The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250
22 January 1905, Berlin
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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
19. Protokoll zur außerordentlichen Generalversammlung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft (DTG)
19. Minutes of the Extraordinary General Meeting of the German Theosophical Society (DTG)
[ 1 ] Zunächst Dr. Steiner: «Es handelt sich heute hauptsächlich um Missverständnisse. Ich halte zwar nicht viel von deren Besprechung und bin der Meinung, dass dieselben durch Arbeit zu überwinden sind. Die Spaltungen, die sich gewöhnlich ergeben, sind meistenteils auch auf Missverständnissen begründet. Das habe ich auf meinen Vortragstouren oft finden müssen. Ich will nun heute versuchen, ein tatsächlich bestehendes Missverständnis zu beseitigen, denn was uns in der Gesellschaft beseelen muss, das ist eine Einigkeit, die auf Herz und Empfindungen gebaut ist. Ohne diese ist ein Vorwärtskommen kaum möglich. Ich schlage daher vor, ein Exekutivkomitee zu bilden; dieses Komitee soll Vorschläge machen für die Veranstaltungen des Zweiges. Dadurch, glaube ich, können Missverständnisse vermieden werden, und auch die Differenzen, die dann zu Spaltungen führen. Wie ich hörte, kommen Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft bei sich zusammen; sie vereinigen sich in kleineren Gruppen. Das geht mich aber nichts an. Die Versammlungen, die für mich Interesse haben, die sollen vom Vorstand des Zweiges einberufen werden. Wenn andere Versammlungen veranstaltet werden, so kommt das einem Misstrauensvotum dem Vorstande gegenüber gleich. Das ist dann eine Sache, die als Symptom behandelt werden muss. Es ist also die Frage zu stellen, ob die Mitglieder des Zweiges Berlin glauben, dass die bisherige Art und Weise nicht die richtige ist, und ob es sich als notwendig erweist, eine andere Art der Geschäftsführung einzuleiten. Wir wollen dem zunächst eine Gelegenheit zur Fragestellung und Besprechung vorangehen lassen.»
[ 1 ] First, Dr. Steiner: “Today, the issue is mainly one of misunderstandings. I don’t think much of discussing them, and I believe they can be overcome through work. The divisions that usually arise are, for the most part, also based on misunderstandings. I have often found this to be the case on my lecture tours. Today I would like to try to clear up a misunderstanding that actually exists, for what must inspire us in our society is a unity built on the heart and our feelings. Without this, progress is hardly possible. I therefore propose forming an executive committee; this committee should make proposals for the branch’s events. In this way, I believe, misunderstandings can be avoided, as well as the differences that then lead to divisions. I have heard that members of the Theosophical Society are gathering on their own; they are forming smaller groups. But that is none of my business. The meetings that are of interest to me should be convened by the branch’s executive committee. If other meetings are organized, this amounts to a vote of no confidence in the executive committee. That is then a matter that must be treated as a symptom. The question must therefore be asked whether the members of the Berlin branch believe that the current approach is not the right one, and whether it proves necessary to introduce a different style of management. Let us first allow an opportunity for questions and discussion.”
[ 2 ] Fräulein Schwiebs: «Die Versammlung, die bei uns stattfand, ist aus einer ganz harmlosen Absicht hervorgegangen. Sie will nicht dem Vorstand oder der Leitung des Zweiges entgegentreten.»
[ 2 ] Miss Schwiebs: “The meeting that took place here arose from a completely harmless intention. It is not intended to oppose the board or the leadership of the branch.”
[ 3 ] Herr Quaas: «Auf der Generalversammlung hat Doktor Steiner darauf hingewiesen, dass Fräulein von Sivers bisher ihre Privaträume freiwillig zur Verfügung gestellt habe. Der Berliner Zweig zahlt aber für die Bibliothek 300 Mark. Da aber die Möglichkeit besteht, dass der Bibliotheksraum zu gleicher Zeit von Fräulein von Sivers und vom Zweig beansprucht werden kann, so frägt es sich, welche Rechte vom Berliner Zweig für die Bezahlung der 300 Mark erworben sind. Vertrauen ist keine patentierte Sache, sondern eine solche, die zu verdienen man sich Mühe geben muss. Ich möchte daher fragen, wie diese ganze Sache geregelt worden ist und ob nicht Mittel vorhanden sind, um Räumlichkeiten zu beschaffen, welche ganz neutral sind. Nicht durch Anhören großer Massen wird man eine Einigung der Einzelnen ermöglichen können. Der Standpunkt, den Doktor Steiner meinem Vorschlag gegenüber einnahm, tat mir leid. Man kann nicht sagen, das geht mich nichts an. Entweder muss sich der Vorstand darum bekümmern oder der Vorstand muss umgangen werden. Nun frägt es sich aber: Haben wir Mittel oder haben wir keine Mittel, um eine Verbesserung eintreten zu lassen? Ich bin der Meinung, die Veranstaltungen von Schwiebs und Eberty sind mit Dank zu begrüßen. Sie haben zwar noch nicht stattgefunden in der Zeit, seit der Berliner Zweig der Theosophischen Gesellschaft besteht.»
