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Supplements to Member Lectures
GA 246

3 March 1916, Bremen

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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
  1. Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge

74. Das Todesrätsel als Lebensrätsel

74. The Mystery of Death as a Mystery of Life

Meine lieben Freunde!

My dear friends!

[ 1 ] Auch dieses Mal gedenken wir wieder zuerst derjenigen Seelen, die draußen stehen auf den großen Feldern der Ereignisse und einzutreten haben mit Seele und Leben für die großen Tatsachen, innerhalb welcher wir leben:

[ 1 ] Once again, we begin by commemorating those souls who stand outside, in the vast fields of events, and who must commit their souls and lives to the great realities within which we live:

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter!
Eure Schwingen mögen bringen
Unsrer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Erdenmenschen.
Dass mit eurer Macht geeint
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht!

Spirits of your souls, watchful guardians!
May your wings carry
The imploring love of our souls
To the earthly people entrusted to your care.
So that, united with your power
Our plea may shine forth in aid
To the souls it lovingly seeks!

[ 2 ] Und für diejenigen, die infolge dieser Ereignisse schon gegangen sind durch des Todes Pforte:

[ 2 ] And for those who, as a result of these events, have already passed through the gates of death:

Geister eurer Seelen, wirkende Wächter!
Eure Schwingen mögen bringen
Unsrer Seelen bittende Liebe
Eurer Hut vertrauten Sphärenmenschen.
Dass mit eurer Macht geeint
Unsre Bitte helfend strahle
Den Seelen, die sie liebend sucht!

Spirits of your souls, watchful guardians!
May your wings carry
The imploring love of our souls
To the beings of the spheres who trust in your care.
So that, united with your power
Our plea may shine out in aid
To the souls it lovingly seeks!

[ 3 ] Und der Geist, den wir mit unserer zu erstrebenden Geisteswissenschaft suchen, der Geist, der zu der Erde Heil, zu der Menschheit Freiheit und Fortschritt durch das Mysterium von Golgatha gegangen ist, er sei mit euch und euren schweren Pflichten!

[ 3 ] And may the Spirit we seek through the Spiritual Science we strive to attain—the Spirit who, through the Mystery of Golgotha, brought healing to the Earth and freedom and progress to humanity—be with you and your heavy duties!



[ 4 ] In dieser Zeit tritt ja so tausendfältig der Tod mitten herein in das Leben ... Und wie es unserer geisteswissenschaftlichen Bestrebung entspricht, immer diejenigen Seiten des Lebens zu betrachten, welche sich hier in der physischen Welt nur ausdrücken, aber die geistigen Seiten sind, die der Mensch im normalen Verlauf seines Daseins erst durch den Tod erlebt, so muss es in unserer Zeit ganz besonders angemessen sein, auf diese Welt, die hinter der Sinneswelt liegt, insofern hinzuschauen, als aus ihr heraus dasjenige, was die Menschen den Tod nennen, in seiner Rätselhaftigkeit sich löst und selber ein Teil des Lebens wird. Wir haben ja aus vielfältigen Betrachtungen, die wir angestellt haben, gewiss schon die Gesinnung und Überzeugung gewinnen können, dass die Art von Betrachtung des Todes, wie wir sie anstellen, nicht eine müßige Betrachtung ist, die den Menschen dem Leben fern bringt, sondern dass gerade eine volle, reine Anschauung über das Leben hervorgeht aus der Betrachtung des Todesrätsels. Deshalb meinen wir nicht, wenn wir den Tod betrachten, dass wir uns abwenden von dem Leben innerhalb des physischen Leibes, welches uns zugeteilt ist als eine göttlich-geistige Aufgabe, sondern im Gegenteil, wir meinen: Dadurch dass wir mit dem Tode des Menschen ewige Kräfte betrachten, bringen wir gerade höheren Mut, höhere Kraft herein in dasjenige Leben, das uns zugeteilt ist innerhalb der physischen Welt.

[ 4 ] During this time, death intrudes into life in a thousand different ways... And just as it is in keeping with our Spiritual Science endeavor to always consider those aspects of life that are expressed here in the physical world, but which are spiritual aspects that human beings, in the normal course of their existence, experience only through death, it must be particularly fitting in our time to look toward this world that lies beyond the sensory world, insofar as it is from this world that what people call death, in all its mystery, dissolves and itself becomes a part of life. Indeed, from the various reflections we have undertaken, we have certainly already been able to gain the conviction that the kind of contemplation of death we engage in is not an idle contemplation that distances a person from life, but rather that a full, pure vision of life emerges precisely from the contemplation of the mystery of death. Therefore, when we contemplate death, we do not believe that we are turning away from the life within the physical body—which has been assigned to us as a divine-spiritual task—but, on the contrary, we believe that by contemplating eternal forces through human death, we actually bring greater courage and greater strength into the very life that has been assigned to us within the physical world.

[ 5 ] Nun haben wir ja immer wieder und wiederum den Blick geworfen auf das Rätsel des Todes, und unsere Schriften tun das auch. Aber wir haben uns wohl schon gewöhnt zu denken, wie es innerhalb der Geisteswissenschaft richtig ist, dass man eine Überzeugung über die Tatsachen der geistigen Welt nur gewinnen kann, wenn man die Erscheinungen, die Tatsachen immer wieder und wiederum von den verschiedensten Standpunkten aus betrachtet.

[ 5 ] We have, time and again, turned our attention to the mystery of death, and our writings do the same. But we have probably already become accustomed to thinking—as is proper within Spiritual Science—that one can only gain a conviction regarding the facts of the spiritual world by repeatedly examining the phenomena and facts from a wide variety of perspectives.

[ 6 ] Es ist ja schon einmal so mit der geistigen Welt, dass man die Vorstellungen, die Anschauungen, die man aus der Sinneswelt hat, modifizieren muss und dass man sie vielfach ändern muss, weil die Welt hinter der Sinneswelt nicht etwa bloß ein schattenhafter Abdruck der Sinneswelt ist, sondern in vieler Beziehung grundverschieden ist von dieser Sinneswelt. Und nur allmählich, indem man die Tatsachen der geistigen Welt von verschiedenen Gesichtspunkten her betrachtet, eröffnet sich einem die Möglichkeit, wirkliche Vorstellungen zu gewinnen über dasjenige, was in der geistigen Welt vorhanden ist. So sei denn wiederum von einem gewissen Gesichtspunkte aus das Todesrätsel gewissermaßen als Lebensrätsel auch in der heutigen Betrachtung ins Auge gefasst.

[ 6 ] It is, after all, a fact about the spiritual world that one must modify the mental images and conceptions derived from the sensory world—and in many cases change them entirely—because the world beyond the sensory world is not merely a shadowy reflection of the sensory world, but is, in many respects, fundamentally different from it. And only gradually, by considering the facts of the spiritual world from various perspectives, does the possibility open up for us to gain true mental images of what exists in the spiritual world. Thus, let us once again, from a certain perspective, view the mystery of death—in a sense, as the mystery of life—even in today’s context.

[ 7 ] Dasjenige, was der Tod zunächst für den sinnlichen Anblick darbietet, sieht ja der Mensch schon von dieser Seite aus: den Verfall des physischen Leibes. Aber wenn der Tod überhaupt etwas Schreckliches, etwas Grauenhaftes haben sollte, so könnte es nur für diesen Anblick hier von der physischen Welt aus sein; denn da stellt er sich dar wie ein Ende desjenigen, was wir immer am Menschen sehen, solange er zwischen Geburt und Tod in der physischen Welt weilt. Wir haben aber dann den Anblick des Todes, wenn wir selber durch die Todespforte geschritten sind, von der anderen Seite her. Während wir hier im physischen Leben den physischen Leib zerfallen sehen, haben wir, indem wir den Tod von der Seite aus betrachten, die wir durchleben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, von jener Seite her den Anblick, wie heraus sich entwickelt der ewige Wesenskern des Menschen aus der physischen Hülle. Wir haben da den Tod nicht als einen Niedergang, wir haben ihn als einen Aufgang.

[ 7 ] What death initially presents to the senses, man already sees from this side: the decay of the physical body. But if death were to have anything terrible or horrific about it at all, it could only be in relation to this view from the physical world; for here it appears as the end of what we always see in human beings as long as they dwell in the physical world between birth and death. But once we ourselves have passed through the gate of death, we have a view of death from the other side. While here in physical life we see the physical body decaying, when we view death from the perspective of the phase we experience between death and a new birth, we have, from that side, the vision of how the eternal core of the human being emerges from the physical shell. There we do not experience death as a decline; we experience it as an ascent.

[ 8 ] [So, wie] wir ihn als einen Aufgang haben, so überzeugt er uns ja von dem immerwährenden Sieg des Geistes über das Leibliche. Und da müssen wir uns gleich an eine Vorstellung gewöhnen, die dem physischen Anschauen fremd ist: Der Anfang unseres physischen Lebens hier auf der Erde, er tritt niemals in das normale Bewusstsein während dieses physischen Lebens. Wir erinnern uns zurück bis zu einem gewissen Zeitpunkte; das ist nicht der Zeitpunkt der Geburt, sondern er liegt später als der Zeitpunkt der Geburt. Aber kein Mensch kann in der physischen Welt hier ohne erhöhte Kräfte bis zu seiner Geburt zurückblicken; kein Mensch kann aus eigenem Erleben etwas aussagen auf normale Weise über seine Geburt; die tritt nicht ins physische Bewusstsein herein. Ebenso wahr aber als es ist, dass das Ereignis der physischen Geburt niemals in unser physisches Bewusstsein hereintritt zwischen Geburt und Tod, ebenso wahr ist es, dass von dem Aufwachen des Bewusstseins nach dem Tode an, durch die ganze Zeit, die wir leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, immer für uns vorhanden ist der Rückblick auf das Erlebnis des Todes von der anderen Seite her. Während wir also unsere Geburt, den Anfang unseres physischen Daseins, niemals mit normalem Bewusstsein erleben können, ist es normal für das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, immer zurückblicken zu können auf den Tod von der anderen Seite her, wo er ein Sieg des Geistes über das Leibliche ist, wo er nicht das Zugrundegehen des physischen Leibes ist, sondern das Heraufsteigen des Geistigen, das nun zu durchleben hat die Zeitspanne zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wo der Tod der Sieg des Geistigen ist. Und hätten wir diesen Anblick nicht, dann hätten wir in dieser Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt kein Selbstbewusstsein. In dem Augenblicke aber, wo wir nach dem Tode in einen Zustand kommen - es gibt auch solche Zustände —, dass sich uns gewissermaßen der Anblick des Todes entzieht, sind wir in der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt schlafähnlich, wird unser Zustand schlafähnlich. Wie wir hier nichts von unserem Ich wissen, wenn wir außer unserem physischen Leibe im Schlafe sind, so wissen wir nichts von unserem Ich nach dem Tode, wenn wir nicht zurückblicken können auf das Todeserlebnis. Dieser Rückblick auf das Todeserlebnis entzündet fortwährend unser Selbstbewusstsein nach dem Tode. Und wie gesagt, wenn schon der Tod überhaupt etwas Grauenvolles haben könnte, so kann er das nur haben hier in seinem physischen Anblick. Denn das erhabenste, das größte Ereignis, zu dem wir zurückblicken können, das ist dasjenige, was eben darstellt diesen Sieg des Geistigen über das Leibliche ... von der anderen Seite aus gesehen, von der Seite nach dem Tode gesehen -, das wir immer haben, wenn wir selbstbewusst in der Zeit leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Wie wir mit unserem Ich und mit unserem astralischen Leib untertauchen müssen in den physischen Leib beim Aufwachen, damit wir unseres Ich uns bewusst werden, so geschieht es durch dieses Hineindrängen des Ich und des astralischen Leibes, dass wir uns unseres Ich bewusst werden können - denn das Ich kann ja da sein wie im Schlafe, es ist mancher seines Ich nicht bewusst. So ist es notwendig nach dem Tode, dass wir den geistigen Blick hinwenden auf den Moment des Sterbens, auf die Ereignisse des Sterbens, damit dieser Blick uns unser Selbstbewusstsein nach dem Tode entzünde.

[ 8 ] [Just as] we experience it as a dawn, so it convinces us of the eternal victory of the spirit over the physical. And here we must immediately accustom ourselves to a mental image that is foreign to physical perception: the beginning of our physical life here on Earth never enters our normal consciousness during this physical life. We can recall events back to a certain point in time; this is not the moment of birth, but occurs later than the moment of birth. Yet no one in the physical world here can, without heightened powers, look back to the time of their birth; no one can, based on their own experience, speak of their birth in a normal way; it does not enter physical consciousness. Just as true as it is that the event of physical birth never enters our physical consciousness between birth and death, it is equally true that from the moment consciousness awakens after death, throughout the entire time we live between death and a new birth, the recollection of the experience of death from the other side is always present to us. So while we can never experience our birth—the beginning of our physical existence—with normal consciousness, it is normal for the life between death and a new birth to always be able to look back on death from the other side—where it is a victory of the spirit over the physical, where it is not the perishing of the physical body but the ascent of the spiritual, which must now live through the span of time between death and a new birth, where death is the victory of the spiritual. And if we did not have this perspective, then we would have no sense of self during this time between death and a new birth. But at the moment when, after death, we enter a state—and such states do exist—in which, so to speak, the perspective on death eludes us, we are in a sleep-like state during the time between death and a new birth; our condition becomes sleep-like. Just as we know nothing of our “I” here when we are asleep, outside our physical body, so too do we know nothing of our “I” after death if we cannot look back on the experience of death. This looking back on the experience of death continually kindles our self-awareness after death. And as I said, if death could have anything dreadful about it at all, it can only have it here in its physical appearance. For the most sublime, the greatest event we can look back upon is precisely that which represents this victory of the spiritual over the physical—viewed from the other side, from the perspective beyond death—which we always possess when we live self-consciously in the time between death and a new birth. Just as we must immerse our “I” and our astral body into the physical body upon waking so that we may become conscious of our “I,” so it is through this penetration of the “I” and the astral body that we are able to become conscious of our “I”—for the “I” can indeed be present as it is in sleep; many are not conscious of their “I.” Thus, after death, it is necessary that we turn our spiritual gaze toward the moment of dying, toward the events of dying, so that this gaze may kindle our self-awareness after death.

[ 9 ] Unseren physischen Leib übergeben wir den Elementen der Erde - schneller durch das Verbrennen, langsam durch das Verwesen. Im Grunde sind ja die beiden Arten, den physischen Leib der Erde zu übergeben, nur durch die Zeitenlänge verschieden. Beide sind im Grunde genommen derselbe Prozess. Unseren physischen Leib übergeben wir den Elementen der Erde; den haben wir nicht mehr; der geht gewissermaßen im Tode von uns fort. Was bleibt uns von diesem physischen Leib? Es ist nicht so, als ob uns nichts bliebe, sondern es bleibt uns etwas von diesem physischen Leib. Es wäre ganz falsch zu glauben, dass uns gar nichts bliebe. Sehen Sie, wenn wir hier in der physischen Welt sind, fühlen wir uns als selbstbewusste Menschen innerhalb unserer Haut. Und dass wir unseren physischen Leib innerhalb unserer Haut haben, das macht, dass wir uns hier als selbstbewusste Menschen fühlen können. Alles das, was wir so haben, das fällt von uns; bis zu den äußersten Grenzen der Haut fällt das von uns ... Aber wirklich bleibt das, was unseren Leib ausfüllte, in unserem Bewusstsein nach dem Tode vorhanden wie eine Art Hohlraum des ganzen Universums - so sonderbar, so paradox das klingt -, das bleibt vorhanden. Auf den Ort kommt es nicht an, aber auf die Gestalt. Während wir hier innerhalb unserer Hautgestaltung uns fühlen, bekommen wir nach dem Tode, wenn der physische Leib von uns abgefallen ist, die Vorstellung vom ganzen Universum, das sich uns, wie wir gleich sehen werden, immer mehr und mehr erfüllt: Aber ausgespart ist aus diesem Universum unserer physischen Leibesgestalt Hohlraum. Und das nehmen wir nicht so wahr, dass wir es bloß als Hohlraum anschauen würden; das ist sogar keineswegs die Hauptsache ... sondern das wird nach dem Tode ein Empfinden, ein Grundfühlen; ein außerordentlich beseligendes und wichtiges Gefühl wird es. Es wird das Gefühl: Siehe da, es gibt etwas in der Welt, was nur du ausfüllen kannst. Im ganzen Universum ist ja vieles, aber was im ganzen Universum ist, das lässt leer deinen Platz. Und der Platz wird von Anfang bis zu Ende immer leer sein, wenn du ihn nicht ausfüllst.

[ 9 ] We return our physical body to the elements of the earth—quickly through cremation, slowly through decomposition. Essentially, the two ways of returning the physical body to the earth differ only in the length of time involved. Both are, in essence, the same process. We surrender our physical body to the elements of the earth; we no longer have it; in a sense, it departs from us in death. What remains to us of this physical body? It is not as though nothing remains for us; rather, something of this physical body remains with us. It would be entirely wrong to believe that nothing at all remains for us. You see, when we are here in the physical world, we feel ourselves to be self-aware human beings within our skin. And the fact that we have our physical body within our skin is what enables us to feel ourselves to be self-aware human beings here. Everything we possess in this way falls away from us; it falls away from us right to the very outer limits of our skin... But what truly remains is what filled our body; it remains present in our consciousness after death like a kind of void encompassing the entire universe—as strange and paradoxical as that may sound—it remains present. It is not the place that matters, but the form. While we feel ourselves here within the form of our skin, after death—when the physical body has fallen away from us—we gain a mental image of the entire universe, which, as we shall soon see, fills us more and more: yet a void remains within this universe of our physical bodily form. And we do not perceive this merely as a void; that is by no means the main point… rather, after death it becomes a sensation, a fundamental feeling; it becomes an extraordinarily blissful and important feeling. It becomes the feeling: Behold, there is something in the world that only you can fill. There is, of course, much in the entire universe, but whatever exists in the entire universe leaves your place empty. And that place will always remain empty from beginning to end unless you fill it.

