Supplements to Member Lectures
GA 246
29 April 1905, Düsseldorf
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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
3. Die Entstehung der Welt und des Menschen
3. The Origin of the World and Mankind
[ 1 ] Wenn wir vom theosophischen Standpunkte aus die Entstehung der Welt und des Menschen betrachten wollen, müssen wir etwas Dreifaches unterscheiden. Der Mensch unterscheidet sich nach seiner physischen, seelischen und geistigen Natur. Der Geist ist das Unvergänglichste, aber auch dasjenige, was am allerersten in unserem Weltendasein auftritt, dasjenige, was am ältesten ist und die längste Zukunft hat, was vor dem seelischen Dasein da war und da sein wird, wenn keine Seele mehr vorhanden ist, das eigentlich Universelle im Menschen.
[ 1 ] If we wish to consider the origin of the world and of humankind from a theosophical standpoint, we must distinguish between three aspects. Human beings are distinguished by their physical, soul, and spiritual natures. The spirit is the most imperishable, but also that which appears very first in our earthly existence—that which is the oldest and has the longest future, that which existed before the soul’s existence and will remain even when no soul exists anymore—the truly universal aspect of the human being.
[ 2 ] Der Mensch als Geist kann die verschiedensten Formen auf den verschiedenen Weltenkörpern annehmen. Dieser Geist ist ausgegangen von Zuständen, die wir heute nicht berücksichtigen können.
[ 2 ] As a spirit, the human being can take on a wide variety of forms on the various celestial bodies. This spirit originated from states that we cannot take into account today.
[ 3 ] Wenn wir zurückgehen, kommen wir immer zu neuen Daseinsstufen, aber niemals zu einem wirklichen Anfang. Wir wollen die Zustände, die wir unsere Bewusstseinszustände nennen, betrachten.
[ 3 ] When we go back, we always arrive at new stages of existence, but never at a true beginning. Let us consider the states we call our states of consciousness.
[ 4 ] Heute leben wir in hellem, klarem Tagesbewusstsein. Dieses Bewusstsein, das der heutige Mensch das normale Bewusstsein nennt, dieses ist hervorgegangen aus drei früheren Bewusstseinszuständen.
[ 4 ] Today we live in a state of bright, clear daytime consciousness. This consciousness, which people today call “normal consciousness,” has emerged from three earlier states of consciousness.
[ 5 ] Der erste Bewusstseinszustand ist ein dumpfer, der sich etwa vergleichen ließe mit dem dumpfen Bewusstsein, welches heute ein lebloses Mineral hat. Man kann auf künstliche Weise diesen tiefen Trancezustand hervorrufen, wo der Mensch tief hinuntersinkt und gar nichts mehr weiß, wo er sich seiner Umgebung nicht mehr bewusst ist. Dann fängt er an von großen Weltensystemen zu sprechen, sie zu zeichnen; Systeme, von denen er im wachen Zustande gar nichts weiß. Es ist das, was der Mensch vor langer Zeit durchgemacht hat, der Tieftrance- oder mineralische Zustand.
[ 5 ] The first state of consciousness is a dull one, which could be compared to the dull consciousness possessed today by a lifeless mineral. This deep trance state can be induced artificially, in which a person sinks deep into it and knows nothing at all, no longer aware of their surroundings. Then they begin to speak of vast cosmic systems and to draw them—systems of which they know nothing at all while awake. This is what human beings went through long ago: the deep trance or mineral state.
[ 6 ] Diesem folgt ein anderer Tiefschlaf, traumlos. Der Hellseher bekommt in diesem Zustand auch ein Bewusstsein: das Kontinuitätsbewusstsein. Dann nimmt er um sich herum die geistige Welt wahr. In einer sehr fernen Vergangenheit hat der Mensch dieses dämmernde Bewusstsein durchgemacht.
[ 6 ] This is followed by another deep sleep, without dreams. In this state, the clairvoyant also gains a form of consciousness: the consciousness of continuity. Then he perceives the spiritual world around him. In the very distant past, humankind experienced this dawning consciousness.
