Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume V
GA 239
14 June 1924, Wrocław
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Esoteric Considerations of Karmic Connections V, tr. SOL
Fünfzehnter Vortrag
Fifteenth Lecture
[ 1 ] Sie haben schon aus mancherlei Betrachtungen, die im Zusammenhange mit der Schicksalsbildung des Menschen, der Karmabildung stehen, ersehen können, daß eigentlich dieses Menschenleben unvollständig betrachtet wird, wenn man nicht das Schlafleben einbezieht in die Selbstbeobachtung. Aber das Schlafleben bleibt ja eigentlich aus dem Bewußtsein draußen. Wenn sich der Mensch gewöhnlich in seinem nun einmal ihm im heutigen Zeitenleben eigenen Bewußtsein auf sich selbst besinnt, so sieht er zurück und sieht eigentlich nur die Tage; er läßt, da sie unbewußt verlaufen, die Nächte weg. Es bleibt also bei normalen Schläfern, da wir heute keine Siebenschläfer sind, ein Drittel des Lebens weg. Für die Betrachtung aber des Übersinnlichen, des Anteils des Menschen an der geistigen Welt, ist gerade dieses Drittel von einer ungeheuren Bedeutung. Wir wollen einmal durch die paar Striche, die man da machen kann, schematisch hinstellen, was eigentlich gemeint ist (es wird gezeichnet). Wenn jemand ein bestimmtes Alter erreicht hat, so schaut er zurück zunächst auf den ersten Tag, an den er sich erinnert, stückelt dann an das, was dazwischen liegt, den zweitletzten Tag an, den drittletzten Tag und so weiter, so weit, als er sich eben erinnert. Da bleiben die Nächte dazwischen, die läßt der Mensch unberücksichtigt. Er erinnert sich nicht so, daß er sich sagt: Da sind ja immer Zwischenzeiten. — Das müßte er eigentlich tun. Im heutigen Leben kommt auch der Mensch nicht zu einer so genauen Rückschau. Er beachtet das Leben viel zu wenig, um zu einer so genauen Rückschau zu kommen. Aber wenn er dazu kommen würde, so würde er gerade durch das, was er da in der Rückschau nicht sieht, was ihm fehlt für sein Leben, eine Anleitung, eine Hinweisung haben auf das Karma. Und gerade die Schlafbeobachtung, die gibt bedeutsame Hinweise auf das einzelne, individuelle Karma. Man muß nur einmal wirklich sich darauf einlassen, zu beachten, wie verschieden die zwei Momente sind im menschlichen Leben: der des Aufwachens, der des Einschlafens. Diese Verschiedenheit kann man mit dem gewöhnlichen Bewußtsein gefühlsmäßig bemerken, aber die Initiationswissenschaft kann erst ein Licht verbreiten über dasjenige, was da gefühlsmäßig verschieden auftritt. Besonders verschieden erweist sich ja der Moment des Aufwachens und der Moment des Einschlafens bei etwas kranken oder kränklichen Menschen. Die haben bemerkt, leichter als die Gesunden, daß der Moment des Einschlafens etwas hat von einem leisen Lustgefühl, oftmals wenigstens. Der Moment des Aufwachens, wenn der Mensch sich in sich selbst zurück fühlt, hat etwas von einem leisen Unbehagensgefühl. Der Moment des Aufwachens ist eigentlich nur dann von Freude begleitet, wenn der Mensch gleich auf die äußere Welt aufmerksam wird und wenn die Außenwelt in seinem Bewußtsein übertönt dasjenige, was in ihm aufsteigt. Der Moment des Aufwachens hat ja etwas Dämmerhaftes für viele Menschen; auch der Moment des Einschlafens. Aber im Moment des Einschlafens hat der Mensch das Gefühl, daß er die Tagesereignisse, die er erlebt hat, so ein wenig mitschleppt, daß sie sich dann nebulos und nebuloser gestalten und er sie sozusagen verläßt; sie werden ihm immer leichter. Der Moment des Aufwachens hat etwas von einem Schweregefühl, von einem Gefühl, daß man sich erhebt wie aus gewissen Tiefen, aus denen man heraufsteigt und aus denen man etwas mitnimmt, was man in den Tag hineinträgt, was man im Tage erst abschleift, wodurch gerade das Rückerfühlen in sich beim Aufwachen etwas Unbehagliches haben kann. Wir haben eine unbehagliche Geschmacksempfindung, was bis in ein unbehagliches Empfinden eines dumpfen Kopfes hineingehen kann. Gewiß, der Mensch unterscheidet gewöhnlich nicht diese feineren Erfahrungen, die er an sich machen kann, aber gerade diese feineren Erfahrungen, die er an sich machen kann, deuten auf vieles im gesamten menschlichen Leben in einer sehr deutlichen Weise hin. Was geht denn mit dem Menschen eigentlich vor? Wir beschreiben ja ganz richtig, von einem gewissen Gesichtspunkte aus sehr genau dasjenige, was mit dem Menschen vorgeht: Im Bette bleibt liegen der physische und der ätherische Leib, heraus gehen in die geistige Welt beim Einschlafen das Ich und der astralische Leib; wiederum hinein gehen in den physischen und ätherischen Leib am Morgen beim Aufwachen das Ich und der astralische Leib. Aber wie vollzieht sich denn das? Gerade um in der Karmabetrachtung weiterzukommen, wollen wir uns heute einmal deutlich vor die Seele stellen, wie sich diese Sache eigentlich vollzieht, die wir mit einem gewissen Rechte zunächst etwas abstrakt beschreiben.
[ 1 ] You have already been able to see from various considerations related to the shaping of human destiny and the formation of karma that this human life is actually viewed incompletely if one does not include the life of sleep in one’s self-observation. But sleep actually remains outside of consciousness. When a person reflects on themselves in the consciousness that is characteristic of modern life, they look back and see only the days; since the nights pass unconsciously, they are left out. Thus, for normal sleepers—since we are not hibernators today—one-third of life is left out. But for the consideration of the supersensible, of the human being’s participation in the spiritual world, it is precisely this one-third that is of immense significance. Let us schematically illustrate what is actually meant using a few simple lines (a drawing is made). When someone has reached a certain age, they first look back to the first day they can remember, then piece together what lies in between—the second-to-last day, the third-to-last day, and so on, as far back as their memory extends. The nights in between remain; people leave them out of consideration. They do not recall things in such a way that they say to themselves: “There are always intervals in between.”—They really ought to do that. Even in today’s life, people do not manage to look back with such precision. They pay far too little attention to life to be able to look back with such precision. But if they were to do so, it would be precisely through what they do not see in that retrospective—what is missing from their life—that they would gain a guide, a clue to their karma. And it is precisely the observation of sleep that provides significant clues to one’s individual karma. One need only truly engage with this once, observing how different the two moments are in human life: that of waking up and that of falling asleep. This difference can be sensed intuitively with ordinary consciousness, but only the science of initiation can shed light on what appears to be intuitively different there. The moment of waking and the moment of falling asleep prove to be particularly different in people who are somewhat ill or frail. They have noticed, more easily than healthy people, that the moment of falling asleep has something of a gentle sense of pleasure about it—at least often. The moment of waking, when a person feels drawn back into themselves, has something of a gentle sense of unease about it. The moment of waking is actually accompanied by joy only when a person immediately becomes aware of the external world and when the external world in their consciousness drowns out what is rising within them. For many people, the moment of waking has a twilight-like quality; so does the moment of falling asleep. But at the moment of falling asleep, a person has the feeling that they are carrying the day’s events they have experienced along with them just a little, that these events then become increasingly nebulous and hazy, and that they, so to speak, leave them behind; they become lighter and lighter for them. The moment of waking has something of a feeling of heaviness to it, a sense of rising as if from certain depths, from which one ascends and from which one takes something with them—something they carry into the day, something they only gradually shed during the day—which is precisely why the sensation of feeling oneself again upon waking can be somewhat uncomfortable. We have an unpleasant sensation in the mouth, which can extend into an unpleasant feeling of a dull head. Certainly, people do not usually distinguish these finer experiences they can have within themselves, but it is precisely these finer experiences that point to many aspects of human life as a whole in a very clear way. What is actually happening to a person? We do, in fact, describe quite correctly—and from a certain point of view, very precisely—exactly what happens to a person: the physical and etheric bodies remain in bed, while the “I” and the astral body go out into the spiritual world upon falling asleep; in turn, the “I” and the astral body return to the physical and etheric bodies in the morning upon waking. But how does this actually take place? Precisely in order to make progress in our consideration of karma, let us today clearly visualize in our minds how this process actually takes place—a process that we have, with some justification, described somewhat abstractly at first.


