The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250
4 July 1904, Berlin
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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
11. Bericht über die Jahrestagung in Amsterdam
11. Report on the Annual Conference in Amsterdam
Meine lieben theosophischen Freunde,
My dear Theosophical friends,
[ 1 ] wenn die theosophische Bewegung die großen Ziele, die sie sich gestellt hat, erreichen will, so muss sie vor allen Dingen den ersten Grundsatz überall zur Geltung bringen und in ihrem ganzen Streben ihren ersten Grundsatz verwirklichen. Bekanntlich heißt der, den Kern einer allgemeinen Menschenverbrüderung zu bilden ohne Unterschied der Rasse und so weiter. Dann aber, wenn uns dieser Grundsatz obenan steht, dürfen uns Völkerunterschiede, nationale Unterschiede nur der Ausdruck dafür sein, was die Menschen im Innersten beseelt.
[ 1 ] If the Theosophical Movement wishes to achieve the great goals it has set for itself, it must, above all, uphold its first principle everywhere and put it into practice in all its endeavors. As is well known, this principle is to form the core of a universal brotherhood of humankind, without distinction of race and so on. But if we place this principle above all else, then differences between peoples and nations may only be an expression of what truly animates human beings at their core.
[ 2 ] Wir müssen die Menschen, die wir mit uns brüderlich vereinen wollen, überall suchen. Eingedenk dieses Grundsatzes hat der theosophische Kongress in London vor zwei Jahren beschlossen, die Anregung zu geben, alljährlich einen Kongress der europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft einzuführen. In diesem Jahre konnte nun der erste, wirklich diesen Namen verdienende europäische Kongress der verschiedenen Sektionen des Kontinents zusammenberufen werden.
[ 2 ] We must seek out everywhere those with whom we wish to unite in brotherhood. Bearing this principle in mind, the Theosophical Congress in London two years ago resolved to propose the establishment of an annual congress of the European sections of the Theosophical Society. This year, the first European congress—truly deserving of the name—of the various sections across the continent was convened.
[ 3 ] So waren denn in der Zeit vom 19. bis 21. Juni in Amsterdam die europäischen Sektionen der Theosophischen Gesellschaft vereinigt zu dem Zwecke, um das, was in den verschiedenen europäischen Ländern an theosophischen Bestrebungen besteht, in freiem Gedankenaustausch zur Anregung auf dem gemeinsamen Altar niederzulegen, und auf der anderen Seite, um die gemeinsame Arbeit, die da und dort im Dienste der Allgemeinheit getan wird, vor den Versammelten zu Gehör zu bringen. Beides wurde durch das außerordentlich tüchtige und energische Vorgehen unserer holländischen Brüder erreicht, sodass der Kongress einen außerordentlich würdigen Verlauf nahm.
[ 3 ] Thus, from June 19 to 21, the European sections of the Theosophical Society gathered in Amsterdam with the purpose of offering up, in a free exchange of ideas, the theosophical endeavors taking place in the various European countries as a source of inspiration on the common altar, and, on the other hand, to bring to the attention of those gathered the joint work being done here and there in the service of the general public. Both objectives were achieved through the exceptionally capable and energetic efforts of our Dutch brothers, so that the congress proceeded in an exceptionally dignified manner.
[ 4 ] Der Kongress hat gezeigt, wie tief die theosophische Idee bereits in den dort Versammelten sich eingelebt hat. Fünf europäische Sektionen haben sich ja zu der sogenannten Föderation vereinigt. Es sind die Sektionen, von denen die theosophische Bewegung zunächst ausgegangen war. Erstens die englische, zweitens die französische, drittens die italienische, viertens die holländische und endlich fünftens die Deutsche Sektion, welche erst seit zwei Jahren besteht.
[ 4 ] The congress demonstrated how deeply the Theosophical idea has already taken root among those gathered there. Five European sections have indeed united to form the so-called Federation. These are the sections from which the Theosophical Movement originally sprang: first, the English section; second, the French; third, the Italian; fourth, the Dutch; and finally, fifth, the German section, which has existed for only two years.
[ 5 ] Den Vorsitz für diesen Kongress hat unsere verehrte Annie Besant übernommen. Vor Kurzem ist sie erst aus Indien, wo sie den größten Teil ihrer Zeit gewirkt hat, nach Europa zurückgekehrt. Es war schön, dass sie gerade diesen Kongress leiten konnte. Alle, welche im Innersten die Aufgabe, die Mission der theosophischen Bewegung begriffen haben, wissen, dass ihr Ideal in der Persönlichkeit von Annie Besant verkörpert, ja inkarniert ist. Als Frau Blavatsky starb, ging die geistige Führung an Annie Besant über, und wenn überhaupt jemand, so war sie geeignet, diese Führung zu übernehmen. Alles, was in der Theosophie leben muss, lebt in ihr. Sie vereinigt das Ideal des Wollens, das Begeisterte des Gefühls und zugleich die wissenschaftliche Richtung unserer Bewegung. Und das alles ist eingetaucht in das, was das Grundelement ausmacht, in die Spiritualität, gleichgültig ob Annie Besant ein wissenschaftliches, ein agitatorisches oder ein okkultes Thema bespricht.
[ 5 ] Our esteemed Annie Besant has assumed the chairmanship of this congress. She has only recently returned to Europe from India, where she has spent most of her time. It was wonderful that she was able to preside over this particular congress. All who have truly grasped the task and mission of the Theosophical Movement know that its ideal is embodied—indeed, incarnated—in the person of Annie Besant. When Madame Blavatsky died, spiritual leadership passed to Annie Besant, and if anyone was qualified to assume this leadership, it was she. Everything that must live in Theosophy lives in her. She unites the ideal of will, the enthusiasm of feeling, and at the same time the scientific direction of our movement. And all of this is immersed in what constitutes the fundamental element—spirituality—regardless of whether Annie Besant is discussing a scientific, an activist, or an occult topic.
[ 6 ] In den Anschauungen verkörpert sich nur die äußere Ausdrucksform für das Innerste ihrer Seele. Und das ist die Aufgabe, welche die theosophische Bewegung sich gesetzt hat, alle Zweige der menschlichen Tätigkeit von heute, alle Willensregungen und alle wissenschaftlichen Ideale einzutauchen in die Spiritualität, alles herauszugebären aus dem Toten. Diese Spiritualität spricht selbst, wenn Annie Besant zu uns spricht. Deshalb war es ein weihevoller Moment, als sie in Amsterdam den Kongress eröffnete, als sie auseinandersetzte das «Warum und Wozu» der Bewegung.
[ 6 ] In her views, only the outer form of expression for the innermost essence of her soul is embodied. And this is the task that the Theosophical Movement has set for itself: to immerse all branches of human activity today, all impulses of the will, and all scientific ideals in spirituality, to bring everything back to life from the dead. This spirituality speaks for itself when Annie Besant speaks to us. That is why it was a solemn moment when she opened the congress in Amsterdam, as she expounded on the “why and what for” of the movement.