[ 7 ] Der dritte Bewusstseinszustand ist der Traumzustand; er ist erfüllt von Bildern; es ist schon ein verhältnismäßig hoher Bewusstseinszustand, er ging unserem jetzigen voran. Er ist zu vergleichen mit unserem heutigen Traumschlaf. In unseren Träumen nehmen wir Dinge der Außenwelt wahr, aber nicht mit unseren wachen Sinnen, sondern gleichsam symbolisch. Es entstehen Bilder in uns, veranlasst durch die Dinge der Außenwelt. Wir berühren zum Beispiel im Schlaf eine scharfe Ecke und träumen, dass uns jemand mit einem scharfen Instrument in die Hand sticht. Es ist ein Bilderbewusstsein, Atavismus. — Dieser Zustand war einstmals eine Stufe, die der Mensch durchgemacht hat.
[ 7 ] The third state of consciousness is the dream state; it is filled with images; it is already a relatively high state of consciousness, and it preceded our present one. It can be compared to our current dream sleep. In our dreams, we perceive things from the external world, but not with our waking senses; rather, symbolically, as it were. Images arise within us, triggered by things in the external world. For example, while sleeping, we might brush against a sharp corner and dream that someone is stabbing us in the hand with a sharp instrument. It is a visual consciousness, an atavism. — This state was once a stage that human beings went through.
[ 8 ] Nun folgt das helle, klare Tagesbewusstsein, der Zustand, in dem der Mensch sich heute befindet. Ihm folgen in der weiteren Entwicklung noch drei weitere Zustände, die heute schon in den esoterischen Schulen bei praktischen Hellsehern ausgebildet werden: das psychische Bewusstsein; ein nächster hyperpsychischer Zustand: das Kontinuitätsbewusstsein; und zuletzt der siebte Zustand: das spirituelle Bewusstsein und mit ihm der Ausblick auf das ganze Weltensystem.
[ 8 ] Next comes the bright, clear consciousness of the waking day—the state in which human beings find themselves today. In the course of further development, three additional states follow, which are already being cultivated today in esoteric schools by practicing clairvoyants: psychic consciousness; a subsequent hyperpsychic state—continuity consciousness; and finally, the seventh state: spiritual consciousness, and with it, a view of the entire world system.
[ 9 ] Der Mensch schreitet also durch sieben Bewusstseinszustände, das ist die seelische Entwicklung, die Stufen, die die Seele durchmacht. Jede solche Stufe verläuft in einer ganz bestimmten, abgeschlossenen Weise; jeden dieser Bewusstseinszustände nennt der Theosoph die Entwicklung auf einem Planeten. Zwischen jeder Stufe liegt ein großer Zwischenraum der Ruhe, Pralaya genannt; den Zustand selbst nennt man Manvantara.
[ 9 ] Human beings thus pass through seven states of consciousness; this is the spiritual evolution, the stages through which the soul passes. Each such stage unfolds in a very specific, self-contained manner; theosophists refer to each of these states of consciousness as a “manvantara.” Between each stage lies a great interval of rest, called Pralaya; the state itself is called Manvantara.
[ 10 ] Die sieben Planeten, auf welchen der Mensch die verschiedenen Zustände durchmacht, bezeichnet der Theosoph mit Namen, die nicht zu verwechseln sind mit den Namen der heutigen Planeten. Von der Theosophie haben die Astronomen die Namen der heutigen Planeten genommen, da die Theosophie viel älter ist als die Astronomie.
[ 10 ] The Theosophist designates the seven planets on which human beings pass through various states with names that should not be confused with the names of today’s planets. Astronomers have taken the names of today’s planets from Theosophy, since Theosophy is much older than astronomy.
[ 11 ] Der erste Planet, auf dem sich die Seele entwickelt hat, ist der Saturn, der zweite die Sonne, der dritte der Mond, der vierte die Erde. Diese vier Planeten entsprechen den vier Bewusstseinszuständen des Menschen. Auf dem Saturn war er in dem Tieftrancezustand; auf der Sonne im Zustand des tiefen, traumlosen Schlafes; auf dem Mond im Traumschlaf. Das Erdendasein setzt sich für die Theosophie aus zwei Gliedern zusammen, die man mit zwei Namen benennt; die Teile des Erdendaseins bilden eine Kette, deren erste Hälfte Mars, deren zweite Hälfte Merkur genannt wird.
