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Supplements to Member Lectures
GA 246

23 April 1913, Essen

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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
  1. Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge

58. Der Zusammenhang zwischen dem Leben in der geistigen Welt und dem Leben in der irdischen Welt. Über die Beziehungen der Lebenden zu den Toten

58. The Connection Between Life in the Spiritual World and Life in the Earthly World: On the Relationships Between the Living and the Dead

[ 1 ] Viele Seelen schlafen heute hinüber ohne jedes Hinaufschauen in die geistige Welt, ohne jedes gebetartige Sichverbinden mit der geistigen Welt. Stellen wir uns vor eine schlafende Stadt, die Seelen, die aus den Leibern hinausgegangen sind. In diesen Seelen lebt eben alles das fort, was sie an Geistigem aus dem Tagesleben aufgenommen haben. Und wenn jemand nichts mitnimmt, so kann auch nichts fortleben an Geistigem in der Seele während der Zeit, die verläuft zwischen Einschlafen und Aufwachen. Aber das, was an Geistigem erlebt wird hier im Wachzustand und was aufgenommen wird durch Erhebung zum Geistigen im Gebet, in der Meditation in den Schlafzustand hinein, ist für die toten Menschen genau dasselbe in einem anderen Sinne, was für den lebenden Menschen hier die Saatfelder sind. Wenn auf den Saatfeldern nichts gedeiht, dann verhungern die Menschen hier. Was die Menschen mitnehmen in den Schlaf hinein, das sind Saaten, die da leben in den Feldern, wo die toten Seelen weilen. Von dem, was die Seelen mitnehmen an spirituellen Gedanken, an Vertiefung in die seelisch-geistige Welt, an Sammlung im Geiste, von dem leben die Toten, von dem ernähren sie sich, das zehren sie auf. Und wie hier auf Erden, wenn keine Früchte gedeihen, Hungersnot entsteht, so entsteht eine Art Hungersnot in dem Menschheitszyklus, wo die Seelen materialistisch leben und nichts hinübernehmen in den Schlafzustand. Das ist der Zusammenhang zwischen dem Leben in der geistigen Welt und dem Erdenleben.

[ 1 ] Many souls fall asleep today without ever looking up toward the spiritual world, without ever connecting with it in prayer. Let us create a mental image of a sleeping city—the souls that have departed from their bodies. Within these souls, everything they have absorbed from their daily lives in the spiritual realm continues to live on. And if someone takes nothing with them, then nothing spiritual can continue to live on in the soul during the time that elapses between falling asleep and waking up. But what is experienced spiritually here in the waking state—and what is carried into the state of sleep through spiritual elevation in prayer and meditation—is, for the dead, exactly the same thing in a different sense as what the fields of seed are for the living here. If nothing flourishes in the fields of seed, then people here starve. What people take with them into sleep are seeds that live in the fields where the souls of the dead dwell. The dead live off what the souls take with them—spiritual thoughts, immersion in the soul-spiritual world, and mental concentration—they nourish themselves with it and draw sustenance from it. And just as here on Earth, when no fruit grows, famine ensues, so too does a kind of famine arise in the cycle of humanity where souls live materialistically and carry nothing over into the state of sleep. This is the connection between life in the spiritual world and life on Earth.

[ 2 ] Nun kann man ja sagen: Da könnte ja drüben ein großes Sterben eintreten! - Das kann nicht eintreten. Hunger, die Qual des Hungerns können die toten Seelen erleben; aber nicht können die Toten sterben. Und da kommen wir auf ein wichtiges Kapitel, auf eine wichtige Frage. Sehen Sie, der Tod ist etwas, was man nur hier in der physischen Welt kennt. Der Tod ist etwas, was überhaupt nur in der physischen Welt vorhanden ist und was gar nicht vorhanden ist für die übersinnliche Welt.

[ 2 ] Now, one might say: There could very well be a great dying over there! — That cannot happen. The dead souls can experience hunger, the torment of starvation; but the dead cannot die. And this brings us to an important topic, to an important question. You see, death is something known only here in the physical world. Death is something that exists only in the physical world and does not exist at all in the supersensible world.

[ 3 ] Ich möchte Sie da auf etwas aufmerksam machen. Wenn Sie alle Wissenschaften hier durchgehen, so werden Sie finden, dass diese die mannigfaltigsten Gesetze aufstellen. Ein Ideal - aber ein Ideal, von dem man sagen muss, es wäre phantastisch, wenn es zu erreichen wäre - ist für die Wissenschaft, das Leben unmittelbar zu erkennen. Chemische und physikalische Gesetze wird man immer erforschen, aber das Leben zu erforschen, das wird ein Ideal sein. Man wird es nie mit physischen Gesetzen erfassen, denn es fließt eben herein in die physische Welt aus den höheren Welten.

[ 3 ] I would like to draw your attention to something here. If you examine all the sciences, you will find that they establish the most diverse set of laws. An ideal—but an ideal that one must say would be fantastic if it could be achieved—is for science to understand life directly. People will always investigate chemical and physical laws, but investigating life itself will remain an ideal. It will never be grasped through physical laws, for it flows into the physical world from the higher worlds.

