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The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250

21 May 1907, Munich

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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
  1. Zur Geschichte der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft

34. Der Theosophische Kongress in München

34. The Theosophical Congress in Munich

Bericht von Rudolf Steiner in «Lucifer-Gnosis» Nr. 34/1907

Article by Rudolf Steiner in *Lucifer-Gnosis*, No. 34/1907

[ 1 ] Es war die Aufgabe der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft den diesjährigen Kongress der «Föderation europäischer Sektionen» zu veranstalten. Es geziemt sich daher wohl, dass hier, aus dem Kreise der Veranstalter heraus, weniger über das gesprochen werde, was erreicht worden ist, als vielmehr über das, was beabsichtigt und angestrebt worden ist. Denn die Veranstalter wissen nur zu gut, wie wenig das Erreichte von dem geboten hat, was man bei einer solchen Gelegenheit sich als ein Ziel setzen kann. Deshalb sei gebeten, das Folgende nur in dem Sinne einer Schilderung der zugrunde liegenden Ideen mit Nachsicht aufzufassen.

[ 1 ] It was the task of the German Section of the Theosophical Society to host this year’s congress of the “Federation of European Sections.” It is therefore fitting that here, from the perspective of the organizers, we speak less about what has been achieved and more about what was intended and strived for. For the organizers know only too well how little of what was achieved has lived up to the goals one might set for such an occasion. Therefore, we ask that the following be taken with understanding, merely as a description of the underlying ideas.

[ 2 ] Als Ort der Zusammenkunft wurde München bestimmt: Die Zeit waren die Pfingsttage, der 18., 19., 20. und 21. Mai. - Die Fragen, welche sich die Veranstalter bei der Vorbereitung vorlegten, waren die: Wie kann sich durch einen solchen Kongress die Aufgabe der theosophischen Bewegung innerhalb des gegenwärtigen Geisteslebens zum Ausdrucke bringen? Wie kann durch ihn ein Bild von den Idealen und Zielen der theosophischen Arbeit gegeben werden? Da die Veranstaltung natürlich an die Grenzen gebunden ist, welche durch die Verhältnisse gegeben sind, so kann sie nur in beschränktem Maße die tatsächliche Antwort auf diese Fragen darstellen. - Es scheint nun besonders wichtig, dass bei solchen Gelegenheiten der umfassende Charakter der theosophischen Bewegung betont werde. Zunächst steht ja im Mittelpunkte dieser Bewegung die Pflege einer auf die Erkenntnisse des Übersinnlichen gestützten Weltanschauung. Und bei einem solchen Kongresse finden sich die Menschen zusammen, welche im Sinne einer solchen Weltanschauung mit Überbrückung aller Grenzen der Nationen und sonstiger menschlicher Unterschiede an einem der ganzen Menschheit gemeinsamen geistigen Ideale arbeiten. Die gegenseitige Anregung im besten Sinne wird die schönste Frucht solcher Veranstaltungen sein. Dazu kommt nun, dass gezeigt werde, wie die theosophische Arbeit wirklich sich hineinstellen soll in das ganze Leben unserer Zeit. Denn die geistige Grundlage dieser Bewegung kann nicht nur dazu berufen sein, in Gedanken und Ideen, in Theorien und so weiter sich auszuleben; sondern sie kann, als ein in unserer Zeit auftretender Seeleninhalt, in alle Zweige des menschlichen Tuns und Schaffens befruchtend hineinwirken. Man erfasst wohl die Theosophie nur dann im richtigen Sinne, wenn man ihr das Ideal stellt, dass sich ihr Inhalt nicht nur für die Vorstellung und das menschliche Innere überhaupt, sondern für den ganzen Menschen anregend verhält. Will man ihre Mission in dieser Richtung deuten, so mag man sich erinnern, wie zum Beispiel in den Bauwerken und Bildwerken (z.B. dem Sphinx) der Ägypter sich die Weltanschauung der entsprechenden Zeit zum Ausdrucke brachte. Die Ideen der ägyptischen Weltanschauung wurden nicht nur von den Seelen gedacht; sie wurden in der Umgebung des Menschen für das Auge anschaulich. Und man denke, wie alles, was von griechischer Bildnerei und Dramatik bekannt ist, die in Stein geformte, im Dichtwerk dargestellte Weltanschauung der griechischen Seele ist. Man ziehe in Betracht, wie sich in der mittelalterlichen Malerei die christlichen Ideen und Empfindungen dem Auge zeigten, wie in der Gotik die christliche Andacht Form und Gestalt gewann. Eine wahre Harmonie der Seele kann doch nur da erlebt werden, wo den menschlichen Sinnen in Form, Gestalt und Farbe und so weiter als Umgebung sich das spiegelt, was die Seele als ihre wertvollsten Gedanken, Gefühle und Impulse kennt. - Aus solchen Gedanken heraus erwächst die Absicht, auch in der äußeren Art der Veranstaltung bei einem Kongresse ein Bild zu geben des theosophischen Strebens. Der Raum, in dem die Zusammenkunft vor sich geht, kann rings um den Besucher das theosophische Empfinden und Denken widerspiegeln. Nach unseren Verhältnissen konnten wir in dieser Richtung nicht mehr als eine Skizze dessen geben, was als Ideal vorschweben kann. Der Versammlungssaal war von uns so ausgekleidet worden, dass ein frisches, anregendes Rot die Grundfarbe aller Wände bildete. Diese Farbe sollte die Grundstimmung der Festlichkeit in äußerer Anschauung zum Ausdrucke bringen. Es ist naheliegend, dass gegen die Verwendung des «Rot» zu diesem Zwecke manches eingewendet werden wird. Diese Einwände sind berechtigt, so lange man auf ein exoterisches Urteil und Erleben sich stützt. Sie sind dem Esoteriker wohl bekannt, der dennoch im Einklange mit aller okkulten Symbolik die rote Farbe zu dem hier in Betracht kommenden Zwecke verwenden muss. Denn ihm darf es dabei nicht ankommen auf das, was der Teil seines Wesens empfindet, der sich der unmittelbaren sinnlichen Umgebung hingibt; sondern was im Geistigen schaffend das höhere Selbst im Verborgenen erlebt, während die äußerliche Umwelt physisch rot gesehen wird. Und das ist das genaue Gegenteil von dem, was die gewöhnliche Empfindung über das «Rot» aussagt. Die esoterische Erkenntnis sagt: «Willst du dich im Innersten so stimmen, wie die Götter gestimmt waren, da sie der Welt die grüne Pflanzendecke schenkten, so lerne in deiner Umgebung das «Rot» ertragen, wie sie es mussten.» Damit ist auf einen - hier in Betracht kommenden — Bezug der höheren Menschennatur zum «Rot» hingedeutet, den der echte [Esoteriker] im Sinne hat, wenn er in der okkulten Symbolik die beiden entgegengesetzten Wesenheiten des schaffenden Weltgrundes so darstellt, dass nach unten das Grün als Zeichen des Irdischen, nach oben das «Rot» deutet als Zeichen der himmlischen (elohistischen) Schöpferkräfte. Man könnte noch viel von den Gegengründen gegen dieses «Rot» sagen, und viel zur Widerlegung; doch es möge hier diese kurze Andeutung darüber genügen, dass diese Farbe im Einklange mit dem Okkultismus gewählt worden ist.

[ 2 ] Munich was chosen as the venue: The dates were the days of Pentecost, May 18, 19, 20, and 21. - The questions the organizers asked themselves during the preparations were: How can such a congress give expression to the mission of the Theosophical Movement within contemporary intellectual life? How can it convey a picture of the ideals and goals of theosophical work? Since the event is, of course, bound by the limitations imposed by the circumstances, it can only provide a limited answer to these questions. - It now seems particularly important that, on such occasions, the comprehensive nature of the Theosophical Movement be emphasized. First and foremost, at the heart of this movement lies the cultivation of a worldview grounded in insights into the supersensible. And at such a congress, people come together who, in the spirit of this worldview and transcending all national boundaries and other human differences, work toward spiritual ideals common to all humanity. Mutual inspiration in the best sense will be the most beautiful fruit of such events. In addition, it will be demonstrated how theosophical work should truly be integrated into the whole of life in our time. For the spiritual foundation of this movement is not merely destined to find expression in thoughts and ideas, in theories, and so on; rather, as a spiritual content emerging in our time, it can have a fertilizing effect on all branches of human activity and creativity. One can truly grasp Theosophy only when one holds up the ideal that its content serves as a source of inspiration not only for the mental image and the human inner life in general, but for the whole person. If one wishes to interpret its mission in this direction, one may recall how, for example, the Egyptians expressed the worldview of their time through their architecture and sculptures (such as the Sphinx). The ideas of the Egyptian worldview were not merely conceived in the soul; they became visually tangible in the human environment. And consider how everything known of Greek sculpture and drama represents the worldview of the Greek soul—shaped in stone and depicted in poetry. Consider how, in medieval painting, Christian ideas and sentiments were revealed to the eye, and how, in the Gothic period, Christian devotion took on form and shape. True harmony of the soul can, after all, only be experienced where what the soul recognizes as its most precious thoughts, feelings, and impulses is reflected in the human senses through form, shape, color, and so on in the surrounding environment. — From such thoughts arises the intention to convey, even in the external organization of a congress, an image of theosophical striving. The room in which the gathering takes place can reflect theosophical sentiment and thought all around the visitor. Given our circumstances, we were able to offer no more than a sketch of what might serve as an ideal in this regard. We had decorated the assembly hall so that a fresh, stimulating red formed the base color of all the walls. This color was intended to express the fundamental festive mood in its outward appearance. It stands to reason that many objections will be raised against the use of “red” for this purpose. These objections are valid as long as one relies on exoteric judgment and experience. They are well known to the esotericist, who nevertheless, in harmony with all occult symbolism, must use the color red for the purpose under consideration here. For he must not be guided by what that part of his being perceives that surrenders to the immediate sensory environment; rather, by what the higher self experiences in the hidden realm while creatively working in the spiritual, even as the external environment is physically perceived as red. And this is the exact opposite of what the ordinary perception of “red” suggests. Esoteric knowledge states: “If you wish to attune yourself inwardly as the gods were attuned when they bestowed the green mantle of vegetation upon the world, then learn to endure ‘red’ in your surroundings, just as they had to.” This points to a—relevant here — connection between higher human nature and “red,” which the genuine [esotericist] has in mind when, in occult symbolism, he depicts the two opposing entities of the creative world-principle in such a way that green points downward as a sign of the earthly, while “red” points upward as a sign of the heavenly (Elohimic) creative forces. Much more could be said about the counterarguments against this “red,” and much could be said in its refutation; yet let this brief allusion suffice here to indicate that this color was chosen in accordance with occultism.