[ 11 ] The first planet on which the soul evolved was Saturn, the second was the Sun, the third was the Moon, and the fourth was Earth. These four planets correspond to the four states of human consciousness. On Saturn, the soul was in a state of deep trance; on the Sun, in a state of deep, dreamless sleep; on the Moon, in a state of dream sleep. According to theosophy, earthly existence consists of two parts, each designated by a different name; the parts of earthly existence form a chain, the first half of which is called Mars, and the second half, Mercury.
[ 12 ] Der nächste Planet, auf dem der Mensch im psychischen Bewusstseinszustand sein wird, ist Jupiter; der nächste Venus; der letzte der sieben Planeten wird noch nicht genannt. Die alten Weisen hatten diese Reihenfolge der sieben Planeten für jeden, der es lesen kann, aufgezeichnet in den sieben Wochentagen. Die Namen der sieben Wochentage sind symbolische Ausdrücke für die sieben Seelenzustände des Menschen. Der erste Wochentag war früher bei den Alten und heute noch bei den semitischen Völkern der Sonnabend, der Saturntag; der zweite: Sonntag, nach dem zweiten Planeten, der Sonne; der dritte: Montag, nach dem Monde. Die Erde setzt sich zusammen aus Mars und Merkur, Marstag oder Dienstag, und Mittwoch: Merkurtag, die deutsche Bezeichnung für Merkur [ist Wotan, also] Wotanstag, englisch: Wednesday, französisch: Mercredi. Dann folgt Jupitertag, Jeudi, deutsch nach dem Gott Donnar, Donnerstag; dann als letzter: Freitag, Venustag, Vendredi, nach dem deutschen Namen für Venus: Freya.
[ 12 ] The next planet on which humankind will exist in a state of psychic consciousness is Jupiter; the next is Venus; the last of the seven planets has not yet been named. The ancient sages recorded this sequence of the seven planets in the seven days of the week for anyone who can read it. The names of the seven days of the week are symbolic expressions of the seven states of the human soul. The first day of the week used to be Saturday—Saturn’s day—among the ancients and is still so today among the Semitic peoples; the second: Sunday, named after the second planet, the Sun; the third: Monday, named after the Moon. The Earth is composed of Mars and Mercury: Mars Day, or Tuesday; and Wednesday: Mercury Day—the German name for Mercury [is Wotan, hence] Wotan Day; in English: Wednesday; in French: Mercredi. Next comes Jupiter Day, Jeudi; in German, named after the god Donnar, Thursday; and finally: Friday, Venus Day, Vendredi, named after the German name for Venus: Freya.
[ 13 ] Nun verleiblicht sich die Seele. Auf dem Monde war sie im Zustand des Bilderbewusstseins, das ähnlich ist dem heutigen Traumbewusstsein; doch erreicht der Traum die Stufe des höchstentwickelten Bilderbewusstseins nicht. Dieses Bewusstsein war schon einmal leiblich in einer gewissen Stufe der Tierheit; nicht der heutigen Tiere, aber auch noch nicht Mensch, eine Zwischenstufe, der zum Beispiel noch das Vorderhirn fehlte. Nun verschwand alles Physische und bildete sich nach einem Pralaya neu, und jetzt kommen wir zu dem Zustand, der sich auf unserer Erde bildete. Jetzt haben wir einen seelischen Menschen, der imstande ist, in seinem Bewusstsein aus sich Bilder zu entwickeln. In jedem neuen Zustand müssen zunächst die früheren Zustände kurz wiederholt werden; dieses nennt man Runden. Auf der Erde müssen also die Zustände von Saturn, Sonne und Mond wiederholt werden; dann beginnt der Mensch aufzusteigen in den heutigen Bewusstseinszustand. Das kann er aber nicht gleich.
