer neu gestaltet werden, gegenüber all dem, was das Leben durchzieht an zerstörenden und wieder aufbauenden Kräften, nachdem sein Gemüt in die richtige Stimmung versetzt war, um ganz zur Imagination in dieser Sache zu kommen, vor zwei mächtige, gewaltige Bildsäulen geführt. Und er wurde dazu veranlaßt, die eine Bildsäule zu drücken: immer wieder stellte sich die Bildsäule her, da diese Bildsäule so gestaltet war, daß sie ganz elastisch war; immer stellte sich dasjenige, was er hineingedrückt hatte, wiederum her, Die Bildsäule behielt immer wieder ihre Form, aber die Bildsäule erschien ihm wie lebendig. Und er wurde, weil feierliche Stimmung es war, in die er zuerst getaucht war bei diesem unmittelbaren Eindruck, den er durch das Berühren erfahren hatte, auf die Eigenheit des Lebendigen hingewiesen. Die andere Bildsäule war so konstruiert, daß, wenn man auf sie drücken wollte, das wieder drinnen blieb, wodurch sie deformiert wurde, Erst wenn man am nächsten Tage wiederum vor sie hingeführt wurde, war sie ausgebessert. Die innere Konstitution des Physischen und des Ätherischen, also etwas von der Wahrheit der Selbstanschauung, zog vor die Schüler hin.

[ 16 ] Noch ein anderes Gefühl wurde wachgerufen bei denjenigen, die zu suchen hatten die Initiationsweisheit Hybernias. Sie wurden zu der Empfindung gebracht, daß eigentlich alles Dasein so sein könnte wie das Erdendasein: eine Illusion, kein wirkliches Dasein. Nicht nur zu zweifeln an der Wahrheit, sondern zuempfinden das Nichts im menschlichen Dasein, das Nichtsein im menschlichen Dasein, dazu wurde der Mensch gebracht. Und dann wurde er gegenüber den sich immer neu gestaltenden ätherischen Mächten und gegenüber den physischen Mächten, die in einer Zerstörung begriffen sind, aber vom Geistigen, von geistiger Seite her immer neu gestaltet werden, gegenüber all dem, was das Leben durchzieht an zerstörenden und wieder aufbauenden Kräften, nachdem sein Gemüt in die richtige Stimmung versetzt war, um ganz zur Imagination in dieser Sache zu kommen, vor zwei mächtige, gewaltige Bildsäulen geführt. Und er wurde dazu veranlaßt, die eine Bildsäule zu drücken: immer wieder stellte sich die Bildsäule her, da diese Bildsäule so gestaltet war, daß sie ganz elastisch war; immer stellte sich dasjenige, was er hineingedrückt hatte, wiederum her, Die Bildsäule behielt immer wieder ihre Form, aber die Bildsäule erschien ihm wie lebendig. Und er wurde, weil feierliche Stimmung es war, in die er zuerst getaucht war bei diesem unmittelbaren Eindruck, den er durch das Berühren erfahren hatte, auf die Eigenheit des Lebendigen hingewiesen. Die andere Bildsäule war so konstruiert, daß, wenn man auf sie drücken wollte, das wieder drinnen blieb, wodurch sie deformiert wurde, Erst wenn man am nächsten Tage wiederum vor sie hingeführt wurde, war sie ausgebessert. Die innere Konstitution des Physischen und des Ätherischen, also etwas von der Wahrheit der Selbstanschauung, zog vor die Schüler hin.

[ 17 ] Das war die erste Stufe. Dann wurden sie vor andere Bilder geführt, immer mehr hineingeführt in das tatkräftige Begreifen der inneren Konstitution. Diese Schüler Hybernias umfaßten in der Tat in ihrer Seelenkonstitution stark dasjenige, was geistige Wirklichkeit heißt. Die äußere physische Wirklichkeit achteten sie, wenn sie gewisse Grade der Initiation erreicht hatten, nicht mehr sehr, aber in der geistigen Wirklichkeit wußten die hybernischen Eingeweihten zu leben. War es doch in einer Weihestätte Hybernias so, daß — während in der physischen Welt drüben in Asien das Mysterium von Golgatha in unserer physischen Wirklichkeit sich abspielte — die Hohepriesterschaft Hybernias die Kulthandlungen dahin zuspitzte, daß in derselben Zeit, in der in Palästina vor sich ging in äußerer physischer Realität das Mysterium von Golgatha, drüben in der Weihestätte Irlands das Mysterium von Golgatha als Kulthandlung gleichzeitig gefeiert wurde. Das heißt, es wurde in Hybernia über die Erde herüber eine physische Tatsache als geistige an einem anderen Erdenorte erlebt. Das soll Ihnen eben andeuten, zu welcher Tiefe gerade diese hybernischen Mysterien eigentlich führten.