[ 3 ] An den Wänden wurden angebracht (zu beiden Seiten und an der Hinterwand) die sogenannten sieben apokalyptischen Siegel in einer dem Raum entsprechenden Größe. Sie stellen ja im Bilde bestimmte Erlebnisse der astralischen Welt dar. Es hat ja damit eine eigene Bewandtnis. Zunächst wird wohl mancher Betrachter solche bildlichen Darstellungen für gewöhnliche Symbole halten. Sie sind aber wesentlich mehr. Wer das, was in ihnen dargestellt wird, einfach mit dem Verstande sinnbildlich deuten will, der ist in den Geist der Sache nicht eingedrungen. Man sollte den Inhalt dieser sieben Bilder mit seiner ganzen Seele, mit dem ungeteilten Gemüte erleben, man sollte ihn in sich nach Form, Farbe und Inhalt seelisch gestalten, sodass er innerlich in der Imagination lebt. Denn dieser Inhalt entspricht ganz bestimmten astralen Erlebnissen des Hellsehers. Was dieser in solchen Bildern ausdrücken will, ist eben ganz und gar nicht ein willkürliches Sinnbild, oder gar eine stroherne Allegorie, sondern etwas, was man am besten wohl zunächst durch einen Vergleich darstellt. Man nehme einen Menschen, der in einem Zimmer von einem Lichte so beleuchtet wird, dass auf einer Wand sein Schattenbild sichtbar wird. Das Schattenbild ist in einer gewissen Beziehung ähnlich dem Menschen, der den Schatten wirft. Aber es ist eben ein Bild in zwei Dimensionen von einem dreidimensionalen Wesen. Wie sich nun der Schatten zur Person verhält, so verhält sich das, was in den apokalyptischen Siegeln dargestellt wird, zu gewissen Erlebnissen des Hellsehers in der astralischen Welt. Die Siegel sind - natürlich in übertragenem Sinne — Schattenrisse astralischer Vorgänge. Deshalb sind sie auch nicht beliebige Darstellungen eines Einzelnen, sondern es wird in ihnen jeder, welcher die entsprechenden übersinnlichen Vorgänge kennt, deren Schattenrisse in der physischen Welt wiederfinden. Derlei Dinge kann man in ihrem wesentlichen Inhalte nicht ersinnen, sondern man nimmt sie aus der vorhandenen Lehre der Geheimwissenschafter. Einem Kenner dieser Dinge kann aufgefallen sein, dass einzelne unserer Siegel mit dem, was er darüber in dem oder jenem Werke findet, übereinstimmten; andere aber nicht. Der Grund davon liegt darin, dass ja manches von den Imaginationen der Geheimwissenschaft bisher schon in Büchern mitgeteilt worden ist; das Wichtigste allerdings - und das Wahre — darf überhaupt erst in unserer Zeit in die Öffentlichkeit treten. Und ein Teil der theosophischen Arbeit muss darin bestehen, manches von dem, was bisher streng als Geheimnis von den aufgestellten Hütern verwahrt worden ist, der Öffentlichkeit zu übergeben. Das fordert die Entwicklung des geistigen Lebens unserer Zeit von den Trägern der Geheimwissenschaft.

[ 3 ] The so-called seven apocalyptic seals were affixed to the walls (on both sides and on the back wall) in a size appropriate to the room. They depict, after all, certain experiences of the astral world. There is, of course, a special significance to this. At first glance, some viewers may regard such pictorial representations as mere symbols. But they are much more than that. Anyone who attempts to interpret what is depicted in them merely symbolically with the intellect has not penetrated the spirit of the matter. One should experience the content of these seven images with one’s whole soul, with undivided attention; one should shape it within oneself—in form, color, and content—so that it lives inwardly in the imagination. For this content corresponds to very specific astral experiences of the clairvoyant. What the clairvoyant seeks to express in such images is by no means an arbitrary symbol, or even a flimsy allegory, but rather something best illustrated, at first, through a comparison. Consider a person standing in a room, illuminated by a light in such a way that their shadow is cast upon a wall. The silhouette is, in a certain sense, similar to the person casting the shadow. But it is, after all, a two-dimensional image of a three-dimensional being. Just as the shadow relates to the person, so does what is depicted in the apocalyptic seals relate to certain experiences of the clairvoyant in the astral world. The seals are—in a figurative sense, of course—silhouettes of astral processes. Therefore, they are not arbitrary representations created by an individual; rather, anyone familiar with the corresponding supersensory processes will recognize their silhouettes in the physical world. One cannot invent such things in their essential content; rather, they are drawn from the existing teachings of the initiates. A connoisseur of these matters may have noticed that some of our seals correspond to what he finds on the subject in this or that work, while others do not. The reason for this is that much of what pertains to the imaginations of esoteric science has already been communicated in books; the most important aspects, however—and the true ones—are only now permitted to come to light in our time. And part of the theosophical work must consist of revealing to the public some of what has hitherto been strictly guarded as a secret by the appointed guardians. The development of the spiritual life of our time demands this of the bearers of the secret science.

[ 4 ] Es ist die Entwicklung der Menschheit, deren Ausdruck in der astralen Welt eine der wesentlichsten Grundlagen des okkulten Wissens bilden muss, was in diesen sieben Siegeln zum Ausdruck kommt. Der christliche Esoteriker wird sie in Schilderungen der «Offenbarung St. Johannis» in einer gewissen Weise wiedererkennen. Die Gestalt aber, die sie in unserem Festsaal dargeboten haben, entspricht der geheimwissenschaftlichen Geistesströmung, welche seit dem vierzehnten Jahrhundert die tonangebende des Abendlandes ist. Solche Geheimnisse des Daseins, wie sie in diesen Bildern wiedergegeben werden, stellen uralte Weisheiten dar; die Hellseher der verschiedenen Menschheitsepochen sehen sie von verschiedenen Gesichtspunkten aus. Deshalb ändern sich, nach den notwendigen Entwicklungsbedürfnissen der Zeiten die Formen etwas. In der «Offenbarung St. Johannis» ist «in Zeichen gesetzt», was «in der Kürze» geschehen soll. Wer eine geheim-wissenschaftliche Ausdrucksform sachgemäß zu lesen versteht, der weiß, dass dies nichts anderes bedeutet, als den Hinweis auf die geheimwissenschaftlichen Zeichen für gewisse Imaginationen, die man in der astralischen Welt erleben kann, und die mit dem Wesen des Menschen zusammenhängen, insofern sich dieses in der Zeit enthüllt. Und auch die Rosenkreuzer-Siegel stellen dasselbe dar. - Nur ganz skizzenhaft, mit ein paar Worten soll auf den unendlich reichen Inhalt der Siegel gedeutet werden. Im Grunde bedeutet alles - selbst das scheinbar Geringfügigste - auf diesen Bildern Wichtiges. - Das erste Siegel stellt des Menschen ganze Erdenentwicklung im Allgemeinsten dar. In der «Offenbarung St. Johannis» wird mit den Worten darauf hingedeutet: «Und als ich mich wandte, sah ich sieben güldne Leuchter, und mitten unter den sieben Leuchtern einen, der war eines Menschen Sohn gleich, der war angetan mit einem langen Gewande, und begürtet um die Brust mit einem güldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar waren weiß wie weiße Wolle, als der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme, und seine Füße gleich wie Messing, das im Ofen glühet, und seine Stimme wie groß Wasserrauschen, und hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand; und aus seinem Munde ging ein scharf, zweischneidig Schwert; und sein Angesicht leuchtet wie die helle Sonne.» In allgemeinen Zügen wird mit solchen Worten auf umfassendste Geheimnisse der Menschheitsentwicklung gedeutet. Wollte man darstellen in ausführlicher Art, was jedes der tief bedeutsamen Worte enthält, man müsste einen dicken Band schreiben. Unser Siegel stellt solches bildlich dar. Nur ein paar Andeutungen seien gemacht: Unter den körperlichen Organen und Ausdrucksformen des Menschen sind solche, die in ihrer gegenwärtigen Gestalt die abwärtsgehenden Entwicklungsstufen früherer Formen darstellen, die also ihren Vollkommenheitsgrad bereits überschritten haben; andere aber stellen die Anfangsstufen der Entwicklung dar; sie sind jetzt gleichsam die Anlagen zu dem, was sie in der Zukunft werden sollen. Der Geheimwissenschafter muss diese Entwicklungsgeheimnisse kennen. Ein Organ, das in der Zukunft etwas viel Höheres, Vollkommeneres sein wird, als es gegenwärtig ist, stellt das Sprachorgan dar. Indem man dieses ausspricht, rührt man an ein großes Geheimnis des Daseins, das oftmals auch das «Mysterium des schaffenden Wortes» genannt wird. Es ist damit eine Hindeutung auf den Zukunftszustand dieses menschlichen Sprachorgans gegeben, das einmal, wenn der Mensch vergeistigt sein wird, geistiges Produktions(Zeugungs)organ wird. In den Mythen und Religionen wird diese geistige Produktion durch das sachgemäße Bild von dem aus dem Munde kommenden «Schwert» angedeutet. So bedeutet jede Linie, jeder Punkt gewissermaßen auf dem Bilde etwas, was mit des Menschen Entwicklungsgeheimnis zusammenhängt. Dass solche Bilder gemacht werden, geht nicht etwa bloß aus einem Bedürfnisse nach einer Versinnlichung der übersinnlichen Vorgänge hervor, sondern es entspricht der Tatsache, dass das Hineinleben in diese Bilder - wenn sie die rechten sind - wirklich eine Erregung von Kräften bedeutet, welche in der Menschenseele schlummern, und durch deren Erweckung die Vorstellungen der übersinnlichen Welt auftauchen. Es ist nämlich nicht das Richtige, wenn in der Theosophie die übersinnlichen Welten nur in schematischen Begriffen beschrieben werden; der wahre Weg ist der, dass die Vorstellung solcher Bilder erregt wird, wie sie in diesen Siegeln gegeben werden. (Hat der Okkultist solche Bilder nicht zur Hand, so soll er mündlich die Beschreibung der höheren Welten in sachgemäßen Bildern geben.) - Das zweite Siegel stellt, mit dem entsprechenden Zubehör, einen der ersten Entwicklungszustände der Erdenmenschheit dar. Diese Erdenmenschheit hat in ihren Urzeiten nämlich noch nicht das entwickelt gehabt, was man Individualseele nennt. Es war damals noch das vorhanden, was bei den Tieren noch jetzt sich findet: die Gruppenseele. Wer durch imaginatives Hellsehen die alten menschlichen Gruppenseelen auf dem Astralplan verfolgen kann, der findet die vier Arten derselben, welche in den vier apokalyptischen Tieren des zweiten Siegels dargestellt werden: den Löwen, den Stier, den ‚Adler, den Menschen. Damit ist an die Wahrheit dessen gerührt, was oftmals so trocken allegorisch bei den vier Tieren «ausgedeutet» wird. - Das dritte Siegel stellt die Geheimnisse der sogenannten Sphärenharmonie dar. Der Mensch erlebt diese Geheimnisse in der Zwischenzeit zwischen dem Tode und einer neuen Geburt (im «Geisterlande» oder dem, was in der gebräuchlichen theosophischen Literatur «Devachan» genannt wird). Doch ist die Darstellung nicht so gegeben, wie sie im «Geisterlande» selbst erlebt wird, sondern so, wie die Vorgänge dieses Gebietes sich in die astrale Welt gleichsam hereinspiegeln. Es muss überhaupt festgehalten werden, dass die sämtlichen sieben Siegel Erfahrungen der astralischen Welt sind; doch können ja die anderen Welten in ihren Spiegelungen im Astralen geschaut werden. Die posaunenblasenden Engel des Bildes stellen die geistigen Urwesen der Welterscheinungen dar; das Buch mit den sieben Siegeln deutet darauf hin, dass sich in den Erlebnissen, die in diesem Bilde veranschaulicht sind, die Rätsel des Daseins «entsiegeln». Die «vier apokalyptischen Reiter» stellen die menschlichen Entwicklungsstufen durch lange Erdenzyklen hindurch dar. - Das vierte Siegel stellt unter anderem zwei Säulen dar, deren eine aus dem Meer, die andere aus dem Erdreich aufragt. In diesen Säulen ist das Geheimnis angedeutet von der Rolle, welche das rote (sauerstoffreiche) Blut und das blaurote (kohlenstoffreiche) Blut in der menschlichen Entwicklung spielt, und wie dieses Blut sich entsprechend der menschlichen Entwicklung von fernen Urzeiten bis in ferne Zukunftszeiten sich wandelt. Die Buchstaben auf diesen Säulen deuten in einer nur den Eingeweihten bekannten Art auf dieses Entwicklungsgeheimnis. (Alte in öffentlichen Schriften oder auch in gewissen Gesellschaften gegebene Deutungen der beiden Buchstaben bleiben doch nur bei einer oberflächlichen, exoterischen Auslegung.) Das Buch in der Wolke deutet auf einen Zukunftszustand des Menschen, in dem all sein Wissen verinnerlicht sein wird. In der «Offenbarung St. Johannis» findet man darüber die bedeutungsvollen Worte: «Und ich nahm ein Büchlein von der Hand des Engels, und verschlangs ...»

