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Supplements to Member Lectures
GA 246

30 June 1918, Hamburg

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Supplements to Member Lectures, tr. SOL
  1. Nachträge zur Abteilung Mitgliedervorträge

76. Über die Lichtbilder vom Bau

76. About the Construction Photos

[ 1 ] Ich möchte mir erlauben, meine lieben Freunde, einige Worte über unseren Dornacher Bau heute zu Ihnen zu sprechen. Noch vorausschicken mit meiner Einleitung möchte ich einiges, was vielleicht geeignet ist, Missverständnisse zu berichtigen, die sich gerade an diesen Dornacher Bau wiederum anknüpfen, was ja an so vielem, was innerhalb unserer Bewegung ist, sich geltend machen will. Es ist nicht so, dass der Bau, so wie er nun in Dornach auf diesem schweizerischen Hügel heute sich erheben soll, unmittelbar ursprünglich da war. Sie wissen ja vielleicht, die meisten von Ihnen, dass der Ursprung ja war, dass der Bau in München aufgerichtet werden sollte, und es ist ja in München auch bereits ein Grundstück erworben gewesen. Es war so gedacht, dass der Bau dort in München eingefasst sein sollte von einer Anzahl Häuser, die bewohnt sein sollten von Mitgliedern, die eben dort wohnen wollten, sodass eigentlich es nur notwendig war, dazumal, einen Bau mit Innenarchitektur aufzuführen. Das Äußere sollte womöglich anspruchslos sein, denn es war ja nach außen hin nicht wirksam, sollte eingerahmt sein von Häusern, und das, was für uns in Betracht kam, war ein entsprechender Ausdruck unserer Bestrebung in architektonischer Art durch eine Innenarchitektur.

[ 1 ] I would like to take the liberty, my dear friends, of saying a few words to you today about our building in Dornach. Before I begin my introduction, however, I would like to address a few points that may help clear up misunderstandings—misunderstandings that are once again linked to this very building in Dornach, and which, as is often the case, tend to arise in connection with so many aspects of our movement. It is not the case that the building, as it is now to rise on this Swiss hill in Dornach, existed there from the very beginning. Most of you may know that the original plan was for the building to be erected in Munich, and a plot of land had indeed already been purchased there. The plan was for the building there in Munich to be surrounded by a number of houses to be occupied by members who simply wanted to live there, so that at the time it was actually only necessary to construct a building with interior architecture. The exterior was to be as unassuming as possible, since it was not intended to make an outward impression—it was to be framed by other houses—and what we had in mind was an architectural expression of our aspirations through the interior design.

[ 2 ] Wie gesagt, der Bau ist nicht so entstanden, dass man durchaus wollte irgendetwas bauen für unsere Bewegung, sondern es ist eigentlich aus dem Gedanken von Münchner Freunden heraus entstanden, die sich gesehnt haben, eine Lokalität zu haben, die unserer Sache angemessen ist, weil ja in München allerdings die dort zur Verfügung stehenden Räume viel zu klein geworden sind, weil München sich auch als diejenige Stadt ergeben hat, in der wir unsere Mysterienspiele aufgeführt haben.

[ 2 ] As I said, the building wasn’t constructed with the specific intention of creating a space for our movement; rather, it actually arose from the idea of friends in Munich who longed to have a venue befitting our cause, since the spaces available there had become far too small—especially since Munich had emerged as the city where we performed our Mystery Plays.

[ 3 ] Aus dieser Idee, zunächst im Grunde in München ein Zweiglokal zu schaffen, ist der ganze Gedanke des Baus entstanden. Dann hat sich ja gezeigt, dass wir zunächst zwar gedacht haben mit all den Ideen, die unserer Sache angemessen sind, aber nicht [gerechnet haben] mit dem Vorurteil der außenstehenden Künstlerschaft, und Sie wissen ja, dass für solche Bauten Baupläne allen möglichen Instanzen eingereicht werden müssen. Wir hatten es noch gar nicht zu tun mit Polizei- oder sonstigen Instanzen, wir hatten es zunächst zu tun mit den von der Münchner Künstlerschaft aufgestellten Instanzen, denen gefiel - wie Sie ja begreifen können - natürlich unser Baugedanke nicht besonders. Sie verstanden ihn natürlich nicht, und sie fanden allerlei Einwände zunächst. Wir hätten eigentlich müssen unendlich lange warten, wenn wir hätten dazu kommen sollen, drei Jahre. Nun, ich will einen Punkt machen. [...] Was eigentlich die Herrschaften wollten, war nicht herauszubekommen, man hätte immer neue Pläne aufstellen müssen, es war nicht zurechtzukommen.

[ 3 ] The entire concept behind the building arose from this idea—which, at first, was essentially to create a branch location in Munich. Then it became clear that, while we had initially considered all the ideas appropriate to our cause, we hadn’t [anticipated] the prejudice of the outside artistic community—and as you know, construction plans for such buildings must be submitted to all sorts of authorities. We hadn’t even had to deal with the police or other authorities yet; we first had to deal with the bodies established by the Munich art community, who—as you can imagine—naturally weren’t particularly fond of our architectural concept. They didn’t understand it, of course, and they raised all sorts of objections at first. We would actually have had to wait an eternity—three years—if we were to have gotten around to it. Well, let me make a point. [...] It was impossible to figure out what these gentlemen actually wanted; we would have had to keep drawing up new plans—it was impossible to make headway.

[ 4 ] Ich würde nur wünschen, dass man über solche Sachen mehr nachdenken würde, mit denen in unserer heutigen Kultur nicht zurechtzukommen ist, trotzdem sie die wichtigsten Impulse für die Zukunft enthalten.

[ 4 ] I would just like people to give more thought to the kinds of things that our culture today struggles to come to terms with, even though they contain the most important impulses for the future.

[ 5 ] [Lücke im Stenogramm] Kanton Solothurn in der Schweiz zur Verfügung gestellt war, und man kann nun in Dornach bei Basel also den Bau ausführen. Der Kanton Solothurn hat wirklich eine Eigenschaft, liebe Freunde, die die anderen Gegenden Europas meines Wissens vorläufig nicht mehr haben, nämlich er hatte dazumal, es scheint auch bald anders zu werden, kein Baugesetz. Das bedeutet sehr viel. Das war sehr gut, man konnte da bauen, wie man wollte, und das [unleserliches Wort im Stenogramm].

[ 5 ] [Gap in the transcript] had been made available by the canton of Solothurn in Switzerland, and so the construction can now be carried out in Dornach near Basel. The canton of Solothurn really does have a characteristic, dear friends, that, to my knowledge, other regions of Europe no longer have—namely, at that time, it had no building code (though it seems this will soon change). That means a great deal. It was very good; one could build there however one wanted, and that [illegible word in the transcript].

[ 6 ] Nun aber natürlich müssen Sie mit dieser kurzen Anschauung über den historischen Gang des Baues bei uns, müssen Sie bekannt sein, wenn Sie auch den Bau, wie er dastehen soll, einmal richtig beurteilen wollen. Eine bloße Innenarchitektur war ja ursprünglich gedacht. Dann wollte man [in Dornach] ziemlich rasch zustande kommen, und es musste umgedacht werden. Die entsprechende Architektur, die zunächst für München gedacht war, musste so für den Bau umgedacht werden, dass er nach allen Seiten sichtbar frei auf einem Hügel stehen kann.

[ 6 ] But of course, you must be familiar with this brief overview of the historical development of the building here if you ever want to properly assess the building as it is intended to stand. Originally, only the interior design was planned. Then [in Dornach] they wanted to get the project off the ground fairly quickly, and the plans had to be revised. The architectural design, which had initially been intended for Munich, had to be adapted for this building so that it could stand freely on a hill, visible from all sides.

