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Supplements to Member Lectures
GA 246

22 August 1911, Munich

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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
  1. Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge

45. Matinee-Vortrag zur Ausstellung von Bildern von Maria Strakosch-Giesler

45. Matinee Lecture: On the Exhibition Von Bildern by Maria Strakosch-Giesler

Meine lieben theosophischen Freunde!

My dear Theosophical friends!

[ 1 ] Dann möchte ich heute nur noch ein paar Worte an Sie richten! Diese außer dem eigentlichen Zyklus liegenden Unterhaltungen, wie die heute Vormittag [eine] ist, sie geben uns ja insbesondere bei solchen Vortragszyklen wie dem gegenwärtigen Gelegenheit sozusagen für mich selbst, in noch etwas anderer Weise zu Ihnen zu sprechen als im Zyklus. Im Laufe unserer theosophischen Arbeiten sind wir ja nach und nach dazu gekommen, dass gewissermaßen intimere und höhere Gebiete in der Geisteswissenschaft in unseren Vortragszyklen behandelt werden müssen, und solchen Gebieten gegenüber wie das gegenwärtige über «Weltenwunder, Seelenprüfungen und Geistesoffenbarungen» ist es notwendig, dass sozusagen da ein jedes Wort, das gesprochen wird, in der allergenauesten Weise daraufhin geprüft wird, ob es auch verantwortet werden kann gegenüber den Quellen unserer Geisteswissenschaft, jenen Quellen, die wir da nennen die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen. Denn nur unter solchen Voraussetzungen kann das, was zu sagen ist, allmählich verlieren das Persönliche, das mehr individuelle Moment. Solch eine Matinee mag Veranlassung geben, auch etwas von diesem Individuellen, das auch einfließen soll in unser theosophisches Leben, von dem - da die Vorträge das Allgemeinere bringen - speziell Menschlicheren etwas zu sagen und zu behandeln. Und da möchte ich zunächst einmal den Blick lenken, meine lieben theosophischen Freunde, auf die Bilder, die sie von unserem lieben Mitgliede, Frau Strakosch, in dem einen unserer Vortragsräume hier finden. Ich möchte schon aus dem Grunde Ihre Blicke zu diesen Bildern lenken, weil ganz gewiss beabsichtigt werden muss im Laufe der Zeit, immer mehr und mehr das Künstlerische - und auch die sonstigen Lebenselemente allen Lebens mit anderen Worten - von der Geisteswissenschaft zu durchdringen. In all diesem Streben - das durfte ich ja schon beim ersten Vortrag sagen -, muss man sich wohl bewusst sein, dass wir heute mit allen derartigen Unternehmungen selbstverständlich im Anfang stehen, und dass die Sicherheit und Richtigkeit des Wollens das ist, worauf es ankommt, nicht etwa, wie man das mit den Worten sagen kann, die sich gemeiniglich in den Satz kleiden, wenn jemand sagt, wenn irgendjemand etwas getan hat, was er nicht gewollt hat: Ich habe das Beste gewollt. - Nicht so ist das Wollen gemeint, sondern so, dass dieses Wollen wahrhaft in sich schließen will die Sicherheit, die die Keime abgeben kann für etwas viel Erweiterteres, was da in Zukunft geschehen kann. Ich sage das natürlich aus dem Grunde, weil mir ja bekannt ist, dass von mancherlei Standpunkten aus gegen derartige künstlerische Bestrebungen, auf welche ich gerade jetzt Ihre Blicke lenken möchte, mancherlei eingewendet werden kann. Allein, wir müssen uns schon einmal durch die Theosophie gewöhnen, dass im Aufgang eines Geisteslebens einer Epoche gerade das eben gesehen werden muss, was die Keime einer zukünftigen Entwicklung in sich trägt; denn es ist ja so, wie es in der «Prüfung der Seele» an einer Stelle gesagt wird, in gewisser Beziehung ist es so in allen Zeiten, dass sich die entsprechenden Elemente in der Welt entwickeln und absterben und absterbend schon das Neue in sich werden sehen. Dem Menschen obliegt es dann, dieses Neuwerdende zu verstehen.

[ 1 ] Then I would like to say just a few more words to you today! These conversations, which are outside the actual lecture series—such as the one this morning—give us, especially in lecture series like the present one, an opportunity, so to speak, for me personally to speak to you in a slightly different way than I do in the series itself. In the course of our theosophical work, we have gradually come to realize that, so to speak, more intimate and higher realms of Spiritual Science must be addressed in our lecture series, and when dealing with such topics as the present one on “Wonders of the Worlds, Trials of the Soul, and Spiritual Revelations,” it is necessary that, so to speak, every word spoken be examined in the most meticulous manner to ensure that it can be justified in light of the sources of our Spiritual Science—those sources we refer to as the Masters of Wisdom and the Harmony of Feelings. For only under such conditions can what is to be said gradually shed its personal, more individual character. Such a matinee may provide an opportunity to also say and discuss something of this individual aspect—which should likewise flow into our theosophical life—specifically the more human aspect, since the lectures address the more general topics. And here, my dear Theosophical friends, I would first like to direct your attention to the paintings by our dear member, Mrs. Strakosch, which you will find in one of our lecture rooms here. I would like to direct your attention to these pictures for the very reason that, over time, it must certainly be our intention to allow the artistic—and, in other words, all the other elements of life—to permeate Spiritual Science more and more. In all this endeavor —as I was already able to say in the first lecture—we must be well aware that we are, of course, still in the early stages of all such undertakings today, and that the certainty and correctness of our will is what matters, not, as one might say with the words commonly used in the phrase when someone says that someone has done something they did not intend to do: “I intended the best.”—That is not what I mean by “intent,” but rather that this intent must truly encompass within itself the certainty that can sow the seeds for something much broader that may come to pass in the future. I say this, of course, because I am well aware that from various points of view, all sorts of objections can be raised against the kind of artistic endeavors to which I would now like to direct your attention. However, through theosophy we must accustom ourselves to the fact that, at the dawn of an epoch’s spiritual life, we must see precisely what carries within it the seeds of future development; for it is indeed as stated in one passage of The Trial of the Soul—and in a certain sense this holds true in all ages—that the corresponding elements in the world develop and die out, and even as they die out, they will already begin to embody the new. It is then up to human beings to understand this emerging newness.