[ 10 ] Dass man als ein Baustein zum ganzen Universum, zu der ganzen Welt gehört, das ist die Empfindung, die aus diesem Anschauen, wenn ich so sagen darf, des Hohlraums hervorgeht, des Hohlraums unseres physischen Leibes. Hier haben wir unseren physischen Leib zwischen Geburt und Tod ausgefüllt von Muskeln, von Blut, von Knochen. Dort finden wir gerade das, was hier ausgefüllt ist, hohl in der Welt, leer. Und wir wissen: Dieser Raum gehört uns, der gehört uns. Und das ist ein Beseligendes. Man weiß, man ist als etwas, das eine Bedeutung, einen Sinn in der ganzen Welt hat, dieser ganzen Welt einverleibt.

[ 10 ] The feeling that one belongs, as a building block, to the entire universe, to the whole world—that is the sensation that arises from this contemplation, if I may put it that way, of the hollow space, the hollow space of our physical body. Here, between birth and death, our physical body is filled with muscles, blood, and bones. There, in the world, we find precisely what is filled here—hollow, empty. And we know: this space belongs to us; it belongs to us. And that is a source of bliss. One knows that one is incorporated into the whole world as something that has meaning and purpose within it.

[ 11 ] Unterschätzen Sie nicht die Erkenntnis gerade einer solchen Empfindung, denn sie ist für uns gegeben mit dem Hinwegfallen des physischen Leibes. Indem wir den physischen Leib nicht mehr haben, verwandelt sich dieses, was wir sonst im physischen Leib erfühlen, in die Empfindung: Du bist nicht umsonst in der Welt. Du bist ein Baustein darinnen. Es kommt auf dich an. Du musst da sein.

[ 11 ] Do not underestimate the significance of precisely this kind of feeling, for it is given to us when the physical body is shed. Since we no longer have the physical body, what we otherwise feel within it is transformed into the realization: You are not in the world in vain. You are a building block within it. It depends on you. You must be there.

[ 12 ] Solche Empfindung fühlten natürlich diejenigen, die eine wahre, wirkliche, wenigstens empfindungsgemäße Erkenntnis hatten von der geistigen Welt. Wie zum Beispiel Angelus Silesius seinen schönen Spruch geprägt hat nach einer solchen Empfindung, indem er sagte:

[ 12 ] Naturally, those who had a true, genuine—or at least intuitive—understanding of the spiritual world felt this way. Angelus Silesius, for example, coined his beautiful saying based on such a feeling when he said:

Gott könnt ohn’ mich ein Nu nicht leben;
Würd’ ich zunicht,
Müsst er vor Not den Geist aufgeben.

God could not live a moment without me;
If I were to perish,
He would have to give up his spirit out of despair.

[ 13 ] Das heißt: Was auch alles in der Welt ist an Göttlich-Geistigem, eines ist da, wo ich hingehöre. Das darf sich die Seele - weil eben hervorgerufen durch das Ablegen des physischen Leibes - durch die ganze Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sagen. Und das ist eine tragende Empfindung, eine wichtige, wesentliche Empfindung.

[ 13 ] This means: Whatever divine and spiritual things there are in the world, there is one place where I belong. The soul—precisely because it has been set free by shedding the physical body—may tell itself this throughout the entire time between death and a new birth. And that is a sustaining feeling, an important, essential feeling.

[ 14 ] Dann wissen wir, dass wir noch tagelang unseren Ätherleib, wie wir ja sagen, nach dem Tode an uns tragen, und dass wir in dieser Zeit gewissermaßen ein Lebenstableau haben von allem, was wir in einer gewissen Beziehung zwischen der Geburt und dem Tode erlebt haben. Aber auch dieses Lebenstableau müssen wir recht verstehen, wirklich recht verstehen. ... Da können wir vielleicht vom Leben hier zwischen der Geburt und dem Tode ausgehen, um eine Vorstellung zu bekommen von dem, was da eigentlich unmittelbar nach dem Tode mit uns vorgeht. Nicht wahr, wir leben zwischen Geburt und Tod hier im physischen Leibe. Wir haben die verschiedensten Erlebnisse. Wachend haben wir ja stündlich, minütlich, immer Erlebnisse; ob wir etwas hören, ob wir etwas tun, immer haben wir Erlebnisse. Und diese Erlebnisse begleiten unsere Gedanken. Wir sind als Menschen denkende Wesen. Gleichgültig, ob wir etwas hören, ob wir etwas tun: Wir denken. Gedanken, Vorstellungen begleiten dasjenige, was wir im physischen Leibe erleben. Und mit diesen Gedanken durcharbeiten wir unser seelisches Innere. Und diese Gedanken sind nicht bloß, wie wir wissen, vorübergehender Natur, sondern diese Gedanken können wir immer wieder herausholen aus unserer Seele. Wir haben eine Erinnerung, das heißt: Ein Gedanke, den ich mir jetzt gebildet habe, geht nicht gleich wieder vorüber, sondern ich kann ihn vielleicht noch nach Jahren aus meiner Seele herausholen. Stellen Sie sich für einen Moment all das, was Sie da in sich tragen, vor: Sie tragen ja diese ganze Gedankenwelt, die Sie sich an Erlebnissen der Außenwelt gebildet haben, in sich. Stellen Sie sich das vor ... dann müssen Sie sagen: Sie weben fortwährend in Ihren Gedanken. In was weben Sie da, wenn Sie denken? Da weben Sie in Wahrheit in Ihrem Ätherleibe. Dieses Weben also, welches dazu führt, dass der Gedanke in der Erinnerung bleiben kann, das geschieht eigentlich im Ätherleibe, geschieht richtig im Ätherleibe.

[ 14 ] Then we know that even for days after death we continue to carry our etheric body—as we say—with us, and that during this time we have, so to speak, a tableau of life depicting everything we have experienced, in a certain sense, between birth and death. But we must also understand this tableau of life correctly—truly understand it. ... Perhaps we can take our life here between birth and death as a starting point to gain a mental image of what actually happens to us immediately after death. After all, we live here in the physical body between birth and death. We have the most varied experiences. While awake, we have experiences every hour, every minute; whether we hear something or do something, we are always having experiences. And these experiences accompany our thoughts. As human beings, we are thinking beings. Whether we hear something or do something, we think. Mental images and thoughts accompany what we experience in the physical body. And through these thoughts, we work through our inner soul. And these thoughts are not merely, as we know, of a transient nature; rather, we can retrieve them again and again from our soul. We have a memory—that is to say, a thought that I have just formed does not pass away immediately, but I may be able to retrieve it from my soul even years later. Imagine for a moment everything you carry within you: you carry within you this entire world of thoughts that you have formed from experiences of the outer world. Imagine that... then you must say: You are constantly weaving in your thoughts. What are you weaving when you think? In truth, you are weaving in your etheric body. So this weaving—which enables the thought to remain in memory—actually takes place in the etheric body; it truly happens in the etheric body.

[ 15 ] Aber nun lebt der Mensch so im Ätherleibe und denkt und sagt: Nun ja, ich denke, und meine Gedanken trage ich in mir, und manchmal erinnere ich mich an meine Gedanken. Und er glaubt, dass dieses Gedankengewebe eben nur in ihm ist. So ist es aber nicht; so ist es ganz und gar nicht. Der Mensch kennt sich eben in Wirklichkeit durchaus nicht! Dass wir da durch die Welt gehen, Gedanken haben, dass diese Gedanken von uns verwoben werden, das ist noch das Allergeringste an diesem Vorgange. Fassen wir die Sache einmal ganz konkret: Sie sitzen jetzt hier und hören mir zu. Da gehen fortwährend Gedanken durch Ihre Seele durch, die Sie dann auch behalten können ... gewiss, das ist die eine Seite der Sache. Aber das ist nur die geringere Seite der Sache. Während Sie hier alle denken, huschen oder wellen durch den Raum Wesenheiten der höheren Hierarchie, von den Angeloi durch die Archangeloi bis zu den Archai hinauf, und diese haben ihre Arbeit mitzuleisten an den Gedanken. Das alles nehmen Sie mit normalem Bewusstsein nicht wahr. Aber glauben Sie nicht, dass der Mensch bloß in die Welt hier hereingestellt ist, damit er zu seinem Vergnügen zwischen Geburt und Tod sich hier seine Gedanken bildet; sondern während wir uns unsere Gedanken bilden, arbeitet eine Fülle von geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien an diesen Gedanken hier. In unserer Seele ist nur der Schauplatz, da treten die Gedanken auf. Aus diesen Gedanken wird noch etwas ganz anderes gemacht, als was bloß in unseren Erinnerungen weiterlebt. Diese Gedanken werden miteinander verwoben, diese Gedanken werden ineinander gebildet und bedeuten noch etwas ganz anderes als dasjenige, was wir daraus machen. Wir leben nicht nur für uns, wir leben auch zwischen Geburt und Tod - wenn wir so sagen dürfen - für die Götter. Und während wir denken, arbeiten die Götter an ihrer Welt. Wir, wir fügen uns unsere Gedanken so zusammen, einen an den anderen, dass sie uns dienen bis zu unserem Tode. Die Götter ordnen sie anders, die Gedanken. Sie ordnen sie in uns so zusammen, dass sie ihnen dienen bei der Gestaltung, bei der fortlaufenden Gestaltung der Welt. Während wir nach unseren logischen Menschenregeln unsere Gedanken ordnen, ordnen zugleich die Götter so die Gedanken, dass - wenn ein Mensch durch die Pforte des Todes geht - sie ein neues Stück Welt in diesen Gedanken geschaffen haben. Sie ziehen sie dann heraus aus dem Ätherleib ... und da haben sie ein neues Stück Welt. Es ist nicht unnötig, dass ein Mensch die Welt betrachtet. Sondern, indem er denkt, wird aus seinen Gedanken ein neues Stück Welt gewoben, richtig ein neues Stück Welt gewoben. Werden wir uns dessen nur bewusst, dass hinter der Außenseite unseres Denkens, die wir innerlich wahrnehmen, weltenwirkende göttliche Geister sind der verschiedenen Hierarchien, die während sie uns zwischen Geburt und Tod unsere Gedanken weben lassen, damit wir unsere Freiheit genießen können - ihre Arbeit mit unseren Gedanken für die Welt leisten!

[ 15 ] But now the human being lives in this etheric body and thinks and says: “Well, I think, and I carry my thoughts within me, and sometimes I remember my thoughts.” And he believes that this web of thoughts exists only within him. But that is not the case; it is not so at all. In reality, human beings do not know themselves at all! The fact that we go through the world having thoughts, and that these thoughts are woven together by us, is actually the least significant aspect of this process. Let’s look at the matter in very concrete terms: You are sitting here now, listening to me. Thoughts are constantly passing through your soul, which you can then retain... certainly, that is one side of the matter. But that is only the lesser aspect of the matter. While all of you are thinking here, beings of the higher hierarchy—from the Angeloi through the Archangeloi up to the Archai—flit or undulate through the space, and they must do their part in shaping these thoughts. You do not perceive any of this with your normal consciousness. But do not believe that human beings are placed in this world merely so that, for their own amusement, they may form their thoughts here between birth and death; rather, while we form our thoughts, a multitude of spiritual beings from the higher hierarchies are working on these very thoughts here. Our soul is merely the stage where these thoughts appear. From these thoughts, something entirely different is created than what merely lives on in our memories. These thoughts are interwoven with one another; they are formed into one another and signify something entirely different from what we make of them. We do not live only for ourselves; we also live—if we may put it that way—for the gods between birth and death. And while we think, the gods are working on their world. We, on the other hand, piece our thoughts together, one after another, so that they serve us until our death. The gods arrange these thoughts differently. They arrange them within us in such a way that they serve the gods in the shaping—in the ongoing shaping—of the world. While we arrange our thoughts according to our logical human rules, the gods simultaneously arrange them in such a way that—when a human being passes through the gate of death—they have created a new piece of the world within those thoughts. They then draw them out of the etheric body… and there they have a new part of the world. It is not in vain that a human being contemplates the world. Rather, as he thinks, a new part of the world is woven from his thoughts—truly, a new part of the world is woven. Let us only become aware that behind the outer aspect of our thinking, which we perceive inwardly, there are world-shaping divine spirits of the various hierarchies who—while allowing us to weave our thoughts between birth and death so that we may enjoy our freedom—are carrying out their work with our thoughts for the sake of the world!

[ 16 ] Nun bleiben uns nach dem Tode einige Tage unsere Gedanken ungefähr so, wie sie in der Erinnerung waren; aber nicht nur diejenigen, deren wir uns erinnern als Gedanken - auch jene, die wir sonst vergessen haben, treten in diesen Tagen auf. Und sie treten nicht so auf, wie sie hier erinnert werden, dass der eine später, der andere früher ist -, sondern sie treten in einem Lebenspanorama, in einem Tableau, alle gleichzeitig auf. Wir haben einige Tage lang unser ganzes Leben um uns herum gleichzeitig. Ja, das haben wir. Unser ganzes Leben wird angeschaut durch einige Tage, richtig angeschaut durch einige Tage. Dann aber, wenn es angeschaut ist durch einige Tage, dann nehmen uns die göttlich-geistigen Wesen das, was wir unseren Ätherleib nennen, weg und weben es ein in das ganze ätherische Weltenall. Es ist zunächst klein eingewoben; dann wird es entsprechend größer und bildet von da ab ein Stück des ganzen ätherischen Weltenreiches.

[ 16 ] After death, our thoughts remain for a few days much as they were in our memory; but not only those we recall as thoughts—even those we have otherwise forgotten resurface during these days. And they do not appear as they are recalled here—with one coming later and another earlier—but rather they appear all at once in a panorama of life, in a tableau. For a few days, our entire life surrounds us all at once. Yes, that is how it is. Our entire life is viewed for a few days, truly viewed for a few days. But then, once it has been viewed through these few days, the divine-spiritual beings take what we call our etheric body away from us and weave it into the entire etheric universe. At first it is woven in on a small scale; then it grows correspondingly larger and from that point on forms a part of the entire etheric realm.

[ 17 ] Was bedeutet denn also eigentlich für den Menschen «sterben»? Für den Menschen bedeutet «sterben», dass er — verzeihen Sie den trivialen Ausdruck, der aber richtig ist -, dass er sein ganzes Leben hindurch genäht hat an einem Gedankengebilde, und dass er dieses Gedankengebilde nunmehr einige Tage nach seinem physischen Tode übergibt dem Weltenäther. Und in den Weltenäther wird das nun einverwoben.

[ 17 ] So what does “dying” actually mean for a human being? For human beings, “dying” means—forgive me for using a trivial expression, though it is accurate—that throughout their entire life they have woven a thought-form, and that a few days after their physical death, they now surrender this thought-form to the world ether. And it is now woven into the world ether.

[ 18 ] Sein physischer Leib hat es bis zu dem Tode in ihm zusammengehalten. Jetzt, wo sein physischer Leib abgefallen ist, wird es auseinandergezogen und einverwoben dem ganzen Weltenäther - bei dem einen in größerer, bei dem anderen in geringerer Ausbreitung; aber cs wird einverwoben dem ganzen Weltenäther. So ist es außer uns, was wir immer in uns getragen haben in unseren Gedanken; denn nur die Gedanken, mit denen wir dasjenige, was wir erlebt haben, begleitet haben, werden in dieser Weise von den Göttern dem Weltenäther einverwoben. So ist das, was wir immer in uns getragen haben, was der physische Leib zusammengehalten hat, außer uns ... Nicht wahr, bis zum Tode können wir das, was unser Gedankengewebe ist, als unser Eigentum betrachten, als inneres. Kein Mensch wird, wenn er sich erinnert, sagen: Der Gedanke, der hätte woanders gesessen als in seiner Seele; aus der hat er ihn heraufgeholt. - Jetzt ist er außer uns, gehört zur Außenwelt. Das ist wiederum ein bedeutsames Erlebnis nach dem Tode, dass wir, nachdem wir die Tage nach dem Lebenstableau durchgemacht haben, gewissermaßen das Innere zum Außen machen. Was unser Gedankenverlauf war, wird nun äußerer Verlauf, lebt in der Außenwelt drinnen. Und so wahr, wie wir hier auf Sterne und Mond, wie wir hier auf Berge und Flüsse sehen, so sehen wir nach dem Tode auf dasjenige, was die Götter aus unseren Gedanken gewoben haben während unseres Lebens, und was jetzt einverwoben ist dem Weltenäther. Dahin blicken wir zurück. Man kann ganz richtig sprechen, wenn man sagt: Mit diesem Ereignis ist beim Menschen das Innere ein Äußeres geworden. Das Innere seiner Gedankenwelt ist ein Äußeres geworden.

[ 18 ] His physical body held it together within him until his death. Now that his physical body has been shed, it is being drawn apart and woven into the entire world-ether—in one case to a greater extent, in another to a lesser extent; but it is woven into the entire world-ether. Thus, what we have always carried within us in our thoughts is now outside of us; for only the thoughts with which we have accompanied what we have experienced are woven into the world ether in this way by the gods. Thus, what we have always carried within us—what the physical body has held together—is now outside of us... Is it not true that, until death, we can regard what constitutes our web of thoughts as our own, as something inner? No one, when recalling this, will say: “That thought would have been located anywhere other than in my soul; I drew it up from there.”—Now it is outside of us, belonging to the outer world. This, in turn, is a significant experience after death: that, having passed through the days following the tableau of life, we, so to speak, turn the inner into the outer. What was once the course of our thoughts now becomes an external course, living within the outer world. And just as we here look upon the stars and the moon, just as we here look upon mountains and rivers, so after death we look upon that which the gods have woven from our thoughts during our lifetime, and which is now interwoven into the world-ether. There we look back. It is entirely correct to say: With this event, the inner world has become the outer world for human beings. The inner world of their thoughts has become an outer reality.

