Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume V
GA 239
14 June 1924, Wrocław
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Karmic Relationships V, tr. Osmond
Fünfzehnter Vortrag
Lecture VIII
[ 1 ] Sie haben schon aus mancherlei Betrachtungen, die im Zusammenhange mit der Schicksalsbildung des Menschen, der Karmabildung stehen, ersehen können, daß eigentlich dieses Menschenleben unvollständig betrachtet wird, wenn man nicht das Schlafleben einbezieht in die Selbstbeobachtung. Aber das Schlafleben bleibt ja eigentlich aus dem Bewußtsein draußen. Wenn sich der Mensch gewöhnlich in seinem nun einmal ihm im heutigen Zeitenleben eigenen Bewußtsein auf sich selbst besinnt, so sieht er zurück und sieht eigentlich nur die Tage; er läßt, da sie unbewußt verlaufen, die Nächte weg. Es bleibt also bei normalen Schläfern, da wir heute keine Siebenschläfer sind, ein Drittel des Lebens weg. Für die Betrachtung aber des Übersinnlichen, des Anteils des Menschen an der geistigen Welt, ist gerade dieses Drittel von einer ungeheuren Bedeutung. Wir wollen einmal durch die paar Striche, die man da machen kann, schematisch hinstellen, was eigentlich gemeint ist (es wird gezeichnet). Wenn jemand ein bestimmtes Alter erreicht hat, so schaut er zurück zunächst auf den ersten Tag, an den er sich erinnert, stückelt dann an das, was dazwischen liegt, den zweitletzten Tag an, den drittletzten Tag und so weiter, so weit, als er sich eben erinnert. Da bleiben die Nächte dazwischen, die läßt der Mensch unberücksichtigt. Er erinnert sich nicht so, daß er sich sagt: Da sind ja immer Zwischenzeiten. — Das müßte er eigentlich tun. Im heutigen Leben kommt auch der Mensch nicht zu einer so genauen Rückschau. Er beachtet das Leben viel zu wenig, um zu einer so genauen Rückschau zu kommen. Aber wenn er dazu kommen würde, so würde er gerade durch das, was er da in der Rückschau nicht sieht, was ihm fehlt für sein Leben, eine Anleitung, eine Hinweisung haben auf das Karma. Und gerade die Schlafbeobachtung, die gibt bedeutsame Hinweise auf das einzelne, individuelle Karma. Man muß nur einmal wirklich sich darauf einlassen, zu beachten, wie verschieden die zwei Momente sind im menschlichen Leben: der des Aufwachens, der des Einschlafens. Diese Verschiedenheit kann man mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gefühlsmäßig bemerken, aber die Initiationswissenschaft kann erst ein Licht verbreiten über dasjenige, was da gefühlsmäßig verschieden auftritt. Besonders verschieden erweist sich ja der Moment des Aufwachens und der Moment des Einschlafens bei etwas kranken oder kränklichen Menschen. Die haben bemerkt, leichter als die Gesunden, daß der Moment des Einschlafens etwas hat von einem leisen Lustgefühl, oftmals wenigstens. Der Moment des Aufwachens, wenn der Mensch sich in sich selbst zurück fühlt, hat etwas von einem leisen Unbehagensgefühl. Der Moment des Aufwachens ist eigentlich nur dann von Freude begleitet, wenn der Mensch gleich auf die äußere Welt aufmerksam wird und wenn die Außenwelt in seinem Bewußtsein übertönt dasjenige, was in ihm aufsteigt. Der Moment des Aufwachens hat ja etwas Dämmerhaftes für viele Menschen; auch der Moment des Einschlafens. Aber im Moment des Einschlafens hat der Mensch das Gefühl, daß er die Tagesereignisse, die er erlebt hat, so ein wenig mitschleppt, daß sie sich dann nebulos und nebuloser gestalten und er sie sozusagen verläßt; sie werden ihm immer leichter. Der Moment des Aufwachens hat etwas von einem Schweregefühl, von einem Gefühl, daß man sich erhebt wie aus gewissen Tiefen, aus denen man heraufsteigt und aus denen man etwas mitnimmt, was man in den Tag hineinträgt, was man im Tage erst abschleift, wodurch gerade das Rückerfühlen in sich beim Aufwachen etwas Unbehagliches haben kann. Wir haben eine unbehagliche Geschmacksempfindung, was bis in ein unbehagliches Empfinden eines dumpfen Kopfes hineingehen kann. Gewiß, der Mensch unterscheidet gewöhnlich nicht diese feineren Erfahrungen, die er an sich machen kann, aber gerade diese feineren Erfahrungen, die er an sich machen kann, deuten auf vieles im gesamten menschlichen Leben in einer sehr deutlichen Weise hin. Was geht denn mit dem Menschen eigentlich vor? Wir beschreiben ja ganz richtig, von einem gewissen Gesichtspunkte aus sehr genau dasjenige, was mit dem Menschen vorgeht: Im Bette bleibt liegen der physische und der ätherische Leib, heraus gehen in die geistige Welt beim Einschlafen das Ich und der astralische Leib; wiederum hinein gehen in den physischen und ätherischen Leib am Morgen beim Aufwachen das Ich und der astralische Leib. Aber wie vollzieht sich denn das? Gerade um in der Karmabetrachtung weiterzukommen, wollen wir uns heute einmal deutlich vor die Seele stellen, wie sich diese Sache eigentlich vollzieht, die wir mit einem gewissen Rechte zunächst etwas abstrakt beschreiben.
[ 1 ] From many studies on the subject of the forming of human destiny or karma you will have realised that human life is not viewed in its entirety if sleep is left out of consideration. When a man reflects about himself with the ordinary consciousness of to-day, he looks back only upon the days because the nights are passed in unconsciousness. In the case of normal sleepers, therefore—as nowadays there are no Seven Sleepers—a third of life is disregarded. But for experience of the super-sensible and of man's participation in the spiritual world, it is this very third of life that is of essential importance. When a person has reached a definite age he looks back over the days he remembers, as far back as his memory goes. The nights are between the days but in his recollection the nights are left entirely out of consideration. A true retrospect is really not possible for a man of modern times because his observation of life is far too superficial. But if he were capable of carrying out such a retrospect, then precisely through what he does not see in the ordinary way he would have an indication of karma. Observation of the life of sleep gives significant hints of individual karma. Attention must above all be paid to the essential difference between the two moments of waking and going to sleep. Ordinary consciousness can feel this difference instinctively, but Initiation-Science alone can throw light upon it. The difference between the moment of waking and the moment of going to sleep is particularly evident to people who are sick or ailing. They notice more readily than do those in good health that the moment of going to sleep is often accompanied by at least a slight feeling of pleasure. The moment of waking, on the other hand, has something slightly unpleasant about it; waking is accompanied by happiness only if the attention of the person concerned is at once turned to the outer world and when his consciousness of the outer world drowns what is rising up from within him. For many people the moments both of waking and of going to sleep are shrouded in a certain dimness. At the moment of going to sleep a man has the feeling that he is somehow dragging the past day's experiences along with him, that these become more and more nebulous and that he then abandons them. The moment of waking is accompanied by a slight feeling of oppression, a feeling of lifting oneself out of certain depths, bringing from them something that is carried over into the day and is got rid of only during the course of it. The result is that a certain feeling of unpleasantness may be associated with the experience of waking. An unpleasant sensation of taste may intensify into an equally unpleasant sensation of a stupefied head. People do not as a rule distinguish between these delicate experiences but they are unmistakeable indications of a great deal in human life. For what is really taking place? We describe quite correctly and from a certain standpoint very exactly what is taking place if we say: during sleep the physical and etheric bodies lie in the bed and the ego and astral body pass out into the spiritual world, returning into the physical and etheric bodies in the morning on waking. But how does this process take place? In order to make progress in our study of karma we will envisage the whole process which, to begin with, it is justifiable to describe in a rather abstract way.


