The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250
2 February 1913, Berlin
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
49. Zusammenkunft Anlässlich der Angekündigten elften Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft
49. Eleventh Meeting on the Occasion of the Announced Eleventh General Assembly of the German Section of the Theosophical Society
Bericht in den «Mitteilungen für die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft (Theosophischen Gesellschaft), herausgegeben von Mathilde Scholl», Nr. 1/1913
Article in the “Newsletter for Members of the Anthroposophical Society (Theosophical Society),” edited by Mathilde Scholl, No. 1/1913
Um 10¼ Uhr eröffnet Herr Dr. Rudolf Steiner die Versammlung mit folgenden Worten:
At 10:15 a.m., Dr. Rudolf Steiner opened the meeting with the following words:
[ 1 ] «Anstelle der elften Generalversammlung der Deutschen Sektion, die ich, wie Sie vernehmen werden, logischerweise, angesichts der vorgefallenen Tatsachen, abzuhalten nicht mehr in der Lage bin, eröffne ich hiermit die Versammlung der theosophischen Freunde, die hier anwesend sind.
[ 1 ] “In lieu of the eleventh General Assembly of the German Section, which—as you will hear—I am, logically enough, no longer able to hold in light of the events that have occurred, I hereby open the meeting of the Theosophical friends who are present here.
[ 2 ] Ich bitte die Worte ins Auge zu fassen, dass ich logischerweise nicht mehr die Generalversammlung der Theosophischen Gesellschaft Deutscher Sektion, angesichts der vorgefallenen Tatsachen, hier eröffnen kann. Dasjenige, was vorgefallen ist, wird ja Gegenstand der Verhandlung sein; dasjenige, was ich Ihnen vor allem anderen zu sagen habe, ist das, was ja auch in den vorhergehenden Jahren nicht gebunden war an irgendeine äußere Organisation, sondern an unser theosophisches herzliches Zusammenfühlen. Und aus diesem theosophischen herzlichen Zusammenfühlen begrüße ich Sie auch an diesem unserem heutigen Versammlungstage. Es steht zu hoffen, dass dieses herzliche, schöne Band, das uns vereinigt hat so manches Jahr, uns auch diesmal vereinigen wird, soweit wir Verständnis haben für dasjenige, was wir gewollt haben. Und aus dem Gefühl dieses Vereinigtseins lassen Sie mich in wenigen Worten nur die herzliche Begrüßung ausdrücken, in wenigen Worten, weil wir heute noch mancherlei zu tun haben werden und die folgenden Verhandlungen möglichst bald beginnen sollten.
[ 2 ] I ask you to take note of the fact that, logically speaking, I can no longer open the General Assembly of the German Section of the Theosophical Society here, in light of the events that have occurred. What has occurred will, of course, be the subject of our deliberations; what I have to say to you above all else is that, even in previous years, our bond was not tied to any external organization, but rather to our heartfelt theosophical fellowship. And out of this heartfelt theosophical fellowship, I welcome you once again on this day of our gathering. It is to be hoped that this warm, beautiful bond, which has united us for many a year, will unite us once again this time, insofar as we understand what it is we have sought to achieve. And out of this sense of unity, let me express my heartfelt greeting in just a few words—in just a few words, because we still have much to do today and the proceedings that follow should begin as soon as possible.
[ 3 ] Dasjenige, was ich gerne möchte, das ist, dass wenigstens vielleicht in einen einzigen Akt nicht hereinleuchte so mancher finstere Strahl, der später hereinleuchten könnte; das ist, dass wir angesichts der Schwierigkeiten unserer Verhandlungen gleich im Beginne diesmal derjenigen gedenken, welche, seit wir das letzte Mal hier versammelt waren, als unsere lieben theosophischen Freunde den physischen Plan verlassen haben.
[ 3 ] What I would like is for at least one single act to be free from the dark rays that might later cast their shadow; that is, in light of the difficulties of our negotiations, let us remember right at the beginning this time those who, since we were last gathered here, have departed from the physical plane—our dear Theosophical friends.
[ 4 ] Ich brauche ja, nachdem Jahre hindurch über die Gefühle und Empfindungen in solchen Fällen gesprochen worden ist, heute nicht besonders zu betonen, dass für den richtig empfindenden Theosophen der Übergang eines Menschen von einem Plan zu dem anderen eben nur ein Wechsel der Daseinsform ist, und dass, da wir uns verbunden fühlen durch Bande, die nicht an einen Plan gebunden sind, diese Bande zu unseren lieben theosophischen Freunden auch die gleichen bleiben, wenn diese genötigt sind, den einen Plan mit einem andern zu vertauschen. So werden diejenigen, die von uns gegangen sind, an uns ihre liebenden Freunde haben, so werden wir an ihnen liebende Freunde besitzen, indem wir, wo wir nur können, unsere Gedanken hinlenken zu denen, zu denen sie so oftmals gehen durften, als sie noch mit uns arbeiteten auf dem physischen Plan.
[ 4 ] Since feelings and sensations in such cases have been discussed for years, I need not particularly emphasize today that, for the truly sensitive theosophist, a person’s transition from one plane to another is merely a change in the form of existence, and that, since we feel connected by bonds that are not tied to any one plane, these bonds with our dear theosophical friends remain the same even when they are compelled to exchange one plane for another. Thus, those who have departed from us will have us as their loving friends, and we will have them as our loving friends, by directing our thoughts, wherever we can, toward those to whom they were so often permitted to go while they were still working with us on the physical plane.
[ 5 ] In erster Linie habe ich zu gedenken eines Mitgliedes, das lange Jahre in unserer Mitte theosophisch gearbeitet hat, so, dass ihr liebes gutes Herz allüberall intime liebende Freunde ihr zugetragen hat, Frau Mia Holm, die nach schmerzlichem Krankenlager uns im verflossenen Sommer verlassen hat. Diejenigen, welche Gelegenheit gehabt haben, das schöne poetische Talent von Mia Holm auf sich wirken zu lassen, wissen ganz besonders, wie bedeutsam es war, diese Persönlichkeit in unserer Mitte zu haben, und wie wir allen Grund haben, fort und fort dieser Persönlichkeit zu gedenken, soweit wir uns mit ihr verbunden fühlen. Es gibt viele unter uns, die Mia Holm innig liebten, die auch innige Liebe hatten zu ihrer poetischen Begabung, zu ihrer ganzen liebenswerten Persönlichkeit.
[ 5 ] First and foremost, I would like to pay tribute to a member who worked for many years among us in the service of Theosophy, so that her kind and loving heart won her close, loving friends everywhere: Mrs. Mia Holm, who left us last summer after a painful illness. Those who had the opportunity to experience Mia Holm’s beautiful poetic talent know all too well how significant it was to have her in our midst, and how we have every reason to continue to remember her, as long as we feel connected to her. There are many among us who loved Mia Holm dearly and who also held her poetic talent and her entire endearing personality in the highest regard.
[ 6 ] An zweiter Stelle sei mir gestattet, zu nennen nicht nur ein langjähriges Mitglied unserer theosophischen Arbeit, sondern gewissermaßen die älteste Theosophin, die wir überhaupt hatten, unsere liebe Frau Bontemps in Leipzig. Sie gehörte unserer Denkweise und Gesinnung so sehr mit ihrem ganzen Herzen an, dass man, wenn man mit ihr sprach, auch das Gewöhnlichste, das von ihren Lippen kam, durchdrungen fühlte mit theosophischer Empfindung und Herzlichkeit. Und diejenigen, welche Frau Bontemps näher kennengelernt haben, wissen zu schätzen ihr gutes Herz, ihren in so vieler Beziehung großen und umfassenden Charakter, ihre so leicht die Herzen der Menschen berechtigterweise gewinnende theosophische Gesinnung. Es war mir tief befriedigend, dass ich noch in den letzten Zeiten, als sie noch auf dem physischen Plan weilte, ihr manches Wort zusprechen konnte, als sie ihr Krankenlager nicht mehr verlassen konnte. Und wie so manches Wort, das ich in ihren gesünderen Tagen mit ihr sprechen konnte, so werden mir auch die Gespräche unvergesslich sein, die ich an ihrem letzten Krankenlager mit ihr führen durfte.
[ 6 ] Second, allow me to mention not only a long-standing member of our Theosophical work, but also, in a sense, the oldest female Theosophist we have ever had: our dear Mrs. Bontemps in Leipzig. She was so wholeheartedly committed to our way of thinking and our spirit that, when speaking with her, even the most ordinary words that came from her lips felt imbued with theosophical feeling and warmth. And those who came to know Mrs. Bontemps more closely appreciate her kind heart, her character—which was in so many respects grand and all-encompassing—and her theosophical spirit, which so easily and rightly won people’s hearts. It gave me deep satisfaction that, even in her final days, while she was still on the physical plane and could no longer leave her sickbed, I was able to exchange a few words with her. And just as many of the words I shared with her during her healthier days remain with me, so too will the conversations I was privileged to have with her at her deathbed remain unforgettable.
[ 7 ] Zu gedenken habe ich des Fräuleins [Clara Brandt], die durch einen bedauerlichen Unglücksfall diesen Sommer ihr Leben auf dem physischen Plan geendet hat. Ich betone ausdrücklich, weil Missverständnisse vielfach sich verbreitet haben, dass es sich bei Fräulein [Brandt] handelt um einen ganz natürlichen Tod, veranlasst durch einen Schwächezustand, der das Unglück, ihren unglücklichen Sturz, herbeigeführt hat; es handelt sich um nichts anderes als um einen ganz natürlichen Tod. Wir gedenken ihrer, wie sie viele Jahre in Treue, trotz mancher Schwierigkeiten, an der theosophischen Sache gehangen hat, wie diese theosophische Sache dasjenige aus ihrer Seele machte, was sie hier sein wollte.
[ 7 ] I would like to remember Miss [Clara Brandt], whose life on the physical plane came to an end this summer due to a regrettable accident. I wish to emphasize—since misunderstandings have become widespread—that Miss [Brandt]’s death was entirely natural, caused by a state of physical weakness that led to the accident, her unfortunate fall; it was nothing other than a completely natural death. We remember her for the many years she devoted herself faithfully to the Theosophical cause, despite many difficulties, and how this Theosophical cause made her soul what she wanted it to be here.
[ 8 ] Vieler treuer, lieber Freunde, sowohl zuletzt noch vor ihrem Tode gewonnener als auch durch lange Jahre bei uns weilender Freunde, habe ich zu gedenken. Wollte ich alles hier aussprechen, was mir auf dem Herzen liegt, so würde eine sehr lange Rede aus dem werden, was nur einen Wert hat, wenn wir alle eine liebevolle Gesinnung zum Ausgangspunkt unserer Gedanken an die hinübergegangenen Freunde machen.
[ 8 ] I have many faithful, dear friends to remember—friends I made just before their deaths as well as those who have been with us for many years. If I were to express here everything that is on my heart, it would turn into a very long speech—one that has value only if we all make a loving spirit the starting point of our thoughts about the friends who have passed on.
[ 9 ] So habe ich zu gedenken eines langjährigen Mitgliedes, des Herrn Leo Ellrich aus der Leipziger Loge.
[ 9 ] I would like to pay tribute to a long-standing member, Mr. Leo Ellrich of the Leipzig Lodge.
[ 10 ] So [habe ich] zu gedenken eines besonders schmerzlich berührenden Todes, weil wir nicht nur in diesem Falle schmerzlich berührt sind davon, dass die betreffende Tote den physischen Plan verlassen hat, sondern auch zurückgelassen hat den tieftrauernden Gatten, der unser liebes Mitglied ist. Wenn wir die schöne Art betrachten, wie Frau Doktor [Roesel], die der Bielefelder Loge angehörte, sich in die theosophische Bewegung hineingefunden hat, wie sie hineinstrebte, wenn wir dessen gedenken, dann machen wir uns ganz bestimmt zu Mitempfindern unseres lieben Freundes Herrn Doktor [Roesel], der ein so treues, viel beliebtes Mitglied ist.
[ 10 ] Thus [I] wish to commemorate a particularly poignant death, because in this case we are deeply moved not only by the fact that the deceased has left the physical plane, but also because she has left behind her deeply grieving husband, who is a dear member of ours. When we consider the beautiful way in which Dr. [Roesel], who belonged to the Bielefeld Lodge, found her way into the Theosophical Movement—how she strove to be a part of it—and when we reflect on this, we certainly come to share in the grief of our dear friend, Dr. [Roesel], who is such a loyal and much-loved member.
[ 11 ] Zu gedenken habe ich zweier Baseler Freunde, die in ihrem engeren Kreise sehr geschätzt und geliebt wurden, der beiden Mitglieder Gottlieb [Hiltboldt] und Wilhelm Vockroth. Sie waren treue, liebe, aufopferungsfähige, theosophische Mitarbeiter.
[ 11 ] I would like to remember two friends from Basel who were greatly appreciated and loved within their close circle: Gottlieb [Hiltboldt] and Wilhelm Vockroth, both of whom were members. They were loyal, kind, self-sacrificing, and dedicated Theosophical colleagues.
[ 12 ] Zu gedenken habe ich ferner jenes Mannes, der aus dem nicht nur durch physische Leiden schmerzlichen Dasein mit dem Tode abgegangen ist, unseres Freundes Hugo [Boltze] in Eisenach. Die meisten unserer Freunde kennen Hugo [Boltze]; er hatte wirklich recht viel zu leiden, und wir waren ihm in Treue und Liebe zugetan und werden es bleiben. Nach siebenjähriger, sehr leidvoller Krankheit musste diese Krankheit zum Tode führen. Wir stehen ihm so gegenüber, dass wir die besten, liebevollsten Gedanken ihm sicherlich nachsenden werden.
[ 12 ] I must also remember that man who passed away, having lived a life made painful not only by physical suffering—our friend Hugo [Boltze] in Eisenach. Most of our friends know Hugo [Boltze]; he truly suffered a great deal, and we were devoted to him in loyalty and love—and will remain so. After seven years of a very painful illness, this illness ultimately led to his death. We honor him in such a way that we will certainly send him our best and most loving thoughts.
[ 13 ] Wir haben ferner zu gedenken eines lieben Freundes, der, nachdem er Heilung gesucht hatte in einer südlichen theosophischen Kolonie, doch nicht am physischen Leben erhalten werden konnte, des Herrn Hans Schellbach. Es braucht nur gesagt zu werden, dass er seine theosophische Gesinnung, so wie er sie im Leben jederzeit bewiesen hat, bis zum letzten Atemzuge treu bewahrt hat. Dass sie ihm heilsame Arznei war, dass er hing an der Theosophie so, dass sie ihm jene Kraft war, die den Menschen aufrechterhalten kann in den glücklichsten sowohl wie in den leidvollsten Augenblicken des Lebens.
[ 13 ] We must also remember a dear friend, Mr. Hans Schellbach, who, after seeking healing in a southern Theosophical colony, could not be saved from physical death. It suffices to say that he remained faithful to his Theosophical convictions—as he had always demonstrated throughout his life—until his very last breath. That they were a healing balm to him; that he was so devoted to Theosophy that it gave him the strength that can sustain a person in both the happiest and the most painful moments of life.
[ 14 ] Zu gedenken habe ich eines Freundes, dessen Tod in einer gewissen Beziehung etwas außerordentlich Tragisches hat, der innig befreundet war mit einem, dem theosophischen Leben nahestehenden Kreise, des Herrn Georg Bauernfeind. Es würde hier nicht am Platze sein, zu sprechen über Einzelheiten des Lebens unseres Freundes, es soll nur gesagt werden, dass Theosophie dazu führen kann, dass wir in unseren Empfindungen eine jede Art des Suchens, eine jede Art des geistigen Erlebens verstehen, und dass wir auch dieses Mannes letzten Todesweg verstehen werden.
[ 14 ] I wish to commemorate a friend whose death, in a certain sense, is exceptionally tragic—a man who was a close friend of Mr. Georg Bauernfeind, who belonged to a circle closely associated with theosophical life. It would not be appropriate here to discuss the details of our friend’s life; suffice it to say that theosophy can enable us to understand, in our feelings, every kind of seeking and every kind of spiritual experience—and that we will also come to understand this man’s final journey toward death.
[ 15 ] Ferner habe ich zu gedenken eines Mannes, der viel Theosophie in seiner Gesinnung hatte, den aber nur wenige kennenlernten, Mister Meakin, der im Oktober vorigen Jahres hinweggegangen ist vom physischen Plan, nachdem er längere Zeit immer intensiver und intensiver mit uns gearbeitet hat.
[ 15 ] I would also like to remember a man who held strong theosophical convictions, but whom few had the opportunity to meet: Mr. Meakin, who departed from the physical plane in October of last year, after having worked with us for a long time with ever-increasing intensity.
[ 16 ] Fräulein [Bloecker], Frau Major Herbst, Frau Marty, auch ihrer habe ich zu gedenken. Wenn sie auch weniger hervorgetreten sind in unserer Bewegung, so sind wir doch nicht weniger dazu berufen, uns über den Tod hinaus mit ihnen vereint zu fühlen. Wir wissen ja, meine lieben theosophischen Freunde, wie unauflöslich unser Band bleibt mit denjenigen, die den physischen Plan durch den Tod verlassen haben, von denen wir wissen, dass sie eine andere Lebenssphäre betreten haben. So sei denn in diesem Augenblicke der Vereinigung der Ausgangspunkt genommen zu dem, dass Sie in dem zuletzt ausgesprochenen Sinne sich verbunden fühlen mit diesen von uns gegangenen Freunden, dass Sie sich auch in Zukunft mit diesen Freunden in Verbindung fühlen werden. Diese liebevollen Gedanken und Empfindungen, die wir zu unseren dahingeschiedenen Freunden senden, wollen wir ausdrücken, indem wir uns von unseren Sitzen erheben.» - Die Versammlung ehrt das Andenken der genannten Personen durch Erheben von den Sitzen.
[ 16 ] Miss [Bloecker], Mrs. Major Herbst, Mrs. Marty—I must also remember them. Even though they were less prominent in our movement, we are no less called upon to feel united with them beyond death. We know, my dear Theosophical friends, how indissoluble our bond remains with those who have left the physical plane through death, those whom we know have entered another sphere of life. Let this moment of gathering, then, serve as the starting point for you to feel connected to these friends who have departed from us in the sense just described, and for you to continue to feel connected to these friends in the future as well. Let us express these loving thoughts and feelings that we send to our departed friends by rising from our seats.” - The assembly honors the memory of the aforementioned individuals by rising from their seats.
[ 17 ] Herr Dr. Steiner: «Meine lieben theosophischen Freunde! Zunächst ist eine Anfrage eingelaufen, die ich zu beantworten habe als eine Anfrage zur Geschäftsordnung. Die Anfrage lautet:
[ 17 ] Dr. Steiner: “My dear Theosophical friends! First, a question has been submitted that I must address as a point of order. The question reads:
Wird der Vorstands-Beschluss vom 8. Dezember 1912, die Mitglieder des ‹Ordens vom Stern des Ostens› aus der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft auszuschließen, als perfekt geworden angesehen, ‚ohne dass die Generalversammlung als solche darüber abgestimmt und sich damit einverstanden erklärt hat?
Hermann Ahner
Is the Executive Committee’s resolution of December 8, 1912, to expel the members of the “Order of the Star of the East” from the German Section of the Theosophical Society considered to have taken effect “without the General Assembly as such having voted on it and given its consent”?
Hermann Ahner
[ 18 ] Ich möchte nur ein paar Worte zu dieser Anfrage hinzufügen. Ich möchte sagen, dass der Beschluss, die Mitglieder des Stern des Ostens ohne Weiteres auszuschließen, in dieser Fassung vom Vorstande niemals gefasst worden ist, sondern dass die Mitglieder des Stern des Ostens» gebeten worden sind, auszutreten, widrigenfalls der Vorstand sich genötigt schen würde, sie auszuschließen. Nun war aber eine Anfrage eines Mitgliedes des «Stern des Ostens» eingelaufen, die dahin ging, ob ein solches Mitglied in dem Falle dann noch da bleiben dürfe in der Versammlung, und ob ich wünsche, dass dieses Mitglied einige freundliche Worte an die Generalversammlung richte. Ich habe geantwortet, dass ich eigentlich genug habe, mich irgendwie in die Angelegenheiten der Generalversammlung einzumischen, und dass die Generalversammlung darüber zu bestimmen haben werde. Es hat sich dann während meiner Abwesenheit der Vorstand genötigt geschen, an die Delegierten nun selber die Anfrage zu richten, ob sie wünschen, dass Mitglieder des Stern des Ostens» der heutigen Generalversammlung beiwohnen. Darauf haben die Delegierten fast ausnahmslos geantwortet, dass sie nicht wünschten, dass Mitglieder des Stern des Ostens» anwesend sind. Ich war also nach dieser Kundgebung der Delegierten nicht mehr berechtigt, den Mitgliedern des ‚Stern des Ostens die Generalversammlung zu öffnen. Und was auch an Entstellungen in der Welt geleistet worden ist, diejenigen, die prüfen wollen, werden sehen, dass ich niemals anders gehandelt habe, denn als Vertreter, als ausführendes Organ der Deutschen Sektion. Als Generalsekretär wollte ich niemals dem eigenen, sondern stets nur dem Willen der Sektion folgen.
[ 18 ] I would just like to add a few words regarding this inquiry. I would like to say that the decision to simply expel the members of the “Stern des Ostens” was never made by the Executive Board in this form, but rather that the members of the “Stern des Ostens” were asked to resign; otherwise, the Executive Board would be compelled to expel them. However, a request had been received from a member of the “Stern des Ostens” asking whether such a member would still be permitted to remain in the assembly in that case, and whether I would like that member to address a few friendly words to the General Assembly. I replied that I had actually had enough of interfering in any way in the affairs of the General Assembly, and that the General Assembly would have to decide on the matter. During my absence, the Executive Board then felt compelled to address the delegates directly, asking whether they wished for members of the “Stern des Ostens” to attend today’s General Assembly. The delegates replied, almost without exception, that they did not wish for members of the “Stern des Ostens” to be present. Following this expression of the delegates’ will, I was therefore no longer authorized to admit members of the “Stern des Ostens” to the General Assembly. And no matter what distortions have been spread throughout the world, those who wish to investigate will see that I have never acted other than as a representative, as the executive body of the German Section. As General Secretary, I never sought to follow my own will, but always and only that of the Section.
[ 19 ] Des Weiteren aber ist zu sagen, dass in ganz sinngemäßer Weise, nachdem ich die Sache lange überlegt habe, weil die Sache gar nicht mehr anders sein kann, ich nicht mehr in der Lage bin, überhaupt noch die elfte Generalversammlung der Deutschen Sektion abzuhalten, sondern nur an ihrer Stelle abzuhalten eine Versammlung unserer Freunde, weil logisch eine Deutsche Sektion nicht mehr besteht. Nach dem Vorstandsbeschlusse von gestern ist es nicht mehr möglich, diese Versammlung in der Art abzuhalten, wie die bisherigen Generalversammlungen abgehalten worden sind. Damit entfällt aber überhaupt die Möglichkeit, diese heutige Versammlung anzufechten. Ich werde diese Versammlung hinterher als eine Urversammlung behandeln. Daher ist zu bedenken, ob überhaupt noch eine Veranlassung vorliegt, in dieser Versammlung zu entscheiden, ob der Vorstandsbeschluss, die Mitglieder des Stern des Ostens auszuschließen, ausgeführt werden soll oder nicht.» - Es wird nun dieser Vorstandsbeschluss verlesen.
[ 19 ] Furthermore, however, it must be said that, after giving the matter long and careful consideration—since the situation simply cannot be any other way—I am no longer in a position to hold the eleventh General Assembly of the German Section at all, but only to hold, in its place, a gathering of our friends, because, logically, a German Section no longer exists. Following yesterday’s Executive Committee decision, it is no longer possible to hold this meeting in the same manner as previous General Assemblies have been held. This, however, completely eliminates any possibility of challenging today’s meeting. I will treat this meeting retrospectively as a founding assembly. It is therefore worth considering whether there is any reason at all to decide in this meeting whether the Executive Board’s resolution to expel the members of Stern des Ostens should be carried out or not.” — This Executive Board resolution is now being read aloud.
Theosophische Gesellschaft, Deutsche Sektion.
An die verehrten Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, welche Mitglieder des «Sternes des Ostens sind.
Die Unterzeichneten sind verpflichtet, Ihnen hierdurch die Mitteilung zu machen, dass der am 8. Dezember 1912 zu außerordentlicher Sitzung versammelte Vorstand den unten angeführten Beschluss gefasst hat. Dieser Beschluss ist nicht wegen etwa bestehender Meinungsverschiedenheiten oder voneinander abweichender Standpunkte gefasst, die selbstverständlich in der Theosophischen Gesellschaft repräsentiert sein können, sondern lediglich aus dem Grunde, weil die Art, wie die Leitung des «Sternes des Ostens» sich zur Deutschen Sektion gestellt hat, dieser ganz unvereinbar erscheint mit dem ersten Paragraf der Satzungen der Theosophischen Gesellschaft. Wenn also etwa gesagt würde, die Deutsche Sektion schließe gewisse Meinungen und Standpunkte aus, so muss dies von vorneherein als eine Unrichtigkeit bezeichnet werden.
Der oben erwähnte Beschluss lautet: «Der Vorstand der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft betrachtet die Zugehörigkeit zum Orden des Star of the East (Stern des Ostens) als unvereinbar mit der Mitgliedschaft der Theosophischen Gesellschaft und bittet die Mitglieder des Star of the East (Stern des Ostens), aus der Theosophischen Gesellschaft auszutreten.
Der Vorstand der Deutschen Sektion wird sich gezwungen sehen, Mitglieder, welche dieser Bitte nicht entsprechen, aus der Deutschen Sektion auszuschließen.»
Im Auftrage des Vorstandes der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft.
Der Generalsekretär. Der Sekretär.
Theosophical Society, German Section.
To the esteemed members of the German Section of the Theosophical Society who are members of the “Star of the East.”
The undersigned are hereby obliged to inform you that the Executive Committee, having convened for an extraordinary meeting on December 8, 1912, has adopted the resolution set forth below. This resolution was not adopted because of any existing differences of opinion or divergent viewpoints—which, of course, may be represented within the Theosophical Society—but solely because the manner in which the leadership of *The Star of the East* has positioned itself toward the German Section appears to the German Section to be entirely incompatible with the first paragraph of the Bylaws of the Theosophical Society. If, therefore, it were to be said that the German Section excludes certain opinions and viewpoints, this must be regarded from the outset as an inaccuracy.
The aforementioned resolution reads: “The Executive Committee of the German Section of the Theosophical Society considers membership in the Order of the Star of the East to be incompatible with membership in the Theosophical Society and requests that members of the Star of the East resign from the Theosophical Society.
The Executive Committee of the German Section will be compelled to expel from the German Section any members who do not comply with this request.
On behalf of the Executive Committee of the German Section of the Theosophical Society.
The General Secretary. The Secretary.
[ 20 ] [Herr Dr. Steiner:] «Die Delegierten haben sich ja bereits mit diesem Beschluss einverstanden erklärt, aber wenn Herr Ahner darüber sprechen will, so steht ihm das natürlich frei.»
[ 20 ] [Dr. Steiner:] “The delegates have already agreed to this resolution, but if Mr. Ahner wishes to speak about it, he is, of course, free to do so.”
[ 21 ] Herr Ahner: «Ich finde keinen Grund, weshalb die Mitglieder des ‹Stern des Ostens› ausgeschlossen sein sollten. Die Theosophische Gesellschaft, die alles umfassende Gesellschaft, hat Plätze für alle. Deshalb ist es mir nicht sympathisch, solche Leute auszuschließen, die ein höheres Leben hineinbringen wollen und ein höheres Leben anregen. Ich weiß nicht, weshalb Sternmitglieder ausgeschlossen werden. Ich weiß nicht, inwiefern der Vorstand ein Recht dazu hat. Ich möchte wissen, ob dieser Vorstandsbeschluss überhaupt rechtskräftig ist. Ich selber bin kein Sternmitglied, aber ich bedaure, nicht zu verstehen, und ich begreife nicht, weshalb das geschehen soll, weshalb Disharmonien da sein sollten. Ich will also den Ausschluss nicht von meinem Standpunkt aus, Sie können ja natürlich darüber anders denken. Mir ist das zuwider, entschieden unsympathisch, wenn wir unsere Brüder in allen Menschen sehen und dann diese in liebloser Weise ausschließen. Ich habe darüber nichts weiter zu sagen, es ist weiter nichts als eine Anfrage gewesen, auf die eine Antwort ja auch schon erfolgt ist. Ich habe weiter nichts darüber zu sagen.»
[ 21 ] Mr. Ahner: “I see no reason why the members of the ‘Star of the East’ should be excluded. The Theosophical Society, which is an all-encompassing society, has room for everyone. That is why I am not in favor of excluding people who want to bring a higher way of life into the Society and inspire a higher way of life. I don’t know why ‘Star of the East’ members are being expelled. I don’t know to what extent the Executive Board has the right to do so. I would like to know whether this Executive Board resolution is legally binding at all. I myself am not a ‘Star of the East’ member, but I regret that I don’t understand, and I don’t grasp why this should happen, why there should be disharmony. So from my point of view, I do not want the expulsion—though you may, of course, think differently about it. I find it repugnant, decidedly unsympathetic, when we see our brothers in all people and then exclude them in such a heartless manner. I have nothing further to say on the matter; it was nothing more than a question, to which an answer has already been given. I have nothing further to say on the matter.”
