Supplements to Member Lectures
GA 246
7 June 1911, Copenhagen
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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
43. Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit III
43. The Spiritual Guidance of Humanity III
[ 1 ] Wir versuchten uns gestern, eine Empfindung von dem zu verschaffen, was in das Menschenleben hereinragt aus höheren Welten, und was wir so ansprechen können, dass wir sagen: Wir fühlen in ihm etwas wie eine Führung sowohl des einzelnen Menschen wie der ganzen Menschheit. Und wir mussten, um eine Vorstellung, eine Empfindung von dieser Führung zu erhalten, unseren geistigen Blick hinwenden zu jener Epoche des einzelnen menschlichen Lebens, in welchem der Mensch als solcher noch nicht vollbewusst ist, aber dafür umso intensiver arbeitet an seinem äußeren physischen Menschen: Wir mussten, um das Höchste im Menschen zu entdecken, unseren Blick nach demjenigen wenden, was da arbeitet, bevor wir unser gegenwärtiges Bewusstsein für die Zeit zwischen Geburt und Tod erhalten haben; in das erste Kindheitsalter mussten wir blicken.
[ 1 ] Yesterday we tried to gain a sense of what extends into human life from higher worlds, and what we might describe as follows: We feel in it something like a guiding force for both the individual human being and all of humanity. And in order to gain a mental image, a sense of this guidance, we had to turn our spiritual gaze to that epoch of the individual human life in which the human being as such is not yet fully conscious, but works all the more intensely on his outer, physical being: In order to discover the highest in the human being, we had to turn our gaze toward that which is at work before we acquired our present consciousness for the period between birth and death; we had to look into early childhood.
[ 2 ] Sie werden eine merkwürdige Parallele finden zu dem, was sich so im einzelnen Menschenleben ankündigt, wenn Sie ins Auge fassen, was den alten Griechen gesagt worden ist von den Lehrern und Führern des alten Ägyptens über die Lenkung und Leitung des ägyptischen Geisteslebens. Da wird erzählt - und mit Recht erzählt -, dass die Ägypter, als sie gefragt wurden, von wem sie gelenkt und geleitet worden sind seit alten Zeiten her, den Griechen geantwortet haben: In alten, grauen Zeiten herrschten bei uns und lehrten die Götter, und dann kamen als Führer erst Menschen. - Den ersten Führer auf dem physischer Plan nannten sie den Griechen gegenüber «Menes», der als ein menschenähnlicher Führer anerkannt war. Das heißt: Das ägyptische Volk in seinen Leitern berief sich darauf, dass früher die Götter selber - wie die griechischen Mitteilungen sagen - gelenkt und geleitet haben das ägyptische Volk.
[ 2 ] You will find a curious parallel to what unfolds in the life of the individual when you consider what the ancient Greeks were told by the teachers and leaders of ancient Egypt regarding the guidance and direction of Egyptian spiritual life. It is said—and rightly so—that when the Egyptians were asked by the Greeks who had guided and led them since ancient times, they replied: In ancient, bygone times, the gods ruled and taught among us, and only later did human beings emerge as leaders. - They told the Greeks that the first leader on the physical plane was “Menes,” who was recognized as a human-like leader. This means that the Egyptian people, through their leaders, maintained that in earlier times the gods themselves—as the Greek accounts state—had guided and led the Egyptian people.
[ 3 ] Bei einer solchen Aussage, die uns aus alten Zeiten herübertönt, müssen wir nur immer das Richtige verstehen. Was meinten die Ägypter, die sagten: Götter waren bei uns die Könige, Götter waren bei uns die großen Lehrer? - Da hat der, welcher das zu Herodot selber gesagt hat, gemeint: Wenn man in die alten Zeiten des ägyptischen Volkes zurückgehen würde und diejenigen Menschen, welche in sich etwas empfanden wie ein höheres Bewusstsein, wie eine Weisheit von höheren Welten, fragen würde: Wer ist eigentlich dein Lehrer? - so würden sie antworten: Wenn ich von meinem eigentlichen Lehrer sprechen wollte, müsste ich nicht auf diesen oder jenen Menschen zeigen und sagen: Dieser oder jener ist mein Lehrer, sondern wenn ich meinen Lehrer finden will, muss ich mich erst in einen hellsehenden Zustand versetzen - wir wissen aus anderen Vorträgen, dass dies verhältnismäßig leicht war in alten Zeiten -, und dann finde ich meinen wahren Inspirator, meinen wahren Lehrer; der naht mir nur, wenn mein geistiges Auge geöffnet ist. - Denn im alten Ägypten stiegen aus den geistigen Welten solche Wesenheiten zu den Menschen herunter, die sich nicht im menschlichen physischen Leib verkörperten. Es herrschten und lehrten durch die physischen Menschen in den alten, grauen Zeiten Ägyptens eben noch die Götter, und unter «Göttern» verstanden die alten Ägypter die Wesen, die dem Menschen in seiner Entwicklung vorangegangen sind.
[ 3 ] When faced with a statement like this, which echoes to us from ancient times, we must always strive to understand it correctly. What did the Egyptians mean when they said: “The kings were gods to us; the great teachers were gods to us”? — The one who said this to Herodotus himself meant: If one were to go back to the ancient times of the Egyptian people and ask those who felt within themselves something like a higher consciousness, like a wisdom from higher worlds: “Who, in fact, is your teacher?”—they would answer: “If I were to speak of my true teacher, I would not have to point to this or that person and say: ‘This or that person is my teacher,’ but rather: ‘If I want to find my teacher, I must first put myself into a clairvoyant state’—we know from other lectures that this was relatively easy in ancient times—‘and then I will find my true inspirer, my true teacher; he approaches me only when my spiritual eye is open.’ —For in ancient Egypt, such beings descended from the spiritual worlds to humanity without incarnating in a human physical body. In the ancient, bygone days of Egypt, it was the gods themselves who still ruled and taught through physical human beings, and by “gods” the ancient Egyptians meant the beings who had preceded humanity in its development.
[ 4 ] Wir wissen, dass die Erde, bevor sie «Erde» geworden ist, einen anderen planetarischen Zustand durchgemacht hat, den wir den «Mondzustand» nennen, und den wir in mancherlei Vorträgen beschrieben haben. Dazumal war der Mensch noch nicht Mensch im heutigen Sinne; aber andere Wesen gab es auf dem alten Mond, die nicht die heutige Menschengestalt hatten, die anders gestaltet waren, aber auf jener Stufe der Entwicklung waren, welche der Mensch jetzt auf der Erde erreicht hat.
[ 4 ] We know that before the Earth became the “Earth,” it went through another planetary stage, which we call the “lunar stage,” and which we have described in various lectures. At that time, human beings were not yet human in the modern sense; but there were other beings on the ancient Moon who did not have the human form we know today—they were differently shaped—yet they were at the same stage of development that human beings have now reached on Earth.
[ 5 ] Also wir könnten sagen: Auf dem alten Planeten Mond, der zugrunde gegangen ist und aus dem später die Erde wurde, lebten Wesenheiten, welche die Vorgänger der Menschen sind. In der christlichen Esoterik bezeichnet man solche Wesenheiten als Engel-Wesenheiten, Angeloi, die höheren dann Erzengel, Archangeloi, die aber in einer noch früheren Zeit Menschen waren. Was man in der christlichen Esoterik Engel oder Angeloi, in der orientalischen Mystik «dhyanische Wesenheiten» nennt, das waren «Menschen» während des Mondenzeitalters der Erde; die stehen während des Erdenzeitalters - wenn sie sich voll entwickelt haben - um eine volle Stufe höher als die Menschen. Der Mensch wird erst am Ende der Erdentwicklung dort angekommen sein, wo diese Wesenheiten am Ende der Mondentwicklung waren.
[ 5 ] So we could say: On the ancient planet Moon, which perished and later became the Earth, there lived beings who were the predecessors of humankind. In Christian esotericism, such beings are referred to as angelic beings, angeloi; the higher ones are called archangels, archangeloi—though they were once human beings in an even earlier time. What is called angels or angeloi in Christian esotericism, and “dhyanic beings” in Eastern mysticism, were “human beings” during the Lunar Age of the Earth; during the Earth Age—once they have fully developed—they stand a full level higher than human beings. Only at the end of the Earth’s development will humanity have reached the stage where these beings were at the end of the Lunar Age.
[ 6 ] Als der Erdenzustand unseres Planeten begann und der Mensch auf der Erde auftrat, konnten diese Wesenheiten nicht in einer äußeren Menschengestalt erscheinen. Denn der äußere menschliche fleischliche Leib konnte erst später erscheinen; er ist im Wesentlichen ein Erdenprodukt, taugt aber nur für die Wesenheiten, welche jetzt Menschen sind.
[ 6 ] When our planet’s earthly existence began and human beings appeared on Earth, these beings could not take on an outward human form. For the outward human physical body could not appear until later; it is essentially a product of the Earth, but is suitable only for the beings who are now human.
[ 7 ] Jene Wesenheiten, die um eine Stufe höher standen als die Menschen, konnten sich nicht so betätigen, dass sie in Menschenleiber hineinverkörpert worden wären; sondern sie konnten sich an der Erdenregierung nur so beteiligen, dass sie in dem Zustande, wo die alten Menschen hellsehend wurden, diese erleuchteten, inspirierten und auf dem Umwege durch diese hellsehenden Menschen hereinwirkten.
[ 7 ] Those beings who stood one level higher than human beings could not act in such a way as to incarnate in human bodies; rather, they could participate in the government of the Earth only by enlightening and inspiring the ancient people when they became clairvoyant, and by working through them indirectly.
[ 8 ] Die alten Ägypter erinnerten sich also noch an einen solchen Zustand, wo die führenden Persönlichkeiten sich lebendig bewusst waren ihres Zusammenhanges mit dem, was man Götter nennt, Engel oder dhyanische Wesenheiten. Was waren denn das nun für Wesenheiten, die sich da nicht selber als Menschen verkörperten, nicht menschliche fleischliche Gestalt annahmen, sondern auf diese so geschilderte Art in die Menschheit hereinwirkten? Wir sagten, es waren die Vorgänger der Menschen, die hinausgewachsen waren über die Stufe der Menschheit.
[ 8 ] The ancient Egyptians, then, still remembered a state in which their leaders were keenly aware of their connection to what are called gods, angels, or Dhyanic beings. What, then, were these beings who did not incarnate as human beings themselves, did not take on a human, physical form, but instead worked into humanity in the manner described here? We said that they were the predecessors of humankind, who had grown beyond the stage of humanity.
[ 9 ] Doch es ist nun gut, wenn wir uns eine etwas genauere Vorstellung über die innere Beschaffenheit dieser Wesenheiten machen. Ich weiß nicht, ob Ihnen bekannt ist, dass man in der letzten Zeit mit einem Worte viel Missbrauch getrieben hat, mit dem Worte «Übermensch»; ich weiß nicht, ob es hier im Norden auch so geschehen ist wie in Deutschland. Wenn man wahrhaft von «Übermenschen» sprechen dürfte, so waren es diese Wesenheiten, die also schon während der Mondenzeit, der planetarischen Vorgängerzeit unserer Erde, Menschen waren und jetzt über die Menschheit hinausgewachsen sind, so hinausgewachsen sind, dass ein menschlicher Leib für ihre Entwicklung und ihre Beschaffenheit gar nicht mehr taugt. Sie konnten daher nur in einem ätherischen Leibe den hellsehenden Menschen erscheinen. So erschienen sie, stiegen herunter und regierten selbst noch in den nachatlantischen Zeiten auf der Erde. Wie waren sie nun selbst beschaffen? Da ist es am besten, man schildert ein wenig das Seelische dieser Wesenheiten.