[ 3 ] Mr. Quaas: “At the general meeting, Dr. Steiner pointed out that Miss von Sivers had, until now, voluntarily made her private rooms available. However, the Berlin branch pays 300 marks for the library. Since there is a possibility that the library room could be used by both Miss von Sivers and the branch at the same time, the question arises as to what rights the Berlin branch has acquired in exchange for the 300 marks. Trust is not something that comes automatically; it is something that must be earned through effort. I would therefore like to ask how this whole matter has been settled and whether there are not means available to secure premises that are entirely neutral. It is not by consulting large crowds that one will be able to facilitate an agreement among individuals. I was sorry to see the stance Dr. Steiner took toward my proposal. One cannot say, “That’s none of my business.” Either the board must address this, or the board must be bypassed. But the question now is: Do we have the means—or do we not have the means—to bring about an improvement? I believe that the events organized by Schwiebs and Eberty should be welcomed with gratitude. They have not yet taken place since the Berlin branch of the Theosophical Society was established.”
[ 4 ] Herr Fränkel: «Ich habe an der Zusammenkunft teilgenommen; ihr Charakter war kein offizieller oder offiziöser, sie hatte nur privaten Charakter. Sie hatte nur den Zweck, die Mitglieder miteinander zu vereinigen. Einen Grundstock der Zusammenkünfte müssten aber die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft bilden. Ich bedauere, dass Gedanken geäuRert worden sind, die den theosophischen Richtlinien nicht entsprechen. Man sollte aber nicht mit Verdächtigungen an die Dinge herangehen.»
[ 4 ] Mr. Fränkel: “I attended the meeting; it was neither official nor semi-official in nature—it was purely private. Its sole purpose was to bring the members together. However, the members of the Theosophical Society should form the core of these gatherings. I regret that ideas have been expressed that do not conform to theosophical principles. However, one should not approach matters with suspicion.”
[ 5 ] Dr. Steiner: «Es handelt sich nicht um die Karten, auch gegen die Versammlung ist nichts einzuwenden. Es handelt sich aber besonders darum, auf eine bestimmte Basis zu kommen, denn durch die Rede von Herrn Quaas ist hervorgetreten, dass es sich noch um andere Sachen handelt, noch um andere Symptome. Herr Quaas hat daher auch Rücksprache mit mir genommen. Wir dürfen aber nicht zwei Dinge durcheinanderwerfen. Wir dürfen nicht zusammenwerfen die Angelegenheit der Bibliothek und die Angelegenheit des Besant-Zweiges. Auf private Erörterungen kann ich mich nicht einlassen. Man muss dazu schon richtige Grundlagen haben.
[ 5 ] Dr. Steiner: “It is not about the cards, nor is there any objection to the meeting itself. However, the main issue is to establish a clear basis, because Mr. Quaas’s speech has made it clear that there are other matters involved, other symptoms as well. Mr. Quaas has therefore also consulted with me. However, we must not confuse two things. We must not lump together the matter of the library and the matter of the Besant branch. I cannot engage in private discussions. One must have a proper foundation for that.
[ 6 ] Und nun eine andere Sache. Es wird behauptet, dass keine Einblicke in die Kassenverhältnisse des Berliner Zweiges vorhanden seien. Dann fielen auch Bemerkungen bezüglich der Privaträume. Dazu muss ich bemerken: Es handelte sich für mich im Anfange darum, die Tätigkeit des Zweiges langsam aufzunehmen und ebenso fortzuführen. Es wurde im theosophischen Sinne gearbeitet. Es wurden die Vorträge über das Christentum als mystische Tatsache und die Vorträge über die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geisteslebens gehalten. Die theosophische Arbeit ist die Hauptsache. Die kann aber nur geleistet werden, wenn man die Grundlagen der theosophischen Weltanschauung hat. Dass Mitglieder sich nähertreten, ist sehr schön, aber es muss mit dem Bekanntwerden der theosophischen Weltanschauung Hand in Hand gehen. Diese Arbeit könnte nicht geleistet werden, wenn nicht von privater Seite Opfer gebracht würden. Ich fühlte mich in diesem Raum immer als unter Theosophen. Ich habe nicht den Eindruck von Privaträumen gehabt. In diesem Jahre sollten die Mitglieder sich in Gruppen teilen und so miteinander arbeiten. Das ist das Zweite, was jetzt nach und nach zu leisten sein wird. Das muss aber im Einklang mit der Zentralleitung geschehen.
[ 6 ] And now another matter. It has been claimed that there is no insight into the financial situation of the Berlin branch. Then there were also remarks regarding the private rooms. On this point, I must note: For me, the initial focus was on gradually resuming the branch’s activities and continuing them in the same manner. The work was carried out in the theosophical spirit. Lectures were given on Christianity as a mystical reality and on mysticism in the dawn of modern spiritual life. Theosophical work is the main thing. However, this can only be accomplished if one has a foundation in the theosophical worldview. It is very nice for members to grow closer to one another, but this must go hand in hand with becoming familiar with the theosophical worldview. This work could not be accomplished without sacrifices on the part of individuals. I always felt, in this room, as though I were among Theosophists. I did not have the impression that these were private rooms. This year, the members should divide into groups and work together in this way. That is the second task that will now have to be accomplished step by step. However, this must be done in harmony with the Central Leadership.
