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The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250

2 January 1905, Berlin

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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
  1. Zur Geschichte der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft

18. Das Wesen der Theosophischen Bewegung und ihr Verhältnis zur Theosophischen Gesellschaft

18. The Nature of the Theosophical Movement and Its Relationship to the Theosophical Society

[ 1 ] Über das Wesen der theosophischen Bewegung und ihr Verhältnis zur Theosophischen Gesellschaft möchte ich heute - bevor ich meine Reise nach Süd- und Westdeutschland antrete - wieder einmal zu Ihnen sprechen, denn die theosophische Bewegung ist von so umfassender Bedeutung, dass wir uns am Beginne eines neuen Jahres - das für unsere Arbeit ein sehr ersprießliches sein möge - der Aufgabe, Ziele und Arbeitsweise dieser theosophischen Bewegung wieder erinnern dürfen.

[ 1 ] Today—before I set out on my trip to southern and western Germany—I would like to speak to you once again about the nature of the Theosophical Movement and its relationship to the Theosophical Society, for the Theosophical Movement is of such far-reaching significance that, at the beginning of a new year—which may prove to be a very fruitful one for our work—we may once again reflect on the mission, goals, and methods of this Theosophical Movement.

[ 2 ] Die theosophische Bewegung ist keine solche, die sich mit irgendeiner anderen Bewegung in der Gegenwart auch nur im Entferntesten vergleichen ließe. Die verschiedensten Menschen stehen ja dieser Bewegung -die in ihrem noch nicht dreißigjährigen Dasein über alle gebildeten Länder unserer Erde sich verbreitet hat -, sie stehen ihr in der verschiedener Weise gegenüber und sind ihr von Anfang an [so] gegenübergestanden.

[ 2 ] The Theosophical Movement is unlike any other contemporary movement; it cannot even remotely be compared to any of them. A wide variety of people have, in fact, viewed this movement—which, in its existence of not yet thirty years, has spread throughout all the civilized countries of the world—in various ways, and have viewed it [in this manner] from the very beginning.

[ 3 ] Seitdem die Sendbotin unserer großen erhabenen Meister, Frau Blavatsky, diese Bewegung begründet hat, hat [die Bewegung] mannigfaltige Wandlungen durchgemacht. Sie hat Menschen in ihrer Mitte gesehen, die sie wieder verlassen haben, und andere, die treu und eifrig, seit sie in sie eingetreten sind, auch bei ihr ausgehalten haben. Es hat Mitglieder gegeben, welche zur theosophischen Bewegung aus Neugierde gekommen sind, die gekommen sind, um unter mancherlei anderen interessanten Dingen, die man in der Gegenwart kennenlernen kann, auch kennenzulernen die Einblicke, die der Mensch in höhere, in geistige Welten tun kann.

[ 3 ] Ever since the messenger of our great and exalted Masters, Madame Blavatsky, founded this movement, [the movement] has undergone many changes. It has seen people come into its ranks who have since left, and others who, faithful and zealous, have remained with it ever since they joined. There have been members who joined the Theosophical Movement out of curiosity, who came—among many other interesting things one can learn about in the present—to also gain insight into the higher, spiritual worlds.

[ 4 ] Doch weil der Weg, den die theosophische Bewegung den Menschen bieten kann, ein sicherer ist, so ist er auch nicht der allerleichteste, nicht der bequemste, nicht derjenige, den man von heute auf morgen so absolvieren kann, dass sich die höchsten geistigen Erscheinungen sofort als eine unbedingte Wahrheit darstellen. [Vielmehr] ist ein eifriges Bestreben, eine wirklich intensive Hingabe notwendig. Daher kommt es, dass diejenigen, die aus Neugierde in die theosophische Bewegung eintreten, mit der Zeit abtrünnig werden, weil sie glauben, dass sie nicht in einem kurzen Zeitraum dasjenige erreichen können, was sie [wie im Sturm] erreichen wollen; oder aber weil sie glauben, dass ihnen die theosophische Bewegung nichts bieten könne.

[ 4 ] However, because the path that the Theosophical Movement can offer people is a sure one, it is also not the easiest, not the most comfortable, and not one that can be completed overnight in such a way that the highest spiritual phenomena immediately present themselves as an absolute truth. [Rather] a zealous striving and a truly intense devotion are necessary. This is why those who join the Theosophical Movement out of curiosity eventually drift away—either because they believe they cannot achieve in a short period of time what they wish to achieve [as if in a storm], or because they believe the Theosophical Movement has nothing to offer them.

[ 5 ] Auf solche Neugierige ist ja von vornherein in der theosophischen Bewegung weniger gerechnet worden, obwohl Neugierde oft ein Umweg ist, um zur Wahrheit und zur theosophischen Erkenntnis zu kommen. Bei vielen hat sich später aus der Neugierde ein richtiges theosophisches Streben entwickelt. Andere kommen in die theosophische Bewegung, um wirklich eine innere seelische Entwicklung durchzumachen. Sie wollen wirklich zu der Gewissheit eines seelischen und geistigen Lebens kommen und mystische Vertiefung erringen, um ein wichtiges Glied in der Menschheitsentwicklung zu werden. Das sind schon bessere Mitglieder. Sie streben zwar zunächst an, in sich selbst möglichst viel zu erkennen und zu erleben. Dies ist im höheren Sinne ja noch ein egoistisches Streben; aber auch das höchste Erkenntnisstreben ist ja ein egoistisches und kein selbstloses Streben. Sie wissen auch, dass dies nicht das höchste Ziel ist. Aber es gibt ein schönes Sprichwort, das diese Sachlage kennzeichnet: «Wenn die Rose selbst sich schmückt, schmückt sie auch den Garten.» Der Umweg über diesen Egoismus ist somit ein ernster und guter, und diejenigen, die ihn gehen, können würdige und echte Mitglieder der theosophischen Bewegung sein. Vielleicht streben sie mit Recht ihre eigene Vervollkommnung an, denn der Mensch wird erst dann ein nützliches und wertvolles Mitglied der Gesellschaft werden, wenn er sich selbst vollkommen gemacht hat. Was kann der Unvollkommene den Mitmenschen nützen; was kann derjenige nützen, der nur weniges im Leben durchschaut? Erst wenn man hineinzublicken vermag in die menschlichen Herzen und Seelen, wenn man in der Lage ist, die großen Weltenrätsel einigermaßen für sich zu lösen, kann man eingreifen in das menschliche Getriebe; dann kann man erst in der richtigen Weise für seine Mitmenschen und für die Welt etwas tun. Daher ist die Sich-selbstVervollkommnung, das In-sich-selbst-Saugen von geistigen Erkenntnissen, ein richtiger und guter Weg. Niemandem kann der Vorwurf gemacht werden, dass er egoistisch sei, wenn er den Weg der Selbstvervollkommnung sucht. Und wer [treu] bleibt, der wird finden, dass er nicht vergeblich in der theosophischen Bewegung gesucht hat, dass der Weg still, aber sicher zu dem führt, was er sucht. Mancher mag sagen, es gibt noch andere Wege. Diese anderen Wege sollen nicht im geringsten Sinne bekämpft oder angefochten werden. Ich weiß, wie die anderen spirituellen Bewegungen der Welt dienen. Kein Wort des Widerspruchs soll von einem wahren Theosophen da ausgehen. Davon kann nicht die Rede sein.

[ 5 ] From the outset, the Theosophical Movement has not really counted on such curious individuals, even though curiosity is often a detour leading to the truth and to theosophical knowledge. For many, curiosity later developed into a genuine theosophical quest. Others join the Theosophical Movement to truly undergo an inner spiritual development. They genuinely seek to attain certainty of a spiritual and mental life and to achieve mystical deepening, so as to become an important link in the evolution of humanity. These are already better members. At first, they strive to recognize and experience as much as possible within themselves. In a higher sense, this is still an egoistic pursuit; but even the highest pursuit of knowledge is, after all, an egoistic one and not a selfless one. They also know that this is not the highest goal. But there is a beautiful proverb that characterizes this situation: “When the rose adorns itself, it also adorns the garden.” The detour through this egoism is thus a serious and good one, and those who take it can be worthy and genuine members of the Theosophical Movement. Perhaps they are right to strive for their own perfection, for a person will only become a useful and valuable member of society once they have perfected themselves. What use can the imperfect person be to their fellow human beings; what use can one be who understands so little of life? Only when one is able to look into human hearts and souls, when one is in a position to solve the great mysteries of the world to some extent for oneself, can one intervene in the workings of human life; only then can one truly do something for one’s fellow human beings and for the world. Therefore, self-perfection—the absorption of spiritual insights within oneself—is a true and good path. No one can be accused of being selfish for seeking the path of self-perfection. And whoever remains [faithful] will find that their search within the Theosophical Movement has not been in vain, that the path leads quietly but surely to what they seek. Some may say that there are other paths. These other paths should not be opposed or contested in the slightest. I know how the other spiritual movements serve the world. Not a word of contradiction should come from a true theosophist. That is out of the question.