[ 9 ] But it would be good now if we were to form a somewhat more precise mental image of the inner nature of these beings. I do not know if you are aware that the term “superhuman” has been greatly misused in recent times; I do not know if the situation here in the North has been the same as in Germany. If one were truly permitted to speak of “supermen,” it would be these beings—who were already human during the Lunar Age, the planetary era preceding that of our Earth—and who have now outgrown humanity, to such an extent that a human body is no longer suitable for their development and nature. They could therefore only appear to clairvoyant people in an etheric body. Thus they appeared, descended, and even ruled on Earth during the post-Atlantean epochs. What, then, was their nature? It is best to describe a little of the soul life of these beings.
[ 10 ] Diese Wesenheiten hatten die merkwürdige Eigenschaft - und haben sie auch heute noch -, dass sie nicht zu denken brauchen; man könnte auch sagen, dass sie gar nicht denken könnten, wie der Mensch denkt.
[ 10 ] These beings had the strange characteristic—and still have it today—that they do not need to think; one could also say that they are incapable of thinking the way humans do.
[ 11 ] Verstehen wir uns wohl: Wie denkt denn der Mensch? Mehr oder weniger so, dass er von einem gewissen Punkte ausgeht und sagt: Ich habe das oder jenes begriffen, und von diesem Punkte aus versucht er nun, verschiedenes anderes zu begreifen. Wenn das nicht der Weg des menschlichen Denkens wäre, so wäre der Schulweg für manches nicht so schwierig. Ich kann ja voraussetzen, dass eine Vorstellung in dieser Beziehung bei den Theosophen besteht: Man kann nicht von einem Tage auf den anderen Mathematik lernen, weil man an einem Punkte anfangen muss - und langsam vorschreiten muss. Das dauert lange. Man kann nicht mit einem Blick das Denken übersehen; denn das menschliche Denken verläuft in der Zeit. Es ist nicht mit einem Schlage da. Man muss suchen, muss sich anstrengen, um den Gedanken zu finden. Diese Eigentümlichkeit des Menschen haben die anderen Wesenheiten nicht; sondern mit derselben Geschwindigkeit, mit der etwa ein Tier sich klar ist, wenn es etwas für seinen Instinkt Essbares vor sich hat, dass es danach schnappt, so tritt der Gedanke in der Seele einer solchen übermenschlichen Wesenheit auf - und ist da. Instinkt und nachdenkerisches Bewusstsein haben in Bezug auf diese Wesenheiten keinen Unterschied, sind ein und dasselbe. So wie die Tiere Instinkt haben auf ihren Stufen, in ihrem Reiche, so haben diese dhyanischen Wesenheiten oder Angeloi unmittelbares geistiges Denken, unmittelbares geistiges Vorstellen; etwas wie ein instinktives Vorstellungsinnenleben haben sie, sind also ganz anders geartet als die Menschen.
[ 11 ] Let’s be clear: How does a person think? More or less by starting from a certain point and saying, “I have understood this or that,” and from that point on, they try to understand various other things. If that were not the way human thinking works, the path of learning would not be so difficult for many things. I can assume that theosophists share a certain mental image on this matter: One cannot learn mathematics overnight, because one must start at a certain point—and proceed slowly. That takes a long time. One cannot grasp the entire process of thinking at a glance; for human thought unfolds over time. It does not arise all at once. One must search, must make an effort to find the thought. Other beings do not possess this human characteristic; rather, with the same speed with which, for example, an animal instantly recognizes when something edible is before it—prompting it to snap at it—so does the thought arise in the soul of such a superhuman being—and is simply there. Instinct and reflective consciousness make no difference with regard to these beings; they are one and the same. Just as animals possess instinct at their own levels, within their own realm, so do these Dhyanic beings or Angeloi possess immediate spiritual thinking and immediate mental images; they possess something like an instinctive inner life of mental images and are thus of a completely different nature than human beings.
[ 12 ] Sie könnten sich also leicht einen Begriff bilden, wie es unmöglich ist, dass solche Wesenheiten ein derartiges Gehirn oder einen solchen physischen Leib benutzten, wie wir sie haben. Sie müssen einen ätherischen Leib benutzen, weil ein menschlicher Leib und ein menschliches Gehirn die Gedanken nur in der Zeit ausbilden, während diese Wesenheiten nicht die Gedanken in der Zeit ausbilden und gleichsam wie von selbst alle Weisheit haben. Die Weisheit sitzt in ihnen. Sie können unmöglich Falsches denken, können sich nicht irren, weil der Gedankenablauf als eine unmittelbare Inspiration in sie hineinschießt. Daher hatten diejenigen Persönlichkeiten, welche an diese dhyanischen oder Engel-Wesenheiten herankommen konnten, ihnen gegenüberstanden, das Bewusstsein: Da stehen sie der sicheren Weisheit gegenüber! Wenn also selbst noch im alten Ägypten der Mensch, der als Mensch Lehrer oder König war, diesem seinem geistigen Führer gegenüberstand, so wusste er: Das Gebot, das er gibt, die Wahrheit, die er sagt, sind unmittelbar richtig, können nicht falsch sein. - Das empfanden dann wieder diejenigen, auf welche diese Wahrheiten übertragen wurden, die sie wieder von diesen so hellseherisch Belehrten hatten; denn diese konnten so sprechen, dass man aus ihren Worten selbst das zu empfangen glaubte, was aus der geistigen Welt herunterkam. Kurz, es war ein unmittelbarer Strom hinauf nach den höheren Hierarchien.
[ 12 ] You can therefore easily understand how it is impossible for such beings to use a brain or a physical body like the ones we have. They must use an etheric body, because a human body and a human brain form thoughts only within time, whereas these beings do not form thoughts within time and, as it were, possess all wisdom of their own accord. Wisdom resides within them. They cannot possibly think falsely; they cannot err, because the flow of thought surges into them as an immediate inspiration. Therefore, those personalities who were able to approach these Dhyanic or angelic beings, standing before them, were conscious of this: Here they stand before certain wisdom! Thus, even in ancient Egypt, when a human being—whether a teacher or a king—stood before his spiritual guide, he knew: The command he gives, the truth he speaks, are immediately correct; they cannot be wrong. - This, in turn, was felt by those to whom these truths were passed on—those who, in turn, had received them from those who had been taught through clairvoyance; for the latter were able to speak in such a way that one believed one was receiving, directly from their words, what came down from the spiritual world. In short, it was a direct stream flowing upward toward the higher hierarchies.
[ 13 ] Und was ich Ihnen gestern für die Kindheit des Menschen geschildert habe, was das Kind als sein eigenes inneres Seelisches hat, was am Kinde arbeitet, das sehen wir im Großen in der Welt der Menschheit arbeiten als die über der ganzen Menschheitsevolution schwebende nächste Welt der Hierarchien, als das nächste Reich der Angeloi oder dhyanischen Wesenheiten, die um eine Stufe höher stehen als die Menschen und unmittelbar in die geistigen Sphären hinaufragen, und die das, was sie herunterbringen und in die menschliche Kultur hineinarbeiten, so hineinarbeiten, wie die kindliche Seele an dem Bau des menschlichen Gehirns arbeitet. So empfanden die Ägypter, welche schilderten, dass sie mit einem Göttlichen im Zusammenhang standen, das Geöffnetsein der Seele der Menschheit gegenüber den Hierarchien. Wie die Kindesseele bis zu dem Zeitpunkt, den wir gestern andeuteten, ihre Aura den Hierarchien öffnet, so öffnete die ganze Menschheit ihre Welt - durch die Vorgänge der Menschheit den Hierarchien, mit denen sie in Zusammenhang stand.
[ 13 ] And what I described to you yesterday regarding human childhood—what the child possesses as its own inner spiritual essence, and what is at work within the child—we see at a larger scale at work in the world of humanity as the next world of hierarchies hovering over the entire evolution of humanity, as the next realm of the Angeloi or Dhyanic beings, who stand one level higher than human beings and reach directly into the spiritual spheres, and who work what they bring down into human culture in the same way that the child’s soul works on the development of the human brain. This is how the Egyptians, who described their connection to a divine reality, perceived the openness of the soul of humanity toward the hierarchies. Just as the child’s soul opens its aura to the hierarchies up to the point we hinted at yesterday, so did all of humanity open its world—through the processes of human history—to the hierarchies with which it was connected.
[ 14 ] Am gewaltigsten war dieser Zusammenhang bei denjenigen Lehrern, die wir als die heiligen Rishis der Inder bezeichnen, die heiligen Lehrer der ersten nachatlantischen Kultur, jener ersten indischen Kultur, die sich ausgebreitet hat in einem gewissen Gebiet von Asien. Als die atlantische Katastrophe vorübergegangen war, die Physiognomie der Erde sich verändert hatte und die neue Gestaltung Asiens, Europas und Afrikas auf der östlichen Halbkugel sich entwickelt hatte, da wirkte - und zwar noch vor der Zeit, auf die wir jetzt als aus den Sagen der Ägypter selbst hingedeutet haben - die Kultur der alten großen Lehrer Indiens. Der heutige Mensch wird sich im Allgemeinen eine recht falsche Vorstellung von diesen großen Lehrern Indiens machen. Denn wenn zum Beispiel einem heutigen Gelehrten - einem Menschen, den man heute einen «Gelehrten» nennt -, einer der großen Lehrer des alten Indiens gegenübertreten würde, so würde er sonderbare Augen machen und würde vielleicht sagen: Das soll ein «Weiser» sein? So habe ich mir nie einen Weisen vorgestellt! - Denn im Sinne dessen, was bei dem heutigen Gelehrten klug oder gescheit ist, haben die alten heiligen Lehrer Indiens nichts Gescheites zu sagen gewusst. Das waren alles im heutigen Sinne einfältige, schlichteste Menschen; Menschen, die in der allereinfachsten Weise geantwortet haben selbst auf Fragen des alltäglichen Lebens. Und es gab viele, viele Zeiten, in denen man aus ihnen nicht viel anderes herausbringen konnte, als dieses oder jenes Wort, das einem heutigen Gelehrten recht einfach scheinen würde. Aber es gab auch wieder für die heiligen Lehrer Indiens bestimmte Zeiten, wo sie sich als etwas anderes, denn als bloße schlichte Menschen darstellten. In diesen Zeiten mussten sie dann in der Siebenzahl beieinander sein, weil das, was jeder Einzelne von ihnen empfinden konnte, harmonisch wie in einer Oktave von sieben Tönen zusammenklingen musste, sodass also jeder nach seinem besonderen Instrument und seiner besonderen Entwicklung die Möglichkeit hatte, dies oder jenes zu empfinden. Und aus dem Zusammenklang dessen, was jeder Einzelne empfand, entstand dann das, was als die Urweisheit herausklingt, wenn wir die wirklichen okkulten Urkunden zu entziffern verstehen, jene Urkunden, die nicht etwa die Veden oder das Vedanta sind - so sehr wir auch Veden oder Vedanta bewundern; sondern, was die heiligen Rishis gelehrt haben, das liegt noch viel früher, und nur ein schwacher Nachklang davon ist das, was wir in den Veden vor uns haben.