[ 7 ] Das heißt natürlich - man hätte sonst viel länger gebraucht, um umzudenken das, was bei erstem Anlauf, einmal aus unserer Bewegung einen Bau aufzuführen, [entstanden war] -, hieße einmal [unleserliches Wort im Stenogramm] zunächst verstehen, dass mit unserem Bau erst ein Anfang gemacht ist, dass es erst also der erste Anhaltspunkt ist, so etwas zu machen. Das wissen wir ebenso gut, die wir daran beschäftigt sind, wie [unleserliche Wörter im Stenogramm] zunächst einmal notwendig ist, dass, wenn neue Dinge in die Weltkultur einziehen wollen, sie zunächst in unvollkommener Gestalt einziehen. Natürlich, jetzt könnte ich lange Vorträge halten über all das, was an dem Bau nicht in Ordnung ist. Aber nicht darauf [kommt es an], sondern darauf, dass einmal - wie die griechische Architektur, wie die gotische -, dass einmal diese anthroposophisch gedachte Architektur in die gesamte Kultur der Menschheit eingeführt wird. Es sollen ja im Verlauf der nächsten Zeiten weitere - die selbstverständlich nicht mehr in dieser Kultur sein werden -, andere Bauten entstehen, die in der Richtung dieses Baugedankens gehalten sind. Das ist die Hauptsache, dass in diesem Münchner Bau, in diesem Wurzelbau gesehen werden kann, was eigentlich für solche Bauten der Zukunft notwendig ist. [Lücke im Stenogramm]

[ 7 ] That means, of course—otherwise it would have taken much longer to rethink what [had emerged] from our movement’s first attempt to erect a building—it would mean [illegible word in the stenographic record] first understanding that our building is only a beginning, that it is therefore only the first step toward doing something like this. We who are engaged in this know just as well that [illegible words in the transcript] it is first and foremost necessary that, when new things seek to enter world culture, they enter it in an imperfect form. Of course, I could now give long lectures on everything that is wrong with the building. But that is not [what matters]; rather, what matters is that—just as with Greek architecture and Gothic architecture—this anthroposophically conceived architecture be introduced into the entire culture of humanity. After all, in the course of the coming times, further buildings—which, of course, will no longer be part of this culture—are to be erected, buildings that are designed in the spirit of this architectural concept. That is the main point: that in this Munich building, in this “Root Building,” one can see what is actually necessary for such buildings of the future. [Gap in the transcript]

[ 8 ] Auf Grundlage dieser künstlerisch historischen Einführung, die ich nicht ausführlicher geben kann, möchte ich Ihnen nun in ein paar Worten den Baugedanken entwickeln. Sie werden daran sehen, dass dieser Baugedanke sich unterscheidet von anderen Baugedanken dadurch, dass er viel konkreter ist, nicht so abstrakt wie andere Bauten. Bei anderen Baugedanken werden Sie nicht darum herumkommen, einzusehen dass Sie es zu tun haben mit einem Architekturgedanken und mit einem dekorativen Halb- beziehungsweise Nebengedanken. Das heißt, es ist auf eine Architektur angesetzt [unleserliche Wörter im Stenogramm] ja dekorativem Nebengedanken sind. Diese Abstraktheit eines Baues, die sollte gerade bei uns überwunden werden. Der Bau sollte aus einem einzigen Gedankenguss gegossen [unleserliches Wort im Stenogramm] sein, sollte also nicht gedacht sein, sondern angeschaut sein, sollte eben wirklich dadurch aus der geistigen Welt heraus sich als eine Offenbarung ergeben; dass er [also] nicht gedacht ist, sondern angeschaut ist. Das führte natürlich dazu, es nachher ganz anders zu machen, als man es mit älteren gegenwärtigen Baugedanken tut.

[ 8 ] Based on this introduction to the history of art—which I cannot elaborate on further—I would now like to outline the architectural concept in a few words. You will see that this architectural concept differs from others in that it is much more concrete and not as abstract as other buildings. With other architectural concepts, you will have no choice but to recognize that you are dealing with an architectural concept and with a decorative secondary or ancillary concept. That is to say, it is based on an architecture [illegible words in the transcript]—yes, decorative secondary concepts. This abstract nature of a building is precisely what we should overcome. The building should be cast from a single stream of thought [illegible word in the transcript]; it should not, therefore, be conceived, but rather be observed—it should truly emerge from the spiritual world as a revelation; that is, it is not conceived, but observed. This naturally led to doing things quite differently afterward than is done with older, contemporary architectural concepts.

[ 9 ] Es ist zunächst wichtig, dass Sie vor allem den Grundgedanken ins Auge fassen. Der besteht darin, dass ja andere Architekturen gemacht sind auf die Wände hin; jene Architektur ist gedacht - da sie im Raum ist -, dass sie dadurch Abschlüsse hat. Und das, was abschließt, sind die Wände. Die Wände sind auch so ausgebildet in ihren Formen bei den gewöhnlichen Architekturen, dass sie abschließen, dass sie undurchsichtig machen die Empfindungswelt. Wenn man darinnen ist im Bau, [dann drückt sich das von außen betrachtet so aus], dass ein Stück Raum abgeschlossen ist. Dieser Gedanke ist durchbrochen worden bei uns. Unsere ganze Architektur ist so gebildet, dass sie, ich möchte sagen, seelisch durchsichtig ist. Man soll in dem Raum sein und die Empfindung bekommen, dass die Formen, die die Wände zusammen ausmachen, sichtbar einen ergreifen, dass diese Formen sich selber aufheben, dass sie so sind, dass man nicht das Gefühl hat, hier ist ein Raum abgeschlossen, sondern alles geht ins Weite hinaus. Also man soll durch die Formen selbst solche Wände haben, die sich als Wände aufheben, die seelisch durchsichtig sind. Das ist der Grundgedanke in allen Formen, die gegeben worden sind.

[ 9 ] First and foremost, it is important that you focus on the fundamental idea. This idea is that other forms of architecture are designed with walls in mind; such architecture—since it exists within a space—is conceived to have boundaries as a result. And it is the walls that create these boundaries. In conventional architecture, the walls are also shaped in such a way that they enclose and render the sensory world opaque. When one is inside the building, [as viewed from the outside, this manifests as] a section of space being enclosed. We have broken away from this concept. Our entire architecture is designed so that it is, I would say, spiritually transparent. One should be in the space and have the sensation that the forms comprising the walls visibly draw one in, that these forms transcend themselves, that they are such that one does not have the feeling that this is an enclosed space, but rather that everything extends out into the vastness. So, through the forms themselves, one should have walls that transcend their role as walls—walls that are spiritually transparent. This is the fundamental idea underlying all the forms that have been created.

[ 10 ] Die Form selber, die müssen Sie so betrachten - ich gebrauche dafür einmal einen trivialen Vergleich, aber ich finde, dass er die Sache gut ausdrückt -, dass sie nicht um ihrer selbst willen da ist und doch eben ganz angemessen ist der Sache. Die Form ist da, für das, was darin geschehen soll. Was aufgeführt wird, gesprochen wird, angehört wird, das soll sich in den Formen ausleben. Daher ist der Baugedanke der, wenn ich mich süddeutsch ausdrücken darf, eines Gugelhupfs, einer Kuchenform. Bei Kuchentöpfen kommt es auch darauf an, dass die Kuchenform die Form bedingt. So ist auch der Bau als Kuchenform gedacht. Das, was darin ist, darauf kommt es an. Wie Sie ja auch, wenn Sie einen Kuchentopf haben, nicht auf den Topf Wert legen zunächst, sondern auf den Kuchen darin.

[ 10 ] You have to view the form itself—and I’ll use a trivial comparison here, though I think it captures the point well—as something that isn’t there for its own sake, yet is entirely appropriate to the matter at hand. The form is there for what is to take place within it. What is performed, spoken, or heard—that is what should find its full expression within the forms. That is why the architectural concept is—if I may use a South German expression—that of a Gugelhupf, a cake mold. With cake pans, too, it is essential that the cake mold determines the shape. In the same way, the building is conceived as a cake mold. What’s inside—that’s what matters. Just as, when you have a cake pan, you don’t focus on the pan itself at first, but on the cake inside it.

[ 11 ] Denken Sie das ins Geistige umgesetzt, so bekommen Sie das Innere des Bauwerks. Nun, das als Anschauung bearbeitet, ergab ungefähr das Folgende, kurz Skizzierte. Zunächst setzt sich zusammen, wenn ich den Grundriss ins Auge fasse, der Bau aus zwei Teilkreisen. Das andere ist Anbau. Diese zwei Teilkreise stehen auf einem Betonunterbau. Dieser ganze Bau ist nun orientiert von West nach Ost. Hier grenzen aneinander die zwei Haupträume. Dieser Raum ist dazu bestimmt, dass Versammlungen abgehalten werden für Vorträge und dergleichen, [hier ist] die Architektur dem Ziel angepasst. Hier würde für die großen Versammlungen, die die Zuhörer in diesem Raum fassen werden, das Rednerpult stehen. Hier sind durch einen Vorhang die zwei Räume voneinander getrennt. Die Mysterienaufführungen werden in diesem Raum sein. Dieser Raum hat hier sein Tor, also von Westen nach dem Osten geht man.

[ 11 ] If you translate this into the spiritual realm, you arrive at the inner structure of the building. Now, when I worked this out as a visual concept, it resulted in roughly the following, briefly sketched out. First of all, when I look at the floor plan, the building consists of two partial circles. The other is an extension. These two partial circles stand on a concrete foundation. The entire building is oriented from west to east. Here, the two main rooms adjoin one another. This room is intended for holding gatherings, such as lectures and the like; [here] the architecture is adapted to this purpose. This is where the lectern would be placed for large gatherings, accommodating the audience in this room. Here, the two rooms are separated from one another by a curtain. The mystery plays will take place in this room. This room has its entrance here; that is, one enters from west to east.

