Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

Supplements to Member Lectures
GA 246

25 April 1913, Elberfeld

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

Supplements to Member Lectures, tr. SOL
  1. Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge

59. Von der Notwendigkeit, Reinkarnation und Karma denken zu lernen

59. On the Necessity of Learning About Reincarnation and Karma

[ 1 ] Erst die Theosophie wird Klarheit geben über die Worte:

[ 1 ] Only theosophy will shed light on the words:

Und die Elohim sahen an, was sie gemacht hatten, und siehe da, es war sehr gut.

And the Elohim saw what they had made, and behold, it was very good.

[ 2 ] (Es war zum Besten). Solche Worte werden gelesen, aber sie werden heute nicht mehr verstanden. Sie werden sogar so wenig verstanden, dass unsere religiösen Urkunden, die die tiefste Weisheit enthalten, von Tag zu Tag immer mehr Gegner finden werden; Gegner, die verhältnismäßig ungefährlich sind in den Kreisen der sich oftmals als Materialisten bekennenden Menschen. Wie viele gibt es unter diesen, die sich als Materialisten bekennen und die da glauben, über solche Worte überhaupt schon hinwegsehen zu können als über kindliche Dichtungen früherer Zeitalter. Diese überklugen Menschen, sie sind für die Wirkung der religiösen Urkunden auf die Menschheit zwar bedauerlich, aber sie sind im Grunde genommen doch weniger gefährlich. Denn ihnen gegenüber wird sich die Tatsache ergeben, dass Geisteswissenschaft immer mehr hineinleuchten wird in den wahren Sinn der religiösen Urkunden. Und dass endlich durch ihre Absurdität diese materialistisch gesinnten Menschen sich selbst sozusagen auslöschen werden mit ihren Anschauungen. Das ist etwas Bedauerliches.

[ 2 ] (It was for the best). Such words are read, but they are no longer understood today. In fact, they are so little understood that our religious texts, which contain the deepest wisdom, will find more and more opponents with each passing day—opponents who are relatively harmless in the circles of people who often profess to be materialists. How many are there among those who profess to be materialists who believe they can simply dismiss such words as childish fictions of earlier ages? These self-proclaimed wise people are, admittedly, regrettable in terms of the impact of the religious texts on humanity, but they are, in the final analysis, less dangerous. For they will be confronted with the fact that Spiritual Science will shed ever more light on the true meaning of the religious texts. And that, ultimately, due to their absurdity, these materialistically minded people will, so to speak, extinguish themselves along with their views. That is a regrettable thing.

[ 3 ] Viel gefährlicher ist das, dass heute unter den Theologen der verschiedensten Bekenntnisse es eine große Reihe von Menschen gibt, welche selbst, trotzdem sie das äußere Amt haben, diese Urkunden zu verstehen, sich keine Mühe mehr geben, über den materialistisch-buchstäblichen Sinn dieser Urkunden hinauszukommen. Und es ist umso bedauerlicher, als ja von dieser theologischen Seite gesagt werden kann, dass sie im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts einen unsäglichen Fleiß aufgewendet hat, um endlich herauszubekommen das, was der krasseste Irrtum über die religiösen Urkunden ist. Wenn man die Menschen nach ihrem Fleiß beurteilt, so könnte man sagen, man müsste bewundern alles, was geleistet worden ist. (Apokalypse und fünf Bücher Moses). Wenn man aber über den Wert dessen, was da zutage trat, urteilen will, so kommt man zu einem anderen Urteil, das wirklich schlimm ausfallen muss, weil für den spirituellen Gehalt, für die Tiefe der religiösen Urkunden in den Kreisen, die sie amtlich vertreten, jedes Verständnis ausgestorben ist, und weil gerade dort die gründliche Ablehnung jeder spirituellen Einwirkung heute offen zutage tritt.

[ 3 ] Far more dangerous is the fact that today, among theologians of the most diverse denominations, there is a large group of people who—even though they hold the official position of interpreting these documents—no longer make any effort to move beyond the materialistic, literal meaning of these documents. And this is all the more regrettable given that, from a theological perspective, it can be said that over the course of the nineteenth century, they expended unspeakable diligence to finally uncover what constitutes the most glaring error regarding religious texts. If one were to judge people by their diligence, one might say that one would have to admire everything that has been accomplished. (The Apocalypse and the Five Books of Moses). But if one wishes to judge the value of what has come to light, one arrives at a different conclusion—one that must indeed be grim—because any understanding of the spiritual content and depth of the religious texts has died out in the very circles that officially represent them, and because it is precisely there that a thorough rejection of any spiritual influence is now openly evident.

Und die Elohim sahen, was sie gemacht hatten, und siehe da, es war sehr gut!

And the Elohim saw what they had made, and behold, it was very good!

[ 4 ] Solche Worte sind nicht hingeschrieben, um angeführt zu werden in dem trivialen Sinn, der heute für sie aufgebracht wird, sondern solche Worte stehen da, auf dass sie einschlagen sollen in die Menschenherzen, dass sie weckend wirken sollen für eine besondere spirituelle Weisheit, die schlummert in den Seelen und herausgeholt werden soll durch den Donnerschlag, mit dem solche Worte empfangen werden sollen.

[ 4 ] Such words are not written to be quoted in the trivial sense in which they are used today, but rather they are written so that they may strike deep into people’s hearts, so that they may serve to awaken a special spiritual wisdom that lies dormant in the soul and is to be brought forth by the thunderclap with which such words are to be received.

[ 5 ] Was heißt das denn: «Es war alles sehr gut»? Das Wort «gut» bedeutet hier, dass die Elohim sahen in dem Augenblick, der gemeint ist, dass die Einrichtung der Welt, die Einrichtung der Erde, die auf die Verkörperung des Mondes gefolgt war, wirklich durchzogen war von dem, das man nennen kann: Es war über ihr der Hauch von moralischer Güte in allem.

[ 5 ] What does that mean: “It was all very good”? The word “good” here means that at the moment in question, the Elohim saw that the creation of the world—the creation of the Earth, which had followed the embodiment of the Moon—was truly permeated by what one might call: the breath of moral goodness was present in everything above it.

