Supplements to Member Lectures
GA 246
1 March 1916, Hanover
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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
73. Der Sieg des Geistes über die Leiblichkeit
73. The Victory of the Spirit over the Flesh
Meine lieben Freunde,
My dear friends,
[ 1 ] wir gedenken derjenigen, die draußen stehen auf den Feldern der Gegenwart:
[ 1 ] We remember those who stand outside in the fields of the present:
Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter!
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen.
Dass, mit Eurer Macht geeint,
Unsere Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht!
Spirits of your souls, watchful guardians!
May your wings carry
The imploring love of our souls
To the earthly people entrusted to your care.
So that, united with your power,
Our plea may shine forth in aid
To the souls it lovingly seeks!
[ 2 ] Und für diejenigen Seelen, die schon infolge dieser Zeitereignisse durch des Todes Pforte gegangen sind:
[ 2 ] And for those souls who have already passed through the gates of death as a result of these current events:
Geister Eurer Seelen, wirkende Wächter!
Eure Schwingen mögen bringen
Unserer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen.
Dass, mit Eurer Macht geeint,
Unsere Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht.
Spirits of your souls, watchful guardians!
May your wings carry
The imploring love of our souls
To the beings of the spheres who trust in your protection.
So that, united with your power,
Our plea may shine forth in aid
To the souls it lovingly seeks.
[ 3 ] Und der Geist, den wir suchen durch unsere erstrebte Geisterkenntnis, der Geist, der durch das Mysterium von Golgatha zu der Erde Heil, zu der Menschheit Fortschritt und Freiheit gegangen ist, der sei mit euch und euren schweren Pflichten.
[ 3 ] And may the Spirit we seek through our striving for spiritual knowledge—the Spirit who, through the Mystery of Golgotha, brought healing to the earth and progress and freedom to humanity—be with you and your heavy responsibilities.
Meine lieben Freunde, wir leben ja in einer Zeit, in der es noch mehr als in einer anderen, angemessen sein kann, einer solchen Betrachtung, wie wir sie heute wiederum anstellen dürfen, zugrunde zu legen das, was wir nennen: das Leben des Menschen zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Wir haben ja auch hier schon öfter gerade über dieses Thema gesprochen. Wir haben auch gedruckte Vorträge über dieses Thema. Allein Sie wissen, meine lieben Freunde, dass dasjenige, was die Geheimnisse der geistigen Welt sind, von uns doch immer wieder und wieder nur verstanden werden kann, wenn wir es betrachten von den verschiedensten Gesichtspunkten, wenn wir immer Neues zu dem hinzufügen, was wir über einen solchen Gegenstand schon wissen. Und so sei denn heute wiederum zu dem, was uns gut bekannt ist, mancherlei von einem mehr oder weniger neuen Gesichtspunkte hinzugefügt.
My dear friends, we are living in a time when—more than ever before—it may be appropriate to base a reflection such as the one we are once again able to undertake today on what we call: human life between death and a new birth. We have, after all, spoken about this very topic here on numerous occasions. We also have published lectures on this subject. But you know, my dear friends, that the mysteries of the spiritual world can only be understood by us again and again if we consider them from a wide variety of perspectives, if we continually add new insights to what we already know about such a subject. And so today, let us once again add various insights from more or less new perspectives to what is already well known to us.
[ 4 ] Der Mensch betritt ja, wie wir wissen, die geistige Welt, wenn er durch des Todes Pforte schreitet. Dieses Durchschreiten durch des Todes Pforte, es ist für die sinnliche Betrachtung des Menschen und für alles dasjenige, was der Mensch betrachten kann mit dem Verstande, der an das Gehirn, an das Nervensystem gebunden ist, es ist das Ende des Lebens, das zwischen Geburt und Tod sich ausbreitet. Für denjenigen, der durch des Todes Pforte geschritten ist, ist der Augenblick des Todes selber etwas im höchsten Maße Bedeutsames, und bleibend Bedeutsames. Es ist mit dem Erlebnis des Todes für das folgende Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt etwas Entgegengesetztes - können wir sagen — verbunden, als für das physische Leben verbunden ist mit dem Erlebnis der Geburt. Sie wissen ja, meine lieben Freunde, im normalen menschlichen Leben kann sich der Mensch nicht erinnern an sein Geburtserlebnis. Unsere Erinnerung geht bis zu einem gewissen Zeitpunkte zurück, aber sie geht nicht bis zur Geburt zurück. Kein Mensch kann mit den normalen Fähigkeiten des menschlichen Bewusstseins sich hier auf der Erde an seine Geburt erinnern, die Geburt wird also nicht persönlich erlebt. Der Tod wird für das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt immer wieder und wieder erlebt; beziehungsweise dieses Erlebnis steht immer wieder und wieder nach dem Tode vor dem Bewusstsein der Seele.
[ 4 ] As we know, a person enters the spiritual world when he or she passes through the gate of death. This passing through the gate of death, is, for the human being’s sensory perception and for everything that the human being can perceive with the intellect bound to the brain and the nervous system, the end of the life that stretches from birth to death. For the one who has passed through the gate of death, the moment of death itself is something of the utmost significance—and of lasting significance. The experience of death is linked to the subsequent life—the period between death and a new birth—in a way that is, so to speak, the opposite of how physical life is linked to the experience of birth. As you know, my dear friends, in normal human life, a person cannot remember the experience of their own birth. Our memory extends back to a certain point in time, but it does not go back to birth. No one, with the normal faculties of human consciousness, can remember their birth here on Earth; thus, birth is not experienced personally. Death, however, is experienced again and again in the life between death and a new birth; or rather, this experience presents itself again and again to the soul’s consciousness after death.
[ 5 ] Also das gerade Umgekehrte ist der Fall wie mit dem Geburtserlebnis für das physische Leben. Indem der Mensch durch des Todes Pforte geht, lernt er kennen, wiederum kennen - wiederum aus dem Grunde, weil wir ja schon oftmals durch irdische Inkarnationen hindurchgegangen sind -, er lernt wiederum kennen, hat wiederum das Erlebnis des Todes. Und von diesem Erlebnis des Todes hängt ungeheuer viel ab, dass es bleibt wie etwas, das man immerfort vor sich sieht nach dem Tode, davon hängt ungeheuer viel ab. Wenn man überhaupt sprechen kann von dem Tod als etwas Grausigem, so gilt das nur für den Anblick des Todes hier von der physischen Welt aus, wo er ein Ende darstellt, ein Ende des physischen Lebens. Es gilt aber nicht für die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Denn indem der Mensch zurückschaut diese ganze Zeit auf das Todeserlebnis, gehört dieses Todeserlebnis oder vielmehr der Anblick dieses Todeserlebnisses zu den erhabensten, zu den größten, zu den beseligendsten Eindrücken überhaupt, die überhaupt eine Menschenseele in dieser oder einer anderen Welt haben kann. Denn dieses Anschauen des Todes von der anderen Seite, von der Seite des Geistes aus, bedeutet den Sieg des Geistes über die Leiblichkeit, das Heraustreten des Geistes aus der Leiblichkeit. Und dieses Anschauen des Sieges des Geistes über die Leiblichkeit, das ist das Beseligende, das ist das Erwärmende für die ganze Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 5 ] So the exact opposite is true of the experience of death compared to the experience of birth into physical life. As a person passes through the gate of death, they come to know—once again—precisely because we have already passed through earthly incarnations many times—they come to know once more; they experience death once more. And an immense amount depends on this experience of death—that it remains as something one continually sees before oneself after death; an immense amount depends on this. If one can speak of death as something dreadful at all, this applies only to the view of death here from the perspective of the physical world, where it represents an end—an end to physical life. But it does not apply to the time between death and a new birth. For as the human being looks back on this entire period and reflects on the experience of death, this experience of death—or rather, the vision of this experience of death—belongs to the most sublime, the greatest, and the most blissful impressions a human soul can ever have in this or any other world. For this contemplation of death from the other side—from the perspective of the spirit—signifies the victory of the spirit over physicality, the spirit’s emergence from physicality. And this contemplation of the spirit’s victory over physicality—that is what brings bliss; that is what warms the heart for the entire time between death and a new birth.
[ 6 ] Aber noch etwas anderes ist verbunden damit. Sehen Sie, hier während des physischen Lebens haben wir unser Ich-Erlebnis. Dieses Ich-Erlebnis, das haben wir aber nur so, wie wir es hier im physischen Leben haben, im physischen Leib. Sie wissen ja: Wenn wir aus dem physischen Leib heraußen sind vom Einschlafen bis zum Aufwachen, da ist das Ich-Erlebnis nicht da. Dadurch dass wir uns hineinzwängen in den physischen Leib beim Aufwachen, dass wir gewissermaßen eingezwängt und eingedrückt sind durch den physischen Leib, dadurch wird bewirkt, dass wir zwischen dem Aufwachen und dem Einschlafen das Ich-Erlebnis haben.
[ 6 ] But there is something else connected to this as well. You see, here during our physical life, we have our sense of self. However, we only experience this sense of self in the way we do here in physical life, within the physical body. As you know, when we are outside the physical body—from the moment we fall asleep until we wake up—the sense of self is not present. The fact that we force ourselves into the physical body upon waking—that we are, so to speak, squeezed and pressed into the physical body—is what causes us to have the sense of self between waking and falling asleep.
[ 7 ] Anders ist nun das Ich-Erlebnis in der Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Auch da hat der Mensch das Ich-Erlebnis. Aber er hat es dadurch, dass er immer zurückblicken kann auf das Todeserlebnis. Geradeso, wie wir aufwachen müssen im physischen Leib, um das Ich-Erlebnis zu haben, müssen wir den geistigen Blick nach dem Tode zurücklenken an das Erlebnis des Sterbens, damit das Ich, das Selbstbewusstsein, in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt da ist; denn an diesem Anblicke entzündet sich das Ich-Bewusstsein für diese Zeit. Also dass wir nach dem Tode ein persönliches Ich, ein individuelles Ich haben, das hängt davon ab, dass wir zu dem erhabendsten Ereignis zurückblicken können, zu dem Todesereignis.
[ 7 ] The experience of the “I” is different, however, in the period between death and a new birth. Here, too, the human being has the experience of the “I.” But this experience arises from the fact that the person can always look back on the experience of death. Just as we must wake up in the physical body to have the sense of self, we must turn our spiritual gaze back after death to the experience of dying, so that the “I,” the self-awareness, is present in the time between death and a new birth; for it is this gaze that kindles the sense of self for this period. So the fact that we have a personal “I,” an individual “I,” after death depends on our ability to look back on the most sublime event of all: the experience of death.
[ 8 ] Nun wissen Sie ja - und das ist die gewöhnlichste Beobachtung, die ein Mensch schon hier auf dem physischen Plan machen kann -, Sie wissen, dass zunächst der Tod darinnen besteht, dass der Mensch seinen physischen Leib abwirft, ihn von sich ablöst, und dass dieser physische Leib - sei es durch Verbrennung, sei es durch Verwesung, es unterscheidet sich ja nur durch die Zeitenlänge, in der sich das vollzieht -, dass die Teile, die Elemente des physischen Leibes der Erde übergeben werden. Wir wissen ja auch aus den [elementaren] Lehren unserer Geisteswissenschaft, dass der Mensch dann tagelang noch mit seinem Ätherischen, mit seinem Astralischen, mit seinem Ich lebt. Aber er hat seinen physischen Leib losgelöst von diesen drei anderen Gliedern seiner Wesenheit. Auch dies, dass er seinen physischen Leib losgelöst hat, bedeutet nun etwas sehr Wichtiges, und man kann das, was es bedeutet, nur schildern, wenn man versucht, so sinnlich als möglich den Vorgang zu schildern. Man muss sich ja schon einmal gewöhnen, meine lieben Freunde, seine Begriffe, seine Vorstellungen beweglich zu machen, wenn man die geistige Welt begreifen will. Sich allmählich andere Vorstellungen anzueignen, muss man versuchen, als die Vorstellungen sind, die geeignet sind für die physische Welt. Derjenige, der es höchst bequem haben möchte und unter der geistigen nur eine etwas wie verdünnte physische Welt vorstellen möchte, der wird zu keinem wirklichen Vorstellen über die geistige Welt kommen. Alle Vorstellungen, alle Begriffe müssen verinnerlicht werden.
[ 8 ] Now, as you know—and this is the most common observation a person can make even here on the physical plane— you know that death consists, first of all, in a person shedding their physical body, separating it from themselves, and that this physical body—whether through cremation or decomposition, the difference being merely the length of time it takes for this to occur—that the parts, the elements of the physical body, are returned to the earth. We also know from the [elementary] teachings of our Spiritual Science that a person then continues to live for days on end with their etheric body, their astral body, and their I. But they have separated their physical body from these three other members of their being. This fact—that the human being has separated from his physical body—also signifies something very important, and one can only describe what it means by attempting to depict the process as concretely as possible. You must, my dear friends, accustom yourselves to making your concepts and mental images more flexible if you wish to comprehend the spiritual world. One must try to gradually acquire different mental images from those suited to the physical world. Anyone who wants to take the easy way out and imagine the spiritual world as merely a somewhat diluted version of the physical world will never arrive at a true understanding of the spiritual world. All mental images, all ideas, must be internalized.
[ 9 ] Dasjenige, was nun für das Bewusstsein nach dem Tode dieses Ablegen des physischen Leibes bedeutet, dieses Mitteilen des physischen Leibes an die Erden-Elemente, das kann man etwa in der folgenden Weise bezeichnen. Es ist wirklich dies etwas, was so erscheint nach dem Tode, als wenn der Raumteil, den früher unser physischer Leib eingenommen hat, wie wenn der nun leer wäre von unserem physischen Leib und wir auf diesen leeren Raum zurückblicken.
[ 9 ] What this shedding of the physical body—this surrender of the physical body to the earthly elements—means for consciousness after death can be described roughly as follows. It is truly something that appears after death as if the portion of space that our physical body previously occupied were now empty of our physical body, and we were looking back upon this empty space.
[ 10 ] Fassen Sie das wohl auf, meine lieben Freunde: Hier wissen Sie sich, solange Sie Ihren physischen Leib haben, innerhalb Ihrer Haut, und Sie sagen: Da sind Sie drinnen. Mit dem Tode treten Sie aus diesem Ihrem Leib heraus und aus dem Raum. Es braucht nicht immer an demselben Ort selbstverständlich zu sein, es kommt auf die Form des Raumes an, nicht auf den Ort. Aus dem Raume fällt heraus Ihr physischer Leib, wird der Erde mitgeteilt, löst sich, wie man sagt, in der Erde auf. Aber bestehen bleibt die Vorstellung an den Raum. Hier erfühlen Sie ihn erfüllt von dem, was Ihr physischer Leib ist, von Knochen, Muskeln und so weiter. Jetzt, nach dem Tode, fühlen Sie denselben Raum, dieselbe Raumesform leer. Das ist ungeheuer wichtig, ungeheuer bedeutsam, denn immer mehr und mehr stellt sich das nach dem Tode ein, dass der Mensch ein Gefühl bekommt: Er verbreitet sich, er löst sich auf; aber dasjenige, was dieser Raumesteil ist, der leer bleibt, das füllt sich mit nichts an, das bleibt bestehen. Es wird auch nicht ausgefüllt durch irgendetwas anderes für die Beobachtung hinterher. Und das, was man da hat, indem man so, wie man sich hier physisch erfüllt betrachtet, sich dort physisch leer betrachtet, wie eine Aushöhlung im Raume, das ist ein Gefühl, eine Empfindung. Diese Empfindung ist ungeheuer bedeutsam, ungeheuer wichtig. Will man sie in Worte fassen, so kann man das in folgender Weise tun. Man kann sagen: Der Mensch erfühlt dadurch, dass er so hinblickt auf diese Leerheit, die zwischen Geburt und Tod ausgefüllt hat sein physischer Leib, er fühlt, dass er seinen Ort in der Welt hat, dass es einen Ort, etwas gibt in der Welt, das nur für ihn da ist. Das ist eine ungeheuer wichtige Tatsache. Es ist deshalb so bedeutsam, weil man dadurch für die ganze Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt das unmittelbare Bewusstsein hat: Man gehört als ein Baustein zum ganzen Weltenall dazu. Es wäre nicht ganz dieses Weltenall, wenn man selber nicht drinnen wäre. Alles hat seine Aufgabe, seine Bestimmung. Und dieses, dass man dazugehört zum Weltenall, das drückt sich dadurch aus, dass man auf diesen leeren Raum hinschaut. Es ist natürlich leicht, zu sagen: Hier vom irdischen Bewusstsein aus kann ein leerer Raum, der die Menschenform hat, solch eine Empfindung nicht hervorrufen. Allein das Empfinden im Leibe und außer dem Leibe ist verschieden. Dieses Empfinden ist dem Menschen nach dem Tode etwas ganz Natürliches: Mir ist angewiesen ein Platz, der dazu da ist, dass ich ihn ausfülle als Mensch, wenn ich mir die Bedingungen schaffe, in eine irdische Inkarnation wieder einzutreten. Dieser Platz, der kann nur durch mich ausgefüllt werden, nur dadurch ausgefüllt werden, dass ich wiederum in eine irdische Inkarnation eintrete. Geradeso wie man hier sein Leibesgefühl hat innerhalb der Haut, so hat man ein kosmisches Gefühl dadurch, dass dies vorhanden ist, was ich eben jetzt geschildert habe: das Fühlen des Hinzugehörens zum ganzen Weltenall.
