Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume V
GA 239
10 June 1924, Wrocław
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Esoteric Considerations of Karmic Connections V, tr. SOL
Elfter Vortrag
Eleventh Lecture
[ 1 ] Über den Zusammenhang des menschlichen Lebens hier auf Erden zwischen der Geburt und dem Tode und des anderen menschlichen Lebens in der übersinnlichen Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt mit Bezug auf das Karma haben wir gestern begonnen zu sprechen. Wir haben gesehen, daß an dem Karma des Menschen zusammenwirkt, was von dem Menschen erlebt, getan, gedacht, empfunden worden ist in dem vorangehenden Erdenleben und in einer Reihe von aufeinanderfolgenden Erdenleben, und was dann gestaltet, geformt wird als die Grundlage des Erlebens in einem kommenden Erdenleben durch die Zusammenarbeit des Menschen mit anderen Menschenseelen, die mit ihm karmisch verbunden sind, und dann mit den geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien. Dadurch, so sahen wir, wird durchsichtig das geschichtliche Leben der Menschheit. Wir sehen gewissermaßen jeden einzelnen Menschen — ob er Hervorragendes, Weltgestaltendes vollbringt, ob er in kleinen Kreisen wirkt — auf dem Hintergrunde eines umfassenden geistigen Geschehens. Wir haben ja insbesondere gesehen, wie die Betrachtung des menschlichen Schicksals uns, wenn wir beginnen es zu verstehen, als der äußere, irdische Ausdruck eines dahinterstehenden gewaltigen, universellen Geschehens auch in der geistigen Welt erscheint. Wir haben damit gezeigt, wie der Mensch selbst es ist, der dasjenige, was in einer früheren Erdenepoche geschieht, hineinträgt und zur Wirkung bringt in einer späteren Erdenepoche. Durch den Menschen also kommen die Zusammenhänge des geschichtlichen Werdens zustande, und ich glaube, es ist ein erhebender Eindruck, den eine solche geschichtliche Betrachtung auf den Menschen machen kann. Ja, die Art und Weise, wie wir unser eigenes Karma empfinden, wie wir uns hineinleben können in dieses eigene Karma, wird richtig empfunden, wenn wir zunächst einmal — bevor wir auf das Erleben des einzelnen Karma eingehen in den folgenden Vorträgen — eben gerade an Persönlichkeiten, deren Leben mehr oder weniger allgemein bekannt ist, sehen, wie sich die Wirkung des einzelnen Erdenlebens in die folgenden Erdenlebenhineingestaltet.
[ 1 ] Yesterday we began discussing the connection between human life here on Earth—from birth to death—and the other human life in the supersensible world—from death to a new birth—in relation to karma. We have seen that a person’s karma is shaped by what they have experienced, done, thought, and felt in their previous earthly life and in a series of successive earthly lives, and by what is then shaped and formed as the foundation for their experiences in a future earthly life through their interaction with other human souls with whom they are karmically connected, and subsequently with the spiritual beings of the higher hierarchies. Through this, as we saw, the historical life of humanity becomes transparent. We see, as it were, every single human being—whether they accomplish something outstanding and world-shaping, or whether they work within small circles—against the backdrop of a comprehensive spiritual event. We have seen, in particular, how the contemplation of human destiny—once we begin to understand it—appears to us as the outer, earthly expression of a mighty, universal event lying behind it, even in the spiritual world. We have thus shown how it is the human being himself who carries into a later epoch of Earth history what took place in an earlier one and brings it to fruition. It is through the human being, then, that the interconnections of historical development come about, and I believe that such a historical perspective can have an uplifting effect on people. Indeed, the way in which we perceive our own karma—how we can immerse ourselves in this personal karma—is truly understood when we first—before delving into the experience of individual karma in the following lectures—examine, specifically through personalities whose lives are more or less widely known, how the effects of a single earthly life shape subsequent earthly lives.
[ 2 ] Wir haben an Beispielen kennengelernt, wie die ganze geistige Beschaffenheit und die geistigen Wesenheiten, die einer Planetensphäre angehören, hineinwirken in dasjenige, was der Mensch, indem er durch die Todespforte geht und weiterlebt in der geistigen Welt, von sich selbst in diese geistige Welt hinein mitbringt. Wir haben Bemerkungen darüber gemacht, wie die Jupitersphäre eigentümlich wirkt. Noch erschütternder in ihrer Eigentümlichkeit wirkt die Saturnsphäre, noch erschütternder ist die Art und Weise, wie Saturn wirkt. Sie wissen ja — ich habe es erwähnt —, daß man auch mit der Initiations-Einsicht, um alle Zusammenhänge selbständig zu überschauen, zurückblicken muß von einem über das dreiundsechzigste Jahr hinausgehenden Lebensalter auf die Lebensepoche vom sechsundfünfzigsten bis zum dreiundsechzigsten Lebensjahr, damit man dasjenige, was von der Saturnsphäre aus auf den Menschen wirken kann, im ganzen Zusammenhange des geistigen Lebens und Webens des Weltenalls beurteilen kann. Denn alles, was im Zusammenhange mit der Saturnsphäre wirkt, ist ja so, daß eigentlich innerhalb der Saturnsphäre ein starkes, ein durchdringendes Bewußtsein bei allen Wesenheiten ist über das Vergangene, und mehr oder weniger Unbewußtheit herrscht über das Gegenwärtige. Das macht einen erschütternden Eindruck. Die Saturnwesen wirken eigentlich in ihren gegenwärtigen Taten, einschließlich der Wirkung der Seraphim, wie aus einem Unbewußten heraus, sie wissen sozusagen nicht unmittelbar, was mit ihnen und durch sie im gegenwärtigen Augenblicke geschieht; aber sie wissen sofort, und zwar durchdringend und genau, was sie getan, gedacht haben, was mit ihnen geschehen ist, wenn es geschehen ist.
[ 2 ] We have seen from examples how the entire spiritual nature and the spiritual beings belonging to a planetary sphere influence what a human being, upon passing through the gate of death and continuing to live in the spiritual world, brings with them into that spiritual world. We have made observations about how the sphere of Jupiter exerts its peculiar influence. Even more profound in its peculiarity is the sphere of Saturn; even more profound is the way in which Saturn exerts its influence. As you know—I have mentioned this—even with the insight gained through initiation, which enables one to survey all connections independently, one must look back from an age beyond sixty-three to the period of life from fifty-six to sixty-three in order to assess what can act upon the human being from the sphere of Saturn, can be assessed within the overall context of the spiritual life and weaving of the universe. For everything that acts in connection with the sphere of Saturn is such that, within the sphere of Saturn itself, there is actually a strong, penetrating consciousness among all beings regarding the past, while more or less unconsciousness prevails regarding the present. This makes a profound impression. In their present actions—including the work of the Seraphim—the Saturn beings actually act as if from a state of unconsciousness; they do not, so to speak, know immediately what is happening to them and through them at the present moment; but they know instantly—and with penetrating clarity—what they have done and thought, and what has happened to them, once it has happened.