[ 7 ] Die Vorschläge müssen im Rahmen des gegenwärtig Bestehenden sein. Es muss die Kontinuität der Theosophischen Gesellschaft gewahrt werden. Ich bin dazu berufen, die Kontinuität der theosophischen Bewegung aufrechtzuerhalten. Dazu gab es bis jetzt nur das eine Mittel, in diesem Raum Versammlungen abzuhalten. Die Bibliothek ist Fräulein von Sivers übergeben worden mit der Bedingung, dass sie sie in ihrem Hause hat. Es ist selbstverständlich, dass die Bibliothek ein Zimmer gebraucht; dass dafür etwas bezahlt wird, ist auch selbstverständlich. Es ist aber keine Bedingung dafür, dass darin auch Versammlungen empfangen werden können. Es ist daher ratsam, die Bibliotheks-Angelegenheit ganz aus dem Spiele zu lassen. Eine Zentrale zu schaffen, dazu hat der Berliner Zweig bisher keine Veranlassung gehabt. Wir werden also so lange bei den alten Verhältnissen bleiben, wie diese für die wirkliche Arbeit ausreichen.»
[ 7 ] The proposals must remain within the framework of the current structure. The continuity of the Theosophical Society must be preserved. I am called upon to uphold the continuity of the Theosophical Movement. Until now, the only means of doing so has been to hold meetings in this room. The library has been entrusted to Miss von Sivers on the condition that she keep it in her home. It goes without saying that the library requires a room; it also goes without saying that a fee is paid for this. However, there is no requirement that meetings also be held there. It is therefore advisable to leave the library matter entirely out of the equation. The Berlin branch has had no reason to establish a central office thus far. We will therefore continue with the old arrangements as long as they suffice for the actual work.”
[ 8 ] Krojanker: «Ich möchte sagen, eine harmonische Stimmung ist nicht mehr vorhanden gewesen. Der Berliner Zweig hat gar kein Heim, und jetzt haben wir nicht einmal eine Berechtigung, in dem Bibliothekszimmer Zusammenkünfte zu halten. Die Verfassung des Berliner Zweiges ist so, dass ein Exekutivkomitee bei den jetzigen Verhältnissen ganz. unmöglich ist. Das, was jahrelang auf dem Papier stand, ist jetzt zu einigen Vorschlägen zusammengefasst worden, die beraten worden sind. Wir haben das Gefühl, dass die Vorträge im Architektenhaus sich nicht im Rahmen des Berliner Zweiges abspielen. Das sind eigene Veranstaltungen, zu denen wir erscheinen oder nicht erscheinen können, mit denen wir aber als Berliner Zweig nichts zu tun haben. Man hat zwar Statuten - es wird aber alles diktiert. Wir haben alle Ursache, von Ihnen, Herr Doktor, in jeder Weise etwas anzunehmen. Die Verwaltung eines Zweiges fällt damit aber noch nicht ganz zusammen. Weitere Missverständnisse sollten für die Zukunft ausgeschlossen sein. Eine Generalversammlung einzuberufen, benötigt ganz andere Vorbedingungen. Es ist dann aber auch zu besprechen: Wie sind die Mitgliederversammlungen zu regeln? Wo und wie haben sie stattzufinden? Welche Mittel hat der Berliner Zweig dafür? Und wie muss der Berliner Zweig dafür sorgen, dass die äußeren Bedingungen beschafft werden zu regelmäßigen Zusammenkünften? Das sind so die Fragen, zu denen sich die Besprechungen zuspitzten. Die Bibliotheksfrage wird kaum geregelt werden können. Es herrscht der Wunsch vor, sich unter theosophischen Mitgliedern heimisch fühlen zu können. Zu den theosophischen Arbeiten, wie Sie sie schildern, müssen Sie sich die Mitglieder selbst auswählen, die solche Arbeit leisten können.»
[ 8 ] Krojanker: “I would like to say that a harmonious atmosphere no longer exists. The Berlin chapter has no home at all, and now we don’t even have permission to hold meetings in the library room. The structure of the Berlin branch is such that an executive committee is completely impossible under the current circumstances. What had been on paper for years has now been summarized into a few proposals that have been discussed. We feel that the lectures at the Architektenhaus do not take place within the framework of the Berlin branch. These are separate events that we may or may not attend, but with which we, as the Berlin branch, have nothing to do. We do have bylaws—but everything is dictated. We have every reason to accept your guidance, Doctor, in every respect. However, this does not fully correspond to the administration of a branch. Further misunderstandings should be ruled out in the future. Convening a general assembly requires entirely different prerequisites. But the following must also be discussed: How should the members’ meetings be organized? Where and how should they take place? What resources does the Berlin branch have for this? And how must the Berlin branch ensure that the external conditions for regular meetings are provided? These are the kinds of questions the discussions centered on. The library issue will be nearly impossible to resolve. The prevailing desire is to feel at home among Theosophical members. As for the Theosophical work, as you describe it, you must select the members yourselves who are capable of performing such work.”
[ 9 ] Dr. Steiner: «Wir müssen dann eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Ich weiß nicht, warum ein Exekutivkomitee bei den Verhältnissen des Berliner Zweiges unmöglich sein soll. Die Vorträge im Architektenhaus sind meine Veranstaltungen, der Vorstand muss doch die Gesellschaft vertreten. Die Versammlungen aber im Architektenhaus wissen nicht, warum sie nicht als Veranstaltungen vom Zweige aus betrachtet werden können. Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie eine solche Zentrale geschaffen werden sollte. Der Berliner Zweig sollte die Vorträge als die seinen betrachten.»
[ 9 ] Dr. Steiner: “We will then have to convene an extraordinary general meeting. I don’t see why an executive committee should be impossible given the circumstances of the Berlin branch. The lectures at the Architektenhaus are my events; surely the board must represent the society. But I don’t see why the meetings at the Architektenhaus cannot be considered events organized by the branch. I can’t quite form a mental image of how such a central office would be established. The Berlin branch should regard the lectures as its own.”