[ 10 ] Understand this well, my dear friends: Here, as long as you have your physical body, you know you are within your own skin, and you say, “There you are inside.” With death, you step out of this body of yours and out of space. It does not necessarily have to be the same place; it depends on the form of space, not on the location. Your physical body falls out of space, is returned to the earth, and, as they say, dissolves into the earth. But the mental image of space remains. Here you sense it filled with what your physical body is—bones, muscles, and so on. Now, after death, you feel the same space, the same spatial form, as empty. This is immensely important, immensely significant, because after death it becomes increasingly clear that a person experiences a sensation: they expand, they dissolve; but that part of space which remains empty is not filled with anything—it remains as it is. Nor is it filled by anything else, as observed afterward. And what one experiences there—by viewing oneself as physically full here and physically empty there, like a hollow in space—is a feeling, a sensation. This sensation is immensely significant, immensely important. If one wishes to put it into words, one can do so in the following way. One can say: By gazing in this way at the emptiness that has filled one’s physical body between birth and death, a person feels that they have their place in the world, that there is a place, something in the world, that exists solely for them. This is an immensely important fact. It is so significant because it gives one, for the entire time between death and a new birth, the immediate awareness that one belongs to the entire universe as a building block. The universe would not be quite the same if one were not a part of it. Everything has its task, its purpose. And this sense of belonging to the universe is expressed by looking upon this empty space. Of course, it is easy to say: From the perspective of earthly consciousness, an empty space that takes the form of a human being cannot evoke such a sensation. Yet the sensation experienced within the body and outside the body is different. This sensation is something entirely natural for a person after death: I am assigned a place that exists for me to fill as a human being, provided I create the conditions to re-enter an earthly incarnation. This place can only be filled by me, and only by my re-entering an earthly incarnation. Just as one has a sense of one’s physical body within the skin here, so one has a cosmic sense through the very existence of what I have just described: the feeling of belonging to the entire universe.
[ 11 ] Nun wissen wir, dass tagelang der Mensch dann - wie man sagt mit seinem Ätherleib noch weiterlebt. Als was wird nun dieser Ätherleib eigentlich erlebt? Sehen Sie, hier in der physischen Welt nehmen wir ja nicht bloß die Dinge wahr, sondern wir machen uns Vorstellungen davon. Sie wissen ja nicht bloß dasjenige, was Sie jetzt sehen, sondern: Auch das, was Sie gestern gesehen haben, bleibt Ihnen in der Erinnerung. Und so setzt sich die Summe der Erlebnisse zusammen dadurch, dass die fortlaufende Erinnerung da ist.
[ 11 ] Now we know that for days afterward, a person continues to live—as they say—through their etheric body. How, then, is this etheric body actually experienced? You see, here in the physical world, we do not merely perceive things; we form mental images of them. You do not merely know what you see right now; rather, what you saw yesterday also remains in your memory. And so the sum of our experiences is formed by the fact that this continuous memory exists.
[ 12 ] Wie kommt diese Erinnerung eigentlich zustande? Die Erinnerung kommt auf folgende Weise zustande: Wenn ich einem Farbeneindruck gegenüberstehe oder irgendeinem andern Erlebnis gegenüberstehe, so ist zunächst der Sinneseindruck da. Dann wird dieser Sinneseindruck als Vorstellung gefasst; aber die Vorstellung ergreift den ganzen Menschen, bringt nun wirklich den ganzen Ätherleib in Bewegung. Und diese Bewegung staut sich, könnte man sagen. Am physischen Leib staut sich diese Bewegung; sie würde sonst zerrinnen nach allen Seiten; aber der physische Leib hält sie zusammen. Dadurch ist ja das Gedächtnis, die Erinnerung auch an den physischen Leib gebunden. Aber in unserem Ätherleib sind alle Vorstellungen, die wir während des Lebens je gefasst haben, in lauter Bewegungsmöglichkeiten vorhanden. Es ist natürlich nicht so leicht zu denken, aber Sie müssen sich denken, dass dieser Ätherleib das Elastischste ist, was Sie sich vorstellen können, und dass Sie von allem, was Sie denken, was Sie vorstellen, einen Eindruck bekommen und die Neigung behalten, diesen Eindruck zu bewahren. Natürlich kann unser Ätherleib nicht nur Millionen, sondern Milliarden solcher Eindrucksneigungen behalten. Die hat er auch; sie werden gedämpft, sodass nicht immerfort unsere ganze Erinnerung vor unserer Seele steht. Sie werden dadurch gedämpft, dass wir in den physischen Leib und in den ganzen Ätherleib untertauchen.
[ 12 ] How does this memory actually come about? Memory arises in the following way: When I am confronted with a color impression or any other experience, the sensory impression is there first. Then this sensory impression is grasped as a mental image; but the mental image engages the whole person, truly setting the entire etheric body in motion. And this movement accumulates, one might say. It accumulates in the physical body; otherwise, it would dissipate in all directions; but the physical body holds it together. Consequently, memory—including the memory of the physical body—is also bound to the physical body. But in our etheric body, all the mental images we have ever formed during our lives are present as pure potentials for movement. Of course, it is not so easy to conceive of, but you must imagine that this etheric body is the most elastic thing you can imagine, and that from everything you think and create as a mental image, you receive an impression and retain the tendency to preserve that impression. Of course, our etheric body can retain not just millions, but billions of such tendencies toward impressions. It does indeed possess them; they are dampened so that not all of our memories are constantly before our soul. They are dampened by the fact that we are immersed in the physical body and in the entire etheric body.
[ 13 ] Jetzt aber, wenn der Ätherleib herauskommt aus dem physischen Leib, jetzt verbreitet sich dieser Ätherleib. Und man hat um sich herum gegenwärtig - nicht wie in der Erinnerung hintereinander, sondern gegenwärtig - alles dasjenige, was man jemals vorgestellt hat und was Erinnerung im Leben werden kann; nicht was ist, sondern was werden kann, was man jemals vorgestellt hat, das ordnet sich zu jenem großen Lebenspanorama zusammen, das man durch Tage hindurch hat. Man hat eben alles das, was man erlebt hat, in der Form, wie man cs damals gedacht hat, wie man es vorgestellt hat, vor sich. Dadurch, dass der Ätherleib auseinandergeht, dadurch wird für die Seele all das wie in einem Panorama sichtbar. Das ist ja sonst ganz zusammengedrängt im Raum der Haut durch den physischen Leib. Jetzt wird es einverwoben dem ganzen Weltenäther. Und was bisher, bis zum Tode, in uns war als Erinnerung, geht jetzt heraus, wird einverwoben dem äußeren Äther. Unser eigenes Erleben, insofern wir es vorgestellt haben, wird jetzt Welterleben: Wir sehen es außer uns. Es ist außer uns. Es lebt sich in den Weltenäther hinein dasjenige, was wir zwischen Geburt und Tod erlebt haben. Das wird der Welt einverwoben, eingewebt, eingeformt. Wir leben nicht umsonst, sondern dasjenige, was wir denken während unseres Lebens, das wird, wenn wir sterben, wenn wir durch die Pforte des Todes hindurchgegangen sind, ein Stück Weltenleben, ein Leben im Weltenäther drinnen. Es würde ein starkes Vorurteil sein zu glauben, dass unsere Gedanken, die entstehen dadurch, dass wir Erlebnisse haben, länger uns angehören als bis zu unserem Tode. Sterben wir, so dringen sie heraus aus unserm Leib und weben sich dem Weltenäther ein.
[ 13 ] But now, when the etheric body emerges from the physical body, this etheric body expands. And one now has present around oneself—not as a sequence of memories, but in the present moment—everything one has ever created as a mental image and everything that can become a memory in life; not what is, but what can become, everything one has ever created as a mental image—all of this comes together to form that great panorama of life that one experiences day after day. One has before one’s eyes everything one has experienced, in the form in which one thought of it at the time, as one had a mental image of it. As the etheric body expands, all of this becomes visible to the soul as in a panorama. Otherwise, it is completely compressed within the space of the skin by the physical body. Now it becomes interwoven with the entire world ether. And what until now, up to the moment of death, was within us as memory now flows out and becomes interwoven with the outer ether. Our own experience—insofar as we have created a mental image of it—now becomes a world experience: we see it outside ourselves. It is outside us. What we have experienced between birth and death lives on into the world ether. It becomes interwoven with the world, woven into it, and shaped within it. We do not live in vain; rather, what we think during our lives becomes—when we die, when we have passed through the gate of death—a part of world life, a life within the world ether. It would be a grave misconception to believe that our thoughts—which arise from our experiences—belong to us for any length of time beyond our death. When we die, they emerge from our body and weave themselves into the world-ether.
[ 14 ] Das ist sehr wichtig zu beachten. Unser Inneres wird ein Äußeres auf diese Weise. Und während also alle unsere Vorstellungen, unsere Gedanken sich dem Weltenäther unterwerfen, gliedert sich hinzu zu unserm astralischen Leib und zu unserem Ich dasjenige, was man eine Art Voranlage zu einem Geistselbst nennen könnte. Das Geistselbst wird ja an den Menschen herantreten in physischer Befähigung, wenn der Jupiter einmal da sein wird. Aber alles das, was später in physischer Befähigung herantritt, das tritt geistig früh heran. Und dadurch, dass wir unseren Ätherleib ablegen, das heißt, dass er einverwoben wird dem Weltenäther, dadurch gliedert sich uns - nicht in der Stärke, wie es auf dem Jupiter sein wird, denn da wird es physische Organe haben, sondern -, geistig-seelisch gliedert sich als ein höheres Glied der Menschennatur das Geistselbst an.
[ 14 ] It is very important to note this. In this way, our inner being becomes an outer one. And so, while all our mental images and thoughts submit to the world ether, what one might call a kind of prototype of a Spirit-Self becomes integrated with our astral body and our “I.” The Spirit-Self will, after all, approach humanity in physical form once Jupiter is in place. But everything that later approaches in physical form first approaches spiritually. And through the fact that we shed our etheric body—that is, that it becomes interwoven with the world ether—the Spirit-Self becomes integrated into us—not with the same intensity as it will be on Jupiter, for there it will have physical organs, but—spiritually and soulfully, the Spirit-Self becomes integrated as a higher member of human nature.
[ 15 ] Sodass wir also entwickeln innerhalb der sich loslösenden inneren Ätherwelt, die sich der Welt einwirkt und einwebt: astralischen Leib, wie wir ihn schon hatten, Ich und Geistselbst. Unser Ich kann also nunmehr hin gerichtet sein auf dasjenige, was wir selber nunmehr einverwoben haben dem Weltenäther. Wollten wir früher über irgendeinen Gedanken, der in uns ist, nachdenken, so mussten wir ihn aus der Erinnerung herausheben, aus unserem Innern in unser Bewusstsein bringen. Jetzt steht er irgendwo eingegraben, als Imagination eingegraben in dem, was wir hineingewirkt haben in den Weltenäther.
[ 15 ] Thus, within the inner etheric world that is breaking away—a world that influences and weaves itself into the physical world—we develop: the astral body, as we already had it; the “I”; and the Spirit-Self. Our “I” can now be directed toward that which we ourselves have woven into the world ether. If we previously wanted to reflect on any thought within us, we had to draw it out of memory, bringing it from within us into our consciousness. Now it lies embedded somewhere—embedded as an imagination in what we have woven into the world ether.
[ 16 ] Dann kommt ja, wie wir in der elementaren Geisteswissenschaft schon kennengelernt haben, die Zeit, in welcher der Mensch zurücklebt, in dreifacher Geschwindigkeit zurücklebt das letzte Leben vom Tod bis zur Geburt hin. Aber anders lebt er es zurück, als es hier durchlebt worden ist. Wenn wir das Leben hier durchleben, dann haben wir den Eindruck von dem, was wir als Absichten haben gegenüber anderen Menschen, von dem, wie wir uns zu anderen Menschen, zu den Dingen der Welt verhalten. Aber es ist ein Unterschied. Nehmen wir ein krasses Beispiel: Ich beleidige jemand. Da habe ich gewisse Empfindungen, indem ich den anderen beleidige, gewisse Gefühle. Aber der andere hat auch Gefühle, die ihn beleidigen, bekommen. Die hat der. Ich habe die Gefühle, die dazumal dazu führten, die Beleidigung auszusprechen; der andere hat die schmerzlichen Gefühle, die Beleidigung zu empfangen. Dasjenige, was ich gefühlt habe bei der Beleidigung während meines Lebens hier auf Erden, das mache ich nach dem Tode nun nicht durch, sondern das, was der andere gefühlt hat, der beleidigt worden ist. Alle die Wirkungen unseres Verhaltens machen wir durch in diesem Zurückleben. Wir können nicht einem Menschen irgendetwas zufügen, ohne dass wir es nach dem Tode bei diesem Rückleben so erleben, wie er es hier im Leben erlebt hat. Das heißt: Wir erleben die Wirkungen unserer Taten, unserer Gedanken, unserer Empfindungen. Die Wirkungen erleben wir. Und während wir diese Wirkungen erleben, und uns hinleben bis dahin, wo wir wiederum bei unserer Geburt oder Empfängnis angekommen sind, da entwickelt sich jetzt dasjenige, was wir nennen können eine Voranlage des Lebensgeistes, das als physisches Organ erst auf der Venus für den Menschen geboren sein wird, jetzt geistig-seelisch den Menschen umgibt, sodass er also, indem er seinen astralischen Leib ablegt, dann Ich, Geistselbst, Lebensgeist hat. So lebt sich der Mensch nun hinein in die geistige Welt.
[ 16 ] Then, as we have already learned in elementary Spiritual Science, comes the time when the human being relives—at three times the speed—their last life, from death back to birth. But they relive it differently than it was lived here. When we live through life here, we have an impression of our intentions toward other people and of how we relate to others and to the things of the world. But there is a difference. Let’s take a striking example: I insult someone. In doing so, I have certain sensations and feelings. But the other person also has feelings—they feel insulted. They have those. I have the feelings that led me to utter the insult at the time; the other person has the painful feelings of receiving the insult. What I felt when I insulted someone during my life here on Earth—I do not experience that after death; rather, I experience what the other person felt—the one who was insulted. We experience all the consequences of our behavior in this re-living. We cannot inflict anything upon another person without experiencing it ourselves after death during this re-living, just as that person experienced it here in life. This means: We experience the consequences of our actions, our thoughts, and our feelings. We experience these consequences. And as we experience these consequences and live our way back to the point where we have once again reached our birth or conception, what develops now is what we might call a precursor to the Life-Spirit—which will not be born as a physical organ for human beings until on Venus— but now surrounds the human being spiritually and soulfully, so that when he sheds his astral body, he then possesses an “I,” a Spirit-Self, and a Life-Spirit. In this way, the human being now enters into the spiritual world.