[ 2 ] Sehen Sie, dieses Herausgehen des Ich und des astralischen Leibes aus dem physischen und dem Ätherleibe kann man schematisch in der folgenden Weise hinzeichnen (es wird gezeichnet). Wir nehmen an, das sei der Mensch. Wenn das der physische Leib und der Ätherleib ist, so gehen am Abend beim Einschlafen das Ich und der astralische Leib so heraus, daß sie sich gegen das Haupt zu herausbewegen. Und wir zeichnen ganz schematisch, wie die zwei immer größer und größer werden, aber eine Art Umkreis beschreiben. Und am Morgen, beim Aufwachen, gehen das Ich und der astralische Leib wirklich durch die Gliedmaßen, durch die Finger, durch die Zehen wieder in den physischen Leib hinein. Es ist also die Sache so, daß eigentlich ein Kreis beschrieben wird, und dieses, daß ein Kreis beschrieben wird, das ist wörtlicher zu nehmen, als man denkt. Denn in Wirklichkeit haben wir, wenn wir als normaler Mensch am Morgen aufwachen, nicht gleich vor dem hellsehenden Bewußtsein das Bild, daß nun der ganze astralische Leib und das ganze Ich in dem physischen Leib und in dem Ätherleibe drinnen sind, sondern sie rücken langsam dazu vor vom Morgen bis gegen Mittag und Nachmittag. Langsam rücken in den physischen Leib das Ich und der Astralleib hinein. Sie werden sagen: Ja, dann müßte ja die Sache höchst eigentümlich sein; dann müßten wir nach und nach fühlen, wie unser Ich und astralischer Leib von den Fingerspitzen und Zehenspitzen sich nach und nach dem Kopf zu bewegen. — Für einen außerordentlich genauen hellseherischen Anblick ist es auch so, nur fühlt das innerlich der Mensch so nicht. Denn die Wirkungsweise dieser höheren Wesensglieder ist eben anders als die Wirkungsweise irgendwelcher physischen Dinge. sehen Sie, wenn eine Lokomotive einen Wagen schiebt, so wirkt sie immer so vor sich hin an dem Orte, wo sie gerade ist. Und wenn ein Geleise dreißig Meter lang ist und die Lokomotive schiebt an, so schiebt sie in der ersten Zeit den ersten Meter, dann den zweiten und so weiter, und am fünfzehnten Meter gibt es noch keine Wirkung von der Lokomotive, wenn die Lokomotive noch nicht dort ist. So abet ist es nicht bei geistigen Dingen, sondern die geistigen Dinge wirken auch am anderen Orte, als wo sie sind. So daß in der Tat der wache Tag, der durchwachte Tag dazu benutzt wird, daß wir langsam von den Fingerspitzen und den Zehenspitzen aus unser Ich und unseren astralischen Leib hineinbringen in unseren physischen Leib und in unseren Ätherleib, aber wirken tun sie darinnen schon von Anfang an, vom Aufwachen an, so daß man innerlich das Gefühl hat, man sei von ihnen ganz ausgefüllt. Dem hellseherischen Blicke zeigt sich aber, wie auch da ein richtiger Kreislauf ist durch den Tag hindurch; der andere, der ergänzende Kreislauf findet dann die Nacht hindurch statt. Ein solcher Kreislauf findet aber auch statt — es hängt das nicht sehr stark von der Zeit ab —, wenn Sie ein Nachmittagsschläfchen machen: dann geht das auch im Kreise herum. Dann müßten Sie eigentlich richtig sich vorstellen, daß wiederum das Ich und der astralische Leib herausgehen, und daß sich das so einrichtet nach Ihrem Schlafbedürfnis. Der Schlaf weiß nämlich schon in sich, wann der Schläfer aufwachen wird. Der Schlaf ist ein Prophet, und alles geht ganz richtig in derselben Schnelligkeit, in der er sich abspielt. Sie wissen nichts davon, aber der Schlaf weiß das; der astralische Leib weiß das unter allen Umständen. Selbst dann weiß er es, wenn Sie durch irgendeine Störung kürzer schlafen als Sie wollen; selbst dann, wenn Sie also vor dem Schlafe sagen, nur eine halbe Stunde schlafen zu wollen und Sie liegen dann drei statt einer halben: da weiß der schlafende astralische Leib ganz genau, wie lange Sie schlafen werden. Er ist ein ganz genauer Prophet, weil die inneren geistigen Verhältnisse eben andere sind als die äußeren Verhältnisse, die man erlebt.
[ 2 ] You see, this process of the “I” and the astral body leaving the physical and etheric bodies can be schematically illustrated as follows (it is drawn). Let’s assume this is a human being. If these are the physical body and the etheric body, then in the evening, as one falls asleep, the I and the astral body emerge in such a way that they move outward toward the head. And we draw, very schematically, how the two become larger and larger while describing a sort of circle. And in the morning, upon waking, the “I” and the astral body actually re-enter the physical body through the limbs, through the fingers, and through the toes. So the fact is that a circle is actually described, and this—that a circle is described—is to be taken more literally than one might think. For in reality, when we wake up in the morning as normal human beings, we do not immediately have, before our clairvoyant consciousness, the image that the entire astral body and the entire “I” are now inside the physical body and the etheric body; rather, they slowly move toward that state from morning until around noon and into the afternoon. The “I” and the astral body slowly move into the physical body. You will say: Well, then the process must be highly peculiar; we would have to gradually feel our “I” and astral body moving from the fingertips and toes toward the head. — From an extraordinarily precise clairvoyant perspective, this is indeed the case, but a person does not perceive it that way inwardly. For the mode of action of these higher members of the being is simply different from that of any physical objects. You see, when a locomotive pushes a car, it always exerts its force at the very spot where it happens to be. And if a track is thirty meters long and the locomotive is pushing, at first it pushes the first meter, then the second, and so on; and at the fifteenth meter, there is still no effect from the locomotive if the locomotive is not yet there. It is not like that with spiritual things, however; rather, spiritual things also exert their influence in places other than where they are. So that, in fact, the waking day—the day spent fully awake—is used so that we can slowly bring our “I” and our astral body into our physical body and our etheric body, starting from the tips of our fingers and toes; yet they are already active within us from the very beginning, from the moment of waking, so that one has the inner feeling of being completely filled by them. To the clairvoyant eye, however, it becomes apparent that there is a proper cycle throughout the day as well; the other, complementary cycle then takes place throughout the night. Such a cycle also takes place—though it does not depend very much on the time of day—when you take an afternoon nap: then, too, it moves in a circle. Then you should really imagine that the ego and the astral body leave the body once again, and that this process adjusts itself according to your need for sleep. For sleep already knows within itself when the sleeper will wake up. Sleep is a prophet, and everything proceeds exactly as it should at the very same pace at which it unfolds. You know nothing of this, but sleep knows it; the astral body knows it under all circumstances. It knows it even when, due to some disturbance, you sleep less than you intend to; even when, for example, you say before falling asleep that you want to sleep only half an hour and then end up sleeping three hours instead of half an hour: the sleeping astral body knows exactly how long you will sleep. It is a very accurate prophet, because the inner spiritual conditions are simply different from the outer conditions that one experiences.
[ 3 ] Daraus schon werden Sie merken, daß es etwas anderes ist, wenn man einschläft, und etwas anderes, wenn man aufwacht. Denn man war eben, wenn man aufwacht, in der geistigen Welt drinnen, und wenn man eben einschläft, kommt man aus der physischen Welt und geht in die geistige Welt hinein. Man erkennt da den Strom, den man gewissermaßen in der geistigen Welt durchschwimmt zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen, aber man erlebt darinnen auch. Nur ist eben das gewöhnliche Bewußtsein nicht geeignet, das zu wissen, was man da erlebt; es wird im Unbewußten erlebt. Man erlebt aber auch da, und man erlebt sogar da auf eine ähnliche Weise, wie man bei Tag erlebt, nur auf eine viel markantere Weise, auf eine viel intensivere Weise. Es ist da nämlich folgendes.