[ 14 ] This connection was most powerful among those teachers whom we refer to as the sacred Rishis of India—the sacred teachers of the first post-Atlantean culture, that earliest Indian culture which spread throughout a certain region of Asia. Once the Atlantean catastrophe had passed, the face of the Earth had changed, and the new configuration of Asia, Europe, and Africa in the Eastern Hemisphere had developed, the culture of the ancient great teachers of India began to exert its influence—even before the time to which we have now alluded based on the legends of the Egyptians themselves. People today generally have a rather mistaken mental image of these great teachers of India. For if, for example, a modern scholar—a person whom we today call a “scholar”—were to encounter one of the great teachers of ancient India, he would look at him strangely and might say: “Is this supposed to be a ‘sage’?” That’s not the mental image I ever had of a sage! — For in terms of what today’s scholar considers clever or intelligent, the ancient holy teachers of India had nothing clever to say. By today’s standards, they were all simple, unassuming people; people who answered even questions of everyday life in the simplest possible way. And there were many, many times when one could not elicit much more from them than this or that word, which would seem quite simple to a modern scholar. But there were also certain times for the holy teachers of India when they presented themselves as something other than mere simple people. At such times, they had to be together in groups of seven, because what each individual among them could perceive had to resonate harmoniously, like an octave of seven notes, so that each, according to his or her particular instrument and stage of development, had the opportunity to perceive this or that. And from the harmony of what each individual perceived arose what resounds as primordial wisdom, if we know how to decipher the true occult documents—those documents that are not, for example, the Vedas or the Vedanta, however much we may admire the Vedas or the Vedanta; but rather, what the holy Rishis taught lies much further back, and what we have before us in the Vedas is only a faint echo of that.
[ 15 ] Aber wenn diese Männer gegenüberstanden - ein jeder einem solchen Vorfahren der Menschheit -, wenn sie hinschauten hellsehend, hinhörten hellhörend auf das, was sie sahen oder hörten durch diesen Vorgänger der Menschheit, so leuchtete es wie die Sonne aus ihren eigenen Augen. Und dann wirkte das, was sie sagen konnten, überwältigend auf ihre Umgebung, sodass alle wussten: Jetzt spricht nicht das, was menschliches Leben oder menschliche Weisheit ist, sondern jetzt reden herein in die Menschenkultur Götter, die dhyanischen Wesenheiten!
[ 15 ] But when these men stood face to face—each with such an ancestor of humanity—when they looked with clairvoyance and listened with clairaudience to what they saw or heard through this predecessor of humanity, it shone like the sun from their own eyes. And then what they were able to say had such an overwhelming effect on those around them that everyone knew: It is not human life or human wisdom speaking now, but rather the gods—the Dhyanic beings—are speaking into human culture!
[ 16 ] Von diesem Hereinklingen dessen, was die Götter wussten, was die Götter konnten, nahmen die alten Kulturen ihren Ausgang. Erst nach und nach in der nachatlantischen Zeit schloss sich sozusagen das Tor gegenüber der göttlich-geistigen Welt, die ja während der atlantischen Zeit noch völlig offen war für die menschliche Seele. Und man empfand in den verschiedenen Ländern, bei den verschiedenen Völkern, wie der Mensch immer mehr und mehr auf sich selber angewiesen wurde — wie das Kind auch. Erst ragt die göttlich-geistige Welt herein durch die unbewusste Seele des Kindes, die am Kinde schafft; dann kommt der Augenblick, wo der Mensch zu sich «Ich» sagen lernt, bis zu dem er sich dann im späteren Leben zurückerinnert; vorher aber liegt eine Zeit, an die man sich normalerweise im alltäglichen Leben nicht zurückerinnert. Da liegt das, von dem wir gesagt haben, dass der Weiseste noch lernen kann von der Seele des Kindes.
[ 16 ] The ancient cultures had their origins in this resonance of what the gods knew and what the gods could do. It was only gradually, during the post-Atlantean era, that the gateway to the divine-spiritual world—which had, after all, been completely open to the human soul during the Atlantean era—closed, so to speak. And in various countries, among various peoples, people sensed how human beings became more and more dependent on themselves—just as a child does. At first, the divine-spiritual world shines through the child’s unconscious soul, which shapes the child; then comes the moment when the human being learns to say “I” to himself, a moment he will later recall in his adult life; but before that lies a period that one does not normally recall in everyday life. Therein lies what we have said: even the wisest person can still learn from the soul of a child.
[ 17 ] Dann aber wird der Einzelne sich selbst überlassen, das Ich-Bewusstsein tritt auf, und alles fügt sich jetzt so zusammen, dass man sich daran zurückerinnern kann. So kam auch in dem Leben der Völker die Zeit, wo sie anfingen, sich mehr abgeschlossen zu fühlen von der göttlichen Inspiration der Urväter. Wie das Kind abgeschlossen wird von der Aura, die das Kindeshaupt in den ersten Jahren umschwebt, so traten auch im Leben der Völker immer mehr und mehr die göttlichen Urväter zurück, und die Menschen wurden immer mehr und mehr angewiesen auf ihr eigenes Forschen und ihr eigenes Wissen. Das nennt auch die Geschichte das «Hereinkommen des Menschen» in die Führung der Menschheit. «Menes» nannten sie den, der die erste «menschliche» Kultur inauguriert hat, und sie deutet zu gleicher Zeit an, dass der Mensch dadurch auch in die Möglichkeit kam zu irren.
[ 17 ] But then the individual is left to his own devices, self-awareness emerges, and everything now comes together in such a way that one can recall it. Thus, in the life of peoples, too, the time came when they began to feel increasingly cut off from the divine inspiration of the ancestral fathers. Just as a child becomes separated from the aura that surrounds its head in the early years, so too did the divine forefathers increasingly step back in the life of peoples, and human beings became more and more reliant on their own research and their own knowledge. This is what history also calls “the emergence of humankind” into the leadership of humanity. They called the one who inaugurated the first “human” culture “Menes,” and this name simultaneously implies that, as a result, humans also gained the capacity to err.
[ 18 ] Denn von jetzt ab war er angewiesen auf das nicht ganz zuverlässige Werkzeug seines Gehirns. Dass der Mensch in Irrtum verfallen konnte, wird dadurch angedeutet, dass in der Zeit, als die Menschen von den Göttern verlassen wurden, das Labyrinth gestiftet wurde, das mit Bezug auf das menschliche Denken und den Windungen des Gehirns eine Entsprechung dafür ist, wie sich der Mensch von jetzt ab mit seinem Denken in den Gedankenwindungen verlieren konnte.
[ 18 ] For from then on, he was dependent on the not entirely reliable tool that was his brain. The fact that humans were capable of falling into error is suggested by the fact that, at the time when humans were abandoned by the gods, the labyrinth was created—which, in relation to human thought and the twists and turns of the brain, serves as a metaphor for how humans could henceforth lose themselves in the twists and turns of their own thoughts.
[ 19 ] «Manas» nannten es die Orientalen, als der Mensch es in dieser Weise zur Selbstständigkeit brachte. «Minos» nannten es die griechischen Völker, und auch an Minos knüpft sich die Sage vom Labyrinth an, weil die Menschen fühlten, wie sie jetzt von der göttlichen Leitung allmählich in die Ich-Leitung übergingen.
[ 19 ] The people of the East called it “Manas” when human beings brought it to this level of independence. The Greek peoples called it “Minos,” and the legend of the labyrinth is also linked to Minos, because people sensed how they were now gradually transitioning from divine guidance to self-direction.
[ 20 ] Nun müssen wir aber auch auf andere Wesenheiten der verschiedensten Kategorien blicken - neben jenen Urvätern der Menschen, den wahren Übermenschen, die auf dem Monde ihre Menschheit absolviert hatten und nun Engel geworden waren. Immer müssen wir auch auf solche blicken, die auf einem Planeten ihre Entwicklung nicht vollendet haben. Die Wesenheiten, die man in der orientalischen Mystik dhyanische Wesenheiten, in der christlichen Esoterik Angeloi nennt, haben ihre Entwicklung auf dem alten Monde vollendet und abgeschlossen und sind, als der Mensch auf der Erde begann, schon um eine Stufe höher gewesen als die Menschen.
[ 20 ] But now we must also turn our attention to other beings of the most diverse categories—in addition to those forefathers of humanity, the true superhumans, who had completed their human evolution on the Moon and had now become angels. We must always also consider those who have not completed their evolution on a planet. The beings known in Eastern mysticism as dhyanic beings and in Christian esotericism as angeloi completed and concluded their development on the ancient Moon and, when humanity first appeared on Earth, were already one level higher than human beings.
[ 21 ] Aber andere Wesenheiten gab es, die ihre menschliche Entwicklung auf dem alten Monde nicht abgeschlossen hatten, gerade wie die höheren Kategorien der luziferischen Wesenheiten nicht ihre Entwicklung abgeschlossen hatten. Daher war, als der Erdenzustand unseres Planeten begann, nicht nur der Mensch vorhanden, der als solcher die Inspiration der göttlich geistigen Wesenheiten brauchte, denn sonst hätte er - ähnlich wie das Kind - nicht vorwärtskommen können; nicht nur der kindliche Mensch war da, sondern es waren auch da die Wesenheiten, die auf dem Monde ihre Entwicklung abgeschlossen hatten. Zwischen diesen aber und den Menschen waren noch solche Wesenheiten, die ihre Entwicklung auf dem Monde nicht abgeschlossen hatten; Wesenheiten, die - wie Sie sich vorstellen können - wesentlich höherer Art waren als die Menschen, deshalb höherer Art waren, weil sie schon während der alten Mondenzeit Engel, dhyanische Wesenheiten hätten werden können.
[ 21 ] But there were other beings who had not completed their human development on the ancient Moon, just as the higher categories of Luciferic beings had not completed their development. Therefore, when the Earth phase of our planet began, it was not only human beings who were present—who, as such, needed the inspiration of the divine spiritual beings, for otherwise they would not have been able to progress, much like a child—but not only were childlike human beings present; there were also beings who had completed their development on the Moon. Between these, however, and the human beings were still beings who had not completed their development on the Moon; beings who—as you can imagine—were of a substantially higher order than human beings, and were of a higher order precisely because they could have become angels or dhyanic beings as early as the ancient Lunar era.
[ 22 ] Aber sie sind damals nicht bis zur vollen Reife gekommen, sind zurückgeblieben unter den Engeln, ragten aber doch in Bezug auf alles, was der Mensch sein Eigen nannte, weit über den Menschen hinaus. Das sind im Grunde genommen diejenigen Wesenheiten, die in den Scharen der luziferischen Wesenheiten die unterste Stufe einnehmen. Mit diesen Wesenheiten, die zwischen den Menschen und den Engeln mitten drinnen stehen, beginnt schon das Reich der luziferischen Wesenheiten.
