Supplements to Member Lectures
GA 246
7 April 1908, Copenhagen
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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
11. Das esoterische Leben
11. The Esoteric Life
[ 1 ] Wo wir, Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft, zusammenkommen, stehen wir nie fremd einander gegenüber, wir finden uns immer zurecht, wie in einer gemeinsamen Heimat. Durch das esoterische Leben soll eine geistige Heimat erschlossen werden, danach sehnen wir uns ... Der Mensch strebt danach, die Gebiete der geistigen Welten kennenzulernen und ihre Quellen zu erforschen. Die moderne Wissenschaft bedient sich unendlich vieler feiner Instrumente, die immer mehr verfeinert werden, ...
[ 1 ] Wherever we, members of the Theosophical Society, come together, we never feel like strangers to one another; we always find our place, as if in a shared homeland. Through the esoteric life, a spiritual home is to be discovered; this is what we long for... Human beings strive to become acquainted with the realms of the spiritual worlds and to explore their sources. Modern science makes use of an infinite number of sophisticated instruments that are becoming increasingly refined...
[ 2 ] Auf dem geistigen Gebiete wird nur ein Instrument gebraucht, und das ist die Seele des Menschen, sein Geist. Die Verfeinerung dieses Instrumentes kann durch das innere Leben zustande kommen. ... Was geschieht mit dem gewöhnlichen Menschen, wenn er sich vom äußeren Leben zum inneren wendet? Da ist nichts Verzaubertes, nichts Traumhaftes, es ist eine regelmäßige Fortsetzung vom alltäglichen in das geistige Gebiet hinein. ...
[ 2 ] In the spiritual realm, only one instrument is needed, and that is the human soul, the human spirit. This instrument can be refined through inner life. ... What happens to the ordinary person when he turns from outer life to inner life? There is nothing magical about it, nothing dreamlike; it is a natural continuation from everyday life into the spiritual realm. ...
[ 3 ] Der Mensch ist mit seinen Gliedern und Sinnesorganen im physischen Leibe nur ein Teil von sich selber. Wir finden die gleichen Stoffe in den Mineralien, in den Pflanzen und in den Tieren. Im Menschen gibt es doch die am meisten komplizierten Zusammenhänge von chemischen Stoffen, die beim Tode vernichtet werden. Diese Zusammenhänge sind nur möglich, weil diese physischen Stoffe von einem anderen Glied, dem Ätherleib, beseelt werden. Dieser verhindert, dass der physische Leib zugrunde geht - und dieser, der Ätherleib, ist wie der Mensch selber ein Kämpfer gegen die Vernichtung. Den Ätherleib haben wir gemeinsam mit Pflanzen und Tieren. Dagegen haben wir einen dritten Leib, den Astralleib, der nicht gemeinsam ist mit dem Mineral und mit den Pflanzen, sondern nur mit den Tieren, und dieser ist Träger von Leidenschaften und Trieben. ...
[ 3 ] With his limbs and sense organs in the physical body, the human being is only a part of himself. We find the same substances in minerals, plants, and animals. Yet within the human being there are the most complex interrelationships of chemical substances, which are destroyed at death. These interrelationships are possible only because these physical substances are animated by another component, the etheric body. This prevents the physical body from perishing—and this etheric body, like the human being itself, is a fighter against destruction. We share the etheric body with plants and animals. In contrast, we have a third body, the astral body, which is not shared with minerals or plants, but only with animals, and this body is the bearer of passions and instincts. ...
[ 4 ] Das vierte Glied nennen wir das Ich der eigenen Seele. Das ist der Gott der menschlichen Seele. Nicht Gott selber. Aber ein Tropfen aus dem göttlichen Meer! Dieses Ich, die Seele, finden wir beim Durchschnittsmenschen, beim Idealisten, beim Heiligen. ...
[ 4 ] We call the fourth link the “I” of one’s own soul. This is the God of the human soul—not God Himself, but a drop from the divine ocean! We find this “I,” the soul, in the average person, in the idealist, and in the saint. ...