[ 7 ] Sie sagte ungefähr - dem Sinne, nicht dem Wortlaute nach: Die Aufgabe der theosophischen Bewegung ist die Spiritualisierung unserer ganzen Kultur, unserer ganzen Zivilisation. Überblicken wir die letzten Jahrzehnte unserer Kultur, so sehen wir, dass diese in den verschiedensten Punkten eine unendliche Höhe erreicht hat. Wir sehen, dass die Wissenschaft, dass das äußere materielle Leben einen solchen Gipfel erstiegen hat, wie es noch nie der Fall war. Wir sehen, wie sich der Horizont der Völker unendlich erweitert hat, wir sehen, dass diese Völker die ganze Welt zum Wohnsitz der Völker gemacht haben. Dieses äußere materielle Leben kann nur die äußere Ausdrucksform sein für das Innere der Kultur, für das Innere der Zivilisation, für die eigentliche Seele der Menschheitsentwicklung und des Menschheitsfortschrittes. Und diese Seele der Menschheitsentwicklung und des Menschheitsfortschrittes dem Äußeren, Glanzvollen unserer Kultur einzuprägen, das ist die Aufgabe der theosophischen Bewegung. Sie hat ihre Rechtfertigung in dem, was sich in den letzten dreißig Jahren unserer Kulturentwicklung vollzogen hat. Überall sehen wir, dass es seit dreißig Jahren anders geworden ist in unserer Zivilisation. Wir sehen, dass edlere Geister herausstreben aus der rein materiellen Kultur, herausstreben aus der verstandesmäßigen Wissenschaft, aus dem Luxus, auf den die materielle Kultur sich hinaufgeschwungen hat. So sehen wir, dass das Sehnen nach Spiritualität durch unsere ganze Zeit geht. Nicht auf unsere theosophische Bewegung allein ist dieses Ideal beschränkt. Es lebt sich auch in denen vor, die nichts wissen oder nichts wissen wollen von der theosophischen Bewegung. Die theosophische Bewegung will nichts anderes sein als etwas, was geschehen muss in unserer Zeit. So sind es in unserer Gesellschaft Frauen und Männer, welche ihr Mitberührtsein zeigen wollen davon, dass es Seele und Geist, dass es Spiritualität gibt. Dazu wendet sich die theosophische Bewegung an die urältesten Gedanken der Menschheit, an diejenigen, welche zu allen Zeiten, seit es Menschen auf der Erde in der Entwicklung gibt, die großen Impulse zu allen Zivilisationen und Kulturfortschritten gegeben haben. Sie wendet sich nicht an diese Gedanken in einer abstrakten, leblosen Form, sondern in einer lebendigen Form. Diese Gedanken sind nicht zufällig in diesen oder jenem Kopf entstanden. Sie sind notwendig von Zeit zu Zeit den Menschen eingeflößt worden von den großen Führern der Menschheit, eingeflößt worden von solchen Führern, welche in ihrer eigenen Entwicklung vorausgeeilt sind unserem ganzen Geschlecht, welche heute beziehungsweise vor Zeiten schon dasjenige erreicht haben, was die große Menge erst in einer fernen Zukunft erreichen wird. Solche vorangeschrittenen Brüder waren stets im Besitze der großen, bewegenden Gedanken. Und sie haben diese bewahrt in den sogenannten okkulten Brüderschaften. Sie haben diese, abgestuft nach den Bedürfnissen der Zeit und der Völker, dem Menschengeschlecht überliefert. Im Verborgenen sind in der Regel diese Brüder geblieben. Aber sie haben ihre Sendboten ausgeschickt, wo es notwendig war; ausgeschickt zu diesem oder jenem Volke, zu dieser oder jener Zeit. Und aus diesen Sendboten sind entstanden die großen zivilisatorischen Bewegungen, die Weltreligionen, die großen geistigen und materiellen Bewegungen, welche der Ausdruck der Volksseelen sein sollen.
[ 7 ] She said, roughly—in spirit, not verbatim: The task of the Theosophical Movement is the spiritualization of our entire culture, our entire civilization. If we look back over the last few decades of our culture, we see that it has reached infinite heights in a wide variety of areas. We see that science—that external, material life—has reached such a pinnacle as has never been the case before. We see how the horizons of nations have expanded infinitely; we see that these nations have made the entire world their home. This outer, material life can only be the outward expression of the inner essence of culture, of civilization, of the very soul of human development and progress. And to imprint this soul of human development and progress upon the outward, splendid aspects of our culture—that is the task of the Theosophical Movement. It finds its justification in what has taken place in our cultural development over the past thirty years. Everywhere we see that things have changed in our civilization over the past thirty years. We see that nobler spirits are striving to break free from purely material culture, from intellectual science, and from the luxury to which material culture has elevated itself. Thus, we see that the longing for spirituality pervades our entire age. This ideal is not limited to our Theosophical Movement alone. It also lives on in those who know nothing or wish to know nothing about the Theosophical Movement. The Theosophical Movement seeks to be nothing other than something that must happen in our time. Thus, within our society, there are women and men who wish to express their deep connection to the reality that the soul and spirit—that spirituality—exist. To this end, the Theosophical Movement turns to the most ancient ideas of humanity—those that, throughout all ages since the development of humankind on Earth, have provided the great impulses for all civilizations and cultural progress. It does not approach these ideas in an abstract, lifeless form, but in a living form. These ideas did not arise by chance in this or that individual’s mind. They have necessarily been instilled in people from time to time by the great leaders of humanity—instilled by such leaders who, in their own evolution, have surged ahead of our entire race, who have already attained, either today or in times past, what the vast majority will not achieve until a distant future. Such advanced brothers have always been in possession of these great, inspiring ideas. And they have preserved these within the so-called occult brotherhoods. They have handed them down to the human race, adapted to the needs of the times and of the peoples. As a rule, these brothers have remained in seclusion. But they have sent out their messengers where necessary—to this or that people, at this or that time. And from these emissaries arose the great civilizational movements, the world religions, and the great spiritual and material movements, which are meant to be the expression of the Folk-souls.
[ 8 ] Im letzten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts sollte sich wieder eine solche Welle ergießen. Sie sollte wieder etwas überliefern von der uralten Weisheit. Und was sie überliefert, ist enthalten in dem, was die Theosophische Gesellschaft lehrt seit deren Gründung durch Olcott und Blavatsky. Das ist dasjenige, was wir der Kultur einzuverleiben haben, das ist dasjenige, was den Quell darbietet zur spirituellen Zivilisation der Menschheit. Derjenige ist ein würdiges Mitglied der Theosophischen Gesellschaft, der sich mit diesen Gedanken beseelt und der arbeiten will für die ganze Menschheitsentwicklung von diesen Gedanken aus. Wenn wir die Seelen der Menschheit gewinnen, wird auch unsere Kultur von außen die richtige Ansicht bieten. Alles ist vom Wege abgekommen. Nehmen Sie einen einzigen Zug: Schönheit. Schönheit kann in der Kultur nur dann vorhanden sein, wenn wahrer Glaube an die höchsten Ideale der Menschheit darin enthalten ist. Sehen Sie einmal, warum die wahren Maler des Mittelalters eine so große Wirkung haben, und Sie werden finden, dass sie ihre Ideale in ihre Werke hineingeheimnist haben, die dann aus ihnen sprechen. Wenn wir zu einem solchen wahren Glauben, zu einer solchen Weisheit kommen, so wird auch wiederum aus unserer Kunst ein göttliches Licht hervorgehen. Das ist eine der Aufgaben, welche die theosophische Bewegung erfüllen wird. Und viele solcher Aufgaben gibt es. Nicht dazu ist die theosophische Bewegung da, um Einzelne zu belehren, um die Einzelnen zu vervollkommnen, sondern um sie zur Opferwilligkeit, zum Gefälligkeitsdienst zu erziehen. Nicht derjenige ist ein richtiges Mitglied der theosophischen Bewegung, der sich vervollkommnen will, sondern derjenige, der seine ganze Kraft, sein ganzes Wesen in den Dienst der Menschheit stellt.