[ 13 ] Now the soul becomes embodied. On the Moon, it was in a state of image-consciousness, which is similar to today’s dream-consciousness; yet the dream does not reach the level of the most highly developed image-consciousness. This consciousness had already once taken on a physical form at a certain stage of animality—not that of today’s animals, but not yet human either, an intermediate stage that, for example, still lacked the forebrain. Then all that was physical disappeared and was reconstituted after a pralaya, and now we come to the state that developed on our Earth. Now we have a spiritual human being who is capable of developing images from within his own consciousness. In every new state, the earlier states must first be briefly repeated; this is called cycles. On Earth, therefore, the states of Saturn, the Sun, and the Moon must be repeated; then the human being begins to ascend to the present state of consciousness. But he cannot do this immediately.
[ 14 ] Wir finden die Erde damals nicht wie heute mit ihrer festen Kruste, sondern in einer ganz feinen Materie. In der theosophischen Auffassung gibt es über dem flüssigen und gasförmigen Zustand noch vier Äther, die sich immer mehr verfeinern; den ersten, der nach dem gasförmigen Zustand kommt, den Wärmeäther, [dann] den Lichtäther, den chemischen Äther und als letzten und allerfeinsten den Lebensäther. Jeder dichtere Zustand entsteht, indem sich ein dünnerer verdichtet.
[ 14 ] We do not find the Earth at that time as we do today, with its solid crust, but rather in a very fine form of matter. According to theosophical doctrine, there are four ethers above the liquid and gaseous states that become increasingly refined: the first, which follows the gaseous state, is the ether of heat; [then] the ether of light, the chemical ether, and finally, the most refined of all, the ether of life. Each denser state arises when a less dense one condenses.
[ 15 ] Als nun die Erde von der Seele betreten wurde, war sie in der allerdünnsten Materie. Dieser materielle Stoff ist eine ganz feine, bildsame, plastische Materie. Nun kommt die Seele mit ihren schon erworbenen Fähigkeiten, Bilder zu gestalten. Da bildet der Mensch sich aus dieser feinen Materie Formen, die noch ganz verschieden sind von seinem heutigen ätherischen Körper. Es sind Abbildungen seelischen Lebens, Erfahrungen, die die Seele bisher gemacht hat. Diesen feinsten Stoff kann die Seele vollkommen beherrschen.
[ 15 ] When the soul first set foot on Earth, it was in the thinnest form of matter. This material substance is a very fine, malleable, and pliable matter. Now the soul arrives with its already acquired ability to form images. From this fine matter, the human being forms shapes that are still quite different from its present-day etheric body. These are representations of soul life—experiences the soul has had up to that point. The soul can fully master this finest substance.
[ 16 ] Es gibt jetzt nur diese eine Wesenheit auf der Erde; es gibt noch keine Mineralien, keine Pflanzen und keine Tiere. Der Mensch ist der Erstgeborene auf der Erde. Die ganze Erde, wie sie heute ist, ist nur ein Konglomerat von diesen Menschenwesen. Es gibt [damals] nur gleichförmige Wesen, die Erde ist aus ihnen zusammengesetzt ungefähr wie eine Brombeere, es sind bloß in feinster Materie gebildete Seelen. Sie brauchten keine Nahrung, es gab keine Fortpflanzung, sie vermehrten sich durch Teilung. Es waren Kugeln, die bis zu einer bestimmten Grenze wuchsen und sich dann in zwei teilten; diese [Teile] wuchsen wieder, teilten sich und so fort.
[ 16 ] There is now only this one being on Earth; there are still no minerals, no plants, and no animals. Man is the firstborn on Earth. The entire Earth, as it is today, is merely a conglomeration of these human beings. [At that time] there were only uniform beings; the Earth was composed of them much like a blackberry—they were merely souls formed of the finest matter. They needed no food; there was no reproduction; they multiplied by division. They were spheres that grew to a certain limit and then divided into two; these [parts] grew again, divided, and so on.