[ 6 ] Aber derjenige, der im höchsten Sinne den Geist sucht, muss diesen Geist durch Selbsterkenntnis suchen. Jeder trägt den Geist in sich und es ist nicht nützlich im Grunde genommen, geistige Erkenntnis in der Umwelt zu suchen, wenn man den am allerzugänglichsten Geist, den Geist, der in uns selbst ist, nicht im wahren Sinne des Wortes erkennen will. Da sind gar viele, welche den Geist durch alle möglichen künstlichen Veranstaltungen zu erkennen suchen, und dabei ganz vergessen, welcher Geist in so unendlicher Nähe ist: Es ist die eigene Seele, der eigene Geist. Den können wir finden, wenn wir in der richtigen Weise suchen wollen. Aber er liegt tief im menschlichen Innern. Wir müssen ihn immer tiefer und tiefer in den Schichten unseres eigenen Innern suchen. Denn was in unserem Innern wohnt, ist ja dasselbe, was als Geistiges und Seelisches in der Welt wohnt. Der Gott, der in der Welt schafft, der in der Welt seit Millionen von Jahren geschaffen hat, der Gott ist im Menschenherzen zu finden. Und wie der Naturforscher draußen in der Welt studiert, der Naturforscher die Steine, Pflanzen, Tiere und Menschen ihren physischen Kräften nach zu verstehen sucht, so kann auch keiner die Seele, den Geist erkennen, der die Seele und den Geist in der Welt nicht wirklich studiert. Und der Geist, der ewig in der Welt geschaffen hat und ewig in der Welt schaffen wird, der wohnt in einem Abglanz, in einem Spiegelbild in uns selber. Immer weiter und immer weiter entwickeln wir uns zu diesem Geist hinauf, immer weiter wird die eigene Seele.

[ 6 ] But those who seek the Spirit in the highest sense must seek it through self-knowledge. Everyone carries the Spirit within themselves, and it is ultimately of no use to seek spiritual knowledge in the outside world if one is not willing to recognize, in the truest sense of the word, the most accessible Spirit of all—the Spirit that is within ourselves. There are many who seek to recognize the Spirit through all manner of artificial means, yet in doing so completely forget which Spirit is so infinitely close: it is one’s own soul, one’s own Spirit. We can find it if we are willing to seek it in the right way. But it lies deep within the human being. We must seek it deeper and deeper within the layers of our own inner being. For what dwells within us is, after all, the very same thing that dwells in the world as the spiritual and the soulful. The God who creates in the world—who has been creating in the world for millions of years—that God is to be found in the human heart. And just as the naturalist studies the world outside—seeking to understand the physical forces of stones, plants, animals, and human beings—so too can no one truly recognize the soul or the spirit unless they truly study the soul and the spirit in the world. And the Spirit, which has created in the world eternally and will continue to create eternally, dwells within us as a reflection, as a mirror image. We continue to evolve ever further toward this Spirit; our own soul continues to expand ever further.

[ 7 ] So ist das theosophische Streben nichts anderes als das Streben nach dem Innewerden der schaffenden seelischen und geistigen Wesenheiten in der Welt. Das, was wir heute in uns tragen, was wir finden, wenn wir in die Schichten unseres seelischen Lebens hinabsteigen, das haben wir uns einstmals geschaffen, ausgebildet. Könnten wir zurückgehen - und der Theosoph lernt es allmählich, zurückzugehen in urferne vergangene Zeiten —, dann fänden wir dieselben seelischen Kräfte den Weltenbau erbauen, bevor es noch einen physischen Stoff draußen gegeben hat. Und wir fänden den Geist, der als Funken in uns lebt, draußen in der Welt schaffend, bevor es chemische und physikalische Kräfte gab. Geistige und göttliche Kräfte waren da am Werk. Und höher als alles physische Sein, als alles körperliche Dasein ist dieses geistige Dasein; und nicht nur höher, sondern älter ist dieses geistige Dasein als das körperliche.

[ 7 ] Thus, the theosophical quest is nothing other than the quest to become aware of the creative soul and spirit entities in the world. What we carry within us today—what we find when we descend into the layers of our soul life—is what we ourselves once created and developed. If we could go back—and the theosophist gradually learns to go back to times far, far in the past—then we would find those same soul forces building the world structure before there was even any physical matter out there. And we would find the Spirit, which lives within us as a spark, creating out in the world before there were any chemical or physical forces. Spiritual and divine forces were at work there. And this spiritual existence is higher than all physical being, than all bodily existence; and not only higher, but older than the bodily existence.

[ 8 ] So steigen wir in uns hinunter und holen aus unserem eigenen Herzen und unseren Seelenschichten herauf die Urrätselfrage mit ihrer Lösung, durch welche die Welt selbst entstanden ist. Wer sich in die Theosophie vertieft und hinuntersteigt in die Schichten des eigenen seelischen und geistigen Lebens, der findet da die Kräfte, die am Werke waren, bevor ein Auge gesehen oder ein Ohr gehört hat. Bevor Feuer, Luft und Wasser auf unserer Erde waren, waren Seele und Geist im Himmelsraum und haben das alles erst zustande gebracht. Etwas Dauerndes und dem Physischen Übergeordnetes finden wir, wenn wir hinuntersteigen in diese Schichten unseres Herzens und Geistes. Und dann holen wir von da herauf nicht was in uns selbst ist, sondern die bildenden Kräfte der Welt. Die großen Lehrer und alle diejenigen, die Sie kennengelernt haben unter den großen Seelen und Geistern, gingen ins menschliche Innere hinunter. Sie haben so nicht nur sich selbst erkannt, sondern sie haben den Blick geöffnet erhalten über Sterne und Unendlichkeiten.

[ 8 ] Thus we descend into ourselves and draw from our own hearts and the layers of our souls the primordial riddle and its solution, through which the world itself came into being. Whoever delves into theosophy and descends into the layers of their own soul and spiritual life will find there the forces that were at work before any eye had seen or any ear had heard. Before fire, air, and water existed on our Earth, soul and spirit were in the heavens and brought all of this into being. We find something enduring and superior to the physical realm when we descend into these layers of our heart and spirit. And then we bring up from there not what is within ourselves, but the formative forces of the world. The great teachers and all those you have come to know among the great souls and spirits descended into the innermost depths of the human being. In this way, they not only came to know themselves, but they also had their gaze opened to the stars and the infinite.

[ 9 ] Wir vermögen durch die Selbsterkenntnis auch zu erkennen, wie die Welten entstanden sind und wo der Mensch seinen Ursprung gehabt hat; und auch die Ziele des Menschen, die fernen und die nahen, und unsere Weltenaufgabe vermögen wir so aus den Geistesschichten herauszuholen durch die Selbsterkenntnis. Was wir von der Entstehung von Planeten, Runden und Rassen wissen, was wir von Sonnenkörpern und Sonnensystemen kennen, und was wir von dem Hervorgehen lebender Wesen aus dem Sonnensystem und der Weltkörpern wissen, das ist durch Selbsterkenntnis gewonnen worden, durch jene Selbsterkenntnis, welche sich durchgerungen hat, um im eigenen Geiste zu erkennen das, was er heute ist, was in ihn hineingezogen ist durch Äonen. Was heute in ihm vorhanden ist, das führt uns zu der Erkenntnis von dem, was in ihm immer vorhanden war - vorhanden war in ihm und zugleich draußen in der Welt.

