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Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume V
GA 239

9 June 1924, Wrocław

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Zehnter Vortrag

Zehnter Vortrag

[ 1 ] Die Anschauungen, die wir gestern gewonnen haben über die Hintergründe des Karma, sie können noch wesentlich vertieft werden. Wir haben gesehen, wie hinter dem, was wir ein Menschenschicksal nennen, Welten stehen, gegenüber denen sich dasjenige, was man gewöhnlich von dem Menschenschicksal wahrnimmt, ausnimmt wie die Kenntnis der Buchstaben, die einer Sprache eigen sind, gegenüber dem, was, sagen wit, in einem Werke, wie der Goethesche «Faust» es ist, aus der verschiedenen Kombination dieser Buchstaben hervorgeht. Wir können wirklich das Leben und Weben höherer Welten und ihrer Wesenheiten schauen hinter einem Menschenschicksal. Aber diese Anschauung kann, wie gesagt, noch vertieft werden. Wir haben es schon erwähnt: Wenn der Mensch durchgeht durch das, was wir die Mondensphäre genannt haben, dann lebt er in Gemeinschaft mit den nun in dieser Sphäre befindlichen Urlehrern der Menschheit. Er lebt in dem ganzen Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zusammen mit jenen Menschenseelen, die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind und ihr weiteres geistiges Leben in dem Dasein zwischen Tod und neuer Geburt finden; namentlich mit jenen Menschenseelen, mit denen er in irgendeiner Weise karmisch zusammenhängt. Aber der Mensch lebt schon in der Mondensphäre mit den Wesenheiten, die wir dann nennen Angeloi, Archangeloi, Archai, und et lebt weiter, indem er durch die folgenden Sphären durchgeht, mit immer höheren und immer höheren Wesenheiten zusammen. Es ist nicht ganz richtig, so abzugrenzen, daß man einer jeden Sternensphäre ganz genau irgendeine Hierarchie zuerteilt. So ist es nicht in Wirklichkeit. Aber im ganzen können wir doch sagen, daß Archai, Archangeloi, Angeloi mit uns zusammenkommen, bevor wir in die Sonnensphäre eintreten, daß wir uns dann hineinleben in alles das, was wir zu schaffen haben zwischen Tod und neuer Geburt mit den Wesenheiten der Hierarchie Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, allmählich aber uns jetzt in unbestimmter Weise weiter hineinleben in die Sphäre der Throne, Cherubim, Seraphim, indem wir Mars und Jupiter entgegenleben. Genau stimmt nicht irgendeine Hierarchie mit einem Planetengebilde, einer Planetensphäre zusammen. Aber ein anderes gilt, das uns auch wichtig sein wird, wenn wir auf die Einzelheiten der karmischen Zusammenhänge eingehen werden.

[ 1 ] Die Anschauungen, die wir gestern gewonnen haben über die Hintergründe des Karma, sie können noch wesentlich vertieft werden. Wir haben gesehen, wie hinter dem, was wir ein Menschenschicksal nennen, Welten stehen, gegenüber denen sich dasjenige, was man gewöhnlich von dem Menschenschicksal wahrnimmt, ausnimmt wie die Kenntnis der Buchstaben, die einer Sprache eigen sind, gegenüber dem, was, sagen wit, in einem Werke, wie der Goethesche «Faust» es ist, aus der verschiedenen Kombination dieser Buchstaben hervorgeht. Wir können wirklich das Leben und Weben höherer Welten und ihrer Wesenheiten schauen hinter einem Menschenschicksal. Aber diese Anschauung kann, wie gesagt, noch vertieft werden. Wir haben es schon erwähnt: Wenn der Mensch durchgeht durch das, was wir die Mondensphäre genannt haben, dann lebt er in Gemeinschaft mit den nun in dieser Sphäre befindlichen Urlehrern der Menschheit. Er lebt in dem ganzen Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zusammen mit jenen Menschenseelen, die auch durch die Pforte des Todes gegangen sind und ihr weiteres geistiges Leben in dem Dasein zwischen Tod und neuer Geburt finden; namentlich mit jenen Menschenseelen, mit denen er in irgendeiner Weise karmisch zusammenhängt. Aber der Mensch lebt schon in der Mondensphäre mit den Wesenheiten, die wir dann nennen Angeloi, Archangeloi, Archai, und et lebt weiter, indem er durch die folgenden Sphären durchgeht, mit immer höheren und immer höheren Wesenheiten zusammen. Es ist nicht ganz richtig, so abzugrenzen, daß man einer jeden Sternensphäre ganz genau irgendeine Hierarchie zuerteilt. So ist es nicht in Wirklichkeit. Aber im ganzen können wir doch sagen, daß Archai, Archangeloi, Angeloi mit uns zusammenkommen, bevor wir in die Sonnensphäre eintreten, daß wir uns dann hineinleben in alles das, was wir zu schaffen haben zwischen Tod und neuer Geburt mit den Wesenheiten der Hierarchie Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, allmählich aber uns jetzt in unbestimmter Weise weiter hineinleben in die Sphäre der Throne, Cherubim, Seraphim, indem wir Mars und Jupiter entgegenleben. Genau stimmt nicht irgendeine Hierarchie mit einem Planetengebilde, einer Planetensphäre zusammen. Aber ein anderes gilt, das uns auch wichtig sein wird, wenn wir auf die Einzelheiten der karmischen Zusammenhänge eingehen werden.

[ 2 ] Wir müssen uns nur eine ganz bestimmte Vorstellung aneignen, die vielleicht zunächst etwas sonderbar erscheint, wenn man herkommt aus den Gewohnheiten, die man im Denken und Empfinden auf der Erde hat. Wenn wir als Menschen auf der Erde stehen und uns hineinfühlen in das Dasein, dann denken wir, das Irdische sei unmittelbar um uns herum, auf der Erdoberfläche, unter der Erdoberfläche, ein wenig darüber, im Umkreis, und wir senden wohl aus einer bestimmten Empfindung heraus den Blick über uns hinaus, wenn wir zu dem sogenannten Überirdischen hinschauen wollen. Wir erblicken dann in unserem Gemüte das Überirdische als etwas, was oben über uns steht. Nun ist es sonderbar, aber doch eben wahr: Wenn wir selber in denjenigen Sphären sind, auf die wir da von der Erde aus als zu dem Überirdischen hinaufschauen, dann tritt für uns gerade das Umgekehrte ein. Dann schauen wir aus jenen überirdischen Welten auf das Irdische herunter, und in gewissem Sinne schauen wir während unseres ganzen Daseins zwischen dem Tode und einer neuen Geburt auf das Irdische herunter. Sie werden fragen: Erleben wir denn das Irdische nicht schon hier auf Erden genügend, um vom Überirdischen, gewissermaßen wie zu einem unterirdischen Himmel, herunterzuschauen auf dieses Irdische in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt? — Wenn man das aber einsehen will, so muß man eben durchaus ein anderes ins Auge fassen. Das, was wir hier erblicken auf der Erde, wenn wir innerhalb der Haut in unserem physischen Körper leben zwischen Geburt und Tod, was wir um uns und in den Weltenweiten erblicken, es ist ja gewiß großartig, majestätisch, es erhebt Sinn, Herz und Gemüt, bringt uns in tragisch leidvolle, schmerzensreiche Situationen, es ist ein reiches Leben. Und hier auf der Erde stehend wird sich der Mensch leicht sagen: Gegenüber der Majestät und Größe alles dessen, namentlich des Sternenhimmels, das er auf diese Weise. überblicken kann als seine Außenwelt, ist nur ein Unbedeutendes, was innerhalb unserer Haut lebt, was wir als physische Menschen zwischen Geburt und Tod hier auf der Erde sind. — Allein so ist es eben nicht für die Anschauung, die wir haben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da ist alles das, was für uns auf Erden hier Außenwelt ist, unsere Innenwelt. Wir vergrößern uns allmählich in die Sphären der Welt hinein. Dasjenige, was wir als uns selber spüren, wird immer größer und größer. Und wenn wir auf irdische Weise aussprechen würden, was wir da erleben, so müssen wir uns folgendes sagen.

[ 2 ] Wir müssen uns nur eine ganz bestimmte Vorstellung aneignen, die vielleicht zunächst etwas sonderbar erscheint, wenn man herkommt aus den Gewohnheiten, die man im Denken und Empfinden auf der Erde hat. Wenn wir als Menschen auf der Erde stehen und uns hineinfühlen in das Dasein, dann denken wir, das Irdische sei unmittelbar um uns herum, auf der Erdoberfläche, unter der Erdoberfläche, ein wenig darüber, im Umkreis, und wir senden wohl aus einer bestimmten Empfindung heraus den Blick über uns hinaus, wenn wir zu dem sogenannten Überirdischen hinschauen wollen. Wir erblicken dann in unserem Gemüte das Überirdische als etwas, was oben über uns steht. Nun ist es sonderbar, aber doch eben wahr: Wenn wir selber in denjenigen Sphären sind, auf die wir da von der Erde aus als zu dem Überirdischen hinaufschauen, dann tritt für uns gerade das Umgekehrte ein. Dann schauen wir aus jenen überirdischen Welten auf das Irdische herunter, und in gewissem Sinne schauen wir während unseres ganzen Daseins zwischen dem Tode und einer neuen Geburt auf das Irdische herunter. Sie werden fragen: Erleben wir denn das Irdische nicht schon hier auf Erden genügend, um vom Überirdischen, gewissermaßen wie zu einem unterirdischen Himmel, herunterzuschauen auf dieses Irdische in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt? — Wenn man das aber einsehen will, so muß man eben durchaus ein anderes ins Auge fassen. Das, was wir hier erblicken auf der Erde, wenn wir innerhalb der Haut in unserem physischen Körper leben zwischen Geburt und Tod, was wir um uns und in den Weltenweiten erblicken, es ist ja gewiß großartig, majestätisch, es erhebt Sinn, Herz und Gemüt, bringt uns in tragisch leidvolle, schmerzensreiche Situationen, es ist ein reiches Leben. Und hier auf der Erde stehend wird sich der Mensch leicht sagen: Gegenüber der Majestät und Größe alles dessen, namentlich des Sternenhimmels, das er auf diese Weise. überblicken kann als seine Außenwelt, ist nur ein Unbedeutendes, was innerhalb unserer Haut lebt, was wir als physische Menschen zwischen Geburt und Tod hier auf der Erde sind. — Allein so ist es eben nicht für die Anschauung, die wir haben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Da ist alles das, was für uns auf Erden hier Außenwelt ist, unsere Innenwelt. Wir vergrößern uns allmählich in die Sphären der Welt hinein. Dasjenige, was wir als uns selber spüren, wird immer größer und größer. Und wenn wir auf irdische Weise aussprechen würden, was wir da erleben, so müssen wir uns folgendes sagen.