[ 6 ] Ja, jetzt sieht der Mensch, wenn er sein Auge hinausrichtet, Luft. Und er kommt darauf als Chemiker: Sie besteht aus Sauerstoff und Stickstoff und so weiter. Er nimmt wahr Wolken, Wind, Regen, Sonne, die Reiche der Natur. Aber er nimmt nicht wahr, dass mit dem Luftzug, dem Wind ein moralischer Hauch über die Erde hingegangen war, dass die Natur zugleich eine moralische Substanz sei.

[ 6 ] Yes, when a person looks out, they see air. And as a chemist, they conclude: It consists of oxygen and nitrogen and so on. They perceive clouds, wind, rain, the sun—the realms of nature. But they do not perceive that, along with the breeze and the wind, a moral breath has passed over the earth, that nature is at the same time a moral substance.

[ 7 ] Das Wort am Anfang der Bibel bedeutet aber, dass, ebenso wie die bloß natürliche Luft die Erde einhüllt, so über die Erde ausgegossen wurde moralische Güte, denn die Elohim sahen, dass «alles Güte» war.

[ 7 ] However, the word at the beginning of the Bible means that, just as the mere natural air envelops the earth, so moral goodness was poured out over the earth, for the Elohim saw that “everything was good.”

[ 8 ] Versuchen wir einmal einzudringen in den Sinn dieser Worte: Sie sahen, dass alles gut war. Nehmen wir an, es wäre so geblieben, wie es dazumal war, als die Elohim es anschauten. Ja, dann wäre es so auf der Erde, dass der Mensch, der eine Lüge sagt, der etwas sagt, was nicht wahr ist, bei dieser Lüge, bei dieser Unwahrheit spüren müsste, wie das Blut in seine Augen getrieben würde und wie seine Augen getrübt werden dadurch, dass er eine Lüge ausgesprochen hat. Von dieser tiefen Wirkung, die da veranlagt war durch die Elohim, ist ja dem Menschen nur ein schwacher Abglanz zurückgeblieben; nämlich der schwache Abglanz des Schamgefühls. Das Blut wird ins Gesicht getrieben, wenn Sie eine Lüge gesagt haben. Sie schämen sich, und man kann Ihnen das ansehen. Das war in einem viel höheren Grade veranlagt, sodass, wenn eine Lüge kam, das Blut ins Gesicht gestiegen wäre - das Blut war nur noch nicht so dicht -, und es hätte verfinstert das Gesicht. Sodass der, der gelogen hätte, blind geworden wäre für eine Zeit lang und erst wieder sehend hätte werden können, wenn er die Wahrheit an die Stelle der Lüge gesetzt hätte. Und ähnlich wäre es mit allen moralischen Verfehlungen gegangen. Und wenn jemand in einen Irrtum verfallen wäre, so hätte er dagegen auch einen Schutz gehabt, denn es hätten dann seine Sinne zwar nicht so versagt wie bei den moralischen Verfehlungen, aber er hätte es an dem Blutleerwerden seiner Sinne bemerkt. Er hätte daran bemerkt, dass er sich anstrengen muss, aus dem Irrtum wieder herauszukommen.

[ 8 ] Let’s try to grasp the meaning of these words: They saw that everything was good. Let’s suppose things had remained as they were back then, when the Elohim looked upon them. Yes, then it would be the case on Earth that a person who tells a lie—who says something that is not true—would, upon telling that lie, upon uttering that untruth, feel the blood rush to his eyes and his eyes become clouded as a result of having spoken a lie. Of this profound effect, which was originally instilled by the Elohim, only a faint echo remains in human beings—namely, the faint echo of the sense of shame. Blood rushes to your face when you have told a lie. You feel ashamed, and it shows on your face. This was originally intended to a much greater degree, so that when a lie was told, blood would have rushed to the face—though the blood was not yet as thick—and it would have darkened the face. So that the one who had lied would have become blind for a time and could only regain sight once he had replaced the lie with the truth. And the same would have been true of all moral transgressions. And if someone had fallen into error, they would have had protection against it as well, for although their senses would not have failed them in the same way as with moral transgressions, they would have noticed it by the loss of blood to their senses. They would have realized from this that they had to make an effort to extricate themselves from the error.

[ 9 ] Kurz, was im Menschen vorgegangen wäre als moralische Geschehnisse, das wären zugleich natürliche Geschehnisse gewesen, und der Mensch hätte an der Ohnmacht seiner Sinne bemerkt, dass er Unrecht getan hat. Die Sinne des Menschen waren darauf berechnet, ein Barometer zu sein für seinen moralischen Zustand.

[ 9 ] In short, whatever would have taken place within a person as moral events would at the same time have been natural events, and the person would have realized, through the powerlessness of his senses, that he had done wrong. A person’s senses were designed to serve as a barometer of his moral state.

[ 10 ] Verfinstert also hätten sich die Augen dadurch, dass der Mensch eine Lüge gesagt hätte, jemand betrogen hätte und so weiter. Betäubt hätten sich die Ohren, wenn der Mensch hingehört hätte auf irgendetwas, was unehrlich oder dergleichen war. Eine moralische Weltordnung wäre ausgegossen gewesen über die ganze Erde. Und davon, dass es so war, hätten die Elohim gesagt: Und siehe da, es ist überall so gut geblieben. - Denn das Gute äußert sich in den natürlichen Wirkungen.

[ 10 ] Thus, a person’s eyes would have been darkened by telling a lie, deceiving someone, and so on. A person’s ears would have been numbed if they had listened to anything dishonest or the like. A moral world order would have been poured out over the entire earth. And because this was so, the Elohim would have said: “And behold, it has remained so good everywhere.”—For goodness manifests itself in natural effects.

[ 11 ] Dann erst versteht man vollständig den tiefen Einfluss desjenigen, was wir den luziferischen Impuls nennen, wenn wir wissen, dass durch Luzifer und seinen Einfluss die Sache so wurde, wie sie jetzt ist. Und dann erst versteht man auch die Worte Luzifers:

[ 11 ] Only then can one fully understand the profound influence of what we call the Luciferic impulse, when we realize that it is through Lucifer and his influence that things have become as they are today. And only then can one also understand Lucifer’s words:

Eure Augen werden aufgetan werden und ihr werdet unterscheiden das Gute und das Böse.

Your eyes will be opened, and you will be able to distinguish between good and evil.

[ 12 ] Unterscheiden heißt in diesem Falle: Ihr werdet es bloß eurem Urteil übergeben haben, nicht mehr eurem Schmerz. Der Kühle des Verstandes werdet Ihr es übergeben haben.

