Supplements to Member Lectures
GA 246
8 June 1911, Copenhagen
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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
44. Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit IV
44. The Spiritual Guidance of Humanity IV
[ 1 ] Dass es zweierlei Führer der Menschen gibt, haben wir gestern betont; und zwar haben wir ausgeführt: Wenn wir zurückblicken in die Entwicklung der Menschheit seit der großen atlantischen Katastrophe bis heute, so finden wir - je weiter wir zurückgehen, desto mehr, ganz, wie es die alten Ägypter gesagt haben - die Menschen unter der Führung jener Individualitäten, die schon während der alten Mondenzeit Menschen gewesen sind.
[ 1 ] Yesterday we emphasized that there are two kinds of leaders of humanity; specifically, we explained: When we look back at the development of humanity from the great Atlantean catastrophe to the present day, we find—the further back we go, the more so, just as the ancient Egyptians said—that people were led by those individualities who had already been human beings during the ancient Lunar Age.
[ 2 ] Diese Individualitäten - haben wir gesagt können sich nicht vollständig in einem menschlichen physischen Leib inkarnieren, da sie über das Stadium schon hinausgewachsen sind, welches notwendig macht, sich in einem menschlichen physischen Leib zu inkarnieren. Wir bezeichnen diese Wesenheiten als dhyanische Wesenheiten, wenn wir im Sinne der orientalischen Mystik sprechen, oder als Angeloi oder Engel, wenn wir im Sinne der christlichen Mystik sprechen. Sie führen die tonangebenden, eigentlich bedeutsamen Menschen, die sich hellsehend oder hellhörend zu ihnen erheben und sich ihren Anordnungen und Lehren fügen.
[ 2 ] These individualities—as we have said—cannot fully incarnate in a human physical body, since they have already outgrown the stage that necessitates incarnation in a human physical body. We refer to these entities as dhyanic beings when speaking in the sense of Eastern mysticism, or as angeloi or angels when speaking in the sense of Christian mysticism. They guide the influential, truly significant people who, through clairvoyance or clairaudience, rise to their level and submit to their directives and teachings.
[ 3 ] Eine zweite Art der Menschheitslehrer haben wir in jenen Individualitäten gefunden, die auf dem Monde zurückgeblieben sind und ihr vollständiges Ziel nicht erreicht haben. Das sind halb engelhafte — halb dhyanische - Wesenheiten, zwischen Menschen und Engeln drinnen stehend; diese verkörperten sich in den alten Zeiten in den großen Völkerführern, die wir nach den verschiedenen Gebräuchen der Völker «Heroen» nennen, zu denen zum Beispiel auch der ägyptische Hermes oder Thot, Pelops, Kadmos, Kekrops zählen, die als Persönlichkeiten im Fleische vorhanden waren, aber doch mehr waren als die übrige Bevölkerung ihrer Zeit. In ihnen steckten solche Seelen, die eigentlich zurückgebliebene Engelwesenheiten des Mondes waren.
[ 3 ] We have found a second type of teacher of humanity in those individualities who remained behind on the Moon and did not attain their full goal. These are beings that are half-angelic and half-dhyanic, standing midway between humans and angels; in ancient times, these incarnated as the great leaders of nations, whom we call “heroes” according to the various customs of the peoples—including, for example, the Egyptian Hermes or Thoth, Pelops, Cadmus, and Cecrops, who existed as personalities in the flesh but were nevertheless more than the rest of the population of their time. Within them were souls that were, in fact, angelic beings of the Moon who had remained behind.
[ 4 ] Wenn wir aber den Blick hinaufrichten zu den höheren Hierarchien, so finden wir, dass die Sache durchaus nicht so ist, dass wir sagen könnten, es wären etwa nur «Engel» die Führer, sondern es sind in gewisser Beziehung die Wesenheiten einer jeden Hierarchie wieder unterstehend der Führung und Leitung der höheren Hierarchien. So sprechen wir in der christlichen Mystik davon, dass die Engel unter der Führung der «Erzengel», «Archangeloi», stehen, diese wieder unter der Führung der «Archai» oder «Urkräfte», und so weiter. So kommen wir hinauf in die verschiedensten Klassen der Hierarchien. - Im strengsten Sinne des Wortes mehr oder weniger große Führer waren - wie ich es gesagt habe - die Engel in der Zeit, als die Ägypter und Chaldäer auf der Erde tonangebend waren, das heißt während der dritten nachatlantischen Kulturepoche. Denn wir unterscheiden von der Zeit der großen atlantischen Katastrophe ab sieben aufeinanderfolgende Kulturepochen: Die erste ist die uralt indische Kulturperiode, darauf folgt die urpersische, die dritte ist die ägyptisch-chaldäische, die vierte die griechisch-lateinische und die fünfte ist unsere eigene, die etwa seit der Zeit des zwölften bis fünfzehnten Jahrhunderts sich allmählich herausgebildet hat und in der wir so mitten drinnen stehen. Allerdings bereiten sich in unserer Zeit schon die ersten Vorgänge vor, welche dann zur sechsten nachatlantischen Kulturperiode hinüberführen werden. Auf diese sechste Epoche wird dann noch eine siebente folgen. Nur für die dritte Kulturperiode, die ägyptisch-chaldäische, waren die Engel oder dhyanischen Wesenheiten die selbstständigen Leiter und Führer der Menschen. Für die persische Zeit war es schon nicht so. Da unterstanden die Engel einer höheren Führung und richteten alles so ein, wie es - wenn wir trivial sprechen - den Befehlen der nächsthöheren Hierarchie entsprach, sodass alles zwar unter der Leitung der Engel stand, aber diese selbst fügten sich wieder der Anordnung der Erzengel oder Archangeloi. Und in der indischen Kulturperiode, in welcher das nachatlantische Leben eine solche Höhe hatte, wie nachher vorläufig nicht wieder — eine natürliche Höhe unter der Leitung der großen Rishis -, da unterstanden die Erzengel selber wieder in dem, was sie zu leiten hatten, der Führung der Archai, die man auch die Geister des Urbeginnes nennt.
[ 4 ] But when we turn our gaze upward to the higher hierarchies, we find that the situation is by no means such that we could say the leaders are merely “angels”; rather, in a certain sense, the beings of each hierarchy are themselves subject to the leadership and guidance of the higher hierarchies. Thus, in Christian mysticism, we speak of the angels being under the leadership of the “archangels,” or “Archangeloi,” who in turn are under the leadership of the “Archai” or “primordial forces,” and so on. In this way, we ascend through the various classes of the hierarchies. - In the strictest sense of the word, the angels were—as I have said—leaders of varying degrees of importance during the time when the Egyptians and Chaldeans were dominant on Earth, that is, during the third post-Atlantean cultural epoch. For we distinguish seven successive cultural epochs beginning with the time of the great Atlantean catastrophe: The first is the ancient Indian cultural epoch, followed by the ancient Persian, the third is the Egyptian-Chaldean, the fourth the Greek-Latin, and the fifth is our own, which has gradually taken shape roughly from the twelfth to the fifteenth century and in which we now find ourselves right in the midst. However, the first developments are already taking shape in our time that will then lead into the sixth post-Atlantic cultural period. This sixth epoch will be followed by a seventh. Only during the third cultural period—the Egyptian-Chaldean one—were the angels, or Dhyanic beings, the independent leaders and guides of humanity. This was no longer the case during the Persian period. There, the angels were subject to a higher guidance and arranged everything in a way that—to put it simply—corresponded to the commands of the next higher hierarchy, so that while everything was under the guidance of the angels, the angels themselves were in turn subject to the directives of the archangels or Archangeloi. And during the Indian cultural period, when post-Atlantean life reached a height that was not to be seen again for some time—a natural height under the guidance of the great Rishis—the archangels themselves were in turn subject, in the matters they were to direct, to the guidance of the Archai, who are also called the Spirits of the Primordial Beginning.
[ 5 ] Verfolgen wir also von der indischen Zeit durch die persische und ägyptisch-chaldäische Kultur hindurch die Entwicklung der Menschheit, so können wir sagen, dass sich gewisse Wesenheiten der höheren Hierarchien sozusagen immer mehr und mehr zurückzogen von der Leitung der Menschheit. Und wie war es in der vierten nachatlantischen Kulturperiode, der griechisch-lateinischen Zeit? Da war der Mensch ganz selbstständig geworden, war vollends selbstständig geworden. Daher jene eigentümliche, ganz «menschliche» Kultur in der griechisch-römischen Zeit, wo der Mensch ganz auf sich selbst gestellt ist.
[ 5 ] If we trace the development of humanity from the Indian era through the Persian and Egyptian-Chaldean cultures, we can say that certain beings of the higher hierarchies, so to speak, withdrew more and more from the guidance of humanity. And what was the situation in the fourth post-Atlantean cultural period, the Greco-Latin era? By then, human beings had become entirely self-reliant—completely independent. Hence that distinctive, thoroughly “human” culture of the Greco-Roman era, in which human beings were entirely on their own.
[ 6 ] Alle Eigentümlichkeiten in der Kunst, im staatlichen Leben in der griechischen und römischen Welt sind darauf zurückzuführen, dass der Mensch sich sozusagen selbst ausprobieren sollte. Wenn wir also in diese ältesten Zeiten zurückgehen, finden wir führende Wesenheiten, welche ihre Entwicklung bis zum Menschen in früheren planetarischen Zuständen abgeschlossen hatten. Die vierte nachatlantische Kulturepoche war dazu da, den Menschen am allermeisten zu prüfen. Daher war das auch die Zeit, in welcher sich die ganze geistige Führung der Menschheit in einer neuen Art einrichten musste. Wir — sagte ich - leben jetzt in der fünften nachatlantischen Kulturepoche; dann wird folgen eine sechste und dann eine siebente. Ich habe gestern darauf aufmerksam gemacht, wohin wir zu schauen haben, wenn wir die Führer unserer Kulturepoche finden wollen. Wo sind diese? Welcher Art von Hierarchien gehören sie an?
[ 6 ] All the distinctive features in art and public life in the Greek and Roman worlds can be traced back to the fact that human beings were, so to speak, meant to test themselves. So when we go back to these earliest times, we find guiding beings who had completed their development up to the human stage in earlier planetary conditions. The fourth post-Atlantean cultural epoch was intended to test human beings most of all. That is why it was also the time when the entire spiritual leadership of humanity had to reorganize itself in a new way. “We,” I said, “are now living in the fifth post-Atlantean cultural epoch; this will be followed by a sixth and then a seventh. Yesterday I pointed out where we must look if we wish to find the leaders of our cultural epoch. Where are they? To what kind of hierarchies do they belong?”
[ 7 ] Ich habe schon im Vortrage merken lassen, dass sie derselben Hierarchie angehören, die bei den alten Ägyptern und Chaldäern herrschend war. In der Tat beginnen dieselben Wesenheiten, welche damals geführt haben, wieder in unserer Zeit ihre Tätigkeiten. Wir haben gesagt, dass gewisse Wesenheiten während der ägyptisch-chaldäischen Kultur zurückgeblieben sind, und dass wir diese in den materialistischen Gefühlen und Empfindungen unserer Zeit finden.
[ 7 ] I already pointed out in my lecture that they belong to the same hierarchy that prevailed among the ancient Egyptians and Chaldeans. In fact, the very same entities that were in charge back then are resuming their activities in our time. We have said that certain entities remained behind during the Egyptian-Chaldean culture, and that we find them in the materialistic feelings and sensibilities of our time.
[ 8 ] Jetzt entsteht die Frage: Wenn in unserer Zeit nicht nur diese zurückgebliebenen Wesenheiten der ägyptisch-chaldäischen Kultur wirken, sondern auch höhere, die hinaufführen in die geistige Welt, welcher Art sind dann diese? Wie unterscheiden sich diese? Oder besser gesagt: Wodurch sind diese Wesenheiten, die uns jetzt führen in geistiger Beziehung, höhere Wesenheiten? Was haben diese nicht zurückgebliebenen Wesenheiten errungen?
[ 8 ] This raises the question: If, in our time, it is not only these backward entities of the Egyptian-Chaldean culture that are at work, but also higher ones that lead upward into the spiritual world, what kind of beings are these? How do they differ? Or rather: What makes these entities, who now guide us spiritually, higher entities? What have these non-backward entities achieved?