[ 2 ] Wenn wir die künstlerische Entwicklung der Menschheit betrachten, dann darf ihr gegenüber vielleicht schon jetzt an diesem Orte an ein herrliches Wort Schillers erinnert werden, das oftmals im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts in Deutschland zitiert worden ist. Jetzt ist dieses Zitat allerdings viel seltener geworden, weil jetzt überhaupt der Glaube und die Erinnerung an jenen Idealismus, dem Schiller und Goethe zustrebten, mehr oder weniger schon seit Jahrzehnten im Schwinden ist. Dieses Wort, das prägnant ausdrückt etwas ungeheuer Bedeutungsvolles für die Kunstentwicklung, das heißt: In der Besiegung des Stoffes durch die Form liegt das wahre Kunstgeheimnis des Meisters. - Und man kann heute draußen in der Welt sehen, wie alle Bedingungen zum Verständnis eines solchen Wortes eigentlich fehlen. Sprechen wir heute einmal da oder dort von diesem oder jenem malerischen Kunstwerk, wie leicht taucht da die Frage auf: Ist denn das, was da dargestellt wird, auch wirklich gut und ähnlich dargestellt? - Das würde im Sinne des Schiller’sehen Wortes heißen: Ist dem Stoff, der verkörpert werden soll im Kunstwerk, möglichst stark gehuldigt? Hat der Stoff möglichst stark den Künstler überwältigt? - Schiller aber sagt: In der Besiegung des Stoffes durch die Form liegt das wahre Kunstgeheimnis des Meisters.

[ 2 ] When we consider the artistic development of humanity, it may be appropriate to recall here and now a magnificent quote by Schiller that was frequently cited in Germany throughout the nineteenth century. Now, however, this quote has become much less common, because faith in and memory of the idealism toward which Schiller and Goethe strove have been waning more or less for decades. This statement succinctly expresses something immensely significant for the development of art, namely: In the triumph of form over matter lies the true artistic secret of the master. - And one can see today, out in the world, how all the conditions for understanding such a statement are actually lacking. When we speak today here and there about this or that work of pictorial art, how easily the question arises: Is what is depicted there truly well and faithfully rendered? - In the spirit of Schiller’s words, this would mean: Has the subject matter—which is to be embodied in the work of art—been honored as fully as possible? Has the subject matter overwhelmed the artist as completely as possible? - Schiller, however, says: “In the triumph of form over subject matter lies the true artistic secret of the master.”

[ 3 ] Nun, möchte man sagen, hat es ja eigentlich die Kunst gut, da ihr eigentliches Geheimnis in der Welt nie verloren gehen kann. Denn in einer Kunst wird es niemals eine sklavische Verarbeitung des Stoffes bloß geben können - unser heutiger Naturalismus würde ganz gewiss diese sklavische Verarbeitung des Stoffes vornehmen, wenn gerade in dieser Kunst es ginge; nur geht es da nicht -, das ist die Musik. Und man möchte sagen: Gott sei Dank, dass die heutigen Menschen die Quellen nicht singen oder nicht tönen hören in Rhythmen wie die Menschen in alten Zeiten; denn sie würden sklavisch einfach das, was sie stofflich äußerlich wahrnehmen, nachahmen, wie sie es in anderen Künsten so gerne tun; sie würden gar nicht sich bestreben, zu besiegen durch die Form den Stoff. Dasjenige, meine lieben theosophischen Freunde, was bei der musikalischen Kunst gerade eben unmöglich ist, das ist aber in einer gewissen Beziehung ein Grundelement aller sonstigen Kunst. In der Nachbildung dessen, was uns äußerlich stofflich umgibt, kann im Grunde genommen niemals die Mission und Aufgabe der Kunst bestehen. Deshalb wurden im RosenkreuzerMysterium durch die eine Persönlichkeit des Vorspiels die Worte gesprochen, dass die unvollkommenste Ausgestaltung dessen, was noch nicht in der Natur vorhanden ist, im Grunde genommen in gewisser Weise höher steht als die vollkommenste Nachbildung dessen, was durch göttlich-geistige Wesenheiten schon für den Menschen durch die Natur in die Welt hereingestellt ist. Der Mensch hat ja in der Kunst gewissermaßen, wenn er wirklich künstlerisch empfindet, den Impuls, zurückzugehen zu einem Elemente, das man nicht anders bezeichnen kann[, als mit den Worten:] Der Mensch durchdringt sich in der Kunst mit derselben schöpferischen, produktiven Kraft, von der auch durchdrungen waren die göttlich-geistigen Wesenheiten, als sie selber hereingestellt haben in unsere Welt das Naturwirken. Das Hinwenden des Auges, das Hinwenden der Sinne auf das, was da ist, was geworden ist durch die Produktivität der göttlich-geistigen Wesenheiten, das kann eine wahre Kunst im wahren Sinn des Wortes nicht geben. Wenn aber der Mensch selbst unterzutauchen vermag in die ursprüngliche produktive Kraft, die den Göttern zu eigen war, als sie hervorgehen ließen das, was uns in der Natur umgibt, da findet der Mensch auch in sich selber etwas Ähnliches wie die Götter als das Produktive in sich empfunden haben.