[ 3 ] From this alone, you will realize that falling asleep is one thing, and waking up is another. For when you wake up, you have just been in the spiritual world, and when you fall asleep, you leave the physical world and enter the spiritual world. There one perceives the current through which one, so to speak, swims in the spiritual world between falling asleep and waking up, but one also has experiences within it. It’s just that ordinary consciousness is not capable of knowing what one experiences there; it is experienced in the unconscious. But one does have experiences there, and one even experiences things there in a similar way to how one experiences them during the day—only in a much more striking way, in a much more intense way. For the following is true:
[ 4 ] Wenn Sie bei Tag dieses wache Seelenleben beobachten, dann werden Sie darinnen zunächst haben diejenigen Erlebnisse, welche die Gedankenerlebnisse sind, die durch die verschiedenen Eindrücke des Lebens hervorgerufen werden. Die sind da. Aber da mischt sich immer hinein dasjenige, was an Erinnerungen aus dem schon vergangenen Erdenleben da ist. Versuchen Sie nur einmal zu prüfen, was sich da in allen Lebenslagen zusammenmischt aus den augenblicklichen Erinnerungen und aus dem, was da aufsteigt. Man kann ja insbesondere dadurch ein schönes Bild davon bekommen, wie sich das da durcheinandermischt, wenn man so recht darauf aufmerksam wird, wie doch das Leben in verschiedenen Augenblicken so ein recht gehöriger Brei ist, der sich zusammenmischt aus Erinnerungen und Augenblickseindrücken. Nun, das sind zwei ganz verschiedene Elemente des inneren Lebens; die Gedanken, die aufsteigen, und die Gedanken, die gewissermaßen einsteigen in die Sinne. Zwei solche verschiedenen Ströme des inneren Lebens sind nun auch während des Schlafes vorhanden. Es setzt sich nämlich während des Schlafes dasjenige fort, was hauptsächlich beim Einschlafen da ist, und dem strömt gewissermaßen fortwährend entgegen, so daß es des Morgens beim Aufwachen uns ganz entwischt, weil es gegen den Kopf hinströmt, was wir erleben beim Aufwachen (siehe die Zeichnung auf Seite 238).
[ 4 ] When you observe this active inner life during the day, you will initially find within it those experiences that are thought experiences, brought about by the various impressions of life. They are there. But what is always intermingled with them are the memories from your past earthly life. Just try to examine what gets mixed together in all situations—the immediate memories and what wells up from within. One can indeed gain a vivid picture of how these elements intermingle, especially when one truly becomes aware of how life, at various moments, is a veritable jumble—a mixture of memories and fleeting impressions. Well, these are two entirely different elements of inner life: the thoughts that arise, and the thoughts that, so to speak, enter through the senses. These two distinct streams of inner life are also present during sleep. For what is primarily present as we fall asleep continues during sleep, and this is, in a sense, constantly flowing toward it, so that in the morning, upon waking, it completely eludes us because what we experience upon waking flows toward the head (see the illustration on page 238).
[ 5 ] Diese zwei Ströme gehen einander entgegen. Die eine Strömung, deren Qualität man besonders beim Einschlafen erlebt, ist die schon erwähnte, die man bewußt und stark und kräftig durchmacht in den ersten Jahrzehnten nach dem Tode, wo man das Leben noch einmal durchlebt, aber so, daß man alles in der entgegengesetzten Art erfährt. Wie ich es Ihnen drastisch gesagt habe: daß, wenn Sie einem eine Ohrfeige versetzten, Sie nun beim Durchleben nach dem Tode nicht das erfahren, was Sie während des bewußten Erdenlebens gehabt haben an Wut, als Sie die Ohrfeige gegeben haben, an Befriedigung vielleicht dadurch, daß Sie die Wut ausleben konnten, sondern Sie machen dasjenige durch, was der andere erlebt hat bei dieser Ohrfeige, seine physischen Schmerzen und auch seine moralischen Leiden. Das würden Sie so im Bilde, nun nicht in Wirklichkeit erleben, wenn Sie bewußt fortsetzten das Leben, das Sie gerade im Anfluge haben beim Einschlafen, wo es schon dämmrig wird. Wenn man sich voll, hell bewußt da hineinlebte, dann würde man dasjenige durchleben, was das Entgegengesetzte ist des Tageslebens, aber im Bilde. In den ersten Jahrzehnten nach dem Tode erlebt man es in Realität.
[ 5 ] These two currents flow in opposite directions. One current, the nature of which is experienced particularly when falling asleep, is the one already mentioned—the one that is consciously, intensely, and powerfully experienced in the first decades after death, when one relives one’s life, but in such a way that everything is experienced in the opposite manner. As I have told you in no uncertain terms: that if you slapped someone, you would not, when reliving this experience after death, feel the anger you felt during your conscious earthly life when you delivered the slap—nor the satisfaction, perhaps, of having been able to vent that anger—but rather you would experience what the other person felt during that slap: their physical pain and also their emotional suffering. You would experience this figuratively—not in reality—if you were to consciously continue the state of consciousness you are just entering as you fall asleep, when everything is already growing dim. If you were to immerse yourself fully and with clear awareness into that state, you would experience the opposite of daily life—but only figuratively. In the first decades after death, one experiences it in reality.


[ 6 ] Die Art, wie ich das beschrieben habe, entspricht ungefähr dem Leben, das man bei Tag hat im wachen Zustande, wenn man bloß mit seinen Gedanken dem äußeren Leben hingegeben ist. Man hat aber auch die andere Strömung. Und diese andere, die hat etwas ganz Gigantisches. Man erlebt sie beim Aufwachen, wie ich es auseinandergesetzt habe. Nur hat sie etwas Beschwerliches, das man in den Tag hineinträgt und erst nach und nach überwindet; dann wird man davon frei. Wenn das mit Initiations-Anschauung ganz durchschaut wird, dann steckt in dieser zweiten Strömung das ganze menschliche Karma. Die ganze karmische Vergangenheit, sie zieht mit jedem Schlafe an dem Menschen vorüber. Während der Mensch vorzugsweise in dem, was er erleben kann beim Einschlafen, einen kleinen Vorgeschmack hat von dem werdenden Karma, das sich da ausbildet für die Zukunft, hat er, wenn er aufwacht in diesem Gefühl, das ich beschrieben habe, eine leise, allerdings eine sehr leise Empfindung von dem Karma, das er trägt. Der Moment des Aufwachens ist ein solcher, von dem man sagen muß: er bedeutet eine leise Andeutung alles dessen, was der Mensch in sich trägt von seinen vergangenen Erdenleben. Das wird allerdings aufgefangen durch alles das, durch das der astralische Leib und das Ich hindurchstrahlen, wenn sie sich von den Fingerspitzen und den Zehenspitzen aus in den Menschen hinein verbreiten. Aber es ist doch so, daß ein sehr beschwerliches Karma, ein Karma, an dem man stark trägt, die Eigentümlichkeit hat, daß es einem gewissermaßen in den Kopf hinaufstrahlt alles dasjenige, was ungesunde abgelagerte Stoffe sind, während ein gutes Karma eigentlich die guten abgelagerten Stoffe hinaufstrahlt, Und da ist es, wo Geistiges und Natürliches sich berühren. Das Gute im Karma des Menschen strahlt die gesunden Zustände des Organismus am Morgen in den Kopf hinauf, macht den Kopf frei; es dünstet nicht so viel Krankhaftes in den Kopf hinauf vom guten Karma. Vom bösen Karma, von dem Nachgebliebenen alles dessen, was wir im bösen Sinne vollbracht haben, werden alle möglichen ungesunden Ablagerungen im menschlichen Organismus zu einer Art Hinaufdünsten in den Kopf gebracht. Man spürt dann den Kopf brummig und dumpf von dem, was das böse Karma ist. Man kann schon gerade an den Zuständen, die man da am Morgen hat, bis ins Physische hinein das Walten und Weben des Karma empfinden. Und das Karma bildet sich ja aus in der Wechselwirkung von Schlafen und Wachen. Geradeso wie das werdende Karma, das sich so zusammensetzt aus dem, was wir jeden Tag bis ans Lebensende vollbracht haben, wie dieses ganze bis zum Lebensende ausgearbeitete Karma uns für die Nacht dasselbe bedeutet, wie die augenblicklich gestalteten Gedanken für den Tag, so bedeutet jenes ganz Gigantische, was uns da entgegenströmt, was wir antreffen, wenn wir sozusagen vom Abend bis zum Morgen eingeschlafen sind, die Welterinnerungen an unser vergangenes Karma. Wie wir die persönlichen Erinnerungen beim Wachen haben, so haben wir, wenn sich das Bewußtsein darüber ausdehnt, unsere karmischen Erinnerungen vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Da kommen uns entgegen die Erinnerungen an die verschiedenen Erdenleben, die wir durchgemacht haben. Bald nach dem Einschlafen kann entgegenkommen dem, der solches durch die Initiations-Weisheit, Initiations-Einsichten aufzufassen weiß, . das letzte, das vorletzte Erdenleben, und so hinauf bis zu jenen Erdenleben, die unbestimmt werden, weil der Mensch selber noch mit einem unbestimmten, traumhaften, pflanzenhaften Bewußtsein damals im All lebte. So daß der Schlaf wirklich das Fenster ist, durch das der Mensch hineinschaut in sein Karma. Er lebt sich hinein in sein Karma, und er webt weiter durch seine Taten und Gedanken, die den Inhalt seines Lebens im Wachen bilden, er webt weiter gerade während des Schlafes an der Ausgestaltung seines Karma. Das ist das erste Weben am Karma: während des Schlafes. Ein zweites Weben haben wir schon betrachtet; das geschieht in den ersten Jahrzehnten nach dem Tode.