[ 17 ] Dann, wenn der Mensch auf diese Weise, wir können sagen, fertig geworden ist mit der physischen Welt dadurch, dass er dasjenige, was ihm die physische Welt gegeben hat, dass er das in Form eines Gewebes dem Ätherleib einverleibt hat, dadurch auch fertig geworden ist mit der physischen Welt, dass er nicht nur gelebt hat in dem, was er getan und gedacht hat, sondern auch in den Wirkungen seiner Taten, [in] seinem Denken, seinem Fühlen, Wollen, dann ist der Mensch voll drinnen in der geistigen Welt.
[ 17 ] Then, when a human being has, so to speak, come to terms with the physical world in this way—by incorporating into the etheric body, in the form of a tissue, what the physical world has given him—and has thereby also come to terms with the physical world, not only by living in what he has done and thought, but also in the effects of his actions, [in] their thinking, feeling, and willing—then the human being is fully immersed in the spiritual world.
[ 18 ] Und sehen Sie, was bedeutet dieses Drinnensein in der geistigen Welt? Das bedeutet, dass unsere ganze Umwelt eigentlich etwas anderes wird als die Umwelt, die wir hier im physischen Dasein haben. Hier im physischen Dasein sind wir umgeben von anderen Menschen, insofern diese anderen Menschen einen physischen Leib haben. Wir sind umgeben von den Wesen des Tierreiches, des Pflanzenreiches, des Mineralreiches. Indem wir in die geistige Welt eintreten, haben wir uns in der eigentlichen geistigen Welt ja so, dass unser niederstes Glied das Ich ist; hier war es das höchste, dort ist es unser niederstes Glied.
[ 18 ] And look, what does it mean to be in the spiritual world? It means that our entire environment actually becomes something different from the environment we have here in physical existence. Here in physical existence, we are surrounded by other people, insofar as these other people have physical bodies. We are surrounded by beings from the animal kingdom, the plant kingdom, and the mineral kingdom. When we enter the spiritual world, we find ourselves in the spiritual world proper in such a way that our lowest link is the “I”; here it was the highest, there it is our lowest link.
[ 19 ] Die nächsten Wesen sind [uns übergeordnete] Wesen, Angeloi; so wie wir hier als nächstes Wesen die unter uns stehenden Wesen des Tierreiches haben, haben wir dort die Angeloi als über uns stehende Wesen. Archangeloi statt der Wesen des Pflanzenreiches hier, die zwei Stufen unter uns stehen, wie wir dort zwei Stufen über uns stehen haben: Archangeloi. Und so hinauf: Archai und so weiter.
[ 19 ] The next beings are [superior] beings, Angeloi; just as we have here, as the next level of beings, the creatures of the animal kingdom that stand below us, we have there the Angeloi as beings that stand above us. Archangels instead of the beings of the plant kingdom here, which are two levels below us, just as we have beings there that are two levels above us: the archangels. And so on up: the Archai, and so on.
[ 20 ] Nun beginnt, wie Sie sich daraus leicht vorstellen können, also eine Zeit, in der solch ein Tierreich, solch ein Mineralreich, wie sie hier auf der Erde uns umgeben, natürlich für uns auf der Erde nicht vorhanden sind. Wir leben unter Unseresgleichen zunächst und unter Wesen, die höher sind als wir. Dieses Sein-unter-Unseresgleichen, es beginnt sehr bald, nachdem der Mensch die Todespforte durchschritten hat. Man kann es ja im gewöhnlichen Sinn, mit gewöhnlichen Worten bezeichnet nennen: Finden der Seelen, denen man irgendwie nähergetreten ist auf dem physischen Plan, Wiederfinden der Seelen.
[ 20 ] Now, as you can easily imagine, a time begins in which such a plant kingdom and such a mineral kingdom as those that surround us here on Earth naturally do not exist for us on Earth. At first, we live among our own kind and among beings who are higher than we are. This state of being among our own kind begins very soon after a person has passed through the gate of death. One can describe it in the ordinary sense, using ordinary words: finding the souls to whom one has somehow drawn closer on the physical plane, or reuniting with those souls.
[ 21 ] Und sehen Sie, da ist es zunächst wichtig, dass man sich über dieses Wiederfinden auch wieder bestimmte Vorstellungen macht. Die meisten Menschen möchten eben durchaus über die geistige Welt Vorstellungen haben, welche möglichst ähnlich sind den Vorstellungen des physischen Planes. Und wenn man ihnen schwierige Vorstellungen gibt, so sind ihnen eben diese Vorstellungen zu schwierig, sagen sie, denn sie können das nicht verstehen.
[ 21 ] And you see, first of all, it’s important to form certain mental images about this process of rediscovering. Most people do want to have mental images of the spiritual world that are as similar as possible to the mental images of the physical plane. And if you present them with difficult mental images, they say that these mental images are simply too difficult for them, because they cannot understand them.
[ 22 ] Aber die geistige Bedeutung kann man nicht verstehen, wenn man sie sich nur vorstellt so wie Schatten der physischen oder so etwas, sondern man muss sich schon hinaufwenden zu höherem Vorstellen.
[ 22 ] But one cannot understand the spiritual meaning if one merely imagines it as a shadow of the physical world or something of that sort; rather, one must turn one’s mind toward a higher level of mental image.
[ 23 ] Nehmen wir einmal an, meine lieben Freunde, wir treffen nach dem Tode eine Seele, die schon vor uns durch die Pforte des Todes gegangen ist. Die erste Vorstellung, die wir dann haben, ist diese: Wir stehen einer Seele gegenüber. - Dass sie eine Seele ist, die irgendetwas mit uns zu tun hat, das geht daraus hervor, dass wir das innere Erlebnis haben: Du stehst jetzt einer Scele gegenüber. Und nun handelt es sich darum, dass man, von diesem Gefühl, dieser Empfindung ausgehend, gleichsam geistig befühlt den Geistesort, von dem ausgeht dieses Gefühl: Man steht einer Seele gegenüber. Und dann erlebt man innerlich, was in dieser Seele ist. Aber es ist nicht so, dass die Seele einfach an einen herankommt und sich selber gibt, sondern man muss alle die Begriffe, alle die Vorstellungen, alle die Eindrücke, die man haben will von ihr, selber erzeugen. Sie bekommen höchstens eine Vorstellung, wenn Sie sich denken würden, wir lebten nicht im Lichte, sondern wir lebten in der Dunkelheit, und wir würden nur dadurch, dass wir uns stoßen, voneinander wissen, und dann würden wir müssen, dadurch dass wir plastisch uns befühlen einander, Vorstellungen uns erschaffen, tätiger Weise die Vorstellungen uns erschaffen. So ist es mit Bezug auf die Toten, die vor uns hingegangen sind. Wir müssen so innerlich mit ihnen zusammenkommen, denn darauf beruht gerade das Mit-ihnen-Zusammensein - wir müssen so innerlich mit ihnen zusammenkommen, dass wir uns die Vorstellung von ihnen selber innerlich lebendig erschaffen, wenn sie uns entgegentreten. Wollen wir eine Vorstellung von ihnen haben, so müssen wir diese Vorstellung tätig erschaffen.
[ 23 ] Let us suppose, my dear friends, that after death we encounter a soul who has already passed through the gate of death before us. The first mental image that comes to mind is this: We are standing face to face with a soul. - The fact that it is a soul that has something to do with us is evident from our inner experience: “You are now facing a soul.” And now the task is, starting from this feeling, this sensation, to mentally sense, as it were, the spiritual locus from which this feeling arises: “You are facing a soul.” And then one experiences inwardly what is within that soul. But it is not the case that the soul simply approaches you and reveals itself; rather, you must generate for yourself all the concepts, all the mental images, and all the impressions you wish to have of it. At most, you might form a mental image if you were to imagine that we did not live in the light, but rather in darkness, and that we would only know of one another through physical contact—and then we would have to, by tangibly sensing one another, actively create these mental images for ourselves. So it is with regard to the dead who have gone before us. We must come together with them inwardly in this way, for this is precisely the basis of being together with them—we must come together with them inwardly in such a way that we actively create a vivid, living mental image of them within ourselves when they appear before us. If we wish to have a mental image of them, we must actively create that image.
[ 24 ] Dadurch stellt sich das Leben nach dem Tode überhaupt als ein viel tätigeres dar, viel intensiver, als das Leben hier zwischen Geburt and Tod. Hier kann vieles für uns ruhend sein, dort ist alles, was uns als Erlebnis werden soll, durch unser eigenes Betätigen da. Wir sind in fortwährender Tätigkeit. Nur dürfen Sie nicht glauben, dass uns diese Tätigkeit unangenehm ist. Faul und lässig werden wir nicht dabei im Leben nach dem Tode; sondern gerade das würde uns dort wie tot erscheinen, wenn wir ruhen müssten. So nehmen wir diejenigen Seelen wahr, welche vor uns die Todespforte durchschritten haben. Und so nehmen wir auch diejenigen Wesen wahr, welche Hierarchien der Angeloi, Archangeloi, Archai und so weiter angehören. Vorstellungen müssen wir von ihnen schaffen. Wir wissen, dass sie da sind: Die Vorstellungen von ihnen müssen wir schaffen.
[ 24 ] As a result, life after death appears to be far more active and far more intense than life here between birth and death. Here, many things may lie dormant for us; there, everything that is to become our experience comes about through our own actions. We are in constant activity. But do not think that this activity is unpleasant for us. We do not become lazy or indolent in the life after death; on the contrary, if we were forced to rest there, that would seem to us as if we were dead. Thus we perceive those souls who have passed through the gate of death before us. And thus we also perceive those beings who belong to the hierarchies of the Angeloi, Archangeloi, Archai, and so on. We must create mental images of them. We know that they are there: we must create mental images of them.
[ 25 ] Eine Ausnahme davon machen diejenigen Seelen, die zurückbleiben, Seelen, die also noch im physischen Leibe sind, wenn wir schon durch die Todespforte durchgegangen sind. Auch solche Seelen können wir wahrnehmen von der Welt aus, in der wir leben nach dem Tode. Aber diese Seelen, die geben sich wie von selbst; die treten wie Imaginationen auf, ohne dass wir diese Imaginationen erst in Tätigkeit erzeugen. Sodass wir also gewissermaßen von durch sich selbst bestehenden Imaginationen erfüllt die Welt haben und wissen: Was da als Seelen kommt, die wie eine Imagination uns entgegentreten, das sind solche Seelen, die hier noch in dem Leibe sind. Wo es unsere Tätigkeit fordert, dass wir von ihnen Imaginationen haben, Bilder, das sind Seelen, die im Augenblick nur in der geistigen Welt sind. Wir schauen dann wirklich hinunter aus der Welt, die wir betreten durch die Pforte des Todes, auf die Seelen, die wir hier zurückgelassen haben und mit denen wir gelebt haben zwischen der Geburt und dem Tode. Und wir nehmen nicht nur diese Seelen wahr, sondern wir nehmen auch dasjenige wahr, was in diesen Seelen ist, wenn es etwas ist, was den Welten verwandt ist, in denen wir dann drinnen sind, und unsere Seelen sind schon den Welten verwandt, die nehmen wir also wahr. Die Seelen der Menschen, die zurückgeblieben sind, sind den geistigen Welten verwandt; die werden wahrgenommen. Was aber oftmals diese Seelen hier erleben, sehen Sie, das muss nicht wahrgenommen werden. Wenn diese Seelen hier ganz der physisch-sinnlichen Welt zugewandt sind, dann nimmt der Tote zwar die Seelen wahr, aber nicht die Eindrücke der physisch-sinnlichen Welt; die geht ihn nach dem Tode nichts mehr an.
[ 25 ] An exception to this are those souls who remain behind—souls who are still in their physical bodies even after we have already passed through the gate of death. We can also perceive such souls from the world in which we live after death. But these souls reveal themselves as if of their own accord; they appear as images without our first having to actively create them. So, in a sense, our world is filled with images that exist of their own accord, and we know: whatever comes to us as souls—appearing like images—are those souls who are still here in their bodies. Where our activity requires that we have imaginations or images of them, these are souls who are currently only in the spiritual world. We then truly look down from the world we enter through the gate of death upon the souls we have left behind here and with whom we lived between birth and death. And we perceive not only these souls, but we also perceive what is within these souls—if it is something akin to the worlds in which we now find ourselves—and since our souls are already akin to those worlds, we perceive them as well. The souls of the people who have remained behind are akin to the spiritual worlds; they are perceived. But what these souls often experience here—you see—does not need to be perceived. When these souls here are entirely turned toward the physical-sensory world, then the deceased does indeed perceive the souls, but not the impressions of the physical-sensory world; after death, those no longer concern him.
[ 26 ] Wenn wir aber den Toten, wie wir es genannt haben, vorlesen, wenn wir unsere Secle also erfüllen mit demjenigen, was selber handelt von der geistigen Welt, dann sind das Gedanken, die gelten für die Welt, in der die Toten auch leben. Dann bedeutet dieses, dass die Toten in unseren Seelen anwesend sehen diejenigen Gedanken, die sich auf die geistige Welt beziehen. - Daher können wir den Toten wirklich in Gedanken vorlesen. Auch wenn wir ihnen Gedanken der Liebe nachsenden, das heißt, an sie denken, an die Toten, da denken wir an etwas, was in der geistigen Welt ist ... können sie das wahrnehmen?
[ 26 ] But when we read aloud to the dead, as we have called it—when we thus fill our minds with that which itself pertains to the spiritual world—these are thoughts that apply to the world in which the dead also live. This means that the dead perceive, within our souls, those thoughts that relate to the spiritual world. — Therefore, we can truly read aloud to the dead in our thoughts. Even when we send them thoughts of love—that is, when we think of them, of the dead—we are thinking of something that exists in the spiritual world... can they perceive this?
[ 27 ] Und die Frage kann aufgeworfen werden, und sie erscheint als eine wichtige Frage, meine lieben Freunde: Was sind denn eigentlich für die Toten die Gedanken, die hier in der Seele der Lebenden an die Toten entstehen? Die Frage beantwortet sich nicht so ganz leicht. Und man kommt erst langsam dazu, wenn man die geistige Welt betrachtet, auf diese Frage sich nach und nach eine Antwort zu geben. Denn sehen Sie: Wirkliches Wissen über die geistige Welt kann man auch nicht dadurch erlangen, dass man einfach beliebig, wie man will, in die geistige Welt hineinschaut und sich Fragen nach Belieben in der geistigen Welt beantworten kann, wie sich’s die Menschen so vorstellen.
[ 27 ] And the question may be raised—and it seems to be an important one, my dear friends: What, exactly, are the thoughts that arise here in the souls of the living regarding the dead? This question is not so easy to answer. And only gradually, as one contemplates the spiritual world, does one begin to formulate an answer to this question. For you see: True knowledge of the spiritual world cannot be gained simply by looking into it at will, as one pleases, and answering questions in the spiritual world as one sees fit, as people tend to have a mental image of it.
[ 28 ] Rechtes zu wissen aus der geistigen Welt heraus, meine lieben Freunde, das hängt davon ab, dass man erlebt die Dinge, wirklich erlebt solch eine Frage: Was bedeuten die Gedanken der Liebe an die Toten? Die Gedanken, die also meinetwillen als Vorlesegedanken über Dinge der geistigen Welt in den Seelen derer, die hier zurückgeblieben sind, leben - was bedeuten diese Gedanken für die Toten?
[ 28 ] To truly know about the spiritual world, my dear friends, depends on experiencing things—truly experiencing a question such as this: What do thoughts of love for the dead mean? The thoughts that, for my sake, live on as thoughts read aloud about matters of the spiritual world in the souls of those who have remained here—what do these thoughts mean for the dead?
