Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume V
GA 239
9 June 1924, Wrocław
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Esoteric Considerations of Karmic Connections V, tr. SOL
Zehnter Vortrag
Tenth Lecture
[ 1 ] Die Anschauungen, die wir gestern gewonnen haben über die Hintergründe des Karma, sie können noch wesentlich vertieft werden. Wir haben gesehen, wie hinter dem, was wir ein Menschenschicksal nennen, Welten stehen, gegenüber denen sich dasjenige, was man gewöhnlich von dem Menschenschicksal wahrnimmt, ausnimmt wie die Kenntnis der Buchstaben, die einer Sprache eigen sind, gegenüber dem, was, sagen wit, in einem Werke, wie der Goethesche «Faust» es ist, aus der verschiedenen Kombination dieser Buchstaben hervorgeht. Wir können wirklich das Leben und Weben höherer Welten und ihrer Wesenheiten schauen hinter einem Menschenschicksal. Aber diese Anschauung kann, wie gesagt, noch vertieft werden. Wir haben es schon erwähnt: Wenn der Mensch durchgeht durch das, was wir die Mondensphäre genannt haben, dann lebt er in Gemeinschaft mit den nun in dieser Sphäre befindlichen Urlehrern der Menschheit. Er lebt in dem ganzen Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zusammen mit jenen Menschenseelen, die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind und ihr weiteres geistiges Leben in dem Dasein zwischen Tod und neuer Geburt finden; namentlich mit jenen Menschenseelen, mit denen er in irgendeiner Weise karmisch zusammenhängt. Aber der Mensch lebt schon in der Mondensphäre mit den Wesenheiten, die wir dann nennen Angeloi, Archangeloi, Archai, und et lebt weiter, indem er durch die folgenden Sphären durchgeht, mit immer höheren und immer höheren Wesenheiten zusammen. Es ist nicht ganz richtig, so abzugrenzen, daß man einer jeden Sternensphäre ganz genau irgendeine Hierarchie zuerteilt. So ist es nicht in Wirklichkeit. Aber im ganzen können wir doch sagen, daß Archai, Archangeloi, Angeloi mit uns zusammenkommen, bevor wir in die Sonnensphäre eintreten, daß wir uns dann hineinleben in alles das, was wir zu schaffen haben zwischen Tod und neuer Geburt mit den Wesenheiten der Hierarchie Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, allmählich aber uns jetzt in unbestimmter Weise weiter hineinleben in die Sphäre der Throne, Cherubim, Seraphim, indem wir Mars und Jupiter entgegenleben. Genau stimmt nicht irgendeine Hierarchie mit einem Planetengebilde, einer Planetensphäre zusammen. Aber ein anderes gilt, das uns auch wichtig sein wird, wenn wir auf die Einzelheiten der karmischen Zusammenhänge eingehen werden.
[ 1 ] The insights we gained yesterday into the background of karma can be deepened considerably. We have seen how, behind what we call human destiny, there are worlds in relation to which what is usually perceived of human destiny stands out like the knowledge of the letters inherent in a language compared to what, let us say, emerges in a work such as Goethe’s Faust from the various combinations of these letters. We can truly perceive the life and activity of higher worlds and their beings behind a human destiny. But this perception, as I said, can be deepened even further. We have already mentioned this: When a human being passes through what we have called the lunar sphere, he lives in communion with the primordial teachers of humanity who now reside in that sphere. Throughout the entire period between death and a new birth, they live together with those human souls who have also passed through the gate of death and find their further spiritual life in the existence between death and a new birth—namely, with those human souls with whom they are karmically connected in some way. But even in the lunar sphere, the human being lives with the beings we then call Angeloi, Archangeloi, and Archai, and continues to live as he passes through the subsequent spheres, together with ever higher and higher beings. It is not entirely correct to draw such clear boundaries as to assign a specific hierarchy to each stellar sphere. That is not how it is in reality. But on the whole, we can still say that Archai, Archangeloi, Angels join us before we enter the solar sphere; that we then immerse ourselves in all that we have to accomplish between death and new birth together with the beings of the hierarchy of Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes; and that we gradually, though in an indefinite way, continue to immerse ourselves in the sphere of the Thrones, Cherubim, and Seraphim as we move toward Mars and Jupiter. It is not exactly the case that any one hierarchy corresponds to a planetary formation or a planetary sphere. But another principle applies, one that will also be important to us when we delve into the details of karmic connections.
[ 2 ] Wir müssen uns nur eine ganz bestimmte Vorstellung aneignen, die vielleicht zunächst etwas sonderbar erscheint, wenn man herkommt aus den Gewohnheiten, die man im Denken und Empfinden auf der Erde hat. Wenn wir als Menschen auf der Erde stehen und uns hineinfühlen in das Dasein, dann denken wir, das Irdische sei unmittelbar um uns herum, auf der Erdoberfläche, unter der Erdoberfläche, ein wenig darüber, im Umkreis, und wir senden wohl aus einer bestimmten Empfindung heraus den Blick über uns hinaus, wenn wir zu dem sogenannten Überirdischen hinschauen wollen. Wir erblicken dann in unserem Gemüte das Überirdische als etwas, was oben über uns steht. Nun ist es sonderbar, aber doch eben wahr: Wenn wir selber in denjenigen Sphären sind, auf die wir da von der Erde aus als zu dem Überirdischen hinaufschauen, dann tritt für uns gerade das Umgekehrte ein. Dann schauen wir aus jenen überirdischen Welten auf das Irdische herunter, und in gewissem Sinne schauen wir während unseres ganzen Daseins zwischen dem Tode und einer neuen Geburt auf das Irdische herunter. Sie werden fragen: Erleben wir denn das Irdische nicht schon hier auf Erden genügend, um vom Überirdischen, gewissermaßen wie zu einem unterirdischen Himmel, herunterzuschauen auf dieses Irdische in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt? — Wenn man das aber einsehen will, so muß man eben durchaus ein anderes ins Auge fassen. Das, was wir hier erblicken auf der Erde, wenn wir innerhalb der Haut in unserem physischen Körper leben zwischen Geburt und Tod, was wir um uns und in den Weltenweiten erblicken, es ist ja gewiß großartig, majestätisch, es erhebt Sinn, Herz und Gemüt, bringt uns in tragisch leidvolle, schmerzensreiche Situationen, es ist ein reiches Leben. Und hier auf der Erde stehend wird sich der Mensch leicht sagen: Gegenüber der Majestät und Größe alles dessen, namentlich des Sternenhimmels, das er auf diese Weise. überblicken kann als seine Außenwelt, ist nur ein Unbedeutendes, was innerhalb unserer Haut lebt, was wir als physische Menschen zwischen Geburt und Tod hier auf der Erde sind. — Allein so ist es eben nicht für die Anschauung, die wir haben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da ist alles das, was für uns auf Erden hier Außenwelt ist, unsere Innenwelt. Wir vergrößern uns allmählich in die Sphären der Welt hinein. Dasjenige, was wir als uns selber spüren, wird immer größer und größer. Und wenn wir auf irdische Weise aussprechen würden, was wir da erleben, so müssen wir uns folgendes sagen.