[ 8 ] In the last third of the nineteenth century, such a wave was to surge forth once more. It was to once again pass on something of that ancient wisdom. And what it passes on is contained in what the Theosophical Society has taught since its founding by Olcott and Blavatsky. This is what we must incorporate into our culture; this is what provides the source for humanity’s spiritual civilization. A worthy member of the Theosophical Society is one who is inspired by these ideas and who is willing to work for the development of all humanity based on them. When we win over the souls of humanity, our culture will also present the correct perspective to the outside world. Everything has strayed from the path. Take just one aspect: beauty. Beauty can exist in culture only if it contains true faith in humanity’s highest ideals. Consider why the true painters of the Middle Ages have such a profound impact, and you will find that they have imbued their works with their ideals, which then speak through them. When we attain such true faith, such wisdom, a divine light will once again radiate from our art. This is one of the tasks that the Theosophical Movement will fulfill. And there are many such tasks. The Theosophical Movement does not exist to instruct individuals or to perfect them, but to educate them in the spirit of self-sacrifice and service to others. A true member of the Theosophical Movement is not one who seeks self-perfection, but one who places all their strength and their entire being in the service of humanity.
[ 9 ] Eine solche Rede hat sich ergeben, die viel Weisheit enthielt, und es war eine weihevolle Stimmung durch die Worte Annie Besants über den ganzen Kongress ausgegossen. Wenn ich den Verlauf schildern soll der Veranstaltungen, die sich anschlossen an diese Rede, die einen mehr gemeinschaftlichen Charakter annahmen, so habe ich zu sagen, dass die einzelnen Sektionen vertreten waren durch ihre Generalsekretäre. Die englische Sektion durch Mister Keightley, die französische durch Monsieur Pascal, die italienische war nicht vertreten, der Vertreter konnte nicht anwesend sein; die deutsche durch Dr. Steiner.
[ 9 ] A speech of this kind was delivered, one that contained much wisdom, and Annie Besant’s words filled the entire convention with a solemn atmosphere. If I am to describe the course of the events that followed this speech—which took on a more communal character—I must note that the individual sections were represented by their general secretaries: the English section by Mr. Keightley, the French by Monsieur Pascal, the Italian was not represented—the representative was unable to attend—and the German by Dr. Steiner.
[ 10 ] Unser theosophischer Bruder in Holland, Herr van Manen, hat die Vorarbeiten und die Arbeiten während des Kongresses geleitet, sodass tatsächlich auch die äußere Geschäftsführung eine mustergültige zu nennen ist.
[ 10 ] Our Theosophical brother in Holland, Mr. van Manen, oversaw the preparatory work and the proceedings during the Congress, so that even the administrative management can truly be called exemplary.
[ 11 ] Am Abend dieses Tages - es war Sonntag — hielt Annie Besant eine zweite Rede, eine Rede über die neue Psychologie. Diese Rede war öffentlich, für jeden zugänglich, gehalten in der Kirche der freien Gemeinde in Amsterdam. Hatte man am Vormittag Gelegenheit gehabt, das spirituelle Leben aus dem Gemüte und dem Idealismus von Annie Besant hervorquellen zu sehen, so hatte man am Abend Gelegenheit, den ganzen wissenschaftlichen Sinn dieser geistigen Führerin der theosophischen Bewegung zu bewundern. Nur flüchtig kann ich die Ideen andeuten, welche sie ausführte.
[ 11 ] That evening—it was a Sunday—Annie Besant gave a second speech, a speech on the new psychology. This speech was open to the public, accessible to everyone, and delivered at the Free Congregation Church in Amsterdam. While the morning had offered an opportunity to witness spiritual life springing from Annie Besant’s heart and idealism, the evening provided a chance to admire the full scientific acumen of this spiritual leader of the Theosophical Movement. I can only briefly touch upon the ideas she expounded.
[ 12 ] Wer sich zurückerinnern kann an die Zeit vor etwa vierzig Jahren, an den Gang der Seelenentwicklungslehre, der wird sich erinnern der materialistischen Hochflut. Einen Ausspruch hat es da gegeben von Karl Vogt, der ungefähr heißt: So schwitzt das Gehirn Gedanken aus, wie die Leber Galle ausschwitzt.
[ 12 ] Anyone who can recall the time about forty years ago, when the theory of soul evolution was gaining ground, will remember the flood of materialism. There was a saying by Karl Vogt that went something like this: “The brain sweats out thoughts just as the liver sweats out bile.”
[ 13 ] Man hat in dieser Zeit materialistischer Wissenschaft versucht, Gedanken, Geist, Seele nur als Produkte des äußeren Leibesmechanismus anzusehen, versucht, den Gedanken etwa so zu erklären wie die Drehung der Zeiger der Uhr aus dem Mechanismus des Uhrwerks. Diese Anschauung hat in den letzten vierzig Jahren eine gründliche Erschütterung erfahren. Man hat gefunden, dass es ebenso unmöglich ist, aus dem Nervensystem den Geist zu erklären, wie es unmöglich ist, aus den Tasten oder Saiten des Klaviers ein Kunstwerk Mozarts oder Beethovens zu erklären. Man hat erkannt, wissenschaftlich erkannt, dass solches unmöglich ist. Erkannt wurde dieses durch die experimentelle Methode selbst. Man hat gefunden, dass, wenn ein Gehirn in einem anderen Zustand ist als während des alltäglichen Lebens, es nicht ohne alles Bewusstsein ist, sondern eine andere Art des Bewusstseins, eine andere Form der seelischen und geistigen Erscheinungen zeigt. Man hat verfolgt diese Zustände im Traumleben und dann auch bei abnormen Persönlichkeiten, und man ist zu der Überzeugung gekommen, dass das, was wir Seele nennen, in dem Gehirnmechanismus einen ganz anderen Ausdruck hat. Man hat gefunden, dass sie sich in anderer Gesetzlichkeit im Traumleben und wieder in einer anderen Gesetzlichkeit in Trance, im Somnambulismus und so weiter zeigt. Man hat dadurch erkannt, welche große Selbstständigkeit der Geist gegenüber dem Gehirnmechanismus hat. Französische Forscher haben erkannt, dass ein und dasselbe menschliche Individuum im alltäglichen Bewusstsein, wenn wir mit ihm umgehen, ganz andere Verhältnisse zeigt, als wenn wir es beobachten in einem abnormen Zustande des Gehirnes. Da gibt es eine Persönlichkeit, die das Pseudonym Leonie hat. Es hat sich bei deren Untersuchung herausgestellt, dass sie drei Bewusstseinszustände hat, dass sie in dem einem Zustande eine Persönlichkeit ist, die leicht zu Antipathien neigt, während sie in dem anderen Bewusstseinszustand ganz andere Eigenschaften zeigt. Und auch noch einen dritten Zustand konnte man bei ihr hervorrufen. Damit ist eine der Grundüberzeugungen aller religiösen Systeme gerechtfertigt, dass der Geist in dem Gehirnmechanismus nur ein Werkzeug hat und dass das, was er darin vollbringt, nur eine Ausdrucksform ist, und dass der Geist also eine Selbstständigkeit hat gegenüber dieser Ausdrucksform. Dadurch ist das theosophische Streben gerechtfertigt, die Wahrheit nicht nur zu suchen mithilfe des Gehirns, sondern auch mithilfe solcher Zustände, in die sich gewisse Persönlichkeiten versetzen können.