[ 2 ] Sehen Sie, dieses Herausgehen des Ich und des astralischen Leibes aus dem physischen und dem Ätherleibe kann man schematisch in der folgenden Weise hinzeichnen (es wird gezeichnet). Wir nehmen an, das sei der Mensch. Wenn das der physische Leib und der Ätherleib ist, so gehen am Abend beim Einschlafen das Ich und der astralische Leib so heraus, daß sie sich gegen das Haupt zu herausbewegen. Und wir zeichnen ganz schematisch, wie die zwei immer größer und größer werden, aber eine Art Umkreis beschreiben. Und am Morgen, beim Aufwachen, gehen das Ich und der astralische Leib wirklich durch die Gliedmaßen, durch die Finger, durch die Zehen wieder in den physischen Leib hinein. Es ist also die Sache so, daß eigentlich ein Kreis beschrieben wird, und dieses, daß ein Kreis beschrieben wird, das ist wörtlicher zu nehmen, als man denkt. Denn in Wirklichkeit haben wir, wenn wir als normaler Mensch am Morgen aufwachen, nicht gleich vor dem hellsehenden Bewußtsein das Bild, daß nun der ganze astralische Leib und das ganze Ich in dem physischen Leib und in dem Ätherleibe drinnen sind, sondern sie rücken langsam dazu vor vom Morgen bis gegen Mittag und Nachmittag. Langsam rücken in den physischen Leib das Ich und der Astralleib hinein. Sie werden sagen: Ja, dann müßte ja die Sache höchst eigentümlich sein; dann müßten wir nach und nach fühlen, wie unser Ich und astralischer Leib von den Fingerspitzen und Zehenspitzen sich nach und nach dem Kopf zu bewegen. — Für einen außerordentlich genauen hellseherischen Anblick ist es auch so, nur fühlt das innerlich der Mensch so nicht. Denn die Wirkungsweise dieser höheren Wesensglieder ist eben anders als die Wirkungsweise irgendwelcher physischen Dinge. sehen Sie, wenn eine Lokomotive einen Wagen schiebt, so wirkt sie immer so vor sich hin an dem Orte, wo sie gerade ist. Und wenn ein Geleise dreißig Meter lang ist und die Lokomotive schiebt an, so schiebt sie in der ersten Zeit den ersten Meter, dann den zweiten und so weiter, und am fünfzehnten Meter gibt es noch keine Wirkung von der Lokomotive, wenn die Lokomotive noch nicht dort ist. So abet ist es nicht bei geistigen Dingen, sondern die geistigen Dinge wirken auch am anderen Orte, als wo sie sind. So daß in der Tat der wache Tag, der durchwachte Tag dazu benutzt wird, daß wir langsam von den Fingerspitzen und den Zehenspitzen aus unser Ich und unseren astralischen Leib hineinbringen in unseren physischen Leib und in unseren Ätherleib, aber wirken tun sie darinnen schon von Anfang an, vom Aufwachen an, so daß man innerlich das Gefühl hat, man sei von ihnen ganz ausgefüllt. Dem hellseherischen Blicke zeigt sich aber, wie auch da ein richtiger Kreislauf ist durch den Tag hindurch; der andere, der ergänzende Kreislauf findet dann die Nacht hindurch statt. Ein solcher Kreislauf findet aber auch statt — es hängt das nicht sehr stark von der Zeit ab —, wenn Sie ein Nachmittagsschläfchen machen: dann geht das auch im Kreise herum. Dann müßten Sie eigentlich richtig sich vorstellen, daß wiederum das Ich und der astralische Leib herausgehen, und daß sich das so einrichtet nach Ihrem Schlafbedürfnis. Der Schlaf weiß nämlich schon in sich, wann der Schläfer aufwachen wird. Der Schlaf ist ein Prophet, und alles geht ganz richtig in derselben Schnelligkeit, in der er sich abspielt. Sie wissen nichts davon, aber der Schlaf weiß das; der astralische Leib weiß das unter allen Umständen. Selbst dann weiß er es, wenn Sie durch irgendeine Störung kürzer schlafen als Sie wollen; selbst dann, wenn Sie also vor dem Schlafe sagen, nur eine halbe Stunde schlafen zu wollen und Sie liegen dann drei statt einer halben: da weiß der schlafende astralische Leib ganz genau, wie lange Sie schlafen werden. Er ist ein ganz genauer Prophet, weil die inneren geistigen Verhältnisse eben andere sind als die äußeren Verhältnisse, die man erlebt.
[ 2 ] This emergence of the ego and astral body from the physical and etheric bodies can be sketched like this. Let us suppose this figure to be the human being and here are the physical body and the etheric body. In the evening, when sleep begins, the ego and astral body move outwards. We will draw quite diagrammatically how the two members widen out, expand, but describe a kind of circle. In the morning, on waking, the ego and the astral body pass into the physical body again through the limbs, actually by way of the fingers and toes. The fact is that a circle is described and this statement must be taken more literally than is usually imagined. In reality, when a normal human being wakes in the morning, the picture seen by clairvoyance is not of the whole astral body and the whole ego being immediately within the physical and etheric bodies; on the contrary, ego and astral body pass only slowly and by degrees into the physical body from morning onwards until towards midday and afternoon. You will say that if this were really the case we should feel our ego and astral body moving only gradually from the tips of the fingers and toes towards the head. To very exact clairvoyant observation this is actually the case, only the person concerned does not inwardly feel it to be so, for the reason that the way in which these higher principles work is different from any kind of physical activity. You see, if a locomotive is propelling a carriage, it pushes forwards from the spot where it is at the moment. And if a railway line is, say 30 metres long and the engine is pushing forward, as long is needed for the first metre, then so long for the second, and so on, at a certain point there may be no effect from the engine if it has not yet reached thus far. But with spiritual conditions it is different; spiritual conditions are effective at other places as well as where they happen to be centred. So the waking hours of the day are used for the purpose of bringing our ego and astral body slowly into our physical and etheric bodies from the tips of our fingers and toes. But the ego and astral body begin to be active from the very beginning, from the moment of waking, so that one has the feeling of being completely filled by them. To clairvoyant sight, however, it is clear that an actual revolution takes place through the day; the complementary revolution takes place during the night. But a revolution also takes place—one that is less dependent upon time—when you have an afternoon nap. Here again the ego and astral body leave the physical and etheric bodies and the process adapts itself to your need of sleep. Sleep is a prophet and knows when you will wake although you yourself do not; your astral body under all circumstances knows it. It knows when you will wake even if as the result of some disturbance you sleep for a shorter time than you intend, even if before going to sleep you say that you want to sleep for only half-an-hour but you lie asleep for three hours instead. The astral body knows exactly how long you will sleep. It is an accurate prophet because the inner, spiritual circumstances are, in fact, different from the external circumstances experienced at the time.
[ 3 ] Daraus schon werden Sie merken, daß es etwas anderes ist, wenn man einschläft, und etwas anderes, wenn man aufwacht. Denn man war eben, wenn man aufwacht, in der geistigen Welt drinnen, und wenn man eben einschläft, kommt man aus der physischen Welt und geht in die geistige Welt hinein. Man erkennt da den Strom, den man gewissermaßen in der geistigen Welt durchschwimmt zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, aber man erlebt darinnen auch. Nur ist eben das gewöhnliche Bewußtsein nicht geeignet, das zu wissen, was man da erlebt; es wird im Unbewußten erlebt. Man erlebt aber auch da, und man erlebt sogar da auf eine ähnliche Weise, wie man bei Tag erlebt, nur auf eine viel markantere Weise, auf eine viel intensivere Weise. Es ist da nämlich folgendes.