[ 17 ] Das war die erste Stufe. Dann wurden sie vor andere Bilder geführt, immer mehr hineingeführt in das tatkräftige Begreifen der inneren Konstitution. Diese Schüler Hybernias umfaßten in der Tat in ihrer Seelenkonstitution stark dasjenige, was geistige Wirklichkeit heißt. Die äußere physische Wirklichkeit achteten sie, wenn sie gewisse Grade der Initiation erreicht hatten, nicht mehr sehr, aber in der geistigen Wirklichkeit wußten die hybernischen Eingeweihten zu leben. War es doch in einer Weihestätte Hybernias so, daß — während in der physischen Welt drüben in Asien das Mysterium von Golgatha in unserer physischen Wirklichkeit sich abspielte — die Hohepriesterschaft Hybernias die Kulthandlungen dahin zuspitzte, daß in derselben Zeit, in der in Palästina vor sich ging in äußerer physischer Realität das Mysterium von Golgatha, drüben in der Weihestätte Irlands das Mysterium von Golgatha als Kulthandlung gleichzeitig gefeiert wurde. Das heißt, es wurde in Hybernia über die Erde herüber eine physische Tatsache als geistige an einem anderen Erdenorte erlebt. Das soll Ihnen eben andeuten, zu welcher Tiefe gerade diese hybernischen Mysterien eigentlich führten.

[ 18 ] Nun gibt es eine Individualität, die bis zu einem gewissen Grade in diese hybernischen Mysterien eingeweiht war in einer sehr frühen Zeit und dann später eine weibliche Inkarnation durchmachte; aber die eine Inkarnation Hybernias wirkte tief, tief auf die Seele. Dann machte diese Individualität in einem Leben zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige durch, was man erlebt, wenn man durch eine Saturnverarbeitung des Karma geht. Da wurde die ganze Bedeutung der Seelenerrungenschaften, die erlangt werden konnten in einer hybernischen Initiation — nicht in der höchsten, aber in einer Initiation doch bis zu einem gewissen Grade —, rückwärts geschaut in einer nach dem universellen Geschehen gehenden Perspektive. Die ganze Bedeutung desjenigen, was man in Hybernia lernen konnte, wurde gesehen in seiner Stellung gegenüber dem ganzen vergangenen Wirken der Menschenwesenheit. Wie sich dieses Hybernia aus menschlichen Sehnsuchten von Jahrhunderten, von Jahrtausenden allmählich entwickelt hat, wurde da erarbeitet in einer großartigen kosmischen Rückschau. Aber es stand gerade dieser Individualität bevor, als die neuere Zeit heranrückte, eben einen solchen Menschenleib zu haben und eine solche Menschenerziehung, in der sich das Wichtigste davon verbirgt, und doch wiederum in Gemäßheit eben der Zivilisation des neunzehnten Jahrhunderts auslebte. Und wiederum war es so, daß sich dasjenige, was in der Rückschau sich nun die Seele hereingebracht hat beim Heruntersteigen in einen wahrhaftig nicht sehr geeigneten physischen Leib, zu einer für dasjenige, was in irischer Initiation durchgemacht und vom Saturn bearbeitet worden war, gar nicht geeigneten Erziehung, verwandelte in Ideale, die in die Zukunft hereinwirkten. Aber weil es untertauchen mußte in einen Körper, der nicht so war wie die ganz merkwürdigen Körper der alten irischen Eingeweihten, sondern eben wie der Körper eines Franzosen des neunzehnten Jahrhunderts, so trat da vieles zurück, verwandelte sich jedoch in schwungvolle, aber phantastische Bilder, die doch wieder etwas Eindringliches, Großartiges haben. Diese Individualität wurde dann die Persönlichkeit Victor Hugos.