[ 9 ] Through self-knowledge, we are also able to understand how the worlds came into being and where humankind originated; and through self-knowledge, we can also draw from the spiritual realms an understanding of humankind’s goals—both distant and near—and our mission in the world. What we know about the formation of planets, cycles, and races; what we know about solar bodies and solar systems; and what we know about the emergence of living beings from the solar system and the celestial bodies—all of this has been gained through self-knowledge, through that self-knowledge which has struggled to recognize within its own spirit what it is today, what has been drawn into it over the course of eons. What is present within it today leads us to the realization of what has always been present within it—present within it and at the same time out in the world.

[ 10 ] Wenn Sie einen Baum betrachten, so hat er Jahresringe. Sie müssen aber den Stamm erst durchschneiden, um die Jahresringe beobachten zu können. So hat auch die Seele für den, der sie beobachten kann, ihre Ringe erhalten. Jedes Jahr setzt solche Ringe an. Die Seele ist durchgeschritten durch die Zyklen, die Runden und Rassen, und überall hat sie einen solchen Jahresring angesetzt. Diese sicht der Mensch heute nicht. Wenn er aber sehend geworden ist, sieht er, was als Resultat der Entwicklung übrig geblieben ist. Das ist der Weg der Selbsterkenntnis, der Selbstvervollkommnung. So schließt sich durch die Selbsterkenntnis die Welt auf. So lernt der Mensch seine Aufgabe kennen durch diese seine Selbsterkenntnis. Und dann gelangt er zur Erfassung [der Aufgabe] der theosophischen Bewegung.

[ 10 ] When you look at a tree, it has growth rings. But you must first cut through the trunk to see the growth rings. In the same way, the soul has its own rings for those who can perceive them. Each year adds such a ring. The soul has passed through the cycles, the rounds, and the races, and everywhere it has added such an annual ring. People do not see this today. But once they have become able to see, they perceive what remains as the result of this development. This is the path of self-knowledge, of self-perfection. Thus, through self-knowledge, the world opens up. Thus, through this self-knowledge, a person comes to know his or her task. And then he or she comes to grasp [the task] of the Theosophical Movement.

[ 11 ] Und das ist die Erkenntnis, die sich uns bietet, dass die theosophische Bewegung eine Notwendigkeit ist für die gegenwärtige und zukünftige Menschheit. Nur andeuten kann ich, was ich oft ausgesprochen habe. Andere Rassen gingen unserer Rasse voran; andere Rassen, die noch geistige Erkenntnis hatten. Die lemurische Rasse - obwohl sie nicht so vorgeschritten war an Verstandes- und Vorstellungskraft und die dann durch Feuer zugrunde gegangen ist -, sie hatte noch einen unmittelbaren Zusammenhang mit den geistigen Wesenheiten der Welt, eine unmittelbare Erkenntnis der Menschen war vorhanden. Der Mensch hat seine spirituelle Erkenntnis verloren, weil er dazu berufen war, seinen Verstand auszubilden, weil er dazu berufen war, den Verstand durch die Sinne zu bilden.

[ 11 ] And this is the insight that presents itself to us: that the Theosophical Movement is a necessity for present and future humanity. I can only hint at what I have often stated. Other races preceded our race; other races that still possessed spiritual knowledge. The Lemurian race—although it was not as advanced in intellect and imagination and was subsequently destroyed by fire—still had a direct connection with the spiritual beings of the world; there was a direct awareness of human beings. Humanity has lost its spiritual insight because it was called upon to develop its intellect, because it was called upon to shape the intellect through the senses.

[ 12 ] Der lemurischen Rasse folgte die atlantische. Auch die Atlantier waren noch imstande, in seelischer Weise mit anderen über ihnen stehenden Wesen in Zusammenhang zu kommen. Wir wissen, dass durch kleine Kolonien die Lemurier herübergeführt worden sind zu den Atlantiern, die neue Stammrasse zu bilden. Und wir wissen auch, dass als die Fluten hereinzubrechen begannen, durch die der atlantische Kontinent zugrunde gegangen ist, da sandte der Manu ein kleines Häuflein aus nach der Mitte von Asien. Und als die alte Atlantis sich der Abenddämmerung zuneigte, da führte der Manu sein Häuflein, das die Grundlage für unsere Rasse bilden sollte, in die Wüste Gobi oder Schamo. Da wurden sie geschützt vor den dekadenten Bewohnern, die übrig geblieben waren von den Atlantiern und Lemuriern. Und so bildete sich die erste Unterrasse unserer Rasse. Sie zog nach dem Westen. Die anderen Rassen blieben zurück. Wir selbst stammen ab von diesem kleinen Häuflein. Unsere fünfte Wurzelrasse wird nicht durch Feuer oder Wasser ihren Untergang finden, sondern auf eine andere Art wird unsere gegenwärtige Rasse ihre Abenddämmerung erleben, um zu einer neuen Stufe, zu einem neuen Dasein hinübergeführt zu werden. Diese Stufe lernt der Theosoph vorauszuschen, und er leistet Vorarbeit für die Zukunft der Menschheit, für die kommende Rasse. Kampf ums Dasein wird die Untergangsform unserer

[ 12 ] The Lemurian race was succeeded by the Atlantean race. The Atlanteans, too, were still capable of establishing a spiritual connection with other beings superior to themselves. We know that small colonies of Lemurians were brought over to the Atlanteans to form a new ancestral race. And we also know that when the floods began to break in—which led to the destruction of the Atlantean continent—the Manu sent a small group out to the heart of Asia. And as ancient Atlantis approached its twilight, the Manu led his small group—which was to form the foundation of our race—into the Gobi or Shamo Desert. There they were protected from the decadent inhabitants who remained of the Atlanteans and Lemurians. And so the first subrace of our race was formed. It migrated westward. The other races remained behind. We ourselves are descended from this small group. Our fifth root race will not meet its end through fire or water; rather, our present race will experience its twilight in a different way, in order to be led over to a new stage, to a new existence. The theosophist learns to foresee this stage and lays the groundwork for the future of humanity, for the coming race. The struggle for existence will be the form of our downfall

[ 13 ] Rasse sein. Sie wird hinübergerettet werden in einem kleinen Häuflein. Dieses wird sich rekrutieren aus denen, die selbst erkannt haben, dass sie führen müssen, und die wieder Seele und Geist gesucht haben.

[ 13 ] The race. It will be saved in a small group. This group will be made up of those who have recognized for themselves that they must lead, and who have sought to rediscover their soul and spirit.

[ 14 ] Anders als in Vorzeiten muss in der gegenwärtigen Zeit gewirkt werden. In den Vorzeiten waren die Menschen getrennt in kleine Kulturgebiete, und jede Kultur konnte nur auf einem kleinen Gebiet wirken. Noch während der alten indischen Kultur, auch während der persischen, ägyptischen, griechischen und römischen Kultur waren die Menschen auf kleinere Territorien beschränkt. Jetzt ist die ganze Erde unser Wohnplatz geworden. Unsere Technik, die die Größe unserer Rasse ausmacht, umspannt die ganze Erde. Keine Trennung ist mehr vorhanden. Die Waren, die fern von uns erzeugt werden, werden auf der ganzen Erde verbreitet. Die Erde ist ein gemeinschaftlicher Wohnplatz geworden. Die Menschen können nicht mehr unterschieden werden nach einzelnen Farben, Rassen, Klimaten; sie tauschen jetzt nicht nur Waren, sondern auch Meinungen aus.

[ 14 ] Unlike in times past, we must act in the present. In times past, people were separated into small cultural regions, and each culture could only exert its influence within a small area. Even during the ancient Indian civilization—as well as during the Persian, Egyptian, Greek, and Roman civilizations—people were confined to smaller territories. Now the entire Earth has become our home. Our technology, which defines the greatness of our race, spans the entire globe. There are no longer any divisions. Goods produced far away from us are distributed throughout the world. The Earth has become a shared home. People can no longer be distinguished by individual skin colors, races, or climates; they now exchange not only goods but also opinions.

[ 15 ] Nichts kann mehr nur für ein kleines Häuflein bestehen. Heute haben wir eine neue Aufgabe, durch die wir alle in eine neue Zukunft hineinwachsen können. Diese zu erfassen, obliegt der theosophischen Bewegung.