[ 6 ] The way I’ve described it roughly corresponds to the life one leads during the day while awake, when one is simply absorbed in external life through one’s thoughts. But there is also the other current. And this other one has something truly immense about it. One experiences it upon waking, as I have explained. Yet it carries a certain heaviness that one carries into the day and overcomes only gradually; then one becomes free of it. When this is fully understood through the insight of initiation, one realizes that the entire human karma is contained within this second current. The entire karmic past passes before the person with every sleep. While a person has, primarily in what they experience as they fall asleep, a small foretaste of the karma in the making that is taking shape there for the future, when they wake up with this feeling I have described, they have a faint—albeit very faint—sensation of the karma they carry. The moment of waking is one of those moments about which one must say: it signifies a faint hint of everything a person carries within from their past earthly lives. This is, however, absorbed by everything through which the astral body and the “I” radiate as they spread into the person from the fingertips and the tips of the toes. But it is indeed the case that very burdensome karma—karma that weighs heavily upon one—has the peculiarity of causing all the unhealthy, accumulated substances to radiate upward into the head, as it were, whereas good karma actually radiates the good, accumulated substances upward. And that is where the spiritual and the natural meet. The good in a person’s karma radiates the healthy states of the organism up into the head in the morning, clearing the mind; not as much that is pathological rises up into the head from good karma. From bad karma—the residue of everything we have done in a negative sense—all manner of unhealthy deposits in the human organism are brought up into the head as a kind of vapor. One then feels the head buzzing and dull from what constitutes bad karma. One can already sense the workings and interplay of karma—right down to the physical level—simply through the states one experiences in the morning. And karma, after all, takes shape through the interplay of sleep and wakefulness. Just as the karma in the making—which is composed of what we have accomplished every day until the end of our lives—just as all this karma, worked out until the end of our lives, means the same to us for the night as the thoughts formed in the moment mean for the day, so that immense force that flows toward us—what we encounter when we have, so to speak, fallen asleep from evening until morning—represents the world’s memories of our past karma. Just as we have personal memories when we are awake, so too, when our consciousness expands to encompass them, do we have our karmic memories from the moment we fall asleep until we wake up. There we are met by the memories of the various earthly lives we have lived. Soon after falling asleep, those who know how to comprehend such things through the wisdom and insights of initiation may encounter the last and the second-to-last earthly lives, and so on up to those earthly lives that become indistinct, because the human being himself was still living in the cosmos at that time with an indistinct, dreamlike, plant-like consciousness. Thus, sleep is truly the window through which a person looks into their karma. They immerse themselves in their karma, and they continue to weave—through their deeds and thoughts, which form the content of their waking life—they continue to weave at the shaping of their karma precisely during sleep. This is the first weaving of karma: during sleep. We have already considered a second weaving; this takes place in the first decades after death.
[ 7 ] Wir werden wiederum an ernster Lebensauffassung gewinnen, wenn wir in dieser Weise die Bedeutung des Schlafes vor unserer Seele stehen haben, wenn wir uns sagen, daß wir jede Nacht in den Schlaf versinken aus dem Grunde, weil wir da weben vom Einschlafen bis zum Aufwachen an der Gestaltung unseres Karma, und weil da es ist, wo unser Karma aus den vergangenen Erdenleben den Ansatz findet, um in unser Tagesleben einzugreifen. Von der Nacht aus greift allmählich das Karma in das Tagesleben des Menschen ein, und wir nehmen aus der Nacht herauf etwas ganz Bestimmtes mit in den Tag hinein. Wer sich richtig besinnen kann darauf, wie er ein besonders bedeutungsvolles Ereignis in seinem Leben durchmacht an irgendeinem Tage, und wer eine intimere, feinere Selbstbeobachtung hat, wird dann schon leicht empfinden, wenn er, sagen wir, dieses bedeutsame Ereignis seines Lebens am Nachmittage erlebt, wie er fühlen kann, daß schon vom Morgen an die Unruhe in ihm war, zu diesem Ereignisse hingestoßen zu werden. Die meisten Menschen, die so etwas empfinden können, werden eigentlich das Gefühl haben, daß sie schon vom Morgen an losgelaufen sind auf ein solches Ereignis, das eine Bedeutung hat im Leben. Die ganzen vorhergehenden Tagesstunden färbte gewissermaßen ein solches Ereignis, auch wenn es ein ganz unerwartetes, wenn es ein wirklich schicksalhaftes, unerwartetes Ereignis ist. An Tagen, an denen wir Bedeutungsvolles im Leben durchmachen, wachen wir anders auf als an Tagen, die im gewöhnlichen Trott fortlaufen. Nur beobachtet man das nicht. Die einfachen Menschen, die in bäuerlichen Verhältnissen auf dem Lande früher gelebt haben — jetzt wird das immer seltener —, die wußten von solchen Dingen, und deshalb wollten sie nicht gleich aus dem Schlafe herausgerissen werden, weil, wenn man gleich aus dem Schlafe herausgerissen wird und in das wache Tagesleben ohne einen Übergang hineinkommt, man aus solchen intimen Erlebnissen herausgerissen wird. Deshalb sagt der Bauer, man solle niemals, wenn man aufwacht, gleich ins Fenster schauen, sondern lieber vom Fenster wegschauen, damit man noch das Finstere hat, damit man noch beobachten kann, was da aus dem Schlafe heraufkommt. Der Bauer will nicht gleich ins Fenster schauen, und der Bauer liebt es auch nicht, dutch irgend etwas im Moment Schockierendes zu erwachen; er liebt es, so etwa mit dem Gang der Natur zu erwachen, mit der Kirchenglocke, die jeden Tag um dieselbe Zeit ihn aufweckt, so daß er sich schon während des ganzen Schlafes vorbereiten kann darauf. Dann dämmert ihm, die Kirchenglocke tönt langsam ins Leben hinein, und dann hat er am Morgen seine Ahnungen vom Schicksal; von den Schicksalsereignissen, nicht von den freien Willensereignissen. Das hat er gern, und er wird es hassen, auch wenn der Kulturmensch es so liebt, sich vom Wecker aufwecken zu lassen, denn der treibt einen gründlich, mit Todsicherheit aus allem Geistigen heraus, viel stärker natürlich als das Fenster, das man gerade beim Aufwachen beguckt. Aber unsere moderne Kulturentwickelung hat es ja eben durchaus in den Lebensverhältnissen mit dem Materialismus gehalten und hält es weiter. Es gibt vieles im modernen Leben, was durchaus den Menschen es unmöglich macht, das Geistige, das in der Welt webt und lebt, eigentlich zu beobachten. Je mehr der Mensch jenes Unbestimmte, man möchte sagen halb Mystische, das vom Schlaf aus in sein Leben hineinstrahlen kann, beobachtet, desto mehr kommt er zum Aufmerken auf sein Karma.