[ 13 ] In this age of materialistic science, attempts have been made to view thoughts, the mind, and the soul solely as products of the body’s external mechanisms—to explain thoughts, for example, in much the same way as the rotation of a clock’s hands is explained by the mechanism of the clockwork. This view has undergone a profound upheaval over the past forty years. It has been found that it is just as impossible to explain the mind through the nervous system as it is to explain a work of art by Mozart or Beethoven through the keys or strings of a piano. It has been recognized—scientifically recognized—that this is impossible. This realization came about through the experimental method itself. It has been found that when a brain is in a state different from that of everyday life, it is not entirely devoid of consciousness, but rather exhibits a different kind of consciousness, a different form of psychological and spiritual phenomena. These states have been studied in dream life and also in individuals with abnormal personalities, leading to the conviction that what we call the soul finds a completely different expression within the brain’s mechanisms. It has been found that it manifests according to different laws in dream life and yet according to still different laws in trance, somnambulism, and so on. This has led to the recognition of the great degree of autonomy the mind possesses in relation to the brain’s mechanisms. French researchers have observed that the same human individual, in everyday consciousness when we interact with them, exhibits entirely different characteristics than when observed in an abnormal state of the brain. There is a personality who goes by the pseudonym Leonie. During her examination, it became apparent that she has three states of consciousness; in one state, she is a personality who is prone to antipathy, while in another state of consciousness she exhibits entirely different characteristics. And a third state could also be induced in her. This justifies one of the fundamental beliefs of all religious systems: that the spirit has only a tool in the brain’s mechanism, that what it accomplishes within it is merely a form of expression, and that the spirit therefore possesses autonomy from this form of expression. This justifies the theosophical endeavor to seek the truth not only with the aid of the brain but also with the aid of such states into which certain individuals can enter.
[ 14 ] Das war ein Vortrag von Annie Besant, welcher im Wesentlichen zeigt, wie dasjenige ist, was auf unseren Lehrkanzeln sich einbürgert und dasjenige, was die theosophische Weltanschauung vertritt. Gerade aus solchen Vorträgen wird es klarer und klarer, dass unsere Kultur und Zivilisation von heute einmünden wird in dasjenige, was die theosophische Weltanschauung verkündigt. Diese ist in diesem Sinne ein vorgeschobener Posten, und die Zivilisation des Abendlandes wird ihr nachfolgen.
[ 14 ] This was a lecture by Annie Besant, which essentially illustrates the differences between what is becoming commonplace in our pulpits and what the Theosophical worldview advocates. It is precisely through such lectures that it becomes clearer and clearer that our present-day culture and civilization will lead to what the Theosophical worldview proclaims. In this sense, it is an outpost, and Western civilization will follow in its footsteps.
[ 15 ] Für die zwei nachfolgenden Tage wurde die Arbeit in sogenannte Departements eingeteilt. Eine reiche Anzahl von Vorträgen war angekündigt, aus allen Teilen der Welt. Man musste in verschiedenen Sälen Vorträge halten, um das ganze Material zu bewältigen. Es zeigte sich, dass die verschiedenen Vertreter der theosophischen Weltanschauung überall hin ihre Ideale verfolgt haben. In alle Wissenschaften hinein, in die Kunst und in das soziale Leben hinein erstreckt sich heute schon die Arbeit der theosophischen Studenten. Und hier hat es sich gezeigt, wie aus allen Kulturzweigen der Gegenwart die Quellen geholt werden können, die zusammenströmen in den großen Strom, dem unsere theosophische Bewegung angehört. Auch konnte man sehen, wie die theosophische Bewegung befruchtend wirkt. Was uns sonst scheinbar ohne Gehalt entgegentrat, erschien uns hier in einem Lichte, in dem sich wohl bald auch diejenigen, welche nicht der theosophischen Bewegung angehören, ihre Erkenntnisse holen werden.
[ 15 ] For the next two days, the work was organized into so-called departments. A wealth of lectures had been announced, from all parts of the world. Lectures had to be held in various halls in order to cover all the material. It became apparent that the various representatives of the Theosophical worldview had pursued their ideals far and wide. The work of Theosophical students already extends into all the sciences, into the arts, and into social life. And here it has become evident how, from all branches of contemporary culture, sources can be drawn that converge into the great current to which our Theosophical movement belongs. It was also evident how the Theosophical Movement has a fertilizing effect. What might otherwise have seemed devoid of substance appeared to us here in a light from which even those who do not belong to the Theosophical Movement will likely soon draw their insights.
[ 16 ] Die Departements waren: erstens das Departement der Wissenschaft, zweitens das Departement der vergleichenden Religionswissenschaft, drittens das Departement der Philologie, viertens das Departement der allgemeinen Menschenverbrüderung, fünftens das Departement für Okkultismus, sechstens das Departement für Philosophie, siebtens das Departement für Methoden der theosophischen Arbeit. In diesen sieben Departements wurde in den folgenden Tagen die Arbeit der theosophischen Gesellschaft geleistet.
[ 16 ] The departments were: first, the Department of Science; second, the Department of Comparative Religion; third, the Department of Philology; fourth, the Department of Universal Brotherhood; fifth, the Department of Occultism; sixth, the Department of Philosophy; and seventh, the Department of Methods of Theosophical Work. In the following days, the work of the Theosophical Society was carried out in these seven departments.
[ 17 ] Gestatten Sie mir, nur mit ein paar Strichen anzudeuten, was da geleistet wurde. Da in verschiedenen Sälen gesprochen wurde, so kann ich nicht über alles sprechen.
[ 17 ] Allow me to briefly outline what was accomplished there. Since speeches were given in various halls, I cannot speak about everything.
[ 18 ] Von Doktor Pascal wurde eine interessante Vorlesung über das Wesen des menschlichen Bewusstseins gehalten, und es zeigte sich gerade in diesem Vortrage, wie modernes Denken, moderne wissenschaftliche Anschauung allmählich die theosophischen Begriffe und Ideen umspannen will, wie sie die Begriffe, Ideen und Wahrheiten, welche Inhalt der uralten Weisheit sind, in moderner Weise auszudrücken versucht.
[ 18 ] Dr. Pascal gave an interesting lecture on the nature of human consciousness, and it was precisely in this lecture that it became apparent how modern thought and modern scientific perspectives are gradually seeking to encompass theosophical concepts and ideas, and how they are attempting to express the concepts, ideas, and truths that constitute ancient wisdom in a modern way.
[ 19 ] An zweiter Stelle gab es anregende Ausführungen unseres Münchener Mitgliedes Ludwig Deinhard. Er versuchte im Anschluss an Annie Besant, eine Anregung zu geben, und sprach zunächst über die vielfache Persönlichkeit. Das ist eben die vielfache Persönlichkeit, die uns entgegentritt in den Erscheinungen, wie sie uns entgegentreten bei dem Medium Leonie. Da haben wir es mit drei Bewusstseinszuständen zu tun, und darunter mit einem, der ganz abweicht von dem gewöhnlichen Bewusstsein des Mediums Leonie. Der Experimentator hat selbst gesagt, dass ein Medium in solchem Zustande sich an Dinge aus der Jugend erinnert, von denen es sich sonst durchaus kein Gedächtnis bewahrt hat. Das Medium zeigt auch Erinnerung für Vergangenes, das nicht in diesem jetzigen Leben stattgefunden hat, sondern in einem anderen, vorhergehenden Leben stattgefunden haben muss. Es ist dies eine Hindeutung auf Reinkarnation. Deinhard versuchte also diese Persönlichkeit darzulegen; und diejenigen Mitglieder der Gesellschaft, welche sich eines höheren Bewusstseinszustandes erfreuen, sollten einmal Veranlassung nehmen, diese Gesichtspunkte, die von der modernen Psychologie eingeschlagen werden, in ihrem höheren Bewusstsein zu verfolgen, sodass wir auf diese Weise eine Art Harmonie herstellen können zwischen dem, was die moderne Wissenschaft leistet, und dem, was der mit Hellsehen begabte Mystiker in sich selber zu erfahren in der Lage ist.
[ 19 ] Second, there were inspiring remarks by our Munich member, Ludwig Deinhard. Following Annie Besant, he sought to offer some inspiration and began by speaking about the multifaceted personality. This is precisely the multiple personality that we encounter in the séances, as we see it with the medium Leonie. Here we are dealing with three states of consciousness, including one that is entirely different from the medium Leonie’s ordinary consciousness. The experimenter himself has said that a medium in such a state recalls events from her youth of which she otherwise retains absolutely no memory. The medium also demonstrates memory of past events that did not take place in this present life, but must have occurred in another, previous life. This is an indication of reincarnation. Deinhard thus sought to explain this concept of the personality; and those members of the Society who enjoy a higher state of consciousness should take the opportunity to explore these perspectives—which are being pursued by modern psychology—within their own higher consciousness, so that in this way we may establish a kind of harmony between the achievements of modern science and what the mystic, gifted with clairvoyance, is able to experience within himself.
