The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250
30 October 1904, Berlin
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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
15. Protokoll der zweiten Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft
15. Minutes of the Second General Assembly of the German Section of the Theosophical Society
[ 1 ] Gegen halb elf Uhr eröffnete Dr. Steiner als Generalsekretär der Deutschen Sektion die zweite ordentliche Generalversammlung, begrüßte die Gäste und Vertreter der auswärtigen Zweige und hielt dann eine kurze einleitende Ansprache, in der folgende Punkte berührt wurden.
[ 1 ] At around 10:30 a.m., Dr. Steiner, as Secretary General of the German Section, opened the second regular general assembly, welcomed the guests and representatives of the foreign branches, and then delivered a brief introductory address in which he touched on the following points.
[ 2 ] Zunächst machte er auf die Bedeutung der Theosophischen Gesellschaft aufmerksam, wies dann auf die Aufgabe hin, welche die Mitglieder zu erfüllen haben in der Entwicklung der Menschheit, zeigte dann das Verhältnis, in dem die Theosophische Gesellschaft zu der ihr zugrunde liegenden okkulten Bewegung steht, und betonte, dass sich unsere ganze Organisation in den Dienst derjenigen Kräfte zu stellen hat, die auf den verborgenen Planen tätig sind. Misserfolg, Anfeindung, Hindernisse irgendwelcher Art, nichts davon wird ihn und darf uns beirren.
[ 2 ] First, he drew attention to the significance of the Theosophical Society; then he pointed out the task that members must fulfill in the development of humanity; next, he explained the relationship between the Theosophical Society and the occult movement upon which it is based; and finally, he emphasized that our entire organization must place itself in the service of those forces that are active on the hidden planes. Failure, hostility, obstacles of any kind—none of these will deter him, nor should they deter us.
[ 3 ] Sodann gedachte er des Besuches und der Vorträge von Mrs Annie Besant, von denen ein Strahl der Erhebung und des Lichtes ausging, sprach von der Bedeutung des in Mitteleuropa schlummernden mystischen Geisteslebens für den Fortschritt der Theosophie.
[ 3 ] He then recalled the visit and lectures of Mrs. Annie Besant, from which a ray of inspiration and light emanated, and spoke of the significance of the mystical spiritual life lying dormant in Central Europe for the progress of Theosophy.
[ 4 ] Endlich gedachte er noch seines Besuches des Theosophischen Kongresses in Dresden, der von den sogenannten sezessionistischen Gesellschaften veranstaltet war. Weil dieser Punkt von prinzipieller Bedeutung ist, mögen die Ausführungen in fast wörtlicher Wiedergabe folgen:
[ 4 ] Finally, he recalled his visit to the Theosophical Congress in Dresden, which had been organized by the so-called secessionist societies. Because this point is of fundamental importance, the remarks are reproduced here almost verbatim:
[ 5 ] «Bevor wir zu den spezielleren Berichten übergehen, möchte ich mich mit kurzen Worten für meine Teilnahme an dem TheosophenKongress in Dresden rechtfertigen und die Art und Weise darlegen, wie ich die Sache auffasse. Das, was mich als Theosoph bewogen hat, in Dresden zu sprechen, ist etwas, wofür ich äußerlich keine Rechenschaft geben kann, wofür ich auch glaube, unmittelbare Rechenschaft nicht schuldig zu sein. Ich hätte unter keinen Umständen diese Teilnahme ungeschehen lassen können. Was aber verlangt werden kann, ist eine Rechtfertigung dieser Tatsache der Teilnahme als Generalsekretär der Deutschen Sektion.
[ 5 ] “Before we move on to the more specific reports, I would like to briefly explain my participation in the Theosophical Congress in Dresden and outline my perspective on the matter. What motivated me, as a Theosophist, to speak in Dresden is something for which I cannot give an external account—and for which I do not believe I am directly accountable. Under no circumstances could I have prevented myself from participating. What can be demanded, however, is a justification for this participation in my capacity as General Secretary of the German Section.
[ 6 ] Ich fasse unsere Stellung zu der sogenannten sezessionistischen Bewegung so auf, dass wir dieser Bewegung gegenüber immer scharf betonen müssen, dass das absolute Recht, den Namen der Theosophischen Gesellschaft zu führen, das Siegel unserer Gesellschaft zu benützen und die Kontinuität mit der Begründung zu behaupten, niemand anders zukommt als unserer Gesellschaft. Keine andere Gesellschaft hat das Recht, sie für sich in Anspruch zu nehmen. Nun fragt es sich aber: Wie müssen wir uns zu den Theosophen stellen, die diesen Titel unberechtigterweise führen? Worauf ist es zurückzuführen, dass sie ihn führen? Auf einen Irrtum; denn wer dies rechtfertigt oder vielmehr zu rechtfertigen sucht, ist eben in einem Irrtum. Ob dieser Irrtum mehr oder weniger bewusst ist, ob er moralisch oder intellektuell zu beurteilen ist, das geht uns nichts an. Die Mitglieder solcher Gesellschaften stehen daher in demselben Verhältnis zu uns wie jeder andere Mensch in der Welt. Wir haben ihnen zu helfen, wir haben ihnen unsere theosophische Arbeit zugute zu bringen, wir haben uns ihnen gegenüber so zu verhalten, wie wenn wir gar nicht wüssten, dass sie den Titel [ 6 ] I understand our position regarding the so-called secessionist movement to be that we must always emphatically stress to this movement that the absolute right to bear the name of the Theosophical Society, to use our Society’s seal, and to claim continuity with its founding belongs to no one other than our Society. No other society has the right to claim these for itself. But the question now arises: How should we relate to theosophists who bear this title without justification? To what is it attributable that they bear it? To an error; for whoever justifies this—or rather, seeks to justify it—is simply in error. Whether this error is more or less conscious, whether it is to be judged morally or intellectually, is none of our concern. The members of such societies therefore stand in the same relationship to us as any other person in the world. We must help them; we must share our theosophical work with them; we must treat them as if we did not even know that they bear the title “Theosophical Society.” [ 7 ] Wenn