[ 2 ] We simply need to adopt a very specific concept, one that may seem a bit strange at first if we come from the habits of thinking and feeling we have on Earth. When we stand on Earth as human beings and immerse ourselves in our existence, we think that the earthly realm is immediately around us—on the Earth’s surface, beneath it, a little above it, and in the surrounding area—and we likely cast our gaze beyond ourselves, driven by a certain feeling, when we wish to look toward what is called the “supernatural.” We then perceive the “super-earthly” in our minds as something that lies above us. Now it is strange, but nevertheless true: when we ourselves are in those spheres toward which we look up from Earth as the “super-earthly,” then the exact opposite occurs for us. Then we look down from those super-earthly worlds upon the earthly realm, and in a certain sense we look down upon the earthly realm throughout our entire existence between death and a new birth. You may ask: Do we not already experience the earthly realm sufficiently here on Earth to look down upon it from the supernatural—as it were, from a subterranean heaven—during the life between death and a new birth? — But if one wishes to understand this, one must consider something entirely different. What we behold here on Earth—when we live within the skin of our physical body between birth and death—what we see around us and across the vastness of the worlds—is certainly magnificent and majestic; it uplifts our senses, heart, and spirit; it places us in tragically sorrowful, pain-filled situations; it is a rich life. And standing here on Earth, a person will easily say to themselves: Compared to the majesty and grandeur of all this—namely, the starry sky—which he can thus survey as his outer world, what lives within our skin, what we are as physical human beings here on Earth between birth and death, is merely insignificant. —Yet this is precisely not the case for the perception we have between death and a new birth. There, everything that is the external world for us here on Earth becomes our inner world. We gradually expand into the spheres of the world. That which we perceive as ourselves grows ever larger and larger. And if we were to express what we experience there in earthly terms, we would have to say the following:
[ 3 ] Hier auf der Erde sagen wir «mein Herz» und meinen damit etwas, was innerhalb unserer Haut ist. Wenn wir in dem Leben stehen zwischen Tod und neuer Geburt, sagen wir nicht «mein Herz», sondern wir sagen «meine Sonne». Denn die Sonne ist dann in einem gewissen Stadium zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, nachdem wir ins Weltenall hinausgewachsen sind, so in uns, wie auf der Erde unser Herz in uns ist, und ebenso die übrigen Sternenwelten in ihrer geistigen Art, wie ich sie beschrieben habe. Dagegen wird Außenwelt für uns alles das, was innerhalb der menschlichen Haut liegt. Sie müssen sich nicht vorstellen, daß das dann so aussieht, wie es sich präsentiert, wenn der Schulanatom eine Leiche seziert. So sieht es nicht aus, sondern es sieht majestätischer und größer aus als das ganze Weltengebäude, das wir von der Erde aus hier als diese äußere Welt überblicken können. In demjenigen, was sich für die physischen Sinne nur präsentiert als Herz, Lunge, Leber und so weiter, in alledem zeigt sich von dem Gesichtspunkte, den wir einnehmen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, eine großartige, gewaltige Welt, größer als die Welt, die wir vom irdischen Gesichtspunkte aus hier überblicken.
[ 3 ] Here on Earth, we say “my heart” and mean something that is inside our skin. When we are in that stage of life between death and new birth, we do not say “my heart,” but rather “my sun.” For the sun is then at a certain stage between death and a new birth, after we have grown out into the universe—within us, just as our heart is within us here on Earth, and likewise the other stellar worlds in their spiritual nature, as I have described them. In contrast, the outer world for us becomes everything that lies within the human skin. You must not imagine that it then looks the way it appears when a medical student dissects a corpse. It does not look like that; rather, it looks more majestic and vaster than the entire cosmic structure that we can survey from Earth as this outer world. In what appears to the physical senses merely as the heart, lungs, liver, and so on—in all of this—a magnificent, vast world reveals itself from the perspective we adopt between death and a new birth, a world greater than the one we can survey from our earthly vantage point here.
[ 4 ] Und ein anderes Eigentümliches tritt auf. Sie werden sagen: Nun ja, aber jeder Mensch hat dann doch diese Welt, und so viele Welten werden dann durch den Tod getragen, als eben Menschen sterben. Man müßte also eigentlich nach dem Tode so unendlich viele Welten sehen, als man Menschen erblickt nach dem Tode. — Aber das Geheimnis liegt darinnen, daß man erstens alle diejenigen Menschen, mit denen man in irgendeiner Weise karmisch verbunden ist, als eine Einheit sieht, als eine einheitliche Welt. Und an diese Menschen, mit denen man karmisch verbunden ist, schließen sich die anderen an, die auch mehr oder weniger, wenn auch nicht so streng, sich zu einer Einheit und, wiederum mit uns verbunden, mit uns sich zu einer Einheit verbinden. Denn es wird eben alles anders, wenn man von der physisch-sinnlichen Welt in die geistige Welt eintritt. Es ist gewiß manches für den, der nicht gewohnt ist, in solchen Vorstellungen zu empfinden, paradox. Aber hie und da soll man doch auf die Eigentümlichkeiten der geistigen Welt, wie sie sich der Initiationsweisheit zeigen, hinweisen. Sehen Sie, hier in der physisch-sinnlichen Welt kann man zählen: eins, zwei, drei; man kann sogar — wenn auch nicht gerade jetzt — Geld zählen in der physisch-sinnlichen Welt; aber das Zählen hat in der geistigen Welt nicht eigentlich einen Sinn. Da bedeutet die Zahl nichts Besonderes, da ist alles mehr oder weniger Einheit, und jene Unterscheidung, die man haben muß zwischen den Dingen, wenn man sie zählt, wo eins neben dem anderen sein muß, gibt es nicht in der geistigen Welt. Es muß schon manches ganz anders für die geistige Welt beschrieben werden als für die physisch-sinnliche Welt. Und so ist dasjenige, was hier eigentlich im Physischen menschliches Innere ist, eben vom Gesichtspunkte der geistigen Welt aus ganz anders, als es sich hier ausnimmt. Großartig und gewaltig ist der Menschenbau, großartiger und gewaltiger als der von der Erde aus überschaubare Himmelsbau. Und das, was wir uns erarbeiten in Gemeinschaft mit den höheren Hierarchien für das nächste Erdenleben, das da folgt auf das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, das muß ja in den Menschenbau hineinpassen, das muß ein Seelisch-Geistiges sein, das den Menschenbau durchdringt und durchdringend belebt. Denn wie entwickelt sich dieses Menschenleben auf der Erde?
[ 4 ] And another peculiar phenomenon arises. You might say: Well, yes, but every person does have this world, and as many worlds are carried over by death as there are people who die. So, after death, one would actually have to see as many worlds as there are people one sees after death. — But the mystery lies in the fact that, first of all, one sees all those people with whom one is karmically connected in any way as a single entity, as a unified world. And joining these people with whom one is karmically connected are the others who, to a greater or lesser extent—though not quite as strictly—also unite into a single entity and, in turn, connect with us to form a unity with us. For everything changes when one passes from the physical-sensory world into the spiritual world. Certainly, much of this may seem paradoxical to those unaccustomed to perceiving such concepts. But here and there one should nevertheless point out the peculiarities of the spiritual world as they are revealed by the wisdom of initiation. You see, here in the physical-sensory world one can count: one, two, three; one can even—though not right now—count money in the physical-sensory world; but counting does not really make sense in the spiritual world. There, numbers have no special significance; there, everything is more or less a unity, and that distinction one must make between things when counting them—where one must be next to the other—does not exist in the spiritual world. Many things must indeed be described quite differently for the spiritual world than for the physical-sensory world. And so what is actually the human inner being here in the physical realm is, from the perspective of the spiritual world, quite different from how it appears here. The human structure is magnificent and mighty, more magnificent and mighty than the celestial structure that can be surveyed from Earth. And what we work out in communion with the higher hierarchies for the next earthly life—the one that follows the life between death and a new birth—must, of course, fit into the human structure; it must be a soul-spiritual element that permeates the human structure and animates it profoundly. For how does this human life on Earth develop?
[ 5 ] Wir bekommen durch unsere Eltern, wenn wir hineingeboren werden in das Erdenleben aus unserem vorirdischen Dasein, scheinbar ganz den physischen Leib. Und die Sache könnte sich so ausnehmen — aber sie ist nicht in Wirklichkeit so —, als ob wir mit einem SeelischGeistigen herunterkämen aus der übersinnlichen Welt, aus dem vorirdischen Dasein, und uns mit dem, was uns die Eltern zurechtlegen in der physischen Welt, was sich im Mutterleibe ausbildet, uns bloß äußerlich verbinden würden. Aber so ist es ja nicht, sondern in Wirklichkeit ist es so: Dasjenige, was wir in unserem physischen Leibe in physischer Substanz haben, das ändert sich ja fortwährend. Es geht fortwährend weg und wird neu ersetzt. Sie brauchen ja nur an Ihre Fingernägel und an Ihre Haare zu denken. Die Fingernägel schneiden Sie ab, sie wachsen immer nach. Aber das ist nur das Äußerliche; in Wirklichkeit schuppt der Mensch nach außen fortwährend ab und ersetzt das von innen neu, von dem inneren Mittelpunkt aus, was er abschuppt nach außen hin. Er schiebt fortwährend die Materie nach außen, stößt sie ab. Und nach sieben bis acht Jahren ist es so, daß wir alles, was wir als physische Substanz vor sieben Jahren in uns gehabt haben, abgestoßen und neu ersetzt haben. Sehen Sie, es ist schon so: Ich habe ja die Freude gehabt, vor sieben Jahren vor einigen hier in Breslau zu sprechen. Es sind auch die Freunde auf Stühlen vor mir gesessen. Aber von dieser physischen Materie, die dazumal auf den Stühlen war, ist keine mehr heute da: alles ist fort, alles ist ersetzt durch andere physische Materie, und dasjenige, was geblieben ist, ist die geistig-seelische Individualität. Die war allerdings schon da, bevor sie geboren wurde, im vorirdischen Dasein. Die war in früheren Erdenleben da, die ist sozusagen treu. Aber die Substanz des physischen Leibes, die dazumal auf den Stühlen saß, ist längst in alle Winde und in andere Weltengegenden hin verflogen.