[ 15 ] Nothing can exist solely for a small handful of people anymore. Today we have a new mission through which we can all grow into a new future. It is up to the Theosophical Movement to grasp this.

[ 16 ] Führer der Menschheit waren im Beginne und Verlauf [der ersten Unterrasse] der fünften Wurzelrasse die Rishis in Indien, von denen der heutige Forscher so gut wie nichts weiß, nur derjenige, der durch mystische Erkenntnis zur Anschauung der höheren Welten gekommen ist, der weiß von ihnen zu erzählen. Sie haben jene wunderbare Kultur geschaffen, von der die Vedenkultur nur ein schwacher Abglanz ist. Alles, was uns von der Vedenkultur bekannt geworden ist, ist in viel späterer Zeit entstanden. Für den, der die Welt geistig zu beobachten vermag, bietet sich eine Zeit dar, von der keine Urkunde etwas meldet, wo im alten Indien gottbegabte Geister, die Rishis, unmittelbar lehrten. Das war eine Landeskultur.

[ 16 ] The leaders of humanity during the beginning and course of [the first subrace] of the fifth root race were the Rishis in India, about whom today’s researchers know virtually nothing; only those who have attained insight into the higher worlds through mystical knowledge can speak of them. They created that wondrous culture of which Vedic culture is but a faint reflection. Everything we know of Vedic culture arose much later. For those capable of observing the world spiritually, a time reveals itself of which no historical record speaks—a time when, in ancient India, divinely gifted spirits, the Rishis, taught directly. That was a national culture.

[ 17 ] Dann kommt eine Kultur, die wiederum auf ein Land beschränkt ist: die uralte persische, die zarathustrische Kultur. Sieben Zarathustras hat es gegeben. Jener Zarathustra, welcher gewöhnlich genannt wird, ist der siebente. Er ist die Inkarnation aller früheren Zarathustras. Was in den Büchern der persischen Religion aufbewahrt ist, wurde erst in viel späterer Zeit aufgezeichnet. Da blicken wir zurück auf ein zweites inspiriertes Religionsbekenntnis in unserer Rassenentwicklung.

[ 17 ] Next comes a culture that is, in turn, limited to a single country: the ancient Persian, Zoroastrian culture. There have been seven Zoroastres. The Zoroaster who is commonly referred to is the seventh. He is the incarnation of all the earlier Zoroastres. What is preserved in the books of the Persian religion was not recorded until much later. Here we look back on a second inspired religious creed in our racial development.

[ 18 ] Wir schreiten jetzt vor nach Westen zu. Wir treffen da auf die wunderbare ägyptische Kultur, eine Kultur, von der uns Bücher Kunde geben. Das ägyptische Totenbuch ist ein Ergebnis der Kultur des Hermes. Dann kommen wir nach Griechenland und Italien zu der orphischen Urkultur, die auf europäischem Boden erwachsen ist und von der wir noch zehren. Dann kommen wir hinauf zu der erhabenen Religion des Stifters des Christentums und endlich in unsere Zeit hinein.

[ 18 ] We now proceed westward. There we encounter the marvelous Egyptian culture, a culture about which books have told us. The Egyptian Book of the Dead is a product of the culture of Hermes. Then we come to Greece and Italy, to the primordial Orphic culture that arose on European soil and from which we still draw sustenance. Then we ascend to the sublime religion of the founder of Christianity and finally enter our own time.

[ 19 ] Wir haben so erblickt auf eine Reihe von menschlichen Religionsbekenntnissen, die von einzelnen großen Religionsstiftern ausgegangen sind. Für uns sind diese großen erhabenen Stifter nichts anderes als die Mitglieder einer geistigen Gemeinschaft von Wesen und Individualitäten, die hoch erhaben über unserer Menschheit stehen, so hoch erhaben, dass heute der Mensch nur mit Bewunderung und Demut aufblicken kann zu den Großen, die die geistigen [Anstöße] unserer Entwicklung gebracht haben. Aber zu gleicher Zeit, wie wir zu ihnen aufblicken, wissen wir, dass auch wir zu solcher Klarheit und Geistigkeit aufzusteigen berufen sind. Die heiligen Männer sind hervorgegangen aus dem, was wir die Loge der erhabenen Menschheitsführer nennen.

[ 19 ] We have thus surveyed a series of human religious creeds that originated with individual great religious founders. For us, these great and exalted founders are nothing other than members of a spiritual community of beings and individualities who stand far above humanity—so far above that today we can only look up with admiration and humility to the great ones who provided the spiritual [impulses] for our development. But at the same time that we look up to them, we know that we, too, are called to rise to such clarity and spirituality. The holy men have emerged from what we call the Lodge of the Sublime Leaders of Humanity.

[ 20 ] Diejenigen, welche die ägyptische Kultur gebracht haben, sind dann nach Westen gezogen und haben dann, als sie als Abgesandte nach dem Westen, nach Europa, gekommen sind, den Völkern diejenigen Erkenntnisse gebracht, welche sie ihren Verhältnissen entsprechend gebrauchten. Die Weiße Loge hat so gewirkt, dass jedes Volk sie verstehen konnte. Jedes Volk brauchte etwas Besonderes im Laufe der Zeiten. Jedes Volk war abgeschlossen auf einen engeren Raum. Was wussten zum Beispiel die alten Inder davon, was sich in Europa zutrug? In ganz besonderen sozialen Verhältnissen lebten sie. Die großen Eingeweihten sprachen so zu ihnen, wie sie es brauchten. Und so sprachen sie zu allen Völkern.

[ 20 ] Those who brought Egyptian culture then migrated westward, and when they came to the West—to Europe—as emissaries, they imparted to the peoples the insights that were appropriate to their circumstances. The White Lodge worked in such a way that every people could understand it. Each people needed something specific over the course of time. Each people was confined to a limited geographical area. What, for example, did the ancient Indians know about what was happening in Europe? They lived under very specific social conditions. The great initiates spoke to them in the way they needed to hear it. And so they spoke to all peoples.

[ 21 ] Heute ist die Menschheit dazu berufen, eine gemeinsame Familie zu werden, heute sind die Menschen dazu berufen, Austausch zu pflegen, nicht nur von Waren, sondern auch von dem, was die Menschen als Wahrheit erkennen. Es bleibt den Menschen nicht mehr verschlossen, was die alten Rishis gelehrt haben. So war es notwendig geworden, dass die Erhabenen von der großen weißen Loge wieder zur Menschheit gesprochen haben. Dieselben Wesen, die einst tätig waren bei der Begründung des alten Hinduismus, dieselben Wesen, die tätig waren bei der Begründung des alten Zarathustrismus und bei der Begründung der Religion der Ägypter, mussten also zu der Menschheit in einer neuen Form, in einem neuen Sinne sprechen; dasselbe Wesen, das einstmals der Gottheit Christi den Leib geboten hat, um auf der Erde hier wirken zu können, Jesus von Nazareth. Deshalb sprechen diese Wesenheiten so, dass in ihrer Sprache kein Unterschied gemacht wird zwischen Rasse und Sprache, kein Unterschied zwischen Geschlecht und Stand. Nicht mehr Sonderbündnisse kann es geben, sondern etwas Gemeinschaftli‚ches muss die Menschheit haben. Und ein solches Gemeinschaftliches ist unsere theosophische Lehre, durch die wir uns hinüberentwickeln zur neuen Rasse. Das ist der Sinn, der Geist der modernen theosophischen Bewegung.

[ 21 ] Today, humanity is called upon to become one family; today, people are called upon to engage in exchange—not only of goods, but also of what people recognize as truth. What the ancient Rishis taught is no longer hidden from humanity. Thus, it had become necessary for the Exalted Ones of the Great White Lodge to speak to humanity once more. The same beings who were once active in the founding of ancient Hinduism, the same beings who were active in the founding of ancient Zoroastrianism and in the founding of the religion of the Egyptians, therefore had to speak to humanity in a new form, in a new sense; the same being who once provided the body for the Christ Deity so that He might work here on Earth: Jesus of Nazareth. That is why these beings speak in such a way that their language makes no distinction between race and language, nor between gender and social status. There can be no more exclusive covenants; rather, humanity must have something in common. And such a common ground is our theosophical teaching, through which we evolve toward the new race. That is the meaning, the spirit, of the modern theosophical movement.

