Supplements to Member Lectures
GA 246
17 December 1910, Hanover
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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
34. Neid und Lüge als Karmische Wirkungen
34. Envy and Lies as Karmic Consequences
[ 1 ] Es soll heute einiges besprochen werden aus dem unmittelbaren Leben, von den Beziehungen der Theosophie zum menschlichen Leben im Allgemeinen und wie theosophisches Denken und Fühlen Einfluss gewinnt auf das Leben.
[ 1 ] Today we will discuss several topics related to everyday life, including the relationship between Theosophy and human life in general, and how Theosophical thinking and feeling influence our lives.
[ 2 ] Es wird vielfach gefragt: Wie lassen sich die theosophischen Anschauungen beweisen? Wenn die Menschen nur wirklich achtgeben würden, so würden sie schon Beweise finden. Es ist ein starker Unglaube vorhanden, dass dem, was in unserer Seele sich abspielt, überhaupt eine Bedeutung zukomme. Die Menschen wollen immer nur sogenannte logische Beweise.
[ 2 ] People often ask: How can theosophical views be proven? If people would only really pay attention, they would already find proof. There is a deep skepticism that what takes place within our souls has any significance at all. People always want only so-called logical proofs.
[ 3 ] Da können zum Beispiel zwei Parteien darüber streiten, ob ein Eisenstück magnetisch ist. Einige glauben es auf Autorität hin, andere wollen nur ihren eigenen Augen trauen und so weiter. Wer aber einen Versuch mit einem Magneten macht, würde bald die Wahrheit erfahren. So sollte man auch das Leben messen an den theosophischen Wahrheiten. Doch man muss sich schon etwas mehr Zeit lassen zur Betrachtung des Lebens, als man heute geneigt ist zu tun.
[ 3 ] For example, two people might argue over whether a piece of iron is magnetic. Some believe it on authority, while others trust only what they see with their own eyes, and so on. But anyone who conducts an experiment with a magnet would soon discover the truth. In the same way, one should measure life against theosophical truths. However, one must allow oneself a little more time to reflect on life than people tend to do today.
[ 4 ] Während meiner Erzieher-Laufbahn konnte ich Folgendes beobachten. Es war damals Mode, den kleinen Kindern zur Stärkung ein Gläschen Rotwein zu geben zu den Mahlzeiten; solche Erfahrungen muss man sich für das Leben notieren. Heute kann man von den großen Menschen, die damals als Kinder regelmäßig das Gläschen Rotwein bekamen, den Unterschied mit anderen beobachten, die ohne diese Stärkung aufgewachsen sind. Alle, die damals das Gläschen Rotwein bekamen, sind heute zappelige und nervöse Menschen! - Es kann natürlich auch andere Ursachen für Nervosität geben, aber ich rede hier nur von den Fällen, wo keine anderen Ursachen vorlagen.
[ 4 ] During my career as a preschool teacher, I observed the following. Back then, it was common practice to give young children a small glass of red wine with their meals to fortify them; these kinds of experiences are worth noting for life. Today, you can see the difference between the adults who regularly received that little glass of red wine as children and those who grew up without this “pick-me-up.” All those who received that little glass of red wine back then are now fidgety and nervous people! — Of course, there may be other causes for nervousness, but I’m only talking here about cases where no other causes were present.
[ 5 ] Solche Wirkungen kann man nun nicht in fünf Jahren erkennen wie bei den neuen Heilmitteln, der Glaube an diese hält gewöhnlich nur fünf Jahre an -, man muss schon mehr Geduld haben. Aber auf diese Weise mit sorgfältiger, geduldiger Beobachtung kann man erkennen, wie Karma schon in einer Inkarnation und wie es zwischen zwei Inkarnationen wirkt.
[ 5 ] Such effects cannot be recognized in five years, as is the case with new remedies—faith in them usually lasts only five years—so one must be more patient. But through careful, patient observation, one can see how karma operates within a single incarnation and between two incarnations.