[ 17 ] In diesen uralten Zeiten war die Erde noch ein ganz anderer Körper, sie war vereint mit Sonne und Mond. Diese drei bildeten einen Körper; erst später fand eine Trennung statt. Zunächst kam eine große Umwälzung, ein großes kosmisches Ereignis, das auch für die Menschen eine große Umwälzung bedeutete. Die feinste, schöpferische Kraft zog sich aus der Erde heraus und bildete die Sonne. Mit dieser Trennung war die Unmöglichkeit der Fortpflanzung durch Teilung aufgetreten. Von nun an bildet sich ein Wesen in dem anderen, um dann ausgestoßen zu werden. Die Stoffe verdichten sich allmählich, sodass sie sich herausgliedern aus der Masse. Durch diese Verdichtung wurde die Materie geliefert, aus der sich Wesen bilden, die unter dem Menschen stehen; gewisse Tierarten werden abgestoßen. Da die edlere Materie sich zur Sonne zurückgezogen hatte, war es nicht mehr möglich, dass Seelen sich einen Körper selbst bildeten. Es entstehen niedrigere Wesen als der Mensch, die Materie war vergröbert worden. Der Mensch musste entweder verkümmern oder konnte sich nur auf Kosten anderer weiterentwickeln; er musste die gröbere Materie, die Tiere abstoßen, sie wurden hinabgedrängt in ein niedrigeres Dasein; es waren verkümmerte, dekadente Menschen. Von nun ab war nur gröbere Materie zur Verfügung. Es verdichtet sich nun alles immer mehr, alles gliedert sich immer mehr ab; Abdrücke aus dieser Zeit sind aber noch unmöglich, da alles doch noch immer ganz feine, weiche Materie war.
[ 17 ] In those ancient times, the Earth was still a very different body; it was united with the Sun and the Moon. These three formed a single body; it was only later that a separation took place. First came a great upheaval, a major cosmic event that also signified a great upheaval for humankind. The finest, creative force withdrew from the Earth and formed the Sun. With this separation, reproduction through division became impossible. From then on, one being is formed within another, only to be expelled. The substances gradually condensed, causing them to separate from the mass. Through this condensation, the matter was produced from which beings lower than humans are formed; certain animal species were cast out. Since the nobler matter had withdrawn into the Sun, it was no longer possible for souls to form bodies for themselves. Beings lower than humans came into being; the matter had become coarser. Humans either had to wither away or could develop further only at the expense of others; they had to expel the coarser matter—the animals—which were forced down into a lower existence; these were stunted, decadent humans. From this point on, only coarser matter was available. Everything is now becoming increasingly dense, and everything is becoming increasingly segmented; however, imprints from this time are still impossible, since everything was still very fine, soft matter.
[ 18 ] In späterer Zeit gliedert sich so auch das Pflanzenreich ab. Natürlich entstehen daneben noch immer gleichzeitig neue Tierformen, sodass wir jetzt auf der Erde haben ein Menschenreich, ein Tierreich und ein Pflanzenreich, die aber alle ganz anders geartet waren als unsere heutigen Reiche.
[ 18 ] Later on, the plant kingdom also emerged in this way. Of course, new animal forms were still emerging at the same time, so that we now have on Earth a human kingdom, an animal kingdom, and a plant kingdom—all of which, however, were quite different in nature from the kingdoms we know today.
[ 19 ] Nun kühlt sich die Erde immer mehr ab; in die feine Materie kommen immer festere, dichtere Teile, die Erde bekommt gleichsam ein festes Knochengerüst; es bildet sich das Mineralreich, das nun der Erde allmählich eine feste Kruste gibt. In dieser Zeit scheidet sich auch der Mond von der Erde ab.
[ 19 ] Now the Earth is cooling more and more; increasingly solid, dense particles are entering the fine matter, and the Earth is, as it were, acquiring a solid skeletal framework; the mineral kingdom is forming, which is now gradually giving the Earth a solid crust. During this time, the Moon also separates from the Earth.