[ 22 ] Diejenigen, die diese theosophische Bewegung auffassen als das gesprochene Wort derjenigen, die von Anbeginn der Menschheit [die Weisheit und] den Zusammenklang der Empfindungen [gegeben] haben, die wissen, dass die Theosophie nichts anderes ist als die Pionierbewegung, welche einer neuen Menschheit vorarbeiten kann, die das Glück der Menschheit bringen soll. Derjenige versteht die theosophische Bewegung richtig, der glaubt, dass alle großen Fragen, die an die Türe pochen, gelöst werden müssen durch die theosophische Zentralbewegung.

[ 22 ] Those who view this Theosophical Movement as the spoken word of those who, from the dawn of humanity, have [bestowed] [wisdom and] harmony of feelings—those who know that Theosophy is nothing other than the pioneering movement that can pave the way for a new humanity, one that is to bring happiness to mankind. One understands the Theosophical Movement correctly who believes that all the great questions knocking at the door must be resolved through the central Theosophical Movement.

[ 23 ] Da sucht der eine auf dem Wege einer sozialen Bewegung, ein anderer auf dem Wege einer spiritistischen, ein anderer auf dem Wege einer moralischen und wieder ein anderer auf dem Wege einer Reform von Speise und Trank sein Heil. Alle [solche Bewegungen] sind groß, bedeutend und nützlich. Sie arbeiten aber nur vor. Sie werden nur Früchte bringen können, wenn sie Zweige der großen theosophischen Bewegung geworden sind. Nicht durch äußere Verbesserungen der Nahrungsmittel, der Industrie, der werktätigen Arbeit kann etwas erreicht werden, sondern nur dadurch, dass die Seelen vorwärtsgebracht werden. Wer alle diese Bewegungen sorgfältig studiert hat, der weiß, wie sie einmünden müssen in die theosophische Bewegung.

[ 23 ] One seeks salvation through a social movement, another through a spiritualist movement, yet another through a moral movement, and still another through a reform of food and drink. All [such movements] are great, significant, and useful. However, they are merely preparatory. They will only bear fruit once they have become branches of the great Theosophical Movement. Nothing can be achieved through external improvements in food, industry, or manual labor, but only by advancing the souls. Anyone who has carefully studied all these movements knows how they must converge into the Theosophical Movement.

[ 24 ] Fordern Sie von Ihren Mitmenschen, dass sie im Kampf ums Dasein den anderen gegenüber nicht so furchtbar seien, sondern sich so verhalten, wie Sie wünschen, dass man sich Ihnen gegenüber verhalte, so wird es erträglich sein. Schreiben Sie aber auf Ihre Fahne «Kampf», so werden Sie nichts erreichen. Lediglich durch Liebe, durch Vereinigung, durch den Zusammenklang aller unserer Seelen kann das Heil gefunden werden. Nur wenn wir wieder uns klar darüber geworden sind, dass wir alle seelisch-geistige Wesen sind, und dass unsere Seele und unser Geist Funken des Urfeuers sind und wir den Beruf haben, uns zu vereinigen in diesem Urfeuer, dann werden wir zum Heil unserer Zukunft wirken. Dann werden wir hinüberleben in die Zeit, in die wir hinüberleben müssen, die wir aber auch gestalten müssen. Und das wird abhängen von der Arbeit an unserer eigenen Seele.

[ 24 ] Ask those around you not to be so cruel to others in the struggle for existence, but to behave toward others as you would like them to behave toward you—then it will be bearable. But if you raise the banner of “struggle,” you will achieve nothing. Salvation can be found only through love, through union, through the harmony of all our souls. Only when we have once again realized that we are all spiritual beings, that our souls and spirits are sparks of the primordial fire, and that our calling is to unite within this primordial fire—only then will we work for the salvation of our future. Then we will live on into the time into which we must live on—a time that we must also shape. And that will depend on the work we do on our own souls.

[ 25 ] Viele verlangen von den Menschen, sie sollen anders werden: Diese Klasse, jener Stand soll anders werden, man braucht die Menschen anders. Man kämpft gegen sie. Wer aber kann Gewähr dafür geben, dass ein solcher Kampf jemals gelingen wird? Eines aber muss gelingen: Niemals können wir fehlgehen, wenn wir unser eigenes Innere verbessern, wenn wir ein jeder beim eigenen Innern zu reformieren anfangen, wenn also ein jeglicher sich selbst besser macht. In diesem Streben kann es keinen Unterschied von Klasse, Rasse, Stand und Geschlecht geben. Und das ist der Sinn der theosophischen Bewegung, der sie zu einer großen Bewegung der Zukunft macht. Das haben uns die erhabenen Wesen gelehrt, die zu uns in den Tönen gesprochen haben, die zukunftsverheißend sind. Viele sind zur theosophischen Bewegung gekommen und fragen: Ihr sagt uns, dass sogenannte «Meister» an der Spitze der Bewegung stehen; aber wir sehen diese Meister nicht. - Das ist nicht zu verwundern. Glauben Sie nicht, dass es in dem Willen der Meister liegt, nicht selbst unter Sie zu treten und zu Ihnen zu sprechen. Könnten sie es, dürften sie es - ein jeglicher würde es tun. Aber ich möchte Ihnen nur einen kleinen Begriff davon geben, wodurch der Meister abgeschieden sein muss von denjenigen, die er liebt, und weswegen er sich Boten suchen muss, die mit ihrem physischen Wort sein Wort verkünden.

[ 25 ] Many demand that people change: this class, that social group must change; people are needed to be different. People fight against them. But who can guarantee that such a struggle will ever succeed? One thing, however, must succeed: We can never go wrong if we improve our own inner selves, if each of us begins to reform our own inner selves—in other words, if each of us makes ourselves better. In this endeavor, there can be no distinction based on class, race, social status, or gender. And that is the essence of the Theosophical Movement, which makes it a great movement of the future. This is what the exalted beings have taught us, speaking to us in tones that hold the promise of the future. Many have joined the Theosophical Movement and ask: “You tell us that so-called ‘Masters’ stand at the head of the Movement; but we do not see these Masters.”—That is not surprising. Do not think that it is the will of the Masters not to come down among you themselves and speak to you. If they could, if they were allowed to—every one of them would do so. But I would like to give you just a small idea of why the Master must be separated from those he loves, and why he must seek messengers who, through their physical words, proclaim his message.

[ 26 ] Die Gesetze, nach denen die Welt und die Menschheit gelenkt werden, sind unendlich erhaben über dem, was sich der Durchschnittsmensch von heute denken kann. Nur derjenige, der einzig und allein im Dienste dieser erhabenen Weltengesetze wirkt - nachdem er sie erkannt hat -, kann die Menschheit in seelischer und geistiger Beziehung lenken. Der Meister durchschaut nicht nur Jahre, sondern Jahrhunderte und Jahrtausende. Er sieht in ferne Zeiten der Zukunft. Die Lehren, die er gibt, sind diejenigen, die der Menschheit zum Erstreben dienen sollen, um sie weiterzubringen. Nicht müßige Lehren für die Neugier gibt der Meister, sondern Lehren der großen Menschenliebe, die in Zukunft in das Glück der Menschheit hineinführen.

[ 26 ] The laws by which the world and humanity are governed are infinitely beyond what the average person of today can conceive. Only those who act solely in the service of these sublime laws of the universe—after having recognized them—can guide humanity in spiritual and mental matters. The Master sees not only years, but centuries and millennia. He sees into distant times in the future. The teachings he imparts are those that humanity should strive toward in order to advance. The Master does not impart idle teachings for the sake of curiosity, but teachings of great love for humanity that will lead to humanity’s happiness in the future.

[ 27 ] Sehen Sie sich die Menschen an, wie sie leben, wie sie abhängig sind von tausend Kleinigkeiten des Tages. Und ich will nicht einmal auf die tausend Kleinigkeiten des Tages verweisen, sondern nur darauf, wie sie abhängig sind von Raum und Zeit, wie sie es schwer über sich bekommen, ein freies Urteil zu gewinnen, sich zu gestehen, was zur Förderung der Mitmenschen notwendig ist. Abertausend und Millionen von Rücksichten, an die der Mensch stündlich gebunden ist, machen es ihm unmöglich, ein freies, unabhängiges Urteil zu gewinnen. Wenn man nur der innersten Stimme des göttlichen Inneren folgen kann, dann ist man berufen, Menschen zu führen, zu leiten, zu lenken. Das kann der Meister.