[ 10 ] Fräulein von Sivers: «Sich gruppieren, Gruppen bilden, ist sehr schön. Es gehört aber noch mehr dazu: Menschen, Kapital, Bedienung. Vor der Gründung war niemand in der Bibliothek, der sich der Sache hätte annehmen können. Sie sollte verkauft oder verteilt werden. Damals war ich in der theosophischen Bewegung tätig. Sie hatte festere Bahnen angenommen. Die Sache der Bibliothek war mir gegeben worden, weil der Zweig die 300 Mark nicht hat ausgeben können. Es sollte aber die Kontinuität der Bibliothek aufrechterhalten werden und auch die Vorträge von Doktor Steiner. Die Bibliothek wurde verknüpft mit meinen Privaträumen. Da sie nicht öffentlich waren, ist niemand gekommen.
[ 10 ] Miss von Sivers: “Getting together, forming groups, is wonderful. But there’s more to it than that: people, capital, and staff. Before it was founded, there was no one at the library who could have taken charge of the matter. It was supposed to be sold or distributed. At that time, I was active in the Theosophical Movement. It had settled into a more established routine. The library project had been entrusted to me because the branch could not afford to spend the 300 marks. However, the library’s continuity was to be maintained, as were Dr. Steiner’s lectures. The library was integrated into my private quarters. Since they were not open to the public, no one came.
[ 11 ] Die Vorträge, die wir hier haben, sind dann später eingerichtet worden, und die Einladungen von Fräulein Schwiebs und Frau Eberty zu Zusammenkünften bei sich haben einen ganz hübschen Verlauf genommen.»
[ 11 ] The lectures we have here were organized later on, and the invitations from Miss Schwiebs and Mrs. Eberty to gatherings at their homes turned out quite nicely.”
[ 12 ] Herr Quaas: «Die Abrechnungen sollten vervielfältigt und den Mitgliedern zugänglich gemacht werden. Wir brauchen die Bibliotheksfrage nicht ganz von uns zu weisen. Wir können außerdem die Mitgliederversammlung auf guter Grundlage aufbauen und arbeiten. Es sind vom Vorstand Vorschläge zu machen zur Einberufung der Mitgliederversammlung.»
[ 12 ] Mr. Quaas: “The financial statements should be duplicated and made available to the members. We don’t need to completely dismiss the library issue. We can also build and work on the General Assembly on a solid foundation. The Executive Board should make proposals regarding the convening of the General Assembly.”
[ 13 ] Dr. Steiner: «Ich habe etwas von harmonischer Stimmung gehört, die nicht mehr vorhanden sei.»
[ 13 ] Dr. Steiner: “I’ve heard something about a harmonious atmosphere that no longer exists.”
[ 14 ] Krojanker: «Ich glaube, dass die Versammlungen bei Schwiebs und Eberty imstande sein werden, die Missstimmungen wieder in Harmonie zu bringen.»
[ 14 ] Krojanker: “I believe that the meetings at Schwiebs’ and Eberty’s will be able to restore harmony where there has been discord.”
[ 15 ] Dr. Steiner: «Ich möchte bemerken: Das ist etwas anderes, positiv geistig zu wirken, als in der Verwaltung tätig zu sein. Bei Rechtsanwalt Quaas tritt [es] als Disharmonie hervor, es tritt sogar eine gewisse Animosität zutage. Solange Animosität vorhanden ist, betrachte ich das positive Wirken in der Gesellschaft als ergebnislos. Diese Animosität war aus der Unterredung zu merken.»
[ 15 ] Dr. Steiner: “I would like to point out: It is one thing to have a positive spiritual influence, and quite another to be active in administration. In the case of Attorney Quaas, [this] manifests as disharmony; a certain animosity even becomes apparent. As long as animosity exists, I consider positive influence in society to be fruitless. This animosity was evident during the conversation.”
[ 16 ] Fränkel: «Ich habe mich um die theosophischen Verhältnisse nicht bekümmert. Daher habe ich auch nichts von der Animosität gewusst.»
[ 16 ] Fränkel: “I did not concern myself with theosophical matters. That is why I knew nothing about the animosity.”
[ 17 ] Quaas: «Die Kritik wird den Mitgliedern aufgezwängt.»
[ 17 ] Quaas: “The criticism is being forced upon the members.”
[ 18 ] Fräulein Schwiebs: «Es ist mir nicht verständlich, warum schweres Geschütz gegen uns aufgefahren wird, obgleich Sie zum Teil der ersten Versammlung beigewohnt haben. Ich wollte diese Unfreundlichkeit nicht vorbringen, aber mir hat es wehgetan. Fräulein von Sivers hat die Zusammenkunft nicht machen können, denn sie hatte zu viel zu tun.»
[ 18 ] Miss Schwiebs: “I don’t understand why such heavy criticism is being leveled at us, even though you were present for part of the first meeting. I didn’t want to bring up this unkindness, but it hurt my feelings. Miss von Sivers was unable to attend the gathering because she had too much to do.”
