Esoteric Considerations of Karmic Connections
Volume VI
GA 240
28 January 1924, Zurich
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Karmic Relationships VI, tr. Osmond
Die Bedeutung der die Erde umgebenden Himmelskörper für das Leben des Menschen III
Lecture III
[ 1 ] (nach einer unvollständigen Nachschrift)
[ 1 ] (From an incomplete transcript)
[ 2 ] Wenn wir als Menschen die Welt um uns herum betrachten, dann finden wir als menschliche Umgebung zunächst alles dasjenige, was auf der Erde ist: die Wesen der verschiedenen Reiche der Erde, des mineralischen, des pflanzlichen, des tierischen Reiches, wir finden das Menschenreich, zu dem wir selber gehören, und wir finden alles dasjenige, was zu diesen Reichen hinzugehört, was aus ihnen gebildet wird: Berge, Flüsse, Wolken. Richten wir dann den Blick weiter hinaus in das Weltall, dann finden wir das Weltall übersät mit Sternen, Fixsternen, Planeten, und es wird wohl auch klar durch die anthroposophische Betrachtung, daß diese verschiedenen Sterne, ebenso wie unsere Erde, ihre Bewohner haben. Aber der Mensch findet, indem er zunächst seinen Blick sowohl in seine irdische Umgebung wie auch hinaus in die Weiten des Weltalls wendet, in dieser räumlichen Umgebung Wesenheiten, die nur mit einem Teil seines Selbstes etwas zu tun haben, Wir wissen ja aus den anthroposophischen Betrachtungen, daß wir Menschen gegliedert sind in einen physischen Leib, einen Ätherleib, einen Astralleib und ein Ich. Wir wissen, daß wir im Schlaf mit dem Ich und dem Astralleib uns trennen von dem physischen Leib und Ätherleib. Aber alles, was wir mit unseren Augen sehen, mit unseren Sinnen in der Welt wahrnehmen können, steht nur in Beziehung mit unserem physischen und unserem Ätherleib. Es steht zunächst in keiner Beziehung zu unserem Astralleib und zu unserem Ich. Nur zwei Sterne machen davon eine Ausnahme: die Sonne und der Mond. Die Sonne und der Mond sind ja ebenso von geistig-seelischen Wesenheiten bewohnt wie die Erde mit dem Menschen selbst. Aber auch die anderen Sterne des weiten Weltenalls sind von geistig-seelischen Wesenheiten bewohnt, nur hat der Mensch zu dem eigentlich Geistig-Seelischen der weiten Sterne zunächst nur eine sehr indirekte Beziehung während seines Lebens zwischen Geburt und Tod. Nur die beiden genannten Sterne, Sonne und Mond, machen davon eine Ausnahme. Sie sind gewissermaßen für uns Menschen die zwei Tore, durch die wir auch schon während des physischen Erdenlebens im Zusammenhang stehen mit der geistigen Welt. Und sie selbst, Sonne und Mond, stehen mit uns in Beziehung, und zwar so, daß die Sonne in Beziehung steht mit unserem Ich, der Mond mit unserem Astralleib. Wir werden uns nähern dem Verständnis desjenigen, was ich eben gesagt habe, wenn wir ein wenig auf dasjenige hinschauen, was wir in den Büchern und verschiedenen Zyklen ausgeführt finden.
[ 2 ] When we contemplate the world around us we find as our environment on Earth the beings of the mineral, plant, animal and human kingdoms, and whatever belongs to and is produced from these kingdoms—mountains, rivers, clouds and so forth. We look up to the heavens and as we contemplate the stars and the planets we shall realise as the result of anthroposophical study that, like the Earth, these different celestial bodies have their inhabitants. But as man turns his gaze to his earthly environment and also to the heavens, he finds in this spatial environment Beings who are connected with one part only of himself. We know from Anthroposophy that man is a fourfold being, composed of physical body, etheric body, astral body and Ego, and that in sleep the Ego and astral body separate from the physical and etheric bodies. But the Universe we perceive through our senses is related to our physical body only, not to our astral body or Ego. The only exceptions are two celestial bodies: the Sun and the Moon. The Sun and the Moon are the abodes of spiritual Beings just as the Earth is the abode of man. The other celestial bodies are also peopled by spiritual Beings but during his life between birth and death man is related to them in an indirect way only. In this respect the Sun and Moon are exceptions. They are the two gates or portals through which, in physical life on Earth too, men are linked with the spiritual world. The Sun is connected with our Ego, the Moon with our astral body. We shall begin to understand this if we turn to what has been said in the different books and lecture-courses.
[ 3 ] Aus ihnen wissen Sie, daß der Mond, der heute als Begleiter der Erde, aber frei, durch den Weltenraum wandelt, einmal mit der Erde in Verbindung war, daß er mit der Erde einen einzigen Körper dargestellt hat, daß er sich zu einem gewissen Zeitpunkte losgerissen hat von der Erde, hinausgegangen ist in das Weltall und nun im Weltall eine Art Kolonie der Erde bildet. Aber das ist nicht nur der Fall in bezug auf dasjenige, was als Erscheinung des Physischen des Mondes herunterschaut von ihm zu uns, es ist auch der Fall mit den Wesenheiten, die ihn bewohnen. Auch das wissen Sie, daß die Erde einmal bewohnt war nicht nur von Menschen, sondern von einer Art höherer Wesenheiten, welche die ersten großen Lehrer der Menschheit waren. Diese Wesenheiten waren nicht, wie die Menschen jetzt, in einem physischen Leibe, sondern nur in einem feinen ätherischen Leibe. Aber es gab doch einen Verkehr zwischen den Menschen und diesen Wesenheiten noch bis in die atlantische Zeitepoche hinein. Dieser Verkehr bestand darin, daß die Menschen dieser Urzeiten der Erde angehalten wurden, in einer gewissen Weise Stille in ihrem Gemüte walten zu lassen, nichts aus ihrer physischen Umgebung wahrzunehmen, sondern nur mit ruhiger Seele in vollständiger Gemütsruhe zu verharren. Und dann war es diesen Menschen der Urzeiten — uns selber, denn wir waren ja alle in unseren vorigen Erdenleben auf unserer Erde —, als ob von innen heraus diese Wesenheiten sprechen würden, und die Menschen fühlten und empfanden das als die Inspiration. Nicht so, wie wir einander Dinge mitteilen, teilten diese vorgerückten Wesenheiten den Menschen das mit, was sie ihnen mitzuteilen hatten, sondern auf die Art, wie ich es Ihnen angegeben habe. Die Menschen machten aus alledem die Werke einer wunderbaren Urweisheit. Der Mensch der Gegenwart ist ja im Grunde genommen so furchtbar hochmütig, er dünkt sich so grenzenlos gescheit. Er ist es ja auch im Vergleich mit dem Urmenschen, aber Gescheitheit allein führt eben nicht zur Weisheit, führt nicht zum Wissen. Gescheitheit kommt aus dem Verstande, und der Verstand ist nicht das einzige Werkzeug, das zum Wissen führt. Es waren tiefere Kräfte der Seele, welche in den Urzeiten die Menschen zum Wissen führten, das sie auch nicht in Verstandesformeln, nicht einmal in unserer philiströsen Grammatik — denn alle Grammatik ist philiströs — zum Ausdruck brachten, sondern in halb dichterischen Werken. Diese Urweisen, welche die Menschheit lehrten durch Inspiration dieser vorgerückten Wesenheiten, drückten aus in Werken, welche halbe Dichtung waren, in grenzenlos schönen, bildhaften Darstellungen dasjenige, was an äußeren Dokumenten bis auf unsere heutigen Zeiten erhalten geblieben ist. Nehmen wir die Vedenliteratur der Inder, die Jogaphilosophie, die Vedantaphilosophie, die persischen Urkunden, die ägyptischen Urkunden, alles das bewundern wir, und wir sind Toren, wenn wir es nicht bewundern. Je mehr man sich in die Dinge einlebt, je mehr man sich ihnen hingibt, desto mehr sagt man sich: Ja, wir sind heute gescheit, und diese alten Menschen waren nicht so gescheit, aber dasjenige, was sie als Wissen in einer wunderbar schönen poetischen Form dargestellt haben, ist tief, führt tief hinein in die Geheimnisse der Welt. Und die äußeren Dokumente, die wir schon so sehr bewundern, von denen wir erschüttert werden, wenn wir das Herz auf dem rechten Fleck haben, sie sind nur die letzten Reste desjenigen, was einmal durch mündliche Überlieferung in der Menschheit vorhanden war, was nur noch die Geisteswissenschaft ergründen kann an wunderbarer, uralter Urweisheit. Aber die Menschen sind sozusagen herausgewachsen aus dieser Urweisheit. Sie wären unmündig geblieben und nicht zur Freiheit eines Wissens durch eigene Kraft gekommen, wenn sie bei der Urweisheit stehengeblieben wären.
