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Supplements to Member Lectures
GA 246

8 April 1911, Bologna

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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
  1. Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge

40. Verwandlungen des Bewusstseinshorizontes

40. Transformations of the Horizon of Consciousness

[ 1 ] Doktor Steiner leitet den Vortrag ein, indem er von der Gründung der Loge in Bologna durch Fräulein von Sivers spricht, welche die hier gemachten Erfahrungen bei der bald darauf in Berlin erfolgten Gründung der ersten deutschen Loge zunutze [zog]. Er spricht dann von der Verbreitung der Theosophie in allen Ländern und von dem wachsenden Verlangen nach Erweiterung der Erkenntnis über die sinnlichen Schranken hinaus. Unsere normale Organisation erlaubt es uns nicht, über das Physische hinauszusehen, und wir müssen geistige Organe herausbilden, um das hinter allem Physischen liegende Geistige zu erschauen. Wir können noch so lange und noch so oft ins Licht sehen, ohne das zu erblicken, was sich im Lichte manifestiert; wenn wir jedoch die Betrachtung des Lichtes in solcher Weise vornehmen, dass wir zum Beispiel uns immer und immer wieder in [den Satz] vertiefen «In den reinen Strahlen des Lichtes erglänzt die Gottheit der Welt», so verbinden wir mit der physischen Betrachtung eine geistige, welche bei steter Wiederholung gewisse Wirkungen auf unseren geistigen Leib ausüben wird.

[ 1 ] Dr. Steiner begins the lecture by speaking about the founding of the lodge in Bologna by Miss von Sivers, who drew upon the experiences gained there when she founded the first German lodge in Berlin shortly thereafter. He then speaks of the spread of Theosophy throughout all countries and of the growing desire to expand our knowledge beyond the limits of the senses. Our normal organization does not allow us to see beyond the physical, and we must develop spiritual faculties to perceive the spiritual reality that lies behind all that is physical. We can gaze into the light for as long and as often as we like without perceiving what manifests itself in the light; but if we contemplate the light in such a way that, for example, we immerse ourselves again and again in [the sentence] “In the pure rays of light the divinity of the world shines forth,” then we combine physical contemplation with spiritual contemplation, which, through constant repetition, will exert certain effects on our spiritual body.

[ 2 ] Wie steter Tropfen den Stein aushöhlt, so prägt die stets wiederholte Meditation eine Form in den Ätherleib. Es ist wie der Abdruck eines Petschafts im Siegellack. Das Petschaft entspricht in diesem Vergleich dem von den Exerzitien modellierten Astralleib und der Siegellack dem Ätherkörper. Die Einprägung erfolgt, wenn morgens der Astralleib sich mit dem Äther- und physischen Leibe wieder verbindet. (Das Folgende ist wörtlich nachgeschrieben):

[ 2 ] Just as a steady drip hollows out a stone, so does constantly repeated meditation imprint a form upon the etheric body. It is like the impression of a seal in sealing wax. In this analogy, the seal corresponds to the astral body shaped by the spiritual exercises, and the sealing wax to the etheric body. The imprinting takes place when, in the morning, the astral body reconnects with the etheric and physical bodies. (The following is transcribed verbatim):

[ 3 ] Eines der ersten Erlebnisse, welches die Übungen zur Folge haben, ist die Wahrnehmung dieses Eintauchens des Astralleibes in den physischen Leib. Es macht sich fühlbar als ein Eindringen von Strömungen in die einzelnen physischen Organe, ein Leben und Weben und Kreisen senkt sich in den Körper. Bei unausgesetzter Wiederholung der Übungen hat man dann eines Tages das Erlebnis, die geistige Welt emportauchen zu sehen aus dem Schleier der physischen Welt. Dieses Sehen mit den sich erschließenden geistigen Augen ist jedoch nicht dasselbe wie unser gewöhnliches sehen, bei dem wir die physischen Formen vor uns und um uns herum wahrnehmen. Wir sehen die geistige Welt sich in uns widerspiegeln, gleichsam wie wenn wir hier die Gegenstände in einen Spiegel hineinschauend wahrnehmen würden. Beim geistigen Schauen benützen wir den Ätherkörper wie einen Spiegel, in welchem wir das Spiegelbild des Makrokosmos sehen.