[ 3 ] You will certainly have realised that there is a very great difference between the process of going to sleep and that of waking. When we wake we have just been in the spiritual world and when we go to sleep we pass out of the physical world and into the spiritual world. A stream bears us along in the spiritual world between sleeping and waking and we also have experiences then—experiences which are, however, wrapt in unconsciousness. We have experiences during sleep which are, in fact, similar to those of the daytime, only they are of much greater intensity.
[ 4 ] Wenn Sie bei Tag dieses wache Seelenleben beobachten, dann werden Sie darinnen zunächst haben diejenigen Erlebnisse, welche die Gedankenerlebnisse sind, die durch die verschiedenen Eindrücke des Lebens hervorgerufen werden. Die sind da. Aber da mischt sich immer hinein dasjenige, was an Erinnerungen aus dem schon vergangenen Erdenleben da ist. Versuchen Sie nur einmal zu prüfen, was sich da in allen Lebenslagen zusammenmischt aus den augenblicklichen Erinnerungen und aus dem, was da aufsteigt. Man kann ja insbesondere dadurch ein schönes Bild davon bekommen, wie sich das da durcheinandermischt, wenn man so recht darauf aufmerksam wird, wie doch das Leben in verschiedenen Augenblicken so ein recht gehöriger Brei ist, der sich zusammenmischt aus Erinnerungen und Augenblickseindrücken. Nun, das sind zwei ganz verschiedene Elemente des inneren Lebens; die Gedanken, die aufsteigen, und die Gedanken, die gewissermaßen einsteigen in die Sinne. Zwei solche verschiedenen Ströme des inneren Lebens sind nun auch während des Schlafes vorhanden. Es setzt sich nämlich während des Schlafes dasjenige fort, was hauptsächlich beim Einschlafen da ist, und dem strömt gewissermaßen fortwährend entgegen, so daß es des Morgens beim Aufwachen uns ganz entwischt, weil es gegen den Kopf hinströmt, was wir erleben beim Aufwachen (siehe die Zeichnung auf Seite 238).
[ 4 ] If you observe the soul's waking life you will find there, in the first place, the thought-experiences evoked by the various impressions made by life. But memories of the earthly life already past are always intermingled with these experiences. Try for once to consider how in every situation memories mingle with the momentary impressions made by life. In fact, if close attention is paid, one can get a picture of how, at different moments, life is a veritable hodge-podge, a mingling of memories and instantaneous impressions. There are two quite different factors: the thoughts which rise up from within and the thoughts which enter via the senses. These are quite different currents of the inner life and during sleep they are also in evidence. The stream of what is present (impressions of the daily life) on going to sleep continues during the night and perpetually flowing towards this is what we experience on waking.
[ 5 ] Diese zwei Ströme gehen einander entgegen. Die eine Strömung, deren Qualität man besonders beim Einschlafen erlebt, ist die schon erwähnte, die man bewußt und stark und kräftig durchmacht in den ersten Jahrzehnten nach dem Tode, wo man das Leben noch einmal durchlebt, aber so, daß man alles in der entgegengesetzten Art erfährt. Wie ich es Ihnen drastisch gesagt habe: daß, wenn Sie einem eine Ohrfeige versetzten, Sie nun beim Durchleben nach dem Tode nicht das erfahren, was Sie während des bewußten Erdenlebens gehabt haben an Wut, als Sie die Ohrfeige gegeben haben, an Befriedigung vielleicht dadurch, daß Sie die Wut ausleben konnten, sondern Sie machen dasjenige durch, was der andere erlebt hat bei dieser Ohrfeige, seine physischen Schmerzen und auch seine moralischen Leiden. Das würden Sie so im Bilde, nun nicht in Wirklichkeit erleben, wenn Sie bewußt fortsetzten das Leben, das Sie gerade im Anfluge haben beim Einschlafen, wo es schon dämmrig wird. Wenn man sich voll, hell bewußt da hineinlebte, dann würde man dasjenige durchleben, was das Entgegengesetzte ist des Tageslebens, aber im Bilde. In den ersten Jahrzehnten nach dem Tode erlebt man es in Realität.
[ 5 ] These two currents stream towards each other: the one stream, experienced particularly on going to sleep, is the one already mentioned, the one that is experienced consciously, vividly and powerfully during the first decades after death when life is lived through again in reverse order. As I put it to you rather drastically: if you give someone a box on the ear, then, in living through the event after death you do not experience the anger which you consciously felt on Earth when giving the blow, or maybe the satisfaction at being able to express the anger. Instead, you undergo what the other person experienced, his physical pain and also his moral suffering. This is what you would experience, but in a picture, not yet in reality, if you could consciously continue your life when it is already becoming dim at the approach of sleep. If you were to pass into sleep with full, clear consciousness, you would live through the day's experiences in reverse, but in pictures. Whereas during the first decades after death it is all experienced as reality.


[ 6 ] Die Art, wie ich das beschrieben habe, entspricht ungefähr dem Leben, das man bei Tag hat im wachen Zustande, wenn man bloß mit seinen Gedanken dem äußeren Leben hingegeben ist. Man hat aber auch die andere Strömung. Und diese andere, die hat etwas ganz Gigantisches. Man erlebt sie beim Aufwachen, wie ich es auseinandergesetzt habe. Nur hat sie etwas Beschwerliches, das man in den Tag hineinträgt und erst nach und nach überwindet; dann wird man davon frei. Wenn das mit Initiations-Anschauung ganz durchschaut wird, dann steckt in dieser zweiten Strömung das ganze menschliche Karma. Die ganze karmische Vergangenheit, sie zieht mit jedem Schlafe an dem Menschen vorüber. Während der Mensch vorzugsweise in dem, was er erleben kann beim Einschlafen, einen kleinen Vorgeschmack hat von dem werdenden Karma, das sich da ausbildet für die Zukunft, hat er, wenn er aufwacht in diesem Gefühl, das ich beschrieben habe, eine leise, allerdings eine sehr leise Empfindung von dem Karma, das er trägt. Der Moment des Aufwachens ist ein solcher, von dem man sagen muß: er bedeutet eine leise Andeutung alles dessen, was der Mensch in sich trägt von seinen vergangenen Erdenleben. Das wird allerdings aufgefangen durch alles das, durch das der astralische Leib und das Ich hindurchstrahlen, wenn sie sich von den Fingerspitzen und den Zehenspitzen aus in den Menschen hinein verbreiten. Aber es ist doch so, daß ein sehr beschwerliches Karma, ein Karma, an dem man stark trägt, die Eigentümlichkeit hat, daß es einem gewissermaßen in den Kopf hinaufstrahlt alles dasjenige, was ungesunde abgelagerte Stoffe sind, während ein gutes Karma eigentlich die guten abgelagerten Stoffe hinaufstrahlt, Und da ist es, wo Geistiges und Natürliches sich berühren. Das Gute im Karma des Menschen strahlt die gesunden Zustände des Organismus am Morgen in den Kopf hinauf, macht den Kopf frei; es dünstet nicht so viel Krankhaftes in den Kopf hinauf vom guten Karma. Vom bösen Karma, von dem Nachgebliebenen alles dessen, was wir im bösen Sinne vollbracht haben, werden alle möglichen ungesunden Ablagerungen im menschlichen Organismus zu einer Art Hinaufdünsten in den Kopf gebracht. Man spürt dann den Kopf brummig und dumpf von dem, was das böse Karma ist. Man kann schon gerade an den Zuständen, die man da am Morgen hat, bis ins Physische hinein das Walten und Weben des Karma empfinden. Und das Karma bildet sich ja aus in der Wechselwirkung von Schlafen und Wachen. Geradeso wie das werdende Karma, das sich so zusammensetzt aus dem, was wir jeden Tag bis ans Lebensende vollbracht haben, wie dieses ganze bis zum Lebensende ausgearbeitete Karma uns für die Nacht dasselbe bedeutet, wie die augenblicklich gestalteten Gedanken für den Tag, so bedeutet jenes ganz Gigantische, was uns da entgegenströmt, was wir antreffen, wenn wir sozusagen vom Abend bis zum Morgen eingeschlafen sind, die Welterinnerungen an unser vergangenes Karma. Wie wir die persönlichen Erinnerungen beim Wachen haben, so haben wir, wenn sich das Bewußtsein darüber ausdehnt, unsere karmischen Erinnerungen vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Da kommen uns entgegen die Erinnerungen an die verschiedenen Erdenleben, die wir durchgemacht haben. Bald nach dem Einschlafen kann entgegenkommen dem, der solches durch die Initiations-Weisheit, Initiations-Einsichten aufzufassen weiß, . das letzte, das vorletzte Erdenleben, und so hinauf bis zu jenen Erdenleben, die unbestimmt werden, weil der Mensch selber noch mit einem unbestimmten, traumhaften, pflanzenhaften Bewußtsein damals im All lebte. So daß der Schlaf wirklich das Fenster ist, durch das der Mensch hineinschaut in sein Karma. Er lebt sich hinein in sein Karma, und er webt weiter durch seine Taten und Gedanken, die den Inhalt seines Lebens im Wachen bilden, er webt weiter gerade während des Schlafes an der Ausgestaltung seines Karma. Das ist das erste Weben am Karma: während des Schlafes. Ein zweites Weben haben wir schon betrachtet; das geschieht in den ersten Jahrzehnten nach dem Tode.