[ 12 ] Hier wird man einen Umgang haben können in den Zwischentrakt, und hier stehen auf jeder Seite sieben Säulen. Diese sieben Säulen haben Postamente und Kapitelle, welche [Lücke im Stenogramm]

[ 12 ] Here, there will be a passageway leading into the intermediate wing, and on each side there are seven columns. These seven columns have bases and capitals, which [gap in the shorthand notes]

[ 13 ] Die Säulen sind aus Holz. Also ein Betonunterbau, auf dem erhebt sich der Holzbau. Diese Säulen sind aus Holz geschnitzt - Massen von Holz - und werden oben gekrönt von einem Architrav, der dann innerlich verbunden ist, in einer Wölbung verbunden ist mit dem Kuppeldach.

[ 13 ] The columns are made of wood. In other words, there is a concrete foundation on which the wooden structure rises. These columns are carved from wood—massive pieces of wood—and are crowned at the top by an architrave, which is then connected internally, via a vault, to the domed roof.

[ 14 ] Die Form der Säulen bietet inzwischen gegenüber der zeitgenössischen Architektur etwas ganz anderes. Wie Sie ja wissen, hatte die bisherige Architektur die Wiederholung der Kapitellmotive. Hier gibt es keine solche Wiederholung, sondern jede Säule hat für sich ihre Kapitelle, sodass die Formen der Kapitelle in einer fortgehenden Formentwicklung sind. Gleich ist immer nur - in Bezug auf die einzige Symmetrieachse, die der Bau hat - die rechte mit der linken Säule, aber niemals ist eine folgende Säule mit der vorhergehenden Säule gleich, sondern es entwickelt sich immer das Motiv einer Säule aus einer vorhergehenden Säule. Und mit diesem Bau hat man diese Entwicklung vor sich, also eine Holzarchitektur, die eigentlich an der Grenze zwischen Skulptur und Architektur liegt und die auf selbstverständliche Weise bringt die Gesamtentwicklung der Menschheit.

[ 14 ] The form of the columns now offers something quite different from contemporary architecture. As you know, previous architecture featured the repetition of capital motifs. Here, there is no such repetition; instead, each column has its own unique capitals, so that the forms of the capitals are in a continuous process of evolution. The only thing that is ever the same—in relation to the building’s single axis of symmetry—is the right column with the left column, but no subsequent column is ever the same as the preceding one; rather, the motif of each column always evolves from the one before it. And with this structure, one witnesses this evolution—that is, a form of wooden architecture that actually lies at the boundary between sculpture and architecture and which, in a natural way, embodies the overall development of humanity.

[ 15 ] Aber es ist nichts symbolisch. Symbole sind, wie ausdrücklich betont, [Lücke] Alles ist wirklich. Darauf kommt es an, dass all das, was gefunden wird, in wirklich künstlerische Form umgesetzt wird. Und das ist das Merkwürdige bei diesen Säulen - und es wiederholt sich das da drinnen, es sind auf jeder Seite sechs Säulen, sodass man im Ganzen zwölf hat -, das Wichtigste ist dieses, dass bei diesen Säulen in ihrer ganzen Formentwicklung das Kunstwerk ist. Also ich bitte das wohl zu beachten, nicht die Form ist das Kunstwerk, sondern das Kunstwerk entsteht, indem Sie selbst darin sein werden. Sie werden genötigt sein, den eigentlichen Verlauf zu fassen entlang der Formen. Wenn Sie versuchen, das Ganze mit dem Blick aufzunehmen, dann werden Sie in die Notwendigkeit versetzt sein, den Blick gewisse Formen beschreiben zu lassen, dem Blick gewisse Bewegungen zu geben. Und indem Sie mit Ihren Augen die Evolution, die Entwicklung durchmachen, indem Sie die Formen mit den vorgehenden [Formen] künstlerisch durchwirken, wie man in der Melodie die Form hat und einen Ton mit Bezug auf den vorgehenden zusammen auffasst. Indem Sie das Ganze innerlich erleben, schaffen Sie für diesen [Aspekt des Baus], was als künstlerischer Bau vorliegt. [Sie müssen selbst] das künstlerische Licht sein. Wie ja auch das musikalische Kunstwerk nicht besteht in Trompeten und Trommelfellen und so weiter, sondern eigentlich erst sich aufbaut, so ist es auch hier zu beachten, dass eigentlich das Kunstwerk in Bezug auf die Architektur so entsteht, dass Sie es selbst bilden, indem Sie darinnen die künstlerische Form generieren. Und die Bildekräfte in diesem Bilde sind durchaus in den Weltengeheimnissen bedingt.

[ 15 ] But there is nothing symbolic about it. Symbols are, as explicitly emphasized, [gap] Everything is real. What matters is that everything that is found is translated into a truly artistic form. And that is the remarkable thing about these columns—and it is repeated inside; there are six columns on each side, making twelve in total—the most important thing is this: the artwork lies in the entire evolution of these columns’ forms. So I ask you to bear this in mind: it is not the form that is the work of art, but rather the work of art comes into being as you yourself become part of it. You will be compelled to grasp the actual progression along the forms. If you try to take in the whole with your gaze, you will be compelled to let your gaze trace certain forms, to give your gaze certain movements. And as you undergo this evolution and development with your eyes—artistically interweaving the forms with the preceding ones, just as in a melody the form is present and a note is perceived in relation to the one that came before it—by experiencing the whole thing inwardly, you create for this [aspect of the structure] what constitutes artistic architecture. [You yourselves must] be the artistic light. Just as a musical work of art does not consist of trumpets and drumheads and so on, but actually builds itself up, so too must it be noted here that, in terms of architecture, the work of art actually comes into being in such a way that you yourself form it by generating the artistic form within it. And the formative forces in this image are entirely conditioned by the mysteries of the worlds.

[ 16 ] Das ist wichtig, dass man das zunächst ins Auge fasst: Das ist von unten bis oben.

[ 16 ] It's important to keep this in mind right from the start: This applies from top to bottom.

[ 17 ] Nehmen wir dann den Betonunterbau, so wird man finden, dass all das, was den Skizzen nach oder der Architektur nach herausgeholt ist aus dem Beton, dass das auch so geformt ist, dass man sieht: Es ist dies der Unterbau - in den Formen kommt das schon heraus -, es ist dies der Unterbau. Es erhebt sich das, was aus der Erde entsteht, in Beton. Sodass man das Gefühl entwickeln muss, wie wenn derbe aus der Erde herauswachsende Elementarwesen sich in Formen bilden und diese Formen sind so, dass sie das Ganze tragen, aber auch das Ganze an seine Stelle rücken. Das ist also Unterbau.

[ 17 ] If we then consider the concrete foundation, we will find that everything that has been brought out of the concrete according to the sketches or the architectural design is shaped in such a way that one can see: This is the foundation—it is already evident in the forms—this is the foundation. That which arises from the earth rises up in concrete. So one must develop the sense that rugged elemental beings growing out of the earth take shape, and these forms are such that they support the whole, but also place the whole in its proper place. That, then, is the foundation.

[ 18 ] Darüber erheben sich dann die Säulen und über den Säulen wölbt sich der Architrav und darüber die Kuppelwölbung. [unleserliche Wörter im Stenogramm] Da wölben sich dann die zwei Kuppeln, die eigentlich zusammengefügt sind, wie eigentlich Kuppeln noch nie zusammengefügt worden sind. Hier ist das Tor, die Kuppeln sind hier ineinandergefügt, das ist besonders wichtig, weil zwei so ineinandergreifende Kuppeln noch nicht gemacht worden sind. Das ist auch heute technisch ein Kunststück gewesen, das nur gelöst werden konnte, weil es möglich war, auf dem Pfad unserer Zusammenarbeit den Baugedanken in Mechanik umzusetzen. Da erheben sich allerlei Kräfte, die überwunden werden mussten. Dadurch, dass ich mit [unleserliches Wort im Stenogramm] zusammenarbeiten konnte, war es nur möglich, dieses Problem zu lösen, diese zwei Kuppeln zusammenzufügen.

[ 18 ] Above these rise the columns, and above the columns arches the architrave, and above that the dome. [illegible words in the transcript] There, the two domes arch upward; they are actually joined together in a way that domes have never before been joined. Here is the gate; the domes are joined together here—this is particularly important because two domes interlocking in this way have never been built before. Even today, this was a technical feat that could only be achieved because, through our collaboration, we were able to translate the architectural concept into mechanical reality. All sorts of forces arose that had to be overcome. It was only because I was able to work with [illegible word in the transcript] that it was possible to solve this problem and join these two domes together.

[ 19 ] Wenn Sie nun innen den Raum in Betracht ziehen - nach außen gehend, von außen nach innen -, der zwischen den Säulen ist, so ist er als Fenster gedacht. Also hier in den Fenstern, die immer aus drei Fenstern bestehen und nur wiederum nach der Mitte zu eine Symmetrie-Achse haben, diese Fenster hier, die sind natürlich erst auf dem Weg von München nach Dornach dazu gekommen im Baugedanken.