[ 9 ] Der eigentliche Fortschritt dieser Wesenheiten, der Engel oder dhyanischen Wesenheiten, besteht in Folgendem. Bei den Ägyptern und Chaldäern haben sie einfach durch das geleitet, was sie selber aus uralten Zeiten an Fähigkeiten errungen hatten. Nun haben sie sich durch diese Leitung der ägyptisch-chaldäischen Kultur selber weiterentwickelt, haben neue Fähigkeiten errungen; denn das war ihre Arbeit. Und die Fähigkeit, die sie sich errungen haben, ist die: einem Grundwesen gemäß zu handeln. Dieses Grundwesen ist für die Welten des nächst höheren Planes, dem ja diese Engel oder Angeloi angehören, der Christus.
[ 9 ] The true progress of these beings—the angels or Dhyanic beings—consists of the following. Among the Egyptians and Chaldeans, they simply guided them through the abilities they themselves had acquired from time immemorial. Now, through their guidance of Egyptian-Chaldean culture, they have further developed themselves and acquired new abilities; for that was their work. And the ability they have acquired is this: to act in accordance with a fundamental being. For the worlds of the next higher plane—to which these angels or angeloi belong—this fundamental being is Christ.
[ 10 ] Denn der Christus existiert nicht nur für die Erde, sondern auch für diese Wesenheiten. Dieselben Wesenheiten, welche die alte ägyptisch-chaldäische Kultur geführt haben, standen damals nicht unter der Leitung des Christus, sondern sie haben sich erst seit der ägyptisch-chaldäischen Zeit der Führung des Christus unterstellt. Und darin besteht ihr Fortschritt, sodass sie jetzt unsere fünfte nachatlantische Kulturperiode unter dem Einflusse des Christus leiten, dem folgen sie auf dem höheren Plan. Und das Zurückbleiben derjenigen Wesenheiten, von denen wir gesagt haben, dass sie auch da sind, das besteht darin, dass sie sich nicht unterstellt haben der Führung des Christus, sodass sie unabhängig von dem Christus weiterwirken. Daher wird immer deutlicher und deutlicher Folgendes in der Kultur der Menschheit hervortreten: Es wird eine materialistische Strömung geben, die unter der Lenkung und Führung der zurückgebliebenen ägyptisch-chaldäischen Geister steht; sie wird einen materialistischen Charakter haben. Das meiste, was wir die heutige Wissenschaft in aller Herren Länder nennen, steht unter diesem Einfluss. Aber daneben macht sich eine andere Strömung geltend, die darauf hinzielt, dass der Mensch bei allem, was er tut, endlich das finden kann, was man das «Christus-Prinzip» nennen kann. Das wird ja wohl sonderbar erscheinen, aber wahr ist es doch. Es gibt heute zum Beispiel Menschen, welche sagen: Woraus besteht denn unsere stoffliche Welt? Aus Atomen besteht sie! - Wer flößt denn dem Menschen die Gedanken ein, dass die Welt aus Atomen bestehe? Das sind die während der ägyptisch-chaldäischen Zeit zurückgebliebenen Engelwesenheiten!
[ 10 ] For Christ exists not only for the Earth, but also for these beings. The very same beings who guided the ancient Egyptian-Chaldean culture were not under Christ’s guidance at that time; rather, it was only after the Egyptian-Chaldean era that they placed themselves under Christ’s guidance. And therein lies their progress, so that they now guide our fifth post-Atlantean cultural epoch under the influence of Christ, whom they follow on the higher plane. And the backwardness of those beings—of whom we have said that they, too, are present—consists in the fact that they have not submitted to Christ’s guidance, so that they continue to act independently of Christ. Therefore, the following will become increasingly evident in human culture: There will be a materialistic current under the direction and guidance of the lagging Egyptian-Chaldean spirits; it will have a materialistic character. Most of what we call modern science throughout the world stands under this influence. But alongside this, another current is asserting itself, one that aims to enable human beings, in everything they do, to finally find what might be called the “Christ principle.” This may well seem strange, but it is nevertheless true. For example, there are people today who say: What is our material world made of? It is made of atoms! — Who instills in people the idea that the world consists of atoms? It is the angelic beings who remained behind during the Egyptian-Chaldean era!
[ 11 ] Was werden denn die Wesenheiten lehren, welche ihr Ziel im alten ägyptisch-chaldäischen Kulturgebiet erreicht haben, und die damals den Christus kennengelernt haben? Sie werden dem Menschen andere Gedanken einflößen können als die, dass es nur stoffliche Atome gäbe; denn sie werden den Menschen lehren können, dass bis in das kleinste Teil hinein die Substanz von dem Geiste des Christus durchzogen ist! Und so sonderbar es erscheinen mag: Künftig werden Chemiker und Physiker kommen, welche Chemie und Physik nicht so lehren, wie man sie heute lehrt unter dem Einfluss der zurückgebliebenen ägyptisch-chaldäischen Geister, sondern welche Ichren werden: Die Materie ist aufgebaut in dem Sinne, wie der Christus sie nach und nach angeordnet hat! - Man wird den Christus bis in die kleinsten Stoffe der Chemie und Physik finden! Eine spirituelle Chemie, eine spirituelle Physik ist das, was da kommen wird. Heute erscheint das ganz gewiss vielen Leuten als cin Wahnsinn. Aber was oft die Vernunft der kommenden Zeiten ist, das ist für die gegenwärtigen Zeiten Wahnsinn. Am allermeisten werden sich die Menschen wundern, die heute jene Wissenschaft, die am meisten eingreift in die menschlichen Angelegenheiten, unter den Einfluss der während der alten ägyptisch-chaldäischen Zeit zurückgebliebenen Engelwesen stellen möchten - nämlich die Menschen, welche heute die offizielle Medizin treiben; denn die heutige, materialistische Medizin steht ganz unter dem Einfluss dieser Geister, wird ganz [davon] inspiriert. Im Gegensatz dazu wird die künftige Medizin ganz durchchristet werden, ganz spirituell werden; sie wird in ganz anderem Sinne mit den Faktoren zu rechnen wissen, die zwar in der Natur zu finden sind, aber vom Geiste durchdrungen sind.
[ 11 ] What, then, will the beings teach who have reached their goal in the ancient Egyptian-Chaldean cultural region and who came to know Christ at that time? They will be able to instill in people thoughts other than the belief that only material atoms exist; for they will be able to teach people that, down to the smallest particle, matter is permeated by the Spirit of Christ! And as strange as it may seem: In the future, there will be chemists and physicists who will not teach chemistry and physics as they are taught today under the influence of the backward Egyptian-Chaldean spirits, but who will become “I-beings”: Matter is structured in the way that Christ has gradually arranged it! - Christ will be found even in the smallest substances of chemistry and physics! A spiritual chemistry, a spiritual physics—that is what is to come. Today, this certainly seems like madness to many people. But what is often the reason of the times to come is madness in the present age. People will be most surprised of all—those who today wish to place the very science that intervenes most deeply in human affairs under the influence of the angelic beings left behind during the ancient Egyptian-Chaldean era—namely, those who practice conventional medicine today; for today’s materialistic medicine stands entirely under the influence of these spirits and is entirely inspired by them. In contrast, the medicine of the future will be thoroughly permeated by Christ, will become entirely spiritual; it will know how to take into account, in an entirely different sense, those factors that are found in nature but are permeated by the Spirit.
[ 12 ] Jetzt verstehen wir auch, was diese führenden Wesenheiten voraushaben vor den Menschen. Wann haben denn die Menschen in der nachatlantischen Zeit den Christus kennengelernt? Das war in der vierten nachatlantischen Kulturperiode, in der griechisch-lateinischen Zeit. Denn während diese Kulturepoche ablief, fiel das ChristusEreignis in die Entwicklung hinein, und da lernten die Menschen den Christus kennen. Die Engel, die leitenden Wesenheiten, haben ihn während der ägyptisch-chaldäischen Zeit kennengelernt und sich zu ihm emporgeschwungen - und mussten dann während der griechisch lateinischen Zeit die Menschen ihrem eigenen Schicksal überlassen, um dann später wieder in die Menschheitsentwicklung einzugreifen. Und wenn wir heute Theosophie lehren, so heißt das nichts anderes, als dass wir wissen können: Sie kommen wieder herab, die Geister, welche die Menschheit geleitet haben! Aber jetzt kommen sie so herab, dass sie selber sich unter der Führung des Christus befinden.
[ 12 ] Now we also understand what these leading beings have over human beings. When, then, did human beings come to know Christ in the post-Atlantean era? It was during the fourth post-Atlantean cultural epoch, the Greco-Latin period. For as this cultural epoch was drawing to a close, the Christ event occurred within the course of that development, and it was then that human beings came to know Christ. The angels, the guiding beings, came to know him during the Egyptian-Chaldean period and elevated themselves to his level—and then, during the Greco-Roman period, had to leave humanity to its own fate, only to intervene again later in human evolution. And when we teach Theosophy today, it means nothing other than that we can know: The spirits who have guided humanity are descending once more! But now they are descending in such a way that they themselves are under the guidance of Christ.
[ 13 ] So ist es auch mit anderen Wesenheiten. Wir haben gesagt, dass in der persischen Zeit die Erzengel an der Führung der Menschheit beteiligt waren. Sie haben nun noch früher den Christus kennengelernt und in ihrer Art verkündet. Aber wie? Von Zarathustra selber haben wir oft betont, dass er seine Anhänger und sein Volk zur Sonne hinwies und sagte: In der Sonne lebt der große Geist Ahura Mazdao, der herniederkommen wird zur Erde! - Denn die Wesenheiten aus der Region der Erzengel, welche den Zarathustra führten, wiesen ihn hin auf den großen Sonnenführer, der damals noch nicht auf die Erde heruntergekommen war, sondern erst den Weg angetreten hatte, um die Erde zu führen.
[ 13 ] The same is true of other beings. We have said that during the Persian era, the archangels were involved in the guidance of humanity. They had come to know the Christ even earlier and proclaimed him in their own way. But how? We have often emphasized regarding Zarathustra himself that he directed his followers and his people toward the sun and said: “In the sun lives the great spirit Ahura Mazdao, who will descend to Earth!” - For the beings from the realm of the archangels, who guided Zarathustra, pointed him toward the great Sun-Guide, who at that time had not yet descended to Earth, but had only just set out on the path to guide the Earth.
[ 14 ] Und die führenden Wesenheiten, welche den heiligen Rishis vorstanden, haben diese wieder gewiesen auf den Christus; denn es ist nur ein Glaube, wenn man meint, diese Rishis hätten den Christus nicht gekannt. Sie haben nur gesagt, dass er «über ihrer Sphäre» ist, dass sie ihn «nicht erreichen können». Aber wiedererstehen werden auch die Rishis und werden lehren [über den] Christus. Denn wie die Engel in unserer fünften Kulturperiode es sind, die den Christus heruntertragen in unsere geistige Sphäre, so werden in der sechsten Kulturperiode diejenigen Wesen von den Erzengeln die Kultur führen, welche die persische Kulturperiode geleitet haben. Und die Geister des Urbeginnes, die Archai, welche die Menschheit während der alten indischen Zeit leiteten, sie waren schon damals mit dem Christus bekannt geworden und haben sich ihm unterstellt. Sie werden unter dem Christus in der siebenten Kulturepoche - bis zu einer neuen großen Katastrophe - die Menschheit zu leiten haben. So steigt die ganze Menschheit wieder hinauf, indem sich die hohen hierarchischen Wesenheiten der Führung des Christus unterstellen.
[ 14 ] And the guiding beings who presided over the holy Rishis directed them once again toward the Christ; for it is merely a belief to think that these Rishis did not know the Christ. They merely said that he is “beyond their sphere,” that they “cannot reach him.” But the Rishis, too, will be resurrected and will teach [about] the Christ. For just as it is the angels in our fifth cultural epoch who bring the Christ down into our spiritual sphere, so in the sixth cultural epoch those beings—led by the archangels—who guided the Persian cultural epoch will lead the culture. And the spirits of the very beginning, the Archai, who guided humanity during the ancient Indian period, had already become acquainted with the Christ at that time and submitted themselves to him. Under the Christ, they will be to guide humanity in the seventh cultural epoch—until a new great catastrophe occurs. Thus, all of humanity ascends once more as the high hierarchical beings submit themselves to the guidance of the Christ.