[ 3 ] Well, one might say, art is actually in a good position, since its true secret can never be lost to the world. For in any art form, there can never be merely a slavish treatment of the material—our modern naturalism would certainly engage in such a slavish treatment of the material if it were possible in that particular art form; but it is not possible—that is music. And one might say: Thank God that people today do not sing the springs or hear their sounds in rhythms as people did in ancient times; for they would simply slavishly imitate what they perceive externally in terms of material content, just as they so readily do in other arts; they would not even strive to subdue the material through form. That which, my dear theosophical friends, is precisely impossible in the art of music is, in a certain sense, a fundamental element of all other art. The mission and task of art can never, in essence, consist in the imitation of what surrounds us externally and materially. That is why, in the Rosicrucian Mystery Play, the character in the prologue spoke the words that the most imperfect embodiment of what does not yet exist in nature is, in a certain sense, fundamentally superior to the most perfect reproduction of what has already been brought into the world for humanity through nature by divine-spiritual beings. For in art, when a person truly feels artistically, they have, so to speak, the impulse to return to an element that can be described only [in these words]: In art, the human being permeates themselves with the same creative, productive force with which the divine-spiritual beings were themselves permeated when they brought the workings of nature into our world. Turning one’s gaze, turning one’s senses toward what is there—what has come into being through the productivity of the divine-spiritual beings—cannot constitute true art in the true sense of the word. But when human beings are able to immerse themselves in the original productive power that was inherent in the gods when they brought forth what surrounds us in nature, then they find within themselves something similar to what the gods themselves experienced as the productive force within them.