[ 5 ] When we are born into earthly life from our pre-earthly existence, we seem to receive our physical body entirely from our parents. And it might appear—though this is not actually the case—as if we were descending from the supersensible world, from our pre-earthly existence, with a soul-spiritual being, and were merely connecting ourselves externally to what our parents prepare for us in the physical world—that which develops in the womb. But that is not the case; in reality, it is as follows: What we have in our physical body in the form of physical substance is constantly changing. It is continually being shed and replaced with new matter. You need only think of your fingernails and your hair. You cut your fingernails, and they always grow back. But that is only the outward aspect; in reality, a person is constantly shedding outward and replacing from within—from the inner center—what is shed outward. They are constantly pushing matter outward, repelling it. And after seven to eight years, we have shed and replaced everything we had within us as physical substance seven years ago. You see, it is indeed true: I had the pleasure of speaking to some of you here in Breslau seven years ago. My friends were also sitting in chairs in front of me. But of that physical matter that was in those chairs back then, none remains today: everything is gone, everything has been replaced by other physical matter, and what has remained is the spiritual-soul individuality. That individuality, of course, was already there before she was born, in her pre-earthly existence. It was present in earlier earthly lives; it is, so to speak, constant. But the substance of the physical body that sat on those chairs back then has long since vanished into the winds and into other regions of the universe.
[ 6 ] Nun, dieser Austausch, der alle sieben bis acht Jahre erfolgt, der erfolgt von der Geburt an. Wir bekommen nämlich von unseren Eltern übermittelt das Substantielle und seine Gestaltung nur bis zum Zahnwechsel hin. Dasjenige, was wir dann substantiell formen, das machen wir aus unserer Individualität heraus. Dieser Zahnwechsel ist etwas ganz Wichtiges. Wir haben von den Eltern überkommen bis zum Zahnwechsel ein Modell; dieses Modell ist den Eltern ähnlich, da liegen die vererbten Eigenschaften. Unsere geistig-seelische Individualität formt nach dieser Modell langsam den zweiten Körper, der von dem Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife existiert und dann wieder abgestoßen wird; dann beginnt der dritte Körper. Aber das, was wir in Wirklichkeit erben, so daß die vererbten Eigenschaften bleiben, rührt davon her, daß wir diese in unserem zweiten Körper dem Modell nachbilden. Das, was wir später dem Modell nachgebildet haben, das ordnen wir in Gemäßheit desjenigen, was wir uns als eine unbewußte Kunst, den menschlichen Organismus aus seinen Geheimnissen heraus zu formen, im vorirdischen Dasein erwerben. Zu nichts anderem dient uns der erste Körper bis zum Zahnwechsel, als daß wir uns gemäß unserem Karma den Eltern ähnlich machen. Die eigentlichen Geheimnisse, die tiefen, umfassenden Geheimnisse, nach denen der menschliche Organismus aufgebaut ist als das wunderbare Nachbild des äußeren Himmelsgebäudes, die müssen wir ihrem innersten Wesen nach lernen in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und da hinein müssen wir zurückleben lernen, nachdem wir die Hälfte des Sonnendaseins durchgemacht haben. Lernen müssen wir, uns in die zweite Hälfte hineinzuleben, die uns veranlaßt, die Triebe unseres Karma auszubilden. Da schauen wir wieder hinein in ein wunderbares Geschehen, das abfließt zwischen uns und den Wesen der höheren Hierarchien in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.
[ 6 ] Well, this process of renewal, which takes place every seven to eight years, begins at birth. In fact, we receive the essential substance and its form from our parents only until the time of the first set of teeth. What we then shape in terms of substance, we do so based on our own individuality. This transition to the first set of teeth is something very important. Up until the change of teeth, we have inherited a model from our parents; this model resembles our parents, and it contains the inherited characteristics. Based on this model, our spiritual-soul individuality slowly shapes the second body, which exists from the change of teeth until sexual maturity and is then shed; then the third body begins. But what we actually inherit—so that the inherited characteristics remain—stems from the fact that we replicate them in our second body according to the model. What we have later replicated according to the model, we organize in accordance with what we acquire in our pre-earthly existence as an unconscious art of shaping the human organism from its innermost secrets. Until the change of teeth, the first body serves no other purpose than to make us resemble our parents in accordance with our karma. The true mysteries—the deep, all-encompassing mysteries according to which the human organism is structured as the wondrous reflection of the outer celestial edifice—we must learn in their innermost essence during the life between death and a new birth. And we must learn to live our way back into that realm after we have passed through half of our solar existence. We must learn to live our way into the second half, which prompts us to develop the impulses of our karma. There we look once more into a wondrous process that unfolds between us and the beings of the higher hierarchies in the life between death and a new birth.
[ 7 ] Wie wir hier auf der Erde mit Mineralien, Pflanzen, Tieren, mit anderen Menschen umgehen, so gehen wir zwischen Tod und neuer Geburt nicht mit Mineralien um, sondern mit anderen Menschenseelen in der beschriebenen Weise, aber nun, statt mit den Mineralien, Pflanzen, Tieren, mit Archai, Archangeloi, Angeloi, und bilden mit ihnen zusammen unser Karma. Und während dieser ganzen Zeit schauen wir auf das untere Irdische hier, in dem sich unser Karma ausleben muß, sehnsüchtig hin wie auf etwas, nach dem alle unsere Gemütskräfte, unsere Sehnsuchten gehen, so wie wir sehnsüchtig innerhalb unserer Gemütskräfte zwischen der Geburt und dem Tode hier auf Erden hinschauen nach oben zu dem Himmlischen. Und nun ist es so, daß wir, indem wir aufsteigen in die Mondensphäre, Merkursphäre, Venussphäre, hineinwachsen in die Wesenheiten der Hierarchie der Archai, Archangeloi, Angeloi. In diesen haben wir die Richter über unser Gutes und Böses, und in dem Sinne, wie ich das in den vorigen Vorträgen ausgeführt habe, auch über unsere Verstümmelung. Denn wir werden seelisch-geistig verstümmelt durch das Böse. Da haben wir die Beurteiler, da stehen wir zunächst im kosmischen Urteile darinnen. Kommen wir im Sonnendasein an, so kommen wir zu Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. Wir stehen in der Reihe der Wesenheiten drinnen, die nicht bloß Urteiler, sondern Arbeiter an unserem Karma sind.
[ 7 ] Just as we interact here on Earth with minerals, plants, animals, and other human beings, so too, between death and rebirth, we do not interact with minerals, but with other human souls in the manner described—only now, instead of with minerals, plants, and animals, we interact with Archai, Archangeloi, and Angeloi, and together with them we shape our karma. And throughout this entire time, we gaze longingly upon the lower earthly realm here—where our karma must play out—as something toward which all our emotional forces and longings are directed, just as we gaze longingly upward toward the heavenly realm within our emotional forces between birth and death here on Earth. And now it is the case that, as we ascend into the lunar sphere, the Mercury sphere, and the Venus sphere, we grow into the beings of the hierarchy of the Archai, Archangels, and Angels. In them we find the judges of our good and evil, and in the sense that I have explained in previous lectures, also of our mutilation. For we are spiritually and psychically maimed by evil. There we find the judges; there we first stand within the cosmic judgment. When we arrive in the solar existence, we come to the Exusiai, Dynamis, and Kyriotetes. We stand within the ranks of the beings who are not merely judges but workers upon our karma.