[ 15 ] In der griechisch-lateinischen Zeit war es so, dass der Christus heruntergestiegen ist und sich offenbart hat im fleischlichen Leibe des Jesus von Nazareth. Da war er hinuntergestiegen bis auf den physischen Plan. Auf dem nächsthöheren Plan wird er zu finden sein, wenn unsere Kulturperiode dazu reif geworden ist. Nicht auf dem physischen Plan kann er zu finden sein, sondern nur auf dem nächsthöheren. Denn die Menschen werden nicht dieselben geblieben sein; sie werden reifer geworden sein und den Christus finden, wie ihn Paulus in dem Ereignis vor Damaskus durch Gnade aus der geistigen Welt gefunden hat. Und wie es in unserer Zeit dieselben großen Lehrer sind, welche schon in der ägyptisch-chaldäischen Kultur die Menschheit geleitet haben, so werden sie auch diejenigen sein, welche im zwanzigsten Jahrhundert die Menschen hinaufführen werden zu dem Christus, wie ihn Paulus gesehen hat. Sie werden dem Menschen zeigen, wie der Christus nicht nur auf die Erde wirkt, sondern das ganze Sonnensystem durchgeistigt.
[ 15 ] During the Greco-Roman era, Christ descended and revealed Himself in the physical body of Jesus of Nazareth. He had descended all the way to the physical plane. He will be found on the next higher plane when our cultural epoch has matured sufficiently. He cannot be found on the physical plane, but only on the next higher one. For human beings will not have remained the same; they will have matured and will find the Christ just as Paul found him by grace from the spiritual world in the event on the road to Damascus. And just as the great teachers of our time are the same ones who guided humanity in the Egyptian-Chaldean culture, so too will they be the ones who, in the twentieth century, will lead people upward to the Christ as Paul saw him. They will show humanity how the Christ not only works on Earth but also spiritualizes the entire solar system.
[ 16 ] Und als einen Geist, der geahnt wurde durch das einheitliche Brahman, in das aber erst der richtige Inhalt durch den Christus eingezogen ist, werden die, welche die wiederverkörperten heiligen Rishis in der siebenten Kulturperiode sein werden, den großen gewaltigen Geist verkünden, von dem sie damals gesagt haben, dass er über ihrer Sphäre walte, und der eintreten wird in ihre Sphäre. So wird die Menschheit von Stufe zu Stufe hinaufgeleitet werden.
[ 16 ] And as a spirit that was foreshadowed by the unified Brahman—but into which the true content was first infused by Christ—those who will be the reincarnated holy Rishis in the seventh cultural period will proclaim the great, mighty Spirit of whom they said at that time that He reigned above their sphere, and who will enter their sphere. Thus, humanity will be guided upward from stage to stage.
[ 17 ] So über den Christus zu sprechen, wie er Führer ist in den aufeinanderfolgenden Welten gegen die höheren Hierarchien hinauf, das lehrt uns die Wissenschaft, die unter der Signatur des Rosenkreuzes seit dem zwölften, dreizehnten Jahrhundert in unsere Kultur eingetreten ist und von der wir gezeigt haben, dass sie seit dieser Zeit notwendig geworden ist. Da sehen wir, wie also diese Dinge zusammenstimmen. Wir müssen nun etwas näher eingehen auf die rosenkreuzerische Anschauung über die Wesenheit, welche erst in Palästina gelebt hat und dann das Mysterium von Golgatha vollbracht hat.
[ 17 ] To speak of the Christ in this way—as the guide ascending through the successive worlds toward the higher hierarchies—is what is taught by the science that has entered our culture under the sign of the Rosy Cross since the twelfth and thirteenth centuries, and which we have shown has become necessary since that time. Here we see how these things fit together. We must now examine in somewhat greater detail the Rosicrucian view of the being who first lived in Palestine and then accomplished the Mystery of Golgotha.
[ 18 ] Es hat schon viele Vorstellungen über den Christus gegeben. Da gab es zum Beispiel die Vorstellung der christlichen Gnostiker der ersten Jahrhunderte, welche sagten: Der Christus, der gewandelt ist in Palästina, war überhaupt in keinem physischen, fleischlichen Leib vorhanden; er hätte nur einen Scheinleib gehabt, einen Ätherleib, der physisch sichtbar geworden war, sodass also auch sein Kreuzestod kein wirklicher Tod gewesen wäre, sondern nur ein scheinbarer, weil eben nur ein Ätherleib vorhanden war.
[ 18 ] There have been many mental images of Christ. For example, there was the mental image held by the Christian Gnostics of the first centuries, who said: The Christ who walked in Palestine did not exist in any physical, corporeal body at all; he is said to have had only an illusory body, an etheric body that had become physically visible, so that even his death on the cross would not have been a real death, but only an apparent one, precisely because only an etheric body existed.
[ 19 ] Dann finden wir die verschiedenen Streitigkeiten unter den verschiedenen Anhängern des Christentums, so zum Beispiel den bekannten Streit zwischen den Arianiern und Athanasiern und so weiter, und mit ihnen die verschiedensten Auslegungen über das, was der Christus eigentlich wäre. Bis in unsere Zeit hinein machen sich die Menschen die mannigfaltigsten Vorstellungen über den Christus.
[ 19 ] Then we find the various disputes among the different followers of Christianity—for example, the well-known dispute between the Arians and the Athanasians, and so on—and with them, the most diverse interpretations of what Christ actually was. Even to this day, people have the most varied mental images of Christ.
[ 20 ] Was haben wir uns denn eigentlich unter dem Christus zu denken? Sie müssen mit mir schon ein wenig, ich möchte sagen, schwierige Begriffe durchmachen, wenn Sie sich ganz zu der Rosenkreuzervorstellung von dieser Christus-Wesenheit erheben wollen. So müssen wir uns klar sein, dass das, was in dem Christus seit der Johannes-Taufe im Jordan lebte, nicht bloß eine irdische - sondern eine kosmische Wesenheit ist, eine wirkliche kosmische Wesenheit. Der Mensch ist ja überhaupt ein kosmisches Wesen, und wir wollen uns jetzt einmal eine primitive Vorstellung machen, inwiefern der Mensch ein kosmisches Wesen ist, und uns dann aufschwingen von der kosmischen Wesenheit des Menschen zu der kosmischen Wesenheit des Christus.
[ 20 ] What, exactly, are we to understand by the term “Christ”? You will have to work through some—I would say—rather difficult concepts with me if you wish to fully rise to the Rosicrucian conception of this Christ-being. We must be clear, then, that what lived within the Christ from the time of John’s baptism in the Jordan was not merely an earthly being—but a cosmic being, a true cosmic being. After all, the human being is a cosmic being in the first place, and let us now form a rudimentary mental image of the extent to which the human being is a cosmic being, and then ascend from the cosmic nature of the human being to the cosmic nature of Christ.
[ 21 ] Wir wissen, dass der Mensch ein zweifaches Leben lebt: ein Leben im physischen Leibe von der Geburt bis zum Tode und ein Leben in den geistigen Welten zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, wo er nicht in einem physischen Leibe lebt. Ist nun der Mensch in einem physischen Leibe verkörpert, dann lebt er - weil der physische Leib auf die Stoffe und Kräfte der Erde angewiesen ist- in Abhängigkeit von der Erde. Aber wir nehmen nicht nur die Stoffe und Kräfte der Erde in uns auf, sondern wir atmen auch die Luft der Erde und sind dadurch im Wesentlichen eingegliedert in den ganzen physischen Erdorganismus, gehören zu ihm. Wenn wir durch die Pforte des Todes gehen, dann gehören wir nicht den Kräften der Erde an; aber es wäre falsch, sich vorzustellen, dass wir dann keinerlei Kräften angehörten, sondern wir sind auch dann tatsächlich verbunden mit den Kräften des Sonnensystems und der weiteren Sternensysteme. Wir leben zwischen Tod und neuer Geburt ebenso im Kosmischen, wie wir in der Zeit von der Geburt bis zum Tode in terra leben, mit der Erde in Zusammenhang sind. Wir gehören vom Tode bis zur neuen Geburt so dem großen Kosmos an, wie wir auf der Erde angehören den Elementen Luft, Wasser, Erde und so weiter. Indem wir das Leben durchleben zwischen Tod und neuer Geburt, kommen zu uns fortwährend die Kräfte von Mars, Jupiter, Saturn und so weiter, aber auch von den ferneren Sternenwelten. Denn von diesen anderen Planeten oder Sternenwelten kommen nicht etwa, bloß die physischen Kräfte, die eine phantastische physische Astronomie erfunden hat - Schwerkraft oder die anderen Kräfte -, sondern vor allem geistige Kräfte. Und mit diesen geistigen Kräften des Kosmos stehen wir in Verbindung - und zwar jeder Mensch in einer besonderen Weise, je nach seiner Individualität. Wir leben, wenn wir in Europa geboren sind, mit den Wärmeverhältnissen und so weiter in einem anderen Zusammenhange, als wenn wir zum Beispiel in Australien geboren wären. Ebenso stehen wir im Leben zwischen Tod und neuer Geburt in Beziehung - der eine mehr nach dem Mars, der andere mehr nach dem Jupiter, der eine mehr nach dem Planetensystem überhaupt, der andere mehr nach dem Tierkreis oder andere nach ferneren Sternbildern.
[ 21 ] We know that human beings live a twofold life: a life in a physical body from birth until death, and a life in the spiritual worlds between death and a new birth, where they do not live in a physical body. When a human being is incarnated in a physical body, he or she lives—because the physical body depends on the substances and forces of the Earth—in dependence on the Earth. But we do not merely take in the substances and forces of the Earth; we also breathe the Earth’s air and are thereby essentially integrated into the entire physical organism of the Earth; we belong to it. When we pass through the gate of death, we no longer belong to the forces of the Earth; but it would be wrong to form a mental image of us as belonging to no forces at all—rather, we are in fact connected even then to the forces of the solar system and the wider star systems. Between death and rebirth, we live just as much in the cosmos as we live “in terra”—in connection with the Earth—during the time from birth to death. From death to new birth, we belong to the great cosmos just as we belong on Earth to the elements of air, water, earth, and so on. As we live through the period between death and new birth, the forces of Mars, Jupiter, Saturn, and so on—as well as those from more distant star systems—constantly flow toward us. For from these other planets or star systems come not merely the physical forces that a fanciful physical astronomy has invented—gravity or the other forces—but above all spiritual forces. And we are connected to these spiritual forces of the cosmos—and indeed, every human being in a unique way, depending on their individuality. If we are born in Europe, we live in a different context with regard to climatic conditions and so on than if we were born in Australia, for example. Likewise, in the cycle of life between death and rebirth, we are connected—one more to Mars, another more to Jupiter; one more to the planetary system as a whole, another more to the zodiac, and still others to more distant constellations.
[ 22 ] Und diese Kräfte sind es auch, die uns wieder auf die Erde zurückführen, uns gleichsam auf die Erde herunterstoßen bis wir, nachdem die Erde ihre Mission erfüllt haben wird, ganz reif geworden sind, um ohne die Erde leben zu können. So leben wir die Jahre vor unserer Geburt mit dem gesamten Sternenraum in Verbindung, einer so, der andere so, einer mehr merkurverwandt, ein anderer mehr marsverwandt, wieder ein anderer mehr mit dem Sternbild des Löwen verwandt und so weiter. Und je nachdem bestimmen sich auch die Kräfte, die einen Menschen zu diesem oder jenem Elternpaar, in diese oder jene Gegend hinleiten. Der Trieb, der Impuls sich da oder dort, in diese oder jene Familie, in dieses oder jenes Volk, an diesem oder jenem Zeitpunkt zu inkarnieren, hängt davon ab, womit wir mehr in Verbindung stehen. Und immer intensiver und intensiver wird der Zusammenhang mit den Sternenkräften, je mehr der Zeitpunkt unserer Geburt heranrückt.