[ 22 ] Herr Dr. Steiner: «Wünschen Sie eine Abstimmung darüber?» Herr Ahner: «Ja, wenn es möglich ist.»
[ 22 ] Dr. Steiner: “Would you like to put this to a vote?” Mr. Ahner: “Yes, if possible.”
[ 23 ] Herr Dr. Steiner: «Da eine Abstimmung stattfinden soll, bitte ich die Delegierten, sich zu erheben, die für die Ausschließung der Sternmitglieder sind.»
[ 23 ] Dr. Steiner: “Since a vote is to be held, I ask the delegates who are in favor of excluding the Stern members to stand.”
[ 24 ] Es wird abgestimmt. Mit Ausnahme von Herrn Ahner sind die Delegierten für die Ausschließung.
[ 24 ] A vote is being taken. With the exception of Mr. Ahner, the delegates are in favor of expulsion.
[ 25 ] Herr Dr. Steiner: «Das ist zweifellos die Majorität, wenn auch die Stimmen noch nicht gezählt sind. Zur Vorsicht möchte ich aber, dass auch noch die gesamte Versammlung darüber abstimmt. Abstimmung.» - Mit Ausnahme von fünf sind alle für die Ausschließung.
[ 25 ] Dr. Steiner: “That is undoubtedly the majority, even though the votes have not yet been counted. To be on the safe side, however, I would like the entire assembly to vote on this as well. Let’s take a vote.”—With the exception of five, everyone is in favor of the expulsion.
[ 26 ] Herr Dr. Steiner: «So bin ich nicht in der Lage, da ich mich auch diesmal lediglich als ausführendes Organ betrachte, den Beschluss des Vorstandes rückgängig zu machen und die Mitglieder des «Stern des Osten» jetzt noch rufen zu lassen.
[ 26 ] Dr. Steiner: “Since I consider myself merely an executive body in this instance as well, I am not in a position to reverse the Executive Board’s decision and have the members of ‘Stern des Osten’ summoned at this late stage.
[ 27 ] Meine lieben theosophischen Freunde! Mit einem gewissen Schmerz, den viele von Ihnen vielleicht mitfühlen werden, welche die Jahre hindurch mit mir gearbeitet haben, beginne ich diese Auseinandersetzung. Gedenken muss ich dabei selber jenes Momentes, wo wir vor einer Reihe von Jahren mit einer geringen Anzahl von Freunden geschritten sind hier in dieser Stadt zur Begründung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Wir schritten damals zur Begründung dieser Sektion, weil wir vor uns hatten das Ideal und die Absicht, innerhalb der Theosophischen Bewegung zu arbeiten für dasjenige, was wir als hohe Güter der Menschheitsentwicklung ansehen. Mit Empfindungen, welche lediglich darauf hinausliefen, treulich zu arbeiten auf dem angedeuteten Felde, so schritten wir dazumal in diese Bewegung hinein. Es wurde dazumal ein Vorstand gewählt in der ersten, konstituierenden Generalversammlung.
[ 27 ] My dear Theosophical friends! It is with a certain sadness—which many of you who have worked with me over the years may share—that I begin this discussion. I myself must recall that moment several years ago when, together with a small number of friends, we took the first steps here in this city to establish the German Section of the Theosophical Society. We took those steps to establish this Section because we were guided by the ideal and the intention to work within the Theosophical Movement for what we regard as the highest goods of human development. With feelings that amounted simply to a desire to work faithfully in the field indicated, we joined this movement at that time. An executive committee was elected at that time during the first, constituent general assembly.
[ 28 ] Es sind ja nicht alle mehr, die damals gewählt wurden, innerhalb des Vorstandes; es sind auch nicht alle mehr auf dem physischen Plan.
[ 28 ] Not everyone who was elected back then is still on the board; nor are all of them still with us.
[ 29 ] Die erste Schwierigkeit, welche uns erwuchs, nachdem mir mancherlei Schwierigkeiten vorangegangen waren, war diese, die ausging von einem Mann, der auch jetzt wiederum mit den Schwierigkeiten innerhalb der Deutschen Sektion innerhalb der Theosophischen Gesellschaft begonnen hat. Nachdem dazumal Doktor Hübbe-Schleiden von uns als sozusagen einer der Veteranen der theosophischen Bewegung bereitwilligst in den Vorstand gewählt worden war, begann er nach wenigen Wochen Brief nach Brief zu schreiben, und mit all diesen Briefen war wirklich nichts anzufangen. In den Briefen, die zum Teil der Sektionsgründung vorangingen, zum Teil folgten, waren solche wie zum Beispiel der, welcher den Inhalt hatte: Man solle den Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft, das Adyar-Präsidium, in seiner Macht beschränken, anstelle desselben eine Art von Areopag von Mitgliedern einsetzen, der an der Spitze autonomer Landesgesellschaften steht, sodass in keiner Weise hineingeredet werden könne von einem Präsidium aus. Eine ganz republikanische Gestaltung der Theosophischen Gesellschaft wünschte damals Doktor Hübbe-Schleiden. Ein anderer Vorschlag bestand dann darin, die Frauen von der theosophischen Bewegung auszuschließen, aus einer Bewegung, in der herrschen sollte Vernunft und Urteilsfähigkeit, weil den Frauen weniger Vernunft und Urteilsklarheit zuzusprechen sei als den Männern, weil sie weniger mentale Begabung hätten. Ich habe mir damals den leisen Einwand erlaubt, ob denn auch die tote Frau Blavatsky, die die Bewegung gegründet hat, ausgeschlossen werden sollte, bekam aber keinen Aufschluss darüber. Vor dem Genueser Kongress machte Doktor Hübbe-Schleiden den Vorschlag, mit mir und einigen andern Mitgliedern, unter denen nicht das astrale Element der Frauen, sondern das mentale der Männer vertreten sein solle, vor dem genannten Kongress zu verhandeln über das, was der Gesellschaft heilsam sei, denn er sei bekannt mit den Intentionen, wie sie ursprünglich gehabt haben Frau Blavatsky und Frau Besant. Dann aber folgte die Aufforderung, dass an jener Konferenz nur urteilsfähige Männer, die allein eine mentale Begabung hätten, teilnehmen sollten. Ich habe nicht Gelegenheit gehabt, zu fragen, wie denn der Briefschreiber die beiden Frauen im ersten Teile des Briefes berechtigterweise habe nennen können, da er im letzten Teile des Briefes, auf derselben Seite, das angeführte Urteil abgegeben hat.
[ 29 ] The first difficulty we encountered—after having already faced various other difficulties—was one caused by a man who has now, once again, stirred up trouble within the German Section of the Theosophical Society. After Dr. Hübbe-Schleiden had been willingly elected to the Executive Committee—as, so to speak, one of the veterans of the Theosophical Movement—he began, after just a few weeks, to write letter after letter, and there was really nothing to be done with any of these letters. Among the letters—some of which preceded the founding of the Section and others which followed—were ones such as, for example, the one that read: The president of the Theosophical Society—the Adyar Presidium—should have his power restricted, and in its place a sort of Areopagus of members should be established, standing at the head of autonomous national societies, so that no interference could come from a presidium. At that time, Dr. Hübbe-Schleiden desired a completely republican structure for the Theosophical Society. Another proposal was to exclude women from the Theosophical Movement—a movement in which reason and sound judgment were supposed to prevail—because women were deemed to possess less reason and clarity of judgment than men, and because they were considered to have less mental aptitude. At the time, I ventured a quiet objection, asking whether the late Madame Blavatsky, who had founded the movement, should also be excluded, but received no clarification on the matter. Before the Genoa Congress, Dr. Hübbe-Schleiden proposed that I, along with several other members—among whom the astral element of women, but rather the mental element of men, should be represented—negotiate before the aforementioned Congress regarding what would be beneficial for the Society, since he was familiar with the intentions that Mrs. Blavatsky and Mrs. Besant had originally held. But then came the request that only men of sound judgment, who possessed solely a mental aptitude, should participate in that conference. I have not had the opportunity to ask how the author of the letter could have justifiably mentioned the two women in the first part of the letter, since in the last part of the letter, on the same page, he issued the aforementioned judgment.
[ 30 ] Nach dieser Anführung einer späteren Tatsache fahre ich fort, von der Mitteilung aus, dass uns Schwierigkeiten erwachsen sind schon im Beginn der Sektionsgründung, und dass dann Doktor Hübbe-Schleiden nach ein paar Wochen aus dem Vorstande ausgetreten ist, ohne irgendwie dazu gedrängt worden zu sein. Diejenigen unserer Freunde, die etwas darüber wissen können, werden wissen, wie ich in den zehn Jahren, die seitdem verflossen sind, in allen Dingen Doktor Hübbe-Schleiden entgegengekommen bin. Ich glaube, ich darf hier diese Sachen berühren, weil hier sich heute das Sachliche mit dem Persönlichen in sachlicher Weise zusammenschließen soll. Ich glaube, es gibt unter Ihnen solche Mitglieder, welche wissen, wie zwar aus voller Liebe, aus berechtigtem Wohlwollen und berechtigter Menschlichkeit heraus, diejenigen unserer Freunde, die etwas brauchen, das in Anspruch nehmen -ich darf es sagen, in Anspruch nehmen - dasjenige, was man die Zeit nennt, was eben nicht elastisch ist und gedehnt werden kann. Indem ich dieses In-AnspruchNehmen als etwas absolut Berechtigtes hinstelle, ist doch die Tatsache nicht in Abrede zu stellen, dass ungeheure Mengen von Zeit verwendet worden sind im unmittelbaren Verkehre von Mensch zu Mensch. Von Mensch zu Mensch ist die überwiegend meiste Zeit verwendet worden in unserer Arbeit. Und es mag einmal die Frage aufgeworfen werden, ob es innerhalb dieser Handhabung der theosophischen Liebe innerhalb unserer Gesellschaft, ob es möglich war, darauf einzugehen, dass Leuten, die nur als Störenfriede kamen, unsere kostbare Zeit geopfert werden sollte. Das war der Grund der verschiedenen Maßnahmen, die getroffen worden sind. Aus diesen Überzeugungen heraus, aus wirklicher Einsicht, haben wir die Beschränkungen eintreten lassen, aus keinem anderen Grunde, als weil wir arbeiten wollten in wahrer Menschenliebe, und weil wir nicht nur von Liebe triefende Redensarten machen wollten, und deshalb uns nicht durch unaufrichtige Störerei die Zeit wegnehmen lassen wollten.
[ 30 ] After this mention of a later event, I will continue with the account of how we encountered difficulties right from the start of the section’s founding, and how Dr. Hübbe-Schleiden then resigned from the executive committee after a few weeks, without having been pressured to do so in any way. Those of our friends who may know something about this will be aware of how, in the ten years that have passed since then, I have gone out of my way to accommodate Dr. Hübbe-Schleiden in every respect. I believe I am justified in touching on these matters here, because today the factual and the personal are to be brought together in an objective manner. I believe there are members among you who know how—though out of pure love, justified goodwill, and justified humanity—those of our friends who are in need make use of—I may say, make use of—what is called time, which is, after all, not elastic and cannot be stretched. While I acknowledge this “taking” as something entirely justified, the fact remains that immense amounts of time have been spent in direct, person-to-person interaction. The vast majority of time in our work has been devoted to person-to-person interaction. And the question may well be raised as to whether, within this practice of theosophical love within our society, it was possible to accept that our precious time should be sacrificed for people who came only to cause trouble. That was the reason for the various measures that were taken. Based on these convictions, on genuine insight, we have implemented these restrictions—for no other reason than that we wanted to work in true love for humanity, and because we did not want to merely spout love-soaked platitudes, and therefore did not want to let insincere disruptions steal our time.
[ 31 ] Derjenige, der das am meisten wissen konnte, dass wir unmöglich vorwärtskommen können, wenn jeder störend hereinkommen kann, war Doktor Hübbe-Schleiden. Denn ich darf ganz objektiv sagen, zu denjenigen Menschen, die mich oft am längsten in Anspruch genommen haben, gehört Doktor Hübbe-Schleiden. Niemals wäre dieses Wort über meine Lippen gekommen, wenn die Notwendigkeit mir nicht abringen müsste dieses Wort. Es ist einmal notwendig, dass die Maske von vielem herunterfalle, was von Liebe trieft, aber ganz anderes im Herzen trägt.
[ 31 ] The person who knew best of all that we could never make any progress if anyone could just barge in and disrupt things was Dr. Hübbe-Schleiden. For I can say quite objectively that Dr. Hübbe-Schleiden is among those people who have often taken up the most of my time. These words would never have passed my lips if necessity had not forced them out of me. It is necessary, once and for all, that the mask fall from many things that drip with love but harbor something entirely different in their hearts.
[ 32 ] Kein Mensch sollte, wenn er friedlich mit uns arbeiten wollte, durch seine Anschauung, durch seinen Standpunkt, durch seine Gesinnung als aus unserer Deutschen Sektion ausgeschlossen betrachtet werden können. Dass jede Loge das Recht hat, sich selber Bedingungen zu stellen, ist selbstverständlich. Ein anderer Beschluss ist nicht gefasst worden, als dass auf dem Aufnahmeformular stehen sollte, neben den Namen der beiden Bürgen auch der Name des Logenvorstandes, damit der Generalsekretär informiert sei, ob der Logenvorstand damit einverstanden ist. Dabei konnte noch immer jeder Sektionsmitglied werden. Von einer Statutenänderung kann also überhaupt nicht die Rede sein. Daher darf strikte gesagt werden, dass in den Usancen der Aufnahme von Mitgliedern ein praktisches Resultat durch diesen Beschluss gar nicht eingetreten ist. Alle diejenigen, die später abgelehnt worden sind, wären auch früher abgelehnt worden.
[ 32 ] No one who wishes to work peacefully with us should be considered excluded from our German Section on the basis of their views, their standpoint, or their convictions. It goes without saying that every lodge has the right to set its own conditions. No other resolution was passed other than that the admission form should include, alongside the names of the two sponsors, the name of the lodge executive committee, so that the General Secretary would be informed whether the lodge executive committee agreed to the admission. Anyone could still become a member of the Section. There can therefore be no question of an amendment to the bylaws. It can thus be stated unequivocally that this resolution had no practical effect whatsoever on the customary procedures for admitting members. All those who were later rejected would have been rejected earlier as well.
[ 33 ] Bevor ich zu demjenigen komme, was heute gesagt werden muss, muss schon ein wenig Historisches hier vorgebracht werden. Es gehört zu mancherlei Dingen, die sich zutrugen, auch, dass sich Schwierigkeiten herausstellten, die sich für alle Mitarbeiter mit Misses Besant herausstellten. Alle haben diese Schwierigkeiten kennengelernt, und haben sie zahlreich, privatim und öffentlich ausgesprochen. Man sollte diese Dinge nur richtig einschätzen wollen. Einmal, ich kann heute noch genau den Ort zeigen, wo das geschah, sagte ich zu Doktor Hübbe-Schleiden, es sei wirklich recht schwierig, mit Misses Besant zu arbeiten. Das war vor dem Jahre 1906, bevor sie Präsidentin wurde. Da sagte mir Doktor Hübbe-Schleiden, dass sei darum so, weil sie erstens ein Weib sei und zweitens keine mentale Bildung habe.
[ 33 ] Before I get to what needs to be said today, I must first provide a little historical context. Among the various events that took place, difficulties arose that affected all of Miss Besant’s colleagues. Everyone became aware of these difficulties and spoke about them frequently, both privately and publicly. One should simply seek to assess these matters correctly. On one occasion—and I can still point out the exact spot where this happened today—I told Dr. Hübbe-Schleiden that it was truly quite difficult to work with Misses Besant. That was before 1906, before she became president. Dr. Hübbe-Schleiden then told me that this was because, first, she was a woman, and second, she lacked intellectual education.
[ 34 ] Dann kamen die verschiedenen sich folgenden Ereignisse, die ja der Deutschen Sektion nur soweit bekannt geworden sind, als sie pflichtgemäß bekannt gegeben werden mussten. Es kam die unleidliche Affäre Leadbeater. Aus einem Zirkular wissen Sie, dass ich die Methode Leadbeaters strikte und energisch abgelehnt habe, da, wenn sie allgemein würde, sie die ganze theosophische Bewegung zum Untergange bringen müsse. Misses Besant hatte damals eine andere Meinung über Leadbeater; sie schickte dazumal einen ausführlichen Brief an eine Anzahl von Mitgliedern, in dem zu lesen war, dass das, was Leadbeater getan habe, nur ein Mensch tun könne, der in diesem Punkte von Irrsinn befallen ist. Das war im Juni 1906. Ich würde diesen Brief nicht erwähnen, wenn er mittlerweile nicht in Journalen der Hauptsache nach gedruckt worden wäre. Durch mich würde also die Veröffentlichung nicht geschehen. Ich will nicht davon sprechen, wie ich mich dazumal bemühte, in die Sache Klarheit zu bringen, will nur erwähnen, wie von 1906 bis 1907 Misses Besant soweit gekommen war, dass sie für diesen Mann in der energischsten Weise eintrat, den sie im Jahre vorher als geistig krank bezeichnet hatte. Ich will alle anderen Dinge nicht betonen, nur das eine, dass, als im Jahre 1909 Mister Leadbeater aufgefordert werden sollte, wieder einzutreten in die Theosophische Gesellschaft, ich abgelehnt habe, für diesen Eintritt zu stimmen. Ich wollte mich der Stimme enthalten. Misses Besant schrieb mir darauf zurück, dass sie aus meinem Brief ersehen habe, dass ich nicht dagegen sei, deshalb würde sie meine Stimme für den Wiedereintritt in Anspruch nehmen. Ich musste nun telegrafisch, da zu einem Briefe keine Zeit mehr war, fordern, dass auch geschähe, was ich geschrieben habe, dass ich mich der Stimme enthalte. Ich will nur betonen, dass Misses Besant später wiederum berichtete, dass einstimmig von den Generalsekretären beschlossen worden sei, Leadbeater aufzufordern, wieder in die Theosophische Gesellschaft einzutreten.
[ 34 ] Then came the various successive events, which, of course, became known to the German Section only to the extent that they had to be disclosed in accordance with duty. The intolerable Leadbeater affair arose. You know from a circular that I strictly and vigorously rejected Leadbeater’s method, since, if it were to become widespread, it would inevitably lead to the downfall of the entire Theosophical Movement. Misses Besant held a different opinion about Leadbeater at the time; she sent a detailed letter at that time to a number of members, in which she wrote that what Leadbeater had done could only be done by a person who was, in this regard, afflicted with madness. That was in June 1906. I would not mention this letter if its main points had not since been printed in journals. Thus, the publication would not have come about through me. I do not wish to discuss how I endeavored at the time to clarify the matter; I merely wish to mention how, from 1906 to 1907, Misses Besant had gone so far as to defend this man in the most vigorous manner—the very man she had described as mentally ill the year before. I do not wish to emphasize all the other matters, only this one: that when, in 1909, Mr. Leadbeater was to be invited to rejoin the Theosophical Society, I refused to vote in favor of his readmission. I wanted to abstain from voting. Mrs. Besant wrote back to me, stating that she had gathered from my letter that I was not opposed to it, and therefore she would count my vote in favor of readmission. Since there was no longer time to write a letter, I had to send a telegram demanding that what I had written—that I would abstain from voting—be carried out. I simply wish to emphasize that Mrs. Besant later reported again that the General Secretaries had unanimously decided to invite Leadbeater to rejoin the Theosophical Society.
[ 35 ] Wie sich die Dinge nun gestalteten, blieb nichts anders übrig, als positiv zu arbeiten und sich von Misses Besants Einfluss freizuhalten. Ob das gelungen ist, überlasse ich Ihrem Urteile ganz. Es blieb nichts anderes übrig, als so positiv zu arbeiten, dass wir vorwärtskamen und uns um nichts anderes kümmerten als um unsere Arbeit, bis wir in dieser Arbeit energisch gestört wurden, ohne dass irgendetwas geschehen war, was diese von außen kommende Störung gerechtfertigt hätte.
[ 35 ] As things turned out, we had no choice but to work constructively and keep ourselves free from Miss Besant’s influence. I leave it entirely to your judgment whether we succeeded in doing so. We had no choice but to work so constructively that we made progress and concerned ourselves with nothing but our work, until we were vigorously disrupted in this work, without anything having happened that would have justified this external disruption.
[ 36 ] Es trat eines Tages der bis dahin immer meine Hilfe in Anspruch nehmende Doktor Hübbe-Schleiden auf und erklärte, er sei Repräsentant des Bundes Stern des Ostens in Deutschland. Er erklärte auch unter mancherlei anderen Dingen: Nachdem es vorgekommen sei, dass ein Gegensatz in dem, was Frau Besant lehrt, und dem, was Doktor Steiner lehrt, bestehe, solle ich in Zukunft meine Lehre so einrichten, dass von meinen Zuhörern keine Widersprüche konstruiert werden könnten. Es wurde sogar gesagt, ich solle das Wort «Christus vermeiden, weil es nur zu Missverständnissen führen könne. Motiviert wurde das damit, dass Misses Besant dieses Wort brauche für Bodhisattva, weil in Europa das Wort Bodhisattva nicht verstanden würde. Für Bodhisattva braucht also Misses Besant das Wort «Christus, so soll ich deshalb das Wort Christus vermeiden. Diese Dinge sind vorgekommen, sie können mit Dokumenten belegt werden. Mir wurde nicht nur zugemutet, zu hören die entstellenden Darstellungen dessen, was ich zu sagen hatte, sondern auch, dass ich mir die Worte, mit denen ich meine Lehre zu bezeichnen habe, vorschreiben lassen sollte. Das war die innere Toleranz des Repräsentanten des Stern des Ostens» in Deutschland.
[ 36 ] One day, Dr. Hübbe-Schleiden—who had always sought my help up to that point—appeared and declared that he was the representative of the “Star of the East” Federation in Germany. Among other things, he explained that since a contradiction had arisen between what Mrs. Besant teaches and what Dr. Steiner teaches, I should in the future structure my teachings in such a way that my listeners could not construct any contradictions. It was even said that I should avoid the word “Christ,” because it could only lead to misunderstandings. The reasoning given was that Mrs. Besant uses this word to refer to “Bodhisattva,” because the term “Bodhisattva” is not understood in Europe. Since Mrs. Besant uses the word “Christ” to mean “Bodhisattva,” I am therefore supposed to avoid the word “Christ.” These things have occurred, and they can be substantiated with documents. Not only was I expected to listen to the distorted portrayals of what I had to say, but I was also expected to allow others to dictate the words I should use to describe my teachings. Such was the “inner tolerance” of the representative of *The Star of the East* in Germany.