[ 4 ] Und so, meine lieben Freunde, wie hier das Leben etwas Unbekanntes ist, so ist der Tod in den höheren Welten etwas Unbekanntes. Daher ist es ein unsinniger Gedanke, in der höheren Welt könne der Tod eintreten. Leiden und Schmerzen, sie haben eine Bedeutung in der übersinnlichen Welt, nicht aber der Tod. Alle die Wesenheiten, die wir kennen als die Wesenheiten der höheren Hierarchien, sie kennen nicht das Sterben.

[ 4 ] And so, my dear friends, just as life here is something unknown, so too is death in the higher worlds something unknown. Therefore, it is a nonsensical idea that death could occur in the higher world. Suffering and pain have meaning in the supersensible world, but death does not. All the beings we know as the beings of the higher hierarchies do not know death.

[ 5 ] Die Engel verhüllen ihr Antlitz vor dem Geheimnis der Menschwerdung. Sie wissen nichts davon. Sie können nur davon wissen durch die Mitteilung von Wesen, die den physischen Plan betreten; aber sie können es nicht unmittelbar wissen. So ist es mit allen Wesen der höheren Hierarchien. Nur ein einziges Wesen musste den Tod kennenlernen, der Christus. Das ist die große, die unendliche Bedeutung des Mysteriums von Golgatha, dass ein Wesen durch ein schweres, unbegreifliches Leiden den Tod erkennen musste.

[ 5 ] The angels conceal their faces from the mystery of the Incarnation. They know nothing of it. They can only learn of it through the reports of beings who enter the physical plane; but they cannot know it directly. This is true of all beings in the higher hierarchies. Only one being had to experience death: Christ. That is the great, infinite significance of the Mystery of Golgotha—that a being had to come to know death through severe, incomprehensible suffering.

[ 6 ] Wenn man diesen Gedanken recht durchdenkt, durchmeditiert, dann erst kann man begreifen das Mysterium von Golgatha und den Christus als das einzige Wesen, das den Tod kennenlernte.

[ 6 ] Only when one thoroughly thinks through and meditates on this idea can one comprehend the mystery of Golgotha and Christ as the only being who came to know death.

[ 7 ] Was tritt also ein für die Wesen, die drüben hungern müssen aus dem angegebenen Grunde? Das tritt für sie ein, dass sie allen Zusammenhang mit der Erde aus sich herausschwinden fühlen. Sie leben in einer Welt, in der sie sich sagen müssen: Die Erde ist etwas, das uns jetzt entzogen wird, was nicht mehr hereintritt in unser Dasein. Und das bedeutet für die entkörperten Menschen eine furchtbare Qual, einen großen Schmerz. Das bedeutet, dass diese Seelen beginnen, sich zu sehnen nach dem Tode. Weil aber der Tod nicht eintreten kann, leiden sie durch die Aushungerung unendliche Qualen unter der Sehnsucht nach dem Tode.

[ 7 ] So what happens to the beings who must starve over there for the reason stated? What happens to them is that they feel all connection with the Earth fading away from within themselves. They live in a world in which they must tell themselves: The Earth is something that is now being taken away from us, something that no longer enters our existence. And for these disembodied human beings, this means terrible torment, great pain. It means that these souls begin to long for death. But because death cannot come, they suffer infinite torments from starvation while yearning for death.

[ 8 ] So sehen wir, wie Theosophie wirkt als eine Saat für die Toten, als das, was der Toten Leben ernährt, was sie in richtiger Weise mit Nahrung durchtränkt. Erst dann, wenn man solche Dinge weiß, bekommt man gegenüber der Theosophie die richtige Gesinnung, wie sie nicht eine Theorie ist, sondern ein Lebenselixier, wie sie hinwegschafft die Kluft zwischen Lebendigen und Toten. Wir müssen wissen, dass durch Theosophie unsere Seele eine lebendige Verbindungsbrücke bilden kann zu den Toten hin. Und weil das so ist, müssen wir jetzt in dieser Zeit an dem theosophischen Werke immer wieder in den einzelnen Zweigen dadurch arbeiten, dass wir erkennen, was der Lebende für den vor ihm hingegangenen Toten leisten kann. Er kann vor allen Dingen leisten für den Toten dadurch etwas, dass er ihm vorliest, vorliest Ideen, Begriffe, Vorstellungen, die sich auf die übersinnliche Welt beziehen. In der Theosophie ist eine Sprache gegeben, welche mit den Lebenden zugleich auch die Toten verstehen können. Und an dieser Wohltat können nicht nur die teilnehmen, die sich im Leben mit Theosophie befasst haben, sondern auch diejenigen, die hier nichts von Theosophie wissen wollten. Diejenigen, die hier schon Theosophen waren, werden es als eine ganz besondere Wohltat empfinden, wenn wir ihnen vorlesen.

