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The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250

5 February 1905, Berlin

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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
  1. Zur Geschichte der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft

20. Protokoll zur außerordentlichen Generalversammlung der Deutschen Theosophischen Gesellschaft (DTG)

20. Minutes of the Extraordinary General Meeting of the German Theosophical Society (DTG)

[ 1 ] Dr. Steiner: «Die reifliche Verfolgung der Linien, auf denen wir uns bewegten, zeigte mir doch, dass es notwendig ist, einiges zur Klärung der damals angeregten Dinge beizutragen. Deshalb habe ich Sie gebeten, zu dieser Generalversammlung zu erscheinen. Ich möchte dabei von vornherein betonen, dass es sich nicht darum wird handeln können, irgendwie die Schritte, zu welchen sich drei Mitglieder des Vorstandes bewogen gefühlt haben, in dem Sinne zu deuten, dass sie auch nur im Entferntesten gegen irgendjemand gerichtet sein könnten. Es handelt sich darum, durch eine völlige Klärung der Situation die Klärung herbeizuführen, welche auf eine andere Weise nicht bewirkt werden kann. Um das völlig klarzumachen, muss ich noch mit ein paar Worten auf das Wesentliche, auf die Geschichte der theosophischen Bewegung seit der Begründung der Deutschen Sektion zurückgreifen, namentlich insofern, als es sich um Vorstandsmitglieder handelt, welche vor allen Dingen darum in Betracht kommen.

[ 1 ] Dr. Steiner: “A careful examination of the course we have been following has shown me that it is necessary to contribute some clarification regarding the matters raised at that time. That is why I have asked you to attend this General Assembly. I would like to emphasize from the outset that this will not be a matter of interpreting, in any way, the steps that three members of the Executive Committee felt compelled to take as being even remotely directed against anyone. The aim is to bring about clarity through a complete clarification of the situation—a clarity that cannot be achieved in any other way. To make this absolutely clear, I must say a few words about the essentials—namely, the history of the Theosophical Movement since the founding of the German Section—particularly insofar as it concerns members of the Executive Committee who are primarily under consideration.

[ 2 ] Als damals die Deutsche Sektion begründet werden sollte, waren die Leiter der theosophischen Bewegung, insofern sie der Adyar-Gesellschaft angehörten, zu veranlassen, die Führung in andere Hände übergehen zu lassen. Die Persönlichkeiten, um die es sich gehandelt hat bei der Fortführung der theosophischen Arbeit, waren Fräulein von Sivers und ich. Ich selbst war noch wenige Monate bevor ich dazu berufen wurde, nicht nur [für] die Berliner Gruppe, sondern als Generalsekretär der Deutschen Sektion meinen Beitrag für die ganze Bewegung der Theosophischen Gesellschaft zu leisten, noch nicht so weit, in die Theosophische Gesellschaft einzutreten. Ich habe zwar zwei Winter hindurch, gerade im Berliner Zweig, bereits Vorträge gehalten. Zwei Kurse, die gedruckt worden sind, sodass ich in gewisser Beziehung mit der Theosophischen Gesellschaft in Berlin verknüpft bin, verknüpft bin lediglich persönlich.

[ 2 ] When the German Section was to be established at that time, the leaders of the Theosophical Movement—insofar as they belonged to the Adyar Society—had to be persuaded to transfer leadership to others. The individuals involved in continuing the Theosophical work were Miss von Sivers and myself. Just a few months before I was called upon to contribute not only to the Berlin group but also, as General Secretary of the German Section, to the entire movement of the Theosophical Society, I had not yet taken the step of joining the Theosophical Society. I had, however, already given lectures over the course of two winters, specifically at the Berlin branch. Two courses were published, so in a certain sense I am connected to the Theosophical Society in Berlin—but only on a personal level.

[ 3 ] Als Graf und Gräfin von Brockdorff Berlin verließen, war ich schon einige Monate Mitglied der Theosophischen Gesellschaft, und als andere Maßnahmen scheiterten, kam man dazu, mich als Generalsekretär zu designieren. Ich habe damals der Aufforderung ein «Nein» nicht entgegengesetzt. Ich hatte damals kein Verdienst um die Theosophische Gesellschaft.

[ 3 ] When Count and Countess von Brockdorff left Berlin, I had already been a member of the Theosophical Society for several months, and when other measures failed, it was decided to appoint me as Secretary-General. At the time, I did not refuse the request. I had not yet rendered any service to the Theosophical Society.

[ 4 ] Berlin betrachtete man als eine Art von Zentrum in Deutschland. Berlin sollte eine Art Muttergesellschaft werden. Darauf baute sich auf die Deutsche Theosophische Gesellschaft (DTG). Es handelte sich darum, von Berlin aus die Gesellschaft zu führen. Damals haben sich Graf und Gräfin Brockdorff alle erdenkliche Mühe gegeben, Fräulein von Sivers, die in Bologna war, für ihre Berliner Loge zu gewinnen. Es lag ihr ziemlich fern, auch noch nachdem ihr die Anträge gemacht worden waren, darauf einzugehen. Erst als die Leiter der Theosophischen Gesellschaft es für notwendig hielten, hat sich Fräulein von Sivers entschlossen, sich nach Berlin zu begeben und unter den damals möglichen Verhältnissen die theosophische Bewegung mit mir zu führen.

[ 4 ] Berlin was regarded as a kind of center in Germany. Berlin was intended to become a sort of parent organization. The German Theosophical Society (DTG) was built upon this foundation. The idea was to lead the Society from Berlin. At that time, Count and Countess Brockdorff went to great lengths to recruit Miss von Sivers, who was in Bologna, for their Berlin lodge. She was quite reluctant to agree to this, even after the requests had been made. Only when the leaders of the Theosophical Society deemed it necessary did Miss von Sivers decide to go to Berlin and, under the circumstances possible at the time, lead the theosophical movement together with me.

[ 5 ] Wir haben uns absolut konservativ in die Verhältnisse hineingefügt. Die Verhältnisse erforderten es selbstverständlich, dass wir die Initiative der deutschen Bewegung überhaupt in die Hand nahmen und die Intentionen in einer richtigen Weise zur Realisation zu bringen versuchten. Die Verhältnisse in Deutschland waren so gewesen, dass es ohne Initiative in sachlicher Beziehung damals überhaupt nicht gegangen wäre. Zu dieser sachlichen theosophischen Arbeit kamen noch manche andere Dinge, so zum Beispiel die Führung der Bibliothek, welche in einer losen Verbindung mit der Deutschen Theosophischen Gesellschaft, also dem späteren Berliner Zweig der Theosophischen Gesellschaft, war. Diese Führung der Bibliothek erforderte zunächst selbstverständlich doch eine gewisse Arbeit, die zwischen den Stunden geleistet werden musste. Die eigentliche theosophische Arbeit konnte nur in den freien Pausen verrichtet werden. Ich selbst konnte mich höchstens in beratender Weise dieser BibliotheksAngelegenheit widmen. Ich hatte Wichtigeres zu tun. Außerdem hatte ich zwei Jahre hindurch die Art und Weise, wie der Zweig geführt worden war, studieren können, und ich hatte nicht vor, in der äußeren Verwaltung eine irgendwie geartete Änderung eintreten zu lassen. Was sachlich gegeben war, sollte erhalten werden.