[ 19 ] Dr. Steiner: «Mehrere Irrtümer scheinen hier vorzuliegen. Niemals ist von einer Absicht, vierzehntägige Zusammenkünfte abzuhalten, etwas gesagt worden. Damals hatte ich gebeten, dass solche Zusammenkünfte offiziell aufgefasst werden sollen. Es ist wohl einmal eingeladen worden. Von der Absicht, ständige Zusammenkünfte stattfinden zu lassen, habe ich nichts gewusst. Planmäßige Zusammenkünfte stattfinden zu lassen, ist mir heute als etwas Neues entgegengetreten. Persönliche Aussprachen hätten dem Bedürfnis nicht entsprochen. Es war also wohl nicht richtig, von den Zusammenkünften der Mitglieder zu sprechen.» Fräulein Schwiebs: «Jeden ersten und dritten Sonntag des Monats waren wir und Frau Eberty zusammen.»
[ 19 ] Dr. Steiner: “There seem to be several misunderstandings here. Nothing was ever said about an intention to hold meetings every two weeks. At the time, I had requested that such meetings be considered official. An invitation was probably issued once. I knew nothing of any intention to hold regular meetings. The idea of holding scheduled meetings has come as something new to me today. Personal discussions would not have met the need. So it was probably not correct to speak of ‘meetings of the members.’” Miss Schwiebs: “Every first and third Sunday of the month, we and Mrs. Eberty were together.”
[ 20 ] Herr [Georgi] hält die Unzufriedenheit für Explosivstoffe. An sich selbst arbeiten, ist die Hauptsache. Dann werden die Wände, die geschlagen worden sind, verschwinden, und auch die Unzufriedenheit, sodass wir uns ausschließlich der Zukunft widmen können.
[ 20 ] Mr. [Georgi] considers dissatisfaction to be an explosive force. The main thing is to work on ourselves. Then the walls that have been erected will disappear, as will the dissatisfaction, so that we can devote ourselves entirely to the future.
[ 21 ] Dr. B...: «Es werden zu viele Privatverhältnisse erörtert, aber das wirkliche Studium hat niemand so recht ernst genommen. Wir wollen jedem mit Liebe entgegenkommen, wir wollen das abschütteln, was die Gesellschaft disharmonisch gemacht hat, sodass künftig nicht zerstört wird, sondern mit starker Hand weitergearbeitet wird.»
[ 21 ] Dr. B...: “Too much attention is being paid to personal matters, but no one has really taken the actual study seriously. We want to reach out to everyone with love; we want to shake off what has caused disharmony in society, so that in the future, things will not be destroyed, but rather we will continue to work with a firm hand.”
[ 22 ] Quaas meint, dass Fühlung des Vorstandes mit den Mitgliedern total abhandengekommen ist (dagegen erhebt sich Widerspruch).
[ 22 ] Quaas believes that the board has completely lost touch with the members (this claim is disputed).
[ 23 ] Krojanker: «Es handelt sich um eine Gesellschaft, die bestimmte Formen hat. Die müssen eingehalten und gewahrt werden. Von einer wirklichen Animosität kann keine Rede sein. Machen Sie mehr Mitgliederversammlungen.»
[ 23 ] Krojanker: “This is an organization with certain structures. These must be observed and upheld. There is certainly no real animosity. Hold more general meetings.”
[ 24 ] Fräulein Motzkus: «Die Zusammenkünfte sollten eigentlich einen engeren Anschluss an Doktor Steiner ermöglichen.»
[ 24 ] Miss Motzkus: “The meetings were actually intended to foster closer ties with Dr. Steiner.”
[ 25 ] Frau von Holten: «Es hat mir leidgetan, nachdem ich meinen Brief von Unbekannten habe schreiben lassen. - Mir fehlte hier die weibliche Hand.»
[ 25 ] Mrs. von Holten: “I felt sorry after having my letter written by a stranger. — I missed having a woman’s touch here.”
[ 26 ] Dr. Steiner: «Es handelt sich um einen Brief, der sich unberechtigterweise in meine Privatverhältnisse einmischt, um einen Brief, der aus Nichtkenntnis hervorgeht. Ich habe keine Antwort darauf gegeben. Der hätte in dieser Form niemals geschrieben werden dürfen, denn ich hätte mir etwas vergeben, wenn ich darauf geantwortet hätte. Der Eindruck war so, wie wenn Sie jemand gesehen hätten, bei dessen Anblick Sie erschrocken wären.»
[ 26 ] Dr. Steiner: “This is a letter that unjustifiably interferes with my private affairs, a letter born of ignorance. I did not respond to it. It should never have been written in this form, because I would have been making a mistake if I had replied. The impression was as if you had seen someone whose very sight had startled you.”
[ 27 ] Frau B. ...: «Es dreht sich ja eigentlich nur um die Form bei den Versammlungen. Ich gehöre eigentlich nicht zu denen, die Klatsch aufnehmen und Klatsch weitergeben. Ich muss aber sagen, es besteht eine kolossale Abneigung gegen Fräulein von Sivers, deshalb fühlen Mitglieder sich kalt, sich erkältet. Diese Kälte wird hineingebracht und wirkt ansteckend. Die Menschen sollen in sich gehen und mit wirklicher Ergebenheit und Liebe den Menschen entgegenkommen. Die Aversion, die muss beseitigt werden; der gute Wille muss dabei gepflegt werden und das, was geschehen ist, das muss vergessen werden. Nur in innerer Harmonie liegt wirkliches Schaffen im Geiste der Theosophie. Wir können sonst an dem Werke nicht mithelfen. Wir müssen Fräulein von Sivers mit anderen Gefühlen entgegenkommen.»