[ 20 ] Im Anschluss an diese Auseinandersetzung fand eine andere statt über das doppelte Bewusstsein, über das zweite Ich, welche unser Mitglied [Orage aus Leeds] abhielt.
[ 20 ] Following this discussion, another one took place on the topic of dual consciousness, or the second self, led by our member [Orage from Leeds].
[ 21 ] Dann folgte eine Reihe anderer Vorträge, welche sich mit der so wichtigen Frage der vierten Raumesdimension beschäftigten. Diese sind deshalb von so besonderer Bedeutung, weil diese Frage von den Forschern einmal gründlich studiert werden muss. Wir haben eine besonders interessante und instruktive Literatur. Über Dinge, über die man vor einiger Zeit noch gelacht hat, gibt es heute schon Bücher. In den Ausführungen über den Raum und die vierte Dimension haben wir eine Anleitung, wie sich der Mensch direkt durch äußere Experimente eine wirkliche Vorstellung bilden kann von dem, was eigentlich der Hellscher den vierdimensionalen Raum nennt. Das ist eine Anleitung, um auch dem Alltagsmenschen eine Vorstellung davon zu geben. Bisher konnte nur der Mathematiker eine solche Vorstellung gewinnen. Hier aber haben Sie durch sinnreiche Modelle die Möglichkeit, eine solche Vorstellung zu gewinnen. Wenn ich im Herbst die Modelle selbst angefertigt haben werde, so werde ich Ihnen hier einmal eine Reihe von Vorträgen darüber halten, um Ihnen zu zeigen, wie man unmittelbar am Modell eine solche Vorstellung gewinnen kann. Das war das Wissenschaftliche.
[ 21 ] This was followed by a series of other lectures dealing with the all-important question of the fourth dimension of space. These are of such particular significance because this question must one day be thoroughly studied by researchers. We have some particularly interesting and instructive literature. There are already books today on topics that people used to laugh at not so long ago. In the discussions about space and the fourth dimension, we have a guide on how people can form a real mental image—directly through external experiments—of what Hellscher actually calls four-dimensional space. This is a guide designed to give even the average person an idea of it. Until now, only mathematicians could gain such a mental image. Here, however, through ingenious models, you have the opportunity to gain such a mental image. Once I have constructed the models myself this fall, I will give you a series of lectures on the subject here to show you how one can gain such a mental image directly from the model. That was the scientific part.
[ 22 ] Das zweite Departement war das über die vergleichenden Religionen. Hier war besonders bedeutsam ein indischer Vortrag über die Zukunft der Religionen.
[ 22 ] The second department was the one on comparative religion. Of particular significance here was an Indian lecture on the future of religions.
[ 23 ] Dann folgte das dritte Departement über die Philologie. Es gab da einzelne sehr interessante Abhandlungen, die uns wichtige Aufschlüsse geben können über die Entwicklung verschiedener Begriffe. Auf Einzelheiten kann ich hier nicht eingehen. Das Jahrbuch wird über diese Vorträge näheren Aufschluss bringen.
[ 23 ] Next came the third section on philology. There were several very interesting papers that can provide us with important insights into the development of various concepts. I cannot go into detail here. The yearbook will provide further information on these presentations.
[ 24 ] Dann kam das vierte Departement über die Verbrüderungsidee. Und dann das fünfte Departement über Okkultismus. Da hielt Misses Annie Besant wieder eine Rede. Sie sprach über das Wesen des Okkultismus. Ich kann nur in kurzen Zügen auf den Inhalt dieser außerordentlich wichtigen Rede eingehen. Die Rednerin ging aus von einem Ausspruche von Frau Blavatsky, die sagte, dass der Okkultismus die Erkenntnis davon ist, dass der universelle Weltengeist alle Dinge hervorgebracht hat, dass wir in allen Dingen einen Ausdruck, eine äußere Form eines universellen Geistes suchen müssen, und dass derjenige, welcher diesen Universalgeist sucht, und zu den Methoden und Hilfsmitteln gelangt, diesen Geist zu finden, Okkultist ist. Es ist hier in abstrakter Form gesagt, was Okkultismus ist, aber es ist nicht so leicht, im Einzelnen genau das Wesen des Okkultismus anzugeben. Der Mensch sieht um sich her die stofflichen Dinge, die er von Kräften beherrscht sieht, welche wir Naturkräfte nennen: Elektrizität, Wärme, Licht und so fort. Dann sieht er die Erscheinungen beherrscht von den Naturgesetzen, von dem Gesetz der Schwere, von dem Gesetz der Anziehung und Abstoßung, von dem Gesetz der Kausalität, von den Gesetzen des Lebens. Materielle Kräfte und Gesetze sind dasjenige, was die gewöhnliche Wissenschaft uns von der Welt zu überliefern im Stande ist. Der Okkultist unterscheidet sich von den gewöhnlichen Wissenschaftlern dadurch, dass ihm noch etwas anderes aufgeht über die Kräfte und etwas anderes über das Gesetz. Er kommt erfahrungsgemäß durch die Methoden, die er anzuwenden in der Lage ist, dazu, dasjenige, was hinter den Kräften in der Welt sich verbirgt, was okkult ist, zu schauen, wahrzunehmen. Und wenn er das, was hinter den Kräften sich verbirgt, wahrnimmt, dann sind das nicht wieder Kräfte, nicht solche Dinge, die man mit dem gewöhnlichen, alltäglichen Bewusstsein wahrnehmen kann, sondern es sind Wesen, Wesen höherer ‚Art, welche den sogenannten höheren Welten angehören. Der Okkultist steigt von der Kraftnatur auf zur Wesenheitsnatur, von der Kraftnatur zu den schaffenden Wesenheiten. Er gelangt dahin durch unmittelbares Schauen. Er erkennt die Bildner der Welt. Die Kräfte, die der gewöhnliche Mensch davon als Ausdrucksmittel sieht, sind nur die äußeren Projektionen, der äußere Schatten und Abglanz dieser Bildner der Welt. Und wo die gewöhnliche Wissenschaft versagt, da steigt der Okkultist auf zu Wesenheiten von noch erhabenerer Art, zu Wesenheiten, welche von der Bildnernatur sich hinauferstrecken bis zu den sogenannten Logoi. Diese sind für den Okkultisten dasjenige, was sich verbirgt hinter dem, was die Wissenschaft Gesetze nennt. Der Wissenschaftler erkennt die materiellen Kräfte, die materiellen Gesetze, der Okkultist sieht die höheren Wesenheiten, die bildenden Wesenheiten, die er kennenlernt als die Bewirker und Ausgestalter der Naturkräfte. Er lernt die Logoi erhabenster Art kennen, welche sich äußerlich nur zeigen in dem Dasein der die Him melsräume durchdringenden Weltgesetze. Damit der Okkultist zu diesen Anschauungen kommen kann, muss er eine sorgfältige Schulung und mannigfaltige Prüfungen durchmachen. Sie bestehen in zweierlei: erstens, das Bewusstsein des Menschen zu erweitern, den Horizont zu erweitern über diese sinnliche, physische Welt hinaus; und zweitens, in der Entwicklung von Sinnen, welche jene höheren Welten ebenso wahrnehmen können wie die äußeren Augen und Ohren die äußere physische Welt.