[ 19 ] If you now consider the space inside—moving outward, from the outside to the inside—that lies between the columns, it is intended to be a window. So here, in the windows—which always consist of three windows and, in turn, have an axis of symmetry only toward the center—these windows here were, of course, only incorporated into the architectural concept on the way from Munich to Dornach.

[ 20 ] Als nur Innenarchitektur geplant war, so brauchte man nicht diese Fenster. Und außerdem musste der Innenarchitektur entsprechen das Äußere mit einer Art Dekoration. Aber es ist nicht Dekoration, sondern [künstlerisch] zu verbinden gewesen mit dem Baugedanken, [ihn mit] Wirkung nach außen zu versehen [Lücke im Stenogramm]

[ 20 ] Since only interior design was planned, these windows were not necessary. Furthermore, the exterior had to correspond to the interior design with some form of decoration. But it was not decoration; rather, it had to be [artistically] integrated with the architectural concept, [endowing it with] an outward impact [gap in the transcript]

[ 21 ] Diese Fenster stellen sozusagen die zweite Stufe des künstlerischen Schaffens bei diesem Bau dar. Wenn Sie sich erinnern, was ich eben gesagt habe, dass all das, was in Holz geschnitzt ist, eigentlich die Grundlage gibt für die Formierung eines Kunstwerks [unleserliche Passage im Stenogramm], so werden Sie in all dem, was geschnitzt ist, das Kunstwerk so groß im Bau haben.

[ 21 ] These windows represent, so to speak, the second stage of the artistic creation in this building. If you recall what I just said—that everything carved in wood actually provides the foundation for the formation of a work of art [illegible passage in the transcript]—then you will find that the work of art is present on such a grand scale in the building in all that which has been carved.

[ 22 ] Das ist nicht so bei Fenstern. Da wurde auch etwas Neues versucht, nämlich Glasradierung. Es sind nicht Glasfenster, wie bisher gemacht, sondern es sind einfach einfarbige Glasflächen verwendet worden, wo mit dem Stift aus dem einfarbigen Glas heraus die Schichten abgekratzt werden, sodass ins Glas hineinradiert wird die ganze Form des Bildes. Dadurch ist die betreffende Glasscheibe kein Kunstwerk - nur wenn die Sonne durchscheint. Es ist also der Gedanke durchgeführt, dass das Kunstwerk entsteht aus dem, was man radiert hat mit dem durchfallenden Sonnenlicht. Da entsteht erst das Kunstwerk. Die Glasscheiben sind gefärbt. Und es ist da dargestellt, wiederum dargestellt das ganze Geheimnis, das sich im Weltenall formt: Der träumende Mensch, der schlafende noch, der wachende Mensch. Das wird man erfühlen können. Sodass uns das Künstlerische [Lücke im Stenogramm]

[ 22 ] This is not the case with windows. There, too, something new was attempted: glass etching. These are not stained-glass windows as they have been made in the past, but rather plain, monochromatic glass surfaces where layers are scraped away from the glass with a stylus, so that the entire form of the image is etched into the glass. As a result, the glass pane in question is not a work of art—only when the sun shines through it. Thus, the idea is realized that the work of art emerges from what has been etched, illuminated by the sunlight passing through. Only then does the work of art come into being. The glass panes are tinted. And depicted there—once again depicted—is the entire mystery that takes shape in the universe: the dreaming human, the one still asleep, the waking human. One will be able to sense this. So that the artistic [gap in the stenographic record]

[ 23 ] Das ist die Sache der seelischen Stufe, die zum Ausdruck bringen soll, was an der Natur selber als Seele erst entsteht. Die Glasscheibe ist also nicht das Kunstwerk, sondern erst das, was durch die Sonnenstrahlen entsteht.

[ 23 ] This pertains to the spiritual level, which is meant to express what is just beginning to emerge in nature itself as soul. The glass pane, then, is not the work of art, but rather that which is brought into being by the sun’s rays.

[ 24 ] Dadurch, dass die Farben in entsprechender Weise angeordnet sind, [scheinen] die Farben wieder; da haben wir dann die Farbenevolution darinnen. Dadurch, dass diese seelisch verarbeitet wird, wird man eine zweite Stufe erzeugen.

[ 24 ] Because the colors are arranged in a certain way, they [appear] once again; this is where we find the evolution of color. By processing this spiritually, one creates a second stage.

[ 25 ] Sodass dazu, indem nun der Gedanke fortgeführt ist - ich habe Ihnen gesagt, es vernichten sich die Wände -, in diesen Glasfenstern vernichtet sich das, was da ist. Man muss eigentlich die Empfindung im Zusammenhang mit dem Sonnenlicht haben. Es ist da auch durchgeführt die Vernichtung der Wände. Die Scheibe fügt sich dem Sonnenlicht.

[ 25 ] So, continuing this line of thought—I told you that the walls are being destroyed—in these stained-glass windows, what is there is being destroyed. One must actually experience this sensation in connection with the sunlight. The destruction of the walls is also carried out there. The pane blends with the sunlight.

[ 26 ] Dann wölben sich die zwei Kuppeln über dem Ganzen. Sie sind ausgemalt. Eine Malerei, welche berechnet werden musste nicht für natürliches Licht, denn da ist keine Außenbeleuchtung. Aber es wird ja das so gut haben, dass, während man in der Regel mit Kuppellüstern [Lücke im Stenogramm]

[ 26 ] Then the two domes arch over the entire space. They are painted. The painting had to be designed without natural light in mind, since there is no exterior lighting. But it will have the advantage that, while one usually uses dome chandeliers [gap in the transcript]

[ 27 ] Sehr wenig wird man diese skizzieren [Lücke im Stenogramm]

[ 27 ] Very little will be outlined here [gap in the transcript]

[ 28 ] Hier [in der Kuppelmalerei] ist das physische Element zum Ausdruck gekommen, indem unmittelbar an den Wänden, allerdings auch mit der Tendenz, dass die Wand nicht für sich wirkt als Wand, sondern das, was gemalt ist, unmittelbar nur [unleserliche Wörter im Stenogramm] angeschaut wird, auf der [unleserlicher Wörter im Stenogramm] muss man selbst mittun mit den [unleserliche Wörter im Stenogramm]

[ 28 ] Here [in the dome painting], the physical element is expressed by being painted directly on the walls, though there is also a tendency for the wall not to function on its own as a wall, but rather for what is painted to be viewed directly only [illegible words in the shorthand], on the [illegible words in the shorthand] one must participate oneself with the [illegible words in the shorthand]

[ 29 ] Bei Fenstern empfindet man die Kuppel im Zusammenhang mit der Seele der Natur. Da oben ist aber etwas, was so gedacht ist, dass es in die Weite hinausgeht. Sie werden da alles hingemalt finden, was Sie jemals kennengelernt haben in der Anthroposophie; aber nicht als Allegorie, sondern alles wird künstlerisch aufgefasst. Das ist wichtig, dass da [unleserliches Wort im Stenogramm] wird, dass man da einmal eine Malerei hat, die aus dem Geist geschaffen ist.

[ 29 ] When looking through windows, one perceives the dome in connection with the soul of nature. But up there is something conceived in such a way that it reaches out into the vastness. You will find everything depicted there that you have ever encountered in anthroposophy; but not as allegory—rather, everything is interpreted artistically. It is important that [illegible word in the stenographic record] occurs there, that one has a painting there that is created out of the spirit.

[ 30 ] Es ist so, dass dazu selbst erst Farbe gewonnen wird. Wir haben nur Pflanzenfarben, es fehlen uns noch zwei, aber das hat der Krieg gebracht. Die Pflanzenfarben haben innerliche Leuchtkraft, denn es wird eigentlich als Ganzes gemalt. Bedenken Sie, es ist keine Lichtfläche zu malen, sondern, wenn naturalistisch gemalt wird, leuchten die Gegenstände selber, es ist das also eine andere Malerei, man braucht dazu andere Farben; und man muss auch die Technik so haben, dass das, was gemalt ist, nicht erscheint, als ob es beleuchtet wäre, sondern als ob es in sich leuchtet. Das bedingt ein ganz anderes Malgesciz. und [eine andere] Maltechnik. So sind also die Kuppeln ausgemalt. [Lücke]

[ 30 ] The fact is that we have to extract the paint ourselves first. We only have plant-based pigments; we’re still missing two, but that’s a result of the war. The plant-based pigments have an inner luminosity, because the painting is actually done as a whole. Keep in mind, it’s not a matter of painting a lighted surface; rather, when painting naturalistically, the objects themselves glow—so this is a different kind of painting, and you need different colors for it; and you must also use a technique such that what is painted does not appear as if it were illuminated, but as if it were glowing from within. This requires a completely different approach to painting and [a different] painting technique. This is how the domes are painted. [Gap]

[ 31 ] Dieses alles ist nur möglich geworden dadurch, dass sich eine Anzahl von Freunden diesen Dingen gewidmet haben. In hingebungsvollster Weise ist es alles gemacht, in die Wand geschnitzt, es sind die Scheiben mit Aufwand von ungeheurer Arbeitskraft radiert worden, es wird gemalt hingebungsvoll. Und so etwas ist nur möglich, wenn wirklich sich eine Anzahl von Menschen findet, die all ihre Kraft eine Zeit lang hingeben. Es ist kaum auszudenken, wie viel eigentlich künstlerische Menschenkraft da in diesen Bau hineingeflossen ist. Das wird viel zu wenig berücksichtigt.