[ 5 ] We adapted to the circumstances in a thoroughly conservative manner. The circumstances naturally required that we take the initiative of the German movement into our own hands and strive to bring its intentions to fruition in the proper way. The circumstances in Germany had been such that, in practical terms, it would not have been possible at all without taking the initiative at that time. In addition to this practical theosophical work, there were many other tasks, such as managing the library, which was loosely affiliated with the German Theosophical Society—that is, what later became the Berlin Branch of the Theosophical Society. Managing the library naturally required a certain amount of work at first, which had to be done between other duties. The actual theosophical work could only be carried out during free breaks. I myself could devote myself to this library matter only in an advisory capacity at most. I had more important things to do. Moreover, I had spent two years studying the way the branch had been run, and I had no intention of introducing any kind of change in its external administration. What existed in practical terms was to be preserved.

[ 6 ] Es war unser Bestreben, den Rahmen zu benützen und das, was wir zu geben haben, hineinzuwerfen in den Rahmen der theosophischen Bewegung. Das war unser Bestreben. Die Grundvoraussetzung dafür, dass Fräulein von Sivers die Leitung der verschiedenen Agentien der Theosophischen Gesellschaft in Berlin übernehmen konnte, war ja, dass ein völliges Vertrauen herrschte. In dem sachlichen Teil der theosophischen Bewegung ist ohne dieses Vertrauen überhaupt nichts zu machen. Das Vertrauen in den sachlichen Teil der Bewegung selbst ist notwendig. Die Verwaltung ist eine Art Anhängsel. Da wir uns auf keine besonderen Pedanterien einlassen konnten, war es natürlich, dass wir darauf rechneten, dass [in Bezug auf] das, was Grundvoraussetzung des Zusammenwirkens auf theosophischem Gebiete ist, völliges Vertrauen bei uns herrsche. Dieses Vertrauen ist, wie es scheint, nicht in dem Maße entgegengebracht worden, wie wir es zu einer ruhigen und objektiven Führung der Geschäfte brauchen würden. Wir machen nur noch den Schlusspunkt, indem wir die Versammlung vor vierzehn Tagen damit in Zusammenhang bringen und sie damit kontrastieren. Diese Versammlung hat sich auf Dinge aufgebaut, die sogar als Klatsch bezeichnet worden sind; sie sind auf öffentliche Erscheinungen aufgebaut worden. Alles soll öffentlich verhandelt werden. Dass Unzufriedenheiten vorhanden sind, wurde in der Versammlung zugegeben und der Ausdruck einer Missstimmung ist allein schon genügend, um einen solchen Schritt herbeizuführen, wie er heute vollzogen werden soll. Ich bin - lassen Sie sich das als eine absolut wahre Interpretation gelten -, ich bin, nicht nur, weil das jeder Okkultist ist, sondern aus noch viel esoterischeren Grundsätzen heraus, Gegner jeder Aggression. Jede Aggression hindert die Tätigkeit, die ich zu entfalten vermöchte. Fassen Sie diesen Schritt auf als etwas, was lediglich hervorgeht, aus dem Grundsatze, nicht aggressiv vorzugehen. Jeder muss sich so verhalten, dass die Wünsche aller absolut zum Ausdruck kommen können. Jeder muss seine persönlichen Wünsche so unterdrücken, dass unsere Arbeit vor sich gehen kann. Es kann sonst der Berliner Zweig nicht verwaltet werden, wie es gewünscht wird. Das ist es, was ich herbeiführen möchte. Wenn sich da Anschauungen gegenüberstehen, ist es unmöglich zusammenzuarbeiten.

[ 6 ] It was our aim to make use of the framework and to contribute what we had to offer within the framework of the Theosophical Movement. That was our aim. The fundamental prerequisite for Miss von Sivers to take over the leadership of the various branches of the Theosophical Society in Berlin was, of course, that there was complete trust. In the practical aspect of the Theosophical Movement, nothing at all can be accomplished without this trust. Trust in the practical aspect of the Movement itself is necessary. Administration is a kind of appendage. Since we could not indulge in any particular pedantry, it was only natural that we expected complete trust to prevail among us regarding what is the fundamental prerequisite for cooperation in the theosophical sphere. This trust, it seems, has not been extended to the extent that we would need for the calm and objective management of our affairs. We will simply conclude by referring to the meeting held fourteen days ago and contrasting it with the current situation. That meeting was based on matters that have even been described as gossip; it was based on public appearances. Everything is to be discussed publicly. The fact that there is dissatisfaction was acknowledged at the meeting, and the mere expression of discontent is sufficient in itself to bring about a step such as the one to be taken today. I am—please accept this as an absolutely true interpretation—I am opposed to any aggression, not only because every occultist is, but also based on even more esoteric principles. Any aggression hinders the activity that I am capable of carrying out. Please understand this step as something that arises solely from the principle of not acting aggressively. Everyone must behave in such a way that the wishes of all can be fully expressed. Everyone must suppress their personal wishes so that our work can proceed. Otherwise, the Berlin branch cannot be managed as desired. That is what I wish to bring about. When opposing views exist, it is impossible to work together.

[ 7 ] Wenn wir in einer solchen Weise arbeiten, wie es von verschiedenen Seiten gewünscht wird, so ist es meiner Meinung nach so, dass wir die theosophische Bewegung verflachen würden, wir würden sie auf das Niveau eines Klubs herabdrücken.

[ 7 ] If we were to work in the manner desired by various parties, I believe we would trivialize the Theosophical Movement; we would reduce it to the level of a club.