[ 3 ] Hier auf der Erde sagen wir «mein Herz» und meinen damit etwas, was innerhalb unserer Haut ist. Wenn wir in dem Leben stehen zwischen Tod und neuer Geburt, sagen wir nicht «mein Herz», sondern wir sagen «meine Sonne». Denn die Sonne ist dann in einem gewissen Stadium zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, nachdem wir ins Weltenall hinausgewachsen sind, so in uns, wie auf der Erde unser Herz in uns ist, und ebenso die übrigen Sternenwelten in ihrer geistigen Art, wie ich sie beschrieben habe. Dagegen wird Außenwelt für uns alles das, was innerhalb der menschlichen Haut liegt. Sie müssen sich nicht vorstellen, daß das dann so aussieht, wie es sich präsentiert, wenn der Schulanatom eine Leiche seziert. So sieht es nicht aus, sondern es sieht majestätischer und größer aus als das ganze Weltengebäude, das wir von der Erde aus hier als diese äußere Welt überblicken können. In demjenigen, was sich für die physischen Sinne nur präsentiert als Herz, Lunge, Leber und so weiter, in alledem zeigt sich von dem Gesichtspunkte, den wir einnehmen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, eine großartige, gewaltige Welt, größer als die Welt, die wir vom irdischen Gesichtspunkte aus hier überblicken.

[ 3 ] Hier auf der Erde sagen wir «mein Herz» und meinen damit etwas, was innerhalb unserer Haut ist. Wenn wir in dem Leben stehen zwischen Tod und neuer Geburt, sagen wir nicht «mein Herz», sondern wir sagen «meine Sonne». Denn die Sonne ist dann in einem gewissen Stadium zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, nachdem wir ins Weltenall hinausgewachsen sind, so in uns, wie auf der Erde unser Herz in uns ist, und ebenso die übrigen Sternenwelten in ihrer geistigen Art, wie ich sie beschrieben habe. Dagegen wird Außenwelt für uns alles das, was innerhalb der menschlichen Haut liegt. Sie müssen sich nicht vorstellen, daß das dann so aussieht, wie es sich präsentiert, wenn der Schulanatom eine Leiche seziert. So sieht es nicht aus, sondern es sieht majestätischer und größer aus als das ganze Weltengebäude, das wir von der Erde aus hier als diese äußere Welt überblicken können. In demjenigen, was sich für die physischen Sinne nur präsentiert als Herz, Lunge, Leber und so weiter, in alledem zeigt sich von dem Gesichtspunkte, den wir einnehmen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, eine großartige, gewaltige Welt, größer als die Welt, die wir vom irdischen Gesichtspunkte aus hier überblicken.

[ 4 ] Und ein anderes Eigentümliches tritt auf. Sie werden sagen: Nun ja, aber jeder Mensch hat dann doch diese Welt, und so viele Welten werden dann durch den Tod getragen, als eben Menschen sterben. Man müßte also eigentlich nach dem Tode so unendlich viele Welten sehen, als man Menschen erblickt nach dem Tode. — Aber das Geheimnis liegt darinnen, daß man erstens alle diejenigen Menschen, mit denen man in irgendeiner Weise karmisch verbunden ist, als eine Einheit sieht, als eine einheitliche Welt. Und an diese Menschen, mit denen man karmisch verbunden ist, schließen sich die anderen an, die auch mehr oder weniger, wenn auch nicht so streng, sich zu einer Einheit und, wiederum mit uns verbunden, mit uns sich zu einer Einheit verbinden. Denn es wird eben alles anders, wenn man von der physisch-sinnlichen Welt in die geistige Welt eintritt. Es ist gewiß manches für den, der nicht gewohnt ist, in solchen Vorstellungen zu empfinden, paradox. Aber hie und da soll man doch auf die Eigentümlichkeiten der geistigen Welt, wie sie sich der Initiationsweisheit zeigen, hinweisen. Sehen Sie, hier in der physisch-sinnlichen Welt kann man zählen: eins, zwei, drei; man kann sogar — wenn auch nicht gerade jetzt — Geld zählen in der physisch-sinnlichen Welt; aber das Zählen hat in der geistigen Welt nicht eigentlich einen Sinn. Da bedeutet die Zahl nichts Besonderes, da ist alles mehr oder weniger Einheit, und jene Unterscheidung, die man haben muß zwischen den Dingen, wenn man sie zählt, wo eins neben dem anderen sein muß, gibt es nicht in der geistigen Welt. Es muß schon manches ganz anders für die geistige Welt beschrieben werden als für die physisch-sinnliche Welt. Und so ist dasjenige, was hier eigentlich im Physischen menschliches Innere ist, eben vom Gesichtspunkte der geistigen Welt aus ganz anders, als es sich hier ausnimmt. Großartig und gewaltig ist der Menschenbau, großartiger und gewaltiger als der von der Erde aus überschaubare Himmelsbau. Und das, was wir uns erarbeiten in Gemeinschaft mit den höheren Hierarchien für das nächste Erdenleben, das da folgt auf das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, das muß ja in den Menschenbau hineinpassen, das muß ein Seelisch-Geistiges sein, das den Menschenbau durchdringt und durchdringend belebt. Denn wie entwickelt sich dieses Menschenleben auf der Erde?

[ 4 ] Und ein anderes Eigentümliches tritt auf. Sie werden sagen: Nun ja, aber jeder Mensch hat dann doch diese Welt, und so viele Welten werden dann durch den Tod getragen, als eben Menschen sterben. Man müßte also eigentlich nach dem Tode so unendlich viele Welten sehen, als man Menschen erblickt nach dem Tode. — Aber das Geheimnis liegt darinnen, daß man erstens alle diejenigen Menschen, mit denen man in irgendeiner Weise karmisch verbunden ist, als eine Einheit sieht, als eine einheitliche Welt. Und an diese Menschen, mit denen man karmisch verbunden ist, schließen sich die anderen an, die auch mehr oder weniger, wenn auch nicht so streng, sich zu einer Einheit und, wiederum mit uns verbunden, mit uns sich zu einer Einheit verbinden. Denn es wird eben alles anders, wenn man von der physisch-sinnlichen Welt in die geistige Welt eintritt. Es ist gewiß manches für den, der nicht gewohnt ist, in solchen Vorstellungen zu empfinden, paradox. Aber hie und da soll man doch auf die Eigentümlichkeiten der geistigen Welt, wie sie sich der Initiationsweisheit zeigen, hinweisen. Sehen Sie, hier in der physisch-sinnlichen Welt kann man zählen: eins, zwei, drei; man kann sogar — wenn auch nicht gerade jetzt — Geld zählen in der physisch-sinnlichen Welt; aber das Zählen hat in der geistigen Welt nicht eigentlich einen Sinn. Da bedeutet die Zahl nichts Besonderes, da ist alles mehr oder weniger Einheit, und jene Unterscheidung, die man haben muß zwischen den Dingen, wenn man sie zählt, wo eins neben dem anderen sein muß, gibt es nicht in der geistigen Welt. Es muß schon manches ganz anders für die geistige Welt beschrieben werden als für die physisch-sinnliche Welt. Und so ist dasjenige, was hier eigentlich im Physischen menschliches Innere ist, eben vom Gesichtspunkte der geistigen Welt aus ganz anders, als es sich hier ausnimmt. Großartig und gewaltig ist der Menschenbau, großartiger und gewaltiger als der von der Erde aus überschaubare Himmelsbau. Und das, was wir uns erarbeiten in Gemeinschaft mit den höheren Hierarchien für das nächste Erdenleben, das da folgt auf das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, das muß ja in den Menschenbau hineinpassen, das muß ein Seelisch-Geistiges sein, das den Menschenbau durchdringt und durchdringend belebt. Denn wie entwickelt sich dieses Menschenleben auf der Erde?

[ 5 ] Wir bekommen durch unsere Eltern, wenn wir hineingeboren werden in das Erdenleben aus unserem vorirdischen Dasein, scheinbar ganz den physischen Leib. Und die Sache könnte sich so ausnehmen — aber sie ist nicht in Wirklichkeit so —, als ob wir mit einem SeelischGeistigen herunterkämen aus der übersinnlichen Welt, aus dem vorirdischen Dasein, und uns mit dem, was uns die Eltern zurechtlegen in der physischen Welt, was sich im Mutterleibe ausbildet, uns bloß äußerlich verbinden würden. Aber so ist es ja nicht, sondern in Wirklichkeit ist es so: Dasjenige, was wir in unserem physischen Leibe in physischer Substanz haben, das ändert sich ja fortwährend. Es geht fortwährend weg und wird neu ersetzt. Sie brauchen ja nur an Ihre Fingernägel und an Ihre Haare zu denken. Die Fingernägel schneiden Sie ab, sie wachsen immer nach. Aber das ist nur das Äußerliche; in Wirklichkeit schuppt der Mensch nach außen fortwährend ab und ersetzt das von innen neu, von dem inneren Mittelpunkt aus, was er abschuppt nach außen hin. Er schiebt fortwährend die Materie nach außen, stößt sie ab. Und nach sieben bis acht Jahren ist es so, daß wir alles, was wir als physische Substanz vor sieben Jahren in uns gehabt haben, abgestoßen und neu ersetzt haben. Sehen Sie, es ist schon so: Ich habe ja die Freude gehabt, vor sieben Jahren vor einigen hier in Breslau zu sprechen. Es sind auch die Freunde auf Stühlen vor mir gesessen. Aber von dieser physischen Materie, die dazumal auf den Stühlen war, ist keine mehr heute da: alles ist fort, alles ist ersetzt durch andere physische Materie, und dasjenige, was geblieben ist, ist die geistig-seelische Individualität. Die war allerdings schon da, bevor sie geboren wurde, im vorirdischen Dasein. Die war in früheren Erdenleben da, die ist sozusagen treu. Aber die Substanz des physischen Leibes, die dazumal auf den Stühlen saß, ist längst in alle Winde und in andere Weltengegenden hin verflogen.