[ 31 ] All of this has only been made possible because a number of friends have devoted themselves to these projects. Everything has been done with the utmost dedication: it has been carved into the wall; the panels have been etched with an immense amount of labor; and the paintings have been created with great devotion. And something like this is only possible when a number of people truly come together to devote all their energy to it for a period of time. It is hard to imagine just how much artistic effort has actually gone into this building. This is given far too little consideration.

[ 32 ] Der Mittelpunkt des Ganzen nun soll bilden eine plastische Gruppe, welche darstellen soll das Mysterium, welches das wichtige Mysterium werden soll für das jetzt beginnende Kulturzeitalter. Es ist diese Gruppe hierher gedacht, sodass also diese plastische Gruppe hier stehen wird, also mit der Ausrichtung gerade gleich nach Westen. Diese Gruppe, die stellt dar zunächst eine mittlere Figur. Es ist mir gar nicht recht, wenn man vom Prosaischen, vom Novellistischen ausgeht, sondern man soll vom Künstlerischen ausgehen. Wer bei der mittleren Figur das glaubt, was sonst vom Christus [geglaubt wird], der wird recht tun, aber es ist eine menschliche Brust dargestellt, und [unleserliches Wort] [Lücke], sondern das ins Auge fassen, was unmittelbar dasteht dieses Menschheitsrepräsentanten. Sodass er zum Ausdruck bringt jetzt vorzugsweise das Element der Liebe. Er ist im Zusammenhang mit dem ahrimanischen und mit dem luziferischen Element [die rechts und links von ihm dargestellt sind]. Das ist ja eigentlich das, was in der Zukunft [unleserliches Wort] notwendig sein wird, zu begreifen, dass wir es, indem wir auf das Menschliche sehen, ob im Geistig-Religiösen oder Sozialen-Wirtschaftlichen, dass wir verstehen müssen, wie in die menschliche Physis hinein wirkt das Normal-Menschliche, dass im Menschlichen lebt das Ahrimanische und das Luziferische.

[ 32 ] The focal point of the whole is to be a sculptural group intended to represent the mystery that is to become the central mystery of the cultural era now beginning. This group is intended to be placed here, so that it will stand facing directly west. This group primarily features a central figure. I am not at all comfortable with approaching this from a prosaic or novelistic perspective; rather, one should approach it from an artistic perspective. Anyone who, when looking at the central figure, believes what is otherwise believed about Christ will be doing the right thing, but it depicts a human chest, and [illegible word] [gap], but rather focus on what stands directly before us—this representative of humanity. So that he now expresses, above all, the element of love. He is in connection with the Ahrimanic and the Luciferic elements [which are depicted to his right and left]. That is, in fact, what will be necessary in the future [illegible word]—to understand that, by looking at the human, whether in the spiritual-religious or the social-economic sphere, we must grasp how the normal human element works within human nature, and that the Ahrimanic and the Luciferic live within the human.

[ 33 ] Ich müsste stundenlang reden, wenn ich nun die Trinität Christus, Luzifer, Ahriman Ihnen vorführen würde, aber heute wird nur in Skizzen die Form berührt.

[ 33 ] I would have to speak for hours if I were to explain the Trinity of Christ, Lucifer, and Ahriman to you now, but today I will only touch on the outline.

[ 34 ] Sehen Sie, Ahriman hängt zusammen mit all dem, was im Menschen sein muss an abwärtsgehenden; statt aufwärtsgehenden Kräften. Ahriman ist eigentlich dasjenige, in dem sich nur das Vergehende findet, also das, was uns Menschen in den Tod bringt, was uns sterben macht. Aber mit diesen Todeskräften, die uns zuletzt auch sterben lassen, mit den Kräften denken wir eigentlich, mit den Kräften sind wir schlau, schalkhaft, durchtrieben, aber auch mit verständigem Sinne weise. Das hängt zusammen mit der niedergehenden Entwicklung des Menschen. Das hängt aber auch wiederum mit den Formen zusammen in dem menschlichen Haupt. Das Haupt ist das Toteste [unleserliche Wörter] am Menschen. Denken Sie sich nun den Metamorphosegedanken: Zugrunde liegt ein Wesen, das nicht maßgebend ist für die Form des ganzen Menschen, sondern maßgebend ist, wie sonst nur am Menschen das Haupt gebildet ist.

[ 34 ] You see, Ahriman is connected to everything in human beings that pertains to downward-acting forces rather than upward-acting ones. Ahriman is, in fact, that in which only the transitory is found—that is, what leads us humans to death, what causes us to die. But it is with these forces of death—which ultimately cause us to die—that we actually think; with these forces we are clever, mischievous, and cunning, but also wise through our understanding. This is connected to the downward course of human development. Yet this, in turn, is also connected to the forms within the human head. The head is the deadest [illegible words] part of the human being. Now consider the idea of metamorphosis: Underlying this is a being that is not decisive for the form of the whole human being, but is decisive for how, in humans, the head alone is formed.

[ 35 ] Ein Wesen, das sonst Glieder hat, aber ganz [unleserliche Wörter] ist, ganz Kopfgebärde ist, denken Sie sich ein bloßes Kopfwesen als ganzes Wesen. Der Mensch ist Kopf, Kopf und Gliedmaßen. Denken Sie sich das, was im Kopf als Bildekräfte vorhanden ist, über ein ganzes Wesen ausgedrückt, dann haben Sie der rechten Form nach ein ahrimanisches Wesen. Dieses wiederholt sich an der Gruppe zweimal. In der Mitte also die Hauptfigur, dann hier unten einmal dieses ahrimanische Wesen. Dies wiederholt sich hier noch einmal. Und hier haben wir im Zusammenhang mit diesem ahrimanischen Wesen ein luziferisches Wesen, hier ein zweites luziferisches Wesen. Hier dieser Menschheitsrepräsentant hat hier einen Arm und [eine] Hand nach unten gehend in dieser Geste, die andere Hand und [den anderen] Arm nach oben gehend in dieser Geste. Es wird nun darauf gesehen, dass Arm und Hand nicht ausgebildet werden, als ob eine Attacke von der mittleren Figur ausgehen würde gegen Ahriman und Luzifer, sondern es strömt nur Liebe sowohl abwärtswie aufwärtsgehend. Aber hier kann Luzifer nicht ertragen die ihm entgegenströmende Liebe. Er zerbricht und stürzt herunter. Hier ist der stürzende Luzifer. Ebenso die nach unten gehende Hand des Christus, die Ahriman zum Schrecken bringt auch nicht als Attacke, sondern die Liebe strömt nach unten und [Ahriman] kann das nicht ertragen. Das müsste natürlich in kunstvoller [Weise] ausgedrückt werden.

[ 35 ] A being that normally has limbs but is entirely [illegible words], entirely a gesture of the head—imagine a being consisting solely of a head as a whole being. The human being is head, head, and limbs. Imagine what exists in the head as formative powers, expressed across an entire being—then you have, in its true form, an Ahrimanic being. This is repeated twice in the group. In the center, then, is the main figure, then here below once this Ahrimanic being. This is repeated here once more. And here, in connection with this Ahrimanic being, we have a Luciferic being; here, a second Luciferic being. Here, this representative of humanity has one arm and [one] hand extending downward in this gesture, while the other hand and [the other] arm extend upward in this gesture. The point here is that the arm and hand are not depicted as if an attack were emanating from the central figure against Ahriman and Lucifer; rather, love flows both downward and upward. But here, Lucifer cannot bear the love flowing toward him. He shatters and plunges downward. Here is Lucifer in his fall. Likewise, Christ’s downward-reaching hand, which terrifies Ahriman, is not an attack either; rather, love flows downward, and [Ahriman] cannot bear it. This, of course, would have to be expressed in an artistic [manner].

[ 36 ] Diese Gruppe soll am wichtigsten Ort stehen und soll zum Ausdruck bringen das Normal-Menschliche, das Luziferische, das Ahrimanische.

[ 36 ] This group is to be placed in the most important location and is intended to express what is normal and human, what is Luciferic, and what is Ahrimanic.