[ 3 ] One of the first experiences resulting from the exercises is the perception of the astral body immersing itself into the physical body. It is felt as a flow of energy penetrating the individual physical organs; a sense of life, pulsation, and circulation descends into the body. With continuous repetition of the exercises, one then has the experience one day of seeing the spiritual world emerge from behind the veil of the physical world. This seeing with the spiritual eyes that are opening, however, is not the same as our ordinary seeing, in which we perceive physical forms before us and around us. We see the spiritual world reflected within us, as if we were perceiving objects here by looking into a mirror. In spiritual vision, we use the etheric body as a mirror in which we see the reflection of the macrocosm.

[ 4 ] Die ganze geistige Welt mit ihren höheren Wesenheiten und geistigen Realitäten sehen wir dann in unserem Ätherleibe reflektiert. Nur müssen wir uns nicht denken, dass dem hellsehend Gewordenen nun plötzlich die volle Wahrheit klar vor die Augen tritt: Nur ein reiner klarer Spiegel gibt uns ein wahres Bild - und so der Ätherkörper. Der Grad seiner Reinheit bedingt den Grad der Richtigkeit des geistigen Schauens. Was den Spiegel in uns verschleiert, sind die Gewohnheiten und Gefühle, welche wir in jedem Erdenleben in uns hineinarbeiten. Von ihnen also müssen wir uns zuerst befreien. Und das ermöglichen uns die okkulten Übungen. Wir lernen den Zusammenhang mit der physischen Welt verlieren und uns zu isolieren gegenüber den Einwirkungen des physischen Lebens. Dann erst erwacht das Bewusstsein der geistigen Welt in ihrer ganzen Fülle.

[ 4 ] We then see the entire spiritual world, with its higher beings and spiritual realities, reflected in our etheric body. However, we must not imagine that the full truth suddenly becomes clear to the one who has become clairvoyant: Only a pure, clear mirror gives us a true image—and so does the etheric body. The degree of its purity determines the accuracy of spiritual vision. What veils the mirror within us are the habits and feelings that we ingrain within ourselves in every earthly life. We must therefore first free ourselves from them. And the occult exercises make this possible for us. We learn to detach ourselves from the physical world and to isolate ourselves from the influences of physical life. Only then does awareness of the spiritual world awaken in all its fullness.

[ 5 ] Das erste Erleben beim Eintritt in die neue Welt ist die Furcht vor dem Unbekannten; eine Furcht, welche anders geartet ist als die, welche wir auf dem physischen Plane empfinden, denn die Empfindungen sind beim Scher umgewandelt, und seine Furcht ist einer Betäubung gleich vor der ungeheuren fremden Welt, die ihn umgibt.

[ 5 ] The first experience upon entering the new world is fear of the unknown; a fear that is of a different nature than the fear we feel on the physical plane, for sensations are transformed in the spirit, and his fear is akin to a numbness in the face of the immense, alien world that surrounds him.

[ 6 ] Dieses hochwichtige Erlebnis auf dem Initiationswege wird in der okkulten Sprache «die Begegnung mit dem großen Hüter der Schwelle genannt. Der Schüler wird sich hierbei plötzlich bewusst dessen, was er sein könnte und nicht ist, und an diesem Bewusstsein seiner Kleinheit und Unvollkommenheit gegenüber der unfasslichen Größe und Vollkommenheit des sich ihm Offenbarenden zerschellt er gewissermaßen. Diese Begegnung hat ernste Gefahren für den Unvorbereiteten. Um sie zu vermeiden, haben wir zwei Dinge in uns zu entwickeln: Demut und Wissen.

[ 6 ] This highly significant experience on the path of initiation is called, in occult terminology, “the encounter with the Great Keeper of the Threshold.” In this encounter, the student suddenly becomes aware of what he could be but is not, and he is, so to speak, shattered by this awareness of his smallness and imperfection in the face of the incomprehensible greatness and perfection of the One revealing Himself to him. This encounter poses serious dangers for the unprepared. To avoid them, we must develop two things within ourselves: humility and knowledge.