[ 37 ] (Ich möchte hier für den Druck eine Bemerkung einfügen, die ich aus dem Grunde mache, weil es immer noch Menschen gibt, welche die Gründe des Vorgefallenen in etwas anderem suchen als darin, dass meine Freunde und ich es nicht mit ihrem Wahrheitsgefühle vereinigen konnten, eine gewisse Art, über die Dinge zu sprechen, anzuhören, ohne sich zu gestehen, dass diese Art das Gegenteil aller theosophischen Gesinnung ist und innerhalb der theosophischen Bewegung nicht vorkommen dürfe. So konnte es vorkommen, dass Doktor Hübbe-Schleiden mir am 4. Juli 1911 in einem Briefe, in dem er die «Stern im Osten-Bewegung rechtfertigen wollte, die folgenden Worte schrieb: «Dass ein 14- bis 15-jähriger Knabe solche Prüfung überstehen kann, wie sie der Krishnamurti jetzt durchmacht, ist mir unfasslich. Er wird von Frau Besant vor aller Welt paradiert als der kommende Adept. Da die Kulturwelt damit gar keinen Begriff verbindet, sagt Frau Besant [dafür] den kirchlichen Hörern abgekürzt: «Der kommende Christus, als Typus eines göttlichen Adepten. Aber, dass sie damit nicht Jesus meint, weiß jeder, der die 30 Vorleben des Krishnamurti gelesen hat, die sie und Leadbeater im [ 37 ] (I would like to insert a remark here for the record, which I am making because there are still people who seek the reasons for what happened in something other than the fact that my friends and I could not reconcile with their sense of truth a certain way of speaking about and listening to things, without admitting to themselves that this manner is the very opposite of all theosophical sentiment and should not occur within the Theosophical Movement. Thus it came to pass that Dr. Hübbe-Schleiden wrote the following words to me on July 4, 1911, in a letter in which he sought to justify the “Star in the East” movement: “That a 14- to 15-year-old boy can endure such a trial as Krishnamurti is now undergoing is beyond my comprehension. He is paraded before the whole world by Mrs. Besant as the coming adept. Since the cultured world has no concept of what this means, Mrs. Besant explains it succinctly to her church audiences: ‘The coming Christ, as the archetype of a divine adept.’ But anyone who has read about Krishnamurti’s 30 past lives—which she and Leadbeater published in *The Theosophist*—knows that she does not mean Jesus.” I am of the opinion that a sense of truth and truthfulness, as expressed here, must have nothing to do with Theosophy. Unfortunately, I must share such things, because otherwise people may repeatedly doubt how deeply grounded everything that originated from the German Section truly was.) [ 38 ] Nachdem alles das vorgefallen war, was Sie in den vor Kurzem veröffentlichten «Mitteilungen» lesen konnten, war von unseren Baseler Freunden nach den letzten Münchener Verhandlungen die Anfrage an mich gerichtet worden, ob Mitglieder des «Stern des Osten» zu dem bevorstehenden Baseler Zyklus zugelassen werden sollten. Darauf telegrafierte ich zurück, dass sie selbstverständlich als Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft nicht ausgeschlossen werden könnten. Die Baseler Freunde baten darauf, wirklich aus ihrem Wahrheitssinn heraus, die Mitglieder des «Stern des Ostens nicht teilzunehmen an ihren Veranstaltungen, weil sie sich dadurch beengt gefühlt hätten in ihrem natürlichen Wahrheitssinn. Es gehört nur eine Zunge dazu, die sprechen kann, um die Liebe und Menschen-Verbrüderung im Munde zu führen; und wenn man eine solche Zunge hat, so kann man Broschüren schreiben, die auf den ersten Seiten von Liebe triefen und nachher als jesuitisch bezeichnen jemanden, der nie mit einem Jesuiten etwas zu tun gehabt hat. Zur Liebe gehören wahrhaftige Herzen, und ich konnte einsehen in Basel, dass es wahrhaftige Herzen waren, die sich sagten: Wir können nicht mehr zusammenkommen, nicht arbeiten mit Leuten, die sich so betragen. Dem Stern des Ostens als solchem hätten wir niemals etwas in den Weg gelegt. [ 38 ] After everything that had transpired—as you could read in the recently published “Mitteilungen”—our friends in Basel had asked me, following the latest negotiations in Munich, whether members of “Stern des Ostens” should be admitted to the upcoming Basel cycle. I replied by telegram that, as members of the Theosophical Society, they could of course not be excluded. The friends in Basel then asked—truly out of their sense of truth—that the members of the “Star of the East” not participate in their events, because this would have made them feel constrained in their natural sense of truth. It takes only one tongue that can speak to pay lip service to love and the brotherhood of humankind; and if one has such a tongue, one can write pamphlets that drip with love on the first few pages and then label as “Jesuitical” someone who has never had anything to do with a Jesuit. Love requires sincere hearts, and I came to realize in Basel that it was sincere hearts that said to one another: We can no longer come together or work with people who behave this way. We would never have stood in the way of the Star of the East as such. [ 39 ] Aber dieser «Stern des Ostens besteht doch aus Persönlichkeiten, und diese Persönlichkeiten muss man eben kennen. Der Baseler Zyklus war angesagt und begann. Nachdem er begonnen hatte, kamen Freunde aus Holland, welche sagten: In Holland sei ein Telegramm angekommen, das berichtet, der Baseler Zyklus sei unterdrückt worden. Man ging der Sache nach und entdeckte als Absender des Telegramms ein Mitglied des «Stern des Ostens. Dieses Mitglied erklärte später, es habe das aus gutem Willen, in der besten Meinung getan, denn in Belgien und Holland würden so schlimme Dinge über Doktor Steiner gesagt, dass es dadurch habe verhindern wollen, dass noch mehr so geredet würde. Das ist die Praxis des Stern des Ostens. Solche Beispiele sind zahlreich. [ 39 ] But this “Star of the East” is, after all, made up of individuals, and one simply has to know these individuals. The Basel cycle was scheduled and began. After it had begun, friends from the Netherlands arrived and said: A telegram had arrived in the Netherlands reporting that the Basel cycle had been suppressed. The matter was investigated, and it was discovered that the sender of the telegram was a member of the “Star of the East.” This member later explained that he had done so out of good will and with the best of intentions, because such terrible things were being said about Dr. Steiner in Belgium and the Netherlands that he had wanted to prevent even more such talk. That is the practice of the Star of the East. Such examples are numerous. [ 40 ] Zu jener Zeit, als noch gar nicht die Rede war davon, die Mitglieder des Stern des Osten» auszuschließen von unseren Veranstaltungen, als das alles noch gar nicht in Betracht kam, schickte Doktor Hübbe-Schleiden eine Schrift herum als Propagandaschrift für einen «Undogmatischen Verband». Diese Schrift wimmelt von Anklagen, die aus der Luft gegriffen sind. Wir hatten hier nicht nur ein Mitglied des «Stern des Osten» vor uns, sondern einen Mann, der uns auf Schritt und Tritt bekämpfte, der nichts anderes wollte, als uns bekämpfen. Verlange man noch von uns, dass wir herbeirufen sollen die Leute, die uns den Strick um den Hals drehen. [ 40 ] At that time, when there was not even any talk of excluding members of the “Star of the East” from our events—when none of that had even been considered yet—Dr. Hübbe-Schleiden circulated a pamphlet promoting an “Undogmatic Association.” This pamphlet is riddled with accusations pulled out of thin air. We were dealing not merely with a member of the “Stern des Osten,” but with a man who fought us at every turn, who wanted nothing more than to oppose us. Are we now expected to summon the very people who are tightening the noose around our necks? [ 41 ] Es gibt von Doktor Hübbe-Schleiden noch eine Behauptung unter manchen anderen, nämlich die, dass es innerhalb unserer Deutschen Sektion kein Mitglied gibt, das nicht wortwörtlich kopierte Doktor Rudolf Steiner, das nicht wortwörtlich nachspräche, was ich gesagt habe. Das aber ging denn doch zu weit, dass die wirklich treue Arbeit unserer Mitarbeiter so charakterisiert wurde. Gegen mich konnte Doktor HübbeSchleiden meinetwegen sagen, was er wollte; ich blieb unverändert gegen ihn. Aber dass hingestellt werden unsere Mitarbeiter wie Automaten, die nichts anderes tun als nachsprechen, was ich hineingesprochen habe, das ist eine unerhörte Beleidigung gegenüber unseren Mitarbeitern. Und nun urteilen Sie selbst, ob wir die Intoleranten sind. Eine der heftigst uns angreifenden Persönlichkeiten des Stern des Ostens» saß bis in die Novembertage hinein in unserer Berliner Loge, und es ist gar nicht daran gedacht worden, ihr auch nur ein Haar zu krümmen. Erst als wir uns von allen Seiten behindert sahen in unserer positiven Arbeit von den Mitgliedern des Stern des Ostens, da fassten wir den Beschluss einer Abwehr ins Auge. [ 41 ] Among many others, Dr. Hübbe-Schleiden has made yet another claim, namely that there is not a single member within our German Section who does not copy Dr. Rudolf Steiner word for word or repeat verbatim what I have said. But that really went too far—to characterize the truly faithful work of our colleagues in that way. Dr. Hübbe-Schleiden could say whatever he wanted about me, for all I cared; my stance toward him remained unchanged. But to portray our colleagues as automatons who do nothing but parrot what I have said—that is an outrageous insult to our colleagues. And now judge for yourselves whether we are the intolerant ones. One of the figures from “Stern des Ostens” who attacked us most fiercely sat in our Berlin lodge well into November, and there was never any thought of harming her in the slightest. Only when we found ourselves hindered on all sides in our positive work by the members of “Stern des Ostens” did we begin to consider taking defensive measures. [ 42 ] Es kommen auch noch andere Dinge in Betracht; ich brauche sie nicht auszuführen, sie sind in den «Mitteilungen» ausgeführt. Soll Wahrheit herrschen, dann muss sie vor allen Dingen herrschen auf dem physischen Plan. Wenn das vorkommen kann, dass die Präsidentin 1909 einen Beschluss fasst, in einer Sache, von der sie 1912 behauptet, von allen diesen Dingen nichts zu wissen, dann kann man sich eine groteskere Unwahrheit nicht vorstellen. Ich musste auch noch das erleben, dass sich ein Funktionär der Gesellschaft fand, der wirklich wagen konnte, von Misses Besant zu sagen: Sie muss ihren Brief von 1909 rein vergessen haben. Dass es möglich ist, dass so etwas gesagt wird, das muss sich erst ereignen, damit man es glauben kann innerhalb der Theosophischen Gesellschaft. [ 42 ] There are other factors to consider as well; I need not go into them here, as they are discussed in the “Mitteilungen.” If truth is to prevail, then it must above all prevail on the physical plane. If it is possible for the president to pass a resolution in 1909 on a matter about which she claims in 1912 to know nothing at all, then one cannot imagine a more grotesque falsehood. I also had to witness the fact that there was an official of the Society who actually dared to say of Miss Besant: “She must have simply forgotten her letter from 1909.” That it is possible for something like this to be said—one has to see it happen to believe it within the Theosophical Society. [ 43 ] Sie sehen, was gleich geblieben ist. Sie sehen, was sich verändert hat. Was ist gleich geblieben? Der stetige Fortschritt unserer positiven theosophischen Arbeit, wie wir sie einst in der Deutschen Sektion begonnen haben. Was hat sich geändert? In den ersten Jahren war Misses Besant eine freudige Zustimmerin unserer positiven Arbeit. Es kamen aber die Zeiten, in denen sie ein Gefühl bekam, es sei doch unbehaglich, dass es Leute gäbe, die etwas anderes sagten als sie selber. Aber es ging nicht gleich, gegen diese Leute etwas ins Feld zu führen. Und als 1909 bei uns der Beschluss gefasst wurde, lebenslängliche Vorstandsmitglieder zu bestimmen, da gehörte zu den begeistertsten Zustimmern dieser Einrichtung Misses Besant. Und es ist erst wenige Wochen her, dass sie ernsthaft in Erwägung gezogen hatte, ob sie nicht selber lebenslänglich zur Präsidentin gewählt werden könnte. In Budapest, wo ich Misses Besant sprach, drückte sie mir ihre begeisterte Zustimmung zur Wahl lebenslänglicher Vorstandsmitglieder aus. [ 43 ] You can see what has remained the same. You can see what has changed. What has remained the same? The steady progress of our positive theosophical work, as we once began it in the German Section. What has changed? In the early years, Miss Besant was a joyful supporter of our positive work. But there came a time when she began to feel that it was, after all, unsettling that there were people who said something different from what she herself said. Yet she could not immediately take a stand against these people. And when, in 1909, we passed a resolution to appoint board members for life, Misses Besant was among the most enthusiastic supporters of this arrangement. And it was only a few weeks ago that she had seriously considered whether she herself might be elected president for life. In Budapest, where I spoke with Miss Besant, she expressed her enthusiastic support for the election of board members for life. [ 44 ] Was sich geändert hat, dazu gehört auch, dass bis zu dem Jahre, in dem er abfiel, Doktor Hübbe-Schleiden mir schrieb: «In allen Angelegenheiten der Theosophischen Bewegung ist es selbstverständlich, dass in erster Linie Ihr Urteil in Betracht kommt.» Das war wenige Wochen, bevor er sich als Repräsentant des «Stern des Ostens> gegen mich gewandt hat. Sie sehen, ich erzähle Ihnen lieber Tatsachen, als dass ich charakterisiere; aber ich denke, wer belehrt sein will, den können diese Tatsachen genügend belehren. [ 44 ] Among the things that have changed is the fact that, up until the year he broke with the movement, Dr. Hübbe-Schleiden wrote to me: “In all matters concerning the Theosophical Movement, it goes without saying that your judgment is the primary consideration.” That was just a few weeks before he turned against me as a representative of *The Star of the East*. As you can see, I prefer to present facts rather than offer characterizations; but I believe that these facts are sufficient to instruct anyone who is willing to learn. [ 45 ] Nun trug sich Folgendes zu. Doktor Hübbe-Schleiden hatte ja herumgeschickt überall seine, die Deutsche Sektion in heftigster Weise angreifenden Mitteilungen über den «Undogmatischen Verband. Wir haben das ignoriert, Aber als er dann kam und begründen wollte einen sogenannten Freiheitszweig, wie er ihn nannte, da schrieb ich im Oktober 1912, dass ich mich nicht berufen fühlte, für diesen Zweig ein Diplom auszustellen, sondern die Sache dem Vorstande vorlegen würde. Ich schrieb ausdrücklich, ich könne das Diplom nicht ausstellen, weil die Gesinnungsart, wie sie bei ihm herrsche, nicht mit der Arbeit in der Deutschen Sektion übereinstimme. Und ich schrieb weiter, dass es sich hier nicht handle um irgendeine andere Anschauung oder um eine andere Ansicht, sondern, dass es sich hier handele um etwas, was gegen den ersten Satz unserer Statuten, gegen alle Brüderlichkeit verstößt. Es verstößt gegen alle Brüderlichkeit, wenn man ohne jeden Schein eines Grundes die Leute als Automaten eines Einzelnen hinstellt. Deshalb konnte ich es nicht übers Herz bringen, meinen Namen unter das Diplom zu setzen. Gegen mich hätte man vorbringen können, was man wollte, aber gegen diejenigen, von denen ich weiß, dass sie alle ihre Kraft darangesetzt haben, gegen diese konnte ich nicht geschehen lassen, dass sie wie Automaten eines Einzelnen behandelt wurden. Urteilen Sie, wo die Liebe lebt, indem Sie solche Tatsachen ins Auge fassen; was mehr wiegt, diese Tatsachen oder die liebetriefenden Worte desjenigen, der mit liebetriefenden Worten über unsere Arbeit spricht, was das Gegenteil des objektiv Richtigen ist, weil er sie nicht verstanden hat oder nicht verstehen will. [ 45 ] Now the following occurred. Dr. Hübbe-Schleiden had, in fact, circulated his statements everywhere, in which he vehemently attacked the German Section regarding the “Undogmatic Association.” We ignored this. But when he then came and wanted to establish a so-called “Freedom Branch,” as he called it, I wrote in October 1912 that I did not feel called upon to issue a diploma for this branch, but would instead refer the matter to the Executive Committee. I wrote explicitly that I could not issue the diploma because the mindset he embodied was not in harmony with the work of the German Section. And I went on to write that this was not a matter of some other perspective or a different opinion, but rather something that violated the first clause of our statutes and all principles of brotherhood. It violates all principles of brotherhood to portray people as the automatons of a single individual without any semblance of a reason. That is why I could not bring myself to sign the diploma. Whatever arguments might have been raised against me, I could not allow those whom I know to have devoted all their energy to our cause to be treated as the automatons of a single individual. Judge for yourselves where love resides by considering such facts; which carries more weight—these facts or the love-filled words of the one who speaks of our work with love-filled words, which are the opposite of what is objectively true, because he has not understood it or does not want to understand it. [ 46 ] Eine zweite Loge in Leipzig musste ich aus folgendem Grunde ablehnen. Bevor mir angekündigt wurde diese Loge, wurde mir von Misses Besant angezeigt, dass sie bereits unabhängig an Adyar angeschlossen sei. Dann konnte diese Loge nicht auch noch durch die Deutsche Sektion begründet werden: Ich musste daher ablehnen, für diese Loge ein Diplom auszustellen und hinzufügen, dass ich darüber einen Vorstandsbeschluss abwarten würde, auch wenn nicht der positive Grund der Ablehnung klar vorläge. Diese Loge wurde von vorneherein in feindlicher Absicht gegründet. [ 46 ] I had to decline a second lodge in Leipzig for the following reason. Before I was notified of this lodge, Misses Besant informed me that it was already independently affiliated with Adyar. Therefore, this lodge could not also be established by the German Section: I was thus compelled to refuse to issue a diploma for this lodge and added that I would await a decision by the Executive Committee on the matter, even though the specific reason for the refusal was not immediately clear. This lodge was founded with hostile intentions from the very beginning. [ 47 ] Dann geschahen Dinge, von denen Sie sich genügend überzeugen können, wenn die «Mitteilungen» erscheinen werden, mit deren Erscheinen ein Vorstandsmitglied bereits beauftragt ist. Es soll nur noch erwähnt werden, dass aus dem Vorstande selber heraus eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen wurde, am 8. Dezember 1912, die, nach alledem, was sich zugetragen hatte, zu dem bedauerlichen, aber selbstverständlichen Beschluss führte, der Ihnen ja allen bekannt ist, ein Telegramm abzusenden nach Adyar, für den General Council, der in den letzten Dezembertagen seine Zusammenkunft hatte. Der Wortlaut des Telegrammes ist Ihnen ja auch aus den «Mitteilungen» bekannt. Es fordert die Resignation der Präsidentin. [ 47 ] Then certain events took place, the details of which you will be able to verify for yourselves once the “Mitteilungen” are published; a member of the executive board has already been tasked with overseeing their publication. It should only be mentioned that an extraordinary board meeting was convened by the board itself on December 8, 1912, which, in light of everything that had transpired, led to the regrettable but inevitable decision—with which you are all familiar—to send a telegram to Adyar for the General Council, which was meeting in the last days of December. You are also familiar with the text of the telegram from the “Mitteilungen.” It calls for the resignation of the President. [ 48 ] Ich habe heute vieles ausgelassen, aber hoffentlich haben Sie es nicht ausgelassen in Ihrem Gedächtnis, dasjenige, was schon in den letzten Heften der «Mitteilungen» steht. Ich darf wohl sagen, dass nach alledem es ein starkes Stück ist, dass man sozusagen in Adyar - ohne irgendwie die Berechtigung unserer Maßnahmen untersuchen zu können - einzig und allein von der Annahme ausging, dass wir Leute, die berechtigt seien, der Deutschen Sektion anzugehören, ausschlössen. Wir werden nachher zu sprechen haben von der Cancelling (Aufhebung) der Deutschen Sektion. Ich möchte, bevor ich Ihnen diese Sache auseinandersetze, Folgendes anführen. Dasjenige, worüber man angefangen hat zu schreien, war, dass wir die Mitglieder des Stern des Ostens ausschließen. Die Mitglieder des ‚Stern des Osten» haben die Möglichkeit, ohne dass sie der Deutschen Sektion angehören, der Theosophischen Gesellschaft anzugehören. Wir taten nichts anderes, als uns gegen Leute wehren, die sich feindlich gegen uns verhalten. Wir hindern dadurch aber in keinem Augenblick irgendwen daran, Mitglied der Theosophischen Gesellschaft zu sein. Vielleicht wissen einige von Ihnen auch von mir, dass ich den Standpunkt vertrat, dass sich zwar eine Sektion nicht zum Sklaven der Friedensstörer machen kann, dass ich mich aber niemals wehren würde, dass ich gar nichts dagegen haben würde, wenn eine zweite Sektion sich bilden würde; denn wie ist es einzusehen, dass eine große Anzahl von Leuten zu Sklaven werden sollten derjenigen, die hereinwollen, nur um unsere Arbeit zu stören. Wir haben niemanden aus der Theosophischen Gesellschaft ausgeschlossen, weil wir das nicht können als Deutsche Sektion, wir könnten doch keinen Menschen von der Theosophischen Gesellschaft ausschließen. Bedenken Sie aber, wenn wir nun aus der Theosophischen Gesellschaft ausgeschlossen werden, gibt es dann für uns eine Möglichkeit, innerhalb der Theosophischen Gesellschaft zu sein? Die Frage richte ich an alle diejenigen, die so viel geredet haben von Liebe und Brüderlichkeit. Was werden die Menschen, die über die Beschränkung der Freiheit in Bezug auf die Mitglieder des «Stern des Ostens so viel geredet haben, was werden die sagen, wenn der General Council die ganze Deutsche Sektion ausschließt? Unsere Mitglieder brauche ich danach nicht zu fragen. Nach dem, was ich vorausgeschickt habe, habe ich nun vorzulesen einen Brief vom 14. Januar 1913, einen Brief der Präsidentin, der gestern, wenige Stunden vor unserer Vorstandssitzung in meine Hände gekommen ist. Einiges zur Erklärung werde ich nachher hinzufügen. Vielleicht werden Sie mir nachher nachfühlen, warum ich bei der Anrede würge.» [ 48 ] I have omitted a great deal today, but I hope you have not forgotten what has already been published in the most recent issues of *Mitteilungen*. I think I can safely say that, after all this, it is quite something that in Adyar—without being able to examine the legitimacy of our measures in any way—they proceeded solely on the assumption that we were excluding people who were entitled to belong to the German Section. We will have to discuss the dissolution of the German Section later. Before I explain this matter to you, I would like to point out the following. What people began to make a fuss about was that we were expelling the members of the “Star of the East.” The members of “Stern des Ostens” have the option of belonging to the Theosophical Society without being members of the German Section. We did nothing more than defend ourselves against people who behaved hostilely toward us. In doing so, however, we did not at any time prevent anyone from being a member of the Theosophical Society. Perhaps some of you also know from me that I took the position that, while a section cannot make itself a slave to those who disrupt peace, I would never resist it, and I would have no objection whatsoever if a second section were to be formed; for how can one accept that a large number of people should become slaves to those who want to join simply to disrupt our work? We have not expelled anyone from the Theosophical Society, because we cannot do so as the German Section—after all, we could not expel anyone from the Theosophical Society. But consider this: if we are now expelled from the Theosophical Society, is there any way for us to remain within the Theosophical Society? I direct this question to all those who have spoken so much about love and brotherhood. What will the people who have spoken so much about the restriction of freedom with regard to the members of *The Star of the East* say when the General Council expels the entire German Section? I do not need to ask our members about that. Following what I have just said, I will now read a letter dated January 14, 1913—a letter from the President that came into my possession yesterday, just a few hours before our Executive Committee meeting. I will add some explanatory remarks afterward. Perhaps you will understand later why I choke up when addressing you.” Präsidenten-Amt, Theosophische Gesellschaft, Das Einliegende erklärt sich selbst. Nachdem der General Council der Theosophischen Gesellschaft die ganze Haltung der Deutschen Sektion gegenüber der Theosophischen Gesellschaft und ihrer Konstitution betrachtet hat, wie Sie sich in ihrem Brief und dem meinigen zeigt, sowie in der Korrespondenz über die deutsch-schweizerischen Logen und dem Telegramm Ihres Vorstandes, hat derselbe mich gebeten, die Stiftungsurkunde der Deutschen Sektion zurückzuziehen und stattdessen denjenigen deutschen Logen eine Stiftungsurkunde zu geben, die gewillt sind, innerhalb der Konstitution der Theosophischen Gesellschaft zu arbeiten. Ehe ich dieser Forderung nachgebe, bitte ich Sie, fragen zu dürfen - im Hinblick auf den Ernst der Situation -, ob Sie irgendeine Erklärung folgender Angelegenheiten geben wollen, die bei Unterlassung einer zufriedenstellenden Erklärung die Gründe abgeben würden für das Zurückziehen der Stiftungsurkunde. a) Ihre Weigerung in Ihrem Briefe vom 15. Oktober 1912, der Loge in Göttingen die von Dr. Hübbe-Schleiden und sechs anderen Mitgliedern der Deutschen Sektion erbetene Stiftungsurkunde zu geben, aus dem Grunde, weil Dr. Hübbe-Schleiden in einer den Ansichten (Intentionen) der Deutschen Sektion entgegengesetzten, selbst feindlichen Weise Theosophie vertritt und dass die vorgeschlagene Loge Mitglieder einschlösse, die eine solche Arbeitsmethode befolgten. b) Ihre Weigerung in einem anderen Briefe vom 15. Oktober 1912, einer Loge in Leipzig eine Stiftungsurkunde auszustellen, auf Ansuchen des Herrn Carl Schumann, aus dem (zweiten) Grunde, dass die Personen, welche das Ansuchen unterzeichnet haben, in einer den Ansichten (Intentionen) der Deutschen Sektion entgegengesetzten Weise arbeiteten, da die Arbeitsmethode eine solche sei, die die Deutsche Sektion ihren Mitgliedern nicht erlauben könnte. c) Der Beschluss, Mitglieder des Ordens vom Stern im Osten, die Mitglieder der Deutschen Sektion waren, auszuschließen von den Zusammenkünften der Sektion, zu welchen alle anderen Mitglieder das Recht des Eintritts als Mitglieder haben, so sie ihrer Rechte als Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft beraubend. d) Das Stillschweigen des Generalsekretärs angesichts von Briefen der Präsidentin, die ihn von Ansuchen unter Satzung 31 unterrichtete und um die Satzungen der Sektion bat. Ich will Ihre Antwort hierauf abwarten, oder, wenn eine solche ausbleibt, will ich noch vierzehn Tage nach Rückkehr der Post aus Deutschland warten, ehe ich den Rat des General-Council ausführe, der mir als Präsident des Council übergeben worden ist. Ich bedaure tief, dass Sie den General-Council durch eine Haltung, welche die Deutsche Sektion in Gegensatz setzt zur Konstitution der Theosophischen Gesellschaft und die Freiheit jedes Mitgliedes der Theosophischen Gesellschaft gefährdet, zu diesem Rat gezwungen haben. Ich wage cs, die Hoffnung auszusprechen, dass selbst zu dieser späten Stunde die Deutsche Sektion, durch Sie, ihre Schritte zurücknehmen wird, sich der Konstitution, unter welcher sie gegründet worden ist, unterwerfen und ihre Arbeit innerhalb der Gesellschaft fortsetzen wird. Wenn nicht, so können wir ihr noch alles Gute wünschen auf dem Wege, den sie erwählt, und vertrauen, dass ihre Zukunft als abgesonderte Gesellschaft ihre Nützlichkeit für die Welt beweisen wird. Aufrichtig die Ihre Annie Besant Präsident Theosophische Gesellschaft an Dr. Rudolf Steiner, Generalsekretär der Deutschen Sektion Theosophische Gesellschaft President’s Office Theosophical Society, Dear Dr. Steiner, Enclosed explains itself. The General Council of the Theosophical Society, having considered the whole attitude of the German Section to the Theosophical Society and its Constitution, as shown in your letters and mine, the correspondence on the Swiss-German Lodges, and the telegram from your Executive, has asked me to cancel the charter of the German Section, and to issue in place thereof a Charter to the German Lodges, willing to work within the Constitution of the Theosophical Society. Before complying with this request, I beg to ask you -in view of the gravity of the Situation - if you wish to offer any explanation on the following matters, which will, in default of a satisfactory explanation, form the grounds of the cancelment of the Charter: 1. Your refusal, in your letter of Oct. 15th 1912, to issue a Charter for a Lodge in Göttingen, asked for by Dr. Hübbe-Schleiden and six other members of the German Section, the ground of refusal being that Dr. Hübbe-Schleiden, represents Theosophy in a way opposed and even hostile to the views (Intentionen) of the German Section, and that the proposed Lodge included members who followed such a method of work. 2. Your refusal, in another letter of October 15th, 1912, to issue a Charter for a Lodge in Leipzig, on the application of Herr Carl Schumann, on the (second) ground that the persons signing the application worked in a way opposed to the views (Intentionen) of the German Section, the method of work being one which the German Section could not permit to its members. 3. The resolution excluding members of the ‹Order of the Star in the East›, who were Fellows of the German Section, from the meetings of the Section to which all other fellows had the right of entry as Fellows thus illegitimately depriving them of their Status as Fellows of the Theosophical Society. 