[ 37 ] Das Luziferische nun entsteht, wenn all das, was im Menschen unbewusst sonst bleibt, [gestaltend wirkt], diejenigen Organe, die das Wollen, allgemein das Greifen zum Ausdruck bringen, auch all das, das durch das Produktionsvermögens zum Ausdruck kommt, Das Entgegengesetzte von Ahriman ist also ein Grenzwesen, aber nur die Form als Grenze: Luzifer ist ganz. sprießendes, sprossende Leben. Also wenn Sie sich nämlich die Produktionsorgane denken zum ganzen Wesen umgestaltet, dann haben Sie Außerordentliches. Während Ahriman im Grunde furchtbar hässlich ist, ist Luzifer sehr schön in seinen Formen, aber er ist das, was im Menschenleben ertönt als Kraft der [unleserliches Wort], als Kraft des Sprießenden und Sprossenden.

[ 37 ] The Luciferic principle arises when everything in the human being that otherwise remains unconscious [begins to exert a formative influence]—those organs that express the will and, more generally, the act of grasping, as well as everything expressed through the power of production, The opposite of Ahriman is thus a borderline being, but only in form as a boundary: Lucifer is whole, sprouting, budding life. So if you imagine the organs of production transformed into the entire being, then you have something extraordinary. While Ahriman is, at heart, terribly ugly, Lucifer is very beautiful in his forms, but he is that which resounds in human life as the power of [illegible word], as the power of sprouting and budding.

[ 38 ] Und was dem Leben zum Tode ist, lebt als Allegorie, lebt natürlich in der Geistigkeit in der Zukunft als spirituelles Leben, wenn Sie sich das hier [Lücke im Stenogramm]

[ 38 ] And what is death to life lives on as an allegory; it lives on naturally in the spiritual realm of the future as spiritual life, if you consider this here [gap in the transcript]

[ 39 ] Wenn wir nur das hätten, was Luzifer ist, dann wären wir ein Wesen mit glühender Hand, aber furchtbar dumm, gar nicht schlau. Dieses ist also Luzifer, schön und dumm; Ahriman hässlich, aber ungemein schlau. Luzifer hat Leben, schönes, blühendes Leben; Ahriman hat den Tod, ist aber gescheit, klug, schlau. Das sollte also in dieser Hauptgruppe zum Ausdruck gebracht werden.

[ 39 ] If we had only what Lucifer is, then we would be a being with a glowing hand, but terribly stupid, not at all clever. So this is Lucifer: beautiful and stupid; Ahriman is ugly, but exceedingly clever. Lucifer has life—a beautiful, flourishing life; Ahriman has death, but is clever, wise, and shrewd. This is what should be expressed in this main group.

[ 40 ] Ich werde mir nun erlauben, Ihnen wieder Bilder zu zeigen, welche ein wenig eine Vorstellung geben werden von dem Gedanken, der in dieser Gruppe gerade zum Ausdruck kommt.

[ 40 ] I will now take the liberty of showing you some more images that will give you a bit of a mental image of the idea that is being expressed in this group.

[ 41 ] Das soll jetzt hier dargestellt werden. Zuerst der Kopf des Ahriman. Sie sehen also hier einen Kopf so ausgebildet, dass nur das Ahrimanische daran Formbildung hat. [unleserliche bzw. unverständliche Passage im Stenogramm]

[ 41 ] This is what we will now depict here. First, the head of Ahriman. So here you see a head shaped in such a way that only the Ahrimanic element gives it its form. [illegible or incomprehensible passage in the transcript]

[ 42 ] Denken Sie sich nun vom menschlichen Kopfalles Normal-Menschliche, alles Christus-Menschliche weg, alles Luziferische weg, und nur die Bildekräfte des Ahrimanischen herausgestellt, so bekommen Sie diese ahrimanische Form des Kopfes. Ich habe leider kein Bild vom ganzen Ahriman. Er ist in ganzer Figur schon zu sehen an der Gruppe, aber dieses soll Ihnen nur den Kopf zeigen.

[ 42 ] Now imagine removing everything human—everything Christ-like and everything Luciferic—from the head of a normal human being, and highlighting only the formative forces of the Ahrimanic; you will then see this Ahrimanic form of the head. Unfortunately, I don’t have a picture of the whole figure of Ahriman. His full figure can already be seen in the sculpture group, but this is meant to show you only the head.

[ 43 ] Ich bemerke ausdrücklich, dass all diese Dinge eigentlich ihre richtige Form zeigen, gerade wenn sie aus Holz geschnitzt sind. Ich hatte den Grund auch mit okkulten Mitteln nicht herausbekommen können, warum die griechischen Motive, die heidnischen, die gotischen [Figuren] alle in Stein skulpturiert worden sind, anstatt in Holz. Während alle Dinge, die mit der christlichen Entwicklung in Holz skulpturiert wurden, eigentlich richtig zum Ausdruck kommen. [Unleserliche Wörter] wäre sie in Holz, so würde sie erst zeigen, was sie sein sollte. Sie ist eine Pietä. Einen Christus kann man eigentlich nicht richtig in Stein machen. Apostelfigur, die taugt für den Stein. Ebenso die Lateranfigur des Christus, auch sie sollte aus Holz sein. Das ist sehr interessant, die Tatsache besteht für mich sicher, aber die Gründe werden sich vielleicht erst einmal in okkulter Forschung ergeben. Warum, weiß ich heute selber nicht.

[ 43 ] I would like to expressly note that all these things actually reveal their true form precisely when they are carved from wood. Even using occult means, I had been unable to determine the reason why the Greek, pagan, and Gothic [figures] were all sculpted in stone rather than in wood. Whereas all the figures associated with Christian development that were carved in wood are actually expressed correctly. [Illegible words] If it were in wood, it would finally reveal what it was meant to be. It is a Pietà. You can’t really carve a Christ properly in stone. An apostle figure, however, is suitable for stone. Likewise, the Lateran figure of Christ—it, too, should be made of wood. This is very interesting; for me, the fact is certain, but the reasons will perhaps only emerge through occult research. Why? I don’t know myself today.

[ 44 ] Das ist schon von mir gefasst worden in Büchern, ich möchte sagen rein nach dem Motiv. Es ist also nach dem Motiv des Ahriman dieses gemacht. Es ist ganz realistisch, geistig realistisch, wenn Sie sich Ahriman so vorstellen, dann haben Sie eine richtige Vorstellung von Ahriman [Lücke im Stenogramm]

[ 44 ] I have already addressed this in my books; I would say, purely in terms of the motif. So this was created based on the motif of Ahriman. It is entirely realistic—spiritually realistic—and if you imagine Ahriman in this way, then you have a correct mental image of Ahriman [gap in the transcript]

[ 45 ] Der Kopf also bildet sich an der Figur, die unten horizontal liegt. Ahriman wächst einmal aus dem Felsen heraus; und muss sich herausarbeiten, wie dort angedeutet ist. Denn oft [unleserliche Wörter] Verarbeitung mit Ahriman.

[ 45 ] The head, then, takes shape on the figure lying horizontally below. Ahriman eventually grows out of the rock; and must work his way out, as is indicated there. For there is often [illegible words] dealing with Ahriman.

[ 46 ] Luzifer wird man nicht modellieren können, ohne aus dem folgenden Bilde [heraus zu verstehen], wie Luzifer zu deuten ist. Wie er seine Form erhält, das habe ich Ihnen ja gesagt. [Lücke im Stenogramm]

[ 46 ] It will not be possible to model Lucifer without understanding from the following image how Lucifer is to be interpreted. I have already told you how he takes on his form. [Gap in the transcript]

[ 47 ] Also Sie sehen hier nun: Wenn Sie sich aus ihrem Oberleib und Haupt absetzen alles Ahrimanische und Normal-Menschliche, so sehen Sie hier das Luziferische. Hier eine Art Arm und Hand, aber die sind nicht die [unleserliche Wörter], dass hier herum aus dem Rumpf herauswachsend etwas von den Flügeln zu sehen ist, die sich anschließen an den Rumpf. Die Flügelspitzen schließen sich unmittelbar an den Rumpf an. Es weitet sich nach oben, wie wenn die Flügel [Lücke im Stenogramm]

[ 47 ] So here you see: If you set aside everything Ahrimanic and normally human from the upper body and head, you see the Luciferic here. Here is a sort of arm and hand, but these are not the [illegible words]; rather, something of the wings can be seen growing out from the torso here, which are attached to the torso. The tips of the wings are directly attached to the torso. It widens upward, as if the wings [gap in the stenographic record]

[ 48 ] Denken Sie sich - das ist nicht schön vorzustellen, werden Sie sagen, und dennoch gibt es die Zustandsform -, denken Sie sich Ihre Ohren so vergrößert, dass sie ganz groß sind, die Ohren, nicht Scelenohren, sondern sehr schön gebaute, die aus dem Ohrläppchen entstehen. Und denken Sie sich jetzt die Schulterblätter zu Flügeln erweitert, und das Ganze dann als ein Organ, das auch den Kchlkopf enthält, sodass Sie ein Organ haben, in das die Sphärenmusik unmittelbar eingreift, sodass Sie wie Wellenbildungen haben, eine Bildung haben aus dem Ohrläppchen - die Kehlkopf-Flügel und Schulter-Flügel. In das Ganze greift ein die Schwingung des Weltenalls. [unleserliche Wörter] So spricht Luzifer das Weltenwort. Sie wissen das sicher. Da oben ist der Kopf. Sie sehen übergreifend die Flügel. Das Haupt ist nach oben offen gedacht und mit den Flügeln in Verbindung.