[ 7 ] We will once again gain a more serious outlook on life if we keep the significance of sleep in mind in this way, if we tell ourselves that we sink into sleep every night because, from the moment we fall asleep until we wake up, we are weaving the fabric of our karma, and because that is where our karma from past earthly lives finds the starting point to influence our daily lives. From the night, karma gradually intervenes in a person’s daily life, and we carry something very specific from the night into the day. Anyone who can truly reflect on how they experience a particularly significant event in their life on any given day—and who possesses a more intimate, subtle self-observation—will then easily sense, when they experience this significant event in their life in the afternoon, for example, that a restlessness had already been within them since the morning, propelling them toward this event. Most people who are capable of sensing such things will actually have the feeling that, starting in the morning, they were already moving toward such an event that holds significance in life. The entire preceding part of the day was, in a sense, colored by such an event—even if it is a completely unexpected one, even if it is a truly fateful, unexpected event. On days when we go through something significant in life, we wake up differently than on days that just carry on in the usual routine. It’s just that people don’t notice it. The simple people who used to live in rural farming communities—something that’s becoming increasingly rare these days—knew about such things, and that’s why they didn’t want to be jolted awake right away; because when you’re jolted awake and thrown into waking life without a transition, you’re torn away from those intimate experiences. That is why the farmer says that when you wake up, you should never look out the window right away, but rather look away from the window, so that you still have the darkness, so that you can still observe what is emerging from sleep. The farmer does not want to look out the window right away, nor does he like to be awakened by something shocking at that moment; he likes to wake up in step with the rhythm of nature, with the church bell that wakes him up at the same time every day, so that he can prepare himself for it throughout his entire sleep. Then dawn breaks for him; the church bell slowly rings him back into life, and then, in the morning, he has his premonitions of fate—of events of fate, not of events of free will. He likes this, and he will hate it—even if the cultured person loves being woken by an alarm clock—for the alarm clock drives one thoroughly, with deadly certainty, out of everything spiritual, much more so, of course, than the window one looks out of just upon waking. But our modern cultural development has, after all, thoroughly embraced materialism in the conditions of life and continues to do so. There is much in modern life that makes it virtually impossible for people to truly observe the spiritual that weaves and lives in the world. The more a person observes that indefinable—one might say semi-mystical—quality that can radiate into their life from sleep, the more they become aware of their karma.
[ 8 ] Und jetzt werden Sie verstehen, warum ich sagen konnte: Von Menschen, denen man im Leben entgegentritt, und wo gleich Sympathie und Antipathie aufsteigt aus dem Innern, ganz unabhängig, was sie für äußere Eindrücke im einzelnen machen, träumt man leicht. Was tut man denn da? Das sind solche Menschen, mit denen man schon in früheren Erdenleben zusammen war. Man hat also, sagen wir, am 14. Juni 1924 nachmittags dieses Erlebnis gehabt: man hat einen Menschen, der einem antipathisch sein kann, getroffen. Jetzt trägt man dieses Erlebnis, das in uns Gefühle hat aufsteigen lassen, in den Schlaf hinein. Aber da drinnen ist das Karma; da drinnen steht er, wie er im zweitletzten und im letzten Erdenleben war, da begegnet man ihm in der Gestalt des früheren Erdenlebens. Man trifft auf alles das, was man da durchgemacht hat mit dem Menschen, der da aufgetaucht ist, und der einen am Tage nur an etwas erinnert hat. Geistig leibhaftig begegnet man ihm. Kein Wunder, daß man zunächst von ihm träumt; mit dem gewöhnlichen Bewußtsein kann man nichts anderes tun. Trifft man aber einen Menschen zum ersten Mal im Leben, da mögen einem die Nase, die Augen schön oder häßlich sein, einen noch so stark interessieren: schläft man jetzt ein, man trifft ihn nirgends, denn man war in früheren Erdenleben nicht mit ihm zusammen. Kein Wunder, daß man nicht von ihm träumen kann! Sie sehen, wie dergleichen durchsichtig wird, wenn man geistig sachgemäß beobachtet.
[ 8 ] And now you will understand why I was able to say: It is easy to dream about people you encounter in life—people toward whom sympathy or antipathy immediately wells up from within, quite regardless of the specific impressions they make on you outwardly. What happens then? These are the kinds of people with whom one has already been together in previous earthly lives. So, let’s say, on the afternoon of June 14, 1924, one had this experience: one met a person who might be disagreeable to one. Now one carries this experience—which has stirred up feelings within us—into sleep. But there, within the dream, lies karma; there he stands as he was in the second-to-last and last earthly lives, and you encounter him in the form of his former earthly life. You encounter everything you went through with the person who has appeared there—the one who, during the day, merely reminded you of something. You encounter him in a vivid, spiritual presence. No wonder one dreams of him at first; with ordinary consciousness, one can do nothing else. But when one meets a person for the first time in life—no matter how much one’s nose or eyes may interest one, whether they are beautiful or ugly—if one falls asleep now, one will not encounter him anywhere, for one was not with him in previous earthly lives. No wonder one cannot dream of them! You see how such things become transparent when observed spiritually and properly.
[ 9 ] Nun, das, was sich da abspielt zwischen Schlafen und Wachen in der Karmabildung, das kann normal verlaufen, richtig normal verlaufen; dann wird der Mensch erleben, wie sich sein Schicksal gestaltet als Erfüllung desjenigen, was er in früheren Erdenleben sich angehängt hat. Oder aber er wird erleben, welchen späteren karmischen Wert jene Dinge haben, die er denkt oder tut in diesem Erdenleben. Es wird sich in der Regel in dem, was der Mensch denkt oder handelt, ausleben. Aber es kann noch etwas anderes auftreten.
[ 9 ] Now, what takes place there—between sleep and wakefulness—in the formation of karma can proceed normally, truly normally; in that case, a person will experience how his destiny unfolds as the fulfillment of what he has accumulated in previous earthly lives. Or they will experience the future karmic significance of the things they think or do in this earthly life. As a rule, this will play out in what a person thinks or does. But something else can also occur.
[ 10 ] Sehen Sie, man kann irgend etwas in einem Erdenleben vollbracht haben, das ein schwerwiegendes Tun oder Denken ist. Also nehmen wir an, irgendein Mensch, der heute auf der Erde lebt, hätte in einem früheren Erdenleben irgend etwas Schwerwiegendes vollbracht. Dasjenige, was sich als karmisches Ergebnis herausstellt, lebt nicht im physischen Leibe, den man von den Eltern bekommen, auch nicht im Ätherleibe, den man von den Eltern bekommen, sondern es lebt im astralischen Leibe und im Ich; es lebt in dem, was in der Nacht drauBen ist außer dem physischen und ätherischen Leib. Aber nehmen wir an, es habe dasjenige, was da karmisch auf dem Menschen lastet, etwas so Starkes, daß es nicht warten kann bis zu jenem Lebensalter, wo der astralische Leib schwach sein darf, weil im hohen Alter Muskeln und Knochen schon brüchig geworden sind. Nehmen wir an, nicht wahr, die normale Lebenszeit eines Menschen ist siebzig Jahre, — das Patriarchenalter. In diesen siebzig Jahren, die der Mensch auf der Erde leben kann normalerweise, macht ja auch der Astralleib und macht das Ich eine Entwickelung durch. Beim Kinde ist der astralische Leib so, daß er stark wirken, kräftig wirken kann auf den ganzen physischen und ätherischen Organismus; er kann beim Kinde gewissermaßen einhämmern auf Muskeln und Knochen. Das kann er im Alter nicht mehr; da wird der Astralleib auch verhältnismäßig schwach. Das Ich wird stärker, aber es zieht sich in den schwächeren Astralleib zurück und wirkt so auch schwächer; doch liegt dies namentlich am Astralleib, der im Alter nicht mehr richtig geeignet ist, einzuhämmern auf Muskeln und Knochen. Nun denken Sie, es lebte also jemand gegenwärtig, sagen wir, im zwanzigsten Jahrhundert, und er habe früher gelebt im vierzehnten, im elften Jahrhundert. Da aber, als er im elften Jahrhundert gelebt hat, da habe er eine recht schwerwiegende Tat vollbracht, eine Tat, die stark, stark Eindrücke machte auf den astralischen Leib; jetzt steckt das als Ergebnis im astralischen Leib drinnen. Wenn der Mensch im zwanzigsten Jahrhundert wiederkommt, will es sich ausleben, will von diesem astralischen Leib aus die Anregung geben, sich auszuleben. Ja, wenn dasjenige, was von dem Erleben im elften Jahrhundert kommt, so schwerwiegend ist, daß es sich nicht begnügen kann mit einem schwachen, alt gewordenen astralischen Leibe, der kaum noch die Beine vorwärts bewegen kann zu großen Taten, dann muß es einen astralischen Leib benutzen im früheren Lebensalter. Und wenn das Ereignis so wichtig war, daß es alle anderen Lebensereignisse überstrahlt, so muß es viel zusammendrängen in dem jugendlichen Alter des astralischen Leibes. Was heißt das? Das heißt nichts anderes, als: der Mensch wird eine kurze Lebensdauer haben in der Inkarnation, die im zwanzigsten Jahrhundert eintritt. Hier sehen Sie, wie die Lebensdauer bestimmt wird durch die Art und Weise, wie im astralischen Leibe verankert sind die Ergebnisse früherer Erdengedanken, Erdentaten. Die sind im astralischen Leibe verankert.