[ 29 ] Das kann man nicht einfach so aus dem Nichts heraus beantworten, sondern das muss erlebt sein geradeso, wie man hier, zum Beispiel auf dem Gebiet der Naturwissenschaft, Experimente anstellen muss, um irgendetwas herauszubekommen, und man nicht beliebig herumphantasieren kann über das, was man nun dem Experiment ablesen muss, so muss man, wenn man geistig forscht, hier noch im physischen Leben, also im physischen Leibe die geistigen Geheimnisse kennenlernen soll, muss man warten, bis die Seele geeignet ist, so etwas aufzunehmen; sonst phantasiert man, sonst forscht man nicht geistig. Nicht in jedem Moment ist die Seele geeignet, diese oder jene Wahrheiten wirklich zu schauen. Sie muss warten, warten, bis sie bereit ist - und bis auch die geistige Welt bereit ist -, ihr diese Wahrheiten zu geben.
[ 29 ] This is not something one can simply answer out of thin air; rather, it must be experienced—just as here, for example in the field of natural science, one must conduct experiments to discover anything, and one cannot just fantasize at will about what one must deduce from the experiment—so too, when conducting spiritual research, here in physical life—that is, in the physical body—to come to know spiritual mysteries, one must wait until the soul is ready to receive such things; otherwise, one is merely fantasizing, not conducting spiritual research. The soul is not always ready to truly perceive this or that truth. It must wait, wait until it is ready—and until the spiritual world is also ready—to impart these truths to it.
[ 30 ] Das sind allerdings Dinge, auf die nicht gern die sogenannten Gelehrten in der physischen Welt eingehen. Denken Sie doch nur einmal, wenn man jemandem sagen würde, der als Professor Philosoph sein will: Ja, du kannst schon die Wahrheit erkennen, aber du musst warten - nun, das geht ja nicht, nicht wahr, gerade darauf lässt sich derjenige, der in der Außenwelt Philosoph sein will, nicht ein; der weiß doch, nicht wahr, dass er ein gescheiter Mann ist, und dass er in jedem Augenblick über das denken kann, dass er erzählen kann über das, was er sich vorsetzt zu ergründen.
[ 30 ] These, however, are matters that the so-called scholars in the physical world are reluctant to address. Just think for a moment: if someone were to say to a person who wants to be a professor of philosophy, “Yes, you can certainly recognize the truth, but you have to wait”—well, that just won’t do, will it? That is precisely what someone who wants to be a philosopher in the outer world won’t accept; after all, he knows, doesn’t he, that he is a clever man and that at any moment he can think about it and speak about what he sets out to fathom.
[ 31 ] Dass die Dinge erlebt sein wollen, dass die Dinge herankommen wollen, darauf wird doch nicht der Träger einer solchen Begriffstunke, muss man sagen, wie zum Beispiel der Philosoph Eucken sie herumfließen lässt im geistigen Leben Mitteleuropas, sich einlassen! Auf solche Dinge wird er sich selbstverständlich nicht einlassen. Also diese Dinge sind nicht so einfach zu finden.
[ 31 ] That things want to be experienced, that things want to come to us—surely the proponent of such conceptual drivel, as exemplified by the philosopher Eucken, who lets it flow freely through the intellectual life of Central Europe, will not, one must say, allow himself to be drawn into this! Of course, he will not get involved with such things. So these things are not so easy to find.
[ 32 ] Da handelt es sich zunächst vor allen Dingen, meine lieben Freunde, darum, dass man sich immer wieder und wiederum in aller Geduld und in aller Demut die Frage vorlegt in der Weise und sich zunächst begnügt, die Frage gleichsam an das Universum zu stellen: Was bedeuten die liebenden Gedanken, die wir den Toten nachsenden? Was bedeuten diese Gedanken, die wir im Hinblick auf diese Toten, ihnen vorlesend aus der Geisteswissenschaft heraus, zu ihnen hinsenden?
[ 32 ] First and foremost, my dear friends, it is a matter of repeatedly asking ourselves this question with patience and humility, and of initially contenting ourselves with posing the question, as it were, to the universe: What do the loving thoughts we send to the dead mean? What do these thoughts mean that we send to them—reading to them from the Spiritual Science in regard to these departed?
[ 33 ] Wenn noch nicht die Zeit da ist, so etwas zu beantworten, muss man warten, warten. Dann kommt die Antwort, indem sie sich daranschließt an die Frage auch wie in einer Imagination, einem Bilde, an dem man es erlebt. Und gerade für die Frage, die hier jetzt vor uns steht, will ich Ihnen ein Bild sagen. sehen Sie, da kann man zum Beispiel eines Tages erleben, dass einem diese Antwort kommt, zuerst als Imagination, wobei man genau weiß: Als Bild wird sie einem gegeben. Nicht wahr, man hat zuerst den Eindruck, man müsse nun eine neue Frage aufwerfen - die Frage: Könnten die Menschen auf der Erde leben, wenn es zum Beispiel gar keine Kunst gäbe? Essen könnten Sie, trinken könnten Sie; Sie würden aber nicht sehen, was Raffael gemalt hat, was Michelangelo gemalt hat - nicht wahr, wenn es keine Kunst gäbe, würden Sie auch Ihre eigenen Bildnisse nicht sehen. Aber leben könnten Sie. - Leben könnten ja die Menschen schon; sie würden nur nicht im vollsten Sinne des Wortes Mensch hier auf dem physischen Plane sein: Die Kunst kommt als etwas hinzu, was das Leben zu einem Höheren macht, als das ist, was unbedingt notwendig ist: Das ist die Kunst.
[ 33 ] If the time has not yet come to answer such a question, one must wait, wait. Then the answer comes by following on from the question, just as in an imagination, an image through which one experiences it. And specifically for the question that now stands before us, I want to share an image with you. You see, one day, for example, you might experience this answer coming to you—first as an imagination—and you know exactly: it is being given to you as an image. Isn’t that right? At first, one has the impression that one must now pose a new question—the question: Could people live on Earth if, for example, there were no art at all? You could eat, you could drink; but you wouldn’t see what Raphael painted, what Michelangelo painted—wouldn’t you agree that if there were no art, you wouldn’t even see your own portraits? But you could live. - People could certainly live; they just wouldn’t be human in the fullest sense of the word here on the physical plane: Art is something that elevates life beyond what is strictly necessary—that is art.
[ 34 ] Der Tote könnte auch leben drüben in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt, wenn er nichts hätte, als dasjenige, was ihm die geistige Welt geben könnte; aber es wäre ein Leben, wie es für die Erdenmenschen hier ist ohne Wärme, ohne Licht, wenn gelebt werden müsste ohne das Hinunterblicken auf dasjenige, was in den Seelen der noch im physischen Leibe Weiterlebenden vor sich geht. Das ist etwas, was noch hinzukommt zu dem Erleben in der geistigen Welt, wie die Kunst oder wie meinetwillen das Porträtieren der Menschen, nicht wahr, wodurch auch dem Leben etwas über das Notwendige hinaus gegeben wird. - Also etwas, was über das Leben hinausgeht, was das Leben erhöht, das ist es, was dazukommt; ebenso wahr, wie es ist, dass die Welt hier etwas ist dadurch, dass der Mensch nicht bloß beschränkt bleibt auf den fortlaufenden Strom der Naturereignisse, sondern dass sich in ihn diese Tätigkeit hereinstellt, über die Naturereignisse hinausgehend, über seine eigenen Naturereignisse hinausgehend - ebenso wahr ist es, dass das Leben der Toten unendlich erhöht wird gerade durch dasjenige, was hier lebt in den Seelen im Hinblick auf die Toten.
[ 34 ] The deceased could also live over there in the spiritual world between death and rebirth, even if he had nothing but what the spiritual world could give him; but it would be a life like that of earthly human beings here—without warmth, without light—if one had to live without looking down upon what is taking place in the souls of those who still live on in their physical bodies. This is something that is added to the experience in the spiritual world, just as art is—or, for that matter, the portrayal of people—isn’t it? Through this, life is given something beyond the bare necessities. - So something that goes beyond life, that elevates life—that is what is added; just as true as it is that the world here is something because human beings are not merely confined to the continuous flow of natural events, but because this activity takes hold within them, going beyond natural events, going beyond their own natural events - it is equally true that the life of the dead is infinitely elevated precisely by that which lives here in the souls in relation to the dead.
[ 35 ] Aus einem tiefen Instinkt heraus haben daher die Menschen in den Zeiten, in denen noch aus dem Bewusstsein der geistigen Welt heraus gelebt wurde, die Totenfeste gefeiert, abgehalten (?). Dieser Rückblick auf die Welt der Gedanken, die hienieden übrig blieben ..., das bedeutet viel für diejenigen, die das Leben durchmachen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt.
[ 35 ] Driven by a deep instinct, people in times when life was still lived from an awareness of the spiritual world celebrated and observed (?) the festivals of the dead. This looking back at the world of thoughts left behind here on earth... means a great deal to those who are passing through life between death and a new birth.
[ 36 ] Also zuerst wird einem ein solches Bild gegeben, wenn man die Frage stellt, ein Bild, das sich wie auf die physische Welt bezieht: Naturverlauf und Kunst-Bezug. Und dann weiß man: Dieses Bild gibt einem etwas, was man erst [lesen] muss. Und dadurch kommt man dann dahin, zu schauen: Was machen die Toten mit dem, was ihnen hier in der geschilderten Weise zukommt? - Das stellt sich einem etwa so dar, wenn man sich bereitmacht dazu, solch eine Tatsache zu erkennen.
[ 36 ] So first, when one asks the question, one is presented with an image that relates to the physical world: the course of nature and its connection to art. And then you realize: This image gives you something that you first have to [interpret]. And through this, you come to ask: What do the dead do with what is given to them here in the manner described? — This is roughly how it presents itself to you when you prepare yourself to recognize such a fact.
[ 37 ] Eine weitere Frage ist doch ganz gewiss die, meine lieben Freunde: Was tun die Toten in der langen Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt? Denn, Sie wissen, es ist eine lange Zeit.
[ 37 ] Another question that certainly arises, my dear friends, is this: What do the dead do during the long period between death and a new birth? For, as you know, it is a long time.
[ 38 ] Nun, was tun denn die Toten eigentlich? Ja, sehen Sie, diese Frage ist für das gewöhnliche irdische Vorstellen gar nicht so leicht zu beantworten, aus dem einfachen Grunde, weil sehr leicht die Menschen mit materialistischen Vorstellungen geneigt sein werden, die viel umfassendere Tätigkeit der Toten als der Lebenden überhaupt nicht als Tätigkeit gelten zu lassen. Die Menschen haben ja in Bezug auf die eigentlichen tieferen Impulse der Welt ganz merkwürdige Vorstellungen. Sehen Sie, ich habe auf solche merkwürdigen Vorstellungen schon hingewiesen. Da sagen die Menschen: Auch seelisch-geistige Eigenschaften, die der Mensch hat, die seien vererbt. Das könne man ja beweisen, meinen die Menschen heute mit ihrem grobklotzigen Materialismus: Die seelischen Eigenschaften seien vom Vater, vom Großvater und so weiter. Denn, betrachte man das Genie, sagen die Leute, da sieht man: Ein Genie tritt in die Welt herein ... Goethe. Ein dicker Band ist vor kurzer Zeit erst erschienen über Goethes Vorfahren, wo alle die einzelnen Eigenschaften, die auf Goethe konzentriert waren, zusammengesucht sind bei Vater, Großvater, Mutter, Großmutter und so weiter, weit hinauf, mit großem Fleiß. Gegen die Gelehrsamkeit dieser ehrenwerten Männer soll ja nichts eingewendet werden; ehrenwerte Männer sind das gewiss ja alle. Da wird gesagt: Man sieht an dem Genie, dass seine Eigenschaften zusammengeholt sind aus den Vorfahren.
[ 38 ] Well, what do the dead actually do? You see, this question is not at all easy to answer from the ordinary earthly perspective, for the simple reason that people with materialistic mental images are very prone to refusing to acknowledge the much more comprehensive activity of the dead—which far exceeds that of the living—as activity at all. People do, after all, have quite strange mental images regarding the world’s true, deeper impulses. You see, I have already pointed out such strange mental images. People say: Even the soul-spiritual qualities that a person possesses are inherited. People today, with their crude, clunky materialism, believe this can be proven: that soul qualities come from the father, the grandfather, and so on. For, when one considers a genius, people say, one sees: a genius enters the world... Goethe. A thick volume was published only recently about Goethe’s ancestors, in which all the individual qualities concentrated in Goethe have been painstakingly traced back to his father, grandfather, mother, grandmother, and so on, far into the past. Nothing is to be said against the erudition of these honorable men; they are certainly all honorable men. It is said: One can see from the genius that his traits have been gathered from his ancestors.
[ 39 ] Ja, meine lieben Freunde, das ist eine sonderbare Logik - bloß als Logik genommen; denn dass derjenige, der als Seele sich verkörpert im Leibe, die Eigenschaften seiner Vorfahren hat, insofern diese leibliche Eigenschaften sind, das ist nicht wunderbarer, als wenn einer ins Wasser fällt und nass herausgezogen wird! Er hat natürlich dasjenige an sich, wodurch er gegangen ist: Nämlich, weil er ins Wasser fiel, ist er nass geworden. Das ist keine große Weisheit. Ein Beweis wäre erst da, wenn man im äußeren Leben nachweisen könnte: Eigenschaften seelisch-geistiger Art vererben sich als solche.
[ 39 ] Yes, my dear friends, that is a strange kind of logic—taken purely as logic; for the fact that the soul, when it incarnates in the body, possesses the characteristics of its ancestors—insofar as these are physical characteristics—is no more remarkable than when someone falls into water and is pulled out wet! Of course, he possesses that which he went through: namely, because he fell into the water, he got wet. That is no great wisdom. Proof would only exist if one could demonstrate in external life that qualities of a spiritual-soul nature are inherited as such.
[ 40 ] Da müsste man aber nachweisen, dass das Genie seine genialen Eigenschaften auf seine Nachkommen vererbt - das wird man hübsch bleiben lassen; denn man soll einmal anfangen, die Eigenschaften Goethes an seinen Nachkommen bis auf die Enkel hinunter nachzuweisen! Oder anderer.
[ 40 ] But one would have to prove that a genius passes on his genius to his descendants—and that’s best left alone; after all, just try to trace Goethe’s traits down through his descendants to his grandchildren! Or anyone else’s.
[ 41 ] Das ist das Schlimmste der materialistischen Wissenschaft, dass sie das Blödsinnigste sozusagen als das Logischeste anschaut! Man kann nicht anders sagen als: das Blödsinnigste. ... Denn es würde ja nur ein Beweis sein, wenn man an den Nachkommen beweisen könnte, dass die genialen Eigenschaften der Vorfahren in gleicher Weise vererbt würden und nicht, wie man bloß zeigt, dass bei den Nachkommen etwas vorhanden war, was bei den Vorfahren vorhanden war, wie es selbstverständlich ist, weil die Seele durchgeht durch das, womit sie sich verbindet in der Verkörperung, weil die Seele sich einhüllt in das, worin sie sich verkörpert.
[ 41 ] That is the worst thing about materialistic science: it regards the most absurd things, so to speak, as the most logical! One cannot help but say: the most absurd things. ... For it would only be proof if one could demonstrate in the descendants that the brilliant qualities of the ancestors were inherited in the same way—and not merely show that the descendants possessed something that the ancestors possessed, as is self-evident, because the soul passes through that with which it unites in embodiment, because the soul envelops itself in that in which it incarnates.
[ 42 ] Aber nicht nur das ist der Fall; diese sogenannte Vererbungslehre, die unter all den Torheiten, die durch mehr oder weniger materialistisch geartete Philosophien oder Weltanschauungen oder was alles als Monismus - und Gott weiß, was alles - verbreitet ist, das ist dasjenige, was so ziemlich zum Schlimmsten gehört, was unter die Leute verbreitet wird: Es werden dadurch sozusagen alle die wahren Vorstellungen auf den Kopf gestellt.
[ 42 ] But that is not the only thing; this so-called theory of heredity—which, among all the follies spread by more or less materialistic philosophies, worldviews, or whatever else is classified as monism (and God knows what else)—is one of the very worst things being disseminated among the people: it turns, so to speak, all true mental images upside down.