[ 6 ] Neid und Lüge sind zwei Eigenschaften, die der Mensch mit allen Kräften zu überwinden sucht. Wir wissen, dass auf den astralischen Leib des Menschen nach einigen Inkarnationen die luziferischen Wesen wirkten, während Lüge und Irrtum dem Einfluss des ahrimanischen Prinzips auf den Ätherleib zuzuschreiben sind. Unserer gescheiten, sich monistisch nennenden Bevölkerung könnte man zurufen: «Den Teufel merkt das Völkchen nie und wenn er es beim Kragen hätte.» - Sobald der Mensch fühlt, dass er solche Eigenschaften, wie Neid und Lügenhaftigkeit hat, ist er mit allen Kräften bemüht, sie mit der Wurzel auszurotten. Weil das aber sehr schwer ist, pflegt dann etwas anderes einzutreten.
[ 6 ] Envy and lies are two traits that human beings strive with all their might to overcome. We know that after several incarnations, the Luciferic beings exerted an influence on the human astral body, while lies and error are attributable to the influence of the Ahrimanic principle on the etheric body. One might call out to our clever population, which calls itself “monistic”: “This little crowd would never notice the devil even if he had them by the collar.” - As soon as a person senses that they possess qualities such as envy and deceitfulness, they strive with all their might to eradicate them at the root. But because this is very difficult, something else tends to take its place.
[ 7 ] Das ist überhaupt die Erklärung für alle Naturvorgänge, dass die Schädelknochen, und dass überhaupt alle unsere Knochen umgewandelte Wirbelknochen sind. In der demnächst erscheinenden «Anthroposophie» werde ich darauf hinweisen, dass zum Beispiel unsere Geschmacksorgane umgewandelte, zurückgebliebene Gesichtsorgane sind.
[ 7 ] This, in fact, is the explanation for all natural processes: that the skull bones—and indeed all our bones—are transformed vertebral bones. In the forthcoming issue of Anthroposophy, I will point out that, for example, our taste organs are modified, vestigial facial organs.
[ 8 ] Der Neid nimmt eine Maske an und wandelt sich in Tadelsucht. Der Mensch meint dann, er darf doch nicht die Augen verschließen vor den Fehlern der andern. Der meisten Kritikasterei, Tadelsucht und so weiter liegt umgewandelter Neid zugrunde; als berechtigte Kritik erscheint das dann. - Der Luzifer, der mit dem Menschen, der den Neid überwunden hat, nichts mehr anfangen kann, überträgt gleichsam das Regiment an Ahriman, der sich dann über den Ätherleib hermacht und Klatschsucht und so weiter erregt.
[ 8 ] Envy puts on a mask and transforms itself into a tendency to criticize. People then believe they must not turn a blind eye to the faults of others. Most nitpicking, a tendency to criticize, and so on are rooted in transformed envy; this then appears as justified criticism. - Lucifer, who can no longer deal with the person who has overcome envy, hands over the reins, as it were, to Ahriman, who then sets his sights on the etheric body and stirs up a thirst for gossip and the like.
[ 9 ] In der zweiten Hälfte seines Lebens wird es sich dann zeigen, dass ein solcher Mensch nicht recht im Leben sich zurechtfinden kann, sich immer an andere um Rat wendet, nie etwas anzufangen weiß aus eigener Initiative. Wer in einer Epoche seines Lebens lügenhaft ist, wird in einer anderen scheu und zurückhaltend sein; er wird nicht imstande sein, andern offen ins Auge zu schauen. Tiefe Wahrheit liegt in dem Sprichwort, dass wir dem nicht trauen können, der uns nicht ruhig ins Auge schauen kann. Ohne die Hilfe der Hellsichtigkeit kann man solche Zusammenhänge beobachten.
[ 9 ] In the second half of his life, it will become apparent that such a person cannot quite find his way in life, always turns to others for advice, and never knows how to take the initiative on his own. Anyone who is deceitful during one phase of their life will be shy and reserved during another; they will be unable to look others openly in the eye. There is profound truth in the saying that we cannot trust someone who cannot calmly look us in the eye. Without the aid of clairvoyance, one can observe such connections.
[ 10 ] Wenn ein Kind nicht zu richtigem Gleichmaß zwischen Geselligkeit und Einsamkeit angehalten wird - auch das Zusammensein mit unliebsamen Personen ist Einsamkeit -, so pflegt sich Streitsucht, Prozesslust, Querulanten-Wahnsinn und so weiter auszubilden im Alter. Rechthaberei, Widerspruchsgeist ist eine Wirkung von zu vieler Einsamkeit vor etwa zwanzig bis dreißig Jahren.