[ 5 ] Wir bekommen durch unsere Eltern, wenn wir hineingeboren werden in das Erdenleben aus unserem vorirdischen Dasein, scheinbar ganz den physischen Leib. Und die Sache könnte sich so ausnehmen — aber sie ist nicht in Wirklichkeit so —, als ob wir mit einem SeelischGeistigen herunterkämen aus der übersinnlichen Welt, aus dem vorirdischen Dasein, und uns mit dem, was uns die Eltern zurechtlegen in der physischen Welt, was sich im Mutterleibe ausbildet, uns bloß äußerlich verbinden würden. Aber so ist es ja nicht, sondern in Wirklichkeit ist es so: Dasjenige, was wir in unserem physischen Leibe in physischer Substanz haben, das ändert sich ja fortwährend. Es geht fortwährend weg und wird neu ersetzt. Sie brauchen ja nur an Ihre Fingernägel und an Ihre Haare zu denken. Die Fingernägel schneiden Sie ab, sie wachsen immer nach. Aber das ist nur das Äußerliche; in Wirklichkeit schuppt der Mensch nach außen fortwährend ab und ersetzt das von innen neu, von dem inneren Mittelpunkt aus, was er abschuppt nach außen hin. Er schiebt fortwährend die Materie nach außen, stößt sie ab. Und nach sieben bis acht Jahren ist es so, daß wir alles, was wir als physische Substanz vor sieben Jahren in uns gehabt haben, abgestoßen und neu ersetzt haben. Sehen Sie, es ist schon so: Ich habe ja die Freude gehabt, vor sieben Jahren vor einigen hier in Breslau zu sprechen. Es sind auch die Freunde auf Stühlen vor mir gesessen. Aber von dieser physischen Materie, die dazumal auf den Stühlen war, ist keine mehr heute da: alles ist fort, alles ist ersetzt durch andere physische Materie, und dasjenige, was geblieben ist, ist die geistig-seelische Individualität. Die war allerdings schon da, bevor sie geboren wurde, im vorirdischen Dasein. Die war in früheren Erdenleben da, die ist sozusagen treu. Aber die Substanz des physischen Leibes, die dazumal auf den Stühlen saß, ist längst in alle Winde und in andere Weltengegenden hin verflogen.

[ 6 ] Nun, dieser Austausch, der alle sieben bis acht Jahre erfolgt, der erfolgt von der Geburt an. Wir bekommen nämlich von unseren Eltern übermittelt das Substantielle und seine Gestaltung nur bis zum Zahnwechsel hin. Dasjenige, was wir dann substantiell formen, das machen wir aus unserer Individualität heraus. Dieser Zahnwechsel ist etwas ganz Wichtiges. Wir haben von den Eltern überkommen bis zum Zahnwechsel ein Modell; dieses Modell ist den Eltern ähnlich, da liegen die vererbten Eigenschaften. Unsere geistig-seelische Individualität formt nach dieser Modell langsam den zweiten Körper, der von dem Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife existiert und dann wieder abgestoßen wird; dann beginnt der dritte Körper. Aber das, was wir in Wirklichkeit erben, so daß die vererbten Eigenschaften bleiben, rührt davon her, daß wir diese in unserem zweiten Körper dem Modell nachbilden. Das, was wir später dem Modell nachgebildet haben, das ordnen wir in Gemäßheit desjenigen, was wir uns als eine unbewußte Kunst, den menschlichen Organismus aus seinen Geheimnissen heraus zu formen, im vorirdischen Dasein erwerben. Zu nichts anderem dient uns der erste Körper bis zum Zahnwechsel, als daß wir uns gemäß unserem Karma den Eltern ähnlich machen. Die eigentlichen Geheimnisse, die tiefen, umfassenden Geheimnisse, nach denen der menschliche Organismus aufgebaut ist als das wunderbare Nachbild des äußeren Himmelsgebäudes, die müssen wir ihrem innersten Wesen nach lernen in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und da hinein müssen wir zurückleben lernen, nachdem wir die Hälfte des Sonnendaseins durchgemacht haben. Lernen müssen wir, uns in die zweite Hälfte hineinzuleben, die uns veranlaßt, die Triebe unseres Karma auszubilden. Da schauen wir wieder hinein in ein wunderbares Geschehen, das abfließt zwischen uns und den Wesen der höheren Hierarchien in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

[ 6 ] Nun, dieser Austausch, der alle sieben bis acht Jahre erfolgt, der erfolgt von der Geburt an. Wir bekommen nämlich von unseren Eltern übermittelt das Substantielle und seine Gestaltung nur bis zum Zahnwechsel hin. Dasjenige, was wir dann substantiell formen, das machen wir aus unserer Individualität heraus. Dieser Zahnwechsel ist etwas ganz Wichtiges. Wir haben von den Eltern überkommen bis zum Zahnwechsel ein Modell; dieses Modell ist den Eltern ähnlich, da liegen die vererbten Eigenschaften. Unsere geistig-seelische Individualität formt nach dieser Modell langsam den zweiten Körper, der von dem Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife existiert und dann wieder abgestoßen wird; dann beginnt der dritte Körper. Aber das, was wir in Wirklichkeit erben, so daß die vererbten Eigenschaften bleiben, rührt davon her, daß wir diese in unserem zweiten Körper dem Modell nachbilden. Das, was wir später dem Modell nachgebildet haben, das ordnen wir in Gemäßheit desjenigen, was wir uns als eine unbewußte Kunst, den menschlichen Organismus aus seinen Geheimnissen heraus zu formen, im vorirdischen Dasein erwerben. Zu nichts anderem dient uns der erste Körper bis zum Zahnwechsel, als daß wir uns gemäß unserem Karma den Eltern ähnlich machen. Die eigentlichen Geheimnisse, die tiefen, umfassenden Geheimnisse, nach denen der menschliche Organismus aufgebaut ist als das wunderbare Nachbild des äußeren Himmelsgebäudes, die müssen wir ihrem innersten Wesen nach lernen in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und da hinein müssen wir zurückleben lernen, nachdem wir die Hälfte des Sonnendaseins durchgemacht haben. Lernen müssen wir, uns in die zweite Hälfte hineinzuleben, die uns veranlaßt, die Triebe unseres Karma auszubilden. Da schauen wir wieder hinein in ein wunderbares Geschehen, das abfließt zwischen uns und den Wesen der höheren Hierarchien in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

[ 7 ] Wie wir hier auf der Erde mit Mineralien, Pflanzen, Tieren, mit anderen Menschen umgehen, so gehen wir zwischen Tod und neuer Geburt nicht mit Mineralien um, sondern mit anderen Menschenseelen in der beschriebenen Weise, aber nun, statt mit den Mineralien, Pflanzen, Tieren, mit Archai, Archangeloi, Angeloi, und bilden mit ihnen zusammen unser Karma. Und während dieser ganzen Zeit schauen wir auf das untere Irdische hier, in dem sich unser Karma ausleben muß, sehnsüchtig hin wie auf etwas, nach dem alle unsere Gemütskräfte, unsere Sehnsuchten gehen, so wie wir sehnsüchtig innerhalb unserer Gemütskräfte zwischen der Geburt und dem Tode hier auf Erden hinschauen nach oben zu dem Himmlischen. Und nun ist es so, daß wir, indem wir aufsteigen in die Mondensphäre, Merkursphäre, Venussphäre, hineinwachsen in die Wesenheiten der Hierarchie der Archai, Archangeloi, Angeloi. In diesen haben wir die Richter über unser Gutes und Böses, und in dem Sinne, wie ich das in den vorigen Vorträgen ausgeführt habe, auch über unsere Verstümmelung. Denn wir werden seelisch-geistig verstümmelt durch das Böse. Da haben wir die Beurteiler, da stehen wir zunächst im kosmischen Urteile darinnen. Kommen wir im Sonnendasein an, so kommen wir zu Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. Wir stehen in der Reihe der Wesenheiten drinnen, die nicht bloß Urteiler, sondern Arbeiter an unserem Karma sind.

[ 7 ] Wie wir hier auf der Erde mit Mineralien, Pflanzen, Tieren, mit anderen Menschen umgehen, so gehen wir zwischen Tod und neuer Geburt nicht mit Mineralien um, sondern mit anderen Menschenseelen in der beschriebenen Weise, aber nun, statt mit den Mineralien, Pflanzen, Tieren, mit Archai, Archangeloi, Angeloi, und bilden mit ihnen zusammen unser Karma. Und während dieser ganzen Zeit schauen wir auf das untere Irdische hier, in dem sich unser Karma ausleben muß, sehnsüchtig hin wie auf etwas, nach dem alle unsere Gemütskräfte, unsere Sehnsuchten gehen, so wie wir sehnsüchtig innerhalb unserer Gemütskräfte zwischen der Geburt und dem Tode hier auf Erden hinschauen nach oben zu dem Himmlischen. Und nun ist es so, daß wir, indem wir aufsteigen in die Mondensphäre, Merkursphäre, Venussphäre, hineinwachsen in die Wesenheiten der Hierarchie der Archai, Archangeloi, Angeloi. In diesen haben wir die Richter über unser Gutes und Böses, und in dem Sinne, wie ich das in den vorigen Vorträgen ausgeführt habe, auch über unsere Verstümmelung. Denn wir werden seelisch-geistig verstümmelt durch das Böse. Da haben wir die Beurteiler, da stehen wir zunächst im kosmischen Urteile darinnen. Kommen wir im Sonnendasein an, so kommen wir zu Exusiai, Dynamis, Kyriotetes. Wir stehen in der Reihe der Wesenheiten drinnen, die nicht bloß Urteiler, sondern Arbeiter an unserem Karma sind.