[ 27 ] Look at people—how they live, how they are dependent on a thousand little things in their daily lives. And I do not even wish to point out the thousand little things of the day, but only how they are dependent on space and time, how they find it difficult to form a free judgment, to admit to themselves what is necessary for the betterment of their fellow human beings. Countless thousands and millions of considerations to which a person is bound every hour make it impossible for them to form a free, independent judgment. Only when one can follow the innermost voice of the divine within is one called to lead, guide, and direct people. The Master can do this.

[ 28 ] Die wenigsten können sich eine Vorstellung machen von der Größe der durch keine Rücksicht gebundenen Freiheit des Urteils, das der Meister auszusprechen hat. Nur in schwachem Strahl, in verdunkeltem Abglanz können wir das auf dem physischen Gebiete aussprechen, was die Meister aussprechen auf ihrem erhabenen Sitze.

[ 28 ] Very few can even begin to form a mental image of the magnitude of the freedom of judgment—unbound by any constraints—that the Master must exercise. Only as a faint glimmer, a dim reflection, can we express in the physical realm what the Masters express from their exalted seat.

[ 29 ] Rücksicht muss genommen werden auf Land, Kultur und Bildung. Nur in gebrochenem Strahle kann dasjenige zur Menschheit kommen, was der göttliche Führer vermitteln kann als das große Weltengesetz. Nur derjenige, welcher imstande ist, dem Meister zuzuhören, sodass sich nicht der geringste Widerspruch im Herzen regt, dass er nicht Rücksicht nimmt auf Zeit und Raum, sondern restlos das Ohr dem Meister widmet in vollkommener devotioneller Hingabe, nur der ist berufen, den Meister zu hören, der nicht auf alles antwortet mit «ja und aber», sondern weiß, dass der Meister aus dem Göttlichen heraus spricht.

[ 29 ] Consideration must be given to country, culture, and education. Only in a refracted beam can that which the divine guide conveys as the great law of the universe reach humanity. Only the one who is able to listen to the Master without the slightest contradiction stirring in his heart—who pays no heed to time and space but devotes his ear entirely to the Master in perfect, devotional surrender—only such a one is called to hear the Master; one who does not respond to everything with “yes, but,” but knows that the Master speaks from the Divine.

[ 30 ] Ein jeder muss da verstummen gegenüber den göttlichen Wahrheiten. Aufhören muss das, was heute am verbreitetsten ist: das Pochen auf das eigene Urteil. Der Meister zwingt uns nicht sein Urteil auf, aber anregen will er uns. Solange wir Kritik üben, sind wir abhängig von Zeit und Raum, und solange kann auch die Stimme des Meisters nicht an unser Ohr dringen. Wenn wir jene Rücksichtslosigkeit uns erwerben gegenüber allem, was uns an das Persönliche, an das Vorübergehende, an das Verschwindende bindet, wenn wir diese Rücksichten hinter uns lassen, uns gleichsam Feieraugenblicke des Lebens schaffen, uns herausreißen, loslösen von dem, was um uns herum lebt und nur der inneren Stimme lauschen, dann sind die Augenblicke da, in denen der Meister zu uns sprechen kann. Diejenigen, die sich jene große Freiheit errungen haben, haben sich auch die Möglichkeit errungen, selbst einen Meister zu haben; sie haben es dahin gebracht, die Gewissheit zu haben, dass sie existieren in der von Licht umflossenen Glorie dieser hohen Wesenheiten.

[ 30 ] Everyone must fall silent in the face of divine truths. We must put an end to what is most widespread today: the insistence on our own judgment. The Master does not impose his judgment on us, but he seeks to inspire us. As long as we engage in criticism, we remain bound by time and space, and as long as that is the case, the Master’s voice cannot reach our ears. When we acquire that detachment from everything that binds us to the personal, the transient, and the fleeting—when we leave these concerns behind, create for ourselves, as it were, moments of contemplation in life, tear ourselves away, detach ourselves from what surrounds us, and listen only to the inner voice—then those moments arrive in which the Master can speak to us. Those who have attained that great freedom have also attained the possibility of having a Master themselves; they have reached the point of having the certainty that they exist within the light-bathed glory of these exalted beings.

[ 31 ] Abgewöhnt haben sie sich das «Prüfet alles und das Beste behaltet», denn das müssen sich diejenigen abgewöhnen, die an den Meister herantreten wollen. Damit stellt man Grundsätze auf über Dinge, die man wahrhaftig schon weiß. Will man aber lernen, dann hört dieser Grundsatz auf. Wer soll entscheiden darüber, was das Beste ist? Diejenigen, die es haben, oder die, die es erkannt haben? Nicht urteilslos, nicht kritiklos sollen wir werden, sondern uns in eine wahrhaft unabhängige Stimmung versetzen können, wenn wir zu diesen erhabenen Höhen hinaufsteigen wollen.

[ 31 ] They have grown accustomed to the saying, “Test everything and keep what is best,” for those who wish to approach the Master must break this habit. This leads to establishing principles about things one truly already knows. But if one wishes to learn, this principle ceases to apply. Who is to decide what is best? Those who possess it, or those who have recognized it? We should not become unjudgmental or uncritical, but rather be able to put ourselves in a truly independent frame of mind if we wish to ascend to these sublime heights.

[ 32 ] Das ist vor allen Dingen etwas, was den Theosophen als ein Gefühl durchströmen muss. Und wenn er sich immer mehr und mehr mit diesem Gefühle durchdringt, dann wird er selbst hinaufgeführt werden zu den Höhen, wo der Meister zu ihm sprechen kann.

[ 32 ] Above all, this is something that must flow through the theosophist as a feeling. And as he becomes more and more imbued with this feeling, he himself will be led up to the heights where the Master can speak to him.

[ 33 ] Fragen Sie nicht: Warum sind die Meister an abgesonderten Orten? Denn: Wahr ist es, dass in Petersburg, Berlin und London und so weiter sich die Meister aufhalten und zu sprechen sind für die, die sie sprechen wollen und können; für die, welche die notwendige Stimmung durch innere Selbstüberwindung errungen haben. Durchdringt sich der Theosoph mit dieser Stimmung, dann wird er Mitglied desjenigen Teiles der Menschheit, der hinaufgeführt wird zu einem neuen, erhöhten Dasein. Und weil das der Fall ist, ist die theosophische Bewegung auch die praktischste Bewegung, die wir in der Gegenwart haben können. Viele wenden ja ein, sie sei idealistisch, phantastisch, sie sei etwas Unpraktisches.

[ 33 ] Do not ask: Why are the Masters in secluded places? For it is true that in St. Petersburg, Berlin, London, and so on, the Masters are present and are available to speak to those who wish to speak with them and are able to do so—to those who have attained the necessary state of mind through inner self-mastery. If the Theosophist imbues himself with this state of mind, he becomes a member of that part of humanity that is being led upward toward a new, elevated existence. And because this is the case, the Theosophical Movement is also the most practical movement we can have at the present time. Many, of course, object that it is idealistic, fanciful, and impractical.

[ 34 ] Nun, verehrte Anwesende, ein kleines Nachdenken kann Sie lehren, dass diese Bewegung nicht etwas Unpraktisches zu sein braucht, nur weil sie viele praktische Menschen - das heißt, Menschen, die sich so nennen - als unpraktisch betrachten. Sehen Sie sich aber einmal die Menschen an, die sich so praktisch finden. Es ist ein eigen Ding mit solchen Menschen, die sich selber so praktisch gefunden haben. Einige Beispiele von dem, was die Praktiker in der Welt des 19. Jahrhunderts getan haben, mögen das zeigen. Die Praktiker haben zum Beispiel bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein ein höchst unpraktisches Postwesen gehabt. Bei diesem Postwesen haben die Praktiker, ebenso wie heute, auf ihre Praktik gepocht. Dann aber kam ein Schullehrer in England, der die Postmarke erfand. Es war ein «unpraktischer» Idealist namens Hill. An der Spitze des englischen Postwesens stand ein «Praktiker» namens [Lord Lichfield]. Der erklärte im Parlament, dass aus der Einführung der Briefmarke nichts werden könne. Er sagte: Der «Praktiker» weiß, dass das nicht geht. Der Verkehr könnte ja zunehmen, aber dann würden die Posthäuser nicht mehr ausreichen, folglich ist die Sache schlecht. - Das war ungefähr die Antwort auf eine solch «unpraktische» Erfindung wie die der Briefmarke.