[ 22 ] But they did not reach full maturity at that time; they remained behind among the angels, yet still towered far above human beings in regard to everything that human beings considered their own. These are, in essence, the beings who occupy the lowest level among the hosts of Luciferic beings. The realm of the Luciferic beings begins with these beings, who stand right in the middle between human beings and the angels.
[ 23 ] Diese Wesenheiten sind nun außerordentlich leicht falsch zu beurteilen; denn zwei Fragen kann sich der Mensch leicht vorlegen. Die eine ist die, dass man leichtfertig fragt: Warum haben die göttlichen Wesenheiten, die Regenten des Guten, zugelassen, dass solche Wesenheiten zurückgeblieben sind, und dadurch das luziferische Prinzip in die Menschheit hereingekommen ist? Man sollte doch glauben, dass die guten Götter alles zum Guten lenken. Diese Frage liegt nahe.
[ 23 ] These beings are, however, extremely easy to misjudge; for there are two questions that a person can easily ask oneself. One is the question asked thoughtlessly: Why did the divine beings, the rulers of good, allow such beings to lag behind, thereby permitting the Luciferic principle to enter humanity? One would think that the good gods direct everything toward the good. This question comes to mind naturally.
[ 24 ] Und das andere Missverständnis, das entstehen könnte, ist dies, dass man sagt: Diese Wesenheiten sind eben «böse» Wesenheiten. — Beides ist nur ein Missverständnis. Denn diese Wesenheiten sind durchaus nicht bloß «böse» Wesenheiten, obwohl der Ursprung des Bösen in der Menschheitsentwicklung bei ihnen gesucht werden muss; sondern sie stehen mitten zwischen den Menschen und den Übermenschen, zwischen den Menschen und den dhyanischen oder Engelwesenheiten[. Sie] ragen über die Menschen hinaus. In allen Fähigkeiten, die sich die Menschen erst erwerben müssen, haben diese Wesenheiten schon eine hohe Stufe erlangt. Und sie unterscheiden sich von den früher geschilderten Vorfahren der Menschen dadurch, dass sie - weil sie ihre Menschheit auf dem Monde nicht abgeschlossen haben - noch fähig sind, während sich der Mensch auf der Erde entwickelt, sich in Menschenleibern zu inkarnieren. Während die eigentlichen dhyanischen oder Engelwesenheiten, welche die großen Inspiratoren der Menschen sind, und auf die sich die Ägypter noch beriefen, nicht in Menschenleibern erscheinen konnten, sondern sich nur offenbaren konnten durch die Menschen, sind die Wesenheiten, die zwischen Menschen und Engeln mitten drinnen stehen, weil sie nicht ihre volle Entwicklung errungen haben, doch aber über den Menschen hinausgewachsen sind, noch fähig, sich in menschlichen Leibern zu inkarnieren. Daher finden wir immer in der lemurischen und atlantischen Zeit unter den Menschen auf der Erde solche, die in sich tragen als innerste Seelenwesenheit eine solche zurückgebliebene Engelwesenheit.
[ 24 ] And the other misunderstanding that could arise is this: that one might say, “These entities are simply ‘evil’ entities.” — Both of these are merely misunderstandings. For these beings are by no means merely “evil” beings, even though the origin of evil in human evolution must be sought in them; rather, they stand midway between humans and superhumans, between humans and the dhyanic or angelic beings[. They] rise above humans. In all the abilities that human beings must first acquire, these beings have already attained a high level. And they differ from the ancestors of humanity described earlier in that—because they did not complete their human evolution on the Moon—they are still capable of incarnating in human bodies while humanity develops on Earth. While the actual Dhyanic or angelic beings—who are the great inspirers of humanity and to whom the Egyptians still referred—could not appear in human bodies but could only reveal themselves through human beings, the beings who stand midway between humans and angels, because they have not yet attained their full development, yet have outgrown humanity, are still capable of incarnating in human bodies. Therefore, during the Lemurian and Atlantean eras, we always find among the people on Earth those who carry within themselves, as their innermost soul entity, such a less-developed angelic being.
[ 25 ] Das heißt: Es gehen in der alten lemurischen und atlantischen Zeit unserer Erde nicht nur gewöhnliche Menschen auf der Erde herum, die durch ihre aufeinanderfolgenden Inkarnationen zu dem kommen sollen, was wir in den verschiedensten Vorträgen und auch gestern angedeutet haben, sondern es gehen unter den Menschen früherer Zeiten recht merkwürdige herum. Äußerlich schauen sie so aus, wie die anderen Menschen auch; denn die äußere Gestalt eines Menschen im Fleisch ist abhängig von den irdischen Verhältnissen.
[ 25 ] This means that during the ancient Lemurian and Atlantean eras of our Earth, there were not only ordinary human beings walking the Earth—who, through their successive incarnations, were meant to attain what we have alluded to in various lectures and also yesterday—but there were also quite remarkable beings among the people of those earlier times. Outwardly, they look just like other people; for the outward appearance of a human being in the flesh depends on earthly conditions.
[ 26 ] Aber namentlich in den älteren Zeiten gingen unter den Menschen solche Wesen herum, die zu der untersten Kategorie der luziferischen Wesenheiten gehörten, die inkarniert waren. Neben den Engelwesenheiten, die auf die menschliche Kultur durch die Menschen wirkten, inkarnierten sich auch solche luziferischen Wesenheiten und begründeten da oder dort diese oder jene Kultur. Und wenn in den Legenden geschildert wird, dass da oder dort der eine oder der andere große Mensch lebte, der eine große Kultur begründete, so ist eine solche Wesenheit nicht damit abgetan, dass man sagt: Da ist eine luziferische Wesenheit verkörpert, das muss etwas Böses sein! Sondern in der Tat kommt unendlich viel Segensreiches in die menschliche Kultur durch diese Wesenheiten hinein.
[ 26 ] But especially in earlier times, there were beings walking among humanity who belonged to the lowest category of Luciferic entities that had incarnated. Alongside the angelic beings who influenced human culture through human beings, such Luciferic entities also incarnated and founded this or that culture here and there. And when legends describe how, here and there, one great person or another lived who founded a great culture, such a being should not be dismissed by saying, “A Luciferic being is incarnated here; that must be something evil!” Rather, in fact, an infinite amount of blessing flows into human culture through these beings.
[ 27 ] Ich möchte Ihnen nun den eigentlichen Unterschied klarmachen zwischen jenen Wesen, die ihre Entwicklung auf dem Monde vollendet hatten und sich den Menschen nur noch offenbaren konnten, und diesen Wesenheiten, die in Menschenleibern erscheinen konnten und die auf der untersten Stufe der luziferischen Wesenheiten standen.
[ 27 ] I would now like to explain to you the actual difference between those beings who had completed their evolution on the Moon and could only reveal themselves to human beings, and those entities who were able to appear in human bodies and who stood at the lowest level of the Luciferic beings.
[ 28 ] Der Okkultismus weiß — das mag die heutige materialistische Wissenschaft leugnen oder mehr oder weniger in Hypothesen darauf kommen, das macht nichts aus: Es gab in den alten Zeiten, namentlich in der atlantischen Zeit, so etwas wie eine Art menschlicher Ursprache, eine Art von Sprechen, welches über die ganze Erde hin ähnlich war, weil «Sprechen» in jenen Zeiten viel mehr aus dem Innersten der Seele kam, als heute das Sprechen kommt. Das können Sie schon aus Folgendem entnehmen. In den atlantischen Zeiten empfanden die Menschen alle äußeren Eindrücke so, dass die Seele, wenn sie etwas Äußeres ausdrücken wollte mit einem Laut, gedrängt wurde zu einem Konsonanten — was also im Raume dastand oder in der Seele drängte dazu, konsonantisch nachgeahmt zu werden. Das Wehen des Windes, das Rauschen der Wellen, das Geschütztsein durch ein Haus empfand man und ahmte es nach durch Konsonanten. Und was man innerlich erlebte an Schmerz oder Freude oder auch, was ein anderes Wesen empfinden konnte, das ahmte man nach im Vokal. Daraus können Sie sehen, dass die Seele sprechend zusammenwuchs in den alten Zeiten mit den äußeren Vorgängen oder Wesenheiten.
[ 28 ] Occultism knows—and it doesn’t matter whether today’s materialistic science denies this or arrives at similar conclusions through hypotheses: In ancient times, particularly during the Atlantean era, there was something like a kind of primordial human language—a form of speech that was similar across the entire Earth—because “speech” in those days sprang much more from the innermost depths of the soul than it does today. You can already infer this from the following. In Atlantean times, people perceived all external impressions in such a way that when the soul wanted to express something external with a sound, it was compelled to produce a consonant—whatever was present in the space around them or urging itself upon the soul was imitated as a consonant. The blowing of the wind, the rushing of the waves, the sense of being sheltered by a house—these were perceived and imitated through consonants. And whatever was experienced inwardly—whether pain or joy, or even what another being might be feeling—was imitated through vowels. From this you can see that, in ancient times, speech was intimately intertwined with external processes or beings.
[ 29 ] Ich will so hinmalen, was uns aus der Akasha-Chronik erzählt wird. Einer Hütte, die sich nach der alten Art über eine Familie wölbte und dieser Schutz und Schirm gab, näherte sich zum Beispiel ein Mensch, beobachtete die Hütte in der Art, wie sie sich wölbte in der Form räumlich über der Familie. Das schützende Sichwölben der Hütte drückte er durch einen Konsonanten aus; und dass da Seelen in Leibern sich wohl befinden — was er mitfühlen konnte -, drückte er durch einen Vokal aus. Da entstand das Wort «Schutz»; Schutz habe ich, Schutz über menschlichen Leibern. - Aus Vokalen [und Konsonanten] bildete sich, weil es die Menschenseele so empfand, das Wort.
[ 29 ] I want to describe what is told to us in the Akashic Records. For example, a person approached a hut that arched over a family in the old-fashioned way, providing them with protection and shelter, and observed the hut as it arched spatially over the family. He expressed the hut’s protective arching with a consonant; and the fact that souls in bodies were at ease there—which he could sense—he expressed with a vowel. Thus the word “protection” arose; I have protection, protection over human bodies. - The word was formed from vowels [and consonants] because that is how the human soul perceived it.
[ 30 ] Das war über die ganze Erde hin so. Es ist kein Traum, dass es eine menschliche «Ursprache» gegeben hat, sondern eine solche Ursprache hat es gegeben. Und in einem gewissen Sinne verstehen die Eingeweihten aller Völker noch nachzuempfinden diese Ursprache. Ja, in allen Sprachen sind gewisse Lautanklänge, die nichts anderes sind als Reste dieser menschlichen Ursprache.
[ 30 ] This was true throughout the entire world. It is not a dream that there was a human “proto-language”; rather, such a proto-language did indeed exist. And in a certain sense, the initiated among all peoples can still intuit this proto-language. Indeed, in all languages there are certain phonetic resonances that are nothing other than remnants of this human proto-language.