[ 8 ] Die Worte, die in der letzten Versammlung gefallen sind, müssen schon gehört werden, die Worte: dass ich mich in diametralem Gegensatz befinde zu denen, die ein klubmäßiges Zusammenleben wünschen. Ich beabsichtige, niemanden anzugreifen. Ich kann nur nicht dabei sein. Wer das richtig erwägt, der wird sagen müssen, dass das die Abwesenheit jeder Aggressivität ist. Auf diesen Ton möchte ich die Sache stimmen. Das ist das, was ich betont habe bei der Generalversammlung, die im Oktober stattfand, wo ich betont habe, dass ich mich solcher Form nicht füge, dass ich mich in eine klubmäßige Gesellschaft nicht fügen kann. Diejenigen, welche wünschen, dass der Berliner Zweig anders verwaltet wird, sodass die Mitglieder in anderer Weise miteinander verkehren, müssen dementsprechend handeln. Für sie ist es notwendig, dass sie die Angelegenheit in die Hand nehmen und für sich durchführen, sodass es selbstverständlich erscheint, dass niemand etwas dagegen haben kann, wenn ihre Wünsche in der erwähnten Weise erfüllt werden. Ich konnte diese Wünsche nicht erfüllen. Wünsche habe ich immer zu befriedigen gesucht, so gut ich konnte. Damit der ruhige Fortgang der Entwicklung der Theosophischen Gesellschaft möglich ist, muss ich diesen Schritt tun. Ich habe die Aufgabe, die Kontinuität der Bewegung in Deutschland zu wahren. Es ist mir klar, dass nur auf okkulter Basis - bei unseren verworrenen Verhältnissen in der Welt - diese Bewegung weitergebracht werden kann. Eine Bewegung auf sozialer Grundlage braucht nicht Theosophie zu sein, deren Leute können schon ideale Bestrebungen haben und sich lieb gewinnen, und das braucht nicht Theosophie zu sein. Wir brauchen aber eine theosophische Bewegung, und deshalb kann ich bei einer klubmäßigen Führung nicht Führer sein. Fassen Sie es so auf, dass ich selbst verpflichtet bin, die ganze Tiefe der theosophischen Bewegung, die auf Okkultismus aufgebaut ist, dahin zu bringen. Nur derjenige ist heute wirklich berufen, innerhalb der Theosophischen Gesellschaft tätig mitzuwirken, der nach dem aristotelischen Grundsatze lebt: Wer Wahrheit sucht, darf keine Meinung achten.

[ 8 ] The words spoken at the last meeting must be heard: that I am diametrically opposed to those who wish to live together in a club-like manner. I do not intend to attack anyone. I simply cannot be a part of it. Anyone who considers this carefully will have to admit that this is entirely devoid of any aggressiveness. I would like to set the tone for this matter in this way. This is what I emphasized at the general assembly held in October, where I stressed that I do not conform to this kind of structure, that I cannot fit into a club-like society. Those who wish for the Berlin Branch to be managed differently, so that members interact with one another in a different way, must act accordingly. It is necessary for them to take the matter into their own hands and carry it out for themselves, so that it becomes self-evident that no one can object if their wishes are fulfilled in the manner mentioned. I could not fulfill these wishes. I have always sought to satisfy wishes as best I could. To ensure the smooth continuation of the Theosophical Society’s development, I must take this step. My task is to preserve the continuity of the movement in Germany. It is clear to me that—given our turbulent circumstances in the world—this movement can only be advanced on an occult basis. A movement based on social principles need not be Theosophy; its members may well have ideal aspirations and grow fond of one another, and that need not be Theosophy. But we need a Theosophical movement, and therefore I cannot be a leader under a club-like form of leadership. Please understand that I myself am obligated to carry forward the full depth of the Theosophical movement, which is founded on occultism. Today, the only person truly called to play an active role within the Theosophical Society is one who lives according to the Aristotelian principle: “He who seeks truth must not regard any opinion as sacred.”

[ 9 ] Vielleicht könnte es mir auch lieb sein, in einer anderen Weise zu wirken. Aber hier handelt es sich um eine Pflicht, und deshalb werde ich diesen Schritt vollziehen, weil ich diese Verpflichtung habe, die theosophische Bewegung auf einer wirklich tieferen Grundlage aufzubauen, und bei dem Aufbau wird jeder Versuch, die Gesellschaft in klubmäßiger Weise zu führen, eine Verflachung herbeiführen. Niemand kann besser einsehen, dass solche Dinge für manche notwendig sind, und gegenüber niemandem soll das Verhältnis zu mir sich ändern. Jeder wird bei mir jederzeit willkommen sein. Die Geschäfte werden von mir, soweit sie sich auf das Sachliche der Theosophie beziehen, in derselben Weise fortgeführt werden, sodass in Zukunft alles so gefunden werden kann, wie es gefunden worden ist. Aber gerade deshalb muss ich mich zurückziehen.

[ 9 ] Perhaps I might also find it pleasing to work in a different way. But this is a duty, and that is why I will take this step—because I have this obligation to build the Theosophical Movement on a truly deeper foundation, and in that process, any attempt to run the Society in a club-like manner will lead to a trivialization of its purpose. No one understands better than I do that such things are necessary for some, and my relationship with anyone will not change. Everyone will always be welcome here. I will continue to handle the affairs—insofar as they relate to the substance of Theosophy—in the same manner, so that in the future everything can be found just as it has been found. But that is precisely why I must step back.

[ 10 ] Die Konsequenz ist natürlich in den Linien gelegen, die ich ausgeführt habe. Es kann und darf nicht von mir die theosophische Bewegung an irgendeinem Orte aus dem Auge verloren werden. Deshalb habe ich diejenigen Mitglieder unserer theosophischen Sozietät - alle übrigen Gliederungen sind sekundärer Natur -, einzelne Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft, gebeten, mit mir eine Sitzung abzuhalten und sie gefragt, ob sie mit mir zugleich bereit sein werden, die theosophische Bewegung in der Weise fortzuführen, wie ich sie geführt habe, gegen welche eine Missstimmung aufgetreten und Unzufriedenheit ausgesprochen, worden ist. Das musste so sein, weil ich die Kontinuität fortführen muss. Ich will nur anführen den Fall, den ich in München habe. Da gibt es eine streng geschlossene Loge, die nur diejenigen aufnimmt, welche der Gesamtheit entsprechen. Wir werden aber jetzt eine zweite Loge haben, in der alle anderen aufgenommen werden können. Ich habe mich da bemüht, aufmerksam zu machen auf das, was die Bedingungen der Logenarbeit sind, die zum täglichen Brot einer Loge gehören. Ich will auch demnächst eine Besant-Loge gründen, für deren Name ich Annie Besant demnächst um Erlaubnis bitten werde. Daneben wird völlig freie Tätigkeit sein, von der niemand im Entferntesten ausgeschlossen sein kann. Das ist das, was vorliegt als das Motiv und als dessen Konsequenz: der Zurücktritt.»

[ 10 ] The consequence, of course, lies in the lines of thought I have outlined. I cannot and must not lose sight of the Theosophical Movement anywhere. That is why I have asked those members of our Theosophical Society—all other branches being of a secondary nature—as well as individual members of the Theosophical Society, to hold a meeting with me and have asked them whether they would be willing, together with me, to continue the Theosophical Movement in the manner in which I have led it, despite the discord that has arisen and the dissatisfaction that has been expressed. This had to be done because I must ensure continuity. I will cite just one example from Munich. There is a strictly closed lodge there that admits only those who conform to the collective. But we will now have a second lodge in which everyone else can be admitted. I have endeavored there to draw attention to the conditions of lodge work that are part of a lodge’s daily routine. I also intend to found a Besant Lodge in the near future, for which I will soon ask Annie Besant for permission to use her name. Alongside this will be completely free activity, from which no one can be excluded in the slightest. That is the motive behind this and its consequence: my resignation.”