[ 20 ] Mit dieser Ausscheidung des Mondes tritt wieder eine große Katastrophe ein für die Erde und für alle darauf lebenden Wesen, dadurch, dass das Wärmeverhältnis ein ganz anderes wurde. Bis dahin war der Mensch ein wechselwarmes Wesen - das heißt, er passte sich mit seiner Eigenwärme seiner Umgebung an, wie heute noch die Fische, Amphibien und so weiter. Die Wesen entwickeln nun eigene Wärme, sie bilden sich Organe, nehmen andere Gestalt an, bekommen warmes Blut. Die Erde ist [da] im Zeitpunkt der lemurischen Entwicklung. Die ersten warmblütigen Wesen treten auf. Daneben gehen große, gewaltige Veränderungen vor. Tiere, Pflanzen, Mineralien verändern sich, es bilden sich Granit und die ältesten Gesteine. Die bisherigen Pflanzen- und Tierformen müssen aussterben, alles nimmt neue Formen an, alle Reiche verändern sich; erst jetzt bilden sich das Menschen-, Tier-, Pflanzen- und Mineralreich heraus. - Der Mensch ist dem jetzigen Menschen noch sehr unähnlich; er hat eine phantastische Gestalt, bestehend noch immer aus sehr weicher Materie, die er nach Bedarf verändern konnte; zum Beispiel die Hand länger, breiter machen. Er kann noch nicht denken, nicht rechnen, er hatte keine Sprache, kein Gedächtnis, aber einen außerordentlich entwickelten Willen.
[ 20 ] With the moon’s separation, another great catastrophe befell the Earth and all beings living on it, as the thermal conditions changed completely. Until then, humans were cold-blooded beings—that is, they adapted to their environment through their own body heat, just as fish, amphibians, and so on still do today. Beings now begin to generate their own heat; organs develop, they take on new forms, and they become warm-blooded. The Earth is [at this point] in the era of Lemurian development. The first warm-blooded beings appear. Alongside this, great and momentous changes are taking place. Animals, plants, and minerals are changing; granite and the oldest rocks are forming. The previous forms of plants and animals must become extinct; everything takes on new forms, and all kingdoms are changing; only now are the human, animal, plant, and mineral kingdoms emerging. - Human beings are still very unlike modern humans; they have a fantastical form, still consisting of very soft matter that they could alter as needed—for example, making their hands longer or wider. They are not yet capable of thinking or calculating; they have no language or memory, but they possess an extraordinarily developed will.
[ 21 ] Der Leib verdichtet und verhärtet sich allmählich und sondert dadurch die Seele von der Außenwelt ab, sie wird auf einen inneren Raum beschränkt. - Die Sinnesanschauungen und damit die Sinne, entwickeln sich; sie bewirken, dass das Bilderbewusstsein sich allmählich verwandelt in das heutige Wachbewusstsein. Die Möglichkeit, Farben zu sehen, war schon vorhanden. Jetzt überzieht der Mensch das, was er sieht, mit Farbe, das Bilderbewusstsein wird zum Wahrheitsbewusstsein; weil es noch auf sehr niedriger Stufe ist, hat es noch die Kraft, durch den stark entwickelten Willen die Bilder zur Wirklichkeit zu gestalten.
[ 21 ] The body gradually becomes denser and harder, thereby separating the soul from the outside world; it is confined to an inner space. — Sensory perceptions, and with them the senses, develop; they cause the image-consciousness to gradually transform into today’s waking consciousness. The ability to see colors already existed. Now, human beings imbue what they see with color; visual consciousness becomes consciousness of truth; because it is still at a very low level, it still has the power, through the strongly developed will, to shape images into reality.
[ 22 ] Es ist sehr bedeutsam, dass der Mensch noch nicht in das männliche und weibliche Geschlecht eingetreten ist; er war noch ein doppelgeschlechtliches Wesen. In der Bibel wird diese Entstehungsgeschichte der Erde und des Menschen genau beschrieben. Die sieben Tagewerke Gottes sind die sieben Zustände. Vom Menschen wird in der richtigen Bibel-Übersetzung gesagt: Gott schuf den Menschen männlich-weiblich - nicht ein Männlein, ein Fräulein, wie Luther irrtümlich übersetzt hat. Nun erst trennte sich das Geschlecht; nicht in der Weise, dass sich anders geartete Wesen bildeten, sondern ein Teil der Menschen entwickelte sich mehr nach der männlichen, ein Teil mehr nach der weiblichen Seite.
[ 22 ] It is very significant that humankind had not yet developed into male and female sexes; it was still a hermaphroditic being. The Bible describes this account of the creation of the earth and humankind in detail. God’s seven days of work represent the seven states. The correct translation of the Bible states the following about humankind: God created humankind male and female—not “a little man” and “a little woman,” as Luther erroneously translated. Only then did the sexes separate; not in the sense that beings of a different nature were formed, but rather that some people developed more toward the male side, and others more toward the female side.