[ 3 ] Ich möchte ein Bild gebrauchen, um Ihnen diese eigentümliche Daseinsart in der Saturnsphäre zu charakterisieren. Stellen Sie sich vor, Sie gingen als Menschen auf der Erde herum, wüßten niemals im gegenwärtigen Augenblicke, was Sie tun, was Sie denken, was überhaupt mit Ihnen oder durch Sie vorgeht, aber Sie gingen — nehmen wir ein einfaches Geschehen — irgendwohin. Da wo Sie eben gehen, sehen Sie sich nicht, aber Sie lassen Spuren zurück: es entsteht, nehmen wir an, aus Ihrer unmittelbaren Position von vorher ein Schneemännchen. Sie gehen wieder einen weiteren Schritt: wieder ein Schneemännchen, weiter einen Schritt: wieder ein Schneemännchen und so weiter. So werden Sie plastisch immer aufgenommen, und Sie sehen genau zurück auf dasjenige, was Sie waren. Schon im Momente, wo irgend etwas durch Sie geschieht, sehen Sie es, wie es da ist, wie es da bleibt, wie es sich hineinstellt in das Ewige. Und Sie sehen zurück in eine Perspektive hinein, aufgezeichnet wie in einer ewigen Chronik im Universum alles dasjenige, was durch Sie geschehen ist. Denn so ist das Selbstbewußtsein der Saturnwesen. Aber alles, was durch die Saturnwesen auf diese Weise als vergangenes Werden geschaut wird, das verbindet sich wiederum mit dem vergangenen Werden aller einzelnen Wesen des ganzen Planetensystems, so daß sozusagen das Bewußtsein der Saturnwesen darinnen besteht, daß sie in jedem Augenblicke zurückschauen auf das ganze Gedächtnis — wenn ich mich so ausdrücken darf — des ganzen lebenden Planetensystems in allen seinen Wesenheiten in der Erinnerungsfähigkeit. In dieser kosmisch-universellen Erinnerungsfähigkeit der Saturnwesen ist alles aufgezeichnet.
[ 3 ] I would like to use an image to describe this peculiar way of being in the sphere of Saturn. Imagine you were walking around as a human being on Earth, never knowing in the present moment what you are doing, what you are thinking, or what is happening to you or through you at all, but you were walking—let’s take a simple example—somewhere. As you walk, you don’t see yourself, but you leave traces behind: let’s say a little snowman forms from your immediate position just a moment ago. You take another step: another little snowman; one more step: another little snowman, and so on. In this way, you are constantly captured in a three-dimensional form, and you can look back precisely at what you were. Even in the very moment when something happens through you, you see it as it is, as it remains, as it takes its place within the eternal. And you look back into a perspective, recorded as in an eternal chronicle within the universe, of everything that has happened through you. For such is the self-consciousness of the Saturn beings. But everything that is viewed in this way by the Saturn beings as past becoming is, in turn, connected with the past becoming of all individual beings of the entire planetary system, so that, so to speak, the consciousness of the Saturn beings consists in their looking back at every moment upon the entire memory—if I may put it that way—of the entire living planetary system, in all its beings, within their capacity for remembrance. Everything is recorded in this cosmic-universal capacity for remembrance of the Saturn beings.
[ 4 ] Wenn so bei der Entdeckung des Webens und Wesens in der Saturnsphäre der initiierte Betrachter schon außerordentlich erschüttert wird, so ist das noch mehr der Fall, wenn er nun sieht, wie jene Wesen die Wirkung ihrer vorigen Erdenleben heruntertragen in ein neues Erdenleben, nachdem sie dutch ihre besonderen Erlebnisse gerade ausarbeiten lassen mußten ihr Karma innerhalb der Saturnsphäre. Und es gewinnt tatsächlich die Betrachtung des Weltenalls ungeheuer an majestätischem, gewaltigem Inhalt, wenn man dieses von einer weltgeschichtlichen Persönlichkeit weiß.
[ 4 ] If the initiated observer is already profoundly shaken by the discovery of the weaving and nature of the Saturn sphere, this is even more so when he now sees how those beings carry the effects of their previous earthly lives into a new earthly life, after having had to work through their karma within the Saturn sphere through their specific experiences. And indeed, the contemplation of the universe gains immensely in majestic, awe-inspiring depth when one knows this from the perspective of a historical figure.
[ 5 ] Betrachtet man das Leben solcher Persönlichkeiten hier auf der Erde, so führt es einen — wenn man es geistig betrachtet, nicht bloß buchstabiert, sondern liest — hinauf in das Leben und Wesen der Saturnsphäre. Die Anschauung des Geistigen gewinnt ungeheuer, wenn man wirken sieht die Saturnsphäre. Die sieht sie auf die Erde herunter wirken in dasjenige, was auf der Erde geschieht; sie sieht hier einen Abglanz desjenigen, was in der Saturnsphäre vor sich geht. Ich möchte das dutch ein Beispiel erläutern.
[ 5 ] If one considers the lives of such personalities here on Earth—viewing them spiritually, not merely taking them at face value but truly understanding them—one is led upward into the life and essence of the Saturn sphere. Our understanding of the spiritual gains immensely when we see the Saturn sphere at work. It sees itself working down upon the Earth, influencing what happens here; it sees here a reflection of what is taking place in the Saturn sphere. I would like to illustrate this with an example.
[ 6 ] Man kann hinschauen auf eine menschliche Individualität, die in dem ersten, zweiten christlichen Jahrhundert, als das Griechentum noch stark hereinwirkte in den Gang der christlichen Entwickelung, im Süden von Europa ihr Leben durchgemacht hat; die damals eine starke, feine, etwas intellektuell gefärbte Empfänglichkeit der Seele hatte für das griechisch gefärbte Christentum, und versetzt worden ist in das Römische Reich, da durchgemacht hat alles das, was man eben in den ersten Jahrhunderten der Ausbreitung des Christentums im Römischen Reich durchmachen konnte: die Christenverfolgungen mit ihrer Ungerechtigkeit, die Gewalttätigkeiten des römischen Cäsarentums, alles dasjenige, was da lag in der Art und Weise, wie sich das römische Cäsarentum überhaupt benahm gegenüber den feineren Menschen; auf eine Seele, die dasjenige, was da angeschaut werden kann, im allertiefsten Sinne mit Empörung durchgemacht hat und eigentlich damals mit einer resignierten Stimmung durch den Tod gegangen ist, die sich sagte: Kann denn eigentlich eine Welt einen Fortschritt entwickeln, in der solches möglich ist? — Zu einem gewissen Zweifel darüber, ob überhaupt in der Welt noch ein Ausgleich zwischen Gutem und Bösem ist, kam diese Seele aus der Betrachtung des römischen Cäsarentums heraus, und vor ihrem geistigen, vor ihrem seelischen Blicke stand auf der einen Seite das Böse der Cäsaren und auf der anderen Seite das in Märtyrertum gegossene Wesen einzelner christlicher Märtyrer. In hartem, schroffem Gegensatz sah diese Seele das Gute auf der einen Seite, das Böse auf der anderen Seite. Mit diesem Eindruck ging sie durch die Pforte des Todes, ging dann hindurch durch weniger bedeutsame Erdenleben. Denn dasjenige, was in jenem Erdenleben im griechisch-römischen Dasein auf diese Seele sich abgeladen hatte, das hatte tiefe Furchen im Seelenleben gezogen. Das war es, was dann, als das achtzehnte Jahrhundert sich nahte, innerhalb der Saturnsphäre weiter ausgearbeitet wurde zu weiterem Karma dieser Individualität.