[ 19 ] Und jetzt beginnt jenes Leben, von dem wir auch öfter gesprochen haben, das Ihnen ganz geläufig ist, wo der Mensch ungefähr in der Zeit, die ein Drittel ist des durchlebten Erdenlebens, jenes Leben zurücklebt, wo er es so zurücklebt, dass er dreimal so schnell, als er zwischen Geburt und Tod gelebt hat, nun vom Tode nach der Geburt zurück die Ereignisse noch einmal durchläuft. Aber er durchläuft sie anders, als er sie hier während des physischen Daseins durchlaufen hat - anders. Hier während des physischen Daseins begehen wir gewisse Handlungen zum Beispiel, oder wir bilden gewisse Gedanken nach inneren Impulsen. Wir haben in diesen Handlungen, in diesen Gedanken gewisse Gefühle in uns.

[ 19 ] And now begins that life we have often spoken of—one with which you are quite familiar—in which a person, over a period roughly one-third the length of their earthly life, relives that life; they relive it in such a way that, moving three times as fast as they did between birth and death, they now retrace the events once more, from death back to birth. But they relive these events differently than they did here during their physical existence—differently. Here, during physical existence, we perform certain actions, for example, or we form certain thoughts based on inner impulses. In these actions and thoughts, we have certain feelings within us.

[ 20 ] Aber nun ist es besonders wichtig, das zu betrachten, um was es sich jetzt handelt in der Zeit nach dem Tode — von der wir jetzt sprechen -, zu betrachten, was sowohl unsere Gedanken wie unsere Handlungen auf unsere Mitwelt für eine Wirkung gehabt haben. Nehmen Sie eben den extremen Fall, den ich öfter anführe, nur weil man sich daran etwas veranschaulichen kann: Ich füge jemand eine Beleidigung zu im Leben, sei es durch Worte, sei es durch Taten. Nicht wahr, ich, der ihm die Beleidigung zufügt, werde gewisse Gefühle haben. Ich werde ihm ja nicht umsonst eine gewisse Beleidigung zufügen, wenn ich nicht ein Narr bin; sondern ich werde meine Gründe dazu haben. Ich empfinde etwas. Aber er empfindet anders - anders, wenn er die Beleidigung empfängt. Zweierlei ist das, was er und ich empfinden. Aber während des Lebens hier zwischen Geburt und Tod mache ich nur das durch, was ich dabei empfinde. Diese Empfindung wiederholt sich nicht in derselben Weise nach dem Tode beim Rückwärtsleben, sondern ich erlebe, was er dabei empfunden hatte. Ich gehe alle meine Handlungen in ihren Wirkungen durch. Dasjenige, was ich hier erlebt habe, gehe ich in seinen Wirkungen durch, lebe also zurück dasjenige, was ich angerichtet habe. Das durchlebe ich.

[ 20 ] But now it is especially important to consider what is at stake in the time after death—which we are now discussing—and to consider what effect both our thoughts and our actions have had on the world around us. Take, for example, the extreme case I often cite, simply because it helps illustrate the point: I inflict an insult on someone in life, whether through words or through deeds. Isn’t it true that I, the one inflicting the insult, will have certain feelings? After all, I wouldn’t inflict a certain insult on them for no reason—unless I’m a fool—but I’ll have my reasons for doing so. I feel something. But they feel differently—differently when they receive the insult. What they and I feel are two different things. But during life here, between birth and death, I experience only what I feel in the moment. This experience does not repeat itself in the same way after death during the “life in reverse”; rather, I experience what he felt at that moment. I go through all my actions in terms of their effects. I go through what I experienced here in terms of its effects—that is, I relive what I have done. I go through that experience.

[ 21 ] Man kann wiederum ganz richtig sprechen, dass dasjenige, was da ist, dasjenige, was hier im physischen Leben außer uns zu erleben ist, jetzt innerlich zu erleben ist. Sehen Sie, das Einweben des ätherischen Gedanken-Tableaus in den Weltenäther kann man bezeichnen, indem man sagt: Das Innere wird ein Äußeres. In dieser Zeit, die nun folgt, wenn man zurücklebt, da wird das Äußere ein Inneres; denn bisher war es außerhalb, was der andere fühlte. Alles das, was der Andere fühlte, das wird jetzt ein Inneres -, das erlebt man als das eigene Erleben bei diesem Zurückleben. Alles erlebt man so. Wirklich erlebt man das so! Und es wird einem da auch wirklich nichts, nichts erspart. Man durchlebt alles, alles, was man auch getan oder gedacht oder gefühlt hat, was eine Wirkung in der Welt hervorgerufen hat, das erlebt man wieder zurück, indem man nunmehr in dem anderen drinnen fühlt.

[ 21 ] One can, in turn, quite rightly say that what is there—what can be experienced here in physical life outside of us—can now be experienced inwardly. You see, the weaving of the etheric tableau of thought into the world ether can be described by saying: The inner becomes the outer. In this time that now follows, when one relives the past, the external becomes internal; for until now, what the other person felt was outside of oneself. Everything that the other person felt now becomes internal—one experiences it as one’s own experience during this reliving. One experiences everything in this way. One truly experiences it this way! And nothing, absolutely nothing, is spared one there. One relives everything—everything one has ever done, thought, or felt that has had an effect on the world—one experiences it all again by now feeling from within the other person.

[ 22 ] Den Ätherleib legt man nach dem Todeseintritt ab. Dasjenige, was der Ätherleib erlebte, wird einverwoben in die ätherische Welt. In dem, was wir den astralischen Leib nennen, lebt man weiter ... und in dem Ich. Nun ist es wiederum gut, dieses Leben im astralischen Leibe auch schon wiederum hier während des physischen Daseins zwischen der Geburt und dem Tod zu betrachten. Sehen Sie, der Mensch kommt sich, während er hier auf der Erde weilt, mit alle dem, was er denken und verstehen und beurteilen kann, eigentlich riesig gescheit vor. Es ist gar kein Zweifel, dass sich der Mensch außerordentlich gescheit vorkommt. Aber es stände schlimm um den Menschen, wenn diese Gescheitheit, die er besitzt, ihn durchs Leben führen müsste. Das tut sie nämlich ganz und gar nicht. Diese Gescheitheit führt ihn nämlich nicht durchs Leben; nur kann der Mensch keine andere Anschauung haben als diese, dass er durch seine eigene Gescheitheit durch das Leben geführt wird, weil er ja dasjenige nicht wahrnehmen kann, was noch notwendig ist zu seinem Leben. Der Mensch sieht gewissermaßen nur ganz wenig von dem, was sich eigentlich auf sein Leben bezieht - ganz wenig. Nehmen Sie einmal einen extremen, einen radikalen Fall.

[ 22 ] The etheric body is shed upon death. What the etheric body has experienced becomes woven into the etheric world. One continues to live in what we call the astral body... and in the I. Now, it is also good to consider this life in the astral body here and now, during physical existence between birth and death. You see, while a person is here on Earth, with all that he can think, understand, and judge, he actually considers himself tremendously clever. There is no doubt at all that a person considers himself extraordinarily clever. But things would be very bad for a person if this cleverness he possesses were to guide him through life. For it does not do so at all. This cleverness does not, in fact, guide them through life; yet human beings cannot hold any other view than that they are guided through life by their own cleverness, because they are unable to perceive what else is necessary for their life. In a sense, human beings see only a very small part of what actually pertains to their life—very little. Let’s take an extreme, a radical case.

[ 23 ] Jemand hat die Verpflichtung, morgens früh um acht Uhr in seinem Amte zu erscheinen. Er geht wirklich auch immer so fort von seinem Hause, dass er um acht Uhr pünktlich in seinem Amte erscheint. Einmal geschieht es, dass er sich fünf Minuten verspätet. Es hat gar keine andere Wirkung, als dass er eben fünf Minuten nach acht Uhr ins Amt kommt. Ist der Chef brummig, na, so gibt’s einen kleinen Krakeel; ist der Chef nicht brummig, so gibt es nicht einmal diesen, nicht wahr! Also es braucht überhaupt keine besondere Wirkung zu haben -, es geht so vorbei. Aber es könnte sein, dass man etwas Wichtiges nicht gesehen hätte, überhaupt nicht wahrgenommen hätte. Nehmen Sie einmal an, die Sache hätte so gelegen, dass, wenn man an diesem Tage auch zur rechten Zeit weggegangen wäre, man irgendwo einen Straßendamm überschritten hätte und an der Stelle wäre einem ein Unglück zugestoßen: Die Bedingungen waren alle dazu da, dass einem ein Unglück zugestoßen wäre. Man sieht nur das eine, dass man um fünf Minuten später zum Amt kam, nicht wahr! Aber dass man mit heiler Haut aus der Sache hervorgegangen ist und wie man bewahrt worden ist vor irgendetwas, das einem ein großes Unglück hätte bringen können, das tritt einem nicht einmal ins Bewusstsein. Ja, das ist ein herausgegriffenes Beispiel -, so leben wir aber fortwährend. Wir beachten immer nur dasjenige, wie wir uns einspinnen in das Leben, wie wir das Leben führen. Wovor wir fortwährend bewahrt werden, woran wir nebenher und vorbei gehen, weil wir eben nicht davon berührt werden, das beachten wir gar nicht. Würden wir beachten, wovor wir bewahrt werden, was fortwährend gewissermaßen um uns herum wirkt, dass das Leben nicht so vor sich geht, wie es scheinbar durch unsere Gescheitheit vor sich geht ... dann würden wir erst gewahr werden, wie in jeder

[ 23 ] Someone is required to report to work at eight o’clock in the morning. He always leaves his home in such a way that he arrives at work promptly at eight o’clock. One day, he happens to be five minutes late. It has no effect whatsoever other than that he arrives at the office five minutes past eight. If the boss is grumpy, well, there’s a little fuss; if the boss isn’t grumpy, there isn’t even that, is there! So it doesn’t have to have any particular effect at all—it just passes by. But it could be that one might have missed something important—not noticed it at all. Suppose the situation had been such that, even if one had left on time that day, one would have crossed a road embankment somewhere and an accident would have befallen one right there: all the conditions were in place for an accident to happen. You only see the one thing—that you arrived at the office five minutes later, don’t you! But the fact that you emerged from the situation unscathed and how you were spared from something that could have brought you great misfortune—that doesn’t even cross your mind. Yes, that’s a specific example—but that’s how we live all the time. We always focus only on how we entangle ourselves in life, on how we lead our lives. We pay no attention at all to the things from which we are constantly protected—the things we pass by without a second thought simply because they do not affect us. If we were to pay attention to what we are spared from—to what is constantly at work around us, so to speak—and realize that life does not unfold the way it seemingly does because of our cleverness… then we would finally become aware of how, in every

[ 24 ] Minute unseres Lebens wiederum ganze Hierarchien von Götterwesen in unseren astralischen Leib hereinarbeiten, und wie wir unter der Führung der Wesen der höheren Hierarchien stehen und unser Leben unter der Führung dieser höheren Hierarchien vollenden.

[ 24 ] Every minute of our lives, entire hierarchies of divine beings work their way into our astral body, and we are guided by the beings of the higher hierarchies as we complete our lives under their guidance.

[ 25 ] Ein vollständiges Wissen über die Weisheit, die notwendig ist, um einen Menschen so die Lebensbahn zwischen Geburt und Tod zu führen, wäre eine so umfassende Weisheit, eine so kolossale Weisheit - die uns abgenommen wird durch die Wesen der höheren Hierarchien -, dass wir uns davon gar keine Vorstellung machen können nach der Weisheit, die wir nach Maßgabe der Werkzeuge unseres Gehirns hier zwischen Geburt und Tod ansammeln können. Aber diese Weisheit strömt als Götterwerk durch unseren astralischen Leib. Woher kommt es denn, dass wir von dieser Weisheit nun nichts wissen? Wüssten wir etwas von ihr, dann würden wir nicht die Freiheit lernen können als Menschen. Wir würden immer geleitet werden. Es ist weise in der Welt eingerichtet, dass wir von dieser Weisheit zwischen Geburt und Tod nichts wissen; denn das ist unsere Lehrschule der Freiheit. Daher sind wir durch die weisheitsvolle Führung der höheren Hierarchien dazu gebracht, von dieser Weisheit in unserem astralischen Leibe nichts zu sehen. Wodurch können wir denn nichts sehen? Ja, es muss natürlich diese Weisheit verdunkelt werden. Und sie wird verdunkelt durch alle die Gefühle, die in unserem astralischen Leibe leben, die uns betäuben über dasjenige, was geschieht. Diese Gefühle breiten sich immer wie ein Nebel aus über die Weisheit, die eigentlich aus der ganzen Welt von allen Seiten hereinscheint in unseren astralischen Leib. Dass ich über die Straße gehe, Eindrücke habe, das alles deckt mir die Weisheit, die in meinen astralischen Leib hereinstrahlt, für das normale Bewusstsein zu ... Daher wird jetzt so viel gelogen in der Welt, weil die Wahrheit quälend wäre, weil die Wahrheit furchtbar wäre.

[ 25 ] A complete knowledge of the wisdom necessary to guide a human being along the path of life between birth and death would be such all-encompassing wisdom, such colossal wisdom—which is bestowed upon us by the beings of the higher hierarchies—that we cannot even create a mental image of it based on the wisdom we are able to accumulate here between birth and death using the tools of our brain. But this wisdom flows through our astral body as the work of the gods. Why, then, is it that we know nothing of this wisdom? If we knew anything of it, we would not be able to learn freedom as human beings. We would always be guided. It is wisely arranged in the world that we know nothing of this wisdom between birth and death; for this is our school of freedom. Therefore, through the wise guidance of the higher hierarchies, we are prevented from seeing this wisdom in our astral body. How is it that we cannot see it? Yes, this wisdom must, of course, be obscured. And it is obscured by all the feelings that dwell in our astral body, which numb us to what is actually happening. These feelings constantly spread like a fog over the wisdom that actually shines into our astral body from the entire world on all sides. The fact that I walk down the street and take in impressions—all of that obscures the wisdom that shines into my astral body, making it inaccessible to normal consciousness... That is why there are so many lies in the world today: because the truth would be agonizing; because the truth would be terrible.

[ 26 ] Nun, so decken wir uns auch die Weisheit zu, die wir nicht ertragen können; jenes ungeheuer weite Licht der Weisheit, das immerzu unseren astralischen Leib durchsetzt, das decken wir uns dadurch zu, dass wir immer Gefühle und Empfindungen erwecken über das Positive, das wir erleben, wodurch wir gerade eben durchgehen. Dagegen alles dasjenige, was notwendig ist, um uns an dem Gesamtstrom der Welt vorbeizuführen, an dem weisheitsvollen: Das decken wir uns zu!

[ 26 ] Well, in the same way we shield ourselves from the wisdom we cannot bear; that immensely vast light of wisdom that constantly permeates our astral body—we shield ourselves from it by constantly arousing feelings and sensations about the positive things we experience, the very things we are going through at that moment. On the other hand, everything that is necessary to guide us past the overall current of the world—that which is full of wisdom—we shield ourselves from!

[ 27 ] Wir müssen uns aber auch nach dem Tode erst nach und nach gewöhnen an den Anblick desjenigen, was da aus den höheren Hierarchien als Weisheit die ganze Welt durchpulst und da durch unsern astralischen Leib geht. Wir müssen uns erst gewöhnen! Und dies geschieht während unseres Zurücklebens dadurch, dass wir das Äußere zum Inneren machen. Dadurch, dass wir die Wirkungen, die äußeren Wirkungen unserer Gedanken und Taten sehen, leben wir uns in die Außenwelt ein. Dadurch gewöhnen wir uns, nicht nur das zu sehen, was in unserer eigenen Weisheit, sondern was in der Weisheit der Welt liegt. Sie sehen: Es hat jede einzelne Tatsachenreihe, die wir durchlaufen, auch zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, eine tiefe Bedeutung.

[ 27 ] But even after death, we must gradually accustom ourselves to the sight of that which, as wisdom from the higher hierarchies, pulses through the entire world and flows through our astral body. We must first get used to it! And this happens during our return journey by transforming the external into the internal. By seeing the effects—the outer effects—of our thoughts and deeds, we become attuned to the outer world. In this way, we accustom ourselves to seeing not only what lies within our own wisdom, but also what lies within the wisdom of the world. You see: every single sequence of events we go through—even between death and a new birth—has a profound meaning.