[ 12 ] In this case, “distinguishing” means: You will have left it solely to your judgment, no longer to your pain. You will have left it to the coolness of reason.

[ 13 ] Und so kann man sagen: Durch Luzifer ist etwas über den Menschen gekommen, was uns noch einen ganz anderen Schlaf zeigt als den gewöhnlichen Schlaf der Nacht. Einen Schlaf gegenüber dem, was eigentlich die natürliche Wirkung des Moralischen sein soll, schläft der Mensch zwischen Geburt und Tod immer. Denn nur dadurch, dass sein Auge unempfänglich geworden ist so weit, dass er sich nicht mehr sein Auge blendet, indem er lügt, dadurch ist der Mensch so geworden, wie er jetzt ist. Dadurch ist er zugleich gegenüber den natürlichen Wirkungen des Moralischen in einem Schlafzustand. Das, was vom Moralischen kommt, das spricht zu ihm durch sein moralisches Urteil oder durch das Gewissen. Aber das, was eigentlich ein Gutes in der Welt bewirken sollte, das bewirkt es nicht - durch den luziferischen Einfluss. Es bewirkt es nicht!

[ 13 ] And so one can say: Through Lucifer, something has come upon humankind that reveals to us a sleep quite different from the ordinary sleep of the night. A sleep in contrast to what is actually supposed to be the natural effect of morality—this is the sleep in which human beings are always immersed between birth and death. For it is only because their eyes have become so insensitive that they no longer blind themselves by lying that human beings have become what they are today. As a result, they are simultaneously in a state of sleep with regard to the natural effects of morality. That which comes from morality speaks to them through their moral judgment or through their conscience. But that which should actually bring about good in the world does not—due to the Luciferic influence. It does not bring it about!

[ 14 ] Wir müssen aber eigentlich sagen, es bewirkt es nicht zwischen Geburt und Tod. Denn dadurch, dass der luziferische Einfluss kam, wurde eben der menschliche Körper so dicht gemacht von den geistigen Wesen, die den Fortschritt bewirken, dass der dichte Leib eben nicht mehr so wirken kann. Ich sagte ja, das Blut wäre dünner [geblieben]. Es ist dicht gemacht worden, damit der Mensch im Wachzustand nicht merkt, wenn er nun doch eine Lüge sagt, dass da eigentlich für ihn die denkbar größte Gefahr vorliegt, nämlich die Gefahr, sich zu blenden oder andere Sinne zu beeinträchtigen. Diese Gefahr liegt aber immer vor. Und weil diese Gefahr vorliegt und der Mensch sich durch seinen dichten Leib nur einlullt gegen diese Gefahr, kommt die Einsicht in diese Gefahr umso bedeutungsvoller an den Menschen heran, wenn er nicht physisch ist zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Daher kommt, wenn der Mensch eine Lüge sagt, die ihn eigentlich blenden müsste, die ihn nicht blendet, es kommt eine Kraft zustande in seinem Innern, und diese Kraft bleibt. Es ist eine gleichsam zurückgestaute Kraft. Und sie bleibt, wenn die Zeit kommt, wo mit besonderer Lebhaftigkeit vor der Seele auftaucht: Das hätte mit dir geschehen müssen durch deine damalige Lüge; es ist nur nicht geschehen, weil dein Leib zu dicht war. Du wirst aber einmal eine Entwicklung durchmachen müssen, da diese Kraft sich zurückgestaut hat. Und da entsteht dann in der Seele der Wille, die Lüge wiedergutzumachen unter den gleichen Verhältnissen, unter denen sie begangen ist, in einem nächsten Leben.

[ 14 ] But we really have to say that it doesn’t have that effect between birth and death. Because when the Luciferic influence came, the human body was made so dense by the spiritual beings who bring about progress that the dense body can no longer function in that way. As I said, the blood would have remained thinner. It has been made dense so that, in the waking state, a person does not realize—when he tells a lie—that the greatest conceivable danger actually lies in store for him: namely, the danger of deceiving himself or impairing his other senses. But this danger is always present. And because this danger exists—and because human beings are merely lulled into a false sense of security against it by their dense body—the realization of this danger becomes all the more significant to them when they are not in the physical state between death and a new birth. Therefore, when a person tells a lie that should actually blind them but does not, a force arises within them, and this force remains. It is, as it were, a pent-up force. And it remains until the time comes when the following thought arises with particular vividness before the soul: “This is what should have happened to you because of the lie you told back then; it simply did not happen because your body was too dense.” But you will one day have to undergo a process of development, since this force has been dammed up. And then the will arises in the soul to make amends for the lie under the same circumstances under which it was told, in a future life.

[ 15 ] Hier haben Sie die Wirkungen des Karmas unmittelbar dargestellt. Der Mensch kann nicht ein Unrecht begehen, das nicht eine Kraft zurücklässt, die sich deutlich zeigt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Diese Kraft macht dann im Menschen die Sehnsucht rege, das Unrecht wiedergutzumachen. So wird bewirkt das, was von den Elohim vorausbestimmt war, dass es auf der Erde selbst [hätte] geschehen [sollen].

[ 15 ] Here, the effects of karma are presented directly. A person cannot commit a wrong that does not leave behind a force which manifests itself clearly between death and a new birth. This force then stirs within the person a longing to make amends for the wrong. Thus is brought about what the Elohim had predetermined to [have] happened on Earth itself.

[ 16 ] Die Anschauung, dass der Mensch, wenn er durch die Pforte des Todes gegangen ist, zurückblickt auf das irdische Leben, weil in ihm alle die Kräfte wirken, die ihm zeigen, was er nicht recht gemacht hat auf der Erde, diese Anschauung hatte sogar Aristoteles. Aber er hatte davon noch eine andere Anschauung. Er wusste nämlich nichts von Reinkarnation. Und daher sehen wir bei Aristoteles auftauchen einen Gedanken, der ganz im Ernste ein paar Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung bei Aristoteles auftritt, der aber eigentlich furchtbar ist; dennoch ist er da. Weil Aristoteles noch kein Tor war wie die modernen Materialisten, und nicht glaubte, das Leben lösche mit dem Tode aus, und alles Unrecht sei ausgelöscht, wusste er noch, dass die Seele durch den Tod schreitet und dass nichts ausgelöscht ist von dem, was der Mensch getan hat auf Erden. Aber er wusste nichts von einer Wiederkunft, von einer Wiederverkörperung. Daher war ihm die Zeit, die kommen musste, wenn eine Seele durch den Tod geschritten ist und auf ihr Unrecht nun ewig zurückblicken muss, darum war ihm der Gedanke an diese Zeit nach dem Tode etwas Furchtbares. Wir wissen heute, dass die Hälfte des aristotelischen Gedankens, der ja im griechisch-lateinischen Zeitalter der richtige war, dass die Seele zurückblicken muss auf ihr Unrecht, dass diese Hälfte der aristotelischen Anschauung richtig ist. Wir wissen aber auch heute, dass die Seele die Gegenkräfte entwickeln kann und im nächsten Leben den Ausgleich für begangenes Unrecht schaffen kann. Das ist das große, bedeutungsvolle der Lehre von der Reinkarnation, dass sie uns auch mit einer tieferen Einsicht in die spirituellen Weltenzusammenhänge auszusöhnen vermag; auszusöhnen vermag im großen Stil, der uns ja durchweht, wenn wir einen Einblick gewinnen in die weisheitsvolle Weltenordnung.