[ 6 ] One can look at a human individuality that lived out its life in southern Europe during the first and second centuries of the Christian era, when Greek culture still exerted a strong influence on the course of Christian development; which at that time possessed a strong, refined, and somewhat intellectually tinged receptivity of the soul toward Greek-influenced Christianity, and which, having been transplanted into the Roman Empire, endured everything that one could possibly endure during the early centuries of Christianity’s spread throughout the Roman Empire: the persecutions of Christians with their injustice, the acts of violence by the Roman Empire, everything inherent in the way the Roman Empire generally behaved toward more refined people; a soul that had endured, in the deepest sense, what could be witnessed there with indignation, and who had actually passed through death at that time with a resigned disposition, asking herself: Can a world in which such things are possible truly make any progress? — From its contemplation of the Roman Empire, this soul arrived at a certain doubt as to whether there is any balance at all between good and evil in the world; and before its spiritual, before its soulful gaze stood, on the one hand, the evil of the Caesars and, on the other, the essence of individual Christian martyrs cast into martyrdom. In stark, jarring contrast, this soul saw the good on one side and the evil on the other. With this impression, it passed through the gate of death and then went on to live through less significant earthly lives. For what had been heaped upon this soul during that earthly life in the Greco-Roman era had carved deep furrows in its soul life. It was this that, as the eighteenth century approached, was further elaborated within the sphere of Saturn to become further karma for this individuality.
[ 7 ] Die Saturnsphäre arbeitet ernst und eindringlich an der Gestaltung des Karma. Und gerade dann, wenn es sich darum handelt, die vollste Tiefe der menschlichen Seele zu ergreifen und aus den vollsten Tiefen der menschlichen Seele stark radikale Kräfte zu entwickeln, gibt sie diese starken Kräfte, weil alles dasjenige, was innerhalb der Saturnsphäre geschieht, stark geistig ist, intensiv geistig, aber so geistig, daß es auch viel tiefer eingreift, wenn der Mensch heruntersteigt zu einer irdischen Gestaltung; tief, tief greift es ein in die physische Organisation. Es kommt eine physische Organisation zustande, die enthusiasmiert ist für einen Ausgleich desjenigen, was die Seele in einem früheren Erdenleben durchgemacht hat. Es ist ein starkes Zurückschauen da. Man schaut ja, wenn das Karma innerhalb der Saturnsphäre ausgearbeitet wird, auf Erinnerungen, auf Vergangenes, wie sich gestaltet das Wesen in der Saturnsphäre; man schaut da zurück. Dann, wenn der Mensch heruntersteigt in die irdische Sphäre, dann zeigt sich in gewisser Beziehung das negative Abbild desjenigen, was man da durchlebt hat. Das intensive Zurückschauen verwandelt sich in ein tatkräftiges Streben nach Idealen, die nach vorwärts, nach der Zukunft gehen, so daß gerade Menschen, die aus der Saturnsphäre herunter die Ausarbeitung ihres Karma bringen, zukunftbegeisterte Menschen sind, also wirken wollen in Idealen, die nach der Zukunft hinstreben, weil sie in der Saturnsphäre in einem rein geistigen Leben vorzugsweise ins Vergangene hineinschauten.
[ 7 ] The sphere of Saturn works earnestly and intensely to shape karma. And precisely when it comes to grasping the very depths of the human soul and developing powerful, radical forces from the very depths of the human soul, it imparts these powerful forces—because everything that happens within the sphere of Saturn is deeply spiritual, intensely spiritual, but so spiritual that it also intervenes much more deeply when the human being descends into an earthly form; it penetrates deeply, deeply into the physical organization. A physical organization comes into being that is driven by a desire to balance what the soul has experienced in a previous earthly life. There is a strong looking back. For when karma is worked out within the Saturn sphere, one looks back on memories, on the past—this is how the being takes shape in the Saturn sphere; one looks back there. Then, when the human being descends into the earthly sphere, the negative reflection of what was experienced there manifests itself in a certain sense. This intense looking back transforms into an energetic striving toward ideals that look forward, toward the future, so that precisely those who bring the working out of their karma down from the Saturn sphere are people enthusiastic about the future—that is, they want to work toward ideals that strive toward the future—because in the Saturn sphere, in a purely spiritual life, they looked primarily into the past.
[ 8 ] Diese Individualität, von der ich hier spreche, erschien in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts als Friedrich Schiller. Und nehmen Sie nun das ganze Schiller-Leben, nehmen Sie es so, wie es auftrat mit dem ungeheuer wirksamen, künstlerisch vielleicht sehr schwachen Duktus der Schillerschen Jugenddramen, mit all diesem Feurigen, nehmen Sie aber dazu den ungeheuren Ernst, man möchte sagen die ungeheure Melancholie, die auf der Schillerschen Seele ruht, und sehen Sie namentlich das Ergreifende seines Jugendschicksals gerade hervorgehen aus seiner melancholisch-seelischen Grundstimmung; sehen Sie das Sich-Hinarbeiten wiederum zu einer Art begeisterten Auffassung des Griechentums, als er mit Goethe bekannt wurde, sehen Sie das alles als Vordergrund, und sehen Sie dahinter den Menschen, der sich die Grundlage zu dieser Anschauung erworben hat in dem ersten, zweiten christlichen Jahrhundert im Erleben auf der einen Seite des griechischen Christentums, auf der anderen Seite aus der Empörung über das römische Cäsarentum, und wie dann alles vertieft wird zu neuem Karma in der so ernst wirkenden Saturnsphäre. Schiller ist wirklich ein Saturnmensch seinem Karma nach.
[ 8 ] This individuality of which I speak here emerged in the second half of the eighteenth century in the person of Friedrich Schiller. And now take Schiller’s entire life—take it as it appeared, with the immensely powerful, though artistically perhaps very weak, style of Schiller’s early dramas, with all that fiery passion—but add to that the immense seriousness, one might say the immense melancholy that rests upon Schiller’s soul, and see, in particular, how the poignancy of his youthful fate emerges precisely from his underlying melancholic state of mind; see, in turn, his gradual working toward a kind of enthusiastic conception of Greek culture as he became acquainted with Goethe; see all of this as the foreground, and behind it, see the man who acquired the foundation for this worldview in the first and second centuries of Christianity—on the one hand through the experience of Greek Christianity, and on the other hand through his indignation at Roman Caesarism—and how everything is then deepened into a new karma within the seemingly so serious sphere of Saturn. Schiller is truly a Saturnian being by virtue of his karma.
[ 9 ] Diese Dinge werden nicht in der richtigen Weise von der Seele erlebt, wenn sie bloß theoretisch hinhören will. Sie werden nur richtig von der Seele begriffen, wenn sie mit dem ganzen Gemüte aufgefaßt werden, wenn man zuerst das Gemüt versenkt in dieses ganze geistige Wesen und Leben in der Sternenwelt — hier in der Saturnsphäre —, und wenn man dann, nachdem man das Gemüt vertieft hat zur Auffassung eines irdischen Schicksalswirkens, hinschaut auf ein solches irdisches Schicksalswirken.