[ 8 ] Diese Wesenheiten, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, sind nun vorzugsweise Sonnenbewohner, damit aber natürlich Bewohner des ganzen Weltenalls. Sie gehören ihrem Wesen nach geistigen Welten an. Aber es bedarf der Mittler zwischen den geistigen Welten und den physisch-sinnlichen Welten, und die Vermittler sind die Throne, Cherubim und Seraphim. Sie haben deshalb ihren höheren Rang im geistigen Kosmos, weil sie die Mächtigeren sind, nicht bloß geistig im geistigen Erleben, sondern weil sie dieses Geistige, das sie im Geistigen erleben, dann im Physischen verwirklichen. Wenn wir zwischen Tod und neuer Geburt sind und so, wie ich es beschrieben habe, sehnsüchtig auf die Erde herabblicken, dann schauen wir, indem wir uns bewußt sind, auf das Irdische herunterzuschauen, eigentlich, was Seraphim, Cherubim, Throne Merkwürdiges miteinander erleben. Wir schauen also herunter, sehen Erlebnisse gegenseitig sich vollziehender Taten zwischen Seraphim, Cherubim, Thronen, Taten, die uns tief erschüttern. Wir lernen allmählich diese Taten verstehen, diese Taten, die sich abspielen zwischen Seraphim und Seraphim, Cherubim und Cherubim, Thronen und Thronen, und wieder zwischen Thronen und Seraphim, Thronen und Cherubim und so weiter. Die tun da etwas, etwas gerecht Ausgleichendes, von dem wir das Gefühl haben, das gehe uns etwas an, wenn wir es allmählich verstehen lernen. Was ist das? Das ist das Bild, das sich im Weltgeschehen ergibt aus dem, was wir waren im vorigen Erdenleben im Guten und im Bösen. Das Gute muß gute, das Böse muß böse Folgen haben. Die Seraphim, Cherubim, Throne, die gestalten die Folgen desjenigen, was wir gesät haben auf Erden, unter sich aus. Was wir als böse Taten verübt haben, hat böse Folgen im Kosmischen. Seraphim, Cherubim, Throne sehen wir in einem Tun darinnen, das die Folge unserer bösen Taten ist. Und wir lernen allmählich erkennen, daß in der Weltenentwickelung dasjenige, was unter Seraphim, Cherubim, Thronen geschieht, das himmlische Ausleben unseres Karma ist, bevor wir es irdisch ausleben können. Die Erschütterung verstärkt sich dadurch, ‘daß wir uns nun sagen mit all der Kraft, die wir haben können in dem geistigen Leben, das wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verbringen: Das, was die Cherubim, Seraphim, Throne erleben in ihrem Götterdasein, das erfährt seinen richtigen Ausgleich, wenn wir es im nächsten Erdenleben von uns aus erfahren.

[ 8 ] Diese Wesenheiten, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, sind nun vorzugsweise Sonnenbewohner, damit aber natürlich Bewohner des ganzen Weltenalls. Sie gehören ihrem Wesen nach geistigen Welten an. Aber es bedarf der Mittler zwischen den geistigen Welten und den physisch-sinnlichen Welten, und die Vermittler sind die Throne, Cherubim und Seraphim. Sie haben deshalb ihren höheren Rang im geistigen Kosmos, weil sie die Mächtigeren sind, nicht bloß geistig im geistigen Erleben, sondern weil sie dieses Geistige, das sie im Geistigen erleben, dann im Physischen verwirklichen. Wenn wir zwischen Tod und neuer Geburt sind und so, wie ich es beschrieben habe, sehnsüchtig auf die Erde herabblicken, dann schauen wir, indem wir uns bewußt sind, auf das Irdische herunterzuschauen, eigentlich, was Seraphim, Cherubim, Throne Merkwürdiges miteinander erleben. Wir schauen also herunter, sehen Erlebnisse gegenseitig sich vollziehender Taten zwischen Seraphim, Cherubim, Thronen, Taten, die uns tief erschüttern. Wir lernen allmählich diese Taten verstehen, diese Taten, die sich abspielen zwischen Seraphim und Seraphim, Cherubim und Cherubim, Thronen und Thronen, und wieder zwischen Thronen und Seraphim, Thronen und Cherubim und so weiter. Die tun da etwas, etwas gerecht Ausgleichendes, von dem wir das Gefühl haben, das gehe uns etwas an, wenn wir es allmählich verstehen lernen. Was ist das? Das ist das Bild, das sich im Weltgeschehen ergibt aus dem, was wir waren im vorigen Erdenleben im Guten und im Bösen. Das Gute muß gute, das Böse muß böse Folgen haben. Die Seraphim, Cherubim, Throne, die gestalten die Folgen desjenigen, was wir gesät haben auf Erden, unter sich aus. Was wir als böse Taten verübt haben, hat böse Folgen im Kosmischen. Seraphim, Cherubim, Throne sehen wir in einem Tun darinnen, das die Folge unserer bösen Taten ist. Und wir lernen allmählich erkennen, daß in der Weltenentwickelung dasjenige, was unter Seraphim, Cherubim, Thronen geschieht, das himmlische Ausleben unseres Karma ist, bevor wir es irdisch ausleben können. Die Erschütterung verstärkt sich dadurch, ‘daß wir uns nun sagen mit all der Kraft, die wir haben können in dem geistigen Leben, das wir zwischen dem Tode und einer neuen Geburt verbringen: Das, was die Cherubim, Seraphim, Throne erleben in ihrem Götterdasein, das erfährt seinen richtigen Ausgleich, wenn wir es im nächsten Erdenleben von uns aus erfahren.

[ 9 ] Unser Karma wird so durch Seraphim, Cherubim, Throne zuerst überirdisch vorgelebt. Ja, die Götter sind in ihrer Geistigkeit von allem Irdischen die Schöpfer. Da müssen sie zuerst alles selber durchleben. Sie erleben es in der Sphäre des Geistigen; dann wird es hier unten verwirklicht in der Sphäre des Sinnlich-Physischen. Auch dasjenige, was wir als unser Karma erleben, das erleben Seraphim, Cherubim, Throne in ihrem Götterdasein voraus, und damit ist die Summe der Kräfte geschaffen, die unset Karma formt. So erleben wir das Dasein der planetarischen Sphären, so erleben wir dasjenige, was auf Merkur geschieht, als Urteil zunächst der Archai, Archangeloi, Angeloi. Aber da mischen sich dazwischen wieder Seraphim, Cherubim, Throne, um uns unser Karma vorzuleben. Und so erleben wir in uns selbst, was wir durch unsere vorigen Taten der Welt schuldig geworden sind, so erleben wir im Göttervorbild dasjenige, was geschehen soll durch unser Leben. Das ist ein kompliziertes Erleben, aber ein solches, das eben dem irdischen Leben durchaus als das überirdische Leben zugrunde liegt. Und dann, wenn wir so Ahnungen davon bekommen, wie reichhaltig dieses Leben ist zwischen Tod und neuer Geburt, und wenn wir dessen Inhalt zusammenfügen mit dem Inhalt des irdischen Lebens, dann bekommen wir erst eine gültige, eine wirkliche Vorstellung von dem, was eigentlich durch den Menschen, am Menschen, im Menschen in der Welt geschieht. Da wird allerdings unsere menschliche Selbsterkenntnis erst in der richtigen Weise vertieft, durchseelt und durchgeistigt. Und erst, wenn man das, was nun auch im Verlaufe des irdischen Menschenlebens geschieht, so betrachtet, daß man es auf dem Hintergrunde dessen sieht, was in der geistigen Welt vor sich geht, dann betrachtet man dieses Leben in seiner Wahrheit.

[ 9 ] Unser Karma wird so durch Seraphim, Cherubim, Throne zuerst überirdisch vorgelebt. Ja, die Götter sind in ihrer Geistigkeit von allem Irdischen die Schöpfer. Da müssen sie zuerst alles selber durchleben. Sie erleben es in der Sphäre des Geistigen; dann wird es hier unten verwirklicht in der Sphäre des Sinnlich-Physischen. Auch dasjenige, was wir als unser Karma erleben, das erleben Seraphim, Cherubim, Throne in ihrem Götterdasein voraus, und damit ist die Summe der Kräfte geschaffen, die unset Karma formt. So erleben wir das Dasein der planetarischen Sphären, so erleben wir dasjenige, was auf Merkur geschieht, als Urteil zunächst der Archai, Archangeloi, Angeloi. Aber da mischen sich dazwischen wieder Seraphim, Cherubim, Throne, um uns unser Karma vorzuleben. Und so erleben wir in uns selbst, was wir durch unsere vorigen Taten der Welt schuldig geworden sind, so erleben wir im Göttervorbild dasjenige, was geschehen soll durch unser Leben. Das ist ein kompliziertes Erleben, aber ein solches, das eben dem irdischen Leben durchaus als das überirdische Leben zugrunde liegt. Und dann, wenn wir so Ahnungen davon bekommen, wie reichhaltig dieses Leben ist zwischen Tod und neuer Geburt, und wenn wir dessen Inhalt zusammenfügen mit dem Inhalt des irdischen Lebens, dann bekommen wir erst eine gültige, eine wirkliche Vorstellung von dem, was eigentlich durch den Menschen, am Menschen, im Menschen in der Welt geschieht. Da wird allerdings unsere menschliche Selbsterkenntnis erst in der richtigen Weise vertieft, durchseelt und durchgeistigt. Und erst, wenn man das, was nun auch im Verlaufe des irdischen Menschenlebens geschieht, so betrachtet, daß man es auf dem Hintergrunde dessen sieht, was in der geistigen Welt vor sich geht, dann betrachtet man dieses Leben in seiner Wahrheit.

[ 10 ] Nun, wir sehen hier auf der Erde Menschen auftreten. Durch die Geburt werden sie Kinder, sie wachsen heran, sie treten mit diesem oder jenem Lebensschicksal genießend, schaffend, arbeitend auf, tragen diese oder jene Fähigkeit an sich. Aus den Fähigkeiten, aus den Taten der Menschen, aus den Gedanken, Empfindungen der Menschen setzt sich ja auch das geschichtliche Leben der Menschen im Laufe der Zeit zusammen. Aber alle die Menschen, die so in ein Erdenleben hineintreten, das zwischen der Geburt und dem Tode verfließt, alle diese Menschen haben frühere Erdenleben durchgemacht, in denen sie das Irdische auf eine etwas andere Weise erlebt haben, das Irdische auf eine andere Weise gestaltet haben. In allen folgenden Erdenleben machen sich die Wirkungen der früheren Erdenleben geltend. Aber verstehen können wir diesen ganzen Zusammenhang doch nur, wenn wir auch hineinblicken in die Lebensepochen zwischen Tod und neuer Geburt.

[ 10 ] Nun, wir sehen hier auf der Erde Menschen auftreten. Durch die Geburt werden sie Kinder, sie wachsen heran, sie treten mit diesem oder jenem Lebensschicksal genießend, schaffend, arbeitend auf, tragen diese oder jene Fähigkeit an sich. Aus den Fähigkeiten, aus den Taten der Menschen, aus den Gedanken, Empfindungen der Menschen setzt sich ja auch das geschichtliche Leben der Menschen im Laufe der Zeit zusammen. Aber alle die Menschen, die so in ein Erdenleben hineintreten, das zwischen der Geburt und dem Tode verfließt, alle diese Menschen haben frühere Erdenleben durchgemacht, in denen sie das Irdische auf eine etwas andere Weise erlebt haben, das Irdische auf eine andere Weise gestaltet haben. In allen folgenden Erdenleben machen sich die Wirkungen der früheren Erdenleben geltend. Aber verstehen können wir diesen ganzen Zusammenhang doch nur, wenn wir auch hineinblicken in die Lebensepochen zwischen Tod und neuer Geburt.