[ 10 ] If a child is not encouraged to strike the right balance between social interaction and solitude—even spending time with people one dislikes counts as solitude—then a tendency toward quarrelsomeness, a love of litigation, the madness of being a troublemaker, and so on tends to develop in old age. Dogmatism and a contrarian spirit are the result of too much solitude some twenty to thirty years ago.
[ 11 ] Das Gegenteil: Übergroße Geselligkeit, Mangel an Sammlung es gibt Menschen, denen es gleich langweilig ist, wenn sie mal allein sind - erzeugt eine gewisse Unfähigkeit, sich dauernd und gründlich mit einer Sache zu beschäftigen. Eine Folge solch unsteten Wesens ist ein reduziertes Gedächtnis. Wenn man das Gedächtnis der Menschen vor zwei Jahrtausenden, wo die Menschen gehörte Gesänge sofort wörtlich auswendig wussten, mit unserem heutigen Gedächtnis vergleicht, so muss man staunen. - Schon zwischen der ersten und der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts würde man den Unterschied merken können; das Gedächtnis ist immer weniger verlässlich geworden. Falls Theosophie nicht eindringen sollte in die Menschheit, würden die Menschen bald gar kein Gedächtnis mehr haben. Ein fascliges Von-einem-zum-anderen-Eilen ist die Folge von einem Übermaß an Geselligkeit. Wir müssen schon bei dem Kinde Interesse zu wecken suchen für etwas, mit dem es sich wenigstens eine Stunde täglich beschäftigen kann. Rasches Urteil, Willensstärke, Wissen, was man will, wird nur durch die notwendige Einsamkeit errungen. - Alle Geselligkeit wirkt heute geradezu jammervoll; die Menschen, die zehn Jahre nebeneinander gelebt haben, wissen gar nichts voneinander, es geht nichts über von einem auf den anderen. Wie wenig Menschen haben heute einen Instinkt dafür, ob man einen Menschen vor sich hat, der sozusagen einem den Buckel volllügt.
[ 11 ] On the contrary: excessive sociability and a lack of composure—there are people who get just as bored when they are alone—lead to a certain inability to engage with a subject continuously and thoroughly. One consequence of such a restless nature is a diminished memory. If one compares the memory of people from two millennia ago—when people could immediately memorize songs they heard word for word—with our memory today, one cannot help but be amazed. - One could already notice the difference between the first and second halves of the twentieth century; memory has become less and less reliable. If theosophy were not to take root in humanity, people would soon have no memory at all. A frantic rushing from one thing to another is the result of an excess of sociability. We must strive to awaken an interest in children for something they can engage with for at least an hour each day. Quick judgment, strength of will, and knowing what one wants are achieved only through necessary solitude. - All socializing today seems downright pitiful; people who have lived side by side for ten years know nothing about one another—nothing is passed on from one to the other. How few people today have an instinct for recognizing whether they are dealing with someone who, so to speak, is full of hot air.
[ 12 ] Nur durch weise Einteilung von Geselligkeit und Einsamkeit kann man sich solche praktische Erfahrung aneignen. Wenn wir nicht mit verbundenen Augen durchs Leben gehen, dann sehen wir, wie sich die theosophischen Wahrheiten bestätigen.
[ 12 ] Only through a wise balance of social interaction and solitude can one acquire such practical experience. Unless we go through life blindfolded, we will see how theosophical truths are confirmed.
[ 13 ] In der nächsten Verkörperung kann sich nun die karmische Wirkung bis in die Leibes-Inkarnation zeigen. Unser Organismus wird als Wirkung der Scheuheit die Neigung zu ansteckenden Krankheiten mitbringen. Neid wird müde, blasse Menschen erzeugen. Wenn wir praktisch an Karma glauben - was gar nicht so schwer ist, wenn die Menschen nicht so starrköpfig wären -, so würden wir unsere Handlungsweise mit diesem Glauben in Einklang zu bringen suchen, und der Nutzen würde sich bald zeigen.
[ 13 ] In the next incarnation, the karmic effect may now manifest itself even in the physical body. As a result of shyness, our organism will be prone to infectious diseases. Envy will produce tired, pale people. If we believed in karma in a practical sense—which wouldn’t be so difficult if people weren’t so stubborn—we would seek to bring our actions into harmony with this belief, and the benefits would soon become apparent.