[ 5 ] Aber da sind große Unterschiede. ... Der Wilde folgt seinen Trieben und Leidenschaften, die ausarten können bis zum Verzehren seiner Mitmenschen. Der Durchschnittsmensch unterdrückt seine Triebe. ...
[ 5 ] But there are major differences. ... The savage follows his instincts and passions, which can escalate to the point of devouring his fellow human beings. The average person suppresses his instincts. ...
[ 6 ] In einem intellektuell entwickelten Menschen finden wir deshalb schon zwei Teile vom Astralleib, nämlich den alten und den, der schon erleuchtet worden ist, der schon unter der Herrschaft des Ich steht. Höher steigen wir zum Idealmenschen auf, der gelernt hat, den einen Teil des Astralleibes, Manas, zu beherrschen, und auch gelernt hat, an seinem Astralleib zu arbeiten. (Danach wird ein Beispiel gezeigt.)
[ 6 ] In an intellectually developed human being, we therefore already find two parts of the astral body: namely, the old part and the part that has already been enlightened—the part that is already under the control of the “I.” We ascend further to the ideal human being, who has learned to master one part of the astral body—Manas—and has also learned to work on his or her astral body. (An example is shown below.)
[ 7 ] Eigenschaften des achtjährigen Kindes, wie zum Beispiel Heftigkeit und Wut, ... finden wir im reifen Alter wieder. Erst dann können diese Eigenschaften geändert werden, wenn der Impuls vom Ewigen kommt, wenn der Antrieb zum Ändern des Temperamentes da ist. Hierbei werden schöne Eindrücke von Kunst und Musik und vor allen Dingen die Religion uns helfen können. Wieder ein Beispiel:
[ 7 ] Characteristics of an eight-year-old child, such as vehemence and anger, ... reappear in adulthood. Only then can these traits be changed—when the impulse comes from the Eternal, when the drive to change one’s temperament is present. In this process, beautiful experiences of art and music—and above all, religion—can help us. Here is another example:
[ 8 ] Die Pflanze ist ein Wesen, die einen physischen und einen Ätherleib besitzt, wir sehen ihren Aufbau von Blatt zu Blatt in ständiger Wiederholung. ... Aber von außen wird die Pflanze von astralischer Materie umweht und diese bewirkt, dass das Wachstum in Fruchtbildung übergeht. Das Ätherische bewirkt Wiederholung und das Astrale das Abschließende. Beim Menschen sehen wir im Rückgrat Wiederholungen von Rückenwirbeln, welche im Gehirn, in der Gehirnkapsel ihren Abschluss finden. Im Wachstum finden wir das Prinzip der ständigen Wiederholung.
[ 8 ] The plant is a being that possesses a physical body and an etheric body; we see its structure repeated constantly from leaf to leaf. ... But from the outside, the plant is enveloped by astral matter, and this causes growth to transition into fruit formation. The etheric brings about repetition, and the astral brings about completion. In humans, we see repetitions of vertebrae in the spine, which find their completion in the brain and the cranial cavity. In growth, we find the principle of constant repetition.
[ 9 ] Soll der Ätherleib wachsen und sich entwickeln, so muss durch ständig fortgesetzte Beschäftigung mit religiösen Problemen und [durch] Meditation dazu beigetragen werden. Das Gebet «Vater unser» bekommt erst seinen Wert durch Wiederholung und führt uns zu einem befriedigenden Verständnis. Und dadurch wird der ursprüngliche Ätherleib umgebildet zum Lebensgeist oder Buddhi, der bis in den physischen Menschen hineinarbeiten kann. In der okkulten Anatomie lernt der Mensch sich selber zu betrachten. Er wird sich seiner Nerven, seiner Blutbewegung und seines Atmungsprozesses innerlich bewusst.