[ 8 ] Thus we see how Theosophy acts as a seed for the dead, as that which nourishes the lives of the dead, that which properly saturates them with sustenance. Only when one knows such things does one develop the right attitude toward Theosophy—that it is not merely a theory, but an elixir of life, and that it bridges the gap between the living and the dead. We must realize that through Theosophy, our soul can form a living bridge to the dead. And because this is so, we must now, in this time, work continuously on the theosophical endeavors in the various branches by recognizing what the living can do for the dead who have gone before them. Above all, they can do something for the dead by reading aloud to them—reading aloud ideas, concepts, and mental images that relate to the supersensible world. In Theosophy, there is a language that both the living and the dead can understand. And this blessing is available not only to those who studied Theosophy during their lifetime, but also to those who did not wish to know anything about Theosophy while they were here. Those who were already Theosophists here will experience it as a very special blessing when we read to them.

[ 9 ] Man hört oft den Einwand: Die Toten müssen doch von der übersinnlichen Welt Wahrnehmungen haben; sie sind doch drinnen; sie können doch nichts entnehmen aus dem, was wir ihnen vorlesen über die übersinnliche Welt!

[ 9 ] One often hears the objection: Surely the dead must have perceptions of the supersensible world; after all, they are there; surely they cannot grasp anything from what we read to them about the supersensible world!

[ 10 ] Ja, meine lieben Freunde, die Erde ist nicht nur ein Jammertal, sondern die Erde ist etwas, was eine reale Wirksamkeit hat. Die Toten können die übersinnliche Welt anschauen; Begriffe und Ideen können sie sich nicht machen aus dem bloßen Anschauen. Es gibt ja auf der Erde die Tiere; die können auch anschauen, aber sie können sich keine Begriffe machen wie die Menschen. Wäre nie die Erde entstanden, so würde die Menschenseele in höheren Welten leben, aber sie würde nie zu Begriffen kommen über die höheren Welten. Dazu müssen die Menschen hindurchgegangen sein durch das Erdenleben, um sich überhaupt Begriffe und Ideen zu machen. Sodass eine Seele, welche ohne Begriffe und Ideen von der geistigen Welt durch den Tod geht und nun in den höheren Welten lebt, in der Zeit, die sie da durchlebt, [nichts von Begriffen und Ideen erlebt,] die wir hier in der Theosophie zu durchdringen in der Lage sind. Da müsste sie schon heruntersteigen auf die Erde.

[ 10 ] Yes, my dear friends, the Earth is not merely a vale of tears; rather, the Earth is something that has a real, active influence. The dead can perceive the supersensible world; yet they cannot form concepts or ideas merely from what they perceive. After all, there are animals on Earth; they, too, can perceive, but they cannot form concepts the way humans do. If the Earth had never come into being, the human soul would live in higher worlds, but it would never arrive at any understanding of those higher worlds. For that to happen, human beings must have passed through earthly life in order to form concepts and ideas at all. Thus, a soul that passes through death without concepts and ideas of the spiritual world and now lives in the higher worlds will, during the time it spends there, [experience nothing of the concepts and ideas] that we here in Theosophy are able to comprehend. It would have to descend to Earth to do so.

[ 11 ] Da kann eben eine Seele von der Erde aus helfen, indem sie den Toten vorliest, denn es kann von den Toten verstanden werden. Und wenn die Seelen selbst gar nichts hier auf der Erde aufgenommen haben von Theosophie, so dürfen wir nicht glauben, dass sie dann nach dem Tode ablehnen müssten die Theosophie. Im Gegenteil, gar mancher, der sich gegen das Näherkommen der Theosophie immer gesträubt hat, und der gerade deshalb über sie wütend wurde und nichts wissen wollte von Theosophie, kann sich jetzt danach sehnen, von Theosophie zu hören. Denn nicht nur die Dinge, die uns umgeben, sind in der Maja befangen. Es kann eine Maja sein, der sich ein Mensch selbst hingibt, wenn er wütend ist auf Theosophie; in den Tiefen der Seele spielt sich oft etwas ganz anderes ab als an der Oberfläche. Während jemand im Tagesbewusstsein sich in Wut hineinarbeitet, kann eine große Sehnsucht in ihm sein. Es ist ganz vergeblich, diesem Menschen Theosophie beibringen zu wollen; in der Seele ist er [aber] vielleicht ein besserer Theosoph als ein anderer. Aber nach dem Tode hört die Maja auf. Da tritt das hervor, was in den Tiefen der Seele sitzt. Hier hat die Seele geschimpft, aber drüben kommt dann heraus die Sehnsucht. Es kann sein, dass wir auch vergeblich vorlesen, aber das müssen wir riskieren. ...

[ 11 ] A soul on Earth can help by reading aloud to the dead, for the dead can understand it. And even if the souls themselves have not absorbed anything about Theosophy here on Earth, we must not assume that they would therefore reject Theosophy after death. On the contrary, many who have always resisted drawing closer to theosophy—and who, precisely for that reason, became furious about it and wanted nothing to do with it—may now long to hear about theosophy. For it is not only the things that surround us that are caught up in maya. There can be a maya to which a person surrenders when he is angry at Theosophy; in the depths of the soul, something quite different often takes place than on the surface. While someone in his waking consciousness works himself up into a rage, there may be a great longing within him. It is entirely futile to try to teach Theosophy to such a person; in their soul, [however], they may be a better theosophist than anyone else. But after death, maya ceases. Then what lies in the depths of the soul comes to the fore. Here, the soul may have railed, but on the other side, the longing emerges. It may be that we read aloud in vain, but we must take that risk. ...