[ 24 ] Then came the fourth department, on the idea of brotherhood. And then the fifth department, on occultism. There, Miss Annie Besant gave another speech. She spoke about the nature of occultism. I can only briefly touch on the content of this extraordinarily important speech. The speaker began with a statement by Madame Blavatsky, who said that occultism is the realization that the universal world spirit has brought all things into being, that we must seek in all things an expression, an outer form, of a universal spirit, and that whoever seeks this universal spirit and arrives at the methods and means to find it is an occultist. This describes what occultism is in abstract terms, but it is not so easy to specify the exact nature of occultism in detail. Human beings look around at the material things they see, which are governed by forces we call natural forces: electricity, heat, light, and so on. Then they see phenomena governed by the laws of nature—the law of gravity, the law of attraction and repulsion, the law of causality, and the laws of life. Material forces and laws are what conventional science is able to convey to us about the world. The occultist differs from ordinary scientists in that he gains insight into something else regarding the forces and something else regarding the laws. Through experience and the methods he is able to apply, he comes to see and perceive what lies hidden behind the forces in the world—that which is occult. And when he perceives what lies hidden behind the forces, these are not forces again—not things that can be perceived with ordinary, everyday consciousness—but rather beings, beings of a higher “kind,” who belong to the so-called higher worlds. The occultist ascends from the realm of forces to the realm of beings, from the realm of forces to the creative beings. He reaches this realm through direct perception. He recognizes the creators of the world. The forces that the ordinary person perceives as their means of expression are merely the outer projections, the outer shadows and reflections of these creators of the world. And where ordinary science fails, the occultist ascends to beings of an even more sublime nature—to beings that extend upward from the nature of the world-formers all the way to the so-called Logoi. For the occultist, these are that which lies hidden behind what science calls laws. The scientist recognizes the material forces and the material laws; the occultist perceives the higher beings—the formative beings—whom he comes to know as the agents and shapers of the forces of nature. He comes to know the Logoi of the most sublime order, who manifest themselves externally only in the existence of the world laws that permeate the celestial realms. In order for the occultist to arrive at these insights, he must undergo careful training and undergo manifold trials. These consist of two things: first, expanding human consciousness and broadening one’s horizon beyond this sensory, physical world; and second, developing senses that can perceive those higher worlds just as the physical eyes and ears perceive the external physical world.
[ 25 ] Ehe der Mensch die Erweiterung des Bewusstseins suchen kann, muss er eine sorgfältige Gedankenkontrolle üben. Ohne diese geht es keinen Schritt weiter im Okkultismus. Der Mensch des Alltags wird von seinen Gedanken beherrscht, der Okkultist aber muss seine Gedanken beherrschen. Ehe man es dazu gebracht hat, dass kein Gedanke, keine Bewegung, keine Emotion ins Bewusstsein schleicht, ehe man sie rufen und kontrollieren kann, eher können wir keinen Zugang finden zu dem Okkultismus. Eine vollständige Kontrolle der Gedanken, die den Menschen zum Herrn dieser macht, ist notwendig. Würde der Mensch ohne diese Kontrolle in die okkulten Gebiete eindringen, so würde er große Nachteile haben. Die gewöhnliche Kraft reicht gerade hin, um die Gedanken zusammenzuhalten. Würde der Mensch nur mit dieser Gedankenkraft in das Okkulte eintreten, so würde sie durch die im Astralen auf sie einstürmenden Kräfte zerstört werden. Wenn der Mensch vollständige Gedankenkontrolle erreicht hat, wenn keine Emotion bei ihm mehr Zugang hat, dann kann er die höheren Sinne, die Sinne für das höhere Wahrnehmen entwickeln. Das ist wieder eine prüfungsreiche Schulung. Da treten an uns heran alle die Gefahren, die der Okkultist wohl kennt. Wessen Sinn erwacht ist auf dem geistigen Gebiet, der weiß, dass er von seinen eigenen Wünschen und Leidenschaften zunächst in der furchtbarsten Weise geplagt wird. Begierden, Lust und Schmerz strömen fortwährend aus. Wir sehen sie und halten sie für objektive Gebilde. Da ist eine Schwierigkeit, diese zu unterscheiden von den wirklich objektiven Dingen. Dieses zu unterscheiden, lernt man erst durch sorgfältige strenge Schulung.
[ 25 ] Before a person can seek to expand their consciousness, they must exercise careful control over their thoughts. Without this, one cannot take a single step forward in the occult. The everyday person is controlled by their thoughts, but the occultist must control their thoughts. Until one has reached the point where no thought, no movement, and no emotion creeps into consciousness before one can summon and control them, we cannot gain access to the occult. Complete control of the thoughts—which makes a person the master of them—is necessary. If a person were to enter the occult realms without this control, they would suffer great disadvantages. Ordinary mental strength is barely sufficient to keep thoughts in check. If a person were to enter the occult realm relying solely on this mental strength, it would be destroyed by the forces rushing at them from the astral plane. When a person has achieved complete control over their thoughts, when no emotion can gain access to them anymore, then they can develop the higher senses—the senses for higher perception. This, too, is a training fraught with trials. Here we face all the dangers that the occultist knows well. Those whose senses have awakened in the spiritual realm know that they are initially tormented in the most terrible way by their own desires and passions. Desires, pleasure, and pain flow forth ceaselessly. We see them and regard them as objective entities. It is difficult to distinguish them from truly objective things. One learns to make this distinction only through careful, rigorous training.
[ 26 ] Eine weitere Gefahr besteht darin, dass uns feindliche Mächte bedrohen, denen wir ausgesetzt sind. Auch diese Gefahr müssen wir bannen lernen. Ferner müssen wir lernen, die einzelnen Fratzen und Fragmente, die sich uns darbieten, nicht für erschöpfende Wirklichkeit zu halten. Strengste Schulung wird da gefordert, damit der Mensch auf sicheren Füßen geht, wenn er die Welt verlässt, nämlich die physische. Vor allen Dingen muss der Okkultist in sich ausgemerzt haben alle persönlichen Wünsche und Leidenschaften. Nichts muss er für sich selbst nur wollen. Alles muss er in den Dienst einer großen Sache stellen, die nur er kennt und die er vielleicht nicht einmal aussprechen kann. Ist er in diesem Sinne wunschlos geworden, dann wird, wenn sein Bewusstsein erweitert ist und wenn seine Sinne entwickelt sind, etwas an ihn herantreten, was man die Stimme des Meisters nennt. Diese tritt nicht eher an uns heran, bis wir gelernt haben, sie zu unterscheiden von den anderen Stimmen. Ist er so weit, dann kann er durch die engere Pforte gehen, dann ist er für die Initiation, für die Einweihung reif. Nur wer einen solchen Pfad wirklich durchmacht, ist ein Okkultist. Dem enthüllen sich die erhabenen göttlichen Wesenheiten, die in der niederen Welt sich nur als Gesetze darstellen.
[ 26 ] Another danger lies in the hostile forces that threaten us and to which we are exposed. We must learn to overcome this danger as well. Furthermore, we must learn not to regard the individual distortions and fragments that present themselves to us as the whole of reality. The strictest training is required here so that a person may walk on sure footing when leaving the world—namely, the physical world. Above all, the occultist must have eradicated from within himself all personal desires and passions. He must not want anything solely for himself. He must place everything in the service of a great cause that only he knows and that he may not even be able to articulate. Once he has become free of desire in this sense, then—when his consciousness is expanded and his senses are developed—something will approach him that is called the voice of the Master. This voice does not approach us until we have learned to distinguish it from other voices. Once he has reached this stage, he can pass through the narrow gate; then he is ripe for initiation. Only those who truly traverse such a path are occultists. To them are revealed the sublime divine beings who, in the lower world, manifest themselves only as laws.