[ 8 ] Diese Wesenheiten, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, sind nun vorzugsweise Sonnenbewohner, damit aber natürlich Bewohner des ganzen Weltenalls. Sie gehören ihrem Wesen nach geistigen Welten an. Aber es bedarf der Mittler zwischen den geistigen Welten und den physisch-sinnlichen Welten, und die Vermittler sind die Throne, Cherubim und Seraphim. Sie haben deshalb ihren höheren Rang im geistigen Kosmos, weil sie die Mächtigeren sind, nicht bloß geistig im geistigen Erleben, sondern weil sie dieses Geistige, das sie im Geistigen erleben, dann im Physischen verwirklichen. Wenn wir zwischen Tod und neuer Geburt sind und so, wie ich es beschrieben habe, sehnsüchtig auf die Erde herabblicken, dann schauen wir, indem wir uns bewußt sind, auf das Irdische herunterzuschauen, eigentlich, was Seraphim, Cherubim, Throne Merkwürdiges miteinander erleben. Wir schauen also herunter, sehen Erlebnisse gegenseitig sich vollziehender Taten zwischen Seraphim, Cherubim, Thronen, Taten, die uns tief erschüttern. Wir lernen allmählich diese Taten verstehen, diese Taten, die sich abspielen zwischen Seraphim und Seraphim, Cherubim und Cherubim, Thronen und Thronen, und wieder zwischen Thronen und Seraphim, Thronen und Cherubim und so weiter. Die tun da etwas, etwas gerecht Ausgleichendes, von dem wir das Gefühl haben, das gehe uns etwas an, wenn wir es allmählich verstehen lernen. Was ist das? Das ist das Bild, das sich im Weltgeschehen ergibt aus dem, was wir waren im vorigen Erdenleben im Guten und im Bösen. Das Gute muß gute, das Böse muß böse Folgen haben. Die Seraphim, Cherubim, Throne, die gestalten die Folgen desjenigen, was wir gesät haben auf Erden, unter sich aus. Was wir als böse Taten verübt haben, hat böse Folgen im Kosmischen. Seraphim, Cherubim, Throne sehen wir in einem Tun darinnen, das die Folge unserer bösen Taten ist. Und wir lernen allmählich erkennen, daß in der Weltenentwickelung dasjenige, was unter Seraphim, Cherubim, Thronen geschieht, das himmlische Ausleben unseres Karma ist, bevor wir es irdisch ausleben können. Die Erschütterung verstärkt sich dadurch, ‘daß wir uns nun sagen mit all der Kraft, die wir haben können in dem geistigen Leben, das wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verbringen: Das, was die Cherubim, Seraphim, Throne erleben in ihrem Götterdasein, das erfährt seinen richtigen Ausgleich, wenn wir es im nächsten Erdenleben von uns aus erfahren.
[ 8 ] These beings—Exusiai, Dynamis, Kyriotetes—are primarily inhabitants of the sun, but are, of course, also inhabitants of the entire universe. By their very nature, they belong to the spiritual worlds. But mediators are needed between the spiritual worlds and the physical-sensory worlds, and these mediators are the Thrones, Cherubim, and Seraphim. They hold a higher rank in the spiritual cosmos because they are the more powerful ones—not merely spiritually in their spiritual experience, but because they then actualize in the physical realm what they experience spiritually. When we are between death and new birth and, as I have described, gaze longingly down upon the earth, then—being conscious that we are looking down upon the earthly realm—we actually see the wondrous experiences that Seraphim, Cherubim, and Thrones share with one another. So we look down and see experiences of mutual actions taking place between Seraphim, Cherubim, and Thrones—actions that deeply move us. We gradually learn to understand these actions—actions that take place between seraphim and seraphim, cherubim and cherubim, thrones and thrones, and again between thrones and seraphim, thrones and cherubim, and so on. They are doing something there—something that restores a just balance—and as we gradually come to understand it, we feel that it concerns us in some way. What is this? It is the picture that emerges in world events from what we were in our previous earthly life, in both good and evil. Good must have good consequences; evil must have evil consequences. The Seraphim, Cherubim, and Thrones work out among themselves the consequences of what we have sown on Earth. What we have committed as evil deeds has evil consequences in the cosmos. We see the Seraphim, Cherubim, and Thrones engaged in an activity that is the consequence of our evil deeds. And we gradually come to recognize that, in the evolution of the worlds, what takes place among the Seraphim, Cherubim, and Thrones is the heavenly outworking of our karma before we can live it out on Earth. The shock is intensified by the fact that “we now tell ourselves, with all the strength we can muster in the spiritual life we spend between death and a new birth: What the Cherubim, Seraphim, and Thrones experience in their divine existence finds its proper balance when we experience it of our own accord in our next earthly life.”
[ 9 ] Unser Karma wird so durch Seraphim, Cherubim, Throne zuerst überirdisch vorgelebt. Ja, die Götter sind in ihrer Geistigkeit von allem Irdischen die Schöpfer. Da müssen sie zuerst alles selber durchleben. Sie erleben es in der Sphäre des Geistigen; dann wird es hier unten verwirklicht in der Sphäre des Sinnlich-Physischen. Auch dasjenige, was wir als unser Karma erleben, das erleben Seraphim, Cherubim, Throne in ihrem Götterdasein voraus, und damit ist die Summe der Kräfte geschaffen, die unset Karma formt. So erleben wir das Dasein der planetarischen Sphären, so erleben wir dasjenige, was auf Merkur geschieht, als Urteil zunächst der Archai, Archangeloi, Angeloi. Aber da mischen sich dazwischen wieder Seraphim, Cherubim, Throne, um uns unser Karma vorzuleben. Und so erleben wir in uns selbst, was wir durch unsere vorigen Taten der Welt schuldig geworden sind, so erleben wir im Göttervorbild dasjenige, was geschehen soll durch unser Leben. Das ist ein kompliziertes Erleben, aber ein solches, das eben dem irdischen Leben durchaus als das überirdische Leben zugrunde liegt. Und dann, wenn wir so Ahnungen davon bekommen, wie reichhaltig dieses Leben ist zwischen Tod und neuer Geburt, und wenn wir dessen Inhalt zusammenfügen mit dem Inhalt des irdischen Lebens, dann bekommen wir erst eine gültige, eine wirkliche Vorstellung von dem, was eigentlich durch den Menschen, am Menschen, im Menschen in der Welt geschieht. Da wird allerdings unsere menschliche Selbsterkenntnis erst in der richtigen Weise vertieft, durchseelt und durchgeistigt. Und erst, wenn man das, was nun auch im Verlaufe des irdischen Menschenlebens geschieht, so betrachtet, daß man es auf dem Hintergrunde dessen sieht, was in der geistigen Welt vor sich geht, dann betrachtet man dieses Leben in seiner Wahrheit.
[ 9 ] Our karma is thus first exemplified in the supernatural realm by the Seraphim, Cherubim, and Thrones. Indeed, in their spiritual nature, the gods are the creators of all that is earthly. They must first experience everything themselves. They experience it in the spiritual sphere; then it is realized down here in the sensory-physical sphere. Even what we experience as our karma is first experienced by the Seraphim, Cherubim, and Thrones in their divine existence, and thus the sum of the forces that shapes our karma is created. Thus we experience the existence of the planetary spheres; thus we experience what happens on Mercury as the judgment, first and foremost, of the Archai, Archangeloi, and Angeloi. But here, too, the Seraphim, Cherubim, and Thrones intervene to exemplify our karma for us. And so we experience within ourselves what we have become indebted to the world through our past deeds; we experience in the divine model what is to come to pass through our lives. This is a complex experience, but one that indeed underlies earthly life as the super-earthly life. And then, when we gain a sense of how rich this life is between death and new birth, and when we combine its content with that of earthly life, only then do we gain a valid, a true understanding of what actually happens in the world through human beings, to human beings, and within human beings. Only then, however, is our human self-knowledge truly deepened, imbued with soul, and spiritualized. And only when we view what happens in the course of human life on earth against the backdrop of what takes place in the spiritual world do we truly perceive this life in its truth.
[ 10 ] Nun, wir sehen hier auf der Erde Menschen auftreten. Durch die Geburt werden sie Kinder, sie wachsen heran, sie treten mit diesem oder jenem Lebensschicksal genießend, schaffend, arbeitend auf, tragen diese oder jene Fähigkeit an sich. Aus den Fähigkeiten, aus den Taten der Menschen, aus den Gedanken, Empfindungen der Menschen setzt sich ja auch das geschichtliche Leben der Menschen im Laufe der Zeit zusammen. Aber alle die Menschen, die so in ein Erdenleben hineintreten, das zwischen der Geburt und dem Tode verfließt, alle diese Menschen haben frühere Erdenleben durchgemacht, in denen sie das Irdische auf eine etwas andere Weise erlebt haben, das Irdische auf eine andere Weise gestaltet haben. In allen folgenden Erdenleben machen sich die Wirkungen der früheren Erdenleben geltend. Aber verstehen können wir diesen ganzen Zusammenhang doch nur, wenn wir auch hineinblicken in die Lebensepochen zwischen Tod und neuer Geburt.