[ 4 ] Da finden wir gleich eines: Wir schauen heute in der Welt herum, finden die einzelnen Oberflächen der Gegenstände, ihre Farben sprechen zu uns. Durch die Geisteswissenschaft hören wir, dass Materie schon auf ihrer allernächsten Stufe eine Maja, Illusion ist und dass in Wahrheit Materie, wie sie sich draußen im Raume ausbreitet, verdichtetes Licht ist. Sodass wir voraussetzen müssen, dass die Götter, die ursprünglich von ihrer produktiven Kraft durchdrungen waren, die elementare Kraft des Lichtes, die durch die Raumesweiten sprüht, in sich verdichteten. Selbst die dichtesten Stoffe draußen sind nicht das, wovon die Physiker und Chemiker reden, sondern sind verdichtetes, in sich konsolidiertes Licht. Und der Boden, auf den wir treten - und mag er noch so fester Stoff sein -, ist aus den Elementen der Welt verdichtet, von den Göttern verfestigt. In der deutschen Sprache haben wir ein gutes Wort, dessen Lautanklänge nur leider heute schon aus unkünstlerischem Sinn vergessen sind, und das ist das naheliegende Wort «dichten» und «Dichtung». Und nicht umsonst sagt man: Es wird gedichtet. Wenn gedichtet wird, wenn Poesie getrieben wird, dann geschieht in der Tat das durch unsere Seelenkräfte, was die Götter draußen in der Welt bildeten, indem sie aus Licht dichteten und härteten materielle Stofflichkeiten und den festen Boden unter unseren Füßen. Und man muss solche Worte wiederum erst wieder heraufholen aus dem Sprachschatz, die innig verwandt sind mit Worten, die unter uns existieren. Die Sprache hat durch ihren großen, gewaltigen Genius das Wort «dichten» uns brauchen lassen, weil es wirklich so etwas für die Seele bedeutet, wie es zum Beispiel bedeutet, wenn das Wort «dichten» gebraucht wird im zweiten Rosenkreuzer-Mysterium, wo es heißt, dass die Weltengeister aus Licht die Natur draußen dichteten. So etwas müssen wir fühlen, wenn der musikalische Künstler in sich walten lässt die Welt der Töne, jene Welt der Töne, in welcher er nicht unmittelbar die Außenwelt nachahmen kann, sondern wo er sich üben muss, ganz im waltenden Götterelement in der eigenen Seele, damit sich Ton zu Ton fügt. Wie so die Töne wirken in dem musikalischen Künstler, so können auch die Farben wirken in dem malerischen Künstler, und es ist eine malerische Kunst denkbar, die in den ersten Elementen versucht nachzubilden jene schöpferische Tätigkeit, die wir uns nur vorstellen können, indem wir lernen zu denken, wie aus dem Licht heraus kristallisiert und härtet die Götterwelt unsere materielle Welt. Lesen Sie die Worte, die Ahriman in dem Mysterium sagt; da werden Sie in einem solchen Ausdruck wie «in dichtem Licht» oder «ich härte festen Boden» gerade die Hinweise auf das finden, worin Ahriman auf seine Art der Helfer der höheren geistigen Mächte ist. Gerade an solchen Stellen, wo von «dichtem Licht» oder «von den Härten des Bodens» gesprochen ist, sollen Sie sich nicht vorstellen, dass da irgendein Verlegenheitswort gesagt ist, sondern es ist gesagt, dass man auf Weltengeheimnisse deutet und dass man nicht zu weit geht, wenn man solche Worte in möglichst buchstäblicher Art ausdeutet. Man muss suchen Lautanklänge und [man muss suchen, die fast zugrunde gegangenen Verwandtschaften in unserer Sprache wieder hervorzuholen, die Sprache wieder zu etwas anderem werden zu lassen, als sie heute vielfach ist. Dann aber muss in uns das Gefühl entstehen, dass auch in den Lauten der Sprache etwas Ähnliches ist wie Farbenwirkungen, wie Tonwirkungen und dass wir verstehen müssen, die Sprache in viel freierer Weise zu handhaben als in jener sklavischen Art, wie sie sich heute gewöhnlich an die realistischen Empfindungen der Menschen anlehnt. Deshalb streben wir immer mehr und mehr dahin und müssen glücklich sein, in Fräulein von Eckardtstein eine verständnisvolle Helferin gefunden zu haben, dass unsere Bühnenbilder so aussehen, wo auch unsere Maler uns durchaus verständnisvoll folgen, dass die Bühnenbilder so aussehen, dass nicht Rücksicht genommen wird auf die Frage: Was steht dem einen oder anderen gut? Was passt zu dem oder jenem Gesicht? Was hat der oder jener gern? Sondern dass das ganze Bühnenbild in seinen Farben und Formen etwas zum Ausdruck bringt, durch das man gleichsam hindurchblicken und mit Seelenruhe so etwas genießen kann wie Strader, als er vor dem Bilde des Capesius sitzt, [und fühlt], dass nur dann ein wahres Kunstwerk vor uns steht, wenn alles Stoffliche besiegt wird. - In der Besiegung des Stoffes durch die Form lebt das wahre Kunstgeheimnis des Meisters! - Daher sollte jedes Kunstwerk in uns hervorrufen das Gefühl eigentlich: Wenn ich vor diesem Kunstwerk stehe und es anschaue, da löst sich der Stoff auf, wird nebelhaft, löst sich auf, zerstiebt, und an seine Stelle tritt eine magische Geistwirkung. Wenn so das Kunstwerk zerstiebend sich vor uns auflöst, da erfüllt es die Schiller’sehen Worte: In der Besiegung des Stoffes durch die Form liegt das wahre Kunstgeheimnis des Meisters. - Und Form ist ein anspruchsloses Wort für Geist. In der Besiegung des Stoffes durch den Geist liegt das wahre Kunstgeheimnis des Meisters!

[ 4 ] We find one example right away: When we look around the world today, we see the individual surfaces of objects, and their colors speak to us. Through Spiritual Science, we learn that matter, even at its most basic level, is a maya—an illusion—and that, in truth, matter as it extends out into space is condensed light. So we must assume that the gods, who were originally imbued with their productive power, condensed within themselves the elemental power of light that sparkles throughout the vastness of space. Even the densest substances out there are not what physicists and chemists speak of, but are condensed, self-consolidated light. And the ground upon which we tread—no matter how solid a substance it may be—is condensed from the elements of the world, solidified by the gods. In the German language, we have a good word whose phonetic resonance has, unfortunately, already been forgotten today due to a lack of artistic sensibility, and that is the obvious word “dichten” and “Dichtung.” And it is not for nothing that one says: Poetry is being created. When poetry is composed, when poetry is created, then what the gods formed out there in the world—by composing from light and solidifying material substances and the firm ground beneath our feet—actually takes place through the powers of our souls. And we must, in turn, bring such words back up from the treasure trove of language, words that are intimately related to those that exist among us. Through its great, mighty genius, language has led us to use the word “to compose,” because it truly means something for the soul, just as it does, for example, when the word “to compose” is used in the Second Rosicrucian Mystery, where it is said that the world spirits composed nature out there from light. We must feel something like this when the musical artist allows the world of sounds to reign within himself—that world of sounds in which he cannot directly imitate the external world, but where he must practice, fully immersed in the reigning divine element within his own soul, so that sound may blend with sound. Just as sounds work in this way within the musical artist, so too can colors work within the painter; and it is conceivable that there exists a form of painting that seeks, in the most fundamental elements, to recreate that creative activity which we can only imagine through a mental image of how the divine world crystallizes and solidifies our material world out of light. Read the words that Ahriman speaks in the Mystery Play; there, in expressions such as “in dense light” or “I harden solid ground,” you will find precisely the indications of how Ahriman, in his own way, is the helper of the higher spiritual powers. Precisely in such passages, where “dense light” or “the hardness of the ground” is mentioned, you should not form a mental image of a mere filler phrase being used; rather, it is stated that these words point to cosmic mysteries, and that one does not go too far in interpreting such words as literally as possible. One must seek out the resonances of sounds and [one must seek to bring back the almost lost affinities in our language, to let language become something other than what it often is today. But then a feeling must arise within us that even in the sounds of language there is something akin to the effects of color and tone, and that we must learn to handle language in a much freer way than in that slavish manner in which it usually leans on people’s realistic sensibilities today. That is why we are striving more and more in this direction—and must be glad to have found in Miss von Eckardtstein an understanding ally—so that our stage designs look the way they do, with our painters following us with complete understanding, so that the stage designs look the way they do without regard to the question: What suits this or that person? What suits this or that face? What does this or that person like? Rather, the entire stage design, in its colors and forms, should express something through which one can, as it were, see right through and, with peace of mind, enjoy something like Strader does when he sits before Capesius’s portrait, [and feels] that a true work of art stands before us only when all materiality is overcome. - The true secret of the master’s art lies in the triumph of form over matter! - Therefore, every work of art should evoke within us the feeling that: When I stand before this work of art and look at it, the material dissolves, becomes misty, dissolves, shatters, and in its place a magical spiritual effect takes hold. When the work of art dissolves before us in this way, it fulfills Schiller’s words: “In the triumph of form over matter lies the true secret of the master’s art.” - And “form” is a humble word for “spirit.” In the triumph of spirit over matter lies the true secret of the master’s art!