[ 11 ] Dann kommen wir auch zu einer richtigen Auffassung des geschichtlichen Lebens. Denn dann wird gleich alles für uns so, daß wir uns sagen: Das, was in einer Erdenepoche auftritt durch Menschen, das gliedert sich einer früheren Erdenepoche an. Aber wie kommt dasjenige, was in früheren Erdenepochen geschieht, in die späteren hinüber? — Die Geschichtsschreiber haben das lange so beschrieben, daß sie einfach die in der Geschichte aufeinander folgenden Tatsachen notierten. Da konnte man gar nicht einsehen, wie das Spätere auf das Frühere folgt. Dann sind einige gekommen, die haben gesagt: Da wirken Ideen in der Geschichte, und die Ideen verwirklichen sich ja. Derjenige, der real denkt, kann sich nichts dabei vorstellen, daß Ideen sich verwirklichen sollen. Da sind. dann die anderen gekommen, die materialistischen Geschichtsauffasser, und die haben gesagt: Ideen das ist Wischi-Waschi! Es verwirklichen sich nur wirtschaftliche Zusammenhänge, und aus denen geht alles hervor. — Es kam die mechanistische, materialistische Geschichtsauffassung.

[ 11 ] Dann kommen wir auch zu einer richtigen Auffassung des geschichtlichen Lebens. Denn dann wird gleich alles für uns so, daß wir uns sagen: Das, was in einer Erdenepoche auftritt durch Menschen, das gliedert sich einer früheren Erdenepoche an. Aber wie kommt dasjenige, was in früheren Erdenepochen geschieht, in die späteren hinüber? — Die Geschichtsschreiber haben das lange so beschrieben, daß sie einfach die in der Geschichte aufeinander folgenden Tatsachen notierten. Da konnte man gar nicht einsehen, wie das Spätere auf das Frühere folgt. Dann sind einige gekommen, die haben gesagt: Da wirken Ideen in der Geschichte, und die Ideen verwirklichen sich ja. Derjenige, der real denkt, kann sich nichts dabei vorstellen, daß Ideen sich verwirklichen sollen. Da sind. dann die anderen gekommen, die materialistischen Geschichtsauffasser, und die haben gesagt: Ideen das ist Wischi-Waschi! Es verwirklichen sich nur wirtschaftliche Zusammenhänge, und aus denen geht alles hervor. — Es kam die mechanistische, materialistische Geschichtsauffassung.

[ 12 ] Das alles ist eigentlich ein Herumplätschern an der Oberfläche. In Wirklichkeit wird dasjenige, was in früheren Geschichtsepochen geschehen ist, durch die Menschen selber in die späteren hinübergetragen. Die Menschen, die hier sitzen, sie alle lebten ja in früheren Geschichtsepochen. Dasjenige, was Sie selber tun, ist die Folge dessen, was Sie in früheren Leben getan haben. So ist es mit allem Großen, mit allem Kleinen, das im Laufe der Geschichte geschieht. Durch die Menschenseelen selber wird das Frühere in das Spätere hinübergetragen. Dadurch wird erst die menschliche Lebensauffassung vertieft, daß man den Menschen als den Träger auch des geschichtlichen Werdens ansehen kann. Man kann ihn so ansehen, aber das kann man erst, wenn man im Menschenleben anlangt bei demjenigen, was zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in den Sternensphären durch die Wesenheiten der höheren Hierarchien zusammen mit den Menschen geschieht.

[ 12 ] Das alles ist eigentlich ein Herumplätschern an der Oberfläche. In Wirklichkeit wird dasjenige, was in früheren Geschichtsepochen geschehen ist, durch die Menschen selber in die späteren hinübergetragen. Die Menschen, die hier sitzen, sie alle lebten ja in früheren Geschichtsepochen. Dasjenige, was Sie selber tun, ist die Folge dessen, was Sie in früheren Leben getan haben. So ist es mit allem Großen, mit allem Kleinen, das im Laufe der Geschichte geschieht. Durch die Menschenseelen selber wird das Frühere in das Spätere hinübergetragen. Dadurch wird erst die menschliche Lebensauffassung vertieft, daß man den Menschen als den Träger auch des geschichtlichen Werdens ansehen kann. Man kann ihn so ansehen, aber das kann man erst, wenn man im Menschenleben anlangt bei demjenigen, was zwischen dem Tode und einer neuen Geburt in den Sternensphären durch die Wesenheiten der höheren Hierarchien zusammen mit den Menschen geschieht.

[ 13 ] Lassen Sie uns das an einem Beispiel veranschaulichen. Da war in einer verhältnismäßig frühen Zeit, so etwa gerade in der Zeit, die hart an die Begründung des Christentums herankommt, ein Initiierter verkörpert im Orient, im indischen Leben. Dadurch, daß diese Individualität in ihrer irdischen Verkörperung im indischen Leben schlechte Augen hatte — man muß so auf die Einzelheiten eingehen, wenn man karmische Zusammenhänge bespricht —, hatte sie über alles mehr oder weniger oberflächlich hinweggeschaut. Sie stand eben drinnen in der mystischen indischen Lebensauffassung, ging dann durch andere Verkörperungen hindurch, die weniger Bedeutung hatten. Dann aberging sie durch ein Leben zwischen Tod und neuer Geburt durch, in dem alles das, was dieser Individualität sich auf der Seele abgelagert hatte im indischen oberflächlichen Erleben, nun ausgebildet wurde in der Merkursphäre, zum Teil in der Venussphäre, zum Teil in der Marssphäre. Da wirkte es mit Wesen der höheren Hierarchien zusammen, um das in einer gewissen Weise zu formen. Nun ist es bei den meisten Menschen so, daß vorzugsweise aus einer Sternensphäre heraus das Karma charakteristisch gebildet wird. Da aber ergab sich durch dieses Zusammenwirken eine Individualität, wo an der Formung der inneren Fähigkeiten, an der karmischen Umgestaltung der Fähigkeiten, die aus einem indischen Erleben einmal hervorgegangen warten, fast gleichmäßig arbeiteten die Merkur-, die Venus- und die Marssphäre. Diese Individualität trat im neunzehnten Jahrhundert als eine Persönlichkeit auf und wurde als solche Fleinrich Feine.

[ 13 ] Lassen Sie uns das an einem Beispiel veranschaulichen. Da war in einer verhältnismäßig frühen Zeit, so etwa gerade in der Zeit, die hart an die Begründung des Christentums herankommt, ein Initiierter verkörpert im Orient, im indischen Leben. Dadurch, daß diese Individualität in ihrer irdischen Verkörperung im indischen Leben schlechte Augen hatte — man muß so auf die Einzelheiten eingehen, wenn man karmische Zusammenhänge bespricht —, hatte sie über alles mehr oder weniger oberflächlich hinweggeschaut. Sie stand eben drinnen in der mystischen indischen Lebensauffassung, ging dann durch andere Verkörperungen hindurch, die weniger Bedeutung hatten. Dann aberging sie durch ein Leben zwischen Tod und neuer Geburt durch, in dem alles das, was dieser Individualität sich auf der Seele abgelagert hatte im indischen oberflächlichen Erleben, nun ausgebildet wurde in der Merkursphäre, zum Teil in der Venussphäre, zum Teil in der Marssphäre. Da wirkte es mit Wesen der höheren Hierarchien zusammen, um das in einer gewissen Weise zu formen. Nun ist es bei den meisten Menschen so, daß vorzugsweise aus einer Sternensphäre heraus das Karma charakteristisch gebildet wird. Da aber ergab sich durch dieses Zusammenwirken eine Individualität, wo an der Formung der inneren Fähigkeiten, an der karmischen Umgestaltung der Fähigkeiten, die aus einem indischen Erleben einmal hervorgegangen warten, fast gleichmäßig arbeiteten die Merkur-, die Venus- und die Marssphäre. Diese Individualität trat im neunzehnten Jahrhundert als eine Persönlichkeit auf und wurde als solche Fleinrich Feine.

[ 14 ] Nun, schauen wir uns ein solches Beispiel an, das ja durch ganz besonders gewissenhafte geistige Forschung aus den Tiefen des geistigen Lebens auf die Oberfläche gebracht worden ist. Der steife oberflächliche Philister würde sagen: Da geht mir das ganze Aroma von der Persönlichkeit weg; die will ich in ihren elementaren Eigenschaften haben. — Mag der steife Philister das sagen, er hat auch seine Menschenrechte, und sogar nach seinem Karma hat er das Recht des steifen Philisters. Aber er gelangt eben nur bis zu einem gewissen Grad der Wahrheit. Schaut man tiefer in die Tratsachen hinein, dann kommen eben die Unter- und Hintergründe der Wahrheit, der Wirklichkeit zu Tage. Und da muß man schon sagen: Das Leben, auch das Leben des einzelnen Menschen wird nicht ärmer in seiner Bedeutung, sondern unendlich reicher, wenn man es auf solchen Untergründen betrachtet; wenn man wirklich herausglänzen sieht aus diesem problematischen, fragmentarischen Heine-Leben des neunzehnten Jahrhunderts dasjenige, was einmal eine indische Inkarnation war und was dann durch alle die Einflüsse als Folgen aus einem früheren Dasein in Merkur, Venus und Mars durchgemacht werden kann: im Marsdasein, wo ein gewisser aggressiver Sinn für das folgende Erdendasein ausgebildet wird, wo also das, was angeeignet worden war in einem früheren Erdenleben, als eine besondere Fähigkeit in einen gewissen aggressiven Sinn sich hineinentwickelte, im Merkurdasein, wo sich die Seele erwerben kann, da diese Fähigkeit karmisch ja besonders im Merkurdasein ausgebildet wird, ein Hinflattern über Empfindungen und Begriffe, und im Venusdasein, wo wiederum ein gewisses Geistig-Erotisches hereinkommen konnte in die menschlichen Vorstellungskräfte.