[ 23 ] Damit ist in der Entwicklung des Menschen eine bedeutsame Etappe erreicht. Er hatte dadurch die Fähigkeit verloren, eine bestimmte, produzierende Kraft, die er bisher besessen, nach außen zu verwenden. Die Kraft, die er bisher allein zur Fortpflanzung verwendet hatte, wurde gleichsam halbiert; die frei gewordene Hälfte wurde nun verwendet zur Ausbildung derjenigen Organe, die die höheren Kräfte im Menschen entwickeln konnten. - Nun dringt der Geist in die Seele ein, da müssen für den Geist Organe geschaffen werden. Mit dem Auftreten der Zweigeschlechtlichkeit bekam der Mensch die Sinne, durch die der Geist in ihn eindringen konnte, der bisher nur von außen auf ihn hatte wirken können. Der Mensch wurde sich nun seines Geistes bewusst. Noch konnte der Mensch nicht sprechen; er hatte auch noch kein Gedächtnis, entwickelte aber schon gewisse Kunstfertigkeiten. Sein Vorstellungsvermögen war noch durchtränkt mit dem alten Bilderbewusstsein. Er hatte die Fähigkeit, große, architektonische, heute ganz unverständliche Formen zu bilden (aus einem ähnlichen Bewusstsein, wie heute der Biber oder die Ameisen ihre Bauten ausführen). Das war zum Ende der lemurischen Zeit.
[ 23 ] This marked the attainment of a significant stage in human development. As a result, humans lost the ability to direct outward a specific, productive force that they had previously possessed. The force that they had previously used solely for procreation was, as it were, halved; and the half that had been freed up was now used to develop the organs capable of fostering the higher powers within the human being. — Now the spirit penetrates the soul, and organs must be created to receive it. With the emergence of sexual differentiation, human beings acquired the senses through which the spirit—which until then had been able to act upon them only from the outside—could now enter them. Human beings now became aware of their spirit. Human beings could not yet speak; nor did they yet have memory, but they were already developing certain artistic skills. Their imagination was still steeped in the old pictorial consciousness. They had the ability to create grand, architectural forms that are completely incomprehensible to us today (arising from a consciousness similar to that by which beavers or ants construct their structures today). This was toward the end of the Lemurian epoch.
[ 24 ] Lemurien war ein Kontinent, von dem heute kaum noch Spuren vorhanden sind, den heute der Indische Ozean bedeckt; ein Teil der Inseln im Indischen Ozean bildet den Rest von Lemurien. Aus der spätesten Zeit sind noch Reste auf den Osterinseln erhalten, gewaltige, gigantische Bauten, die jetzt unbegreiflich sind und unmöglich nachzumachen von dem heutigen, klügelnden Verstand. Kanalbauten, wie zum Beispiel der Moeris-See, die heute nicht mehr hervorgebracht und nachgemacht werden können, sie sind aus einer gewaltigen Intuition geschaffen, aus einer ganz anderen Art der Vorstellung.
[ 24 ] Lemuria was a continent of which hardly any traces remain today, now covered by the Indian Ocean; some of the islands in the Indian Ocean constitute what remains of Lemuria. Remnants from a more recent era are still preserved on Easter Island—immense, gigantic structures that are now incomprehensible and impossible to replicate with today’s rational mind. Canal systems, such as Lake Moeris, which cannot be created or replicated today, were built out of a tremendous intuition, born of a completely different mental image.
[ 25 ] Lemurien ist durch vulkanische Ausbrüche zugrunde gegangen; und es ist deshalb keine Spur mehr davon vorhanden, weil die Materie noch viel zu dünn und weich war; die menschliche Leibesgestalt war noch immer nicht fest, sie konnte nach Bedarf verändert werden; der Wille bestimmte noch die Form. Ein Teil, der entwickeltste [Teil] dieser Menschen wurde beim Untergang von Lemurien herübergerettet auf [die] Atlantis, einen sich neu bildenden Kontinent, der jetzt zum größten Teil vom Atlantischen Ozean bedeckt wird.