[ 22 ] And it is these very forces that lead us back to Earth, pushing us down to Earth, as it were, until—once Earth has fulfilled its mission—we have become fully mature enough to live without it. Thus, in the years before our birth, we live in connection with the entire starry realm—one person in one way, another in another; one more closely connected to Mercury, another to Mars, yet another to the constellation of Leo, and so on. And depending on this, the forces that guide a person to this or that set of parents, or to this or that region, are also determined. The urge, the impulse to incarnate here or there, into this or that family, into this or that people, at this or that moment, depends on what we are most closely connected to. And the connection with the stellar forces becomes more and more intense as the moment of our birth draws nearer.
[ 23 ] Man hatte im deutschen Mittelalter einen Ausdruck, der außerordentlich bezeichnend war für den Eintritt der Geburt eines Menschen, und Sie werden ihn gleich sehr treffend finden. Wenn ein Mensch geboren wurde, sagte man nicht: Ein Kind ist da oder dort geboren worden. - Sondern: Ein Kind ist da oder dort jung geworden!
[ 23 ] In the German Middle Ages, there was an expression that was exceptionally apt for describing the moment of a person’s birth, and you will find it very fitting in a moment. When a person was born, people did not say, “A child was born here or there.” Instead, they said, “A child became young here or there!”
[ 24 ] Denken Sie, dass darin das Bewusstsein liegt von dem Eintreten eines Menschen in das physische Dasein. Und so haben Sie zum Beispiel im «Faust» im zweiten Teil den Ausdruck auch noch gebraucht: «Im Nebellande jung geworden», wobei «Nebelland» der alte Name für [das mittelalterliche] Deutschland ist. Die Leute verstehen den Ausdruck nicht, weil er bedeutet ein Hineintreten in das physische Dasein.
[ 24 ] Think of this as the awareness of a human being’s entry into physical existence. And so, for example, in the second part of Faust, you also used the expression: “Having come of age in the Land of Mist,” where “Land of Mist” is the old name for [medieval] Germany. People don’t understand the expression because it means entering into physical existence.
[ 25 ] Wenn nun ein Mensch wieder inkarniert wird, so können Sie, wenn Sie richtig zu lesen verstehen, im Horoskop die Kräfte lesen, nach denen sich der Mensch hineingeworfen hat ins physische Dasein. Warum hat der Mensch ein Horoskop? Weil im Horoskop die Kräfte dastehen, nach denen er geboren ist. Wenn so zum Beispiel im Horoskop der Mars über dem Widder steht, so heißt das, dass gewisse Widderkräfte nicht durchgelassen werden, dass sie abgeschwächt werden. Es wird also der Mensch in das physische Dasein hineingestellt, und das Horoskop ist das, wonach er sich richtet, bevor er sich hineinbegibt in das irdische Dasein. Nur muss man das Horoskop richtig zu lesen wissen. Was den Menschen hereintreibt in die physische Verkörperung, das sind die wirksamen Kräfte der Sternenwelt. Der Mensch trägt den ganzen Himmelsraum in sich und wird mit den Kräften des ganzen Himmelsraumes in das irdische Dasein hineingestellt.
[ 25 ] When a person reincarnates, if you know how to interpret a horoscope correctly, you can discern the forces that have drawn that person into physical existence. Why does a person have a horoscope? Because the horoscope reveals the forces according to which they were born. If, for example, Mars is in Aries in the horoscope, this means that certain Aries forces are not allowed to pass through; they are weakened. Thus, the person is placed into physical existence, and the horoscope is what guides them before they enter earthly life. But one must know how to read the horoscope correctly. What drives the human being into physical embodiment are the active forces of the starry world. The human being carries the entire celestial sphere within themselves and is placed into earthly existence with the forces of the entire celestial sphere.
[ 26 ] Denken wir uns also, es stünde ein Mensch vor uns: In ihm lebt der ganze Makrokosmos. Das sieht das hellseherische Bewusstsein in der merkwürdigsten Weise. Es wird vielleicht sonderbar erscheinen - aber wahr ist es doch: Wenn man das physische Gehirn eines Menschen herausnehmen und es hellseherisch anschauen würde, wie es verschieden konstruiert ist, sodass man sehen würde, wie gewisse Zellen an bestimmten Stellen sitzen und Fortsätze aussenden, so würde man finden, dass das Gehirn bei jedem Menschen anders ist. Nicht zwei Menschen haben ein gleiches Gehirn. Aber denken Sie sich nun, man könnte - was man ja nie kann und auch nicht können wird - dieses Gehirn mit seiner ganzen Struktur fotografieren, sodass man eine Halbkugel hätte und alle Fortsätze daran aufgereiht, so gäbe das einmal bei jedem Menschen ein anderes Bild. Und wenn Sie jetzt nicht bloß das Gehirn eines Menschen fotografierten, sondern in dem Moment, wenn er geboren wird, auch den Himmelsraum fotografieren würden, so bekämen Sie dieselbe Fotografie. Sie bekommen ja in jedem Moment von dem Himmelsraum ein anderes Bild. Der Mensch aber hat in sich ein Bild von dem Himmelsraum - und zwar jeder ein anderes Bild -, je nachdem er geboren ist. Das ist ein Hinweis darauf, dass der Mensch herausgeboren ist aus der ganzen Welt.
[ 26 ] So let us imagine that a person is standing before us: the entire macrocosm lives within him. The clairvoyant consciousness perceives this in the most remarkable way. It may seem strange—but it is nonetheless true: If one were to remove a person’s physical brain and examine it clairvoyantly to see its various structures—so that one could observe how certain cells are located in specific places and extend projections—one would find that every person’s brain is different. No two people have the same brain. But imagine now that one could—which, of course, is impossible and always will be—photograph this brain with its entire structure, so that one would have a hemisphere with all its projections lined up along it; this would result in a different image for every human being. And if you were not merely to photograph a person’s brain, but also to photograph the expanse of the heavens at the very moment of their birth, you would obtain the same photograph. After all, you receive a different image of the expanse of the heavens at every moment. But human beings have within themselves an image of the heavens—and indeed, each person has a different image—depending on when they were born. This is an indication that human beings are born out of the whole world.
[ 27 ] Wenn Sie dies ins Auge fassen, werden Sie sich auch mit mir zu der Vorstellung erheben, die uns wie das Makrokosmische in dem einzelnen Menschen, auch das Makrokosmische in dem Christus zeigt. Was ist denn bei der Johannes-Taufe geschehen? Wenn Sie sich den Christus nach der Johannes-Taufe so vorstellen, dass er zu betrachten wäre wie ein anderer Mensch, in dem eben eine menschliche Individualität inkarniert lebt wie bei einem anderen Menschen, so machen Sie sich eine falsche Vorstellung. Denn was nach der Johannes-Taufe vorhanden war, das war Folgendes.
[ 27 ] If you consider this, you will join me in rising to the mental image that reveals to us not only the macrocosm within the individual human being, but also the macrocosm within Christ. What, then, happened at the baptism by John? If you imagine Christ after the baptism by John as if He were to be regarded as just another human being—in whom a human individuality lives incarnated, just as in any other human being—then you are forming a false mental image. For what existed after the baptism by John was the following:
[ 28 ] Da haben wir zunächst den Jesus von Nazareth. Der war so auf die Weise zustande gekommen, dass im Beginne unserer Zeitrechnung zwei Jesus-Knaben geboren worden waren. Der eine stammte aus der nathanischen Linie des Hauses David, der andere aus der salomonischen Linie des Hauses David. Diese beiden Knaben waren nicht ganz zu gleicher Zeit geboren, aber doch annähernd. In dem salomonischen Jesus-Knaben, den das Matthäus-Evangelium uns schildert, inkarnierte sich dieselbe Individualität, die einmal als Zarathustra auf der Erde gelebt hat, sodass wir in diesem Jesus-Kinde des Matthäus-Evangeliums vor uns haben den wiederverkörperten Zarathustra oder Zoroaster. So wächst heran, wie ihn Matthäus schildert, in diesem Jesus-Knaben bis zum zwölften Jahre die Individualität des Zarathustra. In diesem Jahre verlässt Zarathustra den Körper dieses Knaben und geht hinüber in den Körper des anderen Jesus-Knaben, den das Lukas-Evangelium schildert. Daher wird dieses Kind so plötzlich etwas ganz anderes. Die Eltern erstaunen, als sie ihn in Jerusalem im Tempel wiederfinden, nachdem in ihn der Geist des Zarathustra gefahren war. Das wird darin angedeutet, dass der Knabe, nachdem er verloren gegangen war und in Jerusalem im Tempel wiedergefunden wurde, so gesprochen hat, dass ihn die Eltern nicht wiedererkannten, weil sie dieses Kind - den nathanischen Jesus-Knaben - eben nur so kannten, wie er früher war. Aber als er anfing, zu den Schriftgelehrten im Tempel zu reden, da konnte er so sprechen, weil in ihn der Geist des Zarathustra gefahren war. Bis zum dreiRigsten Jahre lebte der Geist des Zarathustra in dem Jesus-Knaben, der aus der nathanischen Linie des Hauses David stammte. In diesem andern Körper reifte er heran zu einer noch höheren Vollendung. Ich bemerke, dass in diesem andern Körper, in dem jetzt der Geist des Zarathustra lebte, das Eigentümliche dies war, dass in dessen Astralleib der Buddha lebte.
[ 28 ] First, there is Jesus of Nazareth. He came into being in such a way that, at the beginning of our era, two boys named Jesus were born. One came from the Nathanic line of the House of David, the other from the Solomonic line of the House of David. These two boys were not born at exactly the same time, but nearly so. In the Solomonic Jesus-child described to us in the Gospel of Matthew, the same individuality that once lived on Earth as Zarathustra incarnated itself, so that in this Jesus-child of the Gospel of Matthew we have before us the reincarnated Zarathustra or Zoroaster. Thus, as Matthew describes him, the individuality of Zarathustra grows within this Jesus-child until he reaches the age of twelve. In that year, Zarathustra leaves the body of this boy and passes into the body of the other Jesus-child described in the Gospel of Luke. That is why this child so suddenly becomes something entirely different. His parents are astonished when they find him again in the Temple in Jerusalem after the spirit of Zarathustra had entered him. This is indicated by the fact that, after he had gone missing and was found again in the Temple in Jerusalem, the boy spoke in such a way that his parents did not recognize him, because they knew this child—the Nathanic Jesus boy—only as he had been before. But when he began to speak to the scribes in the Temple, he was able to speak that way because the spirit of Zarathustra had entered him. Until the age of thirty, the spirit of Zarathustra lived within the Jesus-child, who descended from the Nathanic line of the House of David. In this other body, he matured into an even higher state of perfection. I note that in this other body, in which the spirit of Zarathustra now lived, the peculiarity was that the Buddha lived in its astral body.
[ 29 ] Sie wissen ja, dass die morgenländische Tradition richtig ist, dass der Buddha als ein Bodhisattva geboren wurde — und erst während seiner Erdenzeit, im neunundzwanzigsten Jahre, zur Buddha-Würde aufgestiegen ist. Und Sie wissen auch, dass Asita, der große indische Weise, als der Gautama-Buddha ein kleines Kind war, in den Königspalast gekommen ist und geweint hat. Warum hat er geweint? Aus dem Grunde, weil er als Scher hat sehen können, dass dieses Königskind der Buddha werden wird, und weil er sich als ein alter Mann fühlte, der es nicht mehr erleben wird, bis in dieser Inkarnation der Sohn des Suddhodana zum Buddha werden wird. Das sieht der weise Brahmine voraus. — Auch dieser Brahmine wurde wiedergeboren. Das ist derselbe, der uns im Lukas-Evangelium als jener Tempelpriester vorgeführt wird, welcher jetzt gegenüber dem nathanischen Jesus-Knaben den Buddha sieht, der herunterwirkt in den astralischen Leib dieses Knaben. Und weil er sah: Das ist der Buddha. - Deshalb sagte der Priester: «Lass Herr, Deinen Diener in Frieden fahren, denn ich habe meinen Meister gesehen!» Was er damals in Indien nicht sehen konnte, das sah er durch den Astralleib dieses Jesus-Knaben, der uns als der des Lukas-Evangeliums entgegentritt.