irgendjemand zu uns kommt und Hilfe verlangt, die im Sinne unserer Gesellschaft gegeben werden muss, dann haben wir uns in absoluter Brüderlichkeit zu den Mitgliedern dieser Gesellschaft zu verhalten und alles zu tun, was wir auch jedem anderen Menschen gegenüber tun würden. Unbeschadet dessen, was wir tun, werden wir es dadurch am besten dahin bringen, sie nach und nach von ihrem Irrtum zu überzeugen. In diesem Sinne habe ich meine Teilnahme aufgefasst. Den Vortrag, den ich gehalten habe, habe ich so gehalten, dass er in jeder anderen Gesellschaft, sei es Radfahrerbund oder Rauchklub oder irgendeine andere Gesellschaft, hätte ebenso gehalten werden können. Was irgendjemand sucht bei mir als Mensch, das werde ich jederzeit tun. Etwas anderes ist es aber, ob wir uns an den Organisationen aktiv beteiligen. [ 7 ] If anyone comes to us asking for help that must be provided in accordance with the principles of our society, then we must treat the members of this society with absolute brotherhood and do everything we would do for any other person. Regardless of what we do, this is the best way to gradually convince them of their error. This is how I understood my participation. I delivered the talk I gave in such a way that it could just as easily have been given in any other organization—be it a cycling club, a smoking club, or any other group. Whatever anyone seeks from me as a human being, I will do at any time. However, it is a different matter entirely whether we actively participate in these organizations. [ 8 ] Das ist eine wesentlich andere Frage, und dies bitte ich, scharf zu unterscheiden. Würden wir uns an deren Arbeiten beteiligen, so wären wir auf dem Standpunkte, dass wir mitwirkten an dem, was die anderen Mächte gegen unsere Organisation veranstalten. [ 8 ] That is a fundamentally different matter, and I ask that a clear distinction be made here. If we were to participate in their activities, we would be taking the position that we are contributing to what the other powers are organizing against our organization. [ 9 ] Ich habe mich daher im Sinne dieser Auffassung an nichts beteiligt, trotzdem ich während des ganzen Kongresses in Dresden anwesend war. Ich habe geschrieben, dass ich vormittags in Dresden ankomme, [ich habe] mich aber an den geschäftlichen Verhandlungen nicht beteiligt. Diese Auffassung macht meiner Meinung nach einzig und allein möglich, zur Klarheit in dieser Sache zu kommen. [ 9 ] I therefore did not participate in anything in line with this view, even though I was present in Dresden throughout the entire congress. I wrote that I arrived in Dresden in the morning, but [I] did not participate in the business negotiations. In my opinion, this view is the only way to achieve clarity on this matter. [ 10 ] Wenn irgendetwas verlangt wird zum Fortschritt und zum Wohle der Menschheit, arbeiten wir selbstlos mit. Wenn wir aber versteckt gleichsam gegen unsere eigene Organisation arbeiten sollen, können wir logischerweise nicht mittun. Das ist mein prinzipieller Standpunkt und dessen Praxis in meinem Verhalten in Dresden.» [ 10 ] If anything is required for the progress and well-being of humanity, we will cooperate selflessly. But if we are expected to work covertly against our own organization, so to speak, we logically cannot go along with it. That is my position of principle, and that is how I have acted in Dresden.» [ 11 ] Vertretung der Zweige: [ 11 ] Representation of the branches: [ 12 ] Es wird die Frage aufgeworfen, ob ein Zweig mit zum Beispiel drei Stimmen diese auf eine Person übertragen kann oder ob jede einzelne Stimme von einer Person abgegeben werden muss. [ 12 ] The question arises as to whether a branch with, for example, three votes can assign them to a single person, or whether each individual vote must be cast by a separate person. [ 13 ] Die Diskussion zeitigte zwei Anträge: [ 13 ] The discussion resulted in two motions: [ 14 ] Erster Antrag Hubo: «Die Zweige sind verpflichtet, die Stimmen in eine Hand zu legen.» [ 14 ] Hubo's first motion: “The branches are required to pool their votes.” [ 15 ] Zweiter Antrag [Löhnis]: «Es bleibt den Zweigen freigestellt, ihre Stimmen in eine Hand zu legen oder mehrere Vertreter zur Ausübung der Stimmen zu schicken.» [ 15 ] Second motion [Löhnis]: “The branches are free to cast their votes as a single bloc or to send several representatives to cast the votes.” [ 16 ] Antrag zwei, [Löhnis], wird angenommen. [ 16 ] Motion two, [Löhnis], is adopted. [ 17 ] Feststellung der Mitgliederzahl, Stimmenzahl und Vertreter. [ 17 ] Determination of the number of members, the number of votes, and the representatives. absolute Majorität = 16 Stimmen absolute majority = 16 votes [ 18 ] Fräulein von Sivers (Sekretär) berichtete sodann über die Mitgliederbewegung. [ 18 ] Miss von Sivers (secretary) then reported on membership trends. Anzahl der Mitglieder in 1902: 108. Kasse: Number of members in 1902: 108. Cash: [ 19 ] Auf die Frage des Herrn Hubo, warum keine freiwilligen Beiträge in der Abrechnung erschienen, antwortete Fräulein von Sivers, dass diese Gelder nicht in die Sektionskasse, sondern in die Kasse eines Subkomitees fließen, welches Rechenschaft ablegt. [ 19 ] In response to Mr. Hubo’s question as to why no voluntary contributions appeared in the financial statement, Miss von Sivers replied that these funds do not go into the section’s treasury but rather into the treasury of a subcommittee, which is accountable for them. [ 20 ] Bericht der Kassenrevisoren: Motzkus, Seiler. Herr Seiler teilte mit, dass die Eintragungen mit den Belegen verglichen und rechnerisch geprüft worden seien, dass Bücher und Kasse in Ordnung befunden worden wären und von den Kassenrevisoren der Antrag auf Decharge-Erteilung gestellt werde. [ 20 ] Report of the Cash Auditors: Motzkus, Seiler. Mr. Seiler reported that the entries had been compared with the supporting documents and verified mathematically, that the books and cash on hand had been found to be in order, and that the cash auditors were submitting a motion to grant discharge. [ 21 ] Es wird dem Antrag entsprochen und dem Kassierer und dem Vorstand Decharge erteilt. [ 21 ] The motion is approved, and the treasurer and the board are granted discharge. [ 22 ] Herrn Hubo fiel es auf, dass auch keine Miete in der Abrechnung figuriert, worauf Fräulein von Sivers darauf hinwies, dass dieselbe aus