[ 14 ] So wie Edelweiß immer auf dem Berge wächst, nie im Tal, so wird man immer mit den Menschen zusammengeführt, mit denen man karmische Ursachen auszugleichen hat. Wird in unsere Familie hinein ein schwaches Kind geboren, so kann man annehmen, dass dasselbe uns im früheren Leben verklatscht oder beneidet hat. Je mehr wir solchem Kinde positive Hilfe leisten durch Verzeihen und immer wieder Verzeihen, desto schneller wird es gesunden. Wenn eine solche Maxime angewendet wird zur rechten Zeit, so wird die fahle Haut Farbe bekommen, die Glieder werden sich runden. Das Kind kann dann sein Karma überwinden und Kräfte aufnehmen, durch die es gefördert wird.
[ 14 ] Just as edelweiss always grows on the mountain, never in the valley, so are we always brought together with the people with whom we have karmic debts to settle. If a frail child is born into our family, we can assume that this child struck us or envied us in a previous life. The more we offer such a child positive support through forgiveness—and forgiveness again and again—the faster it will recover. If this principle is applied at the right time, the child’s pale skin will regain its color, and its limbs will become plump. The child can then overcome its karma and draw upon the strength that will help it thrive.
[ 15 ] Bei Kindern sollte man auch nicht versäumen, die nötige Gedankenbeweglichkeit zu erwecken, denn nur dadurch können sie eine gewisse Gewandtheit erlangen.
[ 15 ] With children, one should also not fail to cultivate the necessary mental agility, for only in this way can they attain a certain level of fluency.
[ 16 ] Leibestrainierung schützt nicht davor, ein ungeschickter Mensch zu werden. Es gibt Leute, die sich nicht mal einen Knopf selber annähen können; nicht mal einen Teller von einem Zimmer ins andere tragen können, ohne ihn fallen zu lassen. Was materiell an Fähigkeiten vorhanden sein soll, muss zuerst seelisch vorhanden sein.
[ 16 ] Physical training does not protect one from becoming clumsy. There are people who cannot even sew on a button by themselves; who cannot even carry a plate from one room to another without dropping it. Whatever abilities are to be present in a physical sense must first be present in a mental sense.
[ 17 ] In den letzten vier bis fünf Jahrhunderten haben die Menschen einen unglaublichen Materialismus herangeführt. Theosophie als Lebenspraxis wird zeigen, dass Geistiges und Seelisches die Ursachen sind von Physischem.
[ 17 ] Over the past four to five centuries, people have cultivated an incredible materialism. Theosophy as a way of life will show that the spiritual and the psychological are the causes of the physical.
[ 18 ] So viele kurzsichtige Menschen wie heute hat es gewiss vor vier bis fünf Jahrhunderten nicht gegeben. Wenn die Menschen nicht spiritueller werden, werden sie noch immer kurzsichtiger werden.
[ 18 ] There were certainly not as many nearsighted people four or five centuries ago as there are today. If people do not become more spiritual, they will become even more nearsighted.
[ 19 ] Das sind karmische Dinge, die durch die hellscherische Forschung bestätigt werden. Lange Inkarnationen vor der Erscheinung
[ 19 ] These are karmic matters that have been confirmed by Hellscher's research. Long incarnations prior to the appearance
[ 20 ] des Christus-Jesus wirkte der Christus-Impuls noch nicht in den Seelen; jetzt aber wirkt er in ihnen. Ein Beispiel soll zeigen, welche tiefe Bedeutung es hat, ob der Christus-Impuls herein wirken kann oder nicht. Eine Persönlichkeit, die an der Grenze des Mittelalters und der Neuzeit gelebt hat und äußerst interessant ist, deren Name aber noch nicht genannt werden kann, soll uns jetzt beschäftigen. Bei dem Besuch unserer südlichsten Loge in Palermo fühlte ich schon während der Fahrt von Neapel nach Sizilien auf dem Schiff, dass ich hier etwas Bedeutsames finden müsse; in der geistigen Atmosphäre von Sizilien lebte eben etwas ganz Besonderes. - Man darf nur leidenschaftslos und ganz ohne Gier an solche Probleme herangehen. - Es stellte sich im Laufe der nächsten Tage heraus, dass diese eigenartigen Strömungen verursacht wurden durch das Schicksal einer früheren Verkörperung der oben genannten Persönlichkeit, des großen Philosophen Empedokles, der auch Architekt war und die Mysterien eingeführt hatte auf Sizilien. - Von anderen Philosophen würde das Gesagte als Wahnsinn angesehen werden. - Empedokles war seiner Zeit weit voraus; gewisse materialistische Ideen, die nach dem Christus-Impuls hatten kommen sollten, hatte er schon damals. Er fand gleichsam zuerst die vier Elemente.