[ 27 ] Ms. B. ...: “It’s really just a matter of form at the meetings. I’m not really the type to pick up on gossip and pass it on. But I have to say, there’s a tremendous aversion toward Miss von Sivers, which is why members feel cold and distant. This coldness is being brought in and is contagious. People should look within themselves and reach out to others with genuine devotion and love. This aversion must be eliminated; goodwill must be cultivated, and what has happened must be forgotten. Only in inner harmony can true work in the spirit of Theosophy take place. Otherwise, we cannot contribute to the work. We must approach Miss von Sivers with different feelings.”
[ 28 ] Krojanker: «Man kann Verehrung haben für eine Persönlichkeit, ohne dieser Persönlichkeit gegenüber sein eigenes Ich auszulöschen. Ich glaube, wir müssen mehr Mitgliederversammlungen und mehr Vorstandsversammlungen haben.»
[ 28 ] Krojanker: “You can admire a person without losing your sense of self in the process. I think we need to hold more member meetings and more board meetings.”
[ 29 ] Dr. Steiner: «Man kann keine Versammlungen veranstalten, die nicht in Harmonie verlaufen, die nicht eine harmonische Arbeit ermöglichen. Die, welche die besten Absichten dabei haben, sind schließlich zuletzt die Opferlämmer. Meine Arbeit würde unterbunden sein, wenn nicht offen und ehrlich dasjenige, was auf dem Grunde der Seele liegt, vorgebracht würde. Keine Wand darf zwischen mir und den Mitgliedern sein, und zwar aus folgenden Gründen: Ich selbst bin in meiner Wirksamkeit von niemand abhängig und werde auch in meiner theosophischen Wirksamkeit von niemand abhängig sein. Wenn von jemand gesagt wird, dass man imstande wäre, eine Wand zwischen mir und den Mitgliedern aufzurichten, so wäre das das schlimmste Misstrauen. Derjenige, der das getan hat, der kann nichts von mir empfangen. Wenn solche Äußerungen fallen, so ist meine Wirksamkeit unterbunden.»
[ 29 ] Dr. Steiner: “One cannot organize gatherings that do not proceed in harmony, that do not facilitate harmonious work. Those who have the best intentions in this regard ultimately end up as sacrificial lambs. My work would be hindered if what lies at the core of the soul were not brought forth openly and honestly. No wall must stand between me and the members, for the following reasons: I myself am not dependent on anyone in my work, nor will I ever be dependent on anyone in my theosophical work. If it were said of anyone that they were capable of erecting a wall between me and the members, that would be the worst kind of mistrust. The one who has done so can receive nothing from me. When such statements are made, my work is hindered.”
[ 30 ] Krojanker: Er beschwert sich darüber, dass solche persönlichen Gegenstände zum Gegenstande der Generalversammlung gemacht werden, und fragt: «Haben Sie gegen die Mitgliederversammlungen bei Fräulein Schwiebs etwas einzuwenden?»
[ 30 ] Krojanker: He complains that such personal matters are being brought up at the general meeting and asks, “Do you have any objections to the members’ meetings at Miss Schwiebs’s place?”
[ 31 ] Dr. Steiner: «Es handelt sich nicht um die Mitgliederversammlungen bei Schwiebs und Eberty. Meine Idee war, die Folge der Mitgliederversammlungen zu organisieren, weil es heute wünschenswert ist, dass weitergearbeitet wird innerhalb von Gruppenversammlungen. Diese Versammlungen sollten nicht dazu dienen, anzugreifen, sondern zu erkennen, dass Unbefriedigtheit herrscht, und sich zu fragen, wie dieselbe hinwegzuorganisieren ist. Die Menschen in solchen Gruppen müssen ausgewählt werden. In solchen Gruppen müssen Leute zusammenkommen, die sich mit vollständiger Sympathie gegenüberstehen. Deshalb bat ich um Einrichtung und Regelung von Mitgliederversammlungen. Ich wollte eine Grundlage gewinnen, weil manche Mitglieder in der Gesellschaft so viel gegeneinander haben, dass sie unmöglich in solche Gruppenversammlungen zusammengebracht werden können. Wenn mein theosophisches Wirken nicht unterbunden wäre, so würde ich es nicht vorgebracht haben. Wenn jemand sagt, dass zwischen mir und den Mitgliedern eine Wand aufgerichtet wird, so ist das nicht bloß private Angelegenheit, damit wird ein Mitglied angeklagt, welches die Veranstaltungen geleitet hat in meinem Sinne, die Beziehungen zu durchkreuzen. Wenn sie eine Wand aufrichtet, so ist das eine Kritik, die an unserer ganzen Gesellschaft geübt wird. Eine Wand gegen Fräulein von Sivers ist eine Angelegenheit der Gesellschaft.»
[ 31 ] Dr. Steiner: “This is not about the general meetings at Schwiebs and Eberty. My idea was to organize a series of members’ meetings, because it is desirable today that work continue within group meetings. These meetings should not serve as a platform for criticism, but rather to recognize that dissatisfaction prevails and to ask how it can be resolved through organization. The people in such groups must be carefully selected. Such groups must bring together people who regard one another with complete sympathy. That is why I asked for the establishment and regulation of members’ meetings. I wanted to lay a foundation, because some members of the Society harbor so much animosity toward one another that it is impossible to bring them together in such group meetings. If my theosophical work were not being hindered, I would not have raised this issue. If someone says that a wall is being erected between me and the members, this is not merely a private matter; it amounts to accusing a member—who has conducted the events in accordance with my views—of sabotaging our relationships. If she erects a wall, this is a criticism leveled at our entire Society. A wall against Miss von Sivers is a matter for the Society.”