[ 10 ] Well, here on Earth we see people coming into being. Through birth, they become children; they grow up; they emerge with this or that destiny, enjoying life, creating, working, and possessing this or that ability. The historical life of humankind over the course of time is, after all, composed of people’s abilities, their deeds, and their thoughts and feelings. But all the people who enter an earthly life in this way—a life that flows between birth and death—all these people have lived through previous earthly lives in which they experienced the earthly realm in a somewhat different way and shaped it differently. In all subsequent earthly lives, the effects of earlier earthly lives make themselves felt. But we can only understand this entire context if we also look into the epochs of life between death and a new birth.
[ 11 ] Dann kommen wir auch zu einer richtigen Auffassung des geschichtlichen Lebens. Denn dann wird gleich alles für uns so, daß wir uns sagen: Das, was in einer Erdenepoche auftritt durch Menschen, das gliedert sich einer früheren Erdenepoche an. Aber wie kommt dasjenige, was in früheren Erdenepochen geschieht, in die späteren hinüber? — Die Geschichtsschreiber haben das lange so beschrieben, daß sie einfach die in der Geschichte aufeinander folgenden Tatsachen notierten. Da konnte man gar nicht einsehen, wie das Spätere auf das Frühere folgt. Dann sind einige gekommen, die haben gesagt: Da wirken Ideen in der Geschichte, und die Ideen verwirklichen sich ja. Derjenige, der real denkt, kann sich nichts dabei vorstellen, daß Ideen sich verwirklichen sollen. Da sind. dann die anderen gekommen, die materialistischen Geschichtsauffasser, und die haben gesagt: Ideen das ist Wischi-Waschi! Es verwirklichen sich nur wirtschaftliche Zusammenhänge, und aus denen geht alles hervor. — Es kam die mechanistische, materialistische Geschichtsauffassung.
[ 11 ] Then we will also arrive at a correct understanding of historical life. For then everything will immediately become clear to us, so that we say to ourselves: What occurs through human beings in one epoch of Earth history is linked to an earlier epoch of Earth history. But how does what happens in earlier Earth epochs carry over into the later ones? — Historians have long described this by simply recording the facts that follow one another in history. It was impossible to see how the later events followed from the earlier ones. Then some people came along who said: Ideas are at work in history, and ideas do indeed come to fruition. Anyone who thinks realistically cannot conceive of ideas actually coming to fruition. Then came the others—the materialist historians—who said: “Ideas are just wishful thinking! Only economic relationships come to fruition, and everything arises from them.” — Thus emerged the mechanistic, materialist view of history.
[ 12 ] Das alles ist eigentlich ein Herumplätschern an der Oberfläche. In Wirklichkeit wird dasjenige, was in früheren Geschichtsepochen geschehen ist, durch die Menschen selber in die späteren hinübergetragen. Die Menschen, die hier sitzen, sie alle lebten ja in früheren Geschichtsepochen. Dasjenige, was Sie selber tun, ist die Folge dessen, was Sie in früheren Leben getan haben. So ist es mit allem Großen, mit allem Kleinen, das im Laufe der Geschichte geschieht. Durch die Menschenseelen selber wird das Frühere in das Spätere hinübergetragen. Dadurch wird erst die menschliche Lebensauffassung vertieft, daß man den Menschen als den Träger auch des geschichtlichen Werdens ansehen kann. Man kann ihn so ansehen, aber das kann man erst, wenn man im Menschenleben anlangt bei demjenigen, was zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in den Sternensphären durch die Wesenheiten der höheren Hierarchien zusammen mit den Menschen geschieht.
[ 12 ] All of this is really just splashing about on the surface. In reality, what happened in earlier historical eras is carried over into later ones by human beings themselves. The people sitting here—they all lived in earlier historical eras. What you yourselves do is the consequence of what you have done in past lives. This is true of everything—both great and small—that happens in the course of history. It is through human souls themselves that the past is carried over into the future. It is only through this that our understanding of human life is deepened, so that we can view human beings as the bearers of historical development as well. One can view humanity in this way, but this is only possible once one arrives, in human life, at that which takes place in the stellar spheres between death and a new birth—through the beings of the higher hierarchies in collaboration with human beings.
[ 13 ] Lassen Sie uns das an einem Beispiel veranschaulichen. Da war in einer verhältnismäßig frühen Zeit, so etwa gerade in der Zeit, die hart an die Begründung des Christentums herankommt, ein Initiierter verkörpert im Orient, im indischen Leben. Dadurch, daß diese Individualität in ihrer irdischen Verkörperung im indischen Leben schlechte Augen hatte — man muß so auf die Einzelheiten eingehen, wenn man karmische Zusammenhänge bespricht —, hatte sie über alles mehr oder weniger oberflächlich hinweggeschaut. Sie stand eben drinnen in der mystischen indischen Lebensauffassung, ging dann durch andere Verkörperungen hindurch, die weniger Bedeutung hatten. Dann aberging sie durch ein Leben zwischen Tod und neuer Geburt durch, in dem alles das, was dieser Individualität sich auf der Seele abgelagert hatte im indischen oberflächlichen Erleben, nun ausgebildet wurde in der Merkursphäre, zum Teil in der Venussphäre, zum Teil in der Marssphäre. Da wirkte es mit Wesen der höheren Hierarchien zusammen, um das in einer gewissen Weise zu formen. Nun ist es bei den meisten Menschen so, daß vorzugsweise aus einer Sternensphäre heraus das Karma charakteristisch gebildet wird. Da aber ergab sich durch dieses Zusammenwirken eine Individualität, wo an der Formung der inneren Fähigkeiten, an der karmischen Umgestaltung der Fähigkeiten, die aus einem indischen Erleben einmal hervorgegangen warten, fast gleichmäßig arbeiteten die Merkur-, die Venus- und die Marssphäre. Diese Individualität trat im neunzehnten Jahrhundert als eine Persönlichkeit auf und wurde als solche Fleinrich Feine.
[ 13 ] Let us illustrate this with an example. In a relatively early period—roughly around the time of the founding of Christianity—there was an Initiate incarnated in the East, in an Indian life. Because this individual, in his earthly incarnation in Indian life, had poor eyesight—one must go into such details when discussing karmic connections—he had, for the most part, viewed everything more or less superficially. He was immersed in the mystical Indian view of life, then passed through other incarnations that were of lesser significance. Then, however, it passed through a life between death and rebirth, in which everything that had accumulated on this individual’s soul during its superficial Indian experience was now developed in the sphere of Mercury, partly in the sphere of Venus, and partly in the sphere of Mars. There it worked together with beings of the higher hierarchies to shape this in a certain way. Now, for most people, karma is primarily shaped by a particular stellar sphere. But in this case, this interaction gave rise to an individuality in which the Mercury, Venus, and Mars spheres worked almost equally on the shaping of the inner faculties and on the karmic transformation of the faculties that had once emerged from an Indian experience. This individuality emerged in the nineteenth century as a personality and, as such, became Fleinrich Feine.
[ 14 ] Nun, schauen wir uns ein solches Beispiel an, das ja durch ganz besonders gewissenhafte geistige Forschung aus den Tiefen des geistigen Lebens auf die Oberfläche gebracht worden ist. Der steife oberflächliche Philister würde sagen: Da geht mir das ganze Aroma von der Persönlichkeit weg; die will ich in ihren elementaren Eigenschaften haben. — Mag der steife Philister das sagen, er hat auch seine Menschenrechte, und sogar nach seinem Karma hat er das Recht des steifen Philisters. Aber er gelangt eben nur bis zu einem gewissen Grad der Wahrheit. Schaut man tiefer in die Tratsachen hinein, dann kommen eben die Unter- und Hintergründe der Wahrheit, der Wirklichkeit zu Tage. Und da muß man schon sagen: Das Leben, auch das Leben des einzelnen Menschen wird nicht ärmer in seiner Bedeutung, sondern unendlich reicher, wenn man es auf solchen Untergründen betrachtet; wenn man wirklich herausglänzen sieht aus diesem problematischen, fragmentarischen Heine-Leben des neunzehnten Jahrhunderts dasjenige, was einmal eine indische Inkarnation war und was dann durch alle die Einflüsse als Folgen aus einem früheren Dasein in Merkur, Venus und Mars durchgemacht werden kann: im Marsdasein, wo ein gewisser aggressiver Sinn für das folgende Erdendasein ausgebildet wird, wo also das, was angeeignet worden war in einem früheren Erdenleben, als eine besondere Fähigkeit in einen gewissen aggressiven Sinn sich hineinentwickelte, im Merkurdasein, wo sich die Seele erwerben kann, da diese Fähigkeit karmisch ja besonders im Merkurdasein ausgebildet wird, ein Hinflattern über Empfindungen und Begriffe, und im Venusdasein, wo wiederum ein gewisses Geistig-Erotisches hereinkommen konnte in die menschlichen Vorstellungskräfte.