[ 12 ] Wir stehen immer mehr mit den Toten in Verbindung, wenn wir uns im rechten Sinne einer theosophischen Gesinnung hingeben. Wir müssen uns tief durchdringen von dem Begreifen der Notwendigkeit, dass die Theosophie in den gegenwärtigen Menschheitszyklus eindringe. Auch von der anderen Seite her werden wir immer mehr die Einsicht gewinnen, dass die Toten auch wieder zurückwirken auf die Lebenden, je mehr wir uns mit Theosophie befassen.

[ 12 ] We become increasingly connected with the dead as we devote ourselves, in the true sense, to a theosophical outlook. We must deeply internalize the understanding that Theosophy must permeate the current cycle of humanity. From the other side as well, we will increasingly come to realize that the dead also exert a influence on the living, the more we engage with Theosophy.

[ 13 ] [Man muss zum Beispiel bei der Erziehung von Kindern, die ihren Vater sehr früh verloren haben, auf diesen Umstand achtgeben. Man kann da oft die Einwirkung des Vaters von den geistigen Welten aus sehr spüren. Ich hatte einmal Kinder zu erziehen, deren Vater früh gestorben war. Ich versuchte, sie nach einer eigenen Methode zu erziehen, aber siehe, es ging nicht, es wollte durchaus nicht gehen. Erst, als ich auf den Gedanken kam, den Einfluss des Vaters aus der geistigen Welt zu berücksichtigen, da ging es ausgezeichnet ...]

[ 13 ] [For example, when raising children who lost their father at a very young age, one must take this circumstance into account. In such cases, one can often feel the father’s influence very strongly from the spiritual worlds. I once had to raise children whose father had died young. I tried to raise them using my own method, but lo and behold, it didn’t work—it simply wouldn’t work. It wasn’t until I thought to take into account the father’s influence from the spiritual world that things went exceptionally well ...]

[ 14 ] Dasjenige, was theoretisch über Inkarnationen ausgeklügelt wird, ist in der Regel ganz falsch. Es könnte sonderbar erscheinen, dass Raffael derselbe ist wie der knorrige Charakter des Täufers Johannes. Wie ist es denn gekommen, dass diese sozusagen knorrige Individualität, die in einer solch erschütternden Weise mit solcher Wucht das Mysterium von Golgatha vorzubereiten hatte, dann in dem weichen, schmiegsamen, abgeklärten Raffael zum Vorschein gekommen ist? Da stellt sich dann Folgendes heraus. Der Vater des Raffael, Giovanni Santi, starb, als Raffael elf Jahre alt war. Er war ein Maler. Er war kein großer Maler, was das äußere Malen anbetrifft; aber er hatte große Ideen im Kopfe, die er nur nicht auf die Leinwand bringen konnte, weil er keine Technik hatte. Er war auch ein Dichter. In der Phantasie lebte vieles in ihm, aber die physischen Fähigkeiten waren nicht da. Da ging er früh durch die Pforte des Todes. Und nun wirkten seine Kräfte in den Sohn als Maler hinein. In Raffaels Händen und in seiner Phantasie wirkte dasjenige nach, was vom Vater hereinwirken konnte in die physische Welt. Man kann sagen: Der alte Giovanni Santi war in der übersinnlichen Welt ein Maler ohne Hände. Denn er hat gerade das gegeben in einem wunderbaren karmischen Zusammenhang, was mit der durchchristeten Individualität des Täufers zusammen nun in Raffael zum Ausdruck kommen konnte. So musste das Zusammenwirken der übersinnlichen Welt mit der physischen Welt eintreten, um diesen Zusammenhang zu bewirken. Wir sehen, wie die Einflüsse der sogenannten Toten hereinwirken von drüben auf die hier Zurückgebliebenen. ...

[ 14 ] What is theoretically devised about incarnations is, as a rule, completely wrong. It might seem strange that Raphael is the same person as the rugged figure of John the Baptist. How is it, then, that this—so to speak—rugged individuality, which had to prepare the way for the mystery of Golgotha in such a shattering manner and with such force, subsequently manifested itself in the gentle, supple, serene Raphael? The following then comes to light. Raphael’s father, Giovanni Santi, died when Raphael was eleven years old. He was a painter. He was not a great painter in terms of his outward technique; but he had great ideas in his mind that he simply could not translate onto the canvas because he lacked the technical skill. He was also a poet. Much lived within him in his imagination, but the physical abilities were lacking. So he passed through the gate of death at an early age. And now his powers worked their way into his son as a painter. In Raphael’s hands and in his imagination, that which could flow from the father into the physical world continued to take effect. One might say: Old Giovanni Santi was, in the supersensory world, a painter without hands. For, within a wondrous karmic connection, he contributed precisely what, together with the Christ-infused individuality of John the Baptist, could now find expression in Raphael. Thus, the interaction between the supersensible world and the physical world had to take place in order to bring about this connection. We see how the influences of the so-called dead work from the other side upon those left behind here. ...