der Kasse der Bibliothek bestritten würde mit 300 Mark pro Jahr. [ 22 ] Mr. Hubo noticed that no rent was listed on the statement, whereupon Miss von Sivers pointed out that it was paid from the library’s funds at a rate of 300 marks per year. [ 23 ] Wahlen: [ 23 ] Elections: [ 24 ] Kassierer: Für den vom Amte zurückgetretenen Kassierer Frau von Holten wird Herr Seiler gewählt, speziell zur Führung der Bücher. Geldsendungen sollen aber der Einfachheit halber alle an den Generalsekretär Dr. Steiner adressiert werden. Ergänzung des Vorstandes: [ 24 ] Treasurer: Mr. Seiler is elected to replace Ms. von Holten, who has resigned from the office, specifically to manage the books. However, for the sake of simplicity, all monetary contributions should be addressed to the Secretary General, Dr. Steiner. Addition to the Executive Board: [ 25 ] Erstens: Anstelle des ausgetretenen Herrn Oppel in Stuttgart wird Herr Arenson vorgeschlagen und gewählt. [ 25 ] First: Mr. Arenson is nominated and elected to replace Mr. Oppel, who has resigned, in Stuttgart. [ 26 ] Zweitens: Anstelle des Herrn Dr. Noll werden vorgeschlagen: [ 26 ] Second: The following are proposed to replace Dr. Noll: 1. Herr Dr. Löhnis, Leipzig und 1. Dr. Löhnis, Leipzig, and [ 27 ] Mit Rücksicht darauf, dass Leipzig bereits Vertretung im Vorstande hat, München aber nicht, wird Fräulein Stinde gewählt. [ 27 ] Given that Leipzig already has representation on the executive committee, but Munich does not, Miss Stinde is elected. [ 28 ] Kassenrevisoren für 1905: Das frei gewordene Amt eines Kassenrevisors wird Herrn Krojanker übertragen und von demselben angenommen, sodass für nächstes Jahr Fräulein Motzkus und Herr Krojanker die Revision vorzunehmen haben. [ 28 ] Auditors for 1905: The vacant position of auditor has been offered to Mr. Krojanker, who has accepted it; thus, Miss Motzkus and Mr. Krojanker will be responsible for the audit next year. Damit haben die Wahlen ihr Ende erreicht. This marks the end of the elections. [ 29 ] Depeschen vor von [ 29 ] Dispatches from Konzertmeister [Rösel], Weimar Concertmaster [Rösel], Weimar [ 30 ] Berichte der Vertreter der einzelnen Zweige: [ 30 ] Reports from the representatives of the individual branches: [ 31 ] Hannover (Deinhard): [ 31 ] Hanover (Deinhard): [ 32 ] Mitgliederzahl Ende 1903: 25. Die Tätigkeit erstreckt sich auf Zusammenkünfte im engeren Kreise jeden Montag. Der Bücherwart hat seine Wohnung zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt. Mitglieder sollen sich in freier Rede fortbilden. Außerdem jeden Monat eine öffentliche Versammlung. [ 32 ] Number of members at the end of 1903: 25. Activities include small-group meetings every Monday. The librarian has made his home available for this purpose. Members are encouraged to further their education through free discussion. In addition, there is a public meeting every month. 15. Dezember: Adalbert von Hanstein: Gott und Unsterblichkeit (Erwiderung auf Rede von Ladenburg in Kassel). December 15: Adalbert von Hanstein: God and Immortality (Response to Ladenburg’s speech in Kassel). [ 33 ] Alle vier Wochen beantwortete Dr. Hübbe-Schleiden Fragen theosophischer Natur. [ 33 ] Every four weeks, Dr. Hübbe-Schleiden answered questions of a theosophical nature. [ 34 ] München (Deinhard): [ 34 ] Munich (Deinhard): [ 35 ] Im Jahr 1901 als erste wirkliche Loge gegründet, hatte München damals unter großen Schwierigkeiten zu kämpfen, hielt sich aber trotzdem zwei Jahre. Dann kamen die Wirren der Judge/Hartmann-Bewegung. Hartmann kam von Salzburg häufig herüber. Es ging von da aus ein Strom eifriger Beeinflussung durch die sezessionistische Bewegung, sodass die Münchner nicht mehr zu unterscheiden wussten, wohin sie sich wenden sollten. Diesem Übelstande ist entschieden Einhalt getan worden durch das Auftreten unseres Generalsekretärs und durch den Besuch von Mrs Annie Besant, die die Gelegenheit ergriff, die neu gegründete Loge einzuweihen. [ 35 ] Founded in 1901 as the first true lodge, Munich faced great difficulties at the time but nevertheless managed to survive for two years. Then came the turmoil of the Judge/Hartmann movement. Hartmann frequently traveled over from Salzburg. From that point on, there was a flood of zealous influence from the secessionist movement, so that the Munich members no longer knew which way to turn. This unfortunate situation was decisively brought to an end by the intervention of our General Secretary and by the visit of Mrs. Annie Besant, who took the opportunity to dedicate the newly founded lodge. [ 36 ] Hamburg (Hubo): [ 36 ] Hamburg (Hubo): [ 37 ] Außer den Mitgliederversammlungen vier öffentliche Versammlungen abgehalten. 50 bis 120 Personen haben jeweils an den Vorträgen teilgenommen. Zuerst eine große Versammlung bei freiem Eintritt einberufen. Der streithaften Elemente wegen hat man anstelle der Diskussion Fragebeantwortung eingeführt und Eintrittsgeld erhoben. Thema: [ 37 ] In addition to the general meetings, four public meetings were held. Between 50 and 120 people attended each of the lectures. Initially, a large meeting with free admission was convened. Due to contentious elements, a question-and-answer session was introduced in place of a discussion, and an admission fee was charged. Topic: 1. Wahrheitsbeweise der theosophischen Weltanschauung 1. Evidence for the Truth of the Theosophical Worldview [ 38 ] Vortrag von Annie Besant war von 300 Personen besucht. Die Zeitungen haben die Berichte teils ganz, teils gekürzt aufgenommen. Dr. Steiner wird monatlich nach Hamburg kommen, um im kleineren Kreis zu sprechen und so mehr bieten zu können als im öffentlichen Vortrag. [ 38 ] Annie Besant’s lecture was attended by 300 people. The newspapers published the reports, some in full and some in abridged form. Dr. Steiner will come to Hamburg every month to speak to a smaller group and thus be able to offer more than he can in a public lecture. [ 39 ] Stuttgart (Arenson): [ 39 ] Stuttgart (Arenson): [ 40 ] Außer den Vorträgen von Dr. Steiner und Annie Besant keine öffentlichen Vorträge. Grüße an Generalversammlung und Dank Herrn Dr. Steiner. [ 40 ] Apart from the lectures by Dr. Steiner and Annie Besant, there were no public lectures. Greetings to the General Assembly and thanks to Dr. Steiner. [ 41 ] Weimar (Lübke): [ 41 ] Weimar (Lübke): [ 42 ] Vorträge von Dr. Steiner. Jede Woche Versammlung. Studium. [ 