[ 4 ] It is the evolution of humanity—whose expression in the astral world must form one of the most essential foundations of occult knowledge—that is reflected in these seven seals. The Christian esotericist will recognize them in a certain way in the descriptions of the “Revelation of St. John.” However, the form in which they have been presented in our banquet hall corresponds to the esoteric spiritual current that has set the tone in the West since the fourteenth century. Such mysteries of existence, as reflected in these images, represent ancient wisdom; the clairvoyants of various epochs of human history perceive them from different perspectives. That is why the forms change somewhat in accordance with the necessary developmental needs of the times. In the “Revelation of St. John,” what is to happen “in brief” is “set forth in symbols.” Anyone who knows how to properly interpret a form of expression rooted in esoteric science understands that this means nothing other than a reference to the esoteric symbols for certain imaginative experiences that can be had in the astral world and that are connected to the human being’s essence, insofar as this essence reveals itself over time. And the Rosicrucian seals also represent the same thing. - Only very briefly, in a few words, shall we allude to the infinitely rich content of the seals. Essentially, everything—even the seemingly most insignificant detail—in these images has significance. - The first seal depicts the entire earthly evolution of humankind in the most general terms. In the “Revelation of St. John,” this is alluded to with the words: “And when I turned, I saw seven golden lampstands, and in the midst of the seven lampstands one like the Son of Man, clothed in a long robe and girded across the chest with a golden sash. But his head and his hair were white as white wool, as white as snow, and his eyes were like a flame of fire, and his feet were like burnished bronze, as if refined in a furnace, and his voice was like the sound of many waters, and he had seven stars in his right hand; and from his mouth came a sharp, double-edged sword; and his face shone like the bright sun.” In general terms, such words point to the most comprehensive mysteries of human development. If one were to describe in detail what each of these profoundly significant words contains, one would have to write a thick volume. Our seal depicts this figuratively. Let us offer just a few hints: Among the physical organs and forms of expression of human beings are those which, in their present form, represent the descending stages of development of earlier forms—forms that have thus already passed their peak of perfection; others, however, represent the initial stages of development; they are now, as it were, the seeds of what they are to become in the future. The esotericist must know these secrets of development. One organ that will be something much higher and more perfect in the future than it is at present is the organ of speech. By uttering this, one touches upon a great mystery of existence, which is often called the “mystery of the creative word.” This serves as a hint at the future state of this human speech organ, which will one day—when humanity has become spiritualized—become an organ of spiritual production (generation). In myths and religions, this spiritual production is symbolized by the appropriate image of the “sword” emerging from the mouth. Thus, every line and every point in the image signifies, in a sense, something connected to the mystery of human development. The creation of such images does not stem merely from a need to make the supersensible processes tangible; rather, it corresponds to the fact that immersing oneself in these images—if they are the right ones—truly stimulates forces that lie dormant in the human soul, and through their awakening, the mental images of the supersensible world emerge. For it is not correct in Theosophy to describe the supersensible worlds merely in schematic terms; the true path is to evoke the mental image of such images as are presented in these seals. (If the occultist does not have such images at hand, he should verbally describe the higher worlds using appropriate imagery.) - The second seal, with its accompanying elements, represents one of the earliest stages of development of humanity on Earth. In its primeval times, this humanity had not yet developed what is called the individual soul. What existed then was still present in animals even today: the group soul. Anyone who, through imaginative clairvoyance, can trace the ancient human group souls on the astral plane will find the four types of them, which are represented in the four apocalyptic beasts of the second seal: the lion, the bull, the eagle, and the human. This touches upon the truth of what is often “interpreted” in such a dry, allegorical manner with regard to the four beasts. - The third seal represents the mysteries of what is known as the harmony of the spheres. Human beings experience these mysteries in the interval between death and a new birth (in the “spirit realm” or what is called “Devachan” in common theosophical literature). However, the depiction is not presented as it is experienced in the “spirit realm” itself, but rather as the processes of that realm are, as it were, reflected into the astral world. It must be noted, in general, that all seven seals are experiences of the astral world; yet the other worlds can indeed be perceived in their reflections within the astral. The trumpet-blowing angels in the image represent the primordial spiritual beings of worldly phenomena; the book with the seven seals indicates that the mysteries of existence are “unsealed” in the experiences illustrated in this image. The “four apocalyptic horsemen” represent the stages of human development throughout long Earth cycles. - The fourth seal depicts, among other things, two columns, one rising from the sea and the other from the earth. These columns allude to the mystery of the role played by red (oxygen-rich) blood and blue-red (carbon-rich) blood in human evolution, and how this blood transforms in accordance with human evolution from distant primeval times to distant future times. The letters on these columns point to this mystery of development in a way known only to the initiated. (Old interpretations of the two letters, found in public writings or even within certain societies, remain merely superficial, exoteric explanations.) The book in the cloud points to a future state of humanity in which all knowledge will be internalized. In the “Revelation of St. John,” one finds the following significant words: “And I took a little book from the angel’s hand, and I opened it...”

[ 5 ] Die Sonne auf dem Bilde deutet auf einen kosmischen Vorgang, der sich zugleich mit der gekennzeichneten Zukunftsstufe der Menschheit abspielen wird; die Erde wird in ein ganz anderes Verhältnis zur Sonne treten, als das gegenwärtige im Kosmos ist. Und es ist auf dem Bilde alles so dargestellt, dass alle Anordnungen der Teile, alle Einzelheiten und so weiter genau bestimmten wirklichen Vorgängen entsprechen. Das fünfte Siegel stellt die weitere Entwicklung des Menschen in der Zukunft dar in einem Kosmos, in dem die eben angedeuteten Verhältnisse eingetreten sein werden. Der Zukunftsmensch, der selbst ein anderes Verhältnis zur Sonne haben wird, als es das gegenwärtige ist, wird dargestellt durch das «Weib, das die Sonne gebiert»; und die Macht, die er dann haben wird über gewisse Kräfte der Welt, die heute sich in seiner niederen Natur äußern, wird durch das Stehen des «Sonnenweibes» auf dem Tier mit den sieben Köpfen und zehn Hörnern dargestellt. Das Weib hat den Mond unter den Füßen: Das deutet auf ein späteres kosmisches Verhältnis von Sonne, Erde und Mond hin. - Das sechste Siegel stellt den weiterentwickelten Menschen mit noch größerer Macht über niedere Kräfte des Weltalls dar. Wie das Bild dies ausdrückt, klingt an die christliche Esoterik an: Michael hält den Drachen gefesselt. - Endlich das siebente Siegel ist das von dem «Mysterium des Gral», wie es in der im vierzehnten Jahrhundert beginnenden esoterischen Strömung heimisch war. Es findet sich auf dem Bilde ein Würfel, die Raumeswelt darstellend, daraus von allen Seiten des Würfels entspringend die Weltenschlange, insofern sie die im niederen sich auslebenden höheren Kräfte darstellt: Aus dem Munde der Schlange die Weltenlinie (als Spirale) das Sinnbild der gereinigten und geläuterten Weltenkräfte; und daraus entspringend der heilige Gral», dem die «Taube» gegenübersteht: dies alles hinweisend -und zwar ganz sachgemäß - auf das Geheimnis der Weltzeugung, von der die irdische ein niederer Abglanz ist. Die tiefsten Mysterien liegen in den Linien und Figuren und so weiter dieses Siegels. - Zwischen je zwei Siegeln war eine Säule eingefügt. Diese sieben Säulen konnten nicht plastisch ausgeführt werden; sie mussten zum Ersatz gemalt werden. Doch sind sie durchaus als wirkliche architektonische Formen gedacht und entsprechen den «sieben Säulen» des «wahren Rosenkreuzertempels». (Natürlich entspricht die Anordnung in München nicht ganz der in dem «Rosenkreuzer-Initiationstempel», denn da ist jede solche Säule doppelt, sodass, wenn man von der Rückwand gegen vorne geht, man durch vierzehn Säulen schreitet, von denen sich je zwei gleiche gegenüberstehen. Dies nur zur Andeutung für solche, die den wahren Tatbestand kennen; bei uns sollte nur im Allgemeinen eine Vorstellung von dem Sinne dieses Säulengeheimnisses erweckt werden.) Die [Kapitelle] dieser Säulen stellen die planetarische Entwicklung unseres Erdensystems dar. Unsere Erde ist ja die vierte Verkörperung in einem planetarischen Entwicklungssystem, und sie deutet in den in ihr vorhandenen Anlagen auf drei Zukunftsverkörperungen hin. (Das Genauere darüber findet man ja in denjenigen Aufsätzen dieser Zeitschrift, welche mit «Aus der Akasha-Chronik» überschrieben sind.) Man bezeichnet die sieben aufeinanderfolgenden Verkörperungen der Erde mit Saturn-, Sonne-, Mond-, Erden-, Jupiter-, Venus- und Vulkanzustand. In den bei der Geheimwissenschaft gebräuchlichen Darstellungen lässt man den Vulkanzustand als einen zu fern liegenden Zukunftszustand weg und teilt aus Gründen, deren Erörterung hier zu weit führen würde, die Erdenentwicklung in einen Mars- und Merkurzustand. (Auch findet man diese Gründe in den Aufsätzen zur «Akasha-Chronik».) Diese sieben Verkörperungen der Erde: Saturn, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus werden nun in der Esoterik durch sieben Säulenkapitelle ausgedrückt. In den Formen dieser Kapitelle kommt das innere Leben eines jeden solchen Entwicklungszustandes zur Darstellung. Auch hier ist die Sache so gemeint, dass man nicht verstandesmäßig sich in die Formen der Kapitelle vertiefen soll, sondern ganz gefühlsmäßig, in wirklichem künstlerischem Erleben und in der Imagination. Denn jede Linie, jede Krümmung, alles an diesen Formen ist so, dass man in der Seele schlummernde Kräfte erweckt, wenn man sich in die Sache einlebt; und diese Kräfte führen zu Vorstellungen über die großen Weltgeheimnisse, welche der kosmischen und der damit verbundenen Menschheitsentwicklung der Erde zugrunde liegen. Wer die Ausgestaltung solcher Säulen etwa bemängeln wollte, der sollte bedenken, dass auch zum Beispiel die korinthische und die jonische Säule aus der Verkörperung von Daseinsgeheimnissen hervorgegangen sind, und dass solche Tatsachen nur der materialistischen Vorstellungsart unserer Zeit unbekannt sind. Aus der Art, wie die Weltentwicklungsmotive in diesen Säulenkapitellen ausgedrückt sind, kann man ermessen, wie die Esoterik befruchtend auf die Kunst einwirken soll. Auch die alten Säulen sind aus der Esoterik heraus geboren. Und die Architektur der Zukunft wird den Menschen vor Augen zu stellen haben, was die esoterische Weltanschauung der Theosophie heute als Andeutung geben kann.