[ 5 ] Aus der Natur der Farbe selbst heraus sucht nun unsere Freundin, Frau Strakosch, etwas zu schaffen, was Sie natürlich nicht in der physischen Welt da und dort finden können, sodass wir sagen müssen: Wir sollen hingeleitet werden durch diese Bilder, die wir nun so oder so finden mögen, auf die Möglichkeiten der malerischen Kunst, [auf] die Farben, die ja Sehnsucht tragen, von der menschlichen Seele aufgenommen zu werden und in ihr bewusst zu werden, die Farben schöpferisch in uns selber so gestalten zu lassen, wie die eine oder die andere sich hinstellen zu Einklang oder Missklang; die schöpferischen Farbengluten, die auch nach dem [Astralplan] im Devachan den Menschen durchdringen, wo sie sich noch so darstellen, wie sie die schöpferischen Kräfte der Wesenheiten sind, sie sollen eindringen in die Seele, sollen so zusammenklingen wie die Töne der Musik. Dann stellen sie vor uns etwas malerisch hin, wie wir es draußen nicht finden können.

[ 5 ] Drawing on the very nature of color itself, our friend, Ms. Strakosch, now seeks to create something that, of course, cannot be found here and there in the physical world, so that we must say: We are to be guided by these images—which we may now find in one way or another—toward the possibilities of the art of painting, [toward] the colors, which indeed carry a longing to be received by the human soul and to become conscious within it, allowing the colors to take creative form within us in such a way that one or the other presents itself as harmony or disharmony; the creative glows of color that also permeate human beings even on the [astral plane] in Devachan, where they still manifest as the creative forces of the beings—these should penetrate the soul and resonate together like the tones of music. Then they present something pictorial before us that we cannot find in the external world.

[ 6 ] Einem solchen Wollen stellt sich in der Tat heute das schwerste Hindernis entgegen, und es ist fast gar noch nicht möglich, heute irgend bedeutungsvoll so zu schaffen, dass es schon eine Vorstellung geben kann von dem, was eigentlich werden soll auf dieser Bahn. Ein Verständnis aber können wir uns erringen auf theosophischem Boden, was werden soll - sage ich. Da muss allerdings ein Punkt berührt werden, der ja von mir schon öfters berührt worden ist in Bezug auf anderes. Auch auf diesem Gebiet sehen wir, dass jener Strömung nach der Spiritualität, die eben gekennzeichnet worden ist, in der hartnäckigsten Weise entgegenarbeitet das, was sich das praktische Leben nennt und was in Wirklichkeit das Unpraktischste ist. Die Praktiker gehen draußen herum, reden von der Lebenspraxis, reden davon, dass sie die eigentlichen Praktiker seien, betrachten die anderen als Phantasten, als unpraktische Leute, die gar nichts im Leben vermögen. Wodurch darf denn heute noch und kann die äußere Lebenspraxis als praktisch gelten? Durch die Gedankenlosigkeit, die nicht darüber nachdenkt, wie die Dinge sein müssen! Man sche nur, wie unpraktisch jeder Hut, jeder Rock, jeder Tisch ist, der uns von der brutalen Praxis gegeben ist! Und nur, weil man hinnimmt das unpraktischste, unsinnigste Zeug, dem man die Lebensgewohnheiten anpasst, weil man gedankenlos der Lebenspraxis, die das Unpraktisch[st]e geworden ist, das man denken kann, das Träumerischste geworden ist, nur weil man gedankenlos dem gegenübersteht, kann das heute noch Geltung haben auch bei denjenigen, die schon besser zu sehen vermögen, was die unpraktischen Leute ausdenken. Und auch einen Tisch zu machen wird jeder besser können als der sogenannte Praktiker von heute, der wirklich unpraktisch ist. Aber wir stehen dieser Welt gegenüber, wir brauchen ihre Sachen. Und wie wir sie gebrauchen müssen, das tritt uns dann ganz bedeutsam entgegen, wenn wir die Feinheit der Kunst, das, was gewollt werden muss auf dem Boden des Geisteslebens, wenn wir das unmittelbar sich berühren sehen mit dem, was uns die Praxis gibt. Und deshalb ist es schwierig und bieten sich solche Hemmnisse für den, der so etwas will, wie ich es angedeutet habe zum Beispiel in der Malerei. Da werden uns die völlig unbrauchbaren Farben geboten. Der Maler muss sie sich von den Fabrikanten fabrizieren lassen. Mit diesen Farben aber ist überhaupt nichts anzufangen, diese Farben nehmen sich gegenüber der wirklichen Farbenwelt, wenn wir hineinschauen, wenn wir eine Ahnung haben von höheren Welten, aus wie die verkörperte Brutalität. Und wenn wir versuchen, nebeneinander zu stellen die Farben - sagen wir — der menschlichen Haut und die des gemalten menschlichen Körpers, dann ist die Ausführung schon durch die äußere Farbentechnik fast ein Hohn auf das, was man wollen kann.