[ 9 ] These things are not experienced properly by the soul if it is content to listen to them merely in a theoretical way. They are only truly grasped by the soul when they are taken in with the whole mind, when one first immerses the mind in this entire spiritual being and life in the world of the stars—here in the sphere of Saturn—and when, after having deepened the mind to comprehend an earthly working of destiny, one then looks upon such an earthly working of destiny.
[ 10 ] Ich will ein anderes Beispiel bringen, das nun wiederum in ganz anderer Weise gewirkt hat. Da kann man hinschauen auf eine Individualität, welche in einem kurz vorher liegenden Erdenleben sogar bis zu einem gewissen Grade zu den Initiierten zählte. Bevor ich aber von diesem menschlichen Karma spreche, muß ich eine Frage zum Ausdruck bringen, die eigentlich jeder sich stellen muß, der über solche Dinge, wie wir sie jetzt besprechen, nachdenkt, und die gewiß viele von Ihnen bis jetzt schon gestellt haben. Es ist die Frage, die sich ergibt, wenn Sie hinhorchen auf dasjenige, was ja in anthroposophischen Betrachtungen gesagt wird: daß es in der Erdenentwickelung der Menschen Initiierte in die großen Geheimnisse des Daseins, Eingeweihte innerhalb der irdischen Weisheit gegeben hat. Wir blicken ja gerade mit einem ungeheuren Respekt, mit einer tiefen Achtung hin auf diese alten Initiierten in der Menschheitsentwickelung. Wenn nun von den Wiederverkörperungen, den wiederholten Erdenleben gesprochen wird, dann kann ja die Frage aufgeworfen werden: Wie ist es mit der Wiederverkörperung dieser Initiierten? — Und die Frage kann weitergehen und kann so gestellt werden: Ja, leben denn nicht etwa in der Gegenwart wiederverkörperte Initiierte? Sollten sich denn gerade für die Gegenwart die Initiierten absolut aus der Welt, in der jetzt gelebt wird zwischen Geburt und Tod, zurückgezogen haben?
[ 10 ] I would like to give another example, one that, in turn, had an entirely different effect. Here we can look at an individual who, in a previous earthly life not long ago, even counted to a certain degree among the Initiates. But before I speak of this human karma, I must raise a question that everyone who reflects on matters such as those we are now discussing must ask themselves—and which many of you have certainly already asked yourselves. It is the question that arises when you listen to what is said in anthroposophical reflections: that in the earthly evolution of humanity there have been initiates into the great mysteries of existence, those initiated into earthly wisdom. We do, after all, look upon these ancient initiates in the development of humanity with immense respect and deep reverence. When we speak of reincarnation—of repeated earthly lives—the question naturally arises: What about the reincarnation of these initiates? — And the question can go further and be posed as follows: Are there not, in fact, reincarnated initiates living in the present? Should the initiates have withdrawn completely from the world in which we now live—between birth and death—precisely for the present time?
[ 11 ] Das ist durchaus nicht der Fall. Aber wir dürfen nicht vergessen, daß der Mensch, wenn er als Individualität hinabsteigt aus dem geistig-seelischen, vorirdischen Dasein in ein irdisches Erdenleben, gebunden ist an dasjenige, was ihm irgendein Zeitalter geben kann schon in unsererm physischen Leibe, und dann an Erziehung und an ähnlichen Dingen. Diese Dinge, die müssen hingenommen werden von dem, der sich innerhalb des Irdischen wiederverkörpert. Wir können durchaus hinschauen auf irgendeine initiierte Individualität, meinetwillen in grauer Vorzeit, deren Karma es ist, irgendwie später, im achtzehnten, neunzehnten Jahrhundert wieder da zu sein. Aber im achtzehnten Jahrhundert gibt es ja nirgends innerhalb der Erdenzivilisation solche Leiber, wie es in diesen alten grauen Vorzeiten gegeben hat, Leiber, die so plastisch anschmiegsam sind der menschlich-geistigen Individualität. Es ist ja nur ein Vorurteil einer degenerierten Wissenschaft, daß der menschliche Leib seit undenklichen Zeiten immer derselbe geblieben ist. Er ist in der Tat im Zeitalter des Materialismus hart, unbiegsam, unplastisch geworden, man kann ihn nicht leicht handhaben. Die Vererbungsverhältnisse, die ja wieder zusammenhängen mit der Gesinnung, der ganzen inneren Seelenverfassung der Menschen, sind eben so — der einzelne kann da nichts dafür, die ganze Zivilisation ist schuld —, daß man mit einem Teile desjenigen, was man in der Seele trägt aus der Initiationszeit, eben nicht hineintauchen kann in den physischen Organismus, daher es auch nicht zum unmittelbaren eigenen Bewußtsein bringen kann, denn man kann nur das zum unmittelbaren äußeren Zeitbewußtsein bringen, mit dem man ganz untertauchen kann in den physischen Leib.
[ 11 ] That is by no means the case. But we must not forget that when a human being descends as an individual from the spiritual-soul existence prior to earthly life into an earthly existence, they are bound to whatever a given age can offer them even within our physical body, and then to upbringing and similar factors. These things must be accepted by the one who reincarnates within the earthly realm. We can certainly look at any initiated individual—say, in ancient times—whose karma is to return later, in the eighteenth or nineteenth century. But in the eighteenth century, nowhere within earthly civilization are there bodies such as existed in those ancient, distant times—bodies that are so malleable and adaptable to the human-spiritual individuality. It is, after all, merely a prejudice of a degenerate science that the human body has remained the same since time immemorial. In fact, in the age of materialism, it has become hard, inflexible, and unplastic; it is not easy to work with. The hereditary conditions—which, after all, are connected to the mindset, the entire inner state of the human soul—are such that—the individual is not to blame for this; the entire civilization is at fault—one cannot immerse oneself into the physical organism with a part of what one carries in the soul from the time of initiation, and therefore cannot bring it into one’s own immediate consciousness, for one can only bring into immediate external temporal consciousness that which allows one to immerse oneself completely in the physical body.