[ 28 ] Und dann, wenn wir dies durchlaufen haben, was beginnt dann für eine Zeit? Ja, sehen Sie, was dann beginnt, darauf kommen Sie, wenn Sie es so recht innerlich anschauen wollen, indem Sie vielleicht jetzt einmal die folgende Vorstellung mit mir durchlaufen. Sehen Sie, der Mensch hat ja, Gott sei Dank, durch das Weltgeschehen nicht die Aufgabe zuerteilt bekommen, jenen Wunderbau, der er selbst ist, bewusst zu bilden. Denn denken Sie nur, wie wenig der Mensch weiß -durch die heutige Wissenschaft zum Beispiel weiß - von dem Wunderbau seines eigenen Organismus! Wenn er ihn erst aus den Begriffen, aus den Vorstellungen heraus bauen müsste, die ihm die heutige Wissenschaft schon geben kann: Da käme was Schönes heraus! Nun werden natürlich die gescheiten Leute, die eine Weltanschauung aus der heutigen Wissenschaft aufbauen, allerdings sagen: Das habe der Mensch auch gar nicht nötig, denn das macht sich alles von selber. Der Mensch braucht ja bloß, nicht wahr, geboren zu werden! Das machen alles die Naturkräfte. Wozu hat er nötig, seinen Organismus aufzubauen? Das macht sich ja von selber! - Das ist natürlich ein gescheiter Standpunkt! Das ist wirklich ein Standpunkt, angemessen einer Epoche der Menschheitsentwicklung, die eigene Meinungen hat, im Gegensatz zu den früheren Meinungen, nicht wahr, die auf Autorität nur gebaut waren! Die gegenwärtigen Menschen, die haben selbstverständlich immer eigene Meinungen, weil sie vergessen haben, dass sie das Eigene dieser Meinungen aus der Zeitung gelesen haben; denn eigene Meinungen sind heute diejenigen, von denen man vergessen hat, dass man sie aus der Zeitung gelesen hat oder höchstens noch aus einer Broschüre oder einem modernen Buch!

[ 28 ] And then, once we have gone through this, what kind of time begins? Yes, you see, what begins then—you’ll come to realize it if you’re willing to look at it deeply within yourself—perhaps by going through the following mental image with me now. You see, thank God, human beings have not been assigned the task—through world events—of consciously shaping that marvel of a structure that they themselves are. Just think, for example, how little human beings know—even through modern science—about the marvelous structure of their own organism! If human beings had to build it from scratch, using only the concepts and mental images that modern science can already provide: something truly beautiful would emerge! Now, of course, the clever people who construct a worldview based on modern science will say: Human beings don’t need that at all, because it all happens on its own. All a person needs to do, after all, is be born! The forces of nature take care of the rest. Why would a person need to build up their own organism? That happens all on its own! — That is, of course, a sensible point of view! It is truly a perspective befitting an epoch of human development that has its own opinions, in contrast to earlier opinions, which were based solely on authority, isn’t that right? People today, of course, always have their own opinions, because they’ve forgotten that they read the “original” parts of these opinions in the newspaper; for today, one’s own opinions are those that one has forgotten were read in the newspaper—or, at most, in a pamphlet or a modern book!

[ 29 ] Ich sagte: Es ist eine Meinung von heute, dass der Mensch nicht nötig hätte, aus dem Geistigen heraus an seinem eigenen Organismus irgendetwas zu bauen. Denn, nicht wahr, der Mensch macht sich natürlich von selber! - So sagen die Leute. Aber denken Sie sich nur einmal: Es könnte ja Wesen geben - die Hypothese dürfen wir durchaus annehmen -, welche nicht in der Lage wären, Menschen wahrzunehmen, die gar keine Menschen wahrnehmen würden ... sonst aber könnten sie alles wahrnehmen. Hier in Bremen - nehmen wir also wieder an - könnten diese Wesen alles wahrnehmen, nur nicht Menschen. Nun, wie die Menschen keine Angeloi wahrnehmen, so würden diese Wesen keine Menschen wahrnehmen, aber sie könnten Uhren wahrnehmen ... Uhren könnten sie wahrnehmen. Nehmen Sie an: Diese Wesen spazierten nun in ihrer Art herum oder flögen - oder was immer - durch Bremen. Die würden also sagen: Uhren gibt's in Bremen; aber Menschen sind nicht da, die Uhren machen; also entstehen die Uhren ganz von selber. Es braucht niemand da zu sein, der die Uhren macht, nicht wahr? Sie könnten sogar in einen Uhrenladen hineingehen, diese Wesen; sie würden sehen, wie das alles sich zusammenfügt zu Uhren ... Menschen sehen sie nicht! Also würden sie sagen: Die Uhren entstehen ganz von selber. - So weit sind diejenigen, die heute sagen: Was braucht man heute darüber nachzudenken, dass die Menschen aus irgendeiner geistigen Betätigung heraus entstehen? Die Menschen entstehen von selber, nicht wahr, durch Empfängnis und Geborenwerden; da bilden sie sich so. - Dass das, was da äußerer Prozess ist, ganz organisiert wird von geistigen Wesen, dass es nur der äußere Prozess ist für die Arbeit der geistigen Wesen: Das ist natürlich etwas, was eingesehen werden muss. Und gerade so wie der Uhrmacher hinter der Uhr stehen muss, so müssen unzählige Wesenheiten der höheren Hierarchien stehen hinter diesem Prozess, der sich «von selber» eben gestaltet nach der Anschauung der ganz gescheiten Menschen von heute - nicht wahr?

[ 29 ] I said: It is a common view today that human beings do not need to build anything in their own organism from the spiritual realm. After all, isn’t it true that human beings naturally create themselves?—That’s what people say. But just imagine for a moment: There could be beings—and we are certainly allowed to accept this hypothesis—who would not be able to perceive human beings, who would not perceive human beings at all... but who could otherwise perceive everything. Here in Bremen—let’s assume this again—these beings could perceive everything except human beings. Well, just as humans do not perceive angels, these beings would not perceive humans, but they could perceive clocks… they could perceive clocks. Suppose these beings were now walking around in their own way—or flying—or whatever—through Bremen. They would say: There are clocks in Bremen; but there are no humans there to make the clocks; so the clocks come into being all by themselves. No one needs to be there to make the clocks, right? These beings could even walk into a clock shop; they would see how it all comes together to form clocks… They don’t see humans! So they would say: The clocks come into being all on their own. - That is the level of those who say today: Why should we even think about the fact that human beings arise from some kind of spiritual activity? Human beings come into being on their own, don’t they, through conception and birth; that is how they take shape. - That what appears to be an external process is entirely organized by spiritual beings, that it is merely the external process for the work of the spiritual beings: This, of course, is something that must be understood. And just as the watchmaker must stand behind the watch, so must countless beings of the higher hierarchies stand behind this process, which—according to the view of today’s very intelligent people—unfolds “all by itself”—isn’t that so?

[ 30 ] Aber da kommt noch etwas anderes, was wir in die Vorstellung aufnehmen müssen, um eine Einsicht zu gewinnen auf diesem Gebiete. Sehen Sie, die heutige Wissenschaft sagt: Man sicht es an den Genies, dass die Eigenschaften in der Seele sich auch vererben. - Vor nicht zu langer Zeit ist ein ziemlich dickes Buch über Goethe erschienen. Da drinnen ist von den Eigenschaften Goethes die Rede und dann ist gesucht bei Mutter, Vater, Großmutter, Großvater, in allen Richtungen, so weit man hinaufkommen konnte, wie sich diese Eigenschaften, nicht wahr, bei den Ahnen finden; und da haben sie sich so zusammenorganisiert, um dann bei dem Genie zuletzt zu erscheinen. Also hat man die Vererbung ja erfahrungsgemäß gegeben - sagt man -, es ist doch ganz selbstverständlich, dass das Genie das alles geerbt hat, nicht wahr! Aber diese Weisheit ist nicht sehr gescheit, denn sie gleicht derjenigen, die es als besonders gescheit anschaut, dass, wenn jemand ins Wasser fällt, er nass wird. Nicht wahr, weil die Seele sich durchwindet durch die Generationenfolge, so nimmt sie die Eigenschaften der Generationenfolge an, wie jener, der ins Wasser fällt, das Wasser annimmt und nass wird. So trägt der Mensch die Eigenschaften der Generationen, mit denen er auf die Weise - wie wir es gleich sehen werden - lebt, die trägt er an sich, das ist gar nicht weiter wunderbar.

[ 30 ] But there is something else we must take into account in order to gain insight into this area. You see, modern science says: We can see from geniuses that the qualities of the soul are also inherited. - Not too long ago, a rather thick book about Goethe was published. In it, Goethe’s characteristics are discussed, and then researchers looked to his mother, father, grandmother, and grandfather—in every direction, as far back as they could go—to see whether these characteristics, you see, could be found in his ancestors; and there they had organized themselves in such a way that they ultimately manifested in the genius. So, based on experience, heredity is taken for granted—or so they say—and it goes without saying that the genius inherited all of this, doesn’t it! But this “wisdom” isn’t very clever, for it resembles the view that considers it particularly clever to say that when someone falls into water, they get wet. Isn’t that right? Because the soul winds its way through the succession of generations, it takes on the characteristics of that succession, just as someone who falls into water takes on the water and gets wet. Thus, a person bears the characteristics of the generations with which he lives—as we shall see shortly—he carries them within himself; there is nothing particularly wondrous about that.

[ 31 ] Aber wollte man anders zu Werke gehen, auf naturwissenschaftliche Art beweisen, so müsste man vom Genie ausgehen und müsste dann zeigen, wie die Nachkommen des betreffenden Genies, die Nachkommen die Eigenschaften des Genies vererbt haben. Das wird man wohl bleiben lassen. Denn man kann, nicht wahr, allenfalls allerlei Betrachtungen anstellen, herumreden, wie Goethe gewisse Eigenschaften seiner Vorfahren geerbt hat; aber dass seine großen, genialen Eigenschaften auf seinen Sohn oder seine Enkel sich vererbten, das zu zeigen wird man wohl bleiben lassen. Und wenn man es beweist ... nun ja, es gibt zum Beispiel heute einen sehr bekannten europäischen Staatsmann, der der Sohn seines Vaters ist: Da scheint es ja, als ob die genialischen Eigenschaften vom Vater auf den Sohn unmittelbar übergegangen wären. Die größte Eigenschaft ..., was die Nachwelt vielleicht einmal anerkennen wird, die besteht darinnen, dass sie alle zwei keine Genies gewesen sind, weder der Vater noch der Sohn!

[ 31 ] But if one were to take a different approach—to prove it scientifically—one would have to start with the genius and then show how the descendants of that genius inherited the genius’s characteristics. One will probably refrain from doing that. For one can, after all, make all sorts of speculations, talk at length about how Goethe inherited certain traits from his ancestors; but to show that his great, genius-like traits were passed on to his son or his grandchildren—well, one will probably refrain from doing that. And if one were to prove it… well, there is, for example, a very well-known European statesman today who is his father’s son: It certainly seems as if the genius-like qualities were passed directly from father to son. The greatest quality…—which posterity may one day recognize—is that neither of them was a genius, neither the father nor the son!

[ 32 ] Ja, mit diesem ganzen Gedankengang von der Vererbung hat’s eben ganz und gar nichts auf sich. Sondern dieser ganzen Sache muss in der folgenden Weise nachgegangen werden ... denn es zeigt uns die okkulte Betrachtung dabei das Folgende.

[ 32 ] Yes, there is absolutely no truth to this whole line of thinking about heredity. Instead, this whole matter must be examined in the following way ... for the occult perspective reveals the following to us.

[ 33 ] Sehen Sie: Weiß denn der Mensch überhaupt etwas von seinem physischen Inneren, wie er so in seinem physischen Innern innerhalb seiner Haut lebt? Ja, zuweilen weiß man etwas: Wenn einer furchtbare Kopfschmerzen hat, weiß er etwas vom Innern seines Kopfes; er fühlt das drinnen, fühlt seinen Kopf, den man bei normalem Gesundsein gar nicht fühlt. Der Magen knurrt nur, wenn er Hunger hat, wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist, infolge eines Schmerzes oder einer Entbehrung. Es ist das nur eine recht dumpfe Erkenntnis, und mit der würde man nicht viel anfangen können. Immerhin ist sie doch, im Gegensatz zu dem, was wir sonst zur Außenwelt immer empfinden, eine Art Innenempfindung. Aber in einer feinen Weise, in einer sehr feinen Weise ist dieses Erleben unseres Innern durch das ganze Leben zwischen der Geburt und dem Tode eigentlich vorhanden, indem wir zwischen der Geburt und dem Tode älter und älter werden. Was heißt denn, älter und älter werden? Es heißt, nicht wahr: Der physische Leib wird immer weniger und weniger lebendig, er macht uns immer müder und müder, indem wir durch ihn arbeiten wollen. Mit den zunehmenden Jahren fühlt man das schon. Es besteht gewissermaßen wirklich die Tatsache, dass man immer mehr und mehr seinen physischen Leib doch fühlt ... wenn das auch gewohnheitsmäßig vorwärtsgeht und man natürlich nicht so stark das fühlt. Aber denken Sie nur, es könnte einmal jemand die Art, wie er sich zu seinem physischen Körper verhalten hat als achtjähriger Knabe oder Mädchen, indem er arbeitete, mit dem vergleichen, wie er sich zu seinem physischen Leibe in seinem fünfzigsten Jahre verhält, und die Zwischendinge würden unmittelbar hintereinander folgen: Dann würde man schon merken, wie anders der physische Leib geworden ist, wie eine gewisse Erschlaffung im physischen Leibe - ein Lebensmüdewerden, das ganz selbstverständlich ist, aber das doch da ist -, wie ein Lebensmüdewerden auftritt. Die Gebresten des Alters bestehen in nichts anderem, als das man seinen physischen Leib durchfühlt, dass er einem immer mehr und mehr fühlbar wird. Und die Kernfrischigkeit der Jugend besteht darin, dass man ihn nicht fühlt, dass man ihn unfühlbar durchs Leben trägt. Das ganze Leben zwischen Geburt und Tod geht so, dass man sagen kann: Der physische Leib wird immer mehr und mehr gefühlt, empfunden.

[ 33 ] Consider this: Does a person actually know anything at all about the inside of their own body—about how they live inside their own body, beneath their skin? Yes, sometimes one does know something: When someone has a terrible headache, they know something about the inside of their head; they feel what’s inside, feel their head—something one doesn’t feel at all when in normal, healthy condition. The stomach only growls when one is hungry, when something is wrong—as a result of pain or deprivation. This is merely a rather vague awareness, and one wouldn’t be able to do much with it. Still, in contrast to what we usually perceive of the outside world, it is a kind of inner sensation. But in a subtle way—in a very subtle way—this experience of our inner self is actually present throughout our entire life between birth and death, as we grow older and older between birth and death. What does it mean, then, to grow older and older? It means, doesn’t it, that the physical body becomes less and less alive; it makes us more and more tired as we try to work through it. As the years go by, one already feels this. In a sense, it is truly the case that one feels one’s physical body more and more… even if this process proceeds out of habit and one naturally does not feel it so strongly. But just imagine if someone were to compare the way they related to their physical body as an eight-year-old boy or girl—through their work—with how they relate to their physical body at the age of fifty; the differences would become immediately apparent: Then one would already notice how different the physical body has become, how a certain slackening in the physical body—a weariness of life that is quite natural, but which is nevertheless there—how this weariness of life arises. The infirmities of old age consist of nothing other than the fact that one feels one’s physical body, that it becomes more and more perceptible to one. And the core vitality of youth consists in the fact that one does not feel it, that one carries it imperceptibly through life. The whole of life between birth and death proceeds in such a way that one can say: The physical body is felt and perceived more and more.

[ 34 ] Wenn man ihn nun ablegt, dann kann das zunächst noch nicht hervortreten. Aber wenn man den Ätherleib abgelegt hat, auch so, wie ich es geschildert habe, das Leben rückwärts durchlaufen hat, indem man die Wirkungen davon betrachtet hat ..., dann merkt man erst, was cs für eine Bedeutung hat, dass man so sich erfühlend hineinlebt in den physischen Leib. Denn dann merkt man, dass ungeheure erfühlte Weisheit notwendig ist, um aus dem Weltenall heraus das zu gestalten, was ein menschlicher Leib als Mikrokosmos ist. Und das ist zusammengegossen in unseren physischen Leibe während unseres Lebens. Das erblicken wir jetzt als Weisheit des ganzen Kosmos. Ja, man kann heute einem Menschen kaum klarmachen, was es eigentlich für eine Bedeutung hat, das Zusammenfließen dieser Weisheit aus allen Götterunternehmungen, die notwendig sind, um den Wunderbau nur des menschlichen Kopfes herzustellen, der sich in der Tat aus dem ganzen Weltenall als eine kleine Welt wie herauskristallisiert, aber weisheitsvoll gebaut. Indem wir unser Haupt durch die Welt tragen, bedienen wir uns dieses Hauptes zwischen Geburt und Tod; aber, dass es zustande kommt dieses Haupt, dass cs wirklich ein Abbild ist dieser ganzen Welt, dazu ist die Arbeit vieler, vieler göttlich-geistiger Wesen höchster Hierarchien notwendig.

[ 34 ] When one sheds it, this cannot yet become apparent at first. But once one has shed the etheric body—and, as I have described, has retraced one’s life by contemplating its effects—only then does one realize the significance of living so deeply into the physical body through feeling. For then one realizes that immense, intuitively grasped wisdom is necessary to shape, out of the vastness of the universe, what a human body is as a microcosm. And this is fused together in our physical body throughout our lives. We now perceive this as the wisdom of the entire cosmos. Indeed, it is almost impossible today to make a person understand the true significance of the convergence of this wisdom from all the divine endeavors necessary to create the marvelous structure of the human head alone—which truly crystallizes out of the entire universe as a small world in itself, yet one built with wisdom. As we carry our head through the world, we make use of this head between birth and death; but for this head to come into being—for it to truly be a reflection of this entire world—the work of many, many divine-spiritual beings of the highest hierarchies is necessary.

[ 35 ] Ich versuchte eine Vorstellung zu geben von der Empfindung, die man haben kann, wenn man sich bewusst wird: Das, was du da oben trägst über deinem Halse, das ist wahrhaftig die Arbeit von Götterwelten, so wahr wie eine Maschine nicht nur desjenigen Arbeit ist, der sie macht, sondern die eigene Arbeit desjenigen, der erst denken musste, damit sie erfunden werden kann. Aber auf dem physischen Erdenplan wird eine elende Maschine zustande gebracht - aus dem ganzen Universum heraus wird dieses Haupt zustande gebracht, durch das wir die ganze Welt in uns tragen. Wir tragen wirklich da die ganze Welt in uns! Nicht nur die ganze Welt, sondern GötterSchaffen tragen wir in uns! Ach, könnten das die Menschen doch empfinden!