42 ] Lectures by Dr. Steiner. Weekly meetings. Study sessions. [ 43 ] Lugano: [ 43 ] Lugano: [ 44 ] Versammeln sich mehrmals im Monat unter dem Vorsitz von Günther Wagner. Studium theosophischer Schriften. Das große Ereignis des Jahres war der Besuch Dr. Steiners. [ 44 ] They meet several times a month, chaired by Günther Wagner. They study theosophical writings. The major event of the year was Dr. Steiner’s visit. [ 45 ] Berlin: [ 45 ] Berlin: [ 46 ] Jeden Montag Versammlung der Mitglieder und engeren Freunde, die eventuell größeres Interesse an der Bewegung nehmen. Gut besucht (oft 50 Personen). Vorträge von Dr. Steiner. Montag-Abende sollen Diskussionsabende der Mitglieder werden; einleitende Vorträge von Dr. Steiner: Vorträge über alte und neue Apokalypsen. Jeden Donnerstag öffentlicher Vortrag: Grundbegriffe der Theosophie, Theosophie und Darwin, Theosophie und Tolstoi, Theosophie und Haeckel. [ 46 ] Every Monday: a gathering of members and close friends who may take a greater interest in the movement. Well-attended (often 50 people). Lectures by Dr. Steiner. Monday evenings are to become discussion evenings for members; introductory lectures by Dr. Steiner: lectures on old and new apocalypses. Every Thursday, a public lecture: Basic Concepts of Theosophy, Theosophy and Darwin, Theosophy and Tolstoy, Theosophy and Haeckel. [ 47 ] Anträge: [ 47 ] Motions: [ 48 ] Erster Antrag Löhnis: [ 48 ] Löhnis's first motion: [ 49 ] Ich bitte darüber abzustimmen, ob durch Vermittlung des Generalsekretärs ein Erlass des Präsidenten Olcott eingeholt werden soll, dass Mitgliedern der Theosophical Society gestattet sei, an den Vorarbeiten zum Allgemeinen Theosophischen Kongress in Nürnberg teilzunehmen. [ 49 ] I move that a vote be taken on whether a decree from President Olcott should be obtained through the Secretary-General, permitting members of the Theosophical Society to participate in the preparatory work for the General Theosophical Congress in Nuremberg. [ 50 ] Der Antrag hat seinen Grund in einem Beschluss des Allgemeinen Theosophen-Kongresses zu Dresden. Da ein Herr ausgeschlossen wurde von der Mitwirkung, weil er unserer Gesellschaft angehörte, hat Doktor Löhnis den nächsten Kongress für alle Theosophen ohne Ausnahme frei gemacht. Es ist nun die Frage, ob auch in Nürnberg Mitglieder unserer Gesellschaft sich an den Vorarbeiten beteiligen dürfen. Zweifellos wird eine diesbezügliche Anfrage erlassen werden. Selbstverständlich kann eine Beteiligung als «Loge nicht in Betracht kommen; es kann sich nur um eine Beteiligung der einzelnen Personen handeln. Herr Bresch hat nun einen alten Erlass des Präsidenten Olcott veröffentlicht und darauf hingewiesen, dass darnach unsere Mitglieder einer anderen theosophischen Organisation nicht angehören dürfen. Herr B[resch] betrachtet auch das Zusammenarbeiten mit einer anderen Organisation als ein Bündnis. Ich meine aber, man sollte diesen Kongress einmal laufen lassen, daran teilnehmen, nicht öffentlich als Organisation, sondern jedes Mitglied privatim. Die meisten Leute wissen nicht die Ursache der Spaltung. Ihre Unkenntnis und ihr Irrtum können am besten in persönlicher Besprechung beseitigt werden. Bei manchen Mitgliedern der Sezession ist es zweifellos kein Irrtum, sondern bewusstes Gegenarbeiten gegen unsere Gesellschaft. Ein Beschluss der Generalversammlung würde die Beteiligung als Organisation betreffen, da aber Organisationsfragen nicht berührt werden dürfen, so darf auch ein Beschluss nicht gefasst werden. Der Kongress soll unabhängig von jeder Organisation sein. Es bleibt also nur der Erlass des Präsidenten.» [ 50 ] The motion is based on a resolution passed by the General Theosophical Congress in Dresden. Since a gentleman was barred from participating because he belonged to our society, Dr. Löhnis has opened the next congress to all Theosophists without exception. The question now is whether members of our Society in Nuremberg may also participate in the preparatory work. Undoubtedly, an inquiry regarding this matter will be issued. Of course, participation as a “lodge” is out of the question; it can only involve the participation of individual persons. Mr. Bresch has now published an old decree by President Olcott and pointed out that, according to it, our members are not permitted to belong to another theosophical organization. Mr. B[resch] also regards cooperation with another organization as an alliance. However, I believe we should let this congress take place and participate in it—not publicly as an organization, but with each member attending privately. Most people are unaware of the cause of the split. Their ignorance and misconceptions can best be dispelled through personal discussion. For some members of the secessionist group, it is undoubtedly not a matter of misconception but rather a deliberate effort to undermine our Society. A resolution by the General Assembly would affect participation as an organization; however, since organizational matters must not be addressed, no such resolution may be passed. The congress is to be independent of any organization. Therefore, the only option remaining is a decree by the president.” [ 51 ] Hubo: «Das Verhalten Doktor Steiners auf dem Kongresse zu Dresden finde ich sehr korrekt. Bei solch taktvoller Weise kann die Teilnahme Doktor Steiners nicht schaden, nur nützen. Bei Doktor Löhnis’ Antrag wird die allgemeine Teilnahme der Mitglieder in Aussicht genommen.» [Hubo gibt] über das Vorgehen der Sezession und die theosophische Mitwirkung eine Charakteristik. «Als wir den Zweig Hamburg gegründet hatten, kam Edwin Böhme nach Hamburg, hielt einen Vortrag, indessen ohne zu erwähnen, dass er nicht unserer Organisation angehöre. Das hat große Verwirrung angerichtet, bei welcher Gelegenheit sie dann im Trüben fischten. Die Leute haben nicht das Recht, Name und Siegel und Wahlspruch der Gesellschaft zu verwenden. Dadurch wird die Tatsache der Verschiedenheit der Organisation verwischt. Ich empfehle die Broschüre von Doktor Hübbe-Schleiden «Eckige Kreise zu lesen. Ein Mittel, den Leuten zu zeigen, wo Theosophie zum Ausdruck kommt, wo Originalität und wo Abklatsch zu finden, sind die Vorträge von Doktor Steiner. Vielleicht ist es gut, wenn Herr Bresch die scharfe Ausdrucksweise im «Vâhan» etwas milderte.» [ 51 ] Hubo: “I find Dr. Steiner’s conduct at the Dresden Congress to be very proper. Given such