[ 3 ] You know that the Moon, now moving independently through cosmic space, was once united with the Earth; at a certain point of time it liberated itself and went out into the Universe where it now forms a kind of colony of the Earth. This applies not only to the physical Moon but also to the Beings who inhabit it. You know too that the Earth was once inhabited both by men and by certain higher Beings who were the first great Teachers of humanity. They were not incarnated in physical bodies as men are to-day but only in etheric bodies. Nevertheless intercourse between men and these Beings continued until the Atlantean epoch. In those primeval ages on Earth men were exhorted at certain times to maintain complete stillness and calm in their souls, to be oblivious of their physical environment. And then, in those primeval men—we ourselves, in fact, for we were all on Earth in previous lives—it was as if the Great Teachers spoke from within them and they felt this as Inspiration. These Beings did not communicate their messages and teachings to men as we communicate with one another to-day, but in the way I have indicated. Works giving expression to a wonderful, primordial wisdom were the fruits of this intercourse. Modern man is fundamentally arrogant, priding himself on being infinitely clever. And so indeed he is, in comparison with the men of those remote ages. But cleverness by itself leads neither to wisdom nor to real knowledge. Cleverness is due to the intellect and intellect is not the only instrument for acquiring knowledge. It was by deeper forces of the soul that men in primeval times were led to the knowledge which they did not express in intellectual phraseology or in terms of our pedantic grammar—for all grammar is pedantic—but in language that was half poetry. Beings at an advanced stage of evolution, the primeval sages who taught men through Inspiration, were the originators of works of supreme beauty, fragments of which have been preserved to this day. Only the dull-witted could fail to wonder at the Vedic literature, the Yoga and Vedanta philosophy of India, the lore of ancient Persia and Egypt. The more thoroughly we steep ourselves in these records, the more obvious it is that although we of the modern age are far cleverer than those ancient men, the knowledge they presented in a most beautiful, poetic form leads very deeply into world-mysteries. The scripts which fill us with such admiration and astonishment if our hearts are rightly attuned are only the last vestiges of the wonderful, primordial wisdom that once existed in humanity as oral tradition and that Spiritual Science alone is able to investigate. But men have outgrown this wisdom in its primal form. They would not have reached maturity nor achieved freedom in knowledge through their own efforts had they continued at the stage of that ancient wisdom.
[ 4 ] Damit aber hatten jene großen Urlehrer auch keine Aufgabe mehr auf der Erde. Sie verließen die Erde. Geradeso wie das Physische des Mondes in die Weiten des Weltalls hinausgegangen ist, so gingen mit dem Monde hinaus die großen Urlehrer. Sie bilden heute eine Art Weltenkolonie auf dem Monde, und derjenige, der mit Initiationswissenschaft den Mond betrachtet, findet ihn bevölkert von denjenigen weisen Wesenheiten, die einmal Genossen der Menschheit waren. Diese Wesenheiten, man kann ihre Weisheit noch ergründen, wenn man durch eine höhere Fortbildung dessen, was ich beschrieben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», dazu gelangt, sich mit diesen Mondwesen zu verständigen. Dann aber erfährt man etwas ganz Besonderes: Man erfährt von ihnen, daß sie heute, trotzdem sie nicht auf der Erde sind, für die Erde eine bedeutsame Aufgabe haben. Es ist schwer, mit irdischen Worten, die nicht dafür gebildet sind, auszudrücken, welche für die Menschheit so bedeutsame Aufgabe diese Mondwesen haben. Sie führen gewissermaßen Buch über die ganze Menschheitsvergangenheit, über jeden einzelnen Menschen. Nicht solche Bücher, wie wir sie in unseren Bibliotheken haben, aber doch etwas, was wir Bücher nennen können, und in diesen Büchern ist für jeden einzelnen Menschen dasjenige verzeichnet, was in seinen aufeinanderfolgenden Erdenleben von ihm erlebt worden ist. Den Mond kennenlernen heißt, die menschliche Vergangenheit kennenlernen. Wenn wir aus dem vorgeburtlichen Dasein, in dem wir sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, aus den Weltenweiten hinuntersteigen auf die Erde, dann gehen wir durch die Mondensphäre hindurch und dann werden wir innerlich berührt von demjenigen, was in der großen Buchhaltung der Mondweisen über unsere Vergangenheit aufgezeichnet ist. Diese unsere Vergangenheit wird, bevor wir heruntersteigen auf die Erde, unserem astralischen Leibe eingeprägt. In unserem astralischen Leibe, den wir herunterbringen in das irdische Dasein, finden wir die Einzeichnungen dieser Mondenwesen. Das geht unter gewöhnlichen Verhältnissen nicht bis in unseren Kopf herein. Der Kopf ist für die meisten Dinge während seiner Erdenzeit überhaupt kein so außerordentlich wichtiges Organ. Er ist es für die äußeren materiellen Begriffe und Ideen. Dasjenige, was von den Mondenwesen eingezeichnet wird in die menschliche Wesenheit in der letzten Stufe ihres Heruntersteigens vom Weltenall auf die Erde, das ist sogar — der Mensch mag es glauben oder nicht — eingezeichnet in denjenigen Teil unseres menschlichen Wesens, den wir die geistige Seite unseres Gliedmaßen-Stoffwechselmenschen nennen. Ganz im Unterbewußtsein ruht es daher, aber es ist da, geht in das Wachstum über, geht in die Gesundheit über, und namentlich geht es über in dasjenige, was ich nennen möchte die Heilbarkeit eines Menschen, wenn er auf der Erde erkrankt. Es ist ja natürlich eine wichtige Angelegenheit, kennenzulernen, was das Wesen der Krankheit ist, aber eine viel wichtigere Angelegenheit ist es, kennenzulernen, wie man heilt. Nun ist schon übersinnliche Erkenntnis ein wesentliches Hilfsmittel beim Erkennen der Wesenheit der Krankheit; das ist aber die Kenntnis desjenigen, was auf diese Art in Wachstum, in den Ernährungskräften, in den Atmungskräften eingezeichnet liegt aus der Akasha-Chronik der Mondwesen. Das ist dasjenige, was macht, daß der Mensch größeren oder geringeren Widerstand einer Heilung für irgendeine Krankheit entgegensetzt. Der eine Mensch wird leichter, der andere schwerer geheilt. Das hängt ganz davon ab, wie aus seinem Karma heraus, aus seinem vorigen Erdenleben, diese Einzeichnungen getroffen werden.
[ 4 ] The great Teachers, having fulfilled their task, left the Earth together with the Moon which as a physical planet had gone out into the Universe. Today the great Teachers form a kind of spiritual colony on the Moon and a seer who investigates the Moon with the help of Initiation-Science finds it peopled by those wise Beings who were once the companions of men. The wisdom of these Beings can even now be investigated through a higher development of the faculties described in the book Knowledge of the Higher Worlds. These Beings have an important task to perform for humanity—a task which it is difficult to describe in earthly words. The Moon Beings keep the “books,” the records, of the whole past of humanity and of every individual man. These books are not, of course, anything in the least like the volumes in our libraries but this designation is nevertheless justifiable. The “books” contain records of what every individual human being has experienced in his successive earthly lives. When we are descending from the Cosmos to the Earth from the existence stretching between death and a new birth, we come into inner contact with the records of our past in these great “books” kept by the Moon sages. Before we arrive on the Earth, this past is imprinted in the astral body we bring with us into earthly existence and in that astral body are the “entries” made by the Moon Beings. In ordinary circumstances these entries do not reach the head. During earthly life the head is by no means an organ of outstanding importance, although it is, of course, essential for the concepts and ideas relating to outer, material existence. What is inscribed into man during the final stage of his descent from the Cosmos to the Earth is inscribed—believe it or not as you will—into the part of him we call the spiritual side of the metabolic-limb system. The inscriptions therefore lie deep down in the unconscious, but they are actually there and they pass over into the process of growth, into the health and above all they determine what I will call the “curability” (Heilbarkeit) of a human being when he is ill on Earth. It is obviously important to understand the nature of illness but even more important to understand how to heal. Supersensible knowledge itself is an essential help, for this reveals what has been inscribed from the Akasha Chronicle by the Moon Beings into the forces of the process of growth, into the forces of nourishment, into the forces of breathing, and so on. It is these inscriptions that determine whether a man puts up strong or only slight resistance to the healing of an illness. One individual will be easily healed, another only with difficulty. This is entirely dependent upon how the karma from previous earthly lives makes it possible for the inscriptions to take effect.
[ 5 ] Sehen Sie, wenn wir hinschauen auf dasjenige, was der Mond da draußen mit seinen Bewohnern für uns Erdenmenschen ist, so kommen wir darauf, zu sagen: Er hängt innig zusammen mit allem demjenigen, was unsere Vergangenheit ist, die zurückreicht auf die vorhergehenden Erdenleben. Das Mondendasein richtig verstehen, wie es da draußen in den Weiten des Weltalls existiert, heißt, auf der Erde fühlen und empfinden die Vergangenheit der Menschen. Nun setzt sich das menschliche Schicksal zusammen aus demjenigen, was wir herübertragen aus dem vorigen Erdenleben, also aus unserer Vergangenheit, und dem, was wir während unseres Lebens in der Gegenwart erfahren können. Und aus demjenigen, was in der Gegenwart erfahren werden kann, zusammen mit unserer Vergangenheit, bildet sich das Schicksal weiter in die Zukunft hinein in die folgenden Erdenleben. Kosmisch betrachtet, erscheint uns also der Mond mit seinen Wesenheiten als dasjenige, was unsere Vergangenheit in unserem Schicksal zimmert.