[ 6 ] What I have described applies, approximately, to life by day in the waking state, when we are given up to outer life merely with our thoughts. But there is also the other current and this has something stupendous in it. We experience it on waking, as I have explained, but there is an element of heaviness in it which is carried into the day and is only gradually overcome; later in the day we become free of it. When this second stream is fully perceptible to Initiation vision it is seen to be a repository of the whole karmic past which passes before the human being every time he sleeps. Whereas a person can experience something of the karma that is taking shape for the future, when he wakes from sleep he has in the feeling I have described a faint, admittedly a very faint, glimpse of his present karma. The moment of waking brings a faint indication of what an individual bears within him from his past earthly lives. This is of course taken into what the astral body and the ego radiate when from the tips of the fingers and toes they spread through the body. A very burdensome karma, a karma that is difficult to bear, radiates unhealthy material deposits into the head, whereas a good karma radiates health-bringing deposits. And it is here that the spiritual and the natural make contact. The good in a man's karma radiates the healthy states of the organism into the head in the morning and clarifies it; healthy elements radiate upwards from good karma. From bad karma, from the residue of whatever guilt has been incurred, unhealthy deposits in the human organism are reduced to a kind of vapour which rises up into the head. The head then feels dull and heavy. The weaving of karma right into the physical can be perceived from the condition prevailing on waking in the morning. Karma takes shape through the alternating effects of sleeping and waking life. Now just as the karma that takes shape from what we have done every day of our life until its end, signifies in sleep during the night what the momentarily formed thoughts signify during the day, so does that mighty spectacle encountered when we have slept from evening to morning signify the cosmic memories of our past karma. Just as we have personal memories when we wake, from going to sleep until waking we have our karmic memories, if our consciousness extends so far. Memories of the different lives through which we have passed on Earth come to meet us. Soon after going to sleep there can be revealed to one who is able to understand such experiences through Initiation wisdom and Initiation insight, the last Earth-life, the last Earth-life but one and so on, right back to lives which become indefinite because the individual himself was then still living in the universal All, with a dreamlike, plant-like consciousness. Thus sleep is actually the window through which man looks at his karma. He becomes familiar with his karma and works at its further shaping during sleep through the deeds and thoughts which fill his waking life. This is the first weaving of karma: it takes place during sleep. We have already considered a second weaving that takes place during the first decades after death.
[ 7 ] Wir werden wiederum an ernster Lebensauffassung gewinnen, wenn wir in dieser Weise die Bedeutung des Schlafes vor unserer Seele stehen haben, wenn wir uns sagen, daß wir jede Nacht in den Schlaf versinken aus dem Grunde, weil wir da weben vom Einschlafen bis zum Aufwachen an der Gestaltung unseres Karma, und weil da es ist, wo unser Karma aus den vergangenen Erdenleben den Ansatz findet, um in unser Tagesleben einzugreifen. Von der Nacht aus greift allmählich das Karma in das Tagesleben des Menschen ein, und wir nehmen aus der Nacht herauf etwas ganz Bestimmtes mit in den Tag hinein. Wer sich richtig besinnen kann darauf, wie er ein besonders bedeutungsvolles Ereignis in seinem Leben durchmacht an irgendeinem Tage, und wer eine intimere, feinere Selbstbeobachtung hat, wird dann schon leicht empfinden, wenn er, sagen wir, dieses bedeutsame Ereignis seines Lebens am Nachmittage erlebt, wie er fühlen kann, daß schon vom Morgen an die Unruhe in ihm war, zu diesem Ereignisse hingestoßen zu werden. Die meisten Menschen, die so etwas empfinden können, werden eigentlich das Gefühl haben, daß sie schon vom Morgen an losgelaufen sind auf ein solches Ereignis, das eine Bedeutung hat im Leben. Die ganzen vorhergehenden Tagesstunden färbte gewissermaßen ein solches Ereignis, auch wenn es ein ganz unerwartetes, wenn es ein wirklich schicksalhaftes, unerwartetes Ereignis ist. An Tagen, an denen wir Bedeutungsvolles im Leben durchmachen, wachen wir anders auf als an Tagen, die im gewöhnlichen Trott fortlaufen. Nur beobachtet man das nicht. Die einfachen Menschen, die in bäuerlichen Verhältnissen auf dem Lande früher gelebt haben — jetzt wird das immer seltener —, die wußten von solchen Dingen, und deshalb wollten sie nicht gleich aus dem Schlafe herausgerissen werden, weil, wenn man gleich aus dem Schlafe herausgerissen wird und in das wache Tagesleben ohne einen Übergang hineinkommt, man aus solchen intimen Erlebnissen herausgerissen wird. Deshalb sagt der Bauer, man solle niemals, wenn man aufwacht, gleich ins Fenster schauen, sondern lieber vom Fenster wegschauen, damit man noch das Finstere hat, damit man noch beobachten kann, was da aus dem Schlafe heraufkommt. Der Bauer will nicht gleich ins Fenster schauen, und der Bauer liebt es auch nicht, dutch irgend etwas im Moment Schockierendes zu erwachen; er liebt es, so etwa mit dem Gang der Natur zu erwachen, mit der Kirchenglocke, die jeden Tag um dieselbe Zeit ihn aufweckt, so daß er sich schon während des ganzen Schlafes vorbereiten kann darauf. Dann dämmert ihm, die Kirchenglocke tönt langsam ins Leben hinein, und dann hat er am Morgen seine Ahnungen vom Schicksal; von den Schicksalsereignissen, nicht von den freien Willensereignissen. Das hat er gern, und er wird es hassen, auch wenn der Kulturmensch es so liebt, sich vom Wecker aufwecken zu lassen, denn der treibt einen gründlich, mit Todsicherheit aus allem Geistigen heraus, viel stärker natürlich als das Fenster, das man gerade beim Aufwachen beguckt. Aber unsere moderne Kulturentwickelung hat es ja eben durchaus in den Lebensverhältnissen mit dem Materialismus gehalten und hält es weiter. Es gibt vieles im modernen Leben, was durchaus den Menschen es unmöglich macht, das Geistige, das in der Welt webt und lebt, eigentlich zu beobachten. Je mehr der Mensch jenes Unbestimmte, man möchte sagen halb Mystische, das vom Schlaf aus in sein Leben hineinstrahlen kann, beobachtet, desto mehr kommt er zum Aufmerken auf sein Karma.