[ 32 ] [Georgi]: Spricht gegen Frau Braun und sagt: «Tadel ist unnötig, wirkt schlecht, man muss diese Kraft verhungern lassen.»
[ 32 ] [Georgi]: Speaks out against Ms. Braun and says: “Criticism is unnecessary and counterproductive; one must let this force starve itself out.”
[ 33 ] Frau Braun: «Ich bin gegen die Gesinnung, ich werde mich nicht daran beteiligen, ich habe mich von allen Formen losgesagt.»
[ 33 ] Ms. Braun: “I am opposed to that mindset; I will not participate in it; I have renounced all forms of it.”
[ 34 ] Krojanker: «Als Vorstand des Zweiges Berlin müssen Sie auf die Dinge eingehen, die Sie als Theosoph nicht berühren brauchen. Bei den Veranstaltungen des Zweiges fühlen Sie sich doch nicht gehindert, denn dann müssten Sie nichts mit der Verwaltung des Zweiges Berlin zu tun haben. Das ist etwas Zweiseitiges.»
[ 34 ] Krojanker: “As chair of the Berlin branch, you have to address issues that, as a Theosophist, you need not concern yourself with. You surely don’t feel hindered at the branch’s events, because in that case you wouldn’t have to have anything to do with the administration of the Berlin branch. It’s a two-sided matter.”
[ 35 ] Dr. Steiner: «Es ist in der Tat meine Meinung, dass die Vorstandschaft nicht an mich und Fräulein von Sivers gebunden ist. Seit Jahren besteht diese Gesellschaft, aber sie hat keine besondere Tätigkeit entfaltet. Wir haben versucht, die Theosophische Gesellschaft zu lieben und in Berlin zum Leben zu erwecken. Graf und Gräfin Brockdorff haben gesagt, dass sie nur Lückenbüßer gewesen sind, damit sie bestehe. Wenn eine andere Tätigkeit gewünscht würde, so würde ich den Vorsitz abtreten dem, der bessere Lokale und Erfolge zu verschaffen vermag.»
[ 35 ] Dr. Steiner: “It is indeed my opinion that the executive board is not bound to me and Miss von Sivers. This society has existed for years, but it has not engaged in any particular activities. We have tried to cherish the Theosophical Society and breathe new life into it in Berlin. Count and Countess Brockdorff have said that they were merely stopgaps to keep it afloat. If a different course of action were desired, I would step down as president in favor of someone who is better able to secure suitable venues and achieve success.”
[ 36 ] Krojanker: «Was gesagt wird, das ist im Interesse der Theosophischen Gesellschaft gesagt. Doktor Steiner steht über jeder Debatte. Geschäftliche Dinge aber, die infrage kommen, wenn Doktor Steiner die Leitung behält, und mit seinem Wirken mit uns vereinigt bleibt, müssen ordnungsgemäß behandelt werden.»
[ 36 ] Krojanker: “What is being said is said in the interest of the Theosophical Society. Dr. Steiner stands above any debate. However, business matters that come into question if Dr. Steiner retains leadership and remains united with us through his work must be handled properly.”
[ 37 ] Dr. Steiner: «Meine Tätigkeit als Vorsitzender ist nicht an meine übrige Tätigkeit gebunden, weil der Verwalter und der Sprecher getrennt werden können. So ist es auch gehalten worden, und das scheint mir auch der wünschenswerte Zustand zu sein. Lange Zeit hat die Gesellschaft brach gelegen. Wir bemühten uns, sie wieder zu beleben. Ich bin nach meinen Gedanken vorgegangen, ich habe mich bemüht, die Theosophischen Gesellschaften in der ganzen Welt kennenzulernen. Sie sollen nicht die Meinung haben, dass Sie aus unerheblichen Gründen zusammengerufen worden sind. Wenn in den Versammlungen von Wand gesprochen wird gegen jüngere Mitglieder, so hindert man mich in meiner Wirksamkeit. Um die Versicherung der Sympathie war es mir nicht zu tun. Es scheint keine Neigung und keine Lust vorhanden zu sein.
[ 37 ] Dr. Steiner: “My role as chairperson is not tied to my other activities, because the administrator and the spokesperson can be separate roles. That is how it has been handled, and that also seems to me to be the desirable state of affairs. For a long time, the Society lay dormant. We endeavored to revive it. I proceeded according to my own convictions; I made an effort to get to know the Theosophical Societies throughout the world. You should not think that you have been summoned for trivial reasons. When, in the meetings, Wand speaks out against younger members, this hinders my effectiveness. I was not concerned with securing sympathy. There seems to be neither inclination nor desire.