[ 12 ] Ja, da muß ich allerdings etwas sehr Paradoxes sagen, aber Sie müssen schon dieses Paradoxe hinnehmen, weil es doch eine Wahrheit ist. Sehen Sie, die Initiierten in alten, grauen Zeiten, die waren vor etwas bewahrt, was heute als eine große Wohltat für das Menschengeschlecht angesehen wird, was aber von diesen Initiierten dazumal, wenn es ihnen passiert wäre, durchaus nicht für eine Wohltat, sondern für ein großes Hindernis der Initiation angesehen worden wäre. Heute wird man es nicht zulassen, daß ein Mensch gleich einem Initiierten der grauen Zeiten davor bewahrt bleibt, in solcher Weise schreiben und lesen zu lernen, wie man es eben heute lernen kann. Es geht einem vieles verloren mit der Art und Weise, wie man heute lesen und schreiben lernt: dieses Hineingezwängtwerden in Buchstabenformen, zu denen man ja gar kein menschliches Verhältnis hat. Wie die Europäer, diese «besseren Menschen» gegenüber den Wilden, den amerikanischen Indianern ihre Buchstabenformen gezeigt haben, als sie, diese besseren Menschen, herüberkamen zu den wilden Indianern, da haben diese Indianer eine leise Furcht und Angst davor gehabt, und sie haben die Buchstaben für kleine Kobolde und Dämonen gehalten. Also etwas, wo kleine Kobolde drinnen sind, was ganz unnatürlich ist, zu etwas so Fremdartigem wie alle dieseBuchstabenformen unserer Schrift wird im sechsten, siebenten Jahre der Mensch hingeführt. Was in aller Welt hat denn ein A oder B in der Gestalt, wie wir es an uns herankommen lassen müssen als Kinder, zum menschlichen Leben für einen Bezug? Gar keinen, nicht den geringsten! Im alten Ägypterlande hat man wenigstens eine Bilderschrift gehabt, wo das Bild, das man hingemalt hat, eine Ähnlichkeit hatte mit der Wirklichkeit, und es wurde einem auch zum Bewußtsein gebracht, daß dasjenige, was man da hinmalte, einen Bezug hatte zur Wirklichkeit. Heute lernt man A, B, C als etwas ganz Lebensfremdes. Wir wollen in der Waldorfschule die größten Fehler wieder ausbessern, daher ist diese andere Art, lesen und schreiben zu lernen, unter anderem eingeführt in unserer Schule. Was aber alles aus dem Menschen ausgetrieben wird, was in einem ertötet wird, wenn man in dieser Weise lesen und schreiben lernt, das kann man nicht beurteilen, wenn man nur die Sehnsucht hat, alles materialistisch zu beurteilen, nur mit dem gewöhnlichen Bewußtsein in der Welt zu leben.
[ 12 ] Yes, I must say something quite paradoxical here, but you’ll have to accept this paradox because it is, after all, the truth. You see, the initiates in ancient, bygone times were spared something that is regarded today as a great blessing for the human race, but which, had it happened to them back then, would have been regarded by those initiates not at all as a blessing, but as a major obstacle to initiation. Today, we would not allow a person—just like an initiate of the ancient times—to be spared from learning to read and write in the way that we learn today. Much is lost in the way we learn to read and write today: this being forced into letter forms with which we have absolutely no human connection. Just as the Europeans—these “superior people” compared to the “savages,” the American Indians—showed their letter forms to the Indians when they, these superior people, came over to the “savage” Indians, so too did those Indians feel a quiet fear and dread of them, and they regarded the letters as little goblins and demons. So, something that contains little goblins—which is completely unnatural—is what a person is led to in the sixth or seventh year of life: something as alien as all these letter forms of our writing. What on earth does an A or a B, in the form we are forced to accept as children, have to do with human life? Nothing at all, not the slightest bit! In ancient Egypt, at least, they had a pictographic script in which the image that was drawn bore a resemblance to reality, and children were also made aware that what was drawn there had a connection to reality. Today, we learn A, B, C as something completely alien to life. At the Waldorf School, we want to correct these major mistakes; that is why this different way of learning to read and write has been introduced in our school, among other things. But one cannot assess all that is driven out of a person, all that is killed within them, when one learns to read and write in this way—not if one has only the desire to judge everything materialistically, to live in the world solely with ordinary consciousness.
[ 13 ] Sehen Sie, ich habe keinen Anstoß daran genommen, wohl aber viele andere Menschen: In meinem «Lebensgang» habe ich es genügend angedeutet, daß ich mit fünfzehn Jahren noch nicht orthographisch schreiben konnte. Ich verdanke dem außerordentlich viel. Ich war bewahrt vor mancherlei, vor dem man nicht bewahrt ist, wenn man mit fünfzehn Jahren schon orthographisch schreiben kann. Man wird eben durch mancherlei, das so aus der materialistischen Bildung der Zeit herausstammt, von dem geistigen Leben geradezu abgeschnitten. Es ist eine viel ernstere Frage, als man denkt. Ich deute dieses hier an, damit Sie sehen, daß ja der Initiierte von ehemals nur benutzen kann die Erziehung, die sich ihm bietet. Was kann er denn anderes tun, als sich hineinfinden in Körper und Seele seines Zeitalters? Da muß er vieles zurücklassen, was in seiner Seele veranlagt ist. Aber es wird dennoch an den Erscheinungen des Lebens, die eben in einem bestimmten Zeitalter hervortreten können, auch bei einem Menschen, der äußerlich wie ein gewöhnlicher Erdenbürger, gar nicht wie ein Initiierter wieder auftritt, der karmische Zusammenhang mit der ehemaligen Initiation durchaus durchschaubar sein. Im Karma wirkt ja wirklich nicht dasjenige, was man zunächst als das am meisten im Menschenleben Wirksame glaubt. Wenn man zum Beispiel einen Menschen mit einer bestimmten Geistesverfassung vor sich hat, da ist man, wenn man das Karma bloß verstandesmäßig beurteilt, sehr leicht geneigt, auf eine ähnliche Verstandeskonstitution des vorigen Erdenlebens zurückzugehen. Aber das ist nicht so. Die Dinge, die karmisch frei werden und von einem Erdenleben in das andere hineinwirken, liegen in viel tieferen Seelenregionen als die Verstandeskonfiguration. Ich brauche Ihnen nur ein Beispiel zu nennen, so werden Sie sehen, daß dasjenige, was das Karma beeinflußt, eben aus anderen Seelenregionen herkommt als das bloß Verstandesmäßige.
[ 13 ] You see, I wasn’t offended by it, but many other people were: In my “Life Story,” I’ve made it clear enough that at fifteen I still couldn’t spell correctly. I owe an extraordinary amount to that. I was spared from many things from which one is not spared if one can already write with proper spelling at the age of fifteen. One is, in fact, virtually cut off from spiritual life by many things that stem directly from the materialistic education of the time. It is a much more serious matter than one might think. I mention this so that you may see that the initiate of old can only make use of the education offered to him. What else can he do but adapt himself to the body and soul of his age? In doing so, he must leave behind much of what is inherent in his soul. Nevertheless, the karmic connection to the former initiation will be perfectly transparent in the manifestations of life that can emerge in a particular age—even in a person who outwardly appears to be an ordinary earthly citizen, and not at all like an initiate. In karma, after all, it is not really what one initially believes to be the most influential factor in human life that is at work. For example, when one is faced with a person of a certain mental disposition, if one judges karma purely intellectually, one is very easily inclined to attribute it to a similar mental constitution in a previous earthly life. But that is not the case. The factors that become karmically active and carry over from one earthly life into the next lie in much deeper regions of the soul than the configuration of the intellect. I need only give you one example, and you will see that what influences karma comes from regions of the soul other than those related merely to the intellect.