[ 6 ] Such a desire indeed faces the greatest obstacle today, and it is almost impossible at present to create anything meaningful in such a way that one can even begin to form a mental image of what is actually meant to come about along this path. However, we can gain an understanding—on theosophical ground—of what is meant to come about, as I say. Here, however, a point must be addressed that I have already touched upon several times in connection with other matters. In this area, too, we see that the current toward spirituality—which has just been described—is most stubbornly opposed by what is called “practical life” and which, in reality, is the most impractical thing of all. The “practitioners” go around talking about “practical living,” claiming that they are the true practitioners, while viewing others as dreamers, as impractical people who are incapable of accomplishing anything in life. By what means, then, can “practical living” still be considered practical today? Through thoughtlessness—the failure to reflect on how things ought to be! Just consider how impractical every hat, every skirt, every table is that is imposed on us by brutal practicality! And simply because we accept the most impractical, most nonsensical stuff—to which we adapt our habits of life—because we thoughtlessly submit to the “practical way of life” that has become the most impractical thing imaginable, the most dreamlike—simply because we face it thoughtlessly—this can still hold sway today, even among those who are already better able to see what impractical people come up with. And anyone would be better at making a table than today’s so-called “practical person,” who is truly impractical. But we face this world; we need its things. And how we must use them becomes strikingly clear to us when we see the subtlety of art—that which must be willed on the foundation of spiritual life—directly intersecting with what practice provides us. And that is why it is difficult, and why such obstacles arise for those who seek what I have hinted at, for example, in painting. We are presented with colors that are completely useless. The painter must have them manufactured by the manufacturers. But these colors are of no use at all; when we look closely at them, when we have a sense of higher worlds, they appear, in contrast to the real world of colors, as embodied brutality. And if we try to place side by side the colors—let’s say—of human skin and those of the painted human body, then the execution, due to the external painting technique alone, is almost a mockery of what one might hope to achieve.

[ 7 ] Daher wird es für eine solche Kunst, wie sie Ihnen jetzt in der Tendenz angedeutet worden ist, vor allen Dingen notwendig werden, dass eine Emanzipation geschieht, die Emanzipation in der Kunst von der Fabrikation der Farben. Der Maler muss sich selber seine Farben machen. Die malerische Kunst muss beginnen damit, dass der Maler sich seine Farben selber machen kann, dass er sich nicht angewiesen fühlt auch auf das Elementarste, was ihm von der materialistischen Außenwelt geboten wird. Sie wissen, dass dieses Ideal von den alten Malern erfüllt ist. So wird das, was als ein anfängliches Wollen Ihnen angedeutet worden ist, erstehen, wenn die Maler lernen werden, wenn auch die anderen Künstler lernen werden, sich zu emanzipieren von der materialistischen Welt. Man empfindet es heute als den tiefsten Schmerz gegenüber dem, was aus der Farbenbereitung heraus geschehen könnte, wenn man sehen muss, dass auch solche, welche derartige Kunstwerke schaffen wollen, wie wir sie in dem Vorsaal aufgehängt sehen, in irgendeine Farbenhandlung gehen und sich dort die Farben kaufen müssen. Mit solchen Farben, die nicht die Einsicht in die Tatsache, nicht die wahre Praxis, sondern die phantastische Unpraxis herausstellt, lässt sich überhaupt in wahrer Licht- und Farbenkunst nichts anfangen. Sie sehen also, meine lieben theosophischen Freunde, dass wir in der Tat, wenn wir den Blick hinwenden auf das, was als Anfängliches uns entgegentritt und was herausgeboren sein will aus theosophischem Geist, der die wahre Lebenspraxis der Zukunft ist, viel lernen können über unsere Zeit, dass wir allerdings nur dann viel lernen können, wenn wir diese Theosophie wirklich in unser Leben überführen. Es möchte vielleicht bequemer sein, alles das, was wir für unsere Bühnenbilder brauchen, einfach von Handwerkern machen zu lassen; aber es würde so unpraktisch als möglich ausfallen. Nur von Theosophen kann es so ausfallen, dass man nach und nach eine Vorstellung bekommen kann, was eigentlich das von der Theosophie durchglühte Wollen auf künstlerischem Gebiete ist.