[ 9 ] If the etheric body is to grow and develop, this must be fostered through constant engagement with religious issues and [through] meditation. The “Our Father” prayer gains its value only through repetition and leads us to a satisfying understanding. And through this, the original etheric body is transformed into the Life-Spirit, or buddhi, which can work its way into the physical human being. In occult anatomy, the human being learns to observe himself. He becomes inwardly aware of his nerves, his blood circulation, and his breathing process.
[ 10 ] Eine Einführung zu diesem Studium ist notwendig. Wir können damit anfangen, indem wir bewusst gewisse kleine äußere Gewohnheiten ablegen oder ändern, das ist von großem Wert für das esoterische Leben, wichtiger als das eigentliche Studium. Das ist die Anleitung, um die geistigen Erkenntnisorgane sich erwerben zu können. Während der Mensch nachts in traumlosem Schlafe liegt, besteht er bloß aus physischem Leib und Ätherleib. Herausgehoben hiervon ist der Astralleib, dieser hat nur Gefühlsorgane, solange er mit dem physischen Leib verbunden ist. Aber wir können ihm durch starke Erlebnisse in der symbolischen Welt Gefühls- und Empfindungsorgane verschaffen.
[ 10 ] An introduction to this study is necessary. We can begin by consciously abandoning or changing certain small external habits; this is of great value for the esoteric life—more important than the study itself. This is the guidance for acquiring the spiritual organs of perception. While a person lies in dreamless sleep at night, they consist solely of the physical body and the etheric body. The astral body is separated from these; it possesses only organs of feeling as long as it is connected to the physical body. But we can provide it with organs of feeling and sensation through intense experiences in the symbolic world.
[ 11 ] Denken wir uns eine Pflanze. Die ist ein schlafendes Wesen, zusammengesetzt aus Wurzel, Blättern und dem reinen Pflanzensaft. ... Aus dem schlafenden Wesen, also der Pflanze, ist der Mensch später hervorgegangen, aber er hat den reinen keuschen Pflanzensaft mit seinen Begierden und Leidenschaften durchdrungen, sodass nicht mehr der reine Pflanzensaft, sondern das rote, von Begierden und Leidenschaften durchdrungene Blut jetzt durch unsere Adern fließt. ... Es ist jetzt neu unsere Aufgabe, wieder dieses Blut zu reinigen. Unsere Begierden sollen hinsterben, und wir sollen zu einem höheren Bewusstsein aufsteigen, wie die rote Rose, die sich um das schwarze Kreuz heraufschlingt (das Rosenkreuzersymbol).
[ 11 ] Let us imagine a plant. It is a sleeping being, composed of roots, leaves, and pure plant sap. ... From this sleeping being—that is, the plant—humanity later emerged, but humanity has permeated the pure, chaste plant sap with its desires and passions, so that it is no longer the pure plant sap but the red blood, permeated by desires and passions, that now flows through our veins. ... It is now our new task to purify this blood once again. Our desires must die away, and we must ascend to a higher consciousness, like the red rose that winds its way up around the black cross (the Rosicrucian symbol).
[ 12 ] Weil wir wissen, dass wir von niederen Reichen aufgestiegen sind, sollen wir uns in Demut vor diesen neigen, welches wir angedeutet finden im Johannes-Evangelium, 13. Kapitel, wo Christus Jesus sagt, dass er sein Dasein den Zwölfen schuldig ist, ohne jene konnte er nicht sein - und nicht das sein, was er jetzt ist. ...
[ 12 ] Because we know that we have ascended from the lower realms, we should bow before them in humility, as is implied in the Gospel of John, chapter 13, where Jesus Christ says that he owes his existence to the Twelve; without them, he could not be—nor could he be what he is now. ...