tactful behavior, Dr. Steiner’s participation can do no harm, only good. Dr. Löhnis’s motion envisions the general participation of the members.” [Hubo provides] an assessment of the Secession’s actions and its theosophical involvement. “When we had founded the Hamburg branch, Edwin Böhme came to Hamburg and gave a lecture, though without mentioning that he did not belong to our organization. This caused great confusion, and they took advantage of the situation to stir up trouble. People have no right to use the society’s name, seal, and motto. This obscures the fact that the organizations are distinct. I recommend reading Dr. Hübbe-Schleiden’s pamphlet *Eckige Kreise* (*Angular Circles*). Dr. Steiner’s lectures are a means of showing people where theosophy finds expression, and where originality and imitation can be found. Perhaps it would be good if Mr. Bresch were to tone down the sharp language in *Vâhan* somewhat.” [ 52 ] Deinhard: «Alles Wesentliche in Bezug auf unser Verhältnis zur Sezession ist schon in «Eckige Kreise gesagt. Auch Bresch hat im «Vâhan» manches Gute gebracht. Damit sollte es genug sein. Ich meine, wir sollten Herrn Bresch bitten, sich Zügel anzulegen in Bezug auf dieses Thema. Meine Meinung ist, dass Olcott nicht genügend über die Verhältnisse in Deutschland aufgeklärt ist. Lange Korrespondenzen wären nötig. Am besten dürfte es sein, den Präsidenten hier ganz aus dem Spiele zu lassen.» [ 52 ] Deinhard: “Everything essential regarding our relationship to the Secession has already been said in *Eckige Kreise*. Bresch, too, has contributed some good points in *Vâhan*. That should be enough. I think we should ask Mr. Bresch to exercise restraint regarding this topic. My opinion is that Olcott is not sufficiently informed about the situation in Germany. Extensive correspondence would be necessary. It would probably be best to leave the President out of this entirely.” [ 53 ] Bresch: «Es mag manches im «Vâhan» zu scharf gesagt sein; wer aber, wie ich, aus erster Hand hat miterleben müssen, wie die Sezessionisten arbeiten, wie sie auf die Sentimentalität einwirken, die Bruderschaft vorschieben und dann im Trüben fischen, der kann nicht anders. Der «Vâhan» ist nicht für die Sezessionisten geschrieben, er soll die Interessen der Theosophical Society vertreten. Die Loge Danzig wollte infolge eines Artikels abbestellen. Ich habe gesagt: «Bitte. Ich bin Vertreter der Interessen der Theosophical Society. So lange Hartmann und Rudolph an der Spitze stehen, kann nichts Tatsächliches werden. In dem besagten Artikel wollte ich nur zum Ausdruck bringen, dass eine Gefahr im Anzuge ist. Helfen auf theosophischem Gebiete, ja; aber organisatorisch können wir uns in nichts einlassen. Schon im ersten Kongress war die Tendenz vorhanden, eine Organisation zu gründen. Ich rate, jede Sentimentalität in diesem Punkte abzuweisen; man darf sich nicht leiten und ködern lassen, sich auch nicht fürchten, wenn gesagt wird, man wäre unbrüderlich, untheosophisch. Das darf uns nicht scheren. Unsere Gesellschaft ist der feste Kern, der festgehalten werden muss. Unsere Verhältnisse in Deutschland sind dem Präsidenten wahrscheinlich unbekannt, ebenso den Engländern. Wir sollten aber Fühlung mit unserem Präsidenten behalten. Es erscheint mir als eine Art Doppelzüngigkeit, wenn unsere Logen oder deren Mitglieder sich an der Zusammenberufung eines fremden Kongresses beteiligen.» [ 53 ] Bresch: “Some things in the *Vâhan* may have been stated too harshly; but anyone who, like me, has had to witness firsthand how the secessionists operate—how they play on sentimentality, use the idea of brotherhood as a pretext, and then fish in troubled waters—cannot do otherwise. The *Vâhan* is not written for the secessionists; it is meant to represent the interests of the Theosophical Society. The Danzig Lodge wanted to cancel its subscription because of an article. I said: “Please. I am a representative of the interests of the Theosophical Society. As long as Hartmann and Rudolph are at the helm, nothing substantial can come of it.” In the article in question, I merely wanted to express that a danger is looming. Help in the field of theosophy, yes; but organizationally, we cannot get involved in anything. Even at the first congress, there was a tendency to found an organization. I advise rejecting any sentimentality on this point; we must not allow ourselves to be led astray or lured, nor should we be afraid when it is said that we are being unbrotherly or un-theosophical. That must not concern us. Our Society is the solid core that must be preserved. Our circumstances in Germany are probably unknown to the President, as well as to the English. We should, however, maintain contact with our President. It strikes me as a kind of duplicity when our lodges or their members participate in convening a foreign congress.” [ 54 ] Deinhard: «Wir können keinen anderen Weg wählen als den der Beteiligung am Kongresse, um uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Das ist aber speziell deutsche Angelegenheit.» [ 54 ] Deinhard: “We have no choice but to participate in the congress in order to engage with them. But that is specifically a German matter.” [ 55 ] Dr. Löhnis: «Die Scheidung muss streng aufrechterhalten werden. Was zu unserer Organisation gehört, ist Theosophical Society; was draußen ist, ist nicht Theosophical Society. Es kommt aber auch auf die theosophische Sache an, und da sollten wir die Punkte mehr betonen, die uns einigen, und nicht die, welche uns trennen. Wir wollen uns die Möglichkeit offenhalten, dass wir überhaupt sachlich verkehren können.» [ 55 ] Dr. Löhnis: “The distinction must be strictly maintained. What belongs to our organization is the Theosophical Society; what lies outside it is not the Theosophical Society. However, it also depends on the Theosophical cause, and in that regard we should emphasize the points that unite us rather than those that divide us. Let us keep open the possibility that we can interact objectively at all.” [ 56 ] Hubo: «Mir ist ein neuer Gedanke gekommen. Die Veranstaltung dieser Kongresse ist ein Gegenzug gegen unsere eigenen. In welche Stellung kommt unsere Sektion, wenn wir hier in einigen Jahren sämtliche Vertreter der Sektionen zu Gaste haben? Sollen wir sie dann auch einladen? Diesem Vorgehen liegt entschieden ein Plan zugrunde. Wir kommen durch unsere Beteiligung