Es folgt die Aufzählung einer Reihe von Mitgliedern.

Below is a list of several members.

[ 11 ] Krojanker: «Nach diesen Ausführungen von Herrn Doktor Steiner werden diejenigen, welche in der letzten Sitzung nicht zugegen sein konnten, ein Bild bekommen haben von dem, wodurch eigentlich die Missstimmungen hervorgebracht worden sind, und auch davon, in welchen Linien sich die Sache bewegt, dass drei Vorstandsmitglieder zu diesem erwähnten Schritte sich bewegt fühlten. Es muss schon rumort haben, lange bevor die Beteiligten etwas davon gewusst haben. Seitdem ich etwas weiß von diesen Dingen, war es für mich unmöglich, darüber hinwegzukommen. Es war für mich zunächst unmöglich einzusehen, dass diese Dinge die Herrschaften zu diesem Schluss treiben konnten. Was war es nun eigentlich? Zum Ausgangspunkt für mich wurde einfach der Entschluss von Frau Stadtrat Eberty und Fräulein Schwiebs, welche sich vorgenommen hatten, die Mitglieder zu freien Aussprachen in zwangloser Weise bei sich zu sehen. Dass daraus solche Schlüsse gezogen werden können, war ja nicht vorauszuschen. Die Anregung ist von Fräulein von Sivers ausgegangen; gegenseitig sich näherzutreten, sollte bei den Mitgliedern angeregt werden, und es sollte das Gefühl nicht aufkommen, dass man sich nicht recht zu Hause fühlt, sodass alles nach dem Vortrage gleich nach Hause stürzt. Aber selbst bei Fräulein von Sivers war das in gewisser Weise zu bemerken. Solange wir kein Hauptquartier hatten, musste sie sich eben in anderer Weise helfen, Freunde besuchen und mit ihnen sprechen. Das sind Dinge, die rein persönlicher und privater Natur waren, von denen ich in der vorigen Sitzung gewünscht hatte, dass sie uns nicht berühren. Von diesen Dingen habe ich auch heute noch dieselbe Meinung, die Meinung, dass sie nicht berührt werden dürfen. Der Zweig war bei dem höflichen Ehepaar, das uns eingeladen hatte, [noch] nicht vorhanden. Zu unterscheiden ist da zwischen Vereinsarbeit, Vereinsmeierei und theosophischer Arbeit. Es werden aber doch nicht umsonst Komitees gebildet und Komitees gewählt, nicht Vorstandsmitglieder gewählt, damit diese sich nicht um die Vereinsleitung kümmern. Sie sind gewählt und werden dann auch eine Berechtigung haben, über geschäftliche Dinge sprechen zu können, um sich dann auch einmal ein Urteil zu erlauben. Wenn eine selbstherrliche Verwaltung [...] gewünscht wird, dann wären ja auch Statuten und so weiter nicht notwendig. Hätte Doktor Steiner dazumal gesagt: Wir müssen abschen von einer solchen Form, hätte er gezeigt oder gesagt, nur unter den und den Bedingungen ist es mir möglich zu arbeiten und mitzuwirken, dann hätten sich die Sachen sofort und ganz natürlich ergeben. Diejenigen, denen es gefallen hätte, würden mitgegangen sein, und die übrigen wären draußen geblieben. Ich verstehe nicht, warum man einen ganzen geschäftlichen Apparat gründet und es übelnimmt, wenn man als Mitglied eines Zweiges, wie ich, sich auch dafür interessiert. Ich meine, dann wird es einem nicht als Verbrechen angerechnet werden können, wenn man sich einmal nach diesen Dingen erkundigt. Ich möchte die Einrichtung von Wunschzetteln empfehlen. Ich muss Protest erheben dagegen, dass wir aggressiv sind. Wir haben zwei Jahre Doktor Steiner gehört, um zu wissen, was Theosophie ist, und was zum theosophischen Leben gehört. Es hätten sich sicher andere Wege finden können, um die Auseinandersetzungen in andere Bahnen zu lenken. Da es nun aber so weit ist, müssen die Konsequenzen unter allen Umständen gezogen werden. Ich stelle sie mir so vor - ich weiß zwar nicht, ob ich richtig verstanden habe -, dass dieser Zweig Berlin als Fortsetzung des Zweiges Berlin der Deutschen Theosophischen Gesellschaft weiter existiert, und dass nun die drei Vorstandsmitglieder und die anderen Herrschaften, die Doktor Steiner verlesen hat, eine neue Loge gründen.

[ 11 ] Krojanker: “After these remarks by Dr. Steiner, those who were unable to attend the last meeting will have gained an understanding of what actually caused the discord, as well as the general direction in which the matter is moving—namely, that three members of the executive board felt compelled to take the aforementioned step. There must have been unrest long before those involved knew anything about it. Ever since I’ve known about these matters, it has been impossible for me to get past them. At first, it was impossible for me to understand how these matters could have driven those gentlemen to this conclusion. So what was it, really? The starting point for me was simply the decision by City Councilwoman Eberty and Miss Schwiebs, who had resolved to invite the members to their homes for informal, open discussions. That such conclusions could be drawn from this was, of course, unforeseeable. The suggestion came from Miss von Sivers; the idea was to encourage the members to get to know one another better and to prevent the feeling that they didn’t quite feel at home—so that everyone wouldn’t rush straight home after the presentation. But even with Miss von Sivers, this was noticeable in a certain way. As long as we didn’t have a headquarters, she simply had to make do in other ways—visiting friends and talking with them. These are matters of a purely personal and private nature, which I had asked in the previous meeting not to be brought up. I still hold the same opinion today regarding these matters—namely, that they must not be discussed. The branch had not [yet] been established at the home of the gracious couple who had invited us. A distinction must be made here between association work, association formalities, and theosophical work. But committees are not formed and elected, nor are board members chosen, for nothing—so that they do not concern themselves with the management of the association. They are elected and will therefore also have the authority to discuss business matters and to allow themselves to form an opinion on them. If an autocratic administration [...] were desired, then statutes and the like would not be necessary. If Dr. Steiner had said back then: “We must refrain from such a form,” or had indicated or stated, “Only under these and those conditions is it possible for me to work and participate,” then things would have worked out immediately and quite naturally. Those who would have liked it would have gone along, and the rest would have stayed out. I don’t understand why one would establish an entire administrative apparatus and then take offense when a member of a branch, like myself, takes an interest in it. I mean, it surely cannot be considered a crime to inquire about these matters once in a while. I would like to recommend the creation of wish lists. I must protest the claim that we are being aggressive. We have listened to Dr. Steiner for two years to understand what Theosophy is and what constitutes the Theosophical life. Other ways could certainly have been found to steer the disputes in a different direction. But since matters have now reached this point, the consequences must be faced under all circumstances. This is my mental image of it—though I’m not sure if I’ve understood correctly—that this Berlin branch will continue to exist as a continuation of the Berlin branch of the German Theosophical Society, and that the three board members and the other individuals Dr. Steiner has named will now found a new lodge.