[ 27 ] Dieser dritte Vortrag ergänzte sich mit den zwei ersten in außerordentlicher Weise. Darf ich sagen, dass in dem ersten Vortrage das Gemüt zur Begeisterung erhoben wurde, dass in dem zweiten Vortrag ein Wissen war, das zu erleuchten weiß, so darf ich auch sagen, dass Annie Besant in dem dritten Vortrag, wo sie über den Okkultismus sprach, den Willen, diese Wurzel des Seins, heiligte.
[ 27 ] This third lecture complemented the first two in an extraordinary way. If I may say that the first lecture stirred the spirit to enthusiasm, and that the second lecture offered knowledge capable of enlightening, then I may also say that in the third lecture, in which she spoke about occultism, Annie Besant sanctified the will—that root of being.
[ 28 ] Anschließend an diesen Vortrag hatten wir die Verlesung eines Vortrages über Okkultismus von Leadbeater. Nur einen einzigen Punkt will ich hervorheben. Es wurde gesagt, dass darüber Versuche gemacht worden sind, wie sich die musikalischen Formen in dem Astralraum ausnehmen. Wenn sie in einem Raume eine Mozart’sche oder eine Beethoven’sche Musikschöpfung ertönen lassen, dann können Sie, wenn Sie astral hörend sind, sehend sind, die Formen in der Astralwelt sehen, in denen sich das eine und andere Kunstwerk ausprägt. Wie die Linien und Formen einer wunderbaren Architektur, so nehmen sich die Linien und Formen eines musikalischen Kunstwerkes im Astralraum aus. Diese astrale Architektur der Musik wurde insbesondere in Amerika erforscht.
[ 28 ] Following this lecture, we had a reading of a lecture on occultism by Leadbeater. I would like to highlight just one point. It was mentioned that experiments have been conducted to determine what musical forms look like in the astral realm. When a musical composition by Mozart or Beethoven is played in a room, those with astral hearing and vision can see the forms in the astral world through which these works of art manifest themselves. Just like the lines and forms of marvelous architecture, so do the lines and forms of a musical work of art appear in the astral realm. This astral architecture of music has been researched particularly in America.
[ 29 ] Am nächsten Tage, am Dienstag, hatten wir noch das wissenschaftliche Departement zu absolvieren, und das Departement für die Methoden der Arbeit. Im wissenschaftlichen Departement habe ich über Mathematik und [Okkultismus] gesprochen. Ich versuchte dabei zu zeigen, wie es gekommen ist, dass Platon von seinen Schülern einen mathematischen Kurs über die Grundbegriffe der Mathematik verlangte, bevor er sie zu
[ 29 ] The next day, Tuesday, we still had to complete the science section and the section on work methods. In the scientific department, I spoke about mathematics and [occultism]. I tried to show how it came to be that Plato required his students to take a mathematics course on the basic concepts of mathematics before he admitted them to
[ 30 ] seinen Lehrsälen zuließ, warum die Gnostiker die Mathematik geradezu «Mathesis» genannt haben und warum Pythagoras das Wesen der Welt, soweit es durch den Menschen erkennbar ist, in den Zahlen suchte. Ich suchte zu zeigen, dass dasjenige, was in diesen alten Zeiten gelehrt worden ist, keineswegs die abstrakte Mathematik von heute ist, sondern dass sie in der Mathematik eine unmittelbare, intuitive Anschauung vor sich hatten, so wie derjenige, der ein Musikstück hört, die Tonverhältnisse nicht mathematisch ausrechnet, sondern in einem Meer von Tönen wahrnimmt, so nimmt auch der Okkultist diese Sachen wahr. Sphärenmusik haben es die Alten genannt. Die sinnlichkeitsfreie, mathematische Anschauung lässt in ihrer Intuition eine Musik höherer intuitiver Art aufgehen. Er nimmt wahr die drei Arten okkulter Erkenntnisse, die bei dem Okkultisten gleichmäßig vorhanden sind, die materiellen, die verstandesmäßigen und das Wahrnehmen großer musikalischer Verhältnisse, die auf Zahlen und Zahlenverhältnissen beruhen. Von diesem kann sich nur derjenige einen Begriff machen, welcher weiß, was die Gnostiker mit Mathesis gemeint haben. Ein Umschwung ist eingetreten seit Newton, durch den die Infinitesimal- und Integral-Rechnung gefunden worden ist. Mit unendlich kleinen und unendlich großen Größen kann man seit der Zeit rechnen. Der gewöhnliche Mathematiker gelangt nicht hinein in dieses unendlich Kleine und dieses unendlich Große. Das kann nur verstehen, wer es weiß und in der Lage ist, es in sich lebendig zu machen. Der kann sich dann auch frei machen durch ein mathematisches Mittel. Und so kann er als Mathematiker den Zugang zu den okkulten Welten finden und einen Beitrag für sie liefern. Ich zeigte dann, wie in der Zeit, wo man Platons und Pythagoras’ Sphärenmusik verloren hatte und Galilei und Newton ihren Einfluss übten, die Sinnenwelt eroberte, die physischen Naturgesetze entdeckte, die Mathematik eine andere wurde und man der Mathematik selbst sich bemächtigte. Früher kannte man die endliche Mathematik. Seit Newton und Leibniz hat man die Mathematik des Unendlichen. Wer sich damit beschäftigt, der gelangt zum okkulten, intuitiven Schauen. Er gelangt zur Umkehr, zum Zug nach oben. Frei wird er von alledem, was in der sinnlich-materiellen Welt zu ihm spricht. Und in seinem Astralkörper tritt etwas ganz Eigentümliches ein. Wer die mathematischen Begriffe wirklich erfasst, lebendig erfasst, dessen Gedankenformen werden ganz andere. Jede Gedankenform, welche von Sinnlichkeit beeinflusst ist, erscheint wie mit einem Hauch abgeschlossen. Dann prallt sie von außen zurück. Wenn sie aber sinnlichkeitsfrei ist, öffnet sich die Gedankenform und umschließt jedes Ding dann mit ihrer Gedankenform. Alles Antipathische hat sich in Sympathisches verwandelt. Sie sind auf diese Weise Okkultist geworden. Dieses ist ein Beitrag, ein Versuch, um von einem besonderen Zweig der Wissenschaft zum Okkultismus zu kommen.
[ 30 ] admitted into his lecture halls, why the Gnostics called mathematics “Mathesis,” and why Pythagoras sought the essence of the world—insofar as it is knowable to humans—in numbers. I sought to show that what was taught in those ancient times is by no means the abstract mathematics of today, but rather that they had before them a direct, intuitive perception of mathematics—just as someone who listens to a piece of music does not calculate the tonal relationships mathematically but perceives them in a sea of sounds; so too does the occultist perceive these things. The ancients called it “sphere music.” The senseless, mathematical perception gives rise in its intuition to a music of a higher, intuitive kind. One perceives the three kinds of occult knowledge that are equally present in the occultist: the material, the intellectual, and the perception of great musical ratios based on numbers and numerical ratios. Only those who know what the Gnostics meant by “mathesis” can grasp this concept. A turning point occurred with Newton, who discovered infinitesimal and integral calculus. Since then, it has been possible to calculate with infinitely small and infinitely large quantities. The ordinary mathematician does not penetrate into this infinitely small and this infinitely large. Only those who know it and are able to bring it to life within themselves can understand it. They can then also liberate themselves through a mathematical means. And thus, as mathematicians, they can find access to the occult worlds and make a contribution to them. I then showed how, in the era when Plato’s and Pythagoras’s “music of the spheres” had been lost and Galileo and Newton were exerting their influence, the sensory world was conquered, the physical laws of nature were discovered, mathematics took on a different form, and people came to master mathematics itself. In the past, people were familiar with finite mathematics. Since Newton and Leibniz, we have had the mathematics of the infinite. Those who engage with it arrive at occult, intuitive vision. They arrive at a reversal, at an upward movement. They become free from everything that speaks to them in the sensory-material world. And something quite peculiar occurs in their astral body. Those who truly grasp mathematical concepts—grasp them vividly—will find that their thought forms become entirely different. Every thought-form influenced by the senses appears as if sealed off by a veil. It then rebounds from the outside. But when it is free from the senses, the thought-form opens up and then envelops every thing with its own thought-form. Everything antipathetic has been transformed into something sympathetic. In this way, you have become an occultist. This is a contribution, an attempt to arrive at occultism from a particular branch of science.