[ 5 ] The sun in the image points to a cosmic process that will unfold simultaneously with the depicted future stage of humanity; the Earth will enter into a relationship with the sun that is entirely different from its current one in the cosmos. And everything in the image is depicted in such a way that the arrangement of all the parts, all the details, and so on, correspond precisely to specific real events. The fifth seal depicts the further development of humankind in the future within a cosmos in which the conditions just described will have come to pass. The human being of the future, who will himself have a different relationship to the Sun than the present one, is represented by the “woman who gives birth to the Sun”; and the power he will then have over certain forces of the world—forces that today manifest in his lower nature—is represented by the “Sun-Woman” standing upon the beast with seven heads and ten horns. The woman has the moon under her feet: this points to a future cosmic relationship between the sun, Earth, and moon. — The sixth seal depicts the further-developed human being with even greater power over the lower forces of the universe. The way the image expresses this echoes Christian esotericism: Michael holds the dragon bound. - Finally, the seventh seal is that of the “Mystery of the Grail,” as it was understood in the esoteric movement that began in the fourteenth century. In the image, there is a cube representing the world of space, from which the World Serpent springs forth on all sides of the cube, insofar as it represents the higher forces manifesting themselves in the lower realms: From the serpent’s mouth emerges the World Line (as a spiral), the symbol of the purified and refined cosmic forces; and springing from it is the “Holy Grail,” opposite which stands the “Dove”: all of this pointing—and quite appropriately so—to the mystery of the creation of the world, of which the earthly world is a lower reflection. The deepest mysteries lie in the lines, figures, and so on of this seal. — A column was inserted between each pair of seals. These seven columns could not be executed in sculpture; they had to be painted instead. Yet they are certainly conceived as actual architectural forms and correspond to the “seven columns” of the “true Rosicrucian temple.” (Of course, the arrangement in Munich does not entirely correspond to that in the “Rosicrucian Initiation Temple,” for there each such column is doubled, so that, proceeding from the back wall toward the front, one passes through fourteen columns, with two identical ones facing each other. This is merely a hint for those who know the true facts; here, we merely wish to awaken a general mental image of the meaning of this mystery of the columns.) The [capitals] of these columns represent the planetary evolution of our Earth system. Our Earth is, after all, the fourth incarnation in a planetary evolutionary system, and the potentials inherent within it point to three future incarnations. (More detailed information on this can be found in the articles in this journal titled “From the Akashic Records.”) The seven successive incarnations of the Earth are designated as the Saturn, Sun, Moon, Earth, Jupiter, Venus, and Vulcan states. In the representations commonly used in esoteric science, the Vulcan state is omitted as a state too far in the future, and—for reasons whose discussion would go too far here—Earth’s evolution is divided into a Mars and a Mercury state. (These reasons can also be found in the essays on the “Akasha Chronicle.”) These seven incarnations of the Earth—Saturn, Sun, Moon, Mars, Mercury, Jupiter, and Venus—are now expressed in esotericism through seven capital columns. The inner life of each such stage of development is represented in the forms of these capitals. Here, too, the intention is not that one should delve into the forms of the capitals intellectually, but rather entirely through feeling, in genuine artistic experience, and through the imagination. For every line, every curve, everything about these forms is such that, when one immerses oneself in them, one awakens powers slumbering in the soul; and these powers lead to mental images of the great mysteries of the world that underlie the cosmic development of the Earth and the associated development of humanity. Anyone who might wish to criticize the design of such columns should bear in mind that even the Corinthian and Ionic columns, for example, arose from the embodiment of the mysteries of existence, and that such facts are unknown only to the materialistic mindset of our time. From the way in which the motifs of world development are expressed in these column capitals, one can gauge how esotericism is meant to have a fruitful influence on art. The ancient columns, too, were born out of esotericism. And the architecture of the future will have to present to people what the esoteric worldview of theosophy can offer today as a hint.

[ 6 ] So ist in München versucht worden, die Skizze eines in der Stimmung der theosophischen Weltanschauung gehaltenen Innenraumes mit einigen Strichen herzustellen; es konnte natürlich nur einiges von dem beigebracht werden, was dazugehört, und auch dieses nur in allgemeinen Andeutungen, und vor allem nicht genau in der ganz sachgemäßen Anordnung. Doch sollte ja auch nur eine Ahnung von dem hervorgerufen werden, worauf es ankommt. Zu der die Esoterik andeutenden Geräten unseres Versammlungsraumes gehörten auch zwei Säulen, die im vorderen Teile des Saales standen. Was sie andeuten, geht aus der Beschreibung des vierten der Siegel hervor, auf dem sich ja auch die beiden Säulen finden. Sie deuten auf das Blutgeheimnis und enthalten das «Mysterium der Menschheitsentwicklung». Mit dem Blutgeheimnis hängt die Farbe der Säulen zusammen. Die eine ist rot; die andere tief blaurot. Die Geheimwissenschaft schreibt auf diese zwei Säulen vier tief bedeutsame Sprüche. Wenn sich die Menschenseele in diese vier Sprüche meditativ versenkt, dann quellen aus ihren Untergründen ganze Welten- und Menschengeheimnisse auf. Man müsste viele Bücher schreiben, wollte man den ganzen Sinn dieser Sprüche ausschöpfen, denn darinnen ist nicht nur jedes Wort bedeutungsvoll, sondern auch die Symmetrie der Worte, die Art, wie sie auf die vier Sprüche verteilt sind, die Steigerungen, die darinnen liegen und noch vieles andere, sodass nur langes, geduldiges Hingeben an die Sache das darinnen Liegende ausschöpfen kann. In deutscher Sprache lauten die vier Sprüche der «Säulenweisheit»:

[ 6 ] In Munich, for example, an attempt was made to sketch an interior designed in the spirit of the theosophical worldview with just a few strokes; of course, only a few of the necessary elements could be included, and even these only in general terms—and certainly not in the precisely appropriate arrangement. Yet the aim was simply to evoke a sense of what is essential. Among the elements in our meeting hall that alluded to esotericism were two columns standing in the front part of the hall. What they symbolize is evident from the description of the fourth seal, on which the two columns are also depicted. They symbolize the mystery of blood and embody the “mystery of human evolution.” The color of the columns is connected to the mystery of blood. One is red; the other is a deep blue-red. Esoteric science inscribes four profoundly meaningful maxims on these two columns. When the human soul immerses itself meditatively in these four maxims, entire mysteries of the world and of humanity well up from their depths. One would have to write many books to fully explore the meaning of these sayings, for not only is every word significant, but so too is the symmetry of the words, the way they are distributed among the four sayings, the gradations within them, and much more—so that only a long, patient devotion to the subject can fully uncover what lies within. In German, the four sayings of the “Wisdom of the Pillars” read as follows:

Im reinen Gedanken findest du
das Selbst, das sich halten kann.

Wandelst zum Bilde du den Gedanken,
erlebst du die schaffende Weisheit.

Verdichtest du das Gefühl zum Licht,
offenbarst du die formende Kraft.

Verdinglichst du den Willen zum Wesen,
so schaffest du im Weltensein.

In pure thought you will find
the Self that can sustain itself.

When you transform thought into an image,
you experience creative wisdom.

When you condense feeling into light,
you reveal the formative power.

When you materialize will into being,
you create within the fabric of the universe.

[ 7 ] Den Stimmungsgrundton, den wir in unserem «Innenraum» zum Ausdrucke bringen wollten, suchten wir auch schon in dem Programmbuch darzustellen, das den Besuchern in die Hand gegeben wurde. Über die rote Farbe des Umschlages dieses Buches braucht wohl nicht noch Besonderes gesagt zu werden, nachdem die Bedeutung der roten Farbe in der esoterischen Symbolik oben besprochen worden ist. Auf diesem Umschlag (in der linken oberen Ecke) ist im blauen ovalen Felde ein schwarzes Kreuz, mit roten Rosen umwunden, zu sehen; rechts von diesem die Buchstaben: E. D. N. - J. C.M. - P. S. S. R. - Dies sind die zehn Anfangsbuchstaben der Worte, durch welche das wahre Rosenkreuzertum in einen Zielsatz zusammengefasst wird: «Ex deo nascimur, in Christo morimur, per spiritum sanctum reviviscimus.» Das Kreuzsinnbild, von Rosen umwunden, drückt exoterisch den Sinn des Rosenkreuzertums aus. Bei dem Verhältnis, in das unsere Veranstaltung sich durch solche Dinge zum Rosenkreuzertum stellte, erscheint es wohl notwendig, auf schwere Missverständnisse hinzuweisen, welche diesem entgegengebracht werden. Man hat sich da und dort aufgrund geschichtlicher Überlieferungen eine Vorstellung zu bilden versucht von dem Rosenkreuzertum. Von denen, welche auf diese Weise von ihm Kenntnis genommen haben, sehen es einige gegenwärtig mit einem gewissen Wohlwollen an; die meisten aber sehen in ihm Scharlatanerie, Schwärmerei oder Ähnliches, vielleicht auch Schlimmeres. Es kann nun ohne Weiteres zugestanden werden: Wäre die Rosenkreuzerei das, als was sie denen erscheinen muss, welche sie aus bloßen geschichtlichen Urkunden und Überlieferungen kennen, so wäre sie sicherlich nicht wert, dass ein vernünftiger Mensch sich mit ihr beschäftigt. Aber von der wahren Rosenkreuzerei weiß gegenwärtig überhaupt niemand noch etwas, der ihr nicht durch die Mittel der Geheimwissenschaft nahegetreten ist. Außerhalb des Kreises der Geheimwissenschaft gibt es keine wirklichen Urkunden über sie, die der Name ist für die hier erwähnte Geistesströmung, die seit dem vierzehnten Jahrhundert im Abendlande die tonangebende ist. Erst jetzt darf begonnen werden, der Öffentlichkeit etwas von den Geheimnissen des Rosenkreuzertums mitzuteilen. - Indem wir in München aus dieser Quelle schöpften, wollten wir sie natürlich keineswegs als die allein selig machende der theosophischen Bewegung hinstellen, sondern nur als einen der Wege, auf denen die spirituellen Erkenntnisse gesucht werden können. Man kann nicht sagen, dass wir einseitig dieser Quelle den Vorzug gegeben hätten, während doch die theosophische Bewegung gleichmäßig alle Religionsformen und Wahrheitsbahnen berücksichtigen solle. Der theosophischen Bewegung kann es aber nie und nimmer obliegen, die Mannigfaltigkeit der Religionen als Selbstzweck zu studieren; sie muss durch die religiösen Formen zu deren Einheit, zu ihrem Kerne gelangen; und wir wollten durchaus nicht zeigen, wie das Rosenkreuzertum aussieht, sondern durch das Rosenkreuzertum wollten wir die Perspektive zu dem einen Wahrheitskerne in allen Religionen zeigen. Und dies ist eben die wahre Mission der theosophischen Bewegung. In dem Programmbuche findet man fünf Zeichnungen. Es sind die in Vignettenform umgesetzten Motive der ersten fünf der oben erwähnten sieben [Säulenkapitelle]. Auch in diesen fünf Zeichnungen ist etwas von dem gegeben, was man «okkulte Schrift» nennt. Wer sich mit ganzer Seele in die Linienformen und Figuren einlebt, dem wird etwas von dem innerlich aufleuchten, was man als die für [die] Erkenntnis der menschlichen Entwicklung wichtigen Zustände (Saturn-, Sonnen-, Mond-, Mars- und Merkurzustand) bezeichnet.

[ 7 ] We sought to convey the underlying mood we wished to express in our “interior space” even in the program booklet that was handed out to visitors. There is probably no need to say anything further about the red color of this book’s cover, since the significance of the color red in esoteric symbolism has already been discussed above. On this cover (in the upper left corner), a black cross entwined with red roses can be seen within a blue oval; to the right of it are the letters: E. D. N. - J. C.M. - P. S. S. R. — These are the first ten letters of the words that summarize true Rosicrucianism in a motto: “Ex deo nascimur, in Christo morimur, per spiritum sanctum reviviscimus.” The symbol of the cross, entwined with roses, expresses exoterically the meaning of Rosicrucianism. Given the relationship our organization has established with Rosicrucianism through such matters, it seems necessary to point out the serious misunderstandings that have arisen regarding it. Here and there, people have attempted to form a mental image of Rosicrucianism based on historical traditions. Of those who have come to know it in this way, some currently view it with a certain degree of goodwill; most, however, see it as charlatanism, fanaticism, or something similar—perhaps even worse. It can readily be conceded: If Rosicrucianism were what it must appear to be to those who know it only from mere historical documents and traditions, it would certainly not be worth a reasonable person’s attention. But at present, no one who has not approached it through the means of esoteric science knows anything at all about true Rosicrucianism. Outside the circle of esoteric science, there are no genuine records of it; the name refers to the spiritual movement mentioned here, which has been the dominant one in the West since the fourteenth century. Only now may we begin to reveal to the public some of the mysteries of Rosicrucianism. - When we drew upon this source in Munich, we naturally had no intention of presenting it as the sole path to salvation within the Theosophical Movement, but rather as one of the paths along which spiritual insights can be sought. It cannot be said that we gave one-sided preference to this source, whereas the Theosophical Movement should give equal consideration to all forms of religion and paths to truth. However, it can never, under any circumstances, be the task of the Theosophical Movement to study the diversity of religions as an end in itself; it must penetrate through the religious forms to their unity, to their core; and we certainly did not intend to show what Rosicrucianism looks like, but rather, through Rosicrucianism, we wanted to point the way to the one core of truth in all religions. And this is precisely the true mission of the Theosophical Movement. In the program booklet, one finds five drawings. These are the motifs of the first five of the seven [column capitals] mentioned above, rendered in vignette form. These five drawings also contain something of what is called “occult writing.” Whoever immerses themselves wholeheartedly in the lines and figures will have something within them illuminated—what is described as the states essential for [the] understanding of human evolution (the Saturn, Sun, Moon, Mars, and Mercury states).