[ 18 ] Nun gibt es eine Individualität, die bis zu einem gewissen Grade in diese hybernischen Mysterien eingeweiht war in einer sehr frühen Zeit und dann später eine weibliche Inkarnation durchmachte; aber die eine Inkarnation Hybernias wirkte tief, tief auf die Seele. Dann machte diese Individualität in einem Leben zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige durch, was man erlebt, wenn man durch eine Saturnverarbeitung des Karma geht. Da wurde die ganze Bedeutung der Seelenerrungenschaften, die erlangt werden konnten in einer hybernischen Initiation — nicht in der höchsten, aber in einer Initiation doch bis zu einem gewissen Grade —, rückwärts geschaut in einer nach dem universellen Geschehen gehenden Perspektive. Die ganze Bedeutung desjenigen, was man in Hybernia lernen konnte, wurde gesehen in seiner Stellung gegenüber dem ganzen vergangenen Wirken der Menschenwesenheit. Wie sich dieses Hybernia aus menschlichen Sehnsuchten von Jahrhunderten, von Jahrtausenden allmählich entwickelt hat, wurde da erarbeitet in einer großartigen kosmischen Rückschau. Aber es stand gerade dieser Individualität bevor, als die neuere Zeit heranrückte, eben einen solchen Menschenleib zu haben und eine solche Menschenerziehung, in der sich das Wichtigste davon verbirgt, und doch wiederum in Gemäßheit eben der Zivilisation des neunzehnten Jahrhunderts auslebte. Und wiederum war es so, daß sich dasjenige, was in der Rückschau sich nun die Seele hereingebracht hat beim Heruntersteigen in einen wahrhaftig nicht sehr geeigneten physischen Leib, zu einer für dasjenige, was in irischer Initiation durchgemacht und vom Saturn bearbeitet worden war, gar nicht geeigneten Erziehung, verwandelte in Ideale, die in die Zukunft hereinwirkten. Aber weil es untertauchen mußte in einen Körper, der nicht so war wie die ganz merkwürdigen Körper der alten irischen Eingeweihten, sondern eben wie der Körper eines Franzosen des neunzehnten Jahrhunderts, so trat da vieles zurück, verwandelte sich jedoch in schwungvolle, aber phantastische Bilder, die doch wieder etwas Eindringliches, Großartiges haben. Diese Individualität wurde dann die Persönlichkeit Victor Hugos.

[ 19 ] Wiederum sehen Sie, daß selbst bis dahin, wo zwei aufeinanderfolgende Erdenleben so unähnlich sind wie das Leben des irischen Eingeweihten und dasjenige Victor Hugos, Karma hindurchwirkt. Denn man darf nicht in äußerlicher Ähnlichkeit Wirkungen des Karma suchen, sondern man muß sehen auf dasjenige, was in den Untergründen der Menschenwesenheit aus einem Erdenleben in das andere hinübergetragen wird durch das Karma. Um auch auf das Karma des einzelnen Menschen, ja das Karma seiner selbst hinzuschauen, dazu ist eigentlich auch heute die richtige Stimmung, die richtige Seelenverfassung notwendig. Eigentlich wird jede karmische Betrachtung profaniert, wenn man sie empfängt in der Stimmung, die aus der heutigen Zeitbildung, Zivilisation, Zeitschule und so weiter hervorgeht. Anschauungen über das Karma in die Seele hineinnehmen sollte eigentlich auf dem Grunde heiliger Stimmung, einer durch und durch andächtigen Stimmung geschehen. Man sollte eigentlich jedesmal, wenn man an eine karmische Wahrheit herantritt, so etwas in der Seele verspüren, als ob man einen Teil des Schleiers der Isis lüftete. Denn im Grunde genommen enthüllt ja gerade Karma in einer dem Menschen am meisten naheliegenden Art dasjenige, was die Isis war, die ja zu ihrem äußerlich sie kennzeichnenden Wahrspruch hatte: «Ich bin, was da war, was da ist, was da sein wird.» Das aber tritt einem entgegen in einer Weise, wie sie nun der Menschenseele nahe gehen muß, bei der Betrachtung des menschlichen Karma. Und eigentlich erst, wenn man in jener Art, wie wir es jetzt getan haben, auf das Karma, wie es sich im weltgeschichtlichen Werden vollzieht, hinblickt und sich dadurch die nötige heilige Stimmung erworben hat für Karmabetrachtungen, erst dann kann man in der richtigen Art, in der richtigen Seelenstimmung auf dasjenige hinschauen, was vielleicht das eigene Schicksal ist, und wie dieses Schicksal als das eigene Karma sich gestaltet und gebildet hat aus früheren Erdenleben heraus in Zusammenwirkung mit dem, was der Mensch durchgemacht hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in geistigen Sternensphären. Man ist mit seinem ganzen Menschenwesen hinblickend auf übersinnliche Welten, wenn man in der richtigen Stimmung Karma liest. Denn karmische Betrachtungen machen uns bekannt mit einer Gesetzmäßigkeit, die ganz entgegengesetzt ist der Gesetzmäßigkeit in der äußeren Natur. In der äußeren Natur wirkt der Naturzusammenhang, aber man muß über diesen Naturzusammenhang ganz hinauskommen und zu einem Geistzusammenhang aufblicken können, wenn man die Gesetzmäßigkeit des Karmawirkens ins Seelenauge fassen will. Dazu bereitet natürlich am besten vor, wenn man gerade weithin leuchtendes, weltgeschichtliches Karma betrachtet, um von dem aus das Licht zu empfangen für das, was uns bedeutsam sein muß in dem Erleben des eigenen Karma, für die Betrachtung des eigenen Karma. Und ich wollte eben dadurch, daß ich Ihnen die Wirkungen des Karma in der Weltgeschichte an charakteristischen Persönlichkeiten zeigte, Ihre Stimmung auch für andere Karmabetrachtungen der nächsten Tage vorbereiten.