[ 34 ] Well, ladies and gentlemen, a little reflection may teach you that this movement need not be impractical simply because many practical people—that is, people who call themselves that—consider it impractical. But take a look at the people who consider themselves so practical. There is something peculiar about such people who have deemed themselves so practical. A few examples of what the “practical” people did in the 19th century may illustrate this. For example, well into the mid-19th century, the “practical” people had a highly impractical postal system. With this postal system, the “practical” people, just as they do today, insisted on their own practical approach. But then a schoolteacher in England came along and invented the postage stamp. He was an “impractical” idealist named Hill. At the head of the English postal service was a “practical” person named [Lord Lichfield]. He declared in Parliament that the introduction of the postage stamp would never work. He said: The “practical person” knows that this won’t work. Mail volume might increase, but then there wouldn’t be enough post offices, so the whole thing is a bad idea. — That was roughly the response to such an “impractical” invention as the postage stamp.

[ 35 ] Ebenso hatte Gauß schon im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts einen elektromagnetischen Telegrafen erfunden. Eingeführt wurde er nicht. Es waren die Idealisten, welche die Erfindungen gemacht haben, und die Praktiker haben die Geldmittel verweigert.

[ 35 ] Similarly, Gauss had already invented an electromagnetic telegraph in the first third of the 19th century. It was never put into use. It was the idealists who made the inventions, and the pragmatists who refused to provide the funding.

[ 36 ] Ebenso war es mit der Eisenbahn. Was haben die Praktiker getan, als die Eisenbahn eingerichtet werden sollte? Der Postmeister Nagler sagte damals: Wozu eine Eisenbahn? Ich lasse schon täglich sechzehn Omnibusse nach Potsdam gehen und niemand sitzt darinnen. Was soll es also mit der Eisenbahn? Dazu kam noch die Stellungnahme des bayrischen Medizinal-Kollegiums über den Bau der Eisenbahnen. Die Urkunde kann heute noch eingesehen werden. Sie meinten, man solle keine Eisenbahnen bauen, denn die Leute würden, wenn sie damit führen, Gehirnerschütterung bekommen; mindestens müsste man die Eisenbahnstrecke zu beiden Seiten mit Bretterzäunen umgeben, damit diejenigen Leute, an denen sie vorüberfährt, nicht Gehirnerschütterung bekommen oder sonst Schaden nehmen.

[ 36 ] The same was true of the railroad. What did the practical-minded people do when the railroad was to be built? Postmaster Nagler said at the time: “Why do we need a railroad? I already send sixteen buses to Potsdam every day, and nobody rides them. So what’s the point of a railroad?” Added to this was the statement by the Bavarian Medical Council regarding the construction of railroads. The document can still be viewed today. They argued that no railroads should be built, because people would suffer concussions if they rode them; at the very least, the railroad tracks would have to be surrounded on both sides by wooden fences so that the people it passed by would not suffer concussions or sustain any other harm.

[ 37 ] Alle großen Errungenschaften der Menschheit sind niemals aus den Köpfen derer entsprungen, die sich Praktiker dünken. Die Praktiker haben kein Urteil über den wahren Menschheitsfortschritt. Erst wenn der Mensch sich aufschwingt zu den großen kulturbewegenden Faktoren, die aus dem Geist und der Seele kommen, erst wenn er unter geistiger Führung steht, kann er der Menschheit die großen Impulse geben. Unbewusst waren diese Erfinder beeinflusst von den Meistern. Ohne dass der Chemiker im Laboratorium oder in der Fabrik es weiß, ist er von der geistigen Hierarchie der Meister beeinflusst, die wir noch genauer kennenlernen sollen durch die theosophische Bewegung. Die theosophische Bewegung wird in die unmittelbare Bewegung des Tages eingreifen, wird nicht nur in den Gehirnen und Herzen leben. Ja, in den Herzen wird sie leben, aber bis in die Fingerspitzen wird sie die Menschen beseelen und das ganze Leben umgestalten. Dann wird sie die praktischste Bewegung sein, die unmittelbar auf dasjenige einwirkt, was stündlich, ja in jeder Minute uns umgibt.

[ 37 ] None of humanity’s great achievements have ever sprung from the minds of those who consider themselves practical people. Practical people have no understanding of true human progress. Only when a person rises to the level of the great cultural forces that spring from the spirit and the soul—only when he is under spiritual guidance—can he provide humanity with great impetus. Unconsciously, these inventors were influenced by the Masters. Without the chemist in the laboratory or factory even realizing it, he is influenced by the spiritual hierarchy of the Masters, whom we are to come to know even more closely through the Theosophical Movement. The Theosophical Movement will intervene in the immediate events of the day; it will not merely live in people’s minds and hearts. Yes, it will live in the hearts, but it will inspire people right down to their fingertips and transform their entire lives. Then it will be the most practical movement, one that directly influences what surrounds us every hour, indeed every minute.

[ 38 ] Das sagt nicht derjenige, der in Fanatismus die Bewegung predigen will, sondern derjenige, der dazu berufen ist. Man ist durch viele Irrtümer hindurchgegangen; man hat in der Welt die Faktoren gesucht, die einen sozialen Fortschritt bringen, man hat aber erkannt, dass der Fortschritt in der Seele gesucht werden muss, dass der Fortschritt aus der Seele sprießen muss auch für das, was in die Tat umgesetzt wird. Wo dieses im Hintergrund steht, vereinigen wir uns in der richtigen Weise in der Theosophischen Gesellschaft.

[ 38 ] This is not said by someone who seeks to preach the movement out of fanaticism, but by someone who is called to do so. We have gone through many errors; we have sought in the world the factors that bring about social progress, but we have come to realize that progress must be sought in the soul, that progress must spring from the soul—even for that which is put into practice. When this is kept in mind, we unite in the right way within the Theosophical Society.

[ 39 ] Die Theosophische Gesellschaft ist nur das äußere Werkzeug für diejenigen, welche glauben, an der durch die theosophische Bewegung vorgeschriebenen Kulturbewegung teilnehmen zu müssen. Wenn die Meister gefragt werden, was zu tun ist, um mit ihnen in Berührung zu kommen, so antworten sie: Der Mensch findet Anschluss durch die Theosophische Gesellschaft; dadurch hat der Mensch die Anwartschaft in der Hand. Das, was in uns lebendig wird, das ist es, um was es sich bei der theosophischen Bewegung handelt. Die Lehren, die wir verbreiten, sind das Mittel, um das [innere] Leben im Menschen zu entzünden. Bei demjenigen, welcher zu den Mitmenschen spricht, ist es nicht das Wort, welches wirkt, sondern das, was geheimnisvoll durch das Wort fließt. Es sind nicht nur die Schallwellen, sondern es ist die spirituelle Kraft, die durch das Wort auf uns strömen soll. Durch diese spirituelle Kraft wirkt auf uns das Wort, die Kraft der Meister, der großen Führer auf uns ein, damit wir im Geiste vereinigt sind und unsere Herzen zusammenschlagen. Das ist es, worauf es ankommt, dass wir im Zusammenklang uns nebeneinander fühlen, dass wir in uns uns fühlen; wenn sich der Strom webt von Herz zu Herz, von Seele zu Seele, so geht durch sie die Kraft, die hinter uns steht.

[ 39 ] The Theosophical Society is merely the external instrument for those who believe they must participate in the cultural movement prescribed by the Theosophical Movement. When the Masters are asked what one must do to come into contact with them, they reply: One finds a connection through the Theosophical Society; through this, one holds the key to eligibility. That which comes alive within us—that is what the Theosophical Movement is all about. The teachings we disseminate are the means to kindle the [inner] life within human beings. For those who speak to their fellow human beings, it is not the word itself that has an effect, but rather that which mysteriously flows through the word. It is not merely sound waves, but the spiritual power that is meant to flow toward us through the word. Through this spiritual power, the word—the power of the Masters, the great guides—works upon us so that we may be united in spirit and our hearts may beat as one. This is what matters: that we feel in harmony with one another, that we feel within ourselves; when the current weaves from heart to heart, from soul to soul, the power that stands behind us flows through them.