an ihrem Kongresse in einen Konflikt mit unserem eigenen Verhalten, wenn wir einen Kongress veranstalten.» [ 56 ] Hubo: “A new thought has occurred to me. The organization of these congresses is a countermeasure against our own. What position will our section be in if, in a few years, we have all the representatives of the other sections as guests here? Should we invite them as well? There is definitely a plan behind this course of action. By participating in their congress, we’ll find ourselves in conflict with our own conduct when we organize a congress.” [ 57 ] Engel: «Wenn keine organisatorischen Fragen behandelt werden, können wir teilnehmen, sonst nicht. Böswillige Kräfte sind in der Sezession wirksam, aber auch gute, die sich mit uns vereinigen könnten. Sezession gibt es nicht bloß in der Theosophischen Gesellschaft, sondern ist sozusagen eine Zeitkrankheit.» [ 57 ] Engel: “If no organizational issues are addressed, we can participate; otherwise, we cannot. Malicious forces are at work in the secession, but so are benevolent ones that could join forces with us. Secession is not limited to the Theosophical Society; it is, so to speak, a disease of our times.” [ 58 ] Bresch: «Ich möchte Doktor Steiner anheimgeben, sich vielleicht mit Herrn Bauer in Nürnberg diesbezüglich in Verbindung zu setzen.» [ 58 ] Bresch: “I would like to suggest to Dr. Steiner that he perhaps contact Mr. Bauer in Nuremberg regarding this matter.” [ 59 ] Krojanker: «Ich bin der Meinung, dass die Sezession auf jeden Fall zu bekämpfen ist.» [ 59 ] Krojanker: “I believe that secession must be opposed under any circumstances.” [ 60 ] Hubo: «Nicht bekämpfen, sondern organisatorisch ignorieren. Nicht aggressiv vorgehen.» [ 60 ] Hubo: “Don’t fight it; just ignore it organizationally. Don’t take an aggressive approach.” [ 61 ] Bresch: «Es handelt sich nicht darum, ob einzelne Mitglieder unserer Gesellschaft teilnehmen, sondern ob sie mithelfen sollen, den Kongress einzuberufen.» [ 61 ] Bresch: “The question is not whether individual members of our society should participate, but whether they should help convene the congress.” [ 62 ] Dr. Steiner: «Die Rechtslage ist in den «Eckigen Kreisen» endgültig dargelegt. Eines möchte ich noch betonen: Die Veranstaltung eines Kongresses ist selbst schon Organisation. Die, welche einen Kongress veranstalten, organisieren. Wenn wir uns beteiligen, so widerspricht das unserem eigenen Standpunkt, weil wir als Mitglieder der Theosophical Society logischerweise nur für diese und deren Veranstaltungen eintreten können. Das Recht, theosophische Kongresse zu veranstalten, ist nur unserer Theosophical Society zuzusprechen, und wir verletzen die Pflicht eines Mitgliedes, wenn wir bei einem theosophischen Kongress nicht unsere Gesellschaft betonen. Die Maßregel, nicht von Organisation zu reden, widerspricht geradezu den Pflichten eines Mitgliedes der Theosophical Society. Sie können auch unmöglich annehmen, dass diese Kongresse veranstaltet werden, um unserer Gesellschaft dabei etwas zugutekommen zu lassen. Trotzdem haben wir die Pflicht, den Leuten in jeder Weise entgegenzukommen. Ein ähnliches Streben ist aber auf der anderen (sezessionistischen) Seite nicht vorhanden. Die Sezession handelt nicht theosophisch, wenn sie auch noch so viel davon redet. Es ist unrichtig, falsche Dinge zu sagen und zu verbreiten. Die Art und Weise, wie wir uns hier zu benchmen haben, ist eine Sache der Klugheit. Ein falscher Schritt des Bekämpfens oder Entgegenkommens ist ein wesentlicher Schritt rückwärts. Es handelt sich darum, die Unwahrheit, die ich Irrtum nennen möchte, nicht siegen zu lassen. Dies brauchen wir nicht immer besonders zu betonen, wir müssen uns nur bei unseren Handlungen auf diesen Standpunkt stellen. Wir nehmen es den anderen nicht übel, dass sie unrechtmäßigerweise unseren Namen, Siegel und Wahlspruch genommen haben, aber es ist nicht richtig von ihnen, da die Möglichkeit ihnen offensteht, diese Dinge rechtmäßig zu tragen. Wir selbst laufen die Gefahr, jeden Augenblick bei dieser Geschichte hineinzufallen, weil die Leute drüben auch die Worte gebrauchen, auf die das Publikum dann hineinfällt. Der bisherige Erfolg der deutschen Sezession ist kein Beweis für deren Berechtigung. Sobald wir uns auf den Standpunkt stellen, dass wir gemeinsame Sache machen, geben wir die Gesellschaft preis, denn jene wollen ja nicht, dass unsere Gesellschaft besteht. Wenn sie das wollten, müssten wir uns jeden Augenblick mit ihnen vereinigen können. Das ist nicht möglich, weil sie den Untergang unserer Gesellschaft wollen. Unter diesem Gesichtspunkte müssen wir arbeiten, müssen fortwährend auf der Hut sein. Das muss jedem klar sein und immer und immer wieder betont werden. Wir können das auch nicht in die Hände des Präsidenten legen, sondern müssen selbst die Augen ‚offen halten. Für den Nürnberger Kongress würden wir geradezu freie Bahn machen, wenn wir ihnen Gelegenheit gäben zu sagen, die AdyarGesellschaft schließt sich aus. [ 62 ] Dr. Steiner: “The legal situation has been definitively clarified in the ‘Eckige Kreise.’ I would like to emphasize one more point: The act of holding a congress is, in and of itself, an act of organization. Those who hold a congress are organizing it. If we participate, this contradicts our own position, because as members of the Theosophical Society, we can logically advocate only for it and its events. The right to organize Theosophical congresses belongs solely to our Theosophical Society, and we violate our duty as members if we do not emphasize our Society at a Theosophical congress. The directive not to speak of the organization directly contradicts the duties of a member of the Theosophical Society. Nor can you possibly assume that these congresses are organized to benefit our Society in any way. Nevertheless, we have a duty to accommodate people in every way. However, no such effort exists on the other (secessionist) side. The secessionist movement does not act in a theosophical manner, no matter how much it talks about it. It is wrong to say and spread falsehoods. The way we conduct ourselves here is a matter of prudence. A wrong step—whether in opposition or accommodation—is a significant step backward. The point is not to let falsehood—which I would call error—prevail. We do not always need to emphasize this particularly; we simply need to adopt this standpoint in our