[ 8 ] Damit sollten die Absichten geschildert werden, welche die Kongressveranstalter bei der Zubereitung des Rahmens hatten, innerhalb dessen die Festlichkeit sich abzuspielen hatte. Der Ort der Veranstaltung war die Tonhalle (Kaim-Säle), die besonders geeignet schien für diese Veranstaltung.

[ 8 ] The intention was to describe the goals the conference organizers had in mind when preparing the framework within which the festivities were to take place. The venue was the Tonhalle (Kaim-Säle), which seemed particularly well-suited for this event.



[ 9 ] Der Schilderung des Kongressverlaufes vorangehen muss der Ausdruck der tiefsten Befriedigung, wie sie alle Teilnehmer empfanden über die Anwesenheit Mrs Besants. Eben war die Vielverehrte, nachdem sie zwei Jahre auf ihrem indischen Tätigkeitsfelde zugebracht hatte, wieder in Europa eingetroffen; und in München war der erste Ort, wo die europäischen Mitglieder sie wieder begrüßen durften, und ihre eindringliche Rede hören konnten. Das deutsche Komitee des Kongresses hatte Mrs Besant gebeten, das Ehrenpräsidium zu übernehmen; und so gab die geschätzte Führerin der Versammlung die Weihe und verlieh ihr die Stimmung, die von ihrem ganzen Wesen sich allen mitteilt, unter denen sie weilt, und zu denen der Zauber ihrer Worte dringt.

[ 9 ] Before describing the proceedings of the congress, we must express the deepest satisfaction felt by all participants at Mrs. Besant’s presence. The highly esteemed Mrs. Besant had just returned to Europe after spending two years working in India; and Munich was the first place where the European members were able to welcome her back and hear her powerful speech. The German committee of the congress had asked Mrs. Besant to assume the honorary chairmanship; and so the esteemed leader of the assembly set the tone and imbued it with the spirit that radiates from her very being to all those among whom she dwells and to whom the magic of her words reaches.

[ 10 ] Der Besuch des Kongresses war ein völlig befriedigender. Wir hatten die große Freude, viele Mitglieder der anderen europäischen Sektionen zu begrüßen, und auch solche der indischen Sektion. Die Mitglieder der Deutschen Sektion hatten sich in einer großen Zahl eingefunden. Offiziell war die britische Sektion vertreten durch ihren Generalsekretär Miss Spink, die französische durch den Generalsekretär Dr. Th. Pascal, die holländische durch Generalsekretär Mr Fricke, die italienische durch Generalsekretär Prof. Dr. Penzig, die skandinavische durch Generalsekretär A. Knös, die ungarische durch Generalsekretär D. Nagy.

[ 10 ] Our visit to the congress was entirely satisfactory. We had the great pleasure of welcoming many members of the other European sections, as well as members of the Indian section. Members of the German section had turned out in large numbers. Officially, the British Section was represented by its General Secretary, Miss Spink; the French Section by General Secretary Dr. Th. Pascal; the Dutch Section by General Secretary Mr. Fricke; the Italian Section by General Secretary Prof. Dr. Penzig; the Scandinavian Section by General Secretary A. Knös; and the Hungarian Section by General Secretary D. Nagy.

[ 11 ] Die Eröffnung des Kongresses fand am 18. Mai um 10 Uhr vormittags statt. Begonnen wurde mit einer musikalischen Einleitung. Es wurde F-Dur Toccata von Johann Sebastian Bach auf der Orgel durch Emanuel Nowotny gespielt. - Darauf hatte der Generalsekretär der Deutschen Sektion im Auftrage des deutschen Komitees die Teilnehmer zu begrüRen. Er begrüßte Mrs Besant und hob die Bedeutung der Tatsache hervor, dass der Münchener Kongress sich ihres Besuches erfreue. Nach der Begrüßung der Vertreter der anderen Sektionen und der deutschen Besucher sprach der Redner Worte der Liebe, Hochschätzung und des Dankes über den im Februar verstorbenen Präsidenten-Gründer H. S. Olcott.- Noch wurde in dieser Eröffnungsansprache auf die umfassende Mission der theosophischen Bewegung innerhalb des Geisteslebens der Gegenwart hingewiesen, und die Notwendigkeit betont, dass die Pflege des spirituellen Lebens die Grundlage der theosophischen Arbeit bilden müsse. Danach sprachen die Vertreter der europäischen Sektionen und der anderen Arbeitsgebiete: von England (Mr Wedgwood), von Frankreich (Dr. "Th. Pascal), von Holland (Mr Fricke), von Italien (Prof. Penzig), von Skandinavien (Mr A. Knös), von Ungarn (Herr D. Nagy), von Böhmen (Herr Bedrnicek), von Russland (Frl. Kamensky, Fr. Forsch, Frl. N. v. Gernet), von Bulgarien, Belgien (u.a.).

[ 11 ] The opening of the congress took place on May 18 at 10:00 a.m. It began with a musical introduction. Emanuel Nowotny played Johann Sebastian Bach’s Toccata in F major on the organ. - Following this, the Secretary-General of the German Section, on behalf of the German Committee, welcomed the participants. He greeted Mrs. Besant and emphasized the significance of the fact that the Munich Congress was honored by her visit. After greeting the representatives of the other sections and the German visitors, the speaker expressed words of love, high esteem, and gratitude for the founding president, H. S. Olcott, who had passed away in February. - In this opening address, reference was also made to the comprehensive mission of the Theosophical Movement within contemporary spiritual life, and the necessity was emphasized that the cultivation of spiritual life must form the foundation of Theosophical work. Following this, representatives from the European sections and other regions spoke: from England (Mr. Wedgwood), from France (Dr. “Th. Pascal”), from the Netherlands (Mr. Fricke), from Italy (Prof. Penzig), from Scandinavia (Mr. A. Knös), from Hungary (Mr. D. Nagy), from Bohemia (Mr. Bedrnicek), from Russia (Miss Kamensky, Ms. Forsch, Ms. N. v. Gernet), from Bulgaria, and Belgium (among others).

[ 12 ] Wie auf den vorhergehenden Kongressen sprach ein jeder Redner in seiner Landessprache.

[ 12 ] As at previous congresses, each speaker spoke in his or her native language.

[ 13 ] Nunmehr ergriff Mrs Besant das Wort, um die Deutsche Sektion zu begrüßen und das Wesen der theosophischen Bewegung zu betonen, sowie um in wenigen eindringlichen Sätzen auf das spirituelle Leben und seine fundamentale Bedeutung für die Gesellschaft hinzuweisen.

[ 13 ] Mrs. Besant then took the floor to welcome the German Section and emphasize the nature of the Theosophical Movement, as well as to highlight, in a few powerful sentences, spiritual life and its fundamental importance for society.

[ 14 ] Der Nachmittag des Sonnabends war den Vorlesungen und Vorträgen von Mr Alan Leo, Dr. Th. Pascal, Michael Bauer, Mr James Wedgwood und Frl. Kamensky gewidmet. Mr Alan Leo las seine Abhandlung über «Astrology and Personal Fate». Es wurde da die esoterische Art der Astrologie behandelt und lichtvoll von freiem Willen im Verhältnis zum vorbestimmten Schicksal gesprochen, indem die Weise des Einflusses der planetarischen Kräfte auf das Menschenleben zur Darstellung kam. Dr. Th. Pascal setzte in einer gedankenvollen Abhandlung die Ergebnisse seiner langen inneren Forschung auf theosophischem Gebiete auseinander. Es war reizvoll, den feinsinnigen Auseinandersetzungen intimer Ideengänge zu folgen. Michael Bauer sprach über das Verhältnis der Natur zum Menschen. Dieser sehr verdienstvolle Leiter unseres Nürnberger Zweiges zeigte in seiner gemüttiefen und geistvollen Art, wie das innere Wesen der Natur und des Menschen eigenes Innere in ihren Tiefen miteinander verkettet sind. Mr Wedgwood las seine Abhandlung über «The value of the Theosophical society». Er setzte auseinander, wie das Studium des Okkultismus den Menschen zum Bewusstsein seiner höheren Bestimmung erhebt, indem er durch sie eine Erkenntnis erhält über seine Stellung im Weltprozesse. Es komme an auf die Perspektiven, welche der Okkultismus der menschlichen Seele gibt. (Es wird hier keine Inhaltsangabe der einzelnen Vorträge und Abhandlungen gegeben, da dieselben ausführlich in dem «Jahrbuch des Kongresses» erscheinen werden.) Fräulein Kamensky las noch an diesem Nachmittage ihre fesselnde Abhandlung über «Theosophie in Russland». Ihre kurzen, aber bedeutungsvollen Hinweisungen zeigten, wie viele theosophische Gedanken das russische literarische und Geistesleben birgt. Die Arbeit war ein Musterbeispiel, wie man jene Keime in dem Geistesleben eines Volkes aufsuchen kann, die nur des spirituellen Lichtes bedürfen, um in der rechten Art in die Theosophie hineinzuwachsen.

[ 14 ] Saturday afternoon was devoted to lectures and presentations by Mr. Alan Leo, Dr. Th. Pascal, Michael Bauer, Mr. James Wedgwood, and Miss Kamensky. Mr. Alan Leo read his paper on “Astrology and Personal Fate.” He discussed the esoteric aspect of astrology and spoke illuminatingly about free will in relation to predestined fate, illustrating the manner in which planetary forces influence human life. In a thoughtful essay, Dr. Th. Pascal expounded on the results of his long inner research in the field of theosophy. It was fascinating to follow the subtle discussions of these intimate trains of thought. Michael Bauer spoke about the relationship between nature and humanity. This highly commendable leader of our Nuremberg branch demonstrated, in his warm-hearted and spirited manner, how the inner essence of nature and the innermost being of humanity are interconnected in their depths. Mr. Wedgwood read his essay on “The Value of the Theosophical Society.” He explained how the study of the occult elevates human beings to an awareness of their higher destiny by providing them with insight into their place in the world process. What matters are the perspectives that occultism offers the human soul. (No summary of the individual lectures and papers is provided here, as they will appear in detail in the “Congress Yearbook.”) That same afternoon, Miss Kamensky read her captivating paper on “Theosophy in Russia.” Her brief but meaningful remarks showed how many theosophical ideas are embedded in Russian literary and intellectual life. The work was a prime example of how one can seek out those seeds in the intellectual life of a people that need only the light of the spirit to grow into theosophy in the proper way.