[ 19 ] Wiederum sehen Sie, daß selbst bis dahin, wo zwei aufeinanderfolgende Erdenleben so unähnlich sind wie das Leben des irischen Eingeweihten und dasjenige Victor Hugos, Karma hindurchwirkt. Denn man darf nicht in äußerlicher Ähnlichkeit Wirkungen des Karma suchen, sondern man muß sehen auf dasjenige, was in den Untergründen der Menschenwesenheit aus einem Erdenleben in das andere hinübergetragen wird durch das Karma. Um auch auf das Karma des einzelnen Menschen, ja das Karma seiner selbst hinzuschauen, dazu ist eigentlich auch heute die richtige Stimmung, die richtige Seelenverfassung notwendig. Eigentlich wird jede karmische Betrachtung profaniert, wenn man sie empfängt in der Stimmung, die aus der heutigen Zeitbildung, Zivilisation, Zeitschule und so weiter hervorgeht. Anschauungen über das Karma in die Seele hineinnehmen sollte eigentlich auf dem Grunde heiliger Stimmung, einer durch und durch andächtigen Stimmung geschehen. Man sollte eigentlich jedesmal, wenn man an eine karmische Wahrheit herantritt, so etwas in der Seele verspüren, als ob man einen Teil des Schleiers der Isis lüftete. Denn im Grunde genommen enthüllt ja gerade Karma in einer dem Menschen am meisten naheliegenden Art dasjenige, was die Isis war, die ja zu ihrem äußerlich sie kennzeichnenden Wahrspruch hatte: «Ich bin, was da war, was da ist, was da sein wird.» Das aber tritt einem entgegen in einer Weise, wie sie nun der Menschenseele nahe gehen muß, bei der Betrachtung des menschlichen Karma. Und eigentlich erst, wenn man in jener Art, wie wir es jetzt getan haben, auf das Karma, wie es sich im weltgeschichtlichen Werden vollzieht, hinblickt und sich dadurch die nötige heilige Stimmung erworben hat für Karmabetrachtungen, erst dann kann man in der richtigen Art, in der richtigen Seelenstimmung auf dasjenige hinschauen, was vielleicht das eigene Schicksal ist, und wie dieses Schicksal als das eigene Karma sich gestaltet und gebildet hat aus früheren Erdenleben heraus in Zusammenwirkung mit dem, was der Mensch durchgemacht hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in geistigen Sternensphären. Man ist mit seinem ganzen Menschenwesen hinblickend auf übersinnliche Welten, wenn man in der richtigen Stimmung Karma liest. Denn karmische Betrachtungen machen uns bekannt mit einer Gesetzmäßigkeit, die ganz entgegengesetzt ist der Gesetzmäßigkeit in der äußeren Natur. In der äußeren Natur wirkt der Naturzusammenhang, aber man muß über diesen Naturzusammenhang ganz hinauskommen und zu einem Geistzusammenhang aufblicken können, wenn man die Gesetzmäßigkeit des Karmawirkens ins Seelenauge fassen will. Dazu bereitet natürlich am besten vor, wenn man gerade weithin leuchtendes, weltgeschichtliches Karma betrachtet, um von dem aus das Licht zu empfangen für das, was uns bedeutsam sein muß in dem Erleben des eigenen Karma, für die Betrachtung des eigenen Karma. Und ich wollte eben dadurch, daß ich Ihnen die Wirkungen des Karma in der Weltgeschichte an charakteristischen Persönlichkeiten zeigte, Ihre Stimmung auch für andere Karmabetrachtungen der nächsten Tage vorbereiten.