[ 5 ] When we think about what the Moon, together with the Beings who inhabit it spiritually, means for us on the Earth, we are finally led to say that the Moon is intimately connected with our past, with our previous earthly lives. To understand what the Moon existence out yonder in cosmic space means on Earth is to have intuitive perception of man's past. Destiny is formed out of what we bring over from our previous earthly life, that is to say, from our past, and what we experience during the present life. And out of what can be experienced in the present life, together with our past, our future destiny takes shape. In its cosmic aspect, therefore, the Moon with its Beings is revealed as the power which carves the pattern of our past in our destiny.
[ 6 ] Sie sehen daraus, wie wenig die gegenwärtige Erkenntnis weiß von dem, was eigentlich die Weltenkörper draußen sind. Die physikalische Erkenntnis des Mondes, an die wir heute gewohnt sind, ist im Grunde eigentlich gar keine Erkenntnis. Derjenige, der den Mond heute physikalisch beschreibt, der denkt sich, daß das, was er auf den Mondkarten als Gebirge abgebildet findet, immer schon dagewesen sei. Es ist naiv, das zu glauben. Die Mondenwesen waren immer da, das GeistigSeelische des Mondes war da, nicht aber die physische Materie. Sie werden es sich klarmachen können, wenn Sie auf den Menschen selber schauen. Der Mensch tauscht im Laufe seines Erdenlebens seine physischen Stoffe fortwährend aus. Nach sieben bis acht Jahren haben wir nichts mehr von dem Stofflichen, was wir in uns tragen, in uns. Es ist alles ersetzt. Was in uns geblieben ist, ist das Geistig-Seelische, und so ist es auch bei den Weltenkörpern. Sie können heute auf den Mond hinaufschauen: Sein Stoff, wenn er auch länger dauernd ist als der menschliche Stoff, ist im Laufe der Zeiten ein ganz anderer geworden; nur das Geistig-Seelische bleibt. Man bekommt eben, wenn man diese Dinge ins Auge faßt, eine ganz andere Ansicht über das Weltall, als man sie hat aus dem, was heute materielle Erkenntnis ist. Diese materielle Erkenntnis ist ja außerordentlich klug, gescheit und verständig, sie kann vor allen Dingen rechnen, und sie rechnet todsicher. Die Rechnungen sind immer richtig, aber sie sind nicht wahr. Sehen Sie, es rechne heute einer aus die Struktur des Herzens. Er beobachtet sie heute, und in einem Monat beobachtet er sie wieder: Sie hat sich verändert, nicht viel. In einem weiteren Monat auch wieder nicht viel, und dann schaut er nach, wieviel sich das Herz verändert hat in einem Jahr. Er braucht nur zu multiplizieren, so hat er es für zehn Jahre. Er kann ausrechnen, wie das Herz vor dreihundert Jahren war, wie es in dreihundert Jahren sein wird, und die Rechnung wird sicher stimmen. Nur war das Herz vor dreihundert Jahren nicht da und wird in dreihundert Jahren nicht da sein. So wird es auch in bezug auf andere Dinge gemacht. Die Rechnungen stimmen immer, aber sie stimmen nicht mit der Wirklichkeit überein. So ist es auch in bezug auf das äußere Substantielle der Himmelskörper. Sie wechseln ihre Substanz, aber das Geistig-Seelische bleibt. Und für den Mond ist dieses Geistig-Seelische dasjenige, was durch die großen Registratoren unseres vergangenen Lebens in unser Schicksal einverwoben wird, was eben zusammenhängt mit einem Teil dieses unseres Schicksalgewebes als Mensch.
[ 6 ] You will realise from this how little is known to-day about the true functions of the celestial bodies. Information about the Moon such as we are accustomed to hear from the physical sciences to-day is not knowledge in the true sense. A modern physicist who purports to describe the Moon assumes that the mountain ranges depicted on lunar maps were always there. This is a very naive belief. The Moon Beings themselves were always there, the soul-and-spirit belonging to the Moon was always there, but not the physical substance. You will be able to understand this by thinking of man himself. In the course of a man's earthly life the physical substances in his body are perpetually changing. After a period of seven to eight years, all the substances originally within us have been replaced. What has remained is the soul-and-spirit, and the same applies to the heavenly bodies. The substance of the Moon, although of longer duration than the substance of the human body, has all changed in the course of the ages; spirit-and-soul alone has remained. With these things in mind, our view of the Universe is altogether different from that presented by the material knowledge of to-day. This knowledge is extremely astute, highly intellectual; above all it can calculate with deadly accuracy. The calculations are accurate—but they are not true. Suppose someone makes calculations about the structure of the heart. He scrutinises it to-day and again in a month's time. It has changed, very slightly. After another month the change is again slight, and then he works out to what extent the heart changes in a year. He need only multiply and he has the figure for ten years. He can calculate what the measurements of the heart were three hundred years ago, and what they will be three hundred years from now. The calculations will certainly be correct. Only—the heart did not exist three hundred years ago, nor will it exist three hundred years hence! The same procedure is adopted in other cases. The calculations are invariably correct but they do not tally with the reality! The same applies to the outer substantiality of the heavenly bodies. Their substance changes but the element of soul-and-spirit remains. And in the case of the Moon it is this element of soul-and-spirit that is woven into our destiny by the great Recorders of our past life and therefore constitutes part of the web of our destiny.
[ 7 ] So ist der Mond in der Tat das eine der Tore, die den Menschen hinweisen in die geistige Welt, aus der heraus sein Schicksal gewoben wird von Wesenheiten, welche einmal unsere weisen Genossen auf der Erde waren in jener Zeit, wo die Menschen aus einem Instinkt heraus sich selbst ihr Schicksal gewoben haben. Jetzt ist das Weben des Schicksals ganz im Unterbewußten. Wir werden nachher noch weiter darüber hören.
[ 7 ] So the Moon is in truth one of the portals showing man the way into the spiritual world—the world out of which his destiny is woven by Beings who were once his wise companions of the Earth in times when men themselves wove their destiny instinctively. The weaving of destiny now takes place entirely in the subconscious.
[ 8 ] Es gibt noch ein anderes Tor hinüber in die geistige Welt: das ist die Sonne. Wenn man durch Initiationswissenschaft die Sonne kennenlernt, dann trifft man nicht Wesenheiten, welche zusammenhängen mit unserer Erde selber wie die Mondwesenheiten; man trifft nicht Wesenheiten in der Sonne, die einmal die Erde bewohnt haben. Man trifft diejenigen Wesenheiten, die Sie bezeichnet finden in meiner «Geheimwissenschaft» als Angeloi und die höheren Wesenheiten in den Hierarchien. Wenn ich sage «in der Sonne», so müssen Sie sich natürlich solche in der ganzen Sphäre der Sonne, in der ganzen Lichtflut, die von der Sonne ausgeht, vorstellen. Die Sonne ist der Wohnsitz der Angeloi, Engel, jener Wesenheiten, von denen je eine immer zusammenhängt mit einem Menschenindividuum. Und wir Menschen hängen schon einmal mit Bezug auf unser Ich mit diesen höheren Individuen zusammen, und wir hängen durch das Sonnendasein mit diesen höheren Individuen zusammen. Die Angeloi sind gewissermaßen die kosmischen Vorbilder des Menschen, denn der Mensch wird einmal die Rangstufe der Angeloi erreichen. Auf der Sonne leben diejenigen Wesenheiten, denen wir uns hinsichtlich ihrer Beschaffenheit selber nähern. Daraus werden Sie schon entnehmen, daß ebenso, wie mit dem Mondendasein unsere Vergangenheit, so mit dem Sonnendasein unsere Zukunft zusammenhängt. Mond und Sonne stellen eine Welt unserer Vergangenheit und unserer Zukunft dar, und wenn wir auf der einen Seite sehen, daß die Mondenwesen die Buchhalter unserer Vergangenheit sind, daß gewissermaßen unsere vergangenen Erdenleben auf den Blättern ihrer Bücher eingezeichnet sind, so wird uns durch die Initiationswissenschaft klar, daß wir zu den Angeloi, Engeln, hinschauen müssen, wenn wir uns um unsere Zukunft kümmern, Wir tun ja fortwährend etwas, vielleicht nicht alle, aber die meisten Menschen müssen ja etwas tun. Geradeso wie dasjenige, was wir in der Vergangenheit getan haben, in unser gegenwärtiges Leben hineinwirkt, so müssen diejenigen Dinge, die wir in der Gegenwart tun, in die Zukunft hineinwirken. Sie können aber nur dadurch in die Zukunft hineinwirken, daß gewissermaßen die Angeloi hinlenken ihre Seelenblicke auf dasjenige, was der Mensch in der Gegenwart tut, und es zur Wirkung bringen in der Zukunft. Es ist eine sehr gute Empfindung, wenn man mit diesem Berufe der Angeloi in der Welt rechnet. Wir vollbringen ja manches, was in der Zukunft Früchte tragen soll. Die Gegenwartsmenschheit ist in bezug auf solche Dinge furchtbar gedankenlos geworden. Sie sollte solche Dinge ins Auge fassen, und wenn der Mensch irgend etwas tut, so soll er an seinen Angelos denken, etwa so: «Mein schützender Geist empfange dasjenige, was meine Tat ist, als eine Wurzel und bringe Früchte daraus hervor.» Je bildlicher, je anschaulicher ein Mensch also anknüpft eine solche Ansprache an seinen Angelos für Taten, die in der Zukunft Früchte tragen sollen, desto mehr wird von diesen Früchten in der Zukunft vorhanden sein können. — So also, wie die Mondenwesen unser vergangenes Schicksal aufbewahren, so weben fortwährend die Sonnenwesen neues Schicksal in die Zukunft hinein. In Wahrheit wird nicht nur das äußere physische Sonnenlicht von der Sonne auf die Erde hinuntergeschickt, nicht nur der äußere Mondenschein; sondern wenn wir mit geistigen Blicken hinschauen zu Sonne und Mond, so wissen wir, daß der Mond in Zusammenhang steht mit unserem astralischen Leibe. Durch diese Beziehung zu unserem astralischen Leibe ist der Mond der Ausgangspunkt für alles dasjenige, was aus unserer Vergangenheit heraus in unser Schicksal hineinverwoben wird. Die Sonne steht in Zusammenhang mit unserem Ich, und durch die Wesenheiten, die uns ein Vorbild sind für unsere kosmische Zukunft, steht die Sonne in Beziehung zu dem, was unser zukünftiges Schicksal ist. So weben sich in Sonne und Mond, die miteinander äußerlich in Lichtwirkung stehen, im Bilde in der Wechselbeziehung von Sonne und Mond die himmlischen Spiegelbilder unseres Schicksals.