[ 7 ] We shall acquire a more serious conception of life when the significance of sleep has been grasped in this way, when we realise that we sink into sleep every night because it is then that we work at the formation of our karma, and because it is during sleep that our karma from previous earthly lives finds the way whereby it can play a part in our daily life. From the night, karma gradually enters into our daily life and we bring something quite definite with us into the day. An individual who can recollect clearly how at one point in his life a particularly significant event occurred to him, will, if he has a more intimate, finely developed faculty of introspection, easily perceive that if, let us say, this event took place in the afternoon, ever since morning an inner restlessness was impelling him towards it. Most people who can perceive something of the sort will have had the feeling that from the morning onwards they had been moving towards an event that was to be significant in their life. Such an event—if it was a really fateful although entirely unexpected event—affected all the preceding hours of the day. On days when something important is to happen to us we do not wake up exactly as we do on days that take their usual course—only we do not notice it. Those who used to lead the life of peasants on the land—such people knew about these things and did not like to be torn suddenly out of sleep, because when there is no gradual transition into the waking life of day one is wrested away from such intimate experiences. Peasants say that on waking one should never look at the window at once but away from it, so that while the light is still dim one can become aware of what is emerging from sleep. The peasant will not at once look at the window nor does he like to be startled into waking suddenly; he likes to be wakened naturally, at the same time every morning by the church bell, so that he can prepare himself for this through the whole period of sleep. Then the day dawns, the church bell sounds into his life and then, in the early morning he has inklings of his destiny, of events of destiny, not those resulting from acts of free will. This is what he likes to happen and unlike people claiming to be highly civilised he would hate to be wakened by an alarum clock, for that drives one with dead certainty away from everything spiritual—much more forcibly, of course, than the window looked at immediately on waking. But our modern culture has introduced materialism into all the circumstances of life and will continue to do so. There is a great deal in modern life which makes it impossible for men to perceive the spirit living and weaving in the world. The more aware they become of that indefinite, half mystical influence which can radiate from sleep, the more clearly is their attention directed to their karma.
[ 8 ] Und jetzt werden Sie verstehen, warum ich sagen konnte: Von Menschen, denen man im Leben entgegentritt, und wo gleich Sympathie und Antipathie aufsteigt aus dem Innern, ganz unabhängig, was sie für äußere Eindrücke im einzelnen machen, träumt man leicht. Was tut man denn da? Das sind solche Menschen, mit denen man schon in früheren Erdenleben zusammen war. Man hat also, sagen wir, am 14. Juni 1924 nachmittags dieses Erlebnis gehabt: man hat einen Menschen, der einem antipathisch sein kann, getroffen. Jetzt trägt man dieses Erlebnis, das in uns Gefühle hat aufsteigen lassen, in den Schlaf hinein. Aber da drinnen ist das Karma; da drinnen steht er, wie er im zweitletzten und im letzten Erdenleben war, da begegnet man ihm in der Gestalt des früheren Erdenlebens. Man trifft auf alles das, was man da durchgemacht hat mit dem Menschen, der da aufgetaucht ist, und der einen am Tage nur an etwas erinnert hat. Geistig leibhaftig begegnet man ihm. Kein Wunder, daß man zunächst von ihm träumt; mit dem gewöhnlichen Bewußtsein kann man nichts anderes tun. Trifft man aber einen Menschen zum ersten Mal im Leben, da mögen einem die Nase, die Augen schön oder häßlich sein, einen noch so stark interessieren: schläft man jetzt ein, man trifft ihn nirgends, denn man war in früheren Erdenleben nicht mit ihm zusammen. Kein Wunder, daß man nicht von ihm träumen kann! Sie sehen, wie dergleichen durchsichtig wird, wenn man geistig sachgemäß beobachtet.
[ 8 ] And now you will understand why I was able to say that we readily dream of individuals whom we meet in life and to whom we at once feel drawn or the reverse, quite independently of whatever outer impression they make. What is happening in such cases? These are individuals with whom we were together in earlier lives on Earth. Let us say that in the afternoon of 14th June, 1924, we have had the experience of meeting someone we perhaps dislike. We now carry into sleep the experience that gave rise to the feeling of dislike. But there, in sleep, the karma is revealed; this person stands before us as he was in the last earthly life or in the last but one, and so on; we meet him as he was in his earlier life. We encounter everything we experienced in connection with this individual who has now appeared and who simply reminded us of something—we meet him as a bodily figure, but in a spiritual way. No wonder that we begin to dream of him; with ordinary consciousness we cannot do otherwise. But if we come across an individual for the first time, however beautiful or ugly his features may be or however strongly he interests us, in our sleep we never meet him, for he was never with us in earlier lives on Earth. No wonder we cannot dream of him! You see how transparent such things become when he facts are examined spiritually.
[ 9 ] Nun, das, was sich da abspielt zwischen Schlafen und Wachen in der Karmabildung, das kann normal verlaufen, richtig normal verlaufen; dann wird der Mensch erleben, wie sich sein Schicksal gestaltet als Erfüllung desjenigen, was er in früheren Erdenleben sich angehängt hat. Oder aber er wird erleben, welchen späteren karmischen Wert jene Dinge haben, die er denkt oder tut in diesem Erdenleben. Es wird sich in der Regel in dem, was der Mensch denkt oder handelt, ausleben. Aber es kann noch etwas anderes auftreten.
[ 9 ] Now what transpires between sleeping and waking in the forming of karma may follow a normal, perfectly normal course. Then a man will experience how his destiny takes shape as the fulfilment of what he brought upon himself in earlier earthly fives. Or he will experience the ultimate karmic value of what he thinks or does in this present fife. It will as a rule live itself out in what he thinks or does. But something quite different may come about.
[ 10 ] Sehen Sie, man kann irgend etwas in einem Erdenleben vollbracht haben, das ein schwerwiegendes Tun oder Denken ist. Also nehmen wir an, irgendein Mensch, der heute auf der Erde lebt, hätte in einem früheren Erdenleben irgend etwas Schwerwiegendes vollbracht. Dasjenige, was sich als karmisches Ergebnis herausstellt, lebt nicht im physischen Leibe, den man von den Eltern bekommen, auch nicht im Ätherleibe, den man von den Eltern bekommen, sondern es lebt im astralischen Leibe und im Ich; es lebt in dem, was in der Nacht drauBen ist außer dem physischen und ätherischen Leib. Aber nehmen wir an, es habe dasjenige, was da karmisch auf dem Menschen lastet, etwas so Starkes, daß es nicht warten kann bis zu jenem Lebensalter, wo der astralische Leib schwach sein darf, weil im hohen Alter Muskeln und Knochen schon brüchig geworden sind. Nehmen wir an, nicht wahr, die normale Lebenszeit eines Menschen ist siebzig Jahre, — das Patriarchenalter. In diesen siebzig Jahren, die der Mensch auf der Erde leben kann normalerweise, macht ja auch der Astralleib und macht das Ich eine Entwickelung durch. Beim Kinde ist der astralische Leib so, daß er stark wirken, kräftig wirken kann auf den ganzen physischen und ätherischen Organismus; er kann beim Kinde gewissermaßen einhämmern auf Muskeln und Knochen. Das kann er im Alter nicht mehr; da wird der Astralleib auch verhältnismäßig schwach. Das Ich wird stärker, aber es zieht sich in den schwächeren Astralleib zurück und wirkt so auch schwächer; doch liegt dies namentlich am Astralleib, der im Alter nicht mehr richtig geeignet ist, einzuhämmern auf Muskeln und Knochen. Nun denken Sie, es lebte also jemand gegenwärtig, sagen wir, im zwanzigsten Jahrhundert, und er habe früher gelebt im vierzehnten, im elften Jahrhundert. Da aber, als er im elften Jahrhundert gelebt hat, da habe er eine recht schwerwiegende Tat vollbracht, eine Tat, die stark, stark Eindrücke machte auf den astralischen Leib; jetzt steckt das als Ergebnis im astralischen Leib drinnen. Wenn der Mensch im zwanzigsten Jahrhundert wiederkommt, will es sich ausleben, will von diesem astralischen Leib aus die Anregung geben, sich auszuleben. Ja, wenn dasjenige, was von dem Erleben im elften Jahrhundert kommt, so schwerwiegend ist, daß es sich nicht begnügen kann mit einem schwachen, alt gewordenen astralischen Leibe, der kaum noch die Beine vorwärts bewegen kann zu großen Taten, dann muß es einen astralischen Leib benutzen im früheren Lebensalter. Und wenn das Ereignis so wichtig war, daß es alle anderen Lebensereignisse überstrahlt, so muß es viel zusammendrängen in dem jugendlichen Alter des astralischen Leibes. Was heißt das? Das heißt nichts anderes, als: der Mensch wird eine kurze Lebensdauer haben in der Inkarnation, die im zwanzigsten Jahrhundert eintritt. Hier sehen Sie, wie die Lebensdauer bestimmt wird durch die Art und Weise, wie im astralischen Leibe verankert sind die Ergebnisse früherer Erdengedanken, Erdentaten. Die sind im astralischen Leibe verankert.