[ 14 ] Eine interessante Persönlichkeit des neunzehnten Jahrhunderts war ja Ernst FHaeckel. Dasjenige, was am meisten den Menschen auffiel an Ernst Haeckel, das war seine materialistisch nuancierte Weltanschauung, sein Kampf gegen Ultramontanismus, römisches Papsttum, römisch-katholische Kirche. Er hat einen solchen Enthusiasmus in diesem Kampf entwickelt, daß er in den Ausdrücken, die er gebraucht hat in diesem Kampf, manchmal zwar ganz entzückend ist, manchmal aber auch geschmacklos. Wenn man aber in sein Karma zurückgeht, dann findet man als seine wichtigste vorhergehende Erdeninkarnation den Papst Gregor, den großen, mächtigen Papst, der gerade die äußerliche weltliche Herrschaft des Papsttums begründen wollte gegenüber dem äußeren Kaisertum; den Papst Gregor, der als Hildebrand hervorgegangen ist aus der Cluniazenser Reform, die, allerdings in ihrer Art, vom zehnten bis elften Jahrhundert diesen Kampf führte gegen das Kaisertum, bis eben einer der ihrigen Papst wurde, der zunächst auch auf seine Art sich auflehnte gegen das weltliche Herrschertum, gegen das damalige Kaisertum. Der Enthusiasmus im Durchdrücken einer Weltanschauung, der Enthusiasmus im Verwirklichen von Impulsen, die aus einer Weltanschauung kommen, das war es, was aus der Hildebrand-Inkarnation hineinwirkt in die Haeckel-Inkarnation. Das ist nur ein Beispiel dafür, daß man durchaus nicht glauben darf, aus der äußeren Beurteilung irgendeiner Seelenkonfiguration ließe sich erraten ein früheres Erdenleben, das maßgebend ist. Darinnen muß man schon vorsichtig sein und auf diejenigen Dinge gehen, die nun eben in Wirklichkeit manchmal als winzige Kleinigkeiten, die an dem Menschen bemerkt werden können, in geistiger Anschauung aufgefaßt werden müssen, und die dann hinter dem Menschen allmählich erscheinen lassen dasjenige, was in seinem früheren Erdenleben war.
[ 14 ] Ernst Haeckel was certainly an interesting figure of the nineteenth century. What struck people most about Ernst Haeckel was his materialistically nuanced worldview and his struggle against ultramontanism, the Roman papacy, and the Roman Catholic Church. He developed such enthusiasm for this struggle that the language he used in it was sometimes quite delightful, but at other times also in poor taste. But if one looks back into his karma, one finds that his most significant previous earthly incarnation was Pope Gregory—the great, powerful pope who sought to establish the external, secular dominion of the papacy in opposition to the external imperial authority; Pope Gregory, who emerged as Hildebrand from the Cluniac Reform, which—albeit in its own way—waged this struggle against the imperial authority from the tenth to the eleventh century, until one of their own became Pope, who at first also rebelled in his own way against secular rule, against the imperial authority of that time. The enthusiasm for pushing through a worldview, the enthusiasm for realizing impulses arising from a worldview—that was what worked its way from the Hildebrand incarnation into the Haeckel incarnation. This is just one example of why one must by no means believe that a past earthly life—which is decisive—can be deduced from an external assessment of any soul configuration. One must be cautious in this regard and focus on those things which, in reality, are sometimes perceived as minute details observable in a person but must be grasped through spiritual insight—and which then gradually reveal, behind the person, what was present in his or her previous earthly life.
[ 15 ] Nun, sehen Sie, tiefgründig wirkt ganz besonders Saturnkarma. Da möchte ich den Blick auf eine Individualität lenken, die nun wirklich in einer früheren Inkarnation ein Eingeweihter war. Ich spreche in diesem Falle wirklich objektiv, und es hat mir einige Mühe gekostet, die Wahrheit, die ich nun vorzutragen habe, herauszuarbeiten, weil mir die Individualität eigentlich in ihrer neuen Verkörperung gar nicht sympathisch war, bis heute nicht sympathisch ist. Es handelt sich ja eben um die Feststellung objektiver Tatsachen, und man kann eigentlich, trotzdem es Mühe kostet, mit einer größeren Aussicht auf Richtigkeit das Karma durchschauen der Persönlichkeiten, die einem nicht persönlich irgendwie durch Sympathie nahestanden. Da möchte ich Ihren Blick richten auf eine Individualität, die wirklich in einem vorigen Erdenleben ein Eingeweihter war, und zwar ein Eingeweihter in einer Mysterienart, die etwas Großes, Gewaltiges in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit war, ein Eingeweihter in irischen Mysterien, in den Mysterien von Hybernia, auf die ich in meinem Mysteriendrama hingedeutet habe. In diesen Mysterien mußte vieles durchgemacht werden, ehe man hinauf-initiiert wurde zu derjenigen Gestalt der Weistümer, die man gerade in diesen irischen Mysterien empfangen sollte. Da mußte derjenige, der initiiert werden wollte, zunächst erleben einerseits alles dasjenige, was sich an Zweifeln gegenüber den großen Wahrheiten in der menschlichen Seele ablagern kann; der Schüler wurde geradezu erzogen dazu, an allem so stark zweifeln zu können, als man irgendwie zweifeln kann, zweifeln zu können gerade an den höchsten Wahrheiten. Und erst, wenn man in seiner Seele alles das durchgemacht hatte an Schmerzen, an innerer Tragik, an Niedergedrücktheit, ich möchte sagen an innerlichem Zerpreßtsein, alles was man erleben kann im Zweifeln an den höchsten Wahrheiten, dann wurde man, zuerst bildhaft imaginativ und dann in geistiger Realität, zu dem wirklichen Erfassen der Wahrheit hingeführt. So daß ein jeder, der in hybernische Mysterien eingeweiht war, nicht nur gelernt hatte, an die Wahrheit zu glauben, sondern auch, an die Wahrheit nicht zu glauben. Dadurch erst konnte sich das Unerschütterliche seines Festhaltens an der Wahrheit lebenskräftig erweisen.
[ 15 ] Well, you see, Saturn karma has a particularly profound effect. I would like to draw your attention to an individual who was truly an initiate in a previous incarnation. I am speaking truly objectively in this case, and it took me some effort to uncover the truth I am now about to present, because I actually did not find this individual at all likable in their new incarnation—and still do not find them likable to this day. After all, this is simply a matter of stating objective facts, and—even though it takes effort—one can actually gain a clearer understanding of the karma of individuals with whom one has no personal affinity, with a greater likelihood of accuracy. Here I would like to direct your attention to an individual who was truly an initiate in a previous earthly life—specifically, an initiate in a type of mystery that was something great and mighty in the history of human development: an initiate in the Irish mysteries, in the mysteries of Hybernia, to which I alluded in my mystery drama. In these mysteries, one had to undergo many trials before being initiated into that form of wisdom which was to be received specifically in these Irish mysteries. The one who wished to be initiated first had to experience, on the one hand, all the doubts that can accumulate in the human soul regarding the great truths; the student was, so to speak, trained to doubt everything as strongly as one possibly can—to doubt even the highest truths. And only after one had gone through all of that in one’s soul—the pain, the inner tragedy, the despondency, I would say the inner crushing—everything one can experience in doubting the highest truths—only then was one led, first figuratively and imaginatively and then in spiritual reality, to a true grasp of the truth. Thus, everyone who had been initiated into the Hyrberian Mysteries had learned not only to believe in the truth, but also not to believe in the truth. Only through this could the unshakable nature of their adherence to the truth prove itself to be life-affirming.