[ 10 ] You see, one may have committed some act or thought of a serious nature during an earthly life. So let’s assume that some person living on Earth today had committed something serious in a previous earthly life. That which manifests as a karmic consequence does not reside in the physical body one receives from one’s parents, nor in the etheric body one receives from one’s parents, but rather it resides in the astral body and in the “I”; it resides in that which is present at night outside the physical and etheric bodies. But let us suppose that what weighs karmically upon a person is so powerful that it cannot wait until that stage of life when the astral body is permitted to be weak, because in old age muscles and bones have already become brittle. Let’s assume, shall we, that the normal lifespan of a human being is seventy years—the age of the patriarchs. During these seventy years that a human being can normally live on Earth, the astral body and the “I” also undergo a process of development. In a child, the astral body is such that it can exert a strong, powerful influence on the entire physical and etheric organism; in a child, it can, so to speak, “hammer away” at the muscles and bones. It can no longer do this in old age; there, the astral body also becomes relatively weak. The “I” becomes stronger, but it withdraws into the weaker astral body and thus exerts a weaker influence; yet this is due primarily to the astral body, which in old age is no longer truly suited to “hammering” into muscles and bones. Now imagine that someone is living today—let’s say in the twentieth century—and had previously lived in the fourteenth and eleventh centuries. But back when he lived in the eleventh century, he committed a rather grave deed—a deed that made a very, very strong impression on the astral body; now that impression remains embedded within the astral body. When the person returns in the twentieth century, that impression wants to play itself out; it wants to provide the impetus, from within this astral body, to act out. Indeed, if what stems from the experience in the eleventh century is so grave that it cannot be satisfied with a weak, aged astral body—one that can barely move its legs forward to accomplish great deeds—then it must make use of an astral body at an earlier stage of life. And if the event was so significant that it outshines all other life events, then much must be condensed into the youthful age of the astral body. What does that mean? It means nothing other than this: the person will have a short lifespan in the incarnation that begins in the twentieth century. Here you can see how the duration of life is determined by the way in which the results of earlier earthly thoughts and deeds are anchored in the astral body. They are anchored in the astral body.
[ 11 ] Nun gehen wir weiter. Sehen Sie sich einmal einen solchen Astralleib an, der geradezu aufgebauscht wird durch wichtige Lebenstaten in irgendeinem früheren Erdenleben, namentlich durch böse Lebenstaten; die bauschen den Astralleib auf, so daß dieser astralische Leib stark auf den physischen Leib und auf den Ätherleib einschlägt. Dieses Einschlagen ist nicht gesund. Nur ein gewisses normales Verhalten des astralischen Leibes zu dem physischen und dem Ätherleibe ist gesund. Das starke Einschlagen, das zum Beispiel durch ein böses Karma bewirkt werden kann, das zerhämmert die Organe, das zermürbt die Organe, das bewirkt Krankheiten in den Organen. Jetzt haben wir das zweite. Solch ein entsprechendes Tun oder Denken im elften Jahrhundert kann den Astralleib aufbauschen, dadurch über den Menschen den Tod im frühen Lebensalter verhängen. Aber durch dieses Zusammenbauschen wird der Mensch außerdem noch krank; der Mensch ist krank vielleicht an schwerer Krankheit, er stirbt infolge dieser Krankheit. Das ist physisch gesprochen. Denn wenn wir sehen, was da vorgeht im physischen Leibe des Menschen, dann sagen wir: Der Mensch ist krank, und die Krankheit läuft in den Tod aus, der Mensch stirbt; er wird mit fünfundzwanzig Jahren krank und stirbt mit dreißig Jahren infolge der Krankheit.
[ 11 ] Now let’s move on. Consider, for example, an astral body that has been virtually inflated by significant deeds in some past earthly life—namely, by evil deeds; these inflate the astral body to such an extent that it exerts a strong influence on the physical body and the etheric body. This influence is not healthy. Only a certain normal relationship between the astral body and the physical and etheric bodies is healthy. The strong impact—which can be caused, for example, by evil karma—wears down the organs, exhausts them, and causes disease in the organs. Now we come to the second point. Such corresponding actions or thoughts in the eleventh century can inflate the astral body, thereby bringing about death at an early age. But this inflation also makes the person ill; the person may suffer from a serious illness and die as a result of that illness. That is speaking in physical terms. For when we observe what is happening in a person’s physical body, we say: The person is ill, and the illness leads to death; the person dies. They fall ill at the age of twenty-five and die at the age of thirty as a result of the illness.
[ 12 ] Ist das auch geistig gesprochen? Ist das auch im Sinne der Initiations-Wissenschaft gesprochen? Nein. Da muß ja das Gegenteil gesagt werden. Da wird gerade das schwerwiegende Erlebnis, das der Mensch tut oder denkt, der Tod für das nächste Erdenleben; die Tat im elften Jahrhundert wird der Tod für das zwanzigste. Und der Tod schiebt sich die Krankheit voraus. Man wird krank, auf daß man im richtigen Momente sterben könne. Die Folge des späteren Todes, der karmisch eintreten muß, ist, wie Sie jetzt sehen, die vorausgeschobene Krankheit. Das ist geistig gesprochen. Es kehrt sich eben, wenn man von der physischen Welt in die geistige aufsteigt, eigentlich alles um, es nimmt den umgekehrten Verlauf, und wir sehen, wie auf diesem Wege in den Menschen karmisch die Krankheit hereingebracht wird. Das ist die karmische Seite der Krankheit. Diese karmische Seite der Krankheit, sie kann schon außerordentlich wichtig sein auch für das Diagnostizieren. Man braucht ja nicht gleich sich mit dem Patienten darüber zu unterhalten, aber wichtig kann es doch sein. Wenn Sie bedenken, daß, was im Karma liegt, geradezu lokal bestimmt ist, dann werden Sie schon darauf kommen müssen.
[ 12 ] Is this also meant in a spiritual sense? Is this also meant in the sense of the science of initiation? No. In fact, the opposite must be said. It is precisely the grave experience that a person undergoes or thinks that becomes death for the next earthly life; the deed in the eleventh century becomes death for the twentieth. And death is preceded by illness. One becomes ill so that one may die at the right moment. The consequence of the later death, which must occur karmically, is, as you now see, the illness that precedes it. That is speaking in spiritual terms. In fact, when one ascends from the physical world into the spiritual world, everything is actually reversed; it takes the opposite course, and we see how, in this way, illness is karmically brought into the human being. This is the karmic aspect of illness. This karmic aspect of illness can be extraordinarily important, even for diagnosis. You don’t necessarily have to discuss this with the patient right away, but it can still be important. If you consider that what lies in karma is determined in a very specific, localized way, then you will inevitably come to this conclusion.