[ 7 ] Unwissenheit und besonders Selbstüberschätzung wirken vernichtend auf die Wahrnehmung. Sind wir von uns voll, und glauben wir groß und hoch entwickelt zu sein, so können wir freilich die Begegnung mit dem Hüter erleben, doch wir werden uns plötzlich vor einer ungeheuren Welt voll entstellter, verzerrter Formen sehen. Unsere egoistischen Gefühle werden unseren Blick trüben, und diese Trübung ist als furchtbar zu bezeichnen. Eine Welt von entsetzlichen Karikaturen umgibt den von sich selbst Eingenommenen. Alles erscheint ihm hässlich und grauenvoll. Die Engel und anderen höheren Wesenheiten sicht er als scheußliche Fratzen und Tierformen.

[ 7 ] Ignorance—and especially overconfidence—have a devastating effect on perception. If we are full of ourselves and believe ourselves to be great and highly developed, we may indeed experience an encounter with the Guardian, but we will suddenly find ourselves facing a monstrous world full of distorted, twisted forms. Our egotistical feelings will cloud our vision, and this clouding can only be described as terrible. A world of horrific caricatures surrounds those who are preoccupied with themselves. Everything appears ugly and gruesome to them. They see the angels and other higher beings as hideous grimaces and animal forms.

[ 8 ] Es ist daher nötig, dass wir unterscheiden lernen zwischen Wahrem und Falschem, zwischen dem wahren Wesen und der falschen Form, welche unser getrübter Blick ihm aufprägt. Selbst Jesus von Nazareth, an dessen Leben wir die der Menschheit bevorstehende Entwicklung von Stufe zu Stufe verfolgen können, hatte die Erfahrung des getrübten Schauens durchzumachen und dann später zum ungetrübten Schauen der Wahrheit in der reinsten Gestalt überzugehen. Er war durch seine Verkörperung von menschlichen Eigenschaften umgeben, die mit dem physischen Körper zusammenhängen. Wir finden im Markus-Evangelium eine Stelle, die den eben besprochenen Vorgang in einer für den Okkultisten wohlverständlichen Form schildert: Christus, so heißt es, ging in die Wüste und war bei den Tieren. Und gleich darauf steht geschrieben: Und die Engel dienten ihm. - Die Tiere sind nichts anderes als die durch die menschlichen Eigenschaften getrübten und verzerrten Bilder der reinen Engelsgestalten.

[ 8 ] It is therefore necessary that we learn to distinguish between what is true and what is false, between the true essence and the false form that our clouded vision imposes upon it. Even Jesus of Nazareth, in whose life we can trace, step by step, the development that lies ahead for humanity, had to go through the experience of clouded vision and then later transition to the unclouded vision of truth in its purest form. Through his incarnation, he was surrounded by human qualities connected to the physical body. In the Gospel of Mark, we find a passage that describes the process just discussed in a form readily understandable to the occultist: Christ, it says, went into the wilderness and was among the animals. And immediately afterward it is written: “And the angels served him.”—The animals are nothing other than the images of the pure angelic forms, clouded and distorted by human qualities.

[ 9 ] Wir haben hiermit die eine Folge, die Umwandlung der Empfindungen und des Schauens beim unvorbereiteten und unreifen Menschen besprochen. Es gibt jedoch noch eine andere Folge für ihn: Ohne sehend zu werden, kann er in sein altes Menschentum tief zurückgestürzt werden, in alte Gewohnheiten und Fehler. Die Sucht nach Genüssen, Leidenschaften, Stolz und was er sonst an seelischen Unvollkommenheiten hat, treten dann in stärkerer Form als zuvor in ihm auf. Egoismus, Selbstüberhebung und Hochmut stellen sich wie Wände um ihn herum, er ist wirklich eingesperrt in seine alten bösen Eigenschaften. In der okkulten Sprache wird dieser Zustand «das okkulte Gefängnis genannt. Der Gestürzte sieht dann eine falsche Welt, das heißt seine eigene, um sich und projiziert sie hinaus in den Makrokosmos. Tritt dieser Sturz auf einer niederen Stufe ein, so ist er nicht so verhängnisvoll, als wenn er einen bereits vorgeschrittenen Menschen trifft. Daher finden wir so verschiedene Schilderungen der anderen Welten, von Okkultisten geschrieben, die nichts anderes sehen als ihre eigene Welt - die Wahrheit bleibt für sie verborgen hinter den falschen Formen, welche sie selbst gebildet haben, ihre Unvollkommenheit bewirkt, dass sie nur Subjektives sehen und dieses für Objektives halten.