[ 10 ] Suppose a man who is living on the Earth today achieved in deed or thought something of real importance in an earlier life. The karmic result of this does not lie in the physical body or in the etheric body which are inherited from the parents, but it lies in the astral body and ego—the members which are outside the physical and etheric bodies during sleep at night. But suppose that this karmic load has such strength that it cannot wait until the age of life when the astral body may be weak, for in old age muscles and bones have already become brittle. Let us take seventy years—the patriarchal age—to be the normal length of a man's life on Earth. In these seventy years man's astral body and ego also undergo development. The astral body of a child can work strongly and forcefully upon the whole physical and etheric organism; it can hammer, as it were, upon muscles and bones. In old age this is no longer possible, for the astral body then becomes relatively weak. The strength of the ego increases but it withdraws into the weaker astral body and hence works with less power. The astral body, however, is particularly responsible here, for in old age it is no longer able to hammer effectively upon muscles and bones. Now imagine that someone is living at the present time, in the twentieth century, having lived before in the fourteenth or eleventh century. During his life in the eleventh century he performed a really significant act, one that made very strong impressions on the astral body. The ensuing result remains in the astral body and when the man comes again in the twentieth century it wants to be finally fulfilled and from this astral body to give the necessary stimulus. When the result of the experience in the eleventh century is of such significance that it cannot make use of a feeble, aged astral body hardly capable of performing important deeds, then it must use an astral body in the early years of life. And if the event has been so important as to eclipse all other events of life, a great deal must be compressed into the period while the astral body is still youthful. What does this mean? It means that the individual concerned will have a short life in the twentieth-century incarnation. Here you see how the length of life is determined by the consequences of former earthly thoughts and deeds being anchored in the astral body.
[ 11 ] Nun gehen wir weiter. Sehen Sie sich einmal einen solchen Astralleib an, der geradezu aufgebauscht wird durch wichtige Lebenstaten in irgendeinem früheren Erdenleben, namentlich durch böse Lebenstaten; die bauschen den Astralleib auf, so daß dieser astralische Leib stark auf den physischen Leib und auf den Ätherleib einschlägt. Dieses Einschlagen ist nicht gesund. Nur ein gewisses normales Verhalten des astralischen Leibes zu dem physischen und dem Ätherleibe ist gesund. Das starke Einschlagen, das zum Beispiel durch ein böses Karma bewirkt werden kann, das zerhämmert die Organe, das zermürbt die Organe, das bewirkt Krankheiten in den Organen. Jetzt haben wir das zweite. Solch ein entsprechendes Tun oder Denken im elften Jahrhundert kann den Astralleib aufbauschen, dadurch über den Menschen den Tod im frühen Lebensalter verhängen. Aber durch dieses Zusammenbauschen wird der Mensch außerdem noch krank; der Mensch ist krank vielleicht an schwerer Krankheit, er stirbt infolge dieser Krankheit. Das ist physisch gesprochen. Denn wenn wir sehen, was da vorgeht im physischen Leibe des Menschen, dann sagen wir: Der Mensch ist krank, und die Krankheit läuft in den Tod aus, der Mensch stirbt; er wird mit fünfundzwanzig Jahren krank und stirbt mit dreißig Jahren infolge der Krankheit.
[ 11 ] We now go further. Think, for instance, of an astral body that is positively inflated as the result of important deeds—particularly evil deeds—in an earlier incarnation; such deeds inflate the astral body and it makes a strong impact upon the physical and etheric bodies. This strong impact is not healthy; only a certain normal relation of the astral body to the physical and etheric bodies is healthy. The strong impact which can, for instance, be caused by bad karma, batters the organs, softens them and causes disease. Now comes the second incarnation. Such action or thinking in the eleventh century can inflate the astral body, thereby condemning the individual to death at an early age. But he may fall ill in any case, apart from this violent impact; he may have a severe illness and die from it. That is the physical aspect. For when we see what is going on in the person's physical body, we say: he is ill and the illness ends in death; he falls ill at the age of twenty-five and dies at thirty in consequence of the illness.
[ 12 ] Ist das auch geistig gesprochen? Ist das auch im Sinne der Initiations-Wissenschaft gesprochen? Nein. Da muß ja das Gegenteil gesagt werden. Da wird gerade das schwerwiegende Erlebnis, das der Mensch tut oder denkt, der Tod für das nächste Erdenleben; die Tat im elften Jahrhundert wird der Tod für das zwanzigste. Und der Tod schiebt sich die Krankheit voraus. Man wird krank, auf daß man im richtigen Momente sterben könne. Die Folge des späteren Todes, der karmisch eintreten muß, ist, wie Sie jetzt sehen, die vorausgeschobene Krankheit. Das ist geistig gesprochen. Es kehrt sich eben, wenn man von der physischen Welt in die geistige aufsteigt, eigentlich alles um, es nimmt den umgekehrten Verlauf, und wir sehen, wie auf diesem Wege in den Menschen karmisch die Krankheit hereingebracht wird. Das ist die karmische Seite der Krankheit. Diese karmische Seite der Krankheit, sie kann schon außerordentlich wichtig sein auch für das Diagnostizieren. Man braucht ja nicht gleich sich mit dem Patienten darüber zu unterhalten, aber wichtig kann es doch sein. Wenn Sie bedenken, daß, was im Karma liegt, geradezu lokal bestimmt ist, dann werden Sie schon darauf kommen müssen.
[ 12 ] Is this also the spiritual aspect? Is this also what would be said by Initiation Science? No! Initiation Science would say the opposite. For it is precisely the earlier significant action or thought that brings about the death in the next earthly life; the deed in the eleventh century brings about the death in the twentieth century. And the death sends the illness on in advance ... a man becomes ill so that he may die at the right moment. The consequence of the later death, which is a karmic necessity, is, as you now realise, the illness which is sent in advance. That is the spiritual aspect. When one rises from the physical world to the spiritual world everything is in fact reversed; it takes the opposite course and we see how the illness is karmically brought into man. That is the karmic aspect of illness. This karmic aspect of illness can be an extremely important factor for diagnosis. It need not immediately be discussed with the patient but it may certainly be important. If you bear in mind that what is contained in karma has its own definite place, you will certainly discover it.