[ 29 ] You know, of course, that the Eastern tradition is correct in stating that the Buddha was born as a bodhisattva—and only during his time on earth, in his twenty-ninth year, did he attain Buddhahood. And you also know that Asita, the great Indian sage, came to the royal palace when the Gautama Buddha was a small child and wept. Why did he weep? Because, as a seer, he could see that this royal child would become the Buddha, and because he felt like an old man who would not live to see the son of Suddhodana become the Buddha in this incarnation. The wise Brahmin foresees this. — This Brahmin, too, was reborn. He is the same one who is presented to us in the Gospel of Luke as the temple priest who now sees, in the Nathanic boy Jesus, the Buddha working down into the astral body of this boy. And because he saw: “This is the Buddha.” - That is why the priest said: “Lord, let Your servant depart in peace, for I have seen my Master!” What he could not see back then in India, he saw through the astral body of this boy Jesus, who appears to us as the one from the Gospel of Luke.
[ 30 ] Das alles war notwendig, damit der geheiligte Leib zustande kommen konnte, welcher dann am Jordan die Johannes-Taufe empfing. Damals verließ die Individualität des Zarathustra den dreifachen Leib — physischen Leib, Ätherleib, Astralleib - jenes Jesus, der auf so komplizierte Weise herangewachsen war, damit der Geist des Zarathustra in ihm sein konnte, wozu aber zwei physische Leiber nötig waren. Das heißt: Durch zwei Entwicklungmöglichkeiten musste hindurchgehen der wiedergeborene Zarathustra.
[ 30 ] All of this was necessary so that the sanctified body could come into being, which then received the baptism of John at the Jordan. At that time, the individuality of Zarathustra left the threefold body—physical body, etheric body, astral body—of that Jesus who had grown up in such a complex manner so that the spirit of Zarathustra could dwell within him, a process that, however, required two physical bodies. In other words, the reborn Zarathustra had to pass through two stages of development.
[ 31 ] Da stand also dem Täufer gegenüber der dreifach geheiligte Leib des Jesus von Nazareth, und in ihn wirkte jetzt herein die kosmische Individualität des Christus - aber so, dass jener Übergang nicht stattfand, der bei der Geburt eines sonstigen Menschen stattfindet, wo in uns hineingeht alles, was wir an kosmischen Gesetzen haben und dann in uns drinnen ist; sondern während der Jesus von Nazareth in den letzten drei Jahren seines Lebens vom dreißigsten bis dreiunddreißigsten Jahre in Palästina auf der Erde wandelte, wirkte fortwährend die ganze kosmische Christus-Wesenheit immer in ihn herein. Immer stand der Christus unter dem Einfluss des ganzen Kosmos, machte keinen Schritt, ohne dass die kosmischen Kräfte in ihn hereinwirkten. Was hier bei dem Jesus von Nazareth sich abspielte, war ein fortwährendes Verwirklichen des Horoskopes; denn in jedem Moment geschah das, was sonst bei der Geburt erst geschieht: In jedem Moment wirkten bei dem Jesus von Nazareth die gesamten kosmischen Kräfte herein. Das konnte nur dadurch geschehen, dass der ganze Leib des anderen Jesus-Knaben ein anderer war, dass er weich geblieben war und geformt war nach dem großen Vorherverkündiger des Christus, dem Zarathustra. - Wenn so der ganze Geist des Kosmos hereinwirkte: Wer ging denn dann - sagen wir - nach Kapernaum oder sonst wohin? Was da ging auf der Erde, das war allerdings etwas, was aussah wie [irgendein anderer Mensch. Die wirksamen Kräfte darin aber waren die kosmischen Kräfte, die von der Sonne und den Sternen kamen; die dirigierten den Leib. Und je nach der Sternkonstellation geschah das, was der Christus tat. Daher ist überall die Sternkonstellation wichtig. Lesen Sie im Johannes-Evangelium, wo der Christus seine ersten Jünger findet, wie da angegeben ist: «Es war aber um die zehnte Stunde», weil der Geist des ganzen Kosmos hereinwirkt. - Und wer wissen will, was unten geschieht, der braucht nur das Horoskop zu erstellen. So ist es mit allen einzelnen Taten.
[ 31 ] There, then, stood before John the Baptist the thrice-sanctified body of Jesus of Nazareth, and the cosmic individuality of Christ was now working within him—but in such a way that the transition did not take place that occurs at the birth of any other human being, when everything we possess in terms of cosmic laws enters into us and then resides within us; but rather, while Jesus of Nazareth walked the earth in Palestine during the last three years of his life, from the age of thirty to thirty-three, the entire cosmic Christ-essence continually acted within him. Christ was always under the influence of the entire cosmos; he did not take a single step without the cosmic forces working into him. What took place here in the case of Jesus of Nazareth was a continuous realization of the horoscope; for at every moment, what normally occurs only at birth took place: at every moment, the entire range of cosmic forces worked into Jesus of Nazareth. This could only happen because the entire body of the other Jesus-boy was different—it had remained malleable and was shaped in the likeness of the great forerunner of the Christ, Zarathustra. —If, then, the entire spirit of the cosmos was working within him: Who, then—let us say—went to Capernaum or anywhere else? What was happening there on earth was, in fact, something that looked like [some other human being. But the active forces within it were the cosmic forces coming from the sun and the stars; they directed the body. And depending on the constellation, that is what Christ did. That is why the constellation is important everywhere. Read in the Gospel of John, where Christ finds his first disciples, how it is stated there: “But it was about the tenth hour,” because the spirit of the entire cosmos is at work. — And anyone who wants to know what is happening down here need only draw up a horoscope. This is true of all individual deeds.
[ 32 ] Wodurch wird der Mensch krank, als dadurch, dass die Kräfte der Erde nicht in richtiger Harmonie wirken! Was von der Erde aus unharmonisch wirkt, das kann immer wieder in Harmonie gebracht werden durch die Kräfte des Kosmos. Aber alles in entsprechender Weise! Die Menschen denken, dass allerlei Aberglauben und dummes Zeug geschieht bei den sogenannten Wundern der Krankenheilungen. Aber das glauben sie deshalb nur, weil sie nicht lesen können. Ich möchte dabei nur auf eine Stelle hinweisen, wo es heißt: «Als die Sonne untergegangen war, da brachten sie zu ihm die Kranken, und er heilte sie.» Was heißt das? Da macht der Evangelist grandios darauf aufmerksam, dass diese Heilung mit der ganzen Sternkonstellation zusammenhing, dass eine solche Weltenkonstellation herbeigeführt wurde gerade an dem Punkt der Welt, die nur hat herbeigeführt werden können an diesem Punkt der Welt. Denn es steht nicht aus Spaß da: «Als die Sonne untergegangen war ...», sondern es steht deshalb da, weil sich die entsprechenden Heilkräfte nur entwickeln konnten nach Sonnenuntergang, weil sie da anders wirken für ein Wesen, das sich nach dem ganzen Kosmos ausdehnt. Und dass von allen Seiten des Kosmos die Kräfte wirkten, dazu war der Leib des Jesus von Nazareth das Werkzeug. So sagt es uns die spirituelle Weisheit. So lehrt es uns und wird es uns immer mehr und mehr lehren die Rosenkreuzerweisheit.
[ 32 ] What causes a person to become ill, if not the fact that the Earth’s forces are not acting in proper harmony! Whatever acts disharmoniously from the Earth can always be brought back into harmony through the forces of the cosmos. But everything must be done in the proper way! People think that all sorts of superstition and nonsense are involved in the so-called miracles of healing the sick. But they believe that only because they cannot read. I would like to point out just one passage where it says: “When the sun had set, they brought the sick to him, and he healed them.” What does that mean? Here the evangelist magnificently draws attention to the fact that this healing was connected to the entire constellation of the stars—that such a cosmic alignment was brought about precisely at that point in the world, which could only have been brought about at that point in the world. For it is not written there for fun: “When the sun had set…,” but it is written there because the corresponding healing powers could only develop after sunset, because they act differently then for a being who extends throughout the entire cosmos. And the body of Jesus of Nazareth served as the instrument through which these forces acted from all sides of the cosmos. This is what spiritual wisdom tells us. This is what it teaches us, and the Rosicrucian wisdom will teach us this more and more.
[ 33 ] Aber die anderen Kräfte, die zurückblieben in der ägyptisch-chaldäischen Zeit wirken auch weiter - und Sie werden bemerken, dass sie sehr kräftiglich wirken. Denn es werden immer mehr und mehr Literaturwerke erscheinen, die sich in sonderbarer Weise bemühen werden zu zeigen, dass man die Evangelien verstehen kann, indem man sie astrologisch auslegt. Die größten Gegner der Evangelien berufen sich auf dieses astrologische Auslegen, sodass zum Beispiel der Weg der Maria zur Elisabeth nichts anderes bedeutete als das Schreiten der Sonne vom Sternbilde der Jungfrau zum Widder. Das ist etwas, was in gewisser Weise richtig ist; nur werden diese Gedanken unserer Zeit in dieser Art eingeflößt von den Kräften, die während der ägyptisch-chaldäischen Zeit zurückgeblieben sind, während die unsere Evolution aufwärtsführenden Kräfte uns lehren, dass es nicht auf die äußeren materiellen Verhältnisse ankommt, sondern immer nur auf die kosmischen Kräfte, die durch den Jesus von Nazareth von der Johannes-Taufe ab wirkten, so wirkten, dass damals das erste Mal der Menschheit gelehrt worden ist: Ihr müsst alle geistige Weisheit zusammennehmen, wenn ihr den ganzen Menschen erkennen wollt!
[ 33 ] But the other forces that remained from the Egyptian-Chaldean period continue to exert their influence—and you will notice that they are very powerful. For more and more works of literature will appear that will make a peculiar effort to show that the Gospels can be understood by interpreting them astrologically. The greatest opponents of the Gospels invoke this astrological interpretation, so that, for example, Mary’s journey to Elizabeth meant nothing other than the Sun’s passage from the constellation of Virgo to Aries. This is something that is correct in a certain sense; yet these ideas of our time are instilled in this way by the forces that remained behind during the Egyptian-Chaldean period, whereas the forces guiding our evolution upward teach us that what matters is not external material circumstances, but always and only the cosmic forces that worked through Jesus of Nazareth from the time of John the Baptist onward—forces that worked in such a way that, for the first time, humanity was taught: “You must bring together all spiritual wisdom if you wish to know the whole human being!”
[ 34 ] Jetzt werden Sie es nicht mehr als sonderbar ansehen, wenn ich sage, dass zum Beispiel die Heilwissenschaft eine spirituelle Wissenschaft werden wird. Man wird immer mehr und mehr mit den Grundprinzipien, die aus dem ganzen Kosmos geholt sind, rechnen. Und man wird immer mehr und mehr wissen, dass man von der Krankheit zur Gesundheit übergeht, indem man die ganzen harmonischen Kräfte aufruft gegen die Kräfte, welche die Krankheit hervorrufen. Und so ist das Christus-Prinzip ein Heilprinzip im rechten Sinne des Wortes! Wenn man in den verschiedenen Evangelien richtig versteht, was dort gesagt ist, dann sieht man den Weg angezeigt zu einer spirituellen Weisheit. Wenn wir schon für den gewöhnlichen Menschen nicht sagen können, dass er ganz der Erde angehört- denn er bringt sich ja seine Individualität aus dem Kosmos mit, die wohnt in ihm -, so müssen wir von dem Christus sagen, dass durch ihn strahlt und glänzt der ganze uns zugängliche geistige Kosmos.
[ 34 ] Now you will no longer find it strange when I say that, for example, the science of healing will become a spiritual science. People will increasingly take into account the fundamental principles drawn from the entire cosmos. And people will come to understand more and more that one moves from illness to health by summoning all the harmonious forces to counteract the forces that cause illness. And so the Christ principle is a healing principle in the true sense of the word! If one correctly understands what is said in the various Gospels, then one sees the path pointed out toward spiritual wisdom. If we cannot even say of the ordinary human being that he belongs entirely to the earth—for he does, after all, bring his individuality with him from the cosmos, which dwells within him—then we must say of Christ that through him the entire spiritual cosmos accessible to us radiates and shines.