[ 35 ] I tried to convey a mental image of the feeling one might have when one realizes: What you are wearing there above your neck is truly the work of divine realms, just as a machine is not merely the work of the one who makes it, but the very work of the one who first had to think in order for it to be invented. But on the physical plane of Earth, a wretched machine is brought into being—from the entire universe, this head is brought into being, through which we carry the whole world within us. We truly carry the whole world within us! Not only the whole world, but the work of the gods we carry within us! Oh, if only people could feel this!

[ 36 ] Und wenn das, was geschildert worden ist zwischen Geburt und Tod, abgestreift worden ist im Durchlaufen vom Tode bis zur Geburt zurück in dreifacher Schnelligkeit, dann tritt es an den Menschen heran, dass schon die Vorbereitung zu einem nächsten Erdendasein angefangen wird, damit sein nächstes Erdendasein die Gestalt annehmen könne, die er braucht nach alledem, was er gestaltet hat in dem ätherischen Weltenbilde, was einverwoben ist in den Wirkungen, die er in die Welt hinausversetzt hat. Nach diesen Ursachen wird nun gewissermaßen gebaut.

[ 36 ] And when what has been described between birth and death has been shed during the journey from death back to birth at three times the speed, then it becomes clear to the human being that the preparation for a subsequent earthly existence has already begun, so that his next earthly existence may take the form he needs in light of all that he has shaped in the etheric world picture—which is interwoven with the effects he has sent out into the world. These causes now serve, as it were, as the foundation.

[ 37 ] Sie können sich richtig vorstellen: Wenn wir diese Zeit erreicht haben, die geschildert worden ist, dann übernehmen nun die Arbeit an uns, in die wir uns hineinzugliedern haben, an der wir selber teilnehmen, aber unter der Anleitung der Geister der Hierarchien ... es übernehmen die Arbeit an uns diese Geister der höheren Hierarchien. Und so wahr, wie das, was mit uns geschieht, hier zusammengedrängt ist in unserer Haut, so wahr — ich möchte sagen - ist wie in einer Hohlkugel der ganzen Welt ausgegossen dasjenige, was jetzt gearbeitet wird in der ganzen Zeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Also mit Ausnahme der Zeit, die wir schon besprochen haben, wird überall - jetzt aber im Universum, nicht in der Mitte, nicht innerhalb unserer Haut, sondern im Umkreise - ausgestaltet. Das muss sein. Es muss irgendeine Schwingung da sein. Wenn Sie sich vorstellen würden (natürlich ist das bildlich gesprochen), statt dass Sie hier sind: Das Firmament als eine wirkliche Realität ... und Genien oder Wesenheiten der höheren Hierarchien ordneten an dem Firmament arbeitend, eine Windung zeichnend ... gerade diese Windung, die ausgearbeitet werden muss, damit sie genau so sei, dass sie unserem Karma entspricht, dem, was wir ausgelebt haben ... dann eine andere Windung, die vorgezeichnet werden müsste ... und wenn die Zeit verflossen ist, die wir zwischen dem Tod und einer neuen

[ 37 ] You can truly create a mental image of it: When we have reached this time that has been described, then the work on us—into which we must integrate ourselves, in which we ourselves participate, but under the guidance of the spirits of the hierarchies—will be taken over by these spirits of the higher hierarchies. And just as truly as what happens to us is concentrated here within our skin, so truly—I would say—is what is now being worked out throughout the entire period between death and a new birth poured out, as it were, into a hollow sphere encompassing the whole world. So, with the exception of the time we have already discussed, everything is being shaped everywhere—but now in the universe, not at the center, not within our skin, but in the surrounding space. This must be so. There must be some kind of vibration there. If you were to create a mental image (figuratively speaking, of course), instead of being here: the firmament as a real reality… and genii or beings of the higher hierarchies working on the firmament, drawing a spiral… precisely this spiral, which must be worked out so that it corresponds exactly to our karma, to what we have lived through… then another curve that would have to be drawn… and when the time has elapsed that we spend between death and a new

[ 38 ] Geburt durchmachen, dann ist dem ganzen Weltenall ein Gebilde einverwoben, das durch Götterarbeit entstanden ist. Das ist da drinnen - das zieht sich dann zusammen, wird kleiner und kleiner und erscheint zuletzt, indem es sich vereinigt mit dem, was in der Mutter veranlagt wird.

[ 38 ] When a birth takes place, a structure woven together through the work of the gods is woven into the entire universe. It is there inside—it then contracts, becoming smaller and smaller, and finally manifests by uniting with what is predisposed within the mother.

[ 39 ] Zusammengezogen aus der ganzen Welt und mit dem vereinigt, was in der Mutter rein materiell geschieht, entsteht dasjenige, was man Inkarnation des Menschen nennt. Was da drinnen ist, diese Windungen des Gehirns, sie sind zusammengefaltet aus dem ganzen Weltenall.

[ 39 ] Drawn together from the entire world and united with what occurs in the mother on a purely material level, that which is called the incarnation of a human being comes into being. What is inside—these convolutions of the brain—are folded together from the entire universe.

[ 40 ] Solche Vorstellungen können sich wirklich umsetzen in tiefe, tiefe religiöse Empfindungen. Denn wie fühlt man seinen menschlichen Anteil an den Geheimnissen der Welt, wenn man also den Menschen anschauen kann!

[ 40 ] Such mental images can truly give rise to deep, deep religious feelings. For how can one sense one’s human share in the mysteries of the world if one can look upon another human being!

[ 41 ] Wenn der Mensch nunmehr zwischen dem Tod und einer neuen Geburt bei dem angekommen ist, was im letzten Mysterienspiel die Mitternachtsstunde des Daseins genannt worden ist, also so in der Mitte ungefähr zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, wenn der Mensch da angekommen ist, dann ist bei normalem Verlaufe der fortgesetzten Arbeit, die geleistet wird in der geistigen Welt, damit der Mensch wieder erscheinen kann in der eben geschilderten Weise, auch die Zeit da, wo er schon wieder herunterwirkt auf die Erde. Da wirkt das, was in der geistigen Welt erzeugt wird, schon wieder auf die Erde herunter.

[ 41 ] When a person has now reached, between death and a new birth, what was called the midnight hour of existence in the last Mystery Play, that is, roughly halfway between death and a new birth—when a human being has reached this point, then, in the normal course of the ongoing work carried out in the spiritual world so that the human being can reappear in the manner just described, there is also the time when the human being is already working its way back down to Earth. What is created in the spiritual world is already working its way back down to Earth.

[ 42 ] Also nehmen wir den konkreten Fall «Goethe». Nicht wahr, vorher war er zu irgendeinem Zeitpunkte inkarniert. Da ist er nun hineingegangen in die geistige Welt, dann kommt die Zeit in der Mitte zwischen Tod und neuer Geburt: Da wirkt er bereits wieder hinunter - und da geschieht etwas, was gewisse Menschen, dic hier leben, in Beziehungen bringt. Beziehungen zwischen Menschen sind gewiss auf der einen Seite Zusammenhänge mit den karmischen Beziehungen der Menschen, aber sie sind noch von vielen anderen Verhältnissen abhängig. Also es geschehen Verbindungen zwischen vielen Menschen dadurch, dass ein Mensch wieder beginnt auf die Erde zu wirken lange Zeit schon, bevor er wieder kommt, also mitten drinnen in dem Zeitpunkt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und diese Beziehungen setzen sich dann fort, immer weiter fort unter dem Einfluss der geistigen Welt, bis sich zuletzt aus diesen Beziehungen dasjenige ergibt, was als Verhältnis auftritt zwischen Vater und Mutter, durch die dann die betreffende Inkarnation der Seele geschieht. Also Goethe hat mitgewirkt in allen den Beziehungen, die sich in der Welt gebildet haben, sodass zuletzt Caspar Goethe und die Frau Rat Goethe zusammenkommen konnten, dass deren Eltern, deren Großeltern zusammenkommen konnten. Und da können wir Jahrhunderte zurückgehen in der Art und Weise, wie die Menschen zusammengeführt werden, bis zuletzt das sich ergibt, was den alten Caspar Goethe zu der Frau, die man die «Frau Aja» nennt, hinführt; dass sie zusammenkommen, darinnen wirkt schon mit die Individualität des Menschen Goethe. Der Mensch ist es selber, der durch die Generationen, die seinem Elternpaar vorangegangen sind, mitwirkt. Nicht die Vererbungsverhältnisse sind es, die den Menschen ähnlich machen seinen Vorfahren, sondern er ist es [selbst], der durch lange Zeiträume hindurch die Vererbung schon organisiert. Wenn Sie zum Beispiel von unserer jetzigen Zeit bis hinauf zu Karl dem Großen denken, so sind das ungefähr dreißig Generationen. Mehr brauchen Sie gar nicht sich zu denken: Bis zu Karl dem Großen sind nur dreißig Generationen. Wenn Sie sich dreißig Menschen hintereinander stehend vorstellen, gegenseitig nach rückwärts hin die Hände ergreifend, so könnten Sie sich denken, dass diese seit Karl dem Großen gelebt haben. Durch einen solchen Zeitraum wirkt schon hinunter auf die physische Erde dasjenige, was da oben im Geistigen ausgearbeitet wird.

[ 42 ] So let’s take the specific case of “Goethe.” After all, he must have been incarnated at some point in the past. Now he has entered the spiritual world, and then comes the period midway between death and a new birth: there he is already working his way back down—and something happens that brings certain people living here into relationships with him. Relationships between people are certainly, on the one hand, connected to people’s karmic relationships, but they also depend on many other factors. So connections arise between many people because a person begins to influence the earth again long before he returns—that is, right in the midst of the period between death and a new birth. And these relationships then continue, extending ever further under the influence of the spiritual world, until finally, out of these relationships, what emerges is the relationship between father and mother, through which the soul’s particular incarnation then takes place. Goethe, then, played a part in all the relationships that formed in the world, so that ultimately Caspar Goethe and Mrs. Rat Goethe could come together, and so that their parents and grandparents could come together. And we can go back centuries in the way people are brought together, until ultimately what emerges is what leads the elderly Caspar Goethe to the woman known as “Frau Aja”; the fact that they come together is already influenced by the individuality of Goethe himself. It is the individual himself who plays a part through the generations that preceded his parents. It is not hereditary factors that make a person similar to his ancestors, but rather he [himself] who, over long periods of time, has already organized that inheritance. If you think, for example, from our present time all the way back to Charlemagne, that is roughly thirty generations. You don’t need to think any further than that: there are only thirty generations back to Charlemagne. If you create a mental image of thirty people standing in a line, holding hands and reaching back toward one another, you could picture them as having lived since the time of Charlemagne. What is worked out up there in the spiritual realm already exerts its influence down onto the physical earth over such a period of time.

[ 43 ] In der Regel ist gerade das Umgekehrte von dem richtig, was die physische Wissenschaft als Weltanschauung verbreitet. Während die physische Wissenschaft glaubt, dass die Vererbung uns unsere Eigenschaften gibt, bewirken wir vielmehr Jahrhunderte vor unserer Geburt durch unsere Eigenschaften, dass in unseren Vorfahren die betreffenden Verhältnisse hergestellt werden, innerhalb welcher wir uns dann verkörpern können. Das alles ist mit Arbeiten verbunden, die in der geistigen Welt vor sich gehen. Und daraus werden Sie jetzt ermessen können, dass man sich nicht vorzustellen braucht, der Mensch müsse hier in der physischen Welt, als im physischen Leib verkörpertes Wesen, hart arbeiten und könne sich dann zwischen dem Tod und einer neuen Geburt [auf] die faule Haut der Seligkeit legen - ja, Haut hat er nicht -, sich der Seligkeit übergeben, nicht wahr? Das ist durchaus nicht der Fall. Geschaffen wird zwischen dem Tod und einer neuen Geburt ebenso wie hier. Und das Schaffen, das hat nicht nur eine Bedeutung für die geistige Welt, sondern das fließt hinunter in dem, was hier geschieht, was man ebenso wenig sieht wie Wesen - die nicht Menschen sehen könnten, nur Uhren das sehen könnten, was täglich dadurch geschieht, dass Menschen auf der Erde entstehen, dass Menschen aufeinander folgen. Das alles ist organisiert, dahinter ist Organisation der geistigen Welt. Und das beruht auf Arbeit, auf ernster Arbeit der geistigen Welt. Das alles verbirgt sich selbstverständlich für die physische Betrachtung.

[ 43 ] As a rule, the exact opposite of what physical science promotes as a worldview is true. While physical science believes that heredity gives us our characteristics, it is rather the case that, centuries before our birth, our characteristics cause the relevant conditions to be established in our ancestors, within which we can then incarnate. All of this is connected to processes taking place in the spiritual world. And from this you will now be able to surmise that one need not create a mental image of human beings, here in the physical world as beings incarnated in physical bodies, having to work hard and being able to lie back in the lazy comfort of bliss—though, of course, they have no skin—and surrender themselves to bliss, do they not? That is by no means the case. Creation takes place between death and a new birth just as it does here. And this creative work is not only significant for the spiritual world; it also flows down into what happens here—things that are just as invisible as the beings themselves—which humans cannot see, though clocks could record what occurs daily as people are born on Earth and one generation succeeds another. All of this is organized; behind it lies the organization of the spiritual world. And this is based on work—on the serious work of the spiritual world. All of this is, of course, hidden from physical observation.

[ 44 ] Die ganze Weisheit nun, die notwendig ist, um einen Menschen zwischen Tod und neuer Geburt aufzubauen, die muss verwertet werden. Und die verwertet dann der Mensch in dem, was er zwischen Geburt und Tod unbewusst aufnimmt aus diesem Erspüren des Älterwerdens, in dem Erspüren, in dem Erfühlen des Älterwerdens, dem leisen Gefühl des Älterwerdens. Das, was er sich da erworben, nehmen die Götter in Empfang, und das gerade wird aus dem, was man da erlebt als Lebensmüdigkeit, dort durch sie in ihrer Weisheit sozusagen ersprießen zu fruchtbaren Kräften für eine neue Organisation, für eine neue Inkarnation. Man wird nicht umsonst in einer Inkarnation müde. Man braucht die Ermüdung, damit aus ihr heraussprießen können die Kräfte, die man entwickeln muss, um eine neue Inkarnation sich zu bilden.

[ 44 ] All the wisdom necessary to build up a human being between death and rebirth must be put to use. And a person then assimilates this in what they unconsciously absorb between birth and death from this sense of growing older—in the sensing, in the feeling of growing older, in that subtle sensation of growing older. What they have acquired in this way is received by the gods, and it is precisely this—what is experienced here as weariness of life—that, through the gods’ wisdom, so to speak, sprouts into fruitful forces for a new organization, for a new incarnation. One does not grow weary in an incarnation for no reason. One needs this weariness so that the forces one must develop to form a new incarnation can spring forth from it.

[ 45 ] Man kann immer nur Einzelnes von diesen Dingen andeuten, aber aus diesen Andeutungen werden Sie sehen, wie vielgestaltig die Vorstellungen sein müssen, die wir zu gewinnen haben, wenn wir wirklich eine entsprechende Vorstellung über das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt gewinnen wollen, die so entsprechend ist, dass wir auch den Zusammenhang einsehen von dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und zwischen der Geburt und dem Tode. Betrachten wir so, wie wir das heute wieder getan haben, das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so werden wir nicht so albern sein zu glauben, dass nicht in das Leben fortwährend die Kräfte hereinkommen, die wir erst zwischen dem Tode und einer neuen Geburt entwickeln. Die sind immerfort und fort da.

[ 45 ] One can only ever hint at individual aspects of these things, but from these hints you will see how multifaceted the mental images must be that we need to grasp if we truly wish to gain an appropriate understanding of life between death and a new birth—one that is so appropriate that we also comprehend the connection between life between death and a new birth and between birth and death. If we consider life between death and a new birth, as we have done again today, we will not be so foolish as to believe that the forces we first develop between death and a new birth do not continually flow into life. They are constantly and perpetually present.

[ 46 ] Nun kann es noch wichtig sein, nachdem wir so mancherlei betrachtet haben in Bezug auf das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, auf einiges andere aufmerksam zu machen: auf die Art und Weise, wie nach dem Tode derjenige angeschaut wird, der durch des Todes Pforte getreten ist. Er hat die Möglichkeit, Seelisches, Geistiges - seelisch-geistig wahrzunehmen. Nun muss man sich vorstellen, dass eben dieses Wahrnehmen ein geistiges Miterleben ist.

[ 46 ] Now that we have considered various aspects of life between death and a new birth, it may still be important to draw attention to something else: the way in which, after death, the one who has passed through the gate of death is regarded. They have the ability to perceive the soul and the spirit—in a soul-spiritual way. Now one must create a mental image of this very perception being a spiritual experience.