[ 14 ] Nun, schauen wir uns ein solches Beispiel an, das ja durch ganz besonders gewissenhafte geistige Forschung aus den Tiefen des geistigen Lebens auf die Oberfläche gebracht worden ist. Der steife oberflächliche Philister würde sagen: Da geht mir das ganze Aroma von der Persönlichkeit weg; die will ich in ihren elementaren Eigenschaften haben. — Mag der steife Philister das sagen, er hat auch seine Menschenrechte, und sogar nach seinem Karma hat er das Recht des steifen Philisters. Aber er gelangt eben nur bis zu einem gewissen Grad der Wahrheit. Schaut man tiefer in die Tratsachen hinein, dann kommen eben die Unter- und Hintergründe der Wahrheit, der Wirklichkeit zu Tage. Und da muß man schon sagen: Das Leben, auch das Leben des einzelnen Menschen wird nicht ärmer in seiner Bedeutung, sondern unendlich reicher, wenn man es auf solchen Untergründen betrachtet; wenn man wirklich herausglänzen sieht aus diesem problematischen, fragmentarischen Heine-Leben des neunzehnten Jahrhunderts dasjenige, was einmal eine indische Inkarnation war und was dann durch alle die Einflüsse als Folgen aus einem früheren Dasein in Merkur, Venus und Mars durchgemacht werden kann: im Marsdasein, wo ein gewisser aggressiver Sinn für das folgende Erdendasein ausgebildet wird, wo also das, was angeeignet worden war in einem früheren Erdenleben, als eine besondere Fähigkeit in einen gewissen aggressiven Sinn sich hineinentwickelte, im Merkurdasein, wo sich die Seele erwerben kann, da diese Fähigkeit karmisch ja besonders im Merkurdasein ausgebildet wird, ein Hinflattern über Empfindungen und Begriffe, und im Venusdasein, wo wiederum ein gewisses Geistig-Erotisches hereinkommen konnte in die menschlichen Vorstellungskräfte.

[ 15 ] Wir schauen also, indem wir so ein Menschenleben überblicken, zu gleicher Zeit in das Weltendasein hinein, und dasjenige, was wir so im Menschen sehen, das ist wahrhaftig nicht ärmer als das, was wir in der sogenannten unmittelbar elementarischen Betrachtung, die nur eine Philisterbetrachtung ist, haben. Es ist schon so, daß man sieht, wie das frühere Geschichtliche in das spätere hinübergetragen wird, und wie die Vermittler die Sternenwelten sind mit ihren Wesenheiten. Dadurch wird Geschichte erst eine Wirklichkeit, sonst bleibt sie Buchstabe, zweiunddreißig Buchstaben. Dann aber beginnen wir zu lesen in der Geschichte, wenn wir sehen, wie hinter den einzelnen Menschenschicksalen ganze Götterwelten-Taten stehen, nur noch grandioser, gewaltiger ausgebreitet als das Geschichtswerden der Menschheit, in das wir immer hineinverwoben finden die menschlichen Einzelschicksale.

[ 15 ] Wir schauen also, indem wir so ein Menschenleben überblicken, zu gleicher Zeit in das Weltendasein hinein, und dasjenige, was wir so im Menschen sehen, das ist wahrhaftig nicht ärmer als das, was wir in der sogenannten unmittelbar elementarischen Betrachtung, die nur eine Philisterbetrachtung ist, haben. Es ist schon so, daß man sieht, wie das frühere Geschichtliche in das spätere hinübergetragen wird, und wie die Vermittler die Sternenwelten sind mit ihren Wesenheiten. Dadurch wird Geschichte erst eine Wirklichkeit, sonst bleibt sie Buchstabe, zweiunddreißig Buchstaben. Dann aber beginnen wir zu lesen in der Geschichte, wenn wir sehen, wie hinter den einzelnen Menschenschicksalen ganze Götterwelten-Taten stehen, nur noch grandioser, gewaltiger ausgebreitet als das Geschichtswerden der Menschheit, in das wir immer hineinverwoben finden die menschlichen Einzelschicksale.

[ 16 ] Und nehmen wir ein anderes Beispiel. Da gibt es eine Individualität, die eine für die damalige Zeit gründliche Ausbildung erworben hatte in der Zeit, als auf der Erde der Islam sich ausbreitete durch Nordafrika nach Spanien. Da gab es in Nordafrika noch Schulen, die so ähnlich waren wie die Schule, in welcher der heilige Augustinus ausgebildet worden ist; aber es war schon in einer späteren Zeit, die Schule war in Dekadenz. Diese Individualität lernte vieles, was eigentümlich diesen Schulen war, was noch vieles von den alten Mysterien, aber im Niedergange, in sich enthielt. Dann wurde diese Individualität verschlagen nach Spanien, kam dann in Zusammenhang nicht mit späterer, aber mit der früheren jüdischen kabbalistischen Schule, nahm wieder vieles auf aus der Früh-, nicht aus der Spätkabbalistik und wurde ein Geist, der so etwas Manichäisch-Kabbalistisches in einer großen inneren Geläufigkeit in der Seele hatte. Diese Individualität fand nun ihre Weiterentwickelung in einem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und da insbesondere in Gemeinschaft mit den Wesenheiten, die mit dem Marsdasein zu tun haben. Sie eignete sich im Marsdasein an einen gewissen aggressiven Sinn, aber auch wieder außer diesem aggressiven Sinn die Leichtigkeit der Sprache, geradezu etwas Verführerisches in der Sprachgabe, die Leichtigkeit in der sprachlichen Behandlung von allen möglichen Problemen, die sie so in ihrem Inneren aus ihrem früheren Erdenleben hatte. Damit verkörperte sie sich im achtzehnten Jahrhundert, wurde Voltaire.

[ 16 ] Und nehmen wir ein anderes Beispiel. Da gibt es eine Individualität, die eine für die damalige Zeit gründliche Ausbildung erworben hatte in der Zeit, als auf der Erde der Islam sich ausbreitete durch Nordafrika nach Spanien. Da gab es in Nordafrika noch Schulen, die so ähnlich waren wie die Schule, in welcher der heilige Augustinus ausgebildet worden ist; aber es war schon in einer späteren Zeit, die Schule war in Dekadenz. Diese Individualität lernte vieles, was eigentümlich diesen Schulen war, was noch vieles von den alten Mysterien, aber im Niedergange, in sich enthielt. Dann wurde diese Individualität verschlagen nach Spanien, kam dann in Zusammenhang nicht mit späterer, aber mit der früheren jüdischen kabbalistischen Schule, nahm wieder vieles auf aus der Früh-, nicht aus der Spätkabbalistik und wurde ein Geist, der so etwas Manichäisch-Kabbalistisches in einer großen inneren Geläufigkeit in der Seele hatte. Diese Individualität fand nun ihre Weiterentwickelung in einem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und da insbesondere in Gemeinschaft mit den Wesenheiten, die mit dem Marsdasein zu tun haben. Sie eignete sich im Marsdasein an einen gewissen aggressiven Sinn, aber auch wieder außer diesem aggressiven Sinn die Leichtigkeit der Sprache, geradezu etwas Verführerisches in der Sprachgabe, die Leichtigkeit in der sprachlichen Behandlung von allen möglichen Problemen, die sie so in ihrem Inneren aus ihrem früheren Erdenleben hatte. Damit verkörperte sie sich im achtzehnten Jahrhundert, wurde Voltaire.

[ 17 ] Sehen Sie, zu wissen, daß das Voltaire-Dasein zurückführt auf Erlebnisse, die sogar ähnlich waren denen des Augustinus in seiner Jugend, die ähnlich waren den späteren kabbalistischen Erlebnissen, mit all diesem Ironischen, das in der Ur-Kabbalistik vorhanden war, zu wissen, daß das alles da ist, so zu überschauen den Zusammenhang, auch wiederum hineinzuschauen dutch das Zusammenhalten der zwei irdischen Leben in dasjenige, was dazwischen liegt, zwischen Tod und neuer Geburt: das macht die Welt erst ganz, das führt erst hinein in die Wirklichkeit. Wir haben, wenn wir die Erdenleben überblicken, zunächst ganz Unzusammenhängendes in den aufeinanderfolgenden Erdenleben. Man sieht nicht, wie das eine in das andere hineinragt. Aber das sind ja außerdem nur Fragmente. Das, was dazwischen liegt, wird nicht gesehen; aber die Wirklichkeit umfaßt alles dies zusammen. Und es ist schon so, daß man eigentlich an die Wirklichkeit nur herandringt, wenn man nicht nur die Natur, sondern wenn man auch das Menschenwesen nach seinen geistigen Hintergründen betrachtet.

[ 17 ] Sehen Sie, zu wissen, daß das Voltaire-Dasein zurückführt auf Erlebnisse, die sogar ähnlich waren denen des Augustinus in seiner Jugend, die ähnlich waren den späteren kabbalistischen Erlebnissen, mit all diesem Ironischen, das in der Ur-Kabbalistik vorhanden war, zu wissen, daß das alles da ist, so zu überschauen den Zusammenhang, auch wiederum hineinzuschauen dutch das Zusammenhalten der zwei irdischen Leben in dasjenige, was dazwischen liegt, zwischen Tod und neuer Geburt: das macht die Welt erst ganz, das führt erst hinein in die Wirklichkeit. Wir haben, wenn wir die Erdenleben überblicken, zunächst ganz Unzusammenhängendes in den aufeinanderfolgenden Erdenleben. Man sieht nicht, wie das eine in das andere hineinragt. Aber das sind ja außerdem nur Fragmente. Das, was dazwischen liegt, wird nicht gesehen; aber die Wirklichkeit umfaßt alles dies zusammen. Und es ist schon so, daß man eigentlich an die Wirklichkeit nur herandringt, wenn man nicht nur die Natur, sondern wenn man auch das Menschenwesen nach seinen geistigen Hintergründen betrachtet.