[ 14 ] Well, let’s look at an example of this kind, one that has been brought to the surface from the depths of spiritual life through particularly meticulous spiritual research. The rigid, superficial philistine would say: “That strips away the whole essence of the personality; I want to see it in its most basic characteristics.” — Let the rigid philistine say that; he, too, has his human rights, and even according to his karma, he has the right to be a rigid philistine. But he only reaches a certain degree of truth. If one looks deeper into the facts, then the underlying and hidden aspects of truth and reality come to light. And there one must say: Life—even the life of the individual human being—does not become poorer in its significance, but infinitely richer, when viewed against such a backdrop; when one truly sees shining through this problematic, fragmentary Heine life of the nineteenth century that which was once an Indian incarnation and which was then shaped by all the influences resulting from a previous existence on Mercury, Venus, and Mars: in the Mars existence, where a certain aggressive sense is developed for the subsequent Earth existence—where, in other words, what had been acquired in an earlier Earth life developed into a specific ability as a certain aggressive sense; in the Mercury existence, where the soul can acquire this ability, since it is karmically developed particularly in the Mercury existence, a fluttering through sensations and concepts, and in the Venusic existence, where, in turn, a certain spiritual-erotic quality could enter into the human powers of imagination.
[ 15 ] Wir schauen also, indem wir so ein Menschenleben überblicken, zu gleicher Zeit in das Weltendasein hinein, und dasjenige, was wir so im Menschen sehen, das ist wahrhaftig nicht ärmer als das, was wir in der sogenannten unmittelbar elementarischen Betrachtung, die nur eine Philisterbetrachtung ist, haben. Es ist schon so, daß man sieht, wie das frühere Geschichtliche in das spätere hinübergetragen wird, und wie die Vermittler die Sternenwelten sind mit ihren Wesenheiten. Dadurch wird Geschichte erst eine Wirklichkeit, sonst bleibt sie Buchstabe, zweiunddreißig Buchstaben. Dann aber beginnen wir zu lesen in der Geschichte, wenn wir sehen, wie hinter den einzelnen Menschenschicksalen ganze Götterwelten-Taten stehen, nur noch grandioser, gewaltiger ausgebreitet als das Geschichtswerden der Menschheit, in das wir immer hineinverwoben finden die menschlichen Einzelschicksale.
[ 15 ] So, when we survey a human life in this way, we are at the same time looking into the existence of the world, and what we see in the human being in this way is truly no less than what we find in so-called “immediate elemental” observation—which is nothing more than a philistine perspective. It is indeed the case that one sees how earlier historical events are carried over into later ones, and how the starry worlds, with their beings, serve as mediators. It is through this that history first becomes a reality; otherwise, it remains mere letters—thirty-two letters. But then we begin to read history when we see how, behind the individual destinies of human beings, lie the deeds of entire worlds of gods—only even more grandiose and vast in scope than the unfolding of human history, into which we always find the individual human destinies interwoven.
[ 16 ] Und nehmen wir ein anderes Beispiel. Da gibt es eine Individualität, die eine für die damalige Zeit gründliche Ausbildung erworben hatte in der Zeit, als auf der Erde der Islam sich ausbreitete durch Nordafrika nach Spanien. Da gab es in Nordafrika noch Schulen, die so ähnlich waren wie die Schule, in welcher der heilige Augustinus ausgebildet worden ist; aber es war schon in einer späteren Zeit, die Schule war in Dekadenz. Diese Individualität lernte vieles, was eigentümlich diesen Schulen war, was noch vieles von den alten Mysterien, aber im Niedergange, in sich enthielt. Dann wurde diese Individualität verschlagen nach Spanien, kam dann in Zusammenhang nicht mit späterer, aber mit der früheren jüdischen kabbalistischen Schule, nahm wieder vieles auf aus der Früh-, nicht aus der Spätkabbalistik und wurde ein Geist, der so etwas Manichäisch-Kabbalistisches in einer großen inneren Geläufigkeit in der Seele hatte. Diese Individualität fand nun ihre Weiterentwickelung in einem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und da insbesondere in Gemeinschaft mit den Wesenheiten, die mit dem Marsdasein zu tun haben. Sie eignete sich im Marsdasein an einen gewissen aggressiven Sinn, aber auch wieder außer diesem aggressiven Sinn die Leichtigkeit der Sprache, geradezu etwas Verführerisches in der Sprachgabe, die Leichtigkeit in der sprachlichen Behandlung von allen möglichen Problemen, die sie so in ihrem Inneren aus ihrem früheren Erdenleben hatte. Damit verkörperte sie sich im achtzehnten Jahrhundert, wurde Voltaire.
[ 16 ] Let’s take another example. There was an individual who had received a thorough education for that time, during the period when Islam was spreading across the Earth through North Africa into Spain. At that time, there were still schools in North Africa similar to the one where St. Augustine had been educated; but this was already in a later period, and the school was in decline. This individual learned much that was characteristic of these schools—much that still contained elements of the ancient mysteries, though in a state of decline. This individuality was then transported to Spain, where it came into contact not with the later but with the earlier Jewish Kabbalistic school; it absorbed much from early—not late—Kabbalah and became a spirit that possessed something Manichaean-Kabbalistic within its soul with great inner fluency. This individuality now found its further development in a life between death and a new birth, and there, in particular, in communion with the beings associated with the Mars existence. In the Mars existence, she acquired a certain aggressive streak, but beyond this aggressive streak, she also gained a lightness of speech—a downright seductive quality in her eloquence—and an ease in addressing all manner of problems through language, problems she carried within her from her earlier earthly life. Thus, she incarnated in the eighteenth century and became Voltaire.
[ 17 ] Sehen Sie, zu wissen, daß das Voltaire-Dasein zurückführt auf Erlebnisse, die sogar ähnlich waren denen des Augustinus in seiner Jugend, die ähnlich waren den späteren kabbalistischen Erlebnissen, mit all diesem Ironischen, das in der Ur-Kabbalistik vorhanden war, zu wissen, daß das alles da ist, so zu überschauen den Zusammenhang, auch wiederum hineinzuschauen dutch das Zusammenhalten der zwei irdischen Leben in dasjenige, was dazwischen liegt, zwischen Tod und neuer Geburt: das macht die Welt erst ganz, das führt erst hinein in die Wirklichkeit. Wir haben, wenn wir die Erdenleben überblicken, zunächst ganz Unzusammenhängendes in den aufeinanderfolgenden Erdenleben. Man sieht nicht, wie das eine in das andere hineinragt. Aber das sind ja außerdem nur Fragmente. Das, was dazwischen liegt, wird nicht gesehen; aber die Wirklichkeit umfaßt alles dies zusammen. Und es ist schon so, daß man eigentlich an die Wirklichkeit nur herandringt, wenn man nicht nur die Natur, sondern wenn man auch das Menschenwesen nach seinen geistigen Hintergründen betrachtet.
[ 17 ] You see, to know that Voltaire’s existence can be traced back to experiences that were even similar to those of Augustine in his youth—which were similar to the later Kabbalistic experiences, with all the irony present in early Kabbalah—to know that all of this is there, to grasp the connection in this way, and to look back through the interconnection of the two earthly lives into that which lies in between—between death and new birth—is what makes the world whole; that is what leads us into reality. When we survey the earthly lives, we initially see things that are completely disjointed across the successive earthly lives. One does not see how one life extends into the next. But these are, after all, only fragments. What lies in between is not seen; yet reality encompasses all of this together. And it is indeed true that one can only truly approach reality by considering not only nature but also the human being in light of its spiritual background.