[ 20 ] Before Christ Jesus, the Christ impulse was not yet at work in people’s souls; but now it is at work within them. An example will illustrate the profound significance of whether or not the Christ impulse can take effect. We shall now turn our attention to a figure who lived at the turn of the Middle Ages and the modern era—a highly interesting individual whose name, however, cannot yet be revealed. During my visit to our southernmost lodge in Palermo, I sensed even while traveling by ship from Naples to Sicily that I was bound to find something significant there; there was indeed something very special in the spiritual atmosphere of Sicily. - One must approach such problems dispassionately and without any greed. - Over the course of the next few days, it became clear that these peculiar currents were caused by the fate of a previous incarnation of the aforementioned figure, the great philosopher Empedocles, who was also an architect and had introduced the Mysteries to Sicily. - Other philosophers would regard what has been said as madness. - Empedocles was far ahead of his time; he already held certain materialistic ideas back then that were to come after the Christ impulse. He was, so to speak, the first to discover the four elements.
[ 21 ] Aber auch als Mysterienweiser war Empedokles seiner Zeit voraus, er hatte die Sehnsucht, mit den Elementen eins zu werden, und er stürzte sich in den Ätna. Was sich da geistig auflöste, das lebt heute noch in der Atmosphäre des Ätna.
[ 21 ] But even as a sage of the mysteries, Empedocles was ahead of his time; he longed to become one with the elements, and he threw himself into Mount Etna. What was spiritually dissolved there still lives on today in the atmosphere of Mount Etna.
[ 22 ] Heute findet man innerhalb des Stofflichen überall den ChristusImpuls. Hätte Empedokles den finden können, so hätte er sich mit ihm verbunden. Er kam zu spät oder zu früh, sodass er voll auskosten musste den Schmerz der damaligen Eingeweihten, die zu der Urweisheit nicht mehr gelangen konnten und so durch die sie umgebende Finsternis in die Verzweiflung getrieben wurden, weil der Christus noch nicht zu finden war. Ohne die Kenntnis von dem Schicksal des Empedokles kann man seine spätere Inkarnation, die eine sehr problematische Persönlichkeit war, nicht verstehen.
[ 22 ] Today, the Christ impulse can be found everywhere within the material world. Had Empedocles been able to find it, he would have connected with it. He came too late or too early, so that he had to fully experience the pain of the initiates of that time, who could no longer attain the primordial wisdom and were thus driven to despair by the darkness surrounding them, because Christ could not yet be found. Without knowledge of Empedocles’ fate, one cannot understand his later incarnation, which was a very problematic personality.
[ 23 ] Wenn man die Christus-Persönlichkeit mit dem Buddha vergleicht, so sieht man den Unterschied: Der Christus lehrte die Liebe zu dem physischen Leibestempel, um die Menschen hinanzuführen zur Verchristung des ganzen Erdballs, sodass die Seelen aufsteigen können zu höheren Daseinsstufen und die Erde als Leichnam hinter sich zurücklassen. - Der Buddha fühlt sich glücklich, dass er das letzte Mal in einem Leibestempel war. Wir können erkennen ein absteigendes Karma der Menschheit von Anfang bis zu der Erscheinung des Christus, von da an aber ein aufsteigendes bis zum Schluss.
[ 23 ] If one compares the personality of Christ with that of the Buddha, one sees the difference: Christ taught love for the physical body in order to lead humanity toward the Christianization of the entire globe, so that souls might ascend to higher levels of existence and leave the Earth behind as a corpse. - The Buddha feels happy that this was his last time in a physical body. We can see a descending karma of humanity from the beginning until the appearance of the Christ, but from then on, an ascending one until the end.