[ 16 ] The view that when a person has passed through the gate of death, they look back on their earthly life because all the forces are at work within them that show them what they did not do right on Earth—even Aristotle held this view. But he also held another view on the matter. For he knew nothing of reincarnation. And so we find a thought emerging in Aristotle—a thought that appears quite seriously in his work a few centuries before the Christian era—which is, in fact, terrible; yet it is there. Because Aristotle was not yet a fool like the modern materialists, and did not believe that life is extinguished with death, nor that all wrongdoing is erased, he still knew that the soul passes through death and that nothing is erased of what a person has done on Earth. But he knew nothing of a return, of reincarnation. Therefore, the time that was bound to come—when a soul has passed through death and must now look back eternally on its wrongdoing—was, for him, a terrifying prospect. We know today that half of the Aristotelian concept—which was, after all, the correct one in the Greco-Latin era—namely, that the soul must look back upon its wrongdoings—that this half of the Aristotelian view is correct. But we also know today that the soul can develop the counterforces and, in the next life, make amends for the wrongs it has committed. This is the great, profound significance of the doctrine of reincarnation: that it is also capable of reconciling us with a deeper insight into the spiritual interconnections of the worlds; capable of reconciling us on the grand scale that sweeps through us when we gain insight into the wise order of the worlds.

[ 17 ] Daraus aber, wenn man eine solche Weltbetrachtung anstellt, sieht man zugleich, dass das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt abhängig ist von dem Leben, das wir hier durchgemacht haben.

[ 17 ] But from this—if one adopts such a view of the world—one sees at the same time that life between death and a new birth depends on the life we have lived here.

[ 18 ] Und da darf ich wohl auch hier hinweisen auf einen Gedanken, den man oft hören konnte und heute noch hört - gewiss sind auch hier Freunde, die diesen Gedanken schon gehört haben: Es sagen einem manchmal die Menschen: Nun, was drüben ist, das wird sich ja zeigen. Warum brauchen wir uns hier darum zu kümmern? Wir werden dann ja schon alles erfahren.

[ 18 ] And here, too, I should probably point out a line of thinking that one used to hear often and still hears today—surely there are friends here who have already heard this: People sometimes say to you, “Well, we’ll see what happens over there. Why do we need to worry about it here? We’ll find out everything soon enough.”

[ 19 ] So natürlich dieser Gedanke erscheint, so unsinnig ist er. Denn der Mensch, der sich hier nicht kümmert um das Spirituelle, der geht so durch den Tod, dass er eintritt dann in die Welt nach dem Tode als in eine Welt, die für ihn wie finster ist. Denn das müssen wir uns zur Klarheit bringen, dass wir zwar nach dem Tode in die geistige Welt hineingehen, dass wir aber das Licht, das diese Welt beleuchtet, in uns tragen müssen. Dieses Licht müssen wir hier zubereitet haben, sonst sehen wir nichts in dieser geistigen Welt. Derjenige also, der da glaubt, sich hier nicht kümmern zu brauchen um das seelisch-geistige Dasein, der tritt in die geistige Welt mit dem Tode ein wie jemand, der in ein finsteres Zimmer geht und kein Licht mitnimmt; der sagt, warum soll ich denn im Nebenzimmer schon ein Licht nehmen, ich werde ja sehen, was in dem dunklen Zimmer ist. Was müssen wir denn drüben gewinnen? Die Kräfte, die wir ins neue Erdenleben mitnehmen müssen. Wir werden mit Fähigkeiten geboren. Das, was uns in der Vererbungslinie übergeben wird, das erstreckt sich in Bezug auf den feineren Bau des Gehirns nicht auf alle Einzelheiten.

[ 19 ] As natural as this idea may seem, it is just as nonsensical. For the person who pays no attention to the spiritual here passes through death in such a way that he then enters the world beyond death as if it were a world that is as dark as night to him. For we must make this clear to ourselves: although we do enter the spiritual world after death, we must carry within us the light that illuminates that world. We must have prepared this light here on earth; otherwise, we will see nothing in that spiritual world. So the person who believes they need not concern themselves here with spiritual and soul life enters the spiritual world at death like someone who walks into a dark room without bringing any light; they say, “Why should I turn on a light in the next room? I’ll see what’s in the dark room anyway.” What, then, must we gain over there? The powers we must take with us into our new earthly life. We are born with certain abilities. What is passed down to us through heredity does not extend to every detail regarding the finer structure of the brain.

[ 20 ] Sie würden sonderbare Augen machen, wenn Sie sehen könnten, wie ein Gehirn ausschauen würde, wenn es nur die vererbten Eigenschaften hätte. Wenn man nur ein solches Gehirn bekommen könnte, so könnte man gerade damit ausreichen bis zu etwas, was man bis zum fünfzehnten Jahr zu tun hat. Denn da hat man alle Eigenschaften schon zusammen, die einem vererbt sind. Man könnte mit einem solchen Gehirn auch nichts lernen. Alle Eigenschaften aber, die dem Gehirn aufgeprägt werden in seiner feineren Struktur, die müssen eingegraben werden in dieses Gehirn. Von der frühesten Zeit an muss die Individualität schon an der feinsten Struktur des Gehirns arbeiten. Alle die Kräfte aber muss die Individualität bekommen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

[ 20 ] You’d be quite surprised if you could see what a brain would look like if it possessed only its inherited traits. If one could obtain such a brain, it would be sufficient only for what one has to do up to the age of fifteen. By then, one already possesses all the traits that have been inherited. One could not learn anything with such a brain. However, all the characteristics that are imprinted on the brain’s finer structure must be engraved into it. From the very earliest stages, the individuality must already be working on the brain’s finest structure. Yet the individuality must acquire all these powers between death and a new birth.