[ 18 ] In dieser Beziehung muß es schon so sein, daß von jetzt ab ein neuer Zug in unsere Bewegung hineinkommt. Als die Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Berlin begründet worden ist, 1902, da kündigte ich an als meinen ersten Vortrag, den ich dazumal halten wollte, «Praktische Karmaübungen». Ja nun, angekündigt war der Vortrag, gehalten konnte er nicht werden aus dem einfachen Grunde, weil ja die gegebenen Verhältnisse da waren. Da waren die verschiedenen alten Mitglieder der theosophischen Bewegung, die hatten so ihre Vorstellungen von dem, was man sagen darf, was man nicht sagen darf; danach hatte sich aber das ganze Milieu, die ganze Atmosphäre gebildet. Die, welche die Leiter waren, wären ja Kopf gestanden, wenn man dazumal begonnen hätte, über praktische Karmaübungen zu sprechen. Es war einfach die theosophische Bewegung nicht reif dazu. Es mußte erst vieles vorbereitet werden. Und in der TT’at, die Vorbereitung hat zwei Jahrzehnte gedauert, mehr noch. Aber bei der Weihnachtstagung ist der Impuls ausgegossen worden, nun rückhaltlos nicht bloß dasjenige, was über die natürlichen Gebiete des Geistigen erforscht werden kann, zu enthüllen, sondern rückhaltlos auch dasjenige zu enthüllen, was über die menschlichen Gebiete des Geistes so erforscht werden kann. Es wird daher in der Zukunft rückhaltlos gesprochen werden innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft über dasjenige, was doch schon von Anfang an in der Absicht lag, wozu aber diese Anthroposophische Gesellschaft erst allmählich heranreifen mußte. Das ist auch etwas, was als ein esoterischer Zug durch die Weihnachtstagung in die Anthroposophische Gesellschaft hineingekommen ist. Die Weihnachtstagung war wirklich keine Spielerei, sondern das Übernehmen neuer Verantwortlichkeiten gerade vom Geistgebiete aus für die anthroposophische Bewegung.
[ 18 ] In this regard, it must certainly be the case that, from now on, a new impetus will enter our movement. When the German Section of the Theosophical Society was founded in Berlin in 1902, I announced that my first lecture, which I intended to give at that time, would be titled “Practical Karma Exercises.” Well, the lecture was announced, but it could not be given for the simple reason that the circumstances at the time were what they were. There were the various long-standing members of the Theosophical Movement, who had their own ideas about what could and could not be said; the entire milieu, the entire atmosphere, had been shaped accordingly. Those who were in leadership positions would have been flabbergasted if, back then, we had begun to speak about practical karma exercises. The Theosophical Movement was simply not ready for it. Much had to be prepared first. And in fact, that preparation took two decades—even longer. But at the Christmas Conference, the impulse was unleashed: to reveal without reservation not only what can be explored regarding the natural realms of the spiritual, but also, without reservation, what can be explored regarding the human realms of the spirit. Therefore, in the future, there will be unreserved discussion within the Anthroposophical Society about what was, after all, intended from the very beginning, but for which this Anthroposophical Society first had to gradually mature. This is also something that entered the Anthroposophical Society as an esoteric element through the Christmas Conference. The Christmas Conference was truly no mere trifle, but rather the assumption of new responsibilities—precisely from the spiritual realm—for the anthroposophical movement.
[ 19 ] Sehen Sie, wenn man hinschauen kann auf dasjenige, was zwischen Tod und neuer Geburt liegt, so kann einem gerade dadurch klar werden, wie mannigfaltig, wie vielseitig die Welt ist. Denn wenn man auf der einen Seite sagt: In der Marssphäre wird angeregt für das spätere Erdenleben der aggressive Sinn, die Sprachgeschicklichkeit, die Sprachgewaltigkeit —, so ist das nur eine Seite; es werden auch andere Seiten innerhalb des Marslebens angeregt. Und so ist es zum Beispiel auch beim Jupiter. Die Jupitersphäre und ihre Wesenheiten erlebt man, wenn man mit der Initiationseinsicht zurückschaut auf dasjenige, was man zwischen dem neunundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre erschaut und auslöscht die Selbstbeobachtung. Da kann man schon von dem Anblicke dessen, was it Jupiter geschieht, etwas erschüttert werden. Denn diese Jupiterwesen sind doch ganz anders als die Menschen. Nehmen wir nur eine Eigenschaft der Menschen, die ja nun an sich mehr oder weniger häufig ist, nehmen wir die Weisheit. Die Menschen sagen: Wir sind weise. — Aber wie schwer erringt sich der Mensch diese Weisheit! Wenn das auch nur ein bißchen Weisheit ist, so ist das etwas schwer Errungenes. Da muß man vieles innerlich durchringen, um sich auf einem Gebiete nur ein bißchen Weisheit zu erwerben. Das alles haben die Jupiterwesen nicht nötig. Die werden mit der Weisheit — ich kann nicht sagen geboren, denn so wie auf der Erde das Entstehen der Menschen im Embryo geschieht, so geschieht nicht das Entstehen der Jupiterwesen. Da müssen Sie sich vorstellen, daß in der Umgebung des Jupiter so etwas ist wie um die Erde die Wolkengebilde. Wenn Sie sich nun vorstellen, aus den Wolken heraus formten sich die Menschenkörper und flögen dann auf die Erde herunter, so würde dies die Art sein, wie auf dem Jupiter aus einer Art von Wolken die neuen Wesen sich herausgestalten, aber so, daß diese Wesen, die etwa aus den Wolken herausflögen, eben die Weisheit zu ihrer Grundeigenschaft haben würden. Wie wir eine Blutzirkulation haben, so haben sie die Weisheit. Aber sie ist kein Verdienst, kein Errungenes, sie haben sie eben. Dadurch denken sie auch ganz anders als die Menschen. Das wirkt zwar erschütternd, aber man muß sich nach und nach an diesen Anblick gewöhnen. Und das ist alles auf dem Jupiter durchdrungen und durchzogen, wie wir auf der Erde von Luft durchdrungen sind, von Weisheit. Die Weisheit ist dort substantiell, sie strömt auf dem Jupiter in Wind und Wettern herum, ergießt sich auf den Jupiter, zieht als Nebel in die Höhe. Das sind aber immer wiederum Wesen, die in einem Weisheitsnebel aufsteigen. Darin nun leben vorzugsweise die Cherubim, die in diesem Zusammenhange an dem menschlichen Karma mit den Menschen zusammen formen. Aber es leben darin auch andere Impulse. Das gilt aber unbedingt: Was ein Mensch in einem früheren Erdenleben durchgemacht hat, wird karmisch zusammengeformt durch die Kräfte der Weisheit, der selbstverständlichen Weisheit. Er kommt dann auf die Erde herunter und trägt das Gepräge desjenigen, was sich dadurch ergibt, daß er früher auf der Erde Erlebtes in selbstverständliche Weisheit zusammengeformt hat, die dann nur auf die verschiedenste Weise zum Ausdruck kommt. Auch dafür ein Beispiel.
[ 19 ] You see, if one can look at what lies between death and new birth, it is precisely through this that one can come to realize how diverse and multifaceted the world is. For while it is said, on the one hand, that the Mars sphere stimulates the aggressive instinct, linguistic skill, and eloquence for one’s later earthly life—that is only one aspect; other aspects are also stimulated within the Mars life. And so it is, for example, with Jupiter as well. One experiences the Jupiter sphere and its beings when, with the insight of initiation, one looks back upon what one perceives between the ages of forty-nine and fifty-six and erases self-observation. One can already be somewhat shaken by the sight of what happens on Jupiter. For these Jupiter beings are, after all, quite different from human beings. Let us take just one human characteristic—one that is, after all, more or less common—namely, wisdom. People say: “We are wise.” — But how difficult it is for a human being to attain this wisdom! Even if it is only a little wisdom, it is something hard-won. One must struggle through much internally just to acquire a little wisdom in a single field. The Jupiter beings have no need for any of this. They are endowed with wisdom—I cannot say “born,” for the way Jupiter beings come into being is not like the way human beings develop from an embryo on Earth. You must imagine that in the vicinity of Jupiter there is something like the cloud formations around the Earth. If you now imagine that human bodies were formed from these clouds and then flew down to Earth, that would be the way in which, on Jupiter, new beings take shape from a kind of cloud—but in such a way that these beings, who would, as it were, fly out of the clouds, would have wisdom as their fundamental characteristic. Just as we have blood circulation, so do they have wisdom. But it is not a merit, nor something they have achieved; they simply possess it. As a result, they also think quite differently from human beings. This may seem unsettling at first, but one must gradually grow accustomed to this sight. And everything on Jupiter is permeated and interwoven with wisdom, just as we on Earth are permeated by air. Wisdom is substantial there; it flows about on Jupiter in wind and weather, pours down upon Jupiter, and rises upward as a mist. But these are, in turn, beings who ascend within a mist of wisdom. It is primarily the cherubim who live within this, who, in this context, shape human karma together with human beings. But other impulses also live within it. However, this is absolutely true: What a human being has gone through in a previous earthly life is karmically shaped by the forces of wisdom—natural wisdom. The person then comes down to Earth bearing the imprint of what results from having shaped their earlier earthly experiences into natural wisdom, which then expresses itself in the most diverse ways. Here is an example of this as well.