[ 13 ] Sehen Sie, wenn in einer unmittelbar vorhergehenden Inkarnation, sagen wir, im elften Jahrhundert, einem Menschen oder einer Sache gegenüber das bedeutsame Ereignis im Tun und Denken da war, so trifft man ja beim Hinausgehen in den Schlaf dasjenige, was im elften Jahrhundert da war, früher an als das, was man antrifft aus einer noch früheren Inkarnation, sagen wir zum Beispiel aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert. Man trifft so nach und nach dasjenige, was man da in vorigen Erdenleben durchgemacht hat. Aber sehen Sie (es wird auf die Zeichnung hingewiesen), wenn man hier eintritt, so ist, was man zuerst da trifft, dasjenige, was den Weg von hier bis hierher gemacht hat; das, was früher da war, hat nur den Weg von hier bis hierher gemacht. Das Karma kommt einem ganz entgegen; das deutet aber darauf hin, daß dasjenige, was hier oben ist, von dem da unten kommt, das, was hier unten ist, vielleicht vom Herzen kommt; das aber, was ganz unten ist im Organismus, was in der vorhergehenden Inkarnation durchgemacht ist, vom Kopfe kommt. Man kann also aus dem Karma, wenn man durchschaut, wie weit zurück die maßgebenden Ereignisse liegen, bei auftretenden Krankheiten sagen: Was krankhaft an den Beinen auftritt, das ist aus verhältnismäßig kurz zurückliegenden Erdenleben, was krankhaft im Kopfe auftritt, aus verhältnismäßig weit zurückliegenden Erdenleben. So daß man also da schon den Übergang vom Geistigen ins Physische auch nach dem Karma beurteilen kann.
[ 13 ] Now if the significant incident, action or thought affecting another human being or some particular matter occurred in an immediately preceding incarnation, let us say in the eleventh century, when we are asleep we encounter what took place in that century before anything dating from a still earlier incarnation, let us say in the second century B.C. Thus we gradually encounter what has happened to us in earlier earthly lives. But if one begins here (pointing to the sketch) then what is encountered first is what has made the way from here to here. The karma comes to meet us; but this means that what is above here has come from what is below, perhaps from the heart; something that is low down in the organism and was affected in the previous incarnation comes, however, from the head. In the case of illness, therefore, when we see how far back the influential events lie, karma can indicate to us that an affection, let us say, of the legs, comes from incarnations in the relatively near past, whereas a symptom of illness in the head comes from incarnations in the relatively far distant past. Thus the transition from the spiritual into the physical can also be indicated by karma.


[ 14 ] Nun, wesentlich ist aber das, was daraus folgt für das Therapeutische. Wo wird man denn die Heilmittel für dasjenige suchen müssen, was im Kopfe krank ist, und wo wird man die Heilmittel suchen müssen für dasjenige, was in den Beinen krank ist? Für das, was im Kopfe krank ist, muß man die Heilmittel suchen in dem, was möglichst weit zurück in der Naturentwickelung schon da war, — bei dem also, was erinnert an frühere Naturprozesse, sagen wir zum Beispiel bei den Pilzen, die in ihrer jetzigen unvollkommenen pflanzlichen Gestalt gewissermaßen wiederholen dasjenige, was frühere Pflanzenbildung war, oder bei den Algen und Flechten, oder an den vollkommenen Pflanzen bei den Wurzeln, die dasjenige sind, was in frühester Periode zurückbleibt. Das, was im Unterleibe, im Unterleib mehr nach der Peripherie zu gelegen, krank ist, wird man heilen müssen mit dem, was später in der Naturentwickelung aufgetreten ist: mit den Blüten, mit den Blütenpflanzen, oder auch aus dem mineralischen Reich mit dem, was später aufgetreten ist. Alles das, was am Menschen spät aufgetreten ist, muß man auch mit spät in der Natur Aufgetretenem heilen. Das geht bis in die Einzelheiten hinein. Natürlich sind auch im Kopfe Organe, die verhältnismäßig spät aufgetreten sind. Der Mensch lebte in der Erdenentwickelung, als die Erde noch Mond- und Sonnenentwickelung war, ohne die heutigen Augen, überhaupt ohne die Sinnesorgane, obzwar die Sinnesorgane in ihrer ersten Anlage schon während der alten Saturnentwickelung vorhanden waren. So wie sie jetzt sind, daß sie die Außenwelt innen widerspiegeln, haben sie sich verhältnismäßig spät entwickelt, gleichzeitig mit dem Auftreten zum Beispiel des Kieseligen auf der Erde in seiner jetzigen Form. Kiesel ist in der Naturentwickelung, so wie es heute ist, natürlich in der Anlage weit zurückgehend, in der Natur ein Spätprodukt; die Geologie wirft da alles durcheinander und weiß nicht, wie sich die Dinge verhalten. Daher wirkt Kieselsäure, wenn man sie richtig als Heilmittel anwendet, auf alles das, was Sinnes- und Nervensystem, namentlich Sinne ist, durch den ganzen menschlichen Organismus durch. Die Sinne sind in ihrer heutigen Form ganz zuletzt gebildet in einer Zeit, als auch die Gesteine, in denen Kieselsäure ist, sich in ihrer heutigen Form gebildet haben. Wir waren einfach unserem Karma nach in unserer ersten Inkarnation, die überhaupt noch Inkarnation genannt werden kann, wo wir noch mit unserem ganzen Leibe mehr aufgegangen sind in der Natur, mit anderen Formen des Pflanzen- und Tierlebens zusammen, die heute Nachfolger haben. So schauen sie nicht aus, die Pilze und die Pflanzenwurzeln, wie sie damals ausgeschaut haben, aber in gewisser Weise ist dasjenige, was heute vorhanden ist in den Pilzen, Flechten, Algen, in den Pflanzenwurzeln, ähnlich dem, was wir damals durchgemacht haben in unserer ersten maßgebenden Inkarnation. Bei all dem, was in den Blüten und Blütenpflanzen und in den gleichwertig ausgebildeten Mineralien heute vorhanden ist... (Lücke in der Nachschrift). Ich führe Ihnen dieses nur an, damit Sie sehen, wie eine richtige Karmabetrachtung auch ganz entsprechend in die Naturentwickelung hineinführt. Und aus der Beziehung der Natur zu dem Menschen kann man schon aus dem Karma heraus erkennen, wie man heilen muß. Alles im Leben muß schließlich so erweitert werden, daß es in die Geisteswissenschaft allmählich einläuft. Denn alles andere ist Tappen und Tasten im Leben, wie ein Hinleben in geistiger Finsternis, und das hat die Menschheit in die gegenwärtige Lage hineingebracht. Will die Menschheit wieder aus ihr herauskommen, so muß sie auch ins Helle sich hineinarbeiten; das heißt, das Physische muß sich erweitern zum Geistigen. Und durch nichts kommt man, ich möchte sagen, so sachgemäß ins Geistige hinein als gerade durch alles das, was man über das Karma sich vorstellen kann.
[ 14 ] What results from this is extremely important for therapy. For where must we seek the remedy for illness affecting the head and for illness affecting the legs? The remedy for illness affecting the head will be found in what existed far, far back in the evolutionary process of Nature, in what is reminiscent of very early Nature-processes, for instance, mushrooms, which in their present imperfect form recapitulate an earlier plant formation, or in algae and lichens, or, in the case of the fully developed plant, in the root, since that is the part that has remained at the earliest stage. Illness in the lower body and more towards its periphery will have to be healed with what appeared at a later stage in the evolution of Nature, namely, blossoms, flowering plants or also with later formations in the mineral kingdom. Whatever is a late development in man must be healed with what is also a late development in Nature. In the head, too, there are, of course, organs which are comparatively late formations. When the Earth was still recapitulating the Moon-evolution and Sun-evolution, man existed without his present eyes, in general without sense-organs, although the first rudiments of them were already present during the Saturn-evolution. As they are today, mirroring the outer world inwardly, they are a relatively late product of evolution, appearing at the same time, for instance, as siliceous substance in its present form on the Earth. Silica as it is today is a late product in the evolution of the world of Nature, although its rudiments were laid in the far, far past. Hence when silicic acid is correctly administered as a remedy it acts upon everything belonging to the nerves-and-senses system, especially the senses, through the whole organism. In their present form the senses developed in an age when rocks containing silica also appeared in their present form. In the first incarnation which can still be called an incarnation, when with our whole bodily make-up we were a more integral part of Nature, we lived, simply in accordance with our karma, an existence shared with different forms of plant and animal life, the successors of which are here to-day. The mushrooms and the roots of plants are unlike what they were in that early epoch but in a certain way what is present to-day in the mushrooms, lichens, algae and roots of plants is reminiscent of the conditions prevailing in our first definite incarnation. In the blossoms and flowering plants of today and in minerals at a corresponding stage ... (a gap in the transcript here). I bring this before you only to show how a true observation of karma leads to stages in the evolution of Nature. And from the relation of Nature to Man we can recognise how to heal. Every branch of life must ultimately be widened in such a way that it gradually becomes spiritual knowledge. Everything else is so much groping and fumbling, an existence in spiritual darkness, and it is this that has brought mankind into the present situation. If men are to emerge from it again they must grasp the reason for it in clear consciousness, that is to say, knowledge of the physical must be widened to knowledge of the spiritual. And nothing can lead more positively to realisation of the spiritual than the study of karma.