[ 35 ] Wenn ich einen Vergleich gebrauchen darf, möchte ich sagen: Denken Sie sich jeden Menschen unter dem Bilde einer spiegelnden Kugel. Wenn Sie sich einen Kugelspiegel aufgestellt denken, so gibt er Ihnen die Bilder von der ganzen Umgebung. Nehmen wir nun an, wir führten mit dem Stift die Umrisse nach, welche sich da aus der ganzen Umgebung ergeben, und malten sozusagen das Abbild der ganzen Umgebung auf diesen Spiegel auf. Dann nehmen wir den Spiegel, haben das Abbild - und können dieses Abbild überall hintragen. Das heißt also: Es ist einmal ein Bild des Kosmos auf den Spiegel gezeichnet. So ist es, wenn ein Mensch geboren wird. Ein solches Abbild trägt der Mensch von der Geburt bis zum Tode mit sich. - Man könnte nun aber auch den Spiegel so lassen. Dann gibt er überall ein Bild der gesamten Umgebung. Das wäre das Bild des Christus von der Johannes-Taufe bis zum Mysterium von Golgatha! Was beim Menschen mit der Geburt einfließt, das floss bei dem Christus in jedem Augenblick ein. Und als das Mysterium von Golgatha sich vollzog, ging das, was da aus dem Kosmos eingestrahlt war, in die Substanz der Erde ein und ist seit jener Zeit mit dem Geist der Erde verbunden, lebt darinnen.
[ 35 ] If I may use an analogy, I would like to say: Imagine every person as a reflecting sphere. If you imagine a spherical mirror set up, it reflects images of the entire surroundings. Now let’s suppose we trace the outlines that emerge from the entire surroundings with a pen, and thus, so to speak, paint the image of the entire surroundings onto this mirror. Then we take the mirror, have the image—and can carry this image anywhere. This means, in other words: an image of the cosmos has been drawn onto the mirror. This is what happens when a human being is born. A human being carries such an image with them from birth to death. — But one could also leave the mirror as it is. Then it reflects an image of the entire surroundings everywhere. That would be the image of Christ from the baptism of John to the Mystery of Golgotha! What flows into a human being at birth flowed into Christ at every moment. And when the Mystery of Golgotha took place, what had been radiated from the cosmos entered into the substance of the Earth and has been connected to the spirit of the Earth ever since, living within it.
[ 36 ] Als Paulus vor Damaskus hellsichtig geworden war, wovon hat er sich da überzeugen können? Davon, dass in den Geist der Erde übergegangen ist, was früher im Kosmos war! Davon wird sich jeder überzeugen können, der seine Seele dazu bringen kann. Im zwanzigsten Jahrhundert werden die ersten Menschen auftreten, welche das Christus-Ereignis des Paulus in geistiger Weise erleben werden. Damit aber wird immer mehr und mehr die Bestätigung geliefert werden, dass der Christus eine Wesenheit war, hingestellt und gebunden an die engsten Grenzen der Erde. Der Mensch ist ja in der Tat an die engsten Grenzen gebunden. Denken Sie zum Beispiel an die alten Griechen: Der griechische Staat war ihr Gebiet, das sie durchwanderten. Heute ist der Schauplatz der Menschen die ganze Erde! Der Schauplatz des Menschen erweiterte sich immer mehr und mehr. Allerdings - in demselben Maße, als sich der Schauplatz erweiterte, verengte sich die geistige Anschauung. Während in den ersten Zeiten der nachatlantischen Entwicklung die Menschen sehr wohl gewusst haben: Da oben ist nicht nur ein physischer Mars. Sondern, was wir sehen als Mars oder als Jupiter oder Saturn, das ist der Ausdruck für geistige Wesenheiten - wurde so, während der Schauplatz der Menschen auf der Erde größer und größer wurde, ihr Blick immer materialistischer und materialistischer. Und im Mittelalter sahen die Menschen von den Sternen nur, was die Augen sehen können: Die Sphäre der Venus, die Sphäre der Sonne, des Mars und so weiter bis zur Sphäre des Fixsternhimmels - und dann kam die achte Sphäre wie eine blaue, feste Wand dahinter.
[ 36 ] When Paul received his vision on the road to Damascus, what was he able to convince himself of? That what had formerly been in the cosmos had passed into the Spirit of the Earth! Anyone who can prepare their soul for this will be able to convince themselves of it. In the twentieth century, the first people will appear who will experience Paul’s Christ event in a spiritual way. This, however, will provide ever greater confirmation that Christ was a being placed and bound within the narrowest limits of the Earth. For human beings are, in fact, bound within the narrowest limits. Consider, for example, the ancient Greeks: the Greek state was their domain, which they traversed. Today, humanity’s sphere of activity is the entire Earth! The sphere of human activity has expanded more and more. However—to the same extent that this sphere expanded, spiritual perception narrowed. Whereas in the early days of post-Atlantean development, people knew very well: Up there is not just a physical Mars. Rather, what we see as Mars, or as Jupiter or Saturn, is the expression of spiritual beings—yet as humanity’s sphere of activity on Earth grew larger and larger, their outlook became increasingly materialistic. And in the Middle Ages, people saw only what the eyes can perceive in the stars: the sphere of Venus, the sphere of the Sun, of Mars, and so on up to the sphere of the fixed stars—and then came the eighth sphere, like a blue, solid wall behind them.
[ 37 ] Dann kam Kopernikus und schlug Bresche in die Anschauung, dass nur dasjenige maßgebend sein könnte, was die Sinne sehen. - Die heutigen physischen Wissenschaftler sagen: Da treten so verworrene Köpfe auf, welche behaupten, die Welt ist Maya, ist Illusion, ist die große Täuschung, und man müsse in eine geistige Welt hineinschauen, um die Wahrheit zu erkennen, -— während doch wahre Wissenschaft die ist, welche sich an die Sinne hält und das verzeichnet, was die Sinne sagen! - Da könnte man im Sinne des wahren Christentums sprechen: Es möge ihnen verziehen werden, denn sie wissen nicht, was sie tun! Wann haben denn die Astronomen vertraut auf die Sinne? Als die Wissenschaft herrschte, die heute bekämpft wird?
[ 37 ] Then Copernicus came along and challenged the view that only what the senses perceive could be authoritative. - Today’s physical scientists say: There are such confused minds who claim that the world is Maya, an illusion, the great deception, and that one must look into a spiritual world to recognize the truth—whereas true science is that which adheres to the senses and records what the senses tell us! - One could say, in the spirit of true Christianity: May they be forgiven, for they know not what they do! When, after all, did astronomers ever rely on the senses? When the science that is being fought against today reigned supreme?
[ 38 ] Als Kopernikus anfing, dasjenige auszudenken, was über den Sinnesschein hinaus im Weltenraum vorhanden ist, da fing erst die heutige moderne Astronomie als Wissenschaft an. Und so ist es überall. Überall, wo im modernsten Sinne Wissenschaft entstanden ist, entstand sie gegen den Sinnesschein! Als Kopernikus erklärte: Was ihr scht ist Maya, ist Täuschung verlasst euch auf das, was ihr nicht sehen könnt! -, da wurde das Wissenschaft, was wir heute als solche haben. Man könnte also den Vertretern der heutigen Wissenschaft sagen: Eure Wissenschaft ist selber erst da «Wissenschaft» geworden, wo sie sich nicht mehr auf die Sinne verlassen konnte!
[ 38 ] When Copernicus began to conceive of what exists in the universe beyond sensory appearances, that was when modern astronomy as a science truly began. And so it is everywhere. Wherever science in the modern sense has emerged, it has arisen in opposition to sensory appearances! When Copernicus declared: “What you take to be real is Maya, is an illusion—rely on what you cannot see!”—that is when what we today call science came into being. One could therefore say to the representatives of modern science: Your science itself only became “science” when it could no longer rely on the senses!
[ 39 ] Dann kam Giordano Bruno, ausgerüstet mit den Gedanken des Kopernikus, schaute hinaus in den Weltenraum und verkündete: Was ihr die Grenze des Raumes genannt habt, was ihr als achte Sphäre hingestellt habt, die alles räumlich begrenzt, das ist keine Grenze! Das ist Maya, Schein! Denn da ist in den Weltenraum ergossen eine Unzahl von Welten. Was ihr vorher als Grenze des Raumes glaubtet, das war nur die Grenze eurer eigenen Sinneswelt, die Grenze eures eigenen Erkennens. Wendet hinaus den Blick über die Sinneswelt, scht die Welt nicht mehr so an, wie es die Sinne zeigen! Dann erkennt ihr die Unendlichkeit! - Es war das der große Moment, von dem ein nordischer Geist sagte, dass da die Eischale zerbrochen ist, als Giordano Bruno die Unendlichkeit des Raumes ahnte.
[ 39 ] Then came Giordano Bruno, armed with the ideas of Copernicus, who gazed out into the cosmos and proclaimed: What you have called the boundary of space, what you have posited as the eighth sphere that spatially delimits everything—that is no boundary! That is Maya, illusion! For there are countless worlds poured out into the cosmos. What you previously believed to be the boundary of space was merely the boundary of your own sensory world, the boundary of your own cognition. Turn your gaze beyond the sensory world; no longer perceive the world as the senses present it! Then you will recognize infinity!—That was the great moment of which a Nordic thinker said that the eggshell had been broken when Giordano Bruno sensed the infinity of space.
[ 40 ] Was tut die Geisteswissenschaft? Was tut die rosenkreuzerische Theosophie? Sie vollendet das Werk, das damals geschehen ist für die äußere physische Wissenschaft, indem sie sagt: Maya, Illusion ist das, was die äußere Wissenschaft erkennen kann. Wie ihr früher bis zur «achten Sphäre» geschaut habt und den Raum begrenzt glaubtet, so glaubt das heutige materialistische Denken den Menschen eingeschlossen zwischen Geburt und Tod. Die spirituelle Wissenschaft aber erweitert euch den Blick über Geburt und Tod hinaus — wie Giordano Bruno räumlich, so die spirituelle Wissenschaft zeitlich zu dem, was außerhalb dessen ist, was die Sinne wahrnehmen können zwischen Geburt und Tod.
[ 40 ] What does Spiritual Science do? What does Rosicrucian theosophy do? It completes the work that was accomplished back then for external, physical science by stating: Maya—illusion—is what external science can perceive. Just as you once looked as far as the “eighth sphere” and believed space to be limited, so today’s materialistic thinking believes that human beings are confined between birth and death. Spiritual science, however, expands your view beyond birth and death—just as Giordano Bruno did in space, so spiritual science does in time, toward what lies beyond what the senses can perceive between birth and death.
[ 41 ] Es ist eine geschlossene Kette, die sich da vollzieht. Und im wahren Sinne des Wortes ging das, was als eine Vorbereitung für den Raum durch Kopernikus und Giordano Bruno ausgeführt worden ist, schon hervor aus den Inspirationen der Rosenkreuzer. Man wusste nicht, dass hier auf geheimnisvolle Weise etwas hineinträufelte unter der Inspiration der Rosenkreuzer in die Lenkung und Führung der Menschheit! Und die, welche heute auf dem Boden von Giordano Bruno und Kopernikus stehen und nicht die Theosophie annehmen wollen, sie werden ihren eigenen Traditionen untreu, indem sie an dem Sinnenschein festhalten wollen. Aber in bewusster Art hören wir es heute aus der Rosenkreuzertheosophie: Wie Giordano Bruno das blaue Himmelsgewölbe durchbrach, so durchbricht der Hellseher die Grenzen von Geburt und Tod für den Menschen, indem er zeigt, wie der makrokosmische Mensch im physischen Dasein lebt und durch den Tod hindurch wieder in ein makrokosmisches Dasein eintritt. Und was wir in jedem einzelnen Menschen im beschränkten Maße sehen, das tritt uns im Großen entgegen in dem großen kosmischen Repräsentanten, in dem Christus Jesus. Und nur einmal konnte dieser Impuls gegeben werden, den der Christus gab. Nur einmal konnte sich so der ganze Kosmos spiegeln; denn diese Konstellation, wie sie damals vorhanden war, sie kommt nicht wieder. Diese Konstellation musste durch einen Menschenkörper wirken, damit sie auf der Erde den Impuls geben konnte. So wahr, wie diese selbe Konstellation nicht ein zweites Mal eintritt, so wahr ist der Christus nur einmal zur Verkörperung gekommen! Nur wenn man nicht weiß, dass der Christus der Repräsentant des ganzen Weltalls ist, und [nur wenn man] sich nicht aufschwingen kann zu der hohen, hehren Christus-Idee, wozu erst jetzt die Elemente gegeben werden, nur dann kann man behaupten, dass der Christus mehrmals auf Erden erscheinen wird.