[ 8 ] Still another portal leads into the spiritual world: it is the portal of the Sun. When through Initiation-science we acquire knowledge of the Sun, the Beings we encounter are not connected with the Earth in the same way as the Moon Beings; in the Sun sphere we do not encounter Beings who once had their abode on the Earth. The Beings we encounter in the Sun are referred to in the book Occult Science as the Angeloi and the higher Beings of the Hierarchies. When I say “in the Sun,” you must of course picture such Beings in the whole Sun sphere, in the flood of light radiating from the Sun. The Sun is the abode of the Angeloi, one of whom is always connected with an individual human being. We ourselves, in respect of our Ego are connected with these higher Beings through our Sun existence. The Angeloi are in a certain sense the cosmic prototypes of men, for in future times man will attain their rank. These Beings, with whose nature we ourselves have a certain relationship, have their abode in the Sun sphere. From this you will realise that just as our past is connected with the Moon existence, so is our future connected with the Sun existence. Moon and Sun represent our past and our future. When we know on the one side that the Moon Beings are the “bookkeepers,” the “recorders” of our past, that records of our past earthly lives are inscribed, as it were, on the leaves of their books, Initiation-Science makes it clear that we must turn to the Angeloi when we give any thought to our future. Just as what we have done in the past works on into our present life, the things we do in the present must work on into the future. But this is possible only through the Angeloi who direct their gaze to a man's present deeds and bring them to effect in the future. It is good and right to take account of this function of the Angeloi. We do many things that ought to bear fruit in the future. Humanity of the present age has become sadly thoughtless about such matters. When a man has performed some deed he should think of his Angelos, saying inwardly: “May my Guardian Spirit receive this my deed as a root and from it bring forth fruit.” The more definite and vivid the imagery used when a man addresses his Angelos in connection with deeds which should subsequently bear fruit, the more abundant this fruit can be in the future. And so the Moon Beings preserve our past destiny and the Sun Beings weave new destiny for the future. It is not outer, physical light alone that the Sun and Moon send down to the Earth. Being connected as it is with our astral body, the Moon provides the initial impulse whereby everything from our past is woven into our destiny. The Sun is connected with our Ego and through the Beings who are a prototype of our future cosmic existence, has to do with our future destiny. And so the heavenly mirror-pictures of our destiny are images of the relationship between Sun and Moon.
[ 9 ] Die Initiationswissenschaft liefert in dieser Beziehung eine wirkliche Erklärung dieses Tatbestandes. Wenn derjenige, der wirklich so weit gekommen ist, wie es nötig ist — ich habe es in meinem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben —, den Vollmond betrachtet, dann sieht er nicht nur das, was das menschliche Bewußtsein sieht, sondern er sieht vor allen Dingen im mitgeteilten Lichte sein vergangenes Schicksal, den Inhalt seines vergangenen Erdenlebens. Und wenn er den entsprechenden Geistesblick geschärft hat und er schaut hin an eine Stelle, wo der Neumond ist, den man nicht sieht mit dem physischen Auge, dann wird ihm dasjenige, was ihm jetzt aus dem dunklen Neumond entgegenfinstert, entgegenschattet, der große Mahner aus seinem Schicksal heraus, der ihm zuruft, wie er sich gegenüber Dingen seiner Vergangenheit im vorigen Erdenleben zu verhalten hat, um sie wieder auszugleichen in der karmischen Entwickelung.
[ 9 ] Initiation-Science explains and confirms these facts. When a man has achieved the necessary degree of development as I have described it in the book Knowledge of the Higher Worlds, he then sees, when he contemplates the Full Moon, not only what normal consciousness sees. In the light of the Full Moon he perceives his past destiny, the content of his previous earthly life. And when with enhanced spiritual vision he focuses his gaze upon the place occupied by the dark, physically invisible New Moon, its dark shadow becomes for him the great Admonisher formed by his destiny, proclaiming to him what his attitude must be to actions in his previous earthly life in order that he may make compensation for them in the further course of his karma.
[ 10 ] In einer ähnlichen Beziehung kann der Mensch zur Sonne stehen. Auch da kann er dasjenige, was ihm winkt an künftigen Schicksalsbestimmungen, wenigstens im allgemeinen, wenn auch nicht im speziellen, ahnen. Wenn wir jetzt vom Kosmischen absehen und hinschauen auf den Menschen selber, dann finden wir ja das menschliche Schicksal wirklich in wunderbarer Weise aus zwei Elementen heraus gewoben.
[ 10 ] It is possible for a man to establish a similar relationship with the Sun. This enables him to have an inkling of future destinies—a general glimpse, at least, without specific details. If we now turn from the cosmic aspect to man himself, we find that human destiny is woven in a wonderful way out of two kinds of circumstances.
[ 11 ] Wenn zwei Menschen, sagen wir der eine in seinem fünfundzwanzigsten, der andere in seinem dreißigsten Jahre, einander begegnen, so kann der Fall eintreten — er wird es nicht immer —, daß, wenn der eine oder der andere zurückblickt auf sein bisheriges Erdenleben, ihm ganz klar wird: sie haben ihre Lebenswege so durchgemacht, als ob sie einander gesucht hätten. Es ist nur eine Gedankenlosigkeit, wenn wir auf solche Dinge nicht aufmerksam werden. Schon das Kind hat die Richtung des Weges genommen, der es dahin führen mußte, wo es den anderen Menschen trifft, und der andere Mensch hat auch diesen Weg genommen, und alles dasjenige, bis zum gemeinsamen Treffpunkt, es hat sich im Unterbewußten vollzogen. Aber was hat denn im Unterbewußten gewirkt? Wenn der eine der A ist und der andere der B, so ist der A hinuntergestiegen durch die Mondensphäre, bevor er das Erdenleben betreten hat. Die Mondenwesen haben in die Bücher, auch in den astralischen Leib dasjenige eingezeichnet, was er gemeinsam hatte im vergangenen Erdenleben mit dem B, und diese Eintragungen in die Akasha-Mondchronik, die haben den Weg beeinflußt, ebenso bei dem B. Von dem Momente an, wo sich die beiden Menschen treffen, hört das Unterbewußte auf, die alleinige Bedeutung zu haben, denn dann werden die Menschen einander ansichtig. Sie machen aufeinander einen Eindruck. Sie werden einander sympathisch oder antipathisch. Es wirkt nicht mehr eine Konservierung des Vergangenen, es wirkt nun die Gegenwart. Es treten die Angeloi ein und führen die Menschen dann weiter. Da tritt das Sonnendasein in seine Kraft, so daß wirklich im Inneren des Menschen Sonne und Mond zusammen das Schicksal des Menschen weben. Das ist ja, im Grunde genommen, recht genau wahrzunehmen, wenn man nur sinnig auf das Menschenleben hinschaut.
[ 11 ] When two individuals meet each other, one of them, let us say, in his twenty-fifth year, the other in his thirtieth, it may be the case—not, of course, always—that when the one or the other looks back over his life up to this point he realises with absolute certainty that each of them has pursued his path of life as though they were deliberately seeking for one another. To ignore such things simply denotes lack of thought. The child had already set out upon the path that led inevitably to the other human being and the latter's path too led to the common meeting-point. All this took place in the subconscious realm—but what has been at work there? Think of the one individual as A and the other as B. Before entering into earthly life, A descended through the Moon sphere. The Moon Beings had inscribed in their records and also into his astral body, what he had experienced in common with B in the past earthly life, and these entries made by the Moon Beings in the Akasha Chronicle influenced the paths taken by both A and B. From the moment they meet, the subconscious is no longer all-important, for the two now come face to face and make a certain impression on one another. This is not a case of conservation of the past; it is the present that is now at work. The Angeloi intervene and lead the individuals concerned to further stages. The forces of Sun existence are now operating, so that within a man's inmost being, Sun and Moon together weave his destiny. This can be clearly visualised by thoughtful perception of the course of human life.