[ 31 ] Diese Sprache, die ich jetzt eben geschildert habe, ist angeregt in der menschlichen Seele durch die Inspiration der übermenschlichen Wesenheiten, der wahren Vorgänger der Menschen, die ihre Entwicklung auf dem Monde vollendet hatten. Sie können nun daraus sehen: Wenn es bloß diese Entwicklung gegeben hätte, so würde das ganze Menschengeschlecht im Grunde genommen eine große Einheit geblieben sein; über die ganze Erde hin würde man einheitlich gesprochen und gedacht haben. Die Individualität, die Mannigfaltigkeit hätte sich nicht ausbilden können - und damit auch nicht die menschliche Freiheit. Dass jeder Mensch eine Individualität werden konnte, dazu mussten Spaltungen in der Menschheit eintreten.
[ 31 ] This language, which I have just described, is stirred within the human soul by the inspiration of superhuman beings—the true predecessors of humankind—who had completed their development on the Moon. You can now see from this: If only this development had taken place, the entire human race would, in essence, have remained a single, great unity; people across the entire Earth would have spoken and thought in the same way. Individuality and diversity could not have developed—and with them, human freedom as well. For every human being to become an individual, divisions within humanity had to occur.
[ 32 ] Die Verschiedenheit der Sprache, dass in den verschiedensten Gegenden der Erde die Sprachen verschieden wurden, dass eine Differenzierung in den Sprachen eintrat, das rührt her von der Lehre solcher Lehrer, in denen eine luziferische Wesenheit inkarniert war. Solche inkarnierten sich zum Beispiel bei den Ägyptern, bei dem persischen Volke und so weiter. Je nach dem diese oder jene - zurückgebliebene - Engelwesenheit dort inkarniert war, konnte sie in dieser oder jener Sprache die Menschen unterweisen. Also die Fähigkeit, eine besondere Sprache zu sprechen, führt bei allen Völkern zurück auf das Vorhandensein solcher großen Erleuchter, die zurückgebliebene Engelwesen waren und weit höher waren als die Menschen ihrer unmittelbaren Umgebung.
[ 32 ] The diversity of language—the fact that languages differed in various regions of the earth and that a differentiation arose among them—stems from the teachings of such teachers in whom a Luciferic entity was incarnated. Such entities incarnated, for example, among the Egyptians, the Persian people, and so on. Depending on which of these “behind-the-times” angelic beings incarnated there, they were able to instruct people in this or that language. Thus, the ability to speak a particular language among all peoples can be traced back to the presence of such great enlighteners, who were angelic beings who had remained behind and were far superior to the people in their immediate surroundings.
[ 33 ] Was zum Beispiel geschildert wird als die ursprünglichen Heroen der griechischen oder sonstigen Führer, die in menschlicher Gestalt wirkten, das sind solche, in denen eine zurückgebliebene Engelwesenheit inkarniert war. Wir dürfen also diese Wesenheiten durchaus nicht etwa bloß als «böse» Wesenheiten bezeichnen. Im Gegenteil, sie haben den Menschen das gebracht, was sie über den ganzen Erdball hin zu freien Wesen machte, was dasjenige differenzierte, was sonst ein gleichförmiges Ganzes über die ganze Erde hin gebildet hätte. So ist es bei den Sprachen, so ist es bei vielen Gebieten des Lebens. Die Individualisierung, die Differenzierung, die Freiheit - können wir sagen - kommt von diesen Wesenheiten, die zurückgeblieben waren auf dem Monde. Zwar war es die Absicht der weisen Weltenführung - könnte man sagen -, alle Wesenheiten in der planetarischen Entwicklung bis zu ihrem Ziele zu bringen; aber dann würden gewisse Dinge nicht erreicht. Es werden gewissen Wesenheiten in ihrer Entwicklung zurückgehalten, weil diese eine andere Aufgabe in der Entwicklung haben. Weil die Wesen, welche ihre Aufgabe auf dem Monde voll erreicht hatten, nur eine einheitliche Menschheit hätten erzeugen können, deshalb wurden ihnen entgegengestellt jene Wesen, die auf dem Monde zurückgeblieben sind, die nun dadurch die Möglichkeit bekamen, dasjenige, was eigentlich ein Fehler bei ihnen war, zum Guten zu wenden.
[ 33 ] What is described, for example, as the original heroes of Greek mythology or other leaders who acted in human form are beings in whom a backward-staged angelic entity had incarnated. We must therefore by no means simply label these beings as “evil.” On the contrary, they have given humanity what made them free beings across the entire globe—what differentiated what would otherwise have formed a uniform whole across the entire Earth. This is true of languages; it is true of many areas of life. Individualization, differentiation, and freedom—we might say—come from these beings who remained behind on the Moon. It was indeed the intention of the wise guidance of the worlds—one might say—to bring all beings in planetary evolution to their goal; but then certain things would not have been achieved. Certain beings are held back in their development because they have a different task in the process. Since the beings who had fully accomplished their task on the Moon would have been able to create only a uniform humanity, they were therefore contrasted with those beings who remained on the Moon, who thereby gained the opportunity to turn what was actually a flaw in them into something good.
[ 34 ] Von da aus bitte ich Sie, sich nach und nach hinaufzuranken zu einem anderen Gefühl, das Ihnen in gewisser Beziehung Richtung geben kann, wenn die Frage auftaucht: Warum steht in der Welt das Böse, das Schlechte, das Unvollkommene, das Krankhafte da? - Betrachten Sie es unter dem Gesichtspunkt, unter dem Sie jetzt betrachtet gesehen haben die unvollkommenen Engelwesen. Alles, was zu irgendeiner Zeit ein Unvollkommenes, ein Zurückgebliebenes darstellt, wird in der Entwicklung doch zu einem Guten gewendet, und alles Schlechte in unserer Erdentwicklung wird im großen Ganzen trotzdem zum Guten gewendet. - Wir werden schon sehen, dass es keine Rechtfertigung für das Böse ist, und dass keiner sagen kann: Also tue ich das Böse, da es ja doch zum Guten gewendet wird. Diese Dinge sind nicht für die Praxis des Lebens, sondern zum Begreifen des Lebens. Wir selbst dürfen deshalb doch nicht das Böse tun.
[ 34 ] From there, I ask you to gradually work your way up toward a different feeling that can, in a certain sense, provide you with direction when the question arises: Why does evil, the bad, the imperfect, and the pathological exist in the world? - Consider it from the perspective from which you have just viewed the imperfect angelic beings. Everything that at any given time represents something imperfect or underdeveloped is ultimately transformed into something good in the course of evolution, and everything bad in our earthly evolution is, on the whole, nevertheless transformed into something good. - We will see that this is no justification for evil, and that no one can say: “So I will do evil, since it will be turned into good anyway.” These things are not meant for practical application in life, but for understanding life. Therefore, we ourselves must not do evil.
[ 35 ] Damit ist uns auch schon die Frage beantwortet: Warum lässt die weise Weltenregierung gewisse Wesenheiten zurückbleiben, sodass sie nicht ihr Ziel erreichen? Das geschieht eben deshalb, weil es in der nächsten Zeit seinen guten Sinn hat - so zum Beispiel, dass auf dem Monde gewisse Wesenheiten zurückgeblieben sind. Denn als die Völker sich noch nicht selber lenken und leiten konnten, da lebten die Lehrer der Zeiten und der einzelnen Menschen. Und alle die einzelnen Völkerlehrer - wie Kadmos, Cheops, Pelops, Theseus und so weiter — haben in gewisser Beziehung eine Engelwesenheit auf dem Grunde ihrer Seele.
[ 35 ] This also answers the question: Why does the wise world government allow certain beings to remain behind so that they do not reach their goal? This happens precisely because it serves a good purpose in the near future—for example, the fact that certain beings have remained behind on the Moon. For when the peoples were not yet able to govern and guide themselves, the teachers of the ages and of individual human beings lived among them. And all the individual teachers of the peoples—such as Cadmus, Cheops, Pelops, Theseus, and so on—have, in a certain sense, an angelic being at the core of their souls.
[ 36 ] Da sehen wir, wie in der Tat die Menschheit einer Leitung, einer Führung untersteht. Ja, wir könnten geradezu hinweisen, wie über dem Menschen, der aus der Kindheitsstufe der Kultur sich allmählich heraufentwickelt, zunächst solche übermenschlichen Wesenheiten stehen, die ihre Engelstufe auf dem Monde nicht erreicht hatten und sich in Menschenleibern inkarnieren können - und dann solche Wesen, die sich nicht mehr in Menschen inkarnieren können, sondern nur noch offenbarend wirken können.
[ 36 ] Here we see how humanity is, in fact, subject to guidance and leadership. Indeed, we could even point out how, above the human being who is gradually evolving out of the childhood stage of culture, there are first those superhuman beings who had not reached their angelic stage on the Moon and are able to incarnate in human bodies—and then those beings who can no longer incarnate in humans but can only act through revelation.
[ 37 ] Nun bleiben aber auf jeder Stufe der Evolution Wesenheiten zurück, die nicht das Ziel erreichen, das erreicht werden soll. Und jetzt bitte ich noch auf Folgendes Ihr Augenmerk zu richten, indem ich Ihren Blick hinlenken möchte auf die alte ägyptische Kultur, die sich vor mehreren Jahrtausenden im Nil-Lande abgespielt hat, so abgespielt hat, dass sich übermenschliche Lehrer den Ägyptern offenbarten, von denen die Ägypter selbst sagten, dass sie wie Götter die Menschen leiteten; daneben aber wirkten auch solche Wesenheiten, die nur halb oder zum Teil ihre Engelstufe erreicht hatten.
[ 37 ] However, at every stage of evolution, there are beings who fall behind and do not reach the goal that is to be attained. And now I would like to ask you to focus your attention on the following: I would like to direct your gaze to the ancient Egyptian culture, which unfolded in the land of the Nile several millennia ago—in such a way that superhuman teachers revealed themselves to the Egyptians, of whom the Egyptians themselves said that they guided humanity like gods; but alongside them were also beings who had only partially or partially attained their angelic rank.
[ 38 ] Solche inkarnierten sich dann zum Beispiel in Hermes oder Thot und wandelten als Menschen unter den Ägyptern herum. Nun müssen Sie sich klar sein, dass der Mensch im alten Ägypten etwas erreichte; das heißt Ihre eigenen Seelen in der ägyptischen Zeit haben etwas erreicht. Aber jede Individualität erreicht in einer Epoche irgendetwas.
[ 38 ] Such beings then incarnated, for example, as Hermes or Thoth and walked among the Egyptians as human beings. Now you must realize that human beings in ancient Egypt achieved something; that is to say, your own souls achieved something during the Egyptian era. But every individual achieves something in every era.