[ 13 ] Diese Vorstellungen wirken auf den Astralleib und in der Wiederholung dieser demütigen Gefühle wird ein Abdruck auf den physischen und den ätherischen Leib angestrebt, wodurch diese harmonisiert werden. Denn was ist Müdigkeit, worüber jetzt so viel geschrieben und gesprochen wird? Das ist eine Disharmonie zwischen dem Leiblichen und dem Geistigen. - Der Astralleib arbeitet nachts am Wegschaffen der Müdigkeit. Allmählich sollen wir versuchen, ein Leben ohne Disharmonie zu leben, in allem, was uns begegnet, ein kleines Goldkörnchen zu finden, wie in der Legende von Christus und dem toten Hund; wo Christus in dem schon verwesenden Tiere, von welchem sich die Jünger mit Abscheu abwenden, doch die schönen Zähne des Tieres bewunderte.
[ 13 ] These mental images affect the astral body, and through the repetition of these humble feelings, one seeks to leave an imprint on the physical and etheric bodies, thereby harmonizing them. For what is fatigue, about which so much is now written and spoken? It is a disharmony between the physical and the spiritual. - The astral body works at night to dispel fatigue. Gradually, we should try to live a life free of disharmony, finding a tiny grain of gold in everything we encounter, as in the legend of Christ and the dead dog; where Christ, despite the animal already decomposing—from which the disciples turned away in revulsion—still admired the animal’s beautiful teeth.
[ 14 ] Wie in unserem Beispiel Jesus Christus, so sollen wir verstehen, in allem, sogar in dem Unschönen, das Gute und Schöne zu finden.
[ 14 ] Just as in our example of Jesus Christ, we should learn to find the good and the beautiful in everything, even in what is unattractive.
[ 15 ] Des Menschen Aufstieg in neue Welten. Vier Erkenntnisstufen:
[ 15 ] Man's Ascent into New Worlds. Four Stages of Knowledge:
1. die äußere Erkenntnis, das objektive Denken
2. die imaginative Erkenntnis
3. Inspirationen
4. Intuitionen
1. external cognition, objective thinking
2. imaginative cognition
3. inspirations
4. intuitions
[ 16 ] Was ist Imagination? Die Dinge um uns herum zeigen Farben, Töne, Wärme, Kälte, Geschmack, Geruch. ... Diese Dinge und Eigenschaften sollen wir jetzt lernen zu erleben ohne die Dinge selber. Betrachten wir eine Pflanze, das grüne Blatt, die rote Rose, sehen wir nicht allein die grüne und rote Farbe, sondern wir empfinden auch etwas, was auf unser Fühlen Eindruck macht. Das Grüne ruft einen anderen Eindruck hervor als das Rote. Es ist nicht leicht, einen Gefühlseindruck festzuhalten, aber dies ist notwendig. Und wir müssen dennoch unterscheiden, was das Rote und was das Grüne in uns hervorruft. Diese Gefühle müssen wir uns vergegenwärtigen ... ohne Gegenstände.
[ 16 ] What is imagination? The things around us exhibit colors, sounds, warmth, cold, taste, and smell. ... We are now to learn to experience these things and qualities without the things themselves. When we look at a plant—the green leaf, the red rose—we do not merely see the green and red colors; we also perceive something that makes an impression on our feelings. Green evokes a different impression than red. It is not easy to capture an emotional impression, but this is necessary. And yet we must distinguish between what the red and what the green evoke in us. We must bring these feelings to mind ... without objects.
[ 17 ] Stehen Sie- nach geduldig wiederholten Versuchen - vor dem grünen Blatt und der roten Rose, dann sehen Sie Blatt und Rose durchsichtig. Die grünen und roten Schattierungen stehen wie Imaginationen vor Ihnen. Sie schauen in das Innere der Gegenstände hinein. Sie sehen es frei schwebend im Raume. Die geistigen Wesenheiten, die immer um uns herumschweben und die noch nicht für uns sichtbar geworden sind, sollen wir auch auf diese Weise kennenlernen, wie wir auch lernen sollen, die Aura zu sehen. Dies ist spirituelle Erkenntnis. Führen Sie das Experiment weiter aus. Wenden Sie es dem Samenkorn gegenüber an, worin schon die ganze Pflanze verborgen ist. Lassen Sie das Samenkorn auf sich wirken. Es soll dann geistig für Sie hervorwachsen. Alle Wesenheiten um uns herum sind mehr, als wir ahnen, nämlich was latent in ihnen enthalten ist. Betrachten wir das Herz mit seinen quergestreiften Muskelfibern: Das ist in der Anatomie ein Kreuz und unwillkürlich in seinen Bewegungen. Die Hand dagegen ist willkürlich, also bewusst in ihren Bewegungen und [ebenso quergestreift]. Was die Hand jetzt ist, will in der Zukunft das Herz werden.