[ 21 ] Diese Fähigkeiten bekommt sie auch, wenn alles regelmäßig geht von den Exusiai, Dynamis, den Geistern der Weisheit, Kyriotetes. Von jedem dieser Wesenheiten bekommen wir, wenn wir an ihnen drüben vorbeigehen, wenn wir mit ihnen zusammen sind, Kräfte zum Ausbauen eines Gehirns. Wir können aber diese Kräfte nur aufnehmen, wenn wir ein Licht mitbringen; sonst bekommen wir die Kräfte nicht.

[ 21 ] She also receives these abilities when everything proceeds regularly from the Exusiai, Dynamis, the spirits of wisdom, and Kyriotetes. From each of these entities, when we pass by them over there, when we are together with them, we receive powers to develop the brain. However, we can only absorb these powers if we bring a light with us; otherwise, we do not receive them.

[ 22 ] So können Sie sehen, wie ein Mensch, der sich hier nicht kümmert um Spirituelles, wie der hineintappt in die Finsternis; wie er vorbeikommt an den Wesen der höheren Hierarchien und ihre Kräfte nicht entgegennehmen kann, weil er sich das Feld nicht beleuchten kann. Daher sehen wir, wie ein solcher Mensch, der sich nicht kümmert um solche Angelegenheiten, durch eine Dunkelheit geht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt; dass er nicht in richtiger Weise die Kräfte entgegennehmen kann; dass er daher mit nicht ausreichenden Kräften wiederum in ein neues Dasein tritt und die feineren Strukturen des Gehirns, des Herzens nicht ausbauen kann; mit einem verkümmerten Leib und mit einer geringen Anlage, das Richtige zu tun, wenn er zur Ausgleichung des Karmas wiedergeboren wird.

[ 22 ] Thus you can see how a person who does not concern himself with spiritual matters here stumbles into darkness; how he passes by the beings of the higher hierarchies and is unable to receive their powers because he cannot illuminate his own field. Therefore, we see how such a person, who pays no attention to these matters, passes through a darkness between death and a new birth; that he cannot properly receive the forces; that he therefore enters a new existence with insufficient forces and cannot develop the finer structures of the brain and the heart; with an underdeveloped body and a limited capacity to do what is right when they are reborn to balance their karma.

[ 23 ] Wir treffen im Leben Menschen, die in einer gewissen Weise uns entgegentreten so, dass wir sagen: Was wir auch mit ihnen anfangen, wir können nicht diese oder jene Fähigkeit in ihnen ausbilden. Warum sind sie so unbegabt? Nun, aus dem Grunde, weil sie in der vorhergehenden Verkörperung nichts vom Spirituellen wissen wollten, weil sie daher vor ihrer Geburt nicht entgegennehmen konnten die Kräfte, die die Organe zubereiten können. Früher waren sie unwillig, jetzt können sie sich nicht ausstatten mit Fähigkeiten. Sie gehen töricht durch die Welt. Da sehen wir den Zusammenhang zwischen einer Inkarnation und der folgenden. Wir können [diesen Zusammenhang] heute schon sehen, weil viele heutige Menschen zu einer Zeit verkörpert waren, in welcher schon genügend Materialismus in der Welt war. Im dritten, vierten, fünften Jahrhundert gab es solche Seelen, die sich nicht kümmerten um die geistige Welt. Davon kommen heute die Unbegabungen in dieser oder jener Richtung.

[ 23 ] In life, we meet people who, in a certain way, present a challenge to us, so that we say: No matter what we do with them, we cannot develop this or that ability in them. Why are they so untalented? Well, for the reason that in their previous incarnation they wanted to know nothing of the spiritual, and therefore, before their birth, they were unable to receive the forces that can prepare the organs. They were unwilling then; now they cannot equip themselves with abilities. They wander foolishly through the world. Here we see the connection between one incarnation and the next. We can already see [this connection] today because many people today were incarnated at a time when there was already enough materialism in the world. In the third, fourth, and fifth centuries, there were souls who paid no attention to the spiritual world. That is the source of today’s lack of talent in one area or another.

[ 24 ] Ja, wir haben auch schon früher Materialismus gehabt und können daher bis in die dritte Verkörperung den Nachweis führen. Jetzt können wir sagen, uns fällt etwas furchtbar auf, wenn wir das betrachten: Ja, wenn wir das alles hören, wie der Mensch unwillig war in einem früheren Leben und wie er jetzt nun wieder ohne Licht und ohne Begabung hineinkommt in die übersinnliche Welt: Es müsste furchtbar sein, wenn der Mensch jetzt wiederum durch die Finsternis geht. Er wäre ja ohnmächtig, je ins Licht zu kommen.

[ 24 ] Yes, we have experienced materialism before, and can therefore trace it back to the third incarnation. Now we can say that something strikes us as terribly sad when we consider this: Yes, when we hear all this—how unwilling the person was in a previous life and how he now enters the supersensible world once again without light and without any gifts—it must be terrible for the person to be passing through the darkness once more. He would indeed be powerless ever to reach the light.

[ 25 ] Durch das eine Mal, wo der Mensch freiwillig die geistige Welt abgelehnt hat, dadurch gelangt er in Unbegabung herein. Aber wenn er dann durch die Pforte des Todes geht, dann hat er zwar keine eigene Beleuchtung, aber dann hat umso mehr Luzifer die [Möglichkeit], ihm zur Seite zu treten. Und im nächsten Leben geht Luzifer mit der Lampe neben ihm her, beleuchtet ihm das ganze Feld. [Ein solcher Mensch] bekommt dann Fähigkeiten, aber Fähigkeiten ganz besonderer Art: Verstandesfähigkeiten ohne Moral; Verstand, der nur auf eigenen Vorteil sieht. Heute gibt es viele kluge, gescheite Menschen, die zum Beispiel an der Börse klug sind zum Übervorteilen ihrer Nächsten. Sie haben viel Verstand. Das sind Menschen, die in dem letzten Dasein zwischen Tod und neuer Geburt von Luzifer das Feld beleuchtet bekommen haben. In der vorhergehenden Inkarnation waren sie unbegabt, weil sie früher in einer Inkarnation abgelehnt haben den Willen, sich zu befassen mit der spirituellen Welt.