[ 9 ] We have thus discussed one consequence: the transformation of sensations and perception in the unprepared and immature person. However, there is another consequence for him: without gaining the ability to see, he can be cast back deeply into his old humanity, into old habits and faults. The craving for pleasures, passions, pride, and whatever other spiritual imperfections he may have then manifest in him more strongly than before. Egoism, self-aggrandizement, and arrogance rise up like walls around him; he is truly imprisoned within his old, evil traits. In occult terminology, this state is called “the occult prison.” The fallen being then perceives a false world—that is, his own—around him and projects it out into the macrocosm. If this fall occurs at a lower level, it is not as disastrous as when it befalls a person who is already at an advanced stage. This is why we find such varied descriptions of the other worlds, written by occultists who see nothing but their own world—the truth remains hidden from them behind the false forms they themselves have created; their imperfection causes them to see only the subjective and to mistake it for the objective.

[ 10 ] Dieser Umstand könnte den Nicht-Sehenden einschüchtern, und er könnte fragen: Wem soll ich denn glauben, da ich nicht kontrollieren kann und Wahres von Falschem zu unterscheiden imstande bin? Diese Gefahr, in Irrlehren zu geraten, existiert nicht einmal für den Laien, wenn er nur mit unbefangener Logik an die Sache herantritt. Unsere jedem normalen und gesunden Verstande innewohnende Logik ist vollkommen ausreichend, um die Fälschungen von der Wahrheit zu unterscheiden. Was gefährlich ist im Okkultismus, das ist blinder Glaube. Nirgends ist er so verhängnisvoll als gerade auf diesem Gebiete.

[ 10 ] This circumstance might intimidate the blind person, and he might ask: Whom should I believe, since I cannot verify things for myself and am unable to distinguish truth from falsehood? This danger of falling into heresy does not even exist for the layperson, provided he approaches the matter with unbiased logic. The logic inherent in every normal and sound mind is perfectly sufficient to distinguish falsehood from truth. What is dangerous in occultism is blind faith. Nowhere is it more disastrous than in this very field.

[ 11 ] Ebenso leicht, wie die Leichtgläubigen alles annehmen, so verkennt die Menschheit oft Genies. Daher sollen wir prüfen und nur annehmen, was unsere Logik uns als richtig und gut erkennen lässt.

[ 11 ] Just as easily as the gullible accept everything, humanity often fails to recognize geniuses. Therefore, we should examine things carefully and accept only what our logic leads us to recognize as true and good.

[ 12 ] Auch für das eben Geschilderte gibt uns das Evangelium ein Beispiel. Es ist der Vorgang bei der Taufe, als Christus einzieht in den Jesus von Nazareth und in dessen Menschlichkeit versinkt. Er, der Gott, vergräbt sich in einen physischen Leib, jegliches seiner Atome durchdringend. Er sieht da den Menschen um sich und dessen Welt. So geht es uns, wenn wir uns selbst um uns sehen und glauben, den Makrokosmos in all seiner Herrlichkeit zu sehen! Wir müssen erst zerschellen an der Welt, die sich uns auftut, um zu erkennen, dass unsere eigene Welt, die wir sehen, falsch ist und die Steine nicht Brot sind. Das Matthäus-Evangelium schildert uns, wie Christus diese Scheinwelt erblickt und überwindet bei der Begegnung mit dem Dämon. Er lässt sich nicht täuschen und weist die Trugbilder ab. Wollen wir nicht irren, so müssen wir unsere Moral umwandeln, und diese Umwandlung muss sich auf unsere intellektuelle Welt in uns erstrecken.