[ 43 ] Denken Sie nur einmal, meine lieben Freunde: Eine Seele tritt in einem bestimmten Zeitpunkt ins Dasein; sie hat das Leben zwischen dem Tod und der neuen Geburt durchgemacht, tritt nun ins Dasein. Was bedeutet das zunächst, dass diese Seele ins Dasein tritt? Das bedeutet, dass diese Seele eine gewisse Verwandtschaft fühlt mit zwei Menschen, mit den Menschen, die dann Vater und Mutter werden, eine Verwandtschaft fühlt. Und weil sie Verwandtschaft fühlt mit diesen Menschen, die Vater und Mutter werden, deshalb, aus dem Grunde neigt sie sich zu diesem Vater und dieser Mutter. Aber viel früher neigt sie sich, als man glaubt!
[ 43 ] Just think about it for a moment, my dear friends: A soul enters into existence at a specific moment; it has gone through the period between death and rebirth, and now enters into existence. What does it mean, first of all, that this soul enters into existence? It means that this soul feels a certain kinship with two people—the people who will become its father and mother—a sense of kinship. And because it feels this kinship with these people who will become its father and mother, for that very reason, it is drawn to this father and this mother. But it is drawn to them much earlier than one might think!
[ 44 ] In älteren Zeiten, die von diesen Dingen noch viel gewusst haben (sie haben ja auch dieses dann materialistisch gedeutet; und dieses, was ich jetzt sage, ist eine materialistische Deutung; aber wenigstens geht die materialistische Deutung auf etwas Wahres zurück) - denken Sie einmal, welchen Wert man gelegt hat in älteren Lebensauffassungen auf das erstgeborene Kind ... was das gegolten hat, das erstgeborene Kind! Warum hat das erstgeborene Kind als etwas Besonderes gegolten? Weil man in diesem erstgeborenen Kind gefühlt hat (man hat es sich nur in den allerältesten Zeiten zum Bewusstsein gebracht, aber nicht in späteren Zeiten, man hat es da nur gefühlt), weil man in diesem erstgeborenen Kinde gesehen hat die Seele, die die Eltern erst zusammengeführt hat auf der Welt, die sie zur Heirat gebracht hat. Es hat schon die Kraft hinuntergewirkt lange Zeit vorher und hat die Eltern zusammengeführt. Das hat man darin gesehen.
[ 44 ] In earlier times, when people still knew a great deal about these things (they, too, interpreted this in materialistic terms; and what I am saying now is a materialistic interpretation; but at least the materialistic interpretation is based on some truth)—just think of the value that was placed in earlier worldviews on the firstborn child... what the firstborn child was considered to be! Why was the firstborn child regarded as something special? Because people sensed in this firstborn child—though they only brought this to conscious awareness in the very earliest times, not in later periods; back then, they merely sensed it—because they saw in this firstborn child the soul that had first brought the parents together in this world, that had led them to marriage. That soul had already been working its power from above long before and had brought the parents together. That is what people saw in it.
[ 45 ] Das spätere Kind, das hatte schon dasjenige vorgefunden, was sein Vorfahr, das ältere Kind, zusammengebracht hat; das hatte nicht mehr eine so große Freiheit, etwas sich zusammenzustellen. Seine Verwandtschaft war auch da gegenüber Vater und Mutter, aber es konnte nicht mehr das Band schlingen, sondern es musste seine Kraft einem schon geschlungenen Bande anpassen, sich anpassen. Und die Einrichtungen, die da waren, sie werden ja heute vielfach materialistisch gedeutet, als Aberglaube angeschaut, aber sie deuten doch hin auf etwas, was auf Wahrheit in einer gewissen Weise beruht.
[ 45 ] The later child had already found what its predecessor, the older child, had put together; it no longer had such great freedom to put something together for itself. Its relationship to father and mother was also present, but it could no longer forge the bond itself; rather, it had to adapt its strength to a bond that had already been forged, to conform to it. And the institutions that existed—which today are often interpreted in materialistic terms and viewed as superstition—nevertheless point to something that is, in a certain way, based on truth.
[ 46 ] Aber nicht nur dies ist der Fall, dass die Seele, nachdem sie durchgemacht hat das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wenn sie sich zugeneigt hat einem neuen Leben, nun hinunterwirkt zum Elternpaar, zu Vater und Mutter; namentlich nicht zum Elternpaar nur, sondern das geht viel weiter: Auch dass die Eltern die Kinder ihrer bezüglichen Großeltern sind, das liegt in diesem Zusammenwirken auch schon, darinnen wirkt schon die Kraft. Und wiederum Eltern der Großeltern. Wie aus der ganzen Welt zusammengetragen wirkt dasjenige, was aus einem breiten Familienstrome zuletzt zu den Eltern führt. Darin wirkt schon - und man kann sagen: durch Jahrhunderte - die Kraft, die dann hinuntertritt und sich in einem Menschenleib verkörpert.
[ 46 ] But it is not only the case that the soul, after having gone through the life between death and a new birth, when it has turned toward a new life, now exerts its influence downward upon the parents, the father and mother; specifically, not only upon the parents, but this goes much further: The fact that the parents are the children of their respective grandparents is also already inherent in this interplay; the force is already at work there. And, in turn, the parents of the grandparents. As if gathered from all over the world, what ultimately leads to the parents from a broad family stream is at work here. Within this—and one might say, over the course of centuries—the force is already at work, which then descends and incarnates itself in a human body.
[ 47 ] Also es ist tatsächlich so, dass man sagen kann: Gut, Goethe tritt am 28. August 1749 ins physische Dasein. Er hat nicht nur auf seine Eltern gewirkt, er hat auf seine Großeltern gewirkt und bewirkt, dass seine Großeltern die Eltern bekommen haben, die er brauchte; er hat auf seine Urgroßeltern und Ururgroßeltern schon gewirkt. Kurz, seit Jahrhunderten durch die Gencrationenfolge werden gewisse Kräfte entwickelt, die zuletzt gipfeln können darinnen, dass die betreffende Seele in dem richtigen, in dem wesensangemessensten Maße dann erscheint.
[ 47 ] So it is indeed the case that one can say: Well, Goethe entered physical existence on August 28, 1749. He not only influenced his parents; he also influenced his grandparents and brought about the fact that his grandparents had the parents he needed; he had already influenced his great-grandparents and great-great-grandparents. In short, over the course of centuries, through the succession of generations, certain forces have been developed that can ultimately culminate in the soul in question appearing in the right way—in the manner most appropriate to its nature.
[ 48 ] Dasjenige, was da stattfindet in diesem Zusammenwirken von Menschen, in diesem Flechten von einem Gewebe zwischen den Menschen, da könnten nun nicht allein unsere Seelen beteiligt sein - sie sind beteiligt daran in der Art, wie ich es geschildert habe -, sondern diese Seelen sind beteiligt unter der Anleitung der geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien. Denn das ist ja ein gewichtiger Prozess, das sind gewichtige Vorgänge, meine lieben Freunde! Denken Sie sich das, was hier als Physisches in der Welt wirkt. Ja, die Menschen sehen diese physische Welt in einer höchst [eigenartigen] Weise an. Denken Sie doch nur einmal, es gäbe Wesen, welche keine Menschen sehen könnten; das ist ja ganz gut denkbar, dass es Wesen gäbe, die keine Menschen sehen könnten, aber die nur Scelen sehen können. Also sagen wir: Alle Seelen, die wir hier haben, würden solche Wesen sehen können; aber Menschen könnten sie nicht sehen. Nehmen wir diese Hypothese einmal für einen Augenblick an. Was würden nun diese Wesen sagen? Diese Wesen würden sagen: Die Uhren entstehen alle von selbst ..., denn die Arbeit der Menschen an den Uhren würden sie ja nicht sehen. Für diese Wesen würden die Uhren ganz von selbst entstehen, die würden irgendwo selber zusammenlaufen. Also für diese Wesen wären die Uhren sich selbst erzeugende Wesenheiten. Solche Wesen würden durch die Stadt Hannover gehen und würden sagen: Da drinnen gibt's nicht irgendwelche Wesen, die die Uhren machen. ... Also entstehen die Uhren durch sich selber. - So ungefähr sagt das materialistische Denken, indem es sagt: Wenn der Mensch geboren wird, nun, dann entsteht er halt, nicht wahr, durch die Keimanlage und so weiter von selber. Das ist gerade so gescheit, als Wesen gescheit wären, welche die Uhren durch sich selber entstehen lassen.
[ 48 ] What takes place in this interaction among human beings, in this weaving of a fabric between them—it is not merely our souls that are involved in this—they are involved in the way I have described—but these souls are involved under the guidance of the spiritual beings of the higher hierarchies. For this is indeed a momentous process; these are momentous events, my dear friends! Just imagine what is at work here in the world as the physical realm. Yes, people view this physical world in a most [peculiar] way. Just imagine for a moment that there were beings who could not see human beings; it is quite conceivable that there might be beings who cannot see human beings, but who can only see souls. So let’s say: All the souls we have here would be able to see such beings; but human beings could not see them. Let’s accept this hypothesis for a moment. What would these beings say? These beings would say: The clocks all come into being on their own …, because they wouldn’t see the work humans do on the clocks. To these beings, the clocks would come into being entirely on their own; they would assemble themselves somewhere. So to these beings, the clocks would be self-generating entities. Such beings would walk through the city of Hanover and say: There aren’t any beings in there who make the clocks. ... So the clocks come into being by themselves. — That’s roughly what materialistic thinking says when it claims: When a human being is born, well, then he simply comes into being—doesn’t he?—by himself, through the germ cell and so on. That’s just as sensible as if there were beings who caused the clocks to come into being by themselves.
[ 49 ] Denn, meine lieben Freunde, in dem ganzen Prozess, der von Jahrhundert zu Jahrhundert geht, und der den Menschen nur durch ihre Kurzsichtigkeit als durch sich selbst verlaufend erscheint, da wirken die Kräfte aus der geistigen Welt hinein; da ist nichts von Zufälligkeit, da wirken überall die Kräfte aus der geistigen Welt hinein. Dass sie etwas erscheinen wie zufällig, das ist nur deshalb, weil die fortströmenden Mächte immer durch Ahriman durchkreuzt werden vielfach. Da wirken immer die geistigen Mächte hinein. Immerfort wird die Welt gelenkt und geleitet von der geistigen Welt aus. Und der Mensch zwischen dem Tod und der neuen Geburt wirkt mit von der geistigen Welt aus an der Lenkung der physischen Welt. Diejenigen Angelegenheiten besorgt er, die eben von der geistigen Welt aus gelenkt und geleitet werden.
[ 49 ] For, my dear friends, throughout this entire process that spans century after century—and which, due to human short-sightedness, appears to unfold of its own accord—forces from the spiritual world are at work; there is nothing random about it; forces from the spiritual world are at work everywhere. The fact that they appear somewhat random is only because the flowing forces are constantly thwarted in many ways by Ahriman. The spiritual forces are always at work here. The world is constantly guided and directed from the spiritual world. And the human being, between death and new birth, participates from the spiritual world in the guidance of the physical world. He attends to those matters that are precisely guided and directed from the spiritual world.
[ 50 ] Dazu muss mancherlei aber geschehen in der geistigen Welt, das in der physischen Welt gar nicht sichtbar wird, das eben nur eine Angelegenheit der geistigen Welt ist. Sehen Sie, meine lieben Freunde, in unserer physischen Welt dürfen wir sagen: Unser Gehirn ist ein Wunderbau. Denken Sie, sie müssten es bewusst hinstellen. Das würden Sie natürlich nicht können. Diesen Wunderbau des menschlichen Gehirns, den sie in sich tragen, Sie würden ihn nicht herstellen können. Für Ihr Bewusstsein ist das auch nicht möglich; denn an diesem Wunderbau arbeiten auch die Geister der höheren Hierarchien gemäß früherer Erdenperioden, gemäß unseres Karmas. Unsere karmischen Wirkungen in früheren Erdenperioden werden ausgearbeitet. Unsere karmischen Wirkungen heute für spätere Perioden - wie wir hier Maschinen machen. Mehr können wir ja nicht auf der Erde. Die können wir ja allerdings geradeso gut, wie sie sich zu Zerstörungen eignen, auch so verwenden, dass sie sich für mancherlei Menschenwerk, mancherlei Naturwerk nützlich erweisen.
[ 50 ] For this to happen, however, various things must take place in the spiritual world—things that are not at all visible in the physical world, things that are simply a matter for the spiritual world. You see, my dear friends, in our physical world we can say: Our brain is a marvel of construction. Imagine if you had to consciously create it. Of course, you wouldn’t be able to do that. You could not create this marvel of the human brain that you carry within you. Nor is this possible for your consciousness; for the spirits of the higher hierarchies also work on this marvel, in accordance with earlier Earth periods and in accordance with our karma. Our karmic effects from earlier Earth periods are being worked out. Our karmic effects today for later periods—just as we build machines here. After all, that is all we can do on Earth. However, just as these machines are suited for destruction, we can also use them in such a way that they prove useful for various human endeavors and various works of nature.
[ 51 ] Wie wir hier Maschinen machen können, so werden von der geistigen Welt aus diejenigen Wesen gemacht, welche diejenigen Tatsachen hervorrufen, die dann zu den Wesen führen, die über das Maschinenwesen hinausgehen.
[ 51 ] Just as we can build machines here, so too are beings created in the spiritual world that bring about the events which then lead to beings that transcend the realm of machines.
[ 52 ] Wie kommt eigentlich nun ein solches Menschenhaupt zustande? Dieses Haupt, das Sie aufgesetzt haben, wie kommt das zustande? Nun, meine lieben Freunde, ich habe gesagt: Wenn der Mensch durch die Pforte des Todes gegangen ist, werden zunächst seine Gedanken einverwoben dem Weltenäther. Da sind sie mit drinnen.
[ 52 ] How, exactly, does such a human head come into being? This head that you have placed there—how does it come into being? Well, my dear friends, I have said: When a person has passed through the gate of death, their thoughts are first interwoven with the world-ether. They are contained within it.
[ 53 ] Dasjenige, was er gefühlt, empfunden, gewollt hat, das wird nicht verwoben, sondern die Gedanken. Das andere bleibt bei seinem Ich, das er durch die Welt zwischen seinem Tod und der neuen Geburt trägt. Diese Gedankenwelt wird verwoben. Seine Empfindungsimpulse, seine Gefühle, seine Willensimpulse, sie bleiben bei ihm. Aber je nachdem sie waren, muss das nächste Leben gestaltet werden. Sehen Sie, der Mensch ist hier in der physischen Welt gleichsam eine Zweiheit gewissermaßen: sein Haupt mit dem, was als Fortsetzung in das Rückenmark hineingeht - und dann der übrige Organismus, der ja einfach angehängt ist. Sie können das ja am Skelett feststellen, das Sie überall in jeder naturwissenschaftlichen Sammlung sehen können; da können Sie diese Zweigliederung rein am physischen Leib betrachten: dasjenige, was zum Haupt und zum Rückenmark gehört, und dasjenige, was daran gehängt ist. Wenn Sie diese zwei betrachten, so werden Sie sich sagen: Das Haupt ist zunächst, mit Ausnahme des Gefühlssinnes, vorzugsweise dazu da, Erkenntnisorgan, Denkorgan zu sein, mit seinem Anhange, dem Rückenmark. Daran hängt der übrige Organismus, in dem sich unsere Bewegungen entwickeln, in dem auch - wenn das auch die heutige Physiologie noch von einer ganz verkehrten Seite anschaut -, in dem auch physisch lokalisiert sind unser Empfinden, unser Fühlen und so weiter, aus dem wir jetzt erleben in dieser Inkarnation, meine lieben Freunde, aus unserem, dem Haupte angehängten übrigen Leib. Aus diesen Formen muss nach Maßgabe unserer Gedanken, die wir hier haben, das neue Haupt geformt werden für die nächste Inkarnation.