[ 12 ] Um diesen Schritt durchzuführen, wird es doch wohl noch weiterer Verhandlungen und Beratungen bedürfen. Es wird sich da zunächst noch darum handeln müssen, einen Vorstand für jetzt zu wählen, denn gegenwärtig ist der Berliner Zweig ohne Vorstand und ohne Leitung. Man wird also ein provisorisches Komitee bilden müssen, um zu beraten, in welcher Weise das zu geschehen hat. Ich möchte Ihnen anheimstellen, nach dieser Richtung hin Anträge zu stellen. Wir jedenfalls bedauern unendlich die Art und Weise, in der die Sache bis jetzt erledigt worden ist. Es liegt in der Tat, wenn Doktor Steiner immer von Missstimmung und Seelenströmungen spricht, nichts vor, als was ich weiß und vielleicht einige persönliche Dinge, die nie zur Sache des Berliner Zweiges gemacht werden dürfen.»

[ 12 ] To carry out this step, further negotiations and consultations will undoubtedly be necessary. The first order of business will be to elect an executive board for the time being, since the Berlin branch currently has neither an executive board nor leadership. A provisional committee will therefore have to be formed to discuss how this should be done. I would like to leave it up to you to submit motions along these lines. In any case, we deeply regret the manner in which the matter has been handled thus far. In fact, when Dr. Steiner speaks of discord and emotional currents, there is nothing to it other than what I know—and perhaps a few personal matters that must never be made into an issue for the Berlin branch.”

[ 13 ] Dr. Steiner: «Ich selbst hatte guten Grund, das Persönliche zu berücksichtigen. Bei der Generalversammlung wurden auf Antrag 300 Mark für meine vorjährige Tätigkeit bewilligt. Ich habe dazumal schon Bedenken geltend gemacht, aber mich außerdem bald danach gezwungen gesehen, diese 300 Mark wegen der herrschenden Stimmung wieder in die Kasse zurückzulegen, weil ich nicht hätte arbeiten wollen auf der Grundlage von Missstimmungen. Sie sehen, dass ich lange genug geschwiegen habe. ‚Auch diese Sache wollte ich einfach unter der Hand vorübergehen lassen, um die Sache durch positive Arbeit zu überbrücken. Das ist auf die Dauer sus gutem Grunde nicht gegangen. Wir haben hier selbstverständlich nicht über private Dinge zu verhandeln, Auch das Gespräch über das berufliche Leben ist durchaus nicht am Platze. Ich habe gesagt, dass von mir aus das, was verlangt worden ist, in weitgchendem Maße befriedigt wurde. Es war der Wunsch aufgetreten, dass wir noch woanders als hier oder im Architektenhaus Vorträge haben sollten, und ich habe eingewilligt, auch in der Wilhelmstraße 118 Vorträge zu halten. Nun aber müssen wir doch gerade an eine solche Sache einige Bemerkungen knüpfen. Die Dinge sind nicht so grob, wie es zunächst scheinen mag, sondern sie hängen feiner zusammen. Ich bin dazumal ohne Weiteres auf die Erfüllung dieses Wunsches eingegangen, und im Verfolge dieser Sache habe ich gebeten, ein Exekutiv-Komitee zu bilden. Nicht träumen lassen habe ich mir, was daraus geworden ist. Wir haben noch keinen Zweig im Norden, im Süden und im Osten. Das war von mir in Aussicht genommen, nicht nur im Westen, sondern in allen Teilen der Stadt zu arbeiten. Wenn im Berliner Zweig ein Exekutiv-Komitee gebildet wurde, so war das so gedacht, dass dieses Komitee die wirkliche Agitation in die Hand zu nehmen hat. Nie ist jemand hier verwehrt worden, sich um die geschäftlichen Sachen zu kümmern, aber die Auffassung ist die, dass jeder, der etwas tun will, sich den Platz zu schaffen hat. Niemand konnte von uns etwas verlangen. Wenn man mit positiven Vorschlägen gekommen wäre, so würden wir darauf eingegangen sein. Wenn nun aber gesagt wird, dass unsere Tätigkeit nicht angegriffen worden sei, so sage ich darauf, dass in dieser Woche erst ich schriftlich den Vorwurf erhalten habe, dass wir die Bibliothek in einer solchen Weise verwalten, dass man demgegenüber mit dem Gericht drohen kann. Wir können uns keine versteckten Vorwürfe machen lassen. Auch die Bibliothek werden wir abgeben. Wenn ich diese Dinge vorgebracht habe, so können Sie annehmen, dass sie auf der denkbar festesten Grundlage ruhen. Die Statuten und so weiter hätten eingehalten werden können bei gutem Willen. Wenn man über Geschäfte spricht, so müssen sie praktisch sein. Was damals gemacht worden ist war unpraktisch. Dreimal habe ich in verhältnismäßig schönen Sälen gesprochen, dann aber in einem Saal, der als Stall bezeichnet worden ist, und zuletzt in einem Raum, wo das Sprechen fast unmöglich war. Ich musste sprechen, wo hinter mir Glaser klopften und so weiter. Das war keine Atmosphäre für Theosophie. Ich musste daran denken, die Sache in einer praktischen Weise vorzunehmen. Dies lag zu Grunde meinem Entschluss, die Vorträge im Architektenhaus abzuhalten. Solche Maßregeln waren zugunsten des Berliner Zweiges. Trotzdem wurde mir entgegengehalten: Diese Vorträge sind solche, die wir besuchen können oder nicht besuchen können. - Also Sie sehen, dass das ein stummes Diskompliment ist. Es ist nichts getan worden, gerade weil die andere Auffassung über geschäftliche Sachen, über Statuten und Komitee, die Möglichkeit gab, einmal zu probieren, wie das geht. Ein Brief von einem Theosophen lautet: «Ich möchte haben, dass der Berliner Zweig einmal flott arbeitet. Am meisten würde es mich freuen, wenn er in günstiger Weise wirken würde.» Dann aber ist auch ein Wunschzettel ausgearbeitet worden, denken Sie - auf dem Wunschzettel stand: «Der Vorsitzende hat eine halbe Stunde vor Beginn da zu sein» - Das hat den Schritt so geartet gemacht.» Frau Eberty: «Finden Sie diese Zersplitterung nicht sehr traurig?»