[ 12 ] Nehmen Sie einmal zwei Menschen, die sich irgendwo begegnen. Der Eindruck, den sie aufeinander machen, kann sehr verschiedenartig sein. Es gibt Fälle, wo zwei Menschen sich treffen, und es ist wirklich so, daß der eine Mensch den anderen ganz in seinen Willen, in sein Gemüt aufnimmt. Dieses Aufnehmen ins Gemüt, das ist in einem hohen Grade unbeeinflußt von dem persönlichen Eindruck. Bloße Verständlinge haben eben nicht viel Verständnis für dasjenige, was da innerlich vorhanden ist, denn es gehört ja wirklich zum Wunderbarsten, wenn man einmal sieht, wie ein Mensch dem anderen gegenübertritt. Einmal nimmt wirklich der A den B so in seinen Willen auf, daß er sagt: Ich möchte es selber ausführen, was der B tut: Wie es ihm gefällt, so gefällt es auch mir. Nun ist aber der B häßlich, und man kann nicht begreifen, daß der B dem A gefällt. Sehen Sie, die Anziehung von B zum A wird nicht gebildet durch den Verstand, auch nicht durch die Sinneseindrücke, sondern durch die tiefen seelischen Kräfte: durch den Willen und dasjenige, was vom Willen ins Gemüt geht. Da mag der andere noch so häßlich sein, die Häßlichkeit hat er erst im gegenwärtigen Erdenleben bekommen. Dasjenige, was die beiden verbindet, hat seinen Ursprung in demjenigen, was sie gemeinsam durchlebt haben im vorherigen Erdenleben. Beim äußeren Anblick meint man, die beiden Menschen passen doch gar nicht zusammen; aber dasjenige, was sie in ihrem Unterbewußtsein haben, das führt ihre Willen zusammen. Das zeigt sich oftmals schon in der Kindheit. Wie sehr ist man als Kind schon darauf aus, so zu sein wie «er», so zu wollen wie «er», so zu fühlen wie «er». Dann ist eine karmische Beziehung vorhanden.
[ 12 ] When two individuals meet, the impression they make upon each other may be intrinsically different. There are cases where one of the two takes the other right into the sphere of his will, of his feelings. The outer, personal impression has had little influence here. Intellectualists have no understanding of what is going on inwardly in such cases, for one of the most wonderful experiences imaginable is to see what kind of relationship is formed when two human beings come across each other for the first time. It may happen that A takes B into the sphere of his will by saying to himself: What B does I want to do myself; what pleases him, also pleases me.—Now B may be unsightly and unattractive and nobody can conceive that he could possibly be pleasing to A.—You see, the attraction in this case is not caused by the reasoning mind or by the sense-impressions, but by the deeper forces of the soul—by the will and what goes from the will into the heart. However unsightly the other may be, he has become so only in the present earthly life. The origin of the bond between the two lies in the experiences they shared in the previous life. Seen from outside it seems that the two cannot possibly live in harmony, but the fact is that what is present subconsciously in each of them leads their wills together. Even in childhood this often becomes evident. A child tries so hard to be like “him,” to have the same wishes as “he” has, to feel as “he” feels. A karmic connection is certainly present in such circumstances.
[ 13 ] Dies ist eine Art, wie Menschen im Leben einander begegnen, und würde man auf diese Art recht aufmerksam sein, wie man es einmal in einer gar nicht fernen Zukunft sein wird, wo man wieder mehr auf das Innere des Menschen sehen wird, dann würde in diesen Fällen, in der Art und Weise, wie ein Wille pulsiert, zu erkennen sein, daß man schon mit Menschen vergangene Erdenleben durchgemacht hat, und unterbewußte Seelenkräfte sagen etwas darüber aus, was man mit einem Menschen im vergangenen Erdenleben durchgemacht hat.
[ 13 ] That is one kind of meeting between individuals and if they were alive to such happenings—as will inevitably be the case in a by no means distant future, when more attention will be paid to man's inner nature—the working of the will would indicate that past earthly lives have already been spent in company with such individuals; moreover subconscious soul-forces give hints of experiences shared with others in the past incarnation.
[ 14 ] Der andere Fall ist der, daß man irgendeinen Menschen trifft, bei dem sich kein solches Verhältnis zwischen den Willen einstellt, sondern gerade ein solches, wo der ästhetische oder der Verstandeseindruck das Maßgebende ist. Wie oft kommt es vor, daß ein A einen B kennenlernt und dann nicht im Tone jener Begeisterung oder des Abscheus von ihm redet, in dem man redet von einem Menschen, mit dem man früher karmisch verbunden war. Man lobt vielleicht einen solchen Menschen, mit dem man nicht karmisch verbunden ist, findet ihn nett, einen Prachtskerl, aber er geht nicht in den Willen hinein, sondern nur in den Verstand, in den ästhetischen Sinn.
[ 14 ] The other kind of meeting is this.—One individual comes across another but no relationship whatever is established between their wills; the aesthetic or mental impression is predominant. How often it happens that a man A makes the acquaintance of man B, but does not afterwards refer to him with the warmth or abhorrence with which he speaks of someone with whom he has a karmic connection from earlier times. One may praise an individual with whom there is no karmic tie, one may appreciate him, consider him a splendid fellow, but he makes no effect upon the will—he makes an effect only upon the mind, upon the aesthetic sense.
[ 15 ] Das ist die zweite Art, wie man mit Menschen zusammentrifft. Geht dasjenige, was zwei Menschen als Wirkung aufeinander ausüben, bis in den Willen, in das Gemüt, in den Charakter hinein, dann liegt eine karmische Zusammengehörigkeit vor, dann sind die beiden Menschen zusammengeführt durch gemeinsame Erlebnisse im vergangenen Erdenleben. Geht von einem Menschen ein Impuls aus, der nur bis in den Verstand, den ästhetischen Sinn hineinreicht, so daß uns der Mensch nur gefällt, nur mißfällt, dann liegt nicht etwas vor, was der Mond gemacht hat, sondern was die Sonne erst gegenwärtig macht und was erst eine Fortsetzung in der Zukunft finden wird. So daß man also durch ein sinniges Betrachten des Menschen dazu kommen kann, zu empfinden, wo karmische Beziehungen vorliegen.
[ 15 ] That is the second kind of meeting between individuals. If the effect made by the two upon each other reaches into the will, into the heart, into the inmost nature, then a karmic connection exists; the two individuals have been led to each other as the result of common experiences in the past earthly life. If an effect made by another person reaches only into the intellect, into the aesthetic sense, this is not an outcome of the Moon's activity, but a situation brought about by the Sun and one that will have its sequel only in the future. And so through a thoughtful, observant study of human life we can learn to perceive the signs of karmic connections.