actions. We do not hold it against the others that they have unlawfully taken our name, seal, and motto, but it is wrong of them, since they have the opportunity to use these things lawfully. We ourselves run the risk of falling into this trap at any moment, because the people over there also use the very words that the public then falls for. The success of the German Secession to date is no proof of its legitimacy. As soon as we adopt the stance that we are making common cause with them, we betray the Society, for they do not want our Society to exist. If they did, we would be able to unite with them at any moment. That is not possible because they want the downfall of our Society. We must work with this in mind and remain constantly on guard. This must be clear to everyone and emphasized over and over again. Nor can we leave this in the hands of the president; rather, we must keep our eyes “open” ourselves. We would be giving the Nuremberg Congress a free hand if we gave them the opportunity to say that the Adyar Society is excluding itself. [ 63 ] Auf der anderen Seite dürfen wir nicht die Tendenz übersehen, dass wir durch große Kongresse verdeckt und in der Öffentlichkeit absorbiert werden sollen. Fassen Sie keinen bindenden Beschluss, legen Sie keine Marschroute fest, die die Handlungen des Einzelnen fesselt. Was Herr Bauer als Privatperson tut, kann uns auf keinen Fall etwas angehen. Dass aber Herr Bauer nicht in den Ruf kommt, mit seiner Loge die Veranstaltung eines unberechtigten theosophischen Kongresses inszeniert zu haben, also unlogisch gehandelt zu haben, dafür muss unter allen Umständen gesorgt werden. Es würde unklug sein, wenn wir uns als einzelne Teilnehmer hineinwürfen, aber im höchsten Grade unklug wäre es, wenn man sich als ganze Loge beteiligte. Dass man den Dresdner Kongress nicht so ausdeuten würde, dass man sagte: Wir haben gesehen, dass ihr auch gute Theosophen seid, sondern dass er im Sinn der anderen Bewegung ausgeschlachtet wird, wusste ich vorher. Verhalten wir uns also so, dass wir auf keinen Fall die Hineingefallenen sind.» Hubo: «Wünscht, dass diese Sachen den Logen unterbreitet werden, damit sie informiert sind.» [ 63 ] On the other hand, we must not overlook the tendency to have us overshadowed by large conventions and absorbed into the public eye. Do not pass any binding resolutions; do not set any course of action that restricts the actions of the individual. What Mr. Bauer does as a private individual is by no means any of our business. However, we must ensure under all circumstances that Mr. Bauer does not gain a reputation for having orchestrated, together with his lodge, the staging of an unauthorized Theosophical Congress—that is, for having acted illogically. It would be unwise for us to intervene as individual participants, but it would be extremely unwise for the entire lodge to get involved. I knew beforehand that the Dresden Congress would not be interpreted as, “We have seen that you, too, are good theosophists,” but rather that it would be exploited in the interests of the other movement. So let us conduct ourselves in such a way that we are under no circumstances the ones who have fallen into the trap.” Hubo: “I request that these matters be brought to the attention of the lodges so that they are informed.” [ 64 ] Bresch: «Es ist fraglich, wie es aufzufassen ist, wenn Mitglieder von dem Vorsitzenden einer Loge zur Teilnahme am Kongresse aufgefordert werden.» [ 64 ] Bresch: “It is questionable how one should interpret it when members are invited by the chairman of a lodge to attend the convention.” [ 65 ] Dr. Löhnis: «Der Vorsitzende einer Loge darf auf keinen Fall zur Beteiligung auffordern.» [ 65 ] Dr. Löhnis: “Under no circumstances may the president of a lodge ask anyone to participate.” [ 66 ] Dr. Steiner: «Ich glaube, dass wir nicht anders über die Sache hinwegkommen, als wenn wir einen ganz bestimmten Beschluss fassen, und beantrage, zu beschließen: «Die Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft vom 30. Oktober 1904 beschließt, sich an keinen Unternehmungen, die von anderen sogenannten theosophischen Gesellschaften ausgehen, zu beteiligen und erachtet es als Pflicht jedes Zweiges, in gleicher Weise zu handeln. Eine eventuelle Teilnahme der einzelnen Mitglieder kann also nur rein privater Natur sein. [ 66 ] Dr. Steiner: “I believe that the only way to resolve this matter is to pass a very specific resolution, and I move that we resolve: “The General Assembly of the German Section of the Theosophical Society, held on October 30, 1904, resolves not to participate in any undertakings initiated by other so-called theosophical societies and considers it the duty of every branch to act in the same manner. Any participation by individual members can therefore only be of a purely private nature.” [ 67 ] Damit ist jedem absolute Freiheit gegeben, zugleich aber ausgedrückt, dass die Sektion als solche nicht teilnehmen kann.» [ 67 ] “This grants everyone absolute freedom, but at the same time makes it clear that the section as such cannot participate.” [ 68 ] Der Antrag wird einstimmig angenommen. [ 68 ] The motion is unanimously approved. [ 69 ] Zweiter Antrag Dr. Löhnis: «Die noch in Kraft befindlichen Erlasse des Präsidenten Olcott respektive des Zentralvorstandes möchten den Mitgliedern beziehungsweise Logen oder Zweigen zugänglich gemacht werden.» [ 69 ] Second motion by Dr. Löhnis: “The decrees of President Olcott and the Central Executive Committee that are still in effect should be made available to members, lodges, and branches.” [ 70 ] Nach stattgehabter Debatte erklärte Dr. Steiner, dass die noch in Kraft befindlichen Erlasse den einzelnen Zweigen zugänglich gemacht werden. [ 70 ] Following the debate, Dr. Steiner stated that the decrees still in effect would be made available to the individual branches. [ 71 ] Verlegung des Generalsekretariats nach München: [ 71 ] Relocation of the General Secretariat to Munich: [ 72 ] Frau Gräfin Kalckreuth spricht im Auftrage des Zweiges München den Wunsch aus, das Generalsekretariat möchte nach München verlegt werden. [ 72 ] Countess Kalckreuth, speaking on behalf of the Munich branch, expresses the wish that the General Secretariat be relocated to Munich. [ 73 ] Nach kürzerer Aussprache wird beschlossen, von dem Wunsche protokollarisch Kenntnis zu nehmen. [ 73 ] After a brief discussion, it