[ 17 ] If—after patiently repeating these attempts—you stand before the green leaf and the red rose, you will see the leaf and the rose as transparent. The green and red hues appear before you like visions. You look into the very core of the objects. You see them floating freely in space. We are to come to know the spiritual beings that are always hovering around us—and which have not yet become visible to us—in this same way, just as we are to learn to see the aura. This is spiritual insight. Continue the experiment. Apply it to the seed, within which the entire plant is already hidden. Allow the seed to work its magic on you. It will then grow forth for you in a spiritual sense. All beings around us are more than we realize—namely, what is latent within them. Let us consider the heart with its striated muscle fibers: anatomically, it forms a cross and its movements are involuntary. The hand, on the other hand, is voluntary—that is, conscious in its movements—and [likewise striated]. What the hand is now, the heart aspires to become in the future.
[ 18 ] Betrachten Sie die Dinge, schauen Sie sich an, was sie sind, dann kommt man zu Inspirationen. Diesen Versuch, den wir der Pflanze gegenüber gemacht haben, können wir auch Tönen und Farben gegenüber anwenden. Beobachten Sie das Gefühl, das Sie haben beim Anhören eines Klanges. ... Durch geduldig wiederholtes Zurückrufen dieser Empfindung wird Tonlosigkeit, die absolute Stille sich einfinden. ...
[ 18 ] Observe things; look at what they are, and you will find inspiration. We can apply this experiment, which we conducted with the plant, to sounds and colors as well. Observe the feeling you have when listening to a sound. ... By patiently and repeatedly recalling this sensation, a state of soundlessness—absolute silence—will set in. ...
[ 19 ] Aber nach der Stille kommt der geistige Ton, die geistige Musik. Nach dem Beobachten von Farben soll absolute Finsternis herrschen, nach der Finsternis kommen die Antworten von der anderen Seite. Man soll Vorsicht walten lassen beim Unterscheiden des physischen und geistigen Tones, sodass man sie nicht zusammenmischt, was zu schlimmen Irrtümern, ja zu Verrücktheit führen kann. Durch jeden Versuch verliert etwas vom Niederen seinen Wert!
[ 19 ] But after the silence comes the spiritual sound, the spiritual music. After observing colors, absolute darkness should reign; after the darkness, the answers come from the other side. One must exercise caution in distinguishing between the physical and spiritual tones, so as not to confuse them, which can lead to grave errors, even madness. With every attempt, something of the lower realm loses its value!
[ 20 ] Der Ton verliert sich zuerst. Wir erreichen zuerst die Stille, die Farbeindrücke bleiben länger, die Geruchsempfindung hält sich am längsten. Alles dies liegt der Inspiration zugrunde. Die Intuition kommt dann von selber, man ist dann innerhalb aller Dinge. Im Allgemeinen ist der Mensch außerhalb aller Gegenstände, nach den Übungen lernt der Mensch die Seele aller Dinge zu verstehen. Wir lernen die Seele kennen bei einem Tier, einer Pflanze und einem Mineral, und wenn wir erst gehen gelernt haben, geistig gesprochen, auf dem astralen Plan - ich bitte Sie an diesem Ausdruck nicht Anstoß zu nehmen -, so werden wir da diese Seele als Gruppenseele finden. Die am meisten hervortretende Eigenschaft der Gruppenseele ist Weisheit, und diese finden wir viel größer als beim Menschen. Betrachten wir die Vögel, wenn sie im Herbst wegziehen. Der Biber in seiner komplizierten Behausung, (kein Ingenieur vermag mit noch so viel Scharfsinn einen Brückenbau nachzuahmen, wovon uns der Biber ein Beispiel gibt). sehen wir die Bienen ihren Honig zubereiten, welche Weisheit ist wohl darin enthalten!