[ 25 ] Because of that one time when a person voluntarily rejected the spiritual world, he enters it lacking any gifts. But when he then passes through the gate of death, although he has no light of his own, Lucifer has all the more [opportunity] to step by his side. And in the next life, Lucifer walks beside them with a lamp, illuminating the entire field for them. [Such a person] then acquires abilities, but abilities of a very special kind: intellectual abilities without morality; an intellect that looks only to its own advantage. Today there are many clever, intelligent people who, for example, are shrewd on the stock market in order to take advantage of their neighbors. They have a great deal of intellect. These are people whose path was illuminated by Lucifer in the period between death and rebirth in their last life. In their previous incarnation, they were untalented because, in an earlier incarnation, they had rejected the will to engage with the spiritual world.

[ 26 ] Da können wir drei Leben verfolgen. Allerdings tritt wieder eine Art von Freiheit ein. Luzifer bringt ja mit der Versuchung immer auch die Freiheit. Ein solcher Mensch, von Luzifer geführt, kann seinen Verstand auch dazu benützen, sein spirituelles Leben wieder anzufachen. Dadurch kann er wieder umkehren. Es ist also nicht so furchtbar, wie es aussieht, wenn der Mensch einmal keine Leuchte mitnimmt. Er kann sich wiederum erheben.

[ 26 ] There we can follow three lives. However, a certain kind of freedom emerges once again. After all, Lucifer always brings freedom along with temptation. Such a person, guided by Lucifer, can also use their intellect to rekindle their spiritual life. In this way, they can turn back. So it’s not as terrible as it seems if a person fails to take a lamp with them. They can rise again.

[ 27 ] Das sind die erschütternden Zusammenhänge, welche die seherische Forschung der Menschenseele bringen kann. In der Tat, wie viele Seelen der Gegenwart weisen durch die Art, wie sie sind, deutlich hin auf die vorangegangenen Jahrhunderte, in denen sie verkörpert waren und sich dadurch das gegenwärtige Leben vorbereitet haben.

[ 27 ] These are the profound insights that clairvoyant research into the human soul can reveal. Indeed, how many souls of the present, by their very nature, clearly point to the past centuries in which they were incarnated and thus prepared themselves for their present life.

[ 28 ] Es gibt aber auch Menschen, die nicht ablehnen die übersinnliche Welt, die sich aber mit einem bequemen Mystizismus begnügen. Ich kannte einen Menschen, der sagte: Nun, was will man wissen! Alles, was man sieht, ist ja Maja. Das Geistige ist Atma. Also mit anderen Worten: «Ich bin Atma», und dann: «Gott ist in allen Menschen». Das ist ein bequemer Mystizismus im Menschen. Auf diesem Gebiet treffen wir alle möglichen Schwärmer, die nicht eingehen wollen auf eine wirkliche Erkenntnis der geistigen Welt. Wie oft treffen wir Menschen, die das dicke Buch über «Geheimwissenschaft» in die Hand nehmen, es aber auch wieder weglegen und sagen: Was brauche ich das zu wissen; ich will mich doch durch meine Seele erheben. Ja, die Menschen erheben sich, aber sie erheben sich zu den allerabstraktesten Gedanken von irgendeiner Einheit, die sie zu erkennen glauben und so weiter.

[ 28 ] But there are also people who do not reject the supernatural world, yet are content with a comfortable form of mysticism. I knew someone who said: “Well, what’s there to know!” Everything you see is just maya. The spiritual is Atma. In other words: ‘I am Atma,’ and then: ‘God is in all people.’ That is a form of complacent mysticism in people. In this realm, we encounter all sorts of dreamers who do not want to engage with a true understanding of the spiritual world. How often do we meet people who pick up the thick book on “Esoteric Science,” only to put it down again and say: “Why do I need to know that? I just want to elevate myself through my soul.” Yes, people do elevate themselves, but they elevate themselves to the most abstract thoughts about some kind of unity they believe they have recognized, and so on.

[ 29 ] Ja, sehen Sie, solche Menschen, die zu einer gewissen abstrakten Schwärmerei kommen: Wenn sie durch die Pforte des Todes gehen, empfinden auch sie die Folgen des Mangels an einem wirklichen Beschäftigen mit der geistigen Welt. Nicht, als ob sie kein Licht hätten, aber sie haben nun wieder zu viel Licht. Dieses Licht blendet sie, und auch sie können dann nicht entgegennehmen in der richtigen Weise dasjenige, was sie entgegennehmen sollten. Und die Folge davon ist, dass sie auch nicht die richtigen Kräfte aufnehmen, um sich die nächste Inkarnation in der rechten Weise zu erbauen. Dann treten sie ins neue Dasein. Und siehe da, es ergibt sich, dass solche Leute doch eigentlich zu nichts im Leben zu gebrauchen sind, dass die nirgend angreifen können, sich überall im Leben als ungeschickt erweisen. Solche Menschen lernt man ja kennen. Sie können sich oft keinen Knopf annähen. Das ist ein Beispiel für etwas, was in der Welt vielfach vorhanden ist. Menschen also, die im Leben unbrauchbar sind, bei denen weist alles hin auf eine Inkarnation, in der sie eine abstrakt-mystische Schwärmerei getrieben haben. Wenn diese Menschen durch die Pforte des Todes gehen, dann bekommen sie Ahriman als Führer. Da nehmen sie dann in der richtigen Weise entgegen die Kräfte, die ihnen fehlen, aber sie nehmen sie dann so entgegen, wie sie eben durch Ahriman vermittelt werden können. Und die Folge davon ist, dass diese Menschen auftreten in einem nächsten Leben so, dass ihnen eine jegliche Möglichkeit fehlt, das richtig in sich zu tragen, was man ein ruhiges, sorgsames Hinblicken auf die Tatsachen der Welt nennt. [Lücke in der Mitschrift]