[ 15 ] Der erste Tag des Kongresses fand seinen Abschluss in den künstlerischen Darbietungen des Abends. Johann Sebastian Bachs «Präludium und Fuge in h-Moll» durch Emanuel Nowotny auf der Orgel vorgetragen leitete den Abend ein. Danach wurde durch Marie von Sivers der Monolog vom Anfange des zweiten Teiles von Goethes Faust «Des Lebens Pulse schlagen frisch lebendig ...» rezitiert, als Beispiel einer auf esoterischem Grunde erwachsenen Dichtung. Durch die beiden Mitglieder, Frau Alice von Sonklar und Toni Völker kamen zur Darstellung auf dem Klaviere die «Bilder aus dem Osten» von Robert Schumann, welche ganz geeignet erscheinen, mystische Stimmung zu fördern. Fräulein Gertrud Garmatter sang hierauf in ihrer reizvoll-sinnigen Weise zwei Lieder on Schubert «An.die Musik» und «Di hist die Ruhr, Und Fräulein Toni Völker beschloss den Abend durch ihre schöne künstlerische Darbietung auf dem Klaviere: «Pastorale und Capriccio» von Scarlatti.

[ 15 ] The first day of the conference concluded with the evening’s artistic performances. Emanuel Nowotny’s organ performance of Johann Sebastian Bach’s “Prelude and Fugue in B minor” opened the evening. This was followed by Marie von Sivers’ recitation of the monologue from the beginning of the second part of Goethe’s *Faust*—“The pulse of life beats fresh and alive…”—as an example of poetry rooted in esoteric principles. The two members, Ms. Alice von Sonklar and Toni Völker, then performed Robert Schumann’s “Pictures from the East” on the piano, which seemed perfectly suited to fostering a mystical atmosphere. Miss Gertrud Garmatter then sang, in her charming and expressive manner, two songs by Schubert: “An die Musik” and “Di hist die Ruhr,” and Miss Toni Völker concluded the evening with her beautiful, artistic piano performance of Scarlatti’s “Pastorale and Capriccio.”

[ 16 ] Am Sonntag, dem 19. Mai, wurde die Morgenversammlung eingeleitet durch das stimmungsvolle «Trio in Es-Dur» von Johannes Brahms (1. Satz), das von Fräulein Johanna Fritsch (Violine), Marika v. Gumppenberg (Klavier) und Herrn Tuckermann (Waldhorn) gespielt wurde. Nunmehr hielt Mrs Besant ihren bedeutungsvollen Vortrag: «The Place of Phenomena in the Theosophical Society». Sie setzte auseinander, welche Rolle im Anfange der Theosophischen Gesellschaft die Phänomene durch H. P. Blavatsky spielten, wie sie wichtig waren in einer Zeit des Zweifels an höheren Welten. Sie betonte, wie die Beobachtungen von Erscheinungen, die sich auf höhere Welten beziehen, nie gefährlich werden können, wenn man ihnen mit demselben Geist der Forschung entgegentritt, den man bei den Beobachtungen in der physischen Welt geltend macht. Sie betonte scharf, wie wenig gut es wäre für die Theosophische Gesellschaft, wenn sie aus Furcht vor der Gefahr, die von psychischen Kräften kommt - die Pflege des Zieles «Studium derjenigen Kräfte in der Welt und im Menschen, die der Sinnesbeobachtung nicht zugänglich sind» - anderen Gesellschaften überließe.

[ 16 ] On Sunday, May 19, the morning meeting began with the atmospheric “Trio in E-flat Major” by Johannes Brahms (1st movement), performed by Miss Johanna Fritsch (violin), Marika v. Gumppenberg (piano), and Mr. Tuckermann (French horn). Mrs. Besant then delivered her significant lecture: “The Place of Phenomena in the Theosophical Society.” She explained the role that phenomena, as described by H. P. Blavatsky, played in the early days of the Theosophical Society and how important they were at a time when there was skepticism regarding higher worlds. She emphasized that observations of phenomena relating to higher worlds can never be dangerous if one approaches them with the same spirit of inquiry that one applies to observations in the physical world. She strongly emphasized how detrimental it would be for the Theosophical Society if, out of fear of the danger posed by psychic forces, it were to leave the pursuit of the goal—“the study of those forces in the world and in man that are not accessible to sensory observation”—to other societies.

[ 17 ] Es wäre ganz unmöglich, im Rahmen eines kurzen Berichtes Mitteilung von dem mannigfaltigen Inhalte dieses Vortrages zu geben. Deshalb muss auch ihm gegenüber wie bei allen früheren und späteren Vorträgen des Kongresses auf das im Anschlusse an diesen erscheinende «Jahrbuch» der «Föderation europäischer Sektionen» verwiesen werden.

[ 17 ] It would be quite impossible to convey the diverse content of this lecture within the scope of a brief report. Therefore, as with all earlier and later lectures at the congress, reference must be made to the “Yearbook” of the “Federation of European Sections,” which will be published following this event.

[ 18 ] Der zweite Vortrag des Vormittags war derjenige Dr. Rudolf Steiners über «Die Einweihung des Rosenkreuzers», in dem die Methode zur Erreichung von Erkenntnissen übersinnlicher Welten im Sinne der seit dem 14. Jahrhundert im Abendlande tonangebenden Esoterik auseinandergesetzt und gleichzeitig die Notwendigkeit dieser Methoden für die gegenwärtige Entwicklungsperiode der Menschheit gezeigt wurde.

[ 18 ] The second lecture of the morning was given by Dr. Rudolf Steiner on “The Initiation of the Rosicrucian,” in which he discussed the method for attaining knowledge of the supersensible worlds in accordance with the esotericism that has set the tone in the West since the 14th century, while also demonstrating the necessity of these methods for humanity’s current stage of development.

[ 19 ] Am Spätnachmittage des Sonntags (5 Uhr) kam das «Heilige Drama von Eleusis» von Edouard Schuré zur Aufführung. Diese Vorstellung betrachteten die deutschen Veranstalter als einen besonders wichtigen Teil des Kongresses. Konnte doch durch sie gerade in eindrucksvoller Art gezeigt werden, wie die theosophische Ideenart und Empfindung in wahrer, hoher Kunst sich auslebt. Edouard Schuré ist der große französische Künstler und Schriftsteller, welcher durch seine Werke in so vielen Richtungen den theosophischen Geist unseren Zeitgenossen mitteilt. Ganz Theosophie im edelsten Sinne des Wortes sind Schurés Werke «Les Grands Initiés» («Die großen Eingeweihten») und «Sanctuaires d’Orient» («Die Heiligtümer des Orients»). Und ganz in lebensvolle Gestaltungskraft umgewandelt ist Schurés theosophische Anschauungsart, wenn er als Künstler schafft. In ihm lebt jene Beziehung von Imagination und Phantasie, auf welcher das Grundgeheimnis aller hohen Kunst beruht. Edouard Schurés im echten Sinne mystisches Drama «Die Kinder des Lucifer» ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie eine zu den Höhen der Erkenntnis strebende Weltbetrachtung sich restlos in die Gestalten der Kunst umsetzt. Nur ein Geist von solcher Art konnte unternehmen, was Schur& unternommen hat, das «heilige Drama» von Eleusis vor der Seele und dem Auge des gegenwärtigen Menschen wieder auferstehen zu lassen. An die Türe zu jener Vorzeit führt uns dieses Drama, wo Erkenntnis, Religion und Kunst noch in einem lebten, wo die Phantasie die treue Zeugin der Wahrheit und die geweihte Führerin zur Frömmigkeit war; und wo der Abglanz der Imagination auf diese Phantasie verklärend und offenbarend fiel. In Edouard Schur& lebt eine moderne künstlerische Seele, in welche das Licht jener Mysterienzeit leuchtet, und so konnte er nachschaffen, was in Griechenlands Vorzeit die Priesterweisen den Zuschauern im «Drama zu Eleusis» zeigten: das tiefe Weltgeheimnis, das sich spiegelt in den sinnvollen Vorgängen von der Verführung der Persephone durch Eros und deren Raub durch Pluto; von dem Schmerz der Demeter und dem Rat, den sie sich bei der «Göttin der Umwandlungen», bei Hekate, holt, nach Eleusis zu gehen; von der Einweihung Triptolems durch Demeter zum Priester in Eleusis; von des Triptolems kühner Fahrt in Plutos Reich zu Persephones Befreiung und von der Entstehung eines «neuen Dionysos», der aus Zeus’ Feuer und dem Lichte der Demeter durch das Opfer des Triptolem entsteht. - Das von Schuré erweckte Drama versuchten die Kongressveranstalter den Besuchern in deutscher Sprache vorzuführen. Es wurde möglich durch die opferwillige Arbeit einer Reihe unserer Mitglieder und durch das schöne, liebevolle Entgegenkommen Bernhard Stavenhagens, der zu dem Schuré’schen Drama eine herrliche musikalische Beigabe schuf. Jedem der vier Akte schickte Stavenhagen eine musikalische Einleitung voraus, welche stimmungsvoll auf die dramatische Handlung vorbereitete. Mit wahrer Kongenialität hat sich dieser bedeutende Komponist in die Grundmotive des Mysteriums eingelebt und sie musikalisch wiedergegeben. Mit größter Befriedigung wurde diese musikalische Darbietung von den Teilnehmern des Kongresses aufgenommen. - Die Opferwilligkeit, mit der Mitglieder der Deutschen Sektion an dieser Aufführung gearbeitet haben, wird aus der Tatsache ermessen werden können, dass alle Rollen von Mitgliedern gespielt worden sind. Es wirkten als Demeter Fräulein. v. Sivers, als Persephone Frl. Sprengel, als Eros Frl. Garmatter, als Hekate Frau v. Vacano, als Pluto Herr Stahl; in der Rolle des Triptolem konnten wir uns der Mitwirkung unseres Mitgliedes, des ausgezeichneten Schauspielers Herrn Jürgas erfreuen, der eine eindrucksvolle Gestalt schuf; als Metanira wirkte Frau Baronin v. Gumppenberg, als Zeus Dr. Peipers, als Dionysos Frl. Wollisch. Dies sind jedoch nur die Hauptrollen; auch waren die in die Handlung eingreifenden Chöre aus den Mitgliedern zusammengesetzt. Besondere Anerkennung muss unserem verehrten Mitgliede, Herrn Linde, werden, welcher sich der mühevollen Aufgabe unterzog, die Dekorationen zu schaffen.

[ 19 ] In the late afternoon on Sunday (5:00 p.m.), Edouard Schuré’s “Sacred Drama of Eleusis” was performed. The German organizers regarded this performance as a particularly important part of the congress. For it was able to demonstrate in a particularly striking way how theosophical ideas and sensibilities find expression in true, high art. Edouard Schuré is the great French artist and writer who, through his works, conveys the theosophical spirit to our contemporaries in so many ways. Schuré’s works *Les Grands Initiés* (*The Great Initiates*) and *Sanctuaires d’Orient* (*The Sanctuaries of the Orient*) embody Theosophy in the noblest sense of the word. And Schuré’s Theosophical worldview is fully transformed into vibrant creative power when he creates as an artist. Within him lives that connection between imagination and fantasy upon which the fundamental mystery of all high art is based. Edouard Schuré’s truly mystical drama *The Children of Lucifer* is a shining example of how a worldview striving toward the heights of knowledge is completely translated into the forms of art. Only a spirit of this kind could undertake what Schuré undertook: to resurrect the “sacred drama” of Eleusis before the soul and the eyes of modern man. This drama leads us to the threshold of that ancient time, when knowledge, religion, and art were still one, when the imagination was the faithful witness to truth and the consecrated guide to piety; and when the radiance of the imagination fell upon this imagination, transfiguring and revealing it. In Edouard Schur& lives a modern artistic soul, illuminated by the light of that age of mysteries, and thus he was able to recreate what the priest-sages of ancient Greece revealed to the audience in the “Drama of Eleusis”: the profound mystery of the world, reflected in the symbolic events of Persephone’s seduction by Eros and her abduction by Pluto; of Demeter’s grief and the advice she sought from the “Goddess of Transformations,” Hecate, to go to Eleusis; of Demeter’s initiation of Triptolemus as a priest in Eleusis; of Triptolemus’s daring journey into Pluto’s realm to free Persephone, and of the emergence of a “new Dionysus,” who arises from Zeus’s fire and the light of Demeter through Triptolemus’s sacrifice. - The conference organizers sought to present the drama adapted by Schuré to the audience in German. This was made possible by the selfless efforts of a number of our members and by the gracious, loving cooperation of Bernhard Stavenhagen, who created a magnificent musical accompaniment for Schuré’s drama. Stavenhagen prefaced each of the four acts with a musical introduction that atmospherically prepared the audience for the dramatic action. With true congeniality, this eminent composer immersed himself in the fundamental motifs of the mystery play and rendered them musically. This musical performance was received with the greatest satisfaction by the congress participants. - The selfless dedication with which members of the German Section worked on this performance can be gauged from the fact that all roles were played by members. Miss von Sivers played Demeter, Miss Sprengel played Persephone, Miss Garmatter played Eros, Mrs. von Vacano played Hecate, and Mr. Stahl played Pluto; in the role of Triptolemus, we were delighted to have the participation of our member, the excellent actor Mr. Jürgas, who created a striking character; Baroness von Gumppenberg played Metanira, Dr. Peipers played Zeus, and Miss Wollisch played Dionysus. These, however, are only the leading roles; the choruses that intervened in the action were also composed of members. Special recognition must go to our esteemed member, Mr. Linde, who undertook the arduous task of creating the sets.