[ 13 ] Dr. Steiner: “I myself had good reason to take personal matters into account. At the general meeting, 300 marks were approved for my work last year upon my request. I had already expressed reservations at the time, but shortly thereafter I felt compelled to return those 300 marks to the treasury due to the prevailing atmosphere, because I would not have wanted to work amid ill will. You can see that I have remained silent long enough. ‘I also simply wanted to let this matter pass quietly, in order to bridge the issue through positive work. In the long run, however, that was not possible for good reason. Of course, we are not here to discuss private matters; nor is a discussion of professional life at all appropriate. I have said that, as far as I am concerned, what was requested has been satisfied to a large extent. The request had been made that we hold lectures somewhere other than here or at the Architektenhaus, and I agreed to give lectures at Wilhelmstraße 118 as well. But now we must make a few remarks regarding precisely this matter. Things are not as straightforward as they might initially seem; rather, they are more intricately connected. At the time, I readily agreed to fulfill this request, and in the course of following up on this matter, I asked that an executive committee be formed. I never imagined what would come of it. We still have no branches in the north, south, or east. It had been my intention to work not only in the west but in all parts of the city. When an executive committee was formed in the Berlin branch, the intention was that this committee would take charge of the actual agitation. No one here has ever been prevented from handling administrative matters, but the view is that anyone who wants to do something must make room for themselves. No one could demand anything from us. If someone had come forward with constructive suggestions, we would have considered them. But if it is now claimed that our activities have not been criticized, I would respond by saying that just this week I received a written accusation that we are managing the library in such a way that legal action could be threatened against us. We cannot allow ourselves to be subjected to veiled accusations. We will also hand over the library. Since I have raised these points, you can assume that they rest on the firmest possible foundation. The bylaws and so on could have been adhered to with good will. When discussing business matters, they must be practical. What was done back then was impractical. Three times I spoke in relatively nice halls, but then in a hall that was described as a stable, and finally in a room where speaking was almost impossible. I had to speak while glaziers were hammering behind me and so on. That was not an atmosphere for Theosophy. I had to think about approaching the matter in a practical way. This was the basis for my decision to hold the lectures at the Architektenhaus. Such measures were in the interest of the Berlin branch. Nevertheless, it was held against me: “These are the kinds of lectures we can attend or not attend.” - So you see that this is a silent backhanded compliment. Nothing was done precisely because the different view on business matters—on bylaws and the committee—provided the opportunity to try out how it works. A letter from a Theosophist reads: “I would like the Berlin branch to get up and running. It would please me most if it were to operate effectively.” But then a list of requests was drawn up—can you imagine?—and on that list it said: “The chairperson must be there half an hour before the start.” “That’s what made the situation so difficult.” Ms. Eberty: “Don’t you find this fragmentation very sad?”

[ 14 ] Dr. Steiner: «Ich habe den Dingen entgegengearbeitet. Ob eine Zersplitterung daraus kommen wird, das wird sich zeigen. Wenn die Mitglieder des Berliner Zweiges verstehen werden, theosophisch zu handeln, so wird nicht im Geringsten eine Zersplitterung eintreten brauchen. Von einer Zersplitterung braucht nicht die Rede zu sein, ich werde nichts tun, um sie zu fördern.»

[ 14 ] Dr. Steiner: “I have worked against these developments. Whether this will lead to fragmentation remains to be seen. If the members of the Berlin branch understand how to act in a theosophical manner, there will be no need for fragmentation whatsoever. There is no need to speak of a split; I will do nothing to encourage it.”

[ 15 ] Frau Eberty: «Wenn sie etwas gegen die Zusammenkünfte gehabt hätten, so wäre nichts nötig gewesen, als zu sagen: Es sind Gründe da, weshalb die Zusammenkünfte nicht stattfinden können. Wir haben die besten Absichten damit gehabt. Wir haben es nur getan, um der Sache der Theosophie zu dienen. Uns ist nicht im Entferntesten der Gedanke gekommen, dass das gegen Ihre Absichten sei, auch nicht als [es] vor acht Tagen auf der Tagesordnung stand, und darin manches darauf hindeutete, es könnte unser Nachmittag damit gemeint sein.»

[ 15 ] Ms. Eberty: “If they had had any objections to the meetings, all they would have had to do was say: There are reasons why the meetings cannot take place. We had the best of intentions in doing this. We did it solely to serve the cause of theosophy. It never even remotely occurred to us that this might be contrary to your intentions, not even when [it] was on the agenda eight days ago, and there were several indications that it might refer to our afternoon gathering.”

[ 16 ] Dr. Steiner: «Wenn die Form wegfällt, ist nichts gegen die privaten Zusammenkünfte einzuwenden. Was ist auf meinen Wunsch geschehen? Dass die Tees bei Fräulein von Sivers abgeschafft worden sind, weil ich in einer solchen Art von Tee-Zusammenkünften keinen Segen für die Theosophie geschen habe. Es war mir schwer, dass die Gräfin Brockdorff es übel genommen hat. Aber trotzdem habe ich es eben gesagt. Wir selbst würden die Sache nicht anders führen können.»

[ 16 ] Dr. Steiner: “If the formalities are set aside, there is nothing wrong with private gatherings. What happened as a result of my request? The tea parties at Miss von Sivers’s were discontinued because I did not see any benefit for Theosophy in that kind of tea gathering. It was hard for me that Countess Brockdorff took offense. But I said it anyway. We ourselves could not have handled the matter any differently.”

[ 17 ] Krojanker: «Es scheint das Exekutiv-Komitee der Sündenbock werden zu müssen. Wenn man im Exekutiv-Komitee sitzt, so ist eine ersprießliche Arbeit doch nur möglich, wenn man über die ganze Geschäftslage orientiert ist. Wenn Sie nun keinen Einblick haben und keine Gelegenheit finden, einen Einblick zu nehmen, wofür wollen Sie dann Vorschläge machen? Das Exekutiv-Komitee benötigt diese Kenntnis, weil es dem Vorstande Mitteilung machen muss. Es fehlen mir immer mehr und mehr die greifbaren Unterlagen, welche die Veranlassung gegeben haben zu diesen Dingen.

[ 17 ] Krojanker: “It seems the Executive Committee is destined to become the scapegoat. If you sit on the Executive Committee, productive work is only possible if you are fully informed about the entire business situation. If you have no insight into the situation and find no opportunity to gain such insight, on what basis do you intend to make proposals? The Executive Committee needs this knowledge because it must report to the Board of Directors. I am increasingly lacking the concrete documentation that served as the basis for these matters.

[ 18 ] Nun kommt die Bibliotheks-Frage. Es kam zur Bildung einer Bibliotheks-Kommission. Warum die Mitglieder des Zweiges dafür verantwortlich gemacht werden sollen, ist nicht recht verständlich.»

[ 18 ] Now comes the question of the library. A library committee was formed. It is not entirely clear why the members of the branch should be held responsible for this.»