[ 53 ] What he felt, sensed, and willed is not woven into the next life; rather, it is his thoughts that are. The rest remains with his “I,” which he carries through the world between his death and his new birth. This world of thoughts is woven into the next life. His sensory impulses, his feelings, and his volitional impulses remain with him. But depending on what they were like, the next life must be shaped accordingly. You see, here in the physical world, the human being is, as it were, a kind of duality: his head, with what extends into the spinal cord—and then the rest of the organism, which is simply attached. You can see this in the skeleton, which you can view in any natural history collection; there you can observe this twofold division purely in the physical body: that which belongs to the head and the spinal cord, and that which is attached to it. When you consider these two, you will say to yourself: The head is primarily—with the exception of the sense of feeling—intended to be an organ of cognition, an organ of thought, together with its appendage, the spinal cord. Attached to it is the rest of the organism, in which our movements develop, and in which—even though modern physiology still views this from a completely wrong perspective—our sensations, our feelings, and so on are physically localized; from this, my dear friends, we now experience life in this incarnation through the rest of our body attached to the head. From these forms, in accordance with the thoughts we have here, the new head must be formed for the next incarnation.
[ 54 ] Und dieses neue Haupt, das wird so geformt - natürlich, es ist schwer, so etwas anzugeben, aber man kann sagen -, dass es eigentlich das ganze Universum einschließt. Dasjenige, was jetzt da drinnen ist [in Ihrem Haupt], das war in Ihrer früheren Inkarnation der Anhang. Das war der ganze Leib. Und das ist umgeformt nach Maßgabe der Gedanken, die nach außen gezogen sind zu dem jetzigen Haupt. Das war gleichsam ausgebreitet über die ganze Welt und wird immer mehr und mehr zusammengezogen, sodass es unser Haupt sein kann. Es wird immer mehr und mehr zusammengesponnen. Ich will damit nur andeuten, dass eine ganze Weltenkunst und eine ganze Weltenweisheit notwendig ist, um diese Kugel mit ihrem Anhang zustande zu bringen, die das menschliche Haupt ist, das wir benützen hier zwischen Geburt und Tod. Eine unendliche Arbeit in der geistigen Welt ist notwendig, um dieses Haupt so zu gestalten, dass es entspricht, angepasst ist und entspricht dem, was wir in der früheren Inkarnation vorbereitet haben. Da muss jedes Fäserchen entsprechen dem, was wir in der früheren Inkarnation vorbereitet haben!
[ 54 ] And this new head is formed—of course, it is difficult to describe something like this, but one can say—in such a way that it actually encompasses the entire universe. What is now inside there [in your head] was, in your previous incarnation, the appendage. That was the entire body. And it has been reshaped in accordance with the thoughts that have been drawn outward toward the present head. It was, as it were, spread out over the entire world and is being drawn together more and more, so that it can become our head. It is being woven together more and more. I merely wish to suggest that the entirety of worldly art and worldly wisdom is necessary to bring into being this sphere with its appendage—which is the human head that we use here between birth and death. An infinite amount of work in the spiritual world is necessary to shape this head in such a way that it corresponds to, is adapted to, and aligns with what we prepared in our previous incarnation. Every single hair must correspond to what we prepared in our previous incarnation!
[ 55 ] Das heißt: Wir müssen durch die ganze Generationenfolge, von der wir abstammen, auf die müssen wir eine Wirkung ausüben, dass von dem ältesten an alles so eingerichtet wird, dass, wenn wir dann einen Körper uns zu wählen haben, dieser angepasst ist an dasjenige, was wir in der vorhergehenden Inkarnation waren. Hier können Maschinen gemacht werden — ein menschliches Haupt, dass es so wird (denn dasjenige, was in der Vererbung geschieht, ist nur, ich möchte sagen, die Abschattierung desjenigen, was in der geistigen Welt geschieht), die Kräfte, dass das alles sich so vererbt und dass zuletzt unser Kopf herauskommt, das alles geht als vollzogen aus der geistigen Welt hervor. Dass unser Haupt entstehen kann, dazu ist die ganze geistige Arbeit notwendig, an der wir selber teilnehmen zwischen dem Tod und einer neuen Geburt und an der die Wesen der höheren Hierarchien teilnehmen.
[ 55 ] This means: We must exert an influence throughout the entire lineage from which we descend—we must ensure that, starting with the earliest ancestors, everything is arranged in such a way that when we then have to choose a body for ourselves, it is adapted to what we were in our previous incarnation. Here, mechanisms can be created—a human head that takes on this form (for what happens in heredity is, I would say, merely a reflection of what occurs in the spiritual world)—the forces by which all of this is inherited, and ultimately our head emerges; all of this emerges from the spiritual world as a completed process. For our head to come into being, the entire spiritual work is necessary—in which we ourselves participate between death and a new birth, and in which the beings of the higher hierarchies also participate.
[ 56 ] Wir dürfen, wenn wir weisheitsvoll denken können an unser Haupt, das wir an uns tragen, nicht anders denken, als dass wir uns sagen: Du trägst dieses Haupt an dir; aber dieses Haupt war in der Zeit zwischen deinem letzten Tod und deiner jetzigen Geburt gleichsam ausgespannt - so groß als die äußere Welt selber. Da hatten das Vorbild dieses Hauptes zu bereiten, angepasst an alles dasjenige, was du in deiner früheren Inkarnation warst, ganze Welten von Göttern.
[ 56 ] If we can think wisely about the head we carry within us, we must not think otherwise than to say to ourselves: You carry this head within you; but in the time between your last death and your present birth, this head was, as it were, stretched out—as vast as the outer world itself. Entire worlds of gods were there to prepare the model for this head, adapted to everything that you were in your previous incarnation.
[ 57 ] Dann musste es zusammengezogen werden in den kleinen Raum, den es einnimmt, wenn es dir als Haupt aufsitzt. Wir denken gar nicht, dass wir Götterarbeit an uns tragen, dass eigentlich kein anderes Gefühl, keine andere Empfindung uns überkommen kann — schon durch das, wie wir organisiert sind -, als das Gefühl innigster Dankbarkeit gegenüber den geistigen Wesenheiten, unter denen wir sind zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Geisterkenntnis ist nicht nur dazu geeignet, dies oder jenes Wissen zu erwerben, sondern eine Empfindung zu bekommen dem gegenüber, was zur Bildung des Menschen beiträgt.
[ 57 ] Then it had to be condensed into the small space it occupies when it sits atop your head. We do not even think that we carry out the work of the gods within ourselves, that—simply by virtue of how we are organized—no other feeling, no other sensation can overcome us than the feeling of the deepest gratitude toward the spiritual beings among whom we find ourselves between death and a new birth. Spiritual knowledge is not merely a means of acquiring this or that piece of information, but of developing a sense of what contributes to the formation of the human being.
[ 58 ] Ich habe versucht, meine lieben Freunde, eine Empfindung hervorzurufen von dem, was ich jetzt wiederum in einer gewissen Form auszusprechen versuchte, eine Empfindung davon hervorzurufen in dem ersten Teil des zweiten [Mysteriendramas] «Die Prüfung der Seele», wo es durch des Capesius’ Gedanken geht, dass ganze Götterwelten arbeiten an dem, was uns zum Menschen macht.
[ 58 ] My dear friends, I have tried to evoke a sense of what I have now once again attempted to express in a certain form—to evoke a sense of this in the first part of the second [Mystery Drama] The Trial of the Soul, where Capesius’s thoughts convey that entire worlds of the gods are at work on what makes us human.
[ 59 ] Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes eine kleine Welt. Aber die große Welt muss arbeiten, damit diese kleine Welt, die der Mensch ist, zustande kommt. So, wie wir arbeiten hier im physischen Leben zuerst im Mineralreich, dann aber auch im Pflanzenreich, im Tierreich, wie wir Geschichte begründen, soziale Ordnung machen, so gibt es etwas Ähnliches in der Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Aber so gibt es das, dass der Abdruck davon ist gerade in dem, was wir als menschliche Organisation für die Seele um uns herum haben.
[ 59 ] We are, in the truest sense of the word, a small world. But the greater world must work to bring about this small world that is the human being. Just as we work here in physical life—first in the mineral kingdom, then also in the plant kingdom and the animal kingdom—and just as we establish history and create social order, so there is something similar in the world between death and a new birth. But the impression of this is found precisely in what we have around us as a human organization for the soul.
[ 60 ] Wenn Sie das Leben betrachten, meine lieben Freunde, so werden Sie sich sagen: Es obliegt der Gegenwart eine wichtige, eine sehr, sehr wichtige Pflicht. Denn von all den Dingen, auf die man so aufmerksam macht - was weiß denn die äußere Wissenschaft der Gegenwart von all dem? Wie verhält sich diese äußere Wissenschaft der Gegenwart zu alle dem? Nichts weiß sie; spottend, verhöhnend verhält sie sich. Aber auf welchem Wege ist diese äußerliche Wissenschaft? Man kann wahrhaftig den größten Respekt haben vor dem Fleiß und der Emsigkeit und Genauigkeit und Exaktheit dieser äußeren Wissenschaft. Aber wozu führt sie?
[ 60 ] When you look at life, my dear friends, you will say to yourselves: The present has an important, a very, very important duty. For of all the things to which so much attention is drawn—what does the external science of the present know about any of this? How does this external science of the present relate to all of this? It knows nothing; it behaves mockingly and derisively. But what path is this external science following? One can truly have the greatest respect for the diligence, industriousness, precision, and exactness of this external science. But where does it lead?
[ 61 ] sehen Sie, ein bedeutender Kriminalanthropologe zum Beispiel hat sehr viele Verbrecherschädel seziert und gefunden, dass Mörder oder andere Schwerverbrecher eine ganz bestimmte Gehirnbeschaffenheit haben: Der Hinterhauptslappen bedeckt nicht ganz das Kleingehirn, während er bei den Menschen, die normal, also nicht verbrecherisch veranlagt, organisiert sind, fand, dass alle Hinterhauptslappen das Kleingehirn voll bedeckten. Beim Verbrecher bedeckt er es nicht. Sodass man sagen kann: Es gibt Menschen unter uns, die haben zu kurze Hinterhauptslappen, die werden Verbrecher.
[ 61 ] You see, a prominent criminal anthropologist, for example, has dissected a great many criminals’ skulls and found that murderers and other serious criminals have a very specific brain structure: The occipital lobe does not completely cover the cerebellum, whereas in people who are normal—that is, not criminally predisposed—he found that all occipital lobes fully covered the cerebellum. In criminals, it does not cover it. So one can say: There are people among us whose occipital lobes are too short; they become criminals.
[ 62 ] Ja, denken Sie einmal, wenn nun der Materialist fragt: Woher kommt das Verbrechertum? Vom zu kurzen Hinterhauptslappen! Denn dadurch ist der Mensch ähnlich wie die Affen. Der Affe hat auch das: einen zu kurzen Hinterhauptslappen. Das ist ein Rückfall, ein Atavismus an den Affen! - Hat es noch den allergeringsten Sinn, meine lieben Freunde, jemanden zu bestrafen oder irgendwie zu ahnden ein Verbrechen, wenn einfach das daran schuld ist, dass er einen zu kurzen Hinterhauptslappen hat? Denken Sie nur, in welche Lüge des Lebens wir uns hineinleben, wenn wir noch irgendwie von Moral reden, wenn der Materialismus die Menschen lehrt: Wer einen zu kurzen Hinterhauptslappen hat, muss einfach töten zum Beispiel! Man kann dann noch bestrafen, aber es ist nichts anderes als eine brutale Lüge, wenn man dann noch bestraft. - Andere Eigenschaften hängen von anderen Einrichtungen im Gehirn ab. Diese Sachen sind nicht etwa falsch ... sie sind richtig, absolut richtig. Wahr ist es: Die Verbrecher haben einen zu kurzen Hinterhauptslappen.
[ 62 ] Yes, just think about it: if a materialist were to ask, “Where does criminality come from?” The answer is: from an occipital lobe that is too short! Because that makes humans similar to monkeys. Monkeys have that, too: an occipital lobe that is too short. That is a regression, an atavism back to the monkey! - Does it make even the slightest sense, my dear friends, to punish someone or in any way penalize them for a crime if the sole reason is that they have a too-short occipital lobe? Just think of the lie we’re living when we still talk about morality in any way, when materialism teaches people: “Whoever has a too-short occipital lobe simply must kill, for example!” One can still punish them, but it is nothing more than a brutal lie to do so. - Other traits depend on other structures in the brain. These things aren’t wrong… they’re right, absolutely right. It is true: Criminals have an occipital lobe that’s too short.
[ 63 ] Stellen Sie sich jetzt vor, die materialistische Weltanschauung siegt, dann wird man niemals etwas gelten lassen davon, dass der Mensch einen Ätherleib zum Beispiel habe. Wird aber die geisteswissenschaftliche Weltanschauung siegen, dann wird man sagen: Der Mensch hat seinen Ätherleib - und außer dem, dass er den zu kurzen physischen Hinterhauptslappen hat, hat er seinen Äther-Hinterhauptslappen! Der Mensch kann nun ganz gut seinen kurzen physischen Hinterhauptslappen haben, von Kind auf dazu organisiert sein. Wenn man aber merkt, dass er gewisse Eigenschaften hat, die verraten, dass er den zu kurzen Hinterhauptslappen hat, dann wird man umso mehr Wert darauf legen, ihn so zu erziehen, dass dafür der Ätherleib stärker ausgebildet wird, dass der größer wird und ihm der physische zu kurze Hinterhauptslappen nichts anhaben kann! Man wird umso mehr das Äthergehirn ausbilden. Und man wird schon die Erfahrungen machen, wenn man in dem Sinne erzicht, wie das in der kleinen Schrift angedeutet ist «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft»: Dann wird der Mensch ruhig einen zu kurzen Hinterhauptslappen haben in einer Inkarnation, das Äthergehirn wird dafür [aber] in Ordnung sein, und er wird kein Verbrecher werden.
[ 63 ] Now imagine that the materialistic worldview prevails; in that case, no one will ever accept, for example, that human beings have an etheric body. But if the worldview of Spiritual Science prevails, then people will say: Human beings have an etheric body—and aside from having a physical occipital lobe that is too short, they also have an etheric occipital lobe! A person may very well have a short physical occipital lobe, having been born with it. But if one notices that they have certain characteristics that reveal they have a physical occipital lobe that is too short, then one will place all the more emphasis on educating them in such a way that their etheric body is developed more strongly, so that it grows larger and the physical occipital lobe that is too short cannot harm them! One will develop the etheric brain all the more. And one will already gain experience in this regard if one educates in the manner suggested in the short treatise The Education of the Child from the Standpoint of Spiritual Science: Then a person may well have an occipital lobe that is too short in one incarnation, but the etheric brain will be in order, and he will not become a criminal.
[ 64 ] Und auch das kommt heraus, dass in der nächsten Inkarnation die Anlagen, die im Äthergehirn sind, dann zu besseren physischen Anlagen in der nächsten Inkarnation werden. Aber auch hier in der physischen Inkarnation wird ihnen die entsprechende Ausbildung des Ätherleibes dienen.
[ 64 ] It also emerges that, in the next incarnation, the predispositions present in the etheric brain will develop into better physical predispositions. But even here, in this physical incarnation, the appropriate training of the etheric body will serve them.
[ 65 ] Nun, wenn man ihn aber ableugnet, dann kann man nichts anderes sagen, als: Wie man auch immer erziehen mag, man kann dann nichts anderes voraussetzen als das, was da ist. Man kann nicht einen, der einen zu kurzen Hinterhauptslappen hat, zu einem anderen werden lassen als zu einem Verbrecher. Leugnet man also den Ätherleib, so wird man doch nicht so hirnverbrannt sein und so erziehen, nicht wahr, wie wenn ein Ätherleib da wäre. Das heißt: Hat man jetzt eine materialistische Weltanschauung, leugnet man den Ätherleib, dann entwickelt man die Ätherleiber nicht; dann werden die Menschen mit ihren kleinen Hinterhauptslappen eben Verbrecher.