[ 18 ] In dieser Beziehung muß es schon so sein, daß von jetzt ab ein neuer Zug in unsere Bewegung hineinkommt. Als die Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Berlin begründet worden ist, 1902, da kündigte ich an als meinen ersten Vortrag, den ich dazumal halten wollte, «Praktische Karmaübungen». Ja nun, angekündigt war der Vortrag, gehalten konnte er nicht werden aus dem einfachen Grunde, weil ja die gegebenen Verhältnisse da waren. Da waren die verschiedenen alten Mitglieder der theosophischen Bewegung, die hatten so ihre Vorstellungen von dem, was man sagen darf, was man nicht sagen darf; danach hatte sich aber das ganze Milieu, die ganze Atmosphäre gebildet. Die, welche die Leiter waren, wären ja Kopf gestanden, wenn man dazumal begonnen hätte, über praktische Karmaübungen zu sprechen. Es war einfach die theosophische Bewegung nicht reif dazu. Es mußte erst vieles vorbereitet werden. Und in der TT’at, die Vorbereitung hat zwei Jahrzehnte gedauert, mehr noch. Aber bei der Weihnachtstagung ist der Impuls ausgegossen worden, nun rückhaltlos nicht bloß dasjenige, was über die natürlichen Gebiete des Geistigen erforscht werden kann, zu enthüllen, sondern rückhaltlos auch dasjenige zu enthüllen, was über die menschlichen Gebiete des Geistes so erforscht werden kann. Es wird daher in der Zukunft rückhaltlos gesprochen werden innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft über dasjenige, was doch schon von Anfang an in der Absicht lag, wozu aber diese Anthroposophische Gesellschaft erst allmählich heranreifen mußte. Das ist auch etwas, was als ein esoterischer Zug durch die Weihnachtstagung in die Anthroposophische Gesellschaft hineingekommen ist. Die Weihnachtstagung war wirklich keine Spielerei, sondern das Übernehmen neuer Verantwortlichkeiten gerade vom Geistgebiete aus für die anthroposophische Bewegung.

[ 18 ] In dieser Beziehung muß es schon so sein, daß von jetzt ab ein neuer Zug in unsere Bewegung hineinkommt. Als die Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft in Berlin begründet worden ist, 1902, da kündigte ich an als meinen ersten Vortrag, den ich dazumal halten wollte, «Praktische Karmaübungen». Ja nun, angekündigt war der Vortrag, gehalten konnte er nicht werden aus dem einfachen Grunde, weil ja die gegebenen Verhältnisse da waren. Da waren die verschiedenen alten Mitglieder der theosophischen Bewegung, die hatten so ihre Vorstellungen von dem, was man sagen darf, was man nicht sagen darf; danach hatte sich aber das ganze Milieu, die ganze Atmosphäre gebildet. Die, welche die Leiter waren, wären ja Kopf gestanden, wenn man dazumal begonnen hätte, über praktische Karmaübungen zu sprechen. Es war einfach die theosophische Bewegung nicht reif dazu. Es mußte erst vieles vorbereitet werden. Und in der TT’at, die Vorbereitung hat zwei Jahrzehnte gedauert, mehr noch. Aber bei der Weihnachtstagung ist der Impuls ausgegossen worden, nun rückhaltlos nicht bloß dasjenige, was über die natürlichen Gebiete des Geistigen erforscht werden kann, zu enthüllen, sondern rückhaltlos auch dasjenige zu enthüllen, was über die menschlichen Gebiete des Geistes so erforscht werden kann. Es wird daher in der Zukunft rückhaltlos gesprochen werden innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft über dasjenige, was doch schon von Anfang an in der Absicht lag, wozu aber diese Anthroposophische Gesellschaft erst allmählich heranreifen mußte. Das ist auch etwas, was als ein esoterischer Zug durch die Weihnachtstagung in die Anthroposophische Gesellschaft hineingekommen ist. Die Weihnachtstagung war wirklich keine Spielerei, sondern das Übernehmen neuer Verantwortlichkeiten gerade vom Geistgebiete aus für die anthroposophische Bewegung.

[ 19 ] Sehen Sie, wenn man hinschauen kann auf dasjenige, was zwischen Tod und neuer Geburt liegt, so kann einem gerade dadurch klar werden, wie mannigfaltig, wie vielseitig die Welt ist. Denn wenn man auf der einen Seite sagt: In der Marssphäre wird angeregt für das spätere Erdenleben der aggressive Sinn, die Sprachgeschicklichkeit, die Sprachgewaltigkeit —, so ist das nur eine Seite; es werden auch andere Seiten innerhalb des Marslebens angeregt. Und so ist es zum Beispiel auch beim Jupiter. Die Jupitersphäre und ihre Wesenheiten erlebt man, wenn man mit der Initiationseinsicht zurückschaut auf dasjenige, was man zwischen dem neunundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre erschaut und auslöscht die Selbstbeobachtung. Da kann man schon von dem Anblicke dessen, was it Jupiter geschieht, etwas erschüttert werden. Denn diese Jupiterwesen sind doch ganz anders als die Menschen. Nehmen wir nur eine Eigenschaft der Menschen, die ja nun an sich mehr oder weniger häufig ist, nehmen wir die Weisheit. Die Menschen sagen: Wir sind weise. — Aber wie schwer erringt sich der Mensch diese Weisheit! Wenn das auch nur ein bißchen Weisheit ist, so ist das etwas schwer Errungenes. Da muß man vieles innerlich durchringen, um sich auf einem Gebiete nur ein bißchen Weisheit zu erwerben. Das alles haben die Jupiterwesen nicht nötig. Die werden mit der Weisheit — ich kann nicht sagen geboren, denn so wie auf der Erde das Entstehen der Menschen im Embryo geschieht, so geschieht nicht das Entstehen der Jupiterwesen. Da müssen Sie sich vorstellen, daß in der Umgebung des Jupiter so etwas ist wie um die Erde die Wolkengebilde. Wenn Sie sich nun vorstellen, aus den Wolken heraus formten sich die Menschenkörper und flögen dann auf die Erde herunter, so würde dies die Art sein, wie auf dem Jupiter aus einer Art von Wolken die neuen Wesen sich herausgestalten, aber so, daß diese Wesen, die etwa aus den Wolken herausflögen, eben die Weisheit zu ihrer Grundeigenschaft haben würden. Wie wir eine Blutzirkulation haben, so haben sie die Weisheit. Aber sie ist kein Verdienst, kein Errungenes, sie haben sie eben. Dadurch denken sie auch ganz anders als die Menschen. Das wirkt zwar erschütternd, aber man muß sich nach und nach an diesen Anblick gewöhnen. Und das ist alles auf dem Jupiter durchdrungen und durchzogen, wie wir auf der Erde von Luft durchdrungen sind, von Weisheit. Die Weisheit ist dort substantiell, sie strömt auf dem Jupiter in Wind und Wettern herum, ergießt sich auf den Jupiter, zieht als Nebel in die Höhe. Das sind aber immer wiederum Wesen, die in einem Weisheitsnebel aufsteigen. Darin nun leben vorzugsweise die Cherubim, die in diesem Zusammenhange an dem menschlichen Karma mit den Menschen zusammen formen. Aber es leben darin auch andere Impulse. Das gilt aber unbedingt: Was ein Mensch in einem früheren Erdenleben durchgemacht hat, wird karmisch zusammengeformt durch die Kräfte der Weisheit, der selbstverständlichen Weisheit. Er kommt dann auf die Erde herunter und trägt das Gepräge desjenigen, was sich dadurch ergibt, daß er früher auf der Erde Erlebtes in selbstverständliche Weisheit zusammengeformt hat, die dann nur auf die verschiedenste Weise zum Ausdruck kommt. Auch dafür ein Beispiel.

[ 19 ] Sehen Sie, wenn man hinschauen kann auf dasjenige, was zwischen Tod und neuer Geburt liegt, so kann einem gerade dadurch klar werden, wie mannigfaltig, wie vielseitig die Welt ist. Denn wenn man auf der einen Seite sagt: In der Marssphäre wird angeregt für das spätere Erdenleben der aggressive Sinn, die Sprachgeschicklichkeit, die Sprachgewaltigkeit —, so ist das nur eine Seite; es werden auch andere Seiten innerhalb des Marslebens angeregt. Und so ist es zum Beispiel auch beim Jupiter. Die Jupitersphäre und ihre Wesenheiten erlebt man, wenn man mit der Initiationseinsicht zurückschaut auf dasjenige, was man zwischen dem neunundvierzigsten und sechsundfünfzigsten Jahre erschaut und auslöscht die Selbstbeobachtung. Da kann man schon von dem Anblicke dessen, was it Jupiter geschieht, etwas erschüttert werden. Denn diese Jupiterwesen sind doch ganz anders als die Menschen. Nehmen wir nur eine Eigenschaft der Menschen, die ja nun an sich mehr oder weniger häufig ist, nehmen wir die Weisheit. Die Menschen sagen: Wir sind weise. — Aber wie schwer erringt sich der Mensch diese Weisheit! Wenn das auch nur ein bißchen Weisheit ist, so ist das etwas schwer Errungenes. Da muß man vieles innerlich durchringen, um sich auf einem Gebiete nur ein bißchen Weisheit zu erwerben. Das alles haben die Jupiterwesen nicht nötig. Die werden mit der Weisheit — ich kann nicht sagen geboren, denn so wie auf der Erde das Entstehen der Menschen im Embryo geschieht, so geschieht nicht das Entstehen der Jupiterwesen. Da müssen Sie sich vorstellen, daß in der Umgebung des Jupiter so etwas ist wie um die Erde die Wolkengebilde. Wenn Sie sich nun vorstellen, aus den Wolken heraus formten sich die Menschenkörper und flögen dann auf die Erde herunter, so würde dies die Art sein, wie auf dem Jupiter aus einer Art von Wolken die neuen Wesen sich herausgestalten, aber so, daß diese Wesen, die etwa aus den Wolken herausflögen, eben die Weisheit zu ihrer Grundeigenschaft haben würden. Wie wir eine Blutzirkulation haben, so haben sie die Weisheit. Aber sie ist kein Verdienst, kein Errungenes, sie haben sie eben. Dadurch denken sie auch ganz anders als die Menschen. Das wirkt zwar erschütternd, aber man muß sich nach und nach an diesen Anblick gewöhnen. Und das ist alles auf dem Jupiter durchdrungen und durchzogen, wie wir auf der Erde von Luft durchdrungen sind, von Weisheit. Die Weisheit ist dort substantiell, sie strömt auf dem Jupiter in Wind und Wettern herum, ergießt sich auf den Jupiter, zieht als Nebel in die Höhe. Das sind aber immer wiederum Wesen, die in einem Weisheitsnebel aufsteigen. Darin nun leben vorzugsweise die Cherubim, die in diesem Zusammenhange an dem menschlichen Karma mit den Menschen zusammen formen. Aber es leben darin auch andere Impulse. Das gilt aber unbedingt: Was ein Mensch in einem früheren Erdenleben durchgemacht hat, wird karmisch zusammengeformt durch die Kräfte der Weisheit, der selbstverständlichen Weisheit. Er kommt dann auf die Erde herunter und trägt das Gepräge desjenigen, was sich dadurch ergibt, daß er früher auf der Erde Erlebtes in selbstverständliche Weisheit zusammengeformt hat, die dann nur auf die verschiedenste Weise zum Ausdruck kommt. Auch dafür ein Beispiel.