[ 7 ] Therefore, for an art such as the one whose general direction has now been outlined to you, it will be necessary above all else that an emancipation take place—the emancipation of art from the mass production of paints. The painter must make his own paints. The art of painting must begin with the painter being able to make his own colors, so that he does not feel dependent even on the most basic elements offered to him by the materialistic outside world. You know that this ideal is fulfilled by the old masters. Thus, what has been suggested to you as an initial aspiration will come to fruition when painters—and indeed, other artists as well—learn to emancipate themselves from the materialistic world. Today, one feels the deepest sorrow regarding what could be achieved through the preparation of colors when one must witness that even those who wish to create works of art such as those we see hanging in the foyer must go to some paint store and buy their colors there. With such paints—which highlight not an understanding of the facts, not true practice, but rather a fanciful lack of practice—one cannot achieve anything at all in true art of light and color. So you see, my dear Theosophical friends, that when we turn our gaze to what first presents itself to us and what seeks to be born from the Theosophical spirit—which is the true practice of life in the future—we can indeed learn a great deal about our time; yet we can only learn this much if we truly incorporate this Theosophy into our lives. It might perhaps be more convenient to simply have craftsmen make everything we need for our stage sets; but that would turn out to be as impractical as possible. Only through theosophists can it come to pass that, little by little, one can gain a mental image of what the will, inflamed by theosophy, actually is in the artistic realm.

[ 8 ] Deshalb bitte ich Sie, mit den Augen des Theosophen die Bilder draußen anzusehen, so anzusehen, dass bei ihrer Herstellung allerdings noch gebraucht werden mussten die Farben, die man kauft, und dass das, was so schön darinnen gewollt ist, der Anfang ist zu einer künstlerischen Betätigung, die anfangen wird müssen, die Farben sich aus den Urbestandteilen der Natur heraus selbst zu bilden. Malerische Kunst muss anfangen bei der Farbenmischung, muss fühlen, wie die eine Farbe in die andere rinnt, wie das Pigmenthafte nachbilden kann das Transparente der wirklichen Farbe. Das kann man nur, wenn man sich die Farben selber macht. Da wird man sehen, wie wenig Farben man braucht, um alle möglichen Nuancen hervorzurufen. Es ist schon etwas Barbarisches, wenn man heute mit einer ganz großen Anzahl von Farben auf der Palette wirtschaftet. Wenn ein Maler seine Kunst anfangen würde beim Mischen seiner Farben, dann würde er in anderer Weise das Ineinanderwirken der Farben aus den wenigen Grundfarben, die er braucht, zustande bringen können; dann aber wird auch erst etwas vor unser Auge hingezaubert werden können, was ein Nachklang dessen ist, was die Götter schaffen in der Natur. Deshalb wird auch der Stoff durch die Form erst besiegt werden können, wenn bis in die Porträtkunst herein so etwas geltend gemacht wird. Es haben die malenden Künstler es nicht so leicht wie die anderen. Die anderen Künstler wenden die Mittel an, die in gewisser Weise draußen vorhanden sind, aber gerade da liegt die Versuchung, diese äußeren Mittel nachzuahmen, während sie für den wirklichen Künstler nichts anderes sind als ein Mittel, um sich zu befreien von der Nachahmung von der Natur. Dann wird man, wenn man lernen wird, wirklich in der Natur des Pigmenthaften die Natur des Transparenten in der Farbe wiederzuerkennen, dann wird man entdecken etwas, was von einer ganz tiefen, in die künstlerischen Geheimnisse hineingehenden Wichtigkeit ist.

[ 8 ] That is why I ask you to look at the paintings outside through the eyes of a theosophist—to view them in such a way that, while the colors one buys were indeed still necessary for their creation, what is so beautifully intended within them is the beginning of an artistic endeavor that will have to start forming colors from the primordial elements of nature themselves. Painting must begin with the mixing of colors; it must sense how one color flows into another, how the pigmentary quality can replicate the transparency of real color. This is possible only if one makes the colors oneself. Then one will see how few colors are needed to evoke every possible nuance. There is something barbaric about working today with a vast array of colors on the palette. If a painter were to begin his art by mixing his own colors, he would be able to bring about the interplay of colors in a different way from the few basic colors he needs; only then, however, will it be possible to conjure before our eyes something that echoes what the gods create in nature. That is why matter can only be overcome by form when such principles are applied even to the art of portraiture. Painters do not have it as easy as other artists. Other artists employ the means that are, in a certain sense, available in the external world, but therein lies the temptation to imitate these external means, whereas for the true artist they are nothing more than a means of freeing himself from the imitation of nature. Then, when one learns to truly recognize the nature of transparency in color within the nature of the pigment, one will discover something of profound importance that delves into the secrets of art.