[ 20 ] Sound fades away first. We first reach silence; color impressions linger longer; the sense of smell lasts the longest. All of this forms the basis of inspiration. Intuition then comes of its own accord; one is then within all things. Generally speaking, human beings are outside of all objects; through these exercises, they learn to understand the soul of all things. We come to know the soul in an animal, a plant, and a mineral, and once we have learned to walk—spiritually speaking—on the astral plane—please do not take offense at this expression—we will find this soul there as a group soul. The most prominent quality of the group soul is wisdom, and we find this to be far greater than in human beings. Let us observe the birds as they migrate in the fall. The beaver in its intricate dwelling—(no engineer, no matter how astute, can replicate the bridge-building of which the beaver gives us an example)—and let us watch the bees prepare their honey; what wisdom is contained therein!
[ 21 ] Was wir aber nicht bei der Gruppenseele der Tiere finden, das ist die Liebe. Die Gruppenseele des Tieres ist eine weise, aber eine kalte Wesenheit. Die Liebe findet man erst bei einzelnen individuellen Tieren und beim Menschen.
[ 21 ] But what we do not find in the group soul of animals is love. The group soul of animals is a wise but cold entity. Love is found only in individual animals and in human beings.
[ 22 ] Wie die Tiere, so haben auch die Pflanzen gemeinsame Seelen. Die Pflanzen sind selber der Mittelpunkt der Erde. Wir sehen die Wurzeln der Pflanzen nach unten gerichtet, die Blüten aufwärts gerichtet. Jetzt müssen wir die Wurzel mit dem menschlichen Haupte vergleichen. Der Mensch ist die umgekehrte Pflanze. Diese hat ihre Befruchtungsorgane dem Lichte entgegengerichtet, der Sonne entgegen, aber den Kopf gegen die Erde. Der Mensch aber hat den Kopf zur Sonne gewendet und die Befruchtungsorgane gegen die Erde.
[ 22 ] Just as animals do, plants also have shared souls. Plants themselves are the center of the Earth. We see that the roots of plants point downward, while the flowers point upward. Now we must compare the root to the human head. Human beings are the reverse of plants. Plants have their reproductive organs directed toward the light, toward the sun, but their heads are directed toward the earth. Human beings, however, have their heads turned toward the sun and their reproductive organs directed toward the earth.
[ 23 ] Vergleichen wir diese drei Reiche mit einem Kreuz, so finden wir die Pflanze zuunterst, das Tier in der Mitte (das Tier mit seinem horizontalen Rückgrat), den Menschen nach oben, vom Lichte angezogen. Das Mineral ist der Grund, aus welchem die Pflanze als Gruppe hervorsprießt.
[ 23 ] If we compare these three kingdoms to a cross, we find the plant at the bottom, the animal in the middle (the animal with its horizontal spine), and the human being at the top, drawn toward the light. The mineral is the foundation from which the plant sprouts as a group.
[ 24 ] Wenn wir Blätter und Blüten abpflücken, so geschieht es nicht, ohne dass die Pflanzenseele dies empfindet. Sie fühlt dabei ein Wohlbehagen, denn sie ist [die Milch] der Erde und gibt sich hin, wie die Kuh dem Kalb Milch gibt. Reißt man dagegen eine Pflanze mit der Wurzel aus, so erlebt die Pflanzenseele Schmerz (die Entwicklung ist mit Schmerz verbunden wie die Geburt). (Verschiedene Begriffe für das Ergrauen des Haares.) Wenn der Bauer im Herbst ... «sehend» und erkennend wäre, dann würde er lauter Wohlbehagen erleben, denn die Erde schenkt mit Lust und Wohlbehagen ihre Gaben der Welt. Erkenntnis von diesem gibt Intuition.