[ 16 ] Noch ein anderes Gefühl wurde wachgerufen bei denjenigen, die zu suchen hatten die Initiationsweisheit Hybernias. Sie wurden zu der Empfindung gebracht, daß eigentlich alles Dasein so sein könnte wie das Erdendasein: eine Illusion, kein wirkliches Dasein. Nicht nur zu zweifeln an der Wahrheit, sondern zuempfinden das Nichts im menschlichen Dasein, das Nichtsein im menschlichen Dasein, dazu wurde der Mensch gebracht. Und dann wurde er gegenüber den sich immer neu gestaltenden ätherischen Mächten und gegenüber den physischen Mächten, die in einer Zerstörung begriffen sind, aber vom Geistigen, von geistiger Seite her immer neu gestaltet werden, gegenüber all dem, was das Leben durchzieht an zerstörenden und wieder aufbauenden Kräften, nachdem sein Gemüt in die richtige Stimmung versetzt war, um ganz zur Imagination in dieser Sache zu kommen, vor zwei mächtige, gewaltige Bildsäulen geführt. Und er wurde dazu veranlaßt, die eine Bildsäule zu drücken: immer wieder stellte sich die Bildsäule her, da diese Bildsäule so gestaltet war, daß sie ganz elastisch war; immer stellte sich dasjenige, was er hineingedrückt hatte, wiederum her, Die Bildsäule behielt immer wieder ihre Form, aber die Bildsäule erschien ihm wie lebendig. Und er wurde, weil feierliche Stimmung es war, in die er zuerst getaucht war bei diesem unmittelbaren Eindruck, den er durch das Berühren erfahren hatte, auf die Eigenheit des Lebendigen hingewiesen. Die andere Bildsäule war so konstruiert, daß, wenn man auf sie drücken wollte, das wieder drinnen blieb, wodurch sie deformiert wurde, Erst wenn man am nächsten Tage wiederum vor sie hingeführt wurde, war sie ausgebessert. Die innere Konstitution des Physischen und des Ätherischen, also etwas von der Wahrheit der Selbstanschauung, zog vor die Schüler hin.
[ 16 ] Yet another feeling was evoked in those who sought the initiatory wisdom of Hybernia. They were led to the realization that, in fact, all existence could be like earthly existence: an illusion, not true existence. Human beings were led not only to doubt the truth, but to sense the nothingness in human existence, the non-being in human existence. And then, in the face of the ever-renewing etheric forces and the physical forces that are in the process of destruction, but are constantly reshaped by the spiritual, from the spiritual side—confronted with all the destructive and reconstructive forces that permeate life—after his mind had been put into the right frame of mind to fully engage with imagination in this matter, he was led before two mighty, colossal statues. And he was prompted to press one of the statues: time and again the statue returned to its original form, for this statue was designed to be completely elastic; whatever he had pressed into it always returned to its original state. The statue repeatedly retained its shape, yet to him it seemed as if it were alive. And because of the solemn atmosphere into which he had first been immersed upon experiencing this immediate sensation through touch, he was made aware of the distinctive nature of the living. The other statue was constructed in such a way that, if one tried to press on it, whatever was pressed into it remained there, causing it to become deformed; only when one was led back to it the next day was it restored. The inner constitution of the physical and the etheric—that is, something of the truth of self-perception—unfolded before the students.
[ 17 ] Das war die erste Stufe. Dann wurden sie vor andere Bilder geführt, immer mehr hineingeführt in das tatkräftige Begreifen der inneren Konstitution. Diese Schüler Hybernias umfaßten in der Tat in ihrer Seelenkonstitution stark dasjenige, was geistige Wirklichkeit heißt. Die äußere physische Wirklichkeit achteten sie, wenn sie gewisse Grade der Initiation erreicht hatten, nicht mehr sehr, aber in der geistigen Wirklichkeit wußten die hybernischen Eingeweihten zu leben. War es doch in einer Weihestätte Hybernias so, daß — während in der physischen Welt drüben in Asien das Mysterium von Golgatha in unserer physischen Wirklichkeit sich abspielte — die Hohepriesterschaft Hybernias die Kulthandlungen dahin zuspitzte, daß in derselben Zeit, in der in Palästina vor sich ging in äußerer physischer Realität das Mysterium von Golgatha, drüben in der Weihestätte Irlands das Mysterium von Golgatha als Kulthandlung gleichzeitig gefeiert wurde. Das heißt, es wurde in Hybernia über die Erde herüber eine physische Tatsache als geistige an einem anderen Erdenorte erlebt. Das soll Ihnen eben andeuten, zu welcher Tiefe gerade diese hybernischen Mysterien eigentlich führten.
[ 17 ] That was the first stage. Then they were led before other images, being guided ever deeper into an active understanding of their inner constitution. These disciples of Hybernia did, in fact, embody within their soul’s constitution that which is called spiritual reality. Once they had reached certain degrees of initiation, they no longer paid much attention to external physical reality, but the Hybernian initiates knew how to live within spiritual reality. For in a sacred site in Hybernia, while the Mystery of Golgotha was unfolding in our physical reality in the physical world over in Asia, the high priesthood of Hybernia brought the ritual acts to such a climax that at the very same time the Mystery of Golgotha was taking place in Palestine in outer physical reality, over in the sacred site of Ireland, the Mystery of Golgotha was simultaneously celebrated as a ritual act. That is to say, in Hybernia, a physical fact occurring across the Earth was experienced as a spiritual one at another location on Earth. This is meant to give you an idea of the depth to which these Hybernian Mysteries actually led.
[ 18 ] Nun gibt es eine Individualität, die bis zu einem gewissen Grade in diese hybernischen Mysterien eingeweiht war in einer sehr frühen Zeit und dann später eine weibliche Inkarnation durchmachte; aber die eine Inkarnation Hybernias wirkte tief, tief auf die Seele. Dann machte diese Individualität in einem Leben zwischen Tod und neuer Geburt dasjenige durch, was man erlebt, wenn man durch eine Saturnverarbeitung des Karma geht. Da wurde die ganze Bedeutung der Seelenerrungenschaften, die erlangt werden konnten in einer hybernischen Initiation — nicht in der höchsten, aber in einer Initiation doch bis zu einem gewissen Grade —, rückwärts geschaut in einer nach dem universellen Geschehen gehenden Perspektive. Die ganze Bedeutung desjenigen, was man in Hybernia lernen konnte, wurde gesehen in seiner Stellung gegenüber dem ganzen vergangenen Wirken der Menschenwesenheit. Wie sich dieses Hybernia aus menschlichen Sehnsuchten von Jahrhunderten, von Jahrtausenden allmählich entwickelt hat, wurde da erarbeitet in einer großartigen kosmischen Rückschau. Aber es stand gerade dieser Individualität bevor, als die neuere Zeit heranrückte, eben einen solchen Menschenleib zu haben und eine solche Menschenerziehung, in der sich das Wichtigste davon verbirgt, und doch wiederum in Gemäßheit eben der Zivilisation des neunzehnten Jahrhunderts auslebte. Und wiederum war es so, daß sich dasjenige, was in der Rückschau sich nun die Seele hereingebracht hat beim Heruntersteigen in einen wahrhaftig nicht sehr geeigneten physischen Leib, zu einer für dasjenige, was in irischer Initiation durchgemacht und vom Saturn bearbeitet worden war, gar nicht geeigneten Erziehung, verwandelte in Ideale, die in die Zukunft hereinwirkten. Aber weil es untertauchen mußte in einen Körper, der nicht so war wie die ganz merkwürdigen Körper der alten irischen Eingeweihten, sondern eben wie der Körper eines Franzosen des neunzehnten Jahrhunderts, so trat da vieles zurück, verwandelte sich jedoch in schwungvolle, aber phantastische Bilder, die doch wieder etwas Eindringliches, Großartiges haben. Diese Individualität wurde dann die Persönlichkeit Victor Hugos.