[ 29 ] Yes, you see, people like that, who fall into a certain kind of abstract enthusiasm: when they pass through the gate of death, they, too, feel the consequences of not having truly engaged with the spiritual world. It’s not that they lack light, but rather that they now have too much of it. This light blinds them, and they, too, are then unable to receive in the proper way what they ought to receive. And the result is that they also fail to absorb the right forces to build their next incarnation in the proper way. Then they enter their new existence. And lo and behold, it turns out that such people are actually good for nothing in life, that they cannot get a foothold anywhere, and prove to be clumsy in every aspect of life. We all know people like this. They often cannot even sew on a button. This is an example of something that is widespread in the world: people who are useless in life, in whom everything points to an incarnation in which they indulged in abstract, mystical raptures. When these people pass through the gate of death, they receive Ahriman as their guide. There they then receive, in the proper way, the forces they lack—but they receive them in the form in which Ahriman is able to impart them. And the consequence of this is that these people appear in their next life in such a way that they lack any possibility of truly embodying what is called a calm, careful consideration of the facts of the world. [Gap in the transcript]

[ 30 ] Es wird oft der Einwand gemacht: Das Kind kommt nicht von selbst auf religiöse Vorstellungen; da die Seele nicht von selbst zu religiösen Vorstellungen kommt, sollte man sie weglassen, anstatt sie den Menschen einzutrichtern. - Das ist ein Gedanke, der heute vielen Menschen einleuchtet. Ja, man braucht aber nur zu bedenken, dass es ja bekannt ist, dass, wenn man ein Kind in einer Wildnis aussetzt, bevor es sprechen kann, es niemals eine Sprache erlernt. So kann man also auch sagen: Der Mensch lernt nur sprechen durch seine Umgebung. Und konsequent wäre es nun, wenn man auch verbieten würde, die Sprache «einzutrichtern». Das zeigt, dass es Menschen gibt, die sich in einen Gedanken einbohren, die nichts sehen, was gegen einen solchen Gedanken spricht. Wer für solche Dinge empfindlich ist, der kann heute keine Zeitung lesen, ohne dass cs ihn sticht und packt, weil es so viel Verworrenheit heute in der Welt gibt. Das ergibt sich, wenn man Ahriman zum Führer hat. Und so könnte man auch da drei Leben verfolgen: Verworrene Menschen, fanatische Menschen, die nicht die Logik der Tatsachen sehen können. Dieses Leben folgt auf ein Leben in Ungeschicklichkeit. Dieses ungeschickte Leben folgt auf ein solches, in dem die Menschen mystische Schwärmerei getrieben haben und nicht eingehen wollten auf die wirklichen Tatsachen der Welt.

[ 30 ] The following objection is often raised: Children do not arrive at religious mental images on their own; since the soul does not arrive at religious mental images on its own, we should leave them out rather than instill them in people. — This is a line of thinking that makes sense to many people today. Yes, but one need only consider that it is well known that if a child is abandoned in the wilderness before it can speak, it will never learn a language. So one could also say: Human beings learn to speak only through their environment. And it would be consistent, then, to also prohibit “drilling” language into them. This shows that there are people who become fixated on a single idea, who fail to see anything that contradicts it. Anyone who is sensitive to such matters cannot read a newspaper today without feeling a pang of distress, because there is so much confusion in the world today. This is the result of having Ahriman as one’s leader. And so one could also trace three lifetimes here: confused people, fanatical people who cannot see the logic of the facts. This lifetime follows a lifetime of clumsiness. This clumsy lifetime follows one in which people indulged in mystical enthusiasm and refused to engage with the real facts of the world.

[ 31 ] Sehen Sie, die Tatsache der Reinkarnation, sie beginnt erst so recht auf unser Gemüt zu wirken, wenn wir sie in diesen konkreten Fällen erkennen. Es handelt sich nicht nur darum, zu glauben an die Reinkarnation, sondern sich Einsicht zu verschaffen, wie wir es eben versucht haben.

[ 31 ] You see, the reality of reincarnation really begins to take hold in our minds only when we recognize it in these specific cases. It is not merely a matter of believing in reincarnation, but of gaining insight into it, just as we have just attempted to do.

[ 32 ] Jetzt, wo eine Vorarbeit geleistet ist, jetzt kann in den Zweigen auch gesagt werden, was eine solche konkrete Forschung in diesen Dingen zutage zu fördern vermag. Es ist sehr wichtig, dass auch diese Dinge verbreitet werden, denn sie tragen ungeheuer dazu bei, wenn man sie weiß, zur richtigen Selbsterkenntnis auch. Und es ist im Grunde genommen ein guter, schöner Weg für eine fruchtbare Meditation, sich zu ertappen auf diesem oder jenem verbohrten Gedanken. Man muss ja nicht gleich alle diese Eigenschaften haben, die da aufgezählt wurden, aber bei vielen Menschen sind diese Dinge untereinander gemischt vorhanden. Auf einem gewissen Punkt sind viele Menschen verbohrt, die sonst einen ganz offenen Sinn haben für vieles im Leben. Da kann man sich dann ertappen, und man kann nun wissen, dass eine solche Verbohrtheit herkommt von der ahrimanischen Führung. Und dann kann man, wenn man dies gerade fruchtbar machen will für sich, für seine eigene Vervollkommnung, so kann man alles das, was man gehört hat über Ahriman, zu einem Studium machen. Man wird dann, indem man sich selber vollkommener macht, auch der Welt nützen. Man hat dann sein Verhältnis zu Luzifer und Ahriman erkannt.

[ 32 ] Now that the groundwork has been laid, we can also discuss in the various branches what such concrete research can bring to light in these matters. It is very important that these things also be shared, for knowing them contributes immensely to true self-knowledge as well. And, fundamentally, catching oneself in this or that stubborn thought is a good, beautiful path to fruitful meditation. One doesn’t have to possess all the qualities listed there right away, but in many people, these traits are present in a mixed state. In certain respects, many people are stubborn, even though they otherwise have a very open mind toward many aspects of life. One can then catch oneself in this, and come to realize that such stubbornness stems from Ahrimanic influence. And then, if one wishes to make this fruitful for oneself—for one’s own perfection—one can turn everything one has heard about Ahriman into a subject of study. By perfecting oneself, one will then also be of service to the world. One will then have recognized one’s relationship to Lucifer and Ahriman.