was decided to note the request in the minutes. [ 74 ] Einladung der Zweige zur Generalversammlung: [ 74 ] Invitation from the branches to the General Assembly: [ 75 ] Herr Hubo macht darauf aufmerksam, dass die eingelaufenen Anträge den Zweigen im Wortlaut mitgeteilt werden sollten. Etwaige Anträge möchten daher vier Wochen vorher beim Generalsekretär eingereicht werden, damit derselbe in der Lage ist, sie mit der Einladung zur Generalversammlung zu verschicken. [ 75 ] Mr. Hubo points out that the text of any motions received should be communicated to the branches. Any motions should therefore be submitted to the Secretary General four weeks in advance so that he can include them with the invitation to the General Assembly. [ 76 ] Änderung der Statuten: [ 76 ] Amendment to the Bylaws: [ 77 ] Dr. Löhnis meint, es sei wünschenswert, dass in den Statuten manches geändert werde. Er spricht daher den Wunsch aus, dass alle diejenigen, welche Änderungen wünschen, für die nächste Generalversammlung Vorschläge ausarbeiten. [ 77 ] Dr. Löhnis believes it would be desirable to make some changes to the bylaws. He therefore expresses the hope that all those who wish to see changes will draft proposals for the next general meeting. [ 78 ] Voranschlag für das kommende Rechnungsjahr: [ 78 ] Budget for the coming fiscal year: [ 79 ] Hubo: «Es ist nötig, sich über die Ausgaben des nächsten Jahres im Voraus möglichst klar zu sein, damit auch rechtzeitig für deren Deckung gesorgt werden kann, weshalb ich empfehle, einen Voranschlag künftig aufzustellen.» [ 79 ] Hubo: “It is necessary to have as clear a picture as possible of next year’s expenses in advance so that arrangements can be made in a timely manner to cover them; that is why I recommend drawing up a budget in the future.” [ 80 ] Freiwillige Beiträge: [ 80 ] Voluntary contributions: [ 81 ] Herr Hubo macht den Vorschlag, auch freiwillige Beiträge zu sammeln und darnach zu trachten, dass regelmäßig eingehende freiwillige Jahresbeiträge gezeichnet werden. [ 81 ] Mr. Hubo proposes collecting voluntary contributions as well and ensuring that voluntary annual contributions received on a regular basis are recorded. [ 82 ] Herr Dr. Löhnis bemerkt, dass diese freiwilligen Beiträge nicht von der Sektion, sondern von den Zweigen gesammelt werden sollten. [ 82 ] Dr. Löhnis notes that these voluntary contributions should be collected not by the section, but by the branches. [ 83 ] Dr. Steiner erwidert, dass weder der Sektion noch dem Zweige die Aufgabe des Sammelns zugeteilt werden soll. Es handle sich nur darum, eine Person zu bezeichnen, welche die Sammlertätigkeit ausübt. [ 83 ] Dr. Steiner replies that neither the section nor the branch should be assigned the task of collecting. The only issue is to designate a person to carry out the collecting activities. [ 84 ] Der Vorstand wird beauftragt, eine solche Sammlung einzuleiten. [ 84 ] The Executive Board is tasked with initiating such a collection. [ 85 ] Damit war der erste Teil der Generalversammlung zu Ende. [ 85 ] This marked the end of the first part of the General Assembly. [ 86 ] Dr. Steiner bittet noch die Versammelten, sich um vier Uhr nochmals zwecks Anhörung der Vorträge von Herrn Bresch und Dr. Steiner zusammenzufinden, und schloss damit die diesjährigen Verhandlungen. Schluss halb drei Uhr. [ 86 ] Dr. Steiner then asked those present to reconvene at 4:00 p.m. to hear the presentations by Mr. Bresch and Dr. Steiner, and with that concluded this year’s proceedings. The meeting adjourned at half past two.
Berlin
89
5
Kiem, Krojanker, Seiler
Charlottenburg
7
2
Engel
Dresden
8
2
Dr. Löhnis
Düsseldorf
8
2
von Rosen
Hamburg
20
2
Hubo
Hannover
24
2
Deinhard
Köln
16
2
Scholl, Frau Dr. Wegeler
Leipzig
30
3
Bernsdorf, Richter
Lugano
8
2
Frau Dr. Braun, Deinhard
Nürnberg
8
2
Seiler
München
19
2
Gräfin Kalckreuth, von Sivers
Stuttgart
14
2
Arenson
Weimar
12
2
Lübke, Wolfart
263
30
Berlin
89
5
Kiem, Krojanker, Seiler
Charlottenburg
7
2
Engel
Dresden
8
2
Dr. Löhnis
Düsseldorf
8
2
von Rosen
Hamburg
20
2
Hubo
Hanover
24
2
Deinhard
Cologne
16
2
Scholl, Dr. Wegeler
Leipzig
30
3
Bernsdorf, Judge
Lugano
8
2
Dr. Braun, Deinhard
Nuremberg
8
2
Seiler
Munich
19
2
Countess Kalckreuth, von Sivers
Stuttgart
14
2
Arenson
Weimar
12
2
Lübke, Wolfart
263
30
2/3 Majorität = 21 Stimmen
2/3 majority = 21 votes
Aufgenommen in 1903: 34.
Aufgenommen in 1904: 21.
Aufgenommen 1903, 1904 zusammen: 55.
Mitgliederzahl zusammen: 263.
Ausgetreten in 1904: 7
Verbleiben per 31. August 1904: 256.
Kassenbestand 1903: Mark
Einnahmen 1904: Mark
Ausgaben 1904: Mark
(Zahlen fehlen)
Ergibt Kassenbestand am 31. August 1904: 999,96 Mark.
Admitted in 1903: 34.
Admitted in 1904: 21.
Admitted in 1903 and 1904 combined: 55.
Total number of members: 263.
Resigned in 1904: 7
Remaining as of August 31, 1904: 256.
Cash on hand in 1903: Marks
Revenue in 1904: Marks
Expenses in 1904: Marks
(Figures missing)
Results in cash on hand as of August 31, 1904: 999.96 Marks.
2. Fräulein Stinde in München.
2. Ms. Stinde in Munich.
Dr. Steiner verliest sodann die anlässlich des Jahrestages eingelaufenen
Dr. Steiner then reads aloud the messages received in honor of the anniversary
Hennifn]g, Weimar
[Keine Angabe], Düsseldorf
Michael Bauer, Nürnberg
Konsul [Franken], Lugano
Feldner, Regensburg
[keine Angabe], Düsseldorf
Vollrath
Frau von Lichtenberg
Brockdorff, Meran.
Hennifn]g, Weimar
[Not specified], Düsseldorf
Michael Bauer, Nuremberg
Consul [Franken], Lugano
Feldner, Regensburg
[Not specified], Düsseldorf
Vollrath
Mrs. von Lichtenberg
Brockdorff, Merano.
[Wöbcken], Bremen: Hilfe
16. Mai 1904: Dr. Steiner: Geburt und Tod im Leben der Seele.
27. Juli 1904: Hineinreichen des Diesseits ins Jenseits.
18. Oktober 1904: Welche Freuden erwarten uns im Jenseits?
24. Oktober 1904: Deinhard: Über die bahnbrechenden Ergebnisse der Forschung in England.
[Wöbcken], Bremen: Hilfe
May 16, 1904: Dr. Steiner: Birth and Death in the Life of the Soul.
July 27, 1904: Reaching from This World into the Hereafter.
October 18, 1904: What Joys Await Us in the Hereafter?
October 24, 1904: Deinhard: On the Groundbreaking Results of Research in England.
2. Esoterisches Christentum
3. Dr. Steiner
4. Was haben wir im Jenseits zu erwarten?
5. Wie entstanden die Religionen? (Hubo)
2. Esoteric Christianity
3. Dr. Steiner
4. What Can We Expect in the Afterlife?
5. How Did Religions Come About? (Hubo)