[ 16 ] Nun sehen Sie, dasjenige, was ich Ihnen erzählt habe, ist eben etwas, was an Erkenntnis der Welt gewonnen werden kann durch Anthroposophie, und geradeso wie man keinesfalls selbst Künstler zu sein braucht, um ein Bild schön zu finden, so wenig braucht man selbst Initiierter zu sein, um die Dinge zu verstehen. Man kann die Dinge verstehen, weil die Ideen miteinander zusammenstimmen. Es gibt Leute, die sagen: Was geht uns die ganze geistige Welt an, man kann sie erst verstehen, wenn man darin ist. — Das sagen die Leute aus dem Grunde, weil sie heute gewohnt sind, einen Beweis nur dasjenige zu nennen, was sich sinnlich-handgreiflich beweisen läßt. Solche Menschen gleichen Toren, die sagen: Alles, was in der Welt ist, muß gestützt werden, sonst fällt es zur Erde. Es könnte ja einer kommen und sagen: Die Erde, der Mond, die Sonne sind im Weltenraum draußen, aber sie müssen doch eine Stütze haben, damit sie nicht herabfallen. Er weiß nicht, daß die Weltenkörper keine Stütze brauchen, weil sie sich gegenseitig stützen. Auf solches Verständnis ist die Anthroposophie angewiesen. Bei ihr können die Ideen nicht gestützt werden durch äußerliche Handgreiflichkeiten, aber gegenseitig stützen sie sich. Lesen Sie zunächst ein einziges anthroposophisches Buch, dann kann es vorkommen, weil Sie gewohnt sind, alles handgreiflich bewiesen zu sehen, daß Sie es weglegen, weil darin nichts bewiesen ist. Lesen Sie aber immer mehr und mehr, so werden Sie finden, daß die Ideen sich gegenseitig stützen und halten wie die Weltenkörper. Man kann schon die Dinge verstehen, auch wenn man nicht ein Initiierter ist, aber durch die Initiationswissenschaft werden die Dinge noch wesentlich dichter. Sie werden in einer anderen Weise erlebt. Daher kann derjenige, der weit genug gekommen ist, auch noch in einer anderen Form sprechen über dieses aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Gewobene des menschlichen Schicksals. Derjenige, der die Initiation auf einer gewissen Stufe durchgemacht hat, bei dem werden die Erlebnisse viel konkreter. Vor Ihnen steht ein Mensch, er spricht zu Ihnen, er erzählt Ihnen etwas, Sie hören es. Der Initiierte kann, wie das Äußere gehört wird, auch das Innere hören, die geistige Sprache, die nicht minder deutlich ist als die menschliche Sprache. Mit aller Deutlichkeit, wie Menschen zu Ihnen sprechen, spricht für den Initiierten der Mensch, mit dem er karmisch in der Vergangenheit verbunden war und den er im gegenwärtigen Leben trifft. Er hört eine innere Sprache. Sie werden sagen, dann hat ja der Initiierte ein ganzes Bündel von Menschen in sich, von denen der eine mehr, der andere weniger deutlich zu ihm spricht. Das ist auch der Fall. Aber es ist das zu gleicher Zeit der anschauliche Beweis für die Art und Weise, wie man das vorherige Erdenleben zugebracht hat. Ich sagte, die großen Registratoren, die Mondwesen tragen das Schicksal ein; aber in dem Augenblick, wo der Initiierte einen anderen Menschen, mit dem er im vorherigen Erdenleben karmisch verbunden war, trifft, wird er wie vom Vollmondslicht beschienen von den Eintragungen des anderen Menschen, mit dem er karmisch verbunden ist. Was wir gegenwärtig denken und tun, das spricht nicht zu uns, aber nach einer gewissen Zeit, nach einer gar nicht so langen Zeit, wird dasjenige, was wir getan haben, was auf dem Monde registriert ist, sprechend und lebendig. Die Akashabilder sind Lebensbilder: trifft man auf den Inhalt eines vergangenen Erdenlebens, lernen Sie sich selber kennen und lernen einen anderen Menschen kennen. Das Gemeinsame des vergangenen Erdenlebens lebt wieder auf, daher ist es kein Wunder, daß man dieses Wiederauflebende auch im anderen Menschen von innen heraus sprechen hört. Man ist innig mit demjenigen zusammen, mit dem man im vorherigen Erdenleben zusammen war. Das wird der Weg der Menschen in die Zukunft hinein sein: Die Menschen werden sich zunächst ein feines Gefühl dafür aneignen müssen, damit ihr Wille erlebt wird im Treffen eines anderen Menschen, so daß sie diesen Menschen fühlen. In einem Zeitraum, der etwa sieben- bis neuntausend Jahre in der Zukunft liegt, werden die Menschen alle auf der Erde die anderen Menschen, mit denen sie karmisch verbunden sind, in ihrem Inneren sprechen hören.
[ 16 ] What I have now told you is a fruit of knowledge attainable through Anthroposophy, and just as nobody need himself be an artist to see beauty in a picture, as little need a man himself be an Initiate to understand these things. They can be understood because the ideas harmonise. There are people who say: The spiritual world is no concern of ours; we shall understand it only when we are actually in it.—They say this because they are accustomed nowadays to accept as proof only what can be confirmed in a material, physical way. Such people are like dunderheads who say: Everything in the wide world must be supported—otherwise it falls down; the Earth, the Moon, the Sun—all have their places in cosmic space but they must have supports to prevent them from falling! Such people do not know that the cosmic bodies mutually support each other. Anthroposophy calls for this kind of understanding. Its ideas cannot be supported by external, physical proofs, but for all that they mutually support each other. When you read an anthroposophical book for the first time, you may lay it aside because you are accustomed to find everything proved up to the hilt and in this book there are no such proofs. But if you read on you will find that like the cosmic bodies the ideas support and sustain each other. The teachings can be understood even when one is not an Initiate, but through Initiation-Science they become much more concretely real and are experienced differently. Therefore someone who is sufficiently advanced is able to speak in a different way about the web of human destiny that is woven out of the past, the present and the future. The experiences of a person who has reached a certain stage of Initiation become much more concrete.—Suppose that somebody is standing in front of you; he tells you something and you hear it clearly. An Initiate can hear the inner voice as well as the outer; he can hear the spiritual speech which is no less clear than ordinary human speech. A person with whom an Initiate was karmically connected in the past and whom he meets in the present life, speaks to him as clearly and unambiguously as people speak in the ordinary way. The Initiate hears an inner speech. You will say: then an Initiate must have around him a whole collection of people who speak to him with varying degrees of clarity. And that is actually the case. At the same time it is concrete proof of the way in which the previous earthly life has been spent. I have said that the Moon Beings, the great Recorders, register destiny; but immediately an Initiate encounters someone with whom he was karmically connected in the previous earthly life, the light of the Full Moon radiates to him the recorded ‘entries’ of the other individual. What we think and do in the immediate present does not at once speak to us, but after a certain time, by no means very long, our deeds that have been registered by the Moon Beings become living and, in a sense, articulate. The Akashic pictures are living pictures; if you discover the content of a past earthly life you learn to know both yourself and the other human being concerned. Common experiences of the past incarnation rise up into consciousness; no wonder that we hear them speak both from within ourselves and from within the other individual. We are united inwardly with those with whom we were associated in the previous earthly life. In the future men must develop a delicate feeling for the stirrings of the will when meeting another person. In about seven to nine thousand years all human beings on the Earth will be able to hear those with whom they are karmically connected, speaking from within.
[ 17 ] Trifft man nun mit einem Menschen zusammen, mit dem man nicht karmisch verbunden ist, dem man das erste Mal begegnet, so stellt sich auch dies nach Empfang der Initiation anders dar. Der Initiierte kann natürlich auch Menschen in seinem Leben treffen, mit denen er nicht karmisch verbunden ist. Dennoch wird seine Beziehung eine andere sein als diejenige, die für das gewöhnliche Bewußtsein vorhanden ist. Er fühlt mit einer gewissen Feinheit neue Tatsachen im kosmischen Menschen.
[ 17 ] Now if, after Initiation has been attained, a meeting takes place with someone with whom there is no karmic bond, who is encountered for the first time, again the experience is different. Naturally, an Initiate may also come across individuals with whom he is not karmically connected. In any case his experience will differ from that of others. He has a fine and delicate feeling for new facts revealed by the individual confronting him, in this case, as a cosmic being.
[ 18 ] Man sieht durch einen Menschen, den man zum ersten Mal im Kosmos trifft, tiefer in die Welt hinein. Es ist auch ein Glück, einen Menschen zum ersten Mal zu treffen, und diese Tatsache, daß man durch einen Menschen, den man zum ersten Mal trifft, die Welt besser kennenlernt, muß sich wiederum als ein feines Gefühl entwickeln. Der Initiierte hat sofort, wenn er einen Menschen trifft, mit dem er nicht karmisch verbunden ist, dem er sozusagen das erste Mal im Kosmos gegenübertritt, diesem Menschen gegenüber eine Aufgabe: Er hat gleich die Aufgabe, sich mit dem Schutzgeist aus der Sphäre der Angeloi zu verbinden, der diesem Menschen besonders schützend gegenübersteht. Er darf nicht nur den Menschen kennenlernen, er muß den Schutzgeist des Menschen kennenlernen. Der Engel dieses Menschen spricht auch wieder mit großer Deutlichkeit aus dem eigenen Inneren heraus, und wenn der Initiierte mit verschiedenen Menschen zusammentrifft, mit denen er nicht karmisch verbunden ist, dann hört er von innen heraus laut und deutlich sprechen. Er vernimmt die Worte des Angelos dieser Menschen in seinem Inneren. Das gibt dem Initiierten in seinem Umgang mit den Menschen einen gewissen Charakter. Er nimmt selber etwas an, was der Angelos dem Menschen sagen will, den er kennenlernt: er verwandelt sich in seinen Angelos. Dadurch wird dasjenige, was zu den Menschen gesprochen werden kann, aus einem anderen Grunde intimer, als es für das gewöhnliche Bewußtsein wird. Daher kommt es auch, daß der Initiierte für jeden Menschen, der ihm zum ersten Mal im Kosmos entgegentritt, im Grunde ein anderer ist, er ist jeweils etwas von dem Angelos dieser Menschen. Darauf beruht die Verwandlungsfähigkeit derjenigen Menschen, die mit der Kraft der Initiation den anderen Menschen gegenübertreten. Jetzt haben ja die Menschen wirklich nur eine sehr geringe Empfindungsfähigkeit für solche Dinge. Aber es liegen die Jahrhunderte noch gar nicht so lange hinter uns, da hatte die Menschheit noch viel mehr Empfindungsfähigkeit dafür. Da konnte vorkommen, daß ein weiser Mensch einer Reihe von anderen Menschen gegenüberstand, und jeder hat ihn anders beschrieben. Geht man philiströs vor, dann wird man finden: Irgendeine interessante Persönlichkeit ist von zwanzig Menschen beschrieben worden, von jedem anders, also hat ihn keiner genau gesehen. Vielleicht aber haben ihn alle zwanzig Menschen gesehen. Er hat sich für jeden verwandelt, indem er sich in Beziehung setzte mit dem Angelos jedes dieser Menschen. Sehen Sie, in dieser Beziehung herrscht wirklich ein Abgrund zwischen demjenigen, was in der Gegenwart unter Menschen Sitte und üblich ist, und demjenigen, was vor einer kurzen Vergangenheit Sitte und üblich war. Man lernt heute viel, aber man lernt ganz anders, als man es früher gelernt hat. Die höhere Schulung, vor verhältnismäßig noch gar nicht so weit zurückliegender Zeit, gab Anweisung, wie diejenigen, die als Priester oder Lehrer andere Menschen zu führen und zu leiten hatten, die Fähigkeit erreichen konnten, sich mit dem Angelos eines Menschen zu verbinden. Die Menschen haben sogar die Erinnerung daran vergessen. Die Engellehre war eine Wissenschaft für diejenigen, die Führer der Menschheit werden wollten, damit sie die Verwandlungsfähigkeit erlangten.