[ 19 ] Herr Werner: «Doktor Steiner ist ein Berufener von höherer Stelle. Jetzt ist es schwer, das, was nötig ist, an uns heranzubringen, um uns zu vervollkommnen. Wenn Sie jetzt an ihn herantreten mit Forderungen und Fragen, wie zum Beispiel: «Wo haben Sie das Geld gelassen, das Sie mit Ihren Vorträgen zusammengebracht haben? Geben Sie uns Aufschluss darüber, was Sie aus diesen Vorträgen herausgeschunden haben! Geben Sie uns Aufschluss darüber, wo diese Gelder geblieben sind. Wenn Sie sagen: Hier disponieren wir, denn wir haben vollständig freie Hand zu sagen: Was haben Sie zu vollziehen», dann ist das nicht der Weg zu einer harmonischen Zusammenarbeit. Ich meine, wenn man erst von jemand Lehren und Belehrungen entgegennimmt, dann dürfen die Forderungen und Fragen nicht so weit gehen, dass sie im Einzelnen nicht zu ertragen sind. Das würden Gedanken sein, die das Licht zu scheuen haben, und die führen zur Disharmonie. Disharmonien aber können wir abhalten, wenn wir es wollen. Ist das nicht der Fall, dann haben wir nicht das Recht, hierherzukommen und an dem Geschehenen 'herumzudeuteln.»

[ 19 ] Mr. Werner: “Dr. Steiner is a person called by a higher power. It is difficult now to convey to us what is necessary for our perfection. If you approach him now with demands and questions, such as: ‘Where did you put the money you raised from your lectures? Tell us what you made from these lectures! Explain to us where these funds have gone. If you say, ‘We’re in charge here, because we have complete freedom to say what you must do,’ then that is not the path to harmonious cooperation. I mean, once you’ve accepted teachings and guidance from someone, your demands and questions must not go so far that they become unbearable in their specifics. Those would be thoughts that have to shy away from the light, and they lead to disharmony. But we can prevent disharmony if we want to. If that is not the case, then we have no right to come here and “pick apart” what has happened.”

[ 20 ] Krojanker: «Es ist zu unterscheiden zwischen der theosophischen Lehre und der Leitung des Zweiges Berlin. Damit wird es ermöglicht werden, dass ein Misstrauen nicht aufkommen kann.»

[ 20 ] Krojanker: “A distinction must be made between theosophical teachings and the leadership of the Berlin branch. This will ensure that mistrust cannot arise.”

[ 21 ] Dr. Steiner: «Die Harmonie muss möglicherweise erkauft werden mit dem Ausschluss einiger Mitglieder. Die arrangierten Vorträge waren zwar für den Berliner Zweig gedacht. Es ist richtig, dass wir die Tätigkeit nicht haben besser machen können. Ich bin der Meinung, dass wir vorläufig die Tätigkeit so gut gemacht haben, wie wir konnten, da uns von anderer Seite nichts Besseres entgegengebracht worden ist. In dem Augenblicke, wo uns von anderer Seite etwas Besseres entgegengebracht worden wäre, würden wir es nicht außer Acht gelassen haben. Was wir aber getan haben, das halte ich bis jetzt für das Beste.»

[ 21 ] Dr. Steiner: “Harmony may have to be achieved at the cost of excluding some members. The scheduled lectures were indeed intended for the Berlin branch. It is true that we could not have carried out our work any better. I believe that, for the time being, we have carried out our work as well as we could, since nothing better has been offered to us from other quarters. The moment something better had been offered to us from other quarters, we would not have disregarded it. But I still consider what we have done to be the best so far.”

[ 22 ] Fränkel: «Zwei Versammlungen sind einberufen worden, welche die Missstimmung hervorgerufen haben. Zweimal sind Vorwürfe gemacht worden, denen das Disharmonische folgte, sodass gleichsam ein Klub gegründet worden ist, und wir sozusagen aus zwei Klassen von Mitgliedern bestehen. Auf zweierlei Weise ist da vorzugehen. Es gibt einen Zivilprozess und einen Strafprozess. Es handelt sich hier um eine öffentliche Angelegenheit, nicht um eine private. Die Beschwerde müsste also vorgebracht werden. Es ist aber nicht klargestellt, was eigentlich vorliegt. Der eine Punkt ist der Tee bei den Damen, der zweite Punkt ist der, dass lediglich der Geschäftsausschuss falsche Maßregeln ergriffen hat. Der Fehler scheint daran zu liegen, dass bei der Gründung nicht geredet worden ist über die Art und Weise, wie die Geschäfte des Ausschusses gehandhabt werden sollen. Es ist noch keine richtige Missstimmung hervorgetreten, nur die Beschwerde einiger Herren, die sich auf sachliche Gründe stützen.»

[ 22 ] Fränkel: “Two meetings have been convened that have caused discord. Accusations have been made on two occasions, leading to disharmony, so that, as it were, a club has been formed, and we consist, so to speak, of two classes of members. There are two ways to proceed here. There is a civil proceeding and a criminal proceeding. This is a public matter, not a private one. The complaint would therefore have to be brought forward. However, it is not clear what the actual issue is. One point is the tea party with the ladies; the second point is that the executive committee alone took inappropriate measures. The mistake seems to lie in the fact that, at the time of the club’s founding, there was no discussion about how the committee’s affairs should be handled. No real discord has yet arisen—only complaints from a few gentlemen based on objective grounds.”

[ 23 ] Dr. Steiner: «Wenn wir gekommen wären, um jemanden etwas vorzuwerfen, dann könnten Sie uns etwas aufbürden. Wir geben denjenigen die Geschäftsführung zurück, die einen Wunschzettel haben. Die Denkweise, wie sie in dem Wunschzettel zum Ausdruck kommt, ist eine solche, dass sie in der Theosophischen Gesellschaft zu nichts führen kann.»

[ 23 ] Dr. Steiner: “If we had come to reproach anyone, then you could hold something against us. We are returning the leadership to those who have a wish list. The mindset expressed in that wish list is such that it can lead to nothing within the Theosophical Society.”

[ 24 ] Krojanker: «Ein Herrschaftsstreben tritt auf von solchen, die vielleicht glauben, höher zu stehen. Ich habe aber von Doktor Steiner gehört, die Theosophie unterwirft sich keiner Autorität.»

[ 24 ] Krojanker: “A desire for power arises among those who perhaps believe themselves to be superior. But I have heard from Dr. Steiner that Theosophy submits to no authority.”

[ 25 ] Tessmar: «Es ist alles viel zu materialistisch. Wir sind in der Theosophischen Gesellschaft als Mitglieder, aber der ganze Zweig Berlin kann nach Hause gehen, wenn Doktor Steiner sagt: Ich halte hier keine Vorträge mehr. - Doktor Steiner hält theosophische Vorträge und nicht solche über Fragen von Rednern. Ich selbst wünsche keine Rechenschaftsablage, ich wünsche Theosophie zu hören, um dadurch weiterzukommen. Und nun kommt noch die Beschwerde über Autorität herauf. Die theosophischen Vorträge sind mir Autorität. Vertrauen bringe ich dadurch entgegen, dass ich nicht frage: Was macht die Bibliothek, was machen die sechs Dreier, die hereinkommen?»