[ 20 ] Der Vormittag des Montag wurde eingeleitet durch die Rezitation der Goethe’schen Gedichte «Gesang der Geister über den Wassern» und «Prometheus», von Richard Jürgas, den die Teilnehmer nunmehr als ebenso ausgezeichneten Rezitator kennenlernten, wie sie am Abend zuvor mit seiner schauspielerischen Kraft bekannt geworden sind. Dann hatten die Teilnehmer die große Freude, den zweiten Vortrag von Mrs Besant zu hören, in dem sie über die Beziehung der Meister zur Theosophischen Gesellschaft sprach. Aus ihrer reichen spirituellen Erfahrung heraus schilderte sie die Beziehung der großen Individualitäten zum geistigen Fortschritt und die Art, wie sich solche Individualitäten an dem Fortgang der Theosophischen Gesellschaft beteiligen. Auch von dem weitausgreifenden Inhalt dieses Vortrages kann unmöglich mit ein paar Worten ein Bild gegeben werden. Es muss auch da auf das Erscheinen des Jahrbuchs verwiesen werden. Nach diesem Vortrage erfreute unser Mitglied Frau Hempel die Teilnehmer mit einer trefflichen Leistung ihrer Gesangskunst. - Hierauf folgte ein Vortrag Dr. Carl Ungers, der über Arbeitsmethoden in den theosophischen Zweigen sehr interessant sprach und das Verhältnis des nicht-hellsehenden Theosophen zu den Mitteilungen der Hellseher auseinandersetzte, indem er zeigte, wie die Schrift «Theosophie» von Dr. Rudolf Steiner gerade eine Grundlage liefern kann, um dieses Verhältnis in richtiger Art zu gestalten. Im weiteren Verlauf des Vormittags hielt Frau Elise Wolfram ihren Vortrag über die okkulte Grundlage der Siegfried-Sage. Sie zeigte feinsinnig und farbenreich-anschaulich, wie sich die tiefer liegende geistige Entwicklung Europas in der Mythe zum Ausdruck bringt, wie im Siegfried germanische und noch ältere Mysterienweisheit Gestalt gewonnen hat. Die sinnigen Deutungen der Vortragenden waren geeignet, in das geheimnisvolle Leben eines Teiles der Nibelungensage den Zuhörer einleben zu lassen.

[ 20 ] Monday morning began with a recitation of Goethe’s poems “Song of the Spirits Above the Waters” and “Prometheus” by Richard Jürgas, whom the participants now came to know as an equally outstanding reciter, just as they had become acquainted with his dramatic talent the evening before. The participants then had the great pleasure of hearing Mrs. Besant’s second lecture, in which she spoke about the relationship of the Masters to the Theosophical Society. Drawing on her rich spiritual experience, she described the relationship of the great Individualities to spiritual progress and the way in which such Individualities participate in the advancement of the Theosophical Society. It is also impossible to convey the far-reaching content of this lecture in just a few words. Here, too, we must refer to the publication of the yearbook. Following this lecture, our member Mrs. Hempel delighted the participants with an exquisite display of her vocal artistry. - This was followed by a lecture by Dr. Carl Unger, who spoke very interestingly about working methods in the Theosophical branches and elucidated the relationship of the non-clairvoyant Theosophist to the communications of the clairvoyants, demonstrating how Dr. Rudolf Steiner’s work *Theosophy* can provide a foundation for shaping this relationship in the proper manner. Later that morning, Ms. Elise Wolfram gave her lecture on the occult foundations of the Siegfried legend. She demonstrated, with subtlety and vivid imagery, how Europe’s deeper spiritual development finds expression in the myth, and how Germanic and even older mystery wisdom took shape in the story of Siegfried. The speakers’ insightful interpretations helped the audience immerse themselves in the mysterious life of a part of the Nibelungen saga.

[ 21 ] Am Nachmittage las Frau v. Gumppenberg die Abhandlung von Mr Arvid Knös: «Absolute and relative truths»; dann hielt Dr. Rudolf Steiner seinen Vortrag: «Planetenentwicklung und Menschheitsentwicklung». Er schilderte die Entwicklung der Erde durch drei ihrer jetzigen Gestalt vorangegangene planetarische Zustände und deutete dann auf den Zusammenhang der Entwicklung der Erde mit derjenigen des Menschen. Auch zeigte er, wie man über die Zukunft der Entwicklung etwas wissen könne.

[ 21 ] In the afternoon, Mrs. von Gumppenberg read Mr. Arvid Knös’s essay, “Absolute and Relative Truths”; then Dr. Rudolf Steiner gave his lecture, “Planetary Evolution and Human Evolution.” He described the Earth’s development through three planetary states that preceded its present form and then pointed out the connection between the Earth’s development and that of humankind. He also showed how one could gain insight into the future of this development.

[ 22 ] Der Abend war wieder rein künstlerischen Darbietungen gewidmet. Es wurde die Sonate in g-Moll von L. van Beethoven durch Chr. Döbereiner (Violoncello) und Elfriede Schunk (Klavier) zur Darstellung gebracht. Nachher konnte man wieder Gertrud Garmatters vortreffliche Gesangsleistung vernehmen (zwei Lieder: «Weylas Gesang» von Hugo Wolf und «Frühlingslaube» von Franz Schubert). Hierauf folgten Soli für Viola da Gamba mit Klavier, und zwar erstens «Adagio» von Händel und zweitens die 1695 von A. Kühnel komponierte «Aria con variazione». Beide Stücke wurden vorgetragen durch Chr. Döbereiner (Viola da Gamba) und Frl. Elfriede Schunk (Klavier). Eine glanzvolle Leistung auf dem Klaviere des italienischen Mitgliedes Mr Kirby schloss den Abend.

[ 22 ] The evening was once again devoted entirely to artistic performances. L. van Beethoven’s Sonata in G minor was performed by Chr. Döbereiner (cello) and Elfriede Schunk (piano). Afterward, the audience was once again treated to Gertrud Garmatter’s excellent vocal performance (two songs: “Weylas Gesang” by Hugo Wolf and “Frühlingslaube” by Franz Schubert). This was followed by solos for viola da gamba with piano: first, Handel’s “Adagio,” and second, the “Aria con variazione” composed by A. Kühnel in 1695. Both pieces were performed by Chr. Döbereiner (viola da gamba) and Miss Elfriede Schunk (piano). A brilliant performance on the piano by the Italian member, Mr. Kirby, brought the evening to a close.

[ 23 ] Am Dienstag-Morgen machte den Anfang: «Adagio aus dem Violinkonzert»; op. 26 von Max Bruch, durch Johanna Fritsch und Pauline Frieß zur Darstellung gebracht. Hierauf trug Herr Richard Jürgas einige Gedichte voll intimen Empfindens und mystischer Stimmung von unserem lieben Mitgliede Mia Holm vor. - Der weitere Vormittag war ausgefüllt mit einer freien Aussprache über das Thema: Notwendigkeit der Pflege des Okkultismus innerhalb der Gesellschaft. An der Diskussion beteiligten sich Herr Jules Ägoston aus Budapest, Bernhard Hubo, Ludwig Deinhard, Dr. [Carl] Unger, Michael Bauer, D. Nagy, Mr Wedgwood, Miss Severs und Frau Elise Wolfram. Die Diskussion wurde durch Jules Ägoston eingeleitet, der die Notwendigkeit einer Pflege des spiritistischen Experimentes betonte; daran anknüpfend entwickelte Bernhard Hubo aus seiner langjährigen Erfahrung einen gegenteiligen Standpunkt; Ludwig Deinhard besprach die Notwendigkeit der Bekanntschaft theosophischer Kreise mit den wissenschaftlichen Versuchen, in die tieferen Grundlagen des Seelenlebens einzudringen. Es ist unmöglich, über die reichen und vielseitigen Ansprachen der obengenannten Redner hier zu berichten. Ebenso wenig ist dies möglich bezüglich der anregenden Gesichtspunkte, welche Herr Nerei aus Budapest am Nachmittag bei der Diskussion über «Erziehungsfragen» gab. Im Anschlusse an diese Gesichtspunkte sprach auch Dr. Rudolf Steiner einiges über Erziehung. — Noch sprach Mrs Douglas-[Sheild] über das Verhältnis von «Theosophie und Christentum».

[ 23 ] Tuesday morning began with the “Adagio from the Violin Concerto,” Op. 26, by Max Bruch, performed by Johanna Fritsch and Pauline Frieß. Following this, Mr. Richard Jürgas recited several poems full of intimate feeling and mystical atmosphere by our dear member Mia Holm. - The rest of the morning was devoted to an open discussion on the topic: “The Necessity of Cultivating Occultism within Society.” Participants in the discussion included Mr. Jules Ägoston from Budapest, Bernhard Hubo, Ludwig Deinhard, Dr. [Carl] Unger, Michael Bauer, D. Nagy, Mr. Wedgwood, Miss Severs, and Mrs. Elise Wolfram. The discussion was introduced by Jules Ägoston, who emphasized the necessity of fostering spiritualist experimentation; building on this, Bernhard Hubo, drawing on his many years of experience, presented a contrary viewpoint; Ludwig Deinhard discussed the need for theosophical circles to familiarize themselves with scientific experiments aimed at penetrating the deeper foundations of the life of the soul. It is impossible to report here on the rich and varied addresses given by the aforementioned speakers. Nor is it possible to do so regarding the stimulating perspectives offered by Mr. Nerei from Budapest during the afternoon discussion on “Educational Issues.” Following these remarks, Dr. Rudolf Steiner also spoke at length about education. — Mrs. Douglas-[Sheild] also spoke about the relationship between “Theosophy and Christianity.”

[ 24 ] Der Schlussakt des Kongresses fand statt am Dienstag, um neun Uhr abends. Er begann mit dem geistvollen und innigen Adagio in D-Dur unseres lieben Mitgliedes und Leiters der Stuttgarter Loge I: Adolf Arenson, das vorgetragen wurde durch Herrn Arenson selbst (Klavier), Dr. Carl Unger (Violoncello) und Johanna Fritsch (Violine). Hierauf folgten: «Tröstung» von Felix Mendelssohn-Bartholdy, durch Hilde Stockmeyer, «Ave verum» von Mozart durch Gertrud Garmatter, die Rezitation eines Gedichtes durch Frau Ripper, Soli für Violine von J. S. Bach, durch Johanna Fritsch und Pauline Frieß, und Variationen über den Choral «Sei gegrüßet, Jesu gütig>, für Orgel von J. S. Bach, durch Emanuel Nowotny. Der Kongress klang dann aus in die kurzen Schlussansprachen der Vertreter einzelner Sektionen: für die britische sprach Mr Wallace, für die französische Mlle Aim&e Blech (in Vertretung Dr. Pascals, der wegen seines Gesundheitszustandes früher abreisen musste), für die holländische Mr Fricke, für die italienische Prof. Dr. Penzig. - Dann richtete tief zu Herzen gehende Worte Mrs Besant an die Teilnehmer, und zuletzt sprach Dr. Rudolf Steiner das Schlusswort, in dem er den Teilnehmern, vor allen der fremden Sektionen, für ihr Kommen dankte und auch allen den wärmsten Dank aussprach, welche durch ihre opferwillige Arbeit das Zustandekommen des Kongresses ermöglicht haben.