[ 18 ] An individual encountered for the first time enables us to see more deeply into the Cosmos. It is a piece of good fortune to meet such a person and recognition that this meeting enlarges our knowledge of the world must develop into fine sensitivity. An Initiate has a certain obligation in connection with every individual with whom he has no karmic connection from the past, whom he encounters for the first time in the Cosmos (the spiritual world). He must link himself with the spiritual Being belonging to the realm of the Angeloi who is the Guardian Spirit of this individual. He must become acquainted not only with the individual himself but with his Guardian Angel as well. The Guardian Angel of this individual speaks unambiguously from within him. Hence when an Initiate encounters different human beings with whom he has no karmic bond, he hears a clear and definite speech. He hears what the Angeloi of these individuals are saying. This gives a certain character to the intercourse between an Initiate and ordinary men. He takes into himself what the Angelos wishes to say to the person who has come into his ken; he transforms himself as it were into the Angelos of this person and what he can say to the latter is therefore more intimate than it is for ordinary consciousness. The Initiate is actually a different being in all his contacts with individuals whose first meeting with him is in the Cosmos, because he has identified himself with the Angelos of each individual concerned. This is the secret of the faculty of self-transformation possessed by those who with the power bestowed by Initiation come face to face with other men. People to-day have very little feeling for such things compared with the faculty of perception they possessed in centuries by no means very long ago. It might have happened then that a sage, confronting twenty other persons, would have been described quite differently by each of them. The commonplace verdict in such circumstances would be that as each of the twenty descriptions given was quite different from all the rest, none of the twenty writers actually saw the individual in question. But perhaps they all did! He changed in every case by establishing a link with the Angelos of each person concerned. In this connection a veritable abyss lies between what is accepted usage today and what was taken for granted not so very long ago. A great deal of learning is available in our time but it is communicated in an entirely different way. In the higher training given in an epoch not far behind us, those who were called upon to be leaders of the people as priests or teachers were taught to develop the capacity to unite themselves with the Angelos of a human being. But even remembrance of this has vanished. Knowledge of the Angeloi was indispensable for those who aspired to be leaders of mankind, in order to develop the power of self-transformation.
[ 19 ] Noch ein anderes: Es wird Ihnen außerordentlich auffallen — und ich habe ja darüber in meinem «Christentum als mystische Tatsache» gesprochen —, wie die Biographien ausschauen, die erhalten sind von alten Initiierten; es gleicht eine der anderen! Versuchen Sie es nur einmal, die Initiierten-Biographien zu studieren, es gleicht eine der anderen, denn die großen Initiierten haben in bezug auf ihr Seelenleben ähnliche Biographien erlebt. Aber das sind nicht die Biographien, die von Menschen geschrieben sind, denn die gleichen einander nicht. Wenn alle diejenigen, die, sagen wir, den Zarathustra erlebt haben, eine Charakteristik des Zarathustra geschrieben hätten, jeder hätte sie anders geschrieben, weil Zarathustra sich jedem Menschen gegenüber verwandelte. Dasjenige, was die Welt wissen sollte über die Initiierten, es war eine von höheren Geistern inspirierte Biographie.
[ 19 ] And now something else.—It will strike you as extraordinary—I have spoken of it in the book Christianity as Mystical Fact—that there are great similarities in biographies of ancient Initiates. Study these biographies and you will find that very many features are alike, for the great Initiates underwent similar experiences in their souls. Biographies of ordinary human beings would never be alike. If those who encountered Zarathustra had all written about him, every characterisation would have been different, because Zarathustra changed every time an individual came before him. What the world was meant to know about the great Initiates was biography inspired by higher Spirits.
[ 20 ] So kann man sagen: Derjenige, der mit der Kraft der Initiation einem Menschen gegenübertritt, mit dem er karmisch verbunden ist, nimmt dessen Vergangenheit als sein Eigenes wahr, er lernt sie kennen durch das Geistig-Seelische der Mondwesenheiten.
[ 20 ] Not translated
[ 21 ] Derjenige, der mit der Kraft der Initiation einem Menschen gegenübertritt, dem er zum ersten Mal im Kosmos begegnet, der bekommt die Aufgabe, sich mit dessen Angelos zu verbinden. Da lernt er vieles von der äußeren Welt kennen. Zwar sprechen die Angeloi im Inneren, und wir sind ja eine Welt draußen. Man kann in Wirklichkeit andere Menschen mit geistigen Kräften gar nicht tiefer kennenlernen, ohne ein Heer von Engeln kennenzulernen. Es ist ganz unmöglich, wirkliche Menschenerkenntnis zu erringen, ohne Engelkenntnis zu haben. Geradeso wie ich sagen mußte, daß schon das gewöhnliche Feinfühlen, wenn es mit Menschen zusammenkommt, die nicht karmisch verbunden sind, die Umwelt kennenlernt, so lernt der Initiierte erst recht die eigentliche Außenwelt, die Engelwelt kennen. Dadurch bekommt er Vermittler für die höheren Hierarchien.
[ 21 ] When the meeting between an Initiate and some individual takes place for the first time in the Cosmos, the Initiate has to establish contact with the Angelos of that individual. In doing so he acquires a great deal of knowledge about the outer spiritual world. In point of fact one cannot acquire deeper knowledge of other human beings through spiritual faculties without learning to know a host of Angeloi. A true knowledge of man is impossible without knowledge of the Angeloi. Just as human beings not karmically connected with each other acquire knowledge of the surrounding world through ordinary perception, the Initiate gains knowledge of the world of the Angeloi—which is then the bridge between himself and the higher Hierarchies.
[ 22 ] Man kann auch noch durch anderes darauf aufmerksam werden, wie man mit einem Menschen karmisch verbunden ist. Man trifft einen Menschen im Leben, man trifft einen anderen. Man braucht nur aufmerksam zu werden: Man kann einen Menschen treffen, mit ihm viel zu tun haben, mit ihm arbeiten und so weiter, aber man kann nicht träumen von ihm. Man kann nicht träumen von ihm, weil er nicht mit unserem astralischen Leibe, sondern nur mit unserem Ich verbunden ist.
[ 22 ] There are also other indications of the existence of a karmic connection. We may meet an individual and then have a great deal to do with him, work with him and so on, but we never dream about him. The reason is that the karmic connection is not with our astral body, but only with our Ego.
[ 23 ] Andere Menschen trifft man, man hat sie nur flüchtig gesehen, und sie folgen einem bis in die Träume nach, auch bis in die wachen Träume. Es ist eine vom Inneren heraus geformte Darstellung, die mit dem ÄAußern des Menschen gar nichts zu tun hat, weil man mit dem Menschen karmisch verbunden ist. Man trifft einen Menschen, mit dem man karmisch verbunden war, und man ist gleich genötigt, sich ein Bild von diesem Menschen zu machen. Ist der Betreffende ein Maler, dann könnte es vorkommen, daß er ein Bild von ihm malt, das ein philiströser Mensch ganz unähnlich findet, während der Initiierte eine vorherige Inkarnation des Menschen findet, den er gemalt hat. Man lernt wirklich in den Tiefen seines Wesens, wenn auch im Unbewußten, den anderen Menschen kennen, mit dem man karmisch verbunden ist. Durch diejenigen Menschen, mit denen man nicht karmisch verbunden war, die man zum ersten Mal im Leben trifft, lernt man die Menschheit im allgemeinen kennen. Die Menschen verhalten sich auch danach. Kommen Sie bei einem Five o’clock tea oder sonstigen ähnlichen Anlässen mit Menschen zusammen, so versuchen Sie einmal hinzuhören auf das Leben: Wenn ein Mensch einen anderen Menschen getroffen hat, mit dem er karmisch verbunden ist, so sagt er nicht sehr viel über die anderen Menschen, aber über diesen Menschen sagt er irgend etwas Bedeutsames. Er weist auf irgend etwas Bedeutsames hin, besonders dann, wenn er in solchen Dingen noch unbewußt ist. Merken Sie auf das Leben: Sie kommen bei einem Fünf-Uhr-Tee mit irgend jemandem in ein Gespräch, mit dem Sie nicht karmisch verbunden sind. Er interessiert Sie doch nur äußerlich, er erzählt Ihnen so, als ob er der Repräsentant der ganzen Five-o’clock-Teegesellschaft wäre. Das ist eine kurzweilige Gesellschaft, man hört da viel von Weltangelegenheiten, von Leuten, die große Politiker sind — Sie hören nur diesen einzigen Menschen, und nach diesem Menschen beurteilen Sie die ganze Gesellschaft vielleicht falsch. Man lernt das andere der Welt kennen durch Menschen, mit denen man nicht karmisch verbunden ist. Ein Reisender, der einmal um Mitternacht die Station Königsberg passiert hat und sich dort einen Kaffee geben ließ, wurde von dem Kellner, den er gerufen hatte und der rote Haare hatte und verschlafen war, furchtbar grob angefahren. Darauf schrieb der betreffende Reisende in sein Tagebuch: Die Königsberger haben rote Haare, sind verschlafen und grob. Nach diesem mitternächtlichen Kellner, mit dem er nicht karmisch verbunden war, beurteilte der betreffende Reisende die Königsberger.