[ 20 ] Da ist eine Individualität, die führt uns zurück ins alte Griechenland, so in eine Art platonischer, aber zugleich auch bildhauerischer Atmosphäre. Eine wichtigste Inkarnation hat diese Individualität in dieser plastischen Zeit Griechenlands erlebt als Bildhauer. Das, was sie da erlebt hat, trug sie in spätere Zwischenverkörperungen, die weniger wichtig waren, hinein. Das ist eine Individualität, die ihr Karma ausarbeitete für ihre vorläufig letzte Erdeninkarnation besonders in der Sphäre der Weisheit Jupiters.

[ 20 ] Da ist eine Individualität, die führt uns zurück ins alte Griechenland, so in eine Art platonischer, aber zugleich auch bildhauerischer Atmosphäre. Eine wichtigste Inkarnation hat diese Individualität in dieser plastischen Zeit Griechenlands erlebt als Bildhauer. Das, was sie da erlebt hat, trug sie in spätere Zwischenverkörperungen, die weniger wichtig waren, hinein. Das ist eine Individualität, die ihr Karma ausarbeitete für ihre vorläufig letzte Erdeninkarnation besonders in der Sphäre der Weisheit Jupiters.

[ 21 ] Eine andere Individualität führt uns zurück in die Zeiten, bevor Amerika von Europa aus bevölkert worden ist, nach Mittelamerika, nach Mexiko. Da lebte sie in den verfallenden Mysterien der früheren mexikanischen Urbevölkerung. Sie lernte da kennen, als die Zusammenhänge der dortigen Menschen, der Mysterienschüler, mit den geistigen Wesen noch lebendig waren, dasjenige, was da lebte als mexikanische Götter. Heute reden Leute, die gelehrt sind, ja auch wieder — ein besonderes Karma, aber ein für die Menschen nicht besonders glückliches Karma — über diese Götter, Quetzalkoatl, Tetzkatlipoka und Taotl; doch man bekommt durch diese Beschreibungen kaum viel mehr als die Namen. Aber die Individualität, von der ich Ihnen spreche, die lebte lebendig darinnen, wenn auch in den verfallenden Mysterien. Für die war so ein Gott Taotl, Quetzalkoatl, etwas Lebendiges. Es waren das in der Tat zauberische, lebendige Wesenheiten. Und dort, in den verfallenden Mysterien des Quetzalkoatl, da lebte sie sich auch hinein in einen damals schon ganz abergläubischen, magischen Inhalt, in solch eine Wesenheit wie Tetzkatlipoka — Tetzkatlipoka ist eine Art Schlangengott gewesen, mit dem man sich astral verbunden fühlte —, und das wurde für sie intensiv lebendig. Diese Individualität ging dann nicht durch andere Inkarnationen, nachdem sie ihr Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt erlebt hatte, wie jene andere, die noch Zwischeninkarnationen durchmachte, als Mann in Griechenland gelebt hatte und dann durch weibliche Inkarnationen durchging. Diese Individualität lebte als Mann innerhalb der mexikanischen Mysterien, ging in dem Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt durch die Jupitersphäre der Weisheit und lebte dann gerade im achtzehnten, neunzehnten Jahrhundert. Die Individualität, die in Griechenland gelebt hatte, ging auch durch die Jupitersphäre, wie man eben durchgehen kann, wenn man Bildhauer war und zugleich auf griechische Art erlebt hatte diese plastische Vorstellungsweise, die ‘dazumal auch wirklich lebendig war. Sie prägte dieses Plastische, das in Griechenland an der Gestaltung des Menschen erlebt werden konnte, um in gestaltendes Auffassen der ganzen Welt in der Weisheitssphäre des Jupiter, wo alle diese Weisheit substantiell vorhanden ist, kam dann in einen Menschenleib mit ihrer durch den Jupiter ausgeprägten Griechenheit und wurde als Goethe wiedergeboren.

[ 21 ] Eine andere Individualität führt uns zurück in die Zeiten, bevor Amerika von Europa aus bevölkert worden ist, nach Mittelamerika, nach Mexiko. Da lebte sie in den verfallenden Mysterien der früheren mexikanischen Urbevölkerung. Sie lernte da kennen, als die Zusammenhänge der dortigen Menschen, der Mysterienschüler, mit den geistigen Wesen noch lebendig waren, dasjenige, was da lebte als mexikanische Götter. Heute reden Leute, die gelehrt sind, ja auch wieder — ein besonderes Karma, aber ein für die Menschen nicht besonders glückliches Karma — über diese Götter, Quetzalkoatl, Tetzkatlipoka und Taotl; doch man bekommt durch diese Beschreibungen kaum viel mehr als die Namen. Aber die Individualität, von der ich Ihnen spreche, die lebte lebendig darinnen, wenn auch in den verfallenden Mysterien. Für die war so ein Gott Taotl, Quetzalkoatl, etwas Lebendiges. Es waren das in der Tat zauberische, lebendige Wesenheiten. Und dort, in den verfallenden Mysterien des Quetzalkoatl, da lebte sie sich auch hinein in einen damals schon ganz abergläubischen, magischen Inhalt, in solch eine Wesenheit wie Tetzkatlipoka — Tetzkatlipoka ist eine Art Schlangengott gewesen, mit dem man sich astral verbunden fühlte —, und das wurde für sie intensiv lebendig. Diese Individualität ging dann nicht durch andere Inkarnationen, nachdem sie ihr Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt erlebt hatte, wie jene andere, die noch Zwischeninkarnationen durchmachte, als Mann in Griechenland gelebt hatte und dann durch weibliche Inkarnationen durchging. Diese Individualität lebte als Mann innerhalb der mexikanischen Mysterien, ging in dem Leben zwischen dem Tode und der neuen Geburt durch die Jupitersphäre der Weisheit und lebte dann gerade im achtzehnten, neunzehnten Jahrhundert. Die Individualität, die in Griechenland gelebt hatte, ging auch durch die Jupitersphäre, wie man eben durchgehen kann, wenn man Bildhauer war und zugleich auf griechische Art erlebt hatte diese plastische Vorstellungsweise, die ‘dazumal auch wirklich lebendig war. Sie prägte dieses Plastische, das in Griechenland an der Gestaltung des Menschen erlebt werden konnte, um in gestaltendes Auffassen der ganzen Welt in der Weisheitssphäre des Jupiter, wo alle diese Weisheit substantiell vorhanden ist, kam dann in einen Menschenleib mit ihrer durch den Jupiter ausgeprägten Griechenheit und wurde als Goethe wiedergeboren.

[ 22 ] Die andere Individualität ging auch durch die Jupitersphäre, prägte dasjenige, was man erfahren konnte in den mexikanischen Mysterien, dann auch um in der Jupitersphäre. Aber es konnte nicht dasselbe in der Jupitersphäre entstehen aus einem Erdenleben, das in Griechenland so erlebt worden ist, wie ich es geschildert habe, und aus einem Erdenleben, das in Mexiko so erlebt wurde, wie ich es geschildert habe. Beides ist durch die Weisheitssphäre des Jupiter gegangen, aber beides ist so geworden, wie es werden mußte gemäß den Gestaltungskräften aus dem früheren Leben. Die Individualität, die durch die mexikanischen Mysterien gegangen ist, ging durch die Jupitersphäre, wurde wiedergeboren als Eliphas Levi. Da haben Sie in einer merkwürdigen Weise in Weisheit umgewandelt magisch-rituelle Handlungen, magische Kulte. Es ist eben minderwertiges Jupiterkarma, trotzdem außerordentlich geistvolles, weisheitsvolles. Man sieht daran, wie zusammenwirken dasjenige, was der Mensch im Erdenleben erfahren hat, und dasjenige, was er zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wird. Es wird durchaus das spätere Leben nach dem früheren Leben gebildet, aber in mannigfaltiger Weise kann durch die gleiche Sphäre umgeprägt werden im Karma dasjenige, was ein Mensch im Erdenleben durchgemacht hat. Wenn man so ansieht die Gestaltung des menschlichen Lebens im karmischen Sinne, vertieft man erst richtig dieses Menschenleben. Dann bereichert es sich, dann erscheint es erst in seiner ganzen Wirklichkeit, dann kennt man in Wirklichkeit erst den Menschen und das Menschenleben.

[ 22 ] Die andere Individualität ging auch durch die Jupitersphäre, prägte dasjenige, was man erfahren konnte in den mexikanischen Mysterien, dann auch um in der Jupitersphäre. Aber es konnte nicht dasselbe in der Jupitersphäre entstehen aus einem Erdenleben, das in Griechenland so erlebt worden ist, wie ich es geschildert habe, und aus einem Erdenleben, das in Mexiko so erlebt wurde, wie ich es geschildert habe. Beides ist durch die Weisheitssphäre des Jupiter gegangen, aber beides ist so geworden, wie es werden mußte gemäß den Gestaltungskräften aus dem früheren Leben. Die Individualität, die durch die mexikanischen Mysterien gegangen ist, ging durch die Jupitersphäre, wurde wiedergeboren als Eliphas Levi. Da haben Sie in einer merkwürdigen Weise in Weisheit umgewandelt magisch-rituelle Handlungen, magische Kulte. Es ist eben minderwertiges Jupiterkarma, trotzdem außerordentlich geistvolles, weisheitsvolles. Man sieht daran, wie zusammenwirken dasjenige, was der Mensch im Erdenleben erfahren hat, und dasjenige, was er zwischen dem Tod und einer neuen Geburt wird. Es wird durchaus das spätere Leben nach dem früheren Leben gebildet, aber in mannigfaltiger Weise kann durch die gleiche Sphäre umgeprägt werden im Karma dasjenige, was ein Mensch im Erdenleben durchgemacht hat. Wenn man so ansieht die Gestaltung des menschlichen Lebens im karmischen Sinne, vertieft man erst richtig dieses Menschenleben. Dann bereichert es sich, dann erscheint es erst in seiner ganzen Wirklichkeit, dann kennt man in Wirklichkeit erst den Menschen und das Menschenleben.