[ 12 ] The Gospel also gives us an example of what has just been described. It is the process of baptism, when Christ enters into Jesus of Nazareth and becomes immersed in his humanity. He, who is God, buries himself in a physical body, permeating every one of its atoms. There He sees the human being around Him and that person’s world. This is how it is for us when we look around at ourselves and believe we are seeing the macrocosm in all its glory! We must first be shattered by the world that opens up before us in order to recognize that our own world, the one we see, is false, and that stones are not bread. The Gospel of Matthew describes how Christ perceives and overcomes this illusory world in his encounter with the demon. He does not allow himself to be deceived and rejects the illusions. If we do not wish to err, we must transform our morality, and this transformation must extend to our inner intellectual world.

[ 13 ] Das bis jetzt Gesagte zeigt uns den einen Weg, wie wir zur Erkenntnis gelangen können. Mannigfache Schwierigkeiten sind zu überwinden, und nie dürfen wir eine strenge Kontrolle unserer selbst außer Acht lassen! Doch wer mit Geduld und Ausdauer und festem Willen vorwärtsstrebt, wird zum Ziele gelangen. Und wenn wir dies tun, so tun wir nichts anderes als unsere Pflicht, denn als Abbilder Gottes haben wir die Pflicht der Erkenntnis, um wahre Abbilder Gottes dereinst zu werden! - Wir haben nur zweierlei zu wählen: Abbild Gottes oder Zerrbild (Karikatur) Gottes zu werden. Unser Weg jedoch ist der der Vervollkommnung.

[ 13 ] What has been said so far shows us one way in which we can attain knowledge. We must overcome many difficulties, and we must never neglect strict self-discipline! Yet whoever strives forward with patience, perseverance, and a firm will will reach the goal. And when we do this, we are doing nothing other than our duty, for as images of God, we have the duty of knowledge in order to one day become true images of God! — We have only two choices: to become an image of God or a caricature of God. Our path, however, is that of perfection.

[ 14 ] Schon fängt die Menschheit an, diese heilige Pflicht zu erkennen. Über allem macht sich der Drang fühlbar nach größerer Erkenntnis. Daher sagt derjenige, welcher die Theosophie richtig versteht: Die Theosophie soll nicht nur, sondern sie muss in die weite Welt hinausgetragen werden, denn sie entspricht alledem, dessen die Menschheit bedarf, und nur sie ist imstande, das Feld der Erkenntnis zu erweitern und den Menschen zum Menschen zu bringen und [die Menschen] einander zu nähern in ihrem innersten Wesenskern.

[ 14 ] Humanity is already beginning to recognize this sacred duty. Above all, the urge for greater knowledge is becoming palpable. Therefore, those who truly understand Theosophy say: Theosophy should not merely be, but must be carried out into the wider world, for it corresponds to all that humanity needs, and only it is capable of expanding the realm of knowledge, bringing people to their true humanity, and bringing [people] closer to one another in their innermost essence.

[ 15 ] Die ganze Welt wird Theosophie erhalten (wenn auch nicht stets unter dem Namen, denn auf den Namen kommt es ja auch nicht an), und [die Theosophie] wird die Menschheit heizen wie einen Ofen, denn sie ist wie das Brennholz, das Wärme entstehen lässt, Seelenwärme, das heißt Liebe. Das ist die Aufgabe der Theosophie: Nicht Neugierde soll sie befriedigen, sondern sie soll so verbreitet werden, dass sie die Liebe erweckt. Es sei also unsere Pflicht, in solchem Sinne zu handeln.

[ 15 ] The whole world will embrace Theosophy (though not always under that name, for the name is not what matters), and [Theosophy] will warm humanity like a stove, for it is like firewood that generates heat—the warmth of the soul, that is, love. That is the task of Theosophy: it is not meant to satisfy curiosity, but rather to be spread in such a way that it awakens love. It is therefore our duty to act in this spirit.