[ 31 ] Dann wurde von einem Franzosen über den Rhythmus in der Welt gesprochen und [von Bhagavän Dâs, Benares, wurde eine Abhandlung über die Beziehung zwischen Selbst und Nicht-Selbst verlesen]. Fichte, Schelling und Hegel sind für die moderne Wissenschaft selbst ein Buch mit sieben Siegeln. Es wäre befriedigend, wenn aus dem sinnigen Denken Indiens heraus eine Umwandlung unserer ganz gewaltigen deutschen Philosophie geschehen würde.
[ 31 ] Then a Frenchman spoke about rhythm in the world, and [Bhagavân Dâs of Benares read a treatise on the relationship between the Self and the non-Self]. Fichte, Schelling, and Hegel are a complete mystery even to modern science. It would be gratifying if India’s profound thinking were to bring about a transformation of our truly formidable German philosophy.
[ 32 ] Aus dem Departement über die Methoden des theosophischen Arbeitens muss hervorgehoben werden der Vortrag, den Misses [Hooper, London,] gehalten hat und der sympathisch ist wegen eines gewissen Umschwunges in der äußeren Art, wie diese Wesenheit die Theosophie in der Welt vertritt. Diejenigen, welche meinen Bericht über den Londoner theosophischen Kongress gehört haben, werden sich erinnern, dass ich erwähnen musste, dass das Christentum dabei fast eine vollständige Ablehnung erfahren hat. Diese Ablehnung des Christentums ist jetzt einem völligen Verständnis desselben gewichen, sodass wir lernen, nicht bloß mit indischen und mohammedanischen Ausdrücken zu reden, sondern auch uns bemühen zu enthüllen den unendlich tiefen Wahrheitskern der Bibel, des Alten und Neuen Testamentes. Und da stellte sich etwas heraus, wovon die neuere Zeit bis in unsere Tage herein wenig wusste. Es stellte sich heraus, dass die Bibel eine tief esoterische Schrift ist, und dass die tiefsten Wahrheiten, die ihr zugrunde liegen, auch der Ausdruck sind für die theosophischen Wahrheiten. Staunen und bewundern muss derjenige, der versteht, was in diesem Buche verborgen ist an Okkultem, und er muss sich sagen: Erst jetzt erkenne ich, was die Bibel ist. Von solchen Gefühlen belebt wird Misses Hooper gewesen sein, als sie sagte: Der Kern war immer derselbe, aber die Formen haben sich geändert. - Wir finden in der Bibel und im Christentum Symbole von einer Tiefe und einer Prägnanz und Eindringlichkeit, dass wir ganz aus der Bibel sprechen können, wenn wir die theosophischen Lehren vertreten. Jetzt konnten wir während des theosophischen Kongresses in Amsterdam beobachten, wie innerhalb der theosophischen Bewegung bereits eine Strömung da ist zur Wiederbelebung des Johannes-Evangeliums. Darüber werde ich noch am nächsten Montag sprechen.
[ 32 ] From the section on the methods of theosophical work, special mention must be made of the lecture given by Misses [Hooper, London,] which is noteworthy for a certain shift in the outward manner in which this entity represents theosophy in the world. Those who have heard my report on the London Theosophical Congress will recall that I had to mention that Christianity was met with almost complete rejection there. This rejection of Christianity has now given way to a complete understanding of it, so that we are learning not only to speak in Indian and Muslim terms, but also to strive to reveal the infinitely deep core of truth in the Bible, the Old and New Testaments. And there emerged something of which modern times, right up to the present day, knew very little. It turned out that the Bible is a deeply esoteric text, and that the deepest truths underlying it are also an expression of theosophical truths. Anyone who understands what is hidden in this book in terms of the occult cannot help but be amazed and filled with admiration, and must say to themselves: Only now do I recognize what the Bible truly is. Misses Hooper must have been inspired by such feelings when she said: “The core has always been the same, but the forms have changed.”—We find in the Bible and in Christianity symbols of such depth, conciseness, and power that we can speak entirely from the Bible when we present theosophical teachings. Now, during the Theosophical Congress in Amsterdam, we were able to observe that a current toward the revival of the Gospel of John is already present within the Theosophical Movement. I will speak more about this next Monday.
[ 33 ] Der Kongress wurde geschlossen am Dienstag-Nachmittag. Misses Annie Besant konnte in wenigen prägnanten Worten zusammenfassen, was wir alle während dieser Kongresstage empfunden hatten, dass sich tatsächlich unsere holländischen Brüder, die in der theosophischen Bewegung so große Fortschritte gemacht haben, alle Mühe gegeben haben, diesen Kongress zu einem würdigen zu machen, dass sie umsichtig und energisch vorgegangen sind.
[ 33 ] The convention concluded on Tuesday afternoon. Miss Annie Besant was able to summarize in a few concise words what we had all felt during the days of the convention: that our Dutch brothers, who have made such great progress in the Theosophical Movement, had indeed spared no effort to make this convention a worthy one, and that they had proceeded with both prudence and energy.
[ 34 ] Die Holländer haben ein kleines Land, aber ein großes Herz, und es ist besser, wenn man ein kleines Land und ein großes Herz hat, als wenn das Umgekehrte der Fall ist.
[ 34 ] The Dutch have a small country but a big heart, and it is better to have a small country and a big heart than the other way around.
[ 35 ] Am Abend gab es noch Danksagen und einen Vortrag über die Aura. Zwischen den einzelnen Veranstaltungen kamen noch künstlerische Darbietungen. Alle Chormitglieder und alle Deklamatoren waren nur aus Mitgliedern der Theosophischen Sektion in Holland genommen, sodass wir von Holland sagen müssen, dass die Mitglieder in den letzten Jahren erfreuliche Fortschritte gemacht haben. Wir dürfen daher sagen, dass dieser Kongress ein außerordentlich würdiger Ausdruck für die theosophische Bewegung war und dass wir mit großem Enthusiasmus und großem Interesse dem Wiedersehen in London entgegensehen. Das Symbol der Bewegung trat mir entgegen in einem kleinen Erlebnis. Wir suchten das Geburtshaus Spinozas auf. Es ist ein kleines Häuschen. Keine Tafel, kein Erinnerungszeichen ist daran. Dagegen sind schmutzige Geschäfte darin. Man könnte sagen, dass dies pietätlos sei. Mir kam ein anderer Gedanke. An den großen Geist Spinozas erinnert nichts, was zeitlich ist. In den Fortschritten des Geistes liegt das Ewige.
[ 35 ] In the evening, there were expressions of gratitude and a lecture on the aura. Artistic performances took place between the individual events. All choir members and reciters were drawn exclusively from the members of the Theosophical Section in Holland, so we must say that the members in Holland have made gratifying progress in recent years. We may therefore say that this congress was an exceptionally dignified expression of the Theosophical Movement and that we look forward with great enthusiasm and interest to the reunion in London. The symbol of the Movement came to me in a small experience. We visited Spinoza’s birthplace. It is a small cottage. There is no plaque or commemorative marker on it. Inside, however, there are shabby shops. One might say that this is irreverent. But another thought occurred to me: nothing temporal serves as a reminder of Spinoza’s great spirit. The eternal lies in the progress of the spirit.