[ 9 ] Es gibt eine Farbennuance in der Natur unter den Naturwundern, welche auf eine geheimnisvolle, mysteriöse Art in sich hineingeheimnisst hat alle übrigen Farbennuancen des einen geistigen Farbenpols. Und diese Farbe ist die Farbe des menschlichen Leibes. Man wird das Geheimnis dieser Farbennuance erst wiederum entdecken, wenn solch ein Ideal erfüllt werden kann, wie es heute erwähnt worden ist. Denn derjenige, der eine Ahnung hat von diesen Dingen — nicht für den Verstand, sondern für das künstlerische Empfinden -, der findet heute auf der weitaus größten Anzahl der Porträts - will ich aus Höflichkeit sagen -, dass die Menschen gar nicht wie Menschen ausschauen in einer Farbe, wie sie der menschliche Leib wirklich hat, sondern wie wenn man eine Holzfigur angestrichen hätte. Unter diesen Fleischfarben der Haut ist nicht Menschenfleisch, [sondern] ist Holz oder irgendeine andere Substanz, wovon ein nicht gehöriger Ausdruck das ist, was sich zuletzt darstellen will als wirkliche Farbe der menschlichen Wesenheit. Will man so etwas verstehen, dann muss man sich hineinvertiefen in das Geheimnis der Farbenwirkung, in jenes Geheimnis, das versuchen muss, zuerst die rein transparent in den höheren Welten festzuhaltende Farbe in sich erkennen zu lernen; dann das Geheimnis zu ergründen, wie Ahriman im dichten Lichte arbeitet, um das, was äußerlich vor uns hingestellt wird, in der [Pigmentfarbe] auch wirklich zu entdecken.

[ 9 ] There is a shade of color in nature, among the wonders of nature, which, in a mysterious and enigmatic way, has absorbed within itself all the other shades of color from that one spiritual pole of color. And this color is the color of the human body. The secret of this shade of color will only be rediscovered when an ideal such as the one mentioned today can be fulfilled. For anyone who has a sense of these things—not intellectually, but through artistic sensibility—will find today in the vast majority of portraits—to put it politely—that people do not look at all like human beings in a color that the human body actually possesses, but rather as if a wooden figure had been painted. Beneath these flesh tones of the skin lies not human flesh, [but] wood or some other substance, of which an inappropriate representation is what ultimately seeks to present itself as the true color of the human being. If one wishes to understand such a thing, one must delve into the mystery of the effect of color—that mystery which requires one first to learn to recognize within oneself the color that is held purely transparently in the higher worlds; then to fathom the mystery of how Ahriman works in dense light, in order to truly discover, in the [pigment color], that which is set before us externally.

[ 10 ] Um praktisch zu werden, ist vor allen Dingen notwendig die Emanzipation von dem, was man heute Praxis nennt, die Einsicht darin, dass das alles das Gegenteil von aller wirklichen Praxis ist und als Praxis nur bestehen kann, weil man es eben nicht durch seine Güte und Zweckmäßigkeit an den Mann bringen kann, sondern dadurch, dass es eben nichts anderes gibt und es einfach als praktisch definiert und den Leuten einredet, während derjenige, der die Tatsache empfinden kann, seine schwere Mühe hat, überhaupt noch an einem Tisch vorbeizukommen oder an einem zu sitzen, wie er uns heute geliefert wird. Wir müssen das eben mit Resignation ertragen.

[ 10 ] To become practical, it is necessary above all to emancipate oneself from what is today called “practice”—to realize that all of this is the very opposite of any real practice and can only exist as practice because it cannot be sold to the public on the basis of its goodness and usefulness, but rather because there is simply nothing else, and it is defined as “practical” and talked into people, whereas the person who can perceive this reality has great difficulty even getting past or sitting at a table as it is presented to us today. We must simply endure this with resignation.

[ 11 ] Betrachten Sie in diesem Ihnen heute charakterisierten Sinne - Sie wissen, ich will nur charakterisieren - die Bilder, die dieses Mal vor Ihnen aufgehängt worden sind, als einen Anfang dazu, dass wir immer und immer mehr den Versuch machen wollen, zu zeigen, wie Theosophie sich einleben kann in alles wirkliche Leben. Die Theosophie muss, wenn sie sich einlebt in alles wirkliche Leben, allerdings Ursprungsgeheimnisse des Menschenwerdens wiederum an den Tag bringen, die verloren gegangen sind. Manche Unbequemlichkeit wird damit verbunden sein —- bequem wird es nicht sein, sich die Farben selber zu bereiten -, aber erst, wenn man dieses einsehen wird und es noch ausdehnen wird auf manches andere, dann wird man sehen, wie im praktischen Sinne Theosophie unser Leben durchdringen muss.

[ 11 ] In the sense I have described to you today—you know, I am merely describing—consider the images that have been displayed before you this time as a starting point for our ongoing efforts to show how theosophy can become an integral part of all real life. If theosophy is to take root in all of real life, it must, of course, bring to light once again the primordial mysteries of human evolution that have been lost. This will entail some inconvenience—it won’t be easy to prepare the paints yourself—but only when one comes to understand this and extends it to many other things will one see how, in a practical sense, theosophy must permeate our lives.

[ 12 ] Sehen Sie mit solchen Augen das an, was zunächst in dieser Gegenwart nach einer Richtung hin, die in unserer Geisteswissenschaft liegt, versucht wird, und vertiefen Sie sich von diesem Gesichtspunkte aus in die Bilder, die wir, um unsere großen Ziele auch in dieser Beziehung anzudeuten, heute vor Ihren Augen ausgebreitet haben.

[ 12 ] Look at what is currently being attempted in this present time—in a direction that lies within our Spiritual Science—through such eyes, and, from this perspective, immerse yourselves in the images we have laid out before your eyes today to hint at our great goals in this regard as well.