[ 38 ] Gruppenarbeit: Eine Anzahl von Mitgliedern, die gut zusammenpassen und sich zusammenfinden, um miteinander zu besprechen, ist eine besonders wichtige Sache. Man sollte dann die entstandenen Fragen notieren, um sie dann in der großen Versammlung an mich zu stellen, sodass auf diesem Wege eine theosophische Verständigung der Mitglieder stattfinden kann. In England, in Indien und namentlich in Holland habe ich Ähnliches gefunden. Musterhafte Arbeit ist in Düsseldorf geleistet worden. Die Gruppenmitglieder kommen zweimal zusammen. Ein Mitglied, [Lauweriks], erklärt die Geheimlehre den Leuten in ganz außerordentlicher Weise. Diese Arbeiten können aber nur dann fruchtbar gemacht werden, wenn sie sich in unsere Vorträge organisch eingliedern, sodass man in die theosophische Weltanschauung hineinkommt. An solches habe ich gedacht, um Vorschläge machen zu können, und damit die Menschen se3hen, warum sie nicht in einem bestimmten Zirkel sein können. Disharmonische Strömungen sind sehr fatal in kleineren Arbeitsgruppen. Meinem Wunsche ist nur in einem geringen Maße entsprochen worden. Ich weiß nicht, warum nicht in einem ausgiebigeren Maße Gebrauch gemacht worden ist davon. Diese disharmonische Stimmung ist auch geeignet, auf mich selbst bei meiner Tätigkeit einzuwirken. Sie könnte meine Tätigkeit unterbinden für den Berliner Zweig. Es ist das etwas, was meine Tätigkeit mit Unfreiheit stempelt. Was ist da zu tun? ‘Wenn zum Beispiel die Verwaltung etwas bestimmt, wo ich nicht mitgehen kann. Deshalb war es mir notwendig, Sie zu bitten, das, was so in der Luft schwebt, hier zum Ausdruck zu bringen.
[ 38 ] Group work: It is particularly important to have a number of members who get along well and come together to discuss matters. They should then write down the questions that arise so they can ask them of me at the general meeting, thereby fostering a theosophical understanding among the members. In England, India, and especially in Holland, I have found similar situations. Exemplary work has been done in Düsseldorf. The group members meet twice. One member, [Lauweriks], explains the Esoteric Doctrine to the people in a truly extraordinary way. However, this work can only bear fruit if it is organically integrated into our lectures, so that people can enter into the theosophical worldview. This is what I had in mind when making suggestions, so that people might see why they cannot be part of a particular circle. Disharmonious currents are very detrimental in smaller working groups. My wish has been fulfilled only to a limited extent. I do not know why more extensive use has not been made of it. This disharmonious atmosphere is also likely to affect me personally in my work. It could prevent me from carrying out my work for the Berlin branch. It is something that brands my work as unfree. What can be done about this? ‘For example, when the administration decides something I cannot go along with. That is why it was necessary for me to ask you to give voice here to what is currently hanging in the air.’
[ 39 ] Ich bitte diejenigen, welche sich an Gruppen zu beteiligen wünschen, ihre Geneigtheit hierzu zum Ausdruck zu bringen. Das ist die einzige Möglichkeit, tiefer in die Theosophie hineinzukommen. Es ist ja schön, gesellig sich zu vereinigen, aber diese Gelegenheit gibt es ja viele Male. Dazu braucht nicht die Theosophie die Veranlassung zu sein. Theosophisches Wirken bedarf einer gewissen Grundlage, die auf Arbeit beruht. Der Größe der Gruppe ist keine Grenze gesetzt. Morgen über acht Tage werde ich wieder hier zu sprechen haben, am Donnerstag bin ich wieder in Berlin. Vielleicht wird der Vorschlag eines Zentrums noch eine konkretere Form annehmen, denn es gibt wohl noch manche, die eine Vorstellung haben, wie es besser gemacht werden könnte, aber man muss sich eben nach der Decke strecken. Diese Kritik aber macht böses Blut. Ich hatte gewünscht, dass das, was gegen mich ‚oder Fräulein von Sivers vorzubringen ist, in scharfer Weise vorgebracht werden möchte. Da dies aber nicht der Fall gewesen ist, so ist die Zeit, die wir dazu verwendet haben, doch nicht für verloren zu halten.
[ 39 ] I ask those who wish to participate in groups to express their interest in doing so. This is the only way to delve deeper into Theosophy. It is certainly nice to get together socially, but there are many opportunities for that. Theosophy need not be the reason for such gatherings. Theosophical work requires a certain foundation based on effort. There is no limit to the size of the group. Eight days from tomorrow I will be speaking here again; on Thursday I will be back in Berlin. Perhaps the proposal for a center will take on a more concrete form, for there are likely still some who have a mental image of how it could be done better, but one must simply make do with what one has. Such criticism, however, creates ill will. I had hoped that any objections to be raised against me or Miss von Sivers would be presented in a sharp and direct manner. Since this was not the case, however, the time we spent on this should not be considered wasted.
[ 40 ] An der Tätigkeit von Fräulein von Sivers zu nörgeln, ist kein Grund vorhanden. Fassen Sie ihre Wirkungsweise etwas intimer auf, nicht bloß geschäftlich. Ich kann aber nichts dafür, wenn der Berliner Zweig geschädigt werden sollte. Ich weiß, was der Berliner Zweig braucht, und ich weiß auch, was die Pflicht eines Okkultisten ist. Darüber steht die große geistige Welt. Die bedingt es aber auch, dass man nicht in meine Freiheit eingreift. Eine Wand zwischen mir und den Mitgliedern zu errichten, ist eine Herabsetzung derart, wie man einen Okkultisten nicht herabsetzen darf. Wer solche Voraussetzungen hat, der kann nichts mehr von mir als Okkultist erhalten.»
[ 40 ] There is no reason to nitpick about Miss von Sivers’s work. View her approach in a somewhat more personal light, not merely as a business matter. However, I cannot be held responsible if the Berlin branch were to suffer harm. I know what the Berlin branch needs, and I also know what the duty of an occultist is. The great spiritual world stands above all this. But it also requires that my freedom not be infringed upon. Erecting a wall between me and the members is a form of degradation that must not be inflicted upon an occultist. Anyone who imposes such conditions can no longer receive anything from me as an occultist.”