[ 15 ] Noch für etwas anderes hat das Erdenleben seine wichtige Mission. Wenn wir hindurchgegangen sind durch die Pforte des Todes, müssen wir, damit wir nicht einsam sind, damit wir wissen können von anderen Seelen, diesen Seelen begegnen. Wir können mit anderen Seelen drüben zusammen sein, aber nichts von ihnen wissen. Hier muss man mit den Seelen eine Beziehung anknüpfen, um drüben sich zu kennen. Die Seelen können in der geistigen Welt durch einander durchgehen und nichts voneinander wissen. Deshalb ist es auch [drüben] wichtig, dass wir vorgelesen bekommen von Menschen [von hier], die wir hier gekannt haben. Durch die Beziehungen, die hier angeknüpft werden, schaffen wir die Beziehungen für drüben. Wir begründen also Gesellschaften, Freundschaften auf spiritueller Grundlage, um Zusammenhänge zu schaffen, die über den Tod hinausragen. Nicht also aus einer bloßen Vorliebe, sondern aus Notwendigkeit, die über den Tod hinausragt, versuchen wir in eine Art Gesellschaftsform zu bringen, was wir als spirituelles Leben in uns hereinfließen lassen wollen. Und so sehen wir, wie dadurch, dass der Mensch hier auf der Erde Beziehungen anknüpft zu anderen Seelen, er kein Einsiedler bleiben muss gegenüber der Menschheit in der Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, sondern dass er auch dort ein geselliges Wesen sein kann. Verständnis nach dem Tode für die anderen Seelen haben wir nur, wenn wir versuchen, hineinzuschauen in die anderen Seelen. Daher lassen wir es uns angelegen sein, dass wir nicht abgeschlossen sind von seelisch ferner stehenden Seelen, hineinzublicken in das Seelenleben auch solcher uns ferner stehenden Seelen. Wir studieren Religionen, weil wir gar nichts wissen können von einer Seele, deren Glaubensinhalte uns fern liegen. So knüpfen wir mit den Seelen, die uns näher stehen, die uns nahestehen ein enges Band. Aber hinauskommen können wir und herankommen können wir auch an die Menschen, mit deren Glaubensleben wir uns hier beschäftigen. Man muss verstehen lernen den Scher, um zu erfahren, dass er gar nicht anders kann, als das, was er weiß, auch an die anderen Menschen heranzubringen, damit das Notwendige in der Welt geschehe[, die Erdenmission erfüllt werde].

[ 15 ] Earthly life has another important mission as well. Once we have passed through the gate of death, we must encounter other souls so that we are not alone and so that we may come to know them. We can be together with other souls on the other side, but know nothing about them. Here, we must establish a relationship with these souls so that we may know one another on the other side. In the spiritual world, souls may pass each other by without knowing anything about one another. That is why it is also important [on the other side] for us to have passages read to us by people [from here] whom we knew in this life. Through the relationships we form here, we create the bonds that will carry over to the other side. We therefore establish communities and friendships on a spiritual foundation in order to create connections that extend beyond death. Not out of mere preference, but out of a necessity that extends beyond death, we seek to shape into a kind of social form what we wish to allow to flow into us as spiritual life. And so we see how, by forming relationships with other souls here on Earth, a person need not remain a recluse in relation to humanity in the world between death and a new birth, but can be a social being there as well. We can only have understanding for other souls after death if we try to look into the lives of those other souls. Therefore, let us make it a point not to shut ourselves off from souls who are spiritually distant from us, but to look into the inner life of even those souls who are further removed from us. We study religions because we can know nothing at all about a soul whose beliefs are foreign to us. In this way, we forge a close bond with the souls who are closer to us, who are dear to us. But we can also reach out to and draw closer to the people whose spiritual lives we are exploring here. One must learn to understand Scher in order to realize that he cannot help but share what he knows with others, so that what is necessary may come to pass in the world [and the mission on Earth may be fulfilled].

[ 16 ] Allerdings, ein völliges Bewusstsein von ihrem Hereinwirken in die physische Welt können nur die Seelen haben, welche hier Spirituelles aufgenommen haben. Und da möchte ich auch, weil wir ja immer genauer diese Dinge kennenlernen müssen, eine Tatsache hervorheben, die sehr bedeutsam, wenn auch schwer verständlich ist.

[ 16 ] However, only those souls who have absorbed spiritual knowledge here can have a complete awareness of their influence on the physical world. And since we must come to understand these things with ever greater precision, I would also like to highlight a fact that is very significant, even if it is difficult to understand.