[ 39 ] Nicht allein der geführte Mensch erlangt etwas dadurch, dass er sich führen lässt, sondern auch bei den leitenden, führenden Wesenheiten bedeutet dieses Leiten etwas, dass sie weiterkommen in ihrer Entwicklung. Ein Engel zum Beispiel ist mehr, nachdem er die Menschen eine Zeit lang geführt hat, als er war, bevor er diese Führung angefangen hat. Durch seine Arbeit in der Führung kommt auch der Engel weiter - und zwar sowohl der, welcher ein voller Engel ist, als auch der, welcher es nur halb geworden ist. Alle kommen weiter; alles ist in fortwährender Entwicklung befindlich. Aber auf jeder Stufe bleiben wieder Wesenheiten zurück. Und jetzt sehen wir so in die alte ägyptische Kultur hinein, dass wir sagen: Da sind erstens die göttlichen Führer, die Engel, dann die halb-göttlichen Führer, welche die Engelstufe nicht ganz erreichten, und dann sind da Menschen, die sich immer höher und höher entwickeln. Aber gewisse von den Übermenschen, von den halb göttlichen Führern bleiben wieder zurück; das heißt: Sie führen nicht so, dass sie all ihre Kräfte zum Ausdruck bringen, [sie] bleiben als Engel oder als Halbengel während der alten ägyptischen Kulturstufe zurück. Während also die Menschen unten vorrücken, bleiben oben unter der Leitung der dhyanischen Wesenheiten oder Engel gewisse solcher Wesenheiten zurück - und unter den luziferischen Wesenheiten ebenso. Als also die ägyptische Kultur zu Ende geht und die griechisch-lateinische beginnt, sind zurückgebliebene leitende, führende Wesenheiten aus der ägyptisch-chaldäischen Kultur vorhanden. Diese können aber jetzt ihre Kräfte nicht anwenden; denn sie werden jetzt in der Führung der Menschheit von anderen Engeln oder halb engelhaften Wesenheiten ersetzt. Das heißt aber: Sie können dadurch auch ihre eigene Entwicklung nicht fortsetzen.
[ 39 ] It is not only the person being guided who gains something by allowing themselves to be guided; for the guiding, leading beings as well, this guidance means that they advance in their own development. An angel, for example, is greater after having guided human beings for a time than he was before he began this guidance. Through his work in guidance, the angel also progresses—both the one who is a full angel and the one who has only become half an angel. All progress; everything is in a state of constant development. But at every stage, certain beings are left behind. And now, when we look into ancient Egyptian culture, we see that there are, first, the divine guides—the angels; then the semi-divine guides, who did not quite reach the level of angels; and then there are human beings who are developing higher and higher. But certain members of the superhuman beings—the semi-divine guides—are left behind once again; that is to say: they do not lead in such a way as to express all their powers; [they] remain behind as angels or as semi-angels during the ancient Egyptian cultural stage. So while human beings advance below, certain such beings remain behind above under the guidance of the Dhyanic beings or angels—and likewise among the Luciferic beings. Thus, as the Egyptian culture comes to an end and the Greco-Latin culture begins, there are guiding, leading beings from the Egyptian-Chaldean culture who have remained behind. However, they cannot now apply their powers, for they are now being replaced in the guidance of humanity by other angels or semi-angelic beings. This also means, however, that they cannot continue their own development as a result.
[ 40 ] Jetzt haben wir den Blick hingewendet auf eine Kategorie von Wesenheiten, die ihre Kräfte hätten anwenden sollen während der ägyptischen Zeit, sie aber in dieser Zeit nicht voll angewendet haben - und sie nun in der darauffolgenden griechisch-lateinischen Zeit nicht anwenden konnten, weil sie jetzt von anderen führenden Wesenheiten abgelöst wurden. So wie diejenigen Wesenheiten, die auf dem alten Monde ihre Engelstufe nicht erreicht hatten, später die Aufgabe hatten, während der Erdenzeit wieder einzugreifen, so haben nun jene Wesenheiten, welche in der ägyptisch-chaldäischen Kultur als führende Wesenheiten zurückgeblieben waren, auch die Aufgabe später wieder in die Kultur einzugreifen - als zurückgebliebene Wesenheiten einzugreifen. Wir werden also erschauen können eine spätere Kulturepoche, wo zwar später zur Führung gekommene Wesenheiten da sind, welche die normale Entwicklung lenken, wo aber neben diesen Wesenheiten eingreifen, welche früher zurückgeblieben waren - und namentlich solche, die während der alten ägyptischen Kultur zurückgeblieben waren. Diese damit angedeutete Kulturperiode ist unsere eigene. Wir leben in einer Zeit, wo neben den normalen Lenkern und Leitern der Menschheit noch eingreifen solche zurückgebliebenen Wesenheiten der alten ägyptischen und chaldäischen Kultur, und die hereinwirken in alles, was unsere gegenwärtige Kultur ist. - Woran zeigen sie sich?
[ 40 ] We have now turned our attention to a category of beings who should have exercised their powers during the Egyptian era but did not fully do so at that time—and who were then unable to exercise them during the subsequent Greco-Latin era because they had been replaced by other leading beings. Just as those beings who had not attained their angelic stage on the ancient Moon were later tasked with intervening again during the Earth era, so too have those beings who remained behind as leading beings in the Egyptian-Chaldean culture been tasked with intervening in that culture again later—intervening as beings who had been left behind. We will thus be able to perceive a later cultural epoch in which, although there are entities that came to lead later on and who guide normal development, there are also entities intervening alongside them that had previously been left behind—and specifically those that had been left behind during the ancient Egyptian culture. The cultural period thus indicated is our own. We live in a time when, alongside the normal guides and leaders of humanity, such lagging entities from the ancient Egyptian and Chaldean cultures are still intervening and influencing everything that constitutes our present-day culture. — How do they manifest themselves?
[ 41 ] Alles, was in der geistigen Welt begründet ist, hat auf dem physischen Plan seine Wirkungen. Unsere Kultur wird zwar im GroRen und Ganzen eine größere Aufwärtsbewegung zur Spiritualität unternehmen, und in diesem Drang der Menschen aufwärts zur Spiritualität offenbaren sich die normalen Lenker und Leiter unserer gegenwärtigen Menschheit. In allem, was heute den Menschen hinaufführen will in das, was uns die Theosophie überliefert von den großen spirituellen Weistümern, offenbaren sich die normalen Lenker und Leiter unserer Entwicklung. Aber die während der ägyptisch-chaldäischen Kultur zurückgebliebenen Wesenheiten greifen ein in unsere Kulturtendenzen, greifen ein in alles, was wir denken und treiben, und offenbaren sich dadurch, dass aller unserer Kultur so viel materialistisches Denken beigemischt ist, das sich oft selbst in das höchste Spirituelle hineinmischt. Denn im Großen ist es ein Wiederaufleben der ägyptischen Kultur in unserer Zeit.
[ 41 ] Everything that has its foundation in the spiritual world has its effects on the physical plane. Our culture will, on the whole, undertake a greater upward movement toward spirituality, and in this human striving upward toward spirituality, the normal guides and leaders of our present humanity reveal themselves. In everything that today seeks to lead humanity upward toward what theosophy has handed down to us from the great spiritual teachings, the normal guides and leaders of our development reveal themselves. But the beings who remained behind during the Egyptian-Chaldean culture intervene in our cultural tendencies; they intervene in everything we think and do, and reveal themselves in the fact that so much materialistic thinking is mixed into our entire culture—thinking that often intrudes even into the highest spiritual realms. For, on a grand scale, it is a revival of Egyptian culture in our time.
[ 42 ] Es spielen in unsere Kultur herein nicht nur die normalen Lenker und Leiter der Entwicklung, sondern auch jene Wesenheiten, die als Führer während der ägyptisch chaldäischen Kultur zurückgeblieben sind. Sie geben unserer Kultur die materialistische Färbung. So kommt es, dass so vieles auftaucht, das sich grandios wie ein Wiederauferstehen der alten ägyptischen Kräfte ausnimmt - auch wie ein Wiederauferstehen alter, guter Kräfte, die damals richtig waren, und die jetzt karikiert in materialistischer Umprägung wiedererscheinen.
[ 42 ] It is not only the usual guides and leaders of evolution who influence our culture, but also those entities that remained behind as leaders during the Egyptian-Chaldean culture. They give our culture its materialistic character. This is why so much is emerging that appears, on a grand scale, like a resurrection of the ancient Egyptian forces—and also like a resurrection of the good, old forces that were right back then, but which now reappear in a caricatured, materialistic form.
[ 43 ] Und wir können in dieser Bezichung auf ein Beispiel hinweisen, wie alte ägyptische Empfindungen in unserer Zeit wieder auflebten. Das war, als ein größerer Geist in unserer Zeit ganz innerlich durchdrungen war von der Harmonie der Sphären, von der Harmonie im Weltenbau und dies dann zum Ausdruck brachte in mathematischen Gesetzen - in den sogenannten Kepler’sehen Gesetzen. Die sind scheinbar recht trocken und abstrakt - aber bei Kepler herausgeboren aus einem Vernehmen der Harmonie des Weltalls. Das können wir aus Keplers Munde selbst hören, wenn er sagt: Damit ich finden konnte, was ich gefunden habe, musste ich hingehen zu den heiligen Mysterien der Ägypter, habe ihre Tempelgefäße entwendet und mit ihnen das Opfer angerichtet, das mich führte zu dem, was ich jetzt als Gesetze der Menschheit in den Schoß lege, auf dass es erst Jahrhunderte später begriffen werde.
[ 43 ] And in this regard, we can point to an example of how ancient Egyptian sensibilities were revived in our time. This occurred when a great mind of our time was deeply imbued with the harmony of the spheres, with the harmony of the cosmic order, and then expressed this in mathematical laws—the so-called Keplerian laws. These may seem quite dry and abstract—but in Kepler’s case, they sprang from a perception of the harmony of the universe. We can hear this directly from Kepler’s own words when he says: “In order to discover what I have discovered, I had to turn to the sacred mysteries of the Egyptians, take their temple vessels, and use them to prepare the sacrifice that led me to what I now entrust to humanity as laws, so that they may be understood only centuries later.”
[ 44 ] So war das dunkle Bewusstsein von einem Wiederverkündigen dessen, was in der ägyptischen Zeit gelebt hat.
[ 44 ] Thus, the dark consciousness was a re-proclamation of what had been lived during the Egyptian era.
[ 45 ] Dass in unsere Zeit so viel hereinkommt von materialistischer Ausdeutung der Dinge, das rührt davon her, dass zurückgebliebene Geister der ägyptisch-chaldäischen Epoche in unsere Kultur hereinspielen. Allerdings etwas von dem ägyptischen Genius musste in unsere Kultur hereinragen; denn der Ägypter hatte einen starken Materialismus in seiner Spiritualität, der sich zum Beispiel darin einen Ausdruck verschaffte, dass er den physischen Leib der Gestorbenen einbalsamierte - das heißt, er legte einen Wert auf die Erhaltung des Leibes. Das ist aus der ägyptischen Zeit in entsprechend anderer Form zu uns herübergekommen.
[ 45 ] The fact that so much of a materialistic interpretation of things has found its way into our time stems from the fact that the lingering spirits of the Egyptian-Chaldean era are influencing our culture. However, something of the Egyptian genius had to find its way into our culture; for the Egyptians had a strong materialism within their spirituality, which found expression, for example, in their embalming of the physical bodies of the dead—that is to say, they placed value on the preservation of the body. This has come down to us from the Egyptian era in a correspondingly different form.
[ 46 ] Dieselben Kräfte, die damals nicht ihren Abschluss gefunden hatten, greifen in verwandelter Art in unsere Zeit wieder ein. Aus der Gesinnung, welche die Leichen einbalsamierte, wurden die Anschauungen, welche heute bloß den Stoff anbeten. Der Ägypter balsamierte seine Leichen ein und erhielt damit das, was ihm wertvoll war. Der moderne Anatom seziert dasjenige, was er sicht, und glaubt daran die Gesetze des Leibes zu erkennen!