[ 18 ] Now there is an individual who, to a certain degree, was initiated into these Hybernian mysteries at a very early time and later underwent a female incarnation; but that one incarnation in Hybernia had a profound, profound effect on the soul. Then, in a life between death and rebirth, this individuality underwent what one experiences when passing through a Saturn-based processing of karma. There, the full significance of the soul’s achievements—which could be attained in a Hybernian initiation (not the highest, but an initiation to a certain degree)—was viewed retrospectively from a perspective aligned with universal events. The full significance of what could be learned in Hybernia was seen in relation to the entire past activity of the human being. How this Hybernia had gradually developed out of human longings spanning centuries and millennia was worked out there in a magnificent cosmic retrospective. But it was precisely this individuality that, as the modern era approached, was destined to have just such a human body and to receive just such a human education—in which the most important aspects of this heritage are concealed, yet which, at the same time, lived out its life in harmony with nineteenth-century civilization. And once again, what the soul had brought with it in this retrospective view—upon descending into a physical body that was truly not very suitable, and into an upbringing that was entirely unsuited to what had been experienced in Irish initiation and shaped by Saturn—was transformed into ideals that worked their way into the future. But because it had to immerse itself in a body that was not like the very remarkable bodies of the ancient Irish initiates, but rather like the body of a nineteenth-century Frenchman, much of it receded into the background, yet transformed into vivid but fantastical images that nevertheless possess something compelling and magnificent. This individuality then became the personality of Victor Hugo.
[ 19 ] Wiederum sehen Sie, daß selbst bis dahin, wo zwei aufeinanderfolgende Erdenleben so unähnlich sind wie das Leben des irischen Eingeweihten und dasjenige Victor Hugos, Karma hindurchwirkt. Denn man darf nicht in äußerlicher Ähnlichkeit Wirkungen des Karma suchen, sondern man muß sehen auf dasjenige, was in den Untergründen der Menschenwesenheit aus einem Erdenleben in das andere hinübergetragen wird durch das Karma. Um auch auf das Karma des einzelnen Menschen, ja das Karma seiner selbst hinzuschauen, dazu ist eigentlich auch heute die richtige Stimmung, die richtige Seelenverfassung notwendig. Eigentlich wird jede karmische Betrachtung profaniert, wenn man sie empfängt in der Stimmung, die aus der heutigen Zeitbildung, Zivilisation, Zeitschule und so weiter hervorgeht. Anschauungen über das Karma in die Seele hineinnehmen sollte eigentlich auf dem Grunde heiliger Stimmung, einer durch und durch andächtigen Stimmung geschehen. Man sollte eigentlich jedesmal, wenn man an eine karmische Wahrheit herantritt, so etwas in der Seele verspüren, als ob man einen Teil des Schleiers der Isis lüftete. Denn im Grunde genommen enthüllt ja gerade Karma in einer dem Menschen am meisten naheliegenden Art dasjenige, was die Isis war, die ja zu ihrem äußerlich sie kennzeichnenden Wahrspruch hatte: «Ich bin, was da war, was da ist, was da sein wird.» Das aber tritt einem entgegen in einer Weise, wie sie nun der Menschenseele nahe gehen muß, bei der Betrachtung des menschlichen Karma. Und eigentlich erst, wenn man in jener Art, wie wir es jetzt getan haben, auf das Karma, wie es sich im weltgeschichtlichen Werden vollzieht, hinblickt und sich dadurch die nötige heilige Stimmung erworben hat für Karmabetrachtungen, erst dann kann man in der richtigen Art, in der richtigen Seelenstimmung auf dasjenige hinschauen, was vielleicht das eigene Schicksal ist, und wie dieses Schicksal als das eigene Karma sich gestaltet und gebildet hat aus früheren Erdenleben heraus in Zusammenwirkung mit dem, was der Mensch durchgemacht hat zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in geistigen Sternensphären. Man ist mit seinem ganzen Menschenwesen hinblickend auf übersinnliche Welten, wenn man in der richtigen Stimmung Karma liest. Denn karmische Betrachtungen machen uns bekannt mit einer Gesetzmäßigkeit, die ganz entgegengesetzt ist der Gesetzmäßigkeit in der äußeren Natur. In der äußeren Natur wirkt der Naturzusammenhang, aber man muß über diesen Naturzusammenhang ganz hinauskommen und zu einem Geistzusammenhang aufblicken können, wenn man die Gesetzmäßigkeit des Karmawirkens ins Seelenauge fassen will. Dazu bereitet natürlich am besten vor, wenn man gerade weithin leuchtendes, weltgeschichtliches Karma betrachtet, um von dem aus das Licht zu empfangen für das, was uns bedeutsam sein muß in dem Erleben des eigenen Karma, für die Betrachtung des eigenen Karma. Und ich wollte eben dadurch, daß ich Ihnen die Wirkungen des Karma in der Weltgeschichte an charakteristischen Persönlichkeiten zeigte, Ihre Stimmung auch für andere Karmabetrachtungen der nächsten Tage vorbereiten.
[ 19 ] Once again, you can see that even when two successive earthly lives are as dissimilar as those of the Irish initiate and Victor Hugo, karma continues to exert its influence. For one must not seek the effects of karma in outward similarities, but must look to that which is carried over from one earthly life to the next through karma in the depths of the human being. To look even at the karma of the individual human being—indeed, at one’s own karma—requires, even today, the right mood and the right state of mind. In fact, any consideration of karma is profaned when it is received in the mood that arises from today’s cultural context, civilization, modern education, and so on. Taking views on karma into the soul should actually take place on the foundation of a sacred mood, a thoroughly devout mood. In fact, every time one approaches a karmic truth, one should feel something in the soul as if one were lifting a corner of the veil of Isis. For, fundamentally speaking, it is precisely karma that reveals, in a way most accessible to human beings, what Isis was—she whose motto, characterizing her outwardly, was: “I am what was, what is, and what will be.” But this comes to meet us in a way that must now speak to the human soul when we contemplate human karma. And it is only when we look at karma—as we have just done—as it unfolds in the course of world history, and thereby acquire the necessary sacred mood for contemplating karma, only then can one look in the right way, with the right spiritual disposition, at what may be one’s own destiny, and at how this destiny, as one’s own karma, has taken shape and been formed from earlier earthly lives in conjunction with what the human being has experienced between death and a new birth in the spiritual stellar spheres. One is gazing with one’s entire human being toward the supersensible worlds when one reads karma in the right frame of mind. For karmic contemplations acquaint us with a lawfulness that is entirely opposite to the lawfulness in outer nature. In external nature, natural interrelationships are at work, but one must transcend these natural interrelationships entirely and be able to look up toward spiritual interrelationships if one wishes to grasp the laws of karmic action with the eye of the soul. The best way to prepare for this, of course, is to contemplate karma that shines brightly throughout world history, so that from there we may receive the light for what must be significant to us in the experience of our own karma—for the contemplation of our own karma. And it was precisely by showing you the effects of karma in world history as manifested in characteristic personalities that I wished to prepare your mindset for other reflections on karma in the coming days.