[ 17 ] Nehmen wir eine Seele, die sich hier nicht gekümmert hat um die übersinnliche Welt. Diese Seele kann mit ihren Absichten hereinwirken in die physische Welt. Aber was dieser Seele fehlen kann, das ist, dass sie zwar sozusagen - wenn die Seelen, die zurückgeblieben sind, im Spirituellen zu leben verstehen - sie schauen kann; aber es fehlt dieser Seele, die kein spirituelles Leben in sich gepflegt hat, ein Bewusstsein [davon], dass ihre Absichten [in die physische Welt] hineingehen.

[ 17 ] Let us consider a soul that has not concerned itself with the supersensory world here. This soul can influence the physical world through its intentions. But what this soul may lack is this: although it can, so to speak—if the souls who have remained behind know how to live in the spiritual realm—see them, this soul, which has not cultivated a spiritual life within itself, lacks an awareness that its intentions extend into the physical world.

[ 18 ] Es fehlt aber nur als lebendiges Wissen. Es ist ein gewisser Unterschied, nicht wahr, ob Sie in unmittelbarem Verkehr mit Ihren Mitmenschen leben oder ob Sie verhindert werden, in unmittelbarem Verkehr zu leben, und dennoch unsichtbar ihre Absichten auf Sie übergehen würden, und Sie sähen alles wie in einem Spiegel. Der Tote, der ohne spirituelles Wissen in die geistige Welt gegangen ist, sendet seine Absichten; aber das Bewusstsein ist wie eine Fata Morgana. Und das ist eine viel geringere Befriedigung als das unmittelbare Wissen: Jetzt hast du diese Absicht, die sendest du herunter. Dieses unmittelbare Wissen aber des Zusammenhanges mit den Lebenden, nur derjenige kann es haben, der hier schon ein spirituelles Leben aufgenommen hat - oder der durch das Vorlesen spiritueller Ideen nach dem Tode belehrt wird. Dieses Vorlesen kann das Wissen ersetzen. Und das wird sich nach und nach entwickeln, dass der Mensch auch hier auf der Erde sich ein Bewusstsein erringen wird von dem Hereinwirken der Toten, dass also nicht nur einseitig hinaufgewirkt wird in die Region des Übersinnlichen durch das, was die Menschen hier machen, sondern die Menschen werden, je tiefer sie sich einleben in die übersinnliche Welt, auch dazu sich nach und nach erheben, ein Bewusstsein zu haben von dem, was von drüben kommt.

[ 18 ] But it is lacking only as living knowledge. There is a certain difference, isn’t there, between living in direct contact with your fellow human beings and being prevented from living in direct contact with them—yet having their intentions pass onto you invisibly, so that you would see everything as if in a mirror. The dead person who has entered the spiritual world without spiritual knowledge sends out their intentions; but this awareness is like a mirage. And that is far less satisfying than direct knowledge: “Now you have this intention; you are sending it down.” But this direct knowledge of the connection with the living can be possessed only by those who have already embraced a spiritual life here—or who, after death, are instructed through the reading aloud of spiritual ideas. This reading aloud can substitute for that knowledge. And this will gradually develop: that human beings here on Earth, too, will attain an awareness of the influence of the dead; that is to say, it is not merely a one-sided influence upward into the region of the supersensible through what people do here, but rather, the deeper people immerse themselves in the supersensible world, the more they will gradually rise to to become aware of what comes from the other side.

[ 19 ] Allerdings sind wir heute erst am Anfang der theosophischen Entwicklung. Daher wird von dem, was jetzt gesagt wird, noch wenig bemerkt. Aber man wird es immer mehr bemerken. Man wird Augenblicke haben, wo man ganz deutlich wird bemerken können, wie die Toten zurückwirken. Nicht jeder Augenblick unseres Lebens ist dafür günstig, aber diejenigen, die sich mit Theosophie durchdringen können, werden solche Augenblicke haben. Der Mensch erlebt ja eigentlich das Wenigste von dem, was ihn umgibt. Er erlebt nur das, was sich in seiner Umgebung von Stunde zu Stunde abspielt. Aber das ist ja das wenigste von dem, was wirklich da ist oder da sein könnte für uns.

[ 19 ] However, we are only at the beginning of theosophical development today. Therefore, little attention is being paid to what is being said now. But people will become increasingly aware of it. There will be moments when one will be able to perceive quite clearly how the dead exert a influence. Not every moment of our lives is conducive to this, but those who can immerse themselves in Theosophy will have such moments. After all, human beings actually experience very little of what surrounds them. They experience only what takes place in their immediate surroundings from hour to hour. But that is, of course, the very least of what is really there or could be there for us.

[ 20 ] Beispiel eines Mannes, der einen Gang einige Minuten später macht, als er gewohnt ist, und dadurch dem Tode entgeht. Da haben Tote in sein Leben hereingewirkt.

[ 20 ] An example of a man who takes a walk a few minutes later than usual and thereby escapes death. The dead have thus influenced his life.