[ 47 ] Es ist das Wahrnehmen derjenigen Seelen, die vor uns durch des Todes Pforte in die geistige Welt hinaufgegangen sind, die wir dort antreffen, viel innerlicher, sagen wir, als wie wenn wir diese Seelen hier wahrnehmen, wo sie durch den Körper von uns getrennt sind. Trotzdem es viel innerlicher ist - aber eben weil es viel innerlicher ist — müssen die Vorstellungen, die wir uns von den Toten verschaffen, von denen also, die wir dort schon als Tote, die vor uns gestorben sind, antreffen - es müssen die Vorstellungen im Grunde genommen erst durch uns selber geschaffen werden. Also denken Sie: Jemand geht durch die Pforte des Todes, und jemand ist dort, den er hier im Leben gekannt hat: Er kommt in dessen Region. (Er kommt immer in dessen Region.) Er spürt: Da ist jemand. Er weiß auch aus einem unmittelbaren Gefühl heraus, wer das ist; aber er kann sich ihn nicht vorstellen, wenn er nicht gewissermaßen geistig abtastet dasjenige, wovon er nur weiß, dass es da ist. Sie können sich annähernd eine Vorstellung bilden von der Art und Weise, wie man selber arbeiten muss an der Vorstellung der Seelen, die man nach dem Tode also kennenlernt, wenn Sie sich denken: Wir würden hier im Finstern sein, und einer würde den anderen mit physischen Augen nicht sehen, sondern nur durch Tasten erkennen, da müssen wir uns die Vorstellung tätig selber schaffen. So müssen alle Vorstellungen von Seelen, die vor uns durch die Pforte des Todes gegangen sind, durch geistiges Abtasten erst gebildet werden. Also tätig sein — das stellt man sich in der Regel gar nicht richtig vor -, nicht so passiv dürfen wir uns hingeben den Eindrücken der geistigen Welt, wie wir uns den Eindrücken der physisch-sinnlichen Welt hingeben. Damit ich einen von Ihnen physisch-sinnlich sehe, braucht er nur zur Türe hereinzugehen: Da erscheint er meinem Auge - ich brauche nichts dazu zu tun. So ist es nach dem Tode nicht. Da weiß man darum, aber die Vorstellung muss man sich erst bilden. Dadurch bin ich tätig, dass ich aus meinem eigenen Bilden heraus die Vorstellung von der Seele haben muss.

[ 47 ] The perception of those souls who have gone before us through the gate of death into the spiritual world—whom we encounter there—is much more profound, so to speak, than when we perceive these souls here, where they are separated from us by the body. Even though it is much more intimate—but precisely because it is much more intimate—the mental images we form of the dead, that is, of those we encounter there as the dead who have passed away before us—these mental images must, in essence, first be created by ourselves. So consider: Someone passes through the gate of death, and there is someone there whom they knew here in life: they enter that person’s region. (They always enter that person’s region.) They sense: There is someone there. They also know, out of an immediate feeling, who it is; but they cannot create a mental image of them unless, as it were, they mentally probe that which they only know is there. You can form a rough idea of the way in which one must work to form a mental image of the souls one thus comes to know after death if you imagine: We would be here in the dark, and one would not see the other with physical eyes, but would recognize them only by touch; in that case, we must actively create the mental image ourselves. In the same way, all mental images of souls who have passed through the gate of death before us must first be formed through spiritual exploration. We must be active—something people generally do not imagine correctly—and we must not surrender passively to the impressions of the spiritual world the way we surrender to the impressions of the physical-sensory world. For me to see one of you physically and sensually, all that is needed is for you to walk through the door: then you appear to my eye—I need do nothing. It is not like that after death. There, one knows of it, but one must first form the mental image. In this way, I am active, in that I must form the mental image of the soul out of my own creative process.

[ 48 ] Dieses ist etwas anders für Seelen, die noch auf der Erde hier sind, und die der Tote sieht, von der geistigen Welt aus sieht als Seelen, die noch auf der Erde leben, die also noch nicht gestorben sind. Der Tote nimmt auch solche noch nicht gestorbenen Seelen wahr, diese aber so, dass er nicht sich die Vorstellungen selber zu bilden braucht, sondern dass diese Vorstellungen ihm als Imaginationen entgegentreten. Dadurch weiß man auch nach dem Tode zum Beispiel, ob man es zu tun hat mit einem Bewohner der gleichen Welt, der auch schon durch die Pforte des Todes gegangen ist. Den stellt man sich vor durch Tätigkeit; derjenige, der noch im physischen Leibe lebt, der tritt vor einen hin als Imagination, als Bild, als fertiges Bild. Das ist der bedeutsame Unterschied. Und alles dasjenige, was in einer solchen Seele lebt, namentlich wenn es verwandt ist mit der geistigen Welt, das kann auch von der anderen Welt wahrgenommen werden. Daher der Rat, nicht wahr, liebevolle Gedanken dem Toten zu schicken oder aber vorzulesen solche Dinge, die sich auf die geistige Welt beziehen. Vorlesen, das ist etwas wie eine geistige Nahrung für die Toten oder wie ein geistiger Atmungsprozess. Das machen sie mit, wenn wir unsere Gedanken zu ihnen hinlenken.

[ 48 ] This is somewhat different for souls who are still here on Earth and whom the deceased sees—from the spiritual world—as souls who are still living on Earth, that is, who have not yet died. The deceased also perceives such souls who have not yet died, but in such a way that he does not need to form the mental images himself; rather, these mental images appear to him as imaginations. Through this, one knows even after death, for example, whether one is dealing with an inhabitant of the same world who has also already passed through the gate of death. One imagines the latter through active thought; the one who still lives in the physical body appears before one as an imagination, as an image, as a complete picture. That is the significant difference. And everything that lives within such a soul—especially if it is connected to the spiritual world—can also be perceived from the other world. Hence the advice, isn’t it, to send loving thoughts to the deceased or to read aloud things that relate to the spiritual world. Reading aloud is something like spiritual nourishment for the dead or like a spiritual breathing process. They participate in this when we direct our thoughts toward them.

[ 49 ] Es gibt gewiss heute manche Leute, die glauben, sie seien idealistisch. Sie sind es nicht. Denn sie denken, trotzdem sie idealistisch sein wollen, ganz materialistisch. Da ist also einer der bedeutenden — sagen wir - Kriminal-Anthropologen der Gegenwart (ich habe ihn schon öfter erwähnt), Benedikt. Benedikt hat zuerst mit großer Sorgfalt in einem weiteren Umfange Verbrechergehirne untersucht. Und da zeigt sich immer ein eigentümliches Moment bei den Verbrechergehirnen. Diese Verbrechergehirne haben die Eigenschaft, dass der Hinterhauptslappen nicht ordentlich das Kleingehirn bedeckt, während beim normal entwickelten Menschen der Hinterhauptslappen das Kleingehirn ganz ordentlich zudeckt. Also nicht wahr, man kommt durch eine solche Untersuchung — und sie stimmt, sie ist ganz richtig —, man kommt durch eine solche Untersuchung dahin, die Menschen in zwei Klassen zu teilen: in solche, die ordentliche Hinterhauptslappen haben, welche das Kleingehirn zudecken, und die keine Verbrechen begehen; und in solche, die einen zu kleinen Hinterhauptslappen haben, einen verkümmerten, der das Kleingehirn nicht zudeckt, und die Verbrecher werden. Das ist richtig; das ist eine absolut richtige Beobachtung. Dieser kleinere, dieser verkümmerte Hinterhauptslappen, der ist ebenso beim Affen da. Also fällt der Verbrecher einfach in die Affennatur zurück - sagt nun der Materialist. Nun, so ist es.

[ 49 ] There are certainly some people today who believe they are idealists. They are not. For although they want to be idealists, they think in a thoroughly materialistic way. So there is one of the leading—let’s say—criminal anthropologists of our time (I have mentioned him before), Benedikt. Benedikt first examined the brains of criminals with great care and on a broad scale. And there is always a peculiar feature that emerges in the brains of criminals. These criminal brains have the characteristic that the occipital lobe does not properly cover the cerebellum, whereas in a normally developed person, the occipital lobe covers the cerebellum quite properly. So, isn’t it true that through such an examination—and it is accurate, it is entirely correct— one comes to the conclusion through such an examination that humans can be divided into two classes: those who have normal occipital lobes that cover the cerebellum, and who do not commit crimes; and those who have an occipital lobe that is too small, an atrophied one that does not cover the cerebellum, and who become criminals. That is correct; that is an absolutely correct observation. This smaller, this atrophied occipital lobe is also present in monkeys. So the criminal simply reverts to a monkey-like nature—says the materialist. Well, that is how it is.

[ 50 ] Ja, ich frage Sie, was kann einer dafür, wenn er so organisiert ist, dass er einen zu kleinen Hinterhauptslappen bekommen hat und dadurch zu einem Verbrecher wird? Heißt es nicht, wenn man sich zu einer Weltanschauung, die nur auf dieses schaut, bekennt, Strafjustiz einzuführen als eine bloße Lüge? Können Sie dann noch jemand bestrafen, wenn Sie sich sagen können: Der Mensch muss doch Verbrecher werden, wenn er einen zu kleinen Hinterhauptslappen hat!? Hat es irgendeinen vernünftigen Sinn, dann noch den Menschen zu bestrafen? Oder ist es nicht vielmehr einzig sinnvoll, sich zu sagen: Ja, wenn’s davon abhängt, dass einer ein Verbrecher wird, weil er einen zu kleinen Hinterhauptslappen hat, dann ist ein Verbrecher zu sein ebenso notwendig wie Regen und Sonnenschein; und wie man den Regen nicht bestraft oder das Meer - wenn man nicht gerade der Xerxes ist und es durchpeitschen lässt, nicht wahr, wenn es einem unangenehm wird —, so kann man nicht einen Verbrecher bestrafen. Die ganze Strafjustiz würde zu einer Lüge! Und doch ist es wahr, was der Professor Benedikt gesagt hat: Es ist doch so, dass alle Verbrechergehirne einen zu kurzen Hinterhauptslappen haben.

[ 50 ] Yes, I ask you: What can a person do about it if he is biologically predisposed to have an occipital lobe that is too small, and this causes him to become a criminal? Doesn’t it follow that, if one adheres to a worldview that focuses solely on this, the very idea of introducing criminal justice is nothing but a lie? Can you still punish someone if you can tell yourself: “A person is bound to become a criminal if he has an occipital lobe that’s too small!?” Does it make any reasonable sense to punish that person at all? Or isn’t it rather only sensible to say to yourself: “Yes, if it depends on someone becoming a criminal because they have a too-small occipital lobe, then being a criminal is just as necessary as rain and sunshine; and just as one does not punish the rain or the sea—unless one happens to be Xerxes and has it whipped into submission, doesn’t one, when it becomes unpleasant”—so one cannot punish a criminal. The entire criminal justice system would become a lie! And yet it is true what Professor Benedikt said: It is indeed the case that all criminal minds have an occipital lobe that is too small.

[ 51 ] Nun denken Sie sich, wenn Wahrheit darin ist, die auf Materialismus begründet ist, so könnte alles Bestrafen und alles Reden über moralische Verantwortlichkeit doch eigentlich abgeschafft werden! Es hätte ja nicht den geringsten Sinn, und es müsste abgeschafft werden, wenn in Wahrheit keine andere Weltanschauung eintreten müsste als diese. Ganz klar ist es, dass es abgeschafft werden müsste.

[ 51 ] Now just imagine: if there is any truth to this view, which is based on materialism, then all punishment and all talk of moral responsibility could actually be abolished! It wouldn’t make the slightest sense, and it would have to be abolished if, in truth, no other worldview were to take its place. It is quite clear that it would have to be abolished.

[ 52 ] Was müssen denn die Menschen wissen, damit es möglich ist, überhaupt noch von Moral zu sprechen? Das müssten die Menschen wissen, dass der Mensch auch einen Ätherleib hat, und dass, wenn man einen zu kleinen Hinterhauptslappen als physisches Gehirn hat, trotzdem das Äthergehirn, der Äther-Hinterhauptslappen, nicht nur auf normale, sondern sogar übermäßig normale Weise, über das Normale hinausgehende Weise ausgebildet werden kann; und dass der Mensch dasjenige, was er als inneres Seelenleben entwickelt, und was ihm entgeht, wenn er einen zu kleinen, einen verkümmerten Hinterhauptslappen hat, dadurch ausgleicht, dass der Ätherleib umso mächtiger ausgebildet ist, weil man gerade bei seiner Erziehung dafür gesorgt hat. Denn diese ordnen sich gegenseitig, die gleichen sich gegenseitig aus: physischer Hinterhauptslappen und ätherischer Hinterhauptslappen. Das heißt, eine Zeit muss kommen, wo sich die Menschen sagen werden: Das ist ganz wahr, dass der Verbrecher einen zu kleinen Hinterhauptslappen hat; aber wie die Folgen zu beheben sind, das wird sich zeigen, wenn man einmal lernt, die Menschen schon in ihrer Entwicklung so zu betrachten, wie es die Anleitung ergibt in dem einfachen Büchelchen «Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft». Wenn man den Menschen beobachtet, so wird man wissen: Da muss man diese und jene Erzichungsprinzipien anwenden, damit ausgeglichen wird dasjenige im Ätherleib, was im physischen Leibe fehlt. Das werden die Menschen wissen müssen in der Zukunft, richtig in der Zukunft wissen müssen! Man wird berücksichtigen müssen, dass der geistige Mensch vorhanden ist. Von der jetzigen Zeit an ist es die Aufgabe der Menschen, dies zu wissen und dies im Leben anzuwenden. Denn was würde sonst geschehen, wenn nirgends, nirgends in der Welt so erzogen würde, und man zu dem Menschen nicht sich so verhalten würde, wie es geschieht unter der Voraussetzung, dass ein ätherischer Mensch vorhanden ist? Ja, dann würde unter dem Einflusse derjenigen Gedanken, die bloß an dem physischen Leibe haften, die Menschheit dahin kommen, nur vom physischen Leib abhängig zu sein. Sie würde dahin kommen, nur vom physischen Leib abhängig zu sein! Würde die materialistische Weltanschauung siegen können, so würde vergessen werden der ätherische Leib, und er würde auch für die nächste Zeit nicht ausgebildet werden. - Der Mensch, der mit einem zu kurzen Hinterhauptslappen zur Welt kommt, zeigt, dass er von Natur aus auch einen zu kurzen Ätherlappen hat, denn das physische Gehirn ist so ausgebildet, weil der Ätherlappen auch zu kurz ist; aber durch die Erziehung kann man den Ätherlappen verlängern ... zwar nicht den physischen, wenigstens nur teilweise

[ 52 ] What do people need to know in order for it to be possible to even speak of morality anymore? People would need to know that human beings also have an etheric body, and that even if one’s physical brain—specifically, the occipital lobe—is too small, the etheric brain, the etheric occipital lobe, can still develop not only normally but even in an excessively normal way, beyond what is normal; and that a person compensates for what they develop as an inner soul life—and what they miss out on when they have an occipital lobe that is too small or underdeveloped—by having an etheric body that is all the more powerfully developed, precisely because care was taken to ensure this during their upbringing. For these two—the physical occipital lobe and the etheric occipital lobe—are mutually aligned and balance each other out. This means that a time must come when people will say to one another: It is quite true that the criminal has an occipital lobe that is too small; but how to remedy the consequences will become clear once we learn to view human beings in their development in the way outlined in the simple little book The Education of the Child from the Point of View of Spiritual Science. When one observes people, one will know: one must apply these and those educational principles so that what is lacking in the physical body is balanced in the etheric body. People will have to know this in the future—truly know it in the future! One will have to take into account that the spiritual human being exists. From this time on, it is the task of human beings to know this and to apply it in life. For what else would happen if nowhere—nowhere in the world—were people educated in this way, and if one did not relate to human beings as one does on the assumption that an etheric human being exists? Yes, then, under the influence of those thoughts that cling solely to the physical body, humanity would come to depend solely on the physical body. It would come to depend solely on the physical body! If the materialistic worldview were to prevail, the etheric body would be forgotten, and it would not be developed even in the near future. - A person born with an occipital lobe that is too short shows that, by nature, they also have an etheric lobe that is too short, for the physical brain is formed this way because the etheric lobe is also too short; but through education, one can lengthen the etheric lobe... though not the physical one, at least only partially

[ 53 ] .. man muss ihn dann auf dem Umwege durch den Ätherlappen verlängern.

[ 53 ] ... you then have to extend it by taking a detour through the etheric lobe.

[ 54 ] Das, was als materialistische Weltanschauung heute sein kann, das kann menschliche Einrichtung sein nach der entsprechenden Zeitenlänge. Denn in dem Augenblicke, wo man das Geistige vergisst, wird das Physische dem Ahriman ausgeliefert: Der nimmt dann Besitz von dem ganzen Physischen. Man kann es ihm nur dadurch entreißen, dass man in der Art, wie man sich zum Menschen verhält, Rücksicht nimmt auf das Geistige. Wenn man das Geistige vergisst, dann arbeitet man im Sinne Ahrimans: Man überliefert gleichsam mit der materialistischen Weltanschauung die irdische Welt dem Ahriman. Die Menschen denken gar nicht nach, wie sie auf dem Wege sind, dem Teufel die Erde zu überliefern. Es ist ganz schrecklich, wie weit sie auf diesem Wege sind! Herzzerreißend können manche Erscheinungen wirken!

[ 54 ] What may be a materialistic worldview today can become a human institution after a corresponding period of time. For the moment one forgets the spiritual, the physical is left at the mercy of Ahriman: He then takes possession of the entire physical realm. One can wrest it from him only by taking the spiritual into account in the way one relates to human beings. If one forgets the spiritual, then one is working in the spirit of Ahriman: one is, as it were, handing over the earthly world to Ahriman through the materialistic worldview. People do not even realize how they are on the path to handing the earth over to the devil. It is truly terrible how far they have gone down this path! Some of these phenomena can be heart-wrenching!

[ 55 ] Nicht wahr, aus einem tiefen Instinkte heraus hat solch ein Mensch wie Goethe seinen «Faust» geliefert, um den Menschen zu zeigen, dass der Teufel wirklich da ist, dass Mephisto da ist, dass er wirkt. Ein so gescheiter Mann wie Stendhal, der so viele schöne Werke geschrieben hat, er hat gegen den «Faust» eingewendet, dass es eigentlich albern wäre, die Faust-Fabel so zu erfinden ... verzeihen Sie, dass ich den Ausdruck nachreden muss, aber wie gesagt, ein sehr geistreicher Franzose wie Stendhal hat's gesagt - er hat gesagt: Na, solche Anstalten braucht man wahrhaftig nicht zu machen, wie der Goethe sie gemacht hat! Denn einem halbwegs normalen Menschen würde es doch auch ohne Zuhilfenahme des Teufels gelingen, eine Modistin zu verführen.