[ 40 ] Auf die Gesinnung kommt es an. Deshalb arbeiten wir in unseren Zweigen in solcher Gesinnung, deshalb lehren uns die Meister, dass wir nicht aus Neugierde uns Wissen aneignen sollen, nur um ständig mehr zu wissen, sondern damit wir uns vereinigen im Zusammenklang der Empfindungen. Deshalb werden wir von theosophischen Versammlungen niemals so weggehen, wie man von anderen Versammlungen weggeht. Annie Besant hat es einmal ausgesprochen, dass es nicht am Platz ist, klagend zu sagen: Wie wenig habe ich heute wieder von dieser Versammlung gehabt! - Darauf kommt es nicht an. Der Theosoph soll nicht fragen: Wie langweilig war es? -, sondern wir sollen fragen: Wie langweilig war ich? - Wir kommen nicht zusammen, um zu lernen, sondern wir arbeiten mit der Seele, mit dem Geist, wenn wir Gedankenformen schaffen, die miteinander stimmen. Jede theosophische Versammlung, jeder Zweig soll ein Akkumulator von Kraft sein. Ein jeder solcher Zweig wirkt auf die Umgebung des Ortes. Die spirituelle Kraft braucht keinen, der das Wort hinausträgt. Die Kraft eines solchen Zweiges geht durch geheimnisvolle Wellen hinaus in alle Welt. Wer glaubt, dass es ein Spirituelles gibt, wird das begreifen, wird wissen, dass eine mächtige Bewegung von solchen theosophischen Logen ausgeht. Jede theosophische Loge ist ein unsichtbares, manchem unfassbares Wirken. Da lehrt ein Prediger anders. Kein Lehrer lehrt uns, keine Verbindung war mit einer theosophischen Loge und doch findet das spirituelle Wort den Weg zu seiner Gemeinde. Chemiker und Physiker im Laboratorium empfangen neue Ideen: Es ist eine Wirkung der theosophischen Vereinigung. Nur wer die angegebene Gesinnung hat, hegt und pflegt, was er an Liebe und Güte besitzt und auch dann erscheint, wenn es keinen interessanten Redner zu hören gibt, der weiß, dass Wirkungen auch da sind, wo sie nicht materiell sichtbar sind, der ist ein rechter Theosoph. Weil manches in der theosophischen Bewegung ins Stocken geraten ist, haben [die Meister] uns den Impuls gegeben, so zu sprechen, wie ich jetzt zu Ihnen gesprochen habe. So wurde neulich auch in England, Amerika und Indien gesprochen. Das ist im Auftrage der Meister geschehen, dass wir auf die wahre spirituelle Gesinnung einer theosophischen Loge aufmerksam machen. Leadbeater spricht so in Amerika, Annie Besant in London und in Indien, und so müssen wir sprechen. Nicht darum handelt es sich, ob wir den einen mehr oder weniger gern haben nach unseren persönlichen Begriffen, sondern dass wir selbstlos zusammenkommen. Dann nehmen wir nicht nur, sondern wir geben auch. Wir geben auch dann vor allen Dingen, wenn wir unsere Seele geben. Und das ist die beste Gabe. In diesem Sinne wollen wir uns vereinigen auch in unserem Zweige. Immer mehr und mehr müssen die theosophischen Zweige diese Gestalt annehmen, dass jede Kritik, jedes Besserwissen schweigen muss, dass wir möglichst in positiver Arbeit wirken, dass wir in unserer Seele wirken, wie es angegeben worden ist.

[ 40 ] It all comes down to one’s attitude. That is why we work in our branches with this attitude; that is why the Masters teach us that we should not acquire knowledge out of curiosity, merely to know more and more, but so that we may unite in the harmony of feelings. That is why we will never leave Theosophical meetings the way one leaves other gatherings. Annie Besant once stated that it is out of place to complain, saying, “How little I gained from this meeting again today!”—That is not what matters. The Theosophist should not ask, “How boring was it?”—but rather, we should ask, “How boring was I?” —We do not come together to learn, but rather we work with the soul, with the spirit, as we create thought-forms that are in harmony with one another. Every Theosophical Society meeting, every branch, should be an accumulator of power. Each such branch exerts an influence on the surrounding area. Spiritual power does not need anyone to carry the message outward. The power of such a branch radiates out into the whole world through mysterious waves. Anyone who believes in the spiritual realm will understand this and will know that a powerful movement emanates from such Theosophical Lodges. Every Theosophical Lodge is an invisible force, incomprehensible to some. Yet a preacher teaches differently. No teacher instructs us; there was no connection to a Theosophical Lodge, and yet the spiritual word finds its way to his congregation. Chemists and physicists in the laboratory receive new ideas: this is an effect of the Theosophical Society. Only those who possess the stated mindset, who nurture and cultivate the love and goodness within them—and who attend even when there is no interesting speaker to hear—know that effects exist even where they are not materially visible; they are true Theosophists. Because certain aspects of the Theosophical Movement have stalled, [the Masters] have given us the impetus to speak as I have just spoken to you. This is how it was recently spoken of in England, America, and India as well. This was done on behalf of the Masters, so that we might draw attention to the true spiritual attitude of a Theosophical Lodge. Leadbeater speaks this way in America, Annie Besant in London and in India, and this is how we must speak. It is not a matter of whether we like one person more or less according to our personal standards, but rather that we come together selflessly. Then we do not merely take, but we also give. Above all, we give when we give of our soul. And that is the greatest gift. In this spirit, let us unite within our branch as well. More and more, the Theosophical branches must take on this form: that all criticism and all self-righteousness must be silenced, that we work as positively as possible, and that we work within our souls, as has been instructed.

[ 41 ] Wenn wir überzeugt sein können, dass die Wirkungen nicht äußerlich sichtbare, sondern unsichtbare sind, so wird sich unsere theosophische Gesinnung so bewegen, dass wir die theosophische Bewegung zu dem machen, was sie sein soll.

[ 41 ] If we can be convinced that the effects are not outwardly visible but invisible, then our theosophical outlook will evolve in such a way that we will make the Theosophical Movement what it is meant to be.

[ 42 ] In der Stille haben alle großen spirituellen Bewegungen gewirkt. Von Jesus Christus sind keine zeitgenössischen Mitteilungen überliefert worden. Philon von Alexandrien hat uns keine Kunde gebracht von dem Meister. Erst spätere Urkunden zeugen uns von dem Meister. Auch der Meister der christlichen Religion war nur den Großen und Treuen in seiner wahren Gestalt bekannt. Darin liegt seine Stärke und seine gewaltig große Wirkung, die noch lange nicht erschöpft ist, und die noch in weite Zukunft hinauswirken wird.

[ 42 ] All great spiritual movements have operated in silence. No contemporary accounts of Jesus Christ have been handed down to us. Philo of Alexandria did not bring us any news of the Master. Only later documents bear witness to the Master. Even the Master of the Christian religion was known in his true form only to the great and the faithful. Therein lies his strength and his immensely powerful influence, which is far from exhausted and will continue to have an impact well into the future.

[ 43 ] Verstehen Sie es, an das Spirituelle der Worte zu glauben, das sich nicht in äußeren Erfolgen kundgeben muss, dann verstehen Sie den ernsten Sinn der theosophischen Bewegung. Lassen Sie uns dies wahrhaft beherzigen im Beginne des neuen Jahres, lassen Sie uns zusammenströmen in diesem Sinne, und möge aus jeder einzelnen Seele dieser Neujahrsgruß fließen, dass wir im Sinne unserer erhabenen Wesen, die über uns stehen, unsere theosophische Arbeit tun werden.

[ 43 ] If you understand what it means to believe in the spiritual essence of words—which need not manifest itself in outward successes—then you understand the profound meaning of the Theosophical Movement. Let us truly take this to heart at the beginning of the new year; let us come together in this spirit, and may this New Year’s greeting flow from every single soul—that we will carry out our theosophical work in accordance with the will of our exalted beings who stand above us.