[ 65 ] Well, if one denies it, then one can say nothing other than this: No matter how one chooses to educate a child, one can assume nothing other than what is actually there. One cannot turn someone with a too-short occipital lobe into anything other than a criminal. So if one denies the etheric body, one will not be so foolish as to raise children as if an etheric body were present, will one? That is to say: If one now holds a materialistic worldview and denies the etheric body, then one does not develop the etheric bodies; then people with their small occipital lobes will simply become criminals.
[ 66 ] Aber die Tendenz ist vorhanden, dass ihn nach und nach alle kriegen! Das heißt, dasjenige, was jetzt Weltanschauung ist, das schafft die menschliche physische Gestalt für künftige Zeiten. Lassen Sie dies einmal auf Ihre Seele wirken, dann werden Sie sehen, dass eine falsche Weltanschauung nicht bloß ein Irrtum ist, sondern dass sie der Keim ist für den Untergang edlerer Menschheitsformen. Was heute nur gedacht wird, in der Zukunft wird es Menschheitsform sein. Geisteswissenschaft muss wirklich da ins Leben eingreifen. Die Pädagogik muss etwas ganz anderes werden, muss vor allen Dingen dasjenige werden, dass die Menschen, die Pädagogik auszuüben haben, dazu angewiesen werden, den Menschen wirklich zu prüfen, um zu erkennen, was er für Eigenschaften hat, um von da aus dann einen Einblick zu gewinnen, was seine verborgenen Anlagen sind — nicht bloß die gewöhnlichen äußeren.
[ 66 ] But there is a tendency for everyone to gradually come to embrace it! In other words, what is now a worldview shapes the human physical form for times to come. Let this sink into your soul, and you will see that a false worldview is not merely an error, but that it is the seed of the downfall of nobler forms of humanity. What is merely conceived today will become a form of humanity in the future. Spiritual Science must truly intervene in life here. Education must become something entirely different; above all, it must ensure that those who are to practice education are instructed to truly examine the individual in order to recognize their characteristics, and from there to gain insight into their hidden potential—not merely their ordinary, outward traits.
[ 67 ] Sie sehen, welch bedeutsamer Anfang für eine notwendige zukünftige Menschheitskultur mit der Geisteswissenschaft gemacht ist. Aber heute ist noch alles geeignet, diese Notwendigkeit abzuleugnen, von dieser Notwendigkeit nichts wissen zu wollen. Nur kann man manchmal nicht begreifen, wie gewisse Menschen so sehr stumpf sein können gegenüber der Welt, gewisse Dinge nicht einzusehen! Wir auf dem Gebiete der Geisteswissenschaft betonen ja immer wiederum: Es ist erst seit kurzer Zeit so geworden, dass die Menschen so in der äußeren physischen Welt leben; denn früher haben sie, wenn auch ein unbewusstes, atavistisches, aber doch Hellsehen gehabt. Diejenigen Menschen, die heute glauben, wie wir’s so herrlich weit gebracht haben, die denken: Na, was war das doch kindlich, was die Leute da phantasiert haben von der geistigen Welt. «Wir haben’s so herrlich weit gebracht», dass wir jetzt endlich die Welt ordentlich sehen. Und da glauben sie, wie weit man auch zurückgehe, die Menschen wären alle gleich organisiert gewesen, so wie sie jetzt organisiert sind.
[ 67 ] You can see what a significant beginning has been made with Spiritual Science for a necessary future human culture. But today, everything still tends to deny this necessity, to refuse to acknowledge it. Yet sometimes it is hard to understand how certain people can be so obtuse toward the world, so unable to grasp certain things! We in the field of Spiritual Science emphasize time and again: It is only recently that people have come to live in this way in the outer physical world; for in the past they possessed clairvoyance—albeit an unconscious, atavistic kind—but clairvoyance nonetheless. Those people who believe today that we have come so wonderfully far—they think: “Well, how childish it was, what people used to fantasize about the spiritual world.” “We have come so wonderfully far” that we now finally see the world clearly. And so they believe that, no matter how far back one goes, people were all organized in the same way as they are now.
[ 68 ] Ich möchte Ihnen das an einem Beispiel - aber solche Beispiele gibt es viele in der Welt - klarmachen, wie stumpf dies eigentlich gedacht ist, wie wirklich stumpf das gedacht ist! sehen Sie, wenn heute einer jenes wunderbare Symbolum, jenes wunderbare Bild der Bibel malt, wo die Schlange erscheint auf dem Baum, und jene Verführung, die wir die luziferische Verführung nennen, vollführt - der heutige Maler, der malt die Schlange, nicht wahr, selbstverständlich: Warum soll er nicht eine Schlange malen, wie sie kriecht durchs Gras.
[ 68 ] I’d like to use an example—though there are many such examples in the world—to illustrate to you just how shallow this line of thinking actually is, how truly shallow it is! You see, if today someone paints that wonderful symbol, that wonderful image from the Bible where the serpent appears on the tree and carries out that temptation—which we call the Luciferic temptation—the modern painter paints the serpent, doesn’t he? Of course: Why shouldn’t he paint a serpent as it slithers through the grass?
[ 69 ] Er hat ja keine Ahnung davon, dass er etwas anderes tun soll, als eine Schlange malen, denn das ist gescheit, nicht wahr. Würde man nicht eine gewöhnliche Schlange malen, so wäre man nach der Ansicht der Materialisten doch dumm. Er ist doch gescheit, der Maler obwohl er nicht recht einsehen kann, warum er gescheit sein soll; denn ich glaube nicht, dass sich irgendein Weib, selbst wenn es die Eva ist, so von einer heutigen Schlange verführen ließe! Denn wie soll das eigentlich geschehen? Wie soll das eigentlich vor sich gehen?
[ 69 ] He has no idea that he should do anything other than paint a snake, because that’s smart, isn’t it? If one were not to paint an ordinary snake, one would be stupid, according to the materialists. The painter is smart, after all, even though he can’t quite see why he’s supposed to be smart; for I don’t believe that any woman—even if she were Eve herself—would let herself be seduced by a modern-day snake like that! For how is that actually supposed to happen? How is that actually supposed to take place?
[ 70 ] Nicht wahr, es handelt sich darum, dass diese Schlange, auch wie sie heute als physische Schlange so dahinläuft, nur ein Symbolum sein kann, nur ein Bild, weil die äußere Gestalt für den Verführer ja nicht da sein kann auf der Erde, da sie ein Mondenwesen ist. Wir haben ja immer betont: Luzifer ist zurückgeblieben während des Mondendaseins. Da muss er anders organisiert gewesen sein; dakann er keine physische Gestalt auf der Erde haben. Die Schlange kann nur ein Symbolum, nachträglich gestaltet sein, ist selber etwas, was heruntergekommen ist, den Luzifer darstellend.
[ 70 ] Isn't it true that this serpent—even as it slithers about today as a physical serpent—can be nothing more than a symbol, merely an image, because the outer form of the tempter cannot exist on Earth, since it is a lunar being. We have always emphasized: Lucifer remained behind during the lunar existence. He must have been organized differently then; therefore, he cannot have a physical form on Earth. The serpent can only be a symbol, created retrospectively; it is itself something that has descended, representing Lucifer.
[ 71 ] Aber dasjenige, was während der Mondenzeit da war, kann ja jetzt nicht mit physischen Augen gesehen werden; es kann doch nur innerlich gesehen werden. Und wie wird man den Luzifer sehen? Er ist ja während der Mondenentwicklung zurückgeblieben. Warum während der Mondenentwicklung? Weil er damals schon so weit war, dass er dieses menschliche Haupt hatte; aber das andere, das was sich anhängt an dieses menschliche Haupt, das ist ja erst Erdenorganisation; das war noch nicht so da. Würden wir denn während der Mondenzeit den Luzifer darstellen wollen, so würde man sehen: sein Haupt und daran das Rückenmark schlangenförmig. Also wenn wir als Maler hellseherisch dies wahrnehmen könnten, würden wir, wenn wir den Luzifer darstellen wollten, ihn malen als Schlangenleib mit einem Kopf. Das würde ungefähr dasjenige geben, was man durch innerliches Schauen als Luzifer erkennen könnte.
[ 71 ] But what existed during the Lunar Era cannot be seen with physical eyes now; it can only be seen inwardly. And how will one see Lucifer? He, after all, was left behind during the Lunar Evolution. Why during the Lunar period? Because even then he had already reached the stage where he possessed this human head; but the other part—that which is attached to this human head—is, after all, the Earth organization; that did not yet exist in that form. If we were to depict Lucifer during the Lunar period, we would see: his head, and attached to it, the spinal cord in the shape of a serpent. So if we, as painters, could perceive this clairvoyantly, we would—if we wanted to depict Lucifer—paint him as a serpent’s body with a head. That would roughly correspond to what one could recognize as Lucifer through inner vision.
[ 72 ] Als wir neulich in Hamburg waren, meine lieben Freunde, gingen wir durch das Hauptbildermuseum und fanden ein Bild aus dem 13., 14. Jahrhundert von dem Meister Bertram: Da ist die Kopfgeschichte gemalt, die biblische Geschichte der Versuchung; und im Paradies ist nicht eine Schlange gemalt, wie sie der heutige naturalistische Maler malt, sondern auf dem Baum ein schlangenförmiger Leib und oben dran ein menschlicher Kopf: Luzifer! Im 13., 14. Jahrhundert hat man das noch gewusst, meine lieben Freunde, was jetzt wiederum durch die Geisteswissenschaft unter die Menschen getragen werden muss.
[ 72 ] When we were in Hamburg the other day, my dear friends, we walked through the main art museum and found a painting from the 13th or 14th century by Master Bertram: It depicts the story of the head—the biblical story of the temptation—and in Paradise there is not a snake painted as today’s naturalistic painters would depict it, but rather a serpentine body on the tree with a human head at the top: Lucifer! In the 13th and 14th centuries, people still knew this, my dear friends—something that must now once again be brought to the people through Spiritual Science.
[ 73 ] Da haben Sie einen Beweis, der selbst dokumentarisch gebracht werden kann, denn das Bild hängt da! Der Maler hat nicht nach Art der naturalistischen oder materialistischen Weltauffassung gemalt eine biblische Szene, sondern das, was wirklich ist. Es ist noch nicht so lange her, dass die Menschheit herausgekommen ist aus der Anschauung der geistigen Welt und in die materialistische Weltanschauung hineingekommen ist. Aber sehen Sie, wie ist die Menschheit heute verstrickt; wie kann sie sich gar nicht vorstellen, dass ebenso wie dasjenige, was heute seelische Anlagen sind, sich aus etwas anderem entwickelt hat, sich dieses wiederum in etwas anderes hineinentwickeln müsse.
[ 73 ] There you have proof that can even be documented, because the painting is right there! The painter did not depict a biblical scene in accordance with a naturalistic or materialistic worldview, but rather what is truly real. It wasn’t that long ago that humanity moved away from a spiritual worldview and adopted a materialistic one. But look how entangled humanity is today; how it cannot even imagine that just as what are now spiritual dispositions developed from something else, so too must these in turn develop into something else.
[ 74 ] Dadurch kann aber die Menschheit keine Vorstellungen gewinnen über dasjenige, was mit dem Leben so zusammenhängt, aber eben Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ist, sondern nur dadurch, dass man Vorstellungen gewinnt, die nicht aus der physisch-sinnlichen Welt sind, sondern Vorstellungen, wie wir sie auch heute wiederum angeführt haben für das Leben zwischen Tod und neuer Geburt, nur dadurch kann man das volle Leben begreifen.
[ 74 ] However, humanity cannot gain mental images of that which is so closely connected to life—namely, life between death and a new birth—except by acquiring mental images that do not originate from the physical-sensory world, but rather mental images such as those we have again described today regarding life between death and a new birth; only in this way can one comprehend life in its fullness.
[ 75 ] Aber gewisse Dinge, die wie selbstverständlich heute gelten, meine lieben Freunde, müssen erst ausgemerzt werden aus der Menschenentwicklung. Fast die ganze Schulphilosophie, auch diejenige, die heute bewundert wird, muss eigentlich weg, weil sie irreführend ist, weil sie gerade von den wichtigsten Begriffen den Menschen abbringen, ihn nicht hinführen dazu. Es ist sehr merkwürdig, wenn man zum Beispiel sieht - Sie finden das beschrieben in dem Kapitel meiner «Rätsel der Philosophie» da, wo ich das Kapitel überschrieben habe: «Die Welt als Illusion» - das heißt nicht, weil ich zeigen will, dass die Welt eine Illusion ist, sondern weil es Philosophen im neunzehnten Jahrhundert gibt, die davon sprechen, dass die Welt eine Illusion wäre, dass alles dasjenige, was draußen ist, nur einen Eindruck auf unsere Sinne macht, sodass wir nur das haben, was die Augen hervorrufen, die Ohren hervorrufen, überhaupt dasjenige, was sinnlich hervorgerufen wird, eigentlich die Welt nur eine Illusion sei.
[ 75 ] But certain things that are taken for granted today, my dear friends, must first be eradicated from human development. Almost the entire philosophy of education—including that which is admired today—must actually be discarded, because it is misleading; because it leads people away from the most important concepts rather than guiding them toward them. It is very strange when one sees, for example—you’ll find this described in the chapter of my The Riddles of Philosophy where I titled the chapter: “The World as an Illusion” —this is not because I want to show that the world is an illusion, but because there were philosophers in the nineteenth century who claimed that the world is an illusion, that everything outside of us merely makes an impression on our senses, so that we have only what the eyes and ears perceive—in short, whatever is perceived by the senses—and that, in fact, the world is merely an illusion.
[ 76 ] Woher rührt denn überhaupt das, dass sich die Menschen solchen vertrakten Vorstellungen hingeben können? Es rührt lediglich davon her, weil die Menschen in einem gewissen verlogenen Denken - das sich ja beweisen lässt —, in einem gewissen verlogenen Denken fortgehen. Da kommen die Menschen darauf, wenn etwas auch nicht die Farbe ist, den farbigen Eindruck macht, vielleicht elektrisches Licht, dann reagiert das Auge auf die Lichtempfindung, also ist eigentlich alles Lichtempfinden aus dem Auge heraus gekommen. Gewiss, dasjenige, was wir zunächst haben als unser Bewusstsein, das ist ein Spiegelbild, und alles Einzelne ist ein Spiegelbild. Das sagen sich die Leute noch, dass alles ein Spiegelbild ist; aber jetzt können sie nicht weiterdenken, die Menschen. Nun lassen sie etwas ein Spiegelbild sein, ihren Kopf, den anderen Kopf, jeder Kopf ein Spiegelbild. Aber wenn das eine Spiegelbild dem anderen Spiegelbild einen Schlag ins Gesicht gibt, eine sogenannte Ohrfeige, dann können sie nicht mehr behaupten, dass das Bild dem eine Ohrfeige gegeben hat; die Beziehungen, die werden gleich real, wirklich! Dass man aus der Sache selber erkennen muss die Wirklichkeit, nicht durch das Verstandesmäßige, dazu kommen schon die Menschen. Sie brauchen gar nicht das im Einzelnen aufzufassen, meine lieben Freunde, denn es können natürlich nicht die hier versammelten Freunde mit der ganzen philosophischen Entwicklung bekannt sein, wie sie in der Gegenwart da ist; aber nur - ich möchte sagen - die Empfindungen zu bekommen ist wichtig für den, der mitarbeiten will an der Heranentwicklung geisteswissenschaftlicher Begriffe, die Empfindung zu bekommen dafür, wie eigentlich die gegenwärtige Zeitbildung die Menschen hineinführt in einen Materialismus, der zunächst Lebensanschauung ist, dann aber, wenn er Lebenspraxis würde, die Menschheit die schiefeste Bahn hinunterführen würde.