[ 20 ] Da ist eine Individualität, die führt uns zurück ins alte Griechenland, so in eine Art platonischer, aber zugleich auch bildhauerischer Atmosphäre. Eine wichtigste Inkarnation hat diese Individualität in dieser plastischen Zeit Griechenlands erlebt als Bildhauer. Das, was sie da erlebt hat, trug sie in spätere Zwischenverkörperungen, die weniger wichtig waren, hinein. Das ist eine Individualität, die ihr Karma ausarbeitete für ihre vorläufig letzte Erdeninkarnation besonders in der Sphäre der Weisheit Jupiters.
[ 20 ] There is an individuality that takes us back to ancient Greece, into a kind of Platonic yet at the same time sculptural atmosphere. This individuality experienced one of its most significant incarnations during this sculptural period of Greek history as a sculptor. What it experienced there it carried into later, less significant incarnations. This is an individuality that worked out its karma for its provisional final earthly incarnation, particularly in the sphere of Jupiter’s wisdom.
[ 21 ] Eine andere Individualität führt uns zurück in die Zeiten, bevor Amerika von Europa aus bevölkert worden ist, nach Mittelamerika, nach Mexiko. Da lebte sie in den verfallenden Mysterien der früheren mexikanischen Urbevölkerung. Sie lernte da kennen, als die Zusammenhänge der dortigen Menschen, der Mysterienschüler, mit den geistigen Wesen noch lebendig waren, dasjenige, was da lebte als mexikanische Götter. Heute reden Leute, die gelehrt sind, ja auch wieder — ein besonderes Karma, aber ein für die Menschen nicht besonders glückliches Karma — über diese Götter, Quetzalkoatl, Tetzkatlipoka und Taotl; doch man bekommt durch diese Beschreibungen kaum viel mehr als die Namen. Aber die Individualität, von der ich Ihnen spreche, die lebte lebendig darinnen, wenn auch in den verfallenden Mysterien. Für die war so ein Gott Taotl, Quetzalkoatl, etwas Lebendiges. Es waren das in der Tat zauberische, lebendige Wesenheiten. Und dort, in den verfallenden Mysterien des Quetzalkoatl, da lebte sie sich auch hinein in einen damals schon ganz abergläubischen, magischen Inhalt, in solch eine Wesenheit wie Tetzkatlipoka — Tetzkatlipoka ist eine Art Schlangengott gewesen, mit dem man sich astral verbunden fühlte —, und das wurde für sie intensiv lebendig. Diese Individualität ging dann nicht durch andere Inkarnationen, nachdem sie ihr Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt erlebt hatte, wie jene andere, die noch Zwischeninkarnationen durchmachte, als Mann in Griechenland gelebt hatte und dann durch weibliche Inkarnationen durchging. Diese Individualität lebte als Mann innerhalb der mexikanischen Mysterien, ging in dem Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt durch die Jupitersphäre der Weisheit und lebte dann gerade im achtzehnten, neunzehnten Jahrhundert. Die Individualität, die in Griechenland gelebt hatte, ging auch durch die Jupitersphäre, wie man eben durchgehen kann, wenn man Bildhauer war und zugleich auf griechische Art erlebt hatte diese plastische Vorstellungsweise, die ‘dazumal auch wirklich lebendig war. Sie prägte dieses Plastische, das in Griechenland an der Gestaltung des Menschen erlebt werden konnte, um in gestaltendes Auffassen der ganzen Welt in der Weisheitssphäre des Jupiter, wo alle diese Weisheit substantiell vorhanden ist, kam dann in einen Menschenleib mit ihrer durch den Jupiter ausgeprägten Griechenheit und wurde als Goethe wiedergeboren.
[ 21 ] Another individuality takes us back to the times before America was settled by Europeans—to Central America, to Mexico. There she lived amid the fading mysteries of the ancient Mexican indigenous peoples. There, when the connections between the people there—the initiates into the mysteries—and the spiritual beings were still alive, it came to know that which lived there as the Mexican gods. Today, learned people speak once again—a special karma, though not a particularly fortunate one for humanity—of these gods: Quetzalcoatl, Tezcatlipoca, and Taotl; yet these descriptions offer little more than the names themselves. But the individuality of which I speak to you was alive and well within them, even amidst the decaying mysteries. For them, a god like Taotl or Quetzalcoatl was something living. They were, in fact, enchanting, living beings. And there, within the decaying mysteries of Quetzalcoatl, this individuality also lived itself into what was by then already a thoroughly superstitious, magical context—into a being such as Tetzkatlipoka—Tetzkatlipoka was a kind of serpent god with whom one felt an astral connection—and this became intensely alive for her. This individuality did not then undergo further incarnations after experiencing life between death and a new birth, unlike that other one who still went through intermediate incarnations, having lived as a man in Greece and then passing through female incarnations. This individuality lived as a man within the Mexican mysteries, passed through the Jupiter sphere of wisdom during the life between death and rebirth, and then lived specifically in the eighteenth and nineteenth centuries. The individual who had lived in Greece also passed through the sphere of Jupiter—as one might do if one were a sculptor and had at the same time experienced, in the Greek manner, this plastic mode of imagination, which “was truly alive back then.” It shaped this plastic quality, which could be experienced in Greece through the form of the human being, and developed into a formative perception of the entire world within the sphere of Jupiter’s wisdom—where all this wisdom is substantially present—and then entered a human body with its Greek character, shaped by Jupiter, and was reborn as Goethe.
[ 22 ] Die andere Individualität ging auch durch die Jupitersphäre, prägte dasjenige, was man erfahren konnte in den mexikanischen Mysterien, dann auch um in der Jupitersphäre. Aber es konnte nicht dasselbe in der Jupitersphäre entstehen aus einem Erdenleben, das in Griechenland so erlebt worden ist, wie ich es geschildert habe, und aus einem Erdenleben, das in Mexiko so erlebt wurde, wie ich es geschildert habe. Beides ist durch die Weisheitssphäre des Jupiter gegangen, aber beides ist so geworden, wie es werden mußte gemäß den Gestaltungskräften aus dem früheren Leben. Die Individualität, die durch die mexikanischen Mysterien gegangen ist, ging durch die Jupitersphäre, wurde wiedergeboren als Eliphas Levi. Da haben Sie in einer merkwürdigen Weise in Weisheit umgewandelt magisch-rituelle Handlungen, magische Kulte. Es ist eben minderwertiges Jupiterkarma, trotzdem außerordentlich geistvolles, weisheitsvolles. Man sieht daran, wie zusammenwirken dasjenige, was der Mensch im Erdenleben erfahren hat, und dasjenige, was er zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wird. Es wird durchaus das spätere Leben nach dem früheren Leben gebildet, aber in mannigfaltiger Weise kann durch die gleiche Sphäre umgeprägt werden im Karma dasjenige, was ein Mensch im Erdenleben durchgemacht hat. Wenn man so ansieht die Gestaltung des menschlichen Lebens im karmischen Sinne, vertieft man erst richtig dieses Menschenleben. Dann bereichert es sich, dann erscheint es erst in seiner ganzen Wirklichkeit, dann kennt man in Wirklichkeit erst den Menschen und das Menschenleben.
[ 22 ] The other individuality also passed through the sphere of Jupiter, shaping what could be experienced in the Mexican mysteries, and then also within the sphere of Jupiter. But the same thing could not arise in the sphere of Jupiter from an earthly life experienced in Greece as I have described it, and from an earthly life experienced in Mexico as I have described it. Both passed through the sphere of Jupiter’s wisdom, but both became what they had to become in accordance with the formative forces of their previous lives. The individuality that passed through the Mexican mysteries passed through the sphere of Jupiter and was reborn as Eliphas Levi. There, in a remarkable way, magical-ritual acts and magical cults were transformed into wisdom. It is, after all, inferior Jupiter karma, yet extraordinarily spirited and full of wisdom. This shows how what a person has experienced in earthly life interacts with what they will become between death and a new birth. The later life is certainly shaped by the previous one, but in manifold ways, what a person has gone through in earthly life can be reshaped in their karma through the same sphere. When one views the shaping of human life in a karmic sense in this way, one truly begins to deepen one’s understanding of this human life. Then it becomes enriched; then it appears in all its reality; then one truly comes to know the human being and human life.