[ 48 ] Imagine—it’s not a pleasant mental image, you might say, and yet this state does exist—imagine your ears so enlarged that they are very large; not Scelen’s ears, but beautifully formed ones that emerge from the earlobes. And now imagine your shoulder blades expanded into wings, and the whole thing as an organ that also contains the larynx, so that you have an organ into which the music of the spheres directly intervenes, so that you have, as it were, wave-like formations—a formation arising from the earlobe: the laryngeal wings and the shoulder wings. The vibration of the universe intervenes in the whole. [illegible words] Thus does Lucifer speak the Word of the World. You surely know this. Up there is the head. You see the wings extending over it. The head is conceived as open at the top and connected to the wings.

[ 49 ] Nun denken Sie sich - ein klein wenig hinaufgestiegen -, da haben Sie dann dieses Bild. Da haben Sie also jetzt Luzifer unten, und dann hier oben sehen Sie über dem Luzifer hier links ein elementarisches Wesen. Bezüglich dieses elementarischen Wesens würde ich sagen, dass es eigentlich auch durch Karma unser Schicksal geworden ist im vorigen Jahr. Vor einem halben Jahr, da kam eines Tages Frau Waller nämlich [...] und führte aus, lange nachdem man [das Gerüst der] ganzen Gruppe abgebaut hatte, sagte sie, [dass von der ganzen Gruppe] der Schwerpunkt zu weit nach rechts hinüber [liege]. Die Gruppe drohe also nach rechts herum zu kippen.

[ 49 ] Now imagine—having ascended just a little bit—that you see this image. So there you have Lucifer down below, and then up here, to the left of Lucifer, you see an elemental being. Regarding this elemental being, I would say that it actually became our destiny through karma last year. Half a year ago, one day Mrs. Waller came [...] and explained—long after [the framework of] the entire group had been dismantled—that [of the entire group] the center of gravity was [shifted] too far to the right. The group was therefore in danger of tipping over to the right.

[ 50 ] Dadurch wurde notwendig, links einen Ausgleich zu schaffen. Das war ein wichtiger Wink des Schicksals. Sie müssen wissen, dass die ganze Gruppe achteinhalb Meter hoch ist. Dieses kleine Wesen also musste geschaffen werden. Dieses Wesen, bei dem kam mir ganz, wie solche Dinge eben kommen, die Intuition: Es muss so geschaffen werden, wie es dies ist.

[ 50 ] This made it necessary to create a counterbalance on the left. That was an important sign from fate. You must understand that the entire group is eight and a half meters tall. So this little figure had to be created. With this figure—as these things just happen—I had an intuition: It must be created exactly as it is.

[ 51 ] Nun ist ja hier überall festgehalten etwas, was in der äußeren naturalistischen Kunst als Skulptur nicht möglich ist. In der äußeren Kunst muss Symmetrie walten. Hier ist Asymmetrie. Es ist also dasjenige, was durch die äußere physische Natur abgedämmt ist. Das muss im Geistigen festgehalten werden. Dem Physischen werden Sie auch anschen, dass oftmals Ihr linkes Auge anders ist als das rechte; das Gleiche gilt für die Ohren, für die Nasen und so weiter. Der Mensch ist immer etwas asymmetrisch. Dieses Wesen ist faktisch künstlerisch ganz asymmetrisch geschaffen nicht aus dem Inneren, sondern aus diesem Schicksalsaugenblick der Anthroposophie.

[ 51 ] Now, everything here captures something that is not possible in external, naturalistic art as sculpture. In external art, symmetry must prevail. Here, there is asymmetry. It is, therefore, that which is restrained by external physical nature. This must be captured in the spiritual realm. You will also notice in the physical realm that your left eye is often different from your right; the same applies to the ears, the nose, and so on. Human beings are always somewhat asymmetrical. This being is, in fact, artistically created to be entirely asymmetrical—not from within, but from this fateful moment in the history of anthroposophy.

[ 52 ] Nicht [unleserliche Wörter] diese eigentümliche Asymmetrie etwas sehr Merkwürdiges. Geht man herum, so schaut es von jedem Punkt anders und offenbart ein anderes. Es ist überhaupt notwendig, dass Sie, wenn Sie dieses Wesen fassen wollen, dieses Wesen an der Darstellung des Weltengeheimnisses, das über den Felsen guckt und mit einer Gebärde und Geste und Seelenverfassung hinübergceht, dass man es richtig versteht bei wirklichem Okkultismus, nicht indem [unleserliche Passage], sondern man muss sich in die geistigen Welten ergeben. Dass man nicht den Pessimismus herauftrage, sondern Hoffnung. [unleserliche Passage]

[ 52 ] This peculiar asymmetry is not [illegible words] something very strange. As you walk around it, it looks different from every angle and reveals something different. It is absolutely necessary that, if you wish to grasp this being—this being as it is depicted in the mystery of the world, peering over the rock and crossing over with a gesture, a movement, and a state of mind—you understand it correctly through true occultism, not by [illegible passage], but by surrendering yourself to the spiritual worlds. That one should not promote pessimism, but hope. [illegible passage]

[ 53 ] Man lernt ja auch bei diesen Dingen, und wir haben viel gelernt. Es ist viel künstlerische Arbeit hineingesteckt worden. Gerade die Dame, die an dieser Gruppe gearbeitet hat, sie ist gewachsen nach und nach im Schaffen der Form, auch im Schaffen desjenigen, was wesenhaft in dieser Form lebt. Und mit dieser Gruppe soll einmal etwas in die Welt gestellt werden, was den Grundimpuls der ganzen Anthroposophie eigentlich abgibt und auch das, was als Nebenimpuls an die Anthroposophie sich knüpfen soll. Es soll kein Finger, keine Hand anders sein, als aus dem Geistigen heraus geschaffen. Alle Gesten, alle Gebärden, die künstlerische Formen sind, sind im ganzen Ausdruck, wie sonst nur die Mimik. [unleserliche Passage] Aber hier ist alles Gebärde, es sind nicht ruhende, sondern bewegte Formen. Man musste überwinden in der Plastik alles Schwere, das war sehr schwer.

[ 53 ] One does learn from these things, after all, and we have learned a great deal. A great deal of artistic work has gone into them. The woman who worked on this group, in particular, has gradually grown in her ability to create the form, as well as in her ability to bring to life what is essential within that form. And with this group, the intention is to bring something into the world that truly conveys the fundamental impulse of the whole of anthroposophy, as well as that which is meant to be linked to anthroposophy as a secondary impulse. No finger, no hand should be anything other than created from the spiritual. All gestures, all movements that are artistic forms, are, in their entire expression, like facial expressions otherwise. [illegible passage] But here everything is gesture; these are not static but dynamic forms. In sculpture, one had to overcome all heaviness—that was very difficult.

[ 54 ] Das nächste Bild, das ich Ihnen noch zeigen werde, das zeigt eine andere Ansicht desselben Motivs. Hier sehen Sie Luzifer so hinüber und oben dieses Wesen von der Seite aufgenommen. Sie sehen ja zugleich wie eigentümlich es sich ergibt, dieses Wesen hier, das sehen Sie von links aufgenommen; und es ist interessant doch zu sehen, wie nun der Ausdruck durch diese Asymmetrie cin anderer ist als früher in der anderen Ansicht. Gerade durch die Asymmetrie wird das ersichtlich, dass man die Form [unleserliches Wort] in Gebärden verwandelt, das ist der künstlerische Gedanke dieser Gruppe. [Lücke im Stenogramm]

[ 54 ] The next image I’ll show you depicts another view of the same subject. Here you can see Lucifer looking over there, and above him, this being, photographed from the side. You can also see how peculiar it looks—this being here, which you see photographed from the left; and it is interesting to note how the expression, due to this asymmetry, is different from what it was in the previous view. It is precisely through this asymmetry that it becomes apparent that the form [illegible word] is transformed into gestures; that is the artistic concept behind this group. [Gap in the stenographic transcript]

[ 55 ] Auch kann man sich die Hände ansehen, die sind auch in Gebärden umgewandelt; es ist eigentlich wirklich so, dass man schätzen muss, anstreben muss, was Schiller einmal ausprobiert hat in der Überwindung des Stoffes durch die Form. /[Unleserliche Passage] Also die Formen sollten in die Gebärden umgewandelt werden. Dadurch ist es möglich, [unleserliche Worte] so mehr zum Ausdruck zu bringen. Mit der Plastik ist es schwieriger als in der Malerei. [unleserliche Wörter im Stenogramm]

[ 55 ] One can also look at the hands, which have likewise been transformed into gestures; the truth is that one must aspire to, and strive for, what Schiller once attempted in his effort to transcend substance through form. /[Illegible passage] So the forms should be transformed into gestures. This makes it possible to [illegible words] express more. It’s more difficult in sculpture than in painting. [illegible words in the shorthand]

[ 56 ] Dieselbe Gruppe wurde gemalt in der Kuppel. Ich habe mich selbst etwas im Malen betätigt und habe dabei versucht gerade all diese verschiedenen Dinge. Die malerische Gruppe hat bloß die mittlere Figur und eine Luzifer- und eine Ahrimanfigur. Da ist durch die Farbwirkung dasselbe ausgedrückt, was hier durch die Gebärden ausgedrückt ist. Und da musste man all diese Geheimnisse der Farbwirkung fundieren.