[ 76 ] Where does this tendency of people to indulge in such distorted mental images come from in the first place? It stems solely from the fact that people persist in a certain kind of deceptive thinking—which, after all, can be proven—in a certain kind of deceptive thinking. People come to the conclusion that if something—even if it isn’t actually a color—gives the impression of color, perhaps electric light, then the eye reacts to the sensation of light; thus, all perception of light actually originates from the eye. Certainly, what we initially experience as our consciousness is a reflection, and every individual thing is a reflection. People still tell themselves that everything is a reflection; but now they cannot think any further. Now they let everything be a reflection—their own head, another person’s head—every head a reflection. But when one reflection slaps another reflection in the face—a so-called slap—then they can no longer claim that the image gave the slap; the relationships—they immediately become real, truly real! That one must recognize reality from the thing itself, not through intellectual reasoning—people are already coming to this realization. You need not grasp this in every detail, my dear friends, for naturally the friends gathered here cannot be familiar with the entire course of philosophical development as it stands today; but simply—I would say—gaining a sense of this is important for anyone who wishes to contribute to the development of concepts of Spiritual Science: to gain a sense of how contemporary cultural trends are actually leading people into a materialism that is, at first, a worldview, but which, if it were to become a way of life, would lead humanity down the most pernicious path.
[ 77 ] Dasjenige, was ich selbst vortragen durfte, meine lieben Freunde, das ist vorgetragen in der mitteleuropäischen Geistesbildung, aber es wird Pflicht nicht nur, es wird Liebe zu der Pflicht werden müssen; und Pflicht werden können für diejenigen, welche von der Geisteswissenschaft ergriffen sind, sonst wird es nicht gedeihen können! Geisteswissenschaft ist auch auf unsere Seelen gelegt als eine Aufgabe, als eine wichtigste Aufgabe für die Menschheitszukunft. Das, was der Mensch überblickt, es muss erweitert werden, erweitert über die Beobachtung desjenigen, was zwischen der Geburt und unserm Tode wirkt über die größere Zeit hinüber, die zwischen Tod und neuer Geburt liegt.
[ 77 ] What I myself have been permitted to present, my dear friends, has been presented within Central European spiritual education, but it must become not only a duty—it must become a love of duty—and it can only become a duty for those who are captivated by Spiritual Science; otherwise, it will not be able to flourish! Spiritual Science is also placed upon our souls as a task—as a most important task for the future of humanity. What human beings can currently grasp must be expanded—expanded beyond the observation of what takes place between birth and death to encompass the greater span of time that lies between death and a new birth.
[ 78 ] Ich versuchte heute, Empfindungen hervorzurufen von diesen Erlebnissen zwischen dem Tod und der neuen Geburt. Wie gesagt, es liegt das ja heute nahe. Und ich habe schon im vorigen Jahr zu Ihnen hier sagen dürfen, wie wir dadurch auch zu einer tieferen Auffassung der gegenwärtigen bedeutungsvollen Ereignisse kommen. Wir haben ja heute noch hier davon gesprochen, wie jeder, der durch des Todes Pforte geht, einverwoben schaut dasjenige, was seine Gedanken, seine Vorstellungen waren während des Lebens. Nun denken Sie sich, wie jetzt viele, viele Menschen durch den Tod gehen in jungen Jahren. Der Ätherleib, den sie in sich tragen, das heißt die Summe von den Kräften des Ätherleibs, der würde noch Jahrzehnte hindurch auf der Erde versorgen können einen physischen Leib. Die Kräfte gehen nicht verloren, bleiben vorhanden. Einverwoben in der Weise, wie ich es geschildert habe, kann selbstverständlich nur dasjenige werden, was der Mensch durchlebt hat. Aber das, was er noch hätte durchleben können, das bleibt vorhanden. Diese Ätherleiber sind also nicht für den einzelnen Menschen vorhanden, der legt sie ab; aber sie sind vorhanden in der geistigen Welt.
[ 78 ] Today I tried to evoke feelings arising from these experiences between death and rebirth. As I said, this is a natural topic today. And last year I was already able to share with you here how this also leads us to a deeper understanding of the significant events of the present. We have, in fact, spoken here today about how everyone who passes through the gate of death sees interwoven within it what their thoughts and mental images were during their lifetime. Now imagine how many, many people are now passing through death at a young age. The etheric body they carry within them—that is, the sum of the forces of the etheric body—could continue to sustain a physical body on Earth for decades to come. These forces are not lost; they remain present. Of course, only what a person has actually lived through can become interwoven in the way I have described. But what they could still have lived through remains present. These etheric bodies, then, do not belong to the individual human being—they are shed by the person—but they do exist in the spiritual world.
[ 79 ] Denken Sie, wie viele, viele junge Ätherleiber, die noch Jahrzehnte hätten Menschenleiber, also Menschenleben hätten versorgen können, in der geistigen Welt in der Menschenzukunft vorhanden sein können: Diese Ätherleiber haben die Kräfte, auf Menschen zu wirken. Sie hätten ja wirken können auf die Menschen, die sie abgelegt hatten, wenn diese nicht den Opfertod hätten bringen müssen; sie haben die Kraft zu wirken, und sie werden wirken. Aber angenommen werden muss die Wirkung, angenommen werden muss sie! Angenommen werden kann sie nur von demjenigen, der seine Gedanken hinauflenken kann in die geistige Welt. Beachten Sie, wie wichtig, wie wesentlich es ist, sich von der Empfindung durchdringen zu lassen: Durch dasjenige, was in so furchtbarer Weise durch so, so viele Tode bewirkt wird in der Gegenwart, das kann Frucht tragen für die kommende Menschheit, wenn hier auf der Erde sich Seelen finden, die Verständnis dafür haben werden, die sich sagen werden: Die Welt wird durchwebt und durchweht von den Kräften der Ätherleiber, die von denen kommen, die durch den Opfertod gingen. Und Tausende, die durch den Opfertod jetzt gegangen sind, die sind in der geistigen Welt. An mir liegt es, an mir, der ich noch in der physischen Welt bin — so muss der Mensch sich sagen auch in dieser Beziehung wie in vieler anderer -, an mir liegt es, Empfindung dafür entwickeln zu können, dass da in mich hereinwollen Kräfte, die ja da sind, die ja wirken wollen!
[ 79 ] Consider how many, many young etheric bodies—which could have sustained human bodies, and thus human lives, for decades to come—might exist in the spiritual world in the future of humanity: These etheric bodies have the power to influence human beings. They could indeed have influenced the human beings who had shed them, had those individuals not been compelled to die a sacrificial death; they have the power to influence, and they will do so. But this influence must be received—it must be received! It can be received only by those who are able to direct their thoughts upward into the spiritual world. Consider how important, how essential it is to allow oneself to be permeated by the realization: What is brought about in such a terrible way through so, so many deaths in the present can bear fruit for future humanity, if there are souls here on Earth who will understand this, who will say to themselves: The world is interwoven and permeated by the forces of the etheric bodies that come from those who have undergone a sacrificial death. And thousands who have now undergone a sacrificial death are in the spiritual world. It is up to me—me, who am still in the physical world—just as in this regard as in so many others—it is up to me to develop a sense that there are forces that want to enter into me, forces that are indeed there and that want to work!
[ 80 ] Denken Sie sich, der Materialismus lebt fort, überlebt die Wirkungen dieses Krieges - da oben werden die Kräfte sein, von denen ich Ihnen jetzt gesprochen habe, diese Ätherkräfte: Auf der Erde werden die Menschen materialistisch denken und diese Kräfte nicht in sich einfließen lassen, nicht so in sich einfließen lassen, dass immer mehr und mehr die Menschen schon erzogen werden im geisteswissenschaftlichen Sinne, dass die Menschen erfahren von der Empfindungsmöglichkeit der geistigen Welt! Dann sind diese Kräfte natürlich auch da; aber die Menschen nehmen sie nicht auf, das Licht scheint nicht in die Finsternisse! Dafür wird das Licht dann selbstverständlich von anderen Wesenheiten, von den ahrimanischen, von den luziferischen Wesenheiten übernommen - und die Entwicklung nimmt ganz andere Bahnen. Es ist eine billige Ausflucht, meine lieben Freunde, wenn man sagt: Es liegt nicht bei mir, so etwas zu lenken und zu leiten. Nein, die Götter haben die Menschen frei gemacht. Die Menschen müssen mitwirken, mitwirken hier im physischen Leben und mitwirken zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Nicht so sehr kommt es darauf an, wirklich nicht so sehr kommt es darauf an, dass wir die einzelnen Lehren aufnehmen. Wir müssen sie aufnehmen, damit wir uns immer mehr und mehr in den Empfindungen bestärken. Nicht darauf kommt es an, dass wir diese einzelnen Lehren bloß aufnehmen, sondern darauf kommt es an, dass wir immer mehr und mehr fühlen, wie wir drinnen stehen als Geisteswissenschafter in wichtigsten, in der wesentlichsten Aufgabe der Menschheit. Wie das geschehen muss, was durch Geisteswissenschaft allein geschehen kann, das fühlen zu lernen, das ist das unendlich Wichtige! Und so können wir auf den Gesamtstrom der geisteswissenschaftlichen Entwicklung hinschauen.
[ 80 ] Imagine that materialism lives on, survives the effects of this war—up there will be the forces I have just spoken to you about, these etheric forces: On Earth, people will think materialistically and will not allow these forces to flow into them—at least not in such a way that more and more people are educated in the field of Spiritual Science, so that they experience the possibility of perceiving the spiritual world! Then, of course, these forces will still be present; but people will not take them in, and the light will not shine into the darkness! Instead, the light will naturally be taken over by other beings—the Ahrimanic and Luciferic beings—and development will take a completely different course. It is a cheap excuse, my dear friends, to say: “It is not up to me to steer and guide such things.” No, the gods have made human beings free. Human beings must play their part—play their part here in physical life and play their part between death and a new birth. It does not really matter—truly, it does not really matter—that we take in the individual teachings. We must take them in so that we may strengthen ourselves more and more in our feelings. What matters is not merely that we take in these individual teachings, but that we feel more and more how we stand within Spiritual Science as spiritual scientists engaged in humanity’s most important, its most essential task. Learning to feel how this must happen—what can happen through Spiritual Science alone—that is what is infinitely important! And so we can look toward the overall current of spiritual scientific development.
[ 81 ] So können wir ein solches Ereignis wie das gegenwärtige Kriegsereignis ins Auge fassen. ... Überall sehen wir, dass wir recht unsere Zeit hier verstehen, wenn wir sie im Lichte der Geisteswissenschaft verstehen. Lassen Sie uns dazu zum Schlusse zusammenfassen mit Bezug auf die unmittelbaren Zeitereignisse wiederum hauptsächlich dasjenige, was sich aus einer solchen Betrachtung ergibt, wenn wir hinaufschauen in die bleibenden, noch unverbrauchten Ätherleiber der ja durch den Opfertod gegangenen Menschen, hinaufschauen nach dem, was diese Ätherleiber werden können. Wir könnten ebenso gut die großen Ströme der Menschheit in solcher Weise in unser Empfinden fassen, aber wir wollen das mit Bezug auf das Zeitereignis tun, damit dieses Zeitereignis nicht bloß äußeren Ruhm bringt dem einen und dem andern Staate, sondern dass diese schwere Prüfung der Menschheit auch wirklich dazu dienen kann, die Menschen selber vorwärts zu bringen, die Menschheit vorwärtszubringen als Seelen- und Geistwesen. Und wahrhaftig, gewiss, es war gut für die damaligen Germanen, dass sie über die Römer den Sieg davon getragen haben in der Zeit des Untergangs des alten Römischen Reiches. Aber es war nicht allein um das zu tun, dass dazumal die Germanen über die Römer den Sieg davongetragen haben, sondern alles das, was seither geschehen ist, einschließlich der größten Aufgaben, die die Menschheit gelöst hat, hängt daran, dass dazumal die Germanen und nicht die Römer gesiegt haben! Und so hängt auch dasjenige, was für die Welt die gegenwärtigen Ereignisse bedeuten, nicht allein daran, wer gerade unmittelbar jetzt obsiegt, sondern derjenige muss obsiegen, welcher die wichtigen Aufgaben für die nächste Menschheitszukunft in sich trägt.
[ 81 ] This is how we can view an event such as the current war. ... Everywhere we see that we truly understand our times here when we understand them in the light of Spiritual Science. Let us conclude by summarizing—with reference to the immediate events of our time—once again primarily what emerges from such a perspective when we look up at the enduring, still-unconsumed etheric bodies of those who have indeed undergone a sacrificial death, and look up at what these etheric bodies can become. We could just as well grasp the great currents of humanity in this way through our feelings, but let us do so with reference to the current events, so that these events may not merely bring external glory to one state or another, but so that this severe trial of humanity may truly serve to advance human beings themselves—to advance humanity as beings of soul and spirit. And truly, certainly, it was good for the Germanic peoples of that time that they emerged victorious over the Romans during the decline of the ancient Roman Empire. But it was not merely a matter of the Germanic peoples defeating the Romans at that time; rather, everything that has happened since then—including the greatest challenges that humanity has overcome—depends on the fact that it was the Germanic peoples, and not the Romans, who triumphed back then! And so, the significance of current events for the world does not depend solely on who prevails at this very moment, but rather on the one who embodies the crucial challenges for humanity’s future.
[ 82 ] Werden wir uns dieser Menschheitsaufgaben bewusst, recht bewusst, sonst bleiben diese kriegerischen Ereignisse äußere Ereignisse. Seele müssen Sie bekommen durch Seelenerkenntnis, Seelenwissenschaft. Deshalb durchdringen wir uns wieder so recht mit dem empfinden:
[ 82 ] If we become aware of these tasks facing humanity—truly aware—otherwise these war-related events will remain merely external occurrences. You must attain a soul through knowledge of the soul, through the science of the soul. That is why we must once again truly imbue ourselves with the feeling:
Aus dem Mut der Kämpfer,
Aus dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht —
Lenken Seelen geistbewusst
Ihren Sinn ins Geisterreich.
From the courage of the fighters,
From the blood of battle,
From the suffering of the forsaken,
From the sacrifices of the people
The fruit of the spirit grows—
Guiding souls, spiritually aware,
Toward the realm of the spirits.
[ 83 ] Möge es so geschehen, dass Sie geistbewusst Ihren Sinn ins Geisterreich lenken, damit Geisteswissenschaft ein Seelenerdenreich findet, in das sie ihre Samen hineinsenken kann! Die Menschheit wird die Geisteswissenschaft als eine Kraft brauchen. Tun wir das unsere, meine lieben Freunde, dass geschehen kann, was geschehen muss. Diese Empfindungen in Ihrer Seele zu erregen, war es mir lieb, dass wir wiederum einmal beisammen sein durften. Gerade in dieser schweren Zeit müssen wir aber auch dann, wenn wir nicht räumlich zusammen sind, in Gedankenkraft zusammenhalten. Denn darauf kommt es an, meine lieben Freunde, dass es jetzt ein Häuflein von Menschen gibt, die treu und fest mit ihren Empfindungen an der Geisteswissenschaft halten. Ob wir uns oft oder wenig sehen können mit äußeren physischen Augen: Bleiben wir zusammen umso kräftiger in dem Geiste, der uns unserer Geisteserkenntnis vereint.
[ 83 ] May it come to pass that you consciously direct your attention toward the spiritual realm, so that Spiritual Science may find a realm of the soul on Earth into which it can sow its seeds! Humanity will need Spiritual Science as a force. Let us do our part, my dear friends, so that what must happen may come to pass. To stir these feelings in your souls, I was glad that we were able to be together once again. Especially in these difficult times, however, even when we are not physically together, we must hold fast to one another through the power of thought. For what matters most, my dear friends, is that there is now a small group of people who hold fast to Spiritual Science with faith and steadfastness in their feelings. Whether we can see one another often or rarely with our physical eyes: let us remain all the more strongly united in the spirit that unites us through our spiritual knowledge.
[ 84 ] In diesem Sinne lassen Sie sich auch diese letzten Worte ein Trosteswort sein, und dies als Abschiedswort, meine lieben Freunde: auf Wiedersehen!
[ 84 ] With this in mind, let these final words also serve as a message of comfort—and as my farewell, my dear friends: Goodbye!