[ 13 ] Sehen Sie, wenn in einer unmittelbar vorhergehenden Inkarnation, sagen wir, im elften Jahrhundert, einem Menschen oder einer Sache gegenüber das bedeutsame Ereignis im Tun und Denken da war, so trifft man ja beim Hinausgehen in den Schlaf dasjenige, was im elften Jahrhundert da war, früher an als das, was man antrifft aus einer noch früheren Inkarnation, sagen wir zum Beispiel aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert. Man trifft so nach und nach dasjenige, was man da in vorigen Erdenleben durchgemacht hat. Aber sehen Sie (es wird auf die Zeichnung hingewiesen), wenn man hier eintritt, so ist, was man zuerst da trifft, dasjenige, was den Weg von hier bis hierher gemacht hat; das, was früher da war, hat nur den Weg von hier bis hierher gemacht. Das Karma kommt einem ganz entgegen; das deutet aber darauf hin, daß dasjenige, was hier oben ist, von dem da unten kommt, das, was hier unten ist, vielleicht vom Herzen kommt; das aber, was ganz unten ist im Organismus, was in der vorhergehenden Inkarnation durchgemacht ist, vom Kopfe kommt. Man kann also aus dem Karma, wenn man durchschaut, wie weit zurück die maßgebenden Ereignisse liegen, bei auftretenden Krankheiten sagen: Was krankhaft an den Beinen auftritt, das ist aus verhältnismäßig kurz zurückliegenden Erdenleben, was krankhaft im Kopfe auftritt, aus verhältnismäßig weit zurückliegenden Erdenleben. So daß man also da schon den Übergang vom Geistigen ins Physische auch nach dem Karma beurteilen kann.
[ 13 ] You see, if in an immediately preceding incarnation—let’s say, in the eleventh century—a significant event in one’s actions and thoughts occurred in relation to a person or a thing, then when one drifts off to sleep, one encounters what was present in the eleventh century before one encounters what comes from an even earlier incarnation—let’s say, for example, from the second century B.C. One thus gradually encounters what one has experienced in previous earthly lives. But you see (referring to the drawing), when one enters here, what one first encounters is that which has made its way from here to here; what was there earlier has only made its way from here to here. Karma comes right toward one; but this indicates that what is up here comes from down there, what is down here perhaps comes from the heart; but what is at the very bottom of the organism—what was experienced in the previous incarnation—comes from the head. So, based on karma, if one can discern how far back the decisive events lie, one can say regarding illnesses that arise: What manifests as illness in the legs stems from a relatively recent earthly life, while what manifests as illness in the head stems from a relatively distant earthly life. Thus, one can already assess the transition from the spiritual to the physical on the basis of karma.


[ 14 ] Nun, wesentlich ist aber das, was daraus folgt für das Therapeutische. Wo wird man denn die Heilmittel für dasjenige suchen müssen, was im Kopfe krank ist, und wo wird man die Heilmittel suchen müssen für dasjenige, was in den Beinen krank ist? Für das, was im Kopfe krank ist, muß man die Heilmittel suchen in dem, was möglichst weit zurück in der Naturentwickelung schon da war, — bei dem also, was erinnert an frühere Naturprozesse, sagen wir zum Beispiel bei den Pilzen, die in ihrer jetzigen unvollkommenen pflanzlichen Gestalt gewissermaßen wiederholen dasjenige, was frühere Pflanzenbildung war, oder bei den Algen und Flechten, oder an den vollkommenen Pflanzen bei den Wurzeln, die dasjenige sind, was in frühester Periode zurückbleibt. Das, was im Unterleibe, im Unterleib mehr nach der Peripherie zu gelegen, krank ist, wird man heilen müssen mit dem, was später in der Naturentwickelung aufgetreten ist: mit den Blüten, mit den Blütenpflanzen, oder auch aus dem mineralischen Reich mit dem, was später aufgetreten ist. Alles das, was am Menschen spät aufgetreten ist, muß man auch mit spät in der Natur Aufgetretenem heilen. Das geht bis in die Einzelheiten hinein. Natürlich sind auch im Kopfe Organe, die verhältnismäßig spät aufgetreten sind. Der Mensch lebte in der Erdenentwickelung, als die Erde noch Mond- und Sonnenentwickelung war, ohne die heutigen Augen, überhaupt ohne die Sinnesorgane, obzwar die Sinnesorgane in ihrer ersten Anlage schon während der alten Saturnentwickelung vorhanden waren. So wie sie jetzt sind, daß sie die Außenwelt innen widerspiegeln, haben sie sich verhältnismäßig spät entwickelt, gleichzeitig mit dem Auftreten zum Beispiel des Kieseligen auf der Erde in seiner jetzigen Form. Kiesel ist in der Naturentwickelung, so wie es heute ist, natürlich in der Anlage weit zurückgehend, in der Natur ein Spätprodukt; die Geologie wirft da alles durcheinander und weiß nicht, wie sich die Dinge verhalten. Daher wirkt Kieselsäure, wenn man sie richtig als Heilmittel anwendet, auf alles das, was Sinnes- und Nervensystem, namentlich Sinne ist, durch den ganzen menschlichen Organismus durch. Die Sinne sind in ihrer heutigen Form ganz zuletzt gebildet in einer Zeit, als auch die Gesteine, in denen Kieselsäure ist, sich in ihrer heutigen Form gebildet haben. Wir waren einfach unserem Karma nach in unserer ersten Inkarnation, die überhaupt noch Inkarnation genannt werden kann, wo wir noch mit unserem ganzen Leibe mehr aufgegangen sind in der Natur, mit anderen Formen des Pflanzen- und Tierlebens zusammen, die heute Nachfolger haben. So schauen sie nicht aus, die Pilze und die Pflanzenwurzeln, wie sie damals ausgeschaut haben, aber in gewisser Weise ist dasjenige, was heute vorhanden ist in den Pilzen, Flechten, Algen, in den Pflanzenwurzeln, ähnlich dem, was wir damals durchgemacht haben in unserer ersten maßgebenden Inkarnation. Bei all dem, was in den Blüten und Blütenpflanzen und in den gleichwertig ausgebildeten Mineralien heute vorhanden ist... (Lücke in der Nachschrift). Ich führe Ihnen dieses nur an, damit Sie sehen, wie eine richtige Karmabetrachtung auch ganz entsprechend in die Naturentwickelung hineinführt. Und aus der Beziehung der Natur zu dem Menschen kann man schon aus dem Karma heraus erkennen, wie man heilen muß. Alles im Leben muß schließlich so erweitert werden, daß es in die Geisteswissenschaft allmählich einläuft. Denn alles andere ist Tappen und Tasten im Leben, wie ein Hinleben in geistiger Finsternis, und das hat die Menschheit in die gegenwärtige Lage hineingebracht. Will die Menschheit wieder aus ihr herauskommen, so muß sie auch ins Helle sich hineinarbeiten; das heißt, das Physische muß sich erweitern zum Geistigen. Und durch nichts kommt man, ich möchte sagen, so sachgemäß ins Geistige hinein als gerade durch alles das, was man über das Karma sich vorstellen kann.
[ 14 ] Well, what is essential, however, is what follows from this in terms of therapy. Where, then, must one look for remedies for what is diseased in the head, and where must one look for remedies for what is diseased in the legs? For what is diseased in the head, one must seek the remedies in what already existed as far back as possible in the development of nature, — that is, in what recalls earlier natural processes; for example, in fungi, which in their present imperfect plant form repeat, so to speak, what earlier plant formation was, or in algae and lichens, or in the roots of perfect plants, which represent what remains from the earliest period. Whatever is diseased in the lower abdomen—specifically, in the lower abdomen toward the periphery—must be healed with what appeared later in the development of nature: with flowers, with flowering plants, or even from the mineral kingdom with what appeared later. Everything that appeared late in human development must also be healed with what appeared late in nature. This applies right down to the details. Of course, there are also organs in the head that emerged relatively late. During the Earth’s evolution—when the Earth was still in its lunar and solar stages—human beings lived without the eyes we have today, indeed without any sense organs at all, even though the sense organs were already present in their earliest form during the ancient Saturn stage. As they are now—reflecting the external world internally—they developed relatively late, at the same time as, for example, the appearance of silica on Earth in its present form. Silica, in its present form, naturally dates back very far in the development of nature; it is a late product of nature. Geology confuses everything here and does not understand how things actually stand. Therefore, when applied correctly as a remedy, silicic acid acts throughout the entire human organism on everything pertaining to the sensory and nervous systems—namely, the senses. The senses, in their present form, were formed quite recently, at a time when the rocks containing silicic acid also took on their present form. In our first incarnation—the only one that can truly be called an incarnation—we were, in accordance with our karma, still more fully merged with nature through our entire physical body, together with other forms of plant and animal life that have successors today. So the fungi and plant roots do not look the way they did back then, but in a certain sense, what exists today in fungi, lichens, algae, and plant roots is similar to what we experienced back then in our first decisive incarnation. In all that is present today in the flowers and flowering plants, and in the minerals of equivalent formation... (gap in the postscript). I mention this to you only so that you may see how a proper consideration of karma also leads quite appropriately into the development of nature. And from the relationship between nature and human beings, one can already discern from the perspective of karma how one must heal. Ultimately, everything in life must be expanded in such a way that it gradually flows into spiritual science. For anything else is groping and fumbling through life, like living in spiritual darkness, and that is what has brought humanity into its present situation. If humanity wishes to emerge from this situation, it must also work its way into the light; that is to say, the physical must expand into the spiritual. And I would say that nothing leads one as appropriately into the spiritual as precisely all that one can conceive of regarding karma.