[ 24 ] When we pluck leaves and flowers, it does not happen without the plant soul feeling it. It feels a sense of well-being in the process, for it is [the milk] of the earth and gives of itself, just as a cow gives milk to her calf. If, on the other hand, a plant is torn out by the roots, the plant soul experiences pain (development is associated with pain, just as birth is). (Various terms for the graying of hair.) If the farmer in the fall were “seeing” and discerning, then he would experience nothing but contentment, for the earth bestows its gifts upon the world with joy and contentment. Insight into this comes from intuition.
[ 25 ] Auch die Seele des Steines soll vom Menschen erkannt werden. Wir finden diese Seele des Steines im oberen Devachan. Die Arbeiter in Steinbrüchen konnten bei Sprengungen von Steinen Lustgefühle und Freude beobachten. Würden sie dagegen versuchen das Zersprengte wieder zusammenzusetzen, es zu verdichten, würde dies der Seele des Steines Schmerz bereiten. (Beispiel mit Salz im Wasser. Die Auflösung ist Lustgefühl, die Kristallisation ist Schmerz.)
[ 25 ] The soul of the stone, too, is to be recognized by human beings. We find this soul of the stone in the upper Devachan. Workers in quarries have observed feelings of pleasure and joy when stones are blasted apart. If, on the other hand, they were to try to put the shattered pieces back together or compress them, this would cause pain to the soul of the stone. (Example with salt in water: dissolution is a feeling of pleasure; crystallization is pain.)
[ 26 ] Es geht uns hierbei wie mit religiösen Dokumenten: Erst beim Verständnis von diesen geht uns der Sinn auf (Beispiel mit der Sintflut). Vor dieser war alles in Nebeldünste eingehüllt, es gab keinen Regen, keinen Sonnenschein, es war die Nebelheimat (Nebelheim, Niflheim, Nibelungenheim). Nach der Sintflut wurde die Luft gereinigt, und der Regenbogen kam zur Erscheinung. In ferner Vergangenheit war die Temperatur der Erde viel höher als jetzt. Die Metalle waren fließend, geschmolzen. ...
[ 26 ] Our experience here is similar to that with religious texts: Only when we understand them does the meaning become clear to us (example of the Flood). Before the Flood, everything was shrouded in mist; there was no rain, no sunshine—it was the realm of mist (Nebelheim, Niflheim, Nibelungenheim) . After the Flood, the air was purified, and the rainbow appeared. In the distant past, the Earth’s temperature was much higher than it is now. The metals were liquid, molten. ...
[ 27 ] Damit der Mensch auf der Erde wohnen konnte, wurde das Fließende durch Leid und Schmerz auskristallisiert. Die Erde wird durch ihre weitere Entwicklung später vergeistigt werden. Die festen Stoffe lösen sich auf, es wird ein Prozess der Seligkeit werden, ein Hineilen zur Erlösung. Römerbrief 8. Kapitel, 21. bis 22. Vers. Wenn der Mensch verstehen gelernt hat, alle Wesen zu verstehen, dann ist er von Illusionen befreit, von Maya und allen Schranken. - «Ihr sollt die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit soll euch erlösen!» Johannes 8,32.
[ 27 ] In order for humankind to dwell on Earth, the fluid was crystallized through suffering and pain. Through its continued development, the Earth will later be spiritualized. Solid matter will dissolve; it will become a process of bliss, a rush toward salvation. Romans 8:21–22. When human beings have learned to understand all beings, they will be freed from illusions, from Maya, and from all barriers. — “You will know the truth, and the truth will set you free!” John 8:32.