[ 15 ] Wenn man so sich vorstellt,wie aus dem Schlafe heraus die Karmabildung webt, wie sie wieder hineinwebt durch den Schlaf beim Einschlafen, wie die normale Karmabildung den Menschen zu Taten treibt, seine Taten wiederum aufnimmt in das Karma, und der Mensch dabei das gewöhnliche Karma des Lebens lebt, oder wenn man anschaut,wie das Leben zusammengeschoben werden muß, der Mensch früher sterben muß, daher das Karma den astralischen Leib, den es stark in Anspruch nehmen muß aus früheren Taten, aufbauscht, was zu dem Krankwerden des Menschen beiträgt: überall zeigt sich, wie das Karma wirkt. Oder nehmen wir an, der Mensch hat einen Unfall und wird dadurch krank. Dann wirkt unter Umständen ein solcher Unfall, der karmisch bedingt sein kann, aber nicht sein muß, im weitern karmischen Verlaufe durch die folgenden Erdenleben hindurch. Krankheit kann auch der Anfang von Karma sein. Da wiederum wird man wahrnehmen, daß solche Krankheiten, die der Anfang von Karma sind, das Einschlafen unangenehm machen, namentlich erschweren. Aber wenn Krankheiten der Anfang von Karma sind, dann haben sie ja eigentlich etwas 'Tröstendes. Und das müssen wir uns gegenüber manchen Krankheiten durchaus sagen: Krankheiten, die erfülltes Karma sind, die für das Aufwachen unangenehm sind, die sind dasjenige, was auf vorhergehende, frühere Erlebnisse hinweist; Krankheiten, die werdendes Karma sind und die unangenehm beim Einschlafen sind, die uns nicht einschlafen lassen, die sind der Anfang von gutem Karma. Denn das wird ja ausgeglichen, was man in einer solchen Krankheit erleidet. Man hat jetzt den Schmerz, und nachher hat man sozusagen die Ausgleichung für den Schmerz, das erhebende und freudige Erleben. Da nimmt sich auch wiederum manches im Leben gegenüber der geistigen Betrachtung anders aus als gegenüber der physischen. Für das physische Erleben ist es manchmal recht schmerzlich, nicht einschlafen zu können; eine richtige Betrachtung des Geistigen kann einen darüber dann hinwegtrösten. Und wenn man nicht das momentane physische über das geistige Leben des Menschen stellt, so kann man eigentlich sagen: Gott sei Dank, daß ich so oftmals Schwierigkeiten habe mit dem Einschlafen, denn das beweist mir, daß ich im künftigen Erdenleben viel Erhebendes erleben werde; da will von meinem jetzigen Erdenleben viel hineinkommen in das folgende Erdenleben. — Schlaflosigkeit kann manchmal ein guter Tröster sein, und wäre nicht Schlaflosigkeit aus dem Geistigen heraus karmisch etwas Gutes, dann würde Schlaflosigkeit den Menschen viel mehr schaden. Denn manche Menschen erzählen einem ganze Legenden von ihrer Schlaflosigkeit, so daß man äußerlich-medizinisch das Urteil aussprechen könnte: Wieso lebt dann der Mensch noch? — Zum normalen Leben ist normaler Schlaf notwendig. Nun erzählen einem die Menschen, wie lange sie nicht geschlafen haben. Man muß dann erstaunt sein darüber, daß sie noch leben, denn sie müßten eigentlich tot sein, sie sind es aber nicht. Aber da wirkt jenes frische Geistige, das, vom Ich gehalten, in das Leben hineinwirkt, als ausgleichend. Und wenn man ein wenig das Leben überschaut, dann ist ja auch zuweilen der wirkliche ruhige Schlaf nach hartem Lebenskampf und harter Lebensarbeit zu ertragen; aber zu liegen in vollständiger Ruhe ohne zu schlafen und beim völligen Wachsein gewissermaßen die Nacht ruhig wachend zu verbringen, das ist dasjenige, was dennoch das Entzückendere ist, gerade weil es in den Willen gestellt ist, weil da der Mensch sich gerade in das Ewige mehr und mehr hineinlebt. Nur muß es eben in den Willen gestellt sein. Es darf nicht, wenigstens der Hauptsache nach, von dem bloß Physiologischen abhängen. Aber dennoch, für schweres Einschlafen und Schlaflosigkeit gibt es schon einen karmischen Trost, denn es weist eigentlich hin auf das künftige Karma, weist hin auf die Zukunft in bezug auf gewisse Dinge.
[ 15 ] When we picture how the forming of karma proceeds from sleep, how again it passes into and through sleep, how the normal forming of karma impels a man to action, makes his action again subject to karma and how he thus lives out the ordinary karma of life—from all this we see how karma works. When again we see how the life of an individual is shortened and he dies at an early age, indicating that karma has inflated his astral body and must make strong demands upon it as the result of past deeds, thus contributing to illness—everywhere the working of karma is in evidence. Or let us suppose a man has an accident and is ill as a result; then, under certain circumstances, such an accident—which is possibly, but not necessarily, determined by karma—can continue to be a factor in the further course of karma through the following lives on Earth. Illness may also be the beginning of karma and then it will be found that such illnesses make going to sleep an unwelcome and difficult process. But when illnesses are the beginning of karma they have something consoling about them. In the case of many illnesses the following must be said: illnesses that are a fulfilment of karma, that make waking unpleasant, point to previous experiences; illnesses that are an augury of future karma and make going to sleep an unwelcome and difficult process are the beginning of good karma. For there will be compensation for what is suffered in such an illness. We have the pain now and afterwards the compensation for the pain, the uplifting, joyous experience. A great deal in life looks different when viewed from the spiritual and not from the physical standpoint. It is sometimes a thoroughly painful physical experience not to be able to sleep, but true observation of the spiritual aspect can be comforting. And if we do not value the momentary physical effect above the spiritual life we can actually say: Thank goodness that I so often have difficulty in going to sleep, for that is a sign that I shall experience much that will be uplifting in my future earthly life; a great deal from my present life will pass into the next one. Sleeplessness can sometimes be a good comforter and if it were not karmically beneficial in its spiritual aspect, it would be much more harmful than it actually is. Many people tell one such legends about their long bouts of sleeplessness that from the medical point of view one might well ask how comes it that they are still alive! Normal sleep is essential for normal life. People tell one for how long they have not slept; one can only wonder that they are still alive for they really ought to be dead and yet they are not! But in such circumstances the vivifying spiritual element contained in the ego penetrates into life as compensation. To a brief survey of life it is obvious that really restful sleep after hard struggles and hard work is also at times desirable. But to lie in complete restfulness without sleeping and to pass the night quietly and fully awake is nevertheless the more desirable because when it is done of set purpose a person then becomes more and more aware of the Eternal. But the will must be in operation; the condition must not, in essentials at least, be due to physiological causes. Nevertheless there is karmic consolation for difficulty in going to sleep and in sleeplessness, for this really points to future karma, points to the future in certain respects.