[ 41 ] What is unfolding here is a closed chain of events. And in the truest sense of the word, what was carried out by Copernicus and Giordano Bruno as a preparation for the concept of space had already emerged from the inspirations of the Rosicrucians. No one realized that, in a mysterious way, something was seeping into the guidance and direction of humanity under the inspiration of the Rosicrucians! And those who today stand on the ground laid by Giordano Bruno and Copernicus and refuse to accept Theosophy are being unfaithful to their own traditions by clinging to mere appearances. But today we hear it consciously from Rosicrucian theosophy: Just as Giordano Bruno broke through the blue vault of heaven, so the clairvoyant breaks through the boundaries of birth and death for human beings by showing how the macrocosmic human being lives in physical existence and, through death, re-enters a macrocosmic existence. And what we see to a limited extent in every single human being is revealed to us on a grand scale in the great cosmic representative, in Christ Jesus. And the impulse that Christ gave could be imparted only once. Only once could the entire cosmos be reflected in this way; for this constellation, as it existed at that time, will never recur. This constellation had to work through a human body so that it could impart the impulse on Earth. Just as surely as this very constellation will not occur a second time, so surely did Christ come into incarnation only once! Only if one does not know that Christ is the representative of the entire universe, and [only if one] cannot rise to the lofty, noble idea of Christ—for which the elements are being provided only now—only then can one claim that Christ will appear on Earth more than once.
[ 42 ] So sehen wir, wie eine Christus-Idee jener Christus-Wesenheit aus der Theosophie der Rosenkreuzer entspringt, welche den Menschen lehrt seine Verwandtschaft mit dem ganzen Makrokosmos in einer erneuerten Weise. Es bedarf wahrhaftig, um den Christus wirklich kennenzulernen, derjenigen inspirierenden Kräfte, die jetzt auftreten durch die selber von dem Christus geführten alten ägyptischen und chaldäischen Engelwesen. Es bedarf einer solchen neuen Inspiration, der Inspiration, welche vorbereitet haben die Rosenkreuzer und die sie immer mehr und mehr geben werden. Wenn sich im Sinne der Rosenkreuzertheosophie der Mensch in seiner Seele in richtiger Weise vorbereitet, dann kann er hören hellhörend, sehen hellsichtig, was offenbaren die alten chaldäischen und ägyptischen Mächte, die jetzt Scharen geworden sind unter der Anführung der Christus-Wesenheit. Was da der Menschheit, durchdringend alles menschliche Wissen, einmal kommen wird, das konnte in den ersten christlichen Jahrhunderten bis zu unserer Zeit nur vorbereitet werden. Daher dürfen wir sagen: Es wird eine Christus-Idee leben in den Herzen der künftigen Menschen, an Größe und Glorie in nichts zu vergleichen mit den Vorstellungen, die sich eine noch jugendliche Menschheit in den ersten Jahrhunderten bis heute machen konnte.
[ 42 ] Thus we see how a Christ-idea springs from that Christ-essence in Rosicrucian theosophy, which teaches humankind to recognize its kinship with the entire macrocosm in a renewed way. To truly come to know Christ, one truly needs those inspiring forces that are now emerging through the ancient Egyptian and Chaldean angelic beings, who are themselves guided by Christ. Such new inspiration is needed—the inspiration that the Rosicrucians have prepared and will continue to provide more and more. If, in the spirit of Rosicrucian theosophy, a person prepares his or her soul in the right way, then he or she can hear with clairaudience and see with clairvoyance what is revealed by the ancient Chaldean and Egyptian powers, which have now become hosts under the leadership of the Christ-Being. What is to come to humanity—penetrating all human knowledge—could only be prepared for during the early Christian centuries up to our own time. Therefore, we may say: A Christ-idea will live in the hearts of future generations, incomparable in grandeur and glory to the mental images that a still youthful humanity could form from the early centuries until today.
[ 43 ] Was entstanden ist als erster Impuls und gelebt hat als Vorstellung von dem Christus bis heute - selbst bei den besten Vertretern des Christus-Prinzipes -, das ist nur Vorbereitung zu der wirklichen Erkenntnis des Christus. Daher kann es schon sein, dass die, welche auf dem Standpunkte der alten Christus-Idee stehen bleiben wollen, die heftigsten Gegner der rosenkreuzerischen Christus-Idee sein werden.
[ 43 ] What arose as an initial impulse and has persisted as a mental image of Christ to this day—even among the finest exponents of the Christ principle—is merely a preparation for the true knowledge of Christ. Therefore, it may well be that those who wish to remain at the level of the old idea of Christ will be the fiercest opponents of the Rosicrucian idea of Christ.
[ 44 ] O, es [wäre] recht sonderbar, wenn denen, welche im Abendlande den Christus im rosenkreuzerischen Sinne vertreten, vorgeworfen würde, sie stünden nicht irgendwie auf dem Boden der christlichen Tradition des Abendlandes! Denn diese christliche Tradition des Abendlandes reicht durchaus nicht aus, um den Christus für eine nächste Zukunft zu begreifen. Und es gehört eine vollständige Vorurteilslosigkeit gegenüber allen religiösen Bekenntnissen auf der Erde dazu, um das zu begreifen, was durch die rosenkreuzerische Inspiration über die leitenden Wesenheiten und ihren führenden Christus bekannt werden kann, über diese geistige Führung des Menschen und der Menschheit, die man im echten, wahren Sinne die christliche Führung nennt.
[ 44 ] Oh, it [would be] quite strange if those in the West who represent Christ in the Rosicrucian sense were accused of not standing, in some way, on the ground of the Christian tradition of the West! For this Christian tradition of the West is by no means sufficient to comprehend Christ for the near future. And it requires a complete lack of prejudice toward all religious creeds on earth to comprehend what can be made known through Rosicrucian inspiration regarding the guiding entities and their leading Christ—this spiritual guidance of the individual and of humanity, which is called, in the genuine, true sense, Christian guidance.
[ 45 ] So sehen wir, wie das, was uns als die rosenkreuzerische Wissenschaft entgegentritt, hineinfließt in die Herzen der Menschen, und wie wir die geistige Führung des Menschen und der Menschheit erkennen können. Denken Sie einmal, wie zuerst das Christus-Prinzip in die Herzen der Menschen eingeflossen ist: Der Christus in dem physischen Leibe des Jesus von Nazareth in Palästina wandelnd und den Menschen den Impuls gebend. - Da haben die Einfältigsten den Impuls empfangen können! Dann hat derselbe Impuls durch die Inspiration der Rosenkreuzerwissenschaft so gewirkt, dass inspiriert werden konnten Geister wie Nikolaus Cusanus, Kopernikus, Galilei, sodass zum Beispiel Kopernikus den Satz geltend machen konnte: Der Sinnenschein kann euch nicht die Wahrheit lehren; wollt ihr die Wahrheit suchen, so müsst ihr hinter den Sinnenschein gehen! - Damals waren die Menschen noch nicht reif, selbst Geister wie Giordano Bruno nicht, sich der Rosenkreuzerführung bewusst einzugliedern; sie mussten unbewusst in sich wirksam haben den Geist des Rosenkreuzertums. Und wenn Giordano Bruno so großartig und gewaltig verkündete: Wenn ein Mensch durch die Geburt ins Dasein tritt, so ist das ein Makrokosmisches, das sich konzentriert als eine Monade; und wenn ein Mensch durch den Tod geht, dehnt sich die Monade wieder aus; was im Körper zusammengeschlossen war, dehnt sich im Weltall aus, um sich in anderen Daseinsstufen wieder zusammenzuziehen und wieder auszudehnen -, so sprachen aus ihm gewaltige Begriffe, die ganz und gar Abbild der Rosenkreuzerinspiration waren.
[ 45 ] Thus we see how what presents itself to us as Rosicrucian science flows into the hearts of people, and how we can recognize the spiritual guidance of the individual and of humanity. Just think how the Christ principle first flowed into the hearts of human beings: Christ walking in the physical body of Jesus of Nazareth in Palestine and imparting the impulse to humanity. - Even the simplest of people were able to receive that impulse! Then the same impulse, through the inspiration of Rosicrucian science, worked in such a way that minds like Nicholas of Cusa, Copernicus, and Galileo could be inspired, so that, for example, Copernicus could assert the following: The appearance of the senses cannot teach you the truth; if you seek the truth, you must go beyond the appearance of the senses! - At that time, people were not yet ready—not even minds like Giordano Bruno—to consciously align themselves with the Rosicrucian guidance; the spirit of Rosicrucianism had to be at work within them unconsciously. And when Giordano Bruno proclaimed so magnificently and powerfully: When a human being enters existence through birth, this is a macrocosmic event that concentrates as a monad; and when a human being passes through death, the monad expands again; what was gathered together in the body expands into the universe, only to contract again in other stages of existence and expand once more”—then mighty concepts spoke through him, concepts that were the very image of Rosicrucian inspiration.
[ 46 ] Denn die geistigen Einflüsse, welche die Menschheit führen, brauchen nicht dadurch zu wirken, dass der Mensch sich dessen bewusst wird. Nein! Sie setzen zum Beispiel den Menschen Galilei in den Dom von Pisa. Tausende und Tausende haben dort die alte Kirchenlampe gesehen - haben es aber nicht gemacht wie Galilei. Galilei aber sah die alte Kirchenlampe schwingen, nahm seinen Puls und verglich die Zeiten, in denen die Lampe regelmäßig hin und her schwang, mit der Regelmäßigkeit seines Pulsschlages und fand, dass in regelmäßigem Rhythmus, dem Pulsrhythmus ähnlich, die Kirchenlampe schwingt. Daraus hat er dann die «Pendelgesetze» gefunden im Sinne der heutigen Physik. Wer die heutige Physik kennt, der weiß, dass sie nicht möglich wäre ohne das Galilei’sche Prinzip. - So wirkte die Rosenkreuzerinspiration: Sie setzte Galilei hin in den Dom von Pisa vor die schwingende Kirchenlampe - und die heutige Physik ist ganz und gar durchdrungen von dem Galilei’sehen Prinzip. Und so wirken die geistigen führenden Kräfte weiter.
[ 46 ] For the spiritual influences that guide humanity do not need to act in a way that makes a person aware of them. No! For example, they place Galileo in the Pisa Cathedral. Thousands upon thousands have seen the old church lamp there—but they did not do as Galileo did. Galileo, however, saw the old church lamp swinging, took his pulse, and compared the intervals at which the lamp swung back and forth regularly with the regularity of his own pulse, and found that the church lamp swings in a regular rhythm similar to that of the pulse. From this, he then derived the “laws of the pendulum” as understood in modern physics. Anyone familiar with modern physics knows that it would not be possible without Galileo’s principle. — This is how the Rosicrucian inspiration worked: It placed Galileo in Pisa Cathedral in front of the swinging church lamp—and modern physics is thoroughly permeated by Galileo’s principle. And so the spiritual guiding forces continue to work.
[ 47 ] Dann kommt die Zeit, wo sich die Menschen auch dieser führenden Kräfte bewusst werden sollen. Diese Gnade ist unserer Zeit zuteilgeworden. Wir werden immer mehr und mehr begreifen, was kommen wird, wenn wir heute dasjenige richtig verstehen, was als rosenkreuzerische Inspiration wirkt, was uns lehrt, dass dieselben geistigen Wesenheiten, auf welche die alten Ägypter hingedeutet haben, als die Griechen sie nach ihren Lehrern fragten, dass diese selben Wesenheiten, die damals als Götter geherrscht haben, jetzt wieder herrschen, aber sich jetzt der Führung des Christus unterstellt haben. Immer mehr und mehr werden die Menschen fühlen, wie sie das, was vorchristlich ist, in einem höheren Glanze und Stil, auf einer höheren Stufe wiedererstehen lassen können.
[ 47 ] Then comes the time when people are to become aware of these guiding forces as well. This grace has been bestowed upon our time. We will come to understand more and more what is to come if we correctly grasp today what functions as Rosicrucian inspiration—that which teaches us that the very same spiritual beings to whom the ancient Egyptians referred, as the Greeks inquired about them from their teachers—that these very same beings, who once reigned as gods, now reign once more, but have now submitted to the guidance of Christ. More and more, people will feel how they can revive what is pre-Christian in a higher splendor and style, on a higher level.