[ 33 ] So lernen wir immer genauer kennen das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und das ist ebenso wichtig wie das Leben zwischen Geburt und Tod. Aber Sie sehen daraus, wie unrichtig es ist, wenn jemand sagt, er könne warten, bis der Tod eintritt, dann würde er ja schon sehen, wie es in der geistigen Welt ist. Immer wieder muss betont werden: Wir sind als Menschen nicht umsonst hereinversetzt in das Erdendasein. Jeder hat seine Mission in der Welt. Wir haben hier nicht nur zu lernen für die Erde, sondern auch für die andere Welt. Wenn wir solche Dinge ins Auge fassen, dann werden wir erst die ganze tiefe Bedeutung der theosophischen Mission wirken lassen können. Dann werden wir uns immer mehr und mehr durchdringen können mit dem Gedanken, dass diese Theosophie eine unbedingte Notwendigkeit für unser Zeitalter ist.

[ 33 ] In this way, we come to understand more and more precisely what life is like between death and a new birth. And this is just as important as life between birth and death. But you can see from this how incorrect it is when someone says they can wait until death occurs—for then, they claim, they will see for themselves what the spiritual world is like. It must be emphasized again and again: We, as human beings, have not been brought into earthly existence for no reason. Everyone has a mission in the world. We are here not only to learn for the sake of the Earth, but also for the sake of the other world. Only when we take such things into account will we be able to allow the full, profound significance of the theosophical mission to take effect. Then we will be able to imbue ourselves more and more with the thought that this Theosophy is an absolute necessity for our age.

[ 34 ] Außer dem, dass der Mensch sich entwickelt, entwickelt sich die Menschennatur. Alle die hier sitzen, waren verkörpert in früheren Jahrhunderten. Es haben sich aber nicht nur die Seelen verändert von Inkarnation zu Inkarnation, sondern auch die Leiber. Die Leiber verändern sich von Zeitalter zu Zeitalter. Das würden die heutigen Anatomen ja nur glauben, wenn sie die Leiber der vor tausend Jahren gestorbenen Menschen sezieren könnten. An den ägyptischen Mumien merkt man das nicht mehr. Aber wahr ist es doch, dass der Leib sich verändert. Und von jetzt ab bis zu der Zeit, wo wir uns wiederverkörpern werden, wird sich der Leib sehr verändert haben. Das ist der göttliche Gang, der außer dem, was die Seele in die Leiber bringt, noch verändernd wirkt auf die ganze Menschheit. Und zwar werden die Leiber dann so sein, dass sie geeigneter sein werden als die heutigen Leiber, auf die vorhergehende Inkarnation bewusst zurückzublicken. Der Mensch wird dann das Organ dazu haben. Er wird sich aber nur wirklich erinnern können, wenn er etwas hat, an das er sich erinnern kann.

[ 34 ] Not only do human beings evolve, but human nature itself evolves. Everyone sitting here has been incarnated in past centuries. However, it is not only the souls that have changed from incarnation to incarnation, but also the bodies. Bodies change from age to age. Today’s anatomists would only believe this if they could dissect the bodies of people who died a thousand years ago. You can no longer see this in Egyptian mummies. But it is true that the body changes. And from now until the time when we will incarnate again, the body will have changed significantly. This is the divine process which, in addition to what the soul brings into the bodies, also exerts a transformative influence on all of humanity. Specifically, the bodies will then be such that they will be better suited than today’s bodies to consciously look back on the previous incarnation. Human beings will then possess the organ necessary for this. However, they will only be able to truly remember if they have something to remember.

[ 35 ] Wir wollen dies an einem Beispiel uns klarmachen. Am Abend nimmt man vielleicht seinen Manschettenknopf, legt ihn beiseite und sagt sich: Ich lege jetzt dieses Stück hierher. Wenn man das mit Bewusstsein macht, dann geht man am anderen Morgen an die richtige Stelle hin, um den Knopf wieder zu nehmen. Man kann sich ja nur erinnern an einen Gedanken, den man wirklich gefasst hat. Man wird den Knopf nur finden, wenn man ihn mit Bewusstsein hingelegt hat.

[ 35 ] Let’s illustrate this with an example. In the evening, you might take your cufflink, set it aside, and say to yourself: “I’m putting this here now.” If you do this consciously, then the next morning you’ll go to the right spot to retrieve the cufflink. After all, you can only remember a thought that you’ve truly formed. You’ll only find the cufflink if you set it down consciously.

[ 36 ] Wie soll sich der Mensch in der nächsten Inkarnation erinnern, wenn er den Gedanken der Rückerinnerung nicht gefasst hat. Das kann man aber nur durch Geisteswissenschaft. Das Organ zur Rückerinnerung wird der Mensch haben. Erinnern wird er sich aber nur können, wenn er jetzt Gedanken gefasst hat, an die er sich erinnern kann. Hat er diese Gedanken nicht gefasst, dann wird er in einen Leib hineingeboren mit einem Organ, von dem er fühlt, er kann es nicht gebrauchen. Das führt dann zu einem neurasthenischen Zustand. Für die meisten Menschen ist es noch nicht so, aber für die zweite, dritte Inkarnation wird das schon der Fall sein für fast alle Menschen der Erde, dass sie sich zurückerinnern sollen. Wenn sie aber nicht die Gedanken gefasst haben würden, so würden die Menschen über die ganze Erde hin neurasthenisch werden. Deshalb muss Geisteswissenschaft jetzt mit aller Kraft daran arbeiten, den Menschen etwas zu geben, woran sie sich erinnern können. Wenn man das ins Auge fasst, meine lieben Freunde, dann wird man begreifen die Notwendigkeit der Theosophie. Und hat man einmal die wesentlichsten Aufgaben der Theosophie verstanden, so kann man nicht mehr anders, als Theosoph sein. Die es nicht sind, die haben noch nicht begriffen den tiefen Ernst und die tiefe Notwendigkeit der Theosophie.

[ 36 ] How is a person supposed to remember in their next incarnation if they have not formed the thought of recollection? But this can only be achieved through Spiritual Science. Human beings will possess the organ for recollection. However, they will only be able to remember if they have formed thoughts now that they can recall. If they have not formed these thoughts, they will be born into a body with an organ that they feel they cannot use. This then leads to a neurasthenic state. For most people this is not yet the case, but by the second or third incarnation it will be the case for almost everyone on Earth that they are meant to recall past lives. But if they had not formed these thoughts, people all over the Earth would become neurasthenic. That is why Spiritual Science must now work with all its might to give people something they can remember. When you consider this, my dear friends, you will understand the necessity of Theosophy. And once you have understood the most essential tasks of Theosophy, you cannot help but be a Theosophist. Those who are not have not yet grasped the profound seriousness and necessity of Theosophy.