[ 25 ] Lemuria was destroyed by volcanic eruptions; and there is no trace of it left because the matter was still far too thin and soft; the human physical form was still not solid; it could be altered as needed; the will still determined the form. A portion—the most highly developed portion—of these humans was rescued during the downfall of Lemuria and brought to Atlantis, a newly forming continent that is now mostly covered by the Atlantic Ocean.
[ 26 ] Nun bildete sich die Sprache und das Gedächtnis; beides musste sich notwendig zusammen bilden, da eines ohne das andere nicht gut möglich ist. Es war aber noch nicht ausgebildet, der logische Verstand
[ 26 ] Now language and memory began to develop; the two necessarily had to develop together, since one is not really possible without the other. However, the logical mind had not yet developed
[ 27 ] war noch nicht vorhanden, ebenso konnten die Menschen noch nicht zählen und rechnen. - Folgende Entwicklungszustände machen nun die Atlantier durch: Es entstanden nacheinander die sieben Rassen:
[ 27 ] did not yet exist, nor could people yet count or do arithmetic. — The Atlanteans are now going through the following stages of development: The seven races emerged one after another:
1. Rmoahals
2. Tlavatli
3. Tolteken
4. Turanier
5. Ursemiten
6. Akkader
7. Mongolen
1. Rmoahals
2. Tlavatli
3. Tolteken
4. Turanians
5. Ursemites
6. Akkadians
7. Mongols
[ 28 ] Die ersten vier Rassen waren noch sehr gedächtnisarm, dadurch waren noch andere Kräfte in ihnen rege: Sie konnten die Lebenskraft in ganz besonderer Weise beherrschen.
[ 28 ] The first four races still had very little memory, and as a result, other powers were still active within them: They were able to control the life force in a very special way.
[ 29 ] Heute nehmen wir die Kraft, mit der unsere Maschinen und so weiter getrieben werden, aus der Steinkohle; es ist eine versteinerte, unlebendige Kraft. Die Atlantier konnten noch die lebendige Kraft verwenden, die Keimkraft. Aus angehäuften Früchten verwendeten sie die Samenkraft, um ihre schiffartigen Fahrzeuge durch die Luft vorwärts zu bewegen. Dieses war bei der toltekischen Rasse.
[ 29 ] Today we derive the power that drives our machines and so on from coal; it is a fossilized, lifeless power. The Atlanteans were still able to use the living power, the germinative force. From accumulated fruits, they used the power of the seed to propel their ship-like vehicles through the air. This was the case with the Toltec race.
[ 30 ] Das Zählen begann in der fünften Rasse, bei den Ursemiten, da machte sich der logische Verstand geltend. Die eigentliche atlantische Kultur ist durch Überflutung zugrunde gegangen, und es ist auch davon fast nichts erhalten. Platons Poseidonis ist der letzte Rest davon. Atlantis-Erinnerungen an diese Überflutung findet man bei allen Völkerschaften der Erde in den vielen Sintflutsagen. Dann ging aus der atlantischen Bevölkerung unsere jetzige Bevölkerung hervor, die wir die arische Rasse nennen; sie hat ebenfalls sieben Unterrassen und beginnt mit dem alten Volke der Inder, das spirituell hoch entwickelt war; zweitens: Perser; drittens: Semiten, die alten Griechen, Römer und Ägypter; viertens: spätere Griechen und Römer; fünftens: Germanen, angelsächsische Völker.
[ 30 ] Counting began in the fifth race, among the Proto-Semites, when logical reasoning came to the fore. The actual Atlantean civilization was destroyed by a flood, and almost nothing of it has survived. Plato’s Poseidonis is the last remnant of it. Memories of this Atlantean flood can be found among all peoples of the earth in the many flood myths. Then, from the Atlantean population, our present-day population emerged, which we call the Aryan race; it, too, has seven subraces and begins with the ancient Indian people, who were highly developed spiritually; second: Persians; third: Semites, the ancient Greeks, Romans, and Egyptians; fourth: later Greeks and Romans; fifth: Germanic peoples, Anglo-Saxon peoples.