[ 46 ] The same forces that had not yet run their course back then are now intervening in our time in a transformed form. The mindset that embalmed corpses has given rise to the views that today merely worship matter. The Egyptians embalmed their corpses and thereby preserved what was valuable to them. The modern anatomist dissects what he sees and believes he is thereby discerning the laws of the body!
[ 47 ] In unserer heutigen Wissenschaft leben die zurückgebliebenen Kräfte der alten ägyptischen und chaldäischen Welt, die damals gerechtfertigte Kräfte waren, jetzt aber zurückgebliebene darstellen, und die wir erkennen müssen! Dann werden sie uns nicht schaden, sondern uns mit beiden Füßen in die Welt hineinstellen lassen. Diese Kräfte müssen ihre Verwertung finden; sie müssen da sein; denn wir würden sonst nicht unsere großen Errungenschaften in der Technik, Industrie und so weiter haben.
[ 47 ] In our modern science, the outdated forces of the ancient Egyptian and Chaldean worlds still exist—forces that were justified in their time but now represent the past, and which we must recognize! Then they will not harm us, but will allow us to stand firmly with both feet in the world. These forces must find their proper use; they must be present; for otherwise we would not have our great achievements in technology, industry, and so on.
[ 48 ] Das sind Kräfte, die luziferischen Wesenheiten der untersten Stufe angehören, die da hereinwirken. Wenn man sie nicht in richtiger Weise erkennt, dann hält man das Materielle für das einzig mögliche - und sieht nicht die wahren Kräfte, welche hinaufführen in das Spirituelle. Aus diesem Grunde haben wir die zwei Strömungen in unserer Zeit.
[ 48 ] These are forces belonging to Luciferic beings of the lowest order that are at work here. If one does not recognize them properly, one considers the material realm to be the only possibility—and fails to see the true forces that lead upward into the spiritual realm. For this reason, we have these two currents in our time.
[ 49 ] Was würde denn geschehen sein, wenn durch die höchste Weltenleitung nicht im alten Ägypten und Chaldäa solche charakterisierten Wesenheiten zurückgeblieben wären, die man jetzt findet hellseherisch auf dem Astralplan?
[ 49 ] What would have happened if the highest cosmic guidance had not left behind in ancient Egypt and Chaldea those distinctive beings whom clairvoyants now perceive on the astral plane?
[ 50 ] Es ist schwer auszudrücken; aber man kann es ungefähr so ausdrücken: Es würde der gegenwärtigen Kultur an der nötigen Schwere fehlen. Es würden dann nur die Kräfte wirken, welche den Menschen mit voller Gewalt ins Geistige bringen wollten, und die Menschen würden nur allzu sehr geneigt sein, sich diesen Kräften zu überlassen. Sie würden Schwärmer werden. Alle würden nur etwas wissen wollen von einem Leben, das so schnell wie möglich sich vergeistigt, und die Gesinnung wäre ganz allgemein: Was brauche ich mich immer wieder und wieder zu inkarnieren? Da kann ich [doch] nichts gewinnen. Nein, ich will gleich mit vollen Flügeln hinein ins Geistige! - So würde die Schwärmerei Platz greifen. Wie die schönsten Dinge zu Verführern und Versuchern der Menschheit werden können, wenn ihnen der Mensch einseitig folgt, so wäre hier die große Gefahr vorhanden, dass alle möglichen guten Bestrebungen in den Fanatismus gebracht würden. So wahr es ist, dass die Menschheit durch ihre edlen Impulse vorwärtsgebracht wird, so wahr ist es, dass durch die schwärmerische und fanatische Vertretung der edelsten Impulse ein Schlimmstes für die Menschheit geschehen kann. Nur wenn wir in Demut und nicht in Schwärmerei nach dem Höchsten streben, erstreben wir es richtig. Damit wir die nötige Schwere auf der Erde haben, damit wir Verständnis haben für das Materielle, für die Dinge des physischen Planes, deshalb hat die weise Weltenlenkung diejenigen Kräfte zurückgelassen, die ihre Entwicklung hätten damals vollenden sollen, und die uns jetzt den Blick sichern für das physische Leben, die uns festhalten und uns auch unsere materielle Kultur lieb gewinnen lassen.
[ 50 ] It is difficult to put into words; but one could express it roughly as follows: The present culture would lack the necessary gravity. Only those forces that sought to draw people into the spiritual realm with full force would be at work, and people would be all too inclined to surrender themselves to these forces. They would become dreamers. Everyone would want nothing more than a life that becomes spiritual as quickly as possible, and the general attitude would be: Why should I keep incarnating over and over again? I can’t gain anything from that. No, I want to fly straight into the spiritual realm with full wings! —That is how fanaticism would take hold. Just as the most beautiful things can become seducers and tempters of humanity when people follow them one-sidedly, so here there would be a great danger that all manner of good aspirations would be turned into fanaticism. Just as it is true that humanity is advanced by its noble impulses, so it is true that the most terrible consequences for humanity can result from the fanatical and enthusiastic advocacy of even the noblest impulses. Only when we strive for the Highest in humility—and not in fanaticism—do we strive for it correctly. So that we may have the necessary grounding on Earth, so that we may have an understanding of the material world and of the things of the physical plane—for this reason, the wise guidance of the universe has left behind those forces that should have completed their development at that time, and which now ensure our focus on physical life, anchor us, and enable us to grow fond of our material culture.
[ 51 ] So sehen wir, wie im Weltall alles zum Guten gewendet wird. Aber dazu müssen wir wissen, was im Einzelnen und was in der ganzen Menschheit wirkt. So haben wir gewissermaßen eine der letzten Unterabteilungen der zurückgebliebenen geistigen Wesenheiten gefunden. Etwas ganz Ähnliches wie die luziferischen Wesenheiten ist in unserer geistigen Welt drinnen. Und wer nur den hellscherischen Blick geöffnet erhält, stößt gleich an diese Wesenheiten früherer Erdepochen, die ihm da begegnen, und die nur zurückgebliebene Wesenheiten sind.
[ 51 ] Thus we see how everything in the universe turns out for the best. But to understand this, we must know what is at work both in the individual and in humanity as a whole. In this way, we have, so to speak, discovered one of the final subdivisions of the spiritual beings who have remained behind. Something very similar to the Luciferic beings exists within our spiritual world. And anyone who has even a slightly enlightened perspective immediately encounters these beings from earlier Earth epochs, who are nothing more than beings who have remained behind.
[ 52 ] Damit habe ich Ihnen sozusagen in Ideen entwickelt die Art und Weise, wie durch die Evolution gewisser höherer Wesenheiten das Weltall vorwärtsgebracht wird, und habe Ihnen gezeigt, wie aber auf gewissen Stufen immer Wesenheiten zurückgehalten werden müssen, damit die Entwicklung in der rechten Weise vorwärtsgehen kann. Damit haben wir uns gewisse Begriffe und Ideen machen können über «Entwicklung» überhaupt, über die Art, wie durch Wesenheiten, die ihre Entwicklungsstufe erreichen, und solche, die sie nicht erreichen, der Gegensatz des Vorwärtsschreitens und des Zurückhaltens erzeugt wird- und wie dadurch die Entwicklung möglich wird. So kann man das ganze Weltall in seiner Entwicklung begreifen. Man muss aber auch das begreifen, was sich dem hellseherischen Blick in den geistigen Welten zeigt. Dadurch, dass man durch irgendwelche Übungen das geistige Auge, das geistige Ohr geöffnet hat, geöffnet hat gegenüber der geistigen Welt, hat man nur das erreicht, dass man sieht, was da ist, dass man die Wesenheiten wahrnehmen kann und weiß: Da sind geistige Wesenheiten des Astralplanes oder des Devachanplanes. Aber es gehört noch etwas anderes dazu, um zu erkennen, welcher Art diese Wesenheiten sind.
[ 52 ] With this, I have, so to speak, developed for you the idea of how the universe is propelled forward through the evolution of certain higher beings, and I have shown you how, however, beings must always be held back at certain stages so that development can proceed in the proper manner. This has enabled us to form certain concepts and ideas about “development” in general—about how the contrast between progress and restraint is created by beings who reach their stage of development and those who do not—and how development thereby becomes possible. In this way, one can comprehend the entire universe in its development. However, one must also comprehend what is revealed to the clairvoyant gaze in the spiritual worlds. By opening the spiritual eye and the spiritual ear through various exercises—opening them to the spiritual world—one has merely achieved the ability to see what is there, to perceive the beings, and to know: There are spiritual beings of the astral plane or the Devachan plane. But something else is required to recognize what kind of beings these are.
[ 53 ] Irgendeine Wesenheit auf dem Astralplan oder Devachanplan kann uns begegnen; wir wissen aber dann noch nicht, ob sie in fortschreitender Entwicklung ist oder ob sie zurückgeblieben ist, ob sie jetzt bremst oder vorwärtsschiebt. Die, welche nur so Hellscher werden, dass ihnen ihre geistigen Augen geöffnet werden, können im Grunde genommen niemals wissen, was für eine Art von Wesenheiten ihnen begegnen.
[ 53 ] We may encounter any entity on the astral plane or the Devachan plane; however, we do not yet know whether it is in a state of progressive development or whether it has fallen behind, whether it is currently holding us back or propelling us forward. Those who merely become clairvoyant enough for their spiritual eyes to open can, in essence, never know what kind of beings they will encounter.
[ 54 ] Ich sage: Niemals können sie es. Dieses «niemals» bezieht sich insbesondere auf unsere heutige Zeit. Es war nicht immer so. Wenn wir wieder zurückgehen würden in sehr alte Zeiten der Menschheitsentwicklung, so könnten wir nicht sagen: Da hat «niemals» jemand unterscheiden können zwischen den Wesenheiten, die ihm auf dem astralischen oder devachanischen Plan begegneten. Wenn ein alter Ägypter in ganz alten Zeiten hellsehend wurde, und es trat ihm eine Wesenheit der astralischen oder devachanischen Welt entgegen, so hatte sie gleichsam an der Stirne geschrieben, was sie ist. Er konnte sie nicht verwechseln. Dagegen ist die Möglichkeit des Verwechselns heute schon eine sehr große. Während die alte Menschheit dem Wege in die Reiche der Hierarchien näherstand, ist die Irrtumsmöglichkeit heute eine sehr große, und der einzige Schutz dagegen ist nur die Art, dass man sich bemüht solche Vorstellungen, solche Ideen und ein so klares Denken sich anzueignen, wie es jetzt angedeutet ist, wenn man die Gesetze der Evolution unterscheiden will. Denn dieses klare Denken allein gibt uns die Möglichkeit, zu unterscheiden zwischen den Arten der Wesenheiten, die uns auf dem Astralplan begegnen.