[ 56 ] The same group was depicted in the dome. I have dabbled a bit in painting myself and have tried to capture precisely all these different things. The painted group consists only of the central figure and a figure representing Lucifer and one representing Ahriman. Through the effect of color, the same thing is expressed there as is expressed here through the gestures. And there one had to establish a foundation for all these mysteries of the effect of color.

[ 57 ] Es ist [Lücke im Stenogramm]

[ 57 ] It is [gap in the transcript]

[ 58 ] Die meisten Menschen haben eigentlich keinen rechten Begriff von Malerei. Sie ist ihnen eigentlich Illustration der Wirklichkeit. Aber das ist nicht die Malerei. Lesen Sie im Mysteriendrama, wo ich gesagt habe, wie die Form der Farbe Werk sein sollte. Das ist in der Malerei versucht.

[ 58 ] Most people don't really have a proper understanding of painting. To them, it is essentially an illustration of reality. But that is not what painting is. Read the Mystery Drama, where I explained how the form of color should be a work of art in itself. That is what painting strives to achieve.

[ 59 ] Nun habe ich Ihnen gegenüber in der Mitte des Ganzen - hier unten ist Ahriman, links hinter dem Christus, hier dann Luzifer - so, den anderen, großen Luzifer, der stürzt, den habe ich hier nicht. Aber noch zwei Bilder, das eine stellt dar den Kopf der mittleren Figur. Da werden Sie sehen, wie dieses [unleserliche Wörter im Stenogramm] man wirklich empfinden kann das Wesen des Christus.

[ 59 ] Now, in the center of the whole composition—Ahriman is down here, to the left behind Christ, and then Lucifer here—that is, the other, great Lucifer who is falling; I do not have him here. But here are two more images; one depicts the head of the central figure. There you will see how this [illegible words in the stenographic notes] allows one to truly perceive the essence of Christ.

[ 60 ] [Als die] Skulptur gebildet worden ist, hat mir ein Geistlicher gesagt, als er längst eine [unleserliche Wörter], dass die Fragilität ganz besonders für das Gemüt des Menschen durchlebbar geworden ist. [Lücke im Stenogramm]

[ 60 ] [When the] sculpture was created, a clergyman told me—long after he had [illegible words]—that its fragility had become particularly tangible to the human spirit. [Gap in the transcript]

[ 61 ] Das Lichtbild gibt das Profil des Kopfes der Mittelfigur. Je mehr [man mit dem Blick an der] Figur nach unten geht, desto mehr wird sie bloß Geste. Es ist nichts Realistisches mit Knochen zum Ausdruck gekommen, keine Füße. Es geht ganz um die spirituelle Geste, je weiter man nach unten kommt. - Vielleicht könnten wir das Dia nun umkehren.

[ 61 ] The photograph shows the profile of the central figure’s head. The further [one’s gaze travels down] the figure, the more it becomes mere gesture. Nothing realistic—no bones, no feet—is depicted. It’s all about the spiritual gesture the further down you go. — Perhaps we could now flip the slide.

[ 62 ] Sie sehen, wenn Sie vergleichen das, was Sie jetzt sehen, mit dem, was [Sie] früher gesehen haben, sehen Sie bei dem umgekehrten Bilde die Asymmetrie. Die eine Seite ist ganz anders wie die andere Seite. Bitte halten Sie recht fest im Sinne, wie das jetzt von dieser Seite aussieht, also von dieser rechten Seite aus. Jetzt drehen wir noch einmal um, und Sie werden sehen, wie anders es aussieht von der anderen Seite. Dies sehen Sie nur [in diesen zwei Projektionsweisen] von zwei Aspekten, aber wenn Sie herumgehen um die Gruppe, so sehen Sie es von allen möglichen Seiten. Das gibt die Belebung der Asymmetrie, indem aus der Form herausgeholt werden sollte gerade die dezente Art der Behandlung der Asymmetrie.

[ 62 ] You see, if you compare what you see now with what [you] saw earlier, you’ll notice the asymmetry in the inverted image. One side is completely different from the other. Please keep in mind exactly what it looks like from this side—that is, from this right side. Now let’s turn it around again, and you’ll see how different it looks from the other side. You’re seeing this only [in these two projections] from two perspectives, but if you walk around the group, you’ll see it from all possible angles. This brings the asymmetry to life, as the goal is to draw out of the form precisely this subtle treatment of asymmetry.

[ 63 ] Und jetzt habe ich noch als letztes Bild denselben Kopf von vorn angesehen. Das ist der Kopf von vorn aus gesehen. Es ist asymmetrisch bis in die Haare hinein. Sie werden das später erst verstehen, wenn Sie die Gruppe sehen. All die Asymmetrien, die hier in der Stirn, der Augenbildung, der Behaarung gesucht ist, stimmt nun vollkommen überein mit der Gebärde der Arme und Hände.

[ 63 ] And now, as a final image, I’ve looked at the same head from the front. This is the head as seen from the front. It is asymmetrical right down to the hair. You will only understand this later, when you see the group. All the asymmetries sought here in the forehead, the shape of the eyes, and the hair now correspond perfectly with the gestures of the arms and hands.

[ 64 ] Es ist das Ganze ein Augenblick mit den verschiedenen Gebärden der Arme und Hände. [Lücke im Stenogramm]

[ 64 ] The whole thing is a single moment, with various gestures of the arms and hands. [Gap in the transcript]

[ 65 ] Ja sehen Sie, zu diesem Bau gehört nun, was jetzt allgemein besonders notwendig wäre: Das ist ein bisschen Geld noch. Der Bau hat eine ganze Menge schon gekostet, aber es sollte nicht gleich geglaubt werden, dass der Bau zu viel kostet, dass es - der Umstand sollte durch Sie hindurchgehen -, dass eigentlich frei gearbeitet worden ist, was durch die Arbeit unserer Mitglieder als freie Arbeit gearbeitet ist. Sie wissen, dass eine Versicherungssumme nur für das, was manuelle und äußere Arbeit ist, versichert wird; da hat die Versicherungsgesellschaft ohne Weiteres, ohne Widerrede so genau auf so viel von sich aus den Bau versichert, was er gekostet hat. Das ist auch ein äußerer Beweis dafür, dass nicht etwas verschenkt worden ist. Sie sehen daraus, dass der Bau dasjenige Wert ist, was er kostet. [Lücke im Stenogramm] Es ist notwendiges Geld noch aufzubringen, was ja hoffentlich in der nächsten Zeit noch aufgebracht wird. Ich wollte Ihnen heute ja nicht von dieser Schattenseite der Sache sprechen, sondern mit einer wahren Pflicht nur mit künstlerischen Begriffen geben, was gemacht wird in Dornach. Ich wollte zeigen, dass hier wirklich etwas versucht wird, durch das aus unserer Bewegung ein neues künstlerisches Element der Menschheit eingefügt werden soll.

[ 65 ] Well, you see, this construction project now requires something that is particularly necessary at the moment: a little more money. The construction has already cost quite a bit, but one shouldn’t immediately assume that it’s costing too much—you should keep in mind—that the work was actually done on a voluntary basis, carried out by our members as unpaid labor. You know that insurance coverage is provided only for manual and physical labor; in this case, the insurance company insured the building—without hesitation or objection—for exactly the amount it cost. This is also external proof that nothing was given away for free. You can see from this that the building is worth exactly what it cost. [Gap in the transcript] There is still money that needs to be raised, which I hope will be raised in the near future. I did not want to speak to you today about this downside of the matter, but rather, out of a true sense of duty, to describe in purely artistic terms what is being done in Dornach. I wanted to show that a genuine effort is being made here to introduce a new artistic element to humanity through our movement.