[ 21 ] In einem solchen Falle merken wir, wie vieles um uns herum nicht geschieht, was geschehen könnte in unserem Leben. Wie wissen Sie denn, was geschehen wäre in Ihrem Leben, wenn Sie, sagen wir, einen Gang drei Minuten früher gemacht hätten, als Sie ihn gemacht haben? Gewiss, es liegen karmische Notwendigkeiten vor; aber es liegen doch tausend Möglichkeiten vor, die nicht zur Tat werden. Es erhebt sich auf dem Boden vieler Möglichkeiten dasjenige, was wirklich geschieht. Gerade in den Momenten, da etwas hätte geschehen können, was nicht geschah, weil wir sozusagen die Gelegenheit versäumt haben, jedes Mal dann ist ein günstiger Augenblick da für das Hereinleuchten der geistigen Welt. Nehmen wir ein Beispiel: Man versäumt durch Verspätung einen Zug. Man sollte so etwas mit Gelassenheit hinnehmen; denn es kann darin Karma wirken. Der Mensch soll sich nach und nach Gelassenheit aneignen. Wenn er das tut, so wird er in solchen Augenblicken, wo ihn ein Unglück hätte treffen können, das er aber versäumt hat, etwas auftreten fühlen wie einen traumhaften Gedanken. Darin wird sich etwas ausdrücken, was ein Toter ihm sagt und was eine wichtige Mitteilung sein kann von drüben.

[ 21 ] In such a case, we realize how many things around us do not happen that could have happened in our lives. How do you know what would have happened in your life if, say, you had taken a step three minutes earlier than you actually did? Certainly, there are karmic necessities; but there are still a thousand possibilities that do not come to pass. What actually happens arises from the ground of many possibilities. Precisely in those moments when something could have happened but did not—because we missed the opportunity, so to speak—there is always a favorable moment for the spiritual world to shine through. Let’s take an example: You miss a train because you’re late. You should accept such a thing with equanimity, for karma may be at work here. A person should gradually cultivate equanimity. When they do so, in those moments when misfortune could have befallen them but did not, they will sense something arising, like a dreamlike thought. In it will be expressed something that a deceased person is telling them—and which may be an important message from the other side.

[ 22 ] Um eine direkte Mitteilung erfahren zu können aus der geistigen Welt, bedarf es einer gewissen Seelenerziehung. Diese Seelenerziehung wird die Theosophie den Menschen geben. Das kann so weit gehen, dass wir zum Beispiel durch jemanden, der vor uns gestorben ist, erleben, dass er sich fortwährend um uns kümmert. Wenn der Betreffende zum Beispiel sehr früh gestorben ist, so hat er gewisse Kräfte, die er in diesem Leben noch hätte verwenden können, gespart. Diese Kräfte bleiben ihm, und die kann er, wenn die Verhältnisse günstig sind, in das Erdendasein hereinsenden. Der Tote kann uns lieb gewonnen haben und uns Kräfte zusenden wollen. Wir gebrauchen auch diese Kräfte, aber wir wissen es nicht im lebendigen Bewusstsein. Da tritt einmal der Fall ein: Wir versäumen ein Unglück, indem wir vielleicht einen Zug nicht bekommen oder dergleichen. Da tritt dann wie ein lebendiges Traumbild die Imagination des Menschen auf, der uns lieb gewonnen hat und uns seine Kräfte sendet. Wir haben dann eine Ahnung von dem Menschen; und es zeigt sich uns dieser Mensch selbst, der sich um uns kümmert. Man wird solche Seele zu deuten verstehen.

[ 22 ] In order to receive a direct message from the spiritual world, a certain degree of spiritual training is required. Theosophy will provide people with this spiritual training. This can go so far that, for example, we may experience that someone who died before us is constantly looking out for us. If the person in question died very young, for example, they have saved up certain forces that they could still have used in this life. These forces remain with them, and when conditions are favorable, they can send them into earthly existence. The deceased may have grown fond of us and wish to send us these forces. We also make use of these forces, but we are not aware of it in our waking consciousness. Then a situation arises: We narrowly avoid a misfortune, perhaps by missing a train or something similar. Then, like a vivid dream image, the imagination of the person who has grown fond of us and is sending us their forces appears. We then have a sense of this person; and this person, who cares for us, reveals themselves to us. One will learn to interpret such a soul.

[ 23 ] Denken Sie einmal, wie es die Liebe, welche die Seelen füreinander haben, vertiefen kann, wenn man weiß, man ist dem, den man hier zurücklässt, nicht entrissen; man kann auf ihn wirken. Und dieses Wirken wird allmählich so sein, dass eine Brücke gebaut werden kann. Wenn man so sich durchsetzt denkt die Seelen, die sich den Toten nahefühlen, und ihre Liebe gestärkt durch die Möglichkeit des Weiteren tätigen Liebens, dann wird Liebe von Seele zu Seele eine Anfachung erfahren durch dasjenige, was Theosophie den Seelen zu geben vermag, die wirklich gegenüber dem, was heute an Liebe aufgebracht werden kann, etwas Großes sein kann. Die Seelen werden überhaupt erst recht zusammengebracht werden können, wenn man weiß: Tot oder lebend gehört man einer Welt an!