[ 55 ] Isn’t it true that, driven by a deep instinct, a man like Goethe wrote his Faust to show people that the devil really exists, that Mephisto exists, and that he is at work? A man as clever as Stendhal, who wrote so many beautiful works, objected to Faust by saying that it would actually be silly to invent the Faust tale in such a way... forgive me for repeating the expression, but as I said, a very witty Frenchman like Stendhal said it—he said: Well, there’s truly no need to go to such lengths as Goethe did! After all, even a reasonably normal person would be able to seduce a milliner without the Devil’s help.

[ 56 ] Das ist die Kritik des «Faust» vonseiten des geistreichen Stendhal! Da steht es schon so, dass selbst bei diesem geistreichen Menschen gesagt werden muss:

[ 56 ] This is the witty Stendhal’s critique of Faust! It is stated so clearly there that even in the case of this witty man, one must say:

Den Teufel spürt das Völkchen nie,
und wenn er sie beim Kragen hätte!

This little crowd never senses the devil,
even if he had them by the collar!

[ 57 ] Er sieht nur nicht den Teufel, wenn «ein halbwegs normaler Mensch», nach seiner Ansicht, «eine Modistin verführt»! Dass er da ist, immer da ist, das sieht er nur nicht. - Und so kann man sagen: Die Materialisten sehen nicht den Teufel, dem sie in die Hände arbeiten. Und sie sind dabei, im Grunde genommen heute eine materialistische Weltanschauung zu haben und in der Zukunft eine materialistisch gestaltete Menschheit herbeizuführen.

[ 57 ] He just doesn’t see the devil when, in his view, “a reasonably normal person” “seduces a milliner”! He just doesn’t see that the devil is there—always there. - And so one can say: The materialists do not see the devil into whose hands they are playing. And they are, in essence, in the process of adopting a materialistic worldview today and bringing about a materialistically shaped humanity in the future.

[ 58 ] Man möchte wirklich einmal sehen, was aus der Menschheit würde, wenn nur die materialistische Weltanschauung weiterwirken würde. Natürlich stellen sich die ganz gescheiten Menschen heute vor, dass in Jahrhunderten ... nun, so ein bissel weiterentwickelt die Menschenwelt und die Tierwelt sein werden! Aber selbst aus der Geologie heraus könnten sie entnehmen, dass dies nicht so ist: Denn die Säugetierfauna tritt innerhalb der Erdenentwicklung darin auf und erzählt uns von untergegangenen Arten ... Aber nun, nicht wahr, an solche Dinge denken ja die Menschen nicht! Es wird eine Zeit kommen, da wird eine ganz andere Tierwelt auf der Welt sein, mit welcher der Mensch nur etwas wird anfangen können, wenn er geistig in sich dasjenige entwickelt hat, was durch eine geistige Weltanschauung entwickelt werden kann. Dasjenige, was heute zum Beispiel als höhere Tierwelt da ist, das wird fast ganz ausgestorben sein. Es werden eigentümliche höhere Tiere sein. Ja, es wird dann zum Beispiel eine, dem Menschen sehr nahestehende Tierart geben, welche eine Art Lichtschein nach rückwärts verbreiten wird und vorne ein Organ haben wird, das gewissermaßen in Tönen das wiedergibt, was von der Welt beeinflusst wird. Aber der Mensch wird sich in dieser Tierwelt nur zurechtfinden können, wenn er sein Geistiges ausgebildet hat nach den Grundsätzen der Erkenntnis dieses Geistigen. Nur dann wird er sich in dieser Welt zurechtfinden; sonst wird er als ein aufrechtgehendes Tier, wahrscheinlich mit lauter zu kleinen Hinterhauptslappen auf der Erde herumwandeln müssen. - sehen Sie, man kann nun allerdings mit Bequemlichkeit sagen: Na ja, dass das nicht so werde und dass die Erde ihr Ziel erreiche, das überlassen wir schon einmal den Göttern! Wenn die Götter gescheit genug sind (kann man sagen), dann können ja die Menschen lange Materialisten werden - die Götter werden schon die Erde zu ihrem Ziel führen.

[ 58 ] One really would like to see what would become of humanity if only the materialistic worldview were to continue to prevail. Of course, the very clever people of today have a mental image of what the human world and the animal world will look like in centuries to come! But even from geology alone, they could deduce that this is not the case: for the mammalian fauna appears at certain stages in the Earth’s evolution and tells us of extinct species… But then again, people don’t think about such things, do they! A time will come when there will be a completely different animal world on Earth, with which human beings will only be able to cope if they have developed within themselves, spiritually, that which can be developed through a spiritual worldview. What exists today, for example, as the higher animal kingdom will have almost entirely died out. There will be peculiar higher animals. Yes, there will then be, for example, a species of animal very closely related to humans that will emit a kind of glow backward and have an organ at the front that, so to speak, reproduces in sounds what is influenced by the world. But humans will only be able to find their way in this animal world if they have developed their spiritual nature according to the principles of understanding this spiritual realm. Only then will they be able to find their way in this world; otherwise, they will have to wander the Earth as an upright animal, probably with nothing but oversized occipital lobes. — You see, one could, of course, conveniently say: Well, let’s just leave it to the gods to ensure that this doesn’t happen and that the Earth reaches its destination! If the gods are wise enough (one might say), then people can remain materialists for a long time—the gods will surely guide the Earth to its destination.

[ 59 ] Aber so haben die Götter eben die Erde nicht eingerichtet. Die Götter wollen die Menschen als freie Wesen haben. Und mittun müssen wir! Und es hängt schon von uns ab, ob wir jetzt Geisteswissenschaft einfügen in die geistige Entwicklung der Menschheit. Davon hängt es schon ab. Es muss in den Menschenherzen Platz greifen dasjenige, was die Impulse der geistigen Wissenschaft sind.

[ 59 ] But that is not how the gods have arranged the world. The gods want human beings to be free beings. And we must play our part! It is up to us whether we now incorporate Spiritual Science into the spiritual development of humanity. It really does depend on that. What spiritual science imparts must take root in people’s hearts.

[ 60 ] Es ist so trostlos, wenn man sieht, wie kurzsichtig die Menschen sind! Ich habe zu unseren Hamburger Freunden vor einiger Zeit gesagt, wie man sogar äußerlich, an äußeren Dokumenten sehen könnte, dass die Menschen noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit richtige Anschauungen von der geistigen Welt hatten, Anschauungen so, dass sie wussten: Da ist die geistige Welt dahinter. Es waren dazumal atavistische Anschauungen. Jetzt muss es sich bewusst entwickeln. Aber denken Sie, wie eindrucksvoll es ist, wenn eben so etwas erlebt werden kann wie das Folgende: Erinnern wir uns an das biblische Bild von der luziferischen Verführung des Menschen. Wenn heute ein Maler das malt, naturalistisch, futuristisch oder kubistisch, impressionistisch oder expressionistisch ... (irgendwie «istisch» muss ja auch heute gemalt werden, nicht wahr) ... aber jedenfalls malt er so, dass er die Schlange malt - als Verführergestalt an einem Baume malt. Damit meint er gerade recht realistisch zu sein. Aber stellen Sie sich mal vor, dass eine heutige Schlange eine Frau verführen könnte! Selbst die Eva wird doch eine heutige Schlange nicht verführen können! Es kann doch höchstens die heutige Schlange als reales Tier selber auch nur ein Bild dessen sein, was gemeint ist. Oder glauben Sie, dass der real denkt, der an der Vorstellung festhält: Die Schlange des Paradieses muss man sich vorstellen wie eine heutige Schlange... und das hinmalt? - Der denkt ebenso wenig realistisch, wie der Kritiker, nicht wahr, realistisch denkt, welcher der Anthroposophie oder Theosophie vorwirft, dass in ihr Phantasten, lauter Phantasten arbeiten. So gibt es eine Besprechung über mich selber (ich glaube, im «Hammer» ist das erschienen): Da ist eine lange Geschichte, wie all das phantastisch sei, was vorgetragen wird. Und dann wird eine solche Phantasterei verurteilt, und dann teilt der Betreffende einige Notizen über mich mit: Es ist die reinste Phantasie! Es ist alles nur aus der Phantasie heraus geschöpft! Über den Ort, wo ich geboren bin, wie ich geboren bin, von wem ich abstamme - alles purste Phantasie! Ja, so konsequent sind schon einmal die Menschen!

[ 60 ] It is so disheartening to see how short-sighted people are! Some time ago, I told our friends in Hamburg how one can see—even outwardly, from external documents—that, until relatively recently, people had true insights into the spiritual world, insights such that they knew: ‘There is a spiritual world behind this.’ Back then, these were atavistic views. Now this must develop consciously. But just think how impressive it is when something like the following can be experienced: Let us recall the biblical image of Lucifer’s temptation of humankind. If a painter were to paint that today—in a naturalistic, futuristic, or cubist style, or in an impressionistic or expressionistic manner... (after all, paintings today have to be “-istic” in some way, don’t they?)... but in any case, he paints the serpent—as a figure of temptation on a tree. In doing so, he believes he is being quite realistic. But just imagine that a modern-day snake could seduce a woman! Even Eve wouldn’t be able to be seduced by a modern-day snake! At most, the modern-day snake, as a real animal, can itself be only an image of what is meant. Or do you believe that someone is thinking realistically if they cling to the mental image that the serpent of Paradise must be imagined as a modern-day snake… and paint it that way? - That person thinks just as unreally as the critic who—let’s face it—doesn’t think realistically when he accuses anthroposophy or theosophy of being populated by dreamers, nothing but dreamers. For instance, there’s a review about me (I believe it appeared in Hammer): It’s a long tale about how everything that’s presented is pure fantasy. And then such “fantasy” is condemned, and the person in question shares some notes about me: “It’s pure fantasy! It’s all just conjured up from the imagination! About the place where I was born, how I was born, who my ancestors were—it’s all pure fantasy!” Yes, that’s how consistent people can be!

[ 61 ] Denn sehen Sie, wenn man den Luzifer malen will, muss man ja bedenken, dass der auf dem Mond gelebt hat und zurückgeblieben ist mit seiner Mondenentwicklung - man muss also so darstellen, dass man ihn gar nicht als äußeres Wesen sehen kann. Er kann gar nicht einem äußeren Erdenwesen absolut ähnlich sein — nur entfernt, nicht absolut. Was ist denn dieser Luzifer? Und da kommt man darauf, sobald man weiß, dass des Menschen Organisation eigentlich aus zwei Gliedern besteht. Da haben wir unseren Kopf mit dem darangesetzten Rückgrat, dann ist - Sie können das am Skelett anschauen - dem eigentlich alles andere angehängt. Was wir vom Mond mitbringen, ist unser Kopf. Alles andere, auf der Erde erst Gebildete ist eigentlich so in uns veranlagt, dass man das alles auch - aber jetzt innerlich - sehen kann; auf dem Mond war es noch ätherisch, noch nicht physisch gestaltet. Würde man Luzifer auf dem Monde malen wollen, so müsste man einen menschlichen Kopf malen und daran - so wie es bei uns jetzt als Rückenmark der Fall ist - einen Schlangenleib.

[ 61 ] You see, if one wants to paint Lucifer, one must bear in mind that he lived on the Moon and remained behind in his lunar development—so one must depict him in such a way that he cannot be seen as an external being at all. He cannot be absolutely similar to an external earthly being—only remotely, not absolutely. What, then, is this Lucifer? And one comes to understand this as soon as one realizes that the human organism actually consists of two parts. We have our head with the spine attached to it, and then—as you can see from the skeleton—everything else is actually attached to that. What we bring with us from the Moon is our head. Everything else, formed only on Earth, is actually so constituted within us that one can also see all of it—but now inwardly; on the Moon it was still etheric, not yet physically formed. If one were to paint Lucifer on the Moon, one would have to paint a human head and, attached to it—just as is now the case with our spinal cord—a serpent’s body.

[ 62 ] Nun gibt es - in Hamburg habe ich das gesehen - ein Bild von Meister Bertram, der im dreizehnten oder vierzehnten Jahrhundert den Sündenfall so malte: den Luzifer mit einem menschlichen Kopf, angehängt daran schlangenförmig das Rückenmark. Also im dreizehnten oder vierzehnten Jahrhundert gibt es einen Maler, der das richtig malt. Und den Menschen heute fällt es eben gar nicht ein: Also müssen das die Menschen im dreizehnten, vierzehnten Jahrhundert in einer alten Form des Hellsehens gewusst haben ..., sondern diese Menschen von heute behaupten: Alles gehe so sukzessive in der Entwicklung vor sich. Obwohl einen jede Blume lehren könnte, dass es nicht sukzessive vor sich geht, denn die grünen Blätter gehen in einem Sprung über in die farbigen Blütenblätter! Sukzessive Entwicklung - ohne Sprünge -, das ist der dümmste Ausspruch, den man tun kann, denn die Natur macht lauter Sprünge, fortwährend macht sie Sprünge. Aber die Menschen denken sich, nicht wahr: Das alles ist Kinderei, das alles ist erfunden, es ist ausgedacht! - Das ist nicht ausgedacht, das ist nicht erfunden, sondern im dreizehnten, vierzehnten Jahrhundert, wir können es sehen, haben die Menschen atavistisch noch hineingeschaut in die geistige Welt, und man kann es äußerlich, dokumentarisch beweisen. Es könnten viele solche Dinge angeführt werden.

[ 62 ] Now there is—I saw this in Hamburg—a painting by Master Bertram, who in the thirteenth or fourteenth century depicted the Fall of Man in this way: Lucifer with a human head, with the spinal cord attached to it in the shape of a snake. So in the thirteenth or fourteenth century, there was a painter who depicted this correctly. And it simply doesn’t occur to people today: So the people of the thirteenth and fourteenth centuries must have known this through some ancient form of clairvoyance… yet people today claim that everything in development proceeds so gradually. Even though every flower could teach us that it doesn’t happen gradually, because the green leaves transition into the colored petals in a single leap! Gradual development—without leaps—is the silliest thing one can say, because nature makes nothing but leaps; it’s constantly making leaps. But people think to themselves, don’t they: All of this is child’s play, all of this is made up, it’s a figment of the imagination!—It is not a figment of the imagination, it is not made up; rather, in the thirteenth and fourteenth centuries—as we can see—people still looked into the spiritual world in an atavistic way, and this can be proven externally, through documentation. Many such examples could be cited.

[ 63 ] Die Jahrhunderte, die wir jetzt durchlebt haben, die waren dazu da, dass der Mensch sich der geistigen Welt entfremdete, und er muss wiederum sich jetzt in die geistige Welt hineinstellen. Das muss durch Geisteswissenschaft geschehen. Das ist sehr notwendig, dass wir ernst, sehr ernst nehmen dasjenige, was wir als geisteswissenschaftliche Aufgabe erkennen: wie gesagt, die Pflege des geistigen Wissens, damit dieses geistige Wissen in alle Lebenspraxis eingreifen könne, wirklich eingreifen könne. Und dazu wird ja eine besondere Hilfe erwachsen. Die Menschheit steht in einem furchtbaren Ereignis in der Gegenwart. Ach, wenn doch die Menschen ein wenig, ein wenig heute denken würden! Aber für das Denken sind eigentlich die Menschen heute nach ihrer eigenen Meinung zu gescheit! Den Vortrag, den ich gestern hier öffentlich gehalten habe, ich hielt ihn vor Kurzem auch in Leipzig. Da traten zwei Herren nach diesem Vortrag an mich heran, Pazifisten, die gar keine unbedeutende Stellung in Leipzig haben - Pazifisten. Sie sprachen ihre Verwunderung darüber aus, dass man bei diesen heutigen Ereignissen auch vonseiten der Geisteswissenschaft, die doch dem Pazifismus viel näherstehen müsste als irgendeine andere Weltanschauung, auch dasjenige hervorheben könnte, was gerade die Bedeutung eines Volkes ist. Das Nationale, sagten sie, das — hätten sie gemeint —, läge fern gerade solch einer Weltanschauung wie der Geisteswissenschaft.

[ 63 ] The centuries we have now lived through served to alienate humanity from the spiritual world, and humanity must now re-enter the spiritual world. This must be achieved through Spiritual Science. It is absolutely essential that we take seriously—very seriously—what we recognize as the task of Spiritual Science: as I said, the cultivation of spiritual knowledge, so that this spiritual knowledge can truly permeate all aspects of practical life. And a special aid will indeed arise for this purpose. Humanity is currently facing a terrible event. Oh, if only people would think a little, just a little, today! But in their own opinion, people today are actually too clever to think! The lecture I gave here publicly yesterday—I also gave it recently in Leipzig. After that lecture, two gentlemen approached me—pacifists who hold quite significant positions in Leipzig—pacifists. They expressed their astonishment that, in light of current events, even Spiritual Science—which ought to be much closer to pacifism than any other worldview—could emphasize precisely what constitutes the significance of a nation. The national, they said—and this, they implied—was far removed from a worldview such as Spiritual Science.