[ 54 ] I say: They can never do it. This “never” refers specifically to our present time. It was not always this way. If we were to go back to the very ancient times of human development, we could not say: Back then, no one could “ever” distinguish between the beings they encountered on the astral or devachanic plane. If an ancient Egyptian became clairvoyant in very ancient times and a being from the astral or devachanic world appeared before him, it had, as it were, what it was written on its forehead. He could not mistake it. In contrast, the possibility of confusion is already very great today. Whereas ancient humanity was closer to the path leading into the realms of the hierarchies, the possibility of error is very great today, and the only protection against it is to strive to acquire such mental images, such ideas, and such clear thinking as has now been indicated, if one wishes to distinguish the laws of evolution. For this clear thinking alone gives us the ability to distinguish between the different kinds of beings we encounter on the astral plane.
[ 55 ] Einen, der hineinschaut in die geistige Welt, nennt man in der esoterischen Sprache einen «Hellseher». Aber nur Hellseher zu sein ist nicht genug; da würde er sehen, aber nicht unterscheiden können. Was er sein muss neben einem Hellseher, ist ein «Eingeweihter». Die Einweihung bringt die Möglichkeit, zu unterscheiden zwischen den verschiedenen Arten von Wesenheiten. Es kann also jemand theoretisch hellsehend sein für die höheren Welten, braucht aber kein Eingeweihter zu sein. Für die alten Zeiten war die Unterscheidung der Wesenheiten nicht besonders wichtig; denn, wenn die alten Geheimschulen die Schüler zum Hellsehen gebracht hatten, war die Gefahr des Irrtums keine sehr große. Jetzt aber ist die Irrtumsmöglichkeit eine sehr große. Daher musste in der Lenkung der Menschheit darauf Rücksicht genommen werden, dass immer zu dem Prinzip der Esoterik hinzugefügt wird das Prinzip der Einweihung. Der Mensch muss in dem Maße, als er hellseherisch wird, fähig werden zu unterscheiden zwischen den besonderen Arten der Wesenheiten.
[ 55 ] In esoteric terminology, someone who looks into the spiritual world is called a “clairvoyant.” But simply being a clairvoyant is not enough; in that case, he would see but would not be able to distinguish. In addition to being a clairvoyant, he must also be an “initiate.” Initiation brings the ability to distinguish between the various types of beings. Thus, someone can theoretically be clairvoyant regarding the higher worlds without necessarily being an initiate. In ancient times, distinguishing between beings was not particularly important; for when the ancient mystery schools had taught their students clairvoyance, the danger of error was not very great. Now, however, the possibility of error is very great. Therefore, in the guidance of humanity, it was necessary to ensure that the principle of initiation is always added to the principle of esotericism. As a person becomes clairvoyant, they must become capable of distinguishing between the specific types of entities.
[ 56 ] Diese besondere Aufgabe - ein Gleichgewicht zu schaffen zwischen den Prinzipien des Hellsehens und der Einweihung - trat einmal an die Führung der Menschheit heran. Notwendigerweise musste die Menschheit so etwas einmal in der Führung und Leitung bekommen, dass das richtige Gleichmaß zwischen Hellsehen und Einweihung hergestellt wurde. Da entsteht die Frage: Wann musste das geschehen? Das wurde notwendig in der Zeit, als die Menschheit eine Krisis durchmachte in Bezug auf ihr höheres Erkennen. In der Zeit des dreizehnten Jahrhunderts, etwa um das Jahr 1250 herum, haben wir das Zeitalter, wo die Menschen sich am meisten abgeschlossen fühlten von der geistigen Welt. Da sagten die hervorragendsten Geister, die nach einem gewissen höheren Erkennen strebten: Was unsere Vernunft, unser Intellekt, was [unser Wissen] finden kann, ist beschränkt auf die Welt, die uns außen umgibt; wir können mit unserm vernünftigen menschlichen Forschen und Erkenntnisvermögen nicht eine geistige Welt erreichen; sie muss uns durch die Offenbarung gegeben werden! Wissen und Glauben sind zwei voneinander getrennte Gebiete! - Dass dies gesagt wurde in der Zeit, als die Scholastik blühte, hat seinen guten Grund; es wurde gesagt, weil damals eben die Menschheit am meisten vor der geistigen Welt abgeschlossen war. Ungefähr das Jahr 1250 ist die Zeit, in welcher die Menschen während des Mittelalters dazu kommen mussten, die Grenze zu ziehen zwischen dem, was man glauben kann und was man erkennen kann.
[ 56 ] This particular task—striking a balance between the principles of clairvoyance and initiation—once fell to the leadership of humanity. It was necessary for humanity to receive such guidance and direction at some point so that the proper balance between clairvoyance and initiation could be established. This raises the question: When did this have to happen? It became necessary during a time when humanity was undergoing a crisis with regard to its higher knowledge. In the thirteenth century, around the year 1250, we find the era when people felt most cut off from the spiritual world. At that time, the most outstanding minds, who were striving for a certain higher knowledge, said: What our reason, our intellect, and [our knowledge] can discover is limited to the world that surrounds us externally; we cannot reach a spiritual world through our rational human inquiry and cognitive faculties; it must be given to us through revelation! Knowledge and faith are two separate realms! - There is a good reason why this was said during the time when Scholasticism flourished; it was said precisely because, at that time, humanity was most cut off from the spiritual world. Around the year 1250 is the time when people in the Middle Ages had to draw the line between what one can believe and what one can know.
[ 57 ] Und dann kam die Zeit, wo immer mehr und mehr die Möglichkeit sich ergab, hineinzuschauen in die geistige Welt. Immer zahlreicher wurden die Menschen, die ein natürliches Hellschen hatten, und sie werden weiter immer mehr und mehr werden. Um 1250 war die Krisis, da die Menschheit am meisten von den geistigen Welten abgeschlossen war, während sie dann wieder aufsteigen sollte, und wir sind heute schon wieder auf dem Gange nach der spirituellen Welt. Damals wurde es notwendig die Bilanz zu schaffen zwischen Einweihung und Hellscher-Prinzip. Das war die besondere Aufgabe eines Impulses, der sich hereinbegab in die Lenkung und Leitung der Menschheit, als das Jahr 1250 heranrückte. Damals musste beginnen eine neue Art der Führung, eine neue Art, die Menschen zu leiten und das Gleichgewicht zu schaffen zwischen Einweihung und Hellsehen.
[ 57 ] And then came the time when opportunities to glimpse into the spiritual world arose more and more frequently. The number of people with a natural gift for clairvoyance grew steadily, and their numbers will continue to increase. Around 1250 was the crisis when humanity was most cut off from the spiritual worlds, while it was then to rise again, and today we are already on the path toward the spiritual world once more. At that time, it became necessary to strike a balance between initiation and the principle of clairvoyance. This was the specific task of an impulse that entered into the guidance and direction of humanity as the year 1250 approached. At that time, a new form of leadership had to begin—a new way of guiding people and establishing a balance between initiation and clairvoyance.
[ 58 ] So wurde denn vorbereitet das Rosenkreuzerprinzip der Einweihung und des Hellsehens, das seinen Anfang genommen hat seit den Zeiten des Mittelalters, als die Menschen glaubten, der Mensch könnte überhaupt nicht die geistige Welt erreichen. Denn wenn solche Individualitäten, die in den vorherigen Inkarnationen schon vieles, vieles erreicht hatten, um das Jahr 1250 wieder inkarniert wurden, so war ihr Blick eine Zeit lang vollständig getrübt. Ganz erleuchtete Individuen hatten etwas, als wenn sie wie abgeschnitten wären von der geistigen Welt. So sehen wir, dass es von jener Zeit an notwendig wurde, dass in der Lenkung und Führung der Menschheit ein neues Element auftrat. Das war das Element des Rosenkreuzerprinzipes. Durch dasselbe ist erst im wahren Sinne zu verstehen, wie in die Lenkung und Leitung der ganzen Menschheit wie auch des einzelnen Menschen eingreifen kann für alle Betätigungen dasjenige, was wir den «Christus-Impuls» nennen. Das ist erst durch das Rosenkreuzerprinzip möglich.
[ 58 ] Thus was laid the foundation for the Rosicrucian principle of initiation and clairvoyance, which had its origins in the Middle Ages, when people believed that human beings could not reach the spiritual world at all. For when such individuals—who had already achieved much, much in previous incarnations—reincarnated around the year 1250, their vision was completely clouded for a time. Even fully enlightened individuals felt as if they were cut off from the spiritual world. Thus we see that from that time onward, it became necessary for a new element to emerge in the guidance and leadership of humanity. This was the element of the Rosicrucian principle. It is only through this principle that we can truly understand how what we call the “Christ impulse” can intervene in the guidance and direction of all humanity, as well as of the individual human being, in all their activities. This is possible only through the Rosicrucian principle.
[ 59 ] Alles Große wird wieder so begriffen werden, dass es in der ersten Zeit etwas durchmacht, was der Mensch selbst in der ersten Kindheit durchmacht. Von dem Mysterium auf Golgatha bis zum Eingreifen des Rosenkreuzerprinzips war die allererste Kindheitszeit das Verarbeiten des Christus-Prinzips. Die Menschen nahmen daher den Christus so unbewusst auf, dass sie später, als sie gezwungen wurden, ihn bewusst aufzunehmen, alle möglichen Fehler machten und in ein Labyrinth hineingerieten. Daher sehen wir, wie in der ersten Zeit das Christus-Prinzip sich einlebte und wie dann eine neue Zeit kommen musste. In dieser sind wir noch nicht sehr weit. Aber wir werden sehen, dass das neue Prinzip so eintritt, wie es in aller Entwicklung ist: Dass es zuerst aufgenommen wird, ohne dass der Mensch mit seinem Selbstbewusstsein etwas dazu tun kann, und dass es dann abgelöst wird von der vollbewussten Menschlichkeit.
[ 59 ] Everything great will once again be understood as going through, in its early stages, something that human beings themselves go through in early childhood. From the Mystery on Golgotha to the intervention of the Rosicrucian principle, the very earliest stage of childhood was the assimilation of the Christ principle. People therefore absorbed the Christ so unconsciously that later, when they were forced to absorb him consciously, they made all kinds of mistakes and found themselves lost in a labyrinth. Thus we see how the Christ principle took root in the early days and how a new era then had to dawn. We have not yet progressed very far in this new era. But we will see that the new principle takes hold just as it does in all development: that it is first absorbed without human beings being able to do anything about it through their self-consciousness, and that it is then taken over by fully conscious humanity.
[ 60 ] So wird die Rosenkreuzerentwicklung zeigen, wie sich der Christus-Impuls in immer neuen Folgen der Führung der Menschheit bemächtigen wird. Es wird morgen unsere Aufgabe sein, in den Mittelpunkt der Führung und Leitung der Menschheit die Auffassung des Christus-Impulses zu stellen, wie er war vor dem Mysterium von Golgatha seit den ältesten Zeiten der Entwicklung - und nach dem Mysterium von Golgatha, indem wir die Auffassung, die wir früher geben konnten, noch dadurch etwas vertiefen, dass wir das Rosenkreuzerprinzip auf das, was vorher und nachher war, anwenden.
[ 60 ] Thus, the development of the Rosicrucians will show how the Christ impulse will take hold of the guidance of humanity in ever-new phases. Tomorrow, it will be our task to place at the center of humanity’s guidance and leadership the understanding of the Christ impulse as it existed before the Mystery of Golgotha, from the earliest times of evolution—and after the Mystery of Golgotha—by deepening the understanding we were previously able to offer through the application of the Rosicrucian principle to what came before and after.