[ 48 ] Eine Gestalt der alten griechischen Kultur ist Äskulap, der Arzt. Sein Symbol [ist] der Stab, der von der Schlange umwunden ist. Er heilt, heilt aus den Kräften heraus, die von der Weisheit stammen, die jene Wesen geben konnten, die schon auf dem Monde ihre Entwicklung abgeschlossen hatten. Diese Mondwesenheiten werden auch im Paradiese unter dem Bilde der Schlange dargestellt. Immer werden sie unter dem Bilde der Schlange dargestellt. Die Schlange, die Äskulap trägt, ist sehr verwandt mit der Schlange des Paradieses: Es ist ein und dieselbe Schlange. Denn die Heilkräfte, die auf der Erde wirken, sind sehr verwandt mit den Kräften, die vom Monde stammen, als dieser seine Entwicklung vollendet harte.
[ 48 ] A figure from ancient Greek culture is Aesculapius, the physician. His symbol [is] the staff entwined by a serpent. He heals through the powers that stem from the wisdom bestowed by those beings who had already completed their evolution on the Moon. These lunar beings are also depicted in Paradise in the form of a serpent. They are always depicted in the form of a serpent. The serpent borne by Aesculapius is very closely related to the serpent of Paradise: it is one and the same serpent. For the healing powers at work on Earth are very closely related to the powers originating from the Moon when it had completed its development.
[ 49 ] Wenn nun diese Kräfte neuerdings herunterkommen, die im alten Ägypten gewirkt haben, werden sie sich der Führung des Christus unterstellt haben. Und wenn jene Individualitäten bewusst aufwachen, die im alten Ägypten gelebt haben, und sich bewusst werden, woher die Einrichtung der Welt stammt, so werden sie aufjauchzen, wenn sie vernehmen werden: Hier ist verstanden worden die Führung der Menschheit, wie sie unter der Führung der Rosenkreuzer hat entstehen können!
[ 49 ] When these forces that were at work in ancient Egypt now descend once more, they will have placed themselves under the guidance of Christ. And when those individualities who lived in ancient Egypt awaken to consciousness and realize the origin of the world’s order, they will rejoice when they hear: “Here, the guidance of humanity has been understood—just as it could have come into being under the guidance of the Rosicrucians!”
[ 50 ] Und wenn die Schüler des Zarathustra in der sechsten Kulturepoche wieder erscheinen werden und vorgearbeitet sein wird für ein solches Verständnis der Führung der Menschheit, so werden sie aufjauchzen, dass der große Sonnengeist, von dem schon Zarathustra gelehrt hat, jetzt da ist. Und die heiligen Rishis, die einst in Indien sagten, dass der Christus über ihrer Sphäre wäre, sie werden wiedererscheinen in der siebenten nachatlantischen Kulturepoche und werden sagen: Von denjenigen, die in der fünften Kulturperiode der nachatlantischen Zeit verstanden haben den Rosenkreuzereinfluss und erkannt haben, wie die vorchristlichen Wesenheiten in der nachchristlichen Zeit wirkten, von ihnen ist vorbereitet worden, was wir ahnten: Es ist in unsere Sphäre eingezogen, was damals über unserer Sphäre lag!
[ 50 ] And when the disciples of Zarathustra reappear in the sixth cultural epoch, and the groundwork has been laid for such an understanding of the guidance of humanity, they will rejoice that the great Sun Spirit, of whom Zarathustra already taught, is now here. And the holy Rishis, who once said in India that the Christ was above their sphere, will reappear in the seventh post-Atlantean cultural epoch and will say: “Those who, during the fifth cultural epoch of the post-Atlantean era, understood the Rosicrucian influence and recognized how the pre-Christian beings worked in the post-Christian era—it is they who have prepared what we sensed: What once lay above our sphere has now entered it!”
[ 51 ] Unser Bewusstsein aber, das wir brauchen und das ein gestärktes Bewusstsein ist, das eine höhere Pflichtverantwortlichkeit sein soll, das kann nur in unsere Seele einziehen, wenn wir solches wissen. Und wann wissen wir diese Theosophie der Jetztzeit am besten? Dann, wenn wir sie nicht nur durch den Verstand aufgenommen haben -, sondern dass wir aus dem, wie sie jetzt charakterisiert worden ist, wissen: Das hat sie zu tun, das ist ihre Aufgabe und Mission!
[ 51 ] But our consciousness—the one we need, which is a strengthened consciousness meant to be a higher sense of duty and responsibility—can only take root in our soul if we are aware of this. And when do we best understand this theosophy of the present age? When we have not merely taken it in through our intellect—but when, based on how it has now been characterized, we know: This is what it is meant to do; this is its task and mission!
[ 52 ] Und wenn unsere Seele stark wird, werden wir es auch ertragen können, wenn die Theosophie uns Gegner bringt in unserer Zeit. Mögen sie auftauchen an allen Orten, die, welche die Theosophie gar nicht verstehen oder sie missverstehen; mögen das, was die Rosenkreuzertheosophie zu sagen hat, manche ableugnen oder selbst sagen: Es widerspricht den uralt-heiligen Lehren der Rishis oder des Brahmanismus oder des Zarathustra. - Wer so, wie es jetzt charakterisiert worden ist, die Rosenkreuzertheosophie versteht, wird es leicht ertragen, [wenn] ihm gesagt wird, dass es widerspreche den Lehren der Rishis oder des Brahmanismus oder sonstigen orientalischen Lehren. Denn er weiß, dass die heiligen Rishis, von denen die hehrsten orientalischen Lehren herstammen, zustimmen werden, wenn sie wiedererscheinen und den Fortschritt in der Kultur auf der Erde erblicken! Er weiß, dass uns die wahren Rishis, die wahren Bekenner des Zarathustra recht geben werden! Das wissen wir und das können wir wissen. Mit einer solchen innerlich gestärkten Seele fasst derjenige die Theosophie auf, der sie in der Jetztzeit im Sinne der Rosenkreuzer auffasst. Fassen wir sie aber so auf, dann wird sie uns der tiefste Maßstab und Impuls der neuzeitlichen Moralität, und wir werden dann sprechen können in dem Sinne, wie es in dem einleitenden Vortrage geschehen konnte. Wie Balsam, wie stärkende Arznei wird der heilsame Rosenkreuzergeist in die Herzen der Menschen einziehen und es sich nicht nehmen lassen, die Kultur weiter zu führen, die Menschen und die Menschheit weiter zu führen, wie er sie geführt hat, um das zu verwirklichen, was seit dem zwölften, dreizehnten Jahrhundert begonnen worden ist. Wie hinter den Schultern von Giordano Bruno, Nikolaus Cusanus oder Galilei der Rosenkreuzergeist lebte und sie unbewusst führte, so wird er weiterleben. Wir haben ihn nur bewusst aufzunehmen, weil die Menschen immer mehr und mehr bewusst aufzunehmen haben — und weil sie vorher noch nicht dazu reif waren und es unbewusst aufnehmen mussten.
[ 52 ] And when our soul grows strong, we will also be able to endure it if theosophy brings us opponents in our time. Let them appear in all places—those who do not understand Theosophy at all or misunderstand it; let some deny what Rosicrucian Theosophy has to say, or even claim: “It contradicts the ancient, sacred teachings of the Rishis, or of Brahmanism, or of Zarathustra.” - Anyone who understands Rosicrucian Theosophy as it has now been characterized will easily bear it [when] told that it contradicts the teachings of the Rishis or of Brahmanism or other Eastern teachings. For he knows that the holy Rishis, from whom the most exalted Eastern teachings originate, will agree when they reappear and behold the progress of civilization on Earth! He knows that the true Rishis, the true followers of Zarathustra, will agree with us! We know this, and we can know it. With such an inwardly strengthened soul, one grasps Theosophy as it is understood in the present age in the spirit of the Rosicrucians. But if we grasp it in this way, it will become for us the deepest standard and impetus of modern morality, and we will then be able to speak in the same spirit as was possible in the introductory lecture. Like a balm, like a restorative medicine, the healing spirit of the Rosicrucians will enter the hearts of people and will not allow itself to be deterred from continuing to guide culture, guiding people and humanity, just as it has guided them, in order to realize what began in the twelfth and thirteenth centuries. Just as the Rosicrucian spirit lived behind the shoulders of Giordano Bruno, Nicholas of Cusa, or Galileo and guided them unconsciously, so will it continue to live on. We need only take it in consciously, because people have more and more to take in consciously—and because they were not yet ready for it before and had to take it in unconsciously.
[ 53 ] In diesem Sinne wird uns die Theosophie mehr als Wissenschaft; in diesem Sinne wird sie uns die höchste, innerste Notwendigkeit des Lebens unserer Seele, flammt auf dasjenige, was uns aus der theosophischen Offenbarung in unser Gemüt kommt in dem, was wir denken, fühlen und wollen. In diesem Sinne werden wir Abbilder des theosophischen Geistes. Das ist das Beste, was wir aus der Theosophie jederzeit in die Welt hinaustragen können, und wir werden dann sehen, wie neues Leben auch in die Welt des Alltages hineinkommen kann. So meint es die geistige Führung des Menschen, und dies ist jene Erklärung, die zu geben hat die Inspiration der Rosenkreuzerweisheit von der geistigen Führung des Menschen und der Menschheit.
[ 53 ] In this sense, Theosophy becomes more than a science to us; in this sense, it becomes the highest, most inner necessity of our soul’s life, kindling within us—in what we think, feel, and will—that which flows into our hearts from theosophical revelation. In this sense, we become reflections of the theosophical spirit. This is the best thing we can ever bring into the world through theosophy, and we will then see how new life can also enter the world of everyday existence. This is the view of the spiritual guidance of humankind, and this is the explanation provided by the inspiration of Rosicrucian wisdom regarding the spiritual guidance of the individual and of humanity.
[ 54 ] Damit darf ich diese kurze Reihe von Vorträgen abschließen und hoffe, dass die geringen und wenigen Anregungen, die ich geben konnte, sich als das erweisen werden, als was ich sie am liebsten aufgefasst haben möchte: als Gedanken, die nicht bloß nachgedacht werden sollen, sondern als Gedanken, die wirksame Kräfte sind, die fortwirken in Ihren eigenen Seelen und sich darinnen fruchtbar erweisen können. Fassen Sie diese Gedanken so auf, dann werden sie weiterleben, und Sie werden dann mancherlei entdecken können, was in diesen drei Vorträgen ruht.
[ 54 ] With this, I would like to conclude this short series of lectures, and I hope that the few and modest suggestions I have been able to offer will prove to be what I would most like them to be: not merely thoughts to be pondered, but active forces that continue to work within your own souls and may bear fruit there. If you take these thoughts to heart, they will live on, and you will then be able to discover many things that lie within these three lectures.
[ 55 ] So möchte Theosophie in den Herzen der Menschen leben. In diesem Stile möchte ich auch in diesen Tagen zu Ihnen gesprochen haben, damit das, was diese kurzen Vorträge enthielten, in Ihren Seelen Ihr eigenes Seelen- und Lebensgut werde. Die höchsten Wesenheiten — haben wir gesehen - entwickeln immer sich weiter, indem sie sich der Führung der Hierarchien und ihrer Wesenheiten unterstellen. Und die Menschen verstehen sich recht in ihrer Seele, wenn sie die geistige Führung des Menschen und der Menschheit in richtigem Sinne verstehen. Lebendig werden dann in sich die Kräfte, die uns geoffenbart werden von dieser Führung. Und so von Woche zu Woche, von Stunde zu Stunde, von Augenblick zu Augenblick immer weiterzuschreiten als Menschen, das ist unsere eigentliche theosophische Aufgabe!
[ 55 ] This is how Theosophy wishes to live in the hearts of people. It is in this spirit that I have sought to speak to you these past few days, so that what these brief lectures have contained may become part of your own spiritual and life heritage within your souls. The highest beings—as we have seen—continue to evolve by submitting themselves to the guidance of the hierarchies and their beings. And human beings truly understand themselves in their souls when they comprehend the spiritual guidance of the individual and of humanity in its proper sense. Then the forces revealed to us by this guidance come alive within us. And so, to keep advancing as human beings from week to week, from hour to hour, from moment to moment—that is our true theosophical task!