[ 24 ] The closing session of the convention took place on Tuesday at nine o’clock in the evening. It began with the spirited and heartfelt Adagio in D major by our dear member and leader of the Stuttgart Lodge I: Adolf Arenson, performed by Mr. Arenson himself (piano), Dr. Carl Unger (cello), and Johanna Fritsch (violin). This was followed by: “Tröstung” by Felix Mendelssohn-Bartholdy, performed by Hilde Stockmeyer, “Ave verum” by Mozart, performed by Gertrud Garmatter; a recitation of a poem by Mrs. Ripper; violin solos by J. S. Bach, performed by Johanna Fritsch and Pauline Frieß; and variations on the chorale “Sei gegrüßet, Jesu gütig,” for organ by J. S. Bach, performed by Emanuel Nowotny. The congress then drew to a close with brief closing remarks by the representatives of the individual sections: for the British section, Mr. Wallace spoke; for the French section, Mlle Aimée Blech (representing Dr. Pascal, who had to leave early due to health reasons); for the Dutch section, Mr. Fricke; and for the Italian section, Prof. Dr. Penzig. - Mrs. Besant then addressed the participants with deeply moving words, and finally, Dr. Rudolf Steiner delivered the closing remarks, in which he thanked the participants—especially those from the foreign sections—for coming, and also expressed his warmest gratitude to all those whose selfless work had made the Congress possible.

[ 25 ] Und dieser Dank muss vielen entgegengebracht werden, vor allem Frl. Sophie Stinde, welche als Sekretär des Kongresses unermüdliche und wichtigste Arbeit geleistet hat; Gräfin Pauline Kalckreuth, welche unausgesetzt bei allen Vorarbeiten und Arbeiten opferwillig wirkte. Diesen beiden ist vor allem zu danken, dass wir die oben geschilderten Absichten überhaupt hegen durften, und dass wir leisten konnten, was geleistet worden ist. Adolf Arenson sorgte für die Einrichtung des musikalischen Teiles. In aufopfernder Art hat sich unser liebes Mitglied Clara Rettich der Aufgabe gewidmet, die sieben apokalyptischen Siegel nach den ihr gegebenen okkulten Angaben zu malen; ebenso hat in gleicher Art es Karl Stahl übernommen, die sieben Säulen im Umkreise des Saales zu malen. Unmöglich ist es, alle die zahlreichen Arbeiter auch nur einzeln mit Namen zu nennen. Aber nicht unerwähnt soll gelassen werden, dass liebe Mitglieder ein Büffet in einem Nebenraum aufgestellt hatten, und die dabei notwendige Arbeit leisteten, wodurch das gesellige Beisammensein, durch welches sich ja die Mitglieder nähertreten sollen, sehr gefördert worden ist.

[ 25 ] And this gratitude must be extended to many, above all to Miss Sophie Stinde, who, as secretary of the congress, performed tireless and indispensable work; and to Countess Pauline Kalckreuth, who selflessly and tirelessly contributed to all the preparatory work and other tasks. It is above all to these two that we owe our thanks for the fact that we were able to pursue the goals described above in the first place, and that we were able to accomplish what has been accomplished. Adolf Arenson was responsible for organizing the musical portion. Our dear member Clara Rettich selflessly devoted herself to the task of painting the seven apocalyptic seals according to the occult instructions given to her; likewise, Karl Stahl undertook the task of painting the seven columns around the perimeter of the hall. It is impossible to name even a single one of the many workers by name. However, it should not go unmentioned that our dear members set up a buffet in an adjoining room and carried out the necessary work, which greatly fostered the convivial gathering—an occasion intended to bring the members closer together.

[ 26 ] Dr. Rudolf Steiner wurde auf seinen Antrag die Ermächtigung [erteilt], und zwar einstimmig und aus der Begeisterung der Zuhörerschaft heraus, sowohl Monsieur Edouard Schure, dem Dichter des «Drama von Eleusis» als Bernhard Stavenhagen, dem Komponisten des musikalischen Teiles den Dank des Kongresses zu sagen.

[ 26 ] Dr. Rudolf Steiner was granted permission, upon his request—unanimously and out of the enthusiasm of the audience—to express the Congress’s gratitude to both Monsieur Edouard Schure, the poet of the “Drama of Eleusis,” and Bernhard Stavenhagen, the composer of the musical portion.

[ 27 ] Eine ausgezeichnete künstlerische Darbietung für den Kongress waren die Skulpturen unseres hochbegabten, nach den höchsten künstlerischen Aufgaben strebenden Mitgliedes, des Bildhauers Dr. Ernst Wagner. Die von ihm uns zur Ausstellung zur Verfügung gestellten Plastiken waren im Umkreise des Hauptsaales aufgestellt, und hatten, für ihre Innerlichkeit in der roten Saalwand einen stimmungsvollen Hintergrund. Es waren folgende Kunstwerke: Porträtbüste, Betende, Porträtbüste, Relief für eine Grabkapelle, Büste, Grabrelief, Königskind, Auflösung, Sybille, Relief für eine Grabnische, Porträtbüste, Schmerz, Christusmaske, Maske «Tod», Bronzestatuette. - Außer diesen Kunstwerken konnten im Hauptsaal nur noch untergebracht werden das interessante symbolische Bild: «Die große Babylon» von unserem Mitgliede Herrn Haß, das über dem Vorstandsraum angebracht war, und ein Teppich von Fräulein Lehmann, der eine fesselnde Verwertung mystischer Ideen im Kunstgewerbe zeigte, endlich noch ein Relief, Colonel Olcott darstellend, von M. Gailland, und eine Skizze «H. P. Blavatsky» von Julia Wesw-Hoffmann.

[ 27 ] An outstanding artistic contribution to the convention was the sculptures by our highly talented member, the sculptor Dr. Ernst Wagner, who strives for the highest artistic standards. The sculptures he made available to us for the exhibition were arranged around the perimeter of the main hall and, given their introspective nature, found an atmospheric backdrop in the red wall of the hall. The works of art were as follows: portrait bust, *The Praying Figure*, portrait bust, relief for a burial chapel, bust, funerary relief, *The Royal Child*, *Dissolution*, *Sybil*, relief for a burial niche, portrait bust, *Sorrow*, *Mask of Christ*, *Mask of Death*, and a bronze statuette. — Aside from these works of art, the only other pieces that could be accommodated in the main hall were the interesting symbolic painting: “The Great Babylon” by our member Mr. Haß, which was hung above the boardroom, and a tapestry by Miss Lehmann, which demonstrated a captivating application of mystical ideas in the arts and crafts; finally, a relief depicting Colonel Olcott by M. Gailland, and a sketch titled “H. P. Blavatsky” by Julia Wesw-Hoffmann.

[ 28 ] Die Ausstellung einer Reihe von Kunstwerken und Nachbildungen solcher Kunstwerke, die besonderen Bezug zur theosophischen Betrachtung haben, fand im Nebenraume statt. Hier konnte man schen: Radierungen von Hans Volkert; Wiedergaben zweier Bilder von Moreau; Wiedergabe zweier Bilder von Hermann Schmiechen; eine Statuette «Der Meister» von [Heyman]; ein Bild «Aus tiefer Not» von Stockmeyer; Wiedergaben verschiedener Bilder von Watts; drei Wiedergaben von Werken Lionardos; Bilder von Kalckreuth dem Älteren, von Sophie Stinde (Landschaften); von Haß (Nach dem Sturm, Märchen. Die Königstochter, Die Gewitterwolke, Fünf Tannenstudien); eine Reproduktion von Kunstmaler Knopf.

[ 28 ] An exhibition of a series of works of art and reproductions of such works, which have a special connection to theosophical thought, took place in the adjoining room. On display here were: etchings by Hans Volkert; reproductions of two paintings by Moreau; reproductions of two paintings by Hermann Schmiechen; a statuette titled “The Master” by [Heyman]; a painting titled “Out of Deep Distress” by Stockmeyer; reproductions of various paintings by Watts; three reproductions of works by Leonardo; paintings by Kalckreuth the Elder, by Sophie Stinde (landscapes); by Haß (“After the Storm,” “Fairy Tale,” The King’s Daughter, The Storm Cloud, Five Fir Tree Studies); a reproduction by the artist Knopf.



[ 29 ] Der nächste Kongress der Föderation wird auf die freundliche Einladung der ungarischen Mitglieder hin nach zwei Jahren (1909) in Budapest stattfinden.

[ 29 ] At the kind invitation of the Hungarian members, the Federation’s next congress will take place in Budapest two years from now (1909).



[ 30 ] Im Anschlusse an den Kongress fanden noch folgende Veranstaltungen statt: ein öffentlicher Vortrag Mrs Besants in München über «exertion and destiny» am 27. Mai; zwei öffentliche Vorträge Dr. Rudolf Steiners in München über «Bibel und Weisheit» am 23. und 24. Mai; ferner ein «Kursus über Theosophie» nach Rosenkreuzer-Methode von Dr. Rudolf Steiner, der am Mittwoch, dem 22. Mai begann und 14 Vorträge umfasste (bis zum 8. Juni dauerte).

[ 30 ] Following the congress, the following events took place: a public lecture by Mrs. Besant in Munich on “Exertion and Destiny” on May 27; two public lectures by Dr. Rudolf Steiner in Munich on “The Bible and Wisdom” on May 23 and 24; and a “Course on Theosophy” based on the Rosicrucian method, led by Dr. Rudolf Steiner, which began on Wednesday, May 22, and comprised 14 lectures (lasting until June 8).



[ 31 ] Fotografien der Siegel und Säulen, die oben beschrieben worden sind, hat unser Mitglied Herr Kuhn besorgt, und werden in kurzer Zeit bezogen werden können durch Fräulein Marie von Sivers (Berlin W, Motzstraße 17).

[ 31 ] Photographs of the seals and columns described above were provided by our member, Mr. Kuhn, and will soon be available from Miss Marie von Sivers (Berlin W, Motzstraße 17).



[ 32 ] Besonders soll hier darauf hingewiesen werden, dass die beiden ersten Jahrbücher der Föderation (enthaltend die Mitteilungen, Vorträge und Abhandlungen des Amsterdamer und Londoner Kongresses) erschienen sind. Dasjenige des dritten (Pariser) Kongresses und des vierten (Münchener) Kongresses sollen in Kürze folgen. Es soll in der nächsten Nummer dieser Zeitschrift ausführlich auf den Inhalt der Bücher eingegangen werden; doch soll schon hier auf die Wichtigkeit hingewiesen werden, welche dieselben für jeden Theosophen haben, und deren Anschaffung angelegentlichst empfohlen werden.

[ 32 ] It should be noted in particular that the first two yearbooks of the Federation (containing the communications, lectures, and papers from the Amsterdam and London congresses) have been published. Those covering the third (Paris) Congress and the fourth (Munich) Congress are to follow shortly. The contents of these books will be discussed in detail in the next issue of this journal; however, we would like to emphasize here the importance they hold for every Theosophist, and their purchase is most strongly recommended.



[ 33 ] Eine Gruppenfotografie der Kongressteilnchmer von München im Festraum ist durch unser Mitglied Otto Rietmann besorgt worden und ist zu haben bei Herrn Otto Rietmann (Fotograf in St. Gallen, Schweiz, Rorschacherstraße).

[ 33 ] A group photograph of the Munich conference participants in the banquet hall was taken by our member Otto Rietmann and is available from Mr. Otto Rietmann (photographer in St. Gallen, Switzerland, Rorschacherstraße).