[ 23 ] Just think how the love that souls have for one another can deepen when one knows that one has not been torn away from the one left behind here; one can still influence that person. And this influence will gradually become such that a bridge can be built. If one thinks in this way—that the souls who feel close to the dead, and whose love is strengthened by the possibility of continuing to love—then love from soul to soul will be kindled by what Theosophy is able to give to the souls, which can truly be something great compared to what can be mustered in love today. The souls will only truly be brought together when people realize: whether dead or alive, one belongs to a world!

[ 24 ] Die Menschen zu der Erkenntnis zu bringen, dass das Leben drüben oder hier nur eine Änderung der Form ist, das gehört zu der ungeheuer bedeutsamen Mission der Theosophie in unserem gegenwärtigen Menschheitszyklus. Und erst dann verstehen wir diese Mission, wenn wir sie so ansehen, dass wir wirklich die Scheidewand hinwegreißen durch Theosophie, die heute eine so drohende zu werden scheint, dadurch, dass auf der Erde selbst immer mehr und mehr eine materialistische Gesinnung sich ausbreitet. ...

[ 24 ] Helping people realize that life—whether over there or here—is merely a change of form is part of the immensely significant mission of theosophy in our present human cycle. And we will only understand this mission when we view it in such a way that we truly tear down the barrier through Theosophy—a barrier that today seems to be becoming ever more threatening as a materialistic mindset spreads more and more across the Earth itself. ...

[ 25 ] Die Seele ist in dem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nicht weniger beschäftigt als hier. Die Verrichtungen drüben sind zwar andere als hier, aber sie werden vorbereitet hier im Erdenleben. ...

[ 25 ] The soul is no less busy in the life between death and a new birth than it is here. Although the tasks there are different from those here, they are prepared for here in earthly life. ...

[ 26 ] In die physischen Ursachen fließen immer Kräfte hinein, die von Mächten der höheren Welten kommen. [Wenn der Mensch gewissenlos gewesen ist, dann wird er etwas Erschütterndes durchmachen müssen. Dann wird er der Sklave, der Diener derjenigen Wesenheiten, die Krankheit und frühen Tod in die physische Welt hereinbringen müssen.]

[ 26 ] Forces originating from the higher worlds always flow into physical causes. [If a person has been unscrupulous, he will have to go through something traumatic. He will then become the slave, the servant, of those entities who must bring illness and early death into the physical world.]

[ 27 ] Es gibt Menschen, die Enthusiasmus entwickeln, Liebe entwickeln und Eifer in der Arbeit; die gerne das tun, was sie nach ihren Fähigkeiten, nach ihrem Karma zu tun haben. Es gibt zahlreiche Berufsarten, in denen die Menschen aber wirklich nicht mit Enthusiasmus arbeiten können; und das wird immer mehr heraufkommen. Deshalb tritt die Notwendigkeit ein, dass die Seelen, die pflichtgetreu ihrem Beruf nachgehen, doch etwas haben können, in das sie mit Enthusiasmus hineingehen können. Durch Theosophie kann der Mensch etwas haben, das er mit Liebe und Enthusiasmus tut, wodurch sich Kräfte in unserer Seele entwickeln. Dadurch können wir drüben Diener werden derjenigen Kräfte der höheren Hierarchien, welche Frische, Wachstum, Gesundheit in das Erdenleben hineingießen.

[ 27 ] There are people who develop enthusiasm, love, and zeal for their work; who enjoy doing what they are meant to do according to their abilities and their karma. There are numerous types of professions, however, in which people really cannot work with enthusiasm; and this will become increasingly common. Therefore, it becomes necessary for souls who dutifully pursue their professions to have something they can engage in with enthusiasm. Through Theosophy, a person can find something to do with love and enthusiasm, through which forces develop within our soul. In this way, we can become servants of those forces of the higher hierarchies that infuse earthly life with freshness, growth, and health.

[ 28 ] Alle diese Zusammenhänge öffnen uns sozusagen den Blick über den Tod hinaus und durchdringen unsere Seele mit dem Bewusstsein, dass sie dem Makrokosmos angehört und dass die Seele lebt, indem sie hier auf Erden lebt, nicht nur für das physische Dasein lebt, sondern dass sich hier wichtige Kräfte entwickeln, die in einer vollen Bedeutung sich ausleben werden zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Und wir bekommen die Möglichkeit, unser Leben so einzurichten, dass wir nicht Verhinderer sind einer gedeihlichen Fortentwicklung der Menschheit und der Welt, sondern dass wir immer mehr solche Kräfte entwickeln, die an der gedeihlichen Fortentwicklung mitwirken. - Das können wir als die Mission der Theosophie ansehen.

[ 28 ] All these connections, so to speak, open our eyes to what lies beyond death and imbue our soul with the awareness that it belongs to the macrocosm, and that the soul lives by living here on Earth—not merely for the sake of physical existence—but that important forces are developing here which will find their full expression between death and a new birth. And we are given the opportunity to organize our lives in such a way that we do not hinder the flourishing development of humanity and the world, but rather that we increasingly develop the forces that contribute to that flourishing development. — We can regard this as the mission of Theosophy.