[ 23 ] We may come across someone of whom we have only a fleeting glance and yet he follows us into our very dreams—into our waking dreams too. Our picture of him is quite unconnected with his outward appearance and has arisen entirely in the inner life, because we have a karmic tie with him. Again we may meet someone with whom we are karmically connected and feel impelled to paint him. An artist may paint a portrait in which an uncultured person sees no likeness whatever, whereas an Initiate may recognise a previous incarnation of the individual whose portrait has been painted. We get to know someone with whom we have a karmic connection in the depths of his being although the knowledge may remain subconscious. Through individuals with whom we have had no previous karmic connection, whom we meet for the first time, we enlarge our knowledge of humanity in general. When you go to a tea-party or some such function, just keep your ears open and listen to the conversation.—If someone has met another individual with whom he is karmically connected, he will say little about the others present, but about this particular individual he will say something of real significance, especially if he is unaware of what is behind it all. At the same kind of tea-party you may get into conversation with someone with whom you have no karmic connection at all. Your interest in him is very superficial and he seems to you to be typical of all the other guests. Such a gathering is very brief as a rule, and a great deal of talk goes on about world affairs, about noted politicians and the like. After listening to these few people we may judge the whole of society by this criterion. The judgement may be erroneous but nevertheless it is through individuals with whom we have no karmic connection that another aspect of the world is presented to us. There was once a traveller who happened to reach Konigsberg Station at midnight. He asked for a cup of coffee and was addressed in very coarse language by the red-headed waiter who had been dozing. The traveller wrote in his diary: “The people of Konigsberg have red hair, are sleepy and coarse.” He was judging all the people of Konigsberg by this night-waiter—someone with whom he had no karmic connection!
[ 24 ] Sehen Sie, durch solche Betrachtungen erwirbt man sich Lebenswerte, kommt den Menschen näher, lernt auf eine andere Art, mit ihnen verbunden zu sein. Man lernt aber nicht nur das Menschenleben kennen, und das soll ja gerade das Wesentliche der Anthroposophie sein, daß sie in das Leben wirklich eingreift, man lernt auch fühlen, empfinden und kennen das kosmische Leben. Sonne und Mond verlieren alles Abstrakte und werden zu etwas Wesenhaftem, auf das man hinschaut im Kosmos und das zu dem kleinen Menschenschicksal hier auf der Erde das entsprechende Große im Weltenall ist.
[ 24 ] Through studies of this kind we learn not only how to assess life and its values, but we get nearer to other human beings and are connected with them in a different way. We learn not only to understand human life—which is the essential task of Anthroposophy—we also learn to know cosmic life. Sun and Moon cease to be the subject of abstract theories and become living realities in the Cosmos—the great counterparts in the Universe of the microcosmic destiny of men on the Earth.
[ 25 ] So ist Sonnenwirksamkeit mit der Mondenwirksamkeit in unserem Leben vereint. Alles dasjenige, was uns vom Monde herunter scheint, hängt zusammen mit unserer kosmischen Vergangenheit, und die Sonne hängt zusammen mit unserer kosmischen Zukunft.
[ 25 ] Sun-activity combines with Moon-activity in our life. The light radiating to us from the Moon is connected with our cosmic past and the light of the Sun is connected with our cosmic future.
[ 26 ] Auf diese lebenswichtige Seite der Anthroposophie, diese Seite, die Lebenswerte liefert, wollte unsere Weihnachtstagung, die die Anthroposophische Gesellschaft neu begründet hat, in besonderem Maße hinweisen. Da sollte gesagt werden und ist gesagt worden, daß wiederum Esoterik im wahren Sinne des Wortes unter uns leben soll. Daher sollte diese Weihnachtstagung nicht etwa eine Festlichkeit sein, an der sich eine Anzahl Anthroposophen getroffen haben, sie sollte fortdauern in ihrer Wirksamkeit und in ihren Impulsen. Es wird die neue Einrichtung eines Mitteilungsblattes geplant — sie ist schon da und die ersten drei Nummern sind bereits erschienen. Ein Mitteilungsblatt zunächst über die Vorgänge in der ganzen Anthroposophischen Gesellschaft, über das, was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht. Sie muß in dieser Weise etwas werden wie ein lebendig geistiger Organismus. Mir ist immer wieder auf meinen Reisen entgegengetreten, daß zum Beispiel die Leute in Den Haag gesagt haben: Ja, wir wissen ja nicht, was mit den Leuten in Wien vorgeht, und wir gehören doch zu einer anthroposophischen Gesellschaft! Wie viele könnte ich hier fragen, die mir sagen könnten, was zum Beispiel im anthroposophischen Zweig in Leipzig oder in Hamburg vorgeht? Aber das muß in Zukunft der Fall sein. Es muß so weit gehen, daß derjenige, der Mitglied des Zweiges Neuseeland ist, wirklich eine Vorstellung davon hat, was in Wien vorgeht. Es werden die Mitglieder gut tun, dasjenige, was sie innerhalb und außerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft erleben, der Redaktion des Mitteilungsblattes mitzuteilen. Das wird dann verarbeitet, und man wird immer lesen, was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht. Ich habe vor, in der Zukunft in jeder Nummer kleine, kurze Aphorismen zu bringen, welche wichtige Lebensinhalte kurz zusammenfassen, so daß man solche Aphorismen wird verwenden können in den Zweigen oder bei anderen Gelegenheiten.
[ 26 ] It was the aim of the Christmas Meeting, when the Anthroposophical Society was given a new foundation, to stress the importance of Anthroposophy for life itself. It was said that esotericism in the true sense of the word must be a living power among us. The Christmas Meeting was not intended merely to be a festive gathering of a number of Anthroposophists, but its efficacy and its impulses were meant to endure. One new plan is to issue a News Sheet—as a matter of fact the first three numbers have already appeared—containing reports of what is going on in the Anthroposophical Society. The Society must become a kind of living, spiritual organism. On my journeys I have constantly found Members in The Hague, for example, saying: “We have no idea what the Members in Vienna are doing, and yet we belong to an Anthroposophical Society!”—I wonder how many here in Zurich could tell me what is going on in the Groups of the Society in Leipzig or Hamburg? But this is what must be possible in future. Members of the New Zealand Group should have a real picture of what is going on in Vienna, and so on. It will be helpful if the Members will send to the editorial office of the News Sheet accounts of their experiences both in the Society and outside it. This material will then be edited, and Members will be able to read about whatever is going on in the Society. I propose in future to include in the News Sheet short, concentrated aphorisms for use in the Group Meetings or on other occasions.
[ 27 ] Durch alles das soll wirkliches Leben, pulsierendes Leben in die Anthroposophische Gesellschaft hineinkommen. Das wollte unsere Weihnachtstagung. Dessen sollte sich jedes einzelne Mitglied bewußt werden. Und nur, weil das so sein soll und eigentlich so sein muß, wenn Anthroposophie selbst in der richtigen Weise ihre Vergangenheit und Zukunft haben soll, habe ich es unternommen, nachdem ich mich jahrelang zurückgezogen hatte, Verwaltung und Vorsitz selbst zu übernehmen, mit einem Vorstand, von dem ich weiß, daß er vom Goetheanum aus fruchtbar arbeiten wird. Ich hätte wahrhaftig in meinem Alter mir nicht vorgenommen, wiederum so zu tun, wie man als ganz junger Kerl getan hat, wieder neu anzufangen, wenn nicht die absolute Notwendigkeit dagewesen wäre. Zu gleicher Zeit möchte ich an jedes Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft appellieren, mitzuhelfen, daß diese Weihnachtstagung im Herzen unserer Mitglieder den Grundstein des anthroposophischen Lebens legen möge und nicht aufhöre, wirklich als ein Lebenskeim sich immer weiter und weiter zu entwickeln, so daß ein immer regeres und regeres Leben in der Anthroposophischen Gesellschaft eintritt. Dann wird die Anthroposophische Gesellschaft auch hinauswirken in die Welt.
[ 27 ] All these measures should instil real life, pulsating life, into the Anthroposophical Society, and every Member should realise that this was the aim of the Christmas Meeting. Moreover it is only because this is how things ought to be, and indeed must be, if Anthroposophy itself is to do justice to its past and future, that I have undertaken the Presidency, associated with an Executive which I know will work fruitfully from the centre at the Goetheanum. I had for many years kept apart from all administrative matters, and had it not been an absolute necessity I should not have thought of starting anew and repeating in old age what one did as a young man. I want to appeal to every Member of the Anthroposophical Society to help in ensuring that through the Christmas Meeting the foundation stone of anthroposophical life shall be laid in the hearts of our Members and that it shall develop as a living seed, so that active life may constantly increase in the Society. If that happens, the Society will also be able to send its impulse out into the world.