[ 25 ] Tessmar: “It’s all far too materialistic. We are members of the Theosophical Society, but the entire Berlin branch can go home if Dr. Steiner says: ‘I will no longer give lectures here.’—Dr. Steiner gives theosophical lectures, not ones on matters concerning speakers. I myself do not want an accountability report; I want to hear Theosophy so that I can make progress. And now there is also this complaint about authority. The Theosophical lectures are my authority. I show my trust by not asking: ‘What is the library doing? What are the six members of the Council of Three who come in here doing?’”

[ 26 ] Krojanker: «Ich sehe nun, wohin uns heute die Debatte führt. Wir haben uns mit den Tatsachen abzufinden. Aus der Erwiderung des Doktor Steiner ersehe ich, dass er in keiner Weise zu überzeugen ist, und dass vielleicht die Zeit erst Verständnis über die einzelnen Dinge herbeiführen kann. Wir stehen vor dem Faktum, dass diese Trennung stattfindet. Was muss jetzt geschehen? Vielleicht widmen wir dieser Frage noch einmal eine Stunde.»

[ 26 ] Krojanker: “I now see where today’s debate is leading us. We have to come to terms with the facts. From Dr. Steiner’s response, I can see that he cannot be persuaded in any way, and that perhaps only time can bring about an understanding of the individual issues. We are faced with the fact that this separation is taking place. What must happen now? Perhaps we should devote another hour to this question.”

[ 27 ] (Es wird Schluss der Debatte beantragt und angenommen.)

[ 27 ] (A motion to close the debate is made and adopted.)

[ 28 ] (Es folgt die Resignation von Dr. Steiner, von Fräulein von Sivers und Herrn Kiem.)

[ 28 ] (This was followed by the resignations of Dr. Steiner, Miss von Sivers, and Mr. Kiem.)

[ 29 ] Dr. Steiner: «Meine Pflicht ist nur noch zu empfehlen, sich vorläufig einen Geschäftsführer zu wählen. Der Vorgang wird der folgende sein: Der Geschäftsführer wird die Aufgabe haben, von der Resignation den andern Mitgliedern Mitteilung zu machen. Ich selbst werde den auswärtigen Mitgliedern auch mitteilen, dass ich meinerseits resigniert habe.» Krojanker: «Kann nicht eine allgemeine Erklärung an die Mitglieder von beiden Seiten mitgeteilt werden über das, was sich hier vollzogen hat?»

[ 29 ] Dr. Steiner: “My only remaining duty is to recommend that we elect an interim managing director for the time being. The procedure will be as follows: The managing director will be tasked with notifying the other members of my resignation. I myself will also inform the external members that I, for my part, have resigned.” Krojanker: “Can’t a general statement be issued to the members from both sides regarding what has taken place here?”

[ 30 ] (Eine Anzahl von Mitgliedern erklären den Austritt aus dem Berliner Zweig.)

[ 30 ] (A number of members announce their resignation from the Berlin chapter.)

[ 31 ] Krojanker: Frägt, was man ihm vorzuwerfen habe, und erhält die Antwort, dass er mit der Geschäftsführung nicht einig sei.

[ 31 ] Krojanker: Asks what he is being accused of and is told that he does not see eye to eye with management.

[ 32 ] Dr. Steiner: «Warum ich die Sache im Allgemeinen gemacht habe? Sie ist deshalb so gemacht, weil es nicht anders ging. Der Berliner Zweig kann jetzt experimentieren und so weiter, und seine eigenen Sachen machen.»

[ 32 ] Dr. Steiner: “Why did I do this in general? It was done this way because there was no other option. The Berlin branch can now experiment and so on, and do its own thing.”

[ 33 ] Frau Eberty: «Wir haben alle eingeladen.»

[ 33 ] Ms. Eberty: “We invited everyone.”

[ 34 ] Dr. Steiner: «Ich habe einige eingeladen mit meinem Namen und mit persönlichem Gruß. Die Liste ist aber nicht abgeschlossen.»

[ 34 ] Dr. Steiner: “I have invited a few people using my name and with a personal greeting. However, the list is not yet complete.”

[ 35 ] Frau [Johannesson]: «Wir haben uns getrennt gefühlt durch den Ton von Ihnen. Wir fühlten uns so, als ob Sie eine Trennung vollzogen hätten.»

[ 35 ] Ms. [Johannesson]: “We felt separated by the tone you used. We felt as if you had drawn a line between us.”

[ 36 ] Fräulein [Voigt]: «Die Damen könnten ja gefragt werden, über welches Thema gesprochen wurde? Und auch über die Frage, von welcher Herr Fränkel ausging. Es ist das vielleicht von Interesse.»

[ 36 ] Miss [Voigt]: “Perhaps the ladies could be asked what topic was discussed? And also about the question Mr. Fränkel raised. That might be of interest.”

[ 37 ] Tessmar: «Ich gehöre zu Doktor Steiner. Ich lasse mich nicht beeinflussen. Das bitte ich zur Notiz zu nehmen. Ich fühle mich wirklich gekränkt. Als alter Seemann würde ich andere Worte dafür wählen. Ich verbitte mir persönliche Anzapfungen.»

[ 37 ] Tessmar: “I’m on Dr. Steiner’s side. I won’t let myself be swayed. Please take note of that. I really feel offended. As an old sailor, I’d choose different words to describe it. I won’t stand for personal attacks.”

[ 38 ] Dr. Steiner: «Es ist also ein Geschäftsleiter für die Deutsche Theosophische Gesellschaft zu wählen. Es wäre mir unmöglich gewesen, ohne diesen Schritt meine Aufgabe weiterzuführen. Ich kann nicht intime Vorträge halten mit dieser Stimmung. Ich habe nur die Wahl gehabt, wegzugehen von Berlin oder diesen Schritt zu machen. Die Kontinuität aufrechtzuerhalten, das war der Grund dafür. Frau Annie Besant sagte, als sie die Strömung hier sah, ich solle nach München gehen, wo die Tätigkeit, die Fräulein von Sivers ausgeführt hat, fortgesetzt werden kann. Aber mein ganzes Verhältnis werde ich auch nicht in einem Pünktchen ändern. Es handelt sich hier gerade um Äußerlichkeiten, nicht um Innerlichkeit.»

[ 38 ] Dr. Steiner: “So a director must be elected for the German Theosophical Society. It would have been impossible for me to continue my work without taking this step. I cannot give intimate lectures in this atmosphere. I had only two choices: to leave Berlin or to take this step. Maintaining continuity—that was the reason for it. When Mrs. Annie Besant saw the atmosphere here, she said I should go to Munich, where the work that Miss von Sivers has been carrying out can be continued. But I will not change my entire attitude in the slightest. This is a matter of outward appearances, not of inner reality.”

[ 39 ] Anwesend waren: zirka 30 Mitglieder. Schluss der Versammlung acht Uhr [abends].

[ 39 ] In attendance were approximately 30 members. The meeting adjourned at 8:00 [p.m.].