[ 15 ] Wenn man so sich vorstellt,wie aus dem Schlafe heraus die Karmabildung webt, wie sie wieder hineinwebt durch den Schlaf beim Einschlafen, wie die normale Karmabildung den Menschen zu Taten treibt, seine Taten wiederum aufnimmt in das Karma, und der Mensch dabei das gewöhnliche Karma des Lebens lebt, oder wenn man anschaut,wie das Leben zusammengeschoben werden muß, der Mensch früher sterben muß, daher das Karma den astralischen Leib, den es stark in Anspruch nehmen muß aus früheren Taten, aufbauscht, was zu dem Krankwerden des Menschen beiträgt: überall zeigt sich, wie das Karma wirkt. Oder nehmen wir an, der Mensch hat einen Unfall und wird dadurch krank. Dann wirkt unter Umständen ein solcher Unfall, der karmisch bedingt sein kann, aber nicht sein muß, im weitern karmischen Verlaufe durch die folgenden Erdenleben hindurch. Krankheit kann auch der Anfang von Karma sein. Da wiederum wird man wahrnehmen, daß solche Krankheiten, die der Anfang von Karma sind, das Einschlafen unangenehm machen, namentlich erschweren. Aber wenn Krankheiten der Anfang von Karma sind, dann haben sie ja eigentlich etwas 'Tröstendes. Und das müssen wir uns gegenüber manchen Krankheiten durchaus sagen: Krankheiten, die erfülltes Karma sind, die für das Aufwachen unangenehm sind, die sind dasjenige, was auf vorhergehende, frühere Erlebnisse hinweist; Krankheiten, die werdendes Karma sind und die unangenehm beim Einschlafen sind, die uns nicht einschlafen lassen, die sind der Anfang von gutem Karma. Denn das wird ja ausgeglichen, was man in einer solchen Krankheit erleidet. Man hat jetzt den Schmerz, und nachher hat man sozusagen die Ausgleichung für den Schmerz, das erhebende und freudige Erleben. Da nimmt sich auch wiederum manches im Leben gegenüber der geistigen Betrachtung anders aus als gegenüber der physischen. Für das physische Erleben ist es manchmal recht schmerzlich, nicht einschlafen zu können; eine richtige Betrachtung des Geistigen kann einen darüber dann hinwegtrösten. Und wenn man nicht das momentane physische über das geistige Leben des Menschen stellt, so kann man eigentlich sagen: Gott sei Dank, daß ich so oftmals Schwierigkeiten habe mit dem Einschlafen, denn das beweist mir, daß ich im künftigen Erdenleben viel Erhebendes erleben werde; da will von meinem jetzigen Erdenleben viel hineinkommen in das folgende Erdenleben. — Schlaflosigkeit kann manchmal ein guter Tröster sein, und wäre nicht Schlaflosigkeit aus dem Geistigen heraus karmisch etwas Gutes, dann würde Schlaflosigkeit den Menschen viel mehr schaden. Denn manche Menschen erzählen einem ganze Legenden von ihrer Schlaflosigkeit, so daß man äußerlich-medizinisch das Urteil aussprechen könnte: Wieso lebt dann der Mensch noch? — Zum normalen Leben ist normaler Schlaf notwendig. Nun erzählen einem die Menschen, wie lange sie nicht geschlafen haben. Man muß dann erstaunt sein darüber, daß sie noch leben, denn sie müßten eigentlich tot sein, sie sind es aber nicht. Aber da wirkt jenes frische Geistige, das, vom Ich gehalten, in das Leben hineinwirkt, als ausgleichend. Und wenn man ein wenig das Leben überschaut, dann ist ja auch zuweilen der wirkliche ruhige Schlaf nach hartem Lebenskampf und harter Lebensarbeit zu ertragen; aber zu liegen in vollständiger Ruhe ohne zu schlafen und beim völligen Wachsein gewissermaßen die Nacht ruhig wachend zu verbringen, das ist dasjenige, was dennoch das Entzückendere ist, gerade weil es in den Willen gestellt ist, weil da der Mensch sich gerade in das Ewige mehr und mehr hineinlebt. Nur muß es eben in den Willen gestellt sein. Es darf nicht, wenigstens der Hauptsache nach, von dem bloß Physiologischen abhängen. Aber dennoch, für schweres Einschlafen und Schlaflosigkeit gibt es schon einen karmischen Trost, denn es weist eigentlich hin auf das künftige Karma, weist hin auf die Zukunft in bezug auf gewisse Dinge.
[ 15 ] If one imagines how karma is woven from sleep, how it is woven back into sleep as one falls asleep, how normal karma drives a person to actions, and how those actions are in turn incorporated into karma—and how, in the process, a person lives out the ordinary karma of life—or if one considers how life must be compressed, how a person must die prematurely, and therefore karma inflates the astral body—which it must draw heavily upon due to past deeds—contributing to the person’s illness: everywhere we see how karma works. Or let us suppose a person has an accident and becomes ill as a result. Then, under certain circumstances, such an accident—which may or may not be karmically determined—will have an effect on the further course of karma throughout subsequent earthly lives. Illness can also be the beginning of karma. Here, too, one will perceive that such illnesses, which are the beginning of karma, make falling asleep unpleasant and, in particular, difficult. But if illnesses are the beginning of karma, then they actually have something ‘comforting’ about them. And we must certainly tell ourselves this when faced with certain illnesses: Illnesses that are fulfilled karma, which are unpleasant when waking up, are what point to previous, earlier experiences; illnesses that are karma in the making and that are unpleasant when falling asleep—that prevent us from falling asleep—are the beginning of good karma. For what one suffers in such an illness will be balanced out. One experiences the pain now, and afterward, so to speak, one receives the compensation for the pain—the uplifting and joyful experience. Here, too, many things in life appear different when viewed from a spiritual perspective than from a physical one. From a physical standpoint, it is sometimes quite painful to be unable to fall asleep; a proper contemplation of the spiritual realm can then console one over this. And if one does not prioritize one’s immediate physical life over one’s spiritual life, one can actually say: Thank God that I so often have difficulty falling asleep, for this proves to me that I will experience much that is uplifting in my future earthly life; much from my present earthly life is meant to flow into the next. — Insomnia can sometimes be a source of comfort, and if insomnia arising from the spiritual realm were not karmically a good thing, it would harm people far more. For some people tell one entire tales about their insomnia, to the point where, from an external medical perspective, one might ask: “How is this person still alive?” — Normal sleep is necessary for a normal life. Now people tell you how long they haven’t slept. One cannot help but be amazed that they are still alive, for they ought actually to be dead, yet they are not. But there is that fresh spiritual force which, sustained by the “I,” works into life as a balancing influence. And if one surveys life a little, one sees that even true, peaceful sleep is sometimes a burden to bear after a hard struggle and hard work in life; but to lie in complete stillness without sleeping—and, while fully awake, to spend the night, as it were, calmly keeping vigil—that is what is nevertheless more enchanting, precisely because it is a matter of will, because there the human being is increasingly immersing themselves in the eternal. It simply must be a matter of will. It must not, at least for the most part, depend on mere physiological factors. Nevertheless, there is a karmic consolation for difficulty falling asleep and insomnia, for it actually points to future karma; it points to the future with regard to certain things.