[ 64 ] Natürlich kann man nicht verlangen, dass die Leute darauf eingehen, einzusehen, wie im Grunde seit dem Bestehen dieses abstrakten Pazifismus die größten Kriege in der Weltgeschichte stattgefunden haben, die zuletzt bis zum heutigen geführt haben! Man kann nicht einmal von den Leuten verlangen, einzusehen, dass sie, nicht wahr, jenen merkwürdigen Menschen nachahmen, der da im Osten ein großes Reich beherrscht, es in einen verheerenden Krieg verwickelt hat, gleichzeitig den Pazifismus offiziell in die Welt gesetzt hatte und gleichzeitig, nicht wahr, den furchtbarsten Krieg mitorganisiert hat, der jetzt die Menschheit zerfleischt! Aber die Menschen leben in ihren Meinungen drinnen und gehen stierhaft durch die Welt, nicht links und nicht rechts sehen wollend.

[ 64 ] Of course, one cannot expect people to take this on board, to realize that, essentially, ever since the advent of this abstract pacifism, the greatest wars in world history have taken place—wars that have ultimately led up to the one we are facing today! One cannot even expect people to realize that they are, aren’t they, imitating that strange man who rules a great empire in the East, who has embroiled it in a devastating war, who at the same time officially proclaimed pacifism to the world, and who, at the same time, hasn’t he, helped orchestrate the most terrible war that is now tearing humanity apart! But people live trapped in their own opinions and plow through the world like bulls, unwilling to look left or right.

[ 65 ] Der eine dieser Herren hat nachher gesagt, nachdem ich ihm geantwortet habe: Ja, aber ist es nicht ein Ad-absurdum-Führen desjenigen, was die Menschen aus den bisherigen Weltanschauungen empfunden und gedacht haben, wenn die Menschheit heute die Menschen zerfleischend übereinander herfällt? Ist das nicht ein Ad-absurdumFühren? Beweist das nicht, dass ein ganz Neues eintreten müsse in die Welt, wenn es nicht zu solchen Absurditäten kommen soll?

[ 65 ] One of these gentlemen said afterward, after I had replied to him: “Yes, but isn’t it reducing to absurdity what people have felt and thought based on their previous worldviews when humanity today is tearing each other apart?” Isn’t that taking things to an absurd extreme? Doesn’t that prove that something entirely new must enter the world if such absurdities are to be avoided?

[ 66 ] Nun, das ist eben eine Krankheit, die geheilt werden muss! -, sagte der betreffende Herr. Es hilft auch nichts, wenn man zu einem solchen Herrn das sagt, was ich ihm sagen musste ..., denn gewiss, es ist das Allerschlimmste, wenn man halbrichtige, viertelrichtige Vorstellungen hat: Ja, aber stellen Sie sich doch vor, was eine Krankheit ist! Eine Krankheit ist nicht deshalb da, weil sie den Menschen befallen muss, sondern weil vorher etwas nicht in Ordnung war. So ist der Krieg nicht um des Krieges willen von der geistigen Welt der Menschheit geschickt, sondern weil das, was vorher war, nicht in Ordnung war. Nicht der Krieg ist dasjenige, was abnorm ist: gerade wie die Krankheit dazu da ist - es ist ja der Krankheitsprozess dazu da - um etwas, was im Organismus nicht in Ordnung ist, auszugleichen, so ist es auch der Krieg.

[ 66 ] “Well, that’s just an illness that needs to be cured!” said the gentleman in question. It doesn’t help at all to say to such a gentleman what I had to say to him… for surely, the very worst thing is to have half-true or quarter-true mental images: “Yes, but just imagine what an illness is! An illness isn’t there simply because it has to afflict people, but because something wasn’t right beforehand.” Likewise, war is not sent by the spiritual world of humanity for war’s sake, but because what existed before was not right. War itself is not what is abnormal: just as illness exists—the disease process exists—to compensate for something that is not right in the organism, so too does war.

[ 67 ] Wenn die Leute nur verstehen würden, was sie selber sagen, dann wäre schon etwas damit gewonnen! Für die physische Welt geben die Menschen die Erhaltung der Kräfte zu; da reden sie davon, dass keine Kraft verloren geht. Wenn das ausgedehnt werden soll auf die geistige Welt ... Ja, dann geht natürlich auch das Denken nicht verloren, aber es wird dem Ahriman überliefert. Doch was reden heute die Menschen nicht alles! Es ist ja auch innerhalb Deutschlands eine Philosophie entstanden, die sogenannte Philosophie des «Als ob», nachgebildet dem, was ich gestern angeführt habe als englischen Pragmatismus. Die Philosophie des «Als ob» ... was bedeutet diese Philosophie des «Als ob?» Ein gewisser Vaihinger hat die Philosophie des «Als ob» so begründet: Es soll der Mensch nicht eine Seele haben, sondern man soll das, was sich am Menschen äußert, so betrachten, als ob er eine Seele hat ... weil es, nicht wahr, bequem ist, das unter einem gewissen nützlichen Begriff zu betrachten. Das Atom hat auch kein Mensch gesehen, aber der Atomismus gilt. Man soll die Welt so betrachten, als ob Atome in ihr wären. Die Philosophie des «Als ob»! Die Menschen haben gar keinen Begriff, sehen Sie, dass — wenn man etwas «als ob» betrachtet und es real betrachtet - man das nicht kann: etwas «als ob» betrachten, wenn’s nicht real da ist! So zum Beispiel betrachten heute die Menschen - ja, die Menschen, die ungefähr so geartet sind, na, sagen wir, wie jene, die das «Berliner Tageblatt» lesen -, sie betrachten heute Fritz Mauthner als einen großen Philosophen, größer als Kant, der den Kant noch «überkanter» hat und die «Kritik der Sprache» geschrieben hat. Fritz Mauthner betrachten sie als einen großen Philosophen! Ich will jetzt nicht über Fritz Mauthner reden, aber ich will nur erwähnen: Diese Philosophie, die in drei dicken Bänden als Kritik der Sprache enthalten ist, die eigentlich nichts anderes ist als das ausgewalzteste Philosophen-Blech (auch in einem dicken Wörterbuch ist es enthalten), die könnte einen doch veranlassen, zum Beispiel Fritz Mauthner so zu betrachten, als ob er einen Funken philosophischen Geistes hätte! Aber man kriegt nichts dabei heraus. Wenn man nur sagen könnte, man betrachte Fritz Mauthner, als ob er philosophischen Geist hätte! Wenn er ihn nur wirklich hätte! So aber kommt man zu nichts. Die Als-ob-Philosophie hilft einem nichts, wenn die Dinge nicht das enthalten, was das «Als ob» einschließt! - Ja, es ist eben so, dass man viel tiefer im Materialismus drinnen lebt, als man denkt, und dass schon gerade das mitteleuropäische Denken angefacht werden muss an den Stellen, wo das Deutschtum vor allen Dingen sich bewusst werden muss, was es in seiner Volkssubstanz eigentlich enthält!

[ 67 ] If only people understood what they themselves were saying, that would already be a step in the right direction! When it comes to the physical world, people acknowledge the conservation of forces; they talk about how no force is lost. If this is to be extended to the spiritual world... Yes, then of course thought is not lost either, but it is handed over to Ahriman. Yet what all sorts of things do people say today! Even within Germany, a philosophy has emerged—the so-called “as if” philosophy—modeled after what I referred to yesterday as English pragmatism. The philosophy of “as if”... what does this philosophy of “as if” mean? A certain Vaihinger justified the philosophy of “as if” as follows: A human being is not supposed to have a soul, but one should regard what manifests in a human being as if he or she had a soul... because, after all, it is convenient to view it under a certain useful concept. No one has seen an atom either, but atomism is accepted. One should view the world as if atoms were in it. The philosophy of “as if”! People have no concept at all—do you see that—if one views something “as if” and views it as real—one cannot do that: view something “as if” when it isn’t actually there! For example, people today—yes, people of a certain ilk, well, let’s say, like those who read the Berliner Tageblatt—they regard Fritz Mauthner today as a great philosopher, greater than Kant, who has “out-Kanted” Kant himself and written the Critique of Language. They regard Fritz Mauthner as a great philosopher! I don’t want to talk about Fritz Mauthner right now, but I just want to mention this: This philosophy, contained in three thick volumes as a Critique of Language, which is really nothing more than the most hackneyed philosophical drivel (it’s even included in a thick dictionary), could lead one, for example, to regard Fritz Mauthner as if he had a spark of philosophical spirit! But you get nothing out of it. If only one could say, “I regard Fritz Mauthner as if he possessed a philosophical spirit!” If only he really did! But as it is, you get nowhere. “As-if” philosophy is of no help if things do not contain what the “as if” implies!—Yes, the fact is that one lives much deeper within materialism than one thinks, and that Central European thought, in particular, must be stirred up precisely in those areas where German identity must, above all else, become aware of what it actually contains within its national essence!

[ 68 ] Man möchte, dass solche Dinge Eindruck machen könnten! Denn sie sind an sich geeignet, Eindruck zu machen, wie die Dinge, die ich in Bezug auf Karl Christian Planck vorgelesen habe. Was müssten wir denn eigentlich für eine Konsequenz ziehen aus dem, was ich gestern öffentlich vorgelesen habe über den Karl Christian Planck? 1880 ist er gestorben. In seinem «Testament eines Deutschen», das gedruckt den Menschen vorliegt, steht der Satz darinnen, der vor 1880 niedergeschrieben ist, der sich genau deckt mit dem, was jetzt in diesem Kriege geschieht! Nicht einmal darüber hat sich der Mann getäuscht, dass Italien an der Seite der Entente stehen könnte! Aber er war ein «unpraktischer Idealist». Die «praktischen» Leute, die sich bis zum letzten Augenblick - ja, viele bis zum letzten Augenblick getäuscht haben über die Stellung Italiens, das sind die praktischen Menschen von heute. Der unpraktische Philosoph, der darf ja nicht urteilen über die physische Welt! Aber es müsste eigentlich den Leuten eingehen, was es heißt, dass derjenige, der aus den Gesetzen der Welt heraus urteilt, das niederschrieb vor dem Jahre 1880, was sich genau mit den jetzigen Ereignissen deckt.

[ 68 ] One would hope that such things could make an impression! For they are, in and of themselves, capable of making an impression, just like the things I read aloud regarding Karl Christian Planck. What conclusion, then, should we actually draw from what I read aloud in public yesterday about Karl Christian Planck? He died in 1880. In his “Testament of a German,” which is available to the public in print, there is a sentence—written before 1880—that corresponds exactly to what is now happening in this war! The man was not even mistaken about the fact that Italy might stand on the side of the Entente! But he was an “impractical idealist.” The “practical” people who were mistaken—yes, many of them right up to the very last moment—about Italy’s position are the practical people of today. The impractical philosopher, after all, is not allowed to pass judgment on the physical world! But it really ought to dawn on people what it means that someone who judges based on the laws of the world wrote down before the year 1880 something that corresponds exactly to current events.

[ 69 ] Die Menschheit hat in vieler Beziehung verloren die Achtung und den Respekt vor der Beschäftigung mit der geistigen Welt. Das wird die große Aufgabe des deutschen Volkes in der Zukunft sein: Aus dem, was die großen Geister (und wir haben gesehen, was es alles für große Geister gegeben hat, die vergessen worden sind) geleistet haben, sich selber zu erziehen, damit man wieder weiter erziehen kann in der Verbreitung der Achtung, des Respekts vor der geistigen Welt. Dann nur wird kommen, was uns entgegentreten kann als ein großer, bedeutsamer Vorgang. Geistige Kräfte können ebenso wenig verloren gehen wie physische Kräfte. Der Mensch hat seinen Ätherleib, er hat Kräfte in seinem Ätherleibe, die für Jahrzehnte sicher in Bezug auf seinen physischen Leib reichen würden. Nehmen wir an, er findet den Opfertod, wie es jetzt bald eine Million, nur auf deutscher Seite gerechnet, vielleicht finden wird ... Nehmen wir an, er findet den Opfertod in jungen Jahren. Die Kräfte seines Ätherleibes hätten noch die ganzen Jahrzehnte hindurch in seinem physischen Leibe arbeiten können: Die gehen nicht verloren, die bleiben vorhanden. Er verwebt ja nur dasjenige der geistigen Welt ein, was bis zu seinem Tode in ihm gedankenmäßig erarbeitet ist; das andere bleibt in der geistigen Welt vorhanden. Es werden in der geistigen Welt die unverbrauchten Ätherleiber Tausender und Abertausender von Menschen sein. Wissen werden die Menschen müssen: Die schweben oben in der geistigen Welt. Entscheiden wird es sich, ob hier auf der Erde Seelen sein werden, die wissen werden, wie man in der geistigen Erkenntnis, in der spirituellen Erkenntnis, in der Menschenkultur, der Menschenerkenntnis fortschreiten kann, indem man das Bewusstsein hat: Da schweben die unverbrauchten Ätherleiber. Und man braucht nur gleichsam sich hinzugeben dem Gefühle, so werden sie einem in die Worte hereininspirieren die nötige Kraft. Oh, es könnte wirklich eine große Hilfe von der geistigen Welt aus sein, dieses Bewusstsein von den unverbrauchten Ätherleibern, die da sein werden und in den Seelen der Menschen mitarbeiten werden zur Spiritualisierung der Menschheit!

[ 69 ] In many respects, humanity has lost its esteem and respect for engaging with the spiritual world. This will be the great task of the German people in the future: to draw upon the achievements of the great spirits (and we have seen just how many great spirits there have been who have been forgotten) to educate ourselves, so that we may in turn continue to educate others in spreading reverence and respect for the spiritual world. Only then will what can stand before us as a great, significant event come to pass. Spiritual forces can no more be lost than physical forces. A human being has an etheric body; he possesses forces within his etheric body that would certainly last for decades in relation to his physical body. Let us suppose he meets a sacrificial death, as perhaps a million people—counting only on the German side—will soon do... Let us suppose he meets a sacrificial death at a young age. The forces of his etheric body could have continued to work within his physical body for decades to come: they are not lost; they remain. He incorporates into his physical body only that which he has mentally developed from the spiritual world up until his death; the rest remains in the spiritual world. In the spiritual world there will be the unused etheric bodies of thousands upon thousands of people. People will have to know: these bodies are floating up there in the spiritual world. It will depend on whether there will be souls here on Earth who know how to make progress in spiritual knowledge, in human culture, and in the understanding of humanity by being conscious of the fact that these unused etheric bodies are floating there. And one need only, as it were, surrender to the feeling, and they will inspire the necessary strength into one’s words. Oh, this awareness of the unspent etheric bodies—which will be there and will work within human souls toward the spiritualization of humanity—could truly be a great help from the spiritual world!

[ 70 ] Aber wenn die Menschen Materialisten sein wollen, und hier auf der Erde keine Seelen sein werden, die von dem Dasein dieser in der geistigen Welt weilenden Seelen wissen werden, dass sie dort wirken und von dort herabwirken, dann könnten alle diese Opfertode umsonst gebracht sein ... Und all das, was da an Ätherleibern droben ist, könnte der Menschheit geraubt werden durch die luziferischen und ahrimanischen Gewalten. Es ist eben in des Menschen Freiheit gesetzt seine Teilnahme an der geistigen Welt. Oh, könnte man entzünden in möglichst vielen Seelen das Feuer, welches erleuchtet das Verständnis für diesen Zusammenhang, den der Mensch von jetzt ab begründen muss mit der geistigen Welt, weil bewusst die Menschheit vorwärtsgeführt werden muss! Könnte man entzünden das Feuer, welches Verständnis liefert dafür, dass eine Mahnung und eine Prüfung diese schweren Ereignisse in der Gegenwart sind, damit die Menschen nachdenken über dasjenige, wozu es führen wird, immer mehr und mehr führen wird, wenn der Materialismus vorwärtsgehen würde! Könnte man so recht Verständnis dafür erwecken, dass möglichst viele unter uns gerade in dieser rechten Treue an der Geisteswissenschaft halten, indem sie ihre Seelen durchdringen mit der Notwendigkeit eines solchen Treue-Haltens zur Geisteswissenschaft im Sinne der Forterziehung der Menschheit für den charakterisierten Zusammenhang, könnte man ein Verständnis dafür erwecken, dass hier auf der Erde Seelen sein müssen in der Zukunft, möglichst viele Seelen, die sich bewusst werden des neuen Zusammenhanges mit der geistigen Welt! Könnte man ein Bewusstsein davon erwecken, wie wahr es ist, was in den Worten liegt, mit denen wir auch heute wieder abschließen wollen:

[ 70 ] But if people choose to be materialists, and if there are no souls here on Earth who know of the existence of those souls dwelling in the spiritual world—that they are active there and work down from there—then all these sacrificial deaths might have been in vain ... And all those etheric bodies up there could be robbed from humanity by the Luciferic and Ahrimanic forces. It is precisely in human freedom that our participation in the spiritual world is rooted. Oh, if only one could kindle in as many souls as possible the fire that illuminates an understanding of this connection—the connection that humanity must now establish with the spiritual world, because humanity must be consciously guided forward! If only we could kindle the fire that brings understanding to the fact that these grave events of the present are a warning and a test, so that people might reflect on what materialism, if allowed to advance, will lead to—and will lead to more and more! If only we could truly awaken an understanding that as many of us as possible should hold fast to Spiritual Science with this very faithfulness, by imbuing their souls with the necessity of such faithful adherence to Spiritual Science in the sense of further educating humanity for this distinctive connection, if we could awaken an understanding that there must be souls here on Earth in the future—as many souls as possible—who become aware of the new connection with the spiritual world! If we could awaken an awareness of how true it is what lies in the words with which we wish to conclude once again today:

Aus dem Mut der Kämpfer,
us dem Blut der Schlachten,
Aus dem Leid Verlassener,
Aus des Volkes Opfertaten
Wird erwachsen Geistesfrucht,
Lenken Seelen geistbewusst
Ihren Sinn ins Geisterreich!

From the courage of the warriors,
from the blood of battle,
from the suffering of the forsaken,
from the sacrifices of the people
the fruit of the spirit grows,
guiding souls, spiritually aware,
to direct their minds toward the spiritual realm!