4. The silence of the General Secretary in face of letters from the President, informing him of applications under Rule 31, and asking for the Rules of the Section. I will await your answer to this, or, failing an answer, I will wait for a fortnight after the return mail from Germany, before carrying out the advice of the General Council, conveyed to me as President in Council; I deepIy regret that you have forced the General Council to give this advice by an attitude which sets the German Section against the Constitution of the Theosophical Society, and imperils the liberty of every Fellow of the Theosophical Society; and I venture to express the hope that, even at this late hour, the German Section will, through you, retrace its steps, submit to the Constitution under which it was founded, and continue to work within the Society. If not, we can still wish it all good in the path it selects, and trust that its future, as a separate society, may prove its usefulness to the world. Sincerely Yours, Annie Besant, to Dr. Rudolf Steiner, General Secretary of the German Section, Office of the President, Theosophical Society, The enclosed document is self-explanatory. After the General Council of the Theosophical Society has considered the German Section’s entire stance toward the Theosophical Society and its constitution—as reflected in your letter and mine, as well as in the correspondence regarding the German Swiss lodges and the telegram from your Executive Committee, the General Council has asked me to revoke the charter of the German Section and instead grant a charter to those German lodges that are willing to operate within the Constitution of the Theosophical Society. Before I comply with this request, I ask you—in view of the seriousness of the situation—whether you would be willing to provide any explanation regarding the following matters, which, in the absence of a satisfactory explanation, would constitute grounds for the revocation of the charter. a) Your refusal, in your letter of October 15, 1912, to grant the lodge in Göttingen the charter requested by Dr. Hübbe-Schleiden and six other members of the German Section, on the grounds that Dr. Hübbe-Schleiden advocates Theosophy in a manner that is contrary to—and even hostile toward—the views (intentions) of the German Section—and that the proposed lodge would include members who followed such a method of work. b) Her refusal, in another letter dated October 15, 1912, to issue a charter to a lodge in Leipzig, at the request of Mr. Carl Schumann, for the (second) reason that the individuals who signed the request were working in a manner contrary to the views (intentions) of the German Section, since the working method was one that the German Section could not permit its members to follow. c) The decision to exclude members of the Order of the Star in the East who were members of the German Section from the Section’s meetings, to which all other members have the right of admission as members, thereby depriving them of their rights as members of the Theosophical Society. d) The Secretary-General’s silence in response to letters from the President informing him of requests made under Article 31 of the Bylaws and asking for the Section’s bylaws. I shall await your response to this, or, if no such response is received, I shall wait another fourteen days after the return of the mail from Germany before carrying out the advice of the General Council, which has been conveyed to me as President of the Council. I deeply regret that you have forced the General Council to issue this advice through an attitude that places the German Section in opposition to the Constitution of the Theosophical Society and jeopardizes the freedom of every member of the Theosophical Society. I dare to express the hope that, even at this late hour, the German Section, through you, will retract its actions, submit to the Constitution under which it was founded, and continue its work within the Society. If not, we can still wish it well on the path it has chosen and trust that its future as a separate society will prove its usefulness to the world. Sincerely yours, Annie Besant, President, Theosophical Society To Dr. Rudolf Steiner, Secretary-General of the German Section of the Theosophical Society President’s Office, Theosophical Society, Dear Dr. Steiner, The enclosed speaks for itself. The General Council of the Theosophical Society, having considered the German Section’s overall attitude toward the Theosophical Society and its Constitution—as reflected in your letters and mine, the correspondence regarding the Swiss-German Lodges, and the telegram from your Executive Committee—has asked me to revoke the charter of the German Section and, in its place, to issue a charter to those German Lodges willing to operate in accordance with the Constitution of the Theosophical Society. Before complying with this request, I beg to ask you—in view of the gravity of the situation—if you wish to offer any explanation regarding the following matters, which, in the absence of a satisfactory explanation, will form the grounds for the revocation of the charter: 1. Your refusal, in your letter of Oct. 15, 1912, to issue a charter for a lodge in Göttingen, as requested by Dr. Hübbe-Schleiden and six other members of the German Section; the grounds for refusal being that Dr. Hübbe-Schleiden represents Theosophy in a manner opposed to and even hostile toward the views (Intentionen) of the German Section, and that the proposed lodge included members who followed such a method of work. 2. Your refusal, in another letter dated October 15, 1912, to issue a charter for a lodge in Leipzig, upon the application of Mr. Carl Schumann, on the (second) ground that the persons signing the application worked in a manner opposed to the views (intentions) of the German Section, the method of work being one that the German Section could not permit among its members. 3. The resolution excluding members of the “Order of the Star in the East,” who were Fellows of the German Section, from the Section’s meetings—to which all other Fellows had the right of entry as Fellows—thereby unlawfully depriving them of their status as Fellows of the Theosophical Society. 4. The silence of the General Secretary in response to letters from the President informing him of applications under Rule 31 and requesting the Rules of the Section. I will await your response to this; or, in the absence of a response, I will wait for a fortnight after the return mail from Germany before carrying out the advice of the General Council, conveyed to me as President in Council; I deeply regret that you have forced the General Council to issue this advice through an attitude that pits the German Section against the Constitution of the Theosophical Society and jeopardizes the freedom of every Fellow of the Theosophical Society; and I venture to express the hope that, even at this late hour, the German Section will, through you, reconsider its course, submit to the Constitution under which it was founded, and continue to work within the Society. If not, we can still wish it all the best on the path it chooses, and trust that its future, as a separate society, may prove its usefulness to the world. Sincerely Yours, Annie Besant, To Dr. Rudolf Steiner, General Secretary of the German Section, [Rudolf Steiner:] «Sie sehen, was in der letzten Dezemberwoche-denn da war die entsprechende Sitzung des General Council in Adyar - sich gegenüber der Deutschen Sektion zugetragen hat. Aber Sie müssen mir verzeihen in diesem Augenblick, wenn etwas, was scheinbar persönlich ist, in diese Sache hereingebracht wird. Ich weiß ja sehr gut, dass Leute, die nicht verstehen wollen, aus dem Zusagenden den Anlass nehmen können, zu betonen, dass persönliche Dinge ausgeschlossen sein sollten. Aber persönliche Dinge können in gewissen Fällen durchaus auch sachliche Dinge sein. Sie haben eben gehört, was uns von Adyar geschrieben worden ist. Die Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft hat aber auch bei dieser Gelegenheit eine Rede gehalten in Adyar vor den Repräsentanten der Theosophischen Gesellschaft. Nach dem offiziellen Adyarbulletin hat Misses Besant bei dem allgemeinen Meeting die folgenden Worte gesagt: «Der Deutsche Generalsekretär, erzogen bei den Jesuiten, ist nicht fähig gewesen, sich zu befreien von diesem fatalen Einfluss, und das erlaubt ihm nicht, die Freiheit in der Deutschen Sektion aufrechtzuerhalten.› » [Rudolf Steiner:] “You see what happened with regard to the German Section during the last week of December—for that was when the relevant meeting of the General Council took place in Adyar. But you must forgive me at this moment if something that appears to be personal is brought into this matter. I know very well that people who do not wish to understand may take the opportunity presented by this statement to emphasize that personal matters should be excluded. But in certain cases, personal matters can certainly also be objective matters. You have just heard what was written to us from Adyar. The President of the Theosophical Society also gave a speech on this occasion in Adyar before the representatives of the Theosophical Society. According to the official Adyar Bulletin, Misses Besant said the following at the general meeting: “The German Secretary-General, educated by the Jesuits, has not been able to free himself from this fatal influence, and that does not allow him to maintain freedom within the German Section.” [ 49 ] Die Worte werden auch englisch vorgelesen: «The German General Secretary, educated by the Jesuits, has not been able to shake himself sufficiently clear of that fatal influence to allow liberty of opinion within his Section.» [ 49 ] The words are also read aloud in English: “The German General Secretary, educated by the Jesuits, has not been able to free himself sufficiently from that fatal influence to allow freedom of opinion within his Section.” [ 50 ] [Rudolf Steiner:] «Auch nach dem Bericht des französischen Generalsekretärs hat Misses Besant diese Worte gesprochen. [ 50 ] [Rudolf Steiner:] “According to the report by the French Secretary-General, Miss Besant also spoke these words. [ 51 ] Sie werden mir nachfühlen können, dass ich mit einer Persönlichkeit, die in der Lage ist, in einer offiziellen Rede, vor der Gesellschaft, die sie vertritt, diese rein aus der Luft gegriffenen, allen wirklichen Tatsachen ins Antlitz schlagenden Behauptungen vorzubringen, dass ich mit einer solchen Persönlichkeit nichts mehr zu tun haben will. [ 51 ] You will surely understand that I want nothing more to do with a person who is capable of making, in an official speech before the very society they represent, such claims that are completely fabricated and fly in the face of all actual facts. [ 52 ] (Stürmischer Beifall der Versammlung.) [ 52 ] (Thunderous applause from the assembly.) [ 53 ] Derjenige, der sich auf den Boden der Wahrheit stellen will, der darf, wenn man durch eine solche Anschuldigung seine Sache in solcher Art vor der Welt schädigen will, der darf das als eine sachliche Attacke betrachten. Ich darf Sie fragen, ob die Versammlung in diesem Angriffe auch zugleich einen Angriff erblickt, der ihre eigene Sache betrifft. [ 53 ] Anyone who wishes to stand on the ground of truth may, if such an accusation is intended to harm their cause in this way before the world, regard it as a substantive attack. May I ask you whether the assembly also views this attack as one that concerns its own cause? [ 54 ] Vor diesem Vorfall durfte man noch eine Stelle im Januarheft des ‹Theosophist› mit ganz besonderen Augen ansehen. Es findet sich da folgendes schöne Stückchen. Es findet sich abgedruckt ein Teil eines Briefes von mir an Doktor Hübbe-Schleiden. In den ersten Sätzen liest man: [ 54 ] Before this incident, there was another passage in the January issue of *Theosophist* that deserved special attention. It contains the following lovely little piece: a portion of a letter I wrote to Dr. Hübbe-Schleiden is reprinted there. The first few sentences read: [ 55 ] ‹It is impossible to attach to the German Section the Branch, for the Charter of which you applied on the 14th September last. This cannot, at least, be done on my own responsibility, but would have to be submitted to our next General Convention. The reason for this is the manner in which you have for some time chosen to represent the Theosophical cause; this is felt by the German Section to be directly opposed to their intention, and even hostile to them. Above all things I myself cannot put my name under the charter of such a Branch which includes members who follow this kind of work.› [ 55 ] ‹It is impossible to attach to the German Section the Branch, for the Charter of which you applied on the 14th September last. This cannot, at least, be done on my own responsibility, but would have to be submitted to our next General Convention. The reason for this is the manner in which you have for some time chosen to represent the Theosophical cause; this is felt by the German Section to be directly opposed to their intention, and even hostile to them. Above all things I myself cannot put my name under the charter of such a Branch which includes members who follow this kind of work.› [ 56 ] Aber die späteren Sätze, wo die Gründe dafür in meinem Briefe angegeben werden, die werden unterdrückt. Das ist einfach eine objektive Unwahrheit, geleistet durch ein unvollständiges Zitat. [ 56 ] But the later sentences, in which I explain the reasons for this in my letter, have been omitted. This is simply an objective falsehood resulting from an incomplete quotation. [ 57 ] Nun aber folgt, unmittelbar, nachdem von mir die Rede war, die folgende Stelle in der Januar-Nummer des ‹Theosophist›: [ 57 ] But now, immediately after I was mentioned, the following passage appears in the January issue of *The Theosophist*: [ 58 ] ‹The Theosophical Society is face to face with an organised attack, engineered by the most dangerous enemy that liberty of thought and speech have ever had - the Jesuits. Helena Petrowna Blavatsky long ago warned us that this Conflict would come, and now it is upon us. They work in different lands in different disguises, but aim steadily at one thing — the distruction or the distortion of Theosophy. In America, they started a secret Organisation, called the Universal Brotherhood (not openly identical with Mrs Tingley’s Universal Brotherhood), and within this the ‹Besant Union›, and cleverly induced Theosophists to think that they were working in my interests. Their chief tool has now joined the Roman Catholic Church. In Germany, they are working to secure the predominance of Christianity in the Theosophical Society, thus distorting it into a Christianising sect, and making certain its rejection in the East. They use their old weapons - misrepresentation, slander, false charges, all levelled against the leaders of the movement they seek to destroy; and all means are good ad majorem Dei gloriam. The ‹Black General›, as their Head is called, has agents everywhere. Attacks are circulated in many countries, in many tongues; money is poured out like water; one day’s post brings attacks from Rome, from Stockholm, from Hong Kong. It is very interesting to watch, and one recalls the words of warning that ‹the devil is come down unto you, having great wrath, because he knoweth that he hath but a short time.› The old record bids men rejoice because it is so; of such combats the Bhagavad-Gita says that they are the open door to heaven. Therefore the word goes out to all faithful members: ‹Quit you like men: be strong.› › [ 58 ] ‹The Theosophical Society is face to face with an organised attack, engineered by the most dangerous enemy that liberty of thought and speech have ever had - the Jesuits. Helena Petrowna Blavatsky long ago warned us that this Conflict would come, and now it is upon us. They work in different lands in different disguises, but aim steadily at one thing — the distruction or the distortion of Theosophy. In America, they started a secret Organisation, called the Universal Brotherhood (not openly identical with Mrs Tingley’s Universal Brotherhood), and within this the ‹Besant Union›, and cleverly induced Theosophists to think that they were working in my interests. Their chief tool has now joined the Roman Catholic Church. In Germany, they are working to secure the predominance of Christianity in the Theosophical Society, thus distorting it into a Christianising sect, and making certain its rejection in the East. They use their old weapons - misrepresentation, slander, false charges, all levelled against the leaders of the movement they seek to destroy; and all means are good ad majorem Dei gloriam. The ‹Black General›, as their Head is called, has agents everywhere. Attacks are circulated in many countries, in many tongues; money is poured out like water; one day’s post brings attacks from Rome, from Stockholm, from Hong Kong. It is very interesting to watch, and one recalls the words of warning that ‹the devil is come down unto you, having great wrath, because he knoweth that he hath but a short time.› The old record bids men rejoice because it is so; of such combats the Bhagavad-Gita says that they are the open door to heaven. Therefore the word goes out to all faithful members: ‹Quit you like men: be strong.› › [ 59 ] Das heißt zu Deutsch: [ 59 ] In plain English, this means: [ 60 ] «Die Theosophische Gesellschaft steht einem organisierten Angriff gegenüber, der ins Werk gesetzt worden ist durch den gefährlichsten Feind, den die Freiheit der Gedanken und der Rede jemals gehabt haben - die Jesuiten. Helena Petrovna Blavatsky hat uns vor langer Zeit gewarnt davor, dass dieser Kampf kommen würde, und nun ist er da. Sie arbeiten in verschiedenen Ländern unter verschiedenen Masken, aber ihr Ziel ist unentwegt das eine - die Vernichtung oder Entstellung der Theosophie. In Amerika schufen sie eine geheime Organisation, die Universal Brotherhood (Universelle Brüderschaft) genannt (nicht offen als identisch mit der Universal Brotherhood Mrs Tingley’s sich zeigend), und innerhalb derselben den ‹Besant-Vereim›, und auf kluge Art veranlassten sie Theosophen, zu glauben, dass sie in meinem Interesse arbeiten. Ihr Hauptwerkzeug hat sich jetzt der römisch-katholischen Kirche angeschlossen. In Deutschland arbeiten sie, um die Oberherrschaft des Christentums in der Theosophischen Gesellschaft zu sichern, indem sie dieselbe so zu einer christianisierenden Sekte entstellen und dadurch gewiss ihre Zurückweisung im Osten bewirken. Sie bedienen sich ihrer alten Waffen - falsche Darstellung, Verleumdung, falsche Beschuldigungen, alle gegen die Führer der Bewegung, welche sie zu vernichten suchen; und alle Mittel sind recht ad majorem Dei gloriam. Der ‹Schwarze General›, wie ihr Anführer genannt wird, hat Vertreter überall. Angriffe werden in vielen Ländern verbreitet, in vielen Sprachen; Geld wird wie Wasser ausgeschüttet; die Post eines Tages bringt Angriffe aus Rom, aus Stockholm, aus Hongkong. Das ist sehr interessant zu beobachten, und man erinnert sich an die mahnenden Worte: ‹Der Teufel ist herabgestiegen mit großem Zorn, weil er weiß, dass er nur eine kurze Zeit hat.› Die alte Schrift fordert die Menschen auf zu frohlocken, weil es so ist; von solchen Kämpfen sagt die Bhagavad Gita, dass sie die offene Tür zum Himmel seien. Darum ertönt das Wort an alle treuen Mitglieder: ‹Haltet euch gleich Männern! Seid stark.› › [ 60 ] “The Theosophical Society is facing an organized attack launched by the most dangerous enemy that freedom of thought and speech has ever known—the Jesuits. Helena Petrovna Blavatsky warned us long ago that this struggle would come, and now it is here. They operate in various countries under various guises, but their goal is always the same—the destruction or distortion of Theosophy. In America, they created a secret organization called the Universal Brotherhood (not openly identifying itself as identical to Mrs. Tingley’s Universal Brotherhood), and within it the “Besant Society,” and through clever means they led Theosophists to believe that they were working in my interest. Their main agent has now joined the Roman Catholic Church. In Germany, they are working to secure the supremacy of Christianity within the Theosophical Society by distorting it into a Christianizing sect, thereby certainly bringing about its rejection in the East. They are using their old weapons—misrepresentation, slander, false accusations—all directed against the leaders of the movement, whom they seek to destroy; and all means are justified ad majorem Dei gloriam. The “Black General,” as their leader is called, has representatives everywhere. Attacks are being spread in many countries, in many languages; money is being poured out like water; one day’s mail brings attacks from Rome, from Stockholm, from Hong Kong. This is very interesting to observe, and one is reminded of the warning words: “The devil has come down with great wrath, because he knows that his time is short.” The ancient scriptures urge people to rejoice because this is so; the Bhagavad Gita says that such struggles are the open door to heaven. Therefore, the message to all faithful members is: “Be like men! Be strong.” [ 61 ] Dieser Passus steht unmittelbar hinter einer Sache, die sich auf die Deutsche Sektion bezieht. Aber denken Sie einmal, man hätte noch vorgestern — ehe der Brief der Präsidentin angekommen war - etwas dagegen gesagt; trotzdem der belgische Generalsekretär schon seine objektiv völlig unwahren Konsequenzen aus solchen Dingen gezogen hatte, dann hätte Misses Besant noch sagen können: Ja, Ihr seid ja doch gar nicht getroffen, warum meldet Ihr Euch denn? Diese Stelle ist ja mit drei Sternchen getrennt vom vorhergehenden. So wird eine Sache geschrieben, und man redet von theosophischer Politik, einem Wort, das nicht fallen sollte innerhalb unserer Bewegung. Nun kommt aber eines noch hinzu; denn, auch wenn wir nicht damit getroffen sein sollen, so ist die Sache selbst immer noch nicht wahr! Wo besteht denn bei uns in der theosophischen Bewegung ein Einfluss der Jesuiten? Alles ist aus der Luft gegriffen. [ 61 ] This passage comes immediately after a reference to the German Section. But just imagine if someone had objected to it the day before yesterday—before the President’s letter arrived—even though the Belgian Secretary-General had already drawn his own conclusions from such matters, which were objectively completely untrue; then Misses Besant could still have said: “Well, you aren’t even affected by this, so why are you speaking up?” This passage is separated from the preceding one by three asterisks. This is how a matter is written about, and people speak of “Theosophical politics”—a term that should never be used within our movement. But there is one more point to consider; for even if we are not supposed to be affected by it, the matter itself is still not true! Where, then, is there any Jesuit influence within our Theosophical Movement? It’s all pure fabrication. [ 62 ] Wahr ist, dass Doktor Hübbe-Schleiden mit dem Jesuitenvorwurf fortwährend gespielt hat, wahr ist, dass ihn Misses Besant offiziell ausgesprochen hat. Unwahrer kann kaum ein Vorwurf ausgesprochen werden, der doch geeignet ist, in Deutschland und auch in anderen Gegenden eine Rolle zu spielen, wenn man uns verdächtigen will. [ 62 ] It is true that Dr. Hübbe-Schleiden has constantly played on the Jesuit accusation; it is true that Miss Besant officially made this accusation against him. A more untrue accusation could hardly be made, yet it is one that is likely to play a role in Germany and elsewhere whenever there is a desire to cast suspicion on us. [ 63 ] Weil das so ist, und da sich hier wirklich Sachliches mit Persönlichem verknüpft, so frage ich jetzt bei Ihnen um etwas an. Ich kann jetzt nicht alles mitteilen, das Ihnen zeigen könnte, wie aus der Luft gegriffen, wie unwahr und töricht dieser Vorwurf ist. Ich frage Sie, ob Sie anhören wollen in den nächsten Tagen eine kurze Skizze, einen kurzen Auszug meines Lebensweges? Ich kann Ihnen nicht auf eine andere Weise den Beweis liefern, wie töricht und unwahr eine solche Behauptung von Misses Besant ist. Ich möchte Ihnen aber auch nicht diesen Bericht aufdrängen, deshalb bitte ich Sie, mir zu sagen, ob Sie zu einer geeigneteren Zeit in diesen Tagen anhören wollen meine so kurz wie möglich zusammengedrängten Memoiren?» [ 63 ] Since that is the case, and since this matter truly intertwines the factual with the personal, I would now like to ask you for something. I cannot share everything right now that would show you just how baseless, untrue, and foolish this accusation is. I ask you: Would you be willing to listen to a brief outline, a short excerpt from the story of my life, in the coming days? I have no other way to prove to you just how foolish and untrue such a claim by Miss Besant is. However, I do not wish to impose this account on you, so I ask you to let me know if you would like to hear my memoirs—condensed as briefly as possible—at a more convenient time in the coming days.” [ 64 ] (Die Versammlung nimmt das Anerbieten an.) [ 64 ] (The assembly accepts the offer.) [ 65 ] [Rudolf Steiner:]«Das weiß Misses Besant sehr wohl, dass von allen Vorwürfen etwas hängen bleibt. Und jetzt - ich mache Punkte -, denn es genügt kein Ausdruck, um das zu charakterisieren, was geschehen ist. Es ist ja unerhört, dass ich zu dem Mittel greifen muss, meinen Lebensweg zu beschreiben. Ich hoffe, dass der Vortrag nachgeschrieben wird, damit er dann als Broschüre erscheinen kann. Bis zur Ortsangabe versteigen sich die Leute. Ich habe erst aus einer Schrift ‹Werdende Wissenschaft› von Paungarten, welche ungerechte und unwahre Vorwürfe abwehrt, erfahren, dass ich diese jesuitische Erziehung in einem Orte in Mähren, dessen Name mir ganz unbekannt ist, den ich auch schon wieder vergessen habe, genossen haben soll. Boitzenburg oder so ähnlich. Ich erkläre Ihnen, dass ich niemals diesen Ort gekannt oder auch nur nennen gehört habe. [ 65 ] [Rudolf Steiner:] “Misses Besant knows very well that some of these accusations will stick. And now—I’ll list them point by point—because no single expression is sufficient to characterize what has happened. It is, after all, outrageous that I must resort to describing the course of my life. I hope that the lecture will be transcribed so that it can then be published as a pamphlet. People are going so far as to make up details about the location. It was only from a book by Paungarten titled *Werdende Wissenschaft* (*Emerging Science*), which refutes these unjust and untrue accusations, that I learned I was supposedly given this Jesuit education in a place in Moravia whose name is completely unknown to me—and which I have already forgotten again. Boitzenburg or something like that. I assure you that I have never known this place or even heard it mentioned. [ 66 ] Ich erkläre also, dass ich mit Misses Besant nichts mehr zu tun haben will, nachdem sie zu allen anderen objektiven Unwahrheiten auch noch dieses Stückchen hinzugefügt hat. Ich habe die Sache in die Hand des Vorstandes gelegt, ich werde nur noch diese Tatsache als ein Letztes an Misses Besant gelangen lassen, dass ich mit jemandem, der es so mit der Wahrheit hält, nichts mehr zu tun haben will. [ 66 ] I therefore declare that I wish to have nothing more to do with Misses Besant, now that she has added this little bit to all her other objective untruths. I have referred the matter to the board; I will only convey this one final fact to Misses Besant: that I wish to have nothing more to do with anyone who treats the truth in this manner. [ 67 ] Damit bin ich eigentlich dabei, Ihnen zu motivieren, dass wir sozusagen zwischen Himmel und - Erde will ich nicht sagen - zwischen Himmel und Hölle schweben. Ich bitte nun Fräulein von Sivers, den Beschluss des Vorstandes vorzulesen.» [ 67 ] In saying this, I am actually trying to convince you that we are, so to speak, suspended between heaven and—I won’t say earth—between heaven and hell. I now ask Miss von Sivers to read aloud the Executive Board’s resolution.» [ 68 ] Frl. von Sivers: «Der Vorstand beschloss bei seiner gestrigen Sitzung, folgenden Brief als Antwort auf den Brief der Präsidentin an diese zu schicken, falls er von der Generalversammlung genehmigt würde.» [ 68 ] Miss von Sivers: “At its meeting yesterday, the Executive Board decided to send the following letter to the President in response to her letter, provided it is approved by the General Assembly.” Berlin, den 2. Februar 1913. Berlin, February 2, 1913. [ 69 ] Die zur elften Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft anwesenden Persönlichkeiten, nachdem sie Kenntnis genommen haben von dem Briefe des Präsidenten der Theosophischen Gesellschaft, Frau Besant, vom 14. Januar 1913, an den Generalsekretär der Deutschen Sektion, Herrn Dr. Steiner, worin gesagt wird, dass der General-Council die Forderung an Frau Besant gestellt hat, das Diplom der Deutschen Sektion zu annullieren, und dass Frau Besant dieser Forderung nachkommen wird, wenn die Deutsche Sektion sich nicht der Konstitution unterwirft, erklären: [ 69 ] The dignitaries present at the eleventh General Assembly of the German Section of the Theosophical Society, having taken note of the letter from the President of the Theosophical Society, Ms. Besant, dated January 14, 1913, to the Secretary-General of the German Section, Dr. Steiner, in which it is stated that the General Council has demanded that Ms. Besant revoke the German Section’s charter, and that Ms. Besant will comply with this demand if the German Section does not submit to the Constitution, hereby declare: [ 70 ] Niemals hat die Deutsche Sektion, deren Vorstand oder Generalsekretär in irgendeiner Weise die Konstitution der Theosophischen Gesellschaft verletzt. Der Beschluss des General-Councils, der zustande gekommen ist, bevor auch nur die veröffentlichten Dokumente geprüft werden konnten, muss als eine unerhörte Verletzung des Geistes und der Verfassung der Theosophischen Gesellschaft verzeichnet werden. Selbst das primitivste Wahrheits- und Gerechtigkeitsgefühl muss sich empören über die Art der Behandlung, die den begründeten Anklagen zuteilwurde, welche die Deutsche Sektion und ihr Vorstand gegen das Verhalten der Präsidentin erheben mussten. Um die Person des ihr unbequemen Generalsekretärs zu verdächtigen, ist Frau Besant kein Mittel zu schlecht: Den Höhepunkt einer solchen schlauen Verunglimpfung aber erreicht die vor der Generalversammlung vorgebrachte, willkürlich erfundene und gegenüber den Tatsachen geradezu sinnlose Behauptung, dass Herr Dr. Steiner von den Jesuiten erzogen worden sei» mit daraus folgenden Insinuationen. [ 70 ] The German Section, its Executive Committee, or its General Secretary have never in any way violated the Constitution of the Theosophical Society. The decision of the General Council, which was reached before even the published documents could be examined, must be recorded as an outrageous violation of the spirit and constitution of the Theosophical Society. Even the most basic sense of truth and justice must be outraged by the manner in which the well-founded accusations—which the German Section and its Executive Committee were compelled to raise against the President’s conduct—were treated. No means is too low for Mrs. Besant to cast suspicion on the Secretary-General, whom she finds inconvenient: the pinnacle of such cunning denigration, however, is the arbitrarily fabricated and, in light of the facts, utterly nonsensical assertion made before the General Assembly that “Dr. Steiner was educated by the Jesuits,” with the insinuations that follow. [ 71 ] Die Deutsche Sektion hat nichts zu widerrufen und nichts zurückzunehmen. Es bleibt ihr daher nichts anderes übrig, als die ihr von Frau Besant gestellte Alternative als einen Akt des Ausschlusses zu betrachten, der nur deshalb vollzogen wurde, weil die Deutsche Sektion es unternommen hat, für Wahrheit und Wahrhaftigkeit der Theosophischen Gesellschaft einzutreten. [ 71 ] The German Section has nothing to retract and nothing to take back. It therefore has no choice but to regard the ultimatum presented to it by Mrs. Besant as an act of expulsion, carried out solely because the German Section undertook to stand up for the truth and integrity of the Theosophical Society. [ 72 ] Die Deutsche Sektion und ihre Mitglieder würden niemals aus eigenem ‚Antriebe aus der Theosophischen Gesellschaft austreten. Und so, gewaltsam ausgeschieden, werden sie ihre Arbeit unbeirrt fortsetzen und jederzeit bereit sein, wieder mit der Theosophischen Gesellschaft zu arbeiten, sobald Wahrhaftigkeit, Vernunft, Ernst und Würde wieder anstelle der heutigen Zustände getreten sein werden. [ 72 ] The German Section and its members would never, of their own ‘initiative leave the Theosophical Society. And so, having been forcibly expelled, they will continue their work undeterred and will be ready at any time to work with the Theosophical Society again, as soon as truthfulness, reason, seriousness, and dignity have once again replaced the current conditions. Berlin, February 2nd, 1913. Berlin, February 2nd, 1913. [ 73 ] Those who assembled to the 11th Convention of the German Section of the Theosophical Society, having been made acquainted with the letter of the President Theosophical Society, Mrs Besant, to the General Secretary of the German Section, Dr. R. Steiner, bearing the date of January 11th 1913, wherein it is said: That the General Council has asked Mrs Besant to cancel the charter of the German Section, and that Mrs Besant will comply with this request ‹unless the German Section shall submit to the Constitution» declare that: The German Section, its Executive Committee or its General Secretary have never in any way violated the Constitution of the Theosophical Society. The resolution of the General Council which was taken, even before the published documents could be examined, must be characterised as an unpardonable offence both to the spirit and the Constitution of the Theosophical Society. Even the most primitive feeling for truth and justice must be indignant at the treatment given to the well substantiated accusations, which the German Section and its Executive Committee were forced to direct against the attitude of the President. In order to cast suspicion upon the personality of the General Secretary who is inconvenient to her, no means are too base for her to stoop to: but the culminating point of such malicious defamation is reached in the freely invented and in face of the facts simply absurd affirmation brought by her to the General Convention of the Theosophical Society that ‹Dr. Steiner has been educated by the Jesuits› and other subsequent insinuations. [ 73 ] Those who assembled to the 11th Convention of the German Section of the Theosophical Society, having been made acquainted with the letter of the President Theosophical Society, Mrs Besant, to the General Secretary of the German Section, Dr. R. Steiner, bearing the date of January 11th 1913, wherein it is said: That the General Council has asked Mrs Besant to cancel the charter of the German Section, and that Mrs Besant will comply with this request ‹unless the German Section shall submit to the Constitution» declare that: The German Section, its Executive Committee or its General Secretary have never in any way violated the Constitution of the Theosophical Society. The resolution of the General Council which was taken, even before the published documents could be examined, must be characterised as an unpardonable offence both to the spirit and the Constitution of the Theosophical Society. Even the most primitive feeling for truth and justice must be indignant at the treatment given to the well substantiated accusations, which the German Section and its Executive Committee were forced to direct against the attitude of the President. In order to cast suspicion upon the personality of the General Secretary who is inconvenient to her, no means are too base for her to stoop to: but the culminating point of such malicious defamation is reached in the freely invented and in face of the facts simply absurd affirmation brought by her to the General Convention of the Theosophical Society that ‹Dr. Steiner has been educated by the Jesuits› and other subsequent insinuations. [ 74 ] Nothing exists which the German Section has to repudiate or retract. And it therefore has no Option but to consider the alternative put to it by Mrs Besant as an act of expulsion, accomplished only because the German Section has undertaken to stand for truth and veracity within the Theosophical Society. The German Section and its members would never have left the Theosophical Society on their own initiative. Being thus expelled by force they will continue their work unswervingly and will be ready to work again with the Theosophical Society as soon as veracity, reason, seriousness and dignity take the place of the present conditions. [ 74 ] Nothing exists which the German Section has to repudiate or retract. And it therefore has no Option but to consider the alternative put to it by Mrs Besant as an act of expulsion, accomplished only because the German Section has undertaken to stand for truth and veracity within the Theosophical Society. The German Section and its members would never have left the Theosophical Society on their own initiative. Being thus expelled by force they will continue their work unswervingly and will be ready to work again with the Theosophical Society as soon as veracity, reason, seriousness and dignity take the place of the present conditions. [ 75 ] Herr Dr. Steiner: «Meine lieben Freunde! Ich möchte, wie ich es ja wohl niemals habe werden wollen, auch in diesem Momente nicht sentimental werden, aber ich darf Ihnen wohl sagen, dass ich selber mit schwerem Herzen dieses Ausscheiden aus der Theosophischen Gesellschaft empfinde, dass es uns nicht leicht wird, denn wir können es nur betrachten als ein Ausgeschlossenwerden. Der Vorstand betrachtet in dem Brief von Misses Besant den Ausschluss der Deutschen Sektion aus der Theosophischen Gesellschaft als vollzogene Tatsache. Daher sind wir nicht mehr Deutsche Sektion und haben die Generalversammlung der Deutschen Sektion logischerweise nicht mehr abzuhalten. [ 75 ] Dr. Steiner: “My dear friends! I do not wish to become sentimental at this moment—just as I have never wished to do so—but I may well tell you that I myself view this departure from the Theosophical Society with a heavy heart, and that it will not be easy for us, for we can only regard it as an expulsion. In Miss Besant’s letter, the Executive Committee regards the expulsion of the German Section from the Theosophical Society as a fait accompli. Therefore, we are no longer the German Section and, logically, no longer need to hold the General Assembly of the German Section. [ 76 ] Ich glaube und hoffe, dass die Mitglieder der Deutschen Sektion, dass alle diejenigen, die wissen, worum es sich handelt, ein Gefühl dafür haben, was dieser Ausschluss bedeutet. Dass sie dasjenige würdigen können, was wir suchen und wollen. Jetzt sind wir ausgeschlossen und können nur erklären, dass wir jederzeit mit der Theosophischen Gesellschaft wieder zusammenarbeiten werden, wenn in ihr geordnete Zustände eingetreten sein werden. Aber wir schätzen und ehren die Theosophische Gesellschaft, aus der wir wahrhaftig nicht freiwillig ausscheiden. Jetzt können wir nicht anders, als uns als ausgeschlossen betrachten, nachdem in dem Briefe der Präsidentin der Satz steht: «If not, we can still wish it all good in the path it selects, and trust that its future, as a separate Society, may prove its usefulness to the world. «Wenn nicht, so können wir ihr noch alles Gute wünschen auf dem Weg, den sie erwählt, und vertrauen, dass ihre Zukunft als abgesonderte Gesellschaft, ihre Nützlichkeit für die Welt beweisen möge» Deshalb war es logisch, dass sich der Vorstand zuletzt zu diesem Schritte gezwungen sah. Danach können wir nicht anders, als die Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft heute nicht mehr als vorhanden zu betrachten, und wir haben nichts mehr zu tun, als dem Vorstand für diesen Beschluss die Indemnität zu erteilen.» [ 76 ] I believe and hope that the members of the German Section—that all those who understand what is at stake—have a sense of what this expulsion means. That they can appreciate what we are seeking and striving for. Now that we have been expelled, we can only state that we will resume cooperation with the Theosophical Society at any time once order has been restored within it. But we value and honor the Theosophical Society, from which we are truly not leaving of our own free will. Now we have no choice but to consider ourselves excluded, since the letter from the President contains the following sentence: “If not, we can still wish it all the best on the path it chooses, and trust that its future, as a separate Society, may prove its usefulness to the world. “If not, we can still wish it all the best on the path it chooses, and trust that its future, as a separate Society, may prove its usefulness to the world.” Therefore, it was logical that the Executive Committee ultimately felt compelled to take this step. Consequently, we have no choice but to consider the German Section of the Theosophical Society no longer in existence, and we have no further action to take other than to grant the Executive Committee indemnity for this decision.” [ 77 ] (Abstimmung. Alle mit Ausnahme von zwei Stimmen sind mit dem Beschluss einverstanden.) [ 77 ] (Vote. All but two votes are in favor of the resolution.) [ 78 ] Herr Dr. Steiner: «Hat jemand etwas dazu zu sagen?» [ 78 ] Dr. Steiner: “Does anyone have anything to say about this?” [ 79 ] Herr Weidlich: (Die ersten Worte bleiben unverständlich.) «... ungerechtfertigt. Man müsste auch die andere Seite fragen. Konnte sich das nicht vermeiden lassen?» [ 79 ] Mr. Weidlich: (The first few words are inaudible.) “... unjustified. We should also ask the other side. Couldn’t this have been avoided?” [ 80 ] Herr Ahner: «Ich hätte gern ein paar Worte gesprochen, bevor der Beschluss gefasst wurde. Das ist doch üblich.» [ 80 ] Mr. Ahner: “I would have liked to say a few words before the decision was made. That’s standard procedure, after all.” [ 81 ] Herr Dr. Steiner: «Es handelt sich um einen Beschluss des Vorstandes. ‚Aber bitte, sprechen Sie nur jetzt.» [ 81 ] Dr. Steiner: “This is a decision by the Executive Board. ‘But please, go ahead and speak now.’” [ 82 ] Herr Ahner: «Ich kann es Herrn Doktor Steiner nicht übel nehmen, dass er energisch wurde. Aber ich frage, ob das alles notwendig war. Wenn das geschieht in der Theosophischen Gesellschaft, was soll man an anderen Stellen erwarten! Ich möchte noch etwas sagen über die Mitglieder des «Stern des Osten». Es ist niemand anwesend vom Stern des Ostens. Das ist unrechtmäßig ohne jeden Zweifel. Es kann ja jemand auftreten und ausführen, dass es notwendig wäre, auch die Mitglieder des «Stern des Ostens zu hören.» [ 82 ] Mr. Ahner: “I cannot blame Dr. Steiner for becoming forceful. But I wonder if all of that was necessary. If this is happening in the Theosophical Society, what can one expect elsewhere! I would like to say a few more words about the members of the ‘Star of the East.’ No one from the ‘Star of the East’ is present. This is undoubtedly unlawful. Someone might step forward and argue that it would be necessary to hear from the members of the ‘Star of the East’ as well.” [ 83 ] Herr Weidlich: «Ich möchte mir noch eine Bemerkung gestatten zu der Übersetzung eines Briefes von Misses Besant in den «Mitteilungen. Ich sehe das als eine falsche Übersetzung an. Misses Besant schreibt nicht, dass sie die Sache nicht kenne, sondern dass sie Recht und Unrecht nicht kenne. Das ist ein großer Unterschied, darüber ist gar kein Zweifel.» [ 83 ] Mr. Weidlich: “I would like to make one more comment regarding the translation of a letter from Miss Besant in the *Mitteilungen*. I consider this to be an incorrect translation. Misses Besant does not write that she is unfamiliar with the matter, but rather that she does not know right from wrong. That is a big difference; there is no doubt about it.” [ 84 ] Herr Dr. Steiner: «Es ist schon in einer gewissen Weise begründet, dass wir mit unserer Gesinnung nicht darinnen sein können in dieser Theosophischen Gesellschaft. Derjenige, der sich den betreffenden Satz anschaut, der wird finden, dass in so sorgfältiger Weise wie möglich die Übersetzung geleistet worden ist. Aber auf diese eine Sache kommt es ja gar nicht an. Es steht ja der englische Text da, und jeder mag sich ihn überlegen. Die Dinge, die nachgewiesen worden sind als Tatsachen, bis zur letzten Jesuitenbeschuldigung, sie sind so zahlreich, dass es auf das Einzelne gar nicht ankommt. Es ist sonderbar, dass die Dinge nicht gesagt werden da, wo sie hingehören. Wenn der betreffende Herr diese Dinge an Adyar gerichtet hätte, so wären sie in diesem Falle am rechten Ort. [ 84 ] Dr. Steiner: “There is, in a certain sense, a valid reason why, given our convictions, we cannot be part of this Theosophical Society. Anyone who looks at the sentence in question will find that the translation has been done as carefully as possible. But that is not the point at all. The English text is right there, and everyone is free to consider it for themselves. The things that have been proven to be facts—right down to the latest Jesuit accusation—are so numerous that the individual details are of no consequence. It is strange that these things are not being said where they belong. If the gentleman in question had addressed these matters to Adyar, they would be in the right place in this case. [ 85 ] Wenn wir noch die elfte Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft wären, so hätte sich darüber streiten lassen, ob die Delegierten gut daran taten, Sternmitglieder auszuschließen. Nach dem aber, was wir eben gehört haben, können wir den Delegierten nur dankbar sein, dass wir nicht wiederum eine Menge liebetriefende Worte zu hören bekommen, und nachher ganz Unrichtiges vorgebracht wird. Vielleicht gehört es doch ein bisschen zum guten Geschmack, nicht alles anzuhören, was von manchen Menschen vorgebracht wird. Aber, wenn jemand das unangenehm empfindet, so frage ich wiederum die Versammlung, ob eine freie Versammlung diejenigen hören muss, die sie nicht hören will, ob sie sich muss von zwei Leuten tyrannisieren lassen, ob sie nicht das Recht hat, sich zu wehren, sich nicht die Meinung von zwei Leuten aufzwängen zu lassen.» [ 85 ] If we were still at the eleventh General Assembly of the German Section of the Theosophical Society, there might have been some debate as to whether the delegates were right to expel Stern members. But based on what we have just heard, we can only be grateful to the delegates that we are not once again subjected to a barrage of flowery words, only to have completely incorrect claims made afterward. Perhaps it is, after all, a matter of good taste not to listen to everything that some people have to say. But if anyone finds that unpleasant, I ask the assembly once again: Must a free assembly listen to those it does not wish to hear? Must it allow itself to be tyrannized by two people? Does it not have the right to defend itself and refuse to have the opinions of two people imposed upon it?” [ 86 ] (Zustimmung.) [ 86 ] (Agreed.) [ 87 ] Herr Fidus: «Ich möchte betonen, dass ich mit dieser Verhandlung nicht ganz einverstanden bin. In dem Momente, wo wir eine freie Versammlung wurden, hätte gerade der Ausschluss der Sternmitglieder nicht stattfinden dürfen. Sie müssen sich doch verteidigen können. Es hätte doch Doktor Hübbe-Schleiden benachrichtigt werden sollen, um sich verteidigen zu können. Wir müssen betonen ... (sehr unverständlich, aber lang andauernd, dadurch Unruhe und Schluss-Rufe aus der Versammlung) ... wir können nicht wissen, wo Wahrheit ist, die Wahrheit kann niemand verstehen. Es gibt keine Wahrheit für uns, sondern nur Wahrhaftigkeit. Was ist Wahrheit ... (unverständlich) ... nicht befriedigt...» [ 87 ] Mr. Fidus: “I would like to emphasize that I do not entirely agree with the way this hearing is being conducted. The moment we became a free assembly, the expulsion of the Stern members in particular should not have taken place. They must be able to defend themselves. Dr. Hübbe-Schleiden should have been notified so that he could defend himself. We must emphasize ... (very unintelligible, but prolonged, causing unrest and shouts of “Enough!” from the assembly) ... we cannot know where the truth lies; no one can understand the truth. There is no truth for us, only truthfulness. What is truth ... (unintelligible) ... not satisfied...” [ 88 ] Herr Tessmar: «Wir sind alle befriedigt bis auf drei, und die können rausgehen ...» [ 88 ] Mr. Tessmar: “We’re all satisfied except for three, and they can leave...” [ 89 ] Herr Dr. Steiner: «Ich muss leider Herrn Tessmar zur Ordnung rufen wegen des Ausdrucks ‹rausgehen›. Aber ich muss doch Protest erheben gegen Worte wie: ‹Die Wahrheit kann niemand verstehen.› Dann aber werden die Worte ‹Wahrheit› und ‹Wahrhaftigkeit› immer gebraucht. Es gibt doch keine Diskussion, ob man die ‹Wahrheit› erkennen könne oder nicht, wenn zum Beispiel in unwahrer Weise zitiert wird. Da braucht jeder zum Beispiel meine Bücher auf die eine Seite zu legen und Doktor Hübbe-Schleidens unerhörte Zitate auf die andere Seite. Ich muss sagen, dass auch hier wiederum die Tendenz besteht, mit Worten zu spielen.» [ 89 ] Dr. Steiner: “I’m afraid I must call Mr. Tessmar to order regarding the expression ‘go out.’ But I must protest against statements such as: ‘No one can understand the truth.’ Yet the words ‘truth’ and ‘truthfulness’ are used all the time. There is no debate, after all, about whether one can recognize the ‘truth’ or not when, for example, a quote is misrepresented. In such cases, everyone needs to place my books on one side, for example, and Dr. Hübbe-Schleiden’s outrageous quotations on the other. I must say that here, too, there is once again a tendency to play with words.” [ 90 ] Fräulein Prellwitz: «Wir sind Herrn Doktor Steiner dankbar für alles, was wir gehört haben. Was wir wünschten und hofften, war, dass das, was geschehen ist, mit nicht so viel Reibung geschehen möchte. Es ist unmöglich zu vereinigen, wenn wir hier sitzen und uns bekämpfen wollen. Jede Aktivität, die vermieden werden kann, sollten wir hier vermeiden. Denn es gibt dämonische Mächte, gegen die es nur eines gibt: So passiv sein wie möglich, so liebevoll wie möglich. Denn dieses Auseinandergesprengtwerden hat mit Dämonen zu tun. Wir hätten damit nicht anfangen sollen. Nun ist es aber geschehen. Wir sind eine Urversammlung, nun müssen wir auch eine volle, reinliche Scheidung vollziehen, einen rein lichen Anfang machen mit so viel liebevollem Sinn wie möglich und so einfach wie möglich. Sie müssen, jetzt nicht feindliche Gesichter machen, Sie müssen arbeiten, liebevoll und treu, um der großen Wahrheit willen.» [ 90 ] Miss Prellwitz: “We are grateful to Dr. Steiner for everything we have heard. What we wished and hoped for was that what has happened would take place without so much friction. It is impossible to unite if we sit here and want to fight one another. We should avoid any conflict that can be avoided here. For there are demonic forces against which there is only one remedy: to be as passive as possible, as loving as possible. For this tearing apart has to do with demons. We should not have started this. But now it has happened. We are a primal assembly; now we must also carry out a complete, pure separation, make a pure new beginning with as much loving intention as possible and as simply as possible. You must not put on hostile faces now; you must work, lovingly and faithfully, for the sake of the great truth.” [ 91 ] Herr Dr. Steiner: «Ich bin völlig übereinstimmend mit Ihnen. Ich möchte Ihnen nur sagen von demjenigen, wovon Sie verlangen, dass wir es im gegenwärtigen Momente anfangen, damit haben wir schon vor elf Jahren angefangen und sind während all der Zeit so passiv wie möglich gewesen. Darum muss ich Sie schon bitten, dasjenige, was Sie als Ermahnung gesagt haben, an die Adresse von Doktor Hübbe-Schleiden und von Frau Besant zu richten.» [ 91 ] Dr. Steiner: “I completely agree with you. I just want to tell you that what you are asking us to begin at this very moment is something we actually began eleven years ago, and we have been as passive as possible throughout that entire time. That is why I must ask you to direct what you said as a warning to Dr. Hübbe-Schleiden and Mrs. Besant.” [ 92 ] Fräulein Prellwitz: «So bewusst scheinen wir ja nicht zu sein ... Alles kam so schnell und wurde nicht verstanden. Man muss doch auch Geduld haben. Wir hatten das Gefühl, wir stehen vor einer Tatsache, die wir nicht verstehen. Das sind doch alles Schwierigkeiten.» [ 92 ] Miss Prellwitz: “We don’t seem to be all that aware of it… Everything happened so fast and we didn’t understand it. You have to be patient, after all. We felt as if we were faced with a reality we didn’t understand. These are all difficulties, after all.” [ 93 ] Herr Dr. Steiner: «Wenn Sie nachprüfen würden, so würden Sie sehen, mit welcher Geduld und mit welcher Langmut vorgegangen worden ist, und dass diese Geduld und Langmut dennoch dahin hat führen können, dass Misses Besant sich aufschwingt zu jener Jesuitenbeschuldigung. [ 93 ] Dr. Steiner: “If you were to look into this, you would see the patience and forbearance with which the matter was handled, and that this patience and forbearance nevertheless led to Miss Besant making that accusation of Jesuitism. [ 94 ] Ich bin von Ihrem guten Willen vollständig überzeugt, aber Ihre Meinung entspringt Ihrer mangelhaften Prüfung der Tatsachen. Ich weiß, dass Sie nur nicht genügend geprüft haben die Sachen; hätten Sie es getan, Sie würden dann schon gesehen haben, welche Geduld geübt worden ist, und wohin man kommt mit falscher Passivität. [ 94 ] I am fully convinced of your good will, but your opinion stems from your inadequate examination of the facts. I know that you simply have not examined the matters thoroughly enough; had you done so, you would have seen how much patience has been exercised and where false passivity leads. [ 95 ] Wer von einem Übersetzungsfehler redet in diesem Augenblick, der berücksichtigt nicht, um was es sich handelt, sondern der will [sophistisch] nur über die Hauptsachen hinwegsetzen. Über solche Dinge lässt sich nichts sagen. [ 95 ] Anyone who speaks of a translation error at this moment is not taking into account what this is really about, but is merely trying [sophistically] to gloss over the main issues. There is nothing to be said about such things. [ 96 ] Man darf wirklich glauben, dass derjenige, der sich mit schwerem Herzen entschließt, so zu handeln, sich nicht aus kleinen Gründen entschließt. Es ist betrübend, dass so wenig guter Wille vorausgesetzt wird von denjenigen, die sonst von Liebe triefen und sich dann verstecken hinter Übersetzungsfehlern, die gar nicht vorhanden sind. Sehen Sie, ich ließ die Sachen ja liegen, ich habe sie nicht veröffentlicht, um Misses Besant zu bewahren, dass sie die Unwahrheit hinausschrie in die Welt. Und was tut sie? Sie schreit in alle Welt hinaus die Unwahrheit der Jesuitenbeschuldigung. Bitte, suchen Sie also, wo Passivität und wo Aktivität vorhanden war.» [ 96 ] One can truly believe that anyone who, with a heavy heart, decides to act in this way does not do so for trivial reasons. It is saddening that so little good will is assumed on the part of those who are otherwise brimming with love, and who then hide behind translation errors that do not even exist. You see, I left the matter alone; I did not publish it in order to spare Miss Besant from shouting falsehoods out into the world. And what does she do? She shouts the falsehood of the Jesuit accusation to the whole world. So please, examine where there was passivity and where there was action.” [ 97 ] Fräulein Hübbe-Schleiden: «Ich habe elf Jahre alle diese Sachen miterlebt und weiß, dass Herr Doktor Steiner das Menschenmögliche getan hat. Ich möchte nur hier meinen Dank aussprechen für alle die selbstlosen Opfer und für alle die Liebe, die er in diesen elf Jahren meinem Vater und mir bewiesen hat. Das möchte ich der Versammlung sagen.» [ 97 ] Miss Hübbe-Schleiden: “I have witnessed all of this over the past eleven years and know that Dr. Steiner did everything humanly possible. I would just like to express my gratitude here for all the selfless sacrifices and for all the love he has shown my father and me over these eleven years. That is what I would like to say to the assembly.” [ 98 ] Herr Dr. Steiner: «Sie wissen, liebes Fräulein Hübbe-Schleiden, dass dasjenige, was geschehen ist, aus gutem Herzen geschah. Aber es war für die Versammlung wichtig, dass die Pflegetochter von Doktor Hübbe-Schleiden diese Worte gesprochen hat, und die Versammlung möge mitfühlen aus tiefstem Herzen, was Fräulein Hübbe-Schleiden bewegt. Solche Worte spricht man nur, wenn man muss.» [ 98 ] Dr. Steiner: “You know, dear Miss Hübbe-Schleiden, that what happened was done with good intentions. But it was important for the assembly that Dr. Hübbe-Schleiden’s foster daughter spoke these words, and may the assembly empathize from the bottom of their hearts with what moves Miss Hübbe-Schleiden. One speaks such words only when one must.” [ 99 ] Herr Fidus: «Ich sehe in dieser ganzen großen Kundgebung nicht eine fanatische Einseitigkeit, sondern das allmähliche Erstarken des theosophischen Lebens in Deutschland. Ich weiß nicht, wo Recht und Unrecht liegt, ob auf der einen oder anderen Seite Fehler begangen worden sind. Ich möchte nicht abrechnen. Ich möchte nur sagen, dass ich mich freue, dass die deutsche Bewegung sich gedrängt fühlt, sich selbstständig zu machen. In diesem Sinne begrüße ich die Begründung der ‹Anthroposophischen Gesellschaft›. Wer theosophisch arbeitet, wird immer der Theosophie nützen. Die deutsche Bewegung darf sich nicht mehr vom Osten gängeln lassen. Die Hauptsache ist, dass das Geistesleben in einem Lande so erstarkt, dass es sich nicht immer wieder an eine Zentralstelle wenden muss.» [ 99 ] Mr. Fidus: “I do not see this entire large demonstration as an expression of fanatical one-sidedness, but rather as the gradual strengthening of theosophical life in Germany. I do not know where right and wrong lie, or whether mistakes have been made on one side or the other. I do not wish to settle scores. I would just like to say that I am pleased that the German movement feels compelled to become independent. In this sense, I welcome the founding of the ‘Anthroposophical Society.’ Anyone who works in theosophy will always be of service to theosophy. The German movement must no longer allow itself to be dictated to by the East. The main thing is that spiritual life in a country becomes so strong that it does not have to turn to a central authority time and again.” [ 100 ] Herr Dr. Steiner: «Gegen uns wird alles ausgenutzt. Schon jetzt fängt es, gestützt auf die objektiven Unwahrheiten von Misses Besant, in Europa an. Der belgische Generalsekretär hat schon tüchtig angefangen, denn er spricht von einer Pangermanistischen» Bewegung. Die Theosophie ist keine deutsche Bewegung, es handelt sich um eine ganz allgemein menschliche Bewegung, der jeder angehören kann, ohne Unterschied der Rassen. Wir haben es zu tun damit, dass wir genötigt sind, an die Stelle einer Karikatur der Theosophie zu setzen eine wahre Theosophie. Es würde ausgenutzt werden, wenn das, was Herr Fidus eben in guter Absicht gesagt hat, unwidersprochen bleiben würde. Das, was wir wollen, ist so allgemein menschlich wie die Wahrheit; und der Geist des Allgemein-Menschlichen kennt keinen Unterschied von Rasse, Religion, Volk und Nation, der zur Sonderung im Höchsten führen müsste. Jeder, der in der Welt nach dem theosophischen Ideale strebt, der gehört, und zwar mit Recht, zu uns. Damit nicht auch aus wohlgemeinten Worten wiederum Lanzen gegen uns geschmiedet werden, musste ich diese Worte hier sprechen.» [ 100 ] Dr. Steiner: “Everything is being used against us. It is already beginning in Europe, based on Miss Besant’s objective falsehoods. The Belgian Secretary-General has already made a strong start, for he speaks of a ‘Pan-Germanist’ movement. Theosophy is not a German movement; it is a universal human movement to which anyone can belong, regardless of race. We are faced with the necessity of replacing a caricature of Theosophy with true Theosophy. It would be exploited if what Mr. Fidus has just said with good intentions were to go unchallenged. What we seek is as universally human as truth itself; and the spirit of universal humanity knows no distinction of race, religion, people, or nation that would lead to division in the highest sense. Anyone in the world who strives for the theosophical ideal belongs—and rightly so—to us. To prevent well-intentioned words from being used to forge spears against us, I had to speak these words here.” [ 101 ] Fräulein von Sivers: «Ich wollte dieses auch sagen. Es handelt sich nicht um Ost und West, es handelt sich darum, das Gefühl für Wahrheit und Wahrhaftigkeit zu wecken. Wir haben dieses Wort nicht im Munde geführt, solange es möglich war zu arbeiten, ohne dass uns Steine in den Weg geworfen wurden. Wenn wir dieses Wort nun auch im Munde führen müssen, so ist es uns aufgedrängt worden. [ 101 ] Miss von Sivers: “I wanted to say that, too. It’s not about East and West; it’s about awakening a sense of truth and sincerity. We did not use this word as long as it was possible to work without having obstacles thrown in our way. If we must now use this word as well, it has been forced upon us. [ 102 ] Ich möchte zu zwei anderen Punkten übergehen. Das eine: die Passivität, die man haben soll; das andere: dass es eine reine, objektive Wahrheit nicht gibt, dass niemand entscheiden kann, wo die Wahrheit ist. Ich glaube, es gibt doch Tatsachen auf dem physischen Plan, und wenn man hier nicht unterscheiden kann, so ist man rettungslos verloren, wenn man sich in die okkulte Welt begibt. Ich möchte nur einige Beispiele erzählen. Zunächst also: Passivität. Seit Jahren werden unwahre Dinge über uns geschrieben. Seit Jahren müssen wir erleben, dass in theosophischen Zeitschriften, in Briefen und so weiter die unwahrsten Dinge über uns in die Welt geschleudert werden. Wir haben undenkbar lange geschwiegen und leidenschaftliche Gegnerschaft erregt dadurch, dass wir passiv blieben. Das hat zu schwerer Beschuldigung geführt. Bis zu den Münchener Tagen ist geschwiegen worden über die Tatsachen, die geschehen sind. Ein Beispiel nur: 1909 sollte Mister Leadbeater wieder aufgefordert werden, in die Theosophische Gesellschaft einzutreten. Doktor Steiner hat durch seine Objektivität die Gegnerschaft der Leadbeater-Feinde in England sich erworben. Dass er es vermochte, trotz sachlicher Ablehnung, so brüderlich zu bleiben, hat Unwillen erregt. Es kam dann die Aufnahmeaufforderung Leadbeaters. Sie haben vorhin gehört, wie Misses Besant zurückschrieb, sie würde die Stimme Doktor Steiners für den Wiedereintritt Leadbeaters in Anspruch nehmen. Doktor Steiner musste ein Telegramm schicken, in dem er bittet, Stimmenenthaltung anzusetzen, so wie er es angegeben hatte. Dann kam ein Telegramm zurück: ‹Sie sind der einzige Generalsekretär, der so vorgeht.› Das war wiederum nicht wahr; der skandinavische Generalsekretär hatte auch Stimmenenthaltung geübt. 1911 erschien aber im ‹Theosophist› eine biografische Skizze Leadbeaters, in der gemeldet wurde: ‹Alle Generalsekretäre ohne Ausnahme haben Herrn Leadbeater gebeten, wieder einzutreten in die Theosophische Gesellschaft.› Das war 1911. Jetzt aber erfahren wir, dass Mister Mead es Herrn Doktor Steiner zum schweren Vorwurf macht, dass er für Leadbeater mitgestimmt habe. Ich frage Herrn Fidus: Weiß man hier nicht, was wahr ist? Gibt es hier keine Möglichkeit, die Wahrheit zu unterscheiden? Einer, der von dieser Sache wusste, ist inzwischen gestorben, seine Stimme ist ins Grab gefallen, und bei uns rechnet man auf unser passives Schweigen. [ 102 ] I would like to move on to two other points. The first is the passivity one is supposed to have; the second is that there is no pure, objective truth, that no one can determine where the truth lies. I believe there are indeed facts on the physical plane, and if one cannot distinguish them here, one is hopelessly lost when venturing into the occult world. I would like to share just a few examples. First, then: passivity. For years, untrue things have been written about us. For years we have had to endure the most untrue things being hurled into the world about us in Theosophical journals, in letters, and so on. We have remained silent for an unthinkably long time and have aroused passionate opposition by remaining passive. This has led to serious accusations. Until the Munich days, there was silence regarding the events that had taken place. Just one example: In 1909, Mr. Leadbeater was to be invited once again to rejoin the Theosophical Society. Through his objectivity, Dr. Steiner had earned the hostility of Leadbeater’s enemies in England. The fact that he was able to remain so fraternal despite his factual rejection aroused resentment. Then came the invitation for Leadbeater’s readmission. You heard earlier how Misses Besant wrote back, stating that she would count on Dr. Steiner’s vote in favor of Leadbeater’s readmission. Dr. Steiner had to send a telegram asking that he be allowed to abstain, as he had indicated. Then a telegram came back: “You are the only General Secretary who proceeds in this manner.” That, in turn, was not true; the Scandinavian General Secretary had also abstained from voting. In 1911, however, a biographical sketch of Leadbeater appeared in *The Theosophist*, in which it was reported: “All General Secretaries, without exception, have asked Mr. Leadbeater to rejoin the Theosophical Society.” That was in 1911. Now, however, we learn that Mr. Mead is making a serious accusation against Dr. Steiner for having voted in favor of Leadbeater. I ask Mr. Fidus: Do people here not know what is true? Is there no way here to discern the truth? One who knew about this matter has since died; his voice has fallen into the grave, and here they are counting on our passive silence. [ 103 ] Ein anderer Fall: Immer wieder wird behauptet, Misses Besant habe einen Brief vergessen. Zuerst wurde behauptet, sie habe den Brief gar nicht bekommen. Wir haben ja in München Herrn Schrader sagen hören, die Präsidentin könne unmöglich den Brief mit der Vollrath-Affäre bekommen haben, sie wäre ja sonst geistesschwach. Diesen Ausspruch hat er freilich ausgelassen in seiner späteren Wiedergabe der Münchener Tage, die von Ungenauigkeiten strotzt, aber ein solch entstellter Bericht wird als Grundlage genommen für unsern Standpunkt und gegen uns ausgenutzt. Er erregt große Empörung. [ 103 ] Another case: It is repeatedly claimed that Miss Besant forgot a letter. At first, it was claimed that she had never even received the letter. We heard Mr. Schrader say in Munich that the president could not possibly have received the letter regarding the Vollrath affair—otherwise, she would be mentally deficient. He omitted this remark, of course, in his later account of the days in Munich—an account riddled with inaccuracies—but such a distorted report is taken as the basis for our position and used against us. It causes great outrage. [ 104 ] Ich glaube, dass es unnütz ist, noch mehr Beispiele anzuführen, aber ich frage noch einmal: Unterscheidet man hier die Wahrheit oder nicht?» [ 104 ] I believe it is pointless to cite any more examples, but I ask once again: Is a distinction being made here between truth and falsehood, or not? [ 105 ] Ruf von Herrn Fidus: «Das soll man ja.» [ 105 ] Mr. Fidus calls out: “That’s what you’re supposed to do.” [ 106 ] Herr Pfarrer Klein: «Einen Ausdruck, den vorhin eine Dame gebrauchte, kann ich nicht unwidersprochen lassen, weil ich es geradezu für gefährlich hielte, wenn man die darin anempfohlene Praxis befolgen würde «man könne den Dämonen gegenüber nicht genug Passivität walten lassen. Ich bin ganz im Gegenteil der Meinung, man könne Dämonen gegenüber nicht genug auf der Hut sein und nicht wachsam genug sein, und im Kampf mit ihnen sei die beste Parade immer noch der Hieb, der offensive Angriff. Hat vielleicht Christus gegenüber den Dämonen Passivität walten lassen? Ich erinnere an eines seiner bedeutsamsten Worte: «Ich habe den starken Gewappneten aus dem Hause geworfen! Von seinem Verhalten gegenüber den übrigen Dämonen will ich jetzt nicht einmal reden - von zweien aber soll festgestellt sein, dass er gegen sie mit einer auffallend impulsiven, unerbittlichen, rücksichtslosen Schroffheit vorging: Das waren die ‹Unwahrhaftigkeit› und ‹Heuchelei›, wie sie ihm besonders vonseiten der Sekte der Pharisäer entgegentraten. Denken Sie an die berühmte Szene der Tempelreinigung in Jerusalem, nach deren Vollzug er die furchtbare Generalabrechnung mit den Pharisäern hält, die mit ihrer Unwahrhaftigkeit seine Lehre entstellten und mit ihrer Heuchelei sich selbst als so fromm hinstellten und so scheinheilig gebärdeten, während ihre Gesinnung und ihre Taten laut dagegen zeugten. Gegen sie schleudert Christus Jesus die schärfsten und schroffsten Ausdrücke: ‹Ihr Heuchler›, ‹Ihr Narren›, ‹Ihr Otternbrut›, ‹Ihr übertünchten Gräber›. — Außen voll Blumen, innen voll Moder und Verwesung -, ‹Ihr blinden Blindenleiter› - selber blind, wollt ihr andere führen. Er wusste eben, dass Aufrichtigkeit und Lauterkeit der Nerv aller Sittlichkeit sind; dass, wo sie nicht sind, sondern Unwahrhaftigkeit und Heuchelei herrschen, etwas Auflösendes, Zersetzendes, Scheidewasserartiges vorhanden ist, was jedes Gemeinschaftsgebilde zerstört. [ 106 ] Pastor Klein: “I cannot let a phrase that a lady used earlier go unchallenged, because I would consider it downright dangerous to follow the practice it recommends—that ‘one cannot be passive enough toward demons.’ On the contrary, I am of the opinion that one cannot be too cautious or too vigilant toward demons, and that in the struggle against them, the best defense is still the strike—the offensive attack. Did Christ, perhaps, show passivity toward the demons? I recall one of his most significant words: ‘I have cast the strong, well-armed one out of the house!’ I won’t even speak now of his conduct toward the other demons—but let it be noted that he dealt with two of them with a strikingly impulsive, relentless, and ruthless harshness: these were “falsehood” and “hypocrisy,” as they were particularly manifested to him by the sect of the Pharisees. Think of the famous scene of the cleansing of the temple in Jerusalem, after which he delivered his terrible final reckoning with the Pharisees, who, through their untruthfulness, distorted his teaching and, through their hypocrisy, presented themselves as so pious and behaved so hypocritically, while their attitudes and deeds testified loudly to the contrary. Christ Jesus hurls the sharpest and harshest words at them: “You hypocrites,” “You fools,” “You brood of vipers,” “You whitewashed tombs”—outwardly full of flowers, inwardly full of mold and decay—“You blind guides”—blind yourselves, yet you seek to lead others. He knew full well that sincerity and integrity are the lifeblood of all morality; that where they are absent—and insincerity and hypocrisy reign instead—there is something corrosive, destructive, and corrosive, like a caustic agent, that destroys every form of community. [ 107 ] Auf uns sind solche Dämonen zugekommen, wir haben sie nicht gerufen, sie sind uns genaht, in der Absicht, unser Werk zu zerstören! Ihnen gegenüber Passivität zu üben, wäre unverantwortlich. Was wir heute von Unwahrhaftigkeit, die geübt wurde seitens der Adyar-Leitung und der Mitglieder des ‹Stern des Ostens›, hören mussten, übersteigt alle Begriffe; und kann man sich eine größere Heuchelei denken, als dass man auf der ersten Seite einer Schrift wie die ‹Botschaft des Frieden› immerfort dem Gegner salbungsvoll den Frieden als theosophische Grundtugend empfiehlt und selber ihn am Schlusse unverhüllt einen Jesuiten nennt? [ 107 ] Such demons have come upon us; we did not summon them—they approached us with the intent of destroying our work! To remain passive in the face of them would be irresponsible. What we have had to hear today about the dishonesty practiced by the Adyar leadership and the members of the “Star of the East” defies all comprehension; and can one imagine a greater hypocrisy than to constantly and unctuously recommend peace to one’s opponent as a fundamental theosophical virtue on the first page of a publication like the *Message of Peace*, only to openly call him a Jesuit at the very end? [ 108 ] Gegen ein solches Verfahren, hinter dem die zwei gefährlichsten Dämonen der Unwahrhaftigkeit und Heuchelei stehen, lassen Sie uns die ‹Passivität Christ› anwenden, nämlich klaren, bewussten, energischen, rücksichtslosen Widerstand, Abwehr, die in diesem Falle Notwehr ist.» [ 108 ] Against such a tactic—which is driven by the two most dangerous demons of untruthfulness and hypocrisy—let us apply the “passivity of Christ,” namely, clear, conscious, energetic, and uncompromising resistance and defense, which in this case constitutes self-defense.” [ 109 ] Herr Fidus: «Ich möchte nur zwei Worte sagen. Wahrheit können wir hier nicht wissen, sondern nur Wahrhaftigkeit üben. Ich weiß wohl zu unterscheiden, was hier gesagt wurde. Ich meine nur, dass diese scheinbaren Widersprüche sich als Missverständnisse zeigen könnten. Wenn der Vorstand etwas verständniswilliger gewesen wäre ...» [ 109 ] Mr. Fidus: “I’d just like to say a few words. We cannot know the truth here, but we can practice truthfulness. I am well able to distinguish between what has been said here. I simply mean that these apparent contradictions might turn out to be misunderstandings. If the board had been a little more willing to understand...” [ 110 ] (Ordnungsruf) [ 110 ] (Call to order) [ 111 ] Herr Dr. Steiner: «Sie dürfen hier nicht den Vorstand beleidigen. Ich kann nicht verstehen, wie man gegenüber solchen faustdicken objektiven Unwahrheiten noch die Worte Wahrheit und Wahrhaftigkeit gebrauchen kann; das muss schon als Insulte aufgefasst werden. Es geht nicht, dass man einfach alles sagt, was einem einfällt. Bitte, reden Sie weiter.» [ 111 ] Dr. Steiner: “You must not insult the board here. I cannot understand how anyone can still use the words ‘truth’ and ‘truthfulness’ in the face of such blatant, objective falsehoods; that must surely be taken as an insult. It is unacceptable to simply say whatever comes to mind. Please, continue speaking.” [ 112 ] Herr Fidus: «... Ich will den Vorwurf und die Anschuldigungen ... ich will nicht alles beschönigen, aber einzelne Dinge, die man nehmen kann ...» [ 112 ] Mr. Fidus: “... I want to address the criticism and the accusations ... I don’t want to gloss over everything, but there are certain things that can be taken into account ...” [ 113 ] (Der Redner wird in seinen längeren Ausführungen ganz unverständlich.) (Zuruf: Schluss.) [ 113 ] (The speaker becomes completely incomprehensible in his longer remarks.) (Interjection: Enough.) [ 114 ] Herr Dr. Steiner: «Es ist unmöglich, dass Sie in dieser Weise weitersprechen, objektiv unmöglich. Bedenken Sie nur ein wenig, dass es doch auch Leute gibt, die ihre Zeit brauchen. Es geht doch nicht, dass man immer wieder Dinge vorbringt, die doch schon wirklich objektiv widerlegt sind, und wir brauchen heute wirklich unsere Zeit.» [ 114 ] Dr. Steiner: “It is impossible for you to continue speaking this way—objectively impossible. Just give it a moment’s thought—there are people here who need their time, after all. It’s simply not acceptable to keep bringing up points that have already been objectively refuted, and we really do need our time today.” [ 115 ] Fräulein von Sivers: «Ich möchte nur mitteilen, dass wir doch herausgefordert sind, dass Doktor Steiner lange geschwiegen hat. Misses Besant hat uns sogar beschuldigt, die Briefe zurückgehalten zu haben. Es ist überall verbreitet worden, dass wir Briefe zurückhalten. Misses Besant hat an jede Sektion appelliert, alle ihre Briefe möglichst zu verbreiten. Wir haben so lange wie möglich Passivität gewahrt. Aber da sie selbst uns herausforderte, so haben wir die Briefe gedruckt.» [ 115 ] Miss von Sivers: “I just want to point out that we have indeed been challenged by the fact that Dr. Steiner has remained silent for so long. Miss Besant has even accused us of withholding the letters. It has been widely reported that we are withholding letters. Miss Besant has appealed to every section to distribute all their letters as widely as possible. We maintained a passive stance for as long as possible. But since she herself challenged us, we have published the letters.” [ 116 ] Herr Dr. Steiner: «Ich muss gestehen, dass es recht unbehaglich ist, dass man gar nicht eingehen will auf die Dinge. In der Zeit, als die Leadbeater-Affäre war, schickte Misses Besant einen Brief an eine Anzahl von Mitgliedern, jenen Brief, in dem sich die Worte fanden, dass Leadbeater solche Dinge nur tun könne, wenn er auf einem Punkte irrsinnig sei. Das war im Juni 1906. Dieser Brief ist zum Teil gedruckt worden. Am Schlusse dieses Briefes stehen nach dem Abdruck die Worte: [ 116 ] Dr. Steiner: “I must admit that it is quite uncomfortable when people refuse to address these matters at all. At the time of the Leadbeater affair, Mrs. Besant sent a letter to a number of members—the letter in which she wrote that Leadbeater could only do such things if he were insane in some respect. That was in June 1906. Part of this letter has been published. At the end of the published version of this letter are the words: ‹Ich habe mich schwer in meinem Urteil und meiner Einsicht geirrt, und muss das Karma davon tragen. Ich wage nicht zu glauben, dass die Weiße Loge solche bösen Gedanken und Taten in dem Tempel unbeachtet lassen könnte, der nur denen zugänglich ist, die reines Herzens sind» «Wenn der Tag meines Falls kommen sollte, so bitte ich die, welche mich lieben, nicht davor zurückzuschrecken, meinen Fehler zu verurteilen, ihn nicht zu beschönigen oder zu sagen, dass Schwarz Weiß sei, sondern dass sie vielmehr mein schweres Karma erleichtern, wie ich versuche, das Karma meines Freundes und Bruders zu erleichtern, indem sie die unerschütterliche Reinheit des Ideals verfechten, und indem sie erklären, dass der Fall eines Menschen ihr Vertrauen in die Meister der Reinheit und des Mitleids unerschüttert lässt. Wir sollen nicht verwechseln dasjenige, was ausgeht von den Meistern der Weisheit, und was wir schwachen Menschen tun. Die Meister wissen uns zu führen so, dass sie alles zum Besten der Menschenentwickhung lenken. Der Mensch kann fallen, auch sein Fall wird zu seinem Vorteil gelenkt. Leadbeater ist gefallen, Judge ist gefallen, ich werde wahrscheinlich auch fallen. Ich werde aber nicht Leadbeaters Karma erschweren, indem ich Schwarz Weiß nenne und Weiß Schwarz. Und alle, die mich lieben, fordere ich auf, wenn ich falle, nicht zu ermangeln Schwarz Schwarz und Weiß Weiß zu nennen.› “I was gravely mistaken in my judgment and understanding, and must bear the karmic consequences. I dare not believe that the White Lodge could overlook such evil thoughts and deeds within the temple, which is accessible only to those who are pure of heart.” “Should the day of my downfall come, I ask those who love me not to shy away from condemning my mistake, not to gloss over it or say that black is white, but rather that they alleviate my heavy karma, just as I try to alleviate the karma of my friend and brother, by upholding the unshakable purity of the ideal, and by declaring that a person’s fall leaves their trust in the Masters of Purity and Compassion unshaken. We must not confuse what emanates from the Masters of Wisdom with what we, as weak human beings, do. The Masters know how to guide us in such a way that they direct everything for the best of human evolution. “A person may fall, yet even his fall is directed to his advantage. Leadbeater has fallen, Judge has fallen, and I, too, will likely fall. But I will not complicate Leadbeater’s karma by calling black white and white black. And I urge all who love me, should I fall, not to fail to call black black and white white.” [ 117 ] Das ist das Echo von Misses Besants eigenen Worten. Ich zitiere sie nur, weil die Worte in öffentlichen Journalen stehen. Aus Misses Besants Brief hätte ich nicht zitiert. Ich bin überzeugt, dass diejenigen, die das heute tun, die Schwarz Schwarz und Weiß Weiß nennen, Misses Besant mehr lieben als diejenigen, die sie heute umschmeicheln. Hören Sie die Worte, die Misses Besant in einem guten Augenblicke gesagt hat! Das ist doch etwas, woran ich auch vielleicht erinnern durfte, wenn immer wieder gesagt wird: Die in Adyar waren doch ganz nette Menschen, wenn ihr nicht solche Karnickel wäret, dann wäre ja alles gut.» [ 117 ] This is an echo of Mrs. Besant’s own words. I am quoting them only because they appear in public journals. I would not have quoted from Mrs. Besant’s letter. I am convinced that those who do so today—who call black black and white white—love Mrs. Besant more than those who flatter her today. Listen to the words Mrs. Besant spoke in a moment of clarity! This is something I, too, might be permitted to recall whenever people say again and again: “Those in Adyar were actually quite nice people; if you weren’t such cowards, everything would be fine.” [ 118 ] Herr von Rainer: «Wenn ich jetzt hier das Wort ergreife, so drängt es mich in diesem Augenblick, Gewicht darauf zu legen, in welcher Weise wir heute diesen wichtigen Übergang durchmachen. Wenn davon gesprochen werden soll, was Theosophie sein soll und was nicht, hat man nur eine Seite des wichtigen Augenblicks in Erwägung gezogen. Die zweite Seite ist, dass die theosophische Bewegung, wenn sie richtig geführt wird, die Mission hat, die Menschheit herauszureißen aus dem, was heute zu einem bequemen Verhalten geführt hat. Das darf nicht übersehen werden. Und wir selbst, eine verhältnismäßig kleine Zahl, haben die Aufgabe, mit offenen Augen zu sehen, wie die Verhältnisse heute liegen. Auf der einen Seite will man nicht mehr glauben, dass es eine Wahrheit gibt, und verlangt doch, dass alles angehört werde, was vorgebracht wird, und dass wir das alles hinnehmen sollen. Nächstenliebe und Bruderliebe kann man im weitesten Maße aufbringen, wenn man auch den Mut hat, im gegebenen Momente zu sagen: Das ist nicht mehr das, was ich vertreten kann. [ 118 ] Mr. von Rainer: “As I take the floor here today, I feel compelled at this very moment to emphasize the nature of the important transition we are undergoing. When discussing what Theosophy is and is not, only one aspect of this crucial moment has been taken into consideration. The second aspect is that the Theosophical Movement, if properly guided, has the mission of rousing humanity from what has today led to complacency. This must not be overlooked. And we ourselves, a relatively small number, have the task of keeping our eyes open to see how things stand today. On the one hand, people no longer want to believe that there is such a thing as truth, yet they demand that everything that is put forward be heard and that we accept it all. Love for one’s neighbor and brotherly love can be mustered to the greatest extent when one also has the courage to say, at the right moment: “This is no longer something I can stand for.” [ 119 ] Wenn jemand wie ich zu dieser Bewegung gekommen ist, weil er gefühlt hat, dass früher etwas nicht darin war, was hinein muss, der fühlt im tiefsten und weitesten Sinne, was es bedeutet, zu lernen, die Wahrheit zu schätzen, und sie zu behaupten, wenn man sie erkannt hat. Dass gerade in dieser Weise Angriffe vorgebracht werden können und auch Widerhall finden, beweist, dass etwas erstorben ist gegenüber demjenigen, was sich als Wahrheit gezeigt hat. Das alles zeigt uns, wie notwendig es ist, in unseren Herzen wirklich aufzurufen, was aufgerufen werden muss, wenn wir uns wirklich verbunden fühlen wollen mit dem Ideale der Menschheit. Und wenn wir dem Ausdruck leihen wollen, wenn wir fühlen, was es bedeutet, in dieser Stunde und in diesem Sinne vereint zu sein mit dem Ideale der Menschheit, dann müssen wir uns Luft machen in der Form, dass wir empört sind über das, was geschehen ist, und dass wir ablehnen aus der tiefsten Seele diese andere Seite, das wird die erste Stufe sein. Was bleibt uns denn übrig, wenn wir an die Wahrheit nicht glauben können. Zertrümmern müssten wir alles, was in uns wäre, wenn wir nicht als Pflicht empfinden, dasjenige abzulehnen, was so empörend von der anderen Seite kommt. Und wir müssen uns in viel tieferem Sinne verpflichten für die Wahrheit. Sie ist nicht leicht, aber wir können sie finden, wenn wir wollen. Es ist nur der eine Weg vorhanden, der zu betreten ist. [ 119 ] When someone like me joined this movement because they felt that something essential was missing from it in the past—something that needed to be included—they feel, in the deepest and broadest sense, what it means to learn to value the truth and to stand up for it once it has been recognized. The very fact that attacks can be launched in this way—and that they find an echo—proves that something has died within us in the face of what has revealed itself as truth. All of this shows us how necessary it is to truly call forth in our hearts what must be called forth if we truly wish to feel connected to the ideal of humanity. And if we wish to give voice to this—if we feel what it means to be united with the ideals of humanity at this hour and in this sense—then we must give voice to our outrage at what has happened and reject from the depths of our souls this other side; that will be the first step. What choice do we have left if we cannot believe in the truth? We would have to shatter everything within us if we did not feel it our duty to reject what comes so outrageously from the other side. And we must commit ourselves to the truth in a much deeper sense. It is not easy, but we can find it if we want to. There is only one path to take. [ 120 ] Ich möchte Sie einladen, in diesem Sinne aus unserem tiefsten Empfinden heraus, vielleicht, durch Erhebung von den Sitzen der Empörung Ausdruck zu verleihen darüber, wie unsere positive Arbeit verdächtigt wird, wie man gerade durch das Hereinbringen des Vorwurfes des Jesuitismus einen Charakter unserer theosophischen Sache verleiht, der für die Öffentlichkeit gar nicht ärger gedacht werden kann. In Deutschland und auch bei uns in Österreich soll niemand sagen können, dass überhaupt diejenigen, die eine solche Verdächtigung aussprechen können, ein Verständnis haben für das, was Theosophie soll. Ich möchte die Bitte wiederholen, diesen Ausdruck unserer Empörung anzunehmen.» [ 120 ] I would like to invite you, in this spirit and from the depths of our hearts—perhaps by rising from our seats in protest—to express our outrage at how our positive work is being cast under suspicion, and at how, precisely by leveling the accusation of Jesuitism, our Theosophical cause is being portrayed in a light that could not be more negatively perceived by the public. In Germany, and also here in Austria, no one should be able to say that those who voice such suspicions have any understanding of what Theosophy is all about. I would like to repeat my request that you accept this expression of our indignation.” [ 121 ] (Die Versammlung erhebt sich von den Sitzen.) [ 121 ] (The assembly rises from their seats.) [ 122 ] Herr Tessmar: «Das, was mir vorhin auf der Seele brannte, ist durch den Vorredner in viel schönerer Weise gesagt worden, als ich es hätte sagen können. Ich möchte aber doch sagen: Ich bin einer von den Menschen, die das in der Seele fühlen. Im vorigen Jahre hat Herr Bauer von der Schlafhaubigkeit gesprochen. Ich bin nicht schlafhaubig, sondern ich bin einer, der empört ist. Ich bin auch heute schon zur Ordnung gerufen worden, ich bereue diesen Ordnungsruf, aber ich muss sagen, ich kann nichts zurücknehmen, selbst wenn Herr Doktor Steiner mich noch einmal zur Ordnung rufen müsste. [ 122 ] Mr. Tessmar: “What was weighing heavily on my mind just a moment ago has been expressed by the previous speaker in a much more eloquent way than I could have done. But I would still like to say: I am one of those people who feel this deeply in their hearts. Last year, Mr. Bauer spoke of being ‘sleepy-headed.’ I am not complacent; rather, I am outraged. I have already been called to order today; I regret that call to order, but I must say that I cannot take anything back, even if Dr. Steiner were to call me to order again. [ 123 ] (Ordnungsruf) [ 123 ] (Call to order) [ 124 ] Wenn immer wieder gesprochen wird von Toleranz und so, so hört man sich das an, solange es geht. Das hat aber Grenzen. Wenn Personen in dieser Masse einem Gefühl Ausdruck geben, und ganz wenige wollen dann die Versammlung tyrannisieren, so geht das nicht. Sie fühlen, was mich bewegt, was auf meinem Herzen brennt, - ich bin fürs Dreinschlagen, wenn’s nottut. - Wir sind nicht hergekommen, um zwei oder drei Herren anzuhören, die uns langweilen und uns die Zeit stehlen. Ich möchte die Versammlung bitten, energisch zu erklären, dass sie damit Schluss machen will.» [ 124 ] Whenever people keep talking about tolerance and all that, you listen to it for as long as you can. But there are limits. When a large group of people are expressing a sentiment, and just a few try to bully the assembly, that’s not acceptable. You feel what moves me, what’s burning in my heart—I’m all for cracking down when necessary. We didn’t come here to listen to two or three gentlemen who bore us and waste our time. I’d like to ask the assembly to declare emphatically that it wants to put an end to this.” [ 125 ] Fräulein Riege: «Ich habe gehört, dass Herr Fidus, als ihm das Wort entzogen wurde, von einem Briefe sprach, den er mitteilen müsse. Es wurde sogar gesprochen vom Unterschlagen einer Nachricht. Es wird doch gut sein, das zu hören.» [ 125 ] Miss Riege: “I heard that when Mr. Fidus was cut off, he spoke of a letter he had to share. There was even talk of a message being withheld. It would be good to hear about that.” [ 126 ] Fräulein Prellwitz: «Uns hat gestern Herr Doktor Hübbe-Schleiden einen Brief geschickt, der eine Einlage enthält von Frau Besant. In dieser Einlage gibt sie zum ersten Mal Antwort in Bezug auf Vollrath, ob sie gelogen hat oder nicht in dieser Affäre.» [ 126 ] Miss Prellwitz: “Yesterday, Dr. Hübbe-Schleiden sent us a letter containing an insert from Mrs. Besant. In this insert, she responds for the first time regarding Vollrath—whether or not she lied in this matter.” [ 127 ] Herr Dr. Steiner: «Von dieser Einlage habe ich, um Sie nicht zu langweilen, keine Mitteilung gemacht. Misses Besant hat allerdings einen Brief geschrieben, in dem sie, wie es ihre Eigenart ist, ablenkt von der Hauptsache und die Aufmerksamkeit auf eine Nebensache lenkt. Ich habe allerdings nicht geglaubt, dass es Menschen gibt, die auf diesen konfusen, auf diesen sophistischen Brief hereinfallen. Ich muss gestehen, Fräulein Prellwitz, dass ich bei Ihrem feinen literarischen Empfinden nicht begreife, dass Sie imstande sind, hinwegzugehen über den Schlusssatz dieses Briefes.» [ 127 ] Dr. Steiner: “To avoid boring you, I did not mention this interlude. Miss Besant did, however, write a letter in which, as is her custom, she diverts attention from the main issue and directs it toward a side issue. I certainly did not believe that there were people who would fall for this confused, sophistical letter. I must confess, Miss Prellwitz, that given your refined literary sensibility, I cannot understand how you are capable of overlooking the closing sentence of this letter.” [ 128 ] (Der Satz wird verlesen.) [ 128 ] (The sentence is read aloud.) ‹As to the pamphlet, I had supposed that it contained something importan, as Dr. Steiner was evidently very angry about it, saying that if its statements were true «a dog would not take food. from us». If, as Dr. Steiner now says, it was merely a rehash of the original quarrels, stated in his letter to me, the language seems a little strong» Was das Pamphlet betrifft, so glaubte ich, dass es etwas sehr Wichtiges enthalten müsse, da Dr. Steiner augenscheinlich sehr ärgerlich darüber war, und sagt, wenn die darin enthaltenen Darlegungen wahr wären, «kein Hund mehr ein Stück Brot von uns nehmen würde. Wenn es, wie Dr. Steiner nun sagt, nur ein Aufwärmen der ursprünglichen Streitigkeiten war, wie er sie in seinem Briefe an mich darlegt, so erscheint die Sprache ein wenig stark.› ‹As to the pamphlet, I had supposed that it contained something importan, as Dr. Steiner was evidently very angry about it, saying that if its statements were true «a dog would not take food. from us». If, as Dr. Steiner now says, it was merely a rehash of the original quarrels, stated in his letter to me, the language seems a little strong» Was das Pamphlet betrifft, so glaubte ich, dass es etwas sehr Wichtiges enthalten müsse, da Dr. Steiner augenscheinlich sehr ärgerlich darüber war, und sagt, wenn die darin enthaltenen Darlegungen wahr wären, «kein Hund mehr ein Stück Brot von uns nehmen würde. Wenn es, wie Dr. Steiner nun sagt, nur ein Aufwärmen der ursprünglichen Streitigkeiten war, wie er sie in seinem Briefe an mich darlegt, so erscheint die Sprache ein wenig stark.› [ 129 ] [Rudolf Steiner:] «Der Brief liegt bei mir, den Doktor Vollrath 1908 an Frau Besant geschrieben hat. Wenn sie darüber den obigen Satz schreiben kann, so bedeutet das nur, dass sie die alten objektiven Unwahrheiten durch neue objektive Unwahrheiten zudeckt. [ 129 ] [Rudolf Steiner:] “I have here the letter that Dr. Vollrath wrote to Mrs. Besant in 1908. If she can write the above sentence about it, it simply means that she is covering up the old objective untruths with new objective untruths. [ 130 ] Wo man anfasst, stellen sich überall ganze Bündel von Unwahrheiten entgegen. Erinnern Sie sich der vorigen Generalversammlung, ob da von Ärger gesprochen werden konnte. Ärgerlich bin ich auch über Misses Besant nicht. Mitleid habe ich mit ihr, sehr viel Mitleid; aber deshalb kann ich doch nicht Schwarz Weiß und Weiß Schwarz nennen. Ich bitte also zu sehen, wie hier der Brief von der Hauptsache ganz ablenkt. 1909 schreibt sie: ‹Nachdem ich gehört habe alle Detail›, und sagt dann später 1912, sie könne Recht und Unrecht darin nicht unterscheiden. Ich weiß, dass sie Recht und Unrecht gehört hat. Denn ich habe ihr genau berichtet. Wer imstande ist, im Mai 1912 zu schreiben: ‹Ich kenne nicht Recht und Unrecht›, während ich 1909 mir alle Mühe gab, ihr die Sache darzustellen, offiziell sie über alles aufzuklären, wer dann mit Anschuldigungen des anderen kommt, der braucht nicht berücksichtigt zu werden. Das ist Insulte und nichts anderes als Insulte.» [ 130 ] Wherever one looks, one encounters whole bundles of untruths. Recall the previous General Assembly—could one have spoken of anger there? I am not angry with Miss Besant either. I feel compassion for her, a great deal of compassion; but that does not mean I can call black white and white black. So I ask you to see how this letter completely diverts attention from the main issue. In 1909 she writes: “After I have heard all the details,” and then later, in 1912, says she cannot distinguish right from wrong in the matter. I know that she has heard what is right and what is wrong. For I reported it to her in detail. Anyone who is capable of writing in May 1912, “I do not know right from wrong,” even though I went to great lengths in 1909 to explain the matter to her and officially clarify everything for her—and who then comes forward with accusations against the other—need not be taken seriously. That is an insult and nothing but an insult.” [ 131 ] Herr Pfarrer Klein: «Ich stelle den dringenden Antrag auf Schluss der Debatte. Es soll nicht mehr debattiert werden über den Ausschluss der Mitglieder des ‹Stern des Ostens.› [ 131 ] Pastor Klein: “I move, as a matter of urgency, to close the debate. There should be no further debate on the expulsion of the members of the ‘Star of the East.’ [ 132 ] (Der Antrag wird angenommen, und es tritt eine längere Pause in den Verhandlungen ein.) [ 132 ] (The motion is approved, and there is a lengthy pause in the proceedings.) [ 133 ] (Nach einer längeren Pause wird um sechs Uhr die Sitzung wiedereröffnet.) [ 133 ] (After a lengthy recess, the session resumes at 6:00 p.m.) [ 134 ] Fräulein von Sivers verliest den englischen Text der Erklärung, die von der Deutschen Sektion an den General Council als Antwort auf Misses Besants letzten Brief nach Adyar geschickt werden soll. [ 134 ] Miss von Sivers reads aloud the English text of the statement that the German Section is to send to the General Council in response to Miss Besant’s latest letter to Adyar. [ 135 ] Herr Dr. Steiner: «Wünscht jemand dazu das Wort? [ 135 ] Dr. Steiner: “Does anyone wish to speak on this matter? [ 136 ] Da dies nicht der Fall ist, bitte ich diejenigen, die dafür sind, dass diese Erklärung dem General Council zugeschickt wird, sich von den Sitzen zu erheben.» [ 136 ] Since this is not the case, I ask those who are in favor of sending this statement to the General Council to please stand up.» [ 137 ] (Alle erheben sich von den Sitzen.) [ 137 ] (Everyone stands up from their seats.) [ 138 ] Herr Dr. Steiner: «Damit ist dokumentiert, dass diejenigen Mitglieder der Deutschen Sektion, die hier versammelt sind, sich als ausgeschlossen betrachten von der Theosophischen Gesellschaft. [ 138 ] Dr. Steiner: “This documents that those members of the German Section who are gathered here consider themselves to be excluded from the Theosophical Society. [ 139 ] Die Deutsche Sektion, wie sie bestanden hat seit ihrer Begründung, hat hiermit aufgehört zu existieren, und alle Funktionen der Deutschen Sektion haben damit aufgehört. Und es wird sich nun zeigen, wer zu uns gehören will und wer nicht dazugehören will. Wir sind jetzt in einer freieren Lage, wenn uns das auch mit Schmerz erfüllt. [ 139 ] The German Section, as it has existed since its founding, has hereby ceased to exist, and all functions of the German Section have thereby come to an end. And it will now become clear who wants to belong to us and who does not. We are now in a freer position, even if this fills us with sorrow. [ 140 ] Ich bitte nun auch unsere auswärtigen Freunde, die nicht zur Deutschen Sektion gehören, sich morgen Nachmittag zu einer kurzen Besprechung hier mit mir zu versammeln. [ 140 ] I would now also like to ask our foreign friends who do not belong to the German Section to join me here tomorrow afternoon for a brief meeting. [ 141 ] Das Nächste, was wir nun zu verhandeln haben, weil wir unseren Freunden Rechenschaft zu geben haben, ist, dass wir einen freundschaftlichen Bericht über die Mitgliederbewegung abzugeben haben.» Herr Ahner: «Ich bin erstaunt, dass Personen hier sein sollen, die der Deutschen Sektion nicht angehören, ich meine, diese Versammlung sei nur für die Mitglieder der Deutschen Sektion.» [ 141 ] “The next item on our agenda—since we are accountable to our friends—is that we must present a friendly report on membership trends.” Mr. Ahner: “I am surprised that there are supposed to be people here who do not belong to the German Section; I thought this meeting was only for members of the German Section.” [ 142 ] Herr Dr. Steiner: «Sie scheinen noch niemals einer Generalversammlung außer in der Deutschen Sektion beigewohnt zu haben, sonst würden Sie wissen, dass bei allen Generalversammlungen, in welcher Sektion sie auch sein mögen, sämtliche Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft Zutritt haben. Das ist immer so gewesen.» [ 142 ] Dr. Steiner: “You seem to have never attended a General Assembly outside of the German Section; otherwise, you would know that all members of the Theosophical Society are admitted to all General Assemblies, regardless of which section they belong to. It has always been that way.” [ 143 ] Herr Ahner: «Ich bitte um Entschuldigung.» [ 143 ] Mr. Ahner: “I apologize.” [ 144 ] Fräulein von Sivers: «Die Zahl der Mitglieder beträgt 2489 gegen 2318 im Vorjahr; neu eingetreten sind 330, ausgetreten oder nicht mehr aufzufinden und deshalb gestrichen 132, in andere Sektionen übergetreten 6, gestorben 14, dubios 7. Neu gegründet sind 3 Zweige: Augsburg, Erfurt, Hamburg II. Die Zahl der Zweige ist 54, der Zentren 4 und 1 Zentrum dubios. [ 144 ] Miss von Sivers: “The number of members is 2,489, compared to 2,318 last year; 330 new members have joined; 132 have resigned or could not be located and have therefore been removed from the rolls; 6 have transferred to other sections; 14 have died; and 7 are of uncertain status. Three new branches have been established: Augsburg, Erfurt, and Hamburg II. There are 54 branches, 4 centers, and 1 center of uncertain status. [ 145 ] Herr Seiler: «Der Kassenbericht ist folgender»: [ 145 ] Mr. Seiler: “The financial report is as follows”: Einnahmen: Ausgaben:
Adyar, Madras S., Januar 14, 1913. Lieber Dr. Steiner!
Adyar, Madras, S., Jan. 14, 1913
President Theosophical Society
Theosophical Society
Adyar, Madras S., January 14, 1913. Dear Dr. Steiner!
Adyar, Madras, S., Jan. 14, 1913
President, Theosophical Society
Theosophical Society
An die Präsidentin der Theosophischen Gesellschaft,
Frau Annie Besant.
Adyar, Madras.
To the President of the Theosophical Society,
Mrs. Annie Besant.
Adyar, Madras.
To the President of the Theosophical Society,
Mrs Annie Besant.
Adyar, Madras.
To the President of the Theosophical Society,
Mrs Annie Besant.
Adyar, Madras.
Kassenbestand 1910/11 1446,68 Mark
Stiftungsurkunden 30,
Eintrittsgelder 1700, Beiträge 7781,37
Freiwillige Beiträge 37,10
Zinsen 322,20
Einnahmen 11317,35
Ausgaben 11291,46
Kassenbestand am
31. August 1912 25,89
Bureau-Unkosten und Honorare 3030,70
Miete-Konto (Säle z. Gen.-Vers., Audienzz.) 1410,
Konto der Mitteilungen 1076,30
Porto, Depeschen etc. 484,30
Ausgaben versch. Art 376,15
Wirtschaftsunkosten, Löhne etc. 1541,89
Hauptquartier Adyar 1576,24
Kongressabgaben der Sektion —,—
Drucksachen 27,—
Überführung auf Bankkonto 1768,88
Ausgaben 11291,46 Mark
Kassenbestand ab 31. August 1912 25,89 Mark
Guthaben bei der Bank 3789,33
Mobilien 457,65
Gesamtvermögen 31. August 1912 4272,87 Mark
Revenue:
Cash on hand 1910/11: 1,446.68 marks
Donation receipts: 30,
Admission fees: 1,700; membership dues: 7,781.37
Voluntary contributions 37.10
Interest 322.20
Revenue 11,317.35
Expenses 11,291.46
Cash on hand as of
August 31, 1912 25.89Expenses:
Statement of Financial Position
Office expenses and fees 3030.70
Rent account (halls for general meetings, audiences) 1410.
Communications account 1076.30
Postage, telegrams, etc. 484.30
Miscellaneous Expenses 376.15
Operating Expenses, Wages, etc. 1,541.89
Adyar Headquarters 1,576.24
Section Congress Dues —,—
Printed Materials 27,—
Transfer to bank account 1,768.88
Expenses 11,291.46 marks
Cash on hand as of August 31, 1912: 25.89 marks
Bank balance: 3,789.33
Personal property: 457.65
Total assets as of August 31, 1912: 4,272.87 marks
[ 146 ] Herr Tessmar als Kassenrevisor teilt mit, dass die Bücher durch ihn und Fräulein Motzkus ordnungsmäßig geprüft und richtig befunden worden sind.
[ 146 ] Mr. Tessmar, as treasurer, reports that he and Miss Motzkus have properly audited the books and found them to be in order.
[ 147 ] Herr Dr. Steiner: «Wünscht jemand zu diesen Berichten das Wort? Da dies nicht der Fall ist, so bitte ich unseren Freunden Decharge zu erteilen.»
[ 147 ] Dr. Steiner: “Does anyone wish to speak on these reports? Since that is not the case, I ask our friends to grant discharge.”
[ 148 ] (Die Decharge wird erteilt.)
[ 148 ] (Discharge is granted.)
[ 149 ] Herr Dr. Steiner: «Wir kommen nun zum dritten Punkt, zur Diskussion über schwebende Angelegenheiten. Wünscht jemand dazu zu sprechen? Da dies nicht der Fall ist, kommen wir zum vierten Punkt, Anträge aus dem Plenum.
[ 149 ] Dr. Steiner: “We now turn to the third item on the agenda: a discussion of pending matters. Does anyone wish to speak on this? Since that is not the case, we will move on to the fourth item: motions from the floor.
[ 150 ] Der erste Antrag ist der folgende»
[ 150 ] The first motion is as follows:»
An den Vorstand und an die Mitglieder der
Deutschen Sektion der Theosophischen GesellschaftNachdem den Unterzeichneten bekannt geworden war, dass man den Namen der ursprünglich in Berlin begründeten Besant-Loge abgeschafft und derselben Vereinigung einen anderen Namen gegeben hatte, beschlossen sie, mit mehreren Gleichgesinnten eine neue Loge zu gründen, welche den Geist der ursprünglich in der theosophischen Gesellschaft herrschenden und durch Frau Besant vertretenen Prinzipien aufrechterhalten sollte. Die Bitte um Anschluss dieser Loge an die Deutsche Sektion wurde von dem Generalsekretär derselben, Herrn Dr. Steiner, zurückgewiesen mit der Begründung, dass die Mitglieder dieser neuen Loge zum Orden des Sterns im Osten gehörten, den er als eine «Sekte bezeichnete, eine rein persönliche Ansicht, die doch unmöglich ausschlaggebend sein kann in einer für uns so wichtigen theosophischen Angelegenheit, denn mit demselben
Rechte könnte man ja die gleiche Behauptung von der «Anthroposophischen Gesellschaft» aufstellen. Um die Gründung der betreffenden Loge zu ermöglichen, sahen wir uns gezwungen, direkt an Adyar Anschluss zu suchen, der uns bereitwilligst gewährt wurde. Immerhin war dies für uns aber nur ein Ausweg, zu dem uns die Notlage trieb, und keineswegs können wir die beleidigende, ganz grundlose Abweisung langjähriger und gänzlich unbescholtener Mitglieder, die stets ernsthaft bemüht waren, für die Verbreitung echten theosophischen Geistes zu wirken, so ruhig hinnehmen, ebenso wenig wie den kränkenden Ausschluss aus einer Gemeinschaft, der wir so lange angehörten, aus denselben nichtssagenden Gründen. Wo bleibt da das in der Theosophie mit Recht stets als erstes genannte Prinzip der Toleranz? Wir sind der Ansicht, dass es nicht nur den verschiedenen religiösen Anschauungen Achtung gewähren, sondern in jeder Beziehung Freiheit des Denkens zulassen sollte, besonders aber, wenn es sich um eine so hohe ethische Aufgabe handelt, wie sie der Orden des Sterns im Osten durch seine Vorbereitung auf das von fast allen Religionen zugestandene Erscheinen eines künftigen Weltichrers verfolgt. Wir meinen, dass die Gleichberechtigung aller Weltanschauungen, die den neu eintretenden Mitgliedern bei ihrem Eintritt in die «Gesellschaft» zugesichert wird, sich hier behaupten muss, wenn sie nicht zu einer bloRen Redensart werden und das Ansehen der «Deutschen Sektion» herabziehen soll. Mit aller Entschiedenheit müssen wir daher Protest einlegen gegen die uns zuteil gewordene Behandlung und bitten die hochverehrte Generalversammlung um ihren Beistand, damit uns das Recht der Angliederung unserer Loge an die Deutsche Sektion zugestanden werde.
Berlin, den 6. Januar 1913. Der Vorstand der Besant-Loge zu Berlin.
To the Executive Board and the members of the
German Section of the Theosophical SocietyAfter the undersigned learned that the name of the Besant Lodge, originally founded in Berlin, had been abolished and that the same association had been given a different name, they decided, together with several like-minded individuals, to found a new lodge intended to uphold the spirit of the principles that originally prevailed in the Theosophical Society and were represented by Mrs. Besant. The request for this lodge to affiliate with the German Section was rejected by its Secretary-General, Dr. Steiner, on the grounds that the members of this new lodge belonged to the Order of the Star in the East, which he described as a “sect”—a purely personal opinion that cannot possibly be decisive in a Theosophical matter of such importance to us, for the same
right, one could make the same claim about the “Anthroposophical Society.” To enable the founding of the lodge in question, we felt compelled to seek affiliation directly with Adyar, which was most willingly granted to us. After all, this was merely a last resort to which our predicament drove us, and we can by no means so calmly accept the insulting, entirely groundless rejection of long-standing and entirely blameless members who have always made earnest efforts to promote the spread of the genuine theosophical spirit, just as we cannot calmly accept the humiliating expulsion from a community to which we have long belonged, based on the same meaningless grounds. Where, then, is the principle of tolerance, which is rightly always cited first in Theosophy? We are of the opinion that it should not only show respect for different religious views but also allow freedom of thought in every respect, especially when it comes to such a lofty ethical mission as that pursued by the Order of the Star in the East through its preparation for the coming of a future World Teacher—an event acknowledged by nearly all religions. We believe that the equality of all worldviews—which is guaranteed to new members upon their admission to the “Society”—must be upheld here, lest it become a mere empty phrase and tarnish the reputation of the “German Section.” We must therefore protest in the strongest terms against the treatment we have received and ask the highly esteemed General Assembly for its support, so that we may be granted the right to affiliate our lodge with the German Section.
Berlin, January 6, 1913. The Executive Board of the Besant Lodge in Berlin.
[ 151 ] [Rudolf Steiner:] «Unterschrieben ist der Antrag: Der Vorstand der Besant-Loge zu Berlin. Die Namen des Vorstandes dieses Zweiges kenne ich nicht. Der zweite Antrag lautet:»
[ 151 ] [Rudolf Steiner:] “The motion is signed: The Executive Committee of the Besant Lodge in Berlin. I do not know the names of the members of this branch’s Executive Committee. The second motion reads:”
Antrag an die Generalversammlung der
Deutschen Sektion (Landesgesellschaft) der
Theosophical Society zu Berlin im Februar 1913Die Unterzeichneten beantragen: Die Generalversammlung wolle beschließen:
1. Der von der neunten Generalversammlung am 30. Oktober 1910 (Mitteilungen, Köln, XI, Seite 8) angenommene Antrag van Leer, wonach außer der Unterschrift von zwei Bürgen für die Aufnahme eines neuen Mitgliedes noch als dritte Unterschrift die des Vorsitzenden des betreffenden Sektions-Zweiges erfordert ist, wird hiermit aufgehoben. 2. Ferner wird bestimmt, dass die bisher in Gebrauch gekommene Forderung der vorherigen Teilnahme an einem Vorbereitungs-Kursus für die Aufnahme eines Mitgliedes in die Gesellschaft fortan nicht mehr gestellt werden soll. Zur Aufnahme als Mitglied der Deutschen Sektion soll künftig ebenso wie in den anderen Zweigen der Gesellschaft die Zustimmung zu den Zwecken der Gesellschaft genügen, ohne Rücksicht auf die Glaubenssätze oder sonstigen Ansichten des Gesuchstellers.
3. Die von der VII. Generalversammlung am 26. Oktober 1908 (Mitteilungen», Köln, VIII, Seite 7) angenommene Änderung des $ 8 der Sektions-Satzungen, wonach jedes Vorstands-Mitglied, das sieben Jahre im Amte war, von da ab lebenslänglich der nicht absetzbare Träger dieses Amtes geworden ist, wird hiermit aufgehoben. Der Vorstand soll fortan wieder alle drei Jahre in der Generalversammlung neu gewählt werden.
Oberloschwitz - Weißer Hirsch, d. 7. Jan. 1913.
Hermann Ahner
Vorsitzender der Loge zum Gral in Dresden,
z.Zt. Mitt. Schreiberhau i. Rsgb., 9. 1. 13.Hugo Höppener-Fidus, Dresden, den 11. Januar 1913.
Rudolf Schaefer,
Mitglied der Loge zum Gral.Motive zu diesem Antrag:
1. Die Forderung der dritten Unterschrift für die Aufnahme eines neuen Mitgliedes ist eine Änderung der §§ 28 und 29 der allgemeinen Satzungen der Gesellschaft. Diese zu ändern, ist eine Sektion nicht berechtigt; es ist sogar in § 37 ausdrücklich ausgesprochen worden, dass die Satzungen einer Sektion oder Landes-Gesellschaft nicht den Satzungen der Gesamt-Gesellschaft widersprechen dürfen (‹not conflict›). In § 28 wird die Unterschrift von womöglich zwei Mitgliedern als Bürgen für die Aufnahme eines neuen Mitgliedes gefordert. In § 29 wird die Ausstellung des Mitglied-Diploms daraufhin ohne weitere Anforderung vorgeschrieben. Diese Absicht bringt das in dem Paragrafen gebrauchte Wort ‹shall›, statt ‹will›, gemäß den allgemeinen Regeln englischer Gesetzes-Praxis ganz besonders stark zum Ausdruck.
2. und 3.: Die damit zu derogierenden Maßregeln haben ausgesprochenermaßen den Zweck, bestimmte Lehren derart in der Sektion festzulegen, dass sie, wie das Glaubens-Bekenntnis einer Religions-Gemeinschaft von den Mitgliedern der Sektion gefordert werden. Dieser Zweck ist ausdrücklich hervorgehoben worden als Motiv für die Einführung dieser Maßregeln; so ist authentisch berichtet in den «Mitteilungen, Köln, VIIL,
Seite 6-7 und XI, S. 8. Jene Maßregeln haben sich für diesen Zweck auch stets bewährt, wie uns die Weltgeschichte lehrt. Nun ist es aber gerade der Sinn der Theosophischen Gesellschaft, die Notwendigkeit solcher Maßregeln zu überwinden und ihre Mitglieder so geistig selbstständig zu machen, dass sie ohne solchen organisatorischen Schutz die esoterischen Wahrheiten annehmen und sie vernunftgemäß vertreten können. So widersprechen solche Maßregeln auch dem Hauptzwecke der Gesellschaft: einen Kern zu bilden für die Brüderschaft der Menschheit ohne Unterschied des Glaubens.
Motion to the General Assembly of the
German Section (Regional Society) of the
Theosophical Society in Berlin in February 1913The undersigned move that the General Assembly resolve:
1. The van Leer motion adopted by the ninth General Assembly on October 30, 1910 (Mitteilungen, Cologne, XI, p. 8), according to which, in addition to the signatures of two sponsors for the admission of a new member, a third signature—that of the chairperson of the relevant section branch—is required, is hereby repealed. 2. Furthermore, it is hereby determined that the requirement, previously in effect, of prior participation in a preparatory course for the admission of a member to the Society shall no longer be enforced. For admission as a member of the German Section, as in the other branches of the Society, consent to the Society’s purposes shall henceforth suffice, regardless of the applicant’s religious beliefs or other views.
3. The amendment to § 8 of the Section’s bylaws, adopted by the 7th General Assembly on October 26, 1908 (“Mitteilungen,” Cologne, VIII, p. 7), according to which any member of the Executive Board who had served for seven years became, from that point on, a lifelong, irremovable holder of that office, is hereby repealed. Henceforth, the Executive Board shall again be newly elected every three years at the General Assembly.
Oberloschwitz – Weißer Hirsch, Jan. 7, 1913.
Hermann Ahner
Chairman of the “Zum Gral” Lodge in Dresden,
currently residing at Schreiberhau in Rsgb., Jan. 9, 1913.Hugo Höppener-Fidus, Dresden, Jan. 11, 1913.
Rudolf Schaefer,
Member of the “Zum Gral” Lodge.Reasons for this motion:
1. The requirement for a third signature for the admission of a new member constitutes an amendment to §§ 28 and 29 of the general bylaws of the Society. A section is not authorized to amend these; in fact, § 37 expressly states that the bylaws of a section or regional society must not conflict with the bylaws of the Society as a whole (‹not conflict›) . Section 28 requires the signatures of up to two members as guarantors for the admission of a new member. Section 29 then stipulates that the membership certificate shall be issued without any further requirements. This intent is expressed particularly strongly by the use of the word “shall” instead of “will” in the section, in accordance with the general rules of English legal practice.
2. and 3.: The measures to be derogated from here are expressly intended to establish certain doctrines within the section in such a way that they are required of the section’s members, much like the creed of a religious community. This purpose has been explicitly highlighted as the motive for introducing these measures; this is authentically reported in the “Mitteilungen, Cologne, VIIL,
pages 6–7 and XI, p. 8. Those measures have consistently proven effective for this purpose, as world history teaches us. However, it is precisely the purpose of the Theosophical Society to overcome the need for such measures and to make its members spiritually independent enough that they can accept the esoteric truths and defend them rationally without such organizational protection. Thus, such measures also contradict the Society’s main purpose: to form a nucleus for the brotherhood of humanity without distinction of faith.
[ 152 ] [Rudolf Steiner:] «Unterschrieben ist der Antrag: Ahner, Oberloschwitz; Hugo Höppner-Fidus; Rudolph Schäfer.
[ 152 ] [Rudolf Steiner:] “The motion is signed by: Ahner, Oberloschwitz; Hugo Höppner-Fidus; Rudolph Schäfer.
[ 153 ] Ich muss bemerken, wenn das richtig sein sollte, dass jeder Mensch, der sich meldet, ungeprüft aufgenommen werden sollte, so würde ich niemals das Amt eines Generalsekretärs angenommen haben, sondern ich würde vorgeschlagen haben, eine Unterschriftmaschine dafür anzuschaffen. Auch sind diese Anträge gegenstandslos, und die Antragsteller müssen verwiesen werden darauf, dass sie sich jetzt zu wenden haben an die Instanz, die jetzt geschaffen werden wird, an diejenigen Leute, die willig sind, den unberechtigten Anforderungen von Adyar zu entsprechen. Daher sind diese Anträge an die kommende Deutsche Sektion der Gesellschaft zu richten.
[ 153 ] I must point out that if it were true that every person who applies should be accepted without review, I would never have accepted the office of Secretary-General; instead, I would have proposed purchasing a signature-generating machine for that purpose. Furthermore, these motions are moot, and the proposers must be advised that they must now turn to the body that is about to be established—to those people who are willing to comply with Adyar’s unjustified demands. Therefore, these motions must be addressed to the future German Section of the Society.
[ 154 ] Das Nächste, was wir zu besprechen haben, ist ein Antrag des Herrn Doktor Bachem, Frankfurt a.M. Ich bin gezwungen, diese Sache vor dieses Forum zu bringen, weil sie eine rein menschliche ist.»
[ 154 ] “The next item on our agenda is a motion by Dr. Bachem of Frankfurt am Main. I am compelled to bring this matter before this forum because it is a purely human one.”
[ 155 ] (Brief des Herrn Dr. Bachem)
[ 155 ] (Letter from Dr. Bachem)
[ 156 ] An die Theosophische Gesellschaft, Deutsche Sektion;
zu Händen des Herrn Generalsekretärs
Dr. Rudolf Steiner, Berlin
[ 156 ] To the Theosophical Society, German Section;
For the attention of the Secretary General
Dr. Rudolf Steiner, Berlin
[ 157 ] Zur elften Generalversammlung stelle ich folgende Anträge:
[ 157 ] I submit the following motions to the eleventh General Assembly:
[ 158 ] 1. Die durch die Rödelheimer Gründung des [Fräulein] M. Stenzel, der früheren Vorsitzenden des «Goethezweiges der Theosophischen Gesellschaft in Frankfurt a.M., Geschädigten sollen entschädigt werden
[ 158 ] 1. Those who suffered losses as a result of the founding in Rödelheim by [Miss] M. Stenzel, the former chairwoman of the “Goethe Branch of the Theosophical Society in Frankfurt am Main,” are to be compensated
[ 159 ] a) durch die Mittel der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft
[ 159 ] a) through the funds of the German Section of the Theosophical Society
[ 160 ] b) durch eine Sammlung, die der Generalsekretär innerhalb der Gesellschaft veranstaltet.
[ 160 ] b) through a collection organized by the Secretary General within the Society.
[ 161 ] 2. Die Begründung zu Antrag 1 soll in der Generalversammlung verlesen werden.
[ 161 ] 2. The rationale for Motion 1 is to be read aloud at the general meeting.
[ 162 ] 21.1.1913, Dr. Max Bachem, Frankfurt a.M., Finkenhofstraße 46.
[ 162 ] January 21, 1913, Dr. Max Bachem, Frankfurt am Main, Finkenhofstraße 46.
[ 163 ] Begründung des Antrages 1 des Dr. med. Bachem, Frankfurt a.M., zur elften Generalversammlung der Theosophischen Gesellschaft, Deutsche Sektion.
[ 163 ] Explanation of Motion 1 by Dr. med. Bachem, Frankfurt am Main, to the Eleventh General Assembly of the Theosophical Society, German Section.
[ 164 ] Fräulein M. Stenzel ging bei Beginn ihrer Gründung an verschiedene Mitglieder des «Goethezweiges» heran, damit diese sich für die entstandenen Verbindlichkeiten verbürgten. - So hinterlegte Herr Vizetelegrafendirektor Roggenberg 3000 Mark als Garantie für die Miete und verpflichtete sich für die Miete, so girierte Frau Jahn und Dr. Bachem Wechsel des [Fräulein] Stenzel, mit denen das Mobiliar beglichen wurde.
[ 164 ] When she first established the organization, Miss M. Stenzel approached various members of the “Goethezweig” to ask them to act as guarantors for the resulting liabilities. - Thus, Deputy Telegraph Director Roggenberg deposited 3,000 marks as a guarantee for the rent and assumed responsibility for the rent; similarly, Mrs. Jahn and Dr. Bachem transferred bills of exchange from [Miss] Stenzel, which were used to pay for the furniture.
[ 165 ] Als an Dr. Bachem das Ersuchen gerichtet wurde, ist gleichzeitig gesagt worden, diese Gefälligkeit sei eine reine Formsache, er würde nie etwas mit den Wechseln zu tun bekommen. Außerdem wurde ihm gesagt, wofür Herr Leser Zeuge ist, dass er, falls er zur Einlösung der Wechsel herangezogen würde, in entsprechender Weise Mobiliar erhalten solle.
[ 165 ] When the request was made to Dr. Bachem, he was told at the same time that this favor was purely a formality and that he would never have anything to do with the bills of exchange. Furthermore, he was told—as Mr. Leser can attest—that if he were called upon to honor the bills of exchange, he would receive movable property in return.
[ 166 ] Die erwähnten Bürgschaften wurden übernommen, weil [Fräulein] Stenzel angab, die Rödelheimer Gründung erfreue sich der Unterstützung und Billigung Dr. Steiners. Direktor Roggenberg hat 3300 Mark in bar dabei verloren.
[ 166 ] The guarantees mentioned were provided because [Miss] Stenzel stated that the Rödelheim foundation enjoyed Dr. Steiner’s support and approval. Director Roggenberg lost 3,300 marks in cash in the process.
[ 167 ] An Dr. Bachem kam im Frühjahr 1912 ein Wechsel im Betrag von annähernd 4000 Mark heran; vor Gericht erschienen die gleichfalls geladenen [Fräulein] Stenzel und Frau Jahn nicht; Dr. Bachem schloss einen Vergleich, wonach er den Wechsel in Raten von 200 bis 250 Mark monatlich bezahlen muss.
[ 167 ] In the spring of 1912, Dr. Bachem received a bill of exchange in the amount of approximately 4,000 marks; [Miss] Stenzel and Mrs. Jahn, who had also been summoned, did not appear in court; Dr. Bachem reached a settlement under which he must pay the bill of exchange in installments of 200 to 250 marks per month.
[ 168 ] Als Dr. Bachem versuchte, in Höhe seiner Zahlungen Mobiliar zu erhalten, erhielt er nichts.
[ 168 ] When Dr. Bachem tried to obtain personal property in the amount of his payments, he received nothing.
[ 169 ] Er musste Oktober 1912 krankheitshalber seine Praxis einen Monat unterbrechen, konnte dann die Zahlungen nicht mehr leisten und wurde zum 14.1.1913 zum Offenbarungseid geladen, den [Fräulein] Stenzel und Frau Jahn schon geleistet hatten.
[ 169 ] In October 1912, he had to suspend his practice for a month due to illness; he was then no longer able to make his payments and was summoned on January 14, 1913, to take an oath of insolvency, which [Miss] Stenzel and Mrs. Jahn had already taken.
[ 170 ] Seine ehelichen Verhältnisse sind zum großen Teil durch diese Angelegenheit zerrüttet worden, ebenso wurde dadurch seine ärztliche Laufbahn ungeheuer gehemmt.
[ 170 ] His marital relationship has been largely ruined by this affair, and his medical career has also been severely hampered as a result.
[ 171 ] Dr. Steiner hat bei seiner letzten Anwesenheit in Frankfurt a.M. geäußert, dass die Geschädigten in der beantragten Weise entschädigt werden sollen. Mehrere Briefe Dr. Bachems an Dr. Steiner in dieser Angelegenheit blieben unbeantwortet; nur erhielt er einmal von einer Dame ein Schrei ben, die ihm - angeblich auf Dr. Steiners Anordnung - mitteilte, Dr. Steiner würde von der Reise nach Finnland aus an Dr. Bachem schreiben.
[ 171 ] During his last visit to Frankfurt am Main, Dr. Steiner stated that the victims should be compensated as requested. Several letters from Dr. Bachem to Dr. Steiner regarding this matter went unanswered; he did, however, receive a single letter from a woman who informed him—allegedly on Dr. Steiner’s instructions—that Dr. Steiner would write to Dr. Bachem from Finland.
[ 172 ] Es scheint dies wiederum ein Missbrauch mit Dr. Steiners Namen gewesen zu sein, denn dieser Brief kam nie. Die bisherigen Barausgaben Dr. Bachems betragen ca. 1950 Mark; er ist zur Zahlung von 2792,40 Mark und Kosten und so weiter verurteilt und hat noch im Frühjahr dieses Jahres die Einklagung eines Wechsels im Betrage von 8000 Mark zu erwarten.
[ 172 ] This appears to have been yet another instance of misuse of Dr. Steiner’s name, as this letter was never received. Dr. Bachem’s cash expenditures to date amount to approximately 1,950 marks; he has been ordered to pay 2,792.40 marks plus costs and so on, and is still expected to face a lawsuit this spring over a promissory note in the amount of 8,000 marks.
[ 173 ] 21.1.1913, Dr. Max Bachem, Frankfurt a.M.
[ 173 ] January 21, 1913, Dr. Max Bachem, Frankfurt am Main
[ 174 ] [Rudolf Steiner:] «Zu diesem Briefe kam noch auf den letzten Tag ein Brief des Direktor Roggenberg, in dem er mitteilt, dass er sehr ungehalten sei darüber, dass Doktor Bachem diesen Antrag stellt, und dass er durchaus nicht wünscht, dass mein Name in Zusammenhang mit dieser Sache gebracht werde.
[ 174 ] [Rudolf Steiner:] “In addition to this letter, I received a letter from Director Roggenberg on the very last day, in which he stated that he was very displeased that Dr. Bachem had made this request, and that he did not at all wish for my name to be associated with this matter.
[ 175 ] Was die Sache selbst betrifft, so muss gesagt werden, dass gar keine Rede davon sein kann, dass jemals im Einverständnisse mit mir die Burg Rödelheim installiert worden ist. Es ist eine reine Privatsache von Fräulein Stenzel und hat nichts zu tun mit der theosophischen Sache und mit Sektionsangelegenheiten. Fräulein Stenzel hat diese Sache begründet. Aber so wenig ist irgendjemand von uns mit dieser Sache verknüpft, dass ich selbst erst durch die Druckschriften, die damals Fräulein Stenzel versandte, von der vollzogenen Gründung Kenntnis erhielt. Ich muss es entschieden ablehnen, irgendetwas mit der Angelegenheit vor der Begründung zu tun gehabt zu haben. Ich habe in Frankfurt auch nur gesagt, dass, wenn es möglich wäre, es sehr wünschenswert sein würde, wenn unsere theosophischen Freunde, die so geschädigt worden sind, entschädigt werden könnten. - Wünscht jemand zu dieser Angelegenheit das Wort?»
[ 175 ] As for the matter itself, it must be said that there can be no question whatsoever that the Rödelheim Castle was ever established with my consent. It is purely a private matter for Miss Stenzel and has nothing to do with the Theosophical Society or with Section affairs. Miss Stenzel initiated this matter. But none of us is in any way connected to this matter—so much so that I myself only learned of the completed founding through the printed materials that Miss Stenzel sent out at the time. I must categorically deny having had anything to do with this matter prior to its establishment. In Frankfurt, I merely said that, if possible, it would be highly desirable for our Theosophical friends, who have been so wronged, to be compensated. — Does anyone wish to speak on this matter?”
[ 176 ] Herr Arenson: «Verehrte Freunde! Dieser Fall, der eben vorgebracht worden ist, ist ja gewiss recht betrüblich, ich möchte aber doch noch etwas anderes hinstellen. Dieser Fall ist doch auch typisch, und wir sollten daraus ersehen, was alles gefolgert wird aus hingeworfenen Worten, wie in allen solchen Fällen der Name von Herrn Doktor Steiner hineingezogen wird und wie überall Leute sich finden, die darauf in irgendeiner Weise eingehen. Ich möchte Sie nun kurz bitten, einen Beschluss der Art zu fassen, dass wir unser Bedauern aussprechen über die Schädigung unserer Freunde, dass aber die Versammlung nicht in der Lage ist, in irgendeiner Weise eine Entschädigung zu gewähren, da die ehemalige
[ 176 ] Mr. Arenson: “Dear friends! This case, which has just been presented, is certainly quite distressing, but I would still like to point out something else. This case is also typical, and we should recognize from it all the conclusions that are drawn from offhand remarks, how, in all such cases, Dr. Steiner’s name is dragged into it, and how there are always people who respond to it in one way or another. I would now like to ask you briefly to adopt a resolution expressing our regret over the harm caused to our friends, but stating that the assembly is not in a position to grant any form of compensation, since the former
[ 177 ] Deutsche Sektion durchaus nicht Anlass zu einer solchen Entschädigung hat. Ich möchte meinen Antrag etwa so eingeben: Die Versammlung bedauert, dass dieses stattgefunden hat. Sie kann aber nicht irgendwie herangezogen werden zu einer Entschädigung.»
[ 177 ] The German Section has absolutely no grounds for such compensation. I would like to submit my motion along these lines: The assembly regrets that this has occurred. However, it cannot in any way be held liable for compensation.»
[ 178 ] Herr Dr. Steiner: «Wünscht sonst jemand das Wort zu dieser Angelegenheit?»
[ 178 ] Dr. Steiner: “Does anyone else wish to speak on this matter?”
[ 179 ] Herr Daeglau: «Es wäre vielleicht gut, die theosophischen Freunde darauf hinzuweisen, dass dieses Beispiel eine sehr gute Lehre sein kann. Es wird oft darüber gesprochen, wie notwendig es sei, Theosophie ins wirkliche Leben hineinzutragen. Hier ist ein Versuch gemacht worden aus Enthusiasmus. Dies Beispiel zeigt, dass der gute Wille nicht genügt, sondern wer so etwas tun will, muss auch das praktische Leben wirklich kennen, um die theosophischen Lehren darin zu verwirklichen. Wer einmal Gelegenheit gehabt hat, als Geschäftsmann, als Geschäftskundiger dieses Unternehmen von Anfang an zu beobachten, dem musste ein Schmerz durchs Herz ziehen, wenn er die Folgen bedachte, wenn er sah, was sich da vorbereitete. Enthusiasmus allein genügt nicht, und es genügt nicht, sich darauf zu verlassen, dass man als Theosoph mit Menschen zu tun hat, die mehr verstehen vom Leben als der Unternehmer selbst. Derjenige, der etwas unternehmen will, ist leicht geneigt, herumzuhorchen und die Kenntnisse und Meinungen der anderen günstig zu deuten. Er unternimmt es, hat nicht genug Kenntnisse und macht Fehler über Fehler. Wenn aber das Unternehmen fehlschlägt, dann glaubt er, alle die klügeren Menschen sind auch verantwortlich dafür. Fahren wir fort, Theosophie ins praktische Leben hineinzutragen, aber seien wir auch Praktiker und nicht nur Enthusiasten.»
[ 179 ] Mr. Daeglau: “It might be good to point out to our Theosophical friends that this example can serve as a very good lesson. People often talk about how necessary it is to apply Theosophy to real life. Here, an attempt was made out of enthusiasm. This example shows that good will is not enough; rather, anyone who wants to do something like this must also truly understand practical life in order to put the theosophical teachings into practice within it. Anyone who has had the opportunity, as a businessman or someone knowledgeable about business, to observe this venture from the very beginning must have felt a pang of sorrow when considering the consequences, when seeing what was unfolding there. Enthusiasm alone is not enough, and it is not enough to rely on the fact that, as a Theosophist, one is dealing with people who understand life better than the entrepreneur himself. Anyone who wants to undertake a project is easily inclined to ask around and interpret the knowledge and opinions of others in a favorable light. He undertakes it, lacks sufficient knowledge, and makes mistake after mistake. But when the venture fails, he believes that all those wiser people are also responsible for it. Let us continue to bring Theosophy into practical life, but let us also be practitioners and not just enthusiasts.”
[ 180 ] Herr Lippelt: «Zwei Mitglieder sind in bedeutende Not geraten. Ich möchte den Freundschaftsdienst der Gesellschaft im Allgemeinen anrufen. Es könnte doch eine Sammlung veranstaltet werden.»
[ 180 ] Mr. Lippelt: “Two members are in dire straits. I would like to appeal to the Society’s spirit of friendship in general. Surely a fundraiser could be organized.”
[ 181 ] Herr Dr. Steiner: «Wünscht noch jemand das Wort? Wenn nicht, dann wird Herr Arenson nun seinen formulierten Antrag verlesen.»
[ 181 ] Dr. Steiner: “Does anyone else wish to speak? If not, Mr. Arenson will now read his motion aloud.”
[ 182 ] Herr Arenson: «Die anwesende Versammlung spricht Herrn Doktor Bachem ihr Bedauern darüber aus, dass er durch das Rödelheimer Unternehmen eine Schädigung in der geschilderten Art erlitten hat. Sie ist aber als solche nicht in der Lage, irgendwelche Schritte in der Angelegenheit zu unternehmen, die zur Deckung der von ihm kontrahierten Schulden führen könnten.»
[ 182 ] Mr. Arenson: “The assembly present expresses its regret to Dr. Bachem that he has suffered harm of the nature described at the hands of the Rödelheim company. However, as such, it is not in a position to take any steps in this matter that could lead to the repayment of the debts he has incurred.”
[ 183 ] Herr Dr. Steiner: «Es ist wirklich in einem solchen Falle außerordentlich schwer. Wenn auf der einen Seite Doktor Bachem zu Schaden gekommen ist, so steht die Sache so, dass man ja wirklich außerordentlich gerne helfen möchte, aber es ist in diesen Dingen kein Ende abzusehen. Denn es ist doch nicht möglich, dass, wenn es irgendeinem Theosophen einfällt, da oder dort etwas zu begründen, und andere sich bereden lassen, und um ihr Geld dabei kommen, dass da in irgendeiner Weise die Theosophische Gesellschaft als solche herangezogen werden kann. An sich muss ich gestehen, ist es ja schwer zu verstehen, dass Herr Doktor Bachem Wechsel unterschreibt und sich sagen lässt, das sei nur eine Formsache, er würde niemals mit den Wechseln etwas zu tun bekommen. Es ist gutmütig, aber wirklich zu sorglos, sich sagen zu lassen, das Unterschreiben von Wechseln sei eine reine Formsache. Selbstverständlich, wenn eine Anzahl Mitglieder etwas dafür tun will, so würde das sehr schön sein, aber dass wir als Ganzes das tun, das scheint wirklich nicht zu gehen. Daher bitte ich diejenigen, die für den Antrag Arenson sind, die Hand zu erheben.»
[ 183 ] Dr. Steiner: “It is truly extremely difficult in such a case. While, on the one hand, Dr. Bachem has suffered a loss, the situation is such that one would very much like to help, but there is no end in sight to these matters. After all, it is simply not possible that, whenever some theosophist decides to set something up here or there, and others are persuaded to go along with it and lose their money in the process, the Theosophical Society as such can be held liable in any way. I must admit, it is indeed difficult to understand why Dr. Bachem would sign promissory notes and allow himself to be told that this is merely a formality, and that he would never have anything to do with the notes. It is good-natured, but truly too careless, to be told that signing promissory notes is a mere formality. Of course, if a number of members wish to do so, that would be very nice, but for us as a whole to do so really does not seem feasible. Therefore, I ask those who support Arenson’s motion to raise their hands.”
[ 184 ] (Der Antrag wird angenommen.)
[ 184 ] (The motion is approved.)
[ 185 ] Herr Dr. Steiner: «Wir kommen zum nächsten Punkt. Berichte der Zweige. Wünscht jemand das Wort dazu?»
[ 185 ] Dr. Steiner: “We’ll move on to the next item: reports from the branches. Would anyone like to speak on this?”
[ 186 ] Frau Dr. Grosheintz: «Ich möchte nur fragen, wie steht es mit dem Charter der einzelnen Logen?»
[ 186 ] Dr. Grosheintz: “I just want to ask, what is the status of the charters of the individual lodges?”
[ 187 ] Herr Dr. Steiner: «Die Frage ist erledigt. Es wäre kompliziert geworden, wenn wir darauf gewartet hätten, dass jede Loge aufgefordert worden wäre, den neuen Generalsekretär anzuerkennen und nach Adyar zu gehören: Es ist einfacher, die Mitglieder betrachten sich nicht mehr als Mitglieder der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Dies entspricht ja der Wahrheit. Es liegt im Interesse der Mitglieder, sich zu betrachten als herausgeworfen aus der Sektion. Es kann selbstverständlich sich jede Loge bei dem neuen Generalsekretär der Deutschen Sektion melden. Es wird dann ein neuer Charter (Stiftungsurkunde) ausgestellt, von dem neuen Generalsekretär, der ernannt werden wird, und diejenigen, die weiter der Theosophischen Gesellschaft Adyar angehören wollen, die müssten an diese neue Deutsche Sektion sich anschließen oder direkt an Adyar. In beiden Fällen würden sie mit unserer Bewegung, mit der ich verquickt bin, nichts mehr zu tun haben, weil wir arbeiten wollen, ‚ohne dass man uns die unsinnigsten Vorwürfe macht. Wer mit uns etwas zu tun haben will, soll das treulich bekennen, und wer das nicht will, der kann sich der neuen Deutschen Sektion anschließen oder in Adyar. Das ist es, um was es sich in der Zukunft handeln wird. Die Deutsche Sektion und alle ihre Funktionen haben zu bestehen aufgehört. Ich habe schon bei der Eröffnung dieser freundschaftlichen Zusammenkunft erörtert, dass ich und alle, die Verständnis für die Sachlage haben, nur mit großem Schmerze gesehen haben, was sich vollziehen musste. Es hat sich vollzogen, weil wir es als unsere Pflicht betrachtet haben, gerade der Theosophischen Gesellschaft anzugehören, und wir mit tiefem Schmerz sehen mussten, dass dies uns unmöglich gemacht worden ist.
[ 187 ] Dr. Steiner: “The matter is settled. It would have become complicated if we had waited for every lodge to be asked to recognize the new General Secretary and to be affiliated with Adyar: It is simpler for the members to no longer consider themselves members of the German Section of the Theosophical Society. This, after all, corresponds to the truth. It is in the members’ interest to consider themselves expelled from the Section. Of course, any lodge may register with the new General Secretary of the German Section. A new charter will then be issued by the new General Secretary, who is to be appointed, and those who wish to continue belonging to the Theosophical Society in Adyar would have to join this new German Section or Adyar directly. In either case, they would no longer have anything to do with our movement—with which I am closely associated—because we want to work ‘without being subjected to the most absurd accusations. Whoever wishes to have anything to do with us should faithfully acknowledge it, and whoever does not wish to do so may join the new German Section or Adyar. This is what the future will be about. The German Section and all its functions have ceased to exist. I already mentioned at the opening of this friendly gathering that I and all those who understand the situation have watched with great sorrow what had to come to pass. It has come to pass because we considered it our duty to belong to the Theosophical Society, and we had to watch with deep sorrow as this was made impossible for us.
[ 188 ] Unsere Arbeit hat so manches gezeitigt, und es verging eigentlich kein Tag in der letzten Zeit, an dem nicht deutlich uns vor Augen trat, welche Widerstände und Schwierigkeiten zu überwinden sind, wenn es sich darum handelt, ehrlich, aufrichtig und reinlich eine geistige Bewegung in die Welt zu bringen.
[ 188 ] Our work has brought about many things, and in fact, hardly a day has gone by recently without it becoming clear to us what obstacles and difficulties must be overcome when it comes to bringing a spiritual movement into the world in an honest, sincere, and upright manner.
[ 189 ] Lassen Sie mich noch etwas vorbringen, rein symptomatisch, nicht um Kleinigkeiten zu erwähnen, sondern, um zu zeigen, wie es doch möglich ist, ein reinliches, gesundes Urteil zu erhalten, trotzdem man solche Redensarten immer wieder hören muss: Jeder strebt die Wahrheit an, aber man kann nicht immer wissen, ob man auf dem Wege der Wahrheit ist. Derjenige aber, der ernstlich will, kann wissen in vielen Fällen, was Wahrheit und was nicht Wahrheit ist. Wer die «Botschaft des Friedens» liest, wird finden, dass die Zitate alle unrichtig sind. Dazu aber zu sagen, die Wahrheit strebe jeder an, das heißt in einem solchen Falle, man will nicht die Dinge wirklich schen. Und wenn man nicht hinschen will, so kann man sie auch nicht verstehen. Wenn es vorkommen kann, dass derjenige, der falsch zitiert hat, sagt: Er habe das Wörtchen «nur deshalb eingefügt, um die Sache zu verdeutlichen, so gehört darauf eine Antwort, wie sie die Verfasserin der Gegenschrift wirklich sehr geistreich gegeben hat: Ob es denn zur Verdeutlichung diene, wenn man sagt anstatt: «Mein Freund ging aufs Eis und zog sich warme Handschuhe an», «mein Freund ging aufs Eis und zog sich nur warme Handschuhe an. (Große Heiterkeit.) Von dieser Art sind die Verdeutlichungen.
[ 189 ] Let me add one more point—purely as an illustration, not to dwell on trivialities, but to show how it is indeed possible to arrive at a sound, healthy judgment, even though one has to hear such expressions time and again: Everyone strives for the truth, but one cannot always know whether one is on the path to the truth. However, those who are serious about it can, in many cases, discern what is true and what is not. Anyone who reads the “Message of Peace” will find that the quotations are all incorrect. But to say, in such a case, that everyone strives for the truth—that means one does not really want to understand things. And if one does not want to see it, one cannot understand it either. If it happens that the person who quoted incorrectly says, “I inserted that little word just to clarify the matter,” then a response is called for—as the author of the rebuttal so wittily provided: Does it really serve to clarify matters to say, instead of: ‘My friend went out onto the ice and put on warm gloves,’ ‘My friend went out onto the ice and put on only warm gloves.’ (Loud laughter.) That’s the kind of clarification it is.
[ 190 ] Es würde wünschenswert sein, die Augen aufzumachen und nachzusehen, worum es sich eigentlich handelt. Es ist eine Ankündigung von einer Buchhandlung erschienen zum Beispiel, da finden sich die Worte darinnen:
[ 190 ] It would be a good idea to open our eyes and see what this is really about. For example, a bookstore has published an announcement that includes the following words:
Dr. Steiner hat in Deutschland bereits den Anfang gemacht, aber die von ihm vertretene plutokratisch-autokratische Richtung ist wegen ihrer Einseitigkeit nicht geeignet, den heutigen geistig-sozialen Fortschritt allseitig zu fördern. Deshalb musste eine zeitgemäße populäre Form gefunden werden, die cs ermöglicht, dass jene Schätze undogmatisch, frei erreichbar und ohne klerikale Bevormundung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten. Diese rosenkreuzerischen Unterrichtsbriefe geben ein abschließendes Gesamtbild über die rosenkreuzerische Forschung und Weltanschauung. Die Anfänge ihrer Entstehung sind auf deutschem Boden zu suchen. In der für rosenkreuzerische Forschung viel günstigeren Ätheratmosphäre Kaliforniens sind sie weiter ausgearbeitet worden.
Dr. Steiner has already made a start in Germany, but the plutocratic-autocratic direction he advocates is, due to its one-sidedness, unsuitable for comprehensively promoting today’s spiritual and social progress. Therefore, a contemporary, popular form had to be found that would make it possible to make those treasures accessible to the public in a non-dogmatic way, freely available, and without clerical paternalism. These Rosicrucian instructional letters provide a comprehensive overview of Rosicrucian research and worldview. Their origins can be traced back to Germany. They were further developed in the intellectual atmosphere of California, which was much more conducive to Rosicrucian research.
[ 191 ] Es ist eben notwendig, dass man aufmerksam ist, dass man die Augen aufmacht und nicht immer schläft als Theosoph. Es würde sich empfehlen, zuzusehen, was eigentlich in Kalifornien ausgereift ist. Dass man aber, wenn man will, wohl richtig schließen kann, will ich zeigen, indem ich Ihnen einen Brief an mich vorlese von jemand, der eben die Augen aufmacht:
[ 191 ] It is simply necessary to be attentive, to keep one’s eyes open, and not to be constantly asleep as a Theosophist. It would be advisable to observe what has actually come to fruition in California. But I want to show that, if one wishes, one can indeed draw the right conclusions by reading aloud a letter addressed to me from someone who is just now opening his eyes:
‹Sehr geehrter Herr. Dürfte ich es wohl wagen, mit einer oder sogar mehr als einer Frage an Sie heranzutreten? Erst muss ich erwähnen, dass ich hier kurze Zeit zu Besuch weile und mein Wohnort in Salina, Kansas, US. America ist. Dort ließen zwei Freundinnen und ich uns vor einiger Zeit ein von der Esoterischen Bibliothek in Washington D.C. empfohlenes Buch schicken; dasselbe heißt: «Rosicrucian Cosmo-Conception on Christian Occult Science by Max Heindel. In der Vorrede fiel uns die sonderbare Weise auf, in der Herr M. H. Bezug nimmt auf den Namen Dr. Rudolf Steiner, dessen Lehre in den Hauptlinien seiner Lehre ähnlich sei etc. etc. - Kurz, das Vorwort veranlasste mich und später die Freundinnen, Ihr Buch ‹Theosophie› und ‹Initiation and its Results› zu lesen. Es ist uns ein Rätsel, wie es zugeht, dass so ganze Sätze in ‹Cosmo-Conception› beinahe Wort für Wort zu vergleichen sind mit denen, enthalten in Ihren Büchern, und so kam uns der Gedanke: ‹Hat jener Herr Max Heindel die Lehre, die er in Amerika, hauptsächlich aber in Kalifornien, zu verbreiten sucht, von Ihnen geborgt?› ›
“Dear Sir, Might I dare to approach you with one—or perhaps even more than one—question? First, I must mention that I am here on a short visit and that I live in Salina, Kansas, U.S.A. Some time ago, two friends and I had a book sent to us from there that was recommended by the Esoteric Library in Washington, D.C.; it is titled *Rosicrucian Cosmo-Conception: A Christian Occult Science by Max Heindel*. In the preface, we noticed the peculiar way in which Mr. M. H. refers to the name of Dr. Rudolf Steiner, whose teachings are similar in their main tenets, etc., etc.—In short, the preface prompted me, and later my friends, to read your books *Theosophy* and *Initiation and Its Results*. It is a mystery to us how it is that entire sentences in *Cosmo-Conception* are almost word for word comparable to those contained in your books, and so the thought occurred to us: “Did that Mr. Max Heindel borrow from you the teachings he seeks to spread in America, but mainly in California?”
[ 192 ] Das ist ein Brief von jemandem, der die Sachen anschaut und zu einem Urteil kommt. Es brauchte ihm von mir nur mit der Tatsache geantwortet werden, dass Max Heindel unter einem anderen Namen, als [Grasshoff], unter uns gelebt hat und viele meiner Vorträge und Zyklen angehört und abgeschrieben hat. Und es liegt in der Tat der Fall vor, dass in Deutschland zunächst eine gewisse Richtung begründet worden ist, und dass dann in recht merkwürdiger Weise von Max Heindel eine Form gefunden worden ist, die «zeitgemäß ist ... etc. ...» (siehe oben). Dann ist der betreffende Herr weggegangen und hat seinerseits aus Vorträgen von mir etwas zusammengestückelt und es vorgebracht als ein Neues.
[ 192 ] This is a letter from someone who examines the facts and reaches a conclusion. All I needed to do was reply by stating the fact that Max Heindel lived among us under a different name than [Grasshoff] and attended and transcribed many of my lectures and lecture series. And it is indeed the case that a certain movement was initially established in Germany, and that Max Heindel then, in a rather curious way, found a form that is “in keeping with the times … etc. …” (see above). Then the gentleman in question left and, for his part, pieced together something from my lectures and presented it as something new.
[ 193 ] Wir erfahren recht sonderbare Dinge. Unsere Arbeit wird auf der einen Seite hier als plutokratisch, als autokratisch und als einseitig dargestellt, und in der Ätheratmosphäre Kaliforniens wird sie als gereift, gewandelt weitergegeben. Vielleicht tritt sogar noch einmal der Fall ein, dass man einfach Max Heindel ins Deutsche übersetzt, und dann gegen mich zu Felde zieht mit Dingen, die von mir selber sind. ... Deshalb bitte ich, die Dinge, etwas näher zu betrachten.
[ 193 ] We are experiencing some rather strange things. On the one hand, our work is portrayed here as plutocratic, autocratic, and one-sided, while in the ethereal atmosphere of California, it is passed on as something that has matured and been transformed. Perhaps it will even happen again that someone simply translates Max Heindel into German and then turns against me with things that are my own. ... That is why I ask that you take a closer look at these matters.
[ 194 ] Es ist wirklich ein Martyrium gewesen, in der Theosophischen Gesellschaft zu arbeiten, und es ist auch recht schwierig, zu arbeiten, wenn die Mitarbeiter nicht Anteil nehmen an dem, was geschieht. Es ist dann recht schwierig, die Sache vorwärtszubringen.
[ 194 ] Working for the Theosophical Society has truly been an ordeal, and it is also quite difficult to work when colleagues do not take an interest in what is happening. It is then quite difficult to move the cause forward.
[ 195 ] Es muss schon einmal betont werden, dass wir ja vor der Tatsache standen, aus spirituellen Reinlichkeitsgründen eine Bewegung nicht mitmachen zu können, wie etwa die Krishnamurti-Bewegung. Und den Stern des Ostens» muss man schon so betrachten, dass da ein kleiner Junge als Vorstand dieses «Sternes des Ostens figuriert, wir uns, wenn wir mit diesem «Stern des Ostens etwas zu tun haben wollten, an der gegenwärtigen Geistesströmung unserer Zeit versündigen würden. Der Vater der beiden Jungen hat einen Prozess gegen Misses Besant angestrengt, um seine Söhne wieder zu bekommen. Derjenige, der weiß, um welche Dinge es sich handelt, und der aus seinem Wahrheitsgefühl heraus nichts zu tun haben darf mit dem, was sich betitelt ‹Stern des Ostens›, der darf auch einfach sagen in einem solchen Falle: Es werden unsinnige Forderungen direkt zu unmöglichen Forderungen. Denn ich möchte kennen den Menschen, der ohne Verblendung die ganze KrishnamurtiAffäre ernsthaft geprüft hat, und dann noch Mitglied dieses Stern des Ostens sein kann. Dass man diesen Bund dulden könne in einer Wahrheit suchenden Gesellschaft, ist unmöglich. Unmöglich ist aber auch, wenn man in diesem Falle noch spricht von Toleranz oder Ähnlichem.
[ 195 ] It must be emphasized that we were faced with the fact that, for reasons of spiritual purity, we could not participate in a movement such as the Krishnamurti movement. And “The Star of the East” must be viewed in such a way that, since a young boy serves as the chairman of this “Star of the East,” we would be sinning against the prevailing spiritual current of our time if we were to have anything to do with it. The father of the two boys has filed a lawsuit against Miss Besant to get his sons back. Anyone who knows what is at stake here, and who—out of a sense of truth—must have nothing to do with what calls itself the “Star of the East,” may simply say in such a case: These absurd demands are turning directly into impossible demands. For I would like to meet the person who, without delusion, has seriously examined the entire Krishnamurti affair and can still be a member of this “Star of the East.” It is impossible to tolerate this organization in a society seeking truth. But it is also impossible to speak of tolerance or anything similar in this case.
[ 196 ] Wenn es uns auch auf der einen Seite den tiefsten Schmerz bereitet, dass wir nicht mehr innerhalb einer uns lieb gewordenen Gesellschaft arbeiten können, wahr ist, was auch die Welt sagen mag, das eine: Wir können nicht anders, als uns auf den Boden der Wahrheit stellen, gegenüber welcher Wahrheit es kein spielerisches Herumplänkeln, keine spielerischen Begriffe gibt. Darüber, dass jemand falsche Zitate gebraucht, dass zwei Briefe nicht zusammenstimmen, darüber gibt es nicht verschiedene Meinungen. Wer da noch davon spricht, man könne nicht entscheiden, der will sich nicht auf den Boden der Wahrheit stellen.
[ 196 ] Even though, on the one hand, it causes us the deepest pain that we can no longer work within a society that has become dear to us, one thing remains true, no matter what the world may say: We have no choice but to stand on the ground of truth—a truth that allows for no frivolous quibbling or playful concepts. There is no disagreement about the fact that someone has used false quotations or that two letters do not match. Anyone who still claims that a decision cannot be made simply does not want to stand on the ground of truth.
[ 197 ] Wir werden, wenn wir vorwärtskommen wollen, dies nur tun können auf dem Boden ungeschminkter Wahrheit, und wir werden froh sein, dass man uns in Zukunft nimmermehr verwechseln wird können mit denjenigen, die objektive Unwahrheiten und allerlei Spielereien in die Welt setzen. Wir werden versuchen, vorwärtszukommen. Diejenigen, die sich so mit uns vereinigen werden, werden die Wege mit uns finden. Diejenigen aber, die leichten Herzens selbst heute noch die Möglichkeit finden, uns statt den anderen in Adyar zu sagen, die Dinge hätten so oder so gehalten werden können, denen kann nur gesagt werden, sie mögen zu Adyar halten. Wir aber wollen uns nur auf den Boden stellen, der schon charakterisiert worden ist als der Boden der Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Kein anderer kann es sein! Und wenn man beliebt, uns mit spielerischen Worten zu sagen, dass wir es verschuldet hätten, was nun gekommen ist, dann antworten wir mit gutem Gewissen mit den Worten, die wir zitieren dürfen: Hier stehen wir, wir haben nicht anders gekonnt, die Geister der Welt, die göttlichen Geister mögen uns helfen. Und damit mag es weitergehen.»
[ 197 ] If we wish to move forward, we will be able to do so only on the basis of unvarnished truth, and we will be glad that in the future no one will ever again be able to confuse us with those who spread objective falsehoods and all manner of tricks. We will try to move forward. Those who unite with us in this way will find the way forward with us. But to those who, even today, lightheartedly find it possible to tell us in Adyar—instead of telling the others—that things could have been handled this way or that, we can only say: let them go to Adyar. We, however, wish only to stand on the ground that has already been characterized as the ground of truth and truthfulness. It cannot be any other! And if anyone chooses to tell us, with flippant words, that we are to blame for what has now come to pass, then we reply in good conscience with the words we are permitted to quote: “Here we stand; we could not have acted otherwise; may the spirits of the world, the divine